Donnerstag, 12. September 1940 (90. Jahrgang Ur. 216 Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/,Uhr desVormittags Anzetgen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/» mehr Erscheint täglich, auffer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieffener^amilienblätter Heimat miBild DieScholle MonatS-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte » 1.80 Zustellgebühr.. . „ -.25 auch bei 9lichterfcketnen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluff 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 1168k Tranks > A vonnersi Gießener Anzeiger Brfihlidjt UniDtrfitättörxderet 8. tauge General-Anzeiger für Oberhessen 541 eiefcetb Sd)*mra6e 7-9 Neuer Anschlag der britischen Luftpiraten Kommt uns nicht mit „Menschlichkeit"! Oberste Feuerwehr bei den Aufräumungsarbeiten in im sie der auf mir Un- Wieder kriegswichti'se Ziele in Südostengland angegriffen. Erbitterte Lustkämpfe. - 54 britische Maschinen abgeschoffen. Berlin, H. Sept (DNB.) Am Wittwvchnachrnit- kag griffen deutsche Kampfverbände wiederum kriegswichtige Ziele in öüdostengland an. 3n London wurden mehrere Industrie- und Hafenanlagen wirksam mit Bomben belegt, in Port Bictoria an der Themsemündung ein Großlanklager in Brand geworfen. 3n dem Spitfire-Ztugzeugwerk in Southampton wurden mehrere hallen beschädigt. Bei diesen Kampfhandlungen entwickelten sich verschiedene erbitterte Luftkämpfe, in deren Verlauf 54 britische Flugzeuge abgeschossen wurden. 18 deutsche Flugzeuge werden vermißt. die jedoch nur geringen Schaden anrichleten. Einigen feindlichen Flugzeugen gelang es, nach Berlin vorznsioßen und dort Bomben zu werfen. In Wohn- und Geschäftsviertetn entstanden an zahlreichen Stellen Brände. 3n der 3nnenstadt wurden zwei Krankenhäuser getroffen. 3m Diplomatenviertel muhten einige Strahenzüge wegen drohender Einsturzgefahr vorübergehend geräumt werden. Eine Bombe fiel auf das Reichstagsgebäude, eine andere auf die Akademie der Künste. Fünf Zivilpersonen wurden getötet, mehrere verletzt. Das tatkräftige Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes, sowie der Selbstschutz der Berliner Bevölkerung verhinderten, dah die zahlreichen Brandbomben größeren Schaden anrichleten. Kriegswichtige Anlagen in der Stadt und im Hafen von London blieben auch gestern das wichtigste Ziel der deutschen Vergeltungsangriffe. Zahlreiche neue Brände traten zu den bisherigen hinzu. Daneben wurden noch andere kriegswichtige Ziele, insbesondere Hafenanlagen, Flughäfen und 3nduskrieanlagen im Südosten der britischen 3nsel mit Bomben belegt. Südlich der Hebriden versenkte ein Kampfflugzeug aus einem britischen Geleitzug ein Handelsschiff von 8000 BRT. Bei den Kampfhandlungen über England gingen drei eigene Flugzeuge verloren. Flak-Artillerie und Nachtjäger schossen von den Vertin angreifenden Flugzeugen je eins, Rlarine-Artillerie an der Ka- nal-küste weitere vier feindliche Flugzeuge ab. Acht Luflpiraten, die Berlin angriffen, abgeschoffen. Berlin, 11. September. (DNB.) In der letzten Nacht wurden zwei weitere feindliche Flugzeuge, die Bomben auf Berlin warfen, durch Flakartillerie und Nachtjäger a b g e s ch o s s e n, so daß sich die Zahl der durch Flakartillerie, Nachtjäger und Marineartillerie in der letzten Nacht zum Absturz gebrachten feindlichen Flugzeuge auf acht erhöht. gierung es darauf anlegt, den Beweis zu erbringen, daß ihr nicht anders als durch äußerste Härte Vergeltungswege beizukommen ist — nun gut, soll diese äußerste Härte zu spüren bekommen! auf Wohnviertel in Berlin, Hamburg und Bremen Wieder mehrere Todesopfer. Taikrästiges Eingreifen verhinderte in der Reichshauptstadt größere Schäden. Oie Schandtaten der britischen Luftpiraten in Berlin Aufnahmen vom Bombenangriff auf die Reichshauptstadt in der Nacht zum 44.September. Der Feind warf in der vergangenen Nacht in 1 Nord- Nordfrankreich, Belgien und deutfchland an verschiedenen Stellen Bomben, Im Augenblick, da die wuchtigen Schläge Vergeltung für das britische Luftpiratentum Englands Hauptstadt herniederprasseln, stehen in der Erwartung, daß England die gekränkte schuld spielen und so tun wird, als habe es nie gewußt, daß, wo Bomben fallen, Splitter fliegen und Blut fließt. Wir erwarten das verlogene Gewimmer über hingeschlachtete Frauen, Kinder und Greise mit der gleichen hundertprozentigen Sicherheit, mit der wir beim Feldzug im Westen der Wiederauferstehung des belgischen Babies mit den abgehackten Händen entgegensahen. Das Repertoire englischer Greuellügen ist so abgegriffen und bekannt, daß uns keine einzige von ihnen mehr über- Der WehrmachlSberlchl vom Mittwoch. Berlin, 11. September. (DNB.) Das fommanbo der Wehrmacht gibt bekannt: lange auf sich warten lassen! Aeußerste Härte gegen Verbrechermelhoden. Lon unserer berliner Schriftleiiung. Die erneuten Angriffe englischer Flieger auf die Reichshauptstadt sind durch folgende Merkmale eindeutig gekennzeichnet: Die völlig wolkenlose mondhelle Nacht ermöglichte k l a r st e Sicht bis in große höhen hinein. Diese Tatsache allein hätte völlig genügt, die englischen Flieger nach militärischen Zielen suchen zu lassen, wenn sie diese Absicht überhaupt gehabt hätten. Außerdem aber haben die brittschen Nachtpiraten diesmal in wett größerem Umfange als sonst mit Leuchtbomben gearbeitet, die sie in großer Zahl abmarfen. Sie vermochten sich also mit Hilfe dieser doppelten Hellen Beleuchtung genau zu orientieren, wo sie waren. Drittens hat ja ein englischer Fliegeroffizier kürzlich selbst im Londoner Rundfunk davon erzählt, daß Helles Mondlicht, wie es in dieser Nacht war, den englischen Fliegern auch in großer hohe die Möglichkeit gebe, ihren Standort über der Reichs- Hauptstadt genau daran zu bestimmen, daß betspiels- weise die Ost-West-Achse, der Tiergarten, das Brandenburger Tor und andere markante Punkte genau zu erkennen seien. Wenn England jemals daran gedacht Ijatte, Die- fen Krieg nach rein militärischen anständigen Grund- ätzen des ehrlichen Kampfes zu führen, dann hatten die englischen Flieger für diese mondhellen Nächte den Befehl erhalten müssen, nun einmal militärisch wichtige Ziele tm Beretcg Groß-Berlins herauszusuchen. Es ist s^ustellen, daß sie nicht einmal d e n V e r s u ch d a z u gemacht haben. Der Angriff war m der Anlage und m der Durchführung so disponiert daß nur eine einzige Schlußfolgerung möglich ’f*' Churchills Nachtpiraten den direkten Befehl zur Bombardierung von nationalen Erinnerungsstätten, Kr nnkenhausern und reinen Wohnvierteln der Retchshaupt- ^Es hat°vor dem Kriege genug beamtete und nicht- es im Raum etwa der Ost-West-Ach,- im Berlim^m Tiergarten oder in den anderen betroffenen Vieren nicht ein einziges Gebäude, mcht eine einzige Anlage gibt, die militärisch von irgend- l^n r B d utung wäre. Die Regierung Churchill hat aleichwahl in Verfolg ihrer Gangstermethoden den Beseht zur Bombardierung der genannten nicht- MiiHtnrH*en Objekte gegeben, und die englischen Flieger haben es mit dem Rest ihrer ohnehin ram° raschen, geschweige denn rühren kann. Kommt uns nicht mit „Menschlichkeit"! Winselt uns nicht eure Humanitären Phrasen vor, die ihr längst ausgebrütet im Tischkasten aufbewahrt, denn sie wirken nicht auf uns! Wir wollen im Gegenteil, gerade weil mir diese Reaktion aus London mit Sicherheit erwarten, eine Antwort vor- ausschicken, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Leider, ihr Herren an der Themse, müssen wir dazu das Gedächtnis der Öffentlichkeit wieder ein wenig auffrischen, das ihr so mühselig eingelullt zu haben glaubt. Leider müssen wir bekennen, daß mir nichts, aber auch gar nichts von dem vergessen haben, rnas chr uns zugedacht habt, als ihr im Weltkrieg am längeren Hebel saßet, noch we- niger vergessen freilich von dem, rnas ihr mit uns vorhattet, als chr diesmal den Krieg anfingt, weil chr glaubtet, stärker zu fein als Deutschland! Und diese Erinnerungen stehen so frisch vor unseren Augen, daß sie selbst das sprichwörtlich gutmütige deutsche Herz von jedem sentimentalen Mitleid diesmal gründlich bewahren! Was verkündete Mister. Churchill, Englands heutiger Ministerpräsident, im Jahre 1915 in der französischen Zeitung „Matin"? Er schrieb: ,Zch werde Deutschland an der Kehle würgen, bis sein Herz aussetzt." Das war die Gesinnung seiner Kriegführung. Nicht ehrlichen Kampf der Waffen und den Sieg des Besseren wollte er, sondern den niederträchtigen Mord an wehrlosen Zivilisten hatte er auf fein Programm geschrieben Danach handelte er auch. Jawohl, die deutschen Fliegerbomben, die heute Großbritanniens angemaßte Größe zerhäm- mern, sind die tatgewordenen Flüche von über achthunderttausend am Hunger gestorbenen deutschen Frauen und Kindern aus den Weltkriegsjahren 1914 bis 1918! Daß einmal die Toten in dieser Form auferstehen würden, haben Sie sich wahrscheinlich nicht gedacht! Glauben Sie nicht, wir wüßten nicht, was englische Politiker und Journalisten seinerzeit in trunkener Begeisterung über die gelungene Blockade triumphierend verkündet haben? Etwa der Freimaurer F. W. Wile am 10. September 1918 im, „Weckly Dispatch"? Da heißt es: Hungertyphus wütet in weiten Distrikten, Bleichsucht und Tuberkulose sind epidemisch. Die Ruhr fordert Hunderte von Opfern. Ansteckende Krankheiten wie Diphtherie und Scharlach bedrohen hauptsächlich das Leben der Kinder." Don der Unterernährung der deutschen Kinder im Mutterleib weiß dieser saubere Brite zu berichten und entzündet daran seine Phantasie: „Sie mögen verkrüppelt, mißgestaltet oder zwergwüchsig sein. So viel ist sicher, daß keine Hanteln, kein Indianerspiel, kein preußischer Kasernenhofdrill und keine noch so eifrige Gymnastik in ihren vielgepriesenen Turnvereinen die Beine oder Arme dieser deutschen Kinder geradebiegen oder rotes Blut in ihre Adern pumpen werden. Das bedeutet, daß es im Jahre 1940 aller Wahrscheinlichkeit nach- nur noch ein physisch degeneriertes deutsches Volk geben wird." Und diese schmutzige, erbärmliche Gesinnung sollten mir vergessen haben? Versuchen Sie nun ein- panierten Soldatenehre für durchaus vereinbar gehalten, mie Buschklepper über diese Objekte mit ihren Bomben herzufallen. Weder sie noch ihre Londoner Hintermänner können sich darauf hinausreden, dah Nebel oder Bewölkung oder schlechtes Licht ein genaues Zielen unmöglich gemacht habe — im Gegenteil, die Lichtverhältnisse roaren so, daß genaues Erkennen und Zielen geradezu ein Kinderspiel roaren. An den seit Samstag durchgeführten Vergeltungsangriffen der deutschen Luftwaffe im großen Stil hätte die englische Regierung erkennen müssen, was sie mit ihren Piratenmethoden über das von ihr irregeleitete und betrogene eigene Land gebracht hat. Sie hat im Gegenteil ihre Angriffe gegen nicht- militärische Ziele im Reichsgebiet und in der Reichshauptstadt fortgesetzt und sogar verstärkt. Sie wird folglich auch die Rückwirkungen noch stärkeren Ausmaßes zu verantworten haben. Der Reichsmarschall hat nicht umsonst die Leitung der Operationen übernommen. Wenn die englische Re- Berlin, 12. Sept. (DNV. Funkfpruch.) 3n der Nacht vom 11. zum 12. September flogen wiederum britische Flugzeuge in Norddeuischland ein und b e - legten die Wohnviertel mehrerer Städte, darunter in erster Linie Hamburg und Bremen, mit Spreng - unb Brandbomben. Ls entstanden zahlreiche große Brände und Schäden an Wohnhäusern. Mehrere lote, Schwer- und Leichtverletzte, deren Zahl noch nicht sestgestellt werden konnte, sind zu beklagen. 3n Berlin konnte durch starkes Flakfeuer sowie das disziplinierte Verhallen der Bevölkerung und schnelles tatkräftiges Eingreifen des Selbstschutzes größerer Schaden verhindert werden. Die Anlage des Angriffes auf die Reichshauptstadt läßt deutlich erkennen, daß es den englischen Fliegern wieder darauf ankam, wie in der Nacht zuvor nicht nur die Wohnviertel, sondern auch nationale Denkmäler mit Bomben zu belegen. 3nnerhalb des Stadtgebietes fielen Bomben auf Wohnviertel im Nordwesien und im Tiergarten. ♦ Dazu teilt das Deutsche Nachrichtenbüro heute morgen noch weiter mit: Ebenso wie in der vorhergehenden Nacht hatten es die Piraten der Royal Air Force auch diesmal auf Arbeiterroohn- häuser und nationale Denkmäler, wie das Brandenburger Tor und den Reichstag abgesehen. Wenn ihnen dies in der letzten Nacht auch nicht so gut gelungen ist und wenn kaum nennenswerte Schäden verursacht wurden, so besteht an ihrer verbrecherischen Absicht jedoch nicht der geringste Zweifel. Die Bomben, die sie erneut in der Gegend des Tiergartens und mitten in dichtbesiedelte Wohnviertel der ärmeren Bevölkerung i m Berliner Nordwesten abwarfen, fernab von irgendwelchen Objekten, die auch nur annähernd als militärisch oder industriell bebeutungsDOÜ bezeichnet werden könnten, sprechen eine eindeutige Sprache, daß die teuflischen Methoden dieser Gangster der Luft heute der ganzen Welt klar vor Augen liegen. Wieder wollten die britischen Piraten ihr verbrecherisches Werk fortsetzen, wieder Mordanschläge auf Greise, Frauen und Kinder verüben, Hab und Gut der Zivilbevölkerung zerstören und in Schutt und Asche legen. 