Montag,ir.August MO t90. Jahrgang HM89 Gietzener Anzeiger vrühlsche Unioerfttatsbruderei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen * 6ie6en^S*uIftra6eZ-9 Annahme von Ameisen für die Mittagsnummer bis 8'/,Ubr desBormittags Anseigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25n/o mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift-„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M. Oer deutsche Sieg in der Lustschlacht über Portland. Oer Kriegshafen in Trümmern. — Anlagen und Oeltanks in Brand. - Zn Luftkämpfen über dem Kanal 89 britische Flugzeuge abgeschossen. Berlin, 11.Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: heute wurde der englische Kriegshafen p o r f- land von deutschen Kampfverbänden aus der Luft angegriffen. Durch wohlgezielte Bombenabwürfe wurden wichtige Hafenanlagen vernichtet und Oeltanks in Brand gefetzt. Die Instandsetzungswerkstätten der britischen S t a a t s w e r f t und die Tanklager waren ein besonders lohnendes Ziel für die deutschen Bomben. In den Kessel, und Maschinenhäusern wurden starke Explosionen erkannt. In den Tanklagern und qn dem Damm, der die einzige Verbindung vom Festland zu einer Halbinsel darstellt, auf der sich die Tanklager befinden, wurden grohe Feuers- b r ü n st e einwandfrei festgestellt. Unter der Wirkung der deutschen Stuka-Bomben sind die Kaimauern eingestürzt. Der Verlade-pier bei Lastle-Town zeigt gewaltige Sprengtrichter. Lin Teil der Ladeschuppen ist eingestürzl. Andere Schuppen brennen. Von den wenigen im Hafen liegenden Schiffen sind die meisten völlig vernichtet worden. Einige liegen mit Schlagseite im Wasser, andere brennen. Die Wirkung der Bombenangriffe wurde durch deutsche Aufklärer festgestellt, die die Funkmeldungen der Kampf- und Sturzkampf-Flugzeuge im vollen Umfange bestätigten. Von den Flak- Batterien, die die angreifenden deutschen Geschwader abzuwehren versuchten, wurden mehrere zum Schweigen gebracht. 3m Laufe des Angriffes kam es an verschiedenen Stellen im Kanal zu heftigen Luftkämpfen zwischen begleitenden deutschen 3agd- und Zerstörer- Flugzeugen und zahlenmähig überlegenen britischen 3agdformationen. Ls entwickelte sich über Portland und dem angrenzenden Seegebiet bis nach Dover eine Luftschlacht, in welcher 57 britische Flugzeuge abgeschofsen wurden. Lin 3agd- geschwader erzielte mit seinen !Nesserschmitt-3agd- flugzeugen allein 22 Abschüsse bei nur zwei eigenen Verlusten. Weitere Erfolge erzielten unsere Fliegerverbände bei einem Angriff auf einen Geleitzug ostwärts Harwich. Drei Handelsschiffe mit etwa 17 000 Tonnen wurden versenkt, ein Zerstörer und drei Handelsschiffe durch Volltreffer schwer beschädigt. Bei dieser Gelegenheit schossen unsere 3agd- und Zerstörerverbände 17 feindliche Flugzeuge ab. An anderer Stelle wurden weitere acht feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Bei Dover unternahmen unsere Jäger auherdem einen Angriff auf Sperrballone. Von 18 Sperrballonen wurden a ch l vernichtet, sieben britische Jagdflugzeuge dabei abgeschofsen. Die Gesamtverluste des Gegners am heutigen Tage betragen somit 8 9 Flugzeuge, denen 17 eigene Verluste gegenüberstehen. Während der Luftkämpfe wurde beobachtet, datz zahlreiche kleinere Schiffe sich von der englischen Küste aus bemühten, die Besatzungen der abgeschof- senen britischen Flugzeuge zu retten. Von deutscher Seite waren deutsche Seenotflugzeuge eingesetzt, die deutlich durch ihre Farbe und durch das Rote Kreuz gekennzeichnet sind, wie das Deutsche Nachrichtenbüro erfährt, wurden mehrere deutsche Seenotflugzeuge von zwei Bristol-Blen- Heim-Flugzeugen angegriffen. Lines der unbewaffneten deutschen Seenotflugzeuge wurde abgeschos- fen. Diese völkerrechtswidrige Handlungsweise der britischen Kampfflieger ist um so verabscheuungswürdiger, als die deutschen Seenotflugzeuge nicht nur deutsche, sondern auch englische Flieger zu retten suchten. ♦ Der grandiose deutsche Sieg in der großen Luftschlacht über dem Kanal im Raume zwischen Portland und Dover ist aus zweierlei Gründen von besonderer Bedeutung. Einmal erweist sich die Planmäßigkeit des deutschen Angriffs auf die in weitem Bogen von Nordost und Süd zernierte Jnselfestung England. Zum anderen hat die deutsche Luftwaffe der Welt erneut gezeigt, daß sie in der Pause nach Abschluß der großen Schlachten in Frankreich nicht geruht hat. Mit dem gleichen kühnen Schneid, mit dem auf den Schlachtfeldern Belgiens und Frankreichs deutsche Stuka- und Zerstörer-Verbände nicht nur die horste der feindlichen Luftwaffe zerschmettert und die feindliche Rüstungsindustrie vernichtet, sondern auch im Erdkampf den Truppen des Heeres den Weg durch schwerste Befestigungsanlagen freigemacht haben, mit dem gleichen ungebrochenen Angriffsgeist stürzen sich nun unsere Stuka-Geschwader in ununterbrochen folgenden Wellen auf einen der wichtigsten und exponiertesten britischen Kriegshäfen der Kanalküste, während Jäger- und Zerstörer- Staffeln hoch über den Stukas den Luftraum sicherten. Portland, ein Name, der durch den hier gebrochenen Kalkstein in der ganzen Welt berühmt ist, liegt dem bretonischen Kriegshafen Cherbourg schräg gegenüber auf einer Nehrung, die sich 15 Kilometer lang in den Kanal hineinzieht, sie endet südlich in dem Vorgebirge Bill of Portland, welches zwei Leuchttürme trägt. Die Reede zwischen der Halbinsel und der Hafenstadt Weymouth ist einer der größten künstlichen Häsen der Welt. Portland ist ein stark befestigter Kriegshafen, der seiner schon geschilderten Lage nach für die Verteidigung der britischen Insel von allergrößter Bedeutung war. Unter den ernichtenden Schlägen der deutschen Stuka-Geschwader sind nun nach den einwandfreien Feststellungen unserer Aufklärer die großen Hafenanlagen mit Piers, Kais, Speichern und Oeltanks in Trümmer gelegt worden. Nicht besser erging es den wenigen Schiffen, die es noch gewagt hatten, hier zu ankern, denn die fortgesetzten Angriffe deutscher Flugzeuge und Schnellboote haben es der Mehrzahl der britischen Schiffe schon lange geraten erscheinen lassen, sicherere Zufluchtsstätten an der Westküste der Insel aufzusuchen. Von besonderer Bedeutung ist die Zerstörung der wichtigen Reparaturwerkstätten Portlands, denn bei den außerordentlichen Schäden, die die deutsche Luftwaffe den in Geleitzügen über den Atlantik herankommenden britischen Handelsschiffen Tag für Tag zufügt, ist es für die Versorgung Englands mit den notigsten Nahrungsmitteln und Rohstoffen nicht unwesentlich, daß die Möglichkeiten zu schneller Ueberholung beschädigter Schiffe wiederum beträchtlich verringert sind. Die Luftschlacht, die sich im Anschluß an den Stukaangriff auf Portland über dem Kanal abgespielt hat, hat die großsprecherischen Phrasen Churchills und seiner Kollegen eindeutig Lügen gestraft. Die deutsche Luftwaffe hat erneut bewiesen, wer in Wahrheit die Überlegenheit in der Luft besitzt. Nicht nur haben sich die deutschen Maschinen hinsichtlich des Materials und der Konstruktion wiederum als die befferen erwiesen, sondern auch Führung und Truppe aller Verbände der deutschen Luftwaffe haben in glänzendem Zusammenwirken erneut gezeigt, welch unwiderstehliche Kraft in ihnen wohnt und zu welchen Taten sie fähig sind, sobald der Führer den Augenblick für ihren Einsatz für gekommen erachtet hält. So ist der deutsche Sieg in der Luftschlacht über dem Kanal, der bisher größten dieses Krieges, iir der Deutsche und Briten die Waffen treusten, erneut Unterpfand für den Glauben an den deutschen"' Endsieg. Dr. Fr. W. L. rlmsby" * or.Tdrmcuui. \ Lowestoft — [KirKley---- hington :elixto>ve-------- [Oxford ftmbroke ieern&. . Ejsom Aldershot lonbridqe [)0^r_______kircheö» ^akley. —<--Bruton ? widerst ^Omtable yeovil. Southampton Exeter. lourg JERSEY 'ßouloqne pferch »Dorchester Wytm« Bfidlinqtßn . Bearley _ Plymouth N A0MD\ BBISJOI totS/ ÜindsorX Carnet Grananl •i>Bua=sn IRLAND -- \ \ WitNow. ■ ———————ö- HEHNESEY-aZZZ Carmarthen ------StJust 1 ~~~ r / ZgSciHy 10. ^rtsrnoüf/r^' 'Newport , ,r- ^TCaernarvon ,.)Lfave* .Audley Nottmghm Oerby*^1' ^^^Barmorth 2^ Stamford ^^'Lvnn ^orw'C^y^^ JShre*. BIRMINGHAM l Ohs I /w Cambridge Judfinghatn •Hitchin'- ■ "(HaÄ , ' „ „ TT _ -----— Laritätter IRISCHE — -------------------Blackburn ‘Huddenh ———r Leyla nd LIVEßPOOl •MANCHESTER S Swansea Cardiff —/ Abbeville ‘Dieppe a\\ Le Havre ^A=^NJexfordr Waterfonht. *’ Westliche Humanität am Pranger. Als Zivilinternierter nach Frankreich verschleppt. Von unserem E. F.-Korrespondenien. II. In der südbelgischen Station A th hatte unser Transportzug in der Nacht zum Pfingstmontag die Aufmerksamkeit deutscher Flieger erregt, da das Bahnpersonal es für notwendig gehalten hatte, den Bahnhof zur Ausbesserung von früheren Schäden zu beleuchten, während unser Zug in der Station hielt. Die belgische militärische Begleitmannschaft hatte sich bei dem Ertönen des Luftalarms in feiger Weise in den Luftschutzkeller zurückgezogen und uns in den verschlossenen Wagen unserem Schicksal überlassen. Der Zug wurde getroffen und ein Wagen zerstört. Wie wir erst viel später erfuhren, waren 28 Internierte die Todesopfer dieses Luftangriffs. Die Opfer wären zu vermeiden gewesen, wenn man den Zug rechtzeitig aus der Station herausgefahren hätte. So hielten wir noch stundenlang auf dem Bahnhof, ohne daß die Soldaten sich im geringsten um das Schicksal der Schwerverletzten kümmerten, deren Wimmern grauenerregend durch die Nacht tönte. Die körperlichen Mißhandlungen durch das französische Militär, die wir in den beiden zuerst von uns bezogenen Durchgangs» lagern erleiden mußten, begannen schon beim Ausladen in der Station Le Fauga in dem Departement Haute Garonne, etwa fünfzig Kilometer nördlich der Pyrenäen, in der Gegend von Toulouse. Gendarmen kletterten in die Waggons und beförderten einzeln die Internierten durch die halbgeöffneten Türen mit Fußtritten ins Freie, fo daß sie annähernd zwei Meter tief auf die spitzen Schottersteine der bahnsteiglosen Gleisanlagen stürzten und sich vielfach Verletzungen zuzogen. Bei dem etwa viertelstündigen Marsch der Kolonne über holpriges, d-urchnäßtes Wiesengelände nach einer dort befindlichen großen Baracke regnete es Kolbenstöße und Lattenhiebe auf die Internierten. In einzelnen Fällen warfen sich die Gendarmen mit ihrem vollen Körpergewicht gegen die durch den unwürdigen Transport aufs äußerste erschöpften Menschen, um sie in Reih und Glied zu bringen. In der Baracke, wo insgesamt 450 Mann untergebracht wurden, war die Behandlung nicht viel besser. Die hygienischen Verhältnisse waren unter jeder Kritik. In den ersten drei Tagen durfte kein Mensch die fensterlose Halle verlassen. Drei bekannte Mitglieder der Brüsseler deutschen Kolonie, Direktor Albrecht, Severin und Friedrich, erhielten schallende Ohrfeig en von einem Gendarmen, weil sie angeblich „Nazipropaganda" betrieben hätten. Sie waren von einem Juden, der sich neben den Gendarmen postiert hatte, diesem als deutsche Nationalsozialisten angegeben worden. Die Verpflegung, Brot und dünne Suppen, war in diesem wie in den folgenden Lagern durchaus unzureichend. Nach zwölftägigem Aufenthatt in Le Fauga wurden wir nach dem Ort Mazöres im Departement Ariege, ebenfalls in der Gegend von Toulouse befördert. Gendarmen und Militär benahmen sich bei diesem Transport noch brutaler, als es bisher schon der Fall gewesen war. Für den kurzen Bahntransport nach der Station Saverdun, der nur wenige Stunden dauerte, waren die gleichen Vorbereitungen wie bei dem Abtransport getroffen, alle Türen und sonstigen Deffnungen in den Waggons hermetisch verschlossen. Bei dem über vierzehn Kilometer Landstraße führenden Marsch von Saverdun nach Mazeres brachen viele Leute zusammen, da alle Internierten durch das Hungerregime stark geschwächt waren und Krankheiten, vor allem die Ruhr, große Verheerungen anrichteten. Die Art, wie das Militär, zumeist ältere Landsturmleute mit Stahlhelm und aufgepflanztem Seitengewehr, uns vor sich hertrieb, übersteigt jede Vorstellung. Wir mußten wie Sträflinge unsere Kopfbedeckung in der Hand tragen, manche, die sich in Belgien selbst den Behörden gestellt hatten, führten schweres Gepäck bei sich, bei einem großen Prozentsatz von uns handelte es sich um ältere Leute bis zu sieben- zig Jahren. Wer am Straßenrand liegenblieb, wurde von unseren Wächtern unter wüstem Ge- schimpf mit Kolben st äßen und Bajonett- stichen vorwärtsgetrieben, mitleidige Kameraden suchten sich seiner anzunehmen. Die Bevölkerung in den beiden genannten Städtchen verhielt sich sehr feindselig gegen ans; geradezu ekelerregend ging es in den Straßen von Mazeres zu, wo die Soldaten auf Geheiß ihrer Offiziere uns unter lautem Gröhlen wie eine Hammelherde vor sich hertrieben, obwohl sehr viele von uns im Zustand völliger Entkräftung kaum mehr vorwärts konnten. In genau derselben Weise ging es bei dem Rückmarsch zur Station Saverdun sechs Tage später, am 3. Juni, zu. In der Ziegelei von M a z S r e s , wo sich unser Lager sechs Tage lang befunden hatte, war die Behandlung durch eine Unzahl kleinlichster Schikanen sowie wiederum durch zahllose körperliche Mißhandlungen gekennzeichnet. Das bewachende Militär benutzte vor allem den Gang zum Wasserholen und zum Waschen, welchen wir täglich zu zwei im Hof befindlichen Brunnen machen mußten, zu diesen Schikanen. Längs des etwa 150 Meter betreu Heimat und Vaterland. Alfred Rosenberg sprach kürzlich von den Grundlagen des neuen Europa und der Notwendigkeit engerer Verbindung der germanischen Völker. Nach den schicksalsschweren Erfolgen unserer Waffen wird alles, was dem Frieden und der Wohlfahrt Europas bient, leichter zu ordnen fein, als jemals vorher. Das trifft namentlich auch auf die Zukunft des einstigen Reichslandes Elsaß- Lothringen zu, dessen zivile Verwaltung nunmehr von den Reichsstatthaltern Josef B ü r ck e l und Robert Wagner geführt wird. Wir erkennen, daß die Muse der Geschichte nicht nur einen Griffel hat, mit dem sie für ewig alles wichtige in ihr Buch einträgt, sondern auch einen Schwamm, der — manchmal tief in Blut getaucht — vieles hinwegwischt, was schädlich war. Was war es vor dem Weltkrieg, das trotz ihres grunddeutschen Volkstums die alemannischen Elsässer dauernd von allen anderen deutschen Stämmen fernhielt? Das sie zu Menschen machte, die grundsätzlich Protestler wurden? Was bewog sie, 200 Jahre hindurch, nachdem Straßburg mitten im Frieden von den Franzosen geraubt worden war, ihre deutsche Sprache, deutsche Sitten, die deutsche Predigt und deutsche Kirchenlieder ganz selbstverständlich zu bewahren und dann sofort nach ihrem politischen Anschluß an das neue deutsche Reich französisch zu parlieren? Vielleicht trifft der Führer auch hier das Richtige, wenn er einmal erklärte, daß gerade Halbheiten bei politischen Maßnahmen Regierungen und Parlamente zu fehlerhaften Entschlüssen geführt hätten: „Halb war die Lösung der elsaß-lothringischen Frage. Statt mit brutaler Faust einmal für immer der französischen Hydra den Kopf zu zermalmen, dem Elsässer aber dann gleiche Rechte zuzubilligen, tat man keines von beiden." Die Entwicklung hat bewiesen, daß