Mittwoch, 13. März M0 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis8'/sUbrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse MengenstaffelE Plabvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäfngte Grundpreise Bädcranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. 19ü. Jahrgang ttr.62 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.NM.1.95 OhneJllustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... ,, y.25 auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. vrühlscheUniverfltätrdnlckerelll. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Siehen^5ch«lstrahe 7-9 Aussisch-finmscher Medensvertrag unterzeichnet. Moskau. 13. März. (DUB.) Selk Freitag finden in Moskau finnisch-sowjetische Verhandlungen statt, die am Dienstagabend zum Abschluß eines Friedensvertrages zwischen der Sowjetunion und Finnland geführt haben. Von amtlicher Seite werden soeben folgende Einzelheiten zu dem sowjetrussisch-finnischen Friedensvertrag bekannt. Der genaue Text des Kommuniques liegt noch nicht vor. >ummo FINNISCHER. BUSEN \auis(7ta = <5>- ENlNGKAuf ki 1. Der Friedensvertrag ist fowjetischerseits von Molotow, Schdanow und Brigadekommandeur Wassiljewski unterzeichnet, von finnischer Seite von Ryti, Paasikivi, General Malden und Professor Moitomaa. 2. Der Vertrag spricht der Sowjetunion zu: Die ganze Karelische Landenge einschließlich Miborg, das ganze User des Ladogasees, die Fischer-Halbinsel und Teile von Ostfinnland. 3. hangö und das zu ihm gehörige Territorium wird der Sowjetunion auf 30 Jahre für 8 Millionen Finnmark verpachtet zur Errichtung einer Marinebasis. 4. Finnland verpflichtet sich, in seinen Gewässern am Aordatlantlk keine Kriegsschiffe, U-Boote und Luftstreitkräfte zu unterhalten, mit Ausnahme von kleinen Küsten- wachtschiffen. 5. Die Sowjetunion verpflichtet sich, ihre Truppen aus Petsamo zurückzuziehen. 6. Die Sowjetunion wird das Recht des freien Transits über Petsamo nach Norwegen und umgekehrt genießen, ohne Zollkontrolle. 7. 3m Laufe des Jahres eine Eisenbahnlinie von Kandalakj.«ya nach Kern i j ä r v i gebaut werden. 8. Der Friedensvertrag soll in drei Tagen r a t i f i z i e rt werden. Die Ratifikationsurkunden sollen in Moskau ausgetauscht werden. 9. Am 13. März, 12 Uhr, sollen die Kampfhandlungen an der Front eingestellt werden, am 15. März, ab 10 Uhr, sollen die Truppen beider Seiten sich auf die neue Staatsgrenze zurückziehen. 10. Verhandlungen über einen Handelsvertrag zwischen der Sowjetunion und Finnland sollen unmittelbar ausgenommen werden. Die territorialen Bestimmungen. Die Karelische Landenge zwischen Ladogasee und Finnische Meerbusen war in dem nun beendeten finnisch-russischen Kriege der Schauplatz heftigster Kämpfe, da es den Russen wesentlich daran lag, die russische Reichsgrenze von Leningrad nach Norden sortzuschieben. Wiborg war in den festen Tage» SM-tzunkt der MmM der Mi- ßARENTS-SEE NORDMEER. UNION .ENINGRAD »REVAL m'V» i ? sche Heeresbericht vom 11. März meldete die Umfassung der Stadt, die mit 73 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes und ein bedeutendes Handelszentrum war, das schon einmal im Nordischen Krieg 1710 von den Russen erobert und bis 1811 in ihrem Besitz geblieben war. Der Ladoga- S e e , mit 18 180 Quadratkilometer der größte Binnensee Europas, gehörte bislang etwa zur Hälfte zu Finnland. Auch die F i f ch e r h a l b i n s e l, hoch im Norden dem Petsamo-Korridor vorgelagert, wurde bislang von der russisch-finnischen Grenze durchschnitten. Den Petsamo-Korridor, der zwischen norwegischem und russischem Gebiet Finnland den einzigen Zugang zum freien Meer öffnete, hatte Rußland im Frieden von Dorpat 1920 den Finnen überlassen, er soll ihnen auch jetzt bleiben. Die geplante Eisenbahnlinie soll das an einer Bucht des Weißen Meeres gelegene russische Militärlager Kandalakscha mit dem finnischen Kemfiärvi verbinden. Lauter „Mißverständnisse". Von unserer Berliner Schristleiiung. Die britische Politik besteht — wenn man Herrn Chamberlain glauben darf — nur noch aus Mißverständnissen. So beruhte der italienisch- englischeStreitfall wegen der Kohlenschiffe, dessen vorläufige Beilegung das englische Prestige draußen in der Welt keineswegs erhöht hat, nach den Worten des englischen Kriegspremiers auf nichts anderem als auf einem Mißverständnis. Auf einem Mißverständnis der Italiener natürlich, meinte Herr Chamberlain in seiner letzten Unterhausrede und fügte hinzu, daß man aus diesem Grunde großmütig genug sein konnte, Schiffe und Ladungen an Italien zurück- Berlin, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Nach dem Abschluß des sowjetrussisch-finnischen Friedens- vcrtrages lohnt es sich, die in der englisch-französischen Presse bezeichnenderweise gerade in den letzten Tagen mit besonderem Nachdruck betriebenen Bemühungen, den Kriegsschauplatz im Norden Europas zu erhalten und noch weiter auszudehnen, kurz noch einmal zu verzeichnen, sehen wir doch damit das niederträchtige Spiel Englands mit Polen in neuer Fassung auferstehen. Gleich zu Beginn der Verhandlungen brachte die vorsichtige „Times" erst einmal eine Reihe von Zuschriften, deren Verfasser sich für eine aktive Unterstützung Finnlands aussprachen. Was die ,I)ilfe" der Westmächte in Wahrheit für Finnland bedeutet hätte, das geht aus diesen Zuschriften klar hervor: Die Westmächte kämen den Finnen mit Kanonen und Flugzeugen zur Hilfe, und wenn Skandinavien bereit sei, mit den Demokratien zusammenzu- vrbeiten, könne der Kampf in Finnland zum entscheidenden Feldzug in diesem Kriege werden. Die Fortsetzung des Krieges in Finnland müsse Deutschlands beste Aussichten auf zweckentsprechende Hilfe aus Rußland gegen die britische Blockade zunichte machen. In das gleiche Horn blies die Zeitschrift „Nine- teenth Century", die ebenfalls eine Intervention der Westmächte forderte, da hier den Demokratien eine zweite große Niederlage drohe, und zwar nicht nur der Verlust einer Schlacht, sondern eines ganzen Feldzuges. Die erste große Niederlage sei die Eroberung Polens durch Deutschland gewesen, die zweite, die jetzt drohe, sei die „russische Eroberung" Finnlands. Daher sei es nötig, daß die Westmächte, während sie so lange wie möglich Walter Kriegsmaterial durch Schweden schickten, selbst in Nordfinnland eingriffen, hierzu werde man nur wenige Truppen benötigen, aber diese könnten ausreichen, um der deutsch-russischen Koalition den Zugang zum Nordatlantik zu verwehren. Wenn dann zusammen mit der finnischen Armee eine solche nördliche Front geschaffen sei, könnte man die rechte deutsche Flanke bedrohen und die deutschen Verbindungswege im Baltikum und in Schweden zerschlagen. (!) Ad- Oslo, 13. März. (Europapreß.) Das norwegische Regierungsblatt „Arbeiderbladet" schreibt zu den russisch-finnischen Verhandlungen u. a.: „Man darf Nicht unterschätzen, daß die Westmächte daran interessiert sind, den Kriegsschauplatz auszu- dehnen, um Deutschland und Rußland m bie Flanke fallen zu können. Auf die Frage, ob England entschlossen wäre, im Zusammenhang mit einer Intervention in Finnland die Neutralität Norwegens zu verletzen, verweigerte Chamberlain gestern im Unterhaus die Antwort. Wäre England gesonnen, Norwegens Neutralität nicht zu verletzen, so hätte Chamberlain selbstverständlich mit einem Nein geant wo r- te t. Der Verdacht, den gewisse Informationen über diese Frage erzeugt haben, verdichtet sich fast zur Gewißheit: Eine Intervention der Westmächte in Finnland würde über Norwegen und Schweden beabsichtigt sein." Auch in Helsinki stellt man fest, daß die Haltung der Westmächte, wie sie in der Unterhauserklärung Chamberlains zum Ausdruck gekommen sei, Finnland die Augen über die wahren Absichten Englands, nämlich Finnland zum Olyekt der britischen Kriegsausweitungspläne werden zu lassen, geöffnet und die finnische Regierung dazu bestimmt habe, England nun endgültig eine Absage zu erteilen. Sollte England in letzter Minute eine Gewaltintervention versuchen, so wurde Aktion m Nrmlank nicht als Msi, jondern zugeben. Uns will allerdings scheinen, als ob der Irrtum — der Irrtum nämlich über die europäischen Machtverhältnisse — mehr auf feiten Englands gelegen hätte, denn am gleichen Tage mußte Chamberlain noch ein zweites Mißverständnis in einer nicht minder wichtigen Angelegenheit korrigieren. Der britische Oberplutokrat hatte nämlich vor den Unterhäuslern bekanntgegeben, die britische und französische Regierung hätten Finnland mitgeteilt, daß sie auf Grund einer Bitte um weitere Hilfe zum sofortigen handeln und zum gemeinsamen Einsatz aller verfügbaren Hilfsquellen für Finnland bereit wären. Dieser Satz war allgemein als die Ankündigung einer unmittelbar bevorstehenden Aktion aufgefaßt worden, und das Thermometer der Begeisterung im Lager der Kriegsausweitungshetzer stieg gewaltig. Vor allem die Franzosen, die ihre teuren Verbündeten auch gerne mal bei einer kriegerischen Operation sehen möchten, schöpften Hoffnung. Aber die Freude war verfrüht, denn ein paar Stunden sväter ließ Chamberlain mitteilen, daß über seine Ausführungen über die Hilfe der Westmächte für Finnland ein „M i ßv e r st ä n d n i s" vorzuliegen scheine, denn es sei noch kein Appell um Hilfe von der finnischen Regierung gekommen. Es gehört anscheinend schon zum guten Ton, daß die Politik Chamberlains falsch ausgelegt wird. Was es mit den englischen „Mißverständnissen" auf sich hat, das wissen ja auch die Polen und Tschechen, das wissen haile Selassie, Schuschnigg, del Vajo, Achmed Zogu und so viele andere Schützlinge der Londoner Plutokratenkaste, das werden bald auch die Engländer selbst wissen, nachdem sie von Herrn Chamberlain schon vorsorglich darauf hingewiesen wurden, daß der Krieg bisher „ganz anders" verlaufen fei, als er erwartet hätte. Der Krieg wird bestimmt noch ganz anders verlaufen, als die Propheten in London es verkünden, und das dürfte dann das größte „Mißverständnis" sein, das