140. Jahrgang Nr. 163 Son- Druck und Verlag: Brühlfche UmverMtsdruckerei H. Lange die Tanklager von Pembroke und Portland sind in Brand geraten. Ein feindlicher Angriff auf den Flugplatz Amiens- Glisfy durch 7 britische Bomber endete mit dem Abschutz aller sieben Flugzeuge, wie auch durch Sondermeldung bekanntgegeben wurde. Ferner kam es anlätzlich eines Angriffes auf einen Geleitzug im Kanal zu einem Luftkampf, bei dem 10 feindliche Jäger abgeschossen wurden. In der Nacht zum 11. Juli unterblieben feindliche Einflüge in das Reichsgebiet. Insgesamt wurden in den Luftkämpfen des gestrigen Tages 35 feindliche Flugzeuge und ein Sperrballon abgeschossen. 7 eigene Flugzeuge werden ver- mitzt. Im Handelskrieg gegen England steigern sich infolge der günstigen Ausgangsbasis unserer U-Boote die Erfolge. So wurden allein in den letzten sechs Wochen bis zum 8. Juli 609 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt. Damit ist die durchschnittliche Versenkungsziffer durch U-Boole auf wöchentlich über 100 000 BRT. gestiegen. dafür ist klar. . - Süd- und Mittelamerika können ihren Ueverschutz nicht in Nordamerika absetzen, weil die USA. im Der italienische Heeresbericht Rom, 11. Juli. (DNB.) Der italienische Wehr- machtsberichl vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Aus weiteren Feststellungen ergibt sich ohne jeden Zweifel, datz während der Operationen am 9. Juli im Raume der Balearen Einheiten unserer Luftwaffe das grotze englische Schlachtschiff „h o o d- (42 100 BRT.) schwer beschädigt und in Brand gesetzt haben. Der Flugzeugträger „Arc Royal" hat ebenfalls zwei Volltreffer schweren Kalibers auf der Brücke erhallen, wie sich das aus den photographischen Aufnahmen dokumentarisch ergibt. In dem Seegefecht im Jonischen Weer hat ein weiteres englisches Schlachtschiff zwei Volltreffer mit Bomben schweren Kalibers erhalten. Weitere Nachforschungen sind im Gange, um über die vom Gegner bei diesem Luftangriff wie auch bei den vorhergehenden Angriffen südlich von Kreta erlittenen Schäden genauere Einzelheiten fest- zustellen. Am gestrigen Morgen und am späten Nachmittag ist der Seeflottenstühpunkt von Malta von neuem heftig mit Bomben belegt worden. Im Arsenal wie auf den im Hafen liegenden Schiffen wurden Brände und Explosionen beobachtet. Drei feindliche Jagdflugzeuge sind von unseren Bombern abgeschossen worden. Zwei italienische Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Washingtons Wirtschafis- imperialismus in Südamerika Große Erfolge unserer Li-Boote. In den letzten sechs Wochen 609000 BRT. feindlicher Handelsschiffsraums versenkt. - Neue Erfolge unserer Luftwaffe. Bittere Kritik an England Eine Rundfunkrede petains. Der Wehrmachtsbericht vom Donnerstag. Berlin, 11. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die schon durch Sondermeldung bekannlgegebenen Erfolge der Luftwaffe gegen britische Geleitzüge haben nach abschließenden Feststellungen zur Vernichtung von einem Kreuzer von 7000 Tonnen und vier Handelsschiffen von insgesamt 21000 VRT. geführt. Weiler wurden 1 Kreuzer und 7 Handelschiffe, darunter ein Tanker so schwer beschädigt oder in Brand geworfen, datz mit ihrem Verlust gerechnet werden kann. Ferner erzielten unsere Kampfflieger am gestrigen Tage wirksame Erfolge gegen Flugplätze in Südostengland, gegen Hafenanlagen an der Süd- und Süd- westküsle, und Werke der Rüstungsindustrie, besonders im Munitionslager bei Pembroke und in den Häfen von Plymouth und Swansea wurden heftige Explosionen und große Brände beobachtet. Auch Llnabläffige Luftangriffe auf Englands Mittelmeerflotte Zahlreiche Einheiten getroffen. fettigen und unter restlosem Einsatz durchgeführten Aktion nur drei unserer Flugzeuge verloren gingen, wenn auch die Zurückgekehrten zum großen Teil wiederholt getroffen wurden und zahlreiche Verwundete zu verzeichnen hatten. Ich bin stolz — so schließt der Generalstabschef der Luftwaffe feinen Tagesbefehl — unter meinem Befehl so ruhmreiche Kommandanten und Besatzungen zu haben, denen ich heute voll Stolz meine restlose Anerkennung ausspreche und ihnen versichere, daß die Nation unbedingt auf ihre Kämpfer in der Luft zählen kann." gez.: P r i c o l o. Rom, 12.Juli. (DNB.-Funkspruch.) Ein derberichterstatter der „Agenzia Stesani" gibt Einzelheiten über den glänzenden Erfolg der Bomber, die die aus Gibraltar auslaufenden Kriegsschiffe im Südosten der Balearen angriffen. Nach diesem Bericht wurde das größte Schlachtschiff der Engländer, die auch an dem feigen Ueberfaö von Dran beteiligt gewesene „H o o d", von zwei Bomben größten Kalibers getroffen und schwer st ens beschädigt. Mit Feuer an Bord, das nach den Feststellungen eines italienischen Aufklärers noch nach Stunden nicht hatte gelöscht werden können, bewegte sich die „Hood" in langsamer Fahrt unter Begleitung einiger Zerstörer in südwestlicher Richtung, vielleicht in der Absicht, Gibraltar zu erreichen. Die Beschädigungen des Schlachtschiffes feien in der Tat so außerordentlich schwer, daß es zur Behebung aller Schäden an äußeren und innem Anlagen, der Maschinen und aller Einrichtungen, der Kommandobrücke usw., eines Werftaufenthaltes von vielen Monaten bedürfe. Die Unmöglichkeit, die ,Hood" etwa nach Malta schaffen zu können, bedeute eine Erschwerung der Situation, Es sei gewiß, daß das größte englische Schlachtschiff eine Werft in England werde aufsuchen Müssen. sichten. Die Luftwaffe hat die beiden Geschwader kurz nach ihrem Auslaufen gesichtet und sie unter steter Kontrolle gehalten, sowie ihnen keinen Augenblick Ruhe gelassen und sie unter verstärkten und unaufhörlichen Angriffen in wirksamster Weise mit Bomben belegt. 300 Flugzeuge von den entferntesten Stützpunkten des Aegäischen Meeres, von Libyen, von Apulien, Albanien, Sizilien und Sardinien haben in aufeinanderfolgenden und ftarten Wellen die feindlichen Geschwader erreicht und sie trotz lebhaftester Luftabwehr wiederholt mit Bomben schwersten Kalibers getroffen und dabei die Formationen auseinandergerissen und sie zu stetem Kurswechsel gezwungen. Unsere Bomberstaffeln haben Stunde um Stunde in einer Zone nach der anderen unseres Meeres glanzvolle Aktionen durchgeführt und so in enger Zusammenarbeit mit unserer ruhmreichen Manne die Absichten der feindlichen Geschwader zerstört, die unsere Gewässer verlassen mußten, ohne auch nur eines der gesteckten Ziele erreicht zu haben. Aus sicherer neutraler Quelle und aus photographischen Dokumenten werden die schweren Beschädigungen bestätigt, die unsere Luftwaffe den englischen Schiffen bei ihrer Bombardierung südlich von Kreta und beim Angriff in der Nähe der Balearen zufügte. Unsere Flugzeuge haben den Flugzeugträger „Arc Royal" mit zwei Bomben schweren Kalibers getroffen und auf der „Hood , dem größten feindlichen Schlachtschiff, einen großen Brand ausgelöst. Die Haltung der Besatzungen unserer Flugzeuge ist v o r b i l d l i ch , ebenso die Organisation und die Durchführung des ganzen Manövers. Dies alles beweist auch klar die Tatsache, daß bei einer so viel- Die politische Methode ■ des „big stick“, des „dicken Knüppels", welche die USA. früher gegenüber Jbero-Amerika angewendet haben, ist wenigstens offiziell aufgegeben worden. In Washington trägt man sich dafür mit Plänen, Jbero-Amenkas Agrarproduktion aufzukaufen und zu finanzieren, um somit ein Riesenmonopol in der Hand zu haben, das man in den erwarteten Auseinander setzungen mit einem Wirtschaftsblock Europa nach dem Kriege als Kampfmittel einsetzen könnte. Daneben wollen die USA. ihre riesenhafte Aufrüstung gewissermaßen auf Vorratswirtschaft insofern basieren, als die Rohstoffe, die nicht im eigenen Gebiet erzeugt werden, wie Zinn, Gummi, Rohseide und Manilahanf, in genügenden Mengen gehortet werden sollen. Der politische Charakter dieses Planes liegt auf der Hand. Seine Verwirklichung soll durch die panamerikanische Konferenz in Havanna, die offiziell von 21 amerikanischen Staaten beschickt wird, erwogen werden, aber die Stimmen aus Süd- und Mittelamerika lauten anders, als man in Washington erwartet hatte. Die Kapital- und Handelspolitik der USA., fo folgen man dort, rft im Grunde rein imperialistisch und durch ein Mammutmonopol würden die ibero- amerikanischen Staaten vollständig von Washington abhängig werden, während sie sonst den Warenaustausch mit Europa frei von dieser Bevormundung und entsprechend den Interessen ihrer Nationen vornehmen könnten. . Diese je nach Temperament mehr oder minder stark vorgebrachten ibero-amerikanischen Bedenken gegen den Wirtschaftsplan der Rooseveltleute finden in der wirtschaftlichen Struktur dieses riesigen Gebietes ebenso ihre Begründung wie in der Tatsache, daß Europa, vor allem Großdeutschland und Italien, auf das Wohlwollen Washingtons nicht im geringsten angewiesen sind. In Washington scheint man noch immer nicht voll begriffen zu haben, daß Die Rohstoffquellen Europas und orientalischer Lander heute direkt in Konkurrenz mit den amerikanischen stehen und die Zeiten vorbei sind, da die Neue Welt gewissermaßen das Monopol für Baumwolle, Getreide, Fleisch usw. hatte. Schon auf der panamerikanischen Konferenz m Lima im Dezember 1938 unternahmen die USA. einen handelspolitischen Vorstoß, der ganz offen aggressive Maßnahmen gegen die „totalitären Staaten empfahl, aber abgewiesen wurde. Die USA. hatten auch damals diesen Vorstoß sorgfältig vor- bereitet. Sie hatten große Kapitalien in den ibero- amerrkanischen> Staaten angelegt, aber trotz aller krampfhaften Versuche, trotz Ausnutzung der schlechten Währungslage Südamerikas war die Einfuhr nach den USA. aus sämtlichen amerikanischen Ländern von 38,7 v. H. im Jahre 1929 auf 30,4 v. H. im Jahre 1937 gefallen und die nochamerlkanische Ausfuhr dahin im gleichen Zeitraum von 39 v. H. auf 30,4 v. H. Interessant ist ferner, daß die größten südamerikanischen Staaten, also Brasilien, Argentinien und Chile, verhältnismäßig unabhängig von den USA. waren, denn im Jahre 1936 z. B. 1 entfielen von der argentinischen Gesamtausfuhr nur 14,4 v. H., von der Gesamteinfuhr nur 12,2 v. H. ■ auf die USA. Die entsprechenden Anteilziffern lauteten für Brasilien 22,2 v. H. gegen 38,8 v. H., für . Chile 25,4 v. H. gegen 19,5 v. H. Die Hauptabneh- , rner dieser Staaten lagen also außerhalb des amerikanischen Kontinents, und wenn sich auch im jetzigen Kriege die Verhältnisse verschoben haben, so ist es doch gewiß, daß sich auf den Knegsver- ' hältnissen kein sicheres Gebäude für die sudamerika- ? nische Wirtschaft errichten lassen kann. Der Grund Entschließung in Vichy. Bern, 11. Juli. (DNB.) Wie aus Vichy verlautet verlas der Präsident nach Beendigung der allgemeinen Aussprache den einzigen Artikel des der Nationalversammlung oorgelegten Entschließungs- entwurfes, der lautet: . „Die Nationalversammlung gibt der Regierung der Republik unter der Unterschrift und der Autorität des Marschalls Petain alle Vollmachten, um in einem oder mehreren Akten die neue Verfassung des französischen Staates zu verkünden. — Die Verfassung muß die Rechte der Arbeit des Vaterlandes und der Familie gewährleisten. Sie wird von der Nation ratifiziert und von den Dertretungs- körperschaften, die sie vorsieht, angewandt meri>en. Der Präsident stellte diesen Entschließungsentwurf zur Abstimmung. Er wurde in geheimer Abstimmung mit 569 zu 80 Stimmen bet 649 Abstimmen- den angenommen. * Bern, 12.Juli. (DNB. Funkspruch.) Marschall Petain hat, wie Havas aus Vichy melbet, am Donnerstag eine Rundfunkrede an das französische Volk gehalten, in der er die Lage Frankreichs dar- legte und die Ziele feiner Regierung ankundigte. Der Marschall erinnerte zunächst an die ausgedehnten Befugnisse, die ihm von der Nationalversammlung in Vichy übertragen wurden, foime an die Schwierigkeiten, die sich aus der augenblicklichen Lage Frankreichs ^ergäben. In diesem Zusammenhang ging er auch auf die feigen Piratenuberfalle der Engländer auf französische Kriegsschiffe em und erklärte hierzu wörtlich: - . ,Zn den letzten Tagen ist Frankreich eine neue Prüfung auferlegt worden. England hat unter Bruch eines langen Bündnisses unerwartet ange» liche Flottengeschwader von den entgegengesetzten und äußersten Stützpunkten des Mittelmeeres aus auf der Fahrt nach der Halbinsel mit sicherlich wohl definierten und für uns äußerst gefährlichen Ab- Freitag, 12. Juli 1940 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelV Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 Io mehr griffen und französische Schiffe zerstört, die in unseren Häfen feftgelegt und teilweise abgerustet waren. Niemand hat einen solchen Angriff erwartet, nichts rechtfertigte ihn." Die englische Regierung habe sich jedoch getäuscht, wenn sie geglaubt habe, daß Frankreich der englischen Drohung nachgeben und seine übernommenen Verpflichtungen verletzen mürbe. Frankreich, das in heldenmütigem Kampfe besiegt worden sei, sei von England, dem es so zahlreiche und so schwere Opfer gebracht habe im Stich gelassen und dann sogar angegriffen worden. Main legte sodann die Grundlagen der neuen französischen Staatsverwaltung dar. Die Verwaltung des Landes würden 12 Minister unter sich verteilen, denen Generalsekretäre zur Seite stehen. An die Spitze der großen französischen Provinzen wurden Gouverneure gestellt werden. So werde die Verwaltung gleichzeitig konzentriert und dezentralisiert. Italienische