Samstag, IZ. /Sonntag, 14- April 1940 d I Samstag, iZ/i Gießener Anzeiger Ho Norwegen im Schuh der deutschen Waffen 1' von Beweis letie* el"_. Die Enttäuschung in London. Scharfe Kritik an den falschen Berichten der Admiralität. Bei strahlendem Sonnenschein uniD dichtbevöbker- teil Straßen brachte eine deutsche Militärkapelle am Donnerstagnachrnittag der hauptstädtischen Bevölkerung ein Ständchen, das etwa zwei Stunden dauerte. Die große Anzahl der Zuschauer und Zuhörer war kennzeichnend für die Ausnahme, die die disziplinierte deutsche Truppe hier gefunden hat. Bei dem Anmarsch der Kapelle auf den Storthing- Platz wurden die Feldgrauen gefolgt von einer Abteilung des norwegischen Garde-Bataillons. September in den Hintergrund getreten waren. Dieses Mal beiginnt der Krieg." Ministerpräsident Reynaud setzte seine diplo« matischen Besprechungen trotz der militärischen Be* ratungen, die durch die Ereignisse notwendig geworden sind, fort. So hatte er am Donnerstag nach einer Besprechung mit General Weygand, dem französischen Oberbefehlshaber im Nahen Osten, eine Konferenz mit dem französischen Botschafter m Ankara, Massigli. General Weygand hatte vorher an einer Konferenz mit Kriegsminister Da la* di er, den Generalen Gamelin, Georges, V u i l l e m i n und dem Lustfahrtminister L a u * rent-Eynac teilgenommen. Die Presse diskutiert nur noch die militärische Lage. Der Marineschriftsteller La Bruyere verteidigt die Flotten der Westmächte gegen die Vorwürfe, daß sie die beut* sch en Manöver längs der norwegischen Hoheitsgewässer nicht verhindert hätten, mit dem Hinweis darauf, daß eine Zone von zweitausend Kilometer Ausdehnung nur durch eine dünne Ueberwachungs- linie beherrscht werden könnte. Der Pariser Korrespondent des „Giornale d'Ita- lia" berichtet, man sei in Frankreich enttäuscht darüber, daß es den englisch-französischen Streitkräften nicht gelungen sei, Truppen zu landen und die wichtigen Punkte den Deutschen wieder zu entreißen. Einige französische Blätter gäben der Hoffnung Ausdruck, daß in wenigen Stunden die Nachricht von derartigen „entscheidenden Aktionen" eintreffen werde: andere dagegen warnten vor Reynauds „Optimismus um jeden Preis" und vor einer Unterschätzung der Deutschen. Die „Liberte" wendet sich gegen das System der „schottischen Dusche", das der englisch-französische Nachrichtendienst anwende. ES sei ja möglich, daß das Publikum e.rn kurzes Gedächtnis habe, aber es merke schließlich doch immer, daß man mit seiner Leichtgläubigkeit spiele. Im übrigen richte die englisch-französische Presse immer* wieder an einige Neutrale, besonders an Schweden, die Aufforderung, an der Seite der Westmächte gegen Deutschland in den Krieg einzutreten, denn sie würden sich auf die Dauer doch nicht heraushalten können. Im offiziösen „Ordre" weist aber Pertinax darauf hin, daß die Haltung der schwedischen Regierung in hohem Maße durch die Haltung Rußlands bedingt sei, die stärker denn je für Deutschland günstig sei. Immerhin hätten die Gesandten Englands und Frankreichs in Stockholm bereits am io. April den schwedischen Außenminister Günther unterrichtet, daß Schweden im Notfalls auf die Hllfe der Westmächte zähle» könne. e durch sie schon er deut, mittag, m Roh. l seinem irmieben 2251 Druck und Verlag: PosUcheckUOLsFrankf^M. vrühlscheUniverfitatrdruckerei«. Lange Ibbranbe tung her jegliches n glim- und am m. Jeder, r sich an les ver- ideln den Derhal- stellt sich ie ganze chädlinge gebracht, während die Ladung in Hongkong liegender dänischer Dampfer schon am Donnerstag beschlagnahmt wurde. So entlarvt England wieder selbst sein heuchlerisches Spiel, ein brutales Doppelspiel: Auf der einen Seite „Hilfsversprechen" für Norwegen und auf der anderen Beschlagnahme norwegischen Eigentums. Immer größere Knappheit an Schiffsraum. Amsterdam, 13. April. (DNB. Funkspruch.) Die Black-Diamond-Line, eine amerikanische Schifffahrtsgesellschaft, die regelmäßigen Dienst von Neu- york und anderen Häfen der amerikanischen Ostküste nach Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen unterhielt, hat mitgeteilt, daß sie diesen Dienst e i n- [teilen müsse, da die Schwierigkeiten sich in letzter Zeit immer mehr erhöht hätten. Die Knappheit an Schiffsraum werde immer größer, ferner spiele der Aufenthalt in englischen Kontrollhäfen eine abträgliche Rolle, auch seien die Eharterpreise enorm gestiegen. Berlin, 12.April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In Dänemark verlief der Tag ruhig. Heber- vachungsflüge der Luftwaffe an der dänischen Westküste trafen auf feinen Feind. In Norwegen wurde das von den deutschen I?) Truppen besetzte Gebiet von Narvik aus erweitert md Evenes beseht. Kämpfe fanden hier nicht statt. 3n Gegend Trondheim wurde ein Angriff britischer Flugzeuge erfolgreich abgewiesen. Am Rachmittag versuchten englische leichte Seeftreit- Käfte vergeblich, in den Trondheim-Fjord ein- yibringen. Ein zu gleicher Zeit stattfindender Angriff britischer Torpedoflugzeuge blieb ohne j eg- li ch e Wirkung. Bei Trondheim wurden weitere norwegische Küstenbatterien übernommen und ab- «ehrbereit gemacht. 3n den besetzten Räumen um Bergen, Stavanger, kristiansand verlief der Tag ruhig. Feindliche Angriffsversuche haben mit Ausnahme eines erfolglosen britischen Luftangriffs auf Stavanger nicht stattgefunden. Bort wurde ein Bickers-Wellington-Flugzeug durch Flakartillerie abgefchossen. Die bei Oslo eingesetzten deutschen Kräfte erweiterten planmäßig den besetzten Raum nach allen Seiten. Die Kriegsmarine setzte im Laufe des 11.4. ihre Operationen fort Wie bereits gemeldet, mürben vor Narvik zwei englische Zerstörer versenkt. Einheiten der Luftwaffe unterstützen die beuffchen Truppen in Norwegen durch zahlreiche Er- kvndungs- und Sicherungsflüge. 3n den neuerrich- feten Luft- und Seestühpunkten sind seil dem 10.4. ittags zahlreiche Flakbatterien feuerbereit Auf- cirungsflugzeuge sicherten das Seegebiet vor der norwegischen Küste und stießen bis weit über die nördliche Nordsee zur Erkundung feindlicher See- slreitkräfte vor. Auf Grund der Aufttärungsergeb- nisse griff ein Kampffliegerverband in den Abendstunden feindliche Kriegsschiffe 200-Kilometer nordwestlich Trondheim an. Lin Flugzeugträger wurde durch Volltreffer einer schweren Bombe schwer beschädigt, ein schwerer Kreuzer burch zwei Bomben getroffen und bewegungs- UNg iben. den Fäl« chten Ar- lch einem fernblei- W- chastsmit- Lage nach 1 überein- Aichruch t bestehe, in, wenn nur nach rnblteb. WF. bf ister samt' eine An- ;e Bestim- cheMunz ler Arbeit lad) dieser lieber, d'.e n Arbeits- Grund ge* j vergüten ge und der [ Sonntag t und der der Arbeit chlung der ilt für ein Feiertogen Mrt onge- schulden die B e r l i n, 12. Aprit (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: heute abend versuchten britische kampf- flugzeuge deutsche Stützpunkte an der nor- vegischen Küsie anzugreifen. Durch rechtzeitt- flen Einsatz deutscher Rlesserschmitt-Flugzeuge wurde dieser Versuch blutig abgeschlagen. 3ns- gesamt wurden acht britischeBombenflug- ze u g e modernster Bauart abgefchossen. Der Wehrmachtsbericht. 16780 Spiele horst. l'k unb ße. Hin. Aninel. *6e 18, 5 22.30 n. auch 1 ange- Stube. Die; Zergen ging ‘ -ilberscheibe- j Sluck. ' i den M un doch der Acht britische Bombenflugzeuge abgefchossen. Angriffsversuche auf deutsche Stützpunkte an der norwegischen Küste blutig abgeschlagen Annabme von Anzeige« für die Mittaasnummec bis8'/?UhrdesGormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25mehr Ermäßigte Grundpreise Bädcranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. der Minenauslegung erfahren hatte, gilt als eis für die Richtigkeit des deutschen Vorgehens. vSS; rs 1* x - «’i in». liin t »ieE& )«Wsf|0 IS SS K-S KL« -I* । des» t e 9 ‘ * K i -- Amsterdam, 13. April. (Europapreß.) lieber die Aussprache, die im englischen Unterhaus stattgefunden hat, liegen erst jetzt ausführliche Berichte vor. Während an den Ausführungen Churchills von der Opposition keine offene Kritik geübt wurde, machte das Haus dem Jnformationsmimsterium heftige Dorwürfe wegen der Berichter st a t t u n g. Der konservative Abgeordnete Boothby sagte, während der letzten vierundzwanzig Stunden seien der Oessentlichkeit Berichte über die Besetzung verschiedener norwegischer Städte durch die Engländer Zugänglich gemacht worden. Die Regierung müsse Schritte unternehmen, daß derartige zu falschen Ho ssnungen Anlaß gebende Berichte entweder gar nicht oder wenigstens mit einer zur Vorsicht mahnenden Mitteilung der Regierung von der Presse wiedergegeben würden. Die Abgeordnete Lady Astor erklärte, die Tätigkeit des Jnsormationsministeriums sei eine einzige U n= glückskette gewesen. Es sei von einem Verhängnis zum anderen geschritten. Wörtlich sagte Lady Astor: „Was gestern ausgegeben wurde, hatte das ganze Land mit Düsternis erfüllt, die Bevölkerung verlor in dieser Hinsicht ihr Vertrauen in die Regierung. Diele Leute, die dem Ministerpräsidenten nicht mißtraut haben, fühlten, daß er m der Auswahl von Männern kein weiser Mann ist. Ein Ministerpräsident muß die Nulpen (duds) loswerden, gleichgültig, ob sie seine Freunde sind oder nicht." Auch die parteilose Abgeordnete Miß Rat^ bone warf dem Ministerpräsidenten vor, daß er sich bei der Auswahl seiner Mitarbeiter von persönlichen Gefühlen leiten lasse. Der Berichterstatter des „Telegraaf" begründet die Enttäuschung des Unterhauses wenigstens zum Teil mtt den überspannten Erwartungen die durch die übertriebenen Nachrichten über enalische See siege und Truppenlandungen in Norwegen erweckt worden waren. Diese Nachrichten hätten nach der düsteren Stimmung, die die Besetzung Dänemarks und die Landung deutscher Truppen in Norwegen erzeugt hatten, roieber neuen Mut eingeflößt. Man habe erwartet, daß nun die Deutschen in Norwegen in Kürze, in eine kitzlige Lage kommen würden. — Die Unterhausmitglieder hätten sich auf einen triumph ale n Er s ol g vorbereitet gehabt. Aber je weiter Churchills spannender dramatischer Bericht über das Treffen ur See sich entwickelte und vor allem, nachdem er U Bestimmtheit in Abrede gestellt hatte, daß Truppenlandungen stattgesunden hatten, um so mehr verschwand von den Gesichtern der lachende Hira, und eine Stimmung von grimmigem Ervtz meisterte die Gemüter. Mehr rmd wehr M Jahrgang Nr. 87 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famil«nblätter HeimatimBild DieScholle Oslo, 12. April. (Europapreß.) Aus einer Reihe von zuverlässigen Einzelmeldungen über die Lage in Norwegen ergibt sich folgendes Bild: Die Konsolidierung des öffentlichen und privaten Lebens schreitet zusehends fort. Die Behörden haben in Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden dafür gesorgt, daß die so plötzlich von ihren Arbeitsstätten fortgerissenen Männer zurückgeschickt wurden; der Aufforderung zur Wiederaufnahme der gewohnten bürgerlichen Tätigkeit ist der weitaus überwiegende Teil dieser Männer gefolgt. Deutsche Truppen und Flugzeuge kontrollieren auch den Teil des Landes, der sich östlich von Oslo bis an die schwedische Grenze erstreckt, ohne daß es in deren Nähe zu kriegerischen Aktionen gekommen ist. In Richtung auf die schwedische Grenzstation Charlottenberg besteht auch weiterhin Eisenbahnverkehr. Die Straßenbilder in diesem Teil Norwegens sind nur durch die deutschen Uniformen und deutschen Militärfahrzeuge gegen früher verändert. Viel hat dazu die Bereitwilligkeit der norwegischen Behörden beigetragen, die zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung ihren Dienst versehen. Die Nachrichten, die über Rundfunk und Zeitungen von den militärischen Vorbereitungen der Engländer zur Landung in Bergen bekannt geworden sind, haben die Empörung gegenüber der englischen Politik noch vertieft. Der Funkspruch, daß alle norwegischen Schiffe im Mittelmeer unverzüglich italienische ober spanische Häsen an lauf em sollen, unfähig gemacht. 3m Westen keine besonderen Ereignisse. Die Luftaufklärung über Nord- und Wittelfrankreich wurde am 11.4. bis Paris ausgedehnt. Zwei eigene Flugzeuge find nicht zurückgekehrt. Deutsche Truppen schon 70 km nordöstlich von Oslo. Berlin. 12. April. (DNB.) 3m Zuge der Er- Weiterung des besetzten Gebietes um Oslo haben Rutsche Truppen Drammen (40 Kilometer west- ivärts Oslo) und Eidsvold (70 Kilometer nord- sflwärts Oslo) erreicht. Bei der Besetzung von 1 Evenes durch in dem Raum von Narvik ein- gksehle deutsche Truppen wurden die dort befindlichen norwegischen Truppen entwaffnet. »Müfflet enMcherLiistammff Lentschland warnt vor weiteren Angriffen auf Berkehrsanlagen. Berlin. 12. April. (DNB.) Englische Flugzeuge ; heben einen kleineren Bahnhof in Zchleswig-Hol- slkin mit Bomben angegriffen. Die tatsächliche RUr- !tng dieses Angriffes war zwar gering; es fmd nur ein Sportplatz beschädigt worden und durch die Detonation einer Bombe neben einem Eisenbahngleis die Fenster eines Warteraumes zersprungen. Der Vorgang ist jedoch von anderen Gesichtspunkten besonders bedeutungsvoll. Es ist hier der erste Zoll im jetzigen Krieg zu verzeichnen, daß von ieindlichen Fliegern eine deutsche V erkehrs- aalage angegriffen wurde. Sollte sich durch Wiederholung eines derartigen Versuches heraus- stillen, daß es sich um ein p l a n m ä ß i 9 e s V o t - zehen gehandelt hat. so ist für Deutschland eine zönzlich neue Sachlage in der Führung des Luftkrieges gegen England gegeben. Es werden sann hieraus sofort die notwendigen Folge- riingen gezogen. Selbständigkeit Islands. Kopenhagen, 12.April. (Europapreß) Die R^ierung von Island hatte folgende Beichlu « ge- lcht: Da die entstandene Lage es unmoglichüch z-macht hat, daß der König von Island ferne königliche Funktion auf Grund der Verfassung ’ litt, erklärt das Thing von Island, daß fu Trgenwart die Regierung Ist a n d s o 1 if-inktion ausüben wird. Mit Rücksicht daraus,. ß Dänemark in der gegenwärtigen Lage fe stMschen Aufgaben gegenüber Island nicht ge- nahm das Gefühl die Oberhand, daß ein schwieriger Kamp s bevorstehe. Die Enttäuschung, die das Fehlen konkreter Siegesnachrichten in der Rede Churchills im Unterhaus und in der Oeffentlichkeit ausgelöst hat, kommt auch in den Zeitungen zum Ausdruck. In der konservativen „Daily Mail" wird erklärt, daß noch manche Aspekte der Kämpfe dieser Woche auch nach der Rede des Marineministers im Dunkeln geblieben seien. Der arbeiterparteiliche „Daily Herold" kritisiert den mißglückten Zerstörerangriff auf Narvik und stellt die Frage, weshalb die Admiralität Bemannung und Schiffe in einem ungleichen Kampf aufs Spiel gesetzt und dem Flottillenchef die Verantwortung zugeschoben habe, anstatt selber einen klaren.Befehl zu geben. Noch sd)ärfer greift das Blatt die Art und Weise an, wie die Admiralität die englische Oeffentlichkeit durch falsche Berichte über die Einnahme von Bergen und Trondheim irregeführt habe. Der Bericht sei von der Zenspr durchgelassen und von der Admiralität geprüft worden. Die Zeitungen hätten also annehmen können, daß die Nachricht einwandfrei sei. „Der Marineminifter kann die Verantwortung nicht ableugnen, wenn solche Berichte im Einvernehmen mit seinem Ministerium in Umlauf gesetzt werden", schließt das Blatt. Frankreich vor einer neuen Wirklichkeit. Zürich, 13. April. (Europapreß.) Zu der neuen Phase des Krieges schreibt am Freitagabend der Pariser Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung": „Die Atmosphäre in Frankreich hat sich durch die Ereigmsse dieser Woche von Grund auf gewandelt. Der hartnäckige Glaube vieler Leute, daß es nicht zu einem Losschlagen zwischen den Heeren Deuffchlands und der Westmächte kommen werde, die Unzufriedenheit weiter Volkskreffe über die aussichtslose Stagnation des Krieges, die dem Lande täglich ffnanzielle Opfer und Entbehrungen auferlegte und die Moral der Armee auf die Länge schädigte, das nationale Bewußtsein, das Toten vermißte und dem zunehmenden Prestige der deutschen Militärmacht bei den Neutralen mißmutig zusah, sind mit einem Schlag vor eine neue Wirklichkeit gestellt. Der erste Eindruck in allen Volksschichten war der des Ernstes und der Nachdenklichkeit, die auf Handel und Wandel zurückwirkte und ein ungewohntes Schw eigen an