Eichener Anzeiger Heer und Lustwaffe weiter im erfolgreichen Angriff von \ ßn lsvM Selms marktet dMÄs ßnfaniyis dM eins beete Uchte StM. --- vielen rzelteil iben* unb tjpre- ' am Lim« das i auch dieser irt in durch annte hestee 15 de- ld 9M bereits 58 feindliche Flugzeuge, davon allein 20 Flugzeuge vom Baumuster Spitfire abgeschossen. In der mittleren Rordsee versenkten unsere Kampfflieger einen britischen Kreuzer neue st er Bauart. Ein anderer Kreuzer wurde im Ofotfjord schwerstens beschädigt. Der deutschen Luftwaffe gelang es heute nachmittag, vor der holländischen Küste einen großen Truppentransporter von 15000 Tonnen zu versenken. Sechs andere große Schiffe brannten infolge der Bombentreffer lichterloh. Rotterdam ohne Trinltvaffer. Rom, 13. Mai. (DRV. Funkspruch.) Rach einer Meldung aus Rotterdam ist die Stadt infolge eines Brandes in der Zentrale der Wasserwerke ohne Trinkwasser. Ferner wird gemeldet, daß auf dem im Rotterdamer Hafen liegenden holländischen U e b e r s e e d a m p f er „S t a- Itendam" Feuer ausgebrochen ist. ■y Ar. ugs, tfer« Die Widerstandslinien Belgiens und Hollands eindeutig gegen Deutschland gerichtet! Unsere Karte veranschaulicht die Befestigungen und Ueberschwemmungsgebiete in Belgien und den Niederlanden. — Scherl-Bilderdienst-M.) , die es .Mast 3n der Rächt vom 11. zum 12. Mai flogen ein- ||eie Flugzeuge in Westdeutschland ein und griffen iviiderum eine Reihs nicht militärischer Ziele ohne desmdere Wirkung an. Die eigenen Flugzeugverlusle sind im Verhältnis zum Erfolg wiederum als gering ,|U bezeichnen. 35 Flugzeuge werden vermißt. 3n Norwegen ist die Lage unverändert. Bei Igrvik wurden feindliche See- und Landstreil- 'Iräste durch die Luftwaffe angegriffen, ein Zerstörer 'versenkt, ein weiterer beschädigt. Line erste Dresche in die belgische Grenzverleidigung. ■ alles m 50« n den cheu« r und n Zu« rsoß ohann r aus nachten hi« W Mel^ datem te. . Auch mbigert ellung« Sank, ng des i Hotel jeiim r deut« irnGe« gebracht o kann rblicheu unfj bei rtei. lesex !chez Berlin, 12. Mai. Mit der Besetzung Groningen ist Rordholland innerhalb von zwei Tagen in deutsche Hand gekommen. Verbände des Heeres haben bei Harlingen die Nordsee erreicht. Um diese Leistung zu würdigen, muß man wissen, daß die Entfernung von der deutschen Grenze bis Harlingen an der holländischen Westküste r u n d 1 2 0 K i l o m e t e r be- lragt. Die hier vorgehenden Truppen haben damit in 4 8 Stunden einen weiten Raum gesichert. Die holländischen Grenztruppen, die am elften Tage versuchten, in vorbereiteten Stellungen den deutschen Vormarsch aufzuhalten, wurden zersprengt und aufgerieben. Aus diesen Kämpfen wurden nach den bisher vorliegen en Meldungen rund 5000 Mann als ®e- r. y*' Di! ®e sich um i 8^ E Verua' nqetDi^ iiv'de< ^Silaur ^oth 5ot^ot* Der Wehrmachlsbericht. Zührerhouptquartier, 12. Mai. (DRV.) Vas OKW. gibt bekannt: 3n engem Zusammenwirken zwischen Heer und Lustwaffe ist auf der gesamten Front der deutsche Angriff im Westen in raschem xortschreiten. 3m Rorden von Holland jolcn die deutschen Truppen die Provinz Seouingen beseht. Harlingen und die vfiküste der Zuldersee wurden erreicht. Rach dea Durchstoßen der Pssel-Stellung wurden Im Vorgehen nach Westen auch die von A m e r s - soort auf Rhenen verlaufende Grebbe- Clnie und weiter südlich die Peel-Stellung durchbrochen. Zwischen hasselt und Maastricht ist der !lebergang über den Albert-Kanal er- swvngen. Das Fort Eben Lmael, südwestlich Maastricht. der stärkste Eckpfeiler Lüttichs, ist, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, i n deutscher Hand. Der Kommandant und die Sescihung von 1000 Mann haben sich ergeben. Vor Lüttich sind die deutschen Truppen teilweise tief in i) a 5 Festungsvorfeld eingedrungen, lluh die durch Südbelgien vorgehenden Teile des deutschen Heeres haben trotz feindlichen Wider- stoodes rasch Boden gewonnen. Ganz Luxemburg ist in deutscher Hand. lie deutsche Luftwaffe setzte am 11. Mai den tags jueor begonnenen Großangriff gegen die feindlichen Luftwaffen in Frankreich, Belgien und in den Riedeilanden fort. Line große Anzahl von Flug- dlaßen wurde erneut angegriffen und datei hallen in Brand gesetzt, Werften, zerstört und lGk- und Munitionslager zur Explosion gebracht. Ein auf dem Flugplatz V r o a u x gelang es 30, auf dem Flugplatz Orleans 36 Flugzeuge zu zer- fföten. 3m Luftkampf wurden 52, durch Flakartillerie 12 Flugzeuge abgeschossen. Ls kann mit Siiberheit angenommen werden, daß insgesamt auch M gestrigen Tage 3 0 0 feindliche Flug- i eil g c unserem Angriff und der Lnftabwehr zum )pler fielen. Truppenansammlungen, Transport- jüje, Bahnanlagen, Marschkolonnen und Kraft- ivklgentransporle hinter der belgischen und franzÜ- ifdrn Front waren das Ziel wirkungsvoller An- Lu der belgisch-holländischen Küste wurden See- kw itkräfte, Transportschiffe und Ausladungen iflgegriffen, in Vlissingen drei Transport- Rordholland in zwei Tagen in deutscher Sand Das holländische Stellungssystem durchbrochen. Montag, 13. Mai M« Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?UhrdesVormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelS Plahvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. senge ne eingebracht. Das holländische Stellung ssystem zvischen Zuidersee und dem Rhein (auf hollandr' tzem Gebiet Waal) besteht Zus. mehreren hinten Kernsvrechanschluß 2251 Druck und Verlag: Jahrgang Kr.m Lrcheint täglich, außer ^nntags und Feiertags -SSllagen: Die Illustrierte Mßener Familienblätter -HeimatimBild DieScholle l'Mnats-Bezugsvreis: iM4Beilagen.RM.1.95 jOhneIllustrierte * 1.80 Znitellgebübr... „ -.25 lauft) bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt einander liegenden Befestigungslinien. Die erste Linie, die sogenannte Assel-Stellung erstreckt sich von der Mündung der Mel in die Zuidersee (nördlich Zwolle) bis Arnheim. Rund 40 Kilometer westlich dieser Linie folgt die Grebbe-Stel- l u n g, von etwa 6 Kilometer ostwärts Hilversum bis Rhenen. Südlich des Waal schließt sich an die Grebbe-Stellung d i e Peel-Stellung an, die von Rhenen bis Reermond verläuft. Um die Verteidigungskraft dieser Abschnitte, zu verstärken, haben die Holländer in weitem Umfange Sperren und Befestigungsanlagen angelegt. Das deutsche Heer hat bewiesen, daß es auch mit derartigen Anlagen und Geländeschwierigkeiten fertig wird. Moderner britischer Kreuzer versenkt. Berlin, 12. Mai. (DRB.) Das Okw. gibt bekannt: Die harten Schläge der Luftwaffe werden fortgesetzt. 3m Laufe des heutigen Vormittags wurden >ste. - diq inen bars ' als lrinq wich °nen wer, tver. ZÜ und 'nen, ' en und * chern Sahst zu« nbem s ist gern nben arin0 i für neue Zeit dem ruf erlangt hat. Wie steht es um England, wenn es solche Leute in seiner schwersten Krise hervorholen muß?! Unter Chamberlain haben die Engländer im Traditionsstil kämpfen lassen. Unter Churchill werden sie nun selbst kämpfen müssen. Auffallend ist die ganz unenglische Schnelligkeit im Wechsel auf dem Posten des Ministerpräsidenten. Er muß also von Churchill und den hinter ihm stehenden Kriegstreibern schon von langer Hand vorbereitet gewesen sein. Chamberlain, der am 28. Mai 1937 das englische Kabinett Übernahm, ist gekennzeichnet vielleicht am besten durch zwei Engländer selbst. Der erste ist Lloyd George, der im Unterhaus feststellte, daß Chamberlain jedesmal, wenn er int Frieden oder im Kriege mit Hitler die Klingen kreuzte, verloren habe. Der zweite ist der in England soviel gelesene „Historiker", H. G. Wells. Er schreibt Über Chamberlain: ,Zch sehe in ihm nichts als einen im Grunde seines Wesens unwissenden, engherzigen, im Unterbewußtsein furchtsamen, hinterlistigen und ungewöhnlich eitlen Menschen. Er und sein Vater Josef erschienen mir als die geborenen Müllkutscher des verfallenden Empire." Mit dem Namen Neville Chamberlains ist die Tatsache verbunden, daß er die beiden größten Chancen für eine endgültige deutsch-englische Verständigung nicht zu nutzen gewußt hat: den Flottenvertrag und vor allem das Münchener Abkommen. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, die die deutsche Mäßigung gegenüber der Tscheche! und gegenüber Polen boten. Dafür ist er belastet mit der fortgesetzten Sabotage der deutschen Friedenspolitik durch seine Einkreisung. Für seine politische Instinktlosigkeit sind solche Fälle bezeichnend wie seine völlige Verkennung des spanischen Frecheits- kampfes oder feine monatelangen Verhandlungen mit den Russen im' vergangenen Sommer. Immer trat dieser Mann so gut wie ahnungslos vor das Parlament. Kein anderer als er selbst hat den stärksten Ausdruck für seine grenzenlose politische Unwissenheit geprägt, als er im Winter sagte, dieser Kriege verlaufe „so ganz ander s", als England es sich gedacht habe. Er kann sich sagen, daß er den Frieden verlor und daß er auch den Krieg verlor, solange er seine Rolle als politischer Scharlatan in der Downingstreet spielen durfte. Er besaß weder politischen noch militärischen Verstand genug, um sich an der inneren oder äußeren Kampffront durchzusetzen. So mußte er dem Manne Platz machen, den er einst in öffentlicher Unterhausrede als „Narren" bezeichnete und dem er doch nicht ausweichen konnte: Winston Churchill. Heber Winston Churchill längere Ausführungen zu machen, erübrigt sich fast. Dieser Herr besitzt in Deutschland eine derartige „Popularität", daß wir! alle mit seinen bösartigen Absichten, Charakterzügen und geistigen Fähigkeiten schon genau Be* scheid wissen, Winston Churchill liebt die Tarnung nicht. Er ist kein vorsichtiger Taktiker, sondern ein Abenteurer. Er erscheint nicht in der Maske des Friedenswächters mit Gebetbuch und Regenschirm, । sondern vertritt mit brutaler