Herrn Chamberlain unterläuft. H. Ev. Die gescheiterten Kriegsausweitungspläne Oer Betrug an polen sollte mit Finnland wiederholt werden. mira'l Sir Sydney Freemantle erklärte schließlich ganz offen, daß es für die Westmächte von großem Vorteil sein werde, wenn ihnen die norwegischen und schwedischen h äs e n am Atlantik zur Verfügung ständen, ebenso die Nutzung des schwedischen Erzes und Holze s. All das aber könnte man nur erreichen, wenn man Rußland den Krieg erkläre und — Freemantle erwähnt das bezeichnenderweise erst ganz am Schluß — Finnland sofort zu Hilfe tarne. Das Pariser „Ordre" schreibt, daß die Westmächte sich nicht mit der Nichtkriegsührung gewisser Staaten und mit gewissen Neutralen abfinden würden, deren Sorge um ihren gefährlichen Feind auf die Dauer für sie selbst tödlich sein könnte. Kurz daraus aber erklärte schon der „Populaire", es gebe gute Gründe zu der Annahme, daß England und Frankreich, sobald ein formeller Wunsch Finnlands vorliege, eine Expedition landen und auf den Weg bringen würden, ohne diesen Entschluß einer ausdrücklichen Einwilligung Norwegens und Schwedens unterzuordnen. Der „Matin" meinte, man dürfe sich keine Sorgen darüber machen, wenn etwa aus einem solchen Angriff der Westmächte gegen Sowjetrußland der Kriegszustand entstehen würde oder nicht. Die Westmächte hätten jetzt zu wählen. Wenn sie wünschten, daß auf dem Wege über Finnland der deutsch-sowjetrussische Block geschwächt werden könne, dann mühten sie Finnland die materielle Möglichkeit zum Widerstand geben. Im ,Zour" aber vertrat Fernand- Laurent, einer der Interpellanten der Kammer, ganz offen den Standpunkt, daß die Westmächte gar nicht auf einen Appell Finnlands warten sollten, um in den Krieg gegen Sowjetrußland einzugreifen, denn die finnische Front sei eine Verlängerung der Westfront, und das gleiche forderte schließlich auch das „Oeuvre", das erklärte, daß England und Frankreich auch dann handeln müßten, wenn Schweden und Norwegen den Durchmarsch durch ihr Land verweigern und möglicherweise Deutschland zu Hilfe rufen würden. Es handle sich jetzt darum, militärische Entschließungen zu schaffen und den Gefahren einer Aktion ins Auge zu sehen. Englands Spiel durchschaut. als S t ö r u n g s a k t i o n der Westmächte empfunden werden. Man stellt in Finnland fest, daß den Westmächten zu einer effektiven Hilfe für Finnland drei Monate zurVerfügung standen. Durch die Unterhauserklärung in diesem Augenblick habe das Vertrauen zu England erheblich gelitten, da das finnische Volk seit drei Monaten das Ausbleiben der Hilfe hätte beobachten müssen. Befriedigung in Schweden. Stockholm, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte schwedische Presse erklärt, daß die Friedensbedingungen für Finnland zwar hart feien, daß Rußland aber die Selbständigkeit Finnlands anerkannt habe. „Stockholms Tidningen" schreibt: „Der Friede stellt eine diplomatische und moralische Niederlage für England dar, einen Rückschlag für die Kriegsausweitungspolitik, eine Normalisierung des deutsch-russischen und deutsch-finnischen Handels und insgesamt genommen eine Stabilisierung der Lage im O st s e e g e b i e t". Uebereinstim- mend melden die Blätter, daß in den westeuropäischen Hauptstädten Enttäuschung und Bestürzung über den Abschluß des Moskauer Friedens herrsche. Die am Montag improvisierte Szene im englischen Unterhaus (die übereilte Hilfe-Erklärung Chamberlains an Finnland) drohe Chamberlains größtes Sissts tu werde«. Sie Aealiiäl der Achse. „3m Geist und im Rahmen des Bündnisvertrag aes und der zwischen Italien und Deutschland bestehenden Abkommen" find, wie die amtliche römische Verlautbarung feftstellt, die Besprechungen unseres Reichsaußenministers mit den römischen Freunden erfolgt. Die Fühlungnahme zwischen Berlin und Rom war an und für sich nichts Besonderes. Sie erfolgte gemäß der Interessengemeinschaft der beiden großen Nationen, und die technische Ge- taltung dieser Beziehungen, also die von Zeit zu Zeit sich aus der ganzen Natur dieser innigen Verbindung ergebenden Aussprachen über die gemein* amen Ziele konnten eigentlich nur die Realität der Achse als die selbstverständliche Grundlage der politischen Führung Deutschlands und Italiens bestätigen. Seitdem vor einem Jahr das Verhältnis der beiden Nationen die endgültige Form gefunden hat, zeigte sich, daß in jeder außenpolitischen Frage die beiden Regierungen durchaus konform gehen und daß über die Begrenzung der Kriegsschauplätze sowie die bewaffnete „habacht"-Stellung der Italiener in diesem Kriege vollkommenes Ein- Verständnis zwischen Rom und Berlin besteht. Der Duce hat die Haltung Italiens, die so wesentlich dafür sorgte, daß das Mittelmeer aus den Kriegshändeln herausgehalten werden konnte, im Einvernehmen mit dem Faschistischen Großrat insofern positiv gestaltet, als die Nichtkriegführung Italiens nicht mit blasser Neutralität verwechselt werden darf, sondern für ein neues Europa wirkt, das an Stelle der peripheren englischen und französischen Machtstellung einen Sieg der Idee vom natürlichen Zusammenhang der Lebensräume der festländischen Nationen, ihre Gleichberechtigung und die Durchsetzung ihrer natürlichen und berechtigten Ansprüche jum Ziel hat. Die beredte Bedeutung der Fahrt nach Rom gerade in diesem Augenblick hat die Phantasien der plutokratischen Kriegshetzer noch mehr entflammt Sie haben natürlich ganz genau gewußt, was die verantwortlichen Leiter der deutschen und italienischen Politik überhaupt nicht wissen. Sie haben gemäß den ihnen wohlvertrauten Intrigen, welche die englisch-französische Zwangsehe umran- ken, diesen Geist der Zersetzung auch der Achse andichten zu müssen geglaubt. Es ging den Kriegshetzern um die Erweiterung des Krieges, denn bei- ehemalige französische Kriegsminister Oberst Fabry schreibt im „Matin" bezeichnenderweise: „Es ist nicht unser Vorteil, den Krieg auf ein Duell zwischen Frankreich - England und Deutschland reduziert zu sehen", und noch am Sonntag lamentierte der Londoner Lügenrundfunk über den „zynischen Pakt Deutschlands mit Rußland", den die Engländer und Franzosen ihrerseits gern abgeschlossen hätten, und der bann selbstverständlich Ausfluß ber höchsten Lonboner Regierungsweisheit gewesen wäre. Mit biesem Pakt Berlin-Moskau hat Das Echo in Italien. Neue schwere Schlappe für England und Frankreich. Rom, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Der fin- nisch-russische Friede wird von der römischen Presse als realistische Tat gewürdigt, die hervorgehoben zu werden verdiene, aber auch zugleich als ein schwerer Schlag für England und Frankreich, die damit ihre Hoffnungen scheitern sähen, den Krieg nach dem Norden Europas auszudehnen. In der erst von Chamberlain und dann von Da lädier in letzter Stunde angebotenen „Hilfe" sehen die Blätter eine leere Geste, mit der man offenbar einen Rechtfertigungsversuch vor der eigenen Oeffentlichkeit machen wolle. „Popolo di Roma" schreibt, daß Frankreich und England jetzt, wo der Friede abgeschlossen fei, sich mühten, den „Beweis" zu erbringen, daß sie zu einer Intervention bereit gewesen seien, um angeblich die finnische Unabhängigkeit zu verteidigen. Es werde Den Weltmächten nun nichts anders übrig bleiben, als ihre Presse auf die skandinavischen Neutralen zu Hetzen, die gewußt hätten, was man von den Versprechungen Frankreichs und Englands zu halten habe. Der „Popolo d'Italia" schreibt, die großen Demokratien hätten ein weiteres Spiel verloren. Das Blatt betont den deprimierenden Eindruck, den die Nachricht von der Verständigung zwischen Moskau und Helsinki in London hervorgerufen habe. Der „Corriere della Sera" hebt den ungeheuren Eindruck hervor, den die Nachricht in Paris ausgelöst hat, wo sich eine Welle der U nzusri ede nheit gegen die fortgesetzten Mißerfolge der westlichen Diplomatie bemerkbar mache. London sei vollkommen aus der Fassung gebracht worden. So verschließe sich den Alliierten das so sehnsüchtig gewünschte Schlacht- feflb, auf welches sie hindrängten, nachdem sie vor den Stahl- und Betonmauern des Westwalles fest- gefahren seien. Alle schönen Projekte der Westmächte hinsichtlich der Unterbindung der Erzzufuhr von Skandinavien nach Deutschland, einer Bedrängung Rußlands und einer Ausdehnung des Seekrieges in die Ostsee seien nun gescheitert. Auch Holland stellt schwere moralische Niederlage der Westmächte fest. Amsterdam, 13. Mäm. (DNB. Funkspruch.) Die Nachricht vorn Friedensschluß zwischen Rußland und Finnland wird in Holland als eine schwere moralische Niederlage Englands und Frankreichs gewertet, die sowohl in Skandinavien als auch auf dem Balkan einen großen Prestigeoerlust bedeute. Der „Nieuwe Rotter- dänische Courant" schreibt, daß für Deutschland diese Entwicklung in gleichem Ausmaß einen Erfolg bedeute, wie sie für das Ansehen der Alliierten einen schweren Schlag darstelle. Die leere Geste der Alliierten, Finnland helfen zu wollen zu einem Zeitpunkt, als die Dinge bereits entschieden waren, habe diese moralische Niederlage der All« irrten noch erheblich perZrößert» die Kriegshetzerpresse immer wieder gegen die Achse operiert. Die Realität, daß Deutschland nicht einzukreisen ist, daß es keinen Zweifrontenkrieg wie 1914—18 führt, diese Ursache der fortzeugenden politischen und diplomatischen Niederlagen der Westmächte ist in Rom mit einer gewissen Ironie stets hervorgehoben worden, und im „Regime Fascista" wird jetzt diesen Plutokratien bestätigt, daß man in Rom niemals den Versuch Englands vergessen hat, an der Spitze von 52 Staaten Italien im Abessinienkrieg auszuhungern, genau so, wie England heute Deutschland auf die Knie zu zwingen versucht. „Niemand möge sich", schreibt dieses Blatt, „Illusionen hingeben über Extratouren, und niemand möge einen plötzlichen Meinungswechsel Italiens erhoffen." Das ist der Erfolg der Achsenpolitik, die unerschüttert dem plutokratischen Gegner das Gesetz des Handelns vorschreibt. E. S. Militärische