Stelle der bisherigen gewohnten Gesprächigkeit. Jeder schien mit sich selbst beschäftigt und setzte sich mit den Perfektiven cmse.Vander» die seit dem ist noch hiesiger Ansicht ein wesentliches Anzeichen dafür, daß sich alle Kreise des Landes der G e - fahr en bewußt sind, die auch der großen norwegischen Handelsflotte von englisch-französischer Seite drohen. Als weiteren Unruhefaktor wertet man jeden englischen Versuch, auf norwegischem Gebiet gegen die deutschen Streitkräfte vorzugehen, die die gesamte norwegische Küste in der Hand haben. Die ^Bevölkerung des Landes — dafür sprechen zahlreiche Anzeichen — hat aus diesem Grunde auch regen Anteil genommen an dem Zurückschlagen der bisher in dieser Richtung vorgetragenen englisch-französischen Unternehmungen und die norwegische Flak wird in Zukunft gegen englische Flugzeuge feuern, falls sich diese zeigen sollten. Der Ümftanb, daß ein englischer Vorstoß gegen die norwegische Küste schon in Vorbereitung war, als die norwegische Oeffentlichkeit noch nicht einmal wachsen ist, erklärt Island, daß es diese z u n ä ch st selbst übernehmen wird. Die dänische Regierung hat sich bereit erklärt, Island für Die Dauer des augenblicklichen Zustande s völlige Unabhängigkeit zu gewähren. Man glaubt in dem dänischen Schritt einen Beweis dafür erblicken zu können, daß in amtlichen Kreisen ein Z ugri ff der West möchte auf Island befürchtet wird und die Regierung diesem Gebiet nunmehr alle Freiheit geben will, um derartigen englisch-französischen Aktionen entgegenzuarbeiten. Dänische und norwegische Schiffe in Hongkong beschlagnahmt. Hongkong, 13. April. (Europapreß.) Obgleich die Westmächte in amtlichen Verlautbarungen Norwegen zu ihrem Verbündeten. erklärten, gehen die britischen Behörden in Hongkong dazu über, dänische und norwegische Schiffe an der chinesischen Küste aufzuspüren und zu beschlagnahmen. Elf norwegische Schiffe wurden bereits in Hongkong ein- Die Folgen. In seinem zusammenfassenden Beridst über die deutsche Aktion zum Schutz der Neutralität Dänemarks und Norwegens stellt das Oberkommando dec Wehrmacht fest, daß diese Aktion dem Versuch Eng* lands zur Besetzung wichtiger norwegischer Stützpunkte knapp um zehn Stunden zuvorgekom* men ist. Der französische Ministerpräsident R e y < naud hat diese Feststellung vollinhaltlich bestätigt, als er im Senat erklärte, Deutschlands Gegenaktion gegen den Angriff der Westmächte auf die norwegische Neutralität sei nicht ausgeblieben, ja sie sei der Aktion der Westmächte sogar zuvorgekommen. Damit ist gegenüber allen moralisierenden Ab- schwächungs- und Irreführungsmanövern, wie sie die britische Propaganda unternimmt, um England namentlich in den Augen der amerikanischen Oeffentlichkeit von aller Schuld reinzuwaschen und Deutschland als den reißenden Wolf anzuprangern, der in die friedlichen Weiden Skandinaviens ruchlos eingebrochen fei, eindeutig klargestellt, daß die britische Minensperre in den norwegischen Territorialgewässern an der engsten Stelle der Nordsee zwischen Bergen und den Shetland-Inseln nicht nur dec Verhinderung der für Deutschland bestimmten schwedischen Erzzufuhren über Narvik dienen, sondern eine großangelegte Landungsaktion britischer und französischer Truppen in Norwegen einleiten sollte, die man durch Minensperre vor Störungen durch deutsche Seestreitkräfte schützen wollte. Wer noch daran zweifeln mochte, wurde schnell eines Besseren belehrt durch die Beschlagnahme umfangreichen britischen Kriegsmaterials in Bergen, das fünf britische Transportschiffe dorthin gebracht hatten, um das hier landende britische Expeditionskorps damit auszurüsten. Weitere Tvansporffchiffe, die die für Norwegen bestimmten Landungstruppen an Bord hatten, wurden durch den Angrfff deutscher Luftstreitkräfte zur Umkehr gezwungen und erlitten samt den zu ihrer Bedeckung eingesetzten britischen Kriegsschiffen überaus schwere Verluste. Chamberlain vermag also niemanden mehr zu täuschen, wenn er sich darauf hinauszureden sucht, daß die Besetzung Dänemarks und Norwegens durch deutsche Truppen gar nicht im Zusammenhänge mit der britischen Neutralitätsoer- letzung stehe, weil die deutsche Aktion ja gezeigt habe, daß sie „von langer Hand vorbereitet gewesen sei". Selbstverständlich war sie das und mußte es fein, nachdem man in London und Paris immer wieder mit aller Deutlichkeit hatte erkennen lassen, daß die westlichen Plutokratien auch nach Beendigung des russisch-sinmschen Konflikts ihren Plan einer Kriegsausweitung im Norden keineswegs hatten fallen gelassen und alles daransetzten, ihn trotz des programmwidrigen Friedensschlusses von Moskau durchzuführen. Die drohende Note an Norwegen und die Minensperre in norwegischen Territorialgewässern waren dazu nur bie! einleitenden Präliminarien, wie heute einwandfrei feststeht und von Herrn Reynaud überdies bestätigt wird. Wie recht Deutschland daran tat, diesem feind* lichen Aufmarsch zum Flankenangriff über Skandinavien hinweg zuvorzukommen, beweist auch daS zumindest zweideutige Verhalten der norwegiscken Negierung, die keinerlei Anstalten machte, die ori- tischen Einfälle in ihr Territorium mit der Waffa abzuwehren, denn als der britische Zerstörer „Eos* sack" den deutschen Regierungsdampfer „Altmark" General-Anzeiger für Oberhessen 6isSen,9Sd)ulftra6e 7-9 Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen.RM.1.95 i Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt wenige Meter von der norwegischen Küste überfiel, hoben die Geschütze der norwegischen Kriegsschiffe ebenso geschwiegen wie sie auch keinerlei Versuch mochten, das Legen britischer Minen in norwegischen Hoheitsgewässern zu hindern Mit diesem passiven Verhalten gegenüber den Briten ist es unvereinbar, wenn die norwegischen Küstenbatterlen trotz der der norwegischen Regierung gewordenen Aufklärung über den Sinn und Zweck der deutschen Aktion und der Zusicherung der norwegischen Unabhängigkeit den Versuch machten, die Landung deutscher Trug- pen zu hindern Der Widerstand wurde zwar schnell gebrochen und die norwegische Regierung sollte em- sehen, was das norwegische Volk anscheinend sofort begriffen hatte, daß allein die blitzschnelle Besetzung der norwegischen Küste durch deutsche Streitkräfte das Land vor dem Unheil, Kriegsgebiet zu werden, bewahrt hat. Aber diese Episode Aeigt ebenso wie das Auftreten des norwegischen Stortingpräsiden- ten H a m b r o ( der sich in Stockholm als Leiter einer skrupellos gegen Deutschland hetzenden Greuel- märchen-Fabrik im Stil der britischen Lügenpropaganda etabliert hat und mit den Londoner Drahtziehern engste Fühiung hält, wessen sich Deutschland von gewissen maßgebenden Kreisen Norwegens hätte versehen müssen, wenn es nicht Englands Absicht so energisch zuvorgekommen wäre, Skandinavien zum Aufmarschgebiet zu machen. In London scheint man trotz des bösen Miß- erfolge, den der erste britische Kriegsausweitungs- versuch erlitten hat und trotz des verheerenden Eindrucks, den die schweren Schlappen der brittschen Streitkräfte in der Oesfentlichkeit des eigenen Landes wie in aller Welt gemacht haben, die Absicht noch nicht aufgegeben zu haben, ,chen Norwegern zu helfen", auch wenn sie sich gar nicht helfen lassen wollen, weil sie aus dem Schicksal Abessiniens, der Denesch-Tschechei, Polens und Finnlands wissen, wie eine solche „Hilfe" Englands aussehen würde. Da man in London offenbar einer erneuten militärischen Operation gegen die norwegische Küste vorerst nicht recht traut, nachdem man schon während der deutschen Besetzungsaktton so peinlich ab- geschmiert worden ist und sich nun einer weit chmieriaeren Lage gegenübersieht, da alle militäri- cyen Stützpunkte längs der norwegischen Küste von )slo bis Narvik fest in deutscher $>anD sind und mit starken Kräften zur Verteidigung bereit stehen, jo verfällt man im Lager- der brittschen Kriegshetzer wieder auf echt plutofratifdje Kriegsmethoden. Lord Halifax hat bereits angekundigt, daß England die norwegischen Handelsschiffe beschlagnahmen werde, wo sie auch immer den Engländern erreichbar fein würden. Damit mußte selbstverständlich gerechnet werden, und es ändert im Grunde nichts an der bisherigen ßaae, da die norwegische Handelsflotte dank ihrer bedeutenden Rolle im internationalen Frachtenverkehr und der engen britisch- norwegischen Handelsbeziehungen ohnehin fast aus- schließlich als Zubringer der brittschen Wirtschaft fungiert. Der Beschluß wirst jedoch ein eigenartiges Licht auf die britische Uneigennützigkeit, die zu preisen man im englischen Unterhaus nicht müde wird. England denkt auch diesmal wie in allen früheren Fällen immer zuerst an sich und sucht aus einer eklatanten Schlappe das Beste zu machen, indem es fick die draußen befindlichen norwegischen Han- delsschisfe sichert. Aber es hat and) sonst allen Anlaß, in diesen wirtschaftlichen Dingen nachdenklich zu wevden, denn mit Dänemark und Norwegen, die nun in deutscher Hand sind, verliert das englische Mutterland nicht nur seinen wichtigsten Lieferanten landwirtschaftlicher Deredelunasprodukte, sondern auch die Möglichkeit, Grubenholz und Erz aus Schweden und Finnland zu beziehen. England erhielt 1938 von Dänemark 25 v. H. feines gesamten Butterbedarfs, 12 weitere Prozent deckte, es mit Einfuhren aus den übrigen skandinavischen und baltischen Staaten. Seinen Bedarf an Eiern deckte es zu 35 v. H. aus Dänemark, Schweinefleisch und Bacon, den berühmten und für den Engländer unentbehrlichen Frühstücksspeck, bezog es sogar zu 50 v. H aus Dänemark. Das Amsterdamer „Handelsblad", gewiß ein unvoreingenommener Beurteiler der Lage, hat ausgerechnet, daß nach der erfolgreichen deutschen Aktion in Skandinavien England 37 v. H. seiner Buttereinfuhr, 50 v. H. seiner Eiereinfuhr und 60 o. H. seiner Einfuhr an Schweinefleischerzeugnissen verloren habe. Der Londoner Rundfunk sah sich schon gezwungen, die englische Bevölkerung auf einschneidende Einschränkun- Iren im Verbrauch oorzubereiten und im übrigen le damit zu vertrösten, daß nun eben Kanada ein- pringen müsse, um den Ausfall zu decken. Aber das ist nur ein schwacher Trost, denn abgesehen von der erheblich weiteren Zufahrtstrecke, die bei dem durch die Maßnahmen der deutschen Seekriegführung immer knapper gewordenen Schiffsraum schon ins Gewicht fällt, hat Kanadas Landwirtschaft eine ganz anders geartete Struktur als die Dänemarks. Englands Regierung hat also allen Anlaß, sich über die Versorgung der englischen Bevölkerung Kopf- zerbrechen zu machen, denn die Blockade, die England nach alter Traditton auch in diesem Kriege wieder au seiner Hauptwaffe zu machen gedachte, wird sich in noch ganz anderem Maße als bisher als ein Bumerang erweisen, der auf den Schützen zurückprallt. Die deutsche Besetzung Dänemarks und Nor> »egens hat endgültig mit der Vorstellung aufgeräumt, als ob Skandinavien zum brittschen Lebensraum gehöre und insbesondere die norwegische Westküste zum uneingeschränkten Herrschaftsbereich der brittschen Flotte. Diese war nicht imstande, die deutsche Aktton zu hindern, obwohl das Operationsgebiet der deutschen Landungsstreitkräfte längs der langgestreckten norwegischen Küste im aller- nächsten Bereich der britischen Flottenstützpunkte und Fliegerhorste lag. Es gibt also diesmal keine irgendwie glaubhafte Ausrede, die England vorbringen könnte, um feine Unfähigkeit zu bemänteln, als „Garanttemacht" der kleinen Nationen wirksam aufzutreten. Das ist eine Lehre, die man sich überall dort sehr nachdrücklich zu Herzen nehmen sollte, wo immer noch gewisse Kreise ndch London schielen und glauben, sich im Vertrauen auf das „allmächtige" Albion eine differenzierte Neutralität erlauben zu können. Druck erzeugt Gegendruck, das hat der Fall Norwegen wieder einmal eklatant bewiesen, und er hat weiter gezeigt, daß die deutsche Wehrmacht in allen ihren Teilen vom einfachen Soldaten dis zum Oberbefehlshaber jeder Aufgabe gewachsen tft, vor die der Führer sie stellt, mag diese auch so kühn und in der Kriegsgeschichte ohne Beispiel sein wie die innerhalb zwölf Stunden unter den Augen der feindlichen Flotte durchgeführte Landung in Norwegen von Oslo bis Narvik und die Verteidigung dieses gewaltigen Raumes. Und noch etwas. Das unerhörte Geschehen dieser Woche hat auch die turmhohe Ueberlegenheit der politischen Führung eines autoritären Staates gezeigt, an dessen Spitze ein Staatsmann von der genialen Intuition Adolf Hitlers steht und der über eine Wehrmacht verfügt, die aus einem Volke von der nationalsozialistischen Disziplin, der Einsatzfähigkeit und Arbeitskraft des Der Zug nach Norden. Wie deutsche Griffe die britische Operationsbasis durchbrachen und Trondheim besetzten. Trondheim, 12. April. (DNB.) In einem unvergleichlich kühnen Vorstoß durch bas angebliche Herrschaftsgebiet der englischen Flotte gelang es Einheiten der deutschen Flotte, innerhalb kürzester Frist die englischen Absichten auf Abschnürung Deutschlands von den skandinavischen Ländern vor der zu erwartenden englischen Minensperre in den norwegischen Gewässern zu vereiteln. In aller Eile waren Truppen auf Schiffen verladen worden. In langsamer Fahrt ging es unter Geleit von Flugzeugen in die Deutsche Bucht hinaus. Je mehr mir uns vom Festland entfernen, um fo stürmischer wird die See. Der Wind frischt auf und zieht Schaum- streifen über die hochgehenden Wogen. Am Himmel (Zeigen sich ein paar schwarze Punkte und nähern ich schnell. Flugzeuge! In Sekundenschnelle ind die Rohre der Geschütze auf die Flugzeuge gerichtet. Während die weißen Flakwölkchen die Angreifer umtanzen, fallen die Bomben zwischen den Schiften ins Wasser, ohne irgendeinen Schaden anzurichten. Ebenso schnell verschwinden die Wellington-Bomber in nördlicher Richtung, und der Flott tenverband setzt seine Fahrt nach Norden fort, wobei die Zerstörer die großen Schisse nach allen Seiten hin gegen U-Boote und Minen sichern. Plötzlich kommt die Meldung, baß sich ein als Nachhut laufender Zerstörer mi t) einem englischen Zerstörer im Kampf befindet. Unserem als letztes Schift des Verbandes laufenden Kreuzer wird die Aufgabe zuteil, den Engländer zu stellen. Mit erhöhter Geschwindigkeit läuft unser Kreuzer dem Feind entgegen, der alsbald am Horizont gesichtet wird. Don unserem Kreuzer wird das Feuer eröffnet Granate auf Granate jagt dem Feind entgegen, der nun durch Einnebelung und Zickzackfahrt versucht, zu entkommen, aber die deutschen Geschosse, die der Engländer heftig, aber wirkungslos erwidert, wissen zu treffen. Jetzt hat der Kampf die beiden Schifte so nahe gebracht, daß der Engländer eine letzte Chance für sich darin erblickt, feine Torpedos abzufeuern. In den Rauchwolken laufen auf den deutschen Kreuzer mehrere englische Torpedos zu, und einer von ihnen richtet feine Bahn haargenau auf den Bug des Schiffes. Im Augenblick wird das Schift herum- geroorfen und gleich wieder in die alte Fahrtrichtung gebracht. Nur in kurzer Entfernung geht das Torpedo an der Bordwand vorbei. Nun aber haben die deutschen Granaten den Gegner so gefaxt, daß eine große Explosion das Schiff in der Mitte entzweireißt. Eine hohe Stichflamme schießt empor, und langsam legt sich der Engländer auf die Seite. Nur wenige Minuten, und immer tiefer sinkt der Rumpf des Schiffes. Die Ueberleben- ben gleiten am Rumpf hinab ins Wasser, und nun stoppt der deutsche Kreuzer, um in mühsamer Rettungsarbeit jeden überlebenden Engländer zu bergen. Die Geretteten kommen ins Schiffslazarett. Das Schiff geht nun wieder auf Nordkurs, um feine eigentliche Aufgabe durchzuführen. Im Morgengrauen ankern die deutschen Kriegsschiffe im Hafen von Trondheim. Die Soldaten werden ausgeschifft, besetzen die militärischen Punkte und werden hieran von niemandem gehindert. Trondheim, dessen Bevölkerung am Vortage vor dem englischen Konsulat gegen die englische Minensperre lebhaft demonstriert hat, nimmt die deutschen Abwehrmaßnahmen, die zu gleicher Zeit auch Schutzmaßnahmen für Norwegen selber darstellen, nicht mit Freude, aber gelassen hin. Das Schicksal Norwegens ist damit in diesem Kriege mit dem Schicksal Deutschlands verbunden. Deutsche Soldaten stehen nunmehr im hohen Norden auf der Wacht, um Deutschlands Interessen und lebenswichtige Belange zu