Stimmen zum französischen Kurswechsel. Rom, 11.3uIL (DNB.) Dem Plan der ftan- zösischen Verfassungsresorm gegenüber zeigt sich d-e römische Presse nach wie vor recht skeptisch. Wie „Popolo di Roma" erklärt, werde diese Reform zwar theoretisch autoritäre Prinzipien zur Geltung bringen, man könne aber die stärksten Zweifel bezüglich ihrer praktischen Durchführung hegen. Schon in der Nationalversamlung habe Herriot betont, daß das republikanische Recht unangetastet bleiben müsse. Dies sei eine sonderbare Präambel. Das besiegte Frankreich, so sagt die Zeitung weiter, habe keine überragenden Persönlichkeiten, sondern lediglich unruhige Gruppen von Parlamentariern, die um nichts anderes besorgt seien, als sich zu rächen. Die Freimaurerei zeige sich wachsamer denn je. , .. x - Der Genfer Vertreter des gleichen Blattes, der lange Jahre in Paris lebte und ein guter Kenner der innerpolitischep französischen Verhältnisse ist, erklärt in diesem Zusammenhang, daß man, solange die französische Verfassung keine Bestimmung enthalte, die eine Auslosung der Gehelmbunde ver- füge, die berechtigtsten Zweifel in einen tatsächlichen französischen Kurswechsel setzen könne. Familie Rothschild in USA. Neuyork, 11. Juli. (DNB.) Mit dem Yankee- Clipper-Flugboot traf hier der Mische Bankier Baron Edouard R o t h s ch i l d , das Obechaupt der Pariser Rothschilds, mit Familie aus Lissabon em. Madame Rothschild, die bereits kurz nach Beginn der deutschen Westoffensive Paris mit dem sicheren Biarritz vertauscht hatte, trug eine auf 100 000 Dollar bewertete Perlenkette und enthüllte den vor Staunen sprachlosen Zollbeamten ferner eine Tasche mit Juwelen im Werte von über einer Million Dollar. Anfrage der USA-Regierung in England wegen Martinique. Rom, 11. Juli. (Europapretz.) Wegen der Zusammenziehung englischer Kriegsschiffe in den Gewässern von Martinique hat, wie „Messaggero aus Washington berichtet, die nordamerikanische Regierung von der englischen Regierung Aufklärung gefordert. Diese Mitteilung machte Staatssekretär Hüll in der Pressekonferenz. Frankreichs Kolonien sind „Feindesland". S t o ck h o l m, 11. Juli. (Europapreß.) Nach einer Mitteilung des Londoner Handelsministeriums wird nunmehr die englische Blockade gegen Frankreich einschließlich Korsika, Algerien, Marokko und Tums ohne Ausnahmebestimmung durchgeführt. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob und welche Bedeutung dieser Churchillsche Eselstritt für den ehemaligen Bundesgenossen haben wird. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte GießenerFamilienblätter Heimat ttnBild-DieScholle Monais-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger Postscheck 11686 Franks M. Rom, 12. Juli (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten Meldungen der Agenzia Stesani haben ita- linische Bomber vom frühen Morgen bis zum späten Abend des Donnerstag ihre Angriffe gegen die englischen Seestreitkräfte i n ununterbrochener Reihenfolge fortgesetzt. Obwohl noch keine Einzelheiten über Beschädigungen und Verluste englischer Kriegsschiffe bekannt sind, stehe bereits fest, baß die Aktionen von größtem Erfolg begleitet waren. Eine ganze Reihe englischer Schiffseinheiten sei durch Bomben schweren und schwer st en Kalibers getroffen und b e s chädi g t worden. Durch Marineerkundungsflugzeuge konnte schon tm Laufe des Vormittags trotz feindlicher Täuschungsmanöver festgestellt werden, baß beträchtliche englische Seestreitkräfte sich im östlichen Mittelmeer auf südöstlichem Kurs befanden, wahrscheinlich auf der Fahrt nach den ägyptischen Häfen oder mit Kurs auf Kreta. Mehrere englische Jagdflugzeuge, die von einem englischen Flugzeugträger aufgestiegen waren, wurden von italienischen Jägern ab- geschossen. Um der Gefahr der ^Bombenangriffe zu begegnen, fuhren die beiden englischer Geschwader, bestehend aus vier Kreuzern und sechs Zerstörern bzw. einem Flugzeugträger und vier Zerstörern, möglichst aufgelöst in größeren Abständen. Es scheint, daß der zweite Verband wegen der Beschädigung des Flugzeugträgers mit beträchtlich verringerter Geschwindigkeit fahren müsse. Schlachtschiff „Sood" schwer getroffen. Wie der Sonderberichterstatter des halbamtlichen „©iornale d'Jtalia" meldet, ist bei dem Luftangriff auf Malta, von dem der italienische Wehrmachtsbericht vom Donnerstag spricht, auch ein großes im Hafen von La Valetta liegendes englisches Kriegsschiff mehrfach von schweren Bomben getroffen und sicherlich ernstlich beschädigt worden. Ein Tagesbefehl des Duce. Rom, 11. Juli. (DNB.) Der Duce hat in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der an den Kriegsoperationen beteiligten italienischen Streitkräfte aus dem Hauptquartier folgenden Tagesbefehl erlassen: , Admirale, Kommandanten, Stabsoffiziere und Mannschaften der Flottengeschwader! Die Flottenstreitkräfte des faschistischen Italien haben am 9. Juli den ersten Zusammenstoß mit der britischen Flotte im Mittelmeer auf der Hohe der Punta Stilo siegreich bestanden. Der Versuch des englischen Manövers tm mittleren Mittelmeer ist gescheitert und die gesteckten strategischen Ziele sind nicht erreicht worden. Der seiner selbst bewußte Mut gegenüber überlegenen feindlichen Streitkräften hat dem Femd mit den Treffern der Salven Eurer Geschütze bewiesen, daß man sich nicht ungestraft den Küsten Italiens nähert. , , „ . _ t . Mit den Ueberwasserschiffen haben Unterseeboote und Marin^krkundungsflUgzeugs mutig zusammen geSa5Pitaliemfd>e Volk ist stolz auf i»e Ergebnisse dieser ersten Schlacht. Ich zolle Euch mit dem gle,- chen Stolz mein Lob. . (gez) Mussolim. Tagesbefehl der SeneralstabS- chess der italienischen Lustwaffe. Gens, 11. Juli. (DNB.) Der HMalstabschef der italienischen Luftwaffe, Gen^MM r i c o l o , hat aus Anlaß der so überaus ^WWichen Aktionen gegen Geschwader der englischen Mittelmeerflotte folgenden Tagesbefehl erlassen: . Die Tage des 8. und 9. Juli sind durch ^eme glänzende Tätigkeit unserer Luftwaffe charakterisiert worden, einer Tätigkeit, die im Berlaufe dieses Krieges denkwüMg bleiben wird, weil sich zum erstenmal für uns ein klassisches Beispiel des Masseneinsatzes von Lufteinheiten gegen Seeem- heiten bildet mit Ergebnissen, die in seder Hinsicht wirkungsvoll und entscheidend waren und insgesamt die glänzende Wirksamkeit bejtotigten, die durch die Vorbereitung, die zielbewußst' Ausbildung und den steten Enthusiasmus unserer Besatzungen erwartet werden konnte. In diesen Tagen befanden sich zwei starke feind- GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Mchtlingsstrom mitten in der fliehenden Armee - ■ Heimkehr -er befreundeten Außenminister ochsende Nervosität in England den des Mittwoch vor die peinliche Daily aJtirror* aus Front und daher manstelle Schwierigkeiten gerieten, tägttch eine besondere Spalte Stockholm, 11. Juli. (Europapreß.) Das englische Lügenministerium sah sich in den Abendstun- den des Mittwoch vor dre peinliche Aufgabe gestellt, einen großen Irrtum des englischen Königs aufzuklären. König Georg hatte am Dienstag einer in Nordengland lebenden Frau Evelyn Cardwell den Orden vom britischen Weltteich verliehen, weil Das Blatt schreibt wörtlich: „Obwohl jeder im Lande weiß, daß bei der Verwendung von Stahl äußer st e Sparsamkeit geübt werden muß, gibt es noch militäriscbe Ressorts, die diese Notwendigkeit ignorieren/ Der „Daily Telegraph" geißelt noch andere Seiten der amtlichen Unfähigkeit. Das Zahlmeisterkorps des Heeres habe es fertiggebracht, daß Tausende von Offizieren, als sie * zurückkehrten, ohne Gehalt blieben fünfhunderttausend. Ufber uns kreiste ein deutscher Flieger. Die Panik war ungeheuer. Die Soldaten liefen ins Feld. Zivilisten hißten weiße Taschentücher, hysterische Schreie zerrissen die Luft. Manche Autler benutzten die Gelegenheit, um sich in den Militärzug hineinzuschmuggeln. Sie kamen nicht weit. Die Aufregung der Flüchttinge war so groß, daß sich trotz der Flie- i gergefahr Männer und Frauen auf den Eindringling stürzten und seinen Wagen, samt Kind und Kegel, in den Straßengraben warfen. Ich legte mich mit meiner Frau mitten in ein Kornfeld. Totenstille. Der Flieger sauste über uns hinweg. Keine Bombe. Kein Schutz. Ich sah die Maschine wieder höher klettern, dem Bogen der Loire zusteuern, dann ein Sturzflug der Brücke zu. Eine furchtbare Explosion. Wie ich nachher erfuhr, streifte die Bombe den Mittelpfeiler der Hängebrücke. Kern Zivilist war verletzt worden. Der Flieger überkreiste noch einmal die Sttaße, dann verschwand er in nördlicher Richtung. Die Warnung war unzweideutig. Seit vier Tagen dauert nun das Theater. Ein Hohn! Man hält uns als Deckung hier zurück! Welch herrlicher Artikel in englischen und amerikanischen Zeitungen! Welch prächtige Propagandabilder: die barbarischen Deutschen haben unschuldige Fküchttingskolonnen ermordet! .. „ Alle Soldaten teilen die unbändige Empörung der Flüchtlinge. Wir müssen rasch eine in Geburtswehen Unser Bild zeigt im Vordergrund die Geschüktürme des italienischen Schlachtschiffes „Cesare' und I dahinter das Schlachtschiff „Conte di Cavour .1 Beide Einheiten griffen in die Seeschlacht am 8. Juli nahe der Insel Kreta ein, in der britische und italienische Flotteneinheiten zusammenstießen. (Associated-Preß-M.) Italien einen Monat im Krieg. Rom, 11. Juli. (Europapreß.) Heute, Donnerstag, 0.00 Uhr, steht nun auch Italien einen vollen Monat im Krieg., In diese Zeit ist der Durchbruch durch die See- Alpen-Front erzwungen und damit die Ueberlegen- heit der italienischen Waffen in Frankreich gegenüber bewiesen worden. Die Verteidigung der Grenzen Libyens und Ostafrikas war erfolgreich. Die! letzten Tage des ersten Kriegsmonats haben Italien sogar einen sehr bedeutenden strategischen Erfolg an der Ostgrenze des englisch-ägyptischen Sudans gebracht. Ebenso hat die „Beherrscherin der Meere , die englische Seemacht, auch im Mittelmeer den ersten vernichtenden Schlag erhalten. Auch auf politischem Gebiet war dieser erste ita- lienische Kriegsmonat sehr inhaltsreich. Aufmerksam und genau ist von Italien die politische Lage im Südosten Europas und dem Mittelmeer überwacht worden. Es galt die Verhältnisse in Rumänien und in Jugoslawien sorgsam zu verfolgen. Denn die Erhaltung des Friedens im Donau- und Balkanraum bleibt nach wie vor ein Hauptziel der beiden Achsenmächte. Stockholm, 11.Juli, (DNB.) Die in England herrschende Nervosität und Spionenfurcht hat dazu geführt, daß Ausländer grundsätzlich als Verbreche^ angesehen werden, die schon für die geringfügigsten Vergehen erhebliche Strafen zu gewärtigen haben. So ist eine schwedische Staatsangehörige in London zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil sie ihre Adressenänderung nicht rechtzeittg der Polizei angemeldet hat. Gleichzeittg meldet der Berichterstatter von „Soenska Dagbladet", daß die englischen Gerichte immer strengere Strafen gegen Personen verhängen, die illegaler Tättgkeit verdächtigt werden. Eine Krankenschwester in Bristol ist zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil sie angeblich auf einer Briefkarte das Abhören des deutschen Rundfunks empfohlen hat. Ein Gepäckträger hat die gleiche Sttafe für das gleiche Vergehen erhalten und ein Ingenieur wurde zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Eine Hausgehilfin ist zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil sie eine Landkarte befaß, die dem Gegner hätte nützlich sein können. Ein Mann an der englischen Süd- I Püffe wurde zu hoher Strafe verurteilt, weil er während eines Flugzeuaangriffes eine Zigarette an« 1 gezündet hat. Ein Geschäftsmann in Notttngham hör stiebenden französischen Armee strömte die Zivilbevölkerung in Hellen Scharen ins Innere Frankreichs^und wurde infolge der verbrecherischen Politik ihrer Kriegshetzer -wem ungew.ssen und Franireuhs "aurigen Schickfal preisgegeben. - (PK.