Gietzener Anzeiger Beilagen: Die Illustrierte Gietzener ^amilienblätter HeimatimBild -DieScholle T BetttfvteÄattWuft 2251 VrvSundvttlaa: PoMcbeckllöse'kttaEM. W Mirteerftt6ts6ni Stunde noch dem Dilettantismus in der Kriegfüh* rung hingebe. • Als erste Ausnahmeverfügung fei in England, so berichtet „Lavoro Fascista" aus London, bie Sperre! aller Pfingsturlaube in ben öffentlichen Aemtern, in ber Industrie, im Handel und Bankmesen erlassen! morden. Der Bevöskerung sei nahegelegt worben, nicht mehr ohne Gasmaske bie Wohnungen zu verlassen und die Derdunkelungsvorschriften streng 3Ui befolgen. Im Hilfsdienst für die Fliegerabwehr feil h ö d) ft e Alarmbereitschaft angeorbnet worben. Die Nachrichten über bie Bombarbierung englischer unb französischer Flugplätze in Frankreich, die von ber englischen Presse in sensationellster Aufmachung veröffentlicht worben seien, hätten in England gewaltigen Eindruck gemacht. Holländische Flotte unter englischem Oberbefehl. Stockholm, 12. Mai. (Europapreß.) Die fjofc ländische Kriegsmarine ist, wie „Aftonbladet" auÄ bem Haag meßet, unter britisches Oberkommanbo gestellt worben. Mit englischen Seestreitkräften zusammen soll die holländische Flotte bie holländische Küste bewachen. In ber Meldung wirb weiter mitgeteilt, daß zahlreiche holländische Fischerfahrzeuge zu Hilfsbooten umgebaut unb mit Geschützen be». stückt worben sind. , Aktivität der deutschen Lustwaffe bei Narvik. Stockholm, 11. Mai. (Europapreß.) „Svenska Dagbladet" berichtet, daß bie beutsche Luftwaffe am Freitagfrüh im gesamten Gebiet von Nars v i k sehr aktiv gewesen sei unb sowohl britische Wasserstreitkräfte außerhalb Narviks als auch die Truppen ber Norweger unb Westmächte nörblich und norbostlich von Narvik erfolgreich bombar- b iert habe. Ein französischer Sturzbomber, ber von brei Jagbflugzeugen begleitet gewesen sei, habe versucht, bie strategisch wichtige Norbals* Brücke, bie westlich von ber Eisenbahnstation! Bjoermefelb gelegen ist, zu bombarbieren. Die beutsche Flugabwehr sei aber sehr aktiv gewesen, so baß ber Bombenangriff des Franzosen ergebnislos verlaufen fei. Vielmehr fei der Angreifer abge$ schollen woHen. -------- — - - r-4 folge unjerer jungen Luftwaffe bewundert, die dem einst so übermütigen Albion bewiesen haben, daß sein Wahlspruch „ßritannia rules tne waves“ der Vergangenheit angehört. Hat sich aber wohl jeder von uns überlegt, was es bedeutet, eine solche Luftwaffe in roeniaen Jahren aus dem Nichts zu schaffen, sie mit dem besten Material der Welt zu versehen und ihr eine Ausbildung zu geben, die sie den anderen Luftmächten, die Jahrzehnte für ihren Ausbau zur Verfügung hatten, weit überlegen macht? Denkt daran, daß ihr schon im Frieden gesehen habt, wie unsere Luftwaffe Tag und Nacht, auch an Sonn- und Feiertagen, geübt und sich für ihre Aufgaben im Kriege gestählt hat, wie manches junge Leben schon vor dem Kriege im Dienst für das Vaterland geopfert wurde, was es aber heißt, mit Sturzkampf- oder anderen Kampfflugzeugen einen Angriff gegen den Feind zu fliegen, der die Flugzeuge mit Massen von Flak oder Fla-MG. beschießt, oder auf einen feuerspeienden Flottenoerband herunterzustoßen, stets gewärtig, durch Treffer in lebenswichtige Teile des Flugzeuges am Boden zu zerschellen oder in den Meereswogen ein nasses Grab zu finden. Das wollen wir uns vor Augen halten, um den Helden der Luft gebührende Bewunderung und Dank zu zollen. Wenn bisher unsere Städte und Dörfer, unsere Arbeitsstätten von feindlichen Luftangriffen verschont geblieben sind, so verdanken wir das gewiß nicht Dem Edelmut oder der ritterlichen Kriegführung unserer Feinde, am wenigsten der Engländer, sondern nur der ihnen wohlbekannten Treffsicherheit unserer Flak und den schneidigen Angriffen unserer Jäger, besonders aber der Furcht vor einer Vergeltung durch unsere weit überlegene Luftwaffe, die, das wissen sie wohl, furchtbar fein wurde. Auch was unsere den Feinden an Zahl weit unterlegene Seemacht geleistet hat, seien es die schweren Seestreitkräfte und die Torpedowaffe bei Erzwingung der Landung gegen feuernde norwegische Küstenbatterien, seien es die leichten See- streitkräfte, Schnellboote, Minenleger und Minenräumboote sowie Dorpostenboote bei der Abwehr feindlicher U-Boote und Minen, seien es unsere unvergleichlichen U-Boote bei der Bekämpfung der feindlichen Kriegsflotte und im Handelskrieg, ist schlechthin vorbiwlich. Welche sorgfältige Friedensausbildung die Grundlage zu den Erfolgen gebildet hat und welch' wagemutiger Einsatz dazu gehört, das können „Landratten" im vollen Umfange nicht ermessen, wir können es nur bewundern. Das aber wissen wir, wie heldenmütig unsere Seestreitkräfte ihr Leben einsetzten und wie unsere blauen Jungens zu sterben wissen. Sie haben es in den Fjorden bei der Erzwingung der Landung und vor Narvik bei der Abwehr weit überlegener englischer Seestreitkräfte gezeigt. Die Derluste an Menschen und Schiffen sind schmerzlich, aber die Opfer waren nicht vergeblich gebracht. Angesichts der herrlichen Siege im Norden wollen wir aber nicht der Kämpfer vor dem Westwall vergessen. Ihrer Hingabe ist es zu verdanken, daß unser Oberkommando der Wehrmacht unbesorgt die Kräfte für anderweitige Operationen frei machön konnte und dazu auch fernerhin -in der Lage sein wird. Glaube niemand, daß unsere West- wallkämpfer eine Nebenrolle