selbst die Verleihung völliger Autonomie die Elsaß-Lothringer nicht zufnedenstellen konnte und die Unzufriedenheit bis zum Weltkriege stetig gewachsen war. Aber wie die ganze Protestlerei war vieles tm Reichstage künstlich „aufgemacht". Alle Reichs- tagsabgeorbneten bes Landes waren und blieben bis auf wenige Ausnahmen Protestler und Reichs- feinbe aus Grundsatz. Ihr Einfluß wuchs mit der Größe ihrer Parteien, da die meisten sich dem Zentrum angeschlossen hatten oder der Sozialdemo- genben Weges einschließlich der Treppen und dunklen Gänge in dem Gebäude waren in Abständen von je 5 Meter Soldaten ausgestellt, die uns unter ständigem Gröhlen zwangen, den ganzen Weg im Laufschritt zurückzulegen. Wer nach der Ansicht der Soldaten nicht schnell genug lief, wurde mit Fußtritten, Kolbenstößen und Lattenhieben bearbeitet. Bei der ebenfalls im Laufschritt erfolgenden Rückkehr in das Gebäude verlor man meist den größten Teil bes Wassers aus den Blechgefäßen, die gleichzeitig auch zum Essen dienten und meist nichts anderes waren als notdürftig zurechtgemachte alte Konservenbüchsen. Unsere Peiniger brachen hierüber in schallendes Gelächter aus. Das übelste Subjekt unter diesen Wächtern war ein degenerierter Mischling, meist kurzerhand als „Marokkaner" bezeichnet, ein Unteroffizier, der ständig wie ein aufgeregter Jagdhund um uns herum war und mit einer langen Holzlatte um sich herurnfuch- telte. Bei einer Besichtigung der Ziegelei durch mehrere Offiziere hatte er ohne die geringste Veranlassung einem der Angetretenen einen wuchtigen Stoß mit dem Gewehrkolben in die Bauchgegend versetzt, so daß der Unglückliche laut wimmernd ohnmächtig zusammenbrach. Keiner der Offiziere nahm von diesem Vorfall auch nur die geringste Notiz. Leidenszug deutscher Siedler. Mit der Peitsche durch die Wüste getrieben. Mailand, 10. Aug. (Europapreß.) Nach einer tragischen Odyssee sind jetzt in Ventimiglia an der italienischen Riviera-Grenze einige deutsche Siedler aus Kamerun und Deutsche Ostafrika (Tanganjika) eingetroffen. Einer von ihnen, Dr. Erich Knöchel, der aus Kamerun kam, hat der „Gazzetta del Popolo" die Leiden geschildert, die die Zurückgekehrten in der französischen Gefangenschaft durchmachen mußten. Bereits in den ersten Kriegstagen seien alle deutschen Siedler in Kamerun und Tanganjika verhaftet und ohne Unterschied des Geschlechts oder des Alters in Konzentrationslager gebracht worden. Besonders solche, die sich unter den Eingeborenen großer Beliebtheit erfreut hätten, seien als gefährlich nach Frankreich über» g e fü-h rt worden. Eine Gruppe von elf Personen sei unter starker Bewachung durch die Wüste nach Algier geschafft worden. Unterwegs hätte sie unter der Gluthitze furchtbar zu leiben gehabt. Der Karawanenleiter, ein französischer Hauptmann, habe sich besonders grausam gezeigt. Oft habe er diejenigen, die auf dem Marsche zurückblieben, mit Peitschenhieben vorwärtsgetrieben. In jämmerlichem Zustand seien die Gefangenen in Algier angekommen. Die Ueberfahrt von dort nach Marseille sei im Laderaum eines Frachtdampfers erfolgt. In Frankreich fei die Behandlung keineswegs besser geworden. Die Gefangenen seien in kleine unterirdische Gefängniszellen gepfercht worben, in denen sie nur abwechslungsweise hätten schlafen können. Monatelang habe die Nahrung in 100 Gramm Brot und einem halben Krug lauwarmen Wassers täglich bestanden. Bei Fliegeralarm seien sie -in' den Luftschutzräumen den Anpöbelungen der Bevölkerung ausgesetzt gewesen, ohne daß die Polizei hiergegen eingeschritten sei. Irgendeine Verbindung mit der Außenwelt sei den Gefangenen nicht gestattet gewesen. Von dem Gang der Kriegsereignisse hätten sie nichts erfahren. Eines Abends feien sie dann zum Bahnhof geführt und in einen Eisenbahnwagen gesteckt worden, in dem sie nachMen « tone gebracht worden seien. kratie oder dem Freisinn. Die Elsässer blieben aber ihrer Natur nach deutsch wie das Straßburger Münster, sie übersahen nur, daß auch die anderen Stämme des alten Reiches nicht um chre Meinung gefragt worden waren, und setzten chren alemannischen Kopf aus, weil ihr politisches Schicksal 1871 über diesen chren Kopf hinweg bestimmt worden war. Der französische Präsident Poincare wunderte sich, daß die Bürgermeister des Landes der „unerlösten Brüder", wie die Revanche-Politiker die Elsaß-Lothringer vor dem Weltkrieg kennzeichneten, nicht französisch sprechen konnten. Auch er wußte nicht, daß von denen, die französisch zu sprechen sich bemühten, die meisten es taten, um zu protestieren öfter als „gebildet" und als Bewunderer der höheren" französischen Kultur zu gelten. Sie verleugneten ihre Muttersprache und brachten sich so unter falscher politischer Führung um das Beste, was es für deutsche Menschen überhaupt geben kann: um die bewußte Zugehörigkeit zu ihrem deutschen Volke, um ihr großes mächtiges Vaterland! Nur ihre elsässische Heimat, chr kleines Vaterland hatten und kannten sie. So ging ihnen zu einem Teil zwar bis dahin die große Sehnsucht ab, die nach einem Wort des Führers nur der ermessen kann, der „am eigenen Leibe fühlt, was es heißt, Deutscher zu sein, ohne dem lieben Vaterlande angehören zu dürfen", aber sie hatten auch nicht teil an der Freude und dem Glück, das alle anderen Menschen deutschen Blutes in aller Welt nun erfüllt. Bismarck hatte im Reichslande zwischen dem Rhein und dem Wasgenwalde nur aus militärischen Gründen ein „starkes Glacis gegen Frankreich" schaffen wollen und auch das nur „einstweilen" in der Hoffnung der allmählichen Enhvelschung der Bewohner des Landes. Ein zum Teil nicht unverschuldet hartes Schicksal wird ihnen in diesen Jahrzehnten nun wohl die Kraft und die Erkenntnis gegeben haben, den Weg zu gehen, auf den sie ihre Sprache und ihr Blut immer gerufen haben. Die Zeit für kleine „autonome" Staatengebilde ist endgültig vorüber und im Reichsland wird gerade seit dem Weltkriege und der Verfolgung altelsässischer Führer durch französische Behörden die Einsicht an Boden gewonnen haben, die schon 1919 von guten Vertretern des Landes in die Worte geprägt wor- den war: „Die angebliche deutsche Gewaltherrschaft seit 1871 war dem neueren Zustand gegenüber eine Periode vollster Freiheit... lieber deutsch als französisch!" Wir wissen, daß fortan in Europa parlamentarische Oörperschaften und Parteien kein Unheil weiter anrichten können, die natürliche Entwicklung aber nach Ausschaltung internationaler Kräfte zum festen Zusammenschluß aller Menschen gleichen Blutes und gleicher Sprache führen muß. Zum Herzen der Alemannen im Wasgau führte seit Jahrhunderten weder Drohung noch Bitte. Zwischen zwei mächtigen Staaten hin und her gerissen — auch gefühlsmäßig — liefen sie Geiahr, selbst ihren eigenen Charakter, ihr eigenes Volkstum zu verlieren. Nun stehen sie vor der Enscheidung und vor dem Tor, durch das sie, ohne ihre Heimat zu verlassen, hin-eingelangen in ihr so lange vermißtes Vaterland, ihr deutsches Volk! Die Kraft des deutschen Schwertes war es, die alles Geröll und Gestrüpp vor diesem deutschen Tor hinwegfegte. Und die sieghafte Kraft des nationalsozialistischen Reiches wird auch die einzelnen deutschen Stämme davon überzeugt haben, daß nur das rein und gesund erhaltene Volkstum das ewige Fundament unseres Lebens ist. 0.8. Der 1500. Gegner durch Flak adgeschoffen. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. Berlin, 10.2lug. (DM.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein Unterseeboot meldet die Versenkung eines bewaffneten Handelsschiffes von 8700 VRT. Die bewaffnete Aufklärung gegen England wurde planmäßig fortgesetzt, insbesondere an der englischen Ost- und Sühküste sowie im Seegebiet nördlich der Shetland-Inseln. Unsere Kampfflugzeuge griffen britische Rüstungswerke, Hafen- und Werftanlagen sowie Flugplätze und Flakstellungen an. Dabei gelang es u. a. das Flugzeugwerk Pobjoy Airmotors Aircraft Ltd. in Rochester und das Sprengstoffwerk Faver- fham besonders wirksam mit Bomben zu belegen, die nachhaltige Brände und heftige Explosionen hervorriefen. Line größere Anzahl von Bomben aller Kaliber traf die Dockanlagen von Rew Castle und die Staatswerften von Sheerneß und Ehatham. Ferner wurde das Rollfeld eines Flugplatzes nördlich Bristol durch Bombentreffer zerstört. Einzelne feindliche Flugzeuge flogen im Laufe des gestrigen Tages nach Rordfrankreich, Belgien und Holland, bei Rächt nach Westdeutschland ein. 3m Reichsgebiet wurden militärische Ziele nicht angegriffen, dagegen mehrere Zivilpersonen verletzt und einige Gebäude beschädigt. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Wit der Vernichtung dieser feindlichen Flugzeuge hat die deutsche Flakartillerie im ganzen 1 5OO feind- liche Flug zeuge zum Absturz gebracht. Englische Flugzeug- und Sprengstoffwerke mit Bomben belegt. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 11.Aug. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein Unterseeboot hat den bewaffneten britischen Handelsdampfer „Upwey Grange" von 9130 BRT. versenkt. Die Luftwaffe unternahm am 10.8. wieder ausgedehnte Aufklärungsflüge über England und über See. Ein feindliches bewaffnetes Handelsschiff wurde angegriffen und mit Bomben so schwer getroffen, daß die Besatzung das Schiff verließ, vor wichtigen englifchen Hafen wurden erneut Winen gelegt. Unsere Kampfflugzeuge griffen die Flugzeugwerke Rorwich an und setzten eine Montagehalle durch Bomben in Brand. Bombenangriffe in der Rächt zum 11.8. richteten sich gegen Rewport, Swansea, Pembroke sowie gegen die Sprengst o f f w e r k e hayle bei St. 3ves. Feindliche Flugzeuge flogen während der Rächt in Rord- und Westdeutschland ein und warfen Bomben auf nichtmilitärifche Ziele. 3n Oberhausen- S ter trabe, Bielefeld und Bochum sind je ein Wohn- Englands Rückzug aus Ostasien. Neuyork, 10. Aug. (Europapreß.) In dem Bestreben, die Zurückziehung der britischen Truppen aus Nordchina und Schanghai nicht als Eingeständnis der Schwäche der britischen Position im Fernen Osten erscheinen zu lassen, bemüht man sich in London, diese Maßnahme als „schon seit einiger Zeit" beschlossen und der „logischen Ueberlegung entsprechend" darzustellen. So wird erklärt, daß die Zurückziehung schon Monate vor Kriegsausbruch beschlossen worden sei. Die in Nordchina stationierten britischen Kräfte seien ohnehin zu geringfügig gewesen, um. einen nennenswerten militärischen Faktor darzustellen. Hinsichtlich der weiteren Verwendung der aus Nordchina zurückgezogenen britischen Truppen wird die Londoner Mitteilung mit Interesse ausgenommen, daß die Verschmelzung der bisherigen Nordchina-Truppen mit den Garnisonen in Honkong und Singapur „weit zweckmäßiger" als ihre Belassung in Nordchina sei. In der größten nordamerikanischen Abendzeitung „New York Journal American" äußert sich Major Ra- borg zu dem Schicksal der englischen Besitzungen im Fernen Osten. Er ist der Ansicht, daß Honkong als letzte Verteidigungslinie nutzlos sei, da Japan die Fernostmeere kontrolliere. Honkong habe nach seiner Meinung nur Wert als Marinebasis. Im übrigen gibt Raborg der Ansicht Ausdruck, man hätte alle britischen Besitzungen östlich Indiens aufgegeben. Das Scho in Japan. Mailand, 10. Aug. (Eropapreß.) Der Rückzug der britischen Besatzungen aus Nord- und Mittelchina wird in der japanischen fresse als ein weiterer Beweis für den Niedergang'des britischen Ansehens in Ostasien betrachtet. Die Blätter sprechen von einem ostentativen Versuch Englands, wieder normale Beziehungen mit Japan herzustellen. Sie erblicken im britischen Beschluß den Beweis dafür, daß sich die internationale Lage Großbritanniens von Tag zu Tag verschlimmert. „Hochi Schimbum" erklärt, der japanische Außenminister lasse sich von den Maßnahmen Englands nicht ^beeindrucken. Dieser Schritt Englands dürfe nicht mit der englischen Spionageangelegenheit in Japan in Zusammenhang gebracht werden. England befinde sich Heute in einer Lage, die ihm keine andere Wahl lasse. „Aschi Schimbum" schreibt, Großbritannien sei auf dem Weg, jeden Einfluß in Ostasien einzubüßen. Keine britische Uniform mehr in Tientsin Tientsin, 10. Aua. (Europapreß.) Die offizielle Nachricht von der Zurückziehung der britischen Garnison von Tientsin, traf bei den hiesigen Behörden am Freitagabend ein. Die beurlaubten Soldaten wurden sofort durch Sonderkommandos, die an alle von den englischen Truppen bevorzugten Unterhatungsstätten entsandt wurden, z u r ü ck beordert. Gegen Mitternacht war in den Straßen von Tientsin kein englischer Soldat mehr zu sehen. Abdankung auf dem chinesischen Markt Genf, 10. August. (Europapreß.) Nach den Berichten aus allen Teilen des britischen Weltreiches hat die Aufgabe Schanghais als britischer Militärstützpunkt ungeheure Sensation hervorgerufen. In Indien ist es nach bisher nicht widerlegten Gerüchten am Freitag zu schweren Aufstän- den gekommen. Am größten ist das Echo auf den britischen Inseln selbst. Man weiß dort nur allzu gut, daß die Aufgabe der englischen Garnison in Schanghai nicht nur die militärische Aufgabe der britischen Konzession bedeutet, sondern den Auftakt zu einer freiwilligen Abdankung auf dem chinesischen Markt darstellt. Englands Mangel an Schiffsraum. Das Problem der Sicherung britischer Geleitzüge. Rom, 11. August. (Europapreß.) In Internationalen Schiffahrtskreisen, so melden die römischen Blätter aus San Sebastian, werden die von der englischen Regierung veröffentlichten Zahlen über den englischen oder von England kontrollierten Hanftelsschiftsraum als nicht der Wirklichkeit entsprechend bezeichnet. Offensichtlich erhöhe England aus Propagandagrünften die Ton- nagezsffern. Wenn man unter Zugrundelegung der in den Schiffsregistern der verschiedenen Nationen enthaltenen Tonnage-Statistiken eine genaue Berechnung anstelle, so ergebe sich für die englische Handelsschiffahrt eine Höch st Ziffer von 20 Millionen BRT., einschließlich der norwegischen, holländischen, französischen und sonstigen neutralen Schiffe, die die Engländer sich widerrechtlich angeeignet oder sonstwie in ihren Besitz gebracht hätten. Davon seien 13 Millionen BRT. bereits bei Kriegsbeginn im Besitz Englands gewesen. Die übrigen 7 Millionen BRT. seien während des Krieges in den Dienst Englands gestellt worden. Don diesen 20 Millionen BRT. Schiffsraum seien bereits über fünf Millio nen BRT. versenkt worden, das Tempo der Schiffsver- f en hingen sei für England in letzter Zeit bedrohlich geworden. Falls die Schiffsversenkungen in dem Maße anhielten, wie sie seit dem 1. August zu verzeichnen seien, so werde Großbritannien bis Ende Oktober nur noch die Hälfte dieser Handelsflotte besitzen. Ende Oktober werde England sich also in einer äußerst schwierigen Lage befinden, da die restlichen zehn Millionen BRT. Schiffsraum nicht mehr zur Versorgung der englischen Bevölkerung a'usreichten, besonders wenn die Verlängerung der Seewege berücksichtigt werde. Man weist auch auf die beträchtlichen V e r l u st e an kleineren Kriegsschiffen hin, die England bereits erlitten habe. Um die größeren Kriegsschiffe nicht den Angriffen des Gegners auszusetzen, habe England bisher^ zur Bewachung