-Kohnen - Atlantik-M.» wurde zu 14 Tagen Zuchthaus und 50 Pfund Strafe verurteilt, weil er „faschistenfreundliche Aeu- ßerungen" gemacht hat. „Amtliche Llnfahigkeit." Madrid, 11. Juli. (Europapreß.) Während England fortfährt, die deutsche Offensive angstvoll zu erwarten, mehren sich die Klagen über die U n - fähigkeit der englischen Bürokratie. Selbst der der Regierung nahestehende konservative „Daily Telegraph" beteiligt sich an diesen Angriffen. Das Blatt berichtet, daß bei der Industrie zahlreiche Beispiele für die Unfähigkeit der Behörden vorlägen. Bei der Stahlbewirtschaftung zum Beispiel sei die Verschwendung an der Tagesordnung. zu. Das sollte heißen, startbereit am Wagen zu bleiben. Er und einige andere kräftige Männer, darunter auch Bauern mit Knüppeln, stellten sich NUN vor den diensttuenden Offizier am Brückenkopf und brüllten und schrien lauter als das Rasseln der Räder und Motoren. Es entstand eine Der« wirrung. In dem Augenblick steuerte ich links zwischen zwei Kanonen, gab Gas und war auf der Brücke. Diele hundert folgten meinem Beispiel. Antoine lief zu Fuß nach. Zwei Minuten, nac^em wir über den Fluß waren, erfolgte ein neuer Fliegerangriff. Wir flüchteten in eine Kapelle in der Nähe des Schlosses. Wir waren jedenfalls die letzten gewesen, die die Brücke passiert hatten. Im Städtchen Sully, das bereits seit gestern abend geräumt war, plünderte die Armee. Wir mußten rasch gehen. Das gestohlene Benzin reichte bis hierher. den Klagen über die amtliche Unfähigkeit widmet, erklärt, daß der amttiche Apparat die Kriegswirtschaft geradezu zum Stillstand bringe. Neuyork, 11.Juli. (DNB.) Die Amerikanerin Vivien K e l l e m s , die als Leiterin einer bekannten Neuyorker Jndustriefirma kürzlich aus Einladung des britischen Kriegsministeriums in London weilte, berichtete nach ihrer Rückkehr in einem auf der ersten Seit von „New York World Telegram' ver- öffenttichten Interview über eine immer stärker werdende Revolte der breiten englischen Volksmassen gegen England herrschende Clique. Englands Kastensystem, so erklärte Frau Kellerns, sei zwar ebenso hartleibig wie dasjenige Indiens, es weise aber bereits Zersetzungserscheinungen auf. Englische Zivilisten vor Militärgerichten Bern, 11. Juli. (DNB.) Die englischen Arbeiter verspüren wenig Lust, sich für die plutokrattschen Kriegsmacher auspressen zu lassen. Da die Zahl der Arbeitsverweigerer ständig wächst, hat Diktator Churchill jetzt eine Regierungsvorlage ein« gebracht, nach der Zivilpersonen, die sich „gegen die Interessen des Staates vergehen und die Kriegführung behindern", von Militärgerichten abgeurteilt werden. Die Androhung strenger Strafen soll die Arbeiter den Geldsackinteressen ihrer Fronvögte gefügig machen. Ein Irrtum des englischen Königs. sie angeblich „mit wütenden Blicken und stahlharter Entschlossenheit einen deutschen Fallschirmjäger in die Gefangenschaft gebracht hatte", und zwar ganz allein. Es hn^in den englischen Zeitungsmeloun- gen, aus di< Ge, Ordensverleihung zurückgeht, daß die mutige ^Metern deutschen Fallschirmjäger zunächst seine Pistole fortnahm und chn später einem englischen Soldnken übergab, der ihn abführte. Diese Nachricht hat osfensichttich in der englischen Bevölkerung beträchtliche Unruhe ausgelöst, zumal die Furcht vor den deutschen Fallschirmjägern ohnehin von Tag zu Tag zunimmt. Das Information smiNisterium sah sich daher am Mittwochabend zu der amtlichen und wohl auch peinlichen Erklärung gezwungen, daß bis Mittwochabend noch nicht ein einziger deutscher Fallschirmjäger in Großbritannien gelandet sei. Die Zivilbevölkerung möge daher Ruhe bewahren, Verttauen in seine Regierung setzen, im übrigen ihre Pflicht tun und ihrer Arbeit nach« gehen. Budapest, 11.Juli. (DNB.) In maßgebenden ungarischen Kreisen vertritt man die Ansicht, daß die Münchener Besprechungen für den Frieden in Südosteuropa von entscheidend^'' Bedeutung gewesen seien. In allen erörterten Fragen fei zwischen den Achsenmächten und Ungarn die größte UebereiNstimmung festgestellt worden. Mit besonderer Genugtuung bezeichnet man hier den Umstand, daß der Führer zu den Beratungen neben demx Reichsaußenminister auch den Außenminister des befreundeten Italiens zutzezogen hatte. Außenminister Graf Ciano wieder in CRom. Rom, 11. Juli. (DNB.) Der italienische Außenminister Graf Ciano ist Donnerstag mittag zusammen mit dem deutschen Botschafter von Mak- kensen von seiner Deutschlandreise nach der italienischen Hauptstadt zurückgekehrt. Zum (Empfang hatten sich höhere Beamte des Außenministeriums sowie Gesandter Fürst Bismarck am Bahnhof eingefunden. Seit 3 Tagen waren wir von aller Welt abge« schlossen. Die Soldaten kamen von Annens, Arras, Reims Paris, von der Somme, der Seme und der Marne: drei, vier Armeen durchemandergewur- felt. Sie hatten seit drei Tagen keine Feldküche, keinen Offizier mehr gesehen. Eine Schlacht südlich der Loire? Die Soldaten lachten mich aus. Jetzt erst begriff ich das Unermeßliche der Niederlage. Gegen Abend mischten sich die Soldaten unter uns. Radler und Fußgänger erkletterten die Geschütze und Munitionswagen. Wer fein Benzm mehr hatte, band sein Auto an eine Kanone, an einen Sanitätswagen. Hie und da ging es um eine Wagen- (änqe vorwärts. Diese kostbaren 5 bis 6 Meter wurden dadurch erobert, daß irgendein Autler wegen ' physischer Erschöpfung aufgab und seinen Wagen in den Straßengraben umkippte. Ununterbrochen schickten Militär und Flüchtlinge „Aufklärer" in die vor der Loire gelegenen Bauernhöfe, um Wasser und Brot zu holen. Immer wieder kamen sie mit leeren Händen zurück. Trotzdem eilten wieder hundert mit der gleichen Hoffnung voraus. Die Nacht kam. Eine schreckliche Nacht. Der gorgonische Knäuel des Flücht- lingssttomes und der aufgelösten Divisionen ballte sich immer wüster zusammen. Ein homerisches Ringen. Eine Hölle. Laokoons Kampf mit den Schlangen ist dagegen ein Kinderspiel. * Sonntag, den 16. Juni. — Es ist vier Uhr nachmittags. Ich erwachte vor einer halben Stunde aus einem todesähnlichen Schlaf. Der Himmel ist blau wie ein Vergißmeinnicht. Ein Sonntagshimmel! Ich liege an einem Waldrand unter einer großen Eiche, etwa 40 Kilometer südlich der Loire, einige Kilometer nördlich des Ortes La Motte-Beuvron. Im Städtchen Sully, diesseits der Loirebrücke, das ich vor drei oder vier Stunden durchfahren habe, warfen uns Soldaten der plündernden Armee Schokolade, Sardinen und einige Paar Pantoffeln zu. Ein großes Büschel Haare meiner Frau ist über Nacht schneeweiß geworden. Sie weiß es noch nicht. Mein Puls hämmert. Mein Blut kocht wie Hochofenglut. Ich will versuchen, sachlich zu notieren. Ich schätze, daß im Laufe dieser Höllennacht drei- I bis vierhunderttausend Mann der fliehenden Armeen an uns vorbeifluteten. Die Zahl der Flüchtlinge, die sich gestern abend vor der Hängebrücke Iber Loire angeftaut hatten, betrug sicher vier- bis UCIIVIJICI VVI «. luyiiAi.y v.i v... v ——.....- 5. Bau weiterer 15 000 Flugzeuge für die Armee, 4000 für die Flotte. Gleichzeitig hat Roosevelt ein Gesetz zur Einführung einer beschränkten Dienst-^ pflicht eingebracht. Washington, 11.Juli. (DNB.) Der Bundessenat nahm die bereits vom Abgeordnetenhaus verabschiedete Gesetzesvorlage an, die den Bau einer ,Zwei - Ozean - Flotte" bis 1946 vorsieht und dafür vier Milliarden Dollar bereitftellt. Italiens größte Schlachtschiffe. wesentlichen die gleichen Agrarerzeugnisse rm Ueberfluß produzieren. Wenn die USA. Maschinen und sonstige Fertigfabrikate in Jbero-Amerika absehen wollen, müßten sie eigentlich als Bezahlung südamerikanische Lebensrnittel und Rohstoffe (Baumwolle z. B.) annehmen, die die nord amerikanischen Ueberschüsse noch stärker anschwellen lassen würden. । Der nordamerikanische Warenberg würde also riesig , anwachsen, die Subsidien, die die USA. schon jetzt ihren Baumwoll- und Getreidefarmern zahlen muß, । würden noch mehr als bisher die nordamerikanische । Wirtschaft belasten, und schließlich würde der Waren- ; berg derartige Ausmaße angenommen haben, daß , er nicht mehr zu hatten wäre und ein gewaltiger | Preisverfall eintreten würde. Die Marktmanipulierung für die Konsumenten, wie sie sich Washington denkt, würde aber ebenfalls zusammenbrechen, denn Europa kann seine Rohstoffe in Frieden sz eiten anderweitig genugsam decken und die Leidtragenden wären Dann die ibero-amenkanischen Staaten, schließlich Nordamerika selbst. Denn hat sich erst der Rohstoffbezug neuen Lieferanten zugewendet, kommen die atten sehr schwer, wenn über5 Haupt, wieder ins Geschäft. Aber in gewissen Kreisen Amerikas scheint man im Rausch des Augenblicks und in einem trügerischen Machtbewußtsein den Blick für die Wirklichkeit verloren zu haben. Europa kann das Schicksal dieser merkantilen Mo- polisierungsPläne Washingtons in aller Ruhe ab- warten, doch ist es immerhin bezeichnend, daß heute die südamerikanische Fachpresse genau dieselben Haare in der Washingtoner Suppe findet wie 19a» in Lima. Nooseveltfordertweitere4,lMi11iarden Dollar für NüstungSzwecke. Washington, 11. Juki. <• V. Schwedische MM für Englandi Kontrollstellen an der Besahungsgrenze Stockholm, 11.Juli. (Europapreß.) „Folkets 1 ______ . _________ ____ Wie aus einem Traum erwacht kehrten die Inter- forderte, im England zu kämpfen, und wahrscheinlich nach Casa- Wohin stiegen unsere Bomber? Standort und Bedeutung der englischen Industriegebiete. e n g l a n d gibt es Eisenerzvorkommen bei Cleve- land an der Ostküste und in Cumberland an der Westküste. Die nicht mehr sehr ergiebigen britischen Zinnbergwerke liegen im äußersten Südwesten der Insel in Cornwall; dort werdens auch die geringen Mengen Kupfer gewonnen, die Großbritannien im Inland herstellt. Blei- und Zinnvorkommen gibt es in Derby, Dun- h a m und Cumberland. Das wichtigste schwerindustrielle Gebiet des Jnselreiches liegt in Nordwestengland um 91 e ro = castle herum. Auch Nordostengland, Mittelengland und Süd-Wales sowie Südschottland sind für die britische Eisengewinnung und Eisenverarbeitung von großer Bedeutung. Als Zentrum der englischen Kleineisenindustrie — also das englische „Solingen" —, ist Sheffield bekannt. Zentren des englischen Schiffsbaues find zunächst einmal London und die untere Themse, dann N e w - O s l o, 11. Juli. (DNB.) Das Präsidium des norwegischen Storting richtete einen Brief an den landflüchtigen norwegischen König, in dem es ihn aufforderte, im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung Norwegens zurückzutreten. König Haakon zog es in seinem Antwortschreiben jedoch vor, diese Forderung des Storting abzulehnen. Radio Stefani berichtet aus Washington, daß die Packard-Gesellschaft für die Herstellung der von England bestellten Flugzeugmotoren Garantien fordert, da die Errichtung von neuen Anlagen erforderlich ist. Diese würden einen Kostenaufwand von 32 Millionen Dollar verursachen. England zeige sich wenig bereit, diese Garantien zu bieten. Einer Reuter-Meldung zufolge hat der englische Innenminister die sogenannte britische saschistische Partei, die British Union, mit sofortiger Wirkung verboten. Storting fordert König Haakons Rücktritt. c a st l e an der Ost- und Southampton an der Südküste Englands. Der wichtige L o k o m o t i v ° bau hat seinen Standort hauptsächlich in Mittelengland und in Südwestschottland. Bon hervorragender kriegswirtschaftlicher Bedeutung ist die britische T e x t i l i n d u st r i e. Sie spielt eine bedeutende Rolle in der „fünften Waffe", als Unerhörte französische Roheiten gegen wehrlose Gefangene. die man jüngst den Export bezeichnet hat. Die wichtigsten Zentren der britischen Woll- und Baumwoll-1 industrie sind die Grafschaft L a n c a s h i r e mit der I Hauptstadt M a n ch e st e r und die Grafschaft Y o r k-1 h i r e. Während aber der Schwerpunkt der Erzeu-1 gung in die Mittel- und Kleinstädte dieses Bezirkes I übergegangen ist, hat Manchester die Führung im I Handel mit Textilien behalten. Der Mittelpunkt der britischen Leinenindustrie ist Nordirland (Belfast). , ~ In den Auswertungsstellen der deutschen Flieger-1 aufnahmen hat man recht genaue Kenntnis von den wichtigen Werken der englischen chemischen Industrie. Ende Juni wurde in einem deutschen Wehr-1 machtbericht gemeldet, daß wichtige Werke an der mittelenglischen Ostküste mit Bomben belegt worden I seien und daß starke Spreng- und Brandwirkungen beobachtet werden konnten. Es handelt sich hierbei um eines der wichtigsten Werke der Gesellschaft Imperial Chemical Industries Ltd., des englischen Chemietrustes. Andere bedeutende Anlagen befinden sich am Unterlauf der schiffbaren englischen Flüsse Tyne (Newcastle), Themse (London), Severn (Bristol | und Cardiff) sowie Clyde (Glasgow). Die Engländer können sich darauf blassen, daß wir ihre verwundbarsten Punkte genau kennen. Einer Stefani-Meldunq aus Lissabon zufolge sind dort die beiden bewaffneten englischen Dampfer „Fabian" und „John Holt" mit 2000 Senegalesen . an Bord eingetroffen, die sich geweigert haben, für Der Verkehr zwischen dem unbesetzten und besetzten Frankreich wird von den deutschen Tropen kontrolliert. Hier müssen entlassene französische Soldaten und Zivilisten den Posten lhre Passierscheine vorzeigen. — (PK.