spielen und daß die Kämpfe in den weit vorgeschobenen Dorpostenstel- lungen keine hohen Anforderungen an die dortigen Frontkämpfer stellen., 2)as Gegenteil ist der Fall. Schon das entsagungsvolle anstrengende Wachen bei Tag und Nacht, bei jedem Wind und Wetter, bas Standhalten bei den häufigen Artillerieüberfällen, die aufreibende und gefahrvolle ständige Arbeit an der Verbesserung der Stellungen unter feindlichem Beschuß, sind Aufgaben, die vollen Einsatz fordern. Dazu kommt der nie aufhörende Ausbildungsdienst, bei dem alle Erfahrungen verwertet und hohe Anforderungen an Körper und Geist gestellt werden. Wenn wir noch dazu die häufigen äußerst kühnen Spähtruppunternehmen rechnen, so sehen wir, daß auch in diesem Kampfgebiet nicht geschlafen wurde. Und nun, wo auch imWe st.e n die große Stunde geschlagen hat, wo die deutsche Wehrmacht zum großen Entscheidungskampf angetre» ten ist, gedenken wir in der Heimat in diesen Pfingsttagen unserer Frontkämpfer mit heißem Dank. Sie sichern mit ihrem Einsatz unser friedliches Leben, vor allem aber den Endsieg und unserem geliebten Vaterlande eine glückliche Zukunft. Wenn wir ihnen diesen Dank und die feste Zuversicht auf den Sieg zum Ausdruck bringen, so stärken wir ihren Siegeswillen und ihren Mut für die großen und schweren Aufgaben, vor die sie in Deutschlands Schicksalskampf gestellt werden. Die ersten Stuka-Vomben aus Frankreich. P.K. Eben sind unsere Stukas vorn ersten Angriff zurückgekehrt. In den frühen Morgenstunden erfolgte der Alarm. Der Kommandeur hält eine kurze Besprechung mit seinen Staffelkapitänen ab, und anschließend werden die Besatzungen in ihre Aufgaben eingewiesen. Jeder kennt sein Ziel genau. Schnell sind sie in ihren Maschinen, als erster startet der Gruppenkommandeur. Nur wenige Minuten hat es gedauert, und die Einheit sammelt sich zur Anmarschformation. In eiligem Flug geht es über die Grenze hinein ins feindliche Land. Unten lagert dichter Dunst, oben wird es besser. Flakfeuer der Maginotlinie bleibt wirkungslos. Kurz danach find sie in dem Raum, der die befohlenen Ziele einfchlieht. Weiter, höher! Die Stuka-Augen haben sie augenblicks erfaßt. Sie kommen in das Visier, die Geräte werden klar $ur Auslösung gemacht, und so setzt ein Staffelkapitän zum Sturz an — Stuka für Stuka tut es ihm nach. Das Ziel im Visier, die Hände am Knopf, stürzen sie, bis die Auslösung der Bombe zu erfolgen hat. Dann geschieht es; die Vernichtung brinaenöe Last der Maschine ist ihrer Bestimmung zugeführt. Deutlich sieht man die Flugzeughallen des Platzes zerbersten. Dunkle Rauchwolken stellen sich schnell ein. Die Flugzeughallen, die daneben liegen, werden vom gleichen Schicksal ereilt. Feuer und Rauchsäulen steigen zum Himmel. Jeder einzelne Treffer konnte einwandfrei festgestellt werden. Und immer wieder regnen die Bomben auf die Ziele, was an Vernichtung für sie bestimmt ist. Nur noch eine Halle ist unbeschädigt. Ein Oberleutnant nimmt sich ihrer an. Auch sie bricht im Feuer seines Stukas zusammen und brennt lichterloh. DiefranzösischeFlakschießtwiewild, aber ohne Erfolg. Unsere Stukagruppe fliegt heimwärts und sieht französische Ortschaften, in denen die Menschen in dichten Haufen auf der Straße stehen. An Höhe gewinnend entzieht sich der deutsche Verband neu aufkommendem Flakfeuer und bann erfolgt die Landung. Schnell sind die Stukas, die mÜ unheimlicher Präzision ihre Aufgaben gelost haben, wieder mit neuer Last versehen und stehen bereit für neue Befehle. Herbert Stolberg. Havas meldet antideutsche Kundgebungen in holländischen Städten Berlin, 11. Mai. (DNB.) Havas gibt aus Brüssel Meldungen des belgischen Rundfunks über antideutsche K-u n d g e b u n g e n in verschiedenen holländischen Städten.* Die Fensterscheiben mehrerer deutscher Büchereien sollen zertrümmert sein. Weiter habe die holländische Polizei deutsche Reisebüros und andere deutsche Agenturen geschlossen. über französisch PK. Nachts gegen 2 Uhr wird es lebendig auf dem Flughafen im Westen, auf dem unsere Kampfflugzeuge auf den Tag warteten, da sie zum erstenmal den Gegner fassen können. Als Die Bomben in die Maschinen verladen werden, ist der Bann gebrochen und das für die schneidigen jungen Flieger harte Warten hat ein Ende. Ein Aufatmen geht durch die Reihen, als der Einsatzbefehl bekannt wird. Endlich! Sie reden nicht viel. Sie wissen, jetzt ist ihre große Stunde gekommen. Dämmerung liegt noch über dem Lande, als die ersten Maschinen zum Feindflug starten. Sie haben die Aufgabe, Einfatzhäfen der feindlichen Luftwaffe im Norden Frankreichs mit Bomben zu belegen. Als sie die Reichsgrenze erreicht haben und in französisches Gebiet einfliegen, kommen sie in schwerftes Flakfeuer. Der Gegner scheint das Schlimmste zu erwarten, er feuert aus allen Rohren. Aber geschickt weichen die Kampfflugzeuge, die heute nicht zum erstenmal im feindlichen Feuer liegen, aus und erreichen ihr Ziel. Was dann folgt, ist das Werk weniger Sekunden. Ruhig nimmt der Bombenschütze sein Ziel aufs Korn. Die Bomben müssen hinunter. Grelle Feuerscheine zeugen von ihrer Wirkung. Dann geht es zurück. Wieder werden sie durch feindliches Feuer fliegen müssen, zuvor aber stürmen sechs Moräne, die oben und unten anzugreifen versuchen, auf unsere Maschinen. Ihr Angriff findet ein überraschendes Ende im konzentrischen Feuer unserer MG.