der Geleitzüge vorwiegend Zerstörer und Minensucher eingesetzt. Die Verluste allein an Zerstörern würden von den Sachverständigen auf weit mehr Einheiten geschätzt, als die Briten zugäben. Hinzu kämen die schwer beschädigten und daher auf längere Zeit hinaus verwendungsunfähigen Schiffe. Diese Verluste könnten auch durch die Einheiten der französischen Kriegsflotte, deren sich England nach dem Abschluß des Waffenstillstandes bemächtigt habe, nicht ausgeglichen werden. Es seien den Briten nur elf französische Zerstörer in die Hände gefallen, dazu drei Schlachtschiffe, vier Kreuzer und zwei Flugzeugträger. Alle anderen französischen Kriegsschiffe seien entweder versenkt worden oder, und zwar die große Mehrzahl, befänden „sich noch im Besitz der Franzosen. Falls die Verluste der Engländer an Zerstörern weiter anhielten, könnte England sich gezwungen sehen, über kurz oder lang aus den Schutz der Geleitzüge ganz zu verzichten oder zu -diesem Zweck Kreuzer einzusetzen und dadurch die großen Kriegsschiffe, die es bisher sorgfältig behütet habe, den Angriffen der Deutschen preiszugeben. Darum beobachte man in London beunruhigt die Möglichkeiten neuer internationaler Verwicklungen, besonders im Fernen Osten, durch die die Engländer gezwungen werden könnten, noch weitere Seewege einzuschlagen, so daß die englische Flotte vor unlösbare Probleme hinsichtlich des Schutzes der Geleitzüge gestellt werden würde. Mit dem Mangel an Zerstörern erklärt sich auch jener Versuch, von Amerika eine größere Anzahl solcher Schiffstypen zu erwerben. Der amerikanische General Pershing hat die Zahl von fünfzig Torpedojägern genännt. Die Tatsache, daß für eine solche Lieferung nur völlig veraltete Torpedojäger in Betracht kämen, für die die englische Admiralität aber dennoch einen sehr hohen Preis bezahlen mußte, beleuchtet die englische Notlage besonders deutlich. Nach Meldungen aus Washington ist jedoch die Frage des Verkaufs der Torpedojäger noch äußerst umstritten. Während die einen darin eine Einmischung in den Krieg und eine Schädigung der Interessen der Vereinigten Staaten sehen, deren Bewaffnung ohnehin zu gering sei, und während sie obendrein feststellen, eine solche Lieferung werde den Engländern doch nicht helfen können, sagen andere, es komme darauf an, mit allen Mitteln England zu helfen, denn wenn England geschlagen und wenn seine Flotte zerstört oder gefangen fei, so wäre da? eine Rata* strophe im Vergleich zu der für die Vereinigten Staaten der Besitz von fünfzig veralteten Torpedojägern überhaupt keine Bedeutung habe. Haus, In Vruchköbe l bei Hanau vier Wohnhäuser und eine Scheune, in Telgte (kr. Wänster) eine Gastwirtschaft getroffen worden. Die entstandenen Brände konnten in allen Fällen vom Sicherheit-- und Hilfsdienst rasch gelöscht werden. Ein feindliches Flugzeug vom Muster Bristol-Blenheim wurde abgeschossen; ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Der Vormarsch in Briiisch-Gomali. Die letzten italienischen Wehrmachtsberichte Rom, 11.Aug. (DRB.) Der italienische wehr- rnachtsbericht vorn Sonntag hat folgenden Wortlaut: Das englische U-Boot „O d i n“, dessen Verlust nunmehr offiziell durch ein englisches Kommunique mitgeteilt wird, ist im Verlause unserer Operationen versenkt worden, die bereits in früheren Wehrmachtsberichten gemeldet wurden. Das U-Boot hatte eine, Wasserverdrängung von 1500 Tonnen an der Oberstäche, war mit adjt Torpedorohren von 533 mm, einem Geschütz von 10,2 cm und zwei WG. ausgerüstet. Seine Besatzung betrug 55 Wann. 3n Britisch-Somaliland haben wir die Pässe von (Katrin und Godasahre beseht. Der Vormarsch geht weiter. Formationen unserer Luftwaffe haben den Flugplatz von Erkovit (Sudan) bombardiert, wobei 15 am Boden befindliche Flugzeuge Volltreffer erhielten und der Angriff der feindlichen Jäger zurückgeschlagen wurde. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Liu feindliches Flugzeug, das versucht hatte, El llak (Kenia-Grenze) zu bombardieren, wurde vom Feuer unserer Verbände abgeschossen. Lin englischer Fliegerhauptmann wurde gefangengenommen. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag hatte folgenden Wortlaut: Aus sicherer Quelle erfährt man, daß bei dem Luftangriff unserer Bomber am 1. August das Schlachtschiff „Resolution" schwere Schäden, besonders am Heckturm, davongetragen hat. Außerdem wurde ein Zerstörer schwer beschädigt. 3n Rordafrika sind die Eisenbahnstation von Warsa Watruk, Zusammenziehung mechanisierter Einheiten und feindliche Stellungen bei Sidi Barra ni von unseren Flugzeugformationen wirkungsvoll bombardiert worden. 3n Ostafr 1 ka haben unsere Truppen im raschen Vormarsch Adueine in Britisch-Somaliland befett und sind darüber hinaus weiter vorgedrungen. Unsere Luftwaffe hat einen Angriff auf den Hafen und Flughafen von Berbern durchgeführt, wobei ein Schiff getroffen und zwei feindliche Flugzeuge vom Glostertyp am Boden in Brand gesetzt wurden. Feindliche Kraftwagen sind bei Buna im Tiefangriff beschossen worden. Feindliche Luftangriffe auf harrar, Wassaua und Gura blieben erfolglos. Indische Absage an England. Kabul, 11. Aug. (DNB.) Wie aus Bombay gemeldet wird, hat der Präsident des Indischen Na- tionalkongresses, Az ad, erklärt, er werde die Einladung des Dizekönigs zu Besprechungen über „ein Statut für Indien" nicht annehmen, denn er sehe keine Basis für die Fortsetzung der Verhandlungen. Der ehemalige Kongreßpräsident Pandit N e h u r erklärte, die Kluft zwischen dem englischen Angebot und den indischen Forderungen sei zu groß. Eine ernste Drohung spricht Gandhi in seinem Blatt Marijan" aus. Er erklärt, der Jndienminister Amery unterschätze die Selbstbeherrschung, die die Kongrehparkei benötige, um die Durchführung des Feldzuges des „zivilen Ungehorsams" zu vertagen. Ohne solche Selbstbeherrschung tonne eine Konsla- Geheimrat Heck. - <; - ■ M S M Am 11. August vollendet Geheimrat Professor Dr. Ludwig Heck, der sich große Verdienste um die Entwicklung des Zoologischen Gartens der Reichshauptstadt sowie zahlreicher anderer deutscher Tierparks erworben hat, das 80. Lebensjahr. — Unser Bild zeigt Professor Heck bei seinem allmorgendlichen Spaziergang durch den Berliner Zoologischen Garten. (Scherl-Bilderdienst-M.) ♦ Der Führer hat dem früheren Direktor des Zoologischen Gartens zu Berlin Geheimen Hofrat Prof. Dr. phil. Dr. med. vet. h. c. Ludwig Heck in Berlin aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Würdigung seiner wissenschaftlichen Der- dienste auf dem Gebiete der Zoologie, Ornithologie und Naturwissenschaften und in Anerkennung seiner vorbildlichen tiergärtnerischen Tätigkeit die Goethe« Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. gration ausbrechen, deren Wirkung niemand ad- sehen könne. Bei den Kongreßleuten werde der Verdacht immer größer, daß die britische Regierung aus dieser Selbstbeherrschung Vorteil ziehe, um den Kongreß zu zerschmettern. Gandhi führt die Verhaftungen von Kongreßmännern als Ursache für einen solchen Verdacht an und fügt hinzu, wenn dieser Verdacht als wohlbegründet erwiesen sei, könne ihn nichts auf Erden abschrecken, in irgendeiner Form einen wirksamen Satyagraha (d. h. passiven Widerstand) zu proklamieren, so ungern er dies auch tue. Schwierigkeiten in der amerikanischenKriegsindustrie Rom, 11. Aug. (Europapreß.) Der USA.-(Senat hat die Prüfung der Gesetzesvorlage über die M i« litärdien st pflicht wieder ausgenommen. Die Regierung hat ferner die vorübergehende Aufhebung der die Gewinne der Jndustrieunternehmun- gen beschränkenden Gesetze gefordert. Dadurch sollen die Jndustrieunternehmungen zur Erhöhung der Kriegsmaterialerzeugung angespornt werden. Kriegs- Minister Stimson hat mitgeteilt, die Jndustrieunternehmungen hätten von der Regierung Zusicherungen verlangt, damit sie nach Beendigung des europäischen Krieges bei der dann zu erwartenden starken Herabsetzung der Kriegsmaterialerzeugung nicht ohne Arbeit seien. Daß die Flugzeugmotorenerzeugung in Nordamerika immer noch erheblich hinter der Erzeugung von Flugzeugteilen zurückbleibt, meldet die Londoner „News Chronicle" aus Neuyork. „Mehr als hundert Curtis-Jagdflugzeuge warten in Zirkuszelten und in anderen Behelfshallen bei Buffallo auf die Lieferung von Allisonmotoren." Don zuständiger Seite seien als Grund hierfür „unerwartete Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Werkzeugmaschinen und andern wesentlichen Produktionsvorbereitungen" genannt worden, die es unmöglich machen, Allisons vorgesehene Produktion von 400 Maschinen zu erreichen. Auch die Produktion anderer Motorenwerke sei weit hinter der Flugzeugerzeugung zurückgeblieben, „News Chronicle" fügt hinzu, daß der Engpaß der Motorenherstellung noch bei weitem nicht überwunden sei. Der Dank des Heeres an die SA. Stabschef Lutze bei Generalfeldmarschall von Brauchitsch. Berlin, 10. Aug. (DNB.) Auf Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres stattete der Stabschef der SA., Viktor Lutze, dem Hauptquartier des Heeres einen Besuch ab. Bei dieser Gelegenheit führte Generalfeldmarschall v. Brauchitsch aus: „Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat in seiner denkwürdigen Reichstagsrede vom 19. Juli 1940 mit besonderer Anerkennung Ihrer Person und der von Ihnen geleiteten v o r • und nachmilitärischen Erziehung in der SA. gedacht. Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen meine Freude hierüber mitzuteilen und bei dieser Gelegenheit den Dank zum Ausdruck zu bringen, den das Heer Ihnen und Ihrer Gliederung schuldet. In völlig selbstloser Weise hat die SÄ. dem Feldheer ihre Führer und Männer zur Verfügung gestellt. Sie haben sich glänzend geschlagen und verdienstvollen Anteil genommen an dem Geiste der Manneszucht und des Siegeswillens, der bei uns herrscht." Stabschef Lutze dankte dem Generalfeldmarschall für die anerkennenden Worte und betonte, daß die SA. seit Anbeginn unter dem Gesetz des selbstlosen Einsatzes ihr Bestes für die Ausbildung des militärischen Ersatzes geleistet habe. „Wir wollen dieses kameradschaftliche Verhältnis, daß sich so hoch bewährt hat, weiterpflegen zum Nutzen unseres Volkes und zum Schaden unserer Feinde." Eine Million Pfund Tee verbrannt. Neuyork, 10. Aug. (Europapreß.) Eine Million Pfund Tee fielen einem riesigen Speich er- brand an der Themse neben anderen erheblichen Mengen an Nahrungsmitteln zum Opfer. Der Verlust wird angesichts der schwierigen britischen Ernährungslage als schwerwiegend bezeichnet. Als Ursache des Brandes wird von amtlicher englischer Seite Sabotage angenommen* Die deutsche Wirtschaft zeigt sich allen Aufgaben gewachsen. Reichsminister Funk spricht bei der Eröffnung der 28. Deutschen Ostmeffe. Königsberg, II.Aug. (DNB.) In feierlichem Rohmen wurde die 28. Deutsche Ostmesse in der Stadthalle zu Königsberg eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Will begrüßte die zahlreich erschienen diplomatischen Vertreter des Auslandes, insbesondere die Botschafter der Sowjetunion, Chinas und der Türkei, die Gesandten Schwedens, der Slowakei und Finnlands, den Berliner Gesandtschaftsrat von Mandschukuo, den italienischen und bulgarischen Generalkonsul sowie den Leiter der Handelsvertretung der UdSSR, in Deutschland und einen Vertreter der Kaiserlich Iranischen Handelsvertretung. Die Reichsregierung war vertreten durch den Reichswirtschaftsminister und Präsidenten. der Deutschen Reicysbank Funk, den Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk und den Reichsminister und Generalgouverneur Frank. Oberpräsident und Gauleiter Erich Koch hob in seiner Eröffnungsansprache hervor, daß Deutschland heute stärker sei als je zuvor. Einen überzeugenden Beweis dafür liefere die planmäßige Durchführung der Deutschen Ostmesse. Mit mehr als 2000 Ausstellern aus 350 Branchen aller Wirtschaftszweige, mit der großen Landwirtschaftsausstellung und zahlreichen Sonderschauen ist sie ein zuverlässiger Wertmesser des Vertrauens, das Deutschland und seine Wirtschaft im Auslande genießen. Dieses Vertrauen, das sich Deutschland durch ehrliche Arbeit und gewissenhafte Erfüllung seiner Verpflichtungen errungen hat, ist durch seine Leistungen im Kriege, insbesondere durch die Einhaltung aller Lieferverträge, nur noch gewachsen. Wie wäre es sonst zu erklären, daß gerade diese Kriegsmesse die größte Ausländsbeteiligung aufzuweisen hat, die seit der Gründung der Deutschen Ostmesse jemals erreicht worden ist. In besonderem Maße ist die Deutsche Ostmesse berufen, die Neuordnung des europäischen Wirtschaftslebens tatkräftig zu fördern. Ihre bevorzugte Lage an einem entscheidenden Schnittpunkt des europäischen und asiatischen Handelsverkehrs schafft besonders günstige Voraussetzungen für den Güteraustausch unter zahlreichen Völkern, deren Volkswirtschaften sich überdies auf das glücklichste ergänzen. Reichswirtschastsminister Funk übermittelte die Grüße des Führers und des Reichsmarschalls Göring. Kriegswirtschaft, so sagte der Minister, muß Leistungswirtschaft im höchsten Sinne sein. Sie kann nicht aus dem Boden gestampft werden und sie läßt sich auch nicht improvisieren, wie man es zur Zeit in England tut. Mit den einzigartigen Leistungen der deutschen Wirtschaft in diesem Kriege wird für immer der Name des Reichsmarschalls Göring verbunden sein, der die Grundlage und die Organisation für die Kriegswirtschaft bereits im Frieden schuf, so daß sich der Uebergang reibungslos vollzog. Den Vorsprung, den sich das deutsche Volk in siebenjähriger harter Arbeit errungen hat, kann uns England nicht mehr nehmen. Die Geschichte wird es einmal als tragische Ironie bezeichnen, daß die Westmächte in diesem Kriege nicht über eine planmäßige und für den Erfolg notwendige Kriegswirtschaft verfugten, obwohl, sie den Krieg gewollt und gewissenlos vom Zaun gebrochen haben. Deutschland ist ernährungswirtschaftlich in einer absolut gesicherten Lage. Es hat den englischen Blockadering politisch und militärisch so gründlich gesprengt, daß es keine Ernährungsklemme mehr geben kann. Ganz anders ist die Lage Englands, das ungefähr Dierfünftel seines Ernährungsbedarfes im Auslände deckt und nur ein Fünftel selbst erzeugt, während in Deutschland das Verhältnis gerade umgekehrt liegt. England windet sich jetzt selbst in dem Blockadenetz, in dem es Deutschland fangen wollte. Auch auf in- d ustriellem Gebiet hat sich das Blatt gründlich gewendet. Deutschlands wirtschaftliches Potential ist so groß, daß es nicht nur seinen Kriegsbedarf aus eigener Erzeugung deckt, sondern darüber hinaus auch noch genügend Erzeugungskapazität für die Ausfuhrindustrie zur Verfügung hat. Durch die Störung des Ueberseeverkehrs und den Krieg in Westeuropa hat sich das Schwergewicht des europäischen Güteraustausches in der letzten Zeit nach den Handelsstraßen des Ostens und Südostens verlagert. Einen weiteren ftarfen Impuls erhalt die osteuropäische Wirtschaft durch die erfteu- kiche Reaktivierung des deutsch-russischen Warenverkehrs. Wie sieht es dagegen in England aus? Die Einfuhr für wichtige Erzeugnisse ist halbiert. Die großen englischen Häfen an der Süd- und Ostküste sind „geschlossen" worden. Ueb^r