Geschäftigkeit der Westmächte in der Türkei. A n k a r a, 12. März. (DNB.) In der Türkei wird der mehrtägige Besuch des Oberbefehlshabers der englischen Fliegertruppe im Nahen Osten, General Mitchel, und des Kommandeurs der französischen Fliegertruppe im östlichen Mittelmeer, Marschall Jouneaud,in Ankara mit einigem Interesse verzeichnet. Die beiden Offiziere hatten bereits eine längere Besprechung mit dem Chef des Generalstabes der türkischen Armee, Marschall F e w z i T s ch a k - m a k. Der Montag war der Fühlungnahme mit der Leitung der türkischen Luftstreitkräfte gewidmet. Die beiden Generale werden bis Mittwoch abend in Ankara bleiben. General Mitchel und Marschall Jouneaud haben vor diesem Besuch gemeinsam die britischen Luftstützpunkte am Suezkanal und an der lydischen Grenze sowie militärische Einrichtungen in Syrien besichtigt. Englische Reparaturdocks vollgestopst. A m st e r d a m, 12. Mär^. (DNB.) Sämtliche eng- lischen Docks sind mit ausbesserungsbedürftigen Schiffen vollgestopft. Auf dem großen Trockendock am Bristolkanal istaufMonatehinausbereits jeder Reparaturraum vergeben. Obwohl man unter Bruch der geheiligten Sitte des Wochenendes ununterbrochen durcharbeitet, gelingt es nicht mehr, die notwendigen Reparaturen durchzuführen. Viele beschädigte Schiffe liegen bereits acht Wochen vor dem Dock, ohne daß bisher mit Ausbesserungen überhaupt begonnen werden konnte. Die englische Schiffahrtszeitung „Lloyds List" fordert von der Regierung „schärfste Maßnahmen", ohne allerdings zu verraten, woher England genügend Reparaturdocks nehmen soll, um die Erfolge der deutschen Seekriegführung auszugleichen. Das Programm der chinesischen Rationalregierung. Schanghai, 12. März. (DNB.) Angesichts der bevorstehenden Einberufung des Z e n t r a l p o l i - tischen Rates nach Nanking nahm Wang- tschingwei den 15jährigen Todestag Sun-Yat- sens zum Anlaß, das Programm der kommenden Nationalregierung zu entwerfen. Ausgehend von der Erklärung Sun-Yatfens, daß sich in China und Japan vitale Kräfte für die Unabhängigkeit s b e w e g u n g der asiatischen Völker vereinigen, betonte Wangtschinawei, daß die unter seiner Führung im Entstehen begriffene Nationalregierung gutnachbarlich und in wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Japan, das nicht die Unterjochung Chinas anstrebe, leben wolle. Inner- politisch solle die unverzüglich einzusetzende verfassungsmäßige Regierung die bisher von der Tschungkinger Kuomingtang aus geübte politische Vormundschaft des Volkes beenden. Das Tschungkinger Motto „Widerstand und Wiederaufbau" werde ab gelöst durch Nankings Motto „Friede und Wiederaufbau", um, bevor es zu spät sei, die Leiden des Volkes zu beenden, dessen Verluste an Menschenleben nach Zehnmillionen zählten. Die legitimen Rechte dritter Mächte in China würden durch die Wiederherstellung des Friedens gesichert und gefördert; technische Hilfe und Geldinvestierungen des Auslandes zwecks Beschleunigung des Wiederaufbaues würden begrüßt. Wangtschingwei sprach die Hoffnung aus, daß sich die Tschungking - Regierung seiner Friedensbewegung anschließen werde. Das Wasserflandglas zerbricht. Von Georg A. Oedemann. Lehnerhaas hängt das Schüreisen an einen Haken. Jetzt taumelt er durch Dunst, Rauch und Schkackenglut der Türe zu. Es ist ein altes, schmieriges Tuch, womit er sich flüchtig Gesicht und Oberkörper trocknet. Die Haare kleben wirr auf der Stirn. Aber es gibt kein Verschnaufen. Nur einmal die Lungen voll frische Luft gepumpt, einen Blick hinauf tun in den Wald, der über Die Berge herüber bis dicht vor die Fabrik kommt. Nein, der Wald stimmt nicht hierher, in das Geheul der Maschinen und das Dröhnen der Hämmer. Der Hetzer nimmt die eiserne Karre, die vor dem Kefselhaufe steht, fährt hinein und schippt die schwere Schlackengut auf. Raus mit dem Dreck, nur raus damit aus dem Kesselhaus! Nach zehn Minuten ist es geschafft. Die Umrisse des Kessels werden wieder sichtbar, die blitzenden Manometer, bre runden Wasserstandgläser. Der Rauch hat sich verzogen. Vor der Feuerung herrscht wieder wafserae spülte Sauberkeit. Da kommt ein Mann zwischen den Kesselgängen hervor, der Maschinist: „Mensch, wir brauchen Dampf! Maschinensaal fünf ist angeschlossen, die Maschine schafft es nicht mehr! Dampf, Dampf, Mensch!" Der Maschinist und der Heizer sind einander spinnefeind, wegen eines Mädchens im Dorf, wegen der Lydia. Der Heizer tut, als sieht er den andern gar nicht. Er stellt das Pumpwerk des Injektors ab, daß es plötzlich still wird im Raume, und prüft mit ernstem Blick die Amaturen. Der Maschinist brüllt: „Mensch, Hörste nicht? Dampf brauchen wir!" Jetzt dreht der Lehnerhaas dem Dill die weißen Augäpfel zu. Seine Zähne mahlen. Er spuckt in hohen Bogen in die Kohle: „Scher dich fort!" Der Maschinist zeigt verächtlich auf das Manometer. ,Lumpige zwölf Atmosphären — und sowas nennt sich Heizer!" Lehnerhaas geht an das Manometer, in seinem Gesicht zuckt es: „Der Kesselstein", sagt er wie zu sich selbst. ,Lch krieg keinen Druck mehr drauf, kann machen was ich will!" „Keinen Druck!" spottet der Maschinist. „Nun aber raus, du!" schimpft der Heizer. Es ist ihm schon lange eine Qual, daß alles Mühen ver* Miehisenhe Bevölkerungsstatistik für 1939. Anhäufung von Kriegstrauungen und Zunahme der Geburten. Berlin, 12. März. (DNB.) Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes haben die vier ersten Kriegsmonate eine Anhäufung von Kriegseheschließungen gebracht, die alle Erwartungen weit übertrifft. In den Monaten September bis Dezember 1939 heirateten in den 56 Großstädten des alten Reichsgebietes insgesamt 129 835 Paare, das sind 46 208 oder 5 3 v. H. mehr als in den entsprechenden Monaten von 1938. Allein in diesen Großstädten dürften in den vier ersten Krieasmonaten mindestens 50 000 Kriegsehen geschlossen worden sein. Auch in den ersten vier Wochen des neuen Jahres wurden in den Großstädten des alten Reichsgebietes bereits wieder 7684 oder 6 4,9 v. H. Ehen mehr geschlossen als in den entsprechenden Wochen vor 1939, obwohl die Heiratsfähigkeit im Januar sonst immer die niedrigste des ganzen Jahres ist. Im ganzen Jahr 1939 wurden in den 56 Großstädten insgesamt 288 077 Eheschließungen gezählt, das sind 61 293 oder 27 v. H. mehr als im Vorjahre. Auf 1000 Einwohner der Großstädte kamen 13,4 Eheschließungen gegenüber 10,6 im Jahre 1938 und 10,1 im Jahre 1937. Nach der Entwicklung der Heiratsfähigkeit in den Großstädten und den außerdem vorliegenden Jahresergebnissen für einige Länder kann damit gerechnet werden, daß im alten Reichsgebiet im Jahre 1939 eine Gesamtzahl von 760 000 Eheschließungen oder 11,0 je 1000 Einwohner erreicht wurde. Das würde bedeuten, daß im alten Reichsgebiet im Jahre 1938 116 00 0 Paare mehr geheiratet haben als im Jahre 1938. Etwa 100 000 dieser zusätzlichen Eheschließungen dürften Kriegstrauungen gewesen sein. Auch die Geburtenziffer setzte sich weiter fort. Im Jahre 1939 wurden in den Großstädten des alten Reichsgebietes 367 823 Kinder ortsansässiger Mütter geboren, das sind 22 252 oder 6,4 o. H. mehr als im Jahre 1938. Die Lebend- geborenen-Zahl des alten Reichsgebietes im ganzen kann im Jahre 1939 auf etwa 1 420 000 geschätzt werden. Dem entspricht eine Geburtenziffer von 20,5 je 1000 Einwohner, die nur noch wenig hinter der Geburtensollzahl des alten Reichsgebietes zurück- bleibt. Auch in den ersten vier Wochen des Jahres 1940 war die Zahl der Lebendgeborenen in den 56 Großstädten des alten Reichsgebietes mit zusam- men 31 242 um 4114 oder 15,2 v. H. größer als in den entsprechenden Wochen des Vorjahres. Die Sterblichkeit der Großstadtbevölkerung war im Jahre 1939 etwas größer als im Vorjahre. In den 56 Großstädten des alten Reichsgebietes starben im Jahre 1939 insgesamt 261112 Personen, das sind 12,1 je 1000 Einwohner gegenüber 11,4 im Jahre 1938. Diese Zunahme ist zum großen Teil daraus zu erklären, daß die Besetzung der am meisten gefährdeten höheren Altersklassen ständig zunimmt. Im übrigen ist sie auch auf die Grippeepidemie im ersten Vierteljahr und die ständig sehr naßkalte Witterung im zweiten Vierteljahr 1939 zurückzuführen. Ein Jahr slowakische Selbständigkeit. Von unserem Gch.-kkorrespondenten. Preßburg, März 1940. Kalter Vorfrühlingswind wehte durch die belebten Straßen der Hauptstadt Preßburg in den Vormittagsstunden des 14. März 1939. Die slowakische Regierung und die Abgeordneten des slowakischen Landtages im Komitathaussaal traten zu jener geschichtlichen Sitzung zusammen, die, nach jahrhundertelanger Unterdrückung, nach Tagen der Ungewiß- heit, hervorgerufen durch den mißlungenen tschechischen Militärputsch, der slowakischen Nation ihre Freiheit geben, den selbständigen slowakischen Staat erstehen lassen sollte. Ministerpräsident Dr. Ti s o , soeben voll Zuversicht aus Berlin zurückgekehrt, erstattete seinen Bericht und ließ anschließend durch den Mund des Landtagsvorsitzenden an die Anwesenden die historische Frage stellen: „Sind Sie für den selbständigen slowakischen Staat?" Die Abgeordneten erhoben sich von ihren Sitzen, spontan erscholl ihr „Ja", und dann brauste, von allen gesungen, die slowakische Hymne durch den Raum. Damit hatte die tschecho-slowakische Regierung aufgehört zu bestehen. Die Slowakei hatte sich aus dem Staatsverband gelöst, dem sie zwei Jahrzehnte hindurch als eine Art Kolonie angehörte. Ein künstliches Staatsgebilde war so zerfallen, ein Staat, der den Slowaken, Deutschen, Ungarn und Ukrainern die primitivsten Rechte verweigert hatte, die einem Volke zustehen. Das slowakische Volk hatte feine Freiheit errungen und sie unter den deutschen Schutz gestellt. Ein Jahr ist seitdem vorübengegangm Eine kurze Spanne Zeit im Leben eines Volkes und im Bestehen eines Staates. Für den jungen slowakischen Staat waren es zwölf Monate einer politisch bewegten Zeit. Neben der Freude an der endlich ■errungenen Selbständigkeit gab es auch so manche Schwierigkeiten, die