Offenheit den Grund- , satz: „Und willst du nicht mein Bruder sein, sa ; schlag ich dir den Schädel ein." Die Neutralen, so-, weit sie nicht schon von vornherein mit den plufot kratischen Aggressoren unter einer Decke steckten« wissen ein Lied zu fingen von der gefährlichen Auf« dringlichkeit dieses Mannes. Daß Winston. Churchill ■ nun an die Spitze des Landes tritt, das sich immer ! als eine friedfertige Musterdemokratie preisen ließ, - ist ein Witz. Aber in diesem Witz liegt eine tiefe » Wahrheit, die Wahrheit nämlich, daß kein Mensch - feinem «Schicksal entgehen kann. Churchill muß nun - selber den Krieg führen, zu dem er fett Jahr und Tag gehetzt hat. VoiiLhamberlamzliShmchill Auf den Posten des englischen Regierungschefs ist auf den 71jährigen Chamberlain der 66jäyrige Churchill gefolgt, eine der anrüchigsten Gestalten aus dem politischen England der Gegenwart. Er wäre 1914 in Antwerpen um Haaresbreite von den Deutschen gefangen genommen worden. Das Schicksal aber sparte ihn für die Aufgabe auf, im zweiten englischen Kriege die britische Flotte von Niederlage zu Niederlage und schließlich gar Englands havariertes Staatsschiff selbst zu fuhren, nachdem ihm noch einen Tag vorher em Fachmann wie Admiral Sir Roger Keyes öffentlich bescheinigt hatte, daß die Flotte buchstäblich versagt habe. Churchill ist nun auf dem Gipfelpunkt seiner lebenslänglichen ehrgeizigen Träume angelangt, er, der als der Mann von Gallipoli und als Musterbeispiel eines Katastrophenpolitikers Welt- B e r l i n, 12.Wai. (DRB.) 3nnerhalb ihrer aus- schließlich gegen Deutschland gerichteten Besestigun- ■jci haben die Belgier zwischen den Eckpfel- rf._Q1. leinAntwerpenundLüttich den Alber t- g amt« L-nal seit 3ahren zu einer hauplwider- a auf |hnbslinie ausgebaut. Eine Kampfanlage liegt m$or« gier neben der anderen. Alle Flankierungsmöglich. Bilanz« keilen sind weitgehend ausgenuht. Trotzdem gelang ng von bßn deutschen Truppen, diese starke Stellung i. zwischen Hasselt und Maastricht zu n« durchbrechen. 3n die starke belgische Grenz- S Mleidigung ist damit eine erste Bresche ge- Kren Ichlogen. Diese Leistung muß als ein bedeutendes '^er Anfangserfolg gewertet werden, beliefen ß » ar di ger, ois gefudp ittel be« heftanb/ 3 General-Anzeiger für Gberheffen Siehen^5chulstrahe7-Y , jchiffe und ein Tankdampfer getroffen, in ?a r mittleren Rordsee ein feindlicher Zerstörer dnlch Bombentreffer beschädigt. >, Oft. ‘ “ GJtOWNGM $0 KAMI APHDOÄJ ROTTERDAM 'DVj BRl NAMUR MONS ..N LUTTICi ♦ ßeTettigvrfy* yttarw irt • • • mitteler Art • • • klein rr Arf Dberxrnremfnungr gebiete Belgiens Sprung in den Sumps. Die Grundlage der deutsch-belgischen Beziehungen war geschaffen worden durch einen Notenaustausch der Regierungen beider Länder vom 13. Oktober 1937. Eine Erinnerung an die damaligen Festle. gungen ist zur Beurteilung der heutigen Lage un- erlählich. Der damalige Reichsaußenminister von Neurach überreichte dem belgischen Gesandten in Berlin eine Erklärung, in der es heißt: „Die Deutsche Regierung hat Kenntnis genommen von der Auffassung, der die Belgische Regierung Ausdruck gegeben hat, nämlich, a) daß sie in voller Souveränität eine Politik der Unabhängigkeit zu verfolgen gedenkt, b) daß sie entschlossen ist, die Grenzen Belgiens mit allen ihren Kräften gegen jeden Angriff und jede Invasion zu verteidigen; zu verhindern, daß das belgische Gebiet für einen Angriff gegen einen anderen Staat als Durchmarschland oder als Operationsbasis zu Lande, zur See und in der Luft benutzt wird, und zu diesem Zwecke die Verteidigung Belgiens in wirksamer Weise zu organisieren." Diese eindeutigenVoraussetzungenfür eine friedliche belgische Politik — volle Souveränität und eine Politik der Unabhängigkeit — werden mit äußerster Klarheit in einer gleichzeitigen amllichen deutschen Erklärung noch unterstrichen. Darin nimmt die deutsche Regierung Kenntnis von der Tatsache, „daß die belgische Regierung aus eigenem frei en Entschluß ihren Willen proklamiert hat, in voller Souveränität eine Politik der Unabhängigkeit zu verfolgen und mit allen Kräften zu verhindern, daß belgisches Gebiet von einem angreifenden Staat alsOperations- b a s i s benutzt wird." Ausdrücklich erklärt die Reichsregierung, daß sie nur auf Grund dieser „Feststellung' das belgische Gebiet „respektiert". Und warnend fährt die deutsche amtliche Erklärung fort: „Deutschland würde Belgien gegenüber seine Handlungsfreiheit wieder gewinnen, wenn Belgien in einem Krieg, in den Deutschland verwickelt werde, auf die Seite der Gegner Deutschlands treten sollte. Das würde natürlich nicht nur dann der Fall sein, wenn belgische Streitkräfte auf der Seite unserer Gegner mitkämpften, sondern auch dann, wenn sich die belgische Regierung bereitfinden sollte, belgisches Gebiet den feindlichen Streitkräften als Durchmarschland oder als O p e r a t i o n s b a s i s zur Verfügung zu stellen". In der feierlichsten Form der deutschen Note und der deutschen Begleiterklärung vom 13. Oktober 1937 war die belgische Regierung gewarnt; die Warnung wurde überhört: die Bindungen zwischen Brüssel und Paris und Brüssel und London waren zu stark — die belgische Regierung hat den Sprung in den Sumpf exekutiert! Englische Ersolgsmeldung richtig gestellt. Planlose Bombenabwürfe im-deutschen Heimatgebiet ohne Erfolg geblieben. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Das britische Luft- fahrtministerium gibt bekannt, daß Angriffe der Royal Air Force auf Gebiete zwischen Rhein und Maas erfolgt seien, daß die R h e i n b r ü ck e bei Wesel, Brücken bei Aldekerke, Geldern, Rees und Goch derartig bombardiert worden seien, daß der Vormarsch der deutschen Truppen gelähmt worden sei. Auch wichtige Eisenbahn- und Straßenverbindungen seien durch Bombentreffer unterbrochen worden. Don amtlicher deutscher Seite wird festgestellt, daß diese Erfolgsmeldungen des britischen Luftfahrtministeriums in keinem Punkte rich- t i g find. Die britische Luftwaffe hat während des gestrigen Tages weder die in raschem Vordringen befindlichen deutschen Truppen noch andere militärische Ziele ernstlich angegriffen. Während der Nacht vom 11. zum 12. Mai erfolgten verein- zelte Einslüge nach Westdeutschland. Die britischen Flugzeuge haben vermieden, militärische Ziele und Orte, die durch Flakartillerie geschützt sind, anzugreifen. Sie haben ihre Bombenangriffe lediglich auf kleinere, unverteidigte Städte.und auf Bahnanlagen versucht. Ein behelfsmäßiger Flugplatz wurde vdn einem einzelnen Flugzeug mit MG. aus der Luft angegriffen, obgleich dieser Platz unbelegt war. Es sind keine von den genannten Brücken oder anderen Orten beschädigt oder gar zerstört worden. Der Materialschaden an den einzelnen Orten ist geringfügig. So wurden z. B. eine Schule, ein Lazarett und in der Nähe der Grenze eine am Rande der Stadt gelegene Kaserne zerstört. Diese planlosen Bombenabwürfe im deutschen Heimatgebiet haben leider einige Tote und Verwundete unter der Zivilbevölkerung verursacht. Oie Lage in Narvik. Helsinki, 12. Mai. (DNB.) Zur Lage in Narvik schreibt ,^)ufoudstadsbladet", daß die deutschen Truppen vollständig Herr der Lage seien und die Stadt und Umgebung b e - herrschen. Sie erhielten fortdauernd Nachschub an Munition, während sich auf gegneri- scher Seite Munitionsmangel gezeigt habe. Augenzeugen haben dem Berichterstatter berichtet, daß die Engländer in die Mitte der Stadt schossen. Bei einem Bombardement haben die Engländer eine Gruppe von Zivilisten beschossen, die sich auf der Ueberfahrt von Oyfjord nach Narvik befanden. 30 Zivilisten wurden getötet. Ebenso wurde der kleine Ort Straumnes durch die englische Flotte beschossen, wobei unter der norwegischen Zivilbevölkerung Verluste zu beklagen waren. Die Deutschen stellten, so heißt es in diesem Bericht weiter, der Zivilbevölkerung auf der von ihnen beherrschtes Bahnlinie zur schwedischen Grenze Draisinen zur Verfügung. Das britische Marineministerium gibt den Verlust des U-Bootes ,(5ea(* zu. Berlin, 12.Mal. (DJIB.) Da, britische Ma- rineministerium gibt jetzt den Verlust eines U-Bootes bekannt, das feit längerer Zeit überfällig ist. Es handelt sich um das B-Boot „Seal", eines der größten und neuesten U-Boote der britischen Kriegsmarine. Es hatte eine Wasserverdrängung von 1520 Tonnen, eine Bemannung von 55 Köpfen. Augenzeugen berichten über die Versenkung des britischen Schlachtschiffes am 3. Mai. Berlin, 12. Mai. (DNB.) In der Kriegsgeschichte wird das Datum des 3. Mai 1940 stets weiterleben als Entscheidung der jahrelangen Streitfrage der Sachverständigen, ob schwer st e Flotteneinheiten aus der Luft vernichtet werden können. Da eine Bejahung dieser Frage bedeuten würde, daß die Uebermacht einer Flotte nicht mehr mit der Seeherrschaft gleichzusetzen war, war von vornherein zu erwarten, daß von englischer Seite die Vernichtung eines Schlacht- schiffes westlich von Namsos durch die deutsche Luftwaffe abgeleugnet werden würde, denn mit ihrem Eingeständnis hätte Churchill zugeben müssen, daß England der stärkste Trumps, den es in diesem Kriege in der Hand zu haben glaubte, jäh entrissen worden sei. Angesichts der Tatsache, daß man in London zunächst drei Tage brauchte, ehe man sich zu einem lendenlahmen Dementi auf« raffen konnte, wurde Vertretern der In- und Aus- lanüspresse in Berlin Gelegenheit gegeben, vier deutsche Offiziere zu hören, die den Angriff in allen Phasen selbst beobachtet haben. Leutnant aur See Thomsen schilderte, wie durch deutsche Aufklärer der britische Flottenverband f e st g e st e l l t worden ist. Bei ausgezeichneter Sicht, die es ermöglichte, auf Entfernungen bis zu 50 und 60 Kilometer die britischen Schiffe gegen den hellen Horizont