diese Häfen gingen mehr als 50 v. H. des gesamten englischen Außenhandels. Und dieser Außenhandel betrug 15 bis 18 v. H. des gesamten Welthandels. Dabei wird der englische Außenhandel noch durch die ungeheure Steigerung der Frachtkosten gewaltig belastet. England kann seinen Einfuhrüberschuß nur noch dadurch bezahlen, daß es sein in Generationen zusammengescharrtes Auslandsvermögen einsetzt. Aber trotzdem fällt das Pfund und die Preise steigen weiter. Auch in der Kriegsfinanzierung tritt die deutsche Überlegenheit klar zutage. Grundsätzlich kann es sich bei der Kriegsfinanzierung nur um die Neuverteilung desVolkseinkommens handeln, ebenso wie auf der Güterseite der Wirtschaft «ine Steigerung der kriegswichtigen Erzeug- nisie durch Einschränkung der Verbrau chs- qütererzeugung erfolgt. Wenn also der Krieg schon einmal eine Neuverteilung des Volkseinkommens nötig macht, warum dann nicht den Anteil des Staates von vornherein festlegen und den verbleibenden Rest gerecht, d. h. den Leistungen entsprechend auf das ganze Volk verteilen? Deutschland bedient sich dieser Methode. England dagegen wählte den anderen Weg, indem es seiner Bevölkerung überließ, sich im sogenannten freien Spiel der Kräfte selbst den lebensnotwendigen Anteil am Sozialprodukt zu sichern. Die Preise sind denn auch sprunghaft in die Höhe gegangen. Bei Licht besehen ist dieses ,Kräftelviel" nichts anderes als ein rücksichtsloser Kampf aller gegen alle, der mit dazu beitragen wird, daß England diesen Krieg verliert. Dem deutschen Volk ist dank der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung diese Finanzierungsmethode erspart geblieben. Daß das deutsche Volk unerschütterliches Vertrauen zu seiner Führung hat, zeigt sich am besten in dem ununterbrochenen A n - steigen der Spareinlagen bei den deutschen Sparkasien, die Ende Juni 1940 einen Betrag von 24 Milliarden Reichsmark erreicht haben. Nach der mit Erfolg durchgeführten Zinssenkung wurden allein an 4prözentigen Reichsschatzanweisungen mehr als 3,5 Milliarden Reichsmark untergebracht, ohne daß sich die Uebernahme langfristiger Reichsanleihen seitens der Sparkassen, Girozentralen und sonstiger Institute hierdurch verringert hat. Neben den Reichstiteln sind am Kapitalmarkt noch zahlreiche größere Jndustrieemissionen für Investitionszwecke der Rüstungsindustrie placiert worden. Die feste Haltung der Rentenkurs« und chre rückläufige Rendite beweisen, wie unerschüttert der Staatskredit in Deutschland dasteht. Die Achsenmächte sind die Garanten auch der wirtschaftlichen Neuordnung in Europa. Der Welthandel wird durch eine solche Neuordnung nur gewinnen tönen. Jenseits des Ozeans begegnet man allerdings noch immer der irrtümlichen Meinung, daß der Nationalsozialismus welthandelsfeindlich eingestellt sei, weil er den sogenannten Freihandel ablehne. Deuftchland treibt Autarkiepolitik, um sich aus drückender Unabhängigkeit zu lösen, aber nicht, um sich selbstgenügsam zu beschränken. Deutschland will sich nicht vom DZelt handel zurückziehen, sondern nur in Notzeiten seine wirtschaftliche Freiheit gesichert wissen. Das ist der Sinn seiner Handelspolitik, die verwirklicht wurde durch den Vierjahresplan. Der Welthandel kann nicht durch Theorie, sondern nur durch intensiven Güteraustausch zu neuem Leben erweckt werden. Güterwirtschaftlich sind die Voraussetzungen für eine solche Entwicklung nach dem Krieg durchaus günstig. Europa hat einen durch den Krieg gewaltig angestauten Bedarf an überseeischen Rohstoffen. Deutschland sieht im Welthandel das erwünschte Mittel zur Hebung des Lebensstandards und wird sich an ihm im größtmöglichen Umfange beteiligen. Deutschlands Wirtschaft steht stark und für Krieg und Frieden wohlgerüstet da, in England aber wanken die wirt- schafllichen Fundamente. Ganze Produktionszweige sind in England bereits heute stillgelegt. Heute ift das englische Pfund schon weitgehend aus dem internationalen Zahlungsverkehr ausgeschaltet! Normale Welthandelsbeziehungen werden erst, möglich sein, wenn der Krieg entschieden ist. Dann soll der zwischenstaatliche Güteraustausch nicht mehr unter einer Kampfparole stehen, sondern wieder das werden, was er immer hätte sein sollen: ein friedlicher Leistungswettbewerb zum Vorteil aller am Welchandel beteiligten Nationen. Das Gästehaus in Berchtesgaden. — WM In einer einzigartig schönen Landschaft erstand der „B e r ch t e s g a d e n e r H o f" in Berchtesgaden, das ehemalige „Grand-Hotel", als Gästehaus für den Führer und die Partei in nicht zu weiter Entfernung des Obersalzberges. Das von Professor Michaelis ausgestaltete Haus steht jedoch als Hotelbetrieb auch der Allgemeinheit zur Verfügung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Amtseinführung des Gauleiters von Schirach in Wien. Wien, 10.Aua. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers vollzog Den Wechsel in der Leitung des Gaues Wien im festlich geschmückten Wiener Konzertsaal. Er brachte Gauleiter B ü r ck e l und Reichsleiter von Schirach folgende Schreiben des Führers zur Kenntnis: Lieber Parteigenosse B ü r ck e l! Die Entwicklung der Verhältnisse im Westen des Reiches stellt mich vor die Notwendigkeit, Sie, Reichsstatthalter Bürckel, mit einer neuen Aufgabe zu betreuen. In dem Augenblick, da Sie Wien verlassen, um Ihr neues Amt zu übernehmen, drücke ich Ihnen meine h ö ch st e Anerkennung und meinen tiefgefühlten Dank aus für die hervorragende Art und Weise, in der Sie der Ihnen übertragenen Arbeit in der Ostmark des Reiches gerecht wurden. Ihr Name wird mit der Schöpfung des Großdeutschen Reiches für immer verbunden bleiben. Ich weiß, wie lieb Sie in den zurückliegenden 2V2 Jahren die Ostmark und insbesondere den Gau Wien bekommen haben. Wenn ich Sie trotzdem aus diesem Wirkungskreis lösen muß, dann geschieht es in der Würdigung der hervorragenden Eignung gerade Ihrer Person für die Ihnen zugedachte neue Arbeit. Nehmen Sie also nochmals meinen aufrichtigen Dank entgegen. In herzlicher Verbundenheit Ihr Adolf Hitler. Lieber Parteigenosse S ch i r a ch ! Reichsstatthalter und Gauleiter Bürckel muß zur Uebernahme einer neuen, überaus wichtigen Reichsaufgabe seinen bisherigen Wirkungskreis verlassen. Ich habe Sie, Parteigenosse Schirach, zumReichs- statthalter und Gauleiter von Wien bestimmt. Da es Ihre Bitte war, erst nach Beendigung des Kampfes im Westen aus Ihrem Regiment ausscheiden zu dürfen, übernehmen Sie nunmehr heute Ihr neues Amt. Mein Vertrauen in die Ihnen neu gestellte soziale und kulturpolittsche Aufgabe entspringt der Würdigung der Leistung, die Sie schon als Schöpfer und Leiter der Jugendbewegung des Deutschen Reiches vollbracht haben. Ihr Name wird mit diesem Werk für alle Zeiten verbunden sein. Sie sind mir deshalb auch in der Zukunft in Ihrer Eigenschaft als Reichsleiter nach wie vor für die deutsche Jugendbewegung ausschließlich verantwortlich. Nehmen Sie nochmals meinen aufrichttgen Dank entgegen! In herzlicher Verbundenheit Ihr Adolf Hitler. Rudolf Heß gedachte dann des soldatischen Einsatzes der Ostmark. Ebenso wie im Polenfeldzug hätten sich auch die ostmärkischen Truppen in Belgien und Frankreich ausgezeichnet. Besonders gedachte der Stellvertreter des Führers des Heldenkampfes, den die Ostmärker gemeinsam mit Angehörigen der deutschen Kriegsmarine in Narvik unter Führung des General Dietl durchgeführt hätten. Die Söhne des äußersten Südens und die Söhne des äußersten Nordens hätten vorbildlicher Kameradschaft den sichtbarsten Beweis dafür erbracht, daß die großdeutsche Heimat nur noch ein gemeinsames Schicksal habe, nichts bindet fester als gemeinsam vergossenes Blut! All« deutschen Stämme haben vor der Geschichte bewiesen, daß sie einander wert sind. Sie haben sich alle unter dem Führer Adolf Hitter das Recht errungen, gleichen Stolzes in dem von ihm geschaffenen gemeinsamen Reich zu leben. Sie werden für den Frieden kämpfen, den die Regierung der englischen Plutokratenclique voller Hohn und Spott ablehnte, als ihn der Führer England noch einmal anbot. Noch niemals in der Geschichte ist ein großherzigeres Angebot gemacht worden. Jeder unter uns weiß,' wie weit verbreitet in unserem Volke die Ueberzeugung ist, daß es keine Ruhe in der Welt geben werde, bevor nicht England endgültig niedergeschlagen sein wird. Jetzt, da alle Machtmittel Deutschlands und Italiens auf England konzentriert werden können, jetzt — sagt das Volk — ist der Augenblick da,endlich reinen Tisch zu machen — Englands Macht zu brechen bis zum Verfall des ganzen Weltreiches. Nur der Führer hat vor dem deutschen Volke die Autorität, die es ihm ermöglichte, trotz alledem das Angebot zur Beendigung des Blutvergießens zu machen — ein Angebot aus höheren Gesichtspunkten heraus, die eine spätere Geschichtsschreibung würdigen wird als Beweis der seine Gegner so gewaltig überragenden staatsmännischen und menschlichen Bedeutung des Führers. Herr Churchill und sein Klüngel haben die darge- botene Friedenshand zurückgeschlagen, es ist dafür gesorgt, daß in England alle Zweifel beseitigt werden, ob das Angebot des Führers als Schwäche entsprang, England wird noch staunen, was die deutsche Nation erst hervorzubringen vermag, wenn alle Kräfte allein auf diesen Krieg eingestellt sind. Wenn einst Herr Churchill glaubte, es würden von den Engländern so viel U-Boote vernichtet, daß sich wenigstens diese auf die Dauer verminderten, fo ist gerade hier nur der sehnlichste Wunsch der Vater des Gedankens. Herr Churchill kann versichert sein: die deutschen U-Boot« nehmen an Zahl ständig zu. Hinsichtlich der Flugzeuge dürfte er ohnehin keinen Zweifel haben und auf der anderen Seite wird Englands Schiffsraum laufend weniger. Englands Rüstungswerke versinken immer mehr in Schutt und Asche. Herr Churchill, es gibt ein deutsches Sprichwort, das lautet: „Wer nicht Horen will, muß fühlen." Sie haben im Namen Englands es abqelehnt, auf die Friedensworte des Führers zu hören — England wird daher die Antwort bekommen. Je härter aber unsere Schläge werden, desto näher kommen wir dem Frieden. Erst wenn England niedergerungen fein wird, erhält die Welt den wirklichen Frieden. Es wird ein neues Europa entstehen. In ihm werden die Volker in Ruhe arbeiten können für ihren Wohlstand und chre Kultur. Die Gewißheit des Endsieges gibt uns Deutschen der Glaube an den Führer und seine Idee. In diesem unerschütterlichen Glauben stelle ich auch den hiermit vollzogenen Wechsel in der politischen Leitung Wiens unter den Leitspruch: Für Adolf Ein untauglicher Versuch. Englische Flugzeuge haben über gewissen Teilen Deutschlands Flugblätter abgeworfen, in denen unter hinterhältiger-Ausnutzung des Ansehens, das die NSDAP, im ganzen deutschen Volke genießt, der Versuch gemacht wird, die Stimmung der Bevölkerung in einem für die weitere Kriegführung abträglichen Sinne zu beeinflussen. Das Flugblatt hat nur das, Format eines Notizblockes und ist auf grobem, schlechten Papier zweiseitig gedruckt. Der Kopf des Blattes zeigt eine Nachbildung des Hoheitszeichens der NSDAP., die Ueberschrist und die Schlußworte sind durch Fettdruck hervorgehoben. Das Flugblatt lautet: Politischer Dolksdienst der Reichsleitung der NSDAP. Um di« Gefahren abzuwenden, die sich aus einer weiteren Fortdauer des Krieges für die Partei — und auch für das Volk — ergeben werden, forderte kürzlich der Führer und Reichskanzler das englische Volk auf, den Frieden zu erzwingen. Wie nunmehr feststeht, ist der von der Reichs- keitung.der NSDAP, erwartete Erfolg dieses Schrittes ausgeblieben. Weder Volk noch Regierung noch irgendwelche besonderen Kreise oder Einzelpersonen in England konnten im deutschen Sinn« beeinflußt werden. Die Androhung militärischer Aktionen sowie der verlustreiche Einsatz der Lust« waffe gegen England blieben wirkungslos. Die Reichsleitung der NSDAP, sieht sich genötigt festzustellen, daß die Mittel der nationalsozialistischen Diplomatie nunmehr allgemein bekannt sind und daß mit ihrer weiteren erfolgreichen Anwendung nicht mehr gerechnet werden kann. Eine grundsätz- liche Aenderung der nationalsozialistischen Politik, wie etwa die Zurückziehung der Truppen aus den besetzten Gebieten, kann nur zur schwersten Gefährdung der NSDAP, führen. Es bleibt der Reichsleitung daher kein anderer Ausweg, als von den Volksgenossen zu erwarten, daß sie auch weiterhin der Partei, die die Verantwortung für den Krieg auf sich nimmt, alle erforderlichen Opfer bringen. Insbesondere sieht sich die Reichsleitung genötigt, darauf hinzuweisen, daß die feindliche Fliegertätig- kett über Deutschland erheblich zunehmen wird — aber alles durch die Partei! Alles für die Partei! * Ms England im vergangenen Herbst meinte, feinen leichtfertig angezettelten Krieg gegen das Deutsche Reich mit einer Flugblatt-Propaganda führen zu können, die den törichten Versuch machte, das deutsche Volk moralisch zu zermürben und von feiner Führung zu trennen, fo spukte dahinter die Erinnerung an den unter ganz anderen Voraussetzungen von der englischen Propaganda geführten Zermürbungs-Feldzug im Herbst 1918. Englands Regierung war von ihren Agenten und den Emigranten über die innerpolitische Lage in Deutschland völlig falsch informiert. Man hatte allzu willig den Märchen von einer innerdeutschen Opposition gegen das nattonalsozialWsche Regime Glauben geschenkt und meinte nun, diese Karte zu Kriegsbeginn als besonderen Trumpf ausspielen zu können. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie schlecht Englands Regierung, die sich seit Jahrhunderten brüstet, den besten Informationsdienst der Welt zu haben, über die wahren Verhältnisse in Deutschland, sei es auf wirtschaftlichem,' fei es auf politischem Gebiet, unterrichtet war. Man muß an- nehmen, daß auch die drittschen Berufsdiplomaten mit blinden Augen durch das neue Deutschland gegangen sind. Anders ist es nicht begreiflich, daß man in England darauf spekulieren konnte, das deutsche Volk werde noch einmal solch unwahrhaftigen Sirenengesängen sein Ohr leihen. Man hatte in London sehr schnell die Fruchtlosigkeit dieses Unternehmens eingesehen und, statt mit Flugblättern zu argumentieren, die Maschinen der Royal Air Force zu Bombenanoriffen über den Kanal gesandt. Um so Überraschender ist es, daß nun das alte Spiel mit den Flugblättern anscheinend wiederholt werden soll. Freilich, man hat die psychologischen Fehler vom vergangenen Herbst begriffen, statt des mißlungenen Versuchs, Partei und Volk voneinander zu trennen, geht man jetzt daran, die Autorität der Partei vorzuspannen, um die erwünschte Wirkung zu erzielen. Aber der Inhalt des oben wiedergegebenen Flugblattes schlägt der Logik so sehr ins Gesicht, daß die Tarnung diesem britischen Lügenzettel nichts nützen wird. Auch dieses Flugblatt zeigt wieder die ganze Unfähigkeit der plutokratischen Clique Englands, die nationalsozia- listische Geisteshaltung des deutschen Volkes zu de- § reifen. Der britische Jnformationsminister Duff aoper hat mit diesem lächerlichen Erguß seiner schon so oft bewiesenen gänzlichen Unzulänglichkeit die Krone aufgesetzt. L. Hitler und sein nationalsozialistisches Großdeutsches Reich! Reichsstatthalter und Gauleiter Bürckel gab einen kurzen Rückblick über seine Arbeit in Wien und betonte, daß er mit größtem Vertrauen nach Wien gegangen sei und dadurch ein« Gemeinschaft fleißiger und treuer Mitarbeiter habe bilden können. Mit dem Dank an alle diese Mitarbeiter in Partei, Staat, Stadt und Wehrmacht dankte Reichsstatthalter Bürckel auch den Wiener Ratsherrn für den Beschluß, ihm zum Ehrenbürger von Wien zu erklären. Baldur von Schirach rief (Erinnerungen an die Jahre der Kampfzeit herauf, in denen er in Wien weilte und hier für die Idee des größten Sohnes der Ostmark warb. „Ich habe es immer als eine besondere Gnade Gottes betrachtet, daß es mir in so jungen Jahren vergönnt war, im Schatten des Titanen ein eigenes abgerundetes Werk für mein« Nation zustandezubringen. Ich weiß, daß es Fehler und Schwächen hat wie alles von Menschen Geschaffene, ich weiß aber auch, daß es im Jahre der Bewährung ausnahmslos nicht versagte. Es sind mehr von diesen meinen treuen, lieben und tapferen Mitarbeitern gefallen, als ich in vielen, vielen Stunden aufzuzählen vermöchte. Mö- gen andere mein Werk an erzieherischen Theorien messen, ich selbst mess« es an einem anderen Maßstab. Fragen Sie die Korporale und Offiziere der Wehrmacht nach dieser Jugend, nach ihrer Tapferkeit im Leben und im Sterben. Das allein fei Ihr Maßstab. Ms ich vom Führer meinen Lieblings- wunfch erfüllt bekam, und er mir die Führung dieses Gäues übertrug, habe ich in diesem meinem Auftrag den stolzesten und glücklichsten meines Lebens gesehen. Ich will Ihnen keine Versprechungen machen. Ich will für Sie arbeiten. Mein Gau, mein Wien, das wird in meinem zukünftigen Leben der Gegenstand meiner Gedanken und Studien, meiner Sorgen und meiner Treue fein. Hier sehe ich mein neues Sehenswert" Kleine politische Nachrichten. Die von dem nunmehrigen Straßburger Stadtoberkommissar Dr. E r n st herausgegebene Zeitschrift der Elsaß-Lothringer im Reich, die „Elsaß-Lothringer Heimat st imme n", teilt in ihrer Julinummer mit, daß ihre Aufgabe nunmehr erfüllt sei und sie nunmehr mit den „Straßburger Monatsheften" verschmolzen werde. * Der Reichsminister des Innern Dr. Frick traf am Sonntag in der Hauptstadt Luxemburg zu einem kurzen Besuch ein. Vor dem Amtssitz des Chefs der Zivilverwaltung waren eine Kompanie der deutschen Polizeiformationen, eine Abteilung der Luxemburger Polizei, die Formationen der Auslandsorganiso- tion der NSDAP, und der Volksdeutschen Bewegung in Luxemburg sowie Vertreter der Partei, der Polizei und der Auslandsorganisation angetreten Polizeipräsident Wetter begrüßte den Minister, in dessen Begleitung sich der Chef der Zivilverwaltung, Gauleiter Simon, befand. Dr. Frick unternahm eine Stadtrundfahrt und hielt dann am Amtssitz des Chefs der Zivilverwaltung Besprechungen ab. Die von dem Lord Elgin in Athen vom Parthenon geraubten und dem Britischen Museum in London seinerzeit für 35 000 Pfund Sterling verkauften Marmorplastiken sind nun von London nach Kanada gebracht worden. Mit anderen Kunstschätzen des Britischen Museums ist auch die „M agna Charta", das Grundgesetz der britischen Verfassung vom Jahre 1215, nach Kanada in Sicherheit gebracht worden. Sir Edmund I r o n s i d e wird demnächst zum Oberbefehlshaber der britisch-indischen Streitkräfte in Indien ernannt werden als Nachfolger von Sir Robert Cassels, der Ende des Jahres seine fünfjährige Dienstzeit in ^Indien erfüllt hat. Wie dem „Petit Parisien" zu entnehmen ist, ist der französische Kassationsgerichtshof nach Paris zurückgekehrt. Drei Mitglieder des bisher höchsten französischen Gerichtshofes hätten es jedoch vorgezogen, im nichtbesetzten Gebiet zu bleiben. Bei letzteren handelt es sich um Jude n. König Carol von Rumänien empfing den Ministerpräsidenten G i g u r t u , den Außenminister Manoilescu, den Verkehrsminister Maco- o e i, den Wirtschaftsminister Leon, den Unterrichtsminister Caracostea und den rumänischen Gesandten in Rom, B o s s y. Im Laufe des Tages sprachen auch Botschafter C a d e r e , der Generalstabschef, General Tzelescu, und der Oberbürgermeister von Bukarest, Dombrovski, beim König vor. Der V8A.-Passagierdampfer „Excalibar" traf mit drei aus Europa heimkehrenden ,U S A. = D i p I o 5 maten im Hafen von Neuyork ein. Es handelt sich um den ehemaligen OSA.-Botschafter in Warschau, Anthony B l d d l e, den ehemaligen USA.-Gesandten in Holland, George G o r d o n , sowie den USA.= Botschafter in Rom, Philipps. Die 08A.-Presse hebt hervor, daß die drei Diplomaten sich den Reportern gegenüber in eisiges Schweigen hüllten. * Die auf Einladung der Reichsregierung in Deutschland weilenden spanischen Verlagsdirektoren und Schriftleiter statteten den Siemenswerken in Siemensstadt einen Besuch ab. Wieder englische Bomben auf ein Hospital. Berlin, 11. August. (DNB.) Am Nachmittag des 10. August hat ein feindliches Flugzeug Bom - b en auf das Hospital in Tirlemont abgeworfen. Sie landeten als Blindgänger im Hospitalgarten. Das Hospital ist in üblicher Weise durch Rote-Kreuz-Bemalung gekennzeichnet und mit deutschen, englischen und belgischen Verwundeten belegt. In seiner Umgebung befinden sich keinerlei militärische Objekte. Dieses traurige Heldenstück reiht sich würdig an eine lange Reihe ähnlicher Schandtaten an. Aus aller Welt. Feldpostpäckchen beraubt Das Sondergericht verurteilte die Ehefrau Busch aus Siegen, die als P o st h e I f e r i n beim Postamt Siegen Feldpostpäckchen unterschlagen hat, wegen Vergehens gegen die Volksschädlingsverordnung zu sechs Jahren Zuchthaus. Die Angeklagte gab zu, sich etwa 20 Feldpostpäckchen, die von der Front in die Heimat gesandt worden waren, angeeignet zu haben. Durch einen Zufall würde der Kriminalpolizei bekannt, daß die Angeklagte im Besitz von größeren Mengen Zigarren und Zigaretten, Kaffee, Schokolade und Bekleidungsstücken war. Die Umhüllungen der Päckchen hat die Angeklagte verbrannt. Das Gericht wies darauf hin, daß die Angeklagte durch ihr volksschädigendes Verhalten die Verbindung zwischen Front und Heimat zu stören versucht habe. Die schriftlichen Mitteilungen, die den Päckchen beigelegt waren und von der Angeklagten unterdrückt wurden, seien das Wesentliche der Feldpostsendungen gewesen. Vollstreckung von Todesurteilen. Am 9. August 1940 ist der 1918 in Hamborn geborene Kasimir Torz hingerichtet worden, den das Sondergericht in Königsberg i. Pr. als gefährlichen Gewohnheits- und als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat. Torz hat zahlreiche Diebstähle begangen und bei feiner Festnahme bewaffneten Widerstand geleistet. Ferner sind der 1905 in Wittenberg geborene Horst Hantel und der 1897 in Berlin geborene Alfred Thurau hingerichtet worden, die das Sondergericht in Königsberg i. Pr. als Volksschädlinge zum Tode verurteilt hat. Hantel hat sich als Sachbearbeiter bei einer wehrwirtschaftlichen Dienststelle, die seinen bisherigen leichtfertigen Lebenswandel nicht kannte, von dem Mitverurteilten Thurau bestechen lassen und skrupellos — teilweise unter Ausnutzung des Kriegszustandes — umfangreiche Betrügereien verübt. Thurau hat einen Betrug zum Nachteil der Wehrmacht unter Ausnutzung der Kriegsoerhältnisfe begangen und sich an mehreren bei ihm angestellten Mädchen vergangen. Ebenfalls ist der 1899 in Jessin geborene Ernst Ri stow hingerichtet worden, den das Sondergericht in Rostock als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat. Ristow, der aus einer Strafanstalt entwichen war, hat in der Nähe von Penzin auf offener Straße eine Frau überfallen und beraubt. Am gleichen Tage wurde der 1911 in Heidelberg geborene Friedrich Bayerbach hingerichtet, den das Sondergericht in München als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Beyerbach, ein vielfach vorbestrafter, gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, hat die Verdunkelung zur Begehung einer schweren Räuberei ausgenutzt. __________________________ Malaria-Epidemie in Wesl-Analolien. Aus Jsmir (Smyrna) und aus vielen anderen Städten West-Anatoliens werden schwere Malaria- Epidemien gemeldet. In Torholi und Nasilli hat die Krankheit einen verheerenden Umfang angenommen; sie findet ihre Opfer besonders unter den Kindern. Der türkische Gesundheitsminister hat sofort die Lieferung großer Mengen von Chinin in die bedrohten Gegenden veranlaßt. In Aidin und Ma- nifa wurden besondere Ausschüsse zur Bekämpfung der Malaria gebildet, die mit allen Mitteln das weitere Umsichgreifen der Krankheit verhindern sollen. Fünf Tote bei einem Explosionsunglück in Triest. In der Maschinenfabrik von San Andrea in Triest hat infolge Versagens eines Sicherheitsventils der glühende Guß eines Ofens sechs Arbeiter so schwer verletzt, daß fünf ihren Verletzungen erlagen. Vier Generationen als Feldzugsteilnehmer. Die Familie H e i d e r aus Utzenhofen bei Neumarkt (Bayrische Ostmark) kann vier Generationen als Feldzugsteilnehmer nachweisen. So nahm der Urgroßvater Heider, der hochbetagt 1884 verstarb, am napoleonischen Feldzug 1812 in Rußland teil, während sein Sohn Josef die Feldzüge 1866 und 1870/71 mitmachte. Der Landwirt Alois Heider, der Sohn des vorerwähnten, zog bei Ausbruch des Krieges als Sanitätsfeldwebel ins Feld, und zur Zeit ist wieder fein eigener Sohn, der auch Alois heißt, eingerückt und hat an den Kämpfen in Frankreich teilgenommen. Wolfsplage in Norwegen. Im norwegischen Hochgebirge um Rondone im östlichen Teil des Landes machen sich in der letzten Zeit Wölfe stark bemerkbar. Immer wieder werden zerrissene Schafe und Renntiere, sowie tote Kälber gefunden. Selbst scheues Wild flüchtet vor den Raubtieren in die Täler. Einige geübte Wolfsjäger aus Alvdalen haben sich jetzt zu einer größeren Wolfsjagd ins Gebirge begeben. HaupljchrifUeiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriflleiters: Ernst Blumschcin. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtfchaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Untvettitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleitrr: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenletter: Hans Beck. VerantworUich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. 36191) Butzbach, Gießen, den IO. August 1940. 02713 Gießen (Wolfstraße 14), den 12. August 1940. 02712 Ortenberg, Kinzenbach, den 12. August 1940. 3616 D tember gesucht. 3615D Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 13. August um 14.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt — Von Blumenspenden wolle man gütigst Abstand nehmen. Am 9. August entschlief mein herzensguter Mann, unser lieber Sohn, Schwiegersohn und Schwager Die trauernden Hinterbliebenen: Minni Brücher, geb. Schlierbach Marie Brücher, als Mutter Familie Schlierbach. Im Namen der Hinterbliebenen: August Emse Karl Jordan und Frau, geb. Emse und Enkelkind Werner. Im Namen der Angehörigen: Walter Eberhard. Die Einäscherung findet in Gießen statt. Trauerfeier Dienstag, 13. August, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes in Gießen. Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bitten wir, abzusehen. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang meiner lieben, guten Mutter Frau Elisabeth Eberhard, geb. Mandler bringe ich hiermit meinen tiefgefühlten Dank zum Ausdruck. Rat Th. Buchmann Offenbach a. M., Platz der SA 3. [Stellenangebote Keine Ursprungs- Zeugnisse, wndern nur Zeugnis» abschrtften dem B» werbungsschreiben bei* legen! — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Set* metdung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerber» tragen! Plötzlich und unerwartet starb heute, einen Tag vor ihrem 66. Geburtstage, meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin, Tante, Nichte und Kusine Frau Marie Emse, geb. Wagner. 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Was er im Film einfing, Ist das rätselhafte, geheimnisvolle Afrika in seiner ganzen unberührten Wildheit und Schönheit Neueste Ufa-Wochenschau Kisa Tägl.4,6,8.15 - Jugend hat Zutritt Ab morgen DIENSTAG ist mein Geschäft wieder geöffnet Konditorei und Kaiiee Krämer Besitzer.- L. Keil 3612 D Eichene Schlafzimmer vorrätig Möbelfachgeschäft Georg Reuß Schulstraße 6 Ohne Gewähr Nachdruck verboten tDLlv.ttttauszug 5. Klasse 3. Deutsche Reichslotlxrie Aus jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe'Gewinne gefallen, und zwar je einer aus bfe Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen jL H und m 1. Ziehungstag 9. August 1940 Sn der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 50000 NM. 200534 6 Gewinne zu 10000 RM. 96792 276615 , 9 Gewinne zu 5000 RM. 83737 374494 390683 9 Gewinne zu 4000 RM. 160425 213033 389610 « 21 Gewinne zu 3000 RM. 27945 66125 66178 /69L5 232016 311692 398305 f r 39 Gewinne zu 2000 NM. 20572 43813 75027 119784 151995 158128 169137 217085 294771 301713 308199 357933 380211 . 111 Gewinne zu 1000 RM. 32797 34368 59788 6087Ö* 66571 83198 87101 96244 130503 131895 149455 151757 170750 182285 186632 198354 215381 215716 221976 234410 249438 265632 297955 305429 319089 335083 336617 341978 353076 357835 359276 360308 370585 375459 381803 387532 39?