überwunDen werden mußten. Es war in dieser Zeit immer wieder der große Freund Deutschland, der helfend und ratend zur Seite stand und besonders die sich nach der Trennung von Prag ergebenden wirtschaftlichen Hindernisse beseitigen half. Die slowakische Reaie- rung hat das Erbe nach einem völlig untauglichen Regime angetreten, das feinen jüdisch-marxistischen Einfluß fast zwei Jahrzehnte hindurch auf den Gebieten des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens geltend gemacht hatte. Dieses Erbe barg für das junge Staatsleben Gefahren in sich, die beseitigt werden mußten und müssen. Ein Umbruch und Aufbau fetzte ein. Vor allem galt es, den gesamten Staatsapparat auf neue Grundlagen zu stellen. Aehnlich war es mit den Resten der Armee, die völlig reorganisiert werden mußte. Bisher hatten alle führenden Staatsposten im Lande Tschechen innegehabt. Zahlreiche Staatsbeamte und Offiziere wurden gewechselt. Regierung und Parlament arbeiteten pausenlos an ihren großen Aufgaben. Eine Reihe von Gesetzen gab der weiteren Entwicklung den Rahmen. Wichttg war vor allem die neue Verfassung, die außer dem Staatspräsidenten, der Regierung unö dem Parlament sechs Stände und einen Staatsrat vorsieht. Die Organisierung der Stände läuft im Augenblick bereits, ebenso steht die Bildung des Staatsrates bevor, in dem die staatsbildenden Jn- stitMonen (Parteien, Stände, Parlament und Regierung) vertreten sein werden. Bei diesem während einer Zeit von zwölf Monaten sich vollziehenden rastlosen Umbruch und Aufbau hat besonders auch die Deutsche Volksgruppe — die sich nun endlich frei und offen zum Nattonalsozialismus bekennen durfte — mitgetan. Sie ist Brücke gewesen zum großen deutschen Mutte rvolk und steht auch heute, dem deutschen Vorbild lebend, geschlossen auf Dorpoftenstellung in diesem Raum. Während die Aufbauarbeit ungestört weiterging, hat der junge Staat eine Bewährungsprobe bestanden. Der polnische Feldzug stellte die slowakische Armee an die Seite der siegreich marschierenden deutschen Wehrmacht, es galt, altes Unrecht gutzumachen. Und so wurde Die slowakisch- deutsche Frontkameradschaft besiegelt, die nicht nur dazu beitrug, beide Völker einander näherzubringen, sie brachte den Slowaken auch den von Polen okkupierten slowakischen Volksboden wieder. Die Entwicklung des Landes geht vorwärts. Lächerlich find da Die Versuche einiger Emigranten in Paris und London, jener Herren des vergangenen Systems, die sich Hoffnungen auf eine neue „Tschecho-Slowakei" machen. Diese, wenn auch mit Ausdauer durch Den Aether getragene Propaganda des Westens hat im jungen Staat keinen Augenblick lang Boden gefunden. Die slowakische Nation nimmt heute Anteil an dem Kamps Des Deutschen Reiches gegen die westlichen Plutokratien. Deutschlands Sieg bedeutet für sie auch einen Sieg der slowakischen Sache. Das slowakische Volk begeht heute auf würdige Weise Den ersten Jahrestag des Bestandes der Slowakischen Republik. In ein Meer von Fahnen mit dem slowakischen Doppelkreuz aetaucht, neben Denen auch Die Hakenkreuzfahnen Der Volksdeutschen nicht fehlen, begehen Land und Bewohnerschaft freudig und selbstbewußt den Tag, diesen ersten Meilenstein am Wege in eine neue Zukunft. Der Wehrmachtsbericht vom Dienstag. B er Hn, 12.2Närz. (DAV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe klärte über Ostsrankreich auf. Ein französisches Flugzeug vom Wüster potez 63 wurde durch Flakartillerie abgeschossen. Staatsminister Or. Meißner 60 Jahre alt. Der Ches der Präsidialkanzlei, Staatsminister Dr. Otto Meißner, begeht am Mittwoch, dem 13. März, seinen 60. Geburtstag. Dr. Meißner, 1880 in Bischofsweiler im Unterelsaß geboren, studierte in Straßburg und Berlin Rechtswissenschaften und trat 1901 in Den Justizdienst. 1908 trat er in den Verwaltungsdienst über und wurde 1911 Regierungsrat in Straßburg. Als Oberleutnant der Reserve leistete er Kriegsdienste im Infanterieregiment 136. Nach dem Waffenstillstands wurde Dr. Meißner in den Auswärtigen Dienst übernommen und im März 1919 Dem Büro des Reichspräsidenten zugeteilt. Dessen Chef er vorn 1. April 1920 an war. Nach Dem Ableben Hindenburgs und Der Vereinigung der beiden Funktionen des Reichsoberhauptes und des Reichskanzlers in der Person des Führers wurde Dr. Meißner mit der Leitung Der PräsiDial- kanzlei betraut und am 1. Dezember 1937 zum Staats Minister und Chef der Präsidialkanzlei des Führers ernannt. Am 18. Oktober 1938 erhielt Staatsminister Dr. Meißner das goldene Treudienstehrenzeichen, das ihm der Führer persönlich überreichte. Dr. Meißner, Der eine Reche von Werken über Staats» und Derwaltungsrecht geschrieben hat, ist Mitglied Der Akademie für deutsches Recht. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem Papst Pius XII. zum Krönungstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt * König Leopold von Belgien besuchte die Brüsseler Frühjahrsmesse, auf der rund 30 Länder vertreten sind. Er nahm auch eine eingehende Besichtigung der amtlichen deutschen Abteilung vor, wo er von dem Reichskommis- sar Dr. Keim empfangen wurde. Der König zeigte besonderes Interesse für Den gläsernen Motor und die ausgestellten Edelsteine deutscher Fabrikation. General P e n j a r'a n D a wurde mit überwältigender Mehrheit zum Staatspräsidenten Boliviens gewählt. Penjaranda ist, wie sein Vorgänger Oberst Busch, ein verdienter Offizier des Chaco-Krieges und trat besonders hervor durch Einleitung des Waffenstillstandes und Der Verhandlungen mit dem jetzigen Staatspräsidenten Paraguays, General Estigarribia. * Der holländische Tankdampfer „E u 1 o t a" (6236 BRT.) der Petroleumgesellschaft La Corona, einer Tochtergesellschaft des Shell-Konzerns, ist auf dem Wege von Rotterdam nach durapao am Eingang, des Kanals auf eine Mine gela'ufen uno gesunken. Die Besatzung von 42 Mann konnte durch ein englisches Kriegsschiff gerettet werden. Das englische Unterhaus wird feine Lebensdauer voraussichtlich um ein Jahr verlängern. Die Regierung wird einen entsprechenden Gesetzentwurf in Kürze vorlegen. Normalerweise wäre die Wahlperiode »Les Unterhauses im November dieses Jahres zi^^>e gegangen. Die Verhandlungen über eine Koalitionsregierung in Australien haben zum Erfolg geführt. Der Führer der Landpartei, Cameron, wird in der neuen Regierung stellvertretender Ministerpräsident. Die Landpartei wird fünf Sitze im Kabinett erhalten. Das neue türkisch-griechische Handels- Übereinkommen ist unterzeichnet worden. geblich ist. Das einzige, was helfen könnte, find zwei Wochen für den Kessel und einige Kesselreiniger im Bauch! Der Lehnerhaas nimmt die große Schippe und reißt die Feuertür auf. Eine lodernde Glut verwandelt seinen nackten Oberkörper in Bronze. Wie die Muskel spielen beim Schwung der Schippe, wie Der Schweiß in schwarzen Bächen über Gesicht und Körper rinnt! Der Heizer schippt und schippt, es ist eine große Glut in Der Feuerung. Das Dampfstrahl- gebläse zischt, Lehnerhaas winkt mit hem Kopf nach Der Feuerung: „Ist Das ein Feuer, oder nicht?" ruft er dem Maschinisten zu. Dill antwortet nicht. Ein böser Trotz steckt in ihm. Er lacht. Dem Heizer ist es wie ein Hohn. Wenn er den andern jetzt an die Wand drücken könnte, so mit beiden Fäusten! Freilich, bei Lydia ist Der Dill stark im Vorteil. Die Hände finD nicht so Dreckig, seine Bewegungen geschmeidig, und mit dem Mund ist er wohl auch ein bißchen besser weggekommen. „Was stehste hier herum", knurrt Der Lehnerhaas. Aber Der Dill lacht wieder, und sein Blick ist noch immer bei den Manometern. „Das rührt und regt sich nicht da oben", stichelt er. „Kannst du es ändern?" „Ich will sehen", bemerkt der Maschinist mit einer beißenden Ruhe. Er ergreift eine Leiter, lehnt sie an die Kesselwand und klettert hinaus, dicht beim Wasserstandsglas vorbei. Lehnerhaas hat einen d-er- ben Fluch auf Der Zunge. Aber Der erstickt in einem zischenden Knall. Im Augenblick steht das Kesselhaus unter Dampf. Dann kommt Bewegung in ihn. Mit Blitzesschnelle tastet sich sein Körper durch die üschenhe, heiße Wand. Jetzt erreicht er die Leiter. Am Boden liegt Dill und windet sich wie ein Wurm. Der Heizer erklimmt Die Leiter, ein kochender Wasserstrahl peitscht ihm über Den Leib. Er schreit auf vor Schmerz. Ein Schwindel will ihn packen, doch schon erreicht seine Hand Den Sicherheitshahn des Wasserstandglases. Mit letzter, verzweifelter Kraft drückt er ihn herum. Das Zischen verstummt ... Langsam taumelt der Heizer die Letter herunter. Seine Verbrühungen sind schwer. Aber mit kräftigem Arm packt er den am Boden liegenden Dill und schleift ihn hinaus aus dem Kesselhaus auf eine Dank. Dann legt er sich selbst lang auf Die Erde und brüllt, brüllt vor Schmerz. — In der Sanitätsstube liegen sie nebeneinander, der Lehnerhaas und der Dill, Sie liegen da mrd stieren mit gläsernen Augen nach Der Decke. Der Sanitäter sitzt mit im Raume. Wie aus weiter Ferne klingt das Getriebe der Fabrik. Eine weiche, weiße Stille, denkt der Lehnerhaas in kurzen, schmerzhaften Besinnungsaugenblicken. Er wendet dem andern die Auaen ein wenig zu. Er hat mich rausgeschleppt, denkt Dill. Er wendet den Kopf, nur ein winziges Stück, wie es Die Umstände erlauben. Die Blicke begegnen sich; sie sind wie ein vergebendes, abbittendes Lächeln. Dann gehen sie wieder der Decke zu. — Es ist alles gut, alles vergessen. Vielleicht sogar Die Sache mit Lydia. Sie haben vom Arzt eine Injektion bekommen. Die Augenlider werden schwer. Die weiche, weiße Stille hot sie in einen wohltuenden Schlaf gehüllt. ©er Entdecker des tierischen Magnetismus. Zum 125. Todestag Franz Mesmers. Zu Iznang am Bodensee wurde Franz Anton Mesmer am 23. Mai 1733 geboren und von seiner frommen Mutter zum Studium der Theologie be- stimmt. Schon als Knabe hatte sich Mesmer lebhaft mit Sternkunde befaßt und widmete sich später in Wien ausschließlich medizinischen und naturwissenschaftlichen Studien. 