auszumachen, sei am 1. Mai der Verband' erkannt worden. Als die britischen Kriegsschiffe, unter denen sich die verschiedensten Schiffstypen befanden, so oaß eine gute Vergleichsmöglichkeit bestand, am 3. Mai wieder gesichtet wurden, befanden sie sich auf ablaufendem Kurs Nordwest, trachteten also danach, auf dem schnellsten Wege sich aus dem Bereich der deutschen Luftwafte zu entfernen. „Als der Angriff der deutschen Kampfverbände einsehte", so schilderte Leutnant Thomsen, „setzten wir Aufklärer uns nach der Seite heraus, so daß wir alle Vorgänge gegen den klaren Horizont deutlich erkennen konnten. Der bei dem Angriff vernichtete „große Pott" war — das zu erkennen, können Sie mir als Marineoffizier schon zutrauen — ein Schlachtschiff, das mit seinen 30 000 oder mehr Tonnen ganz deutlich gegenüber den anderen, wesentlich kleineren Schiffstypeu zu unterscheiden war.' Vach dem Aufschlag der Bombe auf dem Schlachtschiff breitete sich eine ungeheure Sprengwolke aus, nach deren Abziehen von dem Schiff nichts mehr zu sehen war — der beste Beweis für die völlige Vernichtung des Angriffsobjektes. Bei der Vernichtung des Truppentransporters habe man noch sehen können, wie die Mannschaften über Bord sprangen. Es seien Rettungsringe über Bord geworfen worden und zwei leichte britische Kreuzer bemühten sich, dieUeberlebenden aufzufischen. Als sie an die Stelle gekommen waren, ’tm der sich der Truppentransporter befunden hatte, sei dieser jedoch bereits abgesunken gewesen. Dann konnte Leutnant Thomsen beobachten, wie nocheinschwerer britischerKreuzer von zwei Bomben getroffen wurde und innerhalb von 37 Minuten sank. Nach diesem Angriff wimmelte der Flottenverband wie ein Ameisenhaufen durcheinander und lief dann mit Volldampf xurs Nordwest von der Küste ab. Später hinzukommende Aufklärer haben an der Angriffsstelle nur noch eine größere Zahl von Schiffstrümmern gefunden, so u. a. einen fast abgesunkenen R e tt u n g s ku tt e r mit der Zahl 14, ein Beweis, daß das Boot von einem Schiff stammen mußte, das eine größere Anzahl Rettungsboote an Bord gehabt haben mußte. Leutnant F e h s k e betonte, daß er noch eine halbe Stunde an der Stelle blieb, wo der Truppentransporter untergegangen war und mit seiner Maschine ganz tief hinunter ging. Er konnte jedoch nur noch Rettungsboote, Flöße, Rettungsringe und eine Unmenge von Wrackteilen treiben sehen. Er habe nur bedauert, daß er mit seiner Maschine wegen des hohen Seeganges nicht landen und einen Rettungsring mitnehmen konnte, aus dem sich der Name des versenkten Schiffes ergeben hätte. Insgesamt ist der Untergang des Schlachtschiffes von 12 Zeugen, Offizieren und Unteroffizieren b e - ft ä t i g t worden. Leutnant Moebus, der das britische Schlachtschiff vernichtet hat, trägt das Ritterkreuz. „Wir wollten dem Verband, der die Engländer abholte", so begann er seine Schilderung, noch einmal auf Wiedersehen sagen. Schon aus 40 bis 50 Kilometer sahen wir den Verband in guter Ordnung in zwei Kiellinien fahren. Als man uns bemerkte, strebte der Verband plötzlich auseinander und eröffnete das Flakfeuer. Das machte jedoch auf uns keinen Eindruck mehr, denn bei unserem Verband hat jeder durchschnittlich 40 bis 50 Feindflüge hinter sich, ohne daß die Engländer viel getroffen haben. Als ich den „Pott" sah, dergutnoch einmal s o groß war wie die anderen, sagte ich mir gleich: das ist der richtige, an den gehen wir heran. Plötzlich sah ich meinen Staffelkapitän auf den gleichen Pott stürzen. Da das Schiff aber groß genug war, meinten mir, es mache nichts aus, wenn noch ein Saar Treffer hinzukommen würden. Die Bomben er Kameraden vor mir fielen dicht daneben, so daß das Schiff schon sicher etwas abbekommen hat. Ich bin dann aus mehreren tausend Meter Höhe aus den Kahn herabgestürzt, auf den ich dann aus 400 Bleiet höhe eine Bombe setzte. Ich konnte genau erkennen, daß das Schlachtschiff zwei (9c- schühtürme in Gefechtsstellung hatte. Vach Backbord und nach Steuerbord ragten die Rohre heraus. Sofort nach dem Abfangen meiner Maschine meldete mir mein Bordfunker einen Volltreffer auf Deck zwischen den Geschühtürmeu. Ich warf die Maschine sofort herum und hörte in diesem Augenblick eine kleinere Detonation. Schon ärgerte ich mich, daß das Schiff anscheinend nicht viel abbekommen hatte, als ich eine riesige zweite Detonation vernahm. Ich spürte in meiner Maschine trotz der größeren Entfernung vom Schiff einen solchen Ruck, daß ich gegen das Kabinendach flog und sah hinter mir eine Stichflamme von mindestens 500 Meter herausschießen. Eine Rie- senqualmwolke verhüllte das Schiff im Vu. Mir sahen Schiffsteile durch die Luft wirbeln. Die Kameraden nach mir konnten von oben genau den Treffer und seine Lage sehen. Als sich die Rauchwolke verzogen halte, wollten sie den „Kahn" auch noch angreifen und — konnten ihn überhaupt nicht mehr sehen. Sie haben sich deshalb einen Kreuzer ausgesucht, der daneben lag. Mit Nachdruck betont Leutnant Moebus, daß er schon einige andere Schiffe „auf dem Gewissen* habe und deshalb die einzelnen Schiffstyven genau unterscheiden könne. Drei Besatzungen, die vor ihm angegriffen hatten, eine Besatzung, die neben ihm im gleichen Augenblick ein andere« Schiff mit Bomben belegte, und die beiden Be« fatzungen, die nach im abstürzen sollten, sind Zen, gen der Vernichtung des Schlachtschiffes gewesen« Das am 3.Mai versenkte Schlachtschiff gehört der King-George-Klasse an, welche den modernsten englischen Schlachtschifstyp darstellt. Dieser Typ ist im Hinblick auf mögliche Bedrohung aus der Luft mit besonders starker Hort- zontalpanzerung versehen. Die Verluste der englischen Flotte bis zu diesem Tage müssen also wohl so schwere gewesen sein, daß sich England genötigt sah, dieses Schiff seiner modern^ st e n K l a s s e zur Sicherung seines Rückzuges aus Skandinavien einzusehen. Ser deutsche Vormarsch kennt keine Hindemiffe Schnell errichtete Notbrücken unserer Pioniere machten jedes Hindernis selbst für die schwersten motori- fierten Einheiten passierbar. — (PK.-Scherl-Bilderdienst-M.) 3m Morgengrauen des ereignisreichen 10. Mai ...Alle Hände packen zu, und in schneller Arbeit wird Eine Straßensperre nach hex anderen beseitigt. « M.^cherl-Bilderdienst-M.j Rauchende Trümmerhaufen auf französischen Flugplätzen. . ......(PK.) Auf dem Flughäfen eines deutschen Geschwaders herrscht Großbetrieb. Tag und Nacht dröhnt es über dem Rollfeld. Der Geschwader« kommodore findet kaum Zeit, kurze Angaben über die Kampftätigkeit seines Verbandes in den letzten beiden Tagen zu machen. Er berichtet: „Unsere Kampfverbände haben zahlreiche Flugplätze mit Bomben belegt. Wir haben es miterlebt, wie unter Wirkung der Einschläge Hallen und sonst igeFlugplatzanlageninSekundenin rauchende Trümmerhaufen verwan« delt wurden. Hier war der Oberleutnant selbst bei dem Angriff der Kampfflugzeuge dabei und kann Ihnen die Aktton aus eigener Anschauung schildern..." „Wir sind am frühen Morgen gestartet", so erzähll dieser uns. „Unsere Aufklärer hatten uns gemeldet, daß ein von einem Kampfverband bombardierter Flughafen neu belegt worden ist und fieber« haft ausgebeffert wird. Dem Vorhaben beschlossen wir ein Ende zu bereiten. Ganz überraschend sind wir über dem Flugplatz. Mr sind überdemRollfeld. Französische Soldaten sind gerade damit beschäftigt, zahlreiche Bombentreffer zuzuschütten, damit das Flugfeld wieder benutzt werden kann. In wilderPanikläuft alles auseinander und sucht in den Erdlöchern Deckung! Einer unserer Flieger schießt eine Garbe auf einen einsam auf dem Feld stehenden Lastwagen» der sofort in Hellen Flammen steht. Da sind Aufklärer! Wir zahlen drei, sechs, zehn Maschinen, die um den Platz verteilt wurden. In geringer Höhe sind wir darüber und schießen auf die nicht zu verfehlenden Ziele. Fünf Fluss zeuge brennen sofort und bei zwei Maschinen zersplittern die Tragflächen. Unser Rottenkommandant, Hauptmann v. B. dreht sofort um und fliegt eine regelrechte „Platzrunde" auf dem feindlichen Fliegerhorst, um sich genau die ,Llrbeit seiner Männer anzusehen". „Nachdem dieser Angriff gelungen war" — so erzählt der Geschwaderkommodore weiter —, ,che- beruhigende Zurufe an das Pferd, und ein nackter Reiter zwingt das tänzelnde und scheuende Tier durch die immer stärker strömenden Wassermassen. Der sehnige Braune spürt den Schenkeldruck und beugt sich dem entschlossenen Willen seines Herrn. Eid kurzer, jäher Sprung —das andere Ufer ist erreicht! Der Vormarsch hat kaum Stockungen; denn inzwischen arbeiten die Pioniere an geseilt in den Wasserwirbeln, was die Muskeln hergeben, um die Brücke zu schlagen für die schweren Waffen und die Kolonnen des Nachschubs. Leutnant Haupt ..., 12.Mai. P.K. (DNB.) Der erste zähe feindliche Widerstand ist gebrochen. In einem kühnen Unternehmen sprangen die Infanteristen die gegnerischen Bunker an und warfen die Belgier! Der Feind verschwand in den Höhenzügen hinter dem Fluß, hart bedrängt von unseren ungestüm nachsetzenden Infanteriekompanien. Und doch war es oem Feind noch in letzter Minute gelungen, den hohen Eisenbahnviadukt zu sprengen. In dicken Quadern flog der lichte Dacksteinbogen des Viadukts in das schmale Bett des Flusses und staute mit seinen ungefügen Blöcken den Fluß jo, daß die anprallenden Wassermassen den steilen Bahndamm zu unterspülen drohten. Pioniere ans Werk! Ein paar Sprengpatronen, und die aufgespeicherten Wassermengen schäumten vor uns gleich einer wilden Springflut durch den engen Talkessel. In wenigen THnuten war aus dem eiligen, knietiefen Gebirgsfluß ein in taufend Wirbeln schäumender Wassersturz geworden. Eine plötzliche, naturgemaltige Sperre! Doch die nachdrängenden Jnsanterieeinheiten nahmen auch diesen von Naturelementen entfesselten Kampf auf. Röcke, Hosen, Stiefel zerrten sie sich vom Leibe und fprangen hinein in das sprudelnde, gurgelnde Hochwasser. Die ersten sind fast hinüber, noch ein paar Sprünge — es ist geschafft! Weiter geht der Vormarsch — immer an den Fersen des Feindes. Höher steigt das Wasser, schwerer, wuchttger zwängen sich die Fluten durch das Flußbett. Jetzt rasen die bespannten Kolonnen der Infanteristen in das schäumende Naß. Die Gefechtswagen, die Protzen und Geschütze holpern in wilden Sprüngen über den steinigen Boden des Gewässers. Zitternd liegen die Pferde in den Strängen, an ihren Brustkästen schlägt es wie Gischtwellen hoch. Die zur größten Kraftanstrenauna angepeitschten Tiere können sich gegen den Wasserprall kaum hatten. Da, eine Protze bleibt im Geröll hän- !l e n ! Ein Pferd stürzt! Die Besatzungen springen lerbei. Einige werden meterweit weggespült, andere pringen hinzu. Die Fäuste hatten einen Halt, und die jungen Leider werfen sich in die Speichen. Der Hauptmann reiht die Uniform vom Körper. Kurze. Amphlet. wemge MG.