schützen. Karl Sedlatzek. I »Führer beim Staatsbegräbnis sürGeneral Selker Unser Bild zeigt den Führer nach der Kranzniederlegung. — (Scherl-Dilderdienst-M.) Berlin, 12. April. (DNB.) In Gegenwart des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, zahlreicher Generale und Vertreter der Reichsregierung sowie der Partei, fand für den verstorbenen General der Artillerie Becker, dem Chef Des Heereswaffenamtes und Präsidenten des Reichs- forschungsrates, unmittelbar an feiner Wirkungsstätte vor der Technischen Hochschule, an der er als Dekan der wehrtechnifchen Fakultät lehrte, ein Staatsakt statt. Auf der großen Freitreppe lodern aus mit Tannengrün und dem Eisernen Kreuz drapierten Pylonen Flammen empor. Auf der Charlottenbür- ger Chaussee ist eine Trauerparade — ein Bataillon Infanterie, eine Abteilung Artillerie und eine Schwadron Kavallerie — aufmarschiert. Don der Freitreppe grüßen sechs Traditionsfahnen des alten Heeres und sechs Fahnen und Standarten der jungen deuftchen Wehrmacht den Toten. Zahlreiche Generale, die Reichsminister Frick, Rust und ©Ortner, Staatsminister Dr. Meißner. Staatssekretär Körner, Stabschef Lutze, Korpsführer Hühnlein, die Lehrkörper der Berliner Hochschulen und zahlreiche Mi- Ittär- und Luftattachss haben sich eingefunden. Während die Truppe präsentiert und die Fahnen sich senken, trifft der Trauer-Kondukt ein, der die sterbliche" Hülle vom Heereswaffenamt mit sich führt, wo der General die Nackt über aufgebahrt war. Acht Unteroffiziere tragen den Sarg von der Lafette aus den Katafalk, wo vier Obersten des Heereswaffenamtes als Ehrenwache aufziehen. Um 11 Uhr trifft der Führer ein. Tiefes Schweigen herrscht, als er, gefolgt von Generaloberst von Brauchitsch, Reichsmimster Rudolf Heß und Generaloberst Milch vor den Sarg tritt und hier in stillem Gedenken verharrt. Dann hält der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch die Trauer- ansprad)e, in Der er u. a. ausführt: „lief bewegt stehen wir an der Bahre eines hochverdienten Soldaten. Mitten im Schaffen, auf dem Kampfplatz der Pflicht, in unerbittlicher Hingabe an sein Werk, hat ihn der Tod ereilt. Ein Lebenswerk von größtem Ausmaß und entscheidender Tragweite hat General Becker vollbracht. Soldat und Wissenschaftler fanden in feiner Person Verschmelzung. Was den jungen Leutnant schon ergriff, was Den Hauptmann des Weltkrieges in seinen Bann zog — die stürmische Entwicklung und der gigantische Einsatz technischer Kampfmittel für die Selbstbehauptung des Volkes — das führte der General zur Reife. Der schönste Lohn seiner Arbeit war dem Verstorbenen, daß er das Vertrauen seines Führers besaß. Er ernannte ihn Aum Ersten Präsidenten des Reichsforfchungsrates. Er verlieh ihm wenige Tage vor feinem Tode die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Der Name Karl Becker, des Soldaten und Wissenschaftlers, steht mit der großen Zeit unseres Wiederaufstiegs verbunden in der Erinnerung unserer und Der kommenden Generation." Wieder senken sich die Fahnen, erneut präsentiert die Trauerparade, als der Führer und Oberste Befehlshaber an den Sara tritt und den Kranz nieder- legt, während die Weife vom guten Kameraden erklingt und vom Tiergarten her 19 Salutschüsse herüberschallen. Dann tritt Der Führer zu Den Angehörigen und spricht der Witwe und Den beiden Söhnen sein Beileid aus. Der Sarg wurde auf die Lafette gehoben und Dann setzte sich Die Trauerparade nach dem Invaliden-Friedhof in Bewegung, wo nach Aussegnung und Gebet Die Beisetzung ftattfanD deuftchen hervorgegangen ist. So ist Der gegen Eng- land geführte Schlag ein Sieg Der deuftchen Volksgemeinschaft, auf Den wir alle mit unseren Soldaten stolz sein Dürfen. Dr. Fr. W. Lange. Reue Bresche im Blockoder ng der pluiokraiien. DaS Moskauer Echo. Moskau, 12. April. (DNB.) Das Blatt Der russischen Gewerkschaften Jt r u b“ lenkt Die Aufmerksamkeit feiner Leser auf die wirtschaftliche Bedeutung der jüngsten Ereignisse in Skandinavien Die Aktion Der deutschen Wehrmacht gegen Dänemark urrd Norwegen habe nicht nur ein neues Kräfteverhältnis in der Ostsee geschaffen, nicht nur die militärisch-strategischen Möglichkeiten Deutsch- lands erheblich erweitert, und die militärische Position Englands und Frankreichs dementsprechend verschlechtert, sondern sei auch auf wirtschaftlichem Gebiet für beide kriegführenden Seiten von größter Bedeutung. England und Frankreich verlören die reichen wirtschaftlichen Hilfsquellen Der skandina- vischen Länder. Die deutsche Wirtschaft dagegen verschafft sich damit neue, große Dersorgungsmöglich- ketten Der „Blockadering", den Die Westmächte um Deutschland zu schließen versuchten habe durch Die letzten Ereignisse in Skandinavien eine neue Brescde erhalten, wodurch gleichzeitig den Urhebern Der Blockade selbst ein schwerer Schlag zu- gefügt wurde. e Nach einer Reutermeldung ist das schwedische Tankschiff „Sveaborg" (9076 Tonnen) an Der schottischen Küste gesunken. 34 Besatzungs- Mitglieder landeten in einem schottischen Hafen. Die „Sveaborg" war eines der größten schwedischen Tankschiffe und war von Schweden nach Amerika unterwegs. Man nimmt an, daß Die „Sveaborg" torpediert worden ist. Ver Optiker atnffafrttilrfl Lieferant auch Ihrer Krankenkaffe 3m Reich -er Fjorde. Obwohl sich Das Königreich Norwegen weit über den nördlichen Polarkreis bis hin zum Nordkap, jenseits des 70. Breitengrades ausdehnt, so ist doch seine, ganze Küste dank Der Wärme Des nahen Golfstromes bewohnbar. Der Golfstrom ist es auch, Der Die Treibeisgrenze von Den norwegischen Häfen fernhält, so daß sie in keinem Winter zufrieren. Diesem Vorteil steht aber Der Nachteil gegenüber, daß Der größte Teil Des öanDinnem Norwegens von hohen Gebirgsmassen eingenommen wird, Deren Gletscher unD kahle Felsen ein öDes unD un- Kifijiu tuiea STOCKHOLM] =Eyene$a ==£Fßodö — Bud H verum , ~ Hamar,* r o $ 0510 J Hortenj^ jB = DÄNEMARK In dieser Lagekarte zu dem Unternehmen in Nord- europa sind die in den OKW.-Berichten bis einschließlich 12. April genannten Orte verzeichnet — (ScherttBilderDiensttM.) bewohnbares „Fjeld" bilden, das 70 v. H. der 322 599 Quadratkilometer großen Gesamtfläche des Landes ausmacht. Da überdies Der schmale Küstensaum im Norden nicht überall Raum für menschliche Siedlungen gibt, so wohnt Der größte Teil der norwegischen Bevölkerung, die 1938 rund 2 908 000 Einwohner zählte, im Süden Des Landes, wo. allein Ackerbau und Viehzucht mit gedeihen. Da aber nur 3,6 v. H. Der Gesamtfläche Norwegens landwirtschaftlich genutzt werden können, so reichen die erzeugten Nahrungsmittel nicht für Die Ernährung der Bevölkerung aus. Seit je hat sich daher Der Norweger Dem Meere Angewandt, das ihm durch feinen' Fischreichtum, seine Handels- und Lohnschiffahrt große Einnahmequellen erschließt. So ist es Denn verständlich, daß alle wichtigen Städte Norwegens an Der West, oder Südküste gelegen sind. Wenn aber auch nur vier dieser Städte, nämlich Oslo, Bergen, Trondheim J und Stavanger über 30 000 Einwohner zählen, I so sind Die Hafenstädte Narvik und Kristian- i f u n D gleichwohl von großer Bedeutung. Alle diese ■ Städte liegen an oder in Den tiefen Fjords, die das I Küstendlld Norwegens kennzeichnen und Deren V malerische Schönheiten immer wieder Das Auge Des Beschauers entzücken. Auch wir wollen im Geiste eine Fahrt durch Die norwegischen Fjorde und Hafenstädte machen und beginnen sie in Der Hauptstadt Oslo, Die bis zum Jahre 1924 Kristiania hieß. Oslo hat bereits im Jahre 1930 mit 253100 Einwohnern Die Grenze von einer Viertelmillion überschritten. Der wichtigste Teil Der Stadt ist Der Hafen, treibt Doch Oslo einen starken Ein- und Ausfuhrhandel mit allen europäischen Ländern bis zum südlichen Italien, aber auch nach Dem Westen bis zu Den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Die nach Großbritannien und Deutschland Die Dritte Stelle im norwegischen Handel einnehmen. Schon Die Fahrt nach Oslo durch Den 97,5 Kilometer langen Kristiania- Fjord ist an Eindrücken stark. Die Stadt selbst mit Dem königlichen Schloß, Dem Storthing-Gebäude, Mi se M"' deutel auch- arisnE ä* M« haben, d- - leihet Der Ta sind und fremde 9 haben Dii nisse der kleinen r möge sie weger do das ist ih Kamps u einem Si enden, o Reederei- entgegens den ijiilit binebien Landes ; Das nl Oslo, Tr> Städten । feit die a englischen deutschen' daß dies ,-h- ™ davon ko Die Oslol vor solche der Lerke nonoegisc und freu' wieder, o anders de der offen' ner nott Dichter norwegisc ihm oerb' landhörig Die 2 mätf/tiae, durch bei Untiefen, Klippen es im w der L o t per ihr die En g zwischen Dorn im durch rii ihrer ! fachen ih hielten bi stamment können. ' Meldung, diesen bi schritten * 1 Hand zu dadurch i werden, zeigt, da tlirche in Dem Die Volksvertretung tagt, mit der altehrwürdigen Kathedrale unD Der 1811 gegründete« Universität bietet viele Sehenswürdigkeiten, zu Denen auch Die Kunstakademie, Das Konservatorium unD viele wissenschaftlicke Institute gehören. Einen weiten Raum nehmen Die Osloer Industrieanlagen ein, Die neben Dem Hafen unD Dem Handel von großer Bedeutung find. Wir fahren Dann wieder zum Kristiania-Fjord hinaus, folgen Der Küste in südwestlicher Richtung, kommen in 21 r en Dal vorüber unD machen in kommen an Arendal vorüber und machen in weit nördlicher an der Westküste gelegenen Kristian- sund) einen kurzen Halt. Don der Stadt Kristian- sand. Deren Dom Die Häuser dieser Handels- und Fischerstadt überragt, werfen wir einen Blick über das Skagerrak. Alsdann umfahren wir das Kap LinDesnäs, Den füDlichsten Punkt Norwegens, und erreichen, indem wir nunmehr nordwestlich steuern, das am StavangerFjord gelegene Stavanger. Der aus Dem 12. Jahrhundert stammende Dom zieht unsere Blicke auf sich. Dabei beobachten wir aber, daß sich in Stavanger, Das 46 800 Einwohner hat, auch eine Grohfunkstation befindet, daß hier neben vielen Reedereien viel Schiffbau getrieben wird und sich eine rege Fischkonservenindustrie entfaltet. Wieder geht es an zahllosen Fjorden vorüber, bis wir zu Der am Wagenftord gelegenen Stadt Bergen gelangen, die mit ihren rund 100 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Norwegens ift Ein Stück Geschichte umgibt uns hier, wo im 15. Jahrhundert die Deutsche Hanse ihren Sitz hatte. Wir stoßen auf einen äußerst regen Schiffsverkehr, Der uns von einem ausgedehnten Handel mit Heringen, Stockfisch und Holz erzählt. Aber auch der Handelshochschule und Dem Musikkonservatorium statten mir einen Besuch ab. Nach einer Fahrt, die uns zuletzt Die Schöicheiten Des Tronhjens-Fords erschließt, landen wir in der ehemaligen Krönung*' k > L ?ie !ch° iS". 8* öelg s? St L-! teu'tal lAzuxm. ; Nonveg« len in No» ten bis t» irzeichnet. - °ßle Teilte mb 2 908 m Laiches, b Mihen. L PfE BUCHT VOM CAWUA WÄHLEND 0&? r/49AU5-VE#SCRI#TUN6 r die (Ern» mt sich bäte ndt, das ihr andels- uü i erfchließl. ille wichtig« »der 6f" r vier die rondhei ebner zähl Kristiai nq. M bi jords, die und de das Auge ihrt durch V machen ob , die bis f it bereits n die Smr i. Der ffl'j eibt doch 0e- M mit oüi- ichen W den herein; nach Tn? Stelle im # )ie FaU ien * ;tobt W„ ^hmg-GebW rd«. lvetz k Kl LZ tanleutnants Schuhart versenkt wurde. Das erste von Anfang an als Flugzeugträger gebaute Kriegschiff war der englische Flugzeugträger ,,f) e r m e s", der 1919 vom Stapel lief. Der Flugzeugträger „Arc Royal" wurde erst 1939 fertig, weitere Flugzeugträger liegen teils noch auf Stapel, teils ind sie noch nicht verwendungsbereit. Ein moderner Flugzeugträger hat gewöhnlich Flugzeugräume in zwei Decks. Das Oberdeck ist als Ablaufbahn eingerichtet, was dem Flugzeugträger seine eigenartige Form gibt. Außer Schornstein und Kommandobrücke, die auf dem Rollfeld die sogenannte „I n s e l" bilden, hat der Flugzeugträger keine Aufbauten, die über die flache Ablaufbahn hinausragen. Die Schiffe liegen hoch aus dem Wafer heraus. Zur Verlängerung des Rollfeldes ist >as Oberdeck häufig über den Achtersteven hinaus verlängert. Elektrische Aufzüge bringen die Flugzeuge auf das Rollfeld. Die Bewaffnung der Flugzeugträger besteht aus leichter und mittlerer Flakartillerie. Die „Arc Royal" hat Unterbringungsmöglichkeiten für 60 Flugzeuge. Die schon berichtet, griff am Donners agabend die deutsche Luftwaffe britische Seestreükrafte 200 Kllv- Meter nordwestlich Trondheim mit Erfolg an. Em mglischer Flugzeugträger wurde durch eine Bom ichweren Kalibers vernichtend getroffen. Unser Bud zeigt einen der englischen Flugzeugträger. (Scherl-Bilderdienst-M.) * Flugzeugträger sind Kriegsschiffe zum Transport von Flugzeugen, die von die len Schiffen aus zum Fluge starten können womit Äso ihr Aktionsradius vergrößert wird. Flugzeug träger wurden zuerst gegen Ende des Weltkriege in verschiedenen Marinen eingeführt England baut die drei großen Kreuzer „Furious", „Glorwus un ...Courageous" in Flugzeugträger um, von denen oe letztere am 17.9.1939 durch das U-Boot des Kaxr- stadt Norwegens, in Trondheim, deren Alten uns der im 11. Jahrhundert erbaute Dom verrät Die Bedeutung dieser drittgrößten Stadt Norwegens (54 500 Einwohner) erkennen wir auch an der Technischen Hochschule. Endlich haben wir dann auf unserer Fahrt, auf der wir backbord, also linker Hand, die Lofoten erblickten, das Ziel unserer Reise erreicht: die Stadt Narvik, die den Endpunkt der Lofotenbahn bildet, über die die Erz. ausfuhr aus Schweden vor sich geht. Diese vorzüglich ausgebaute 46 Kilometer lange Bahnstrecke nimmt also eine besondere Stellung im norwegi- schen Eisenbahnnetz ein, das im übrigen mit nur 3646 Kilometer sehr weitmaschig ist. Aus unserer Fahrt sahen wir nicht nur die bedeutendsten Städte Norwegens, sondern erkannten auch, daß Seeschiffahrt und Küstenschiffahrt, Fischerei und Fischkonservenindustrie, Forstwirtschaft und Holzhandel den Reichtum Norwegens ausmachen, zu dem noch die Ausnutzung der Was- serkräste gehört. Wir sehen damit den alten Satz bestätigt, daß, wer diese Städte besetzt, ganz Norwegen fest in seiner Hand hält. Die Norweger. Das norwegische Volk hat, soweit die Berichte aus Oslo, Trondheim, Stavanger, Bergen und anderen Städten erkennen lassen, mit Ruhe und Kaltblütigkeit die alarmierenden Nachrichten des Klüngels der englischen Kriegshetzer ausgenommen, wonach die deutschen Truppen ins Meer getrieben seien. Denn daß dies nicht der Fall war und ständig neue deutsche Truppen auf norwegischem Boden anlangen, davon konnten sich die Norweger leicht überzeugen. Die Osloer Presse warnt denn auch sehr eindringlich vor solchen Lügennachrichten. Im übrigen wickelt sich der Verkehr zwischen den deutschen Soldaten und der norwegischen Zivilbevölkerung in durchaus korrekten und freundlichen Formen ab. Es zeigt sich auch hier wieder, daß oie weitaus größte Masse des Volkes anders denkt und handelt als die bisherigen Macher der öffentlichen Meinung. Ein so feiner Kenner seiner norwegischen Landsleute wie der berühmte Dichter Knut Hamsun, der selbst ein Sohn des Oie Oonau-Lotsen. Die Donau ist in ihrem Unterlauf ein sehr eigenmächtiger Strom, der sein Bett gern verändert und durch Den Menschen noch nicht ganz gebändigt ist. Üntiefen, Stromschnellen, Strudel, Katarakte und Klippen gefährden sehr leicht die Schiffahrt, so daß es im wesentlichen von der Ortskenntnis und Kunst der Lotsen abhängt, ob die Dampfer und Schlepper Ihr Ziel erreichen. Diesen Umstand haben sich die Engländer, denen der rege Warenaustausch zwischen Deutschland und den Südoststaaten ein Dorn im Auge ist, zunutze gemacht und die Lotsen durch riesige Bestechungsgelder zur Aufgabe ihrer Tätigkeit veranlaßt. Bis zum Zehnfachen ihres an sich schon hohen Normallohnes erhielten diese meist aus Jugoslawien und Rumänien stammenden Lotsen, um dafür spazierengehen zu tonnen. Aus Bukarest kommt nun die erfreuliche Meldung, daß die betreffenden Regierungen gegen diesen britischen Sabotageversuch energisch einge- schritten sind, indem sie die feiernden Lotsen kurzerhand zum Heeresdienst einberufen und dadurch ihrer beruflichen Tätigkeit wieder zufuhten werden. Es hat sich also auch in diesem Falle gezeigt, daß Deutschland und die Südostländer tn gleichem Maße die Sicherheit der Donauschiffahrt zu schützen wünschen. Englischer Flugzeugträger durch eine Bombe vernichtend getroffen. 