1766 promovierte er dort mit Der Arbeit „De influxu planetarum in corpus humanum“ (lieber den Einfluß Der Planeten auf den menschlichen Körper). Seit Dem Jahre 1771 begann er mit seinem Freunde Hell Die heilende Kraft Des Mineralmagnets genauer zu untersuchen und kam Dabei zu der Annahme, daß im Körper Der Menschen und Tiere eine ähnliche Kraft vorhanden sei, die er „tierischen Magnetismus" nannte. Da er mit einer so ungewöhnlichen Entdeckung zu seiner Zeit nicht gleich hervortteten durste, legte er seine Ansichten nieder in einem „Schreiben an einen auswärtigen Arzt über Den Magnetismus", das 1775 in Wien erschien. Kurz Darauf wurde er vom Kurfürsten von Bayern als Mitglied Der Akademie nach München berufen, kehrte jedoch nach nicht allzu langer Zeit wieder nach Wien zurück, das ihm zweite Heimat geworden war. Mit der Zeit fanden sich Nörgler und Neider, die mißgünstig das „lun und Treiben des höchst merkwürdigen Doctors der Arzneygelährtheit" verfolgten. Gerüchte tauchten auf, Mesmer wolle ein blindes Mädchen sehend gemacht haben, er müsse mit Hexen im Bunde stehen, wenn nicht gar mit Dem Leibhaftigen selbst usw. Um dem zu entgehen, begab sich Mesmer auf längere Auslandsreisen; doch auch hier verfolgten ihn Die Gerüchte, die in Wien breitgetreten wurden und ihm Ungeheuerliches unterschoben. Nichtsdestoweniger arbeitete Mesmer feine Erkenntnisse weiter aus und sprach nur in kleinem Freundeskreise davon. Zu den wenigen Getreuen, die er immer noch besaß, gehörte die Familie Mozart. Mesmer war sehr kunstliebend und hatte eine besondere Vor- liebe für Musik. Als der zwölfjährige Mozart von seinen Triumphreisen zum Dritten Mal nach Wien kam unD von Josef II. beauftragt wurde, eine kleine Oper zu schreiben, schrieb der Knabe in kurzer Zeit über 500 Seiten hin; als die Aufführung her- annahte, wußten Neider und Intriganten diese zu hindern, da sie das Genie des „kleinen Zauberers" ahnten und fürchteten. Hierauf gab Mesmer Dem sehr enttäuschten Wolfgang den Auftrag eines Singspiels für sein Gartentheater. So entstand ge- wissermaßen die erste deutsche Spieloper „Bastien und Bastienne", die Mozart selbst dirigiert haben soll. Die Familie Mozart stand seitdem in freundschaftlichen Beziehungen zu dem viel angefeinheten Doctor Mesmer und bewunderte die geheimnisvolle Kratt, die dieser Arzt, wie Vater Mozart schrieb, „über die Menschen ausübt, bei denen Der Nerven sc-, ft in einiger Unordnung ist". Mesmers Spezial-Instrument war die „GlL- fer-Maschine", auf der durch ein Pedal gläserne Glocken in Umdrehung versetzt und mit wasserbenetzten Fingerspitzen gesttichen werden; diese Sphärenmusik diente ihm selbst als Musik in freien Stunden, aber auch als ärztliches Instrument, und zwar,^ur Beruhigung allzu aufgeregter Gemüter". Spater hat Mozart sicher an den väterlichen Freund gedacht, als er den Hokuspokuskundigen, den Zau- berer Cola schuf. Mesmer machte noch viele Versuche in Wien, erweiterte feine Schriften, und sowohl sein Sprech- zimmer wie auch seine „Musikstube" waren Mittelpunkte des kulturellen Wiens. Am 5. März 1815 starb er in Meersburg. Seine Entdeckung lebt wei- ter in der Wissenschaft als Mesmerismus und ist me Grundlage vieler neuer Forschungen geworden. Hani Walther Veränderungen imGießenerGtadttheater Bisher bezahlte Griechenland die aus der Türkei einaeführten Waren zur Hälfte mit Devisen und zur anderen Hälfte mit Waren. Auf Grund des neuen Uebereinkommens erfolgt nun die Bezahlung der griechischen Einfuhr zu 75 v. H. über ein Clearing und nur jene der restlichen 25 v. H. in Goldvaluten. * Der Bau eines neuen großen Straßen- Tunnels unter dem Hudson zur Verbindung der beiden Neuyorker Stadtviertel Manhattan und New Jersey gilt als gesichert, nachdem die Bundesregierung einen Zuschuß von 57 Millionen Dollar zu den Baukosten von 80 Millionen Dollar zugesagt hat. Es sollen zwei Metallröhren von über dreitausend Meter Länge gelegt werden. Gegen den Bau einer Brücke hatte das Kriegsministerium Einspruch erhoben. Aus aller Wett. 40jähriges IMlttärjubUäum General von küchlers. In diesen Tagen feierte General der Artillerie Georg v. Küchler, einer der siegreichen Armeeführer des Polenfeldzuges, sein 40jähriges Militärdienstjubiläum. Er begann in Darmstadt im Feldartillerie-Regiment Nr. 25 (Großherzogl. Hess. Artilleriekorps) seine militärische Laufbahn, die ihn über die Kriegsakademie in den Generalstab führte. Im Weltkrieg war er zuletzt Generalstabsoffizier der 9. Reserve-Division. Nach dem Kriege tat er u. a. im Reichswehrministerium Dienst, war Lehrer an der Artillerie-Schule und wurde 1932 Artillerie- Führer I in Königsberg. 1935 erfolgte seine Ernennung zum Inspekteur der Kriegsschulen. Am 1. April 1937 wurde er Kommandierender General des I. Armeekorps in Königsberg. Im März 1939 besetzte er mit seinen Truppen das Memelgebiet. Zu Beginn des Polenkrieges übernahm er den Oberbefehl über die 3. Armee, die er von Ostpreußen aus zum Siege führte. Nach dem Abschluß des Feldzuges verlieh ihm der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Ralph Arthur Roberts f. Der beliebte Berliner Schauspieler und bekannte Bühnenleiter Ralph Arthur Roberts ist einem Herzschlag erlegen. Ralph Arthur Roberts stand im 56. Lebensjahre. Else Lehmann f. In Prag ist die Schauspielerin Else Lehmann im Alter von 74 Jahren gestorben. Sie trat zwar seit dem Jahre 1914 so gut wie nie mehr auf, wohl aber ist ihr Name vor allem mit der Geschichte des Na- turalismus, des frühen Hauptmann und Ibsens, um trennbar verknüpft. Ihr Aufstieg begann 1889, als sie in der Uraufführung von Hauptmanns „Bor Sonnenaufgang" in der Freien Bühne die Helene Kraufe spielte. Als Otto Brahm das Deutsche Theater übernahm, wurde Frau Lehmann eine der ersten modernen Charakterdarstellerinnen dieser Bühne. Sie spielte in Ibsens „Gespenster" die Regine, die Else Rentheim in „John Gabriel Borkmann". Ihre Mutter Wolffen in Hauptmanns „Biberpelz" schuf das klassische Vorbild für die späteren Interpretationen dieser Figur. Schwerer Hagelorkan ln Amerika. In Shreveport (Louisiana) zerstörte und beschädigte ein Hagelorkan über 500 Wohnhäuser und andere Gebäude. Wenigstens neun Personen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Die Waffe In Kinderhand. Der zwölfjährige Junge des Arbeiters Gröning in Darmstadt-Eberstadt hatte im Walde einen Revolver gefunden, den er zu öffnen versuchte. Dabei ging ein Schuß los. Die Kugel traf den Jungen in den Kopf, der auf dem Transport ins Stadtkrankenhaus starb. Alle römische Wafferleilung wieder in Betrieb. Oberhalb Dreimühlen, in der Nähe der Eifeler Katushöhle, wurde bei Quellschürfarbeiten in einer Tiefe von 1,50 Meter ein gemauerter Kanal entdeckt, der mit Sandsteinplatten von 2 Meter Länge und 1 Meter Breite ab g edeckt war und vor rund 2000 Jahren der Wasserversorgung einer römischen Siedlung im Feybachtal diente. Die Brauchbarkeit des Wassers zu Trinkzwecken wurde durch eine bakteriologische Untersuchung einwandfrei festgestellt. Inzwischen ist eine Rohrleitung an den Römerkanal herangeführt worden, durch die das Wasser zur Versorgung von vier Ortschaften nutzbar gemacht wird. Aus der Stadt Gießen. Kleine Vogelfanfaren. Dor den warmen Strahlen der Mittagssonne zerrinnt jede Schwermut wie ein Hümpelchen Schnee. Das Herz wird leicht wie die Erde, die sich lockert und regt, weil nichts mehr von allem, was sie einen langen Winter mütterlich gebettet, länger chlafen will. Die Sehnsucht nach Licht, die Freude am hellen Himmel ist tausendfältig wach. Die kleinen Dogelherzen jubeln, weil sie den wippenden Ast »wischen ihren Zehen wieder von Säften gefüllt, federnd und elastisch spüren. Auf Promenadewegen und in Vorgärten schmettert die Kohlmeise ihre lustiae Frage: „Sind Sie da? Sind Sie da?" und wird nicht müde, ihre anmutigen und flinken Kletterspiele, ihre ausgelassenen akrobatischen Kunststücke kopfüber, kopfunter zu zeigen. Und wenn sie gar einen Partner bekommt, der ihr von einem Nachbarbaum antwortet, dann steht ihr der Schnabel nicht mehr still. Ebenso munter zwitschert der Buchfink feine kleine Strophe, ein lustiges Schnörkelmotiv, das in kurzen Paulen mit emsiger Beharrlichkeit wiederholt wird. Er hat lange genug geschwiegen, nun ist ihm das warme Herz übervoll. Er putzt sich und striegelt die Federn mit dem Schnabel zurecht, als ginge es morgen schon auf die Freite. Tiefer in Dusch und Hecken zwirnen die Goldhähnchen und huschen, die Plätze wechselnd, hin und her im fröhlichen Spiel. Selbst wenn die Sonne untergegangen ist, bleibt die Freude noch wach: Die Amsel beginnt mit ihren dunklen Flötentönen feierlich und doch frohlockend zu rufen. Ihr melodischer Schlag gibt der Stunde des Zwielichts eine warme Verklärung wie der westliche Horizont mit feinem Farbenspiel den Himmel erhellt. Bis zum Einbruch der Dunkelheit psalmodiert die Amsel mit den vollen warmen Goldtönen einer wohllautenden Stimme. Und wenn die ersten Lichter des neuen Tages heraufblitzen, fitzt sie schon wieder auf einem Dachfirst oder in einem Daumwipfel und singt. So wird jeder Tag von ihr verabschiedet und bewiMommt. Jeder ist für sie ein neuer Bote des Frühlings, und keinem vergißt sie darum einen frohen Empfang, einen herzlichen Nachruf zu schmettern. Draußen vor der Stadt aber, wo die Felder und Wiesen endlich ihre eintönige Schneedecke abstreifen und mit braunen kraftvollen Schollen und erwachendem Grün das Auge erfreuen, überrascht uns die erste Lerche. Wie von einer unsichtbaren Hand der Sonne entgegengeworfen, schwirrt sie mit hellem Jubel empor, und ihre kleine Kehle wird nicht müde, solange sie die Flügel tragen. Geht ihr endlich der Atem aus, läßt sie sich rasch und lautlos heruntergleiten, um nach kurzer Pause zu einem neuen, womöglich noch höheren Ansturm crufzu- flattern. Ihre hymnische Strophe ist ein Sonnen- gesang für das ganze Tal. Was taufend Wesen empfinden, schmettert sie jauchzend aus. Peter Bauer. Tageskalender für Mittwoch. Populärwissenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts Professor Glöckner über „Einführung in die Aesthetik der bildenden Künste". — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Lombardische Nacht". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Weißer Flieder". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Das jüngste Gericht". Am Sonntag: Erbsen mit Speck. Der „Tag der Wehrmacht" zeigt sich jetzt schon ln mancherlei Form an. Bei der Wehrmacht ist man mit den notwendigen Vorbereitungen beschä - tigt, und auch die NSV. hat ihre Helfer, ihre Block- und Zellenwarte mobilisiert, die zunächst dafür sorgen, daß die 13 000 Essenmarken, die gedruckt worden sind, unter die Leute kommen. Die Essenmarken berechtigen zum Empfang der Essenpor- Honen, zum Empfang des „Schlags", wie der Soldat sagt. Wie wir hören, ist der Absatz der Essenmarken erfreulich rege. Sichtlich sind die Hausfrauen angenehm von der Tatsache berührt, daß sie einmal nicht zu kochen brauchen und dabei außerdem noch Nährmittel- und Fleischkarten sparen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß es durchaus erwünscht ist, wenn durch den Verkauf der Essenmarken für die Küchen der Wehrmacht ein Ueberblick gewonnen wird, wie viele Portionen gekocht werden müssen. Es soll selbstver- stündlich vermieden werden, daß etwa zuviel gekocht wird und dadurch unter Umständen ein Lebensmittelverlust entsteht. Wo am Sonntag die Mit dem Ablauf der Spielzeit 1939/40 wird es in der Künstlerschaft unseres Stadttheaters einige Veränderungen geben. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, scheiden verschiedene Künstler und Künstlerinnen aus, während eilige neu verpflichtet wurden. Der 1. Kapellmeister unseres Stadttheaters, Paul Walter, ist an die Volksoper in Wien verpflichtet worden und wird Gießen mit Ende der Spielzeit verlassen. Mit ihm scheidet auch die Soubrette unseres Theaters, Friedel F o r n a l l a z , seine Gattin, aus, die, wenn auch ohne Verpflichtung, mit nach Wien übersiedelt. Weiter verliert unser Stadttheater Fräulein Eva Eckert. Die Künstlerin folgt einer Verpflichtung an das Stadttheater in Würzburg. Jngeborg Riehl scheidet ebenfalls aus und hat ein Engagement am Stadttheater Krefeld angenommen. Auch Viktor von Gschrneidler verläßt Gießen und folgt einer Verpflichtung an das Landestheater Gera. Die Balettmeisterin Thea Maaß verabschiedet sich ebenfalls und wirkt während der nächsten Spielzeit in Weimar. Der Ober- spielleiter Dr. Hannes R a z u m ist gegenwärtig für Gastinszenierungen in Düsseldorf beurlaubt. An neuen Verpflichtungen sind bisher zwei zu verzeichnen. Als 1. Operetten-Sän-gerin wurde Gabriele Toffinke (bisher Neu-Strelitz) Der- pflichtet. Für das Fach der 1. Heldin und Sentimentalen wurde Luise Trah (bisher Stadttheater Hanau) gewonnen. Feldküchen auffahren, wird noch bekanntgegeben. Für oen Sonntagnachmittag ist, wie wir bereits berichteten, für einige Unterhaltung im Hof der Zeughauskaserne gesorgt. Für die Kinder wird Gelegenheit gegeben fein, sich unter der Betreuung durch die Soldaten hoch zu Roß, als Reiter zu ühlen; außerdem werden Fahrten auf gummibereiften Fahrzeugen stattfinden, die zu Rundfahrten über den Kasernenhof hinaus, ein Stück um die Anlagen, eingesetzt werden. Außerdem werden im Hof der Kaserne moderne Fliegerabwehr-Wafsen gezeigt werden. Auch sonst ist mit einigen kleinen Überraschungen zu, rechnen. Der „Tag der Wehrmacht" wird wieder bewei- en, wie sehr sich die Bevölkerung in Stadt und Land der Wehrmacht verbunden fühlt, die in großer Zeit die Grenzen schützt und einsteht für die Unverfehrtheit des Reiches. Die Bevölkerung wird den Tag außerdem zum Anlaß nehmen, erneut ihre schon so oft bewiesene Qpfersreudigkeit zu beweisen. 36000 Reichsmark. Das Ergebnis der letzten Opfersammlung. Die Sammlung des vergangenen Sonntags hat wieder ein sehr günstiges Ergebnis gebracht. Insgesamt wurden im Kreis Wetterau der NSDAP. 36 000 Reichsmark gezeichnet. Das Ergebnis dürfte sich noch erhöhen, da von einigen Ortsgruppen die Meldungen noch nickt vorliegen. Innerhalb der Stadt Gießen mit ihren Vororten wurden 9750 Reichsmark gezeichnet. Das Gesamtergebnis liegt um rund 6000 Reichsmark höher als das Ergebnis der am Sonntag vorher durchgeführten Reichsstraßensammlung. Besichtigung beim Deutschen Roten Kreuz Gießen. In diesen Tagen weilte der Landesführer, DRK.- Generalhauptführer, ^-Brigadeführer, Staatssekretär O r t l e p p (Weimar) zur Besichtigung der Em- richtungen des Deutschen Roten Kreuzes in unserer Stadt. In seiner Begleitung befanden sich DRK.- Oberseldführer Reichendächer und DRK.-Feld- führerin Engelmann. Im Sitzungssaal der DRK.-Kreisstelle gab der Kreisführer, DRK.-Oberfeldführer Landrat Dr. Lotz in Gegenwart feiner führenden Mitarbeiter einen kurzen Ueberblick über den umfaffenden Einsatz der Einheiten des DRK. Im besonderen hob er auch die Arbeit der Nachweisstelle für Volksgenossen aus dem Grenzgebiet hervor, die, in kurzer Zeit aufgebaut, Segensreiches geleistet hat. Auch bei der Betreuung und Unterbringung der Kranken und Rückgeführten wurde Vorbildliches geleistet. Die Unterkunft in der Anatomie, jetzt im ehemaligen Hotel Lenz, und die sorgsame, liebevolle Verpflegung haben bei den Soldaten größte Freude und Anerkennung gefunden. Die Bahnhofswache hat ihren verantwortungsvollen Dienst unverdrossen versehen. Kurz, das Deutsche Rote Kreuz hat gezeigt und bewiesen, daß es, feiner Pflicht bewußt, gerüstet ist, die Aufgaben, die der Führer und die Wehrmacht an das DRK. stellen, zu erfüllen. Am Schluß feiner Ausführungen erwähnte der Kreisführer in anerken- nenden Worten das vorbildliche Zusammenarbeiten mit den verschiedenen militärischen und Parteidienststellen. Im Anschluß daran wurden organisatorische Fragen besprochen. Dann wurden die Einrichtungen des DRK. einer Besichtigung unterzogen: die Rettungsstelle in der Sonnenstraße, die Unterkunft im Hotel Lenz und die Bahnhofswache. Im Hotel Lenz konnten sich die Gäste von der vortrefflichen Zubereitung der Kost überzeugen. Gegen Abend verließen die Gäste unsere Stadt. Vor der Abfahrt sprach der Generalhauptführer Ortlepp dem Kreisführer Dank und Anerkennung für die geleistete vorbildliche Arbeit aus. nHemeiiW M Smit W Stenöe Achtung! ft b 5 p o r L Sportamt Wetterau, Schanzenstraße 18. Für Frauen: 995D Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerstraße. Für Männer und Frauen: Hallensport (insbesondere Hallenspiele) jetzt Mittwochs, 20.30 bis 21.30 Uhr, Goethefchute. Richt wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr. Kinder-Gymnastikkurs ist an einem Rachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sportamt. Reul Für Frauen und Männer: Schwimmen von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr. Weitere Zweifelsfragen um „Punkte" geklärt. In der Praxis sind eine Reihe weiterer Zweifelsfragen um die korrekte Handhabung der für die Bewirtschaftung von Textilien ergangenen Anordnungen entstanden. Sie werden von zuständiger fachlicher Seite nunmehr aufgeklärt. Davei wird u. a. hervorgehoben, daß Bettzeugstosfe auf Kleiderkarte nicht abgegeben werden dürfen, da Bettwäsche und daher auch Stoffe für Bettwäsche nicht auf „Punkte" sondern lediglich auf Bezugscheine erhältlich sind. Bei Bettzeug-Garnituren sind im übrigen die Kopfkissenbezüge und Deckbettbezüge einzeln zu bewerten. Es ergaben sich ferner Zweifelsfragen darüber, wie einzelne Mäntel zu bewerten sind. Hierzu wird klärend feftgefteUt: Popelinmäntel für Herren erfordern 25 Punkte, Lodenmäntel, Gabardinemäntel, imprägnierte Cheviotmäntel 50 Punkte, halbschwere Mäntel 65, Lodenjoppen 40 Punkte. Lodenmäntel für Knaben find wie Sommermäntel zu bewerten und erfordern 30 Punkte, Lodenmäntel für Frauen 35 Punkte, Mädchenlodenmäntel 25 Punkte. Knabenanzüge erfordern 30 Punkte der Kleiderkarte. Es handelt sich hierbei aber nur um den dreiteiligen Anzug; der »weiteilige Anzug erfordert 25 Punkte der Reichskleiderkarte. Gießener Gchlachtviehmartt. Am Gießener Schlachtvieh-Verteilungsmarkt, der !festem in der Viehoersteigerungshalle Rhein-Main tottfanb, wurde das Schlachtvieh zu folgenden Prei- en je % kg verkauft: Ochsen 45,5, Butten 39,5 bis 49,5, Kühe 14 bis 43,5, Färsen 22,5 bis 44,5, Kälber 35 bis 64 und Schafe 30 bis 43 Rpf. Schweine wurden zu den üblichen und bisherigen Preisen abgesetzt. Der Marktoerlauf war rege. Das Schlachtvieh war durchweg zugeteilt. Hart an der Todesstrafe vorbei. Das Reichsgericht hat di« Don dem im Jahre 1905 geborenen Erich Piotrowski aus Hopfgarten (Kreis Alsfeld) gegen das Urteil des Landgerichts Gießen vom 15. Dezember v. I. eingelegte Revision als unbegründet verwor- (Nachdruck verboten!) 