-Neubauer-Scherl-M.) Kleine politische Nachrichten. Der Reichsmimster der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk begibt sich am Donnerstag auf eine Besichtigungsfahrt in die besetzten Gebiete im Westen, um sich von dem derzeitigen Stand der Organisation des Zollgrenzschußes zu unterrichten und um aktuelle finanz- und wirtschaftspolitische Fragen mit den maßgeblichen Stellen zu besprechen. * In Budapest wurde am Mittwoch ein ungarischbulgarisches Handelsabkommen unterzeichnet, das für die Dauer eines Jahres den Handelsverkehr zwischen den beiden Ländern durch eine gegenseitige | und wesentliche Erhöhung der Warenkontingente festlegt. * Der schwedische Marinechef teilte der schwedischen Presse mit, daß eine genaue Untersuchung über alles durchgeführt werde, was während der Fahrt der schwedischen Torpedojäger von Italien nach Schweden vor sich gegangen sei. Die Untersuchung habe bereits begonnen. Wahrscheinlich werde die Angelegenheit später vor das Kriegsgericht kommen. Moskauer Interesse für die Kriegsereigniffe. Moskau, 11. Juli. (DNB.) Neben der Wieder- gäbe der wichtigsten Nachrichten über die Kriegsereignisse beschäftigt sich die Moskauer Presse am Donnerstag in ihrem Auslandsteil besonders mit den gemeinen Ueberfällen der englischen Flotte aus die französischen Kriegsschiffe. Die Rede des britischen Marineministers Alexander im UnterhausI mit ihrer schamlosen Verherrlichung der heimtückischen Piratenstreiche der Engländer in Oran und Dakar wird in den hiesigen Blättern entsprechend wiedergegeben. Auch der römische Bericht über die erste große Seeschlacht zwischen italienischen und britischen Motteneinheiten im Etlichen Teil des Mittelmeeres erscheint in der hingen Presse im Wortlaut. Wir sind zur entscheidenden Auseinandersetzung । mit unserem gefährlichsten Feind, England, angetre- I ten. Schon ehe unsere Armeen die Westoffensive i begannen, meldeten die Wehrmachtsberichte fast täglich, daß deutsche Aufklärungsflugzeuge die bri- 1 tischen Inseln erkundet und wertvolle Ergebnisse mit nach Hause gebracht hätten. Illustrierte Zeitschriften veröffentlichten Bilder wichtiger britischer Industrie-, Hafen - und Tankanlagen aus der Vogelschau, — einen Teil der Ausbeute jener Erkundungsflüge. Dann meldeten die deutschen Wehr- I Machtsberichte immer häufiger, daß kriegswichtige Anlagen in allen Teilen Großbritanniens erfolgreich mitBomben belegt worden feien. Auch Herrn Churchills Berichte, die sonst so widerwillig deutsche Erfolge eingestehen, konnten nicht umhin, in einigen Fällen die Wirkung der deutschen Fliegerangriffe zuzugeben. England hat ein langes Schuldkonto von teils wahllosen, teils sogar offenbar gewollten Fliegerangriffen auf nichtmilitarische Ziele Zehntausende von Bomben sind auf deutsches Land abgeworfen worden, über 1000 Verwundete und mehr als 400 Tote waren zu beklagen. Man befürchtet in England eine Verstärkung der deutschen Angriffe zur Luft als erstes Zeichen eines planmäßigen umfassenden Angriffs. Man wird sich darin nicht täuschen. — Wo aber l i e g e n die verwundbaren Stellen unseres Gegner? Wo führen wir entscheidende Schläge gegen seine Wehrfähigkeit? I Großbritannien ist erheblich d i ch t e r b e s i e d e l t als Deutschland; auf dem Quadratkilometer leben in England etwa 280, in Deutschland 140 Menschen. Damit liegen auch die industriellen, bergbaulichen und Verkehrs-Anlagen dichter zusammen als bet uns. Die wichtigsten britischen K o h l e n b e z i rke befinden sich in Süd-Wales, nördlich des Kanals von Bristol, also an der englischen Westküste Das Zentrum dieses britischen Kohlenreviers ist Cardiff. Ein weiteres bedeutendes Zentrum des britischen Steinkohlenbergbaues ist die Grafschaft Lancashire, nördlich der großen Industriestadt Manchester, gleichfalls in der Nähe der britischen Westküste. Kaum weniger wichtig ist das mittelenglische Kohlengebiet von Dorkshire Not- t i n g h a m und D e r b y. An der englischen Ostkuste finden wir die Kohlengebiete von Northumber- l a n d und D u r h a m , die durch die Städte Newcastle und Middlesborough gekennzeichnet werden. Fast ebenso ertragreich wie die Kohlenfelder von Süd-Wales sind die von Südschottland, die von der Westküste (Ayrshire) bis zur Ostküste Dagbladet" macht sich am Donnerstagmorgen zum l Sprecher vieler Schweden, die, wie das am Mitt-1 woch veröffentlichte Regierungs-Konrmuniqus zeigt,! in dem englischen Uobergrifs auf die vier schwedischen Zerstörer eine Beleidigung der schwedischen! Ehre erblicken. „Man kann", so erklärt der Leitartikler, „die Internierung der schwedischen Fahrzeuge in dem Faröer-Hafen weder verteidigen noch entschuldigen. Es liegt für England keinerlei Grund vor, die Fahrzeuge der schwedischen Flotte mit denen der französischen zu vergleichen", fügt das Blatt ironisch hinzu und schließt: „So intime Verbündete sind England und Schwe-I den doch nie gewesen. In jedem Falle liegt es im schwedischen Interesse, gegen jeden englischen Versuch, einen solchen Vergleich aufzustellen, aus das bestimmteste Einspruch zu erheben." Japan fordert Antwort. Tokio, 11. Juli. (DNB.) Wie aus London verlautet, erklären unterrichtete japanische Kreise, daß Botschafter S h i g e m i t s u Mittwoch abend im I Foreign Office eine Besprechung mit Butler gehabt I habe, in der er die Unzufriedenheit Japans über die Nichterfüllung der japanischen Wünsche hmsichtlich der Unterbindung der Kriegsmate rialzu-l fuhren von Birma nach China dargelegtI habe. Wie verlautet, soll Botschafter Shigemitsu die englische Regierung um Ueberprüfung ihrer Haltung ersucht haben. Tanker torpediert. Mailand, 11. Juli. (Europapreß.) Wie der „Corriere della Sera" aus Madrid meldet, ist das I ehemalige holländische und jetzt von den Engländern I benutzte Tankschiff „Lucretia" an der spanischen! Küste von einem U-Boot versenkt worden. Der Ka-1 pitän und zwei Mann der Besatzung sollen um-1 gekommen sein. Stockholm, 11. Juli. (DNB.) Der schwedische Dampfer „Bissen" (1514 BRT.) ist nach einer Mitteilung des schwedischen Generalkonsuls in London nach einem Torpedotreffer gesunken. Die Besatzung von 20 Mann wurde gerettet. Der Dampfer hatte Holzwaren geladen. Spaltung in der ägyptischen Saadisten-Partei. Neapel, 10. Juli. (NDB.) In der ägyptischen Saadisten-Partei steht eine Spaltung bevor. Ein starker Teil der Parteimitglieder verlangt das Ausscheiden des gegenwärtigen Kammerpräsidenten Dr. Achmed Mäher Pascha, weil dieser bei einer Rede im Parlament hinter verschlossenen Türen im Anschluß an den Kriegseintritt Italiens den sofortigen Eintritt Aegyptens in den Krieg an der Seite Englands gegen Italien gewünscht hatte. Diese Rede hatte die Empörung der großen Mehrheit der Kammer ausgelöst. ' In den Abgeordnetenkreisen der Saadisten-Partei, die Dr. Achmed Mäher ausschließen wollen, wird betont, daß das Vorgehen Dr. Mähers von der ägyptifchenFreimaurereidiktiert worden sei, deren Großmeister er ist. Er habe seine Befehle aus der Grohloge von Frankreich, der die ägyptische Freimaurerei unterstehe, und aus der Großloge von England, die in Aegypten durch den anglikanischen Bischof Mag. Gwenn vertreten ist, erhalten. Ferner habe Dr. Achmed Mäher ebenso wie der Generalsekretär der Saadisten-Partei Mam- duch Rias englisches Geld erhalten. (Fifeshire) reichen. An Erzen ist Großbritannien weniger reich als an Kohlen. Immerhin sind bedeutende Eisenerzlager- stätten vorhanden. Eine Reihe solcher Vorkommen zieht sich von Oxfordshire (nordwestlich von London) über die Graffchaften Northampton und Southlincolnshire bis zur Mündung _ _ v .. ^5 Flusses Humber in die Nordsee. In Nord- blanca gebracht werden. Brüssel, 11.Juli. (DNB.) Am Mittwochvormittag kchrten 1000 deutsche Männer und 500 flämische Nationalisten unter der Obhut der deutschen Wehrmacht nach Belgien zurück, wo man sie am 10. Mai verhaftet und dann nach Südfrankreich verschleppt hatte. Mt ihrer Freiheit und Heimkehr list ein weiteres Kapitel beendet worden, das ein unrühmliches Blatt in der Kriegsgeschichte der Feind st aaten darstellt. Beim Morgengrauen des 3. Juli traten die zu „Spionen, Fallschirmjägern", kurzum zur sogenannten „f ü n f t e n Kolonne" gestempelten Deutschen ihren Weg in die Freiheit an und verließen das Barackenlager von St. Cyprien im Süden Frankreichs. Mt glückerfülltem Herzen ließen sie die hohen Stacheldrahtzäune, die drohenden Ba- I jonette und die Baracken hinter sich. Bei der Fahrt I in die Freiheit schienen alle Qualen vergessen, die man während der Gefangenschaft erlitten hatte. Als die ersten deutschen Soldaten an der Demarkationslinie gesichtet wurden, brach ein Sturm der Freude und Begeisterung aus, der sich noch steigerte, als in St. Nazaire und Bordeaux eine persönliche Fühlungnahme zwischen den Soldaten und den internierten Zivilisten möglich war. In verriegelten, lichtlosen Viehwaggons wurden ie von Belgien nach Frankreich geschleppt und blieben 92 Stunden ohne nennenswerte Verpflegung. Als am Pfinaft-Sonntag bei einem Fliegerangriff auf den Bahnhof Ath (unweit Brüssel) 28 Insassen getötet und neun schwer verletzt wurden, kümmerte sich niemand um sie. Bajonettstiche, Kolben- und Stockschläge gehörten, auf dem Transport wie im Lager zum alltäglichen Leben. Obschon man die Zivilisten alles Geldes und sonstigen Eigentumes beraubt yatte, gab man ihnen selten mehr als Brotund Wasser zur Nahrung, und auch das nur in geringen Mengen; man ließ sie auf dem feuchten Erdboden schlafen, Grelle, Jugendliche, selbst Kinder sowie Kranke teilten das gleiche Lds. Geistlichen und Ordensbrüdern sowie flämischen Nationalistenführern, darunter Professor Dr. Borms, wurden die Kleider vom Leibe gerissen. In Tours wurde ein Gefangener, der vor Dur st irrsinnig geworden war, von dem Begleitoffizier erschossen. Der Schwergetroffene । stürzte noch einige Schritte vorwärts. Auf einem 12 Kilometer langen Fußmarsch in glühen- derSonnenhitze wurden kranke und von Durst geplagte Menschen zu Dutzenden mit Gewehrkolben niedergeschlagen, hilflos und ohne ärztliche wii in, । aus einem xraum erwacyr reynen ute >-nrer- Hilfe am Wegrande liegen gelassen, wo sie dann ebenso! vierten in eine neue Welt zurück. Sie hatten den mit Bajonettstichen wieder aufgettieben wurden. ben, Granaten und Maschinengewehren gefallenen Franzosen? Vielleicht trösten die Franzosen sich jedoch in der Erinnerung, daß die englische Königin ihnen als britische Erwartung vor knapp einem Monat bescheinigte: „Wir wissen, daß ihr von Kerzen gern alles gebt, war ihr habt!" In vier Wochen passiert manchmal viel, und manche Meldung gewinnt an Reiz, wenn man sie nach Ablauf dieser Zeit wieder einmal liest. MdemÄttlerkreuzausgezeichnel Berlin, 11. Juli. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen: General der Infanterie Viktor von Schweüler, Kommandierender General eines Armeekorps. General der Infanterie von Sch wedler war mit seinem Korps im Schwerpunkt des Armeekorps eingesetzt. Er hat durch die zweckmäßigen Operationen der ihm unterstellten Truppen einen wesentlichen Anteil an dem Erfolg des großen Angriffes im Westen. Bei dem energischen Vorstoß seines Korps bei Ppern hat er den Niederbruch der belgischen Armee in rücksichtslosem persönlichem Einsatz beschleunigt. Bereits zu Beginn dieses Jahres hatte der Oberbefehlshaber des Heeres die Einführung eines Jn- fanteriefturmabzeichens (links) verfügt, ferner war ein Panzerkampfwagenabzeichen (Mitte) geschaffen worden. Run ist für die Soldaten aller anderen SBaffengattungen einschließlich der Sturmartillerie ein besonderes Sturmabzeichen (rechts) eingeführt worden. General der Infanterie Viktor von Schwedler, der am 18.1.1885 in St. Goarshausen geboren wurde, erhielt seine erste militärische Ausbildung im Kadettenkorps und trat 1904 als Fähnrich in das JR. 26 ein. 1910 wurde der junge Offizier zur Kriegsakademie versetzt. Während des Weltkrieges erwarb er sich vor allem als Generalstabsoffizier in verschiedenen Dienststellungen besondere Verdienste. Auch im Reichsheer fand er mehrfach als Generalstabsoffizier Verwendung. Zwischendurch kommandierte er zwei Jahre ein Bataillon im Jnf.-Rgt. Rr. 9. 1932 zum Oberst befördert, wurde er 1933 in die besonders wichtige Dienststellung des Chefs des Heeresperfonalamtes berufen, an dessen Spitze er bis 1938 stand und hierbei wesentlichen Anteil am personellen Aufbau des neuen Heeres hatte. 1938 ernannte der Führer den General unter Beförderung zum General der Infanterie zum Kommandierenden General eines Armeekorps. Trauerfeier am Samstag, dem 13. Juli, 11 Uhr vormittags, in der Kapelle des Neuen Friedhofes. Lehrgänge für Gemeinschaftsverpflegung. NSG. Dem wichtigen Gebiet der Gemeinschaftsverpflegung wurde seitens der NSDAP, schon im Frieden größte Aufmerksamkeit geschenkt. Jetzt während der Kriegszeit kommt dieser Arbeit erhöhte Bedeutung zu. Deshalb führt im Gau Hessen-Nassau die Deutsche Arbeitsfront jetzt in mehreren Kreisstädten Lehrgänge für Gemeinschaftsverpflegung durch. Insgesamt sind es sieben Lehrgänge, und zwar je einer in Wetzlar, Offenbach, Darmstadt und Wiesbaden und drei in der Gauhauptstadt Frankfurt. Die Lehrgänge werden in Werksküchen durchgeführt, wo die geeigneten Einrichtungen vorhanden sind. Die Teilnehmer setzen sich aus Männern und Frauen zusammen, die als Köche oder Küchenverwalter in der Gemeinschaftsverpflegung tätig sind. Jeder Lehrgang dauert einen Tag. Der Vormittag ist mit prakttschen Vorführungen unter Leitung von Gaulehrkoch Kugelmeier ausgefüllt. Es werden hierbei besonders die Erfordernisse unserer Er- Aranksurler Schlachkviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Juli. (Vorbericht.) Es kosteten: Ochsen 28 bis 46,50 RM., Bullen 27 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 28 bis 45,50, Kälber 25 bis 59, Lämmer und Hümmel 20 bis 51, Schafe 10 bis 44, Schweine 53 bis 59 RM. — Marktverlauf: alles zugeteilt. Letzte Nachrichten. petain „Ehefdes französischenStaates"' Genf, 12. Juli. (DRV. Funkspruch.) 3n Vichy wird amtlich bekanntgegeben, daß in dem Verlauf einer Unterhaltung zwischen dem Präsidenten der Republik, Lebrun, und Marschall Petain dieser dem Präsidenten der Republik seine Absicht mitge- teilt hat, nunmehr auch das Amt eines „Chefs des französischen Staates" zusammen mit der Präsidentschaft des Ministerrates auszuüben, um unter den außerordentlichen Umständen, die Frankreich durchmache, persönlich die Verantwortung für die Führung der öffentlichen Angelegenheiten zu übernehmen. Lebrun fügte sich diesen Gründen und stellte seine Befugnisse Riarschall Petain zur Verfügung. t beseitigt -ORFA- ' Flasche 1.74. extra stark 2A0 Maare Unschädlich! Sich. Wirkung. | Empfehlungen | Komme am Samstag, dem 13. Juli, auf den Wochenmarkt m. irden, feuerfest. Geschirr Emil Mickler Urberach, sisrv Nachlässe von 3 bis 20 v. H. er halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeigei Knipse aber mit Verstand! Ab und zu einmal ein gutes Photolehrbuch lesen, z. 