'M. und ; inb •denen JjL in«! «4 roir °a .1 SU sx Ä iiM > «A. IlfiÄJ «"'Ä Oie Verwaltung der Ostmark von den Reichsstatthaltern übernommen. Berlin, 12. April. iDNB.» Am 23. April 1938 hatte der Führer den Gauleiter B ü r ck e l zum Reichskommissar für die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich ernannt und ihn beauftragt, den politischen Aufbau der Ostmark und ihre Eingliederung in das Reich in staatlicher, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht durchzuführen. Dieser Auftrag ist erfüllt. Gauleiter Bürckel hat den Führer daher gebeten, das ihm übertragene Amt eines Reichskommissars für beendet zu erklären. Der Führer hat dem entsprochen. Die Verwaltung in der Ostmark ist von den Reichsstatthaltern der einzelnen Gaue übernommen worden. Der Führer hat ernannt zum Reichsstatthalter in Wien: Gauleiter Bürckel, in Oberdonau: Gauleiter Gigruber, in Tirol: Gauleiter Hofer, in Niederdonau: Gauleiter Jury, in Salzburg: Gauleiter Raiiver, in Steiermark: Gauleiter Uibepreither. Der Reichsgau Kärnten wird zunächst vertretungsweise durch den Regierungspräsidenten verwaltet werden. Kleine politische Nachrichten. In der Nacht zum Freitag wurde in Paris von 12.45 bis 1.30 Uhr Fliegeralarm gegeben. ♦ Von dem am Donnerstag in Neuyork eingetroffenen italienischen Ozeandampfer „R e x" wurden i n Gibraltar außer 568 deutschen Postsäcken erstmalig seit Kriegsbeginn auch italienische Postsäcke, insgesamt 13, ohne jede Angabe von Gründen beschlagnahmt. Die in 1)8^..-Häfen liegenden schwedischen Schiffe haben aus Stockholm Anweisung erhalten, vorläufig in diesen Häfen zu bleiben. Die auf hoher See befindlichen schwedischen Schiffe sollen die O8^..-Häfen oder andere neutrale Häfen anlaufen. Nach Berichten der italienischen Blätter wird der ungarische Ministerpräsident Graf T e l e k i sich am 1. Mai nach Belgrad begeben. Die Blätter erblicken darin ein neues Zeichen der ständigen Verbesserung der ungarisch-jugoslawischen Beziehungen. ♦ Kardinal 33 e r b i e r, der Erzbischof von Paris, ist Dienstag morgen gestorben. * Reichs-Minister Dr. Goebbels empfing die Volkstumsreferenten der Reichspropagandaämter, die zu einer Arbeitstagung nach Berlin gekommen sind. * Seit dem Jahre 1807 hat Warschau nun zum erstenmal wieder ein deutsches Gericht erhalten. Bei der Eröffnung des deutschen Obergerichtes für Warschau war in Verhinderung des Reichsjusti^- Ministers Staatssekretär Dr. Freister anwesend, in Vertretung des Generalgouverneurs Reichsminister Dr. Seyß-Jnquart. Aus aller Wett. Schwedische Konzertreise der Berliner Philharmoniker. Die Berliner Philharmoniker schlossen eine Konzertreise durch Schweden mit .einem Konzert in Malmö. Die Philharmoniker spielten überall vor übervollen Häusern. In Malmö wurde zu einem Höhepunkt unter Eugen Jochums Leitung die Wiedergabe von Beethovens 5. Sinfonie. Blumen und Lorbeerkränze mit Bändern in den schwedischen Farben und dem deutschen Hakenkreuz wurden überreicht. Die Internationale Mustermesse in Mailand. Die 21. internationale Mustermesse in Mailand ist eröffnet worden. An Zahl der Aussteller und Ausdehnung übertrifft sie alle früheren. Trotz der kritischen internationalen Lage nehmen Aussteller aus 29 Ländern daran teil. Erstmals sind durch einen eigenen Pavillon auch das befreite Spanien, Estland und Mandschukuo vertreten. Im deutschen Pavillon werden die mannigfaltigsten Erzeugnisse und Forschungsergebnisse auf chemischtechnischem Gebiet gezeigt, die der Dierjahresplan und der Krieg zur höchsten Entfaltung gebracht haben. Diese erste wissenschaftliche Ausstellung der deutschen Chemie im Ausland begegnet in Italien höchstem Interesse, weil dieses wie Deutschland sich von den äusländischen Rohstoffen unabhanmg zu machen sucht. Es wird eine anschauliche Uebersicht der chemischen Erzeugung von Kunststoffen, wie Zellwolle, Kunstseide, Leichtmetallen, allen Arten synthetischer Farben, Kautschuk aus Kohle und Kalk (Buna) und Treibstoffen aus deutschen Rohstossen gegeben. In einer anderen Abteilung wird die neueste deutsche phototechnische Erfindung, Papier- abzüae von Farbenaufnahmen, gezeigt sowie die deutsche Chemie im Dienste der Heilkunde und des Pflanzenschutzes. Ungeachtet des Krieges ist Deutschland Der größte ausländische Aussteller. Bildhauer Heinz Schiefil f. Im Alter von 73 Jahren verschied in Würzburg der Bildhauer Heinz Sch lestl, der Träger des mainfränkischen Kunstpreises 1937. Mit ihm ist der lebte und älteste des brüderlichen Kunstler-Drei- aestirns Heinz, Matthäus und Rudolf Schiestl dahin- gegangen. Heinz Schiestl hat viele Kriegerdenkmäler in Mainfranken geschaffen. _________________ AmtHMArmietter- Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Verantwortlich für Politik, äletonunb Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt G'eften, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Lndwig Neun^. Är Orietto« llntorrflttolruierd iR Srnge « ® m-rlaalleiter: Dr. - Jng. örtd) Hamann: Anzeigenleiter. HanS Beck. Verantwortlich füt den Inhalt ter Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr^. norwegischen Kleinbürgertums ist und immer mit ihm verbunden war, schrieb, als die Welle der eng» landhörsgen Propaganda Norwegen überflutete, chon am 30. März 1940 in „Fritt Volk": „Es ist so, daß viele von unseren kleinen Leuten die Hoffnung haben, daß Deutschland uns schützen wird — leider nicht heute, das verstehen wir, aber wenn der Tag kommt. Wir wollen hier sein, wo wir 0 v 5 te |inb und wie wir sind, wir sollen nicht in eine mfHsl fremde Macht kommen. Mehr und mehr von uns mcle &. haben die Hoffnung auf Deutschland." Die Ereig- iür Nisse der letzten Tage haben Knut Hamsuns und der -- -1'' kleinen norwegischen Leute Wunsch, Deutschland möge sie schützen, schnell erfüllt. Wie nun die Norweger das Problem ihres Regierungsumbaus losen, das ist ihre Sache und geht uns nichts an. Aber der Kampf um die Meinung der Norweger wird mit ( ® r einem Sieg der Vernunft im Sinne Knut Hamsuns . ™ - "T. enden, ob auch die durch englische Pfunde und Reederei-Interessen gekauften Reaktionäre sich dem entgegenstemmen. Deutschland hat nur die Aufgabe, den yrilitärischen Einbruch der Westmächte in Skandinavien zu verhindern und den Frieden dieses Landes zu sichern. Ä SK und dm 5^' ö Ü&i km. C' So hab "ich5 Samstag | Sonntag Stenotypistin für 1. Mai 1940 gesucht — Angebote an Kartoffelkäfer- Ab Wehrdienst Gießen, Senckenbergstraße 7 AUDI-..d HORCH Automobile Filiale Frankfurt a. M. 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Kapelle Wetzlarer Weg: 8.45, Liz. Jost. Giesten-Klein-Liuden: 10 G.- Abendm. f. d. weibl. Jugend u. Gesamtabeudm. Gicstcu-Wicscck: 13.30, Walther. Abeudm. und Schulaufäugerandacht werden auf 21. April verschoben. . _ Kirchberg: 9.30 KG.; 10 G.- ^lbendm. f. d. Jungen von Lollar. Evang.Stadtmission, Löberstr. 14. Somit., 14. 4., 8.30 Andacht; 9.45 S.-Sch.; 14.30 Allianz-Versammlung; 20.15 Predigt. - Mittwoch, 17. 4., 20.15 Brbelstunde. Jreic cvang. Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonnt., 14. 4., 9.45 ErbauungSstde.; 11 Sonntagsschule ; 14.30 Allianzkonferenz in der Stadtmission. Reuavostol. Gemeinden Gieben, Händelstr. 1, Edcrstr. 13. Sonnt., 14. 4., 9 und 15 G. Kraus. Haushalt u. Küche Mann als Gärtner auf Landsitz in der Nähe Frankfurt /M. gesucht. Nur bestemp- fohlene, saubere und arbeitsfreudige Leute, die Dauerstellung suchen, woll. sich unt. G.H.691 a. d. Propaganda' | Vermietungen-] 5-6-5immet- ffioönuno vollständig neu hergerichtet, per 1.5.4OanDauer- mieter zu verm. Schr. 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Auf Grund des § 2 der Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — zum Schutze der Felder und Gärten vom 9. 3.1939 (ab- gedruckt im Amtsoerkündigungsblatt Nr. 9 vom 30.3, 1939) wird die Sperrzeit für Tauben innerhalb des Stadtkreises Gießen auf die Zeit vom 14. April 1940 bis 14. Mai 1940 festgesetzt. 1851C Zuwiderhandlungen werden nach § 5 der Verordnung angezeigt. Gießen, den 10. April 1940. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. r Früh' uni Bobenfunb Deutung a den für ui manentum der für ui uns so nü jiend sind, einige Gr 65 gibt erfrischend e.G.m.b.H., Münster I.W., Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh oller Art» tFett- und Weidevieh z Ferkel z Läufer z Pferde usw.l in Kope Kubiert ui sür die at die ich da Bewunber ron Herr! denen Fül Vluseums. madikuhü- unöDttribiic auf ÖäJ 139. Milchvieh - Versteigerung in Münster i.W., Westf. Zuchtviehmarkt Donnerstag, den 18. April 1940,12Uhr. 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Olsen, ist es zu danken, daß wir uns heute ein anschauliches Bild von dem Leben der deutschen hansischen Kaufleute in dieser Stadt, von den sog. „Bergenfahrern", machen können. Olsen kaufte 1866 eines der alten Häuser von Tyskebryggen und trug in jahrelangem Bemühen alles zusammen, was er an alten Einrichtungsstücken der Hansezeit noch auftreiben konnte. Alles steht in diesem einzigartigen Museum an seinem Platz, so wie es vor Jahrhunderten gestanden hat, und wir würden uns nicht wundern, den Herrn des Eine der ersten Aufnahmen vom Einmarsch der deutschen Truppen in die norwegische Hauptstadt. Bon zahlreichen Osloern begleitet, zieht eine Kompanie mit Musik ein. (PK.-v. Kayser-Presse-Bild-Zentrale-M.) Zeitschriften. — Der „Almanach d e G«otha". 1 940. (Genealogisches, diplomatisches und statistisches Jahrbuch) für das Jahr 1940 ist im Berlage Justus Perthes in Gotha soeben erschienen. Die weltgeschichtlichen Ereignisse seit dem 1. September 1939 bedingten das verspätete Erscheinen des für jeden Zeitungsleser nützlichen Werkes: mußte doch dem Verschwinden der bisherigen polnischen Republik von der Landkarte Rechnung getragen werden. Danzig, Polen und die Tschechoslowakei sind als selbständige Staaten aus dem Almanach verschwunden; dagegen erscheinen erstmalig die Slowakei und die Innere Mongolei als solche. Im Artikel Deutsches Reich erscheinen die neuen Reichsgcme Danzig-Westpreußen und Warthegau sowie das Protektorat Böhmen-Mähren. Auch die politischen Aenderungen in Albanien sind ausführlich behandelt worden. Das Werk ist u. a. geschmückt mit den Porträts des Reichsaußenministers von Ribbentrop und des italienischen Außenministers, Conte Ciano. Idas Aufkommen von Ackerbau und I Viehzucht in der jüngeren Steinzeit. Damit sind I zugleich die Anfänge der Seßhaftigkeit, des Bauern- I lebens, gegeben. Es muh auch eine geistige Aen- derung eingetreten sein, ein Kulturwandel, denn die !i jetzt begegnenden großen Grabbauten zeigen zugleich eine erhöhte Beherrschung der Technik und eine neue Vorstellung vom Verhältnis der Lebenden zu den Toten. Die Gräber sind aus mächtigen, teils ien Deutsche Hansestädten — , , - ■ „ !, ro0 ein leill mußten starke Nerven haben, um die „Spiele aus- «°d 5 fteidjs, iqT; n 939 (ab. '°Ni Uz d rh°lb bes H Ml 194ÖI , J851C n r Derord, 'lizeiliche? 1888b . richten, bedurfte es des organisierten Zusammenwirkens vieler Kräfte. Etwa um die Wende vom 3. zum 2. vorchristlichen Jahrtausend offenbaren uns die Funde eine für die Entstehung der Germanentums entscheidende Tatsache. Ein neues Volk dringt von Süden her in die Wohnsitze der Steinkammerleute ein. Es bestattet seine Toten in Einzelgräbern und bringt Waffen und Tongefäße von anderer Art mit sich, als sie uns in den bisherigen großen Grabbauten begegnen. Allmählich setzt sich die neue Bestattungsweise überhaupt im Norden durch. Aus der Verschmelzung der Einwanderer, die vielleicht anfangs eine erobernde Herrenschicht ausmachten, entstand ein neues Volkstum, aus zwei verschiedenen Kulturen eine einheitliche. Manches spricht dafür, daß jenes zweite Volk, dessen Sitze man sich im heutigen Thüringen denkt, nicht nur nach Norden vorgestoßen ist, sondern auch nach Südwesten und Südosten, und daß es auch dort die Vorbevölkerung umgewandelt hat. Auf diese Weise erklären sich neuere Forscher die Entstehung der I n d o g e r m a- n e n, die sich demnach nicht als Verzweigung eines einzigen Urstammes entwickelt hätten, sondern von Anfang an als verschiedene Stämme — Germanen, Kelten, Illyrier usw. — aus verwandten Wurzeln. Die Funde im Kopenhagener Museum stammen nur aus Dänemark, aber sie sind denen in den benachbarten Teilen Deutschlands so ähnlich, daß während der jüngeren Steinzeit und noch im Beginn der folgenden Periode, die man nach dem neuen Werkstoff die Bronzezeit nennt, einheitliche Verhältnisse angenommen werden müssen. Auf dem Höhepunkt der Bronzezeit, etwa um 1200 v. Ehr., reichte die germanische Südgrenze in einem Bogen von der Wesermündung über die Vereinigung von Elbe und Saale bis jenseits der Odermündung. Einige Jahrhunderte spater hatte sie im Westen den Niederrhein erreicht und im Osten den Unterlauf der Weichsel überschritten. Im Süden lag sie etwa am Fuße des Thüringer Walds. Man ist vielfach geneigt, sich die Steinzeit, auch fr*.** ieral’ert"n iilM s> lf3700j«ß! ÄE e5tu*r,lS ,n, M Früh-Germanisches aus Kopenhagen Von Or. Paul Rohrbach. Hauses in Wams und langem Degen zur Tür eintreten zu sehen. Den vornehmsten Raum bildet die „Stube", an den Wänden mit dem Wappen der Hanse und mit alten Waffen geschmückt, mit wuchtigen Holztischen, darauf noch das alte Bierfaß mit dem Holzzapfen, der alte Kessel zur Bereitung des Punsches und in einem Wandschränkchen eine dickbauchige Flasche. Von der Trinkfestigkeit der Hansegesellen bekommen wir einen starken Begriff, es ist aber auch begreiflich in dieser Stadt, deren feuchtes Klima und ständige Niederschläge gradezu sprichwörtlich geworden sind, doppelt begreiflich, wenn wir erfahren, daß die „Bergenfahrer" satzungsgemäß alle Junggesellen waren, Vertreter der reichen Kaufleute daheim in Deutschland, denen sie jährlich einmal Rechenschaft ablegen mußten. Neben der Stube, in der die Kunden und Lieferanten empfangen und bei einem tüchtigen Trunk sicher manch wichtiges Geschäft abgeschlossen wurde, liegen das Hauptkontor und das Privatkontor des Kaufmanns, auf dem Tisch noch vergilbte Geschäftsbücher. Auch verschiedene Protokollbücher der eine Gemeinschaft bildenden Kaufleute einer Gasse, sog. „Naberbücher" (von Naber, Nachbar), sind noch erhalten. Im oberen Stockwerk der Schlafraum des Ärbeitspersonals mit seltsamen, in die Wand ein- qemauerten und mit Schiebetüren versehenen Schlaflöchern, die vollständig „licht- und luftdicht" abge- chlosien werden konnten und im Winter sicher auch so abg-schlossen wurden, denn von einem Ofen mar in diesem Raum keine Rede. Die „Bergenfahrer" führten ein oft übermütig lustiges, dann aber auch wieder spartanisch hartes Leben voll strenger Arbeit und die jungen Leute, die aus den deutschen Hansestädten als Lehrlinge hierher geschickt wurden, Trondheim, die alle norwegischeKönigsstadl. In alten norwegischen Chroniken und geschichtlichen Erzählungen aus mittelalterlicher Zeit taucht häufig der Name Nida ros auf. Nidaros oder Trondheim, wie wir heute sagen, ist für den Norweger die ehrwürdigste Stadt seines Landes, die alte Königs- und Krönungsstadt, die in der großen geschichtlichen Zeit Norwegens, vom 11. bis zum 13. Jahrhundert, den Inbegriff der Macht und Herrschaft bedeutete. In den endlosen und immer neu entbrennenden Kämpfen der Könige untereinander, und her Könige mit den Geschlechtern, galt schließlich der als der rechtmäßige Herrscher, der im Dom zu Nida ros gekrönt worden war. Nidaros, die „Mündungsstadt des Nid", wurde 996 von Olaf Tryggvoson, der glänzendsten Gestalt der norwegischen Königsgeschichte, gegründet und erlebte seitdem wechselvolle und bewegte Schicksale. Nachdem es zum erstenmal von Jarl Svein verbrannt worden war, baute Olaf Haraldson nach seiner Wiedereroberung des Landes es von neuem cu|. Zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt des mittelalterlichen Norwegen wurde Nidaros aber erst nach dem Tode Olaf Haraldsons 1030, als über seinem Grabe eine hölzerne Kirche erbaut und bald danach Olaf heiliggesprochen wurde. Das hölzerne Kirchlein ließ Olas Kyrre abreißen und begann an der gleichen Stelle den Bau des steinernen Doms, der im 13. Jahrhundert vollendet