7. Fortsetzung. betrachtete sich mit gesp- um Zug, Linie um Li Qolöcne Wolfe über Renate Roman von fjorfl Blecnatt). vorgegangen sein. _ . f Er beugte sich zögernd vor, von seinem Spiegel- bild trennten ihn kaum zwei Handbreiten, und er betrachtete sich mit gespannter Aufmerksamkeit, Zug um Zug, Linie um Linie, Fläche um Flache: die glatte Stirn, die gegeneinander ein wenig verschobenen dunklen Brauen, die grauen Augen, die un- ternehmungslustige, etwas zu kurz geratene Nase, der immer ein wenig verzogene Mund, der so aus- sah, als hielte er im rechten Lippenwinkel ständig einen Grashalm oder den Steckgel irgendeiner Blüte, und das feste, lebenstüchtige Kinn. Es war fein altes Gesicht, das ihm aus dem Spiegel unverändert entgegenblickte, und er be- e es mit einem schwachen, etwas gewaltsamen rt. Du hast doch nicht etwa ein schlechtes Gewissen, alter Knabe, wie? Was denn? Was denn? Oder bist du von der verdammten Luft dieses verdammten Hauses so angesteckt, daß du nicht zuzugreifen wagst, wenn dir die blinde Göttin mal mit einem Auge zublinzelt? Na also! Und außerdem: Was gibt dir drin schönes Wissen denn schon mehr in die Hand als eine höchst, aber auch allerhöchst unsichere Möglichkeit? Vielleicht verzichtest du freiwillig darauf, diesen Goldfisch zu angeln, wenn du ihm das erstemal von Angesicht zu Angesicht gegenübergetreten bist ... Ein neuerliches Glockenzeichen scheuchte ihn aus seinem Zimmer. Im gleichen Augenblick, in dem Parker die Tür hinter sich schloß, hob Spike sein Auge vom Schlüsselloch jener Tür, durch die er Parkers Büro vor wenigen Minuten verlassen hatte. Er stand dort in einem langen, halbdunklen Gang, von dem aus alle Büros zu erreichen waren. Spike rieb sich sein leicht tränendes Auge; fein freches, frühreifes Gesicht drückte höchstes Erstaunen aus, und der schmallippige Mund hatte sich zu einem unhörbaren Pfiff gespitzt. „So ein schein- heiliger Hund!" murmelte der Knabe Spike, dessen Ausdrucksweise trotz feiner nunmehr halbjährigen Tätigkeit in diesem vornehmen Hause leider noch zu wünschen übrigließ. „Hab' ich doch gerochen, daß da irgendwas nicht stimmte! ,Bei den Akten, hat er gejagt! Und ich will doch bis in alle Ewigkeit verflucht fein, wenn der Brief im Schreibtisch nicht derselbe ist, der heute morgen mit der Post an- Er klopfte vorsichtshalber an, ehe er die Tur zu öffnen wagte. Bei dem beschränkten Gesichtsfeld, das ein Schlüsselloch bietet, war Spike seiner Sache nicht ganz sicher, daß Parker das Zimmer bereits verlassen habe. Als niemand sich meldete, schlüpfte er rasch hin- ein. Um auf keinen Fall ertappt zu werden, sperrte er die drei Türen des Büros einfach ab. Kam Par- ter inzwischen unvermutet zurück, so brauchte er, Spike nur durch eine der beiden anderen Türen zu verschwinden, und der Untersuchung, wer die Die Zeit drängte. Also: Wohin damit? Parker zog hastig den Schlüssel aus der Seitentür des Schreibtisches, schob den Brief tiefer in die Schublade hinein, und warf sie zu und schloß ab. Den Schlüssel steckte er in die Tür zurück. Blödsinnige Nervosität! Wer in aller Welt hatte etwas an feinem Schreibtisch zu schaffen? Sogar die Reinmachefrauen blieben in achtungsvoller Entfernung von ihm ... Parker klemmte die grüne Ledermappe unter den Arm. Neben der Tür, durch die er hindurchgehen mußte, um über ein sparsam möbliertes schmales Zimmer zum Büro seines Onkels Jeremias zu gelangen, hing über einem amerikanischen Patent- waschtisch aus Blech, der aber als Mahagoni gestrichen war, ein billiger, weiß gerahmter Spiegel. Er genügte einem Mann, um Raucherbelag auf den Zähnen feftzustellen oder um die Krawatte zu binden. Wer aber etwa vor ihm feiner Eitelkeit frönen wollte, verfiel über kurz oder lang in unheilbare Schwermut. Parker war nicht eitel oder nicht eitler, als em Mann zu fein pflegt, der auf eine glatte IRafur unb einen ge rodegezogenen Scheitel Wert legt. Wenn er in diesem Augenblick einem fast unwiderstehlichen Zwange folgte, sein Gesicht dem Spieael zu nähern, dann tat er es mit einer fast furchtsamen Neugier, als erwarte er, es könne mit ihm in dieser letzten Stunde irgendeine fürchterliche Veränderung Schreibtisch, dessen wuchtige Platte von gekreuzten Nundhöhern getragen wurde. Die Abneigung Parkers gegen seine Onkel beruhte nicht darauf, daß die beiden Herren etwa unverträgliche alte Ekel gewesen wären, sondern rein auf verwandtschaftlichen Gefühlen. Vielleicht spielten bei Parkers wenig liebevoller Einstellung zu seinen Onkeln auch jene Gründe mit, die Männer in den gereiften Jahren mitunter veranlassen, die Faust heimlich in der Tasche zu ballen, wenn sie einem alten, gramgebeugten Lehrer begegnen, der sich einstmals aus rem erzieheriscken Gründen gegen ihre Versetzung ausgesprochen hatte ... Jeremias Watson blickte nicht auf, als sein Neffe eintrat; er streckte nur die Linke aus, während seine reckte Hand weiter den Rand eines Aktenblatts mit dünnem Gekritzel bedeckte. „Geben Sie her, Fräulein Skelton! Und kommen Sie das nächste Mal etwas schneller, wenn ich--" Parker hustete! „Ich bin's!" „Ah, Allan, du?" Watson nickte seinem Neffen einen flüchtigen Gruß zu und sah ihn über den Brillenrand hinweg aus geröteten, überanstrengten Armen an. Parker beugte sich über den Schreibtisch und reichte ihm die grüne Mappe aufgeschlagen zu. Watson zog sie schreibgerecht näher und griff nach einem Halter, einem dicken Korkhalter nut spitzer Feder, die täglich erneuert wurde. ,Hat es 'nen besonderen Grund, daß du mir heute die Briefe bringst?" fragte er leichthin, bereits in den Inhalt seiner Korrespondenz vertieft. Parker steckte eine Hand in die Hosentasche und lehnte sich mit der Hüfte leicht gegen die Tischkante. „Ja", antwortete er in einem etwas unbestimmten Tonfall. „Aber laß dich, bitte, nicht aufhalten! Meine Sache eilt nicht." „Nimm inzwischen Platz! Es macht mich nervös, wenn mir jemand auf die Hände fleht, und außerdem stößt du andauernd an den Tisch ..." Parker kniff die Lippen zusammen und ließ sich in einem der beiden Ledersessel nieder, die auf seiner Seite dem ungepolfterten Arbeitsstuhl seines Onkels gegenüberftanoen. Zehn Minuten vergingen, in denen er dem leisen Rascheln der Papiere lauschen durfte und Muße hatte, sich die Züge seines Onkels fest einzuvrägen. (Fortsetzung folgt.) Derbindungstür zu dem Vorzimmer abgeschlossen habe, getraute er sich ohne weiteres standzuhalten. Darauf ging er in aller Gemütsruhe daran, die Schreibtischschublade zu öffnen. Na also! Da lag ja der Brief aus Deutschland! Jawohl, er konnte sich auf seine Augen verlassen. Aber was für einen Grund, zum Teufel, hatte Parker, ihn so geheimnisvoll wegzulegen? Für einen Augenblick stieg ein fürchterlicher Argwohn in Spikes Herzen auf: Um's Himmels willen, Parker hatte doch nicht etwa selber Geschmack am Briefmarkensammeln gefunden? Quatsch! Dem lag natürlich nichts an den Marken! Denn wozu hätte er wohl sonst den Brief selber in dem Umschlag gelassen? Ein Geheimnis steckte da auf jeden Fall dahinter. Aber welches? Spike fchnüffelte unsicher und bohrte sich tief in der Nafe, als erwarte er von der mechanischen Erweiterung seines Riechorgans wichtige Ausschlüsse. Der Brief war nicht etwa an Parker persönlich, sondern an die Kanzlei der Anwälte Watson, Wat- jon & Sones gerichtet. Spike zog das Schreiben mit spitzen Fingern aus dem Umschlag. Aber — verflucht! — er verstand nicht eine Silbe vom Inhalt. Der Brief war in deutscher Sprache geschrieben. Er stolperte über die Worte hinweg; ein paar gesperrt geschriebene Namen fielen ihm auf, ein mehrmals erwähnter Dr. Arthur Naumann, zwei Daten, eine Jahreszahl, das Wort München ... Damit war nicht viel anzufangen. Spike steckte den Brief mißmutig und enttäuscht in den Umschlag zurück, warf einen letzten Blick des Verzichtes auf den prächtigen Stempel über den Marken und legte alles miteinander sorgfältig wieder genau an die Stelle zurück, wo er es gefunden hatte. Dann schloß er die Schublade ab, vergaß auch nicht, den Schlüssel abzureiben, und zwar wegen der Fingerabdrücke, die schon manchem Mann aus seiner Familie zum Verhängnis geroor- den waren, und steckte den Schlüssel darauf in die Seitentür zurück. Zuletzt sperrte er mit bemerkens- werter Gewandtheit die verschlossenen Türen nahezu geräuschlos wieder auf, entsann sich feiner Aufträge, murmelte: „Zwei weiche Gier im Glas und eine Scheibe Schinken!" und verschwand nach rückwärts, woher er gekommen war. Jeremias Watson saß hinter seinem riesigen der Begeisterung am Samstag, dem 16, März, 20 Uhr Näheres an den Litt ab - Säulen 1270 V zÄ) oooinoooöpT: später 1279D rückgenommen. Ohne Gewähr Nachdruck öei 9. März 1940j 10. Ziehungstag In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 198741 231887 rresv k a u r e n Sie bei 315 A Stadttheater 114080 186706 229119 314681 126140 199716 240193 326586 bete ihre ren 186020 223592 313044 136363 318307 131551 147952 19184 354472 19321 194256 280418 54972 267634 21106 101638 176320 217848 302148 392607 239070 145556 162566 123246 8813 157968 32893 186066 376630 15073 95436 128256 201219 255350 341351 196365 166640 49579 194236 378839 16330 100417 148455 201224 276524 380487 S17SÄ 70320 293243 30980 103597 184140 222285 309831 182491 25004 188849 311615 62678 106868 355474 29878 32378 115002 197714 234382 318608 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8 jähriger Schulbildg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits am 8. März statttindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Ein-und halbjährige Handelsfachklassen für Schüler mit Volksschulreife und höherer Schulbildung, bei Sekundaoder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude Dieben. Doethestr. 32 Ruf 2486 Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen Tapetenreste wie immer sehr günstig im Preis Tapetenbaus Ferdinand Nennstiel Sohn Gartenstrabe 10.. Telefon 3636. Der Vorstand. 1271D Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 BÜRO-EINRICHTUNGEN Gießen, Bahnhofstraße. 767p IleUdta eveoll. Frauen für Halbtagsarbeit gesucht. Bahnhofs gashtätten Gießen, l 1275V den Straßen Leute, die ein bestimmtes Haus suchen, es aber nicht finden können, weil die dunklen Hausnummern nicht zu erkennen sind. Landkreis Gießen. Gewinnauszug 5. Klasse 2. Deutsche ReichSlotterle ©arten am Robtberg ganz ob. geteilt au verpachten. Näheres [0926 Marburger «tratzeNr.361. 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Sein Appell en- mit bem Dank an alle Stabsmitglieber für Stele macht, möglichst Meister zu werden, als bat< auf, baß bie Teilnehmerzahl möglichst groß wird. Waldläufe erfüllen nur bann ihre Bebeutung, wenn sich alle Leichtathleten an ihnen beteiligen; denn burch sie sollen Muskeln und Organe gestählt werben. Das Fachamt macht besonders barauf aufmerksam, baß an biesen .Walbläufen auch die Ange- rigen ber Wehrmacht teilnehmen können. 'Die Waldläufe kommen in den folgenden Klassen zur Durchführung: Klasse A Männer: Etwa 5000 Meter. Klasse B Jungmannen: Etwa 3000 Meter. (Als Jungmannen gelten bie vom 11. 1. 1918 bis 31. 8. 