129 getötete und schwerverletzte deutsche Kinder klagen schon das mordgierige England vor der ganzen Welt an! Aber diese Verbrecher mögen es sich gesagt sein lassen: Es wird Vergeltung geübt! Sie sollen sich nicht wundern, wie das deutsche Volk und seine Wehrmacht darauf reagiert. Die Vergeltung für das neue nächtliche Banditenstück auf die Reichshauptstadt wird nicht Der Reichsmarschall dankt dem Luftschutz Hamburg. Hamburg, 12. Sept. (DNB Funkspruch.) Anläßlich der erfolgreichen Abwehr des Angriffes in der Nacht vom 8. zum 9. September auf das Gebiet der Hansestadt Hamburg hat Reichsmarschall Göring an den kommandierenden General und Befehlshaber im Luftgau 11, Generalleutnant Wolff, ein Telegramm gerichtet, in dem er seine besondere Anerkennung für die vortreffliche Haltung der Luftoerteidigungskräfte der Hamburger Polizei, des Sicherheits- und Hilfsdienstes und der Amtsträger des Reichsluftschutzbundes und die Disziplin der gesamten Bevölkerung bet dem großen Luftangriff ansgesprochen hat. t A ~ hH= Dack eines Wobnbauses I Unser Bild zeigt die Brandbombe, die die Decke des I Dte üeuerweyr oet oen Allsraumungsaroetien in ”<*£££”••■•• w«"«« “• ‘•■T“” “n “Sä'*" - •:?x '" L ■ Flucht aus London Ein besonders gemeines Kampfmittel F a bri Enterte l ein „Ermutigungsbotschast" Churchills an das englische Volk. licher. So berichtet der Londoner Korrespondent der „New ^ork Times" es muffe zwar bewundert werden, mit welchem Mut die Londoner das Unvermeidliche hinnehmen; es sei jedoch unleugbar, daß das andauernde Luftbombardement auf die Moral der Bevölkerung einwirke. Es müsse gefragt werden, wie lange Menschen derartiges aushalten können. Die langen, in tatenlosem Warten zugebrachten Nachtstunden unter dem ständigen Dröhnen der deutschen Motoren zehrten an den Nerven selbst der mutigsten Menschen. Es wäre falsch, anzunehmen, daß der Bombenhorror ohne Wirkung auf die seelische Widerstandskraft bleibt. Während ausländische Zeitungen immer wieder zu den Feststellungen kommen: „Das alles hätte sich England ersparen können" und „England Hut sein Schicksal selbst heraufbeschworen", versuchen Londoner Blätter jetzt die verfolgte Unschuld zu spielen und mit rührseligen, mitleidheischenden Berichten auf die Tränendrüsen zu drücken. So schreibt „Daily Telegraph" über die Ereignisse am Sonntag: Nach einer schlaflosen Nacht, während die Anderson-Unterstände von den Bomben erschüttert wurden, suchten Hunderte aus den östlichen Seit dem 11. August wurden in ungeheuren Mengen von den britischen Luftpiraten Brandplättchen über weite Strecken unseres Landes verstreut. Die Plättchen, die unser Bild zeigt, bestehen aus Zelluloid und tragen in der Mitte eine Brandpille, die in Brandwatte eingepackt ist. Sie fangen unter der Einwirkung der Sonnenbestrahlung Feuer und geben eine Stichflamme von etwa 1 m Höhe. Hier handelt es sich um ein besonders gemeines Kampfmittel, denn zur Schädigung militärischer Ziele sind die e Drandplättchen völlig ungeeignet. Sie haben lediglich den Zweck, Bauernhäuser, Scheunen, erntereife Felder und Forsten in Brand zu setzen. — (Scherl^M.) Tellen Londons nach Beendigung des Alarms nach einer neuen Unterkunft. Ganze Straßen waren zerstört und die Häuser zusammengefallen. Andere suchten aus den Trümmern heraus, was noch zu retten Gar, und luden es -auf Kinderwagen. Mit den Kindern auf den Armen fuhren sie ab, um bei Verwandten ober Freunden Wohnung zu suchen, Frauen mußten bei Nachbarn das Essen kochen, weil es in vielen Häusern weder Gas noch Wasser gab. Leute versicherten, daß es schlimmer gewesen wäre als bei der Explosion in Silvertown während des letzten Krieges. Die Hitze von den Bränden war furchtbar. Ueber die Feuersbrünste im östlichen London berichtet „Daily Telegraph", daß die Arbeit der Feuerwehr infolge des Fehlens von Wasser sehr schwierig ist. Eine Hauptwasserleitung ist getroffen worden. Besonders schwer sind die Löscharbeiten zur Zeit der Ebbe, da dann auch die Themse nicht genügend Wasser her gibt. Britische Kritik an den Optimisten. Madrid, 11. September. (Europapreß.) Letzt« Woche berichteten verschiedene Londoner Zeitungen, offenbar auf Grund amtlicher Inspiration, über Maßnahmen, die getroffen worden sind, um dem Heer während des Winters das Leben angenehm zu machen. Riesenüberschriften kündigten an! „M e h r Vergnügen für d ie Armee", „Universitätsausbildung für die Armee", „(3 e * mütliche Unterbringung für die Armeen Hierzu bemerkt „Daily Mirror", diese Artikel deuteten darauf hin, daß man sich mehr mit Plänen für die Bekämpfung der Langeweile als für den Kampf gegen die Deutschen befasse. Das Blatt schreibt: ,Lhr erinnert Euch, wie mit Recht alles mögliche getan wurde, um unseren kämpfenden Männern Bequemlichkeiten zu verschaffen. Aber erinnert Ihr Euch auch daran, auf welche Weise die für die Führung des Krieges verantwortlichen Persönlichkeiten die Männer mit Material für die Kriegführung versahen? Erinnert Ihr , Euch daran, wie man die Herstellung von Flugzeugen und Tanks, von Geschützen und Munition mit Friedensgeschwindigkeit dahinstolpern ließ, weil die Leute oben glaubten, daß Hitler niemals herauskomme und kämpfe und daß dieser Krieg ein billiger sein mürbe? Die Katastrophen Norwegens, Hollands, Belgiens unb Frankreichs zerstörten jenen rosigen Traum. Wie haben aber unsere Kriegshäuptlinge ihre Lektion gelernt? Ober glauben sie, daß Hitler die Invasion der englischen Inseln in diesem Winter nicht versuchen wird?" Die britische Admiralität gibt den Verlust des U-Bootes „Phoenix" bekannt. Das Boot, 1929 vom Stapel gelaufen, hatte eine Wasserverdrängung von 1475 Tonnen und gehörte zum sogenannten UeberfeepatrouiöenbienfL Es hatte ems Fried ensbesatzung von 50 Mamr. v a br i kvierte l einaeäschert seien. Die Wirkung, welche die deutschen Luftangriffe auf b i e Nerven ber Londoner Bevölkerung ausübt, wird auch in den Londoner Meldungen der 03^.-Presse trotz der britischen Zensur immer deut- gedrückt und die Gebäude selbst zu einem Teil beschädigt. Jrn Westend haben die Luxuswohnungen Schaden gelitten. Wegen der Bombenschäden an dem Wasserleitungssystem Londons ist von amtlicher Seite der Aufruf ergangen, den Wasserverbrauch größtmöglich einzuschränken. Im Rahmen dieser Beschrankungsmaßnahmen wurde sogar der traditionelle Teekonsum in den Restaurants und Cafes auf eine Tasse pro Person reduziert. Die Ursache der Wasserknappheit soll vor allem in der Zerstörung der Wasserreservoirs und der Pumpvor- richtunaen bei Ilford und Westham liegen. Am Mittwochvormittag, nach dem Ende des Fliegeralarms, hat in London eine ungeheure Bewegung eingesetzt. Auf den Ausfallstraßen, die nach Westen unb Norbwesten führen, ziehen end - lose Scharen von Flüchtlingen, Autobussen, Karren, Fahrräbern — ein ähnliches Bilb, wie man es vor Wochen auf ben Ausfallstraßen von Paris sah. Die Bahnhöfe werben gestürmt. Die nach Westen unb Norbwesten führenben Autobuslinien können ben fteigenben Verkehr kaum bewältigen. In ber City bleiben manche Büros halb leer; bie Angestellten wagen nicht zur Arbeit zu gehen, weil sie fürchten, infolge ber am Spätnachmittag erwarteten Bombenangriffe ber deutschen Luftwaffe nicht nach Hause zurückkehren rtu können. Der Post- und Gepäckdienst in London tsi völlig durcheinandergebracht worden. Auch die Herausgabe der Zeitungen verzögert sich um Stunden. Das Leben der britischen Hauptstadt verliert das Gleichgewicht. Das harte Schicksal, das London Deutschland zugedacht hatte, von dem es nun aber selbst betroffen ist, schildert auch der Vertreter der japanischen Zeitung „Mijake Schimbun^. „Es sei kaum glaubhaft", so heißt es in dem Bericht, „welch ungeheuere Auswirkungen die deutschen Luftangriffe in kurzer Zeit erzielten." Die Brände griffen besonders in dem Gebiet der Themse immer weiter um sich. Nachts seit die brittsche Haupfftadt durch die Feuersbrunst fast taghell erleuchtet. Unter den Bomben stürzten selbst riesige Gebäude wie Kartenhäuser zusammen. Besonders groß sei die Zerstörung auf dem östlichen Themseufer, wo ganze Berlin, 12. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die harten und wirkungsvollen Schläge der deutschen Luftwaffe auf London, die die gerechte Vergeltung für die feigen nächtlichen Piratenüberfälle auf die riedliche deutsche Zivilbevölkerung durch die Royal Air Force sind, veranlaßten Churchill, eine Rundfunkansprache an das englische Volk zu halten. Churchill konnte nicht umhin, zuzugeben, daß „in jedem Augenblick ganze Wellen deutscher Bomber über der Insel auftauchen . Aber er erklärt: „Jedesmal werden sie von unseren Jagdgeschwadern gestellt und fast jedesmal zuruckgewie- en." Das brennende London, bie zerstörten Ru- tunqsbetriebe, bie vernichteten Dockanlagen, die richterübersäten Rollfelder der Royal Air Force sind die Illustration dieser Behauptung. „Wir können uns heute viel stärker fühlen, sind auch tatsächlich unb relativ weit stärker als bamals, als dieser harte Kampf im Juli begann", wagt dieser Meister des Bluffs dem englischen Volk bann vorzugaukeln. Die Lonboner werben ja einen Begriff von biefer Stärke erhalten haben, unb sie müßten mit Blmb- heit geschlagen sein, wenn sie sie in ben letzten Tagen nicht stündlich hätten feststellen können. Seiner alten Taktik getreu, zieht Churchill aus den verstärkten Angriffen der deutschen Luftwaffe den Schluß, daß keine Zweifel darüber bestehen können, daß Hitler seine Kampfkräfte sehr hoch em- pcmne und sie dadurch abnutze und ruiniere. Dieses verschaffe England „sehr große Vorteile". Wir kennen diesen Ton. Schon während des Frankreich- Feldzuges prophezeite Churchill, daß unseren Tanks das Benzin ausgehen werde und daß der deutsche Angriff bann stecken bleiben müsse. Die Franzosen unb Engländer hätten bann leichtes Spiel mit ben deutschen Truppen. Glaubt denn das englische Volk wirklich diese Phantastereien? Begreift es nicht, aus welchen vagen Hirngespinsten es seine Siegeshoffnungen aufbauen soll? Es sind doch nur Wunschträume Churchills, die er dem Volke vorsetzt. „Unsere Luftwäffe steht auf dem Gipfel ihrer Kraft, wie sie sie bisher noch nie erreicht hat. Sie hat das Bewußffein ihrer Ueberlegenheit", so stellt Churchill dann im Brustton der Ueberzeugung fest. Wir wollen von uns aus nichts tun, um ber britischen Luftwaffe diese Ueberzeugung zu nehmen; von uns aus kann sie mit ihr untergehen. Churchills Worte, baß „Gott immer noch das Recht schützt", sind uns au5 dem Herzen gesprochen, wenn er aber im gleichen Atemzug von „grausamen Bombardierungen" redet, dann stellen wir vor Gott und der Welt die Frage: „W e r h a t d a m i t b e g o n n e n? Wer hat beispielsweise Kinderspielplätze in Freiburg und Hamburg bombardiert? Wer hat die friedliche Zivilbevölkerung im Westen und im Nor- )en des Reiches und in der Reichshauptstadt vorsätzlich bombardiert? Wer hat Friedhöfe, Krankenhäuser, Lazarette und nationale Kulturstätten angegriffen und vernichtet? Churchill war es! Von tfnfere Ernte. Der „General Hunger", mit dem die Engländer gegen Großdeutschland und das ganze Festland operieren wollten, ist ihnen fahnenflüchttg geworden. Die Spekulation der britischen Kriegsverbrecher auf die Auswirkungen ihrer zusammengebrochenen Hungerblockade wurde kürzlich sogar von einer sonst auf Londons Seite stehenden amerikani- chen Fachgröße der Landwirtschaft als völlig irrinnig bezeichnet, da der europäische Kontinent an Brotgetreide sogar noch mehr als seinen Bedarf erzeuge, an Fleisch könne er auskommen, und nur an Fetten müsse er aus Uebersee importieren. Wobei bemerkt sei, daß in diese Rechnung noch der britische Esser eingeschlossen war, der sich von anderen Nationen die landwirffchaftlichen Erzeugnisse auf den Tisch bringen ließ und nunmehr von Europas Tafel ausgeschlossen ist ... Das hinter uns liegende Erntejahr war in ganz Europa und auch in Uebersee — so verzeichnet Australien geradezu eine -Mißernte — nicht gerade ein Rekordjahr, aber es zeigte sich, daß die Schäden eines selten strengen Winters, des sehr trockenen Frühjahrs unb eines verregneten Sommers doch nicht in dem Maße eingetreten finb, wie bas von Pessimisten befürchtet worben ist. Deutschlanb hatte durch die Vorsorge unserer Führung allerdings nichts zu befürchten,. da wir einen (Betreibe- oorrat von nicht weniger als 6,2 Millionen Tonnen aufgestapelt haben, ber übrigens noch nicht angegriffen worben ist und auch nicht angegriffen zu werben braucht. Diese eiserne Reserve an Brotge- treibe macht schon allein bie englischen Pläne zuschanden. Wir hatten sie geschaffen, da wir aus ber Erfahrung der Weltkriegsjahre wußten, wie es ist, wenn diese unbedingt notwendige Kriegsreserve fehlt. So können wir allen Ereignissen in vollster Zuversicht entgegensetzen. Nun ist einmal Großdeutschland räumlich und klimatisch in so unterschiedliche Sektoren verteilt, daß die Erntearbeiten niemals alle in eine bestimmte Woche fallen und daß Regen oder sonstige Witterungseinflüsse niemals im gesamten Großdeutschland die Ernte vernichten bzw. beeinflussen können. Der Vorteil einer Großraumwirtschaft macht sich gerade in Jahren bemerkbar, die nicht mit einer Rekordernte prunken können. Wir hatten nun in den letzten Jahren durchweg Höchsternten. Der deutsche Landwirt hat unter der vorbildlichen Marktregelung und in seiner bewußten Verantwortung für die Ernährung, den Ackerbau intensiviert. Diese Pflege des Ackerbodens ist auch während des jetzigen Krieges, im Gegensatz zur Zeit des Weltkrieges, nicht vernachlässigt worden, sondern durch die Bereitstellung von Arbeitskräften, Düngemitteln usw. planmäßig fortgesetzt worden, obgleich viele Landwirte und Pferde einjrerufen worden waren. Was vor allem die Landfrauen im ersten Kriegsjahr in unermüdlichem Einsatz geleistet haben, bas verdient den größten Dank des ganzen deutschen Volkes! Hier zeigte sich die nationalsozialistische Lenkung und Fürsorge ganz besonders deutlich. Die ersten Druschergebnisse unseres Getreides pflegen im August geschätzt zu werden, weitere Schätzungen und Erhebungen finden dann im September und im Januar statt. Nun hat die Augustvorschätzung der diesjährigen (Beteibeernte eine Menge von 24,6 Millionen Tonnen ergeben, also um nur 2 v. H. weniger als geaenüber dem Friedensdurchschnitt der an und für sich sehr guten Erntejahre 1934/38. Das Ernteergebnis ist also über Erwarten gut! Hinzu kommt aber, daß die Hackfrüchte, vor allem die Kartoffeln, Zucker- unb Futterrüben, deren Ernte noch bevorsteht, sich gerade in den letzten Wochen geradezu prächtig entwickelten, ganz abgesehen davon, daß sich ihre Anbaufläche vergrößerte. Unsere Brot- und Lebensmittelversorgung ist also gesichert, und alle Spekulationen der Briten gehören zu den Illusionen, unter denen Albion diesen Krieg entfesselte und verlieren wird. E7S. Kriegsbeginn an sind auf sein Geheiß hm die Angriffe der Royal Air Force gegen die deutsche Zivilbevölkerung gerichtet .gewesen, wahrerw sich nn Gegensatz dazu die Angriffe der deutschen Luftwaffe grundsätzlich — auch heute noch nur gegen militärische Ziele richten. Wer hat mit den Nachtangriffen begonhen? Churchill! Wir waren fair genug, die Engländer zu warnen, ihnen anzukündigen, daß wir Gleiches mit Gleichem vergelten würden. Bei Churchill lag es,diese An- ariffe abzustellen. Er hat es nicht getan! Am Gegenteil, er terrorisierte in verstärktem Maße die deutsche Zivilbevölkerung. Jetzt aber, wo die Vergeltung be- •gonnen hat, wagt es dieser Heuchler noch, von „grausamen Bombardierungen" zu reden! In gemeinster Weise und mit einer 3nfamie ohne gleichen beleidigt Churchill in ferner Jieoe wiederum den Führer. In diesem Zusammenhang ist es interessant, festzustellen, daß das amtliche britische Reuterbüro bei ber Wiedergabe ber Rede Churchills eine halbstündige Deratungspause einschalten mußte, ehe man es wagte, diese maßlosen Beschimpfungen Adolf Hitlers der Oefsent- lichkeit zu übergeben. Dann faselt Churchill weiter von der „berühmten insularen Moraft und von dem „Tempel der Freiheit und der, Ehre . Die durch