wurde und bald der größte Wallfahrtsort des gesamten Nordens war. Noch heute stellt dieser Dom den großartigsten Kirchenbau ganz Skandinaviens dar, wenn auch zahlreiche Brände, Zerstörungen, Umbauten, Erneuerungen feinen ursprünglich nor- 9-22 V1' die jüngere, als primitiv in den äußeren Lebensformen, in Hausbau, Technik usw. oorzustellen. Man wird schon eines Besseren belehrt, wenn man die ausgezeichnete feine Arbeit bei den Steinwerkzeugen und Stemwaffen beobachtet. Man hat Stellen gefunden, wo Werkstätten für die Werkzeug- und Waffenfabrikation gelegen haben müssen. Das Material ist zum größten Teil der Feuerstein, auch Flint genannt. Sogar Sicheln zum Abschneiden des Korns und Angelhaken wurden aus ihm gemacht. Offenbar bestand die Sitte, besonders wohlgelungene Stücke als Opfergaben an höhere Mächte an bestimmten Plätzen, namentlich in Mooren, nieder- zulegen. Auf der Insel Seeland wurden Depots von großen, ganz roh zugeschlagenen Flintstücken gesunden, die als »Halbfabrikate für den Export" gedeutet werden, nach Gegenden, die arm an Feuerstein waren. Ein anderes Depot enthielt etwa 100 Stücke, die sämtlich Vorarbeiten zur Anfertigung von Sicheln darstellen. Es war also nicht jedermann sein eigener Handwerker und Waffenschmied, sondern dazu gehörte eine besondere Technik. Manche schön geschlissenen Beile sind so groß, daß sie unmöglich geschäftet und geschwungen werden konnten, da der Stiel sofort abgebrochen wäre. Sie haben vermutlich kultischen Zwecken gedient. Eine besondere Rolle spielen die Streitäxte des einwandernden Einzelgrabvolks. Sie sind prachtvoll gearbeitet, bestehen nicht aus Feuerstein, der zu hart ist, um gebohrt zu werden, sondern aus anderem harten Material und haben in der Mitte ein Loch für den Schaft. An unfertigen Stücken kann man erkennen, wie die Bohrung geschah: offenbar mit einem Röhrenknochen, der auf angefeuchtetem Ouarzsand hin und her gedreht wurde. Auf diese Weise läßt sich, wenn auch mit viel Geduld, sogar mit Hilfe eines gewöhnlichen Holzstabes harter Stein durchbohren. Die Bohrkerne zeigen aber, daß das Bohrinstrument hohl war. Hausreste aus der Steinzeit haben sich im Norden nicht sicher feststellen lassen, aber Funde in {üblicheren Gegenden (Bodensee) zeigen, daß länglich rechteckige Häuser mit zwei Räumen und einem Vorplatz aus eingerammten oder liegenden (Blockbau) Hölzern gebaut wurden. In dieser nordisch-germanischen Haus» form erkennt man die Vorstufe der indogermanischen Steinarchitektur im Süden: das griechische Megaron. Als Schmuckmaterial in Gestalt pompöser Halsketten, diente besonders der Bernstein. Er wurde auch als Opfergabe, in großen Tongefäßen in Mooren, niedergelegt. Als Getreide kannte der Ackerbau der Steinzeit Gerste und Weizen. Man hat ihre Körner mit in den Gefäßton eingeknetet gefunden. An Haustieren hatte man Rinder, Schafe und Schweine, außerdem schon von weit älteren Zeiten her den Hund. Die große altgermanische Blüteperiode aber ist erst die Bronzezeit. Bergen ist eine der ältesten und ehrwürdigsten Handelsstädte Norwegens. König Olaf Kyrre baute Ntr um 1070 seine Königsburg, im 12. Jahrhundert Durbe die Siedlung zum Bistum erhoben und ge- Dmn seitdem immer größere wirtschaftliche Bedeutung. Anfang des 13. Jahrhunderts gründeten donfische Kaufleute hiev ihre ersten Niederlassungen, urd um 1340 erfolgte die Bildung des „Deutschen Kontors", das zwei Jahrhunderte hindurch den handel an der ganzen Westküste Norwegens- be- derrschte und den wirtschaftlichen Mittelpunkt der biodt Bergen bedeutete. „Tyskebryggen", Deutsche »Ücke, heißt die Hafenstraße bis heute, Zipfel um Gipfel. Zahlreiche Tunnels, im ganzen j über 40 an der Zahl, schlucken immer wieder den a 8ug ein und nehmen einem viel von dem Ausblick in die Wunderwelt. Allmählich rollt der Zug wieder ii abwärts, Tannen erheben wieder ihre Häupter, und bald tauchen wir von neuem in die Welt der Mengen ein. Schmucke Landhäuser und Viuen, gepflegte Parks, hier und da ein rauchender Fabrik- Mot künden die Nähe einer großen reichen ^tabt. (Enblid) sind wir in Bergen, das vom Kranz seiner bis 650 Meter hohen Berge umgeben, die der Stadt den Namen geliehen haben, den innersten Teil des titf in das Land eingeschnittenen Byfjordes um= lärmt. Es gibt wenig Dinge, die heutzutage geistig so erfrischend sind, wie ein Ausflug in die germanische Früh- und Vorgeschichte — weil ihre Fundschätze uns so nahe angehen und so lebendig und überzeugend sind. Vor einem Menschenalter wurden erst einige Grundlinien erkennbar;, jetzt gewähren die Lodenfunde, deren Zahl immerfort zunimmt, deren Deutung auch sicherer wird als früher, festeren Boden für unser Urteil. Für die Entstehung des Germanentums und die ältere germanische Periode, vor der für uns sichtbaren Differenzierung der Völkerschaften und Stämme, gibt es keine reichhaltigere Sammlung, als die des Nationalmuseums in Kopenhagen. Ich habe sie eben einige Tage studiert und kann nur beginnen mit einem Dank für die ausgezeichnet liebenswürdige Unterstützung, die ich dabei empfing, und mit dem Ausdruck der Bewunderung für die meisterhafte Abfassung des von Herrn Inspektor Bröndstedt herausgegebenen Führers durch die germanische Abteilung des Museums. Lasten wir die vielfach noch ungeklärten Probleme der älteren und mittleren Steinzeit auf dem in der Folge von Germanen bewohnten Boden beiseite und I nehmen unseren Ausgangspunkt bei Beginn der .. jüngeren Steinzeit, die in Nordeuropa I etwa die Zeit von 3000 bis 1500 v. Ehr. umfaßt, I so finden wir als den einschneidendsten Unterschied zuhalten, die ihre älteren Genossen überlieferungsgemäß mit den Neuankömmlingen trieben. Dafür genossen sie, wenn sie in Bergen alle Grade durchlaufen hatten, vom „Staoenjungen" (Lehrling), über den „Gesellen" (Lagerverwalter) bis zum „Haus- bund" (Kaufmann), bei ihrer Heimkehr nach Deutschland hohes Ansehen. Das „Deutsche Kontor" blieb auch nach Auflösung der Hansa noch bis ins 18. Jahrhundert hinein bestehen, bis nach seinem Vorbild das Nordische Kontor gegründet wurde, das im Anfang zahlreiche Deutsche zu seinen Mitgliedern zählte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde freilich der deutsche Einfluß immer mehr zurückgedrängt, der trotzdem der Stadt Bergen seine unoerlöschbaren Züge ausgeprägt hat. C. K. iol/nti rohen, teils gespaltenen Findlingsblöcken errichtet, MWl und die aus ihnen erbauten Kammern — erst nur liffenW’ i für eine einzige Bestattung bestimmt, dann für eine zuoervaA ganze Folge von Geschlechtern — waren mit einem ?re§‘ [1802D. ( Erdhügel überschüttet. Um diese Monumente zu er» .Hecker, ■■■ '■ !»■■■■■ leckM9- r ---------— Wer von Oslo nach Bergen mit der Bahn fährt, erlebt ein Naturschauspiel, das in Europa völlig einzigartig ist. Selbst die höchsten Bergbahnen der Schweiz können es an großartig wilder Schönheit mit dieser Strecke nicht aufnehmen. Bis in die fiebriger Jahre hinein galt der Plan, das Gebirge zwilchen den beiden größten Städten Norwegens durch eine Bahn zu überwinden, als unausführbar. Erst • IHv 11 Q1* UVvl uiy* vviv. * I im Jahre 1907 wurde nach Bewältigung unsäglicher technischer Schwierigkeiten die Bahn fertig. _ Mit 1300 Meter erreicht die Strecke ihren höchsten Punkt, aber in diesen nördlichen Breitengraden trägt diese Höhe bereits reinen Hochgebirgscharakter, hinter Oslo grüßen den Reisenden zunächst noch unermeßliche Fichtenwälder, tief eingeschnittene Täler mit den freundlich bunten Bauernhäusern, doch höher und höher steigt die Bahn, Bäume xmd menschliche Siedlungen bleiben zurück, endlich ist | man in der Region des ewigen Schnees. Durch das erhabene Schweigen der eisftarrenben Gletscherwelt stöhnt und faucht die Lokomotive, manchmal sieht btr Blick nur nackte Felswände, die senkrecht ab- sturzen, eisige grünliche Wassermassen, die fiz< durch eine enge Schlucht zwängen, aber plötzlich öffnet sich her weite Ausblick auf die schneebedeckte Bergkette, 13./14. April 19401 Aus -er Stadt Gießen. * Neue Saat. Die Frühjahrsarbeit im Felde kann beginnen. Pflug und Egge kommen auf den Wagen. Dann qeht's los. Der Acker soll gepflügt werden. Mit frohem Morgengruß nicken sich die Bauern zu. Endlich ist es so weit Nun drängt sich viel Arbeit m wenigen Tagen zusammen. Auch die älteren Bauern, die sich schon zur Ruhe gesetzt hatten, müssen jetzt heran. Sie sind froh, daß sie in ihren alten Tagen noch einmal mithelsen können bei der neuen Saat. Das Feld liegt tiefbraun und glänzend da. Em herber, schwerer Erdgeruch geht daraus hervör. Nun hält der Wagen vor dem Acker. Die Pferds werden umgespannt, und bald schneidet der Pflug durch das Land. Das ist ein hsrzftählendes Bild, der pflügende Bauer. Langsam, mit schweren Schritt Mit dem Pflug über das Land. (Ausnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ten, stampft der Mann hinter den dampfenden Pferden einher. Der Boden ist noch feucht, und der Pflug geht tief. Am Ende des Ackers rastet er kurze Zeit, überprüft die frisch gezogenen Furchen und atmet tief auf. Still steht er, wie mit der Erde verwachsen. Dann wendet er, langsam und gelassen, und wieder schneidet das blanke Eisen tiefe Furchen in das Land. Wir können uns kaum ein schöneres Bild 00m Frühling vorstellen, als einen pflügenden Bauer. Er schreitet einher auf seinem Acker, in gelassener Ruhe den Pflug haltend, ab und zu den Pferden ein aufmunternbes Wort zurufend. Tausend Fäden verbinden sein Denken, sein Fühlen mit der Mutter Erde. Er pflügt und sät nicht nur, sondern streut auch zahlreiche Wünsche in die braune Erde. Seine Gedanken wandern hinaus an die Front, wo sein ältester Sohn steht, um die Heimat zu schützen. Möge er gesund und heil wiederkehren, damit er int nächsten Jahre die neue Saat ausstreuen kann! Stare und Krähen tummeln sich hinter dem pflügenden Bauer. Da gibt es gar viel zu erhaschen. Dann und wann huscht auch ein Mäuschen über die neuen Furchen. Ununterbrochen geht die Arbeit weiter, dis der Acker gepflügt ist. Die Pferde, ausruhend von der schweren Arbeit, stehen nun am Wegrand. Der Bauer aber nimmt das Säetuch, knotet es mit Bedacht, prüft feine Es ist ein Fachgeschäft* für naturreine Diätnahrung. mannisch-gotischen Stil an vielen Stellen verwischt haben. Am reinsten haben die beiden im 12. Jahrhundert entstandenen Querschisfe ihren reichen normannischen Stil bewahrt, vor allem aber gehört der achtseitige Spetzdogenbau des Chorabschlusses zu den herrlichsten Werken der Gotik überhaupt. Im Schatten seiner großen Vergangenheit scheint das heutige Trondheim oder Nidaros, wie die Norweger es feit einigen Jahren wieder nennen, dahin» zuträumen. Welch ein Gegensatz zu dem so ganz modernen Oslo und dem von geschäftigem neuzeitlichen Leben erfüllten Bergen! Hier in Trondheim sind immer noch die meisten Häuser aus Holz, nur wenige hoher als ein oder zwei Stockwerke, die 30 bis 36 Meter breiten Straßen sind mit alten Bäumen bestanden, die beiden Hauptstraßen, Kongens Gade und Munkegaden, Königs- und Mönchstraße durchziehen rechtwinkelig die ganze sehr geräumige Stadt in ihrer vollen Länge und Breite und kreuzen einander auf dem weiten viereckigen Marktplatz. Es gibt wohl kaum eine zweite Stadt dieser Größe, die in allen ihren Teilen so weitläufig angelegt ist und keine, deren Bewohner so viel Zeit zu hoben scheinen. Dabei ist Trondheim, auch nachdem die bewegte Zeit seiner Geschichte vorüber war, keineswegs von schweren Katastrophen verschont geblieben. Die ausschließliche Verwendung von Holz als Baustoff ließ es immer wieder ein leichter Raub der Flammen werden, und in 500 Jahren seiner Geschichte brannte es 15mal ganz oder zum größten Teil ab. Auch noch im 19. Jahrhundert verheerten nicht weniger als vier große Feuersbrünste die Stadt und legten ganze Stadtteile in Asche. Außer einigen großen öffentlichen Gebäuden — neben dem Dom vor allem die Frauenkirche und der Erzbischosshof — sind daher nicht allzuviele Gebäude aus alter Zeit in Trondheim erhalten, aber die abgebrannten Straßenzüge wurden wieder aus Holz und im alten Stil erbaut, und das gibt der Stadt ihren oltertümelnden geruhsamen Charakter. Holz steht aus den unermeßlichen Wäldern des Landes ringsum reichlich zur Verfügung, Steine und anderes Baumaterial ist teuer, so wird trotz der Feuersgefahr immer wieder in Holz gebaut Die größte Schönheit der Stadt ist ihre Loge am dunkelblauen weiten Fjord, auf einer vom Nid ein umfloffenen Halbinsel, inmitten einer lieblichen und fruchtbaren Landschaft Denn trotz der hohen nördlichen Lage enffpricht das Klima hier ungefähr dem von Mitteldeutschland. Wenn Im Sommer das helle nordische Licht über Stadt und Fjord ausgegossen ist, das auch nachts nur einer kurzen Dämmerung weicht, so erscheint Trondheim von einem fast märchenhaften Zauber heiterer Der» träumtheit «füllt. G ¥- Mutter auf dem Lande gestellt sind. ii Die Soz Wirten alle itrengungen lehning bei bemders c hfrauen । eine Stelle im Alltagsl rar als bc leit ober i gekommene hierfür a Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! wird, ist früheste Menschenführung, ist wertvolle Arbeit an der Volksgemeinschaft für die Zukunft Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Leichte Kavallerie". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Feuerteufel".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Morgenrot". — Tv. 1846, Mtv., Tv. Wieseck, Tv. Heuchelheim, To. Klein'Linden: 20.15 Uhr Kameradschaftsabend im „Burghof". Tageskalender für Sonntag. Stadtcheater: 19 bis 22 Uhr „Leichte Kavallerie". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Feuerteufel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Morgenrot". Stadttheater Gießen. Am morgigen Sonntag'findet die letzte Vorstellung der Operette „Leichte Kavallerie" statt. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Spielleitung: S)arrg Grü- neke. Außer Miete. Dienstag, 16. April: „Emilia Galotti", Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing. Spielleitung: Dr. Hannes Razum. Bühnenbild: Karl Löffler. 27. Vorstellung der Dienstag-Miete. Mittwoch, 17. April: Erstaufführung „Die Pri- manerin", Lustspiel in 5 Bildern von Sigmund Graff. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 28. Vorstellung der Mittwoch-Miete. Freitag, 19. April: „Die Primanerin", Lustspiel von Sigmund Graff. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 28. Vorstellung der Frei- tag-Miete. Sonntag, 21. April: „Die Primanerin", Lustspiel von Sigmund Graff. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. Außer Miete. Nettoeinkommen und Familienunterhalt NSG. Verschiedene Anfragen an die Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront lassen erkennen, daß über die Errechnung des Nettoeinkommens zwecks Festsetzung des Tabellensatzes bei dem Familienunterhalt für die Angehörigen der zum Wehrdienst Einberufenen vielfach Unklarheiten bestehen. Es wird darauf hingewiesen, daß sich das Nettoeinkommen, das der Errechnung des Tabellensatzes Zugrundegelegt werden muß, wie folgt zusammensetzt? Von dem Bruttoeinkommen sind abzusetzen: die Einkommensteuer, die Bürgersteuer und die gesetzlichen Beiträge zur Reichsversicherung (Krankenversicherung einschließlich Ersatzkassen, Invalidenversicherung, Angestelltenversicherung und knappschaftliche Pensionsversicherung), ferner die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Nicht abzusetzen sind dagegen Kriegszuschlag zur Einkommensteuer und sonstige auf dem Lohnzettel erscheinende Abzüge, wie z. B. der Beitrag zur DAF. «Säuglingspflege. „Sag, Hilde, kommst du nicht mit, ich will Säuglingspflege lernen?" „Säuglingspflege?, was soll ich schon damit, ich I)abe doch noch kein Kind." „Weißt du, unsere Nachbarsfrau, die hat vor einiger Zeit ein herziges, kleines Mädele bekommen und jetzt stöhnt sie immer, wieviel Arbeit das sei! Sie werde überhaupt nicht mehr fertig, so eine Last mit all dem Kram! Das sagte Mutter, jetzt soll ich Säuglingspflege lernen, damit es mir einmal nicht gerade so gehe. Weiß man erst einmal, wie man so ein Kind anfaßt und wäscht und pflegt, dann ist die Arbeit nur die Hälfte und macht einem Freude statt Last. Und jetzt will ich dann gleich unserer Nachbarin helfen, damit die es auch leichter hat. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ich freue mich richtig auf dies Lernen, das ist mal etwas, das mir wirklich Spaß macht, und brauchen kann ich es ganz be' immt im Leben, denn Kinder habe ich nun mal zu gern. Komm nur gleich mit, wir melden uns alle beide an bei der Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, Frankfurter Straße 1, denn ein Säuglingskurs findet in allernächster Zeit vom Mütterdienst des Deutschen Frauenwerks statt. Gfs. «Hütemarke für Vollkornbrot. Der Verzehr von Vollkornbrot statt der hellen Brötchen wird von den Hausfrauen in steigendem Maße als notwendig anerkannt. Die Erkenntnis bricht sich immer mehr SBafyn, daß Vollkornbrot, auch von Verbrauchern mit empfindlichen Verdau- ungsorganen gut vertragen wird, wenn bei der Herstellung Feinschrot verwendet wurde und der Bäcker die heutigen Verbesserungen beim Aufquellen des Teigs und beim Backen durchgeführt hat. Zum Vollkornbrot darf nur frisch gemahlenes Mehl verwendet werden, da die Edelwerte im Keim und in den Randschichten des Getreidekornes bei längerer Mehllagerung zum Teil verloren gehen können. Aus diesem Grunde soll das Brot auch nicht zu alt werden. Bei übermäßig langen« Lagern des Vollkornbrotes wird die Stärkebeschaffenheit entwer et, und es geht auch das Vitamin L verloren, in dem das aus dem Getreidekorn stammende Fett enthalten ist. Die Geschäfte, die gutes Vollkornbrot abgeben, werden in Zukunft durch ein Plakat mit einer Gütemarke gekennzeichnet. Die gleichbleibende Qualität wird durch fortlaufende Untersuchungen des hergestellten Vollkornbrotes gesichert. An einer weiteren stetigen Verbesserung des Vollkornbrotes wird von den zuständigen Stellen eifrig gearbeitet. Für die Verbraucher ist es auch wichtig, zu wissen, daß Vollkornbrot luftig aufbewahrt werden soll. Es soll auch nicht zu frisch gegessen und es muß vor allem gründlich gekaut werden. Gießener Dochenmarktpreise. * G i e ß e n , 13. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 3,90 RM., Weißkraut, % kg 14 Rpf., Rotkraut 15, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Spinat 25, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 35, Feldsalat, 1/io 13 bis 15, Aepfel, XA kg 15 bis 35, Blumenkohl, das Stück 45, Salat 50, Endivien 13 bis 20, Lauch 5 bis 18, Sellerie 5 bis 40, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 30, Löwenzahn, kg 50, Grüne-Soße-Bündel 30 Rpf. ** Treudienstehrenzeichen. Der Führer hat den Lehrern Otto Müller und Georg Wahl an der Volksschule zu Gießen und dem Gewerbelehrer Johannes Neumann an der Gewerblichen Berufsschule zu Gießen als Anerkennung für 25jäh- rige treue Dienste das silberne Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Strafkammer Gießen. .Der W. B. in Bruchenbrücken hatte sich wegen fohrlässiger Tötung zu verantworten. Der Angeklagte hatte am 28. August 1939 durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wobei er zu der Aufmerksamkeit, die er aus den Augen ließ, besonders verpflichtet war. Er hatte als Installateur einen elektrischen Schweißapparat nicht ordnungsmäßig an das Netz angeschlossen, so daß dieser Erdung bekam. Der an dem Apparat tätige Elektroschweißer W. aus Ober-Eschbach wurde durch diesen Erdstrom getötet. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnissttase von vier Monaten. Der Verteidiger beantragte Freisprechung und, falls das Gericht zur Bejahung der Schuldfrage kommen sollte, das Verfahren auf Grund des Gnadenerlasses des Führers einzustellen. Das Verfahren wurde auf Grund des Gnadenerlasses des Führers vom 9. September 1939 eingestellt, da auf keine höhere als eine dreimonatige Gefängnisstrafe hätte erkannt werden können. R. V. in Mainz war des Diebstahls i. R. beschuldigt. Ihm wurde zur Last gelegt, am 28. Dezember 1939 in Butzbach von einem Fahrrad eine Aktentasche mit Inhalt (ein Paar Handschuhe und eine Lohntüte) und eine Trainingshose weggenommen zu haben. Der Angeklagte bestritt den Diebstahl und gab lediglich zu, die Handschuhe, die die Eigen« tümerin bei der Frau des Angeklagten sah, gefunden zu haben. Die übrigen gestohlenen Sachen konnten nicht mehr festgestellt werden. Der Anklagevertreter hielt zwar den Angeklagten der Tat dringend Der- dächtig, stellte aber die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts, da die Schuld nicht einwandstei nachgewiesen sei. Der Verteidiger beantragte Frei- sprechung und für den Fall, daß eine Verurteilung wegen Fundunterschlagung erfolgen sollte, auf eine Geldstrafe zu erkennen. Der Angeklagte wurde wegen Unterschlagung zu einer Gefängnis st rase von zwei Monaten verurteilt. Straferschwe- rend wurden die Vorstrafen, strafmildernd der geringe Wert berücksichtigt. Oie Wärmflasche im Ofen. LPD. Lauterbach, 12. Aprrl. In dem Kreis- ort Maur stellte eine Frau eine gefüllte und fest verschlossene Wärmflasche in die Ofenröhre des Wohnzimmerofens. Während die Frau ihren Arbeiten nachging, erhitzte sich das Wasser in der Wärmflasche so stark, daß die Flasche explodierte und dabei den Ofen zum größten Teil zersprengte. Von den umherfliegenden Ofentellen wurde ein in der Stube sikender Junge am Kopse getroffen und so schwer verletzt, daßj er nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte.! Spiel mit dem Tode. Lpd. Viernheim, 12. April. Im Keller eines hiesigen Betriebes erzeugte ein Koksofen Kohlen- oxydgas. Zwei Lehrlinge wetteten um ein Glas Bier, wer es am längsten in der vergifteten Luft aushalten würde. Einer der Lehrlinge wurde baß) betäubt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo man ihn mit dem Sauerstoffapparat wieder zu Bewußtsein brachte. Der andere Lehrling ist aus - diesem dummen Streich ohne Schaden davongekom- | men. Wetterau sind fast durchweg sehr gut geführt. Durch die Ausbildungsstätte des Fröbelfeminars in Gießen wird immer für die notwendigen Kräfte gesorgt. Das ist nicht in allen Kreisen so! So sehr die Mütter in Stadt und Land die Em- richtung des Kindergartens begrüßen, so hat die Kindergärtnerin oftmals doch keinen leichten Stand. Von ihr wird fast selbstverständlich erwartet, daß sie inn-erhalb der Dorfgemeinschaft, in vieler Hinsicht das vorbildlichste Mädchen ist. Sie muß die Verbindung mit den Elternhäusern halten und oftmals gilt es, ein feines Fingerspitzengefühl zu beweisen. Dafür aber haben die Kindergärtnerinnen einen ungemein dankbaren Arbeitskreis. Sie können in vieler Hinsicht erzieherisch wirken, können die Kinder fördern und sehen auch den unmittelbaren Erfolg ihrer Arbeit. Große Aufgaben hat der Kindergarten auf dem Gebiete der hygienischen Erziehung. Jedes Kind hat seinen eigenen Zahnbecher und ein eigenes Handtuch. Beides liegt mit einem bestimmten Zeichen versehen, das sich das Kind rasch einprägt. Dor jedem Frühstück wird darauf gesehen, daß die Hände gewaschen werden. Mit Argusaugen wacht die Kindergärtnerin darüber, ob Kinder Schnupfen haben. Dann ist es an ihr, diese Kinder abseits von den anderen zu halten, ohne dabei verletzend zu wirken. Für jedes Kind wird außerdem eine Karte geführt. Dor der Aufnahme in den Garten wird jedes Kind ärztlich untersucht. Die Untersuchung wird nach einiger Zeit wiederholt. Die Mütter dürfen das Bewußtsein haben, daß ihr Kind auch nur mit gesunden Kindern beisammen ist. Eine große Rolle spielt im Ablauf des Tages eines Kindergartens auch der Mittagsschlaf. In allen Kindergärten des Kreises sind heute überall Lisge- stühle vorhanden. Die Kinder werden in der Gemeinschaft viel eindringlicher tfum Mittagsschlaf an- gehalten, als es oft der Mutter zu Haufe gelingen könnte. Noch mancherlei anderen Einfluß hat die | Kindergärtnerin. Da hören wir zum Beispiel, daß in einem ländlichen Kindergarten die meiften Kinder mit einem Frühstücksbrot ankamen, von dem die Mütter die Brotkruste abgeschnitten hatten. Durch kluge Belehrung brachte es die Kindergärt- ! nerin so weit, daß dies bald aushörte. Wie stark | dieser erzieherische Einstuß ist, geht daraus hervor, daß ein Kind eines Tages nicht in den Kindergarten gehen wollte, weil ihm die Mutter die Brotkruste vom Brot abgeschnitten hatte, die von langem Lagern des Brotes her unansehnlich geworden war. Eine große Rolle spielt auch die Kindergym- nastit. Die Kindergymnastik bedeutet allerdings nicht strenge Leibesübung, sondern mehr ein bewegtes Spiel. Die Kinder sind mit Eifer bei der Sache. Tagsüber werden die Kinder mit Spielzeug ! beschäftigt, das nach seiner Art sehr dem Alter der | Kinder (von 2 bis 6 Jahren) angepaßt ist. Die Auswirkungen der Kindergärten sind vielfältig und günstig. Das Kind lernt eine Ordnung ! seiner Lebenshaltung kennen, die ihm im Eltern- | haus und bei der häufigen Abwesenheit der Mutter p nicht immer gewährleistet werden kann. Das Kind L lernt sich aber auch in die Gemeinschaft einfügen, und einhellig ist das Urteil der Lehrer darüber, ? daß sich die Kinder, die im Kindergarten waren, sehr l viel rascher in die Klassengemeinschaft einfügen, als I Kinder, die nicht den Kindergarten besucht haben. | Die Arbeit, die hier also von der NSV. geleistet J Segensreiche Kindergärten der NSV Aus einer Unterredung mit Kreisamtsleiter Krank. Festigkeit an beiden Seiten, hängt es um und füllt aus dem Fruchtsack Hafer oder Gerste ein. Prüfend überschaut er dann das gepflügte Feld, und langsam schreitet er zur Grenze des Ackers, um fein Werk zu beginnen. Ehe er die erste Handvoll Frucht der wartenden Erde übergibt, spricht er: „Das walte Gott!", und dann fliegen die Körner auf das Land. Mit bedächtigem Schritt geht der Bauer bis zum Ende des Feldes, wendet dann, und der zweite Streifen wird besät. Eine gewisse Feierlichkeit liegt über dieser Arbeit. Als mir noch Kinder waren und unfern Vater säen sahen, kam tiefe Andacht in unser Herz. Viel gesprochen wurde nicht. Wir standen still und schauten nach dem Vater, eine Ahnung vom ewigen Werden rnb Wachsen stieg in uns auf. Immer seh ich dich so, mein Vater, als Säemann, immer so im festen Schritt über den frisch gepflügten Acker hin ... (M. G. Conrad.) Die Tage der Saat sind eine scheue, zagende Zett, aber voll Sonnenschein und Erwartung auf kommende, blühende Zeiten. Erfüllt von schönen Zukunftshoffnungen und im Vertrauen auf Gott pflügt der Bauer seinen Acker, sät Samen und freut sich im voraus auf die Ernte. H. Seit Jahren ist die NSV.-Kreisamtsleitung Wet- terau darum bemüht, in stiller umd zäher Arbeit immer mehr Kindertagesstätten zu schaffen, die es ermöglichen, daß die Mütter sorglos der beruflichen Arbeit ober der Arbeit in der Landwirtschaft nachgehen. Im Kreis Wetterau gibt es bereits zahlreiche Kindergärten. Ständige Kindergärten (solche, die also auch im Winter die Kinder erwarten) be- stehen in Annerod, Alten-Buseck, Großen-Buseck, Beuern, Geilshausen, Steinbach, Reiskirchen, Hausen, Lich, Ettingshausen', Queckborn, Beltershain, Laubach, Freienseen, Langsdorf, Hungen, Kirchgöns, Butzbach, Friedberg, Friedberg-Fauerbach, Nieder-Wöllstadt, Büdesheim, Reichelsheim, Wölfersheim und in Oppenrod. Ferner bestehen zwei Kindergärten in Bad-Nauheim, sowie zwei Kindergärten und ein Kinderhort in Gießen. Erntekindergärten, als Kindergärten, die nur während der Hauptarbeitszeiten der ländlichen Bevölkerung gehalten werden, bestehen bzw. bestanden in Bersrod, Rüddingshausen, Reinhavdshain, Nieder- und Ober-Bessingen und in Langenheim- Ziegenberg. Ferner sind Spielringe in Weitershain, Saasen, Göbelnrod und in Steinheim eingerichtet. Im Laufe des Jahres 1940 ist die Einrichtung einiger weiterer Kindertagesstätten vorgesehen, und zwar in Ober-Rosbach, Petterweil, Södel und in Melbach. In den Kindertagesstätten, die bisher im Bereich unseres Kreises Wetterau beftchen, werden nach grober Schätzung etwa 1 2 0 0 Kinder regelmäßig betreut. Den zahlenmäßig am stärksten besuchten Kindergarten mit über 100 Kindern hat die Stadt Lich. In die Betreuung der Kinder in den größeren Kindergärten teilen sich eine Kindemärt- nerin, eine Kinderpflegerin und eine Helferin. Meist aber kommt man mit einer Kindergärtnerin und einer Helferin aus. Die Kindergärten des Kreises Ä fiih^ krieg Dt. qabe Vite M Die W ZK- in itlrenJ Egender Zungen W A binbung w hMg LliefveG sich die Ke 5 alten § Kchitdur -o hat sich Land der jungen Sol W rur tiesMg de draußen un Aus das wesen in Durchweg t Propagand- seitige Mft Mße Hand mb Bestri ßiaatsfühn fit über al in der Kü $or allem i der aufgeklc arbeit bei d Zielsetzung mit!"). Der besondere s- ben Versuc leichtsertigei die Aufklär bt-utuna bei neben spielt und ist Entlastung der Mütter der Gegenwart für j die großen Ausgaben, die heute insbesondere der ! ~~ " ' ‘ ~ ‘ \ N. Mslüus Mm,Lma? Vornan von Markina Sckarkchelm 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Noch vor den Spiegeleiern mit Speck — die Gräfe- sche Speisekammer mußte rasch ein unvorbereitetes Mahl hergeben — maulte er um die verlorengegangenen Genüsse. „Gerochen hat's da drüben — mindestens gab's Gänsebraten ..." Alles ist Vorwurf rund um den Tisch. Der alte Gräfe hat die Faust geballt, jeden Augenblick bereit, sie zwischen Teller und Schüsseln zu schmettern. „Hole wenigstens einen Krug Jungbier!" sagt Hermann schließlich zu Jupp. Und als der das Zimmer verlassen hat: „Geht mir weg mit den Frauenzimmern — wenn einer schon damit anfängt, gleich kommt's zum Krach!" Die hellen Augen des Großen find dunkel vor Ablehnung. Er muß feinem Zorn ganz und gar Luft machen. „fiätt' er sich eine aus dem Dorfe genommen, der Rudolf, fo wie sich's für uns schickt — aber immer hoch hinaus — echt Oettekingsch!" Erni fährt auf. Oettekingsch sind such sie und Jupp, ebenso wie der Rudolf. Alle drei stammen sie von Christoph Gräfes zweiter Frau ab. Sie lassen sich nicht beleidigen!" „Halt's Maul!" winkt der Vater ab, denn er weiß, was jetzt kommen wird. Daß aber ein feindseliger Blick zu Hermann fliegt, der kein Oetteking- scher, sondern ein Mäschke ist, das kann der Hausherr nicht verhindern. Die Katastrophenlust bleibt. Trotz des Jungbieres. Ja, manchmal scheint es, als verdichte sie sich noch. Jeder ist in feinen Groll verbohrt, und keiner hat den feinen, spürenden Sinn, daß dieser nachbarliche Konflikt nur der Auftakt ist zu Ereignissen, die tief und aufwühlend in das bisher ruhig und glatt verlaufene Leben eingreifen werden. Der Hausherr stößt seinen Stuhl zurück. „Ich gehe über die Felder." Er wirst einen kurzen, auffordernden Blick auf Hermann. Natürlich ist der sofort dabei — natürlich, der Mäschke, der mit dem Vater ein Herz und eine Seele ist! Jupp sieht die beiden eine Weile später nebeneinander gehen. Ihn hat es natürlich auch nicht zu Hause gehalten. In der Bude wird man ja ganz verrückt. Er liegt im Heidekraut, oben am Hutberg, dort, wo die sommerfarbenen Felder aufhören, wo man auf die Gräfewiesen sieht ui-b wo auch die Plessener Schloßtürme auftauchen. Die muß man mit wütenden Blicken beschicken, weiß Gott! Aber augenblicklich gilt Jupps Aufnferksamkeit den beiden Gestalten, die am Roggenschlag entlanggehen. Sie sehen aus wie ein gut zusammengefügles Stück, gegen das man immer wieder vergeblich anrennt. Aber ein Fünfzehnjähriger beobachtet noch nicht gut. Er ist viel zu rasch, um tiefer zu sehen. Nein, sie gleichen einander gar nicht so sehr, diese beiden, wie man zuerst meinen möchte. Wenn man schärfer zusieht, muß man eine gewisse Gehemmtheit in Hermanns, des Sohnes, Wesen beobachten. Immer steht er im Schatten feines Vaters. Fallen nicht alle Blicke zuerst auf den breiten, mächtig und hoch- gebauten Alten? Aus fein kühn geschnittenes, hageres Gesicht, das von den scharfen, hellen Augen und dem schmalen, festen Mund bestimmt wird? In Hermanns Gesicht ist das alles auch da, gewiß, aber viel weniger ausgeprägt, und über allem liegt fo ein sinnender Zug, den der Vater nicht hat. Was weiß fo ein junger Kerl wie Jupp davon, daß Hermann Gräfe bei diesem Gang über die Felder gern verweilen mochte, die Aehren in die Hand nehmen und über Wachstum und Werden nachdenken. Noch lieber möchte er nach der anderen Seite gehen, wo See an See sich reiht, wo der Wind im Schilf rauscht und eine sanfte Schwermut über dem braungrünen Wasser liegt. Ahnt-vielleicht einer der Gräfeleute, daß Hermann in seinem