/< 6 2. Ziehungstag 10. August 1940 Zn der Vormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 30000 RM. 35859 ' 3 Gewinne zu 10000 RM. 209088 / 12 Gewinne zu 5000 RM. 7429 11882 189672 384116 6 Gewinne zu 4000 NM. 19741 127793 15 Gewinne zu 3000 RM. 17903 57711 64753 340310 341751 57 Gewinne zu 2000 RM. 7073 10099 14265 23921 41475 53970 84293 132389 134572 140568 177287 188170 227005 266129 316549 354853 360939 385878 386686 111 Gewinne zu 1000 RM. 9269 28456 37883 46340 62379 70106 83909 87782 104410 131468 143370 165197 173591 177504 181036 206691 216143 221734 226849 242906 248874 270744 272853 279634 282507 284080 291161 298758 303282 313620-349541 361803.363633.368891 _383169 -39511L 397277 GLORlfl Nur2Tage! Heute Montag, Dienstag MMchcnjahre einer Königin Olga Limburg, Otto Treßler Paul Henkels, Heinz Salfner Regie: Erich Engel Neueste üobwwochcntchLu Heute Montag Neuajjfführung Lichtspielhaus 4, 6, 8.15 Uhr. Jugendliche*haben Zutritt '3611 A| 40000 km mit Wilhelm Eggert POLAST Giessen Nr. 189 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhejjen) Montag, (2. August 1940 enschaftlichen rage", die in einer Tonfilmabend im Marine-Bootehaus zweite Tonfilm „U-Boote am Feind". Das harte, altbewährt Um die Erdal-Blechdosen mehrmals verwenden zu können, gibt es nun auch Erdal-Nachfüllpackungen. Diese setzt man einfach « in die leere Erdaldose, die sich auf diese Weise lange Zeit verwenden läßt. Deshalb leere Erdaldosen , aufbewahren I Qualität undMenge selbstverständlich wie in der Blechdose. ungsplanes für das Kliniksviertel find ferner für mehrere Kliniken Erweiterungsbauten vorgesehen, von denen einige bereits im Bau begriffen sind (Medizinische Klinik, Medizinische Poliklinik, Chirurgische Leterinärklinik). Geplant ist ein Neubau des Anatomischen Institutes, der Geburtshilflichen Veterinärklinik und ein umfassender Neubau für die gesamten landwirtschaftlichen Institute. Weiterhin find Erweiterungsbauten am Physikalischen.Institut vorgesehen und beträchtliche Vergrößerungen der Universitäts-Bibliothek, sowie ein modernes Verwaltungsgebäude und Rektorat. Durch fortlaufenden Ausbau der Inneneinrichtungen der übrigen Kliniken, Institute und Seminare ist eine steigende Förderung der Forschungsmöglichkeiten gegeben. Wenn Justus von Liebig in den Erinnerungen an seine Gießener Zeit (1824—1852) schreibt, es sei eine Art höhere Fügung gewesen, die ihn an eine kleinere Universität geführt hätte, wo sich alles auf die Arbeit konzentrierte, so gilb dies Wort auch heute noch und erst recht. Engste Gemeinschaft, wie sie sich nur an einer kleinen Universität ermöglichen läßt, verbindet in Gießen Professoren und Dozenten mit ihren Studierenden. Sie äußert sich vor allem in der wissenschaftlichen Ausbildung bei Forschung und Lehre, in Klinik, Laboratorium und Hörsaal, aber auch ebenso durch Teilnahme am studentischen Leben außerhalb der Institute. Weitgehendst entwickelt ist die persönliche Betreuung des einzelnen Sttidierenden durch Dozenten- und Studentenschaft. Nicht Besitz und Vermögen der Eltern, sondern Begabung und Fleiß sollen entscheiden, wer an der Hochschule seine Ausbildung für den Dienst am Volke finden kann. So bestehen mannigfache Einrichtungen, wie Reichs- und Kameradfchaftsförde- rung, Stipendien und Kolleggeld-Ermäßigungen, die demjenigen ein freies oder verbilligtes Studium ermöglichen, der unter dem Prinzip der Auslese nach Begabung, Fleiß und gesamter Haltung bestanden hat. Die Studiengebühren und Kolleggeld-Sätze sind als alte Landesuniversität sind fast alle Institute neben der Hauptaufgabe der Grundlagen-Forschung mitber Erforschung des hessen-nassauischen Raumes beschäftigt. Die Erfolge dieser raumgebundenen Wissenschaft haben sich zu den Bestrebungen verdichtet, in Gießen eine „Wissenschaftliche Akademie" des NS D. -Dozentenbunde s zu errichten. Im Sinne deutscher Kulturarbeit werden ferner im Spätsommer 1941 die „Gießener Ferienkurse" Kvieder ins Leben gerufen, die während der Jahre 1928 bis 1930 durchgeführt, und Dom Ausland als Vermittler deutschen Kulturgutes besonders begrüßt und besucht wurden. Die günstige Lage, deren Gießen sich rühmen darf, und die Fülle der Eindrücke, die in seiner landschaftlich bevorzugten, historisch und künstlerisch bedeutungsvollen Nachbarschaft den Besucher dieser Kurse erwarten, lassen Gießen auch in dieser Hinsicht als geeignetste Stätte erscheinen. Eindeutig tritt der Aufbauwille der Universität Gießen in dem zusammen mit der Stadt vorbereiteten großzügigen und vorbildlichen Generalbebauungsplan in Erscheinung. Daß die Universität bauen kann, dankt sie der tatkräftigen und verständnisvollen Unterstützung und Förderung durch den Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. So konnten im Zuge des weiteren Auf- und Ausbaues der „Ludoviciana“ im letzten Trimester eine zahnärztliche Poli-Klinik und ein Institut für Kautschukforschung errichtet werden. Im Zuge der räumlichen Erneuerung und Erweiterung konnte dank der weitgehenden Förderung durch den Oberbürgermeister der Stadt Gießen das Universitäts- Hauptgebäude wesentlich erneuert und umgebaut werden. (Vgl. den Bericht im „Gießener Anzeiger" Nr. 186 vom 8. August.) In einem Festakt wird An? fang Oktober in Anwesenheit des Gauleiters die Einweihung dieses Umbaues vollzogen werden. Gleichzeitig wird die neue Skulpturenhalle ihrer Bestimmung übergeben. Im Bereiche des Generalbebau- Schriftenreihe zusammengefaßt einem noch größeren Kreis zugänglich gemacht werden. In ihnen kommt zum Ausdruck, daß unsere Professoren in der Lage sind, ihre geistigen Waffen scharf zu halten und zum Einsatz für das Vaterland zu gebrauchen. Es sprachen vor den Angehörigen von Partei und Wehrmacht die Professoren Kranz über „Soldatentum auf rassischer Grundlage" und „Bevölkerungspolitisches und Rassenbiologisches zum Kamps um den Neubau Europas", Willeke über: „Hauptprobleme der Kriegswirtschaft", S e s s o u s über: „Ernährungssicherung im Kriege von der In der Stadt ist von der eigentlichen Erntearbeit weniger zu spüren, aber zuweilen kommt es vor, daß ein hochbeladener Erntewagen die Außenbezirke passiert. Der Duft des Sommers zieht dann durch die Straßen, und die Fußgänger schauen für eine Weile dem Gefährt nach, von dem einzelnen Halme oder Feldblumen zur Erde fallen, und dort als Gruß von der Ernte liegen bleiben. Tag für Tag aber tönt das Lied der Arbeit über den Fluren, unb bis in den sinkenden Abend sind unsere Volksgenossen dort beschäftigt, das-Getreide zu bergen, das Brot für alle verheißt. In Kürze wird bereits der Wind über die Stoppelfelder wehen, doch dann ist das kostbare Gut in den Scheunen geborgen, unb der Herbst mag uns die Früchte bescheren, die jetzt noch der Reife harren. Sch. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Safari". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchenjahrs einer Königin". Verwertung von Nuß- und Obstbaumholz nur mit Genehmigung. Infolge des starken Frostes im Winter 1939/40 ist ein großer Teil der Walnuß- und Obstbaumbestandes in Gärten, an Wegen und sonstigen der forstlichen Bewirtschaftung nicht unterliegenden Baumanlagen eingegangen. Es besteht die Gefahr, baß diese Bäume zu Brennholz aufgearbeitet ober höchstens als Möbelholz verwendet werden. Die Kriegswirtschaft benötigt dagegen das Nuß- und Obstbaumholz dringend zur Fertigung von Gewehrschäften, zum Modellbau für Flugzeug- motore, zur Herstellung von Furnieren, zur Ausfuhr und für wichtige Jnlandzwecke. Auf Grund des § 5 der Verordnung über die Errichtung einer Reichsstelle für Holz ist daher bestimmt worden, daß bas beim Abtrieb solcher Bäume anfaHenbe Nutzholz von Klasse drei aufwärts, bei größeren Mengen auch von Klasse zwei an von den Besitzern den zuständigen Forst- und Holzwirtschaftsämtern bzw. Forstämtern des Reichsnährstandes zu melden ist unb nur an Käufer, bie im Besitze einer Bescheinigung 1)e5 zuständigen Forst- und Hvlzwirtschafts- amtes find, abgegeben werden darf. Aus der Stadt Gießen. Vor der Stadt... Ueber den Feldern liegt der Duft der Reife. Müde steht bas letzte Getreide und wartet auf den Schnitter. Wenn die Sonnenstrahlen herniederfen- aen, dann flimmert es auf den Fluren wie lauteres Gold. Es ist die hohe Zeit des Jahres, in der die ^Mutter Erde ihren reichen Segen spendet, der in vielfältiger Gestalt sichtbar zur Schau steht. Draußen vor der Stadt, wo die Felder das Land- schaftsbild prägen, klingt nun schon seit einiger Zeit das Rattern der Maschinen unb das Stampfen der Hufe. Für die bäuerliche Bevölkerung heißt es zeitig das Tagewerk beginnen, damit die kurze Frist genützt werben kann, bie noch für bie Ernte zur Verfügung steht. Bauer und Bäuerin, Knecht und Magd stehen in Reih unb Glieb bei ihrer angespannten Tätigkeit, und mit ihnen sind die Erntehelfer, die Burschen und Mäbel, unverbrossen an ihrer Aufgabe, bie sie im Dienste ber Nation auf sich nahmen. Es ist eine Gemeinschaft emsig schaf- fenber Menschen da draußen, eine Gemeinschaft, die die Wichtigkeit ber Erntearbeit für bas Gemeinwohl symbolisch zum Ausdruck bringt. Zischend fährt der blanke Stahl zwischen die Halme, beren unburchdringlich scheinenbe Reihen immer lichter werben, bis schließlich nur noch bie Stoppeln übrig bleiben. Vielfach folgen bie Garbenbinder ber Mähmaschine, an anderen Stellen bündelt bie Maschine die Garben gleich. Hier unb da sieht man auch einen Mähdrescher in Tätigkeit, der in einem Arbeitsgange mähen, binden unb breschen kann. Es ist ein vielgestaltiges Bilb fleißiger Arbeit, bas sich jetzt überall auf ben Felbern bietet, und wohin bas Auge auch schweifen mag, sieht es zwischen dem (Betreibe auf dem Halm unb ben bereits errichteten Garben nickende Pferbekvpfe und die hallen Kapfbebeckungen eifrig tätiger Menschen. Wer mit ber Eisenbahn bie Lanbschaft burchfährt, hat streckenweise Gelegenheit, bie ganze einbrucks- volle Schönheit bieses sommerlichen Bildes in sich aufzunehmen, das stolz von beutfcher Art und deutschem Schaffen kündet. Der von ben westlichen Plutokratisn dem beut- schen Volke aufgezwungene Krieg hat bas Kultur- unb Geistesleben ber beutschen Universitäten eben* |owenig erschüttern ober schwächen können, wie er has an irgendeiner anderen Front des deutschen Lebens vermocht hat. So ist ber Krieg ein Prüf- jtein geworden für die geistige Haltung unb die im Volke verwurzelte Lebenskraft unserer Hohen Schulen. Durch eine gesteigerte Aktivität, getragen von dem geschlossenen Abwehrwillen einer jungen, nationalsozialistisch ausgerichteten Mannschaft von Professoren, Dozenten, Assistenten und Studenten hat auch die Universität zu Gießen in den vergangenen beiden Trimestern in der geistigen Auseinandersetzung der Mächte ihre Bewährung gefunden. In einem stolzen Rechenschaftsbericht konnte der Rektor der Universität, Gauamtsleiter Professor Dr. Kranz, am 1. Juli 1940 anläßlich des 333. Geburtstages der Ludoviciana Zeugnis ablegen über die ben Kriegsverhältnissen angepaßte gesteigerte Leistungsfähigkeit und die auf - trebenbe Lebenskraft dieser burch ihre ahrhunbertealte Trabition ausgezeichneten Uni- )erfität. Die genannten Momente äußerten sich am innfälligsten in der Uebernahme ber Arbeit durch -ine Anzahl von der Front zurückgekehrter Pro- efforen, Dozenten und Assistenten, wodurch der Unterrichtsbetrieb in vollem Umfang aufrechterhalten werden konnte, ferner in der Durchführung von wissenschaftlichen unb volkstümlichen Vortragsreihen und vor allem in der Inangriffnahme eines großzügigen Ausbauprogramms ber Kliniken, Jn- titute unb Seminare. Besondere Beachtung fanden die „W e h r w i s - dringlich vor Augen geführt, der Kamps mit der stürmischen See, Angriffe gegen Handelsschiffe und Geleitzüge, Angriffe durch Zerstörer mit Wasserbomben. Die vorbildliche Zusammenarbeit aller U-Boot-Angehorigen und Kameradschaft, die zum Erfolg geführt, gaben dem Film feine Krönung. Als letzter Film wurde gezeigt „Danzig ist wieder deutsch". Die letzten Ausdrücke polnischer Anmaßung zogen vorüber, die Abwehr durch Danziger Heimwehr, die Beschießung und Erstürmung der Wester- platte, die Beschießung der Halbinsel Hela sowie deren Uebergabe und Besetzung. Die Reste polnischer Großmannssucht sah man zusarnmengejchossen ober zertrümmert durch unsere Stukas in ben Häfen liegen. In mannigfachen Kampfbilbern sah man die Kriegsmarine im Einsatz. Mit reichem Beifall wurde für den Abend gedankt. Der Kameradschaftsführer dankte herzlich dem Kameraden Stabsfeldwebel Heinemann, der die Filme vorführte. Im Rahmen ihrer August-Monatsmusterung hielt die Marine-Kameradschaft Gießen am Samstagabend eine Tonfilmveranstaltung mit Filmen des Oberkommandos der Kriegsmarine ab. Der Bootshausraum war bis zum letzten Platz besetzt. Außer den Kameraden des NS.-Marinebundes waren Urlauber sowie Obergefolgschaftsführer R u p p e l mit einem Lehrgang des M.-HJ.-Heimes erschienen. Kameradschaftsführer Lich aab bei der Begrüßung seiner Freude darüber Ausdruck, daß auch diesmal wieder sich das alte Bild zeigte: die jungen Kameraden von der Marine-HI., die einstmals zur See fahren wollen, neben den aktiven Angehörigen und ben alten Kameraben bes NS.-Marinebundes, die, da sie nicht mehr aktiv vor dem Feind stehen, ihre vornehmste Aufgabe darin sehen, zu werben für den Marinegedanken. Ein starke, lebensfrohe Nation braucht eine starke Flotte, und Deutfchland wird diese Flotte haben. Im Binnenland den Willen zum Dienst bei der Kriegsmarine zu wecken, diene auch dieser Abend, der ein Auftakt sei zu weiteren Veranstaltungen in dazu berufenen Kreisen. Dann dankte der Kameraschaftsführer dem Kameraden Oberpostschaffner i. R. Fr. Gräf für feine 40jährige Zugehörigkeit zur Kameradschaft und überreichte ihm die goldene Ehrennadel des NS.-Marinebundes. Friedrich Gräf war vor 50 Jahren Marineangehöriger und Teilnehmer bei der Uebergabe der Insel Helgoland an Deutschland. Seine Dienstzeit sah ihn ferner auf verschiedenen Auslandreisen auf deutschen Kriegsschiffen. Die dann gezeigten neuen Tonfilme riefen außerordentlichen Beifall, insbesondere bei den Jungen, hervor. Der Film „Mit dem Kreuzer »Königsbergs in See" zeigte die Ausbildung unserer blauen Jungen auf allen Gebieten. Besonders interessant war der Die Ludwigs-LlmversM zu Gießen. Eine Stätte aufstrebender nationalsozialistischer Korschungs- und Lehrtätigkeit pflanzenbaulichen Seite betrachtet", Beller über: „Tierseuchen im Kriege", Borries über: „Bismarcks Stellung zu Staat unb Volk", Haag über: „Seuchenbekämpfung im Kriege", Deist über: „Aufgaben bes Sanitätsoffiziers im Rahmen der Wehrwissenschaft", Klute über: „Der Ostraum Europas wehrgeographisch betrachtet unb „Die Entstehung bes Britischen Kolonialreiches geopolitisch betrachtet", Rolfes über: „Fragen ber Ernährungssicherung unter wehrwissenschaftlichen Gesichtspunkten", Vollrath über: „Mythen um England", v. Gall: „Die Behandlung der Feinde in Amerika bes 19. Jahrhunderts", Koch über: „Der Mensch im Flugzeug", Scharrer über: ,Aufgaben ber Agrikulturchemie für die Ernährungsicherung". Den Höhepunkt dieser Vortragsreihen bildete eine gemeinsam mit der Kreisleitung Wet- terau der NSDAP, in ber Aula ber Universität veranstaltete Kundgebung, in welcher ber Leiter bes Rassenpvlikischen Amtes ber NSDAP., Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß, Berlin, über „Die geistigen Fronten im Machtkampf der Gegenwart" sprach. Neben diesen in den beiden ersten Trimestern durchgeführten Vortragsreihen führte eine zweite Vortragsreihe: „Volkstümliche Vorträge unb Vorlesungen" einen großen Hörerkreis in allgemeinverständlicher Form in die Forschungsgebiete zahlreicher Professoren und Dozenten ein. In den Kliniken, Instituten und Seminaren konnte neben der Unterrichts- unb Vortragstätigkeit die Forschungsarbeit ungestört weiterlaufen. ____—....... VU11C/ Bedingt durch die Eigenschaft unserer Universitas I schwere Bordleben auf dem U-Boot wurde ein- Schwester Monikas schwerste Nacht. Don Kurt Günther von Uscher. Noch einem heißen Tag, ber unsere Truppen in siegreichem $orftürmen gesehen • hatte, sank eine tintige, wolkenverhangene Nacht auf bie Kampffelder nieder. In dem schmalgestreckten Glashaus, das wie ein glitzernder Wurm am Flußufer nicht weite hinter der Front entlangkroch unb von ben deutschen Sanitätsbehörden zum provisorischen Frontlazarett auserwählt war, durfte kein Licht an- gezündet werden. Eine ordnungsgemäße Verdunkelung ber blanken Glasflächen war noch nicht" möglich gewesen, unb der kleinste Helligkeitsschimmer wäre ben feindlichen Nachtbombern ein Leuchtfinger gewesen. So zitterten die Seufzer der Verletzten durch bie tiefe Finsternis unb mengten sich mit ben schemenhaft hellen Schatten ber vorüberhuschenden Schwe- ftem gu einem Bilb von seltsamer Phantastik. Inmitten dieser bunklen Welt aus Schmerz unb Leiden stand ein blondes, junges Mädchen, das nod) vor nicht allzu langer Zeit mit seinem silbrigen Lachen die Hallen bes Konservatoriums ertönen machte, unb gn besten Arm jetzt bas Rotkreuz leuchtete. Schwester Monika hob mit einem Seufzer die müben unb karbolverätzten Hänbe