-Einschüsse auf und sind völlig unver- fsehrt. • - - Wolfen Ser ben Flugplatz von X anzuareifen, der von französischen Sagern belegt ist. Unser Angriff erfolgte gegen 10 Uhr vormittags und ist gleich. falls völlig überraschend gekommen. Neun französische Jager lagen in aller Ruhe auf dem Platz und waren zum Teil noch mit Planen zu ged eckt. Der Flugplatz ist gut getarnt, io daß man mit keinem Angriff rechnete. Unsere Aufklärung hatte jedoch auch hier gut gearbeitet. Man hat uns bereits gehört, denn auf dem Platz herrscht Aufregung. Wir st o ß e n so fo rt zu und lassen dem Gegner keine Zeit zum Start. Der ganze Platz wird mit unseren Bomben und Ge. schossen buchstäblich zugedeckt und alles vernichtet, was an Maschinen st artbereit steht. Wir können genau sehen, wie sechs Jagdflugzeuge sofort in Brand geraten. Diese beiden Angriffe unseres Geschwaders haben vollen Erfolg gehabt. Wir haben eigene ^"^?^rmieden. Unsere Flugzeuge wiesen nur **'**"'*'’ m>m ' und sind völlig unver- Bereit fein ist alles! „Der Entschluß des Duce wird in der richtigen Stunde erfolgen." 13/ Mai. (DNB. Funkspruch.) Parteisekretär Muti weilte am Samstag in Turin, wo er im Haus der Faschistischen Partei eine Ansprache hielt. Der Duce habe die Parole gegeben „Arbeit und Waffen". In diesen Worten empfinde das Volk mit vollkommenem Verständnis die zwingende Notwendigkeit der heutigen Stunde, bart und schweigend zu arbeiten sowie bereit zu sein, ja vollkommen bereit zu sein, für den Augenblick, in dem der Duce den Befehl geben werde. In einer Rundfunkansprache an das italienische tzeer betonte Ansaldo, der Direktor der Zeitung „Telegrafo", daß der durch die englisch-französischen Machenschaften in Belgien und Holland in Fluß gekommene Bewegungskrieg wieder einmal aezeigt habe, auf welcher Seite die größere Entschlußkraft und die damit gegebenen Vorteile sind. Adolf Hitler habe in weni- aen Stunden das verwirklicht, was die Westmächte bereits seit langem erwogen und geprüft hatten. „Die Kenntnis der deutschen Streitkräfte bestärkt uns", so schloß Ansaldo, „in der Sicherheit, daß Deutschland, unser großer Freund und Verbündeter, siegreich aus diesem Ringen hervorgehen wird. In dieser geschichtlichen Zeitenwende muß um so stärker unser Vorsatz sein, Uns eng um den Duce zu scharen und ihm -u gehorchen, was immer er befehlen mag. Sein Genie ist den Ereignissen gewachsen und sein Entschluß wird in der richtigen, schicksalhaften Stunde rrfolgen. * Mussolini hat am Sonntag in Anwesenheit des Generalstabschefs des Heeres Marschall G r a z i a n i lind des Unterstaatssekretärs im Kriegsministerium General S o d d u die Kommandierenden Generäle 3 in to r und Guzzoni empfangen, die ihm iber militärische, ihre Armeekorps betreffende fragen Bericht erstatteten. Mussolini erteilte den Generälen den Auftrag, an den militärischen Po- itionen in Vallo Alpino del Littorio an der V e st grenze weitere Verbesserungen vorzuneh- nen. Italienische Stimmen zum deutschen Vormarsch im Westen. Mailand, 12. Mai. (DNB.) Die Kriegsereig- |r isse in den Niederlanden und Belgien werden von per norditalienischen Presse mit höchster Spannung !erfolgt. Sämtliche Zeitungen heben hervor, daß ie deutschen Truppen die ersten Ziele erreicht und en gegnerischen Widerstand unter Anwendung neuartiger Angriffsmittel" niedergeworfen haben. ;in ungeheures deutsches Heer, schreibt der „Popolo h'Jtalia", habe die Grenzen Belgiens und Hollands jiberschritten und kämpft sich durch die Derteidi- «ungslinien hindurch. Der 10. Mai 1940 wird in ler Geschichte ein denkwürdiger Tag bleiben; es ist ter Tag des Kriegsbeginns im Westen und vielleicht ler größten Schlacht aller Zeiten. Dieser Krieg, der loch größere Verhältnisse und härtere Formen an- nehmen wird als der von 1914, konnte nicht vermieden werden. England hatte ihn unvermeidlich gemacht. Der ungestüme Vormarsch der deutschen Armeen erklärt sich nicht nur aus der Stärke der Waffen, sondern in erster Linie aus einer moralischen Kraft. Der deutsche Vormarsch wird Ächt durch außenstehende Gefahren an der Flanke ober im Rücken beeinträchtigt; Rußland ist neutral, Polen entwaffnet, die norwegische Bastton fest in deutscher Hand, Italien befreundet und bewaffnet auf der Wacht. In der gigantischen Schlacht ist die Moral der deutschen Streitkräfte ein grundlegendes Element des Sieges. „Corriere della Sera" stellt in den Vordergrund, baß das mächtigste Fort des Systems do n Lüttich durch neuartige Kampfmittel zur Uebergabe gezwungen worden sei. „Gazzetta del Popolo" erklärt, die mächtigen Befestigungen von Lüttich hätten dem Angriff der Deutschen nicht widerstehen können, lieber die mit ungeheurem Erfolg eingesetzten Waffen bewahre man jedoch das äußerste Stillschweigen. „Corriere della Sera" schreibt weiter, die Deutschen stünden jetzt im ersten Kontakt mit der belgischen Befestigungslinie und mit den holländischen Verteidigungselnrichtungen, bic die Fortsetzung der Maginotlinie darstellen. Es sei zu erwarten, daß dieses festgefügte System erst noch einer gewissen Zeit zerschlagen und durchbrochen werden könne. „3« berechtigter Notwehr." Die italienische Presse zum Vorstoß in Belgien und Holland. Rom, 13. Mai. (Europapreß.) In der Sonntagsausgabe des „Giornale d'Jtalia", der „Voce d'Jtalia, tritt Gayda den Bemühungen der Propaganda der Westmachte entgegen, Italien mit Klagegesängen über das Schicksal Hollands und Belgiens zu rühren. Belgien und auch Holland hätten ihre Neutralität nur einseitig gegen Deutschland und zu Gunsten der Westmachte aufgefaßt. Infolgedessen sei der Verdacht, diese Neutralität hätte ein stillschweigendes Einvernehmen mit Frankreich und Großbritannien verborgen und in diesen Tagen hätten sich hinter den ausschließlich gegen Deutschland gerichteten belgischen Befesti- flungen französische und britische Streitkräfte zu einem Angriff gegen das Ruhrgebiet sammeln können, mehr als begründet. Kaum hatten die deutschen Truppen den Vormarsch angetreten, dann habe auch schon die amerikanische Agentur United Preß gemeldet, vor Aachen seien bereits starre englische und französische Streitkräfte in Kämpfe mit den deutschen Truppen verwickelt. Wenn es sich nicht wieder einmal um eine neue Prahlerei der Propaganda der Westmächte handele, müsse man aus dieser Nachricht den Schluß ziehen, daß noch vor dem deutschen Vorstoß die bewaffneten Streitkräfte Englands und Frankreichs bereits a u f belgischem Boden standen. Deutschland habe also in berechtigter Notwehr gehandelt. Es sei auch überflüssig, daß die Presse der Westmächte von Gerechtigkeit, Freiheit und Unabhängigkeit rede. Die Wirklichkeit habe seit langem bewiesen, daß in Europa Gerechtigkeit und Freiheit nur von der französischen und englischen Polittk bedroht und angegriffen würden. Sei nicht das gegenwärtige Regime, das von der vereinten Macht Frankreichs und Großbritanniens aufrechterhalten werde, eine ständige Beleidigung der Freiheit und Unabhängigkeit Italiens? Stelle nicht die von den Westmächten durchgeführte Wirtschaftsblockade, die gerade jetzt durch die dem Duce überreichte Denkschrift tn allen khren Aspekten angeklagt werd«, eine offene, verächtliche Verletzung jedes elementaren Grundsatzes der FreiheitderMeere und jeder Regel des Völkerrechts dar? Stehe nicht das System der kolonialen Hegemonie Frankreichs und Englands in krassem Widerspruch zu der Gerechtigkeit und der Dölkerfteiheit? Gayda weist Dann Darauf hin, daß Italien von Den Westmächten verraten, beleidigt und „sanktioniert" worden fei. Daran habe sich auch Belgien beteiligt, das die französichen Unverschämtheiten wiederholt und den Emigranten Asylrecht gewährt habe, jenen Emigranten, aus Denen Der Mann hervorgegangen sei, Der auf Den Thronfolger schoß und dann vor dem Brüsseler Gericht so viel enthüllende Duldsamkeit gefunden habe. Noch am 9. Mai habe eine Brüsseler Zeitung, Der „Soir", zu einer hinterlistigen Verleumdung Italiens sich hinreißen lassen. Der frei- mittige Verzicht auf Rachegelüste, so schließt das halbamtliche Blatt, bedeute für die Italiener keineswegs eine Polittk des Vergessens. Zehntausend britische Soldaten schon seit Wochen in Holland. Die britische Armee an der belgischen Grenze versammelt. Rio de Ian< iro, 12. Mai. (DNB.) Ein Dffi. zier Des soeben hier eingetroffenen holländischen Dampfers „Zualand" machte Pressevertretern gegenüber folgende bezeichnende Aeuherung: „Der Einmarsch des deutschen Heeres in Holland ist mir keine Ueberrafchung. Solche Operation wurde in Den Niederlanden erwartet. Es genügt, wenn ich sage, daß mein Land auf seinem Gebiet bereits etwa 10 000 engl ische Soldaten