-Schützen, deren Feuerstöße gut sitzen. D e r D. K. Die Männer der Division, die zum Stoß auf die holländische Grenze angesetzt war, kommen von einer zweitägigen Hebung. Sie haben keine Nachtruhe gehabt, und als sie gegen 18 Uhr in die Quartiere rücken, liegt der Befehl für den Einsatz für sie bereit. Der Befehl „Es geht los!" hat alle Spuren begreiflicher Müdigkeit ausgelöscht. In dem Bereitstellungsraum nahe der Grenze hören die Soldaten, während sie in der Nacht vom 9. zum 10. Mai auf das Stichwort warten, die Detonationen der Sprengungen, die in dieser Nacht auf holländischer Seite durchgeführt werden. Endlich ist es 5.35 Uhr. Sie Reichsgrenze wird überschritten. Die Vorausabteilungen erhalten auf der rechten Flanke Feuer und nehmen sofort den Kampf auf. Sperren befinden sich auf der ganzen Straße. Baumsperren find es, die quer über dem Weg liegen. Betonsperren — das sind mit Zement ausgegossene Durchlaßrohre, in die man Eisenschienen eingebaut hat und die fest mit der Straßendecke verankert sind. Nichts aber gibt es, was unseren Pionieren widerstehen könnte. Während der erste feindliche Widerstand nördlich einer Grenzstadt von den Vorausabteilungen gebrochen wird und die ersten Gefangenen gemacht werden, beseitigen die Pioniere die Hindernisse. Kein noch so kleiner Flußübergang, der nicht gesprengt war. Auch die große Eisenbahnbrücke über die Maas und die Straßenbrücke sind gesprengt. Das Sprengen der Brücken zwingt zum Uebergang mit Pioniergerät. Als die Pioniere zum Uebersetzen rüsten, erhalten sie von jenseits heftiges Feuer. Ein Bunkevsystem von nicht zu unterschätzendem Ausmaß madpt einen kampflosen Uebergang unmöglich. Hachaus spritzt das Maaswasser unter dem Kugelregen, und es ist kein beruhigendes Gefühl, die Schlauchboote unserer Pioniere in den MG.-Garben zu benutzen. Aktuelle 6 Die Niederlande — Land der Flußmündungen. Die Niederlande, gelegentlich auch nach einer der wichtigsten Provinzen „Holland" genannt, sind das Land am Unterlauf der wichtigsten nordwest-europäischen Flüsse: des Rheins, der Maas und (zum Teil auch) der Schelde. Sie führen ihren Namen aus diesem Grunde sehr zu Recht. Weithin ist das Land durch Dämme dem Meere abgerungen und vor Flußüberschwemmungen geschützt; umgekehrt sorgt ein ausgebreitetes Kanalsystem für eine planmäßige Bewässerung des Landes und ist Grundlage der überaus regen Landwirtschaft und Gärtnerei und besonders einiger Spiezialkulturen wie Blumenzwiebeln, die am besten in sandigem Boden bei relativ hohem Grundwasserstand gedeihen. Holland ist mit seinen 34 181 Quadratkilometern (qkm) nicht ganz so groß wie die Mark Brandenburg; es entspricht etwa der Größe von Württemberg und Baden zusammengenommen. Seine Bevölkerungszahl ist mit 8,7 Millionen Einwohnern sehr hoch. Seit gut drei Jahrhunderten lebt aber das Land nicht allein vom eigenen Boden, sondern mindestens ebenso sehr, wenn nicht mehr, vom Meere — Fischerei und Schiffahrt — sowie von seinem ausgebreiteten Kolonialbesitz, der auch heute noch etwa 60mal so groß ist wie das Mutterland: Dabei haben gerade die Engländer die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts benutzt, um sich auf Kosten der Niederlande an Kolonien zu bereichern. Wir erinnern an Südafrika und Ceylon. Neben dem Kolonialhandel hat sich in den letzten Jahren auch eine recht rege Industrie entwickelt, die sogar eine starke Ausfuhr von Schiffen, Flugzeugen, Kunstseide sowie Radio-Apparaten betreibt. Die Niederlande zählen nicht weniger als sieben Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern, an der Spitze liegen Amsterdam, Rotterdam und der Haag. Belgien und Luxemburg. Beide Staaten werden oft zusammen genannt, obwohl sie nach räumlicher Größe und Einwohner- Da die vorliegenden Meldungen sich ausschließlich auf belgische und französische Quellen berufen, wollen wir zunächst gespannt eine Bestätigung dieser ungeheuerlichen Berichte abwarten. Sollten sich diese Berichte jedoch bewahrheiten, dann muß sich die bolländische Regierung darüber im klaren sein, daß Deutschland angesichts der zahlreichen holländischen Staatsbürger innerhalb des deutschen Reichsgebietes genügend Möglichkeiten besitzt, um schnell und dra- stisch mit den notwendigen Repressalien zu antworten. Es ist Sache der holländischen Regierung, sich zu den vorliegenden ungeheuerlichen Meldungen schnellstens zu äußern und sie schleunigst zu dementieren. 9 a 1 <* ft Gegner drehte ab. Ohne Verluste kommen unsere Maschinen sämtlich wieder zurück. Noch einmal sind die Nerven aufs höchste angespannt, als kurz vor der Reichsgrenze erneut eine Menge Jagdflugzeuge gesichtet wird. Aber wenig später ist die Spannung vorüber, es sind deutsche Jäger, die für ihre Kameraden vom Kamp geschwader den Jagdschutz Übernehmen. Kurz nach Mittag sind die Maschinen erneut in der Lust. Wieder gilt es, französische Häfen heimzusuchen. Die Männer machen sich auf eine stärkere Abwehr als in den Morgenstunden gefaßt. Dann kommt die Ueberraschung. Im Feuerbereich der Maginotlinie bleibt wieder Erwarten Der Feuerregen aus. Was ist mit dem Franzmann los? Hat er bereits am Vormittag fein Pulver verschossen? Ein, einzigesmal nur versuchen drei französische Jäger den Weg zu kreuzen. Einer, der zu nahe kommt, erhält wohlgezieltes MG.