die Engländer unterdrückten Volker ber Welt hatten, so glauben wir, hinreichend Gelegenheit, diese „insulare Moral" kennenzulernen und von dem „Tempel der Freiheit und der Ehre haben neben anderen auch jene Inder einen Begriff bekommen, die von den Engländern vor ihre Kanonen gebunden und in Stücke zerrissen wurden. Churchill schließt seine Ausführungen mit den Worten: „... denn wir werden diesen Sieg nicht allein für uns erringen, sondern für alle, einen Sieg nicht für unsere eigene Zeit, sondern für die langen und besseren Tage der Zukunft." In sttas- lich leichtsinniger Weise hat dieser phantasiebegabte Kriegsverbrecher das englische Volk über die tatsächlichen Machtverhältnisse bewußt in Unkenntnis gelassen. Jetzt aber, wo London mit starrem Entsetzen vor den nackten Tatsachen steht, wo das Volk das sieht, was es niemals für möglich gehalten hätte, in diesem Moment richtet Churchill, da er bie Mutlosigkeit und Verzweiflung des Volkes zu ahnen beginnt, eine Ermutigungsbotschaft an bie Engländer unb faselt zu allem Uebersluß auch noch von dem Sieg ber Zukunft, der nicht allein für England errungen werde. Europa muß es sich verbitten, daß Churchill es wagt, in seinem Namen zu sprechen; es hat keinen anderen, Wunsch, als diesen Störenfried und Kriegshetzer beseitigt zu wissen. Wie aber das englische Volk sich zu dieser von furchtbarer Angst diktierten Ermutigungsboffchast stellt, ist seine eigene Sache. Es hat gewählt und sich für Churchill entschieden, mit ihm muß es auch bie Verantwortung tragen. Britische Bomben auf amerikanischesBotschastsgebaude in Berlin. Berlin, 11. Sept. (DNB.) Die Piraten der Royal Air Force haben in der vergangenen Nacht auch auf das amerikanische Botschaftsgebäude meh- rereBrand-und Zeitbomben abgeworsen, die glücklicherweise nur in den (Barten gefallen finb. Im ganzen sind auf dem Gelände der amerikanischen Botschaft sechsBombeneinschläge fest- gestellt worden. Daß es sich hierbei um einen versehentlichen Abwurf handelt, kommt deshalb nicht in Frage, weil unmittelbar vorher die britischen Flieger mehrere Leuchtraketen über dem Botschaftsgelände abgeworfen hatten, die das Gelände taghell erleuchteten. Nur einem alück- lichen Zufall ist es zu verdanken, daß Personen dabei nicht verletzt wurden. Jedoch durchschlug ein schwerer Splitter bas Fenster bes Arbeitszimmers des Ges ch äftsträ ger s und grub sich in bie gegenüberliegenbe Wanb. Der Gescdäfts- träger hatte bis vor kurzem selbst im Botschaftsgebäude gewohnt. Ein Teil des Grundstückes der Botschaft ist zur Zeit noch abgesperrt, da verschiedene Einschläge auf Zeitbomben deuten und der Boden untersucht werden muß. Stockholm, 12. September. ( Europapreß.) Neue deutsche Luftangriffe wurden auch am Mittwochnachmittag auf London gerichtet. Im Ostend wurde Alarm gegeben, als sich König Georg und Königin Elisabeth in diesem Stadtteil befanden, um den in der letzten Nacht angerichteten Schaden zu besichtigen. Das Königspaar mußte ich in' einen Luftschutzkeller flüchten, als eine große Anzahl von Bomben auf das Ostende der Stadt, in der sich die großen Speicher und Vorratskammern sowie die Hafenanlagen mit ihren Werften und Docks befinden, niederhagelten. Ueber den angerichteten Schaden wird an offizieller Londoner Stelle nichts mitgeteilt. In einer Schilderung des britischen Rundfunks wurde lediglich estgeftellt, daß Geschwader feindlicher Maschinen )en Verteidigungsgürtel ber Stadt durchbrochen haben und schwarmweise aus den Wolken stürzten, um die Stadt mit Bomben zu belegen. Kaum hatte die Sttene das Signal „Gefahr vorüber" verkündet, schrillte sie von neuem auf, und die Bevölkerung, die in den letzten fünf Tagen fast unaufhörlich im Luftschutzkeller zugebracht hatte, war erneut gezwungen, die Unterstände aufzusuchen. Das Londoner Königsschloß, der Buckingham - P a l a st, ist durch eine deutsche Bombe beschädigt worben. Der nördliche Flügel, der große Prunksaal mit der Bildergalerie und zahlreiche Fenster wurden demoliert. Die Bombe richtete Zer- törungen im (Barten an, wo im Sommer die großen Tee^Empfänge gegeben werben. Ein Korrespondent des Reuterbüros berichtet, daß gewaltige Stein- und Mauermassen umhergeworfen seien und der in ben Park gerissene Krater etwa neun Meter tief sei. Es wird angenommen, daß die deutsche Bombe 250 Kilogramm schwer war. Die Fenster der Räume, bie in normalen Zeiten von ber Königin als Aufenthaltsräume benutzt werden, wurden sämtlich eingeschlagen. Auch die Aufenthaltsräume des Königs wurden durch Splitter beschädigt. Der Palast ist nicht mehr bewohnt, denn er galt weder ber englischen Königsfamilie noch ben nach Lonbon geflohenen ausländischen Fürsllichkei- ten seit Beginn dieser Woche als sicher genug, so daß sich die englische Königsfamilie veranlaßt gesehen hat, am Dienstagnachmittag — offensichtlich unter dem Eindruck der deutschen Luftangriffe — ßonbon zu verlassen, um sich nach Windsor zu begeben. Der Londoner Vertreter von „Stockholms Tib- ningen" erklärt, baß der Brand, ber in ber Londoner City ausgebrochen sei, die Häuser ber gesamten Umgebung vernichtet habe. „Aber man weiß", so fährt das Blatt fort, „daß alles dies erst ber Anfang ist, daß es sich nur um Dorposten- gefegte handelt". Der Luftangriff bes Montagabend fei im übrigen vollständig unerwar - t e t gekommen. Fast im gleichen Augenblick, in dem bie Luftschutzsirenen ertönten, seien auch schon die ersten Bomben abgeworfen worden. Jeder sei in die Luftschutzräume gegangen. Die Angestellten der Telegraphenämter hätten ebenfalls Schutz suchen müssen, unb bie Telegraphenoerbindungen seien abgebrochen gewesen. Die Verkehrsverbindungen müssen überaus stark in Mitleidenschaft gezogen worden sein, denn bas Blatt erklärt, ber Verkehr der elektrischen Züge sei burch bie Beschädigung ber Schienenanlagen in großem Umfange ins Stocken geraten. Nach Angaben bes Londoner Vertreters von „Svenska Dagbladet" ist in der City eine Bombe an einer Haupt st raßenkreuzung explodiert unb hat einen gewaltigen Krater aufgerifjen. Die Fensterscheiben der umliegenden Vankgebäude wurden einmal, die Humanität zu beschwören, Herr Churchill, da bie tapfersten Männer der gleichen Jahrgänge, die Sie damals auszuhungern versucht haben, über Ihrem Kopse schweben unb Bomben auf Ihre Haupfftadt fallen lassen. Versuchen Sie heute einmal, einem Volk mit solchen Erfahrungen, wie dem deutschen, klarzumachen, welch edle Aufgabe es doch sei, mit Englanb schonend umzuspringen, weil es ber Hort ber Zivilisation unb bie „Wiege großer Akte menschlichen Fortschritts" sei, wie Sie es am -14. Juli dieses Jahres so klassisch formulierten! O, ja, w i r wissen ganz genau, in welches Lamento der geprügelte Löwe ausbrechen wirb, um die Tränendrüsen der Welt zu reizen — nun, nachdem es den Hauptkriegsverbrechern an den Kragen geht. Wir können nichts dafür, baß die Kriegseinpeitscher in London sich unb ihre $unbesgeno|jen so falsch einschätzten, baß sie sich gleiche Prognosen Ieilten zu können glaubten wie im Weltkrieg. Daß sie die gleichen Methoden aufgriffen wie damals und daß sie nun am Raube des Abgrundes stehen. Wir haben auch ganz gut am ersten Kriegstag des Führers Erklärung vernommen, daß er ben Krieg nicht gegen Frauen unb Kinder zu führen gedenke, aber mit jeder Waffe zurück- schlagen werde, die man gegen uns an- wenden würbe? Sind wir dafür verantwortlich zu machen, baß Churchill unb Konsorten zum zweiten Male ben Hungerkrieg gegen uns begannen? Gewiß nicht! Ist es unsere Schulb, daß sie ihre Nachtpiraten trotz aller Warnungen Monat um Monat über deutsches Land schickten, um putsche Städte und Dörfer, Arbeiterwohnviertel, Kindergärten, Kirchen, Krankenhäuser zu bombardieren? Ist es endlich unser Verbrechen, baß die Engländer so bumm finb, aus dem Schicksal Warschaus, Rotterdams und anderer Plätze nichts zu lernen? Heute kann uns keine sittliche Entrüstung aus London, mag sie noch so sehr mit Bibelsprüchen gespickt und moraltriefenben Phrasen verkleidet sein, irgendwie berühren. Denn es ist mehr als Selbstbeherrschung, es ist geradezu Selbstentaußerung, wenn die deutschen Flieger über London nur militärische Ziele angreifen. Mag den Plutokraten zur Zeit der Puls auch noch so heftig schlagen, vielleicht finden sie im Luftschutzkeller doch em paar Stunden des Nachdenkens batüber, wie sie selber im Jahre 1882 Alexandria beschossen und Admiral Seymour das Bombardement auf die wehrlose Zivilbevölkerung unentwegt forffetzen ließ, obwohl zweimal die weiße Flagge der Ergebung gehißt worden war! Oder war damals die große Zeit der britischen „Humcmität" noch nicht angebrochen? Wir wüßten keine paffenbere Stunbe, uns mit den Englänbern über humanitäre Fragen zu unterhalten, als gerabe jetzt, ba wir ihren weinerlichen Appell an das Weltgewissen erwarten. Nehmt euch die englische Geschichte bei Luftalarm mit hinunter, Londoner, unb ihr wißt Bescheib. Wir erinnern an Jr- lanb, an ben Burenkrieg, an Kopenhagen, an Oran. Man finbet kein Enbe anschaulichster Illustration dessen, was britische Menschlichkeit ist. Freilich, so wenig wir mit Englanb wetteifern, die alleinigen Verteidiger ber Zivilisation zu sein, so wenig ist es unser, Ehrgeiz, nun sämtliche von England an allen Völkern ber Erbe verübten Schandtaten zu rächen. Was Englanb uns angetan hat, genügt uns! Und die Rechnung, die zwischen uns zu begleichen ist, ist groß genug, um Lonbon mit Recht erzittern zu lassen. Bis bahin — kommt uns nicht mit „Humanität"! ?chr habt bas Recht dazu verloren! E. G. Dickmann. Wie der unter Fe< der Mari lich, wie < bampfer f Zwei Sch konnte im adgeschlep bie feind! heran konn Immer nc sen, ließe! DM. nun schon Kg gege Stunden warten ai rückkam. j hpitän tmg im . kraftwerk City hatte Seine bei! Flakfeuers bas Kampf von deutsci toter b en, sich z aber von “räals y in d "Verli Straße v erfahren acytung e imHasi Gegen W deutsch genonn auf die hi Brand be hafte Ben acht Hand Ziel, und । an. Durch Meer Ll °igt. Der < über der ‘ Masse des Gesuli Mr nach j tapitan in “ MW X tau Miwns S «neu her 8i, ' W uni ?. ,UIä »i ftSrite «ruber wc Men nm Schwere Marineartillerie feuert an der KanaWe iederguimachung in Belgien das Wäskönnenurir backen undeinetnSi? obachtet wurden, das Feuer ein, räumte Feld und verschwand in der Dunkelheit. feig: 50 g Butter (DläfijatincX 50 g jucher. 1 ßächchen Dl Oetker vonillmzacker, etwas Salz, 1 Ei, 250 g IDeizenmeht 9 g (3 gelte. TeeL) Dr. Oether„Badün" etwa 6 Eßlöffel entrahmte frijämuld) oder IDaffec. Belag: H/4 kg Pflaumen. 3um Bestreuen: Etwas Juchet. SBtc der OKW.-Bericht meldete, wurde bei Dover ein britischer Geleitzug von deutschen Küstenbatterien unter Feuer genommen und zersprengt. — Hier die seltene Aufnahme eines schweren Küstengeschützes der Marineartillerie beim Feuern. Links sieht man deutlich das Geschoß nach Verlassen des Rohres vor dem Mündungsfeuer. — (PK.°Wächter-Presse-Bild-Zentrale°M.) sie gleichmäßig, mit der Innenseite nach oben, auf den teig. Backzeit: Etwa 30 Minuten bei starker Hitze. Harb fr cm Backen bejteeut man. Öen etwas ausgekehlten fluchen mit tucker. Bitte ausfdl n QiöCnl Einfluß der alliierten Propaganda stehenden BevölB kcrung schwersten Verfolgungen ausgesetzt. Damals wanderten die flämischen Führer massenweise ins Gefängnis und wurden vor Kriegsgerichte gestellt. Es wurden nahezu 30 Todesi urteile ausgesprochen, von denen allerdings keines vollstreckt wurde. Die Häuser und der sonstige Besitz der flämischen Aktivisten wurden zerstört oder geplündert. Frauen, die mit den deutschen Behörden zusammengearbeitet hatten, wurden die Haare abgeschnitten usw. Für alles dies wird nun durch den Ausschuß unter Vorsitz des flämischen Politikes Dr. Borms Genugtuung geleistet werden und die belgische Regierung zue Tragung aller Kosten verpflichtet. Der 71jährige Dr. Borms war ebenso wie andere Flamenführer nach dem Zusammenbruch von 1918 wegen seiner Zugehörigkeit zum Rat von Flandern von einem belgischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden^ Man hatte die Strafe dann in lebenslängliches Zuchthaus umgeändert, zehn Jahre hat Borms im Zuchthaus von Löwen verbracht. Borms ist schließlich im Jahre 1929 aus dem Zuchthaus entlassen worden, nachdem er in demonstrativer Weise bei einer Nachwahl zur Abgeordnetenkammer in der Provinz Antwerpen durch das Zusammengehen der flämischen Parteigänger ins Parlament gewählt worden roar. Selbst damals aber versagte die Brüsseler Regierung dem Wahlergebnis ihre Bestätigung. Unmittelbar nach dem Einmarsch der deutschen Truppen am 10. Mai 1940 waren Dr. Bonns und eine ganze Reih- anderer flämischer Aktivisten von den belgischen Behörden verhaftet und nach Frankreich verschleppt worden. Dort machte er den Leidensweg der Internierten durch eine ganze Reihe französischer Konzentrationslager durch, war schweren körperlichen Mißhandlungen ausgesetzt und befand sich zuletzt in dem berüchtigten Konzentrationslager von St. Cyprien an der spanischen Grenze zusammen mit tausend deutschen Zivilinternierten aus Belgien, mit denen er im Laufe des Juli wieder in seiner Heimat eintraf. im Stich. Die Zerstörer hatten sich bereits mit hoher Fahrt entfernt. In die Kampfhandlungen versuchte um 20.30 Uhr eine britische Küstenbatterie einzugreifen. Ihre, den deutschen Batterien zugedachten Salven lagen weit vom Ziel. Nach der Zersprengung des Geleitzuges richteten unsere Ferngeschütze ihr Feuer auf die britische Batterie^. Es wurden laufend deckende Salven beobachtet und die Batterie durch heftige Beschießung zum Schweigen gebracht. ' Die Ereignisse dieser Nacht waren damit aber noch nicht beendet. Bald nach Mitternacht versuchten leichte feindliche Seestreitkräfte sich der französischen Küste zu nähern. Sie feuerten planlos mehrere Salven ab, die weit hinter unseren Batterien im Hinterland einschlugen und keinerlei Schaden anrichteten. Unsere Marineartillerie nahm den feindlichen Verband unter heftiges Feuer, und der Feind wurde vertrieben. Einige auf einem Vorstoß befindliche deutsche Schnellboote griffen in das Gefecht ein. Sie beobachteten auf einem feindlichen Zerstörer eine hohe Stichflamme, unmittelbar nachdem eine Salve unserer Küstenbatterie den feindlichen Verband ein- gedeckt hatte. Hierauf st eilte der feindliche Verband, bei dem insgesamt sechs Zerstörer be- Mit zerschossener Maschine durch die Londoner Ballonsperre Von Kriegsberichter Hans Herbert Hirsch. gens, einmarschiert. Die rumänischen Truppen hatten die Stadt wenige Stunden vorher verlassen. Beim Einmarsch der ungarischen Truppen trug dis Stadt reichen