Schrank heimlich ein Fernrohr verborgen hält und nachts auf den Feldern steht und nach den Sternen sieht? Daß er heimlich in ernsten Büchern lieft? Der Sohn ist anders als der Vater, ist besinnlicher, verträumter. Man könnte sagen, er ist vielleicht noch nicht aufgeweckt, daß vielleicht etwas in ihm steckt, von dem er selber noch nichts weiß. An solche Dinge denkt der Jupp da oben an der Kuppe des Hutberges natürlich nicht. Nur ganz grob an den Unterschied der Geschwister denkt er. Der eine ist eben ein Mäschke, und die anderen drei haben Oettekingsches Blut in sich. Klar, daß sie Zusammenhalten, gemeinsam dem Großen gegenüberstehen. Der und der Vater halten doch auch immer zusammen. lieber zwei Stunden lang liegt der Jupp hier oben in der Sonne. Der Hunger wühlt im Magen. Kaffeezeit. Der Boden der Gräfewiesen quietscht unter seinen langen Sätzen. Das Wasser spritzt bis an die nackten Knie. Erni hat Erbarmen gehabt. Sie will noch einen Schimmer von Sonntäglichkeit retten. Quarkkäulchen hat sie gebacken, die Jupp leidenschaftlich gern ißt. Er rechnet richtig. Sind der Vater und Hermann einmal in der Richtung des Kretschams weitergegangen, kloppen sie dort erst einen Skat und kommen so bald nicht heim. Logische Folgerung: er kann ihren Anteil an Quarkkäulchen auch noch vertilgen! Ein voller Magen versöhnt mit vielem. „Eigentlich ift’s hier bei uns auch ganz gemütlich!" Jupp dehnt sich und sieht hinauf in den Pflaumenbaum, unter dem Erni den Kaffeetisch gedeckt hat. Der hohe Kragen und der Konfirmandenanzug sind sowieso nicht sein Geschmack. Und immer so fein: „Oh, bitte sehr ... Vielen Dank ... Sehr freundlich ..." Nein, das ist nichts für Jupp Gräfe. „Gib mir noch mal fo’n Fladen her ..." „Sprich nicht immer fo mit vollem Munde! Benehmen kannst du dich kein bißchen. Na, überhaupt, wie wir Gräfes da drüben in Plessen-Roda abgeschnitten haben — schämen muß an sich." „Schämen brauchen wir uns gar nicht!" verteidigt Jupp mit vollen Backen die Hausehre. In die sonntägliche Stille klingt plötzlich ein Hupenton, ganz nahe. Vielleicht schon draußen im Hof. Die Quarkkäulchen sind vergessen. In großen Sätzen über Ernis Beete hinweg flitzt Jupp davon. Wie ein Signal ist es, ein Signal, daß irgend etwas Neues losgeben soll, denkt Erni und deckt noch schnell einen Teller über den letzten Kuchen, damit die Fliegen nicht drangehen. Dann geht auch sie auf den Hof. ♦ Im Dvrfkretscham geht es inzwischen hoch her. Eine große Runde sitzt um den wachstuchbezogenen Tisch. Jeder hat seinen Topf Bier vor sich. Gutes Rodaer Bier. Keiner, der es nicht lobte, heute doppelt, weil es Christoph Gräfe schmeichelt. Er ist ein angesehener Mann, jeder will sich mit ihm gut stehen. Und jeder hat noch fein Pullchen Kornfchnaps dcv neben. Was fein muß, muß fein. ,Zu en richt'gev Biere gehört f'ch a richt'ger Kurn!" „Alles was recht ist, Gräfe-Chriftoph, a ftäH Labsal wie bei Bier — so is feener ne behumst. Der s'ch das feeft." Aber Christoph Gräfe will heute nicht vom Biec» reden, sondern von der Autobahn. Die Rodaer Bauern darauf bringen, ist nicht schwer. Haben doch alle schon davon läuten hören. Allen ift’s klar, daß der Hutberg im Wege liegt. Denn auf der einen Seite streckt sich das langgezogene Dors hin, auf der anderen Seite Teiche. So weit man sieht, Moor unh Heide, immer wieder von Teichen unterbrochen. Das Dorf durchschneiden? „Aber Kaorle, was du da wieder for Blech räd'si! Zerschneiden. Wenn nu d'r Bitterlich Franz sein Miß breeten wollte, da mißt's doch bis uff Weißenberg ausholen!" Hermann wirft etwas von dem Plessener Park in die Debatte. Die schmalen und runden Bauernköpft stoßen hoch. Wie? Den Herrschaftspark einfach weg« nehmen für die Autobahn? Kratzen sich hinter den Ohren. Tief steckt eine scheue Achtung vor bent Herrensitz in ben Leuten. „Nu ja, warum ock ne? Eegentlich haoste rechn, Hermann, a su mißt's gehn." Zustimmenbes Kopfnicken ringsum. Erst noch etwas zurückhaltenb. Aber ber Korn macht bas 6e- sinnliche Blut rascher schlagen. DieKöpfe werben rötei. Die Gräfewiesen? Nee, ach Gutt, nee! Was sollte benn ba mit bem Robaer Selbe werben? Ganz recht hat ber Gräfe-Hermann, bie Autobahn, bie muil burch ben Plessenschen Park. Punktum! Was hier besprochen wirb, ist öffentliche Meinung Die Leute stehen hinter ben Gräfes, nicht hinter ben Messens! * Jutta von Messen lacht Rubolf Gräfe zum Abschied noch einmal herzhaft aus. Das kleine Parkt»? quietscht dazu. „Ja, mein Sohn, nun mach mir nicht ein gar P belämmertes Gesicht. Was einer sich einbrockt, ba» muß er ausessen! Es hilft nichts, du mußt in bk rosarote Stimmung des Gräfehofes zurück!" „Ach, hör' endlich auf — Ohrfeigen könnte i* mich! Am liebsten bliebe ich hier." (Fortjetzung folgt,) C C k c I ( det auf ;iDon w iid> B. tza 192A im blühenden Alter von 25 Jähren. In Gieben. den 11. April 1940. 1864 V 01379 Gießen, den 12. April 1940. Gießen -Wieseck, den 13. April 1940. 01404 1886 P Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen Gieben-Wieseck, den 13. April 1940. 01369 01384 p* vtmferschM «rnd der gi- Allen denen, die beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bewiesen, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden danken wir herzlich. Familie Otto Rohm. Den Fliegertod für Deutschland starb mein innigst- geliebter, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser lieber Sohn. Bruder. Schwiegersohn. Schwager und Onkel Heinrich Krüger Unteroffizier in einer Fliegerstaffel ifen. n dem te iillie und ne 9fen- end die Fnu as Wasser ir>. lasche ei/ größten lei! :n ^enteikii Junge or. verletzt, dd »erden nw6lt e. i Keller em m Kohles um ein N ^gifteten N e wurde fei gebracht pparat miebf: chrling ist SÄ i bmiongetfli?! Nach Abgabe der Steuererklärungen tritt an den Steuerzahler häufig die Frage heran, ob er die Steuererklärung noch ändern kann und gegebenenfalls berichtigen muß. Auch die Zusammenhänge mit der letzten Strafamnestie sind bemerkenswert. Darf die Steuererklärung nachträglich geändert werden? Die eingereichte Steuererklärung kann von dem Steuerpflichtigen grundsätzlich nachträglich geändert werden, solange er den Steuerbescheid über seine Veranlagung auf Grund der Steuererklärung noch nicht erhalten hat. Nach Empfang des Steuerbescheids kann er Aenderung nur durch Einlegung des zulässigen Rechtsmittels, zur Zeit der Anfechtung geltend machen. Konnte er die Einwendungen bereits früher Vorbringen, so können ihm die Rechtsmittelkosten auferlegt werden, auch wenn der Bescheid zu seinen Gunsten geändert wird. Eine wesentliche Einschränkung besteht hinsichtlich einer Aenderung der Cinkommensteuererklärung insofern, als der Unternehmer die e i n g e r e i ch t e Bilanz oder Vermögensübersicht — es braucht sich also nicht um einen ins Handelsregister eingetragenen Kaufmann zu handeln — nur mit Zu- )iebstahl m , die Eigen, ah. gefunden chen konnten üagevertrelr uingenb das Erinef. eimvmdsil. üragte Frei Merurteilwv Ute, auf ein-, e wurde w In tiefem Schmerz: Marie Beimborn, geb. Engelhardt Auguste Beimborn Anna Beimborn. Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Heger Nacht Banäagistenmeist. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Bitte keine Beileidsbesuche. - Die Beerdigung findet am Montag, 15. April, 11.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. wurde nach einem arbeitsreichen, gesegneten Leben plötzlich und jäh aus unserer Mitte gerissen. Die Beerdigung findet Montag, den 15. April, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. — Beileidsbesuche dankend verbeten. tiefer Trauer, Frau Elisabeth Krüger, geb. Lehrmund und Kind Familie August Krüger und Angehörige Familie Georg Henrich Familie Theodor Lehrmund und Angehörige Steuerliche Nacherklärungen Don Or. jur. et rer. pol. K Wuth, (Steuerberater, Berlin Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GiefienerAnzeiger Mein treubesorgter Lebenskamerad, unser herzensguter Vater, lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Beimborn ;6«> 1 EpÄ>,-. 1 Ad DiE| Düna.' ™ «la d» Rich. ‘■Sos fe; er darüber waren, M Mögen, M sucht tiobei' ?.$• geleis!«' sl wertvoll-1 d>- Mr genwart f£ j sondere dx N. MnaW su en rid)iq »5*4 -er. N1” l ifi’5 ft* 3 ,rf hin, ««'y -terbroche"- | or grani K- “ft tflener en8«a irf einfa*|J s.ch Mg ror 4 6*1 ! w* ,0* j * - '«ta TW ^te f(Or, ** C Wir haben uns mit dem Kreiskriegerfüh- fuhrer des Kreises Gießen des NS.-Reichs- knegerbundes, Regierungs - Oberveterinärrat Dr. Monnard, über die Mitarbeit der NS.-Kriegerkaimeradschaften an den Aufgaben unserer Zeit unterhalten. Aus dieser Unterredung ist zusammenfassend folgendes mitzu teilen. Die Pflege der Kameradschaft wird in allen Kriegerkameradschaften in Stadt und Land als eine Aufgabe betrachtet, die gerade jetzt in der Kriegszeit von besonderer Bedeutung ist. Es gilt, nicht nur gute Kameradschaft unter den alten Soldaten in der Heimat zu pflegen, sondern die gleiche ideelle Arbeit auch an den aktiven Kameraden daheim und vor ollem an der Front zu leisten. Erfreulicherweise kann von allen Kriegerkameradschaften im Kreise Gießen berichtet werden, daß sie in ihren Reihen sowohl, als auch zu den Angehörigen der Wehrmacht beste kameradschaftliche Beziehungen pflegen. Diese kommen in vielfältiger Hinficht zum Ausdruck. Vor allem wird die Verbindung mit den Kameraden im Felde durch Zusendung von Liebesgabenpäckchvn, Zeitungen und Briefwechsel auf recht erhalten, umgekehrt lassen es sich die Kameraden an der Front angelegen sein, den alten Soldaten daheim ihre dankbare Verbundenheit durch Briefe und Kartenyrüße zu bekunden. So hat sich heute stärker denn je zuvor ein festes Band der Kameradschaft um die alten und die jungen Soldaten geschlungen, das in ansehnlichem Maße zur Stärkung unserer Front und zur Vertiefung der soldatischen Kameradschaft zwischen draußen und daheim beiträgt. Auf das gleiche Ziel ist das Vortrags- w e s en in den Kriegerkameradschaften ausgerichtet. Durchweg ist die Vortragstätigkeit rege, wobei die Propagandawarte der Kameradschaften eine vielseitige Aufgabe zu erfüllen haben. In besonderem Ma§e handelt es sich dabei darum, die Gedanken und Bestredungen unserer nationalsozialistischen Staatsführung den Kameraden nahezubringen und sie über alle Aufgabengebiete zu unterrichten, die in der Kriegszeit von besonderer Wichtigkeit sind. Vor allem werden die Kameraden auch immer wieder aufgeklärt über die große Bedeutung ihrer Mitarbeit bei der Abwehr feindlicher Bestrebungen und Zielsetzungen (Spionageabwehr. — „Der Feind hört mit!"). Den alten Soldaten erwächst hierbei eine besondere Verpflichtung gegenüber volksschädigenden Versuchen von Gerüchtemacherei, Verhütung leichtfertiger Erzählungen usw. Gegenwärtig steht die Aufklärung der Kameraden über die große Bedeutung der Metallsammlung im Vordergrund, daneben spielt aber auch die Belehrung über die Sozialpflege (Beratung und Betreuung von Familien der einberusenen Soldaten) eine große Rolle. Die Sozialarbeit erfordert von den Sozialwarten aller Kriegskameradschaften besondere Anstrengungen. Sie müssen sich die Beratung und Belehrung der Familien der Wehrmachtsangehörigen besonders angelegen sein lassen, damit die Kameradenfrauen auch bei den Kriegerkameradschaften stets eine Stelle zur Hand haben, die ihnen eine Stütze im Alltagsleben ist. Darüber hinaus gilt es nach wie vor als 'besondere Verpflichtung, die durch Krankheit oder durch wirtschaftliche Nöte in Bedrängnis ; gekommenen Kameraden zu beraten und zu fördern, ! hierfür auch den Gemeinschaftssinn der Krieger- bür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bet dem Helmgange unserer geliebten Mutter sagen wir auf diesem Wege allen unseren aufrichtigen Dank. Elisabeth Pulz, geb. Göbel, und alle Angehörigen. Gießen, den 12. April 1940. stimmung der Finanzbehorde ändern kann. Dies gilt jedenfalls dann, wenn nicht eine Berichtigung von Verstößen gegen zwingende Buchführungssätze oder steuerrechtliche Bestimmungen (3. B. über die Absetzung von Betriebsausgaben) erfolgt, vielmchr sonstige Aenderungen vorgenommen werden. So kann nicht ohne weiteres ein zulässiger Wertsatz in der Bilanz oder Vermögensübersicht (z. B. der Waren) durch eine andere zulässige Bewertungsart ersetzt werden. Die Zustimmung des Finanzamts wird zu einer bloßen Aenderung der Bilanz nach den neuen Veranlagungsrichtlinien nur erteilt, wenn das Verlangen wirtschaftlich begründet ist. Besteht eine Pflicht zur Berichtigung? Für die Fälle, in denen der Steuerpflicktiae nach Abgabe der Steuererklärung — das gleiche gilt für sonstige Erklärungen gegenüber der Finanzbehörde — erkennt, daß sie unrichtig oder unvollständig war und infolgedessen Steuereinnahmen verkürzt werden können, ist er ohne Aufforderung verpflichtet, dies unverzüglich der zuständigen Finanzbehörde mitzuteilen. Diese sog. N a ch e r klä - r u n g s p f l i ch t besteht, wenn nachträglich Reckenfehler, Schreibfehler oder dergl. festgestellt werden Gieben. Schottstrafce 9, den 13. April 1940. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. April, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. IN SAU Ml WWlMiNNl nach bet Naturschuhverorbnirns vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite MD und den ergänzenden Bestimmungen, aus- sührltch erläutert von Professor Dr. 40. Weber, a ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs« und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung tfrtb Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnatur- ichuhgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehen- üen Einblicks in das Werden der neuen Na- i urschutz Verordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazu- gehörigen bisher erschienenen Ergänzung»- beftimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine grünblichs Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fef es beruflich ober als Liebhaber unb Naturfreunb, in Berührung fleht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte muffen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- u. Herdarien-Hanblungen unb Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pslanzensanr«, ler, Schmuckreisig-Verkäufer, Kranz- Bindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftrag en Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag VerUn-Lichterselde Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren aufrichtigen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Erb, Viehhändler. gaben erfolgt, bevor eine Anzeige erstattet ober eine Untersuchung eingeleitet ist, ohne daß der Steuerpflichtige ferner durch eine unmittelbare Gefahr der Entdeckung dazu veranlaßt ist. Erforderlich ist auch, daß die Angaben so genau erfolgen, daß das Finanzamt nunmehr die Steuer richtig festsetzen kann; jedenfalls muß der Steuerpflichtige seinerseits alle ihm möglichen Angaben gemacht haben, so daß alles weitere beim Finanzamt liegt. Schließlich muß die Steuer gegebenenfalls inner- halb der festgesetzten Frist entrichtet-werden. Die Amnestiegrenze. Don besonderer Bedeutung ist zur Zeit, daß frühere Steuerzuwiderhandlungen regelmäßig auf Grund der Gnadenerlasse des Führers vom 1.9. und 9.9.1939 amnestiert sind, soweit sie von Wehrmachtangehörigen vor dem 1. 9., von sonstigen Steuerpflichtigen vor dem 14. 9. 1939 begangen waren und die Strafen bestimmte Grenzen nicht übersteigen werden. Die Amnestiegrenze ist für die Geldstrafen von Wehrmachtangehorigen auf 18 000 RM., von sonstigen Steuerpflichtigen auf 9000 RM. festgesetzt. Die Straffreiheit auf Grund der Gnadenerlasse geht aber völlig verloren, wenn fortgesetzte Steuerzuwiderhandlungen begangen sind und nunmehr über den 1. 9. bzw. 14. 