-Feuer und kippt dann nach unten ab. Die Maschine wird nicht mehr gesehen, wahrscheinlich mußte sie zu Boden. Schlechte Sicht zwingt eine unserer Gruppen, längere Zeit über ihrem Z i el zu kreuzen. Ungeachtet der Gefahr warten aber unsere Flieger den geeigneten Augenblick ab und dann haben auch diese Bomben ihr Ziel erreicht. Ohne ernsthafte Bedrohung geht es zurück. Unsere Kampfflugzeuge haben heute schwersten Dienst hinter sich. Aber die Müdigkeit macht der Freude Platz, die ihnen die großen Erfolge des ersten Tages an der Westfront gebracht haben. Baun Aber nur einmal können unsere Soldaten überrascht werden. Panzerjäger und Artillerie sowie die schweren Waffen des übersetzenden Bataillons übernehmen den Feuerschutz der Pioniere. Unsere Geschütze kämpfen in kurzer Zeit die feuerspeienden Betonklötze nieder. Besondere Schwierigkeiten machen die von den Holländern eingesetzten MGs., die ihr Wirkungsschießen erst beginnen, wenn unsere Uebersetzwelle in Strommitte ist. Aber auch sie werden erfaßt. So werden in zwei Stunden siebzehn starke Kampfanlagen des Gegners ausgeschaltet. Inzwischen hat eine direkt von uns eingesetzte Aufklärungsabteilung mit einer Radfahrer- und Reiterschwadron den Fluß überschritten und ist vorgestoßen. Auch unsere Pioniere haben zusammen mit den Kameraden der Infanterie den Brückenkopf gebildet. Der Uebergang über die Maas ist gesichert. Wenige hundert Schritt oberhalb der Maas liegt der Marktplatz eines alten Städtchens. In dieser Morgenstunde ist er Gefangenensammelplatz und Mittelpunkt der neugierigen Zivilbevölkerung, die diesem soldatischen Treiben fassungslos gegenüber« steht. Beinahe mitten in der Stadt sind die Geschütze in Feuerstellung gegangen. Im Klirren der herunterfallenden Fensterscheiben ist wohl der Krieg zu spüren, im ganzen aber macht die Zivilbevölkerung an diesem Krieg einen wenig beteiligten Eindruck. Man hat Verständnis für das deutsche Vorgehen. Mitten in das bunte Bild bellen die Flugzeugabwehrkanonen. Das wahre Gesicht dieses Kampfes um die Maas zeigt sich, als ein englischer F l i e g er über der Maas erscheint, aber durch das konzentrische Flakfeuer sofort zum Abdrehen gezwungen wird. Ein englischer Flieger und unter ihm verbluten irregeführte Holländer für England. Leutnant Biebrach. zahl sehr verschieden sind. Und doch liegt in dieser gleichzeitigen Nennung ein doppelter Sinn: einmal sind seit dem 22. Dezember 1920 beide Staaten durch eine Zoll- und Wirtschaftsunion verbunden und dann haben beide Staaten in der Geschichte vielfach das gleiche Schicksal erlebt. Freilich ist Luxemburg im heutigen Sinne sehr viel kleiner als es früher war. Damals umfaßte es auch (wenigstens teilweise) das Gebiet der jetzigen südöstlichen belgischen Provinz Luxemburg. Im Gegensatz zu den Niederlanden ist Belgien sehr viel industrieller. Nur 20 v. H. der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig gegen 52 v. H. in den Niederlanden. Belgien hat das dichteste Eisenbahnnetz der Welt. Seine Kohlenvorräte sind wegen ihrer Güte und ihrer Größe berühmt. Die eigenen Eisenerze sind im wesentlichen abgebaut. Dagegen hat sich eine starke Hüttenindustrie auf der Grundlage von Eifenerzeinfuhr entwickelt. Daneben werden auch alle anderen Metalle einschließlich des Radiums verhüttet, das in großen Mengen in Bel- gisch-Kongo gefunden wird. Seit alter Zeit ist Belgien — früher die südlichen (oder auch spanischen) Niederlande genannt — durch seine hochentwickelte Fertigwarenindustrie berühmt: von den Brüsseler Spitzen angefangen über Waffenfabrikation und Glasbläserei bis zu der modernen chemischen und Elektro-Jndustrie (einschließlich Aluminium- und Stickstofferzeugung), wobei Elektrizität und Chemie Zusammenwirken. Das Land ist etwas kleiner als die Niederlande, aber zählt fast ebensoviel Einwohner. Es umfaßt 30 500 qkm, was der doppelten Größe Badens entspricht. Die Einwohnerzahl beträgt 8,4 Millionen. Brüssel mit seinen Vororten ist fast eine Millionenstadt; daneben spielt Antwerpen mit rund einer halben Million Einwohner als Hafen- und Industriestadt eine hervorragende wirtschaftliche Rolle, z. T. im Wettbewerb mit Rotterdam. Weitere Großstädte sind Lüttich und Gent. Allgemein bekannt ist, daß sich Belgien in Eupen-Malmedy eine wichtige Ausfallstellung gegen das untere deutsche Rheinland sicherte und die französische Besotzungs» Agent 7?r. 930. Wer sich in den letzten Wochen und Monaten in Holland aufgehalten hat, der weiß schon nach der rein äußerlichen Betrachtung der dortigen Verhältnisse ein Lied zu fingen von der sogenannten „Neutralität" dieses Landes. Die Buchläden und Kioske voll von antideutscher Hetzliteratur, von Emlgranten-„Memoiren" und englisch-französischen Propagandaschriften! Die Zeitungen sich überschlagend in Sympathieerklärungen für die plutokratische Sache und in der Produktion von Lügenmeldungen bei gleichzeitiger scheinheiliger Beteuerung ihrer Neutralität! Die Menschen vielfach verängstigt und wild gemacht durch heimtückisch ausgestreute Gerüchte! Dennoch mag der harmlose Besucher alle diese Stimmungsbilder nur als Zeichen einer mehr gesinnunasmäßigen Verbundenheit zwischen den politisch führenden Schichten Hollands und den Kriegshetzercliquen in London und Paris gewertet haben. Er konnte auch nicht ahnen, daß sich hinter diesem ganzen Stimmungszauber etwas viel Ernsteres verbarg: die Beteiligung der holländischen Regierung an den englischen Aggressionsund Umsturzplänen gegen das