Flaggenschmuck. Die Bevölkerung bereitete den Truppen einen begeisterten Empfang. Unaufhörlich wurden die Namen Horthys, Hitlers und Mussolinis gerufen. Nach Meldungen der Budapester Presse wird die Leitung der in dem an Ungarn rückgegliederten Nord-Sieb enb ür- g e n verbleibenden Rumänen Alexander V a jd au Voewod übernehmen. König Boris von Bulgarien an den Führer. Berlin, 11. Sept. (DNB.) König Boris von Bulgarien hat an den Führer das nachstehende Telegramm gerichtet: „Nach dem glücklichen Abschluß der Verhandlungen von Krajowa drängt es mich an erster Stelle Ihnen, Herr Reichskanzler, meinen herzlichsten Dank auszusprechen für die wohlwollende Unterstützung, welche' Bulgarien seitens Eurer Exzellenz in dieser gerechten Sache erfuhr. Das ganze bulgarische Volk teilt die Gefühle der Freude und des Dankes, die ich glücklich bin, Eurer Exzellenz und dem großen deutschen Volk übermitteln zu können." — Der Führer hat geantwortet: „Eure Majestät bitte ich, meinen herzlichen Dank für Ihr freundliches Telegramm entgegenzunehmen. Mit mir begrüßt das ganze deutsche Volk die in Krajowa erreichte Verständigung zwischen Bulgarien und Rumänien in der Ueberzeugung, daß damit ein neuer Abschnitt friedlicher Entwicklung im Donaugebiet beginnt." Ehrengrab für die rumänischen Legionäre auf dem predeal-paß. Bukarest, 11. Sept. (Europapreß.) Am Dienstag wurden die Gebeine der im früheren großen Konzentrationslager Csikszereda nach dem Cali- nescu-Attentat erschossenen Mitglieder her Eisernen Garde feierlich nach dem Predeal-Paß übergeführt. Dort wird ein Mausoleum für die sterblichen Ueberreste aller im Lause der letzten Jahre ermordeten Legionäre Rumäniens errichtet werden. Nach einer vorläufigen Aufstellung sind seit April 1938 bis Ende Dezember 1939 allein in Bukarest nicht weniger als 1221 Legionäre ohne gerichtliches Urteil hingerichtet worden. Diejenigen, die wegen ihrer politischen lieber- zeugung von den Gerichten verurteilt wurden und noch am Leben sind, werden jetzt aufgefordert, sich zu einer Ueberprüfung ihres Prozeßes sofort zu melden. Japans Beziehungen zu Moskau. Tokio, 12. Sept. (Europapreß.) Die Ernennung des Generals Tatekawa zum japanischen Botschafter in Moskau findet in der japanischen Presse große Beachtung. „Miyako" schreibt, das japanische Volk sehe ein, daß Japan und Rußland Zusammenarbeiten müßten bei gleichzeitiger Stärkung der japanischen Beziehungen zur Achse. — ,^Hochi" sagt, daß Tatekawa sich immer für die Regelung der russisch-japanischen Beziehungen eingesetzt habe. Da zwischen Rußland und Japan heute noch wichtige Probleme chrer Lösung harrten, unter ihnen die Oel- und Kohlenfrage in Nord-Sachalin, der Abschluß eines Handelsvertrages, die russisch-mongolisch-mandschurische Grenzziehung usw., übernehme Tatekawa ein verantwor- DNB. ..10. Sept. (PK.) Zwei Stunden sind nun schon vergangen, seit wir von unserem dritten Flug gegen London zurückgekommen sind. Und zwei Stunden stehen wir nun auf dem Rollfeld und warten auf eine Maschine, die nicht mit uns zurückkam. Die Maschine unseres Staffelkapitäns fehlt. Bei der gespannten Beobachtung im Zielanflug und Angriff auf das Großkraftwerk in unmittelbarer Nähe der Londoner City hatten wir gar nicht bemerkt, wohin er flog. Seine beiden Kettenhunde — wegen einsetzenden Flakfeuers rechts und links ausgeschert — hatten das Kampfflugzeug zuletzt gesehen, als es, umgeben von deutschen Jägern, geradewegs über einen einzeln fechtenden deutschen Zerstörer gegen drei Spit- fire dayinflog. Dann war der Verband über dem Ziel, und als wir abdrehten, fehlte der Staffelkapitän. Durch Funkspruch wurden noch über dem Häusermeer Londons alle unsere Besatzungen verständigt. Der ganze Verband flog noch zwei Schleifen über der Innenstadt, aber es war unmöglich, bei der Masse der deutschen Maschinen den Standort des Gesuchten schnell herauszufinden. So flogen wir nach Hause in dem Glauben, unseren Staffelkapitän in den Verbänden der vor uns zurückfliegen- den Geschwader zu finden. Wir sind gelandet, aber die Maschine fehlt. Da, draußen ein Schrei. Wir springen hoch, stürzen zum Fenster: „D e r K a p i t ä n!" Er steht vor ' uns, einen Notverband um den Kopf, einen Arm in der Binde. Ein wenig blaß sieht er aus, aber er lacht und erzählt: „Ohne daß ich es wollte, wurde ich kurz vor dem Ziel in einen Luftkampf verwickelt, in den einer unserer Zerstörer em paar Briten gezogen hatte. Zu dritt sahen sich die Brüder machtlos gegen den einen Deutschen und wollten nun ihr Mütchen an mir kühlen. Sie unterflogen mich, hatten aber den Zerstörer vergessen. Und so gab es ein kleines Lustduell zwischen einer Do 17, einer MellO und drei englischen Spitfire. Die Briten zogen den kürzeren, zwei fielen wie lodernde Flammen in das Feuermeer unter uns, der dritte riß aus. Der Zerstörer flog hinter her, und als ich mich umsah, hattet ihr eure Bomben hat er Angst, daß wir kehrt machen und ihn abschießen könnten. Aber wir können nicht, wir sind kaum noch manövrierfähig. Wir können nur schießen, schießen und nochmals schießen und hoffen, daß wir die Küste erreichen, ehe wir auf die Nase fallen. Denn der Sprit geht rasend schnell zu Ende. Und wirklich, der Brite muß seine ersten beiden Angriffsflüge abbrechen, da er sonst in unsere Garben gerät. Er setzt zum dritten Male an. Plötzlich mitten im Angriff reißt er die Maschine hoch, schießt in wahnsinniger Steilkurve in die Wolkendecke und ist verschwunden. Wir sehen uns an. Was ist los? Da tauchen rechts und links zwei Me 10 9 auf und fliegen so dicht an uns vorbei, daß wir die Kameraden in ihren Kabinen winkend sehen können. Das ist Kameradschaft der Flieger! Die Jäger haben unsere verzweifelte Abwehr gegen den feigen Angriff von weitem gesehen und sind herbeigeeilt, um uns herauszuhauen. Und der Brite ist getürmt, als er sie von weitern kommen sah! Sicher geleitet von unseren beiden Jägern haben wir die Küste erreicht. Aber auch eine tzute Notlandung scheint unmöglich. Unsere brave Do 17 ist zu stark beschädigt; ein Bein des Fahrgestells baumelt unter dem Rumpf, und auch die Landeklappen haben soviel abbekommen, daß nun auch das Weiterfliegen unmöglich erscheint. Da habe ich dann Befehl gegeben: „Aussteigen." Die Bodenwanne fliegt heraus. Der Luftwirbel reißt sie ganz weg und nacheinander springen Heckschütze, Bordfunker und Beobachter heraus. Langsam pendeln sie an den weißen Schirmen zur Erde. Ich habe die Maschine nach der Bruchlandung doch noch hinaesetzt. Dann bin ich in einen des Weges fommenoen Kraftwagen gestiegen, habe meine drei Fallschirmspringer eingesammelt und bin zu euch gefahren." Italienischer Wehrmachtsbericht. Rom, 11. Sept (DRV.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Unsere Fliegerverbände haben wiederholt die Zonen von Sollum, Sidi Barani und Marfa-Matruk angegriffen und Anlagen, motorisiertes Material und Truppen bombardiert und im Tiefflug angegriffen und beschossen. Die dabei verursachten Schäden waren sichtlich bedeutend. Zwei feindliche Jagdflugzeuge wurden im Luftkampf von unseren Bombern abgeschossen. Weitere zwei sind wahrscheinlich abgeschossen worden. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Der Feind hat Cuf(angriffe auf Baröia, Tobruk, Derna ausgeführt Der Schaden an nichtmilitärischen Anlagen ist bedeutend. Insgesamt gab es 13 Tote und 21 Verletzte. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen und stürzte ins Meer ab. Drei Offiziere eines anderen, während der im gestrigen Wehrmachtsbericht gemeldeten Aktionen abgeschossenen Flugzeuges wurden gefangengenommen. In Ostafrika haben englische Bomber Kassa l a mit Bomben belegt, wobei drei Personen verwundet wurden. Ein feindliches Flugzeug wurde von unseren Jagdfliegern abgeschossen. Von der Besatzung waren zwei Mann tot, der dritte wurde gefangengenommen. Ungarischer Einmarsch in Klausenburg. Budapest, 12. September. (Europapreß.) Die ungarische Honoed ift am Mittwochmittag in Klausenburg, der Hauptstadt Siebenbür- schon geworfen und verschwandet in weiten Schleifen ostwärts. Zuerst merkte ich, daß mein linker Motor stand. In der Hitze des kurzen Kampfes hatte keiner von uns Vieren in der Maschine gemerkt, daß eine MG.-Garbe einer Spitfire genau in den Motor gegangen war. Aber ehe wir etwas weiteres unternahmen, rief der Bordschütze: „Zielanflug," und wir gingen diesmal bedeutend niedriger erneut über das Kraftwerk. Es hätte unserer Bomben wohl kaum noch bedurft, denn unten qualmte und loderte es an allen Ecken und Enden. Aber mit nach Hause nehmen wollten wir die Bomben auch nicht. So mußte eben noch ein Nebengebäude des großen Generatorenhauses dran glauben. Die durch den stehenden Motor hervorgerusene Gewichtsverlagerung in der Maschine zwang mich rasch zum Aufgeben der Höhe. Wir sackten immer tiefer durch und mußten dann noch kurz vor Verlassen der Stadtperipherie den bekannten „Flak- Wal z e r" tanzen, lädiert wie wir waren, und es war ein Leichtes für die Briten, uns noch ein paar Splitter ins Leitwerk und in den Rumpf zu fetzen. Hätte unsere deuffche Flak Gelegenheit, auf ein Feindflugzeug in so geringer Höhe zu schießen, würde sie es bestimmt abschießen. Den Tommies, die sonst nicht schlecht schießen, gelangen aber nur ein paar Splitter. Immerhin, nun klemmte auch das Höhen st euer. Der rechte Motor arbeitete auf volle Touren. Aber dann erschienen über uns die dicken Würste der Sperrballonfelder. Was nun? Drüberweg konnten wir nicht mehr, dafür zog der eine Motor nicht genug. Wir haben uns regelrecht hindurch geschlängelt. Und als wir durch waren, zeigte der Höhenmesser gerade noch 200 Meter. Das erste, was wir sahen, war von weitem die Kanalküste. Alle atmen auf; der Funker packt schon sein Freßpaket aus. Wie wir so dahinschleichen, richtiges Fliegen kann man das gar nicht mehr nennen, da ruft plötzlich der Heck- fchütze: „Spitfire von hinten! Im Nu haben wir wieder die MG.s gerichtet. Im Steilflug stößt der Brite aus großer Höhe auf uns herunter, schießt schon aus weitester Entfernung. Anscheinend Nie Kämpfe in der Straße von Nover. "Berlin, 11. Sept. (DNB.) Zu den in der Straße von Dover gemeldeten Kampfhandlungen erfahren wir, daß am 9. September durch Beobachtung eine An sammlun g von Schiffen im Hafen von Dover festgestellt worden war. Gegen Abend wurde daher der Hafen durch deutsche Küstenbatterien unter Feuer genommen. Es wurden mehrere deckende Salven auf die im Hafen liegenden Schiffe erzielt und ein Brand beobachtet. Sofort entftanb im Hafen lebhafte Bewegung. Etwa eine Stunde später liefen acht Handelsdampfer und eine Anzahl von Begleit- sayrzeugen aus, unter denen sich einige Zerstörer befanden. Die feindlichen Schiffe versuchten, sich zum G e l e i t z u g zu formieren, wurden aber von den deutschen Küstenbatterien unter heftiges Feuer genommen. Man sah deutlich, wie alles auseinandersprengte. Vier Handelsdampfer fuhren nach Dover zurück, zwei nach Deal. Zwei Schiffe blieben liegen. Das eine von ihnen konnte im Schutze der einbrechenden Dunkelheit noch abgeschleppt werden. An das achte Schiff konnten die feindlichen Bewachungsfahrzeuge nicht mehr herankommen, da ein Brand ausgebrochen war. Immer noch von der französischen Küste aus beschossen, ließen die Geleitfahrzeuge das sinkende Schiff Brüssel, 11. Sept. (Europapreß.) Der Mili- tärbefehlshaber in Belgien und Nordfrankreich erließ folgende Wiedergutmachungs-Verordnung: Unrecht verlangt Wiedergutmachung! Bewohner dieses Landes.Haven im Kriege 1914 —1918 ein loyales Verhältnis zur deutschen Besatzungsmacht gesucht und ihren Anordnungen Folge geleistet. Deswegen wurden sie von eiten des Staates und gewisser Volksteile v e r - olgt. Sie mußten Todes-, Zuchthaus- und Ge- ängnisurteile, Aberkennung der Ehre, Plünderung und Brandstiftung, Enteignung, Entziehung . des Unterhalts sowie körperliche und seelische Qualen erdulden. Dies geschah, obwohl die Anordnungen der deuffchen Besatzungsmacht dem geltenden Völkerrecht entsprachen und daher rechtmäßig waren. Damals wie heute mußten sie gleich belgischen Gesetzen ausgeführt werden. Darum war es nicht Unrecht, was die Verfolgten taten. Die deutsche Ehre fordert, das gebrochene Recht wieder herzu st e l l e n. Auf Grund der mir vom Oberbefehlshaber des Heeres erteilten Ermächtigung verordne ich daher für Belgien folgendes: Schäden der zu Unrecht Verfolgten an Ehre oder Freiheit, Leib und Leben oder Gut und Geld oder an anderen Werten werden wiedergutgemacht. Ein Ausschuß unter dem Vorsitz von Dr. A. Borms führt als belgische unmittelbare Staatsbehörde in ehrenamtlicher Tätigkeit seiner Mitglieder die Wiedergutmachung durch. Flämische Aktivisten hatten im Weltkrieg nach Durchsetzung ihrer lange zurückgedrängten Rechte in loyalster Weise mit den deutschen Besatzungsbehörden zusa mm engearbeitet und Anfang 1917 den R at von Flandern ausgerufen, Der am 22. Dezember 1917 die Selbständigkeit Flanderns verkündete. Der von ihm eingesetzten Bevollmächtigungskommission war von dem deutschen Generalgouverneur von Falkenhausen beratende Mitwirkung an der Gesetzgebung im flämischen Verwaltungsgebiet zugestanden worden. Nach dem Weltkrieg und seinem unglücklichen Ausgang waren die Vertreter der flämischen Bewegung von der belgischen Regierung und der unter dem Ulan rührt das fett schaumig unö gibt nach und nach Zucker, Demi Hin juchet, 5 al) und 6 hinzu. Das mit „Barhin" gemischte unö gesiebte Diehl wird abwechselnd mit bet flüffigheit untergeruhrt Dian verwendet nur fo viel Flüssigkeit, daß der leig sckwer (reißend) oom Löffel fällt ID an streicht ihn mit einem Teigfchabec, den WERk R ff man häufig in Wasser taucht gleichmäßig auf ein gefettetes Bachblech. (Die TP®* Teigmenge reicht für 3/4 eines Bleches in einer 6röße oan 32x46 cm). Damir er an her offenen Seite Des Bachbleches nicht aus laufen barm, legt man ein mehrfach umgekniffles, gefettetes Papier vor den Teig. fL* ** für den Belag werden die Pflaumen gewaschen und entsteint Ulan legt «eVdliMvl/Iv ■Mnn aus Lde poM- Griebels „Das letzte Kind" und „Der begrabe^ Die trauernden Hinterbliebenen. 4039D Seltersweg 60, Telefon 2141. Gießen, den 12. September 1940. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. burgwall 21. <>3065 4023D Schlachthof, Gießen. Metzgerei Rullmann, Nidda. Ci^iUUt-iel&d: >5 4042V Berliner Illuftrirten 4049 A dann wurde ich U-Boot Kommandant“ folgenden Jahren. , Stehr war Senator der Deutschen Akademie der Dichtung, Ehrendoktor der Universität Breslau, Inhaber der Goethe-Medaille und des Adlerschildes des Deutschen Reiches (1934), des Schiller-Preises und des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt. ^8tk!