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Es sprechen Vertre- treter des Landesernährungsamtes und des Amtes für Volksgesundheit der NSDAP., ein Fachmann für Großkücheneinrichtungen und ein Fachmann für die besonderen Fragen der Buchführung und Kalkulation, die bei der Werksverpslegung zu berücksichtigen sind. Mit diesen Lehrgängen, zu denen die Kreiswal- tungen der Deutschen Arbeitsfront die Anmeldungen entgeaennehmen, ist eine sehr wichtige Arbeit aufgegriffen, die sicherstellen soll, daß in. den Werksküchen mit dem vorhandenen Material eine möglichst gute Verpflegung hergestellt wird. Entlohnung bei Fliegeralarm im öffentlichen Dienst. Ndz. Der Reichsfinanzminister hat sich damit einverstanden erklärt, daß bei invalidenversicherungs- pflichtigen GesoLaschaftsmitgliedern des öffentlichen Dienstes die bei Fliegeralarm ausfallenden Arbeitszeiten insoweit mitdem Zeitlohn entlohnt werden, als ohne Berücksichtigung dieser Zeiten die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit nicht erreicht werden wurde. Das gilt auch, wenn bei Flakabwehr die Schutzräume auszusuchen sind. Aus Anordnung des Gefolgschaftsführers muß die ausgefallene Ar- beitszeit im Laufe der folgenden fünf Wochen nach gearbeitet werden. Hauptfchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter tiU HaupftchriftleiterS: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich für Polttstt Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. D.: Heinrich Ludwig Neuner: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitötsdnlckerei R. Lange K. <8. VerlagAetter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenlefter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.S. .Hufehe* holt was es verspricht Das stimmt,Ich habe es bei meinen Kindern selbst erfahren. Sie sind mit Kufe Ke“zu .Qesunden.kräfügen Kindern herangewachsen,Verstopfung, Blähungen oder Durchfall kenne ich bei e Ke"nfcht Jch empfehle immer gern.r\ufeKe" ACHTUNG! Jung. Mädchen, nicht unt. 20 Jahren, welches Lust hat, in artistisch. Darbietung als Assistentin od.Partnerin mitzuarbeiten, zum sofort. Eintritt gesucht.Vor- zustell.Samstag, 13. Juli, bei Hrn. Williamms, Zirk.Holzmüller, z.Z.Giesren, Os- maldsgart. 3195D Wir suchen für sofort solides Hchenod.Fran für nachm. für Betrieb u.Büros zu reinigen. Lohn nach Ver- Berlin, 11. Juli. (DNB.) Die Königin von England hielt folgende Ansprache: „Ich spreche heute zu euch, ihr Frauen Frankreichs, jenes heldenmüti- aen und ruhmreichen Frankreichs, welches in diesem Augenblick nicht nur seinen eigenen Boden verteidigt, sondern auch die Freiheit der ganzen Welt; ich überbringe euch die Gefühle der Zuneigung und Bewunderung, welche euer Leid und eure Not in unseren Herzen weckt. Was mich, die ich stets Frankreich so sehr geliebt habe, anbetrifft, so leide ich heute wie ihr und mit euch. Jch denke unaufhörlich an jene schönen Sommertage, an denen — es ist keine zwei Jahre her — Paris so viel Charm entfaltete, um den König und die Königin von England zu empfangen. Mit einer Begeisterung und einer Großzügigkeit, die uns zutiefst berührt, hatte sich das französische Volk dem Empfang angeschlossen, den uns eure Regierung bereitete. Ich hatte gefühlt, wie das Herz von Frankreichs Frauen ganz dicht neben dem meinen schlug. Diesen Frauen will ich in diesen schmerzensreichen Tagen ganz aufrich- ttg sagen, daß ihr Unglück auch unser Unglück ist. Wir wissen, daß die Haltung der Französinnen in diesem Krieg ebenso edel gewesen ist wie diejenige der Franzosen. Wir wissen, daß sie ohne Klage den Verlust ihres Besitzes ertragen haben, die Vernichtung ihrer Heimstätten, die Jnbasion und die Bombardierung. Wir wissen, daß sie von ganzem Herzen gern alles geben würden, was sie haben, sogar ihr Leben/ um das Heil des Vaterlandes sicherzustellen. Eine Nation, die zur Verteidigung des Vaterlandes solche Männer und solche Frauen hat, muß früher oder später den Sieg erringen. Es hat ohcke Vorbehalt das Recht auf Unterstützung von allen Frauen der Welt. Vor einigen Tagen besuchte ich in unseren Hospitälern die Verwundeten und Kranken, die aus Dünkirchen zurückgekommen waren. Jedem von ihnen sagte ich einige Worte aus Französisch und erkundigte mich nach seiner Verwundung. Alle, und selbst die sehr schwer Verwundeten erwarteten mich und sagten: „Es geht!" Jch hoffe von ganzem Herzen, daß nach diesen schlechten Tagen eine Zeit kommen wird, wo unsere beiden Völker, nachdem sie traft ihrer Ausdauer und Arbeit einen Rückgang in ihren Bewaffnungen aufgeholt haben, sagen können: „Jetzt geht es!" Diese Hoffnung ist es, die ich euren verwundeten Soldaten schulde und ich heute abend mit den herzlichsten Sympathien aller Frauen Großbritanniens überbringen möchte, die für den gemeinsamen Sieg bereit sind, die Opfer ebenfalls auf sich zu nehmen, die ihr und euer großes Land so ehrenvoll auf euch genommen habt." einbarung. _____ _________ Sehr. Ang. unt. Pfarrhaus. sumD 3203D a.b.@.9L | Verkäufe [ Je ein üleittelrom- 11* 7,5 und 5 PS zu verkaufen. 32oeD Cafe Wien Zweispänner- Karloiielroiler (Hassia) wegen Umstellung der Landwirtsch. zu verkaufen. 02399 Großen-Linden, Franks. Str. 29. [ Kaufgesuche"] Suche Auto neuwertig,wenig gefahren, 1,3 bis 2 Ltr.,Limousine Angebote unter 3188D an den Gießen. Anzeig. Junge Frau zum Austragen von Zeitungen sofort gesucht Verlag des Gießener Anzeigers Schulstraße 7 3201 d Circus Holzmüller -Biegler (neben, Oswaldsgarten Eröffnungsvorstellung: Samstag, 13,Juli,7.30Uhr Weitere Vorstellungen: Sonntag, 14. Jnli 1940 \ - on Montag, 15. Jnli 1940/ 4 Uhr nj.dü Uhr Vorverkauf Circuskasse Wir bringen ein Aufgebot mit Menschen und Tieren: 60 Personen 25 Pferde Künstler und Künstlerinnen Reiter und Reiterinnen Luft- und Parterre-Akrobaten .....um Die große Sensation! „„„»...H.u,n».H Wunder-Elefant NELLY tanzt, rechnet, musiziert in jeder Vorstellung: Die fliegenden Menschen Das Zuschauerzelt ist auf das allerbequemste eingerichtet. Alles zum Sitzen. Das Hauptzuschauerzelt faßt etwa 2000 Persönen. Der Circus besitzt zu seiner Beförderung eigene Last- und Zugmaschinen. Eigene Lichtzentrale. 3166d Der Wagenpark besteht aus ca. 30 Wohn-, Büro- und Transportwagen. In etwa 3 Stunden ist der Circus vollständig auf- gebaut. Eigene 10 Mann starke Blas- und Streichkapelle. | Besucht den guten deutschen Circus! | Wir bitten um zahlreichen Besuch DIE DIREKTION Nr. lbZ Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeigrr für Oberhessen) ßreitag, 12. Zull 1940 Heilkräutersammelaktion im Kreis Wetterau Und so preiswert Starkwirksam, gegen Zahnsteinansatz, zahnfleischkräftigend, mikrofein, mild aromatisch. 1710 ^40 Pf die große Tube die kleine Tube 25Pf chaften der RfH. (Reichsarbeitsgemeinschast für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbefchaffung) unter Führung der Schulen und der Lehrerschaft gebildet worden. Der Kreissachbearbeiter der RfH., Lehrer O ß - wald (Bad-Nauheim) führte dieser Tage in der Goetheschule in Gießen eine Besprechung mit seinen Mitarbeitern in den Kreisabschnitten durch. Alle technischen Fragen, insbesondere die der Ab- NSG. Erst ein gutes Jahr ist vergangen, seit das Pflichtjahr eingeführt wurde. Zuerst gab es von Seiten mancher Eltern einige Bedenken, sollten sie doch ihre Tochter für ein ganzes Jahr aus dem Hause geben, noch dazu aufs Land, obwohl sie keine Landarbeit gewöhnt war. Außerdem sahen sie einen Nachteil darin, daß ein ganzes Jahr der Berufsausbildung verlorenginge. Abgesehen davon, daß ein Mädel das auf einem Bauernhöfe Erlernte immer verwenden kann, ist der Sinn des Pflichtjahres vor allem der, der überlasteten Bauersfrau eine Hilfe zu bringen. Kann natürlich ein Stadtmädel auch nicht sofort eine hochwertige Arbeitskraft sein, so haben die Erfahrungen des ersten Jahres, vor allem die Urteile der Landfrauen selbst, gezeigt, daß die Mädel sich oft in wenigen Wochen so gut einarbeiten und mit solcher Lust und Liebe ihre Arbeit tun, daß sie im Bauernhaushalt bald bestimmte Pflichten übernehmen und damit die Bäuerin entlasten können. Nach einem Jahr fiel der Abschied vom Bauernhöfe oft schwer, und viele Mädel faßten sogar den Entschluß, für immer auf dem Lande zu bleiben. In diesem Fall war sogar ein Jahr der Berufsausbildung gespart, da das Pflichtjahr bei Erlernung eines ländlichen Berufes angerechnet wird. Und die Eltern, glücklich über das Wohlergehen ihres Kindes, das gesund, gebräunt und kräftig aussah, hatten nun nichts dagegen. So erfüllt das Pflichtjahr auch seine zweite Aufgabe, die Jugend dem Lande zurückzugewinnen! Daß es der Jugend auf dem Lande gefallt, sie schnell heimisch wird und daß sie sich oft entschließt, für immer dort zu bleiben, dafür sorgt heute nicht zuletzt die vom Reichsnährstand neugeschaffene Betreuung der Pflichtjahrmädel. Kein Mädel ist sich selbst überlassen, kein Mädel bleibt ohne Rat und laufende Betreuung. Jedes Pflichtjahrmädel wird in die Dorfgemeinschaft und in die Gemeinschaft des BDM. ausgenommen. Die Jugendwartin- nen des Reichsnährstandes, die zugleich Bauerntumsbeauftragte des BDM. sind, betreuen die Mädel das ganze Jahr hindurch, überzeugen sich persönlich von Zeit zu Zeit von ihrem Ergehen, beseitigen etwaige Schwierigkeiten und führen sie in den BDM.- Dienst und die Dorfgemeinschaft ein. Zwei- bis dreimal im Jahr kommen die Pflichtjahrmädel außerdem zu einem Pflichtjahrtreffen zusammen, wo die Jugendwartinnen und zuständigen Kreissachbearbeiterinnen des Reichsnährstandes zu ihnen sprechen und mit ihnen einige frohe Stunden zusammen verleben. eine genügend lange Wässerung von etwa einer halben Stunde bis zu mehreren Stunden zu empfehlen, wenn man daraus etwa Schweinebraten nach deutscher Art herstellen will. Die Schinken-, Schulter- und Dauchstücke lassen sich wie Kotelett verwenden, und vielleicht versuchen wir es auch mal nach englischem Geschmack, indem wir Bacon mit einem Setzei zusammen braten. Kocht man das Baconfleisch dagegen wie Schweinebauch zusammen mit Gentüse, so braucht man nicht einmal vorher zu wässern. Im übrigen wird jede Hausfrau bald mit der neuen Fleischart vertraut sein und sie als willkommene Bereicherung unseres Speisezettels begrüßen. Die Abgabe von Bacon an die Derbraucherschaft erfolgt natürlich auf die Abschnitte der Reichsfleisch- karie, wobei man die gleichen Mengen wie beim Einkauf von inländischem Schweinefleisch erhält. Die Kleinverkaufspreise sind ebenfalls die gleichen wie beim deutschen Schweinefleisch. Bezug von Sommerschuhen erleichtert. Der Schuhbedarf der Bevölkerung wurde in den Sommermonaten schon im Frieden in der Regel durch leichtes Schuhwerk (Sandaletten, Sandalen, Sommerstoffschuhe u. ä.) gedeckt. Auch in diesem Jahre ist leichtes Schuhwerk in genügender Menge vorhanden. Es kann gegen Bezugschein II gekauft werden, den die Wirtschaftsämter unter erleichterten Voraussetzungen den Verbrauchern ausstellen, die Bedarf an Schuhwerk haben. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die auf Bezugschein II bezogenen Sommerschuhe den will. Erst nachdem durch einen klugen Untersuchungsrichter, der sich stets im Hintergrund hält, die Zu- ammenhänge aufgeklärt werden und der zum äußersten erregten und entschlossenen Menge der wahre Schuldige gezeigt werden kann, lösen sich Irrtümer und Verkettungen, löst sich die unheimliche Spannung, entgeht der Unschuldige dem Tode. Der Film schildert in faszinierenden Bildern und Szenen nicht eine Kriminalgeschichte schlechthin, sondern umreißt scharf eine Problematik, tote sie sich notwendig aus der Doppelgängerschaft ergeben muß, wenn sich die Schicksale zweier intensiver Persönlich- leiten vor dem Forum einer breiteren Oeffentlich- keit begegnen. Immer wieder steht in diesem Film die zügellose Heftigkeit einer größeren Volksmenge dem einzelnen Schuldigen oder Schuldlosen wie eine Naturgewalt gegenüber. Diejenigen Szenen gar, in denen großes gesellschaftliches Leben und rauschende Festlichkeit gezeigt werden, erscheinen, vor dem Hintergrund der erregten Volksmenge wie ein Tanz auf einem Vulkan. Der Regie von R. A. Stemmle ist es geglückt, den dankbaren Stoff zu stärksten Wirkungen zu führen. Die Haupt- und Doppelrolle trägt Karl Raddatz. . Er setzt alle seine Qualitäten ein. Er erscheint (hell aleresk und in feinen menschlichen Zügen seiner Partnerin gegenüber, energisch in den Szenen um die Behauptung der Identität seiner Person im Stru- del der Ereignisse, erstaunlich lebenswahr, ja elementar, im verzweifelten Kampf um sein Leben. Anneliese Uhlig als Madeleine ist ihm eine Partnerin von klar ausgeprägtem Charakter und von einer schönen Entschiedenheit im Gefühl und in der Handlungsweise. Leo Slezak begegnet man als einem feisten Stadtpräfekten, den die Ereignisse aus einer Krise in die andere stürzen und ihn stets in einer gut gespielten Hilflosigkeit zeigen. In sehr sorgfältiger Anlage gab Oskar Sima den Untersuchungsrichter, der in Klarheit des Geistes die Dinge übersieht, die Entschei- düngen reifen läßt und im wichtigen Augenblick bestimmend eingreift. Zahlreiche andere Rollen sind mit glücklicher Hand besetzt. Die Darsteller dienen uneigennützig der Sache. Die Photographie erhebt sich nirgends zum Selbstzweck, sondern schildert lediglich in sachlicher Klarheit. H. L. Neuner. lieferung und des Versands an die Gaufammelstelle in Frankfurt a. M.