Deutsche Reich. Heute haben wir den Beweis dafür in Händen, daß nicht nur Belgien, sondern gerade auch Holland sich zum Söldling der Londoner Pluto- kratie hat erniedrigen lassen. Der Bericht des Reichsinnenministers an die deutsche Reichsregierung vom 29. März 1940 enthält darüber eine solche Fülle von Tatsachen und dokumentarischen Hinweisen, daß ein Zweifel an der bewußt feindseligen Haltung der Niederlande nicht möglich ist. Da ist beispielsweise der Fall des Generalmajors van Oorfchot, der beim britischen Geheimdienst öle Agentennummer 930 führte. Dieser Mann hat es mit seiner Stellung als Chef des holländischen Informationsdienstes im niederländischen Generalstab für vereinbar gehalten, nicht nur die in Holland arbeitenden englischen und französischen Nachrichtenoffiziere vor jeder polizeilichen „Belästigung" zu schützen, sondern auch die von der englischen Regierung ins Auge gefaßten» Umsturzpläne auf das Nachdrücklichste zu fördern. Freilich war dieser holländische Generalstabsoffizier selber nur ein Mittelsmann zwischen den beiderseitigen Staatsspitzen in London und Den Haag. Denn als der bekannte englische Agent Stevens, der heute in deutscher Gefangenschaft sitzt, im Herbst vorigen Jahres von Lord Halifax den Auftrag erhielt, Umsturzverhandlungen mit einer vermeintlichen deutschen Opposittonsgrupve aufau- nehmen, da wandte er sich zwar an Oorschot, aber dieser unterrichtete sofort den Chef des Stabes des Oberkommandos der holländischen Land- und Seestreitkräfte und erhielt erst von ihm, also der höchsten militärischen Autorität seines Landes, die Weisung, sich durch Entsendung eines anderen' holländischen Generalstabsoffiziers namens Klop im englischen Sinne an den Umsturzverhandlungen zu beteiligen und seiner vorgesetzten Dienststelle laufend über den Stand der Dinge zu b eri ch - len. So kam es zu den bekannten Gesprächen der englisch-holländischen Agenten mit den Männern der deutschen „Opposition", die in Wirklichkeit Beamte der Geheimen Staatspolizei waren. Trotz der Festnahme der feindlichen Unterhändler bei Venlo und trotz der Enthüllung ihrer Absichten aber hat die holländische Regierung nicht aufqehört, sich politisch, militärisch und wirtschaftlich als Büttel der britischen Geldsäcke gegen Deutschland zu betätigen. H. Ev. Politik bis in die letzten Schlußfolgerungen mitge» macht hat. Dr. Ho. Wie Holland und Belgien entstanden. Belgien und Holland sind die klassischen Beispiele für die staatliche „Abschälung der Gegen- k ü st e". England hat stets die Forderung vertreten, daß sich an den gegenüberliegenden Küsten der Nordsee uno des Atlantischen Ozeans kein kräftiger Staat bildet. Es hat erst den hundertjährigen Krieg gegen Frankreich, dann die Kriege gegen Ludwig XIV. und Napoleon geführt und vertrug sich erst mit Frankreich, als die Lebenskraft dieses Landes zurückging und zugleich die deutsche Mitts Europas politisch geeinigt wurde. Ebenso hat es die Aufstandsbewegung der Niederlande gegen die burgundisch-spanischen Herrscher — ihre hervorragendsten Vertreter waren Karl V. und Philipp II. — mit allen Mitteln gefördert. Der Agent der Königin Elisabeth für die Niederlande war Thomas Green. Als die Holländer während des 30jährigen Krieges eine wirtschaftliche (und teilweise auch militärische) Großmachtstellung erwarben, wurden sie durch die Navigationsakte Cromwells (1651) und den anschließenden ersten englisch-holländischen Krieg empfindlich geduckt. Navoleon eroberte Belgien und Holland, um von Antwerpen aus den Engländern „die Pistole auf die Brust zu setzen". In Erinnerung an diesen Schreck traten die Engländer — die holländische Seemacht war inzwischen ganz ungefährlich geworden und das Land überschuldet — auf dem Wiener Kongreß von 1815 für die Schaffung einer Groß-Niederlande ein, die Holland, Belgien und Luxemburg umfaßte. Mit französischer Unterstützung brach 1830 in Belgien eine Re- Dolution aus, die von Brüssel aus rasche Fort- chritte machte. Trotz erbitterten und langen Wider- tandes der Holländer wurde der belgische Staat als Kompromißlösung zwischen Frankreich und England konstituiert. Holland anerkannte erst 1839 die Unabhängigkeit Belgiens. Er erhielt ein Schmerzenspflaster dadurch, daß die eigentliche Schelde- mündung — und zwar auch im Süden — holländischer Besitz blieb und von der holländischen See- estung Vlissingen beherrscht wird, sodaß die Ein- und Ausfahrt zum Hafen von Antwerpen nur unter niederländischen Kanonen vor sich gehen konnte. Japan bereitet sich vor ans den „totalen Kriegszustand«. Tokio, 11. Mai. (DNB.) Kriegsminister H a t a erklärte auf einer Tagung der Oberpräsidenten, daß „es jetzt an der Zeit ist, Japans Schicksal in fester Entschlossenheit in die Hand zu nehmen, da im Hinblick auf die innen- und außenpolitische Lage Aufstieg oder Untergang des japanischen Kaiserreiches auf dem Spiele steht." Japan müsse mehr denn zuvor auf den „totalen Kriegs- zu st and" eingestellt werden, was von der ge- amten Nation neue Opfer und Lasten und die Hintansetzung von Privatinteressen zum Wohle bes_ Staates und zur Durchführung der großen Aufgaben des Aufbaues und der Neuordnung im Fernen Osten erfordere. Die japanische Wehrmacht hab- an der chinesischen F? o n t große Er« olge errungen, aber die Tschiangkaischek-Regierung setze unverändert ihren Widerstand f o. 141 von dritten Mächten weiterhin unterstütze Der deutsche Soldat im Vorfeld. Bon SA.