untergebracht hatte". * Wenn es nach den deutschen Memoranden noch eines Beweises bedurft hätte, was die Regierung Der NiederlanDe unter „Neutralität" verstand, so könnte ihn diese Aussage des holländischen Offiziers nicht überzeugender bringen. Dieser Holländer wußte — ebenso wie unsere Regierungsstellen — welches falsche Spiel in Holland gespielt wurde. In Der Welt wird man allerdings schon mehr von dieser Tatsache überrascht sein, daß Holland schon seit Wochen „10 000 englische Soldaten untergebracht hatte". Diese Erklärung der holländischen Offiziers wird ergänzt durch ein Eingeständnis, das dem Kriegsberichterstatter der „Daily Mail" entschlüpft. Bei dem Versuch, den Truppen der Westmächte in Belgien Vorschußlorbeeren zu winden, spricht er davon, daß Lord Gort, der Oberkommandierende des britischen Expeditionskorps auf dem westlichen Kriegsschauplatz, eine Reihe von Plänen vorbereitet habe, die alle nur möglichen Entwicklungen des Krieges vorausfehen. Im Rahmen dieser Pläne war der Einmarsch in Belgien Gegenstand besonderer Bedeutung. Der britische Generalstab und Die Armee, das könne man heute sagen, waren feit Beginn Des Krieges längs Der belgischen Grenze stationiert. Der Kriegsberichterstatter Der „Daily Mail" gibt also zu, daß die Engländer sich feit Beginn des Krieges mit dem geplanten UeberfaH auf Deutschland unter Verletzung der belgischen und holländischen Neutralität beschäftigt haben. Das erklärt vielleicht auch, warum so wenig Engländer an der Maginotlinie zu sehen waren. Sie sahen eben an der belgischen Grenze. Belgien war das natürlich bekannt, aber es fühlte sich da. durch nicht im geringsten beuruhigt, im Gegenteil, es betrachtete die Vorkommandos dieser englischen Armee als liebe Gäste. Das vertrug sich vom belgische Standpunkt ebenso mit dem Begriff Neutralität wie vom holländischen die Unterbringung von 10 000 britischen Soldaten. Das Fort Eben Emael. Nach dem Muster der stärksten Anlagen der Maginot-Linie gebaut. Mit Der überraschend schnellen Eroberung des Forts Eben Emael, auf das die Belgier besonders stolz waren, ist nicht nur Der stärkste Eckpfeiler Lüttichs, wie es in dem Wehrmachtsbericht heißt, sondern auch eine der d e - deutendst en modernen Festungsanlagen jenes Derteidigungssystems gefallen, das sich in Fortsetzung der Maginotlinie an der belgischen Ostgrenze hinzieht. Das Fort entspricht in seiner ganzen Bauart völlig Dem französischen Muster, wie es in den stärksten Anlagen der Ma- ginotlinie enthalten ist. Die Werkgruppe Eben Emael, als Der stärkste Eckpfeiler der Maas-Der- teibigung, hatte Die Ausgabe, durch Fernfeuer die Annäherung an das Maas-Tal nördlich Lüttichs zu erschweren und ein lleberschreiten Der Maas und Des Albert-Kanals nörDlich von Lüttich zu verhindern. Die Werkgruppe lag, Durch schroffe Abhänge bzw. durch den tiefen Kanaleinschnitt geschützt, 60 Meter über Maas-Tal und Kanal. Sie enthielt Kampf- anlagen modernster Art, Die unterirdisch miteinander verbunden sind. Die Eingänge befinben sich am Westhang des zwischen Maas und Dem Ort Eben Emael sich hinziehenden Höhenrückens. In der Nähe Der Eingangswerke sind Kasernen und ein als Haus getarnter Schartenstand zur Eingangs- oerteidigung. In Der Mitte Der Werkgruppe befindet sich eine langgestreckte Anlage, die etwa 7 Meter breit und 30 Meter lang ist. (Mannschaftskasematte bzw. Artilleriekasematte für Fernfeuer.) Sechs Panzer kuppeln von je 5 Meter Durchmesser, sieben Panzertuppeln von je 3 Meter Durchmesser. Die Aufgaben dieser Panzerkuppeln sind die Bestreichung des südlichen Teils der Kanal- feite bzw. des nördlichen mit Wasser gefüllten Seitengrabens. In der Werkgruppe find fünf Artillerie-Flankierungswerke eingebaut: drei Werke in nordostwärttger Richtung zur Bestreichung des nördlichen Laufs Des Albert-Kanals, zwei Werke in füdoftwärttger Richtung. Von sechs Pakständen ohne Panzerkuppel dient einer zur Verteidigung des Eingangs, einer zur Bestreichung des westlichen trockenen Seitengrabens, einer zur Bestreichung des südlichen trockenen Seitengrabens, zwei zur Bestreichung der Nordecke Der Anlage. Die Werkgruppe ist mit Drahthindernis umgeben und ist durch Flakartillerie geschützt. Verstärkt wird die Anlage durch zahlreiche beiderseits anschließende Scharten st ände mittlerer Bauart. Am Südrande der Werkgruppe befindet sich ein trockener Panzerabwehrgraben; am Nordwestrande ein mit Wasser ge» füll ter Abwehrgraben. Seine Breite beträgt durchschnittlich an Der Oberkante 20 Meter, auf Der Sohle 10 Meter. Das Werk war bestückt mit 3 6 Geschützen leichten und mittleren Kalibers. Die Stärke der Besatzung betrug allein an Festungsartillerie 1200 Mann. In maßgebenden militärischen Kreisen wird Der Fall dieses Forts zu ernsten Ueberlegungen Anlaß geben. Die angebliche Unangreifbarkeit Der Maginotlinie dürfte nunmehr in ein anderes Licht gerückt werden. gapan und M'edsrländisch-Indien. Rom, 13. Mai. (Europapreß.) Aus Tokio berichtet der Sonderdienst Des „Giornale d'Jtalia", Die japanische Regierung habe in einer Sonbersitzung, in Der Die möglichen Rückwirkungen Der neuen Lage in Europa auf den Fernen Osten erörtert worden seien, beschlossen, eine auf Niederländisch- Jndien bezügliche Note an die interessierten Staaten zu richten. In dieser Note werde unter Hinweis auf die Erklärung Des Außenministers Arita vom 15. April erneut festgestellt, Daß jeDe Rückwirkung der europäischen Lage auf Den Status quo N i e D e r l ä n D i sch - I n- D i e n s für Die Stabilisierung der Lage im Fernen Osten als unerwünscht bezeichnet werden müsse. Japan würbe jebe Aenderung Des Status quo in Nieberlänbisch-Jnbien als äußerst ernst betrachten. Der Außenminister habe ferner Die diplomatischen Vertreter Der kriegführenden Länder, Der Vereinigten Staaten und Italiens unterrichtet, Daß die japanische Regierung ernsteste Befürchtungen hinsichtlich Der Möglichkeit einer Ausd eh- nung Des Konfliktes auf Den Pazifischen Ozean, hege. Zn einer Erklärung Der holländischen Gesandtschaft in Tokio heißt es, daß der Generalgouverneur Niederländisch-Jnbien unter Kriegsrecht gestellt habe. Niederlänbisch-Indien, Nieber- ländisch-Westindien und Curacao bildeten besondere verfassungsmäßige Einheiten, so Daß selbst bei einer Besetzung HollanDs Deren Status unverändert bleibe. Hieraus folge, Daß Die hollänDifche Regierung Das Angebot des Schutzes seitens Dritter Mächte für ihre kolonialen Besitzungen a b l e h n e, Da Holland fähig und voroereitet sei. Die Unabhängigkeit seiner Kolonien aufrechtzuerhalten. Das japanische Außenamt betrachtet daher die im Einverständnis mit Der hollänDischen Regierung durch Streitkräfte Der Westmächte vorgenommene B e - setzung von Aruba und Curacao in Nie- derländisch-Westindien als Verstoß gegen die offiziellen Zusicherungen Hollands, da es „entschieden jeden Vorschlag dritter Mächte ablehnen werde, der auf Schutzbesetzung holländischer Besitzungen hinauslaufe". Die Direktorenkonferenz des Außenamtes besprach die neugeschaffene Lage, die Japans Polittk gegenüber Niederlänbisch-Indien erheblich berühren müffe. Italien gegen die englische Geekontrolle. Rom, 13. Mai. (Europapreß.) Die italienische Sonntagspresse veröffentlicht in großer Aufmachung die von dem Leiter der Wirtschaftskriegsabtellung im Außenministerium, Gesandten Pietromarchi, dem Duce als Bericht übermittelte Denkschrift über, wie „Voce d'Jtalia" sich ausdrückt, „die nicht mehr zu duldende S ch i f f a h r t s p o l 111 k d e r W e st m ä ch t e". Die Seekontrolle Der Destmächte, so stellt Der Bericht fest, sei so beschaffen, daß sie in keiner Hinsicht Den Grundsätzen des Völkerrechts entspreche. Dadurch sei aus dem Wirtschaftsleben Europas jede vertragliche Sicherheit verbannt worden. Insgesamt erweise sich Die verwickelte, willkürlich angemenbete unb weit ausgedehnte Kontroll- maschinerie nicht nur als eine Kampfwaffe zwischen Kriegführenden, sondern als ein Werkzeug kommerzieller Hegemonie, das auf Gebieten Anwendung finde, die mtt der Ueberwachung der Konterbande nichts zu tun hätten. Die Denkschrift teilt mit, daß. feit Ausbruch des Krieges bis zum 3. Mai in 85 7 Fällen italienische Schiffe von Den englisch-französischen Kon- irollbehörDen angehalten worden sind. Das System, die Schiffe übermäßig lange festzuhalten, stelle eine Repressalie dar. In einem weiteren Abschnitt Des Berichts wird die regellose Verschleppung Der Schiffe in einen oder mehrere, häufig Hunderte von Seemeilen von der Fahrtroute abgelegene Kontrollhäfen gebranD- Der letzte Raub. Nachdem Die Engländer in Polen, Finnland und Norwegen mehr oder weniger absichtlich zu spät gekommen sind, sind sie nun doch endlich einmal Den Deutschen „z u o o r g e k o m m e n". Sie besetzten Island. Das liegt 800 Kilometer von Nordengland entfernt. Und von Island bis nach Norweaen ist, um keinen Irrtum aufkommen zu lassen, der kürzeste Wea über See gar 1200 Kilometer lang. Eine politische Donquichotterie also; denn kein Mensch wird die alberne englische Behauptung glauben, daß wir Deutschen irgendeine Absicht auf Das weltferne Island gehabt hätten. Wir haben es auch wirklich gar nicht nötig, zumal unsere Beziehungen zu Dem nächstbeteiligten Dänemark in aller Form und bestens geregelt finD. Im übrigen handelt es sich um einen neuen Fall englischer Piraterie in Der Manier Der „großen" britischen Seeräuber aus Dem Beginn der lleuzeit. Eine wehrlose Insel, Die ein so gut wie elbständiges Königreich in Personalunion mit Dänemark ist, wird von England aus keinem anderen Grunde überfallen und besetzt, um endlich einmal einen Erfolg vorzutäuschen und um ohne jedes Risiko einen Landgewinn von 102 846 Quadratkilo* Meter, also fast so groß wie Bulgarien, einzuheim- en, wenn auch nur mit rund 109 000 Einwohnern, und dies ohne jede Rücksicht auf den isländisch- dänischen Vertrag, der Islands politische Unabhängigkeit festgestellt hat. Also England wieder einmal ganz groß als „Beschützer der kleinen Volker". Aber so alt ist der einst so stolze britische Löwe chon geworden, daß er selbst diesen Appetithappen nicht verschmäht, sondern gewissermaßen als Hauptmahlzeit zu sich nimmt, nachdem ihm Norwegen entgangen ist. Auch auf der westlichen Hemisphäre scheint Ena. land nun sein Heil versuchen zu wollen. Das geht aus Der ßanDung britisch-französischer Truppen auf den bislang in holländischem Besitz befindlichen Westindischen Inseln Curacao und Aruba hervor. Diese, die zu Den der Nordküste Südamerikas, insbesondere also Der Küste Venezuelas vorgelagerten Inseln „unter dem Winde" gehören, ind 1499 entdeckt worden. 