vor bie Stirn. Wo waren bie Stunden überschäumender Fröhlichkeit und sonnigen Musizierens? Jahre schien bas zurückzuttegen, Jahrzehnte. Die labernde Kriegsfackel war dazwischengefahren. Drei Brüder zogen hinaus, darunter auch Fritz, ber jüngste unb ihr Lieblingsbruber zugleich, der ihre Sonaten so seelenvoll auf der Geige begleitete. Da hielt es das Mädchen Monika nicht länger in ben weltfernen Hallen ber Kunst. Helsen! zitterte es durch ihre Seele, Schmerz lindern, den Männern nach besten Kräften beistehen in diesem geschichtlichen Ringen. Und sett sechs Monaten bereits tat die junge Rote-Kreuz-Schwester Monika Dienst in ben Lazaretten, oerbanb bie Blutenden, tröstete die Traurigen und tat mehr als ihre Pflicht. Aber heute konnte sie beim besten Willen nicht mehr. Sie. war zum Umfallen müde. Schlaf! zitterten ihre schweren Lider, Schlaf! bettelten ihre wunden Füße, sieben Nachtwachen hintereinander hatten die Widerstandskraft des 18jähritzen Körpers gebrochen. Schwester Monika tappte sich langsam zum Ausgang, sie mußte Ersatz auftreiben, denn sie war am Ende chrer Kraft. In diesem Moment ging die Tür auf, und zwei Sanitäter stellten die Bahre mit einem Schwerverletzten zu Boden. „(Eitriger Beinschuß!" sagte der eine kurz zur Schwester, „Blutvergiftung, hohes Fieber, heute nacht vermutlich Krise!" Und dann hatte die Nacht sie wieder verschluckt. Sie hinterließen eine kleine Schwester in dem größten Gewissenskonflikt ihres Lebens. Dieser neue Kamerad darf nicht allein gelassen werden! befahl ber Verstand, Schlaf!, Schlaf! bäumte sich ber Körper auf. Aber vielleicht konnte boch Ersatz herbeigeholt werden? „Schwester Jrmingarb! Schwester Jrmingard!" flüsterte bas Mädchen in bie Finsternis. Aber nichts antwortete als das leise Stöhnen ber vom Fieber Gequätten. Die Kollegin schlief längst irgenbwo ben Schlaf bes Gerechten. Das kleine blonde Mädchen ertastete ein leeres Feldbett und ließ sich darauf nieder. Kühles Linnen lockte. Der Leichtsinn begann zu flüstern. „Der Verwundete braucht dich nicht! Blutvergiftung! Was kannst du da schon helfen? Er wird es allein überstehen. Und du legst dich nieder und schließt ein ganz klein wenig die Augen. Nach sieben Tagen nur ein ganz klein wenig. Nur eine halbe Stunde, nur fünf Minuten!" Es war die schwerste Versuchung ihres Lebens. Aber bie kleine, tapfere Schwester Monika bestand sie. Sie riß sich noch einmal hoch unb legte bem Schwerverwunbeten bie Hanb auf bie Stirn. Wie er fieberte! Sehen konnte sie nichts. Heißes Mitleib quoll in ihr hoch. Gewiß bangte zu Hause eine Mutter, eine Braut um ben Jungen. Das Leben eines deutschen Kämpfers, eines Kameraden stand auf bem Spiel, was galt da ein bißchen Schlaf; pah! Unb bas kleine blonbe Mäbchen mit bem Rotkreuz auf bem Arm setzte sich neben ben Stöhnen- ben und begann bie Stirn mit Umschlägen zu kühlen. Dolle sieben Stunben lang, unter übermenschlicher Ueberroinbung ihres eigenen Schwächezustan- bes, bis vier Uhr morgens. Don diesem Zeitpunkt an wurde der Schwer- verwundete ruhiger, sein Fieber sank rasch, und er verfiel in einen tiefen und regelmäßigen Schlaf. Die kleine Schwester Monika aber wurde von ber Erschöpfung übermannt unb schlief reglos auf ihrem kleinen Sesselchen ein unb schlummerte auch noch fest als längst bie golbene Morgensonne durch bie Gkasfencher leuchtete, bie Vögel fangen und bie Leichtverwunbeten flüsternd Witze machten. Und so traf sie auch ber Stabsarzt bei ber Morgenvisite. „Tapferes kleines Mäbel!" murmelte er und strich ihr ohne sie aufzuwecken eine blonbe Locke aus ber Stirn zurück. Und mit einem Seitenblick auf die Fieberkurve: „Sie hat ihm bas Leben gerettet!" Dann sah er auf bie Namenstafel und erstarrte. „Sagen Sie", wanbte er sich an den Assistenzarzt, „wie heißt Schwester Monika mit dem Familiennamen?" ,^Hübner." „Aus Eisenach, wenn ich mich recht entsinne?" „Jawohl!" Der Stabsarzt blickte nochmals auf die Namenstafel. „Fritz Hübner, Eisenach" stand dort. ,^Jhr Bruder! sagte ber Stabsgrzt erschüttert, unb es war ihm, als ob bas Schicksal ihn mit eiskaltem Hauch anblies. „Na, bie wirb Augen machen, wenn sie aufwacht!" sagte er bann fröhlich unb ging an der kleinen, blonden Schwester Monika vorüber, die lächelnd im Morgenrot schließ Reisebegleiterin gesucht... Gastspiel Charlotte Susa. Das Lustspiel, bas am vergangenen Samstag in unserem Stabttheater aufgeführt würbe, war — Spiel bes Zufalls — vor genau einem Jahr schon einmal gezeigt worben. Dem Lustspiel war also für unsere Stadt ber Reiz ber Neuheit nicht zu eigen, immerhin bewies es Anziehungskraft genug, um bem Stabttheater zu einem vollen Hause zu verhelfen. Die Besucher folgten ber sehr gewandten Aufführung mit aller Aufmerksamkeit. Vor einem Jahre trug Maria Paubler bie weibliche Hauptrolle — biesmal lernte man Charlotte Susa in dieser Rolle kennen, die viel innere unb äußere Haltung, Schlagfertigkeit unb in Teilen auch eine sicher gemimte Trivialität verlangt. Die Hanblung bes Lustspiels (von Heinz K l i m • m e r) kann in wenigen Worten erzählt werden. Ein Großindustrieller sucht alljährlich für seine Ferienreise und gegen ein Entgelt von 5000 Mark eine Reisebegleiterin auf dem nicht ungewöhnlichen Wege über ein Inserat in der Zeitung. Er findet diese Reisebegleiterin auch. Stoßweise flattern ihm die Angebote auf ben Schreibtisch, viele Offerten lebenslustiger, unbebenklicher ober raffinierter junger Damen. Aber eines Tages bekommt er doch das Gefühl dafür, daß dies nicht die richtige Art ist, bie Ferien zu verbringen. Da bringt ihn sein Freunb auf den Gedanken, doch einmal seine gut aussehende und kluge Sekretärin zu einer solchen Ferienreise einzuladen. Aber diese Sekretärin ist anderer Art. Ihr gelingt es, ihrem Chef eine andere Meinung über Frauen beizubringen, ihn ernsthaft verliebt zu machen, ja, sie vermag es sogar nach scheinbaren Mißerfolgen, den Mann in den Hafen ber Ehe zu lotsen. Das wäre bann das Ende des Lustspiels, und man ist als Zuschauer einigermaßen roh, daß die Geschichte so gut ausgeht. Die Handlung läßt erkennen, daß es reichlich Stoff zu spitzen Bemerkungen gibt. Es gibt auch manchen Anlaß herzlich zu lachen. Es gibt aber auch manchen Punkt, an dem sich das Lustspiel an der Grenze des guten Geschmacks bewegt. Jedoch die ausgezeichnete Darstellung hilft darüber hinweg. Charlotte Susa als Sekretärin stand dem sno- bifttschen Generaldirektor mit ben lockeren Auffassungen als das moralische Element gegenüber, dabei sehr repräfentabel, sehr weiblich unb liebenswürdig, sicher in der schwierigen Haltung, in die sie das Stück drängt und virtuos in der Beherrschung ihrer mimischen Mittel. Will Kaufmann zeigte sich als Generaldirektor auftrumpfenb geräuschvoll, betont selbstsicher, um bann doch auch wieder merken zu lassen, daß er weiß, auf welch schwankem Grund sich seine Exttavaganzen bewegen. Carl Heinz Klubertanz, der Freund, hatte es nicht leicht, als beratender, helfender und selbst in bie Sekretärin verliebter Dritter, den Zuschauer in der Komödie abzugeben und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Er tat es auf feine sympathische Art, bie ihm manchen Augenblickserfolg einbrachte. Unter feiner Regie zeigte sich das kleine Ensemble gut aufemanber ab gestimmt. Es gab herzlichen Beifall. H. L. Neunen abteüung reuen Julius Walth Karl. SJixfport Am Aus der engeren Heimat Oie Kämpfe des Sonntags. -4-SES--S --«ENS-Z- (Nachdruck verboten.) 24. Fortsetzung. Ortssportgemeinschaststag in Klein-Linden. goldenen Nadel zu gelangen. ♦ Lollar, 10.Aug. Unter starker Beteiligung der Lollarer und Ruttershäuser Bevölkerung wurde gestern der Rektor i. R. Heinrich Sehrt im Alter von 87 Jahren zu Grabe getragen. Rektor Sehrt, der vorher als Lehrer in Ulrichstein und Erbenbausen tätig gewesen war, wurde im Jahre 1ÜO4 von Ruttershausen nach Lollar versetzt und war bis au seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahre 1922 hier tätig. Doch Jahre 1905 an verwaltete er als Nachfolger von Hauptlehrer Meergott als Hauptlehrer und Rektor die hiesige Schule. Unter seiner Amtsführung wurde das neue Schulhaus erbaut. Stets war er um den äußeren und inneren Aufbau der ihm anvertrauten Schule bemüht, und er wurde auch mit Schwierigkeiten, die besonders wahrend der Seit des Weltkrieges auftauchten, mit Geschick fertig. Ein großer Teil der Lollarer Einwohner ist bet ihm in die Schule gegangen und denkt voll Dankbarkeit an seinen ehemaligen Lehrer zurück, der es in hohem Maße verstand, sich die Siebe seiner Schüler zu erwerben. Reiches Wissen, großes pädagogisches Ge- schick und hohe Aufsossung des Erzicherb-rufs zeich. neten ihn aus. rcit1 fnmornhfrhtifthmes zßernalt- Nach Flaggenhissung und Tagesspruch des Scharführers Albert Henkel und nach dem Gesang einiger Lieder traten die Teilnehmer zu den Wettkämpfen an. Es beteiligten sich daran die Hitler-Jugend, der BDM., das BDM.-Werk, das Jungvolk, die Jung- Die Melusine hatte gestern den ganzen Tag, tn nasse Tücher eingewickelt, dagestanden und stand heute noch da. Die Melusine existierte also nicht. Als Heins nach dem Mißlingen der Farbproben ohne Gruß gegangen und sie bald darauf gehört hatte, daß er fein Motorrad anließ, nahm sie an, Dafc die Dinge nun wieder in Fluß kommen wür- Ein verdienter Kolonialpionier 70 Jahre alt. Die schöne Melusine Roman bon Hans Richter Spät in der Nacht mrird Agnes Sprenger noch einmal ans Telephon gerufen und erfährt daß Bobby in Hallersdorfer Teerofen geblieben ist, Daß alles sehr schön sei und daß morgen die ganze Expedition mit der Jacht nach der Fabrik verfrachtet wevden müsse. , , , _ , Wilhelm Hellwig erlebt ferne letzte Enttäuschung: es ist nichts mit einem weiteren Beisammensein. Tilde wird morgen ganz früh mit ihrem Boot abfahren, und mehr als das Versprechern sie wolle am Samstag früh am Vormittag m Berlin fern, kann er nicht mitnehmen. Als er am nächsten Morgen in den Wagen steigt, ist Tilde längst fort. Sie hat einen Schlußstrich gezogen. Heinz Deetjen mag sich als Modell suchen, wen er will, vielleicht die Sprenger, und bestimmt hat sie, Tilde, mchr zu tun, als in Zukunft das Schloßgefpenst für die Deetjen zu fein. 22. An eben diesem Morgen erscheint Heinz Deetsen mit einem gewaltigen Oelkopf im Atelier... Greta Kranick, die, wie immer, schon da ist — wann wäre diese Frau einmal nicht rechtzeitig zur Stelle gern ef en —, wartet in Ruhe ab, was er ihr sagen und wann er etwas sagen wird. Sie beobachtet ihn ja Man könnte denken, jetzt sei die Sprenger zur Melusine geworden, so infam rätselhaft lächelt sie in sich hinein. - „Er kommt nachher noch hier vorbei , laßt sie fallen. cibrßl’iDeaen?w "Das gerade nicht. Er will Bobby abholem Sie wollen heute abend noch den Betrieb ansehen. ,>Und was meint Bobby dazu?" „Wozu beim?" „Zu Ihrer neuen Bekanntschaft natürlich. Agnes Sprenger tut beleidigt. „Sie denken na- türlich auch, ich hätte was mitjöobbq. Meinen Sie, ich ample nach kleinen Rollen?" Tilde antwortet nicht. Sie ist auch mel mehr Damit beschäftigt, sich auf das neue Zusammentreffen mit Deetjen oorzudereilen. Die Sprenger, die nicht ohne Verwunderung Tildes Umkleiden festgeftellt hat, ist im Hause verschwunden, um sich auch ihrerseits umzuziehen. Von den Filmleuten ist niemand Leichtathleten im Kriegsmeisterschastskamps Zwei Großkampftage im Olympiastadion. Vervollkommnung finden. Ebenso wird der Rett sport in dem Universitats-Reltmstttut, dem ältesten Deutschlands, weiterhin besonders gefordert. Die Erfolge dieser intensiv betriebenen korverllchen Ertüchtigung kamen kürzlich in Braunschweig wiederum zum Ausdruck, wo bei den Ausscheldungskampfen die Gießener Studentenschaft den Reichssieger un Kugel- toßen stellen konnte. , T , Anfang September wird bte Alma mater Ludo- viciana zu Gießen ihre Pforten zum dritten Trr- mefter 1940 öffnen und von Derjenigen <5tatte aus bem jungen akademischen Nachwuchs deutsches Kultur- und Geistesgut vermitteln, von Der Die genialen JDeen eines Justus von Liebig, eines Wil^lm KonraD Röntgen, eines August Wilhelm von Hofmann unD zahlreicher anderer Kulturgut der ga^en Welt geworden sind. Mochte der junge Student Gießen erleben, wie es einst Liebig empfunden hat: ... in Gießen konzentrierte sich alles m Der Arbeit, unD Diese war ein leiDenschaftliches Genießen. Musikschule für Zugeud und Bott. werfen, Gisela Mauermayer (München) hn Frauen-Kugelftohen und Lisa Geli u s (Mimchen) im Frauen-Speerwerfen. Neue Jahresbestleistungen erzietten Die neue Hochsprung-Meisterin Gunda Friedrich (Schweinfurt) nut 1,60 Meter, Wo- tapek (Wien) im Diskuswerfen nut 48,37 Meter, König (Stettin) im Weitsprung mit 7,42 Meter und Glötzner (Weiden) im Stabhochsprung nut 4,00 Meter. Oie neuen Titelträger. Htänner. 100 m: Mellerowicz (Berlin), 10,6 Sek. 200 m: Bönecke (Berlin), 22,1 Sek. 400 m: Wieland (Halle), 49,0 Sek. 800 m: Harbig (Dresden), 1:51,6 Min. 1500 m: Kaindl (München), 3:58,8 Min. 5000 m: Eitel (Eßlingen), 14:45,2 Mim 110-m-Hürden: Becker (Berlin), 15,4 Set. 400-m-Hürden: Mayr (München), 55,2 Sek. 3000-m-Hindernis: Seidenschnur (Kiel), 9:13,2 Mm. 10 000 m: Haushofer (München), 31:29,4 Min. 4 X 100-m-Staffel: Berliner SC., 43,0 Sek. 4 X400 m: Luftw. SV. Berlin, 3:18,4 . Min. 3 X 1000 m: Luftw. SV. Berlin, 7:30,6 Min. Weitsprung: König (Stettin), 7,42 m. Hochsprung: Nacke (Jena), 1,93 m. Dreisprung: Gleim (Frankfurt a. M.), 14,89 m. Stabhochsprung: Glötzner (Weiden), 4,00 m. Diskuswerfen: Wotapek (Wien), 48,37 m. Kugelstoßen: Trippe (Berlin), 16,31 m. Speerwerfen: Berg (Berlin), 67,73 m. Hammerwurf: Blask (Berlin), 53,76 m. Frauen. 