-Obergruppenführer Beckerle. Man liest und spricht in der Heimat so viel davon, wie gut unsere Frontsoldaten es in den Bunkern haben. Man weist immmer und immer wieder auf das gigantische Werk des Führers hin das in dem Westwall verkörvert ist. Man berichtet davon, wie gut unsere Stellungen ausgebaut und wie bequem sie eingerichtet sind. Dankbar und stolz und voll Zuversicht stellen wir das mit Recht fest. Vergessen wollen wir dabei aber nicht die Opfer und die Entbehrungen, die unsere Soldaten an der Westfront trotzdem zu bringen haben. Uebersehen wir vor allen Dingen nicht die Leistungen der Männer im Vorfeld, die dort weit vor der deutschen Westwall-Linie eingesetzt sind. Voll Stolz berichtet der Mann in der Heimat von seiner Mehrarbeit und seinem Mehreinsatz seit dem Kriegsbeginn. Wortlos kämpft im Vorfeld der deutsche Soldat. Gewiß, es gibt nur eine Front, die des gesamten deutschen Volkes. Mann und Frau, Soldat, Arbeiter und Bauer kämpfen gemeinsam und leisten ihren Einsatz da, wo es die Nation verlangt. Keiner der Soldaten des Vorfeldes übersieht das. Feder weiß es. Das ganze deutsche Volk ist voll Stolz einig in der Anerkennung der Leistung des unbekannten Soldaten im Vorfeld. Wir wollen dabei an die zahllosen einzelnen Unternehmungen denken, an die Spähtrupps, die Tag für Tag und Nacht für Nacht im Vorfeld unterwegs sind, um die Bewegungen des Feindes zu überwachen und die eigene Stellung zu sichern. Nie werden wir den Eindruck eines solchen nächtlichen Unternehmens vergessen, wenn wir einmal daran teilgenommen haben. An sich ist es ja schon ein seltsames Gefühl, wenn man das letzte eigene Hindernis durchschritten hat und wenn man die weite, dunkle Fläche vor sich liegen sieht, die zwischen den beiden Stellungen riegt. Niemandsland 1 Ein Begriff, dessen Bedeutung nur der begreift, der selbst einmal hier gestanden hat. Wenn man dann, langsam alle Sinne auf das Aeußerste angespannt, vorwärts schreitet, rechts und links die Schatten der Kameraden, die weit ausemandergezogen nach eilen Seiten sichern, wenn man immer und immer wieder Haltmacht und sich zu Boden kauert und dann minutenlang mit angehaltenem Atem ange- strengt lauscht, ob kein Geräusch zu vernehmen ist, tas einen herannahenden Feind verrät. Wie oft eeht es vorwärts ins Ungewisse. Wenn wir uns hinsetzen und einen Abhang hinunterrutschen, Nutzende von Meter weit, ohne zu wissen, wo wir landen wenden! Wenn wir durch Dornhecken uns durchzwängen, über Umzäunungen, über die unwegsamen Felder und durch die unbearbeiteten Gärten. Und wie ost droht uns unser Gehör zu täuschen, wie oft glaubt man in dem Rascheln von Ratten rnd Mäusen schleichende Schritte wahrzunehmen, pie oft hält man das Plätschern des Baches für Menschliche Laute —, und wie herrlich ist doch auch tas Erlebnis in dieser nächtlichen Stille. Die Häuser des Dorfes vor uns, das in seinen Umrissen so friedlich daliegt, und das doch, als wir tun näher kommen und zwischen den Gebäuden pchen, so schauerlich wirkt mit einer Vielzahl von Geräuschen mitten in der bedrückenden Ruhe. Klingt las Aus- und Zuschlägen jener Tür im Winde nicht jo, als ob da jemand Holz hacke? Ist es bei dem Knistern und Knacken hier nicht so, als ob leise Schritte über die Diele schlichen? Haben wir nicht die das Gefühl, als müßte jeden Augenblick aus dien Häusern das Geknatter von Gewehr- und Zktaschinengewehrschüssen und das Krachen von Handgranaten auf uns hereinbrechen? Wie froh find wir, als wir die Häuser hinter uns haben tnd frei sind von der erhöhten Spannung. Wie glücklich sind wir, als wir schließlich wie-der kn unserer vordersten Stellung angelangt find und unseren Auftrag damit erfolgreich zu Ende geführt laben. Jedem geht es so, der an einem Spähtrupp jttlnimmt hin nach dem feindlichen Vorfeld. Und |Lnit) doch ist jeder froh und begeistert, wenn er an jem nächsten teilnehmen kann. Ein herrlicher Geist, der hier bei unseren Soldaten immer und immer wieder zum Ausdruck kommt. Wie drängen sie sich vor, wenn Freiwillige |ür ein solches Unternehmen gesucht werden! Wie chnen sie sich danach, einen Auftrag zu erhalten, ter etwas Besonderes von ihnen verlangt! Wie setzen sie sich bann dabei so unermüdlich, so geschickt, so tapfer ein! Und wie die Männer des Spähtrupps, so tut jeder Soldat ferne Pflicht, am MG. und auf Posten, beim Schanzen und beim Essenholen, der von der Nachrichtenstaffel und der Melder. Bei Kälte und Wind, bei Regen und Schnee. Seit Kriegsbegmn nun schon lange Monate. Kämpfer im Vorfeld! Sie dürfen nicht vergessen werden, wenn einst die Geschichte dieses Krieges geschrieben wird. Sie haben keine großen Siege zu verzeichnen und keine Zahlen anzuführen, die von ihren Erfolgen sprechen. Ihre Leistungen lassen sich nicht mit Schlachtennamen umschreiben und nicht mit spannenden Berichten. Und doch haben sie in dem harten Kriegswinter bewiesen, daß sie bestes deutsches Soldatentum verkörpern. Sie hatten die schwierigste Aufgabe zu lösen, die man sich für sie denken konnte. Während ihre Kameraden im Osten und im Norden von öteg zu Sieg eilten, hatten sie nur Wacht zu halten. Sie haben diese Aufgabe vorbildlich gelöst, sie haben ihre Pflicht getan gegenüber ihrem Führer ihrem Volk, ihrer Nation. Persönliche Unerschrockenheit, unermüdliche Pflichttreue und feste Kameradschaft zeichneten sie aus. Die Treue der Heimat gegenüber war ihr besonderes Kennzeichen. Sie verdienen es, daß auch die Heimat voll Stolz und Anerkennung auf sie blickt, auf die Soldaten im Vorfeld! „Umbruch einer Wettenordnung." Berlin, 9. Mai. (DNB.) Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach in der Schulungsburg der NSDAP, in Wannsee vor einem Kreis Politischer Leiter. „Wir stehen vor dem Umbruch em er Weltenordnung, so sagte er, uns offnen sich Erkenntnisse, die Jahrhunderte verschlossen waren! Der Sieg der Vernunft wird auch in der Wett zu jener sinnvollen 0 r b n u n g führen, die uns unseren Platz an ber Sonne gewährleistet. In Die« em jetzt gegen Deutschlanb entfesselten Krieg sieht ich das beutsche Volk Englanb unb Frankreich als len burch gemeinsame Verbrechen verbunbeten Mächten gegenüber. Diese Allianz aus glichen Verbrechen nieberzuringen, ist das deutsche Volk zum Segen der ganzen Welt auf bestem Wege. Mit dem deutschen Soldaten bildet der deutsche Arbeiter einen unbezwingbaren Block, dessen Widerstands- unb Offensivkraft aus bem hohen Wert der deutschen Rasse und des deutschen Blutes gewährleistet wird." Einbruch in die Sphäre der Monroe-Dokirin. Englisch-französische Besetzung Niederländisch-Westindiens. ko pen ha gen, 11.Mal. (DltB.) Einheiten b e r DJ e st'm ächte landeten auf den beiden Hauptinseln von Niederländisch-rvestindlen, Luracao und Aruba. Englische Streitkräfte haben Luracao, französische Aruba besetzt. * Was bei der Besetzung Islands durch brittfche Streitkräfte ansing deutlich zu werden, das zeichnet sich jetzt ganz klar ab: Der Raubstaat England sichert sich weitab von der eigentlichen Kampfzone m echter Freibeutermanier fremden Kolonialbesitz, in diesem Falle den der „verbündeten" Niederlande und setzt damit seinen Einbruch in die außereuropäische Sphäre fort, wo die Interessen der w e st l i ch e n Erdhälfte beginnen. Natürlich hat es auch eine ebenso lächerliche wie scheinheilige Begründung zur Hand: den Schutz vor deutschen „Sabotageversuchen", lieber den Einspruch des holländischen Gouverneurs, der noch am Freitagabend erklärt hatte, daß ber internationale Status für Nieberländisch- Westinbien unversehrt bleiben müsse unb baß biefer s i ch jede Hilfe von dritter Seite verbitte, setzt es sich ebenso großzügig hinweg wie über die Tatsache, baß dieser Vorstoß ein Einbruch in die Bezirke ber Monroe-Doktrin ist, die für die Vereinigten Staaten geheiligt sind. Mit der gleichen Großmut hat England selbst sich Curacaos bemächtigt, wo bie großen Erdölraffinerien liegen, für die England, wie es eilfertig versichert, ein eindrucksvolles Der- teidigungsfystem einrichten hilft. Gegen wen dieses Verteidiaungssystem gerichtet ist, kann ber englischen Kolonialgeschichte entnommen werben, die kein Beispiel Dafür aufweist, daß der Raubstaat England jemals wieder herausgegeben hat, was er skrupellos in seine gierigen Pranken riß. Großer Eindruck in Oiom. Rom, 12. Mai. (Europapreß.) Die römische Presse veröffentlicht in großer Ausführlichkeit die deutschen Berichte über die Kriegslage im Nord- westen. „Lavoro Fascista" hebt hervor, daß sich die ungeheure Stoßkraft der deutschen Luftwaffe in dem Ringen um die Herrschaft in der Luft neuerdings bewähre. Die deutschen Fliegerstaffeln desorganisierten die auf dem Marsch befindlichen Trupven der Westmachte durch ihr Maschinenae- wehrseuer unb bombarbierten unaufhörlich Die Flugplätze unb Straßenknotenpunkte im feinblichen Gebiet. Ganz Luxemburg, so meßet bie „Tribuna", sei von ben beutschen Truppen bereits besetzt. Der Vormarsch gehe nun am Lauf der Mosel und Mel vor sich. Im „Piccolo", der Mittagsausgabe des halbamtlichen „Giornale d'Jtalia", wird ausgeführt, England und Frankreich hätten behauptet, Deutschland sei ein belagertes Land. Nun beginne sich aber der strategische Ring um England immer enger zu schließen, so daß der Belagerer zum Belagerten werden könne. Der Kampf sei in einen Bewegungskrieg übergegangen, schreibt „Piccolo" weiter. Außerhalb ber Maginot-Linie unb bes Westwalls würden die Gegner ihre Kräfte in jenem klassischen Gebiet Flanderns messen, das nicht minder als die Po-Ebene der Schauplatz großer historischer Zusammenstöße gewesen ist. Die Initiative liege fortwährend in deutscher Hand. „Teuere" sagt: „Der Krieg ist in seine fulminie- renDe Phase eingetreten, bie entscheibend sein kann. Das Spiel gegen bie Neutralen, die England nicht in Frieden lassen wollte, kommt Albion äußerst teuer zu stehen. England ist bereits im Norden von Norwegen her eingekreist und furchtbar bedroht. Im Süden geht Deutschland mit allen seinen mächtigen Streitkräften durch Holland unb Belgien vor. Wenn es erst in den Besitz der Küste von Calais bis hinaufzum Arktischen Meer gelangt ist, so werben bie deutschen Luftstreitkräfte und U-Boote in ber Lage fein, Englanb immer schärfer in bie Zange zu nehmen, zu isolieren unb enbgültig niederzuringen. Von Belgien unb Holland aus kann Deutschland England auf kürzeste Entfernung schwerstens treffen. Das englische Imperium erlebt die krtisch ste Stunde seiner Existenz." * Die Einwohner der italienischen Hauptstadt fanden in den frühen Morgenstunden in allen Straßen zahlreiche bunte Anschläge vor, deren Ueberschriften ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen. Die Zettel enthielten eine geschickte Zusammenstellung