1526 wurden sie spärlicher Besitz und 1634 von Den Holländern erobert In der Zeit der napoleonischen Kriege, als franzo- ische Truppen das holländische Mutterland besetzt hatten, griff England — eine bemerkenswerte Paralelle zu der heutigen Aktion — nach den westindischen Kolonien seines holländischen Verbündeten, genau so, wie nach dem süd-afrikanischen Kap. land, das es auch nach dem Wiener Frieden 1814 als besonders fetten Bissen behielt, während es Die west-inDischen Inseln wieDer herausrückte. Es wird nun von befonDerem Interesse fein, zu beobachten, wie man auf Dem panamerikanischen Kontinent Denkt über diese nicht unwesentliche politische Gewichtsverlagerung an einem durch Die Nähe Des Panama-Kanals strategisch besonDers empfindlichen Punkt Der berühmten 300-Meilen Zone, Deren Unberührtheit und Unveränderlichkeit Die 21 amerikanischen Republiken in Erweiterung Der Monroe- Doktrin auf Dem Panamerikanischen Kongreß in Rio erst vor wenigen Monaten proklamiert haben. DeutschlanD hat ja zu wieDerholtem Male feine gänzliche Uninteressiertheit an territorialen Fragen Der westlichen Hemisphäre kunDgetan, aber weder für Die Vereinigten Staaten, noch für Die süd- amerikanischen Nationen kann es bedeutungslos sein, daß sich durch diesen Raub Das Brittsche Reich nahe am atlantischen Ausgang des Panama-Kanals und unmittelbar vor Den ergiebigen OetfelDem Venezuelas einen neuen Stützpunkt gesichert tjat. markt. Die Verluste, Die Den italienischen ReeDereien, Versicherungen und Handelsunternehmen bis jetzt durch Die Anhaltung und Verschleppung Der Schiffe, sowie Durch Die ungerechtfertigte Beschlagnahme ihrer Warenladunaen zugefügt worDen seien, de- liefen sich auf rund eine Milliarde Lire. Weiterhin kommt der Bericht auf die rigorose Handhabung der Vorschriften über die Navicerts zu sprechen, die zu den absurdesten Erscheinungen führten. Beispielsweise seien Leichen von im Aus- lande verstorbenen Italienern, die zur Seftottung in die Heimat überführt werden sollten, an Boro italienischer Schiffe beschlagnahmt worden, weil die Navicerts gefehlt hätten. Unter den von den Kon- trollbehörden beschlagnahmten Waren befänden sich „Kriegsmaterialien" wie Rosinen, Pfeffer und Sana zur Glasherstellung. Selbst aus Amerika kommende Sendungen für das Genfer Internationale Rote Kreuz verfielen Der Beschlagnahme. Die italienische Regierung sei nicht gewillt zuzulassen, Daß in Italien anfällige Körperschaften oder Gesellschaften Befehle ober Vorschriften von ausländischen Behörden empfingen. In gewissen Fällen sei sogar Die unverschämte Forderung an italienische Firmen gestellt worden, ihre geheimsten Buchhal- tungsbohunente vorzulegen. Die faschistische Regierung habe auch Derartige Versuche sofort unferbun- ben, sie habe Die Kontrollbehörden aufgefordert, in den Grenzen zu bleiben, Die ihnen Durch die Achtung Der Souveränität Des Staates geboten seien. Schließlich beleuchtet Der Bericht noch Die Post- kontrolle. Es hanDele sich auch nicht um eine einfache Kontrolle, sondern um eine wahre Zensur Der Briefsenbungen. Mitunter habe Die Zensur nicht einmal amttiche Sendungen unb Diplomatische Briefe verschont. Die faschistische Regierung habe nicht verfehlt, gegen Dieses Verfahren wiederholt zu protestieren. Jetzt habe Die Frage Der Kontrolle ihr rein technisches unb administratives Gesicht verloren und neyme Aspekte und Entwicklungen von ganz anderer Bedeutung an. In einer Anmerkung zu der Denkschrift schreibt „Popolo Di Roma", wenn man zwischen Den Zeilen lese, Dann sei diese Seeräuberei Der Westmachte weniger dazu bestimmt, aus Verteibigungsgründen zu kontrollieren, als vielmehr Italiens Handel und Interessen zu zerstören, Italien zu erdrosseln. „Messaggero" erklärt, Gerechtigkeit bedeute für Die Demokratien, sich Den Löwenanteil zu sichern, ohne Löwen zu sein. Was Die typische englische Freiheit angehe, so äußere sie sich in einer Art Banbitentum auf dem Mee- r e. Wer eine, nur eine einzige Seite aus Dem goldenen Buch Der „englischen Freiheit" kennenlernen wolle, möge Die Denkschrift über Die Seetontrotte lesen. Die türkische Flotte hat Manöver im Marmarameer begonnen, Die bis zum 22. Mai Dauern fallen. An den Manöoern nimmt auch eine U- Boot-Flottille teil. Die Manöverzone ist für Den Verkehr von Handelsschiffen gesperrt worden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Tr. yr.W. Lange; für Stadt Gießen, ProvinO und Wirtschaft: Ernst Blumschetn: für Sport: Heinrich Ludwig Meuneti Druck unb B erlag: Brüh Ische UuiverMtSdruckerei R. Lange ft. »J verlogSletter: Dr. - Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beckl Verantwortlich für den JnhaU der Anzeigen: Theodor Kümmel, PüVr^Z Aus der Stadt Gießen. Kriegs-Pfingsten. Wenn diese Zeilen in die Hände unserer Leser kommen, sind die Pfingstfeiertaae, die wir diesmal im Banne der großen kriegerischen Ereignisse begingen, fast vorüber. Es waren Stunden der nationalen Hochspannung, die wir als Kriegs-Pfingsten verleben durften. Der Inhalt dieser Tage bestand ja nicht nur in dem üblichen Feiertagscharakter, der mit dem Ausruhen vom Alltagswerk und mit Spaziergängen hinaus in die Frühlingslandschaft gekennzeichnet ist, sondern er erhielt seine besondere Note durch die großen Ereignisse, die sich gegenwärtig an der Westfront abspielen. Gewiß waren auch in diesem Jahre an den beiden Feiertagen viele Volksgenossen auf Ausflügen und längeren Wanderungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, um sich in unseren Wäldern und Feldern neue Kraft für den Werktag zu holen; andere begnügten sich mit Spaziergängen durch die Anlagen unserer Stadt oder mit kleineren Ausflügen in die nächste Umgebung. Allen gemeinsam waren aber eine tiefe innere Anteilnahme an dem Verlauf der großen Kämpfe im Westen. Ueberall konnte man hören, daß diese Ereignisse im Mittelpunkt der Gespräche standen und man konnte dabei feststellen, mit welcher starken Spannung und mit welch' freudigen Gefühlen die Nachrichten ausgenommen wurden, die im Verlaufe der beiden Pfingsttage immer wieder von neuen Erfolgen unserer Soldaten Kunde brachten. Diese Mitteilungen ließen den Stolz auf unsere Wehrmacht immer wieder erkennen. Zugleich hörte man aber auch allenthalben Aeußerungen der herzlichen Dankbarkeit und der größten Bewunderung für unsere Wehrmacht zu Lande, in der Luft und zur See, eine Dankbarkeit, mit der sich alle Volksgenossen unseren Soldaten gegenüber zutiefst verpflichtet fühlen. So waren die beiden Pfingsttage auch in höherem Sinne unvergeßliche Feiertage, die miterlebt zu haben wir frohbewegten Herzens empfinden. Als Kriegs-Pfingsten 1940 werden sie uns durch die ruhmreichen Taten unserer Wehrmacht immer in Erinnerung bleiben. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Postmeister". Notizen für den 14. Mai. Sonnenaufgang 5.32 Uhr, Sonnenuntergang 21.11 Uhr; Monduntergang 1.48 Uhr, Mondaufgang 12.15 Uhr. Erstes Viertel 22.51 Uhr. Umtausch genußuntauglicher Eier. Infolge der Leichtverderblichkeit der Eier kommt es hin und wieder vor, daß Eier, insbesondere dann, wenn sie einen längeren Transportweg zu überstehen haben oder wenn sie längere Zeit gelagert werden müssen, in der Qualität nachlassen und so an den Verbraucher gelangen. Gerade im Hinblick auf die für den einzelnen Verbraucher zur Ausgabe gelangenden nur beschränkten Mengen bedeutet der Empfang genußuntauglicher Eier eine große Härte. Hat ein Verbraucher genußuntaugliche Eier erhalten, so ist es nicht hur sein gutes Recht, diese bei seinem Verteiler, von dem er die Eier erhalten hat, gegen genußtaugliche einzntauschen, sondern er hat auch einen anordnungsmäßig festgelegten Anspruch aus eine einwandfreie Ersatzlieferung. Grundsätzlich sind heute alle Berteilungsstellen, die Eier an die Verbraucher abgeben, verpflichtet, die Eier vor Abgabe an die Verbraucher zu durchleuchten und laus ihre Güte zu prüfen. Genußuntaugliche Eier sind auszuscheiden und zur Fütterung an Tiere zur Verfügung zu stellen. Erweist sich trotz erfolgter Prüfung Sie an Verbraucher gelieferte Ware als genußuntauglich, so hat die Verteilungsstelle diese zu ersetzen. Beim Ersatz des rechtzeitig nachgewiesenen Ausfalls ist, unabhängig von der geldlichen Vergütung, den Käufern die entsprechende Menge einwandfreier Ware nachzuliefern. Jeder Verbraucher braucht deshalb den Weg zu seinem Kaufmann, von dem er die Eier erhalten hat, nicht zu scheuen, um genußuntaugliche Eier zu beanstanden und gegen einwandfreie einzutauschen. Der Kaufmann muß die Eier ersetzen. Der Kaufmann, der genußuntaugliche Eier gegen einwandfreie eintauscht, erleidet dadurch fernen Schaden, da er seinerseits ebenfalls einen Anspruch gegen seinen Vorlieseranten auf Ersatz genußuntaualicher Eier hat. Die besten Vorkehrungen bei den Verteilungs- stellen in der Richtung der Qualitätserhaltung nützen