100 m: Bieß (Berlin), 12,2 Sek. 200 m: Winkels (Köln), 25,6 Sek. 80-m-Hürden: Bieß (Berlin), 11,6 Sek. 4 X 100-m-Staffel: Hamburger SD., 49,7 Sek. Weisprung: Junghans (Naumburg), 5,70 m. Hochsprung: Friedrich (Schweinfurt), 1,60 m. Diskuswurf: G. Mauermayer (München), 45,94 m. Kugelstoßen: G. Mauermayer (München), 13,20 m. Speerwerfen: Gelius (München), 42,50 m. Schule war Rektor Sehrt eine bekannte Persönlichkeit. Durch seinen biederen Charakter und sein fteundliches Wesen erwarb er sich die Achtung und Wertschätzung aller, Die ihn kannten. Roch bis nach seiner Ruhestandsversetzung war er Organist Der Kirche zu Kirchberg. An feinem Grab legten im Namen Der Lehrerschaft der Schulleiter Eberle unter Würdigung Der Verdienste des Verstorbenen um Die Schule Der GemeinDe Lollar einen Kranz nieDer. Die Kriegerkameradschaft Lollar bestattete mit Rektor Sehrt ihr Ehrenmitglied, Der langer als 50 Jahre dem KysfhäuserbunD-Reichskriegerbund die Treue gewahrt hatte, mit vollen militärischen Ehren. Der Musikzug der Feuerwehrkapelle Lollar spielte am Grab das Lied vom guten Kameraden. Die Ka° aus künstlerischer Bedeutung bar. Die FamMe, ta Deren Besitz sich die Platte befindet, hat ein Uebri- ges getan und Die Tafel durch Den Weihbinber- meifter Hofmann bunt bemalen lassen, so daß sie sich an Der HauswanD, unmittelbar über Der Ruhebank an der Haustüre, sehr schmückend aus- mehr Da. . _ „ . Es trifft sich, daß Tilde gerade mit Hellwig vorn am See auf und ab geht, als das Motorrad ein- fährt. Sie tut so, als habe sie es nicht gesehen, nwD aber in ihrer Unterhaltung plötzlich lebhafter und vertraulicher, mehr noch, sie legt wieder einmal ihre Hand auf den Arm des beglückten Riesen. Was Heinz Deetjen mit dem Bootsmann, zu bem er hingegangen ist, beredet, kann Tilde nicht verstehen. Daß er sie aber erkannt hat, fühltsie Der Herr Graf Raimondin haben Die Melusine entdeckt, denkt sie. Und der Herr Graf ärgern sich über Den Fischschwan,> Von mir aus können Sie sich noch viel mchr ärgern, Herr Graf. Einmal kommt es so, und einmal kommt es anders. Bisher haben Sie mich stehen lassen, Diesmal ist Die Reihe an m Der Abend wird gezwungen luftig. Die Filmleute sind müDe, weil sie von der frischen Lust angestrengt sind. Bobby ist mit Deetjen auf Dem Motorrad davongefahren und kommt nicht wieder. nimmt. . . . Landkreis Gießen. * ßoHar, 11. Aug. Am heutigen Sonntag wetteiferten wieder Kameraden der Kriegerkame- r ad sch ast Lollar um die Erwerbung Der Kyffhäuser-Ehrennadel. Hierbei schoß Der Kamerad Heinrich Viehl als erster mit 140 Ringen Die golDene Ky f f h ä u s e r - E h r e n n a D e 1. Die Schießleistungen Der übrigen beteiligten Kameraden waren ebenfalls gut, so daß es ihnen bei Euerer Pflege Des Schießsports nicht schwer allen durfte, alsbald ebenfalls in den Besitz Der silbernen bzw. in Gießen in ihrer Höhe Die gleichen wie an allen - anderen deutschen Hochschulen. J Die gesamte junge Mannschaft der Studenten ist - in acht KameraDschaften zusammengefaß, 1 feiner steht abseits in Dieser jungen Gemeinschaft. JeDe Kameradschaft hat eines Der früheren Korpo- ■ rationshäuser übernommen unD unter Der tforoe» rung der Alten Herren einen Rahmen gefunden, m Dem sich Die neue Form studentischen Lebens entwickeln und auswirken kann. Politische Abende und Erziehungsstunden führen die jungen Studenten unter Leitung ihrer Kameradschaftsfuhrer zu ernster politischer und wettanschaulicher Erzlehungsarbett zusammen. Im Mittelpunkt der Kulturabende steht das rubere und heutige kulturelle Schaffen des Deut- dien Volkes. Auf Kameradschaftsabenden, m vielseitigem Sport, bei Wanderungen und ähnlichen Veranstaltungen kommt frohes Burschentum zu seinem Recht. Als veran wortungsbewußter Aktivist der großen deutschen Volksgemeinschaft bewahrt sich der Student im freiwilligen Einsatz 'M Ern te - und F a b r i k d i e n st. So sind diesmal Die Gießener StuDenten währenD Der ^emesterfenen zur Erntehilfe in Oberschlesien unD Die Studentinnen beim Roten Kreuz unD im Fabrikdienst eingesetzt. BesonDers bewährte sich auch im letzten Trimester im Kr egsleistungskampf Der StuDenten Dte Gemeinschaftsarbeit zwischen Dozenten und Rebe" der "geisttgen Betreuung und Fortentwicklung kommt an der Gießener Unwersttat auch die körperliche Ertüchtigung nicht zu kurz, Mannigfaltig sind die Sportmoglichkeiten, Die Den StuDenten geboten werben. Neben dem im Bau befindlichen Stadion Der StaDt sei der bestens aus- gestattete Universitäts-Sportplatz erwähnt auf Dem alle Arten Der Leichtathletik betrieben werden V el- faltige Wasserspvrtmögttchkeiten bietet die Lahn, und im nahen Vogelsberg bringt die Schihutte Der Universität, Die in Kürze errichtet wird .^nen noch stärkeren Ausbau Des bis jetzt eifrig betriebenen Wmter- sportes. Der Segelflugbetrieb Der sich in ® efeen befonDerer Pflege erfreute, wirb in vollem Umfange roieber ausgenommen unb durch ben Motorflug feine gestrigen Sonntag stand Klein-Linden im Zeichen der Leibesübungen. Die Gemeinde führte Mn vom NSRL. angeordneten Turm- und Sport- taa durch. In ftüher Vormittagsstunde versammelten sich Die etwa 250 Teilnehmer auf dem Sportplatz, um mit einer Morgenfeier die Deranstaltung einzuleiten. Gefolgschaftsfuhrer Willy Vol hieß die angetretenen Teilnehmer willkommen, dankte für Die starke Beteiligung und sprach über die Ziele der nattonattozialisttschen Bewegung auf Dem ®e bi et Der Leibespflege. Er forderte dazu auf, daß sich leDer Deutsche in die Reihen der Turner und Sportler stellen solle, um sich wehrhaft zu erhalten. Die Aufgabe eines allgemeinen Volkssportes sei nicht Spitzenleistungen zu erzielen, sondern jedermann Die Segnungen eines gesunden Sports zuteil werden zu Ihre Einsilbigkeit ärgert ihn. „Sie können rühig ein bißchen neugieriger fern, Kranick. Es ist doch etwas Neues für uns." Sie lächelt. „Sie sind ja gerade dabei, es mir zu erzählen." «... „Richtig", tut er verblüfft. „Wissen Sve, Kranick, ich bin noch nicht ganz beisammen. Gestern abend habe ich mich mit Dem Filmfritzen ^hinter ein paar Flaschen geklemmt, na und jetzt —" . M „Sie schwimmen doch sonst jeden Morgen, Heinz , tippte sie ganz leise, wie es der Zahnarzt mit seiner Sonde tut. , , Die Stelle war richtig, der Junge fahrt auf. „Heute schwimme ich eben nicht. Ist scbon nicht leicht gewesen, Vatern die Erlaubnis aus den Zahnen zu ziehen. Wenn der betrieb nicht darunter leidet, hat er gesagt. Also bereite ich das vor." . ,Zch sehe ja, daß Sie es vorbereiten", merni Greta Kranick ruhig. „Herrgott, Kranick, Sie können einen auch zur Verzweiflung bringen. Der Filmonkel pennt natürlich nach. Drüben am alten Teerofen will er arbeiten. Wissen Sie, ich habe gestern am Nachmittag zugesehen, was die so arbeiten nennen." „Wo haben Sie denn zugesehen?" „Auf Der Runeninsel. Wissen Sie, wenn es nach mir ginge, hätte ich den ganzen Verband am liebsten fortgegrault." „Deshalb haben Sie die-Leute also überredet, hierher zu kommen?" sagt die kleine Frau und verzieht keine Miene. „Ich habe Ihre Farbproben übrigens im Ofen 1 untergebracht, morgen früh sind sie fertig" „Welche Farbproben?" „Die Glasur, die es gestern so eilig hatte, daß Sie den Ofen beinahe noch hätten aufreißen lassen." „Das ist sehr nett von Ihnen." „Die Figur habe ich gestern noch in nasse Tücher geschlagen , berichtet Greta weiter. Dieses Mal hat sie Den Nerv selber getroffen. Heinz macht ein wütendes Gesicht. „Das mtt der ; Fiyin- ift wahrscheinlich überhaupt Unsinn, Kramck. ■ Wir machen ein hübsches Gebrauchsgeschirr und stellen das hin. Kostet viel weniger." „Sie waren bisher Der Ansicht, daß eine gute i Plastik sich immer noch bezahlt macht." „Jetzt bin ich eben anderer Ansicht." 1 (Fortsetzung folgt) Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude bat zur praktischen Musikpflege eine „Musikschule für Jugend und Volk" gegründet. Die offizielle Eröffnung findet am kommenden Donnerstag mit einer Feier in der Aula Der Universität statt, bei Der Kreisleiter Backhaus sprechen wirb. Der Kreis- mart Der NS.-Gemeinschaft „Kraft Durch FreuDe , Schemel (Gießen), unD Der Oaubeauftragte für Das Musikwesen, LaunharD (SßiesbaDen) werden kurze einführende Borträge halten. Em Quintett Der Hitler-JugenD wirD bei Der Feier mitwirken. ♦* Goldene Hochzeit. Am morgigen Diens- tag, 13. August, begehen Der Sozialrentner Peter HofmannunD Frau Maria geb. Kreuzer, Grabenstraße 4 wohnhaft, in geistiger unD körperlicher Frische Das Fest Der goldenen Hochzeit. Dem Jubeb paar bringen auch wir unseren herzlichenGluckwunsch öa** DieJagdzeitfürReb Huhne r beginnt nach einer Verordnung des Reichsjägermeisters in | diesem Jahr am 16. September. Im Besitz der Familie Willershauser zu Rodheim a. d. Bieber, Bieberstraße 29, befindet sich eine schöne alte Ofenplatte von stattlichem Format, die dieser Tage am Hause eingemauert worden ist. Die Tafel ttägt — nach Art der befann- ten Hirzenhainer Ofenplatten — eine reiche biDliche Darstellung, außerdem eine Aufzeichnung m schriftlicher Form, die auf die bildliche Darstellung Bezug hat. Die Tafel, aus Eisen gegossen, ist noch sthv gut erholten, sie trägt Die Jahreszahl 1670 und stellt eine Handwerksarbeit der Eisengießer von durch- mädel. Die SA., Die Wehrmannfchast, die Turner und Sportler Der Gemeinde und Der Schutzen- verein. Die Leitung lag m HanDen Der Vertreter Des Turnvereins. Es wurDen ausgetragen v o l k s - tümliche Dreikämpfe, destehenD aus-Lauf, Wurf und Sprung. Polittsche Leiter und Schutzen» verein trugen Schießwettkämpfe aus. Am Nachmittag fand das Wettschwimmen sämtlicher Abteilungen im Schwimmbad statt. Auch hier war Die Beteiligung sehr gut. In Den Dreikämpfen, wie auch bei Den Schwimmwettkampsen wurden sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Nachmtt- tagsftunDen füllten Die Wettspiele Der Fußball- und Hanvballabteilimgen aus. , .. Gegen Abend wurde durch den Ortsgruppenleiter R. Jung in Gegenwart vieler Volksgenossen die Siegerehrung vorgenommen. Er dankte allen XeU- nehmern an den Wettkämpfen, besonders Den Kampfrichtern und den Vertretern des Turnvereins Sattlermeister Weiß und Lehrer Rau. Er: for- derte zu stärkstem Einsatz für Den deutschen Sport auf und schloß mit Dem Gelöbms der Treue zu Führer, Der Deutschen Wehrmacht unD GraßDeutsch» lartD die in allen Teilen wohlgelungene Veran» staltung. — Die Ergebnisse folgen. Greta Kranick bedauert, daß sie nicht mit Tilde gesprochen hat. Das junge Mädchen hat ihr gut gefallen, und bei jeder Frau, die in Heinz Deetjens Umkreis auftaucht, denkt sie an gewisse Möglichkeiten, die Den Jungen angehen. Sie weiß, daß er etwas braucht, das chn einfängt und das fein Ungestüm in geordnete Dahnen lenkt. Sie weiß auch, daß weder sie noch der Vater jemals diesen Einfluß auf ihn haben werden. Es gibt Naturgesetze, Die unumstößlich feststehen, und eins von Denen rft Daß Kieselsteine sich immer nur an Kieselsteinen ab schleifen können und Menschen an Menschen, Die Dazu bestimmt sinD. Dieses Mädchen Tilde hat ein klares, offenes Gesicht gehabt, aber auch eine Stirn, hinter der man chon allerhand Eigensinn vermuten konnte. Gut, mit einer Puppe konnte Heinz Deetjen nichts am fangen, mit Puppen kann man zuerst ganz hübsch spielen, aber nachher schiebt man sie zur Seite. 2lber der (rigerrfinn junger Menschen pflegt, und auch das weiß Greta, sich gern zu verbiestern und sich selber Den Weg zu verbauen. In solchen Fällen muß es eben andere Menschen geben, Die dem Schicksal ein ganz klein wenig in Den Arm fallen. Greta hat an Dem Nachmittag, an Dem sie Dann allein im Atelier gestanden und an ihrem Grabstein gearbeitet hatte, noch viel über Tilde und über all Die weiblichen Wesen nachgedacht, von denen sie durch Heinz erfahren hotte. Oft genug hatte er sie ja bei Der Arbeit gefragt, ob sie am Abend für ihn Zett hätte, und Dann hatte er in Dem Ohrensessel gehockt unb geredet und sie hatte zugehört und nur ab und an ein Wort fallen lassen. Auf Den Wunsch zu einer solchen Aussprache hatte sie eigentlich gestern den ganzen Tag gewartet. Er ist aber ebenso wenig laut geworden wie heute. Das erste Wort, Das Heinz spricht, scheint gleich^ gültig zu sein. ,^)eute werden Filmausnahmen der uns gemacht." „So", sagt Greta. Oberstleutnant a. Z). Lehner in B ad-Nau- > heim ist einer Der verdientesten und erfolgreichsten . Vorkämpfer des deutschen Kolonialgedankens. Er vollendet am 14.August sein 70. Lebensjahr^ Von 1900—1902 stand er im Dienst der deutschen Schutztruppe. Während dieser Zeit hat er in Kamerun das zum größten Teil noch unerforschte Gebiet der Rumpiberge befriedet und kartographisch ausgenommen. Vor dem Weltkriege stand der Jubilar in Butzbach als Kompanieführer im Infanterie- Regiment 168. Zu Beginn des Weltkrieges war er Bataillonskommandeur un Reserve-Infanterie- Regiment 116. Seit seiner Rückkehr aus Kamerun hat er sich unermüdlich für Die Deutsche Kolomal- sache betätigt. Die ehemalige Deutsche Kolomal- Gesellschaft, Die Vorläuferin Des Reichskolonialbundes, schätzte chn als einen ihrer erfolgreichsten Dropagandaredner. Tausende von Mitgliedern wurden von ihm geworben-, zahlreiche Abteilungen wurden von ihm begründet. Vom Reichskolonialbund wurde er daher mit der Ehrenplakette ausgezeichnet. In Den Jahren nach Dem Weltkrieg machte er Die Abteilung Butzbach zur füljrenDen «n Reich. Auch die Abteilung Bad-Nauheim des Relchskolo- nialbunbes verdankt Oberstleutnant Leßner sehr mel und ernannte ihn daher bei ihrer 25-Jahrfeier 1939 zum Ehrenvorsitzenden. Auch nach Ausgabe ferner Aemter im Großen Vorstand Der Deutschen Kolonialgesellschaft mit Rücksicht auf seine Gesundheit wirkte Leßner schriftstellerisch mit vorbildlicher Hingabe weiter für den Kolonialgedanken. S^öne alte Ofenplalte. rneradschast gab als letzten Gruß drei Ehrensalven über das offene Grgd ab. Kamerctaschaftsfuhrer Säubert legte unter warmen Worten Des Rach tSÄ- Leutnant Kurt Feist, Der Sohn Des hiesigen Bahnhofsvorstehers, wurDe mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ™5983ei*net^ur ÄXw einer De9s früheren Rechners Der Bezirkssparkasse Julius 13 Entscheidungen am Samstag. Die Deutschen Kriegs-Meisterschaften in Der Leichtathletik standen unter einem guten Stern. Die Witte- runqsbeDingungen waren ausgezeichnet, und auch Der Besuch war am ersten Tage Durchaus befriedigend. Eingeleitet wurden Die Wettbewerbe Des Samstags im flaggengeschmückten Olymvia-Stadion mit zahlreichen Vor- und Zwischenkämpfen, -bie überaus hart umstritten waren und eine ganze Reihe von achtbaren Eraebnissen brachten. Die relativ beste Leistung erzielte Meister Heinz Trippe (Berlin) im Kugelstoßen mit 16,26 Meter, womit er ferne Dorjahrs- Siegerleistung um fünf Zentimeter übertraf. Schnellster 200-Meter-Läufer war Der spatere Sieger Bonecke (Berlin) mit 22,4 Sekunden, unD über 400 Meter war WielanD (Halle) mit 49,7 Sekunden Schnellster Der Vorläufe. Am Spätnachmittag fielen Dann bereits 13 Entscheidungen, davon allein neun bei den Mannern. Von Den Titelverteidigern konnten sich lediglich Blask (Berlin) im Hammerwerfen, Trippe (Berlin) im Kugelstoßen, Gisela Mauermayer (München) im Diskuswerfen Der Frauen und Grete Winkels (Köln) im 200-Meter-Lauf Der Frauen erfolgreich behaupten. Meister Trippe steigerte seine Dorkampfleistung im Kugelstoßen auf 16,31 Meter unD stellte Damit eine neue Europa-Jahresbest- leistung auf. Neue Deutsche Jahresbestleistungen gab es im Dreisprung Durch Gleim (Frankfuri), un 3000-Meter-Hindernislauf durch Seidenschnur (Kiel), in den Staffeln über 4X400 Meter und 3X1000 Meter durch die Mannschaften des Luft- waffen-SW. Berlin und schließlich im Diskuswerfen der Frauen durch Gisela Mauermayer. feit gestern morgen. . Gestern ist das so gewesen: Heinz war ziemlich früh, beinahe pünktlich in Der Fabrik. Aber er tat ganz andere Dinge als sonst. Zuerst einmal rumorte er in Dem Raum, wo Die TonerDe auf Das Paternosterwerk geschippt wird, herum und kam schließlich mit allerlei Materialproben in der Tasche zurück, Die er sich aufbaute. Gestern schien es für ihn nichts Wichtigeres als Die stoffliche Zusammensetzung Der Masse zu geben. Das ging so bis etwa elf Uhr. Dann verschwand er in Der Farbenkarnmer, machte auch hier allerlei Proben und Glasuren und Malereien, und als sie gegen Mittag zufällig durch die Brennerei kam, fand sie ihn im dicken Stteit mtt Dem Ofenmeister vor. Der Den gefüllten Ofen eben vermauert hatte und furchtbar angegrobft wurde weil er die Proben nicht mehr heremnehmen konnte. Mit Mühe hatte es Greta Kranick verhin- dem können, daß dieser Stteit vor Paul Deetjen persönlich gettagen wurde. Jedenfalls hatte sie sich der Proben angenommen unD versprochen, sie bis zum fertigen Brand zu betreuen.