-Höchst wurden geklärt. Die Gemeinden liefern an die Bezirkssammelstellen ab, die in allen Kreisabschnitten eingerichtet worden f Für den Kreis Gießen kommen die folgenden Bezirkssammelstellen in Frage: Gießen-Stadt, Goetheschule (Leiter: Lehrer Jmmel); Gießen-Land, Volksschule Großen-Linden (Lehrer Reck); Großen-Buseck, Volksschule (Rektor Jnderthal); Grünberg, Oberschule (Studienrat Walter); Hungen, Volksschule (Lehrer Jockel); Laubach, Oberschule (Lehrer Ott, Gonterskirchen): Lich (Apotheker Weber); Londorf, Volksschule (Lehrer Möller); Lollar, Volksschule (Lehrer Philipps. Für mortzen, Samstag, hat Kreisleiter Backhaus zu einer Tagung des Kreisarbeitsausschusses der RfH. nach Bad-Nauheim eingeladen, an der auch die Leiter der Bezirkssammelftellen teilnehmen werden. Im Mittelpunkt der Tagung wird ein grundlegendes Referat des Gausachbearbeiters bei der Gauabteilung Hessen-Rossau der RfH., Apotheker R i p p e r g e r, Frankfurt a. M.-Höchst, stehen. auch sie der Exekutor holen konnte. Wer weiß, wo diese treue Helferin heute steht, und ob es nicht hin und wieder in ihren Tasten zuckt, wenn sie jener Zeit gedenkt, da ich mit großer Eile und sehr viel Hoffnung meine ersten Sätze auf ihr herunterge- Irommelt habe. „Golowin"' geht durch die Stadt. Der Doppelgängerschaft haftet von jeher (sei es nun im Harmlosen ober im Hintergründigen) eine anhaltende innere Spannung an, die sich je nach Art und Charakter der Personen, die sich dabei begegnen, bis in das Unheimliche steigern kann. Für den Film erscheint das Thema der Doppelgängerschaft als em besonders dankbares Motiv, und der neue Film beweist es auch, wie fesselnd es zu gestalten und zu behandeln ist, wenn sich Romanschriftsteller, Drehbuchverfasser, Regisseur und Darsteller in glücklicher Konstellation finden und jene Untertöne treffen, auf die es uns hier besonders anzukommen scheint. In dem Bavaria-Film „Golowin geht durch die Stadt" (Lichtspielhaus), der einem in der „Münchener Illustrierten" erschienenen Roman von Hugo Maria Kritz nachgeschaffen ist, gerät man rasch in den Bann des Phänomens, wie es die Doppelgängerschaft ist.' Der Dr. Cannenburgh, den ein Zufall in em abseitiges (polnisches) Städtchen verschlägt, steht stch plötzlich inmitten einer Situation, an der er völltg unschuldig ist, von der er aber mit ganzer Person erfaßt wird. Die Bevölkerung einer ganzen Stadt lehnt sich einmütig gegen ihn auf, droht ihm, dem .Fremden, mit Gewalttätigkeiten, obwohl thn doch niemand kennen kann, denn er hatte nie vorher das Städtchen betreten. Er erfährt es rasch, daß er einen Doppelgänger hat, der, ein Schwindler großen Sttls, durch eine fragwürdige Bankgründung die Bürgerschaft der ganzen Stadt schädigte, bann nur scheinbar Selbstmorb beging und sich dadurch (und mit Hilfe zweier Komplizen) auch noch eine riesige Versicherungssumme ergaunerte. Und den durch einen Zufall in diese Stadt geratenen Wiener Arzt trifft nun ein abgründiger Haß, der durch manches sen- । sationelle Zwischenspiel zunächst beschwichtigt, dann : aber -wieder geschürt und gesteigert wird und sich t endlich in einem Lynchgericht gegen ihn entladen Aus der Stad« Gießen. Tücken des Alltags. Wer wollte leugnen, daß sie sich auch jetzt behaupten? Vielleicht kann man sagen, daß sie in dieser Zeit erst recht Gelegenheit finden, sich breit zu machen. Die Tücken des Alltags sind eben Erscheinungen, mit denen niemals völlig aufgeräumt werden kann. Es sei denn, unser Dasein würde den Rahmen naturgesetzlicher Notwendigkeiten sprengen und uns zu der etwas eintönigen Lebensweise m paradiesischen Gefilden verhelfen. Aber selbst dort würden die Tücken möglicherweise einen vortrefflichen Nährboden finden, wenn nämlich die menschlichen Eigenschaften auch in jenem unbekannten Gebiet weiter wachsen und gedeihen könnten. Denn mit der menschlichen UnzulänEchkeit, die ja ein Bestandteil des menschlichen Wesens ist, haben die Tücken des Alltags gleichsam einen Pakt geschlossen. Man könnte auch sagen, daß sie em Nutzungsrecht gepachtet haben. In Erbpacht sozusagen. Und deshalb lassen sie keinerlei Möglichkeit aus, sich gehörig ins Licht zu setzen. Sollte es da in dieser Zeit anders sein? Nein, es ist ganz natürlich, daß sie sich munter betätigen und dein geplagten Erdenbürger das Leben schwer machen. Was übrigens ihr einzigster Daseinszweck ist. Jeder kennt die Tücken des Alltags zur Genüge. Da hat Frau Becker von nebenan am Abend noch einige Wäschestücke hinter dem Hause aufgehangt. Am nächsten Morgen fehlt ein Handtuch, kann man es glauben? Frau Becker glaubt es und schöpft einen bösen Verdacht. Handtücher sind heutzutage kostbar sollte etwa Frau Berger aus dem dritten Stock?» Im Hause braut sich ein Gewitter zusammen, aber erfreulicherweise stellt sich das Handtuch wieder em, ehe es zur vollen Entladung kommt. Hinter den Gartenbüschen lag das Handtuch. Vielleicht hat es der Wind dorthin geweht, vielleicht hat auch eine Katze damit gespielt. Jedenfalls ist es ein Glück, daß es so rasch gefunden wurde. Clemens und ich. Von Bruno Brehm. Das ist nun wohl gerade elf Jahre her. Ich trug mein erstes Manuskript selbst in die Redaktion, da es mit dem Decknamen Bruno Clemens gezeichn^ war. Warum mit einem Decknamen? Weil ich mich ein wenig schämte? Weil mich zwiefacher Hochmut verächtlich auf das Geschichtenschreiben hinabschauen ließ, weil dem gewesenen Offizier das Aufknöpfeln des geschlossenen Rockes etwas schamlos Verbotenes schien und weil der Wissenschaftler, der ich geworden war, zu zeigen hat, was er weiß, und nicht, was er fühlt. Obwohl mir also beide Standesehren abrieten, ließ ich es nicht sein, denn ich mußte Geld verdienen. Also verbarg ich mich hinter einen Decknamen, und hoffte, es werde niemals jemand etwas von meinem verbotenen und schändlichen Tun erfahren. Um mich besser einzuführen, nahm ich eine bereits gedruckte wissenschaftliche Arbeit mit, die ich ein wenig verlegen dem Schriftleiter vorlegte. Dieser schien aber kaum erschüttert zu sein, daß sich solch em erlauchter wissenschaftlicher Geist entschlossen hatte, sozusagen mit der linken Hand Geschichten zu schreiben, und ich glaube auch nicht, daß er stch den Kopf zerbrochen hat, warum ich dies unter einem £, namen tun wollte. Nach einiger Zeit _?h, dieses Warten, diese Ungeduld nach der ersten Sunde! — erschien diese Geschichte, und ich sah den Bruno Cl^ mens gedruckt. Ich hatte weder ein erhebendes noch ein niederschmetterndes Gefühl. Mit dreiun^reißig Jahren berauscht einen die erste Druckerschwärze nicht mehr. Aber ich — oder vielmehr Bruno Clemens — hatte den ersten Ruf ausgestoßen, und wir warteten nun auf ein Echo. Alles blieb still. Dieser Bruno Clemens wurde mir verdächtig, ia er tat mir fast ein wenig leid. Aber er fühlte sich bei diesem verbotenen Tun sicher, er schrieb unverdrossen weiter. Kein Echo erreichte ihn, niemand fragte bei der Zeitung an, von wem denn diese hervorragenden Geschichten seien, da man in keinem Telephonoder Adreßbuch einen Bruno Clemens entdecken könne. Ich dachte nicht daran, einen. Roman zu Kem Pflichtjahrmädel ohne Betreuung Neue zürsorgemaßnahmen des Reichsnährstandes. Die Sache mit dem Kragenknopf geht zwar eigentlich nur die Männerwelt an, aber vermöge der wellenschlagenden Kraft der Tücken geraten häufig genug sämtliche Familienmitglieder m den Bereich ihrer peinlichen Wirkung. Der Kragenknopf des Hausherrn ist fortgerollt, soviel steht fest. Aber es ist auch kein Ersatzknopf mehr vorhanden, was gleichfalls feststeht. Toben des Hausherrn, grollende^ Echo der Bedrohten. Eine Atmosphäre verdichtet sich, wie sie kaum giftgeschwängerter sein kann. Die Beispiele von den Tücken des Alltags lassen sich beliebig vermehren. Jeder Tag gebiert neue. Was man dagegen tun soll? Sich wappnen mit philosophischer Ruhe und einem guten Schuß Humor. Sich sagen, daß es viel wichtigere Dinge gibt und daß es lächerlich ist, mit Kanonen nach Svatzen zu schießen. Dann wird man zwar auch den Tucken des Alltages nicht entgehen können, denn fi» wachsen wie Unkraut an jedem Wege, aber man wird sie zur Strecke bringen, noch ehe sie ihr atzendes Gift verspritzt haben. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast (Seltersweq): „Kennwort Machin". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Golowin geht durch die Stadt". LM.-llntergau 116 Wetterau. Alle Jungmädel treten am Samstag, dem 13. Juli, 15 Uhr, auf dem Ludwigsplatz zur Heilkräuter- sammlung an. Körbe und Säcke find mitzubringen. Alle JM.-Scharführerinnen melden sich Freitag, 12. Juli, 19 Uhr, auf der Dienststelle. Ausgezeichnetes Sammelergebnis. Die Listensammlung, die am vergangenen Sonntag durch die NSV. zugunsten des Kriegshilfswerkes des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführt wurde, erbrachte im Bereich des Kreises Wetterau der NSDAP, den stattlichen Betrag von 11200 0 R M. In Gießen und den Vororten betrug das Sammelergebnis nahezu 24000 RM. Das Ergebnis beibeutet gegenüber der vorausgegangenen Listensammlung abermals eine erhebliche Steigerung der Opferfreudigkeit unserer Bevölkerung. schreiben. Ader aus den Tischladen voll Geschichten - veröffentlichte dieser Bruno Clemens einige. War damals eine schöne Zeit? Nein, es war ganz und gar keine schöne Zeit. Ich hatte der Wissen chaft den Rücken gekehrt und war in einen Verlag eingetreten. Bei Tage mußte ich Manuskripte lesen, und in der Nacht stöhnte ich. Denn gedruckt ist schnell etwas, aber verkauft! Die Erfahrungen jener Tage habe ich in meinem allerersten Buche niedergelegt, das ich den Bruno Clemens schreiben ließ. Dieses Buch ist deshalb bemerkenswert weil es drei- bis viermal soviel Druckfehler als Seiten hat. Dies kam daher, weil ich das Buch in vierzehn Tagen geschrieben und zum 2ejen ber Korrekturen keine Zeit mehr hatte. Es war em Buch wie ein Brief, ben man nie abschickte, lese man ihn vorher noch einmal durch! Wie dieses Buch hieß? Das verschweige ich. Es ist wenig Ehre mit ihm aufzustecken. Ich selbst habe es nicht einmal mehr m meinem Besitz. Eine wüste Sache! Der Verlag röchelte nur noch. Ich fuhr mit einem Taxi heim und keuchte mit einer großen Schreibmaschine, auf der schon der grüne Pfanbungskuckuck flehte, in den vierten Stock, nicht, um em bereits gepfändetes Objekt beiseitezuschaf^n, sondern um auf dieser Maschine eben jenes Werk zu schreiben. Meiner erstaunten Frau erklärte ich, daß nun bald eine Wendung zum Besseren eintreten werde, denn nun wolle ich das Schicksal selbst meistern. Dann stellte ich die Maschine in dem kleinen, bunt bemalten Kabinett auf, ersuchte um vollkommene Ruhe und begann zu dichten; ich muß schon sogen, frOü) drauf los, auf Teufel komm raus. Denn ich wollte mit eben diesem Werk meinen versinkenden Verlag Und was geschah? Rettete dieser eifrige Bruno Clemens mit diesem so hurtig geschriebenen Buch den Verlag? Rettete er fein Unternehmen, mbem er die Geschichte eines urtergehenden Verlages selbst beschrieb? Mit nichten! x Der Verlag ging unter, mein Geld sackte ab uno, wie ich hoffe, mit ihm auch jenes einzige Bruno- Clemens-Buch. Wir beide, Clemens und ich, wir retteten gerade das nackte Leben aus der wilden Brandung der Zeit. Vorher trug ich noch die Schreibmaschine mit dem Kuckuck an ihren Platz, damit Kostenlose Steuerberatung für Mitglieder der DAF. Handwerksmeister — Gewerbetreibende. Achtung! Die Steuerbescheide sind in der allernächsten Zeit zu erwarten. Jeder Steuerbescheid bedarf einer eingehenden Prüfung. Wenden Sie sich deswegen an die Rechtsberatungsstellen der DAF. und nehmen Sie die kostenlose Steuerberatung in Anspruch. Dazu wird darauf hingewiesen, daß notwendig werdende Rechtsmitteloerfahren (Anfechtungen usw.) und die damit verbundene Prüfung der Buchführung, die Stellung von Stundungs- und Erlaßanträgen, die Verhandlungen vor den Finanz- und Steuerämtern kostenlos für Mitglieder der DAF. erledigt werden. 3204V Auskunft erteilt für die Kreise: Gießen, Schanzenstraße 16, Kreisrechtsberatungsstelle. ßin Zirkus kommt in die Stadt. Es gibt kaum etwas Konservativeres als Zirkus- plakate. Seit Jahrzehnten zeigen sie immer die gleichen Bilder, Bilder von einer berückenden Vielfarbigkeit, die in überschwenglichen Worten die Bacon als Braten und gekocht. Wie wird das dänische Fleisch zubereilet? Seit einiger Zeit gibt es in den deutschen Geschäften eine neue Fleischart zu kaufen, die den Hausfrauen bis jetzt meist unbekannt war. Es handelt sich dabei um den sogenannten Bacon, worunter man mild gesalzene Schweinehälften versteht, die von leichten Fleischschweinen stammen. Die Engländer hatten früher diesen Frühstücksspeck in großen Mengen aus Dänemark eingeführt, seitdem aber die Deutschen die englische Insel von den Eiern, Speckseiten und der Butter Skandinaviens abgeschnitten haben, ist das früher so reichhaltige Frühstück der Briten kümmerlich geworden. Dafür liefert die dänische Bacomndustne jetzt nach Deutschland, wo der Bacon als Dauerware für die Heeresverpflegung verarbeitet und nun auch zum Teil an die Zivilbevölkerung abgegeben wird. r . Der Schlächter wird deshalb den einkaufenden Hausfrauen jetzt öfter die Frage vorlegen, ob sie Frischfleisch oder den leicht gepökelten Bacon haben wollen. Dabei werden viele Frauen dem sremd- artigen Namen mißtrauen, obwohl es sich im Grunde genommen um nichts anderes als unseren altbekannten Pökelkamm oder Kasseler Rippenspeer handelt, nur daß Baconflsisch etwas zarter und knochenfteier — aber auch salziger — ist. Wenn man Bacon nicht wie Schinken roh essen, sondern im Haushalt verwenden will, muß man deshalb vorher verschiedene Maßregeln treffen. Vor der Zubereitung ist je nach Größe des Stuckes Die Beschaffung heimischer Heil- und Teekräuter durch die Schulen hat den Kreis Wetterau vergangenes Jahr in vorbildlichem Einsatz gesehen. Mit seinem Sammelergebnis steht er an der Spitze im Gau Hessen-Nassau. In die- em Jahre muß, nachdem der Krieg wie auf allen anderen Gebieten auch hier besonders hohe Anforderungen stellt, das Ergebnis noch wesentlich ge- teigert werden. Kreisleiter Backhaus verfolgt mit regem Interesse den Fortgang der Aktion, die außer den Schulen auch HI., BDM., NS.