jedoch nichts, wenn tue Eier beim Verbrau- 9.4.4porl Hockey-Länderkampf DeuWand-tlngam 1:1 dem Flieger die Ortun ten Bombenabwur und den geziel- außerordentlich Die deutschen Hockeyspieler trugen am Pfingstsonntag auf der Budapester Margaretheninsel gegen Ungarn ihr erstes Kriegs-Länderspiel aus. Wie vor zwei Jahren in der ungarischen Hauptstadt, so gelang der deutschen Elf auch diesmal nur ein Unentschieden. Vor 1000 Zuschauern trennten sich die beiden Nationalmannschaften 1:1, nachdem die Ungarn bei der Pause sogar noch 1:0 geführt hatten. Wie erwartet, standen unsere Spieler, die fast durchweg den feldgrauen Rock tragen und somit wenig Trainingsgelegenheit haben, vor einer sehr schweren Aufgabe. Die Ungarn haben weitere Fortschritte gemacht, sie erwiesen sich als ebenbürtige Gegner und hätten mit einem besseren Sturm sogar gewinnen können. Nach den Nationalhymnen begann das Treffen mit scharfen ungarischen Angriffen. Der rechte un- treffer. Nikolai legte Ehmann schön vor, und gegen dessen Schuß war der Torhüter machtlos. Der Druck der Grün-Weißen hielt an, doch konnten nur einige Ecken erzielt werden, da sich die Stürmer zuviel in Einzelaktionen verzettelten. Eine Ecke der Gäste wurde mühelos abgewehrt. Dann hatte der Gästegarische Flügel Muray-Haray kam in schönem Zus sammenspiel vor und die zur Mitte gegebene Kugel verwandelte Dr. Margo aus kurzer Entfernung mit Bombenschuß zum ungarischen Führungstreffer. Nach diesem Treffer drängten die Deutschen, ohnS sich allerdings gegen die aufmerksame ungarische Deckung durchsetzen zu können. Einmal verfehlte dev Halblinke Lange nur knapp das Tor. Die zweite Spielhälfte begann yiit heftigen Attacken der Deut-, schen. In der vierten Minute konnte der ungarische Torsteher einen harten Schuß Scherbarts nur mit Mühe zur Ecke abschlagen. Immer drückender wurde! die deutsche Ueberlegenheit und in der 16. Minute! gelang es schließlich Mehlitz, das Ausgleichstor zm erzielen. Der Siegestreffer aber blieb der deutschen! Mannschaft trotz weiterer Feldüberlegenheit versagt Nachtangriffe von so hohem Wert, daß man sogar behauptet hat, sie könne unter Umständen ebensoviel schützen wie die aktive Abwehr. Wenn dies auch nur bei ganz besonderen Verhältnissen der Fall sein dürfte, so ist doch die Tatsache zu betonen, daß die Verdunkelung von Stadt und Land cher kurz vor der Verwendung noch Gefahren durch unsachgemäße Lagerung oder Behandlung ausgesetzt sind. ** Botanischer Garten und Museen g u t b e s u ch t. An den beiden Pfingstfeiertagen hatten der Botanische Garten und unsere heimischen Museen erfreulicherweise zahlreichen Besuch zu ver- Zweck und Bedeutung der Verdunkelung Eines der wichtigsten Abwehrmittel. zeichnen. Allein äm ersten Feiertag nahmen etwa 70 Personen Gelegenheit, einen Besichtigungsrund- gang durch den in schönster Pracht stehenden Botanischen Garten zu unternehmen, während etwa 50 Personen den Schätzen im Oberhessischen Museum und im Museum für Völkerkunde einen Besuch abstatteten. Spieler gegenseitig. Plötzlich brach der Gegner durchs und schon hatte der Mittelstürmer dem Linksaußen eine schöne Vorlage gegeben, die dieser zum Gegen« tor einschoß. Im Gegenstoß war es Berghöfer, bcrM frei vor dem Tore stehend, den Ball darüber schoß« Die Grün-Weißen ließen stark nach, so daß dass Spiel nicht nur ausgeglichen, sondern der Gegners für kurze Zeit tonangebend war. Sie drängten auf den Ausgleich, aber außer einer Ecke gelang ihnen! nichts. Die Grün-Weißen nahmen nunmehr wieder! das Heft in die Hand, doch fielen die Stürmer immer wieder auf die Abseitsfalle des Gegners. herein. Einige Ecken brachten nichts ein, bann warcii die Gäste wieder vor dem Tor der Grün-Weißen« ohne jedoch etwas Zählbares zu erreichen. Ehmann, der leider zu wenig bedient wurde, holte sich einen Ball, ging damit durch und schoß das dritte Tor« Nachdem verschiedene sichere Sachen von den Grün- Weißen versiebt worden waren, konnte Berghöfep fünf Minuten vor Schluß eine Flanke von Ehmann zum letzten Tore einsenden. VfB.-R. 1. 3gb. | Reichsbahnsportv. Fauerbach 1.3gb. 1:2 (0:1). ' Obgleich die Grün-Weißen dauernd mehr voni Spiel hatten und auch drückend überlegen spielten, brachte es die Stürmerreihe nicht fertig, Tore zu! schießen. Der Gegner erzielte zwei Tore, die beide nicht zu sein brauchten, aber die Grün-Weißen spielten zu lustlos, so daß der Sieg der eifrigen Gäste? zu Recht errungen war. Großer Preis von Tripolis. Der Große Autopreis von Tripolis auf der Mel- laha-Rundstrecke war diesmal eine rein italienischs Angelegenheit. Vier der neuen 1,5 Liter Alfa Romes standen 20 Maserati gegenüber. In dem über 339 Kilometer führenden Rennen bewiesen sich die Alfa! Romeo als die schnellsten Wagen. Sie belegten mit Farina, Biondetti und Trossi die drei ersten Platze« Termine für die Vückrunde der Lahnpokalspiele im Handball. Staffel 1: 19. 5. 1900 Gießen — Lützellinden« ! Hörnsheim — Hochelheim; 26. 5. Hörnsheim —5 1900 Gießen, Hochelheim — Lützellinden; 2. 6. Lützel« linden — Hörnsheim, Hochelheim — 1900 Gießen. Staffel 2 : 19. 5. Dornholzhausen — Griinin« gen; 26. 5. Holzheim — Dornholzhausen; 2. 6« Grüningen — Holzheim. Staffel 3: 19. 5. Münchholzhausen — Gar« benheim, Dutenhofen Atzbach; 26. 5. Garden« heim — Dutenhofen, Atzbach — Münchholzhausens 2. 6. Garbenheim — Atzbach, Münchholzhausen -5 Dutenhofen. Staffel 4: 19. 5. Niedergirmes — Katzen« furt; 26.5. Nauborn — Niedergirmes; 2.6. Katzen« furt — Nauborn. Staffel 5 : 19. 5. Launsbach — Grohen-Bu- seck, Mtv. Gießen — Heuchelheim; 26. 5. Heuchel« heim — Launsbach, Großen-Bufeck — Mtv. Gießenr 2. 6. Mtv. Gießen — Launsbach, Heuchelheim -5 Großen-Bufeck. Kurze Sportlwiizen. Der Berliner Georg Stach gewann auf Diamant-Rad die deutsche Meisterschaft der Berufsstraßenfahrer mit 69 Punkten vor Gerber (Chemnitz) mit 65 und Scheller (Schweinfurt) mit 59 Punkten. Im letzten Meisterschaftslauf, der Bayerischen Ostmark-Fahrt über 230 km, siegte SchiW (Chemnitz) auf Presto-Rad in 6:21 Stunden vor erschwert. Die Bevölkerung der westdeutschen Grenzstädte hat während des Weltkrieges Erfahrungen über die Bedeutung der Verdunkelung am eigenen Leibe machen müssen. Die Verdunkelung ist als eines der wichtig st en Abwehrmittel während der ganzen Kriegsdauer durchzufüh- ren. Es genügt keinesfalls, sie etwa erst bei Annäherung feindlicher Geschwader anzuordnen. Auch genügt es nicht, etwa nur die großen Städte zu verdunkeln. Praktische Erfahrungen haben gezeigt, daß bei Nichtverdunkelung des gesamten Landes Kleinstädte und Dörfer dem feindlichen Flieger als Wegweiser zu den Großstädten gedient haben. Auch wurde im spanischen Krieg beobachtet, daß bei wirksamer Abwehr der Angriffsziele die feindlichen Flieger Hilfsziele auf dem Lande, wie Brücken, Straßen und Eifenbahnanlagen angreifen. Zum Schluß erwähnt der Referent als einen der wirksamsten Beweise für die hohe Bedeutung stärkster Luftschutzdisziplin Erfahrungen aus dem Weltkrieg. Sie haben ergeben, daß trotz ständiger Zunahme der Luftangriffe und der Zahl und Größe der abgeworfenen Sprengkörper dank der immer mehr verbesserten Luftschutzdisziplin der Gesamtbevölkerung die deutschen Verlustziffern sich senkten. Kamen 1914 auf 100 abgeworfene feindliche Bom-, den 120 Tote und Verletzte, so waren es 1918 nur noch 16. torhüter wiederholt Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Wieder wurden einige Ecken geschossen, bis Ehmann eine Flanke von links zum zweiten Tor durch Kopfstoß verwandelte. Bis zur Pause begnügte man sich mit diesem Ergebnis. Die Gäste wurden nun vollends eingeschnürt und kamen nicht aus ihrer Spielhälfte heraus, doch Tore fielen nicht. Köppers als Mittelläufer war als sechster Gerber "(Chemnitz), Weischedel (Stuttgart) und Mann im Sturm tätig, dadurch behinderten sich die > Stach (Berlin). Die mit der Verdunkelung verbundene Belastung der Volksgemeinschaft und die Störungen für Wirtschaft und Verkehr einerseits, wie die bei Durchführung der Verdunkelungsverordnung hier und da noch auftretenden Mängel anderseits lassen es erwünscht erscheinen, die Bevölkerung über Zweck und Bedeutung der Verdunkelung aufzuklären. Zu diesem Zwecke nimmt ^-Sturmbannführer Dr. Hartmann, Oberstleutnant der Schutzpolizei im Stabe des Inspekteurs der Ordnungspolizei Hamburg, in der „Sirene" das Wort. Er geht davon aus, daß nach den Haager Vorschlägen von 1923 ßuftanariffe nur gegen militärische Ziele zulässig, jedoch Angriffe mit dem Zweck, die Zivilbevölkerung zu erschrecken, Nichtkämpfer zu verletzen, verboten sind. Demgegenüber zitiert zu zerstören, verboten sind. Demgegenüber zitiert er Aeußerungen von maßgebender feindlicher Seite, die es mindestens sehr fraglich machen, ob die Feinde sich an die Haager Grundsätze halten werden. Der Fall Freiburg hat das ja auch schon bewiesen. So erklärte der frühere englische Ministerpräsident Baldwin, jedes Verbot, die Zivilbevölkerung zu bombardieren, sei vergeblich, solange die Möglichkeit zu bombardieren überhaupt besteht. Als Ideallösung des Angriffsluftkrieges bezeichnen die Fliegeroorfchriften des Auslandes den rollenden Dauerangriff unter Ausnutzung von Tag und Nacht. Nachtangriffe, fo führt der Aufsatz weiter aus, gestatten eher als Tagangriffe die Anwendung des Moments der Ueberrafchung. Sie üben eine stärkere moralische Wirkung aus als diese. Die Verdunkelung wird zwar den Angreifer nicht hindern können, ein bestimmtes Gebiet von größerem Umfang zu erreichen, aber sie wird es ihm e r - schweren, in diesem Gebiet bestimmte Ziele zu finden. Die genaue Durchführung der Verdunkelung ist daher für den Schutz gegen Vier Endenrundspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft. Nach der Absage des Frankfurter Treffens zwischen den Kickers Offenbach und dem 1. FC. Nürnberg verblieben auf dem Programm des Pfingstsonntags nur vier Endrundspiele um die deutsche F u ßb a ll -Meisterschast. In der Gruppe la kam Berlins Meister Union Oberschöneweide zu einem 6:3 (2 :2)-Sieg über den D f B. Königsberg, dessen junge Elf sich im Olympiastadion ausgezeichnet schlug. In der Gruppe 1b gab es in Wien ein ziemlich einseitiges Treffen zwischen R a - p i d Wien und N S T G. G r a s l i tz , das der Ostmarkmeister mit 7:0 (3:0) gewann. — Dank besserer Stürmerleistungen siegte in der Gruppe 2 der VfL. Osnabrück mit 5:2 (2:0) über den 1. S V. Jena und im einzigen Treffen der Grupps 4 waren die Stuttgarter Kickers mit 1:0 (1: 0) über den SV. Waldhof erfolgreich. Fußball auf dem Waldsportplatz. VfV.R. I — Reichsb.