>6N3NgebH Kebie Ursprung»- Zeugnisse, Umbern nur Zeugnis- obfdjrtften Dem Qte werbungsichreiben bei* legen! — LtchtbUder undBewerdungsunte» lagen müffen *ur 8er- meidungvon Verlusten auf bet Rückseite Namen unb Anschrift bei Bewerbers tragen! Eine Verordnung der Sowjetregierung setzt die Bildung eines Volkskommissariates für Staatskontrolle fest über die Verausgabung der staatlichen Geldmittel und materiellen Werte sowie die Durchführung der Regierungsbeschlüsse. Zum Volkskommissar wurde der bisherige stellver- Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Im Faber-Haus in Oberschreiberhau im Riesen- aebirge ist am Mittwochmorgen der Dichter Hermann Stehr einem Schlaganfall erlegen. 1864 in Habelschwerdt in der Grafschaft Glatz als Sohn eines Sattlermeisters geboren, wurde er Volksschullehrer, fühlte sich jedoch in seinem Beruf wenig wohl. Die Anstellung in dem weltverlorenen Gebirgsdorf Pohldorf erhielt er 1889 als Straf- ftellung, entwickelte sich aber gerade in dieser Einsamkeit zum Dichter. Rach Veröffentlichung seines ersten Novellenbandes „Auf Leben und Tod , der bei seiner vorgesetzten Behörde heftig Anstoß er» regte, wurde er nach dem Jndustrieort Dittersbach versetzt, wo er bis 1911 gearbeitet hat. Nachdem ihn ein Ohrenleiden zur Aufgabe seines Berufes zwang, zog er nach Warmbrunn und 1927 in das Faber-Haus von Oberschreiberhau, dessen Name er aus seinen Werken wählte. Auch Stehr ist, wie seine schlesischen Landsleute Angelus Sllesius und Jakob Böhme em Gottsucher und Gottkämpfer. Ringende und Suchende sind auch die Menschen seiner Werke, die gegen die großen Dunkelheiten des Lebens ankämpfen und oft genug erliegen, wie in der Novelle „Der Schindelmacher" (1899), in^ den Romanen ^Leonore schen Verwaltung der Roten Armee, Mechlis, ernannt, der zugleich stellvertretender Präsident des Volkskommissarenrates der Sowjettmion wurde. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Wyschinski, ist zum ersten Stellvertreter des Volkskommissars des Auswärtigen ernannt worden. Wyschinski, dessen Name aus den großen politischen Prozessen der Jahre 1936 bis 1938 weltbekannt wurde, war Generalstaatsanwalt der Sowjetunion und früher Präsident des Obersten Gerichtshofes. Nach dem Einmarsch der Sowjettruppen im Baltikum war er als Sonderbeoollmächtigter der (Sorojetregtming nach Riga entsandt worden. Hermann Stehr gestorben. von 8- 9 Uhr Nr. 851-910 von 9-10 Uhr Nr. 911-970 von 10-11 Uhr Nr 971-1040 von 11-12 Uhr Nr. 1041-1100 am Samstag, 14.Sevtember 1940 von 8- 9 Uhr Nr 1101-1170 von 9-10 Uhr Nr. 1171-1230 oonlO-11 Uhr Nr. 1231-1300 Gesucht tüchtige Miln EIW.MW. Damenschneidermeisterin, Dammstraße 22. Achtung! KdF. - Reitunterriäit Wir beginnen Anfang nächster Woche mit dem Reitunterricht im Reitstall Schömbs. Anmeldung und nähere Auskunft Selters weg 60. 4J4QD Jedem möchte ich helfen! Bestellen Sie deshalb nur von den wichtigsten Aufnahmen jetzt Ihre Abzüge. Die Negative behalten ja ihren vollen Wert und ergeben auch später gleich gute Abzüge. Ihr Photo- u. Kino-Berater Die Deutsche Arbeitslront NSG. Kraft durch Freude Kreisdien ststelle w Wetterau haur- gehilfin gesucht. Kleines Kind kann mit ausgenommen werden. 4043D Marburg /Lahn, Behringweg 9. sofort oder später gesucht. Angebote an Gasthaus zur Krone Ein groß angelegtes Lustspiel voll sprühender Einfalle mjt LUISE ULLRICH Leopoldine Konstantin Hermann Thimig THEO LINGEN sowie Gustav Waldau, Paul Henckels Otto Wernicke, Lisi Karstadt u. a. Mutter und Tochter vertauschen ihre Rollen: Die Tochter spielt Mama, und die Mutter wird erzogen. Aber beide kommen auf den reizvollsten Irrwegen zum Glück in der Liebe Ein Rekord an Heiterkeit und neuen Ideen TO BIS-WOCHENSCHAU Ab heute Donnerstag bis Sonntag Lichtspielhaus Wocbent. 3.30, 5.30, 7.45. So. 3.00, 5.15, 7.45 40-38 A Srofte Stunden bei 5ilm und Punk mit HILDE WEISSNER ROTRAUT RICHTER HARRY GON DI u. a. am Donnerstag. 19. September 1940, 19.30 Uhr, im Gloria-Palast, Sieben Karten zu RM. 1.- bis RM. 3- in der Kartenverkaufsstelle Statt jeder besonderen Anzeige. Meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Karoline Gümbel geb. Mandler ist nach kurzer, schwerer Krankheit von uns gegangen. Wir haben sie auf ihren Wunsch in ihrer Heimat zur letzten Ruhe gebettet. stellt sofort ein oaoeo Hotel Prinz Carl, Gießen. Zwei tüchtige WS'iMMenikiiWii Gott". In der äußersten Not, der dunkelsten Der- strickung besinnen sich die Menschen auf ihr innerstes Wesen. „Immer sehe ich, wie auch m den vertiertesten Menschen noch die Göttlichkeit verkümmert und verstoßen kauert." „ .. 1919 erschien der Roman „Drei Nachte , 1913 die „Geschichte aus dem Mandelhause", „Traumgesichte Die Deutsche ümd Freude Kreisdienststelle Wetterau dem Kinderland", 1917 Stehrs tiefstes Buch Der Helligenhof", 1924 der Roman „Peter Brind- eiserner", 1929 „Nathanael Maechler" und eme Reihe weiterer Romane unb Erzählungen in den Uans-iind Zimmädchen Tücht., sauberes Mädchen sofort ob. später gesucht. 03057 Bäckerei mbafö Müller Bahnhofstr. 64. Zuverlässiges, kinderliebes Mädchen rür Haushalt mit 2 klein. Kindern mm 1. Okt. ges. Marburger Straße 40 I. zu vert. Mäus- burg 5 I (Haus Kaisers Kaffee- Geschaft). 03003 | Kaufgesuche~| Kaufe mehrere Fuhren alten MIM Angebote mit Preisangabe an R. Lange, 4013V Gießen, Am Rahrungsberg41, tungsooll-es Amt. Bei gegenseitigem guten Willen erscheine die Lösung der schwebenden Fragen möglich. — „Nishi-Nishi" erklärt, die Interessen Rußlands und Japans erforderten die Regulierung ihrer Beziehungen und die Förderung der Gefühle gegenseitiger Freundschaft. Vertretungen staatenloser Gchein- regierungen in Frankreich eingestellt. Genf, 11. Sept. (DNB.) Die deutsche Reichsregierung hat die Aufmerksamkeit der französischen Regierung auf die diplomatischen Vertretungen der Regierungen gelenkt, die keine Autorität mehr über die von den deutschen Truppen besetzten Länder ausüben und nicht mehr in diesen Ländern residieren. Die französische Regierung hat anerkannt, daß diese diplomatischen Vertretungen keine normale Tätigkeit mehr ausüben können und hat daher diese Vertretungen e i n g e st e l l t. Gleichzellig hat die belgische Schattenregierung in Frankreich sich entschlossen, von der Bildfläche zu verschwinden und hat s i ch s e l b st a u f g e l ö st. Kleine politische Nachrichten. Der Führer empfing in diesen Tagen den Königlich Ungarischen Gesandten Döme Sztojay, der ihm ein Handschreiben Seiner Durchlaucht des Reichsoerwesers des Königreiches Ungarn, Admiral von Horthy, überreichte. Reichsleller General Ritter von Epp gab im Münchener Hotel „Vier Jahreszeiten" zu Ehren seines Gastes, des italienischen Kolonialministers T e r u z z i, einen Empfang, an dem u. a. Ministerpräsident Siebert sowie Oberbürgermeister Reichsleller F i e h l e r teilnahmen. Der rumänische Exkönig Carol, der sich zwei Tage in der' Schweiz aufgehalten hatte, ist am Dienstagabend aus Lugano abgereist, um über Geräumige, ruhige WmiN mH Satte« in einem Orr birekr an der Bahn zwischen Gießen u. Bab-Nauherm sehr billig zu vermieten an ein Ehepaar aus Gießen. Belle Gelegenheit zur Vieh- und Gellügelhaltung. — Wer darauf reflektiert, schreibe an die „Hessische Hausbesitzer - Zeitung" (Verlag Albin Klein) in Gießen, Hinden- Photo - Kino Kreuzplatz 9 Fernruf 3153 Große Neuheit! Dauer-Feuerzeug D. R. G. M. Spendet ca. 3 Monate Feuer bei einmaliger Auffüllung! Dauerndes Funktionieren gewährleistet I Feuerstein leicht auswechselbar. Unverwüstlich im Gebrauch 1 Stück RM. 1.50, 5 St. RM. 7-, Versand geg. Nachnahme. 5045V Ernst Weber Langenchursdorf i. Sa. 229. PRIEN Frankreich und Spanien nach Portugal zu gelangen. Mit Genehmigung der portugiesischen Regierung wird er in Lissabon seinen ständigen Wohnsitz nehmen. In diesen Tagen trafen in Berlin eine bulgarische, eine finnische und eine spanische Offiziersabordnung ein. Die fremdländischen Offiziere werden unter Führung der Attacheabteilung im Oberkommando des Heeres eine gemeinsame Reise zum Besuch der Schlachtfelder in Frankreich und Belgien unternehmen. * Zahlreiche Persönlichkeiten, die im französischen Protektorat von Marokko einen Aufstand gegen die Regierung Petain und zugunsten des fahnenflüchtigen Generals de Gaulle entfachen wollten, sind in Rabat verhaftet worden. Unter ihnen sollen sich zahlreiche ehemalige Offiziere befinden. * Der Treue Jndo chinas zum Mutterland gibt der Generalgouverneur von Jndochina, Admiral D e c 0 u x, in einem Telegramm Ausdruck, das er an den neuen Staatssekretär für die Kolonien in der französischen Regierung, Admiral D a r l a n, gerichtet hat. Admiral Decoux versichert zugleich, daß in Jndochina Ruhe und Ordnung herrsche. In Anwesenheit des deutschen Gesandten von Heeren, eines Vertreters des jugoslawischen Unterrichtsministers, des Belgrader Bürgermeisters und des deutsch-evangelischen Bischofs Dr. Pop wurde in Belgrad das erste deutsche Gymnasium eröffnet. Suche für sofort für ein Lager einen großen, gebrauchten MWWlü Mitteilung an Ludwig Schneider Bauunternehmung, Gießen 4048 D Verkäufe Uralnisthigt MseAng der Polizeistunde. (Adler 7) und Bis zur anderweitigen Regelung durch den Herrn Vpnrißlfälliönnöt- Reichsstatthalter in Hessen wird die Polizeistunde annarat für den Polizeidirektionsbezirk Gießen einschließlich 9Dpdr<(n. der Städte Bad-Nauheim und Friedberg mit sofor- SemsuverS "g°r Wirkung auf 24 WWW- kaufen. 4033D Gießen, den 11. September 1940. Wo?sagt die Ge- Der k. Polizeidirektor. schaftsst. d. G.A. Lutter, Regierungsrat. Großer u. kleiner -------------------------------------- schwarzer । — Kevd B Ä | Verschiedenes| 3M Stopfen wöchentlich einmal zuverlässige M gehupt. Zu erfrag, in der Geschäftsst. des Gieß.Anzeig.E° Vornehm/ Geschmackvolll Persönlich / Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brllhl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 | Vereine ~| VfB. Reichs- bahnßießen 1 Freitag,13.Serll. ; find, abends um 20.30 Uhr, im Restaurant „Schivkavaß" Bahnhofstraße, ein Mitglieder- Avvell statt. 4“7d Einsatz für das WHW. Die Teilnahme aller Mitglieder ist Ehrensache u. Pflicht. - (Film- vorführ. Fußball u.Leichtatbletik). 4041 d Donnerstag, 12. September 1940 Oie Zugenddienstpflicht. Die Jugenddienstverordnung, nach der alle Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren verpflichtet sind, in der HI. Ehrendienst am deutschen Volke zu leisten, ist durch einige Anordnungen des Jugendführers des Deutschen Reiches zum erstenmal praktisch wirksam geworden. Die Anordnungen betreffen die pflichtmäßige Erfassung und Heranziehung des Jahrgangs 1929/30 der HI., die Anwendung der Vorschriften der Jugenddienswerordnung auf die der HI. zur Zeit angehorenden Jungen und Mädel im Alter von 10 bis 18 Jahren sowie auf die sich freiwillig zur Ableistung der Jugenddienstpflicht mel- dcnden Jugendlichen und endlich die vollständige Erfassung der 17jährigen, also des Jahrgangs 1923. Der Jugendliche kann durch die Ortspolizeibehorde angehalten werden, seinen Pflichten aus der Verordnung nachzukommen. Es entspricht jedoch den Führungsgrundsätzen der HI-, von dieser Möglichkeit Abstand zu nehmen, solange die eigenen Mittel ausreichen. Keinesfalls darf hieraus aber die Auf- Nr. 21b Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Die kdF.-kindergymnastik 16 bis 17 Uhr in der Schillerschule, Schillerstraße. Und so preiswert Starkwirksom, gegen Zahnsteinansatz, zahnfleischkräftigend, mikrofeirx, mild aromatisch. zn o und den ^4Opt die große Tube die kleine Tube 25“ Starenabschied! Die Wolken scheinen mir tiefer qualmiger; die Büsche tropfen, und der Dunst, man atmet, schmeckt rauchig und feucht. älteren Geschwister die Aufsicht übernehmen können, finden sich immer Nachbarinnen oder es ist ein Kindergarten der NSV. in der Nähe. Auch die Nachbarschaftshilfe der NS.-Fr-auenfchaft kennt solche Nöte und springt gern helfend ein, damit Kinder sich nicht stundenlang selbst überlassen sind. Vielleicht wäre es auch eine lohnende Aufgabe für HI. und BDM., die Jugend durch Vorbild und Aufklärung zu einer manierlichen Haltung dort, wo ihr Spieltrieb sie manchmal Über das Ziel schießen heißt, anzuhalten. Große Werte könnten auf die Weise dem Volksganzen bewahrt und dadurch erspart bleiben. Dr. Buresch-Riebe. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Wiener Geschichten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe durnme Mama". Ortszeit für den 13. September. Sonnenaufgang 6.56 Uhr, Sonnenuntergang 19.44 Uhr. — Monduntergang 3.23 Uhr, Mondaufgang 18.16 Uhr. to-WW 3m* Crholungssürsorge und Arbeitseinsatz Eine Tagung in Bad-Nauheim. knarren sie wie die Besenbinder hinter mir her;, kehre ich mich wieder zu ihnen, lasten sie mich dafür die zärtlichsten und freundlichsten Westen Horen. Die Wolken ziehen dunstig und tief, vorm Wald steht Nebel. „Schön singt ihr! Aber ich., habe es eilig, liebe Freunde, muß auch packen. Mochte, wir hätten es mit dem Herbstumzug so leicht wie ihr! ,Ob ihr wieder zu Gast kommen dürft? Wie gerne, Freunde! Ich hab nämlich eine alte Siebe: oft meine ich, einer von euch müßte der fröhliche Starmatz sein, den in meiner Kinderzeit ein Vetter hielt und um dessentwillen man als Junge so gern zu ihm auf Urlaub fuhr. Was wußte bas Tier nicht alles auswendig! Die Frage nach dem Wetter und Was fangen wir heute an', den Gassenhauer vom „Purpurnen Mund', wie auch das fröhliche Lieu vom ,Mai, der gekommen ist'." Da komme ich noch einmal ins Schwatzen, he? Und der Herbst ist doch kalt und naß! Wahrend ich drunten im Gras stehe und rede und die Nase zu den acht Unermüdlichen aufhebe, zieht es mir von der Hacke das Rückgrat hinauf und über den Nacken in die Nasenwurzel zu einem kräftigen — wie bitte — „Hapischah!" Einen Augenblick haben die Stare oben auf dem Draht mitten im Singen und Schwatzen mnegehal- ten. Dann klingt es ganz deutlich von einem Künstler da oben zurück: „Hapischah!" Und im nächsten Augenblick wollen sich alle zusammen ausschutten vor Zwitschern und Lachen und versuchen es ihrem Vorredner nachzutun. Ich komme überhaupt nicht mehr zu Wort und wende mich verlegen zum Wei- tergehen. Da schwirren sie aber schon über mich weg- „Bitte, nichts für ungut!" Und beginnen noch einmal zu singen und zu pfeifen und einer fallt und zieht gerade vor mir, zum Zeichen von Nützlichkeit und guter Gesinnung aus dem eben aufgewühlten Kartoffelland einen grauen Engerling hervor. Nun ja, ich weiß, wir sind gute Verbündete. Macht's' im nächsten