-Frauen- chaft und NS.-Reichskriegerbund im Einsatz sieht. Auf Anregung der Ortsgruppen der Partei sind in vielen Gemeinden bereits örtliche Arbeitsgemein- Derbrauchern, die im Winter einen Bezugschein I für Allwetterstraßenschuhe beantragen, nicht auf denNormalbestand angerechnet werden. Professor Karl Schaum 70 Lahre alt. Am 14. Juli vollendet Prof. Dr. Karl Schaum das 7. Jahrzehnt seines Lebens, wobei ihn eine mehr als 20jährige Wirksamkeit als Univ^sitats- lehrer mit unserer Stadt verbindet. Als Schuler und späterer Assistent Th. Zinckes versah er sich im nahen Marburg unter dem Meister seines Faches zunächst mit dem vollen Rüstzeug der klassischen organischen Chemie. Bald jedoch zog ihn die damals neu aufstrebende physikalische Chemie in ihren Bann und führte ihn zu W. Ostwald, den Gründer ihres Lehrgebäudes, nach Leipzig. Uever em Extraordinariat dieser Wissenschaft in Marburg führte ihn sein Weg 1908 als Vorsteher der photochemischen Abteilung des Physikalisch-chemischen Institutes der Universität Leipzig dorthin zuruck und dann im Jahre 1914 als Ordinarius der Physikalischen Chemie nach Gießen, wo er bis zu feiner Emeritierung im Jahre 1935 wirkte und nun seinen Lebensabend verbringt. .... _ Aus der vielseitigen Forschertätigkeit des Gelehrten heben sich zwei Arbeitsbereiche besonders hervor: Erstens das Studium des Polymorphismus, d. h. der Fähigkeit vieler festen Stoffe, in ganz verschiedenen Kristallgestalten aufzutreten, zu dessen systematischer Erfassung er Grundlegendes beigetragen hat, zweitens die wissenschaftliche Photographie, an deren Ausbau er als ein den Fachgenossen in allen Ländern wohlbekannter Pionier mitwirkte, insbesondere durch richtunggebende Entwicklung der Silberkeimtheorie des photographischen Bildes und durch Herausgabe der führenden Zeitschrift für wissenschaftliche Photographie, Photophysik und Photochemie. Weiteren Kreisen der Stadt ist 'der Jubilar durch gelegentliche licht- und humorvolle Experimeistal- Dorträge bekannt geworden, in denen er sein Wissen gern zur Freude und Bereicherung an andere weitergab. Wer ihm näher steht, weiß, daß sein weithin bekannter Humor nur die Außenseite einer grundgütigen Seele zur Schau treten läßt, die, aufgeschlossen für alles Edle und Gute, in einem ungewöhnlichen Maße empfänglich ist, das Leid feiner Mitmenschen auf sich zu nehmen. Seine zahlreichen Schüler, mit denen er persönlich stets in guter Kameradschaft verbunden war, wissen um seine unwandelbare Güte und sind ihm in anhänglicher Gesinnung verbunden geblieben. Mit ihnen begleiten alle, die ihm als Mitarbeiter, Freunde und Kollegen nahe stehen, den Jubilar mit ihren herzlichsten Wünschen in seinen Lebensabend hinein. Wandervorschläge für den Sonntag Vom SJ.-fpori drückender. Auch mit dem Geflügel hc heißen Tagen Erbarmen. Vögel in K iahe man an Käfigen brau- war aber Stadtmannschast Marburg — Stadtmannschast Gießen. prächtige Ausblicke auf den choherodskops mit ben L.....--------s_ < ... - , .... Klubhäusern, den Taufstein mit dem Bismarckturm, wo wir nicht versäumen dürfen, die vielen mittel- die Herchenhainer Höhe und die breite Ebene der alterlichen Schönheiten zu besichtigen. Wanderzeit Wetterau mit dem Schwelwerk Wölfersheim. Durch I 3Vi Stunden. Diese Wanderung in den südlichen Teil Oberhessens ist namentlich in historischer Beziehung von besonderem Reiz. Von unserem Ausgangspunkt Stockheim gehen wir nach dem nahegelegenen Glau- berg (270 m), dessen Gipfel im frühen Mittelalter von einer gewaltigen Reichsburg bekrönt war; mächtige Ringwälle sind noch Zeugen aus jenen Zeiten. Wir besichtigen die durch sachgemäße Ausgrabungen freigelegten Teile der ausgedehnten Burganlage wie auch die hierbei gemachten Funde, die in einem Museum untergebracht sind. Don dem Kamm des Berges bietet sich eine weite Fernsicht in das oberhessische Land. Der Abstieg erfolgt von der Südseite des Berges auf die Staatsstraße, auf der wir über Enzheim bis Hainchen weitergehen. Von hier bis Himbach benutzen wir einen Feldweg, um sodann auf breiter Straße über Eckartshausen und Alt-Wiedermus zur Ronneburg zu gelangen. Für die Besichtigung der Burg, die Sonntags geöffnet ist, wird ein Entgelt erhoben. Ueberaus malerisch ist'der Burghof mit verschiedenen Erkern, der gotischen Kapelle und dem 80 Meter tiefen Brunnen. Von der Plattform des Bergfrieds erschließt sich uns eine weite umfassende Rundschau. Gelbe Kreuze leiten uns jetzt durch schönen Buchenwald (am Eingang hübscher Rückblick auf die Ronneburg) über Vonhausen und Lorbach nach unserem Endziel i Büdingen, der Perle unter den hessischen Städten, veltberühmten Attraktionen anpreifen, mit benen »er Zirkus seine Besucher lockt. So konservativ wie die Plakate, so beharrend im guten Sinne ist aber tiud) der Zirkus selbst. Rur Die Organisation hat Fortschritte gemacht. Vielleicht verdankt der Zirkus diesem Beharrungsvermögen überhaupt die Behauptung aus der Zeit seiner höchsten Blüte bis in untere Gegenwart. Am heutigen Abend oder gar erst in der Nacht wird wieder einmal ein Zirkus in unterer Stadt Einzug halten, rasch seine Zelte aufschlagen und die Wagenburg bilden, um am morgigen Samstagabend dann die erste Gala-Vorstellung zu geben. Alles wird so sein, wie es immer gewesen ist, und die Zuschauer werden all das erleoen, was ihnen an erhofftem Erlebnis vorschwebt. Nur auf eins wird man diesmal verzichten müs- fen: aus das gewohnte Bild des Lichterglanzes aus / tausend Glühbirnen von Kulissenwänden einer orientalisch farbenprächtigen Front ... Gießen — Babenburg — Hangelstein — Baubringer pah — Allen-Bufeck — Wieseck. Wir beginnen unsere Wanderung an der Unterführung in der Ederstraße und folgen blauen Strichen, die uns am Bahnkörper entlang an der Witz- marer Brücke vorbei nach der Badenburg (Gaststätte) bringen. Aus den Fenstern der alten Burgmauern bieten sich schöne Ausblicke in das Lahntal. Die Zeichen führen uns weiter durch das Baden- burger Wäldchen über die Marburger, später über die Baubringer Straße hinauf zum Hangelstein, wo sich uns über einem Steinbruch eine prächtige Aussicht über das Lahntal nach unseren Nachbarburgen und dem Dünsberg erschließt. Die Striche leiten uns über den bewaldeten Berg zum Baubringer Paß, wo sich wiederum hübsche Blicke in das Busecker Tal und in das Lumdatal mit dem Totenberg darbieten. Wir verlassen jetzt die Zeichen, steigen abwärts nach Alten-Buseck und gehen auf der Landstraße, an der Ludwigsburg vorbei, nach unserem Vorort Wieseck, um von hier die Straßenbahn zur^ Heimfahrt zu benutzen. Wanderzeit 3% Stunden. Langsdorf — Hungener Teiche — Nonnenrolh — Laubach. ** Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Ber Obergefreite Hermann Althen aus Klein-Linden wurde am 28. Juni mit dem E. K. 2. Klasse ausgezeichnet, weil er sich bei zahlreichen Spähtruppunternehmungen in der vordersten Linie durch besonderen Mut und Tapferkeit hervortat. ** Von unserer' Lanbes-Univer si - tät. Bem außerplanmäßigen Professor Dr. med. Hans Storck ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor der Lehrstuhl für Orthopädie an der Landes-Universität Gießen übertragen worden. Gleichzeitig wurde Prof. Br. Storck als Leiter der Orthopädischen Klinik bestätigt. — Ber ordentliche Professor Br. Wilhelm Süß in Gießen wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Breslau berufen. — Dr. habil Karl H e i d t ist zum Dozenten für das Fach Botanik an unserer Universität ernannt worden. ** Polizei im Kampf gegen die Verkehrssünder. Die Polizei schritt in ber Zeit vom 28. Juni bis 4. Juli im Bereich ber Polizei- direkt! on Gießen (einschließlich des Polizetarntes Bad-Nauheim/Friedberg) wieder gegen eine stattliche Anzahl Verkehrssünder ein. 1 Kraftfahrer, 6 sonstige Fahrzeugführer und 2 Radfahrer wurden zur Anzeige gebracht; 2 Kraftfahrzeugführer, 3 son- ftige Fahrzeuglenker und 26 Radfahrer wurden gebühre nvflichtia verwarnt; 1 Kraftfahrzeugführer, 3 sonstige Hahrzeugführer, 5 Radfahrer und o Fußgänger kamen mit gebührenpflichtigen Verwarnungen davon. ** Tränkt die Tiere! Der Sommer bringt auch Tage mit außergewöhnlicher Hitze. Dies gibt Veranlagung, ein gutes Wort an die Tierhalter zu richten. Tränkt während des Tages die Pferde! Ein kräftiger Schluck Wasser erfrischt die erschöpften Tiere. Vergeßt auch die Kettenhunde nicht! Es ist eine bekannte Tatsache, daß Hunde, besonders im Sommer, sehr leicht von der Tollwut befallen werden können, wenn sie nicht täglich frisches Wasser erhalten. Leider wird das an heißen Tagen auf dem Lande vielfach übersehen. Auch die Stallhasen brauchen Erfrischung. Die Hasenställe bringe man möglichst in den Schatten und setze sie nicht direkt der Sonne aus. Durch das an sich gut gemeinte dichte Verhängen der Ställe ist die Ausdünstung desto Wald und Feld gehen wir weiter, unterwegs immer hübsche Ausblicke auf anmutig liegende Dörfer und sanft geschwungene Höhen genießend zum Endziel Laubach, das uns schon von weitem erkennbar ist. Dor der Heimfahrt besichtigen wir das freundliche Städtchen mit dem gräflichen Schloß und dem Park. Dauer der Wanderung etwa 4 Stunden. Stockheim — Glauberg — Ronneburg — Bübingen. Oie Hauswurz, eine alte Heilpflanze. Wenn jetzt im Juli in ben Fugen der Trockenmauern im Steingarten ober an Wegrändern aus den zierlichen Rosetten der Hauswurz oder wie ihr wohl bekannterer botanischer Name lautet, der Sempervivum, leicht gebogene Stengel aufsteigen und an ihrer Spitze sich reizvolle Kränze rosenroter Blütchen entfalten, wird kaum ein Gartenfreund bei diesem hübschen Anblick daran denken, daß er hier vor einer alten Heilpflanze steht, die früher einmal eine große Rolle in der Heilkunde gespielt hat. In unseren Tagen, da die deutschen Aerzte im allgemeinen ihr Augenmerk wieder mehr den einheimischen Heilpflanzen und ihren Geheimnissen zuwen- den, hat auch die Hauswurz Beachtung erfahren, wobei besonders Mitteilungen über ihre Krebs wirk- f am feit zu genaueren Nachforschungen anregten. Dr. Schmaltz weist in der Wochenschrift für neue deutsche Heilkunde „Hippoträtes" auf dieses aus- dauernde Dickblattgewächs hin, das aus dem südlichen Europa stammt und sich bei uns in den rheinischen Gebirgen, an der Mosel und Nahe wild findet. Von besonderem Interesse ist es, daß die Hauswurz zu den wärmesammelnden Pflanzen gehört. Neuere Messungen in verschiedenen Laboratorien haben gezeigt, daß von allen untersuchten Pflanzen die Hauswurz gegenüber der Lufttemperatur die höchste Steigerung, bis zu 100 v. H. aufweist. Bei 30 Grad Außentemperatur hatten die Haus- wurzpflanzen an der Epidermis 60 Grad, unter der Epidermis 55 bis 56 Grad. Man hat aus dieser Eigenschaft Hinweise für die therapeutische Anwendung bei „Hitzekrankheiten", z. B. Brandwunden, sowie zur innerlichen Kühlung bei Fiebern zu finden geglaubt. Die Anwendung der Hauswurz war in früheren Zeiten außerordentlich vielsettig. Die älteste Angabe bat Schmaltz in dem „New-Kräuterbüchlein" von Düchs aus dem Jahre 1543 gefunden. Er schreibt darin von zwei Arten „Hcmßwurtz beyde groß und klein", womit wahrscheinlich Sempervivum tectorum und Sedum reflexum gemeint sind: „killen sehr / und ziehen zusammen ^imlicher weiß. Derhalben seynd sie gut zu dem rotlauff / entzündungen ber äugen / brandt / podogra / und geschwär die umb sich fressen /, so man ihre Blätter allein / ober mit gerften- maltz überlegt." Diese zusammenziehende Wirkung kann auf die Gerbstoffe zurückgeführt werden, die kühlende Wirkung auf die reichlich vorhandene Apselsäure. Auch als Mittel gegen Kopfschmerz, gegen Durchfall und Ruhr empfiehlt Fuchs Die Hauswurz in verschiedenen Zus ammense tzungen. Ganz ähnlich wie hier wird auch die Wirkung ber Hauswurz in dem ,Areutherbuch" von Bock aus dem Jahre 1565 und dem „New-Kreutterbuch" von Mathiolus aus dem Jahre 1626 geschildert. Bock nennt auch noch ben „Ohrenfluß" als Heilanzeige der Hauswurz. Aus der Zeit um 1800 finden sich Angaben, nach denen die Pflanze als Hautreizmittel und als Mittel bei skrophulöfen Geschwüren bezeichnet wird. C. K. kaum zu schlagen, was sie erst durch den hohen Sieg vom Sonntag unterstrichen. Die Grün-Weißen dürften daher vor einer kaum lösbaren Aufgabe stehen. Ein Sieg der Gastgeber ist zu erwarten. Hungen I — Garbenteich I. Garbenteich muh die beschwerliche Reise nach Hungen antreten, wo die Trauben hoch hängen. Die Gastgeber sind in letzter Zeit stark in den Vordergrund getreten und werden auch die Scharte ber Vo rs pi e mied erläge auszuwetzen versuchen. Die Gäste haben sich den zweiten Tabellenplatz erkämpft und sind davon nicht mehr zu verdrängen. Allerdings müssen die Gäste mehrere Spieler ersetzen, dürften aber doch noch so stark sein, daß sie dem Gegner einen ausgeglichenen Kampf liefern, dessen Ausgang völlig ungewiß ist. Jugendfußball: Baubringen 1. 