-Spv. Fauerbach I 4:1 (2:0). Vor nur wenigen Zuschauern trug der VsB.-R. auf dem Waldsportplatz ein Freundschafts-Rückspiel gegen die Reichsbahn er aus Fauerbach aus. Die Gäste stellten eine junge, schnelle Mannschaft, die durch ihre anständige Spielweise angenehm auffiel. Bei den Grün-Weißen vermißte man die gesamte Läuferreihe, Kraft, Benner und Godglück. Der ein-1 gestellte Ersatz konnte nur teilweise befriedigen. Vor allem fehlte es in der Stürmerreihe am Torschuß. Die Grün-Weißen griffen an, und ihre Kombinationsmaschine lief sofort auf vollen Touren. Einen scharfen Schuß von Nikolai hielt der Torwart in prächtiger Manier. Doch bald fiel der Führungs- Wicsl 6u cs schaffen,Lmll? Vornan von Martina Eckart-Helm 26. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) , Erni weiß, was hoffnungslose Liebe ist. Ihr Gesicht ist jammervoll trostlos. Des Familienzerwürf- nisfes halber, denkt Gottfried, der Erni still beobachtet. ,,Du mußt wieder Mut fassen, Erni", sagt er tröstend. „Es kommt immer mal etwas vor in einer so großen Familie. Dock alles geht wieder vorüber und sieht dann hinterher nicht mehr so schlimm laus." Aber da ist Plessen-Roda! Die graue Parkmauer toiiter den tiefschleppenden Zweigen der alten hohen Bäume. Erni und Jupp wissen das halbverborgene Türchen, durch das man von hinten in den Park hineinfchlüpfen kann. Erste Herbstabnuna in leise fallenden Blättern. Goldgelbes Leuchten streuen sie auf die Wege. Modernder Laubgeruch. Moosumsponnene Steinbänke. Ein grauverwitterter Apoll, der an Lichtgestalt bedenklich eingebüßt hat. „Der Teich müßte dringend mal geschlämmt werden!" Jupps Sinn weiß nichts von der träumenden Romantik der grünversponnenen Wasserfläche, die so und nicht anders unter dem Schweigen der Bäume sich verstecken will. Und hinter dem Teich das kleine Tempelchen. Jetzt ist es kein Zankapfel mehr; andere Wolken haben sich über dem Gräfehof zusammengezogen. Gottfried muß es sich natürlich ansehen. „Hallo, das nenne ich aber eine Ueberrafchung!" läßt sich Juttas frische Stimme hören. Sie steht auf dem Balkon des Schlößchens, der in die grünen Gipfel herunterschaut. „Wo habt ihr denn Tante Lena?" ist die erste Frage, als alle oben sind. Betretene Blicke hin und her. Niemand findet gleich eine Antwort. Bis Erni kurzerhand fragt: „Und wo steckt Rudolf?" „Rudolf? Der ist schon seit dem Vormittag mit dem Inspektor zusammen über Land und kommt erst am Abend zurück." Die drei sehen sich wieder an, bis Jutta einfach fragt: „Nun, was habt ihr denn eigentlich? Und was wollt ihr von Rudolf?" „Es ist wegen der Autobahn", sagt Erni stockend. „Ihr habt Bescheid?" Gottfried greift helfend ein. „Ja, die Bahn kommt über die Gräfewiesen, und es muß damit gerechnet werden, daß die Quellen versiegen." „Oh!" Um ein Haar hätte sich Jutta ungebührlich laut gefreut Rechtzeitig besinnt sie sich. Vor ihr stehen die Gräfes, und die sind nun arg betroffen. „Der arme Vater Gräfe", sagt sie da mit ehrlichem Bedauern. „Natürlich soll Rudolf kommen und ihm gut zusprechen, das verstehe ich." Sie sitzen bann am Kaffeetisch. Beim Anblick der guten Dinge darauf schnalzt Jupp mit der Zunge. Gottlob, daß man nicht wieder gleich in die dicke Luft des Gräfehauses zurück muß. Die Sonne lacht zur offenen Balkontür herein, der Himmel hängt blau zwischen dem vielschattigen Grün. Hier auf Plessen-Roda ist alles heiter und aus» geglichen. Das alte Fräulein von Wessen hat eine mütterliche Art, die allem, seine Härte nimmt. Das Thema Autobahn übergeht sie mit feinem Takt, obwohl sie doch nun weiß, daß Park und Tempelchen gerettet sind. „Daß Fräulein Oetteking nicht mittam, bedauere ich sehr", meint sie. Ihre Augen ruhen lange auf Gottfried Bonhoff. Macht sie sich ihre eigenen Gedanken? „Du könntest nachher mit mir auf den Anstand gehen", fordert Jutta den Jupp auf. „Auf der Schneise zwischen den Seen wechselt ein Bock." Klar, daß Jupp begeistert ist. „Man sollte an die Schönheit der Tiere denken, ehe man sie tötet", sagt Fräulein Schmidtchen tadelnd. Jutta kann ein Lachen nicht unterdrücken — sie kennt Hermines Vorliebe für gespickte Rehrücken und Rebhuhnpastetchen. Gottfried Bonhoff erzählt Jagderlebnifse aus Ostpreußen. Er taut hier richtig auf. Fühlt sich merklich freier als auf dem Gräfehof. Wenn er lacht, blitzen feine Zähne, feine Augen. Ja, vor allem die Augen. Erni muß wegfehen. Jupp streckt seine langen Beine immer weiter unter den Tisch. Ihm ist mächtig wohl, gar nicht zu sagen wie. Zweimal wollen Erni und Gottfried aufbrechen, aber sie lassen sich gern zum Dableiben nötigen. Dor der Heimkehr graut ihnen fast. Hier ist man geborgen, so richtig gut aufgehoben. Es wird mählich Abend. Rudolf läßt sich immer noch nicht blicken. Man muß sich also verabschieden, ohne ihn gesprochen zu haben. „Ich komme später heim und bringe Rudolf mit", sagt Jupp mit stolzer Selbstverständlichkeit. Also gehen Gottfried und Erni allein über die Felder zurück. Das heißt, diesmal schlagen sie doch den Höhenweg ein. Das nimmt mehr Zeit in Anspruch, schiebt das Heimkommen noch ein wenig hinaus. Man ist ja noch so eingefangen von der unbefangenen heiteren Stimmung der Kaffeestunde. Es ist, als ginge man leichter. Unsichtbare Hände haben geglättet. Erni atmet tief, als sie mit Gottfried bergan steigt. Es ist so schon, in den sinkenden Abend zu gehen. Rötlicher Dämmerdunst verwischt alles Grelle, die Farben fließen ineinander, es ist eine friedliche Stille. Die Wälder saugen sich voll Dunkelheit, sind schwarz und scheinen voll Rätsel zu sein. Hier oben auf dem Hutberg sammelt sich noch das letzte Leuchten des Tages, fängt sich kupfern an den Stämmen der Kiefern, blüht an der weißen Rinde der Birken. Das Heidekraut am Waldrand duftet. Ist es verwunderlich, wenn man sich ein Weilchen hinsetzt? „Noch nicht nach Hause", bittet Erni. Jetzt, da das Dach des Gräfehauses sichtbar wird, hat sie richtige Angst vor dem, was sich dort zusammengeballt hat. „Ueberall ist es gut, auch fröhlich, nur bei uns mcht!" Sie läßt den Kopf hängen. Abendleuchten liegt auf ihrem Haar, läßt es aufschimmern. Gottfried streicht darüber hin. So wie er es längst gern einrndf bei Lena getan hätte. Und nun streichelt er Ernis Haar, als tue er etwas Verbotenes. Dann sitzen sie wieder unbeweglich nebeneinander. Es träumt sich gut in das milde Grau, das immer tiefer, dunkler wird. Der rötliche Wiederschein am Himmel ist verschwunden. Die Wolken schieben sich weich und flockig zusammen. Die Ferne wird unsichtbar und fremd, die Nähe immer heimeliger. Hier auf dem Berg ist es wie auf einer Insel. Sie gehört nicht zur übrigen Welt. Das Heidekraut duftet, ein Vogel zirpt. Ein paarGlockentöne wehen von fernher. Man fragt nicht« woher sie kommen. Fragt überhaupt nicht mehr danach, was dort unten) vor sich gehen mag, läßt sich von einer weichen, war« men Verzauberung einfangen. Der Dachfirst des Gräfehauses ist unsichtbar ge« worden. Die Bäume davor zerfließen im duEerß Grau. Alles verbirgt sich. Nur der Gipfel des Hut« berges schwimmt in einem merkwürdig gelben Lichti er hält die beiden gefangen. Sie finden nicht fori von hier — unwillkürlich schmiegen sie sich eng an« einander. Es ist ihnen, als wären sie allein auf der Welk Ihre Hände halten sich. Was wissen sie noch von den! anderen? Sie fühlen nur sich, ihr Beisammensein^ das von Jugend erfüllt ist und von Liebe. Eine große, glückverheißende Seligkeit über« kommt die beiden. Behutsam nimmt Gottfried das Mädchen an sein Herz, legt seinen Mund auf junge! blühende Lippen. Glücklich lachend lost Erni sich dann aus Gottfrieds Armen. Gottfried aber erschrickt jäh. Was hat er getan? Er muß an Lena denken — aber lebt Lena nicht immer wie hinter einer? gläsernen Wand? Steht Lena nicht immer auf einer; höheren Stufe als er? Man muß zu ihr aussehen, man muß sie respektieren. Liebe aber will Gleich« heit, verlangt nach demselben Takt des Herzens, fordert das gleiche Mitgerissenfein in Sturm und Leidenschaft. Ist es das Rauschen des Windes in den Bäu« men, das sie zur Besinnung bringt? Sie tasten den Weg bergab, langsam, mit ver« schlungenen Händen. Sie möchten den Weg ausdeh« nen, daß er kein Ende nehme. Nur keine Gedanken aufkommen lassen, sie wegbrängen, verliebte, tö« richte Worte flüstern ... Bis man die Straße überquert und am ©arten« Zaun steht. Dahinter ragt das Gräfehaus hoch, da« hinter ist Lena. Gottfried Bonhoff fährt sich durch das Haar. Eine' Welle von Scham treibt ihm das Blut ins Gesicht. Er hat Lena verraten. Nein, so weit durfte es nicht kommen. Und doch läßt er Ernis Hand nicht los. Er versucht auch, in ihrem Gesicht zu lesen. „Du hättest mir nicht als erste auf dem Gräfen« Hof entgegenkommen dürfen", sagte er und preßte Ernis Hände. „Ich suchte Lena, und du kamst mth entgegen. Das war wie Schicksal. Du warst so, wie ich mir Lena wünschte, so jung, so froh — Lena war anders." (Fortsetzung folgt.)