Jahre ebenso! Und wegen der Kirschen bleibt's bei unserem Vertrag: Ihr beim Nachbarn und ich in meinem Garten. Also meinetwegen zum Frühling auf Wiedersehen! - Wiedersehen", sage ich noch einmal laut und höflich. Uno der Besuch hat es verstanden. Das stchirrt und redet schier zwanzigfältig durcheinander, wünscht nur wm Winter gute Gesundheit — man soll solche Wünsche nicht unterschätzen — und ist auf einmal, । heidi, brausend von- dannen gezogen. Und so ist es auch im menschlichen Leben in der Austastung des Altbayern. Im aufschneiderischen Biertischgespräch, beim unehrlichen Handel und bei sonstigen Gelegenheiten des Alltags wird ein lug- nerischer oder betrügerischer Mensch mit den treffenden Redensarten gründlich „zugedeckt" oder abge- ferttgt: „Mach doch koan so an Krampf!" — „Du bist an richtige Krampfhenna!" — „A soichane Krampfhenna, höha geht's do nimma!" und „Wos gackerst denn, du oite Krampfhenna!" Verwandt sind die ebenfalls bodenständigen Bezeichnungen „Krampf- huaba", „Krampfmeier" und ,Krampfader". Die ,Krampfhenne", die sowohl für männliche als auch weibliche Individuen gilt, ist aber der in seiner verhöhnenden und verächtlichen Art kräftigste Ausdruck des altbayerischen Sprachschatzes für solche Leute, die skrupellos, faustdick, dumm und dreist ihren Volksgenossen etwas vorzulügen versuchen, damit aber keinen Glauben finden und so auf den Pranger gestellt werden. Paul Fechter. Am 14. September begeht Paul Fechter, der als Dichter und zugleich als einer der hervorragendsten Vertreter der deutschen Kunst- und Literaturkritik seit Jahrzehnten für die Notwendigkeit dessen, was wahrhaft deutsche Kunst und Dichtung heißt, eingetreten ist, seinen 6 0. Geburtstag. Als Erzähler ist er vor allem durch seine drei großen humoristischen Zeitromane „Die Kletterstange", „Der Ruck im Fahrstuhl und ,Die Rückkehr zur Natur" hervorgetreten, und der unter dem Titel „Das wartende Land" erschienene große Ostpreußenroman ist em Bekenntnis des Elbinger Dichters zu seiner Heimat und darf als ein deutsches Schicksalsbuch das aus dem Wissen um die großen Mächte des Blutes und des menschlichen Reifens und Wachsens geboren ist, wohl aus Hauptwerk des Dichters gelten. Auch die Erzählung „Die Fahrtnach derAhnfrau", in der sich Gegenwart und Vergangenheit m der Besinnung auf Ursprung und Heimat in humorvoller Weise verknüpfen, führt in den Osten des Reiches. Sie hat bei ihrem Abdruck im „Gießener Anzeiger" großen Anklang gefunden. In fernem neuen spannenden Entwicklungs- und Liebesroman „Die Gärten des Lebens" hat Fechter im reizvollen Zusammenklang deutscher Landschaften und deutscher Frauengestalten ein Stück deutscher Seelengeschichte einprägsam gestaltet fassung entstehen, daß nicht alle Möglichkeiten erschöpft werden, wenn dies geboten ist. Zu beachten ist ferner, daß es zu den Pflichten der Jugendlichen in der HI. gehört, nicht nur den Anforderungen des planmäßigen Dienstes, sondern auch denjenigen nachzukommen, die sich aus den besonderen.Einsatzbefehlen ergeben, also Ernteeinsatz, Hilfseinsatz bei Behörden, Reichsbahn, Reichspost, Wehrmacht, Sammelaktionen usw. Jugendliche können deshalb notfalls durch polizeiliche Maßnahmen zu allen Einsatzaufträge angehalten werden, soweit nicht besondere Einschränkungen ausdrücklich angeordnet sind. Mit Geldstrafen bis zu 150 RM. oder mit Haft wird der gesetzliche Vertreter bedroht, wenn er den Bestimmungen über die Anmeldefrist vorsätzlich zuwiderhandelt, mit Gefängnis und Geldstrafe derjenige, der böswillig einen Jugendlichen vom Dienst in der HI. abhielt oder abzuhalten versucht. Auch hier sollen die Strafbestimmungen nur dann angewandt werden, wenn die eigenen Mittel der HI. erschöpft sind, dann aber ohne Zögern und mit allem Nachdruck. Wer wird zum weiblichen Arbeitsdienst eingezogen? Gtarenabschied. Von Hans Friedrich Blunck. Auf einmal — drei Sommermonate lang haben ( . sie unser Dach gemieden — auf einmal sind die ; Stare zu uns zurückaekommett. Das bedeutet Herbstzeit, letzten Abschied vorm großen Flug. Es ist schön, daß^die Eltern, die im Frühling unter unserm Dach genistet und uns im Mai burd) die auf gefangenen Liedfetzen aller Weisen des Waldes erfreut haben, uns nun noch einmal eine Schlußmufik pfeifen. Kaum waren nämlich im Sommer die bräunlichen Jungen flügge — sie lernten es in zwei, drei Morgenfrühen, man war es kaum gewahr geworden —, da waren Eltern und Kinder eines Tages, husch, und ohne allen Dank von dannen. Die Dachpfannen blieben leer, und was die Gäste an Spuren hinterlassen hatten, wusch ein einziger Sturzregen hinweg. Nun, man hatte im Sommer viel zu tun, man konnte die fröhliche Laune der Nachbarn entbehren. Alle Wälder waren voll hundertfälttgen Schalles, mochten die undankbaren Gäste nur ausbleiben. Mitunter sah man die Stare, alle und junge, zu Tausenden im fernen Röhricht niedergehen ober sie wehten wie dunkle Wolken im Abend vor der Sonne entlang. Sonntagswanderer rissen dann die Augen auf und meinten, die Vöael sammelten sich zum Herbst. Sie reisen aber erst dicht vorm ersten Schnee^ sind wohlerzogene und höfliche Tiere — fröhlich winke ich ihnen zu - und fahren mcht von dannen, ahne einige Abfchiedstage bei ihren alten Nest- wirten zu verbringen und ihnen ihren Dank vor- ^Da^ zwitschern meine alten Gäste nun oben von ihrem Spanndraht, vier Paar hoch. Die Herren sind etzt weißlich gefleckt, nicht schillernd grün und schwarz wie zur Brautzeit. Aber, lustig sind sie geblieben, einerlei, welchen Rock sie anhaben, und erzählen mir geschwätzig, was alles sie inzwischen gehört haben; etwa, wie das Blaukehlchen schluchzt, wie der Pirol singt, wie die Enten schnattern und sogar wie lie Hohltaub- ruckt. All--, was ft- l°rn- ten und äfften, wiederholen ft- nnr töte einen herrlichen Spaß und wollen sich noch einmal so recht beliebt machen - vielleicht, damit ,ch ihnen m lolaenden Frühling wieder Wohnung geben soll. Is? verlangen ab» auch Ausmerksamk-tt fturt^ten Dortrag. Sobald ich mich umw-nde, Welten und Oie „Krampfhenne". In seiner Rede zur Eröffnung des zwecken Kriegswinterhilfswerks kam der Führer auch auf die bekannten englischen Schwätzer zu sprechen und führte dabei u. a. aus: „Es gibt in unserer hochdeutschen Sprache für eine Erscheinung wie Duff Cooper kein passendes Wort. Da muß man schon zur Mundart greifen, und hier ist nur im Bayerischen ein Wort geprägt, das jo einen Mann charakterisiert: Krampfhenne." lieber das treffende Wort finden wir in den Münchener Neuesten Nachrichten die folgende aufschlußreiche Plauderei aus der Feder Willy Retts: Jedem echten Münchener und Altbayer ist der Ausbruck „Krampfhenna" geläufig. Er weiß genau, was er mit diesem kräftigen, kernbajuwarischen Wort, bessen sich schon unsere Väter und Urgroßvater bedienten, frisch von der Leber weg sagen will. Es ist die gründliche Abfuhr für einen unbeliebten ober nicht für ernst genommenen Menschen, der glaubt, durch krampfhafte, schwächliche und fast lächerlich wirkende, großsprecherische lügnerische Behauptungen dem andern etwas vormachen zu können. Es gibt keinen anderen Ausdruck, der im Sinne des Bayern das sagt, was man unter „Krampf- henne" versteht. Das norddeutsche „Verrücktes Huhn" ist von der,,,Krampfhenne" in seiner verächtlichen Wirkung weit entfernt. Der gute alte Schweller hat an seinem „Bayerischen Wörterbuch" Tausende von landläufigen Ausdrücken aufgeführt und zu erklären versucht. Die ,Krampfhenne" ist aber nicht darunter. In der großen Lexika steht über das Wort ,Krampf" geschrieben: „Kräfttge, anhaltende Zusammenziehung von Muskeln, schmerzhaft, z. B. Wadenkrampf, Magenkrampf." Und was das Wort ,Huhn", das der Münchner in friedlichen Zeit am liebsten als „Brathendl" lieft und sieht, für die deutsche Volksernäh- rung bedeutet, weiß jeder. Bezieht man das Wort „Krampfhenne" direkt auf das Federvieh, so ist damit ein Huhn gemeint, das bei drohender Gefahr, auch nach dem Eierlegen, oder in irgendeiner Aufregung dumm und krampfhaft gackert, ziellos hm und her reimt Es kennt sich einfach nicht mehr aus. Auf verschiedene Anftagen über die Einberufung der Mädchen zum weiblichen Arbeitsdienst wird im „Reichsarbeitsblatt" mitgeteilt: Während bisher gewisse, dem aufgerufenen Jahrgang angehörende Dienstpflichtige von der Meldung befreit waren, z. B. Vollberufstätige unter bestimmten Voraussetzungen, mithelfeiÄe Familienangehörige usw., werden nach den neuen Bestimmungen alle Angehörigen des aufgerufenen Jahrgangs erfaßt. Sie können aber im Einzelfall für die Dauer des Krieges zurückgestellt werden, und zwar a) Vollberufstätige in der Landwirtschaft, soweit nicht im Einzelfall das Arbeitsamt der Heranziehung zum Reichsarbeitsdienst zustimmt, b) Kinder von Bauern, Landwirten und Landarbeitern, die als mithelfende Familienangehörige in der Landwirtschaft dringend benötigt werden, c) Vollberufstätige, die bei Arbeiten von besonderer kriegswichtiger Bedeutung eingesetzt sind oder eingesetzt werden müssen und d) Hausgehilfinnen, die bei F a- mitten mit vier u nd mehr Kindern tätig sind, werden in jedem Falle zurück gestellt, Hausgehilfinnen in Familien mit drei Kindern, wenn die Haushaltung ohne Hilfe nicht geführt werden kann, und in Familien mit einem noch nicht schulpflichtigen Die kdA.-kindergymnasiik (4037D Kind oder mit zwei schulpflichtigen Kindern, wenn beginnt wieder am Freitag, dem 13. September, von nachweislich eine andere Hilfskraft nicht zu er- 16 bis 17 Uhr in der Schillerschule, Schillerstraße. langen ist. Endlich werden zuruckgestellt diejenigen das Unglück bald geschehen. Auch die Klingel und der Minutenlichtschalter sind unwiderstehliche Anziehungspunkte für junges Draufgängertum. Ebenso muß die Teppichstange oft genug für die waghalsigen Turnübungen einer ganzen Riege künftiger Olympiaathleten herhalten; kein Wunder, wenn sie beim nächsten Hausputz nicht in Ordnung ist. Besonders verwegene Buben zieht es beim Spiel sogar auf die Dächer von Waschhäusern ober Nebenschuppen. Durchgetretene Dachpappe, daraus folgende Wasserschäden, Schadensersatzansprüche klären die Eltern leider oft zu spät darüber auf? welche Erziehungslücken bei ihren Sprößlingen klaffen. Das Herumklettern auf Gartenzäunen und Pforten gehört übrigens auch hierher. Mancher Junge und manches Mädel meinen, es fei so etwas wie Ehrensache, niemals den richtigen Ausgang aus dem Grundstück zu benutzen. Sie mus- jen über den Zaun „gehen". Das mag allenfalls eine gesunde Leibesübung sein, keinesfalls verlängert es das Leben der Umzäunung. Die Mütter haben jetzt im Krieg den Kopf und die Hände voll von der täglichen Arbeit und können mit den Augen nicht überall fein. Berufliche Arbeit hält sie oft viele Stunden von der Wohnung fern. Das verführt unsere kleinen Rangen leicht zur Selbstherrlichkeit. Sie glauben, ihren Uebermut an allem erproben zu können. Für den Schaden muß dann zu allem Aerger die Mutter aufkommen. Da ist es besser, gleich Vorsorge zu treffen und die Kleinen frühzeitig in der Achtung vor allem fremden Eigentum zu erziehen. Wo kerne Im Hörsaal des Balneologischen Jnstttuts Bad- Nauheim der Landesuniversität Gießen hielten die Landesgeschäftsstellen Hessen und Hessen-Nassau des Reichsverbandes der Betriebs-, Land- und Jnnungskrankenkafsen eine Arbeitstagung ab, die angesichts der Wichtigkeit der Referate sehr zahlreich besucht war. Den ersten Vortrag hielt der Leiter der Landes- versicherungsanftalt Hessen, präfiöent Or. Neyl, Darmstadt, der über Erholungsfürsorge in der Jnvalidenver- icherung bei Mitgliedern der Krankenversicherung und ihre Bedeutung für den Arbeitseinsatz sprach. In seinen richtungweisenden Ausführungen betonte er die im Interesse des Volksganzen liegende Notwendigkeit der Erholungsfürsorge des deutschen Arbeiters. Die Weimarer Verfassung habe zwar ein Recht auf Arbeit proklamiert, allein dem nationalsozialistischen Staat war es vorbehalten, dieses Recht erstmalig zu verwirklichen. Dem Recht auf Arbeit sei aber infolge des zvm Austrag gekommenen Lebenskampfes des deufchen Volkes gegen das Weltjudentum schon seit geraumer-Zeit eine Pflicht ur Arbeit gegenübergetreten. Deshalb seien im Interesse der Landesverteidigung alle verfügbaren Arbeitskräfte in den Arbeitsprozeß des Volkes eingeschaltet. In diesem Zusammenhang betonte der Redner, daß nur gesunde Völker sich im Behauptungskampf um ihren Lebensraum durchsetzen könnten. Aus diesem Grunde müsse mit der alten libe- ralistischen Auffassung aufgeräumt werden, wonach die Gesundheit des einzelnen dessen Privatangelegenheit sei. Die Gesundheit des einzelnen sei vielmehr eine unabdingbare Verpflichtung jedes Volksgenossen gegenüber der Volksgemeinschaft. Um einen Beitrag zur Hebung der Volksgesundheit zu leisten, insbesondere zur Förderung der Arbeitseinsatzfähigkeit des deutschen Arbeiters zum Wohle des Volksganzen, habe sich der Redner als Leiter der Landesversicherungsanstalt Hessen dazu entschlossen, Gesundungskurzkuren einzuführen, die gerade den geschwächten Arbeitern zur Wiedererlangung ihrer vollen Spannkraft und Arbeitskraft zugute kommen sollen. Bisher seien zahlreiche Kuren dieser Art bewilligt worden, und der Erfolg sei ein erstaunlicher. Der Redner schloß seine Ausführungen mit einem Appell an die Teilnehmer der Ar- beitstagnng, als Leiter reichsgesetzlicher Kranken- noch die geringsten liebel sind. Es mag vielleicht auf den ersten Blick etwas übertrieben klingen, wenn ein Hausbesitzer in einem Brief darüber klagt, daß die Schäden, die alljährlich durch spielende Kinder am Hausbesitz entstehen, in die Millionen gehen. Aber überlegen wir nur einmal, was so eine unbändige Kinderschar, die ihren Spielplatz einen Nachmittag in oder vor das Haus verlegt, alles anrichten kann, wenn sie nicht durch Aufsicht oder richtige Erziehung in Schach gehalten wird. Da kommen die Freunde nach Tisch mit dem Fahrrad an, um auch dabei zu sein. Was erscheint den Kindem selbstverständlicher, als das Rad in den Hausflur zu stellen? Also 'rein damit, an die Wand gelehnt, oft zwei, drei Räder übereinander. Der Nächste, der die Haustür aufmacht, muß sich an den Rädern vorb eigne tschen oder er reißt sie um, Schrammen und Löcher in der Wand, Kratzer auf dem Fußboden, sind nicht selten die Folge. Die Kinder, die abends ihre Räder wieder holen, sehen in ihrer Arglosigkeit natürlich nichts davon, im Ernstfall „sind sie es nicht gewesen", sie haben doch „bloß eben mal" das Rad an die Wand gelehnt. Und wie gern klirren die Fensterscheiben, wenn zwei Knirpse ihr Äraftmeiertum aneinander messen! Einer versucht zuerst, den Stein