9. v. I. fortgesetzt werden. Bei derartigen fortgesetzten Handlungen kann die ganze Tatkette von Anfang an nachträglich zur Bestrafung gebracht werden. Eine f o rtge setzte Steuerzuwiderhand- l u n g liegt vor, wenn die einzelnen Steuerzuwiderhandlungen innerlich durch einen einheitlichen Vorsatz verbunden sind, z. B. in jedem Jahre die Zinsen aus bestimmten Guchaben oder Wertpapieren verschwiegen oder sonstige Einkünfte in der Einkommensteuererklärung nicht angegeben wurden. Solange die fortgesetzte Handlung dauert, kann auch die Steuerverjährung nicht Platz greifen, die bei Steuerhinterziehungen erst zehn Jahre nach Vollendung der letzten Handlung eintritt. Will der Steuerpflichtige also bei fortgesetzten Zuwiderhandlungen für die frühere Zeit die Gnadenerlasse des Führers in Anspruch nehmen, so muß er jedenfalls nunmehr in seinen Steuererklärungen, gegebenenfalls durch Nacherklärung, zutreffenden Angaben machen. Die Metallspende hat innerhalb der Krie- gerkameradfchaften opferbereiten Widerhall gefunden. Entsprechend der Aufforderung des Reichskriegerführers haben sich auch im Kreise Gießen alle Kameradschaften, die Traditionsfahnen mit Metallschnuck besitzen, zur Hergabe dieses Metalls für die Metalljvende sofort bereit erklärt. Gegenwärtig werden diese Opfergaben von den Kameradschaften den örtlichen Sammelstellen zugeführt. Darüber hinaus hat die Kreiskriegerführung den Kameraden dringend empfohlen, in ihren Haushaltungen sorgfältig Umschau zu halten nach allen Metallen, die für die Metallspende in Betracht kommen, und diese Gegenstände rechtzeitig den Sammelstellen zuzuführen. t . Bei den Sammelaktionen für das Kriegs-WHW. haben die alten Soldaten am „Tag der Wehrmacht", aber auch bei anderen Gelegenheiten voll und ganz chren Mann gestanden. Es war und ist ihr eifrigstes Bestreben, sich auch bei diesen Gelegenheiten als treue und tatfrohe Gefolgsmänner unseres Führers zu erweisen. Sammelnd und opfernd haben sie in anerkennenswerter Weise für das große Werk des Kriegs-WHW. gerne beigetragen. Daneben lassen sie es sich angelegen sein, Lei den Kameradschaftsappellen das Fechtwesen zum Besten der sozialen Einrichtungen des NS.-Reichskriegerbundes durch Spenden zu kameradschaft als solcher mobil zu machen, damit die Gesamtheit der Kameradschaftsangehörigen sich in soldatischer Verbundenheit für den bedrängten Kameraden einsetzt; Mittel und Wege dazu sind vielgestaltig. Um die Unterbringung erholungsbedürftiger Kinder von Kriegerfrauen, Kriegsbeschädigten oder Krieqerhinterbliebenen in den Kinderheimen des NS.-Heichskriegerbundes, deren eine ganze Anzahl zur Verfügung steht, haben sich Sozialwarte ebenfalls fortlaufend zu bemühen, damit aus dem Kreise der Kameradschaften der alten Soldaten auch alles für einen gesunden Nachwuchs unseres Volkes getan wird. Nach dieser Richtung hin ist der Sozial- orbeit sehr weiter Spielraum gegeben, der sich auf die Kinder der alten und der jungen Soldaten erstreckt. Wo in den Familien alter und junger Soldaten erholungsbedürftige Kinder vorhanden sind, wende man sich vertrauensvoll an den Sozialwart der NS.-Kriegerkameradschaft, der für Hilfe Sorge tragen wird. Die Kinder werden, je nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der Familie, völlig kostenlos in den Heimen untergebracht, oder es ist nur ein ganz geringer Kostenanteil zu übernehmen. Das Schießwesen in den Kriegerkameradschaften wird von dem Kreisschießwart mit aller Tatkraft vorangebracht. Für dieses Jahr ist der Wettkampf zwischen den einzelnen Kameradschaften wesentlich vereinfacht worden. Erfreulicherweise sind die Meldungen über die Beteiligung der alten Soldaten an den regelmäßigen Schießübungen in diesem Jahre erheblich höher als im vorigen Jahre, ein Beweis dafür, daß die Kameraden die Bedeutung des regelmäßigen Schießdienstes immer mehr erkennen. Der Schießwettkampf muß bis zum 4. August durchgeführt sein, am 11. August treten die vier besten Meistermannschaften zum Kampf um die Kreismeisterschaft (um die Wanderpreise) an. illeiMO-miiitoeiliOle werden auf die neuen Formen umgearbeitet, garniert, gereinigt und gefärbt. Stets Eingang von neuen Damenhüten. toroD H.Dubuque, Löberi"tratzel9. ToddemHausschwamm Beseitig.auf ehern. Wege,ohne Abbruch v. Mauerwerk, 10 j. Garant. F. A. Carl Weber, Frankfurt/Main Sand weg 6, Gartenh. Ruf 46566 Oie Mitarbeit der RG.-Kriegerkameradschafien Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Kreiskriegerführer. Unsere liebe, kleine Ingrid ist nach kurzer Krankheit im Alter von 7% Monaten von uns gegangen. Prof. Dr. Bolz und Frau Lieselotte. fördern. So waren und sind die alten Soldaten auch in den Kriegertameradschaften im Kreise Gießen allezeit bestrebt, chre Pflicht im Dienste unserer Volksgemeinschaft zu erfüllen und mit besten Kräften dazu beizutragen, daß das Werk unseres Führers und damit der Abwehrkampf Groß- Deutschlands gegen seine plutokratischen Femde immer mehr gestärkt wird. ferner auch, falls der Steuerpflichtige feststellt, daß seine Rechtsauffassuna unrichtig war, wenn er z. B. nicht abzugsfähige Kosten (z. B. eine Ordnungsstrafe) unzulässigerweise als Betriebsausgaben ab- gesetzt hat. In Zweifelsfällen muß dem Finanzamt Gelegenheit gegeben werden, zu prüfen, was steuer- pflichtig ist und was nicht. Die Nacherklärungs- pflicht besteht jeweils bis zum Ablauf der ©teuer- Verjährungsfrist von regelmäßig fünf Jahren — bei (vorsätzlichen) Steuerhinterziehungen zehn Jahren —, so daß die Berichtigung auch nach Erhalt des Steuerbescheids gegebenenfalls erforderlich ist. Der Steuerpflichtige muß u. U. auch Steuererklärungen früherer Jahre noch berichtigen. Wie sind die strafrechtlichen Auswirkungen? Die Abgabe einer unrichtigen Steuererklärung stellt, wenn sie vorsätzlich (Eventualvorsatz genügt) erfolgt, bereits den Versuch einer strafbaren Steuerzuwiderhandlung dar. Die Strafbarkeit wird jedoch regelmäßig durch die Nacherklärung beseitigt, da diese sich als Ausübung der sog. „tätigen Reue" darstellt. Hierzu ist erforderlich, daß die Berichtigung, Ergänzung oder Nachholung der An- das vornehme 1067D Familien-Caf6 in Gießen ö.Upori Janz VfB.°R.: Wer wird Fußball-Bannmeister 1940 ? Bis zum 28. April 1940 muß der Bannmeister feststehen. Da'der 14. April der letzte freie Sonntag ist, werden die Endspiele in einem Turnier am morgigen Sonntag auf dem Sportplatz der SpielVereinigung 1900 ausgetragen. Daran nehmen die acht Gruppensieger teil. Es sind folgende Vereine: Butzbach 1. Jugend, Wölfersheim, Hungen, Klein-Karben, Nieder-Florstadt, Londorf, Großen-Linden und Spieloereinigung 1900 Gießen 1. Jugend. Es werden am Vormittag 6 Spiele ausgetragen, während das Endspiel vor dem Ligaspiel 1900 — VfB.-R. stattfindet. Es werden je 2 X 15 Minuten gespielt. Wer verliert, scheidet aus. Es ist mit spannenden Kämpfen zu rechnen. Das Endspiel hat der Schiedsrichter Post (Wieseck) übernommen. Das Endspiel wird in 2 X 40 Minuten ausgetragen. 1900 2. Jugend — VfB.-R. 1. Jugend. Am Sonntagnachmittag treffen sich auf dem Sportplatz der Blau-Weißen beide Jugendmannschaften zu einem Freundschaftsspiel. Frühjahrswaldlauf der Hitler-Jugend. Die Gefolgschaften d-es Standortes Gießen treten zum Frühjahrswaldlauf am Sonntag, 14. April, vor dem M t v. - S'p o r tp l a tz am Heegstrauchweg wie folgt an: 7.45 Uhr: Motorgefolgschaft 3/116; 8.45 Uhr: MHI. 1/116, Na. 1/116, Fl. 1/116; 9.30 Uhr: (Bef. 1/116, Feldscher, Streifendienst. Diejenigen Jgg., die einen Schutzanzug besitzen, treten im Sportzeug mit Schutzanzug, alle übrigen in Uniform (Sportzeug im Brotbeutel) an.________ Watzenborn-Steinberg I — Sportfreunde Wehlar I. Zum weiteren Meisterschaftsspiel empfangen am morgigen Sonntag die „Teutonen" die 1. Mann- Wirtschaft. Frankfurter Schlachlviehmarkk. Frankfurt a. M., 12. April. Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46 50 (am 5. 4. 45 bis 46,50), b) 40,50 bis 42,50 (39,50 bis 42,50), c) 37,50 (30 bis 36); Bullen a) 42,50 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 39,50 bis 40,50 (37 50 bis 40,50), c) 35 bis 35,50 (35,50), d) 25 (—)• Kühe a) 42,50 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 38 bis 40,50 (37 bis 40,50), c) 28 bis 34,50 (29 bit 34,50), d) 19 bis 25 (18 bis 25); Färsen a) 45 bis 45,50 (44 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (40 bis 41,50), c) 34 bis 36,50 (33 bis 36,50), d) 20 bis 28 (—); Kälber andere a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis 50 (45 bis 50), d) 22 bis 40 (30 bis 40); Hämmel a2) 50 bis 51 (50 bis 51), b2) 48 bis 49 (48 bis 49), c) 40 bis 44 (40 bis 44); Schafe a) 42 bis 44 (42 bis 44), b) 39 (38 bis 40), c) 23 bis 28 (20bis 32); Schweine a) 55,50 (55,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 55,50 (55,50), c) 54,50 (54,50), d) 51,50 (51,50), e) 49,50 (49,50); Sauen gl) 55,50 (55,50). — Marktverlauf: Großvieh, Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. Zu tragen ist HJ.-Sportzeug bestehend aus schwarzer Hose, weißem Hemd mit Brustring oder HJ.-Raute. Die Benutzung von Nagelschuhen ist verboten. ~ .. , . Jede Gefolgschaft hat zwei Jgg., die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Lauf teilnehmen können, mit Fahrrädern als Kampfrichter abzustellen. Diese haben sich um 7.30 Uhr bei Rottf. M o o tz zu melden. Der Lokalkampf. Der morgige Sonntag bringt aus dem Gebiete des Fußballsports wieder einmal eine außerordentliche Begegnung. Das heißt, man hofft, daß es zu einem außerordentlichen Spiel kommen möge! Die Aussichten dafür sind allerdings nicht so sehr günstig, denn gerade die Elf des VfB.-R. hat in letzter Zeit schwankende Form bewiesen und sich dabei ziemlich eindeutig am vergangenen Sonntag in Rodheim schlagen lassen. Die Elf der Spielvereinigung kämpfte etwas konstanter. Allerdings sind, angesichts eines Lokalkampfes, solche Gegenüberstellungen ziemlich müßig, denn für eine solche Begegnung werden auf beiden Seiten immer besondere Anstrengungen gemacht. Wie es dann ausgeht, ist nie vorher zu sagen, auch dann nicht, wenn man an Hand einer Mannschaftsaufstellung das Kräfteverhältnis einigermaßen abzuschätzen vermöchte. Die Mannschaften treten in folgenden Aufstellungen an: 19 0 0: Dinges Schneider Goß Reuschling ' Jäger Schopach Rodenhausen, Kraft, Pechaufchek, Balz, Neuling Hofmann, Funk, Berghöf er, Nicolai, Eh mann Kraft Godalück Benner Fröhlich Fleischhauer schäft der Wetzlarer „Sportfreunde". Beide Mannschaften mußten am vergangenen Sonntag dem Gegner Sieg und Punkte überlassen und so wird denn eine jede der beiden obigen Mannschaften auf dem Platze an der Neumühle bestrebt sein, diese Niederlage vom vergangenen Sonntag wieder wettzumachen. Während die Platzmannschaft in der gleichen Aufstellung wie am vergangenen Sonntag antritt, ist die Aufstellung der Gästemannschaft noch unbekannt. Trotzdem sollte die Platzmannschaft als Sieger aus dielem Spiel hervorgehen. Dor diesem Spiel tritt die Jugendmannschaft der „Teutonen" der ^Jugend aus Allendorf (Lahn) gegenüber. Die Spiele der Kreisklassen. Großen-Buseck I — Garbenleich 1. Im weiteren Verlauf der Kriegsmeisterschaftsspiele sind nur zwei Begegnungen angesetzt, da Hungen und der VfB.-Reichsbahn pausieren. Klein- Linden hat sich ebenfalls gemeldet, so daß in Zukunft mit der Teilnahme von weiteren Mannschaften zu rechnen ist. In Großen-Buseck stehen sich die zwei Sieger des Vorsonntags gegenüber. Die Gastgeber sind daheim gefürchtet und schwer zu bezwingen. Das Spiel verspricht sehr spannend zu werden. Steinbad) I — Klein-Linden I. Erstmals greift Klein-Linden in die Geschehnisse ein. Die Gäste haben zwar lange nicht gespielt, doch verfügt die Mannschaft über gute Kräfte. Die Steinbacher müssen den Gegner sehr ernst nehmen. UiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiinniiiiiiHiiiniiiiHiiiiiiiiijii LUDWIGS-UNIVERSITÄT GIESSEN Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen im 2. Trimester 1940 (Alle Vorträge finden abends 20.15 Uhr statt) I. Vorträge Mo. 15. 4. Zschietzschmann: Griechische Götterbilder, mit Lichtbildern I.; Kunstwissenschafti. Institut, Ludwigstr. 34. Do. 18. 4. Vogel: Aufgaben der Tierzüchtung und Tierhaltung zur Ernährungs- Sicherung I.; Landwirtschafti. Institut, Senckenbergstr. 17. Fr, 19.4. Schauder: Bau und Feinbau der von Tieren stammenden Nahrungsmittel I.; Veterinär-Anatomisches Institut, Frankfurter Str. 94. Mo. 22.4. Zschietzschmann: Griechische Götterbilder II. Mit Lichtbildern; Kunstw. Inst Do. 25.4. Weidenbach: Freiheit und Notwendigkeit I.; Kunstw. Inst Fr. 26. 4. Schauder: Bau und Feinbau der von Tieren stammenden Nahrungsmittel II.; Vet-Anatom. Inst Mo. 29. 4. Vogel: Aufgaben der Tierzüchtung und Tierhaltung zur Ernährungs- Sicherung II.; Landw. Inst Mo. 6. 5. Rauch: Deutsche Dome I. Mit Lichtbildern; Kunstw. Inst. Mi. 8. 5. Sessous: Aus der Werkstatt des Pflanzenzüchters. Landw. Inst Do. 9.5. Weidenbach: Freiheit und Notwendigkeit II.; Kunstw. Inst Fr. 10. 5. Bollnow: Volk, Sprache und Erziehung in der Zeit der Deutschen Erneuerung I. (Fichte); Kunstw. Inst Mi. 15. 5. Olt: Krankheiten des Wildes. Veterinär-Pathologisches Institut, Frankfurter Straße 94. Do. 16. 5. Stoltenberg: Kreislauf und Stufenbau der Geschichte. Kunstw. Inst Fr. 17. 5. Bollnow: Volk, Sprache und Erziehung in der Zeit der Deutschen Erneuerung II. (Jahn). Kunstw. Inst. Mo. 20. 5. Rauch: Deutsche Dome II. Mit Lichtbildern. Kunstw. Inst. Do. 23. 5. Olt: Das Zeichnen als zweite Sprache im Unterricht Kunstw. Inst. Fr. 24. 5. Bollnow: Volk, Sprache und Erziehung in der Zeit der Deutschen Erneuerung III. (Arndt). Kunstw. Inst. Mo. 27. 5. Stoltenberg: Seelspiegelung. Kunstw. Inst. ML 29. 5. Weitz: Wie entdeckt man ein Element? Chem. Inst., Ludwigstr. 21. Do. 30. 5. Hildebrandt: Arzneimittelprüfung an überlebenden Organen mit Vorführungen. Pharmakologisches Institut, Gaffkystr. 7. Fr. 31. 5. Glaser: Lebensnähe in der romanist. Sprachforschung. Kunstw.Inst. II. Abendvorlesungen Vollrath: Krieg und Frieden, unter besonderer Berücksichtigung innerbritischer Zustände. Beginn Mo., 15. 4., alle 14 Tage. Großer Physikalischer Hörsaal, Stephanstr. 34. von Gall: Land und Leute von Mexiko. Mit Lichtbildern. Beginn Do., 18.4., alle 14 Tage. Großer Physikalischer Hörsaal. Glöckner: Einführung in die Aesthetik der bildenden Künste (II.Teil: Zeich- Oberhessischer Kunstverein | Turmhaus am Brand = Walter Kröll-Gießen Gesamtschau seiner Arbeiten F. 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Beginn Mo., 17.6., wöchentlich. Tierseuchen-Institut, Frankfurter Straße 87. 1870 D Tanzschule L. Kielerdori und Fran Bahnhofstraße 42 Telephon 3783 An unserer Montag- und Donnerstag- DE Tanzstunde n«Äge Damen teilnehmen 1 ■ Weitere gefl. Anmeldungen erbeten 1) Einzelunterricht Einzeltraining 01373 Tladel- und Laubholz, Schnittmaterialien aus eigenen großen probuftionen Ostpreußisches Kiesernschnittholz Sperrholz - Isolierploiten - Furniere Hartplatten für Fußboden usw. Ite em ab Lager ober Werk 496 A Eugen Dürr & Co., Gießen zur Reinigung des Gesichts und der Hände benutzen. Dr. Gaudlitz-Mandelkleie hat nicht nur dieselbe Reinigungskraft wie Seife, sie ist auch von alters her ein bewährtes Schönheitsmittel! Sie ist sauerstoffhaltig und macht Ihr Gesicht Streudose RM 0.90 No<*löllbeute< RM Ö.45 «*6eu* ie orte» Chem. Fabrik Dr. Gaudlitz L Arndt, Leipzig. m)ro-einrichtungen Gießen, Bahnhofstraße. 767d Hausfrau, begreife: ATA lpo'f Seife! Platz - für ATA! 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April 1940 01348 friha törüchel Gießen, Liebigstraße 461 Sprechstunden täglich von 3—6 Uhr Die Deutsche Arbeitsfront USD. „Kratt durch Freude" Kreiwdeitt=rtautelle wjl Deckchen MwuiMM Mit Wirkung vom 1.Avril 1940 sind die seither von dem Amt für Berufserziehung und Betriebsführung durchgeführten SremdlvvaOettkuvße von der NSG. „Kraft durch Freude", Deutsches Volks' bildungswerk, übernommen worden. Bei genügender Beteiligung beginnen demnächst folgende Kurse: Englisch: Anfänger u. Fortgeschrittene- mit einer Teilnehmergebühr bei 20 Doppel- oder 40 Einzelstunden ......................RM. 10.50 Französisch: Anfängeri mit einer Teilnehmergebühr bei 20 Doppel- oder 40 Einzelstunden RM. 10,50 Italienisch: Anfänger u. Fortgeschrittene,- mit einer Teilnehmergebühr bei 20 Doppel- oder 40 Einzelstunden ......................RM. 15,— Spanisch: Anfänger; mit einer Teilnehmergebühr bei 20 Doppel- oder 40 Einzelstunden RM. 15,— Russisch: Anfänger u. Fortgeschrittene,- mit einer Teilnehmergebühr bei 20 Doppel- oder 40 Einzelstunden ......................RM. 21,50 Anmeldungen bis spätestens 30. April 1940 in der Karten- verkaussstelle, Seltersweg 60, erbeten. ____________________________________________1866 V