3gb. — Heuchelheim 1. 3gb. 4:1 (0:0). Am vergangenen Sonntag trafen sich beide Mann- chaften zu einem Freundschaftsspiel auf dem Wald- portplatz in Baubringen. Burd) gutes Mammen- piel des Sturmes und den Einsatz der Hintermann- chaft konnten die Gastgeber den Sieg sicherstellen. Handball. Allendorf (Cba.) — Großen-Bufeck 5:11 (2:7). Am Sonntag trafen sich beide Mannschaften in Allendorf zu einem Freundschaftsspiel. Gleich zu Beginn des Spieles bedrängten die Allendorfer das Gästetor. Bie Busecker fanden sich jedoch schnell und gingen mit 0:4 in Führung. Bis zur Halbzeit führten die Gäste, obwohl sie nur mit 10 Mc an angetreten waren. Nach der Halbzeit zeigte fid) die körperliche Ueberlegenheit der Einheimischen, so daß sie bis 5:8 aufholten. Zum Schluß rafften sich die Gäste noch einmal zusammen und erzielten noch 3 weitere Tore. 3um „Froschregen" bei Osthofen. LPD- Worms, 11. Juli. Wie wir berichteten, treten feit einigen Tagen beim Ortsteil Mühlheim westlich von Osthofen Zehntcmsende von froschähnlichen Tieren auf, die in breiter Front auf einer Wanderung über Land angetroffen werden. Es handelt sich hier nicht um Frösche, sondern um Kröten, und zwar um die nur in Westdeutschland beheimatete Kreuzkröte (bufo calamita) und um die schönste deutsche Kröte, die Wechselkröte, and) grüne Kröte (bufo viridis) genannt. Beim Burchlausen des Kaulquappenstadiums hatten die Tiere offenbar sehr günstige ßebensbebingungen gefunden, fo daß sie nunmehr in ungewöhnlich großer Anzahl gleichzeitig vom Wasser ans Land stiegen und in der Form eines Frosch- oder Krötenregens nach geeigneten Futterstellen und künftigen Winterquartieren suchen. Dieses massenhafte Auftreten ist früher irrtümlicherweise für das Anzeichen von Katastrophen gehalten worden. Die Wissenschaft hat diesen Aberglauben längst beseitigt. Heute weiß jedermann, daß Kröten nützliche Tiere sind; sie vertilgen Schnecken, Mücken und anderes Ungeziefer. Das Spiel ber beiden Stäbtemannschaften bereits zu Pfingsten vereinbart, konnte damals nicht durchgeführt werden. Marburg hält nun am Sonntag einen Sportwerb e tag ab und hat dazu die Gießener Stadtmannschast eingeladen. Schon öfter ftanben sich die beiden Vertretungen gegenüber, jedoch in den letzten Jahren war das seltener ber Fall. Die Marburger, bie sich auf die Spieler der Vereine VfL. 1860, Germania und Ockershausen stützen, stellen eine Elf, die als sehr stark anzu- sprechcn ist. Die beiden Gießener Vereine haben deshalb nur die besten Spieler ausgeboten, bie auch schon in bien letzten Spielen die Farben der Stadt Gießen würdig vertreten haben. Ohne bie Marburger zu unterschätzen, darf man den Gießenern durchaus Gewinnchancen einräumen. chen ein Wasserbad. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 12. Juli. Arn kommenden Sonntag, 14. Juli, kann der frühere Land- und Gastwirt Heinrich K r ö ck V. in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag feiern. Der Jubilar nimmt noch an allen Geschehnissen unserer Zeit regen Anteil. (Wir beglückwünschen zum Geburtstag.) = Mainzlar, 11. Juli. Einem hiesigen Landwirt, der mit seinem Ges van n Futter geholt hatte, gingen während des Aufiteigens auf den Wagen bie Kühe durch, so daß er vom Wagen stürzte und sich eine Schulterverletzung zuzog. Ber Verletzte mußte sich zur Behandlung in eine Klinik nach Gießen begeben. Seine Frau, die gleichfalls zu Fall kam, erlitt glücklicherweise keinen ernstlichen Schaden. Bahnhof Langsdorf schlagen wir Zunächst einen breiten Weg in nordöstlicher Richtung ein, der bald in einen Feldweg und hierauf in einen Waldweg übergeht. Burch einen schönen Hochwald geht unser Weg an den Hungener Teichen, einigen großen, idyllisch gelegenen Waldweihern, vorüber nach Nonnenroth. Hier treffen wir die durch einen großen Teil Oberhessens ziehende blaue Ring- Markierung, die bis Laubach unser Wegzeichen bildet. Hinter dem Ort bieten sich auf einer Anhohe Vor spannenden Fußballkämpfen in der 2. Klaffe. Heuchelheim I — Großen-Bufeck L Nach dem schweren Spiel gegen Garbenteich muß der Tabellen fül>rer letzt zu seinem alten Rivalen Heuchelheim. Bie Platzherren haben die hohe Niederlage des Vorspiels noch nicht vergessen und den Gästen in Heuchelheim immer beide Punkte abgeknöpft. Bah sie zu Hause ein ernst zu nehmender Gegner geworden find, hat erst bas letzte Spiel bewiesen. Bie Gäste müssen daher sehr aus der Hut fein, wenn sie das Spiel für sich entscheiden wollen, was durchaus möglich sein sollte. ©rüningen 1 — DfB.-R. II. Im Rückspiel erwartet Grüningen die Reserve des VfB.-R. Bereits im Vorspiel zogen die Grün- Weißen den kürzeren; daheim sind die Grüninger Keine Spur von Hauck. Aoman von Lharlotte «ausmann. (Schluß.) „Ach, ich wußte nicht, daß Herr Reels Besuch hat." „Bitte, seien Sie so gut und schließen Sie mir bie Haustür auf." Sie ging auf die leere Straße. Es war tief in der Nacht. Längst war kein Laden mehr offen. „Wie spät mag es fein?" fragte sie bie Frau, bie hinter ihr bie Gartentür versperrte. - „Elf Uhr." „Elf Uyr? Banfe. Einen Augenblick bitte noch. Wissen Sie, wo Herr Neels einzukaufen pflegte? In welchem Laden? Er ist vorhin weggegangen und wollte etwas besorgen." „Wegaeaangen?" fragte die Frau verständnislos. ,Jch dachte, er wäre drüben in seinem Bachzimmer." „Nein, er ist weggegangen. Wein wollte er holen." „Wein? Den pflegt er bei Kitter einzukaufen, brünten am Wall, neben der Hafenstraße. Mer so weit? Wollte er so weit laufen?" „Ich weiß es nicht." Sibylle fdjritt die Straße hinunter durch die Stadt, den Weg, den sie am Spätnachmittag gekommen war. Das Geschäft „Hüter" neben der Hafenstraße war verschlossen, mit dichten Läden. Von Gulden herüber kam die Fähre. Grün und rot schimmerten ihre Seitenlichter. Der finnische Segler lag auch noch da. Sein Rumpf ragte nun hoch aus dem Wasser. Wie ein Wikingerschiff bäumte sich der Steven vor ihr auf. Sie stand, als wäre es nicht bald Mitternacht. Sie stand, als hätte bie Zeit für sie aufgehört zu existieren, als wollte sie ewig hier stehenbleiben. Der Mann im Fahrkartenhaus der Fähre dachte zuerst, sie wollte nach Gulden hinüber und warte hier nur. Aber sie stand immer noch, als die Fähre längst das vierte und fünfte Mal angelegt hatte. Schließlich kam er heraus, da es ihm langweilig war, und er Lust hatte, zu reden. Um diese Zeit kam ja kaum jemand, der noch einen Fahrschein verlangte. Die späten Nachtbumm- ler, die jetzt noch übersetzten, waren alle beheimatet in Gulden und trugen die kleinen Abonnementskarten in der Tasche. „Auf wen warten Sie denn?" fragte er, ttnb da Sibylle über seine Anrede erschrak, erschrak er fast elbst. „Warten? Ich warte auf die Fähre." „Bie ist doch schon fünfmal wieder abgefahren." „So... ja, ich..." Sie machte Anstalten, wegzugehen. „Fehlt Ihnen was?" „Nein." „Sie sehen so verstört aus. Sie... Sie wollen bod) nicht etwa über den Kai hinabjumpen, weil hier das Wasser am tiefsten ist? Nein, nein, tun Sie das nicht. Es ist schon einer heute hier überfahren worden. Von einem Auto, das vom Bahnhof herunterkam. Es liegt mir noch ein ganzer Schock in den Gliedern. Und das Wasser ist verdammt falt heute." „Ueberfahren worden?" „Ja, kurz vor sieben. Er lief über bie Straße, als wäre er blind. Sie haben ihn weggetragen, aber ich glaube, er hatte genug." „Weggetragen...", wiederholte sie mechanisch. „Wohin haben sie ihn getragen?" „Bort drüben ins Haus. Wo das blaue Schild ist. In bie Polizeiwache." Sie wandte fid), lief über die Fahrbahn. „Wen suchen Sie?" fragte der Polizeibeamte in der Wachstube. „Ich suche meinen Mann. Er ist an den Hafen gegangen und... und nicht mehr zurückgekommen. Ich hörte eben, daß ein Unfall..." Sie keuchte, atemlos, hastig, als wäre sie kilometerweit gelaufen. „Setzen Sie sich", sagte der Beamte. „Wie heißen Sie?" „Hauck. Sibylle Hauck." „Und wo wohnen Sie?" „In Stein." „Was für einen Anzug trug denn Ihr Mann, als er auf die Straße ging?" „Er trug..." Sie besann sich, sah Detlef plötzlich wieder vor sich stehen, wie er die teere Leinwand in seinem Zimmer ins Licht rückte und sagte: .Seit Jahren male ich daran, an deinem glückhaften Lächeln.' „Er trug einen grauen Anzug", erwiderte sie leise, „einen grauen Anzug. Er hatte schwarze Haare und blaue Augen. Lebt er noch?" Der Beamte kritzelte etwas auf ein Papier, zögerte, sah sie an. „Nein", erwiderte er, verbesserte sich aber sofort. „Der Mann von heute abend ist tot, meine ich. Er kam unter ein Auto, einen großen Wagen. Schädelbruch. War sofort aus. Aber erschrecken Sie nicht! Es ist ja nicht sicher, daß es Ihr Mann war. Papiere trug er nicht bei sich. Er ist eingeliefert worden, ip die Heroldstrahe. Wenn Sie einmal hingehen wollen. Warten Sie, ich schicke Ihnen einen Beamten mit." Sie kam in die Heroldstraße. „Der Kunstmaler Detlef Hauck?" sagte der Beamte dort. „Soviel ich mich erinnere, ist er seit Jahren verschollen. Natürlich, ich erinnere mich ganz genau. Waren erst kürzlich wieder eine Anzahl Anfragen da. Wollen Sie ihn sehen?" „Ja." Der Beamte sah sie über seine Brille hinweg an. „Sie schauen aber gar nicht so aus, als ob Sie augenblicklich einen Toten ... er hat einen Schädelbruch ... er sieht nicht gerade gut aus. Werden Sie nicht ohnmächtig?" „Ich werde nicht ohnmächtig." „Dann kommen Sie." Aber unter her Tür blieb er wieder stehen. „Der Kunstmaler Hauck, sagen Sie, könnte das sein. Da genügt natürlich Ihre Aussage allein nicht." „Er wohnte im Krautweg 78. Er wohnte dort unter dem Namen Neels." „So unter einem fremden Namen. Aha. Dann werden wir vielleicht einmal die Leute vom Krautweg 78 auch holen zwecks Jdenttfizierung. Und wer, meinen Sie, kennt ihn als Maler Hauck?" „Die Leute von Stein." Langsam begann sich das Zimmer zu drehen. Das Blut drang zu ihrem Herzen, strömte von überall her in ihre Brust. Sie wurde bloß, bann fiel sie hin. Als sie zu sich kam, lag fie auf einer harten Bank. In dem nüchternen Amtszimmer schluchzte eine Frau. Die Frarnaus dem Krautweg 78. „Es ist der Mann, der bei mir wohnte. Neels. Der Kunstmaler Neels. Ich kenne ihn gut." „Haben Sie Bekannte in ber Stadt?" fragte der Beamte Sibylle. „Sie können heute nacht nicht mehr nach Stein. Es fährt kein Dampfer mehr/ Da nannte fie den Namen des Rechtsanwalts Mjölln, der sich bestimmt für den Fall interessierte, und bann ben Namen von Joachim. Sie kamen beide zur selben Zeit. Beide waren nod) auf gewesen. Joachim, ruhelos in seiner Enttäuschung und in der bohrenden Ungewißheit, Mjölln in seiner Siegesfreude. „So, fo", sagte Mjölln gemütlich. „So, so. Dann ist er also jetzt wirklich tot. Tod durch Autounfall, wie er fid) seinen Totenschein In Rapoll ausgeschrieben hat. Sogar das Datum ist dasselbe. Nur der Monat und die Jahreszahl haben sich verschoben, und die Stadt ist eine andere/ Er stand neben Joachim und starrte auf den Toten, der zwischen weißgetünchten Wänden einer kahlen Kammer lag mit einem starren, gleichgültigen Gesicht, während der Beamte hinter ihnen erklärte: „Die Zeugen, die den Unfall gesehen haben, meinen, es wäre Selbstmord gewesen. Er wäre wie absichtlich vor bas Auto gerannt." „Mjölln schüttelte geruhsam ben Kopf. „Nein, nein", sagte er. „Wenn jemand am Wall drunten Selbstmord begehen will, springt er ins Wasser, aber nicht vor ein Auto. Er wird in Gedanken gewesen fein. Sagte die junge Frau drivnen nicht, daß fie vorher bei ihm war? Mag der Himmel wissen, was in ihm vorgegangen ist." Und Mjölln starrte wieder hinab auf das Totengesicht, bas nichts erkennen ließ. Vielleicht hat er fie wirklich geliebt, dachte er noch. Glücklich gemacht hätte er sie jedoch nie. Nie, auch wenn er es gewollt hätte. Ganz abgesehen davon, daß er einem unheilbaren Irrsinn entgegentrieb. Nie wäre er mit seiner passiven Haltlosigkeit der Mensch gewesen, das Leben einer Frau wie Sibylle auszufüllen. Das Leben dieser jungen Frau, das zu Besserem bestimmt war, als nur zur opferbereiten Hingabe an einen leichtsinnigen Mann, den sie nicht mehr liebte. „Gehen wir", sagte Mjölln, „gehen wir wieder." „Ich will ihn sehen", sagte Sibylle draußen, aber der Beamte schüttelte den Kopf. „Heute nicht, Frau Hauck. Sie lind zu aufgeregt. Morgen. Wenn man ihn aufgebaprt hat im Friedhof." Joachim führte sie auf die Straße. Am Kai blieb sie stehen. Sie setzte sich auf einen eisernen Poller. Zu ihren Füßen gluckste das Wasser an bie Hafenmauer. Ber Mond schwamm auf den Wellen mit einer Schleppe wie ein Komet. Joachim stand neben ihr. Er war sehr ruhig. Nur ein kleines sehnsüchtiges Verlangen flieg in ihm auf, seine Hand auf iyr Haar legen zu dürfen. Er tat es nicht. Aber er wußte, daß nun bald ber Tag kommen würbe, da er sie in seine Arme betten durste. Tausend Lichtfunken tanzten über das Wasser herüber, beleuchteten grell die rechte Seite des Bahnhofs, auf dem er vor wenigen Monaten angekommen war. Heber den Hafen glitt bie Fähre, braun gestrichen, dick und geruhsam. Als sie drüben in Gulden anlegte, begann Sibylle zu meinen. Stoßweise unschwer. . Da legte Joachim seine Hand auf ihre Schulter, und es war ihm, als wäre er nie vorher in seinem Leben so glücklich gewesen, wie zu dieser Stunde.., als wäre er über nichts je so glücklich gewesen rote über dieses Weinen^ 1