so hoch zu werfen, wie Mutter wohnt, der andere macht's nach, krach, schon splittert es. Manche Jungen haben auch die „zackige" Angewohnheit, ihren Spielkameraden ihre Ankunft durch einen Steinchenvnirf ans Küchenfenster anzuzeigen. Aus dem Steinchen wird nur leider allzu leicht ein Stein, und dann ist Aus der Stadt Gießen. Spieltrieb an unangebrachter Stelle. Als wir klein waren, Vertreter jenes Kindesalters, das die Erwachsenen nicht ganz mit Unrecht die Flegeljahre nennen, begab sich eines Tages folgendes: Meine Schwester grub im Garten mutwillig einige Steine aus einem mit Kleinpflaster belegten Weg, um „Maurer zu spielen". Der Einfall begeisterte uns Geschwister, und bald entstand ein ansehnliches Loch in dem Pflasterweg, das wir zwar eifrig wieder „zumauerten", das aber natürlich uneben und unansehnlich blieb. Mein Vater entdeckte einige Tage später die Missetat und wurde furchtbar böse. Aber nicht genug, daß er meine Schwester strafte und uns alle für den Wiederholungsfall mit Strafen bedrohte, er kam immer wieder auf dieses, für uns Kinder geringfügig erscheinende „Verbrechen" zurück. Wenn wir mit ihm jpazieren- gingen, wies er oft auf eine schadhafte Stelle im Straßenpflaster und versäumte nie, zu meiner Schwester zu sagen: „Siehst du, Anna, das hat auch damit angefangen, daß einer mutwillig einen Stein herausgegraben hat, nun ist es schon so groß und wird immer großer werden!" Wie oft muß ich an meinen strengen Vater denken, wenn ich zuweilen Kinder beim Spielen beobachte. In aller Arglosigkeit richten sie geringfügig erscheinende Schäden an, die im einzelnen vielleicht nicht einmal gleich ins Auge fallen, die aber durch die Wiederholung und noch mehr durch ihre Vielzahl schwer auf dem Säckel der Allgemeinheit liegen. Mit dem viel bekämpften Bekritzeln und Bemalen der Wände im Hausflur oder im Hausein- aang fängt es an. Wie alt ist schon der Spruch, Den wir in der Schule auswendig lernen mußten, und der doch immer wieder in den Wind geschlagen wird: „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände." Ist es schon schlimm, wenn wir in unseren eigenen vier Wänden den Kindem diese Unsitte nicht energisch ab gewöhnen , so wird es unverantwortlich, wenn Treppenaufgänge und Hausflure oder sonstige, oft auch äußere Hauswände, durch solchen Mutwillen unachtsam erzogener Wildfänge verunreinigt werden. Mancher Hauswirt weiß ein Liedchen davon zu singen, wieviel Kosten und Mühe aufgewendet werden müssen, um den Hausfluren und Treppenaufgängen immer wieder das ansehnliche Aussehen zu verleihen, das die Bewohner verlangen. Das gilt nicht nur für den Wandanftrich, der vielfach vorzeitig wieder erneuert werden muß, auch die Treppen, das Geländer, der Fußboden zeugen oft von den Taten kleiner Draufgänger, wobei Schmutz, Schrammen und Verputzschäden oft kaffen das ihre auf dem Gebiete der Erholungsfürsorge zu tun, um eine günstige Beeinflussung der Volksgesundheit zum Vorteil der Einsatzfähigkeit zu erzielen. Dabei wurde betont, daß nicht jeder zu Maßnahmen der Erholungsfürsorge berufen sei, denn hierzu gehöre bei den einzelnen Sachbearbeitern eine innere Einstellung, die neben sachlichem Können als weitere Voraussetzung ein sozialistisches Herz erfordere. Er sprach den Wunsch aus, daß jeder Sachbearbeiter der Krankenversicherung ein solches sozialistisches Herz sein eigen nennen möge in voller Verantwortlichkeit für die Gesundheck und das Glück des deutschen Volkes. Weitere Borträge. Dann sprach Verwaltungsoberinspektor Weiß- mantel von der Landesversicherungsanstalt Hefen, Darmstadt, über die technische Seite der Durch- ührung der Erholungskuren der Krankenkassen un- er Berücksichtigung der Mitwirkung der Landes- oersicherungsanstalt als Trägerin der Gemeinschaftsaufgaben für den Betrieb von Erholungsheimen, sowie der vertrauensärztlichen Dienststellen der gleichen Behörde! Ferner sprach der Landesvertrauensarzt der Lan- desverficherungsanstalt Hessen, Dr. Schnabel, Darmstadt, über Gegenwartsfragen des vertrauens- ärztlichen Dienstes, insbesondere über wichtige Aufgaben, die der vertrauensärztliche Dienst hinsichtlich des Arbeitseinsatzes zu erfüllen habe. Er berichtete noch über die in neuester Zeit durchgeführte Neuorganisation des Vorladungsverfahrens und über die Einbeziehung der Ersatzkosten in den vertrauensärztlichen Dienst. In einem Vortrag gab der Oberarzt Dr. med. Linke von der Kuranstalt Bad-Nauheim inter- .effante Aufschlüsse über die Behandlung Herzkranker mit Bad-Nauheimer Kohlensäurebädern. In anerkennenden Worten sprach er dabei über die von der Landesversicherungsanstalt Hessen in Bad-Nauheim geschaffenen Einrichtungen auf dem Gebiete der Heilfürsorge, bei denen besonders die Röntgeneinrichtung der Kuranstalt die modernste in Bad- Nauheim sei. Nach Beendigung der Tagung fand eine Besichtigung der der Landesversicherungsanftalt Hessen gehörigen Heilstätten für Kreislaufkranke, nämlich des Kurheims Bad-Nauheim und der Kuranstalt statt. 3. Aus der engeren Heimat IDE I S.jf.-tfport int Endspiel den Titelverteidiger Leipziger Frauen- SC. besiegte. Ergebnisse. Faust- Zoppoter TD. raun- Dresden — He schichtsoereins Gelnhausen, Julius Frey, führte d e n anerke die Besucher dann durch das Heimatmuseum, das Frauen siel (Nachdruck verboten.) 20. Fortsetzung. K Die folgenden Tage sind für Hans Bergholz ein Wartens. Aeußerlich ist er an dem Zerwürfnis und ... falsch sein. all tet ne bi, pl< Kc Kc De bl, lid D de br un 6i ei üb W Kl Bi wi ve sei trii hi' toi de Et bo jet au Pf' 6t sei ist hü ge T- ge Wi ge br F° ur sie B un fid un da M ßo fo: mi M un Ich ba 1)» st Äl m W un WE Je mi mi .de ne eck G S, de er! sch dii Do ©1 Lo be: beeil in fei de: DO dü bl Dei he no S( Bl syl im br es li 6i bis 18, Blumenkohl, das Stück 10 Rpf. bis 1 RM., Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Emmach- Aurten 1% bis 4, Endivien 5 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Rpf. Als es endlich geschieht und sie ohne Begleitung erscheint, trommelt sein Herz einen Freudenwirbel. Er nimmt ihr den Mantel ab und sieht sie mit aufflammendem Entzücken an. Alles verweht und zer- flattert, was an Hader, Verdruß, Kampf und Verbitterung sein Leben zerfrißt. Nur die jubelnde Freude bleibt, die allein ihr Anblick ihm gewährt. Nachdem die letzte kleine Arbeit an ihren weißen Zähnen vollendet ist, reicht er ihr einen Handspiegel, damit sie sich das Werk besehe. Sie tut es eingehend, läßt dann big Hand mit dem .Spiegel in dm Schob Mehrkampf- unö Sommerspiel-Meisterschasten. Sie reicht ihm die Hand. „Schönen Dank, Herr Doktor! Kommen Sie doch wieder mal, wenn es Ihre Zeit erlaubt! Und nichts für ungut, daß ich Sie mit meinen Aengften behelligte. Auf Wiedersehen!" Er küßt ihre Hand. Seine glückhafte Erschütterung ist so groß, daß er alle Dinge wie durch einen Nebel erblickt — und durch diesen Nebel sieht er seine Frau von der Treppe her auf sich zukommen. Sie und Dietmuthe Röhl gehen aneinander vorbei. Er tritt einen Schritt zurück. Erna drückt die Tür hinter sich zu, starrt ihn mit ihren runden braunen Augen ins Gesicht und stößt hervor: „Das war sie ja! ... Diese ... diese aufgetakelte, geschminkte Person! ... Die ist ja zehn — nein, fünfzehn Jahre älter als ich! ... Und mit der betrügst du mich?" „Fängst du schon wieder mit dem Blödsinn an? Laß mich gefälligst in Ruhe damit? Ich habe keine Zeit." Wütend schlägt er ihr die Tür des Operationszimmers vor der Nase zu. Im Wartezimmer harrt nur noch ein einziger Patient der Behandlung. Sie nimmt nur kurze Zeit in Anspruch. Die Arbeitspause ist Bergholz willkommen. Ihm wirbelt der Kopf und das Herz. Aber er kommt nicht dazu, sich zu sammeln, denn das Hausmädchen erscheint mit verstörtem Gesicht. „Bitte, Herr Do»tor, kommen Sie schnell. Ihre Frau hat einen Krampfanfall!" Er guckt sie verständnislos an. „Was hat sie?" Röte schießt ihm in die Stirn, und er stampft wütend mit dem Fuß auf. Doch schnell mäßigt er sich, holt Baldriantropfen aus dem Arzneischrank und folgt der Lina, hört schon im Korridor Ernas lautes, aufgeregtes Weinen. Im Pelzmantel, wie sie hereingekommen ist, hat sie sich auf den Diwan geworfen, ihr Hut ist auf den Teppich gerollt. Ex erkennt einen Zustand hoch- furt — Leipzig 3:2 (1:2). Männer, Zwölfkampf: 1. Willy Stadel (Konstanz) 219,5; 2. Lt. Günther Ruising (Kriegs- marine) 213; 3. Franz Beckert (Neustadt) 210 Frauen, Achtkampf: 1. Irma Dumbsty (Nürnberg) 158,5; 2. Grete Sievers (Kiel) 152,2; ‘ Bertha Rupp (Berlin) 149. no pa be H tu to: Zustand ungeduldigen „ z . zerstreut und gleichgültig. Ein einziges Gefühl beherrscht ihn und zehrt ihn aus. Alles andere ist belanglos und unangenehm hindernd. Dietmuthe Röhl muß zur Schlußbehandlung kommen. S» v G 5 9)1 $ f L' m oo ja £ Da tut sie ihm bitter leid. Blindlings verrannt hat sie sich mit ihren dumpfen, zornigen Instinkten. Sie reißt damit die Kluft zwischen ihnen immer weiter auf und hetzt ihn auf gefährliche Wege. Ihr leises, ersticktes Schluchzen erschüttert ihn viel mehr als der wilde Ausbruch des Nachmittags. Er nennt sich schlecht, grausam, ehrvergessen. Ihr allein die Schuld " ' ' beimessen, heißt ungerecht SC. — Eimsbütteler TDd. 4:3 (2:2, 1:0) n. D., Schweinfurt — Eimsbüttel 6:5 (3:3, 1:3) n. D., Leipzig — Linden 5:3 (2:1). Um den dritten Platz: Eimsbüttel — Linden 5:2 (4:2), Endspiel: Schwein- ** Polizeistunde um 24 Uhr. Für den Polizeidirektionsbezirk Gießen, einschließlich der Städte Bad-Nauheim und Friedberg, hat der kommissarische Polizeidirektor die Polizeistunde nut sofortiger Wirkung auf 24 Uhr festgesetzt. ** Befreiungen von der Krankenver- sicherungspflicht. Nach einem Entscheid des Reichsarbeitsministers enden die Befreiungen der in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Pen- sions- und Ruhegeldempfänger von der Krankenversicherungspflicht spätestens mit dem 31. Oktober Fenster steigen. Oder warten Sie noch ein paar Minuten, ich werde versuchen, vom Wohnzimmer über den Balkon hinüberzuklettern und die Scheibe einzudrücken." Er hat es kalt und entschlossen gesagt. Da schnappt der Riegel zurück. Verheult, kläglich anzusehen, kommt Erna wieder zum Vorschein. Bergholz steht am Fenster. Er blickt in den Hof hinunter, in dem ein paar dürftige, jetzt kahle Sträucher einen Garten andeuten. Er ist erschöpft, ausgepumpt, in seinen Schläfen sticht es. In unklaren, matten Bildern taumeln Vorstellungen durch sein Hirn. Er sieht sich wieder bei Käte Weber sitzen und ihr von seinen Lebensnöten berichten. Jetzt flüstert wieder verstörtes, schmerzliches Empfinden zu ihr. „Ach, Käte", seufzt- er, lehnt den erhobenen Arm gegen den Fensterrahmen und preßt die Stirn dagegen. „Es ist ... Es geht nicht mehr. Ich ersticke! ... Oder werde verrückt ..." In der Nacht erwacht er und hört Erna weinen. Zu einem großen Erfolg gestatteten sich die letzten Kriegsmeisterschasten des NSRL., die vom Fachamt Turnen in Chemnitz am Samstag und Sonntag ausgetragenen Meisterschaften im Mehrkampf und in den Sommerspielen. Im Deutschen Zwölfkampf der Männer holte sich Willy Stadel (Konstanz), der schon 1937 Meister war, den Titel erneut, bei den Frauen wurde Irma D u m b s k y (Nürnberg) Meisterin im Deutschen Achtkampf. Bei den Sommerspielen war im ball der Männer der Titelverteidiger MTV. Braun schweig auch in diesem Jahre erfolgreich, während bei den Frauen der Zoppoter Tv. diesmal die Ueberlegen- heit der TV. N e u - und An to nstud t-D re s° den anerkennen mußte. Der Sieg im Korbball der l an die T gd. 48 Schweinfurt, die gradiger Erregung. Ihr Körper wird wie vom Krampf geschüttelt. Es wird noch ärger, als er zu ihr tritt und beruhigend auf sie einredet. Das laute, heftige Schluchzen wird zum gellenden Schreien. Sie strampelt mit den Beinen dabei, und die spitzen Absätze ihrer Schuhe zerschlitzen das Seidenfutter des Mantels. Mit Hilfe des Mädchens zieht Bergholz ihr den Mantel aus. Als die Heftigkeit des Anfalls nachläßt, versucht er, sie zum Trinken des Beruhigungs- mutels zu bewegen. Sie schlägt gegen das Glas, das er in der Hand hält, dabei schwappt ihr das kalte Wasser ins Gesicht und in den Kleidausschnitt. Da springt sie auf, zertritt den Hut, der ihr unter die Füße gerät, und an den durchnäßten Kleidungsstücken zerrend, schreit sie ihrem Mann Beschuldigungen und Verwünschungen ins Gesicht. Das Mädchen steht dabei, ist ganz blaß geworden und blickt ängstlich von einem zum andern. Bergholz schämt sich vor der Hausangestellten und geht aus dem Zimmer. Er ist aber kaum in seinem Arbeitsraum, da kommt das Mädchen ihm nachgelaufen. „Herr Doktor, um Gottes willen, kommen Sie! Sie hat sich ein Messer aus der Küche geholt und im Schlafzimmer eingeriegelt! Sie will sich die Pulsadern aufschneiden!" „Verfluchtes Theater!" knirscht er in sich hinein, folgt aber doch dem zitternden Mädchen. Er rüttelt an der Schlafzimmertür, drückt den Kopf lauschend an das Holz. Drinnen bleibt es still. Lina, die neben ihm sieht, flüstert: „Vielleicht ist die Tür.. zum Badezimmer offen?" Sie eilt dorthin, Bergholz hört sie vergebens rütteln und klopfen. Ihm bricht der Schweiß aus, und er hämmert erneut mit den Fäusten gegen das Holz. „Erna, wenn du nicht sofort öffnest, breche ich die Tür auf!" ruft er laut. Drinnen rührt sich nichts. Er lauscht angestrengt und meint nach einer Weile ein^ dünnes, klägliches Wimmern zu vernehmen. Sein Herz klopft hart. Eisig riefelt es ihm vom Nacken abwärts, obwohl ihm der Schädel dröhnt. Wenn sie drinnen blutend liegt? ... Sterbend vielleicht? ... „Herr Doktor, soll ich Frau Gehrke anrufen?" fragt das Mädchen, das wieder zu ihm tritt. „Nein, nein!" Das fehlt ihm gerade noch. Er : trommelt noch einmal mit den Knöcheln gegen die : Tür. „Also, da ist nichts zu machen. Rufen Sie die - Feuerwehr gnt Lings. Mgn wird vom Hof aus durchs sinken, und so zurückgelehnt, ihn mit einem lockend- spöttischen Blick ansehend, fragt sie leise: „Sind Sie sehr verliebt in mich?" Da beugt er sich mit einer raschen Bewegung über sie und küßt sie. Mit einem Unmutslaut drängt sie ihn von sich und steht vom Stuhl auf. „Sind Sie verrückt?" „Ich weiß es nicht!" In feinen Augen ist ein trunkenes Lachen. „Sie sind sehr keck und mißbrauchen Ihre Befugnis, Herr Doktor!" „Und Sie Ihre Macht, gnädige Frau!" Ihre ärgerlich gekrauste Stirn glättet sich. „Natürlich find Sie im Recht; ich habe das herausgefordert. Außerdem bin ich zu aufrichtig, um über etwas entrüstet zu tun, was keine Frau ernstlich übelnimmt Bitte, meinen Mantel! Ihre Rechnung schicken Sie, Herr Doktor!" Er nimmt den Pelz, feine Hand streichelt das seidige Fell, und er atmet genießerisch den ihm anhaftenden Dust, sieht zu, wie sie sich vor dem Spiegel das Hütchen aufsetzt, und sagt versonnen, wie aus einem seltsamen, selig-wirren Traum' heraus: „Wie Sie auch mit mir verfahren — Sie können mich nicht mehr kränken, liebste, gnädige Frau!" Sie wendet ihm halb das Gesicht zu, und ihre sprühenden, stahlblauen Augen spielen über ihn hin. „Ich glaube, das werde ich doch können, aber ...ich will es gar nicht! Sie find eigentlich ein lieber Mensch und haben so etwas Frisches und Echtes! Sie sind gar nicht blasiert! Ich kann die Blasierten nicht ausstehen! Wenn Sie wollen, bleiben wir Freunde. " Ihm ist taumelig, und er trinkt ihren Anblick in sich hinein, wie einer, der fein Leben lang gedürstet hat. „Ich sage: Freunde?" wiederholt sie langsam und mit Nachdruck. Er beugt sich über ihre Hand. „Ich werde Ihnen ergeben bleiben, was auch geschieht!" „Wann lassen Sie sich wieder bei mir sehen?" fragt sie im Hinausgehen und entzieht ihre Finger der schmeichelnden Berührung seiner Lippen. „Wenn Herr Heidenreich nicht bei Ihnen ist." „Ei, sieh mal einer! ... Was haben Sie gegen ihn? Wenn Sie anmaßend sind, wird es nichts mit der Freundschaft!" .