1920 Geborenen.) Klaffe C Frauen: Etwa 1000 Meter. Neben der Einzelwertung erfolgt gleichzeitig Mannschaftswertung. Je vier Läufer bilden eine Mannschaft, von denen drei nach dem Einlaufplatz gewertet werden. In. Handball im Kreis Gießen. Im Handball gab es wieder einmal eine Stockung. Der Mto. Gießen mußte mit Rücksicht auf bestehende Platzschwierigkeiten fein Spiel gegen Lützellinden absagen, und Katzenfurt überließ dem Tv. Hochelheim die Punkte kampflos. Lediglich Garbenheim und Holzheim standen sich gegenüber. Das Ergebnis kommt überraschend, Holzheim verlor eindeutig mit 8:3 (5:2). Der ganze Spielverlauf zeigte mehr als deutlich, daß man Garbenheim unterschätzt hatte, und daß der Einsatz der Holzheimer nicht so war, wie er eigentlich hätte fein müssen. Gegen die ausgezeichnete Leistung konnten sich die Gäste nur zur Wehr setzen, ohne ihrerseits entscheidend eingreifen zu können. Auf diese Weise sind zwei wertvolle Punkte verloren gegangen, die man vielleicht noch einmal dringend notwendig hätte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. März. (Borberichk). Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine war ausreichend beschickt. Das gesamte Vieh wurde zm etwa folgenden Preisen (je Vi Kilo) verteilt: Kälber 25 bis 65, Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50. MM in Haushalt mit 3 Kindern sofort oder spät, gesucht. li287v Bahoholslr.511. uneigennützige Mitarbeit in den langen Jah- .... des Aufbaues des Reichsluftschutzbundes und mit der Hoffnung auf weiteren tätigen Einsatz. * Hungen, 12. März. Der Schneidermeister Georg Müller wurde zum 1. Beigeordneten und der Kaufmann Georg D e b u 5 zum 2. Beigeordne- | Mietgesuche | _ . Ec' Gartner Sluf jure gezogene Nummer find drei gleich hohe Searfi gefallen, und zwar je einer ans die Los« gleicher Äieii in den drei Abteilungen l, II und III Das große Spezialhaus KÖHLER Gesangverein Heiterkeit M Giefeen Das vorgesehene Konzert muß auf einen unbestimmten Zeitpunkt verlegt werden. Die bereits gelösten Einlaßkarten werden bei den Verkaufsstellen oder bei dem Rechner Herrn Willi Rathenow, Gießen, Riegelpfad Nr. 104, gegen Rückgabe des Programms zu- «Weis bei gutem Lohn gesucht. Eis-Salon Wißmann Seltersweg 35. 0022 MM gesucht. 1280D Gasths. Lamm, Horst-Wessel- Wall 7. Kochfrau sowie jg. Mädchen zur Hilfe i.Haus- halt für l.Oster- feiertag gesucht. Schriftl.Eilange- boteunt.0907an d. Gieß. Anzeig. Zum 15. April oder 1. Mai zuverlässige, erfahr, Haus; gehilfin zu älterem Ehepaar gesucht. Frau K. Wolff, Kevlerstr. 11 p. löoünong Schriftl. Angeb. unt. 0920 an den Gieß. Anzeiger. Suche für sofort oder spät, schöne 4-5-311«' UJoönung Schriftliche Angebote unt. 0925 an den Gießener Anzeiger erbet. Suchesofortoder Für gepflegten, kleineren, mod. Haushalt wird braves, tüchtiges MW« per sofort oder später gesucht. Beste Behandln, und gute Bezahlung zugesichert. Waschfrau vorh. Schr. Ang. unt. 0879 a. d. G. A. ob. telephonisch. Anruf 4057. Zu Reinigungs- arbeiten Abstauben und sonstig. Arbeits- Hilfeleistungen zu sofort M Hätten oder sonst eine Kraft gesuchtvon der [ 0918 Gngelavotheke in Gießen. Der W. B. III. in Butzbach war beschuldigt, im November 1939 unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Der Sachverständige ist der Ansicht, daß dem Angeklagten der Schutz des § 51 I. StrGB. zuzubilligen sei. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Unterbringung des Angeklagten in einer Heil- und Pflege- anftalt angeordnet. Amtsgericht Gießen. Die A. Th. in Gießen hatte einen Strafbefehl über zwei Wochen Haft erhalten. Es wurde ihr zur Last gelegt, seit Jahren nichts zum Unterhalt ihrer von der Stadt G. untergebrachten Kinder beigetra- gen zu haben. Gegen den Strafbefehl legte die Angeklagte Einspruch ein mit der Begründung, sie fei nicht in der Lage, Beiträge in der von der Stadt verlangten Höhe zu leisten. Sie versprach, für die Zukunft Beiträge zu leisten und nahm ihren Ein» sprach zurück. Das Gericht stellte der Angeklagten in Aussicht, ein Gesuch um Bewährungsfrist zu befürworten. ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider-u.Punktfragen. KÖHLER sorgt auch fürdie laufende Pflege Ihrer Zivil- und Uniform-Bekleidungsstücke : Aendern, Flicken, Modernisieren. Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen. Eigene Maßschneiderei für Anzüge und Uniformen in höchster Vollendung 648 A Bekanntmachung. Gartenbesitzer und Pächter, welche im kommenden Sommer das Wiedersetzen des Gartenwassermessertz wünschen, wollen sich bis zum 30. b. 21L auf unserer Kasse, Gartenstraße 3, melden. Gießen, den 5. März 1940. 1274A Direktion der Stadtwerke Gießen. Gute Maschinen- schreiberin halbtagsweise für Aushilfsarbeiten gesucht. Schr.Angeb.unt. 0923 and. G.A. ZWiuen- 5flÜ- sWerlnlien auch Frauen für- halbe Tage, foro. 2 junge WsaiMer sofort gesucht. Nebhuth Seilerei und Sackfabrik Gießen Tel. 3206. W> MgerlMll MrkerlMN 0DU5-.5tDilons- und l 1277V Memmen zum sofort. 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Damit wäre an sich alles erledigt gewesen, wenn Piotrowski dem Schäfer nicht nachgegangen wäre und ihn in dessen Hütte erneut gestellt hätte. Im Verlaufe dieser Schlägerei erwischte der Angeklagte das Messer des Schneider und stach damit blindlings aus den ihm körperlich unterlegenen Gegner ein. Die Sttche, die, wie das Gericht feststellte, mit aller Wucht geführt worden waren, hatten den alsbaldigen Tod des bedauernswerten Mannes zur Folge. Piotrowski, der sich am nächsten Morgen freiwillig der Polizei stellte, wobei er seine Tat allerdings als Notwehrhandlung hinzustellen versuchte, hatte eine schlechte Jugend gehabt und war in der Hauptsache unter fremden Menschen auf gewachsen. Nur um Haaresbreite entging er einer Verurteilung nach dem Gewaltverbrechergesetz vom 7. September 1939, welches vier Tage nach dieser Tat in Kraft getreten ist und für derartige Fälle die Todesstrafe Vorsicht. Strafkammer Gießen. Der H. S. in G.-L., z.Z. in Untersuchungshaft, wurde beschuldigt, sich im Oktober 1939 in Gießen aeaen § 175 des StGB, vergangen und einen Mann beleidigt zu haben, und zwar unter Ausnutzung der Verdunkelung. Der Anklagevertreter beantragte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Von der Verteidigung wurde Freisprechung beantragt Der Angeklagte wurde eines Verbrechens nach § 2 der Verordnung gegen Volksfchädlinge vom 5. 12. 1939 schuldig erkannt und zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr, abzüglich drei Monate und neun Tage Untersuchungshaft verurteilt. Mit Rücksicht auf bie seitherige Unbestraftheit des Angeklagten würbe auf bie gesetzliche Minbest- fträfe erkannt. ___________________________________ Unsere neuen Lehrgänge in Kurzschrift und Maschineschreiben beginn, unmittelbar nach Ostern. Der genaue Zeitpunkt des Beginns, sowie der Unterrichtsplan werden rechtzeitig bekanntgegeben. Anmeldungen zu Beginn des Unterrichts. 1276D Deutsche Stenografenschaft Ortsverein Gießen. 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Zur Erleichterung des Verkehrs in der Dunkelheit find jetzt in vielen deutschen Städten neben ober über ber Haustür, aber auch auf den Türen unb Toren selbst zweite Hausnummern behelfsmäßig angebracht worben, bie man mit weißer Farbe aufgemalt ober aus weißer Pappe ausgeschnitten hat, wenn nicht bie Hausbesitzer blau erleuchtete Nachthausnummern Herstellen ließen. Diese Anbringung ber Nachthausnummern hat sich als sehr nützlich erwiesen; sie erleichtert u. a. auch der Post bie Zustellung von Nachtsenbungen, Telegrammen, Eilbriefen usw. Man sollte überall ben Versuch mit dieser nächtlichen Kennzeichnung der Gebäude machen, denn immer wieder trifft man abends auf Hauptschriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm ßangÄ Verlag unb Druck: Brühlsche Universitätsdrucker'Ä R. Lange, K.-G., DerlaFsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. für sofort gesucht. Eberhard Schwarz Gartengestaltung Am Kugelberg 2 Tel. 4082 Suche laufend HibMr Eintritt nur durch das Arbeitsamt. Eberhard Schwarz Gartengestaltung Am Kugelberg 2 Tel. 4082. Zwei junge Hilfst arbeiter solide und fleißig per sofort gesucht Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. lirg-rv ten unserer Stadt ernannt. Ferkelmarkt in Butzbach. * Butzbach, 12. März. Für den heute in unserer Stadt abgehaltenen Ferkelmarkt waren 244 Ferkel aufge tri eben. Für Tiere bis zu sechs Wochen alt wurden 28'RM., für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 28 bis 35 RM. und für Tiere über 8 Wochen alt 35 bis 40 RM. bezahlt. Der Marktverlauf war flott. Es verblieb kein Ueberftand. G. A.-Gpori. Bezirks-Waldlaufmeisterschasten her Leichtathleten. Am kommenden Sonntag führt das F a ch a m t Leichtathletik die sich alljährlich wiederholenden Frühjahrswaldläufe durch. Wegen der Witte- runIsverhältnisfe konnte die für den 3. März vorgesehene Veranstaltung nicht abgehalten werden. Diese Waldläufe am nächsten Sonntag bedeuten nun für unseren Kreis Gießen die ersten Kriegs- meisterschaften. Das Hallensportfest am 24. Februar brachte für alle Beteiligten den aewünschten Erfolg. Hierdurch besteht für alle zugleich die Verpflichtung, sich im Kriege erst recht einzusetzen. Unter diesem Gedanken sollen auch bie Kriegswalblaufmeister- schaften in Gießen abgewickelt werben. Es kommt weniger darauf an, daß sich jeder Teilnehmer zum 90 Gewinne zu 1000 RM. 3146 7976 17974 21010 33486 54898 69323 92674 105681 108172 119813 143624 1484Ü 149700 150303 157762 161955 180053 189216 228954 249218 260588 283625 294020 295711 298589 333264 333464 345896 359092 1 Wir suchen zum Vorführen unserer Schmal - Tonfilme einen geeigneten Mann gegen entsprechende Vergütung. Vorkenntnisse und Vorfünrerprüfung nicht erforderlich. Bewerb, sind zu richten an unsere Dienststelle. NSG. Kraft durch Freude Gießen, Schanzenstraße 18. 1285 D Zuverl. Mann für eins. Gartenarbeit gesucht. Hindenburg- watt^H^ 0911 Auf Anwalts- büro MkllU im ersten Jahr gesucht. 3u erfragen unt. 0906 d. d. G. A. 11. Ziehungstag 11. 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