(Fortsetzung folgt,) Faustball der Männer: MTV. Braunschweig — ATV. 45 Leipzig 42:24 (21:11), DSV. 88 Zehlendorf — Tgd. 48 Schweinfurt 37:35 (20:15), Braunschweig — Schweinfurt 57:27 (31:12), Leipzig — Zehlendorf 30:26 (14:10). Um den dritten Platz: Zchlendorf — Schweinfurt 31:30 (14:13); Endspiel: Braunschweig — Leipzig 36:22 (17:13). Faustballder Frauen: TV. Neu- und An- tonstadt Dresden —TV. 46 Nürnberg 43:28 (21:16), ™. — TV. Hemelingen 43:23 (23:13), ........ Hemelingen 49:21 (22:12), Zoppot gegen Nürnberg 43:30 (21:15). Um den dritten Platz: Hemelingen — Nürnberg 33:25 (12:15). Endspiel: Dresden — Zoppot 33:20 (14:9). Korbball (Frauen): Tgd. 48 Schweinfurt gegen TSV. 74 Linden 2:1 (0:0), Leipziger Frauen- Große Fortschritte der Farbenphotographie. Vor einem großen Kreis geladener Gäste sprach auf Einladung einer örtlichen militärischen Dienststelle am gestrigen Mittwochabend im Saale der Zeughaus-Kaserne der Mitarbeiter der Auslands- Abteilung der Leitz-Werke (Wetzlar), Walter Benfe r, über die neuesten Fortschritte auf dem Gebiete der Farbenphotographie. Der Leiter der Dienststelle, Major Schreiber, begrüßte die zahlreichen Gaste. Dann zeigte der Vortragende nach einigen Erläuterungen über die Entwicklung des Photo graphierens bis zu den neuesten Apparaten bei den Lichtbild- Vorführungen zunächst einige Schwarzweißbilder als Ausgangspunkt für die nachfolgende große Reihe von Farbenphotographien. Bei dieser lieber« sicht konnte man wunderbare Farbphotos aus zahlreichen- Ländern Europas, von Skandinavien bis hinunter zum Balkan, ferner von den Inseln des Mittelmeers und aus Nord-Afrika sehen. Dazu erläuterte der Vortragende die grundlegenden Ge- sichtspunkte für die gute Farbenphotographie mit Hilfe des seit etwa zwei Jahren vorhandenen Farbfilms und die vielseitige Aufnahmetechnik der einzelnen Bilder in aufschlußreicher Weise. In diesem Zusammenhänge teilte er auch mit, daß es nicht mehr lange dauern wird, bis dem Farbfilm die Farbfilmkopie folgen wird, mit der man dann nach Belieben Bildabzüge machen kann. Den Landschafts-, Städte- und Dolkstumsbildern folgte eine Reihe farbiger Bilder von dem deutschen Vormarfch im Westen in den verstossenen Sommerwochen, zu deren Vorführung Major Schreiber interessante Erläuterungen gab. Die langen und vielseitigen Bildreihen sowie die aufschlußreichen erläuternden Darlegungen waren überzeugende Beweise für die großen Fortschritte, die seit etwa zwei Jahren auf dem Gebiete der Farbenphotographie gemacht wurden. Dankbarer Beifall bekundete dem Vortragenden und den Veranstaltern die Befriedigung der Gäste über den schönen Abend, Besuch in der Heimatstadt. Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München Kundgebung der Partei in Schotten. > Schotten, 10. Sept. In der vollbesetzten Turnhalle fand die 6. K r i e g s k u n d g e b u n g der Ortsgruppe der NSDAP, statt. Als Redner des Abends sprach in etwa eineinhalbstun- diaen fesselnden Ausführungen Gauamtsleiter Holländer aus Frankfurt a. M. über die gegenwärtige polittfche Lage und insbesondere über das verbrecherische Treiben der englischen Plutokraten. Die Darlegungen des Redners wurden von der großen Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Bürgermeister-Tagung in Büdingen. (D Büdingen, 10.Sept. Unter Leitung von Bürgermeister Diemer (Büdingen) fand hier eine Tagung der Bürgermeister des Krei° es Büdingen statt, an der Kreisleiter Gör- n er, Landrat Dr. Braun und Regierungsrat Dr. Sommer vom Landratsamt teilnahmen. Landrat Dr. Braun erläuterte das neue Jugendgesetz und ermahnte die Bürgermeister zur tatkräftigen Mitwirkung bei der. Erziehung unserer Jugend (Einhaltung der Feierabendstunde, Wirtshausverbot, Ueberwachung der Kinos usw.). Regierungsrat Dr. Sommer sprach über Luftschutzmaßnahmen und besonders über die Derdunkelungspsticht. Kreis- leiter (Börner behandelte eine Reihe wichtiger Gegenwartsaufgaben der Bürgermeister. Schließlich sprach noch Gauamtsleiter Holländer (Frankfurt a. M.) über die Stellung der Bürgermeister im nationalsozialistischen Staat und über die gegenwärtige politische Lage. Mit einem Schlußwort des Kreisleiters fand die Tagung ihren üblichen Abschluß. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 11. September. Obergefreiter Karl Fortbach und (Befreiter Hans Hauska von hier wurden für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 11. Klaffe ausgezeichnet. — Versandleiter Heinrich Pflüger, der hiesige Ortsgruppenleiter, konnte dieser Tage auf eine 25- jährige Tätigkeit in den Didier-Werken zurück- blicken. In einer würdigen Feierstunde wurden dem Jubilar von dem Betriebsführer und den Arbeitskameraden herzliche Glückwünsche ausHspro- chen und eine verdiente Ehrung bereitet. Die Kreis- * Gießen, 12. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, kg 4,8, 5 kg 48, Wirsing, % kg 7 bis 8, Weißkraut 5 Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Ruben 8, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 18 bis 20, (gelb) 20, Unterkohlrabi 7, Erbsen 30, Tomaten 16 bis 18, Zwiebeln 12, Rhabarber 10, Kürbis 7, Pilze 45 Rpf., Feldsalat 1 RM., Frühäpfel 20 bis 25 Rpf., Falläpfel 4 bis 8, Birnen 20 bis 30, Pfirsiche 45, Brombeeren 55, Zwetschen 1511940. Die in Gießen wohnenden „Gelnhäuser und Km- zigtaler" besuchten dieser Tage auf einer Gemeinschaftsfahrt mit einem Reiseauto ihre engere Heimat, vor allem die Heimatstadt Gelnhausen. Die Fahrt ging über Büdingen, das unter Führung von Architekt Fischer besichtigt wurde. Auf der Wei- tersahrt erfreute der Blick auf die Ronneburg und die herrliche Landschaft. In Gelnhausen wurde im „Weißen Ochsen", dem Geburtshaus des Gefchichts- und Regimentsschreibers Grimmelshausen, der die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges schrieb, Einkehr gehalten. Hier begrüßte Landsmann Karl Walther in humorvoller Weise die Fahrtteilnehmer und Gäste. Das Vorstandsmitglied des Geer eingehend schilderte. Ferner wurden die zu Barbarossas Zeiten erbaute Marienkirche und die Bar- barosfa-Burg, sowie die alten Stadtteile besichtigt. Nach kurzem geselligen Beisammensein mit Gelnhäuser Freunden wurde die Heimfahrt nach Gießen angetreten. Gießener Wochenmarktpreise. leitung, die Politischen Leiter unserer Ortsgruppe und die Deutsche Arbeitsfront hatten dem Jubilar gleichfalls herzliche Glückwünsche übermittelt — Unser Mitbürger Konräd Günther und Frau Elisabeth begingen das Fest der silbernen Hochzeit. — Eine Tomate im Gewicht von v00 Gramm konnte ein hiesiger Einwohner in seinem Garten ernten. Neben diesem Tomaten-Riesen konnte er auch noch weitere außergewöhnlich große Früchte dieser Art heimbringen. — Auf dem großen Geländestück mit Flachs, das von der hiesigen Ortsbauernschaft bestellt worden war, wurde dieser Tage die Flachsernte in Gemeinschaftsarbeit der Frauenschaft und der Jugend sowie zahlreicher weiterer Hilfskräfte durchgeführt. Es konnte eine erfreulich große Menge Flachs geerntet werden. + Laubach, 9. Sept. Auch in diesem Sommer wurde an der hiesigen Volksschule der Schwimmunterricht durchgeführt, wenn auch unter vielen Schwierigkeiten und nur in beschränktem Umfange. Infolge Abbaus einer Lehrerstelle und der damit erfolgten Zusammenlegung von Jahrgängen nahm auch das 4. Schuljahr an den Hebungen teil. Im ganzen beteiligten sich 91 Schüler; davon können jetzt 46 schwimmen. Von diesen sind 30 Freischwimmer und unter letzteren 13 Fahrtenschwimmer. Infolge des kühlen Wetters nach den Ferien konnte der Schwimmunterricht im August nicht wieder ausgenommen werden. Lediglich eine kleine Schwimmprobe wurde noch abgenommen, jedoch nicht über Fahrtenschwimmen, wozu sich noch einige Schüler gemeldet hatten. Die angegebenen Zahlen zeigen also im wesentlichen den Leistungsstand Ende Juli an. kreis Bübingen. △ Schotte n, 10. Sept. In unserer Gegend haben die O b stb ä ume , wie sich jetzt immer mehr zeigt, die Unbilden des vorigen Winters verhältnismäßig gut überstanden. Besonders die Aepfel- und Zwetschenbäume weisen sehr guten Behang auf, während die Ernte von den Birnbäumen nicht ganz Iso reichlich ausfällt. Die Landesbauernschaft hat angeordnet, daß das Obst nicht vor dem 30. September geerntet werden darf, um die Früchte richtig ausreifen zu lassen. Die Zwetschen- ernte fällt besonders reichlich aus. Mädel, die sich in ordnungsmäßiger Berufsausbildung oder auf öffentlicher Schule befinden. Kommerzienrat Klingspor 70 Jahre alt. Am heutigen 12. September kann der Zigarrenfabrikant Kommerzienrat Adolf K l i n g s p o r seinen 70. Geburtstag begehen. Kommerzienrat Kling- spor ist geborener Gießener, der im Jahre 1888 in das väterliche Geschäft eintrat, an dessen <5piße er viele Jahre lang tätig war. Neben seinem geschäftlichen Wirken trat er während einer langen Reihe von Jahren auch im öffentlichen Leben hervor. Für fein Wirken im Rahmen der Wirtschaft wurde er im November 1911 zum Kommerzienrat ernannt Der Gießener Handelskammer gehörte er fett 1905 über einen Zeitraum von vielen Jahren an. Von 1919 bis 1921 war er Mitglied der damaligen verfassunggebenden Volkskammer Hessens, des spateren Landtags. Weiterhin wirkte er als Handelsrichter beim Amtsgericht Gießen und als Mitglied des Finanzgerichts Darmstadt. Don 1919 bis 1931 gehörte er als ehrenamtlicher Beigeordneter der Gießener Stadtverwaltung an. Die Gießener Hochschulgesellschaft, deren Mitbegründer er war, genoß ebenfalls seine Mitarbeit. Im Verlaufe seines geschäftlichen Wirkens hat der Jubilar sich durch eine Reihe von Stiftungen und namhaften Spenden für die Förderung gemeinnütziger Zwecke aufgeschlossen gezeigt, wie er auch den sozialen Wohlfahrts desttebungen sein tatbereites Interesse bekundete. Mancherlei Schicksalsschläge sind Adolf Klmg- svor nicht erspart geblieben, sein allezeit starker Schaffenswille hat ihn aber auch diese Klippen des Lebens überwinden helfen. Sommerkampfspiele Klein-Linden - Heuchelheim. ^ußschlagball: Kleiu-Linben — Heuchelheim 89:22 (64:0). Auf dem Sportplatz in Heuchelheim trugen beide Schulkampfmannschaften ihr fälliges Fußschlagball- spiel aus. Klein-Linden hatte Platzwahl und ging in den Tretraum. Heuchelheim war vorzüglich im Fangen, konnte aber keine Treffer für sich verbuchen, so daß Klein-Linden in der ersten Halbzeit 64 gültige Läufe erzielen konnte. In der zweiten Halbzeit kam Heuchelheim in den Tretraum, wurde aber schon nach 14 gültigen Läufen abgeworfen und mußte ins Feld zurück. Noch einmal glückte Heuchelheim ein Abwurf, aber nach weiteren 8 Läufen gewann Klein-Linden den Tretraum, den es bis zum Endpf ist nicht mehr verließ und mit 89:22 Punkten Sieger wurde. Handball: Klein-Linden (Schüler) — Heuchelheim (Schüler) 3:1 (0:1). Zum Handballspiel stellte die Schule von Heuchelheim eine flinke Mannschaft mit gutem Zuspiel ins Feld. Ihre Stürmer stellten sich zuviel ins Abseits, o daß die besten Aussichten ohne Torerfolg blieben. Nur ein einziges Tor der Schule Heuchelheims war der Erfolg der einsatzbereiten Schüler. In der Pause stellte Heuchelheim zu seinem Nachteil um; jeder Spieler drängte sich zum Stürmen vor. Klein-Lin- den kämpfte um den Ausgleich, errang ihn schließ- lich auch, blieb weiter im Angriff und konnte das anfangs verlorene Spiel 3:1 gewinnen. Ein viertes Tor für Klein-Linden wurde vom Schiedsrichter wegen Abseitsstellung des Rechtsaußen nicht ge* ■ geben. ,$(£.$eufoniox' Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg ohne Gegner. Zu dem für vorigen Sonntag angesetzten Spiel der 1. Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg gegen die 1. Mannschaft vom Spv. Rod- heim war Rodheim aus unbekannten Gründen nicht angetreten. In einem schnellen und fairen Spiel standen sich die Jugendmannschaft von Watzenborn-Steinberg und Alten-Buseck im Gesellschaftsspiel gegenüber. In der ersten Halbzett spielte die Platzmannschaft eine 3:0-Führung heraus. In der zweiten Spiel- Hälfte war das Spiel offen, und jeder Partei gelang ein Trester, fo daß Watzenborn-Steinberg mit 4:1 siegte. * Naunheim 1. 3gb. — vaubringen 1.3gb. 0:5 (0:1). Am vorigen Sonntag weilte die 1. Jugend von Saubringen zu einem Freundschaftsspiel in Naunheim. Beide Mannschaften zeigten ein technisch schö- nes Spiel, das Saubringen in dieser Höhe verdient gewann. In der ersten Halbzeit war der Kampf ziemlich ausgeglichen. In der zweiten Hälfte beherrschten jedoch die Gäste das Spiel, und sie konnten als sichere Sieger den Platz verlassen. Sas Spiel wurde sehr fair durch geführt. Kreitz schlägt Heuser. In der Berliner Deutschlands) alle stieg am Sonntag der Kampf um die deutsche Meisterschaft im Boxen der Halbschwergewichtsklasse. Ser junge Aachener Jean Kreitz schlug als Herausforderer den um zehn Jahre älteren Meister Adolf Heuser in der achten Runde entscheidend und sicherte sich damit den Titel. Schon von der fünften Runde an hatte Kreitz Vorteile, und in der sechsten war Heuser -zum erstenmal kurz am Boden. In der achten Runde kam bann bas Ende. Kurze Sportnotizen. ' • Einen neuen Schwimm-Weltrekord , stellte die Sänin Ragnhild Hveger in Svendborg auf. t lieber 400-Meter-Kraul verbesserte sie ihre eigene : Bestleistung um 6/io Sekunden auf 5:05,5 Minuten. In Budapest standen sich am Sonntag die Boxmannschaften von Ungarn und Deutschland t im 11. Länderkämpf gegenüber. Das Treffen nahm ;‘mit 8:8 Punkten einen unentschiedenen Verlauf.