der wichtigsten Sätze aus den verschämten Eingeständnissen des Zusammenbruches der englischen Pläne, die Chamberlain in den letzten Unter« Haus-Sitzungen machen mußte. Die Bevölkerung staute sich vor diesen Anschlägen, deren Inhalt allgemeines Interesse und offensichtliche Befriedigung erregte. Neuer Justizmord in Frankreich. Die Führer der bretonischen Heimatbewegung zum Tode verurteilt. Barcelona, 11. Mai. (DNB.) Wie die französische Nachrichtenagentur Havas aus der bretonischen Hauptstadt Rennes meldet, hat das dortige französtiche Militärgericht nach einem unter Ausschluß Der Öffentlichkeit durchgeführten Verfahren die beiden bekanntesten Führer der bretonischen Heimatbewegung Debauvais und Olivier Mordrel zum Tode verurteilt. Die Verurteilung der Heimattreuen Bretonen, die als Leiter der National-Bretonischen Partei (Part National Breton) und als Herausgeber der bretonischen Zeitung „Breiz Atao" der internattonalen Oeffentlichkeit ein Begriff geworden sind, wird mit dem Vorwurf der Neugründung verbotener Vereine, Aufforderung von Militärpersonen zur Fahnenflucht und Hochverrat begründet. Binnen kurzer Frist ist es nun schon das zweite Mal, daß Vorkämpfer eigenständigen Volkstums im „Lande der Freiheit unb Zivili- fation" dem Haß und der Unduldsamkeit des Pariser Zentralismus zum Opfer gefallen find. War es im Februar dieses Jahres der unerschrockene unb aufrichtige Vertreter der Rechte des elsässischen Volkes, Dr. C a r l R o ß , der in Nancy durch französische Kugeln sein Leben lassen mußte, so richtet sich diesmal der heimtückische Schlag gegen die ebenso ehrlich überzeugten wie aufrechten Verfechter der Eigenständigkeit des b r e t o n i s ch e n D o l k e s. Die gegen Debauvair und Mordrel erhobenen Vorwürfe sind ebenso unbegründet wie die gegen Roß. Ihr einziges Verbrechen war, daß sie im Rahmen der geltenden französischen Gesetze ihr Möglichstes taten, um ihrer schon im Weltkrieg hart geprüften und ausgebluteten Heimat neue sinnlose Opfer zu ersparen. Schon im September 1938 waren diese beiden Führer des bretonischen Volkstums zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden nur deshalb, weil sie völlig legal in den Städten und Dörfern der Bretagne Plakate hatten anschlaaen lassen mit der Inschrift: .Keinen Krieg für die Tschechen gegen Den Willen des bretonischen Volkes." Diese Verurteilung war der Auftakt zu einem systematisch durchgeführten Terror gegen alle Heimattreuen Bretonen. Mußte sich jedoch damals die französische Geheimpolizei noch mit der Gefäng- nisftrafe begnügen, so glaubte sie bei Ausbruch des jetzigen Konfliktes im Rahmen des im ganzen Lande wütenden Polizeiterrors der Regierungen Daladier und Reynaud Die Stunde für Den entscheidenden Schlag gekommen. Wie im Falle Roß, so zeigte sich im Falle Debauvais und Mordrel das französische Militärgericht den Wünschen ber Suretö gefügig unb trug keine Bedenken, die Verantwortung für diesen neuen Justizmord zu übernehmen. Umbildung des rumänischen Kabinetts. Bukarest, 12. Mai. (Europapreß.) In den Abendstunden des Samstags erfolgte die Umbildung der Regierung Tatarescu, nachdem der Ministerpräsident am Vormittag bem König den Rücktritt der Gefamtregierung überreicht hatte. Ausgeschieden sind Jüstizminister Micescu, Wirtschaftsminister Anghelescu, Kultusminister Nistor, der Minister für Luftfahrt und Marine, General Theodorescu sowie der Staatssekretär im Kultusministerium, Popovici. Die neuen Regier ungsmitg lieber finb Ben- toiu (Justiz), Cancicov (Wirtschaft) und Professor C i o b a n u (Kultus), währenb bie Leitung des Luftfahrtministeriums unb ber Marine vorläufig vom Kriegsminister General I l c u s mit« versehen wirb. Zum Staatssekretär im Kultusministerium würbe ber bisherige Staatssekretär im Ministerpräsidium, Sibiceanu, ernannt, wah- renb General Niculescu zum Staatssekretär für Luftfahrt unb Abmiral Pais zum Staatssekretär für bie Marine bestellt würbe. Ministerpräsident Tatarescu erklärte der Presse, es handele sich weder um eine neue Regierung, noch um ein neues Programm. Seine Regierung werde auf in« unpolitischem Gebiet die Entspannungspolitik fortsetzen unb verschiedene durch die Zeitumstände bedingte Wirtschaftsmaßnahmen durchführen. Auf außenpolitischem Gebiete werde die bisherige Politik der strengen Neutralität und der Wahrung ber Unabhängigkeit bes Landes unverändert fortgeführt. Die Vereilschast der italienischen Kriegsmarine. Rom, 11. Mai. (Europapreß.) In seinem Bericht zum Haushaltsvoranschlag ber Marine hat Unterftaatsfefretär im Marineministerium, Abmiral Cavagnari, auch die Rückwirkungen bes ge° genwärttgen europäischen Krieges auf bie italienische Kriegsmarine behandelt, das Bauprogramm der Kriegsmarine werde in der vorgesehenen Weife durchgeführt. Zum programmgemäß vorgesehenen Zeitpunkt würden die beiden ersten 35 000-t- Schlachts chiffe sowie Die beiden letzten weitgehend umgebauten Schlachtschiffe in Dienst gestellt werden. Im Juni werde das vierte 35 000» t-Schlachtschiff vom Stapel laufen, das auf den Namen „R o m a" getauft wird. Die Ausrüstung des im November v. I. vom Stapel gelaufenen 35 0004° Schlachtschiffes „Imper o" werde tatkräftig betrie» ben. Die Serie von 12 Kreuzern zu je 3400 t befinde sich in fortgeschrittenem Bauzustand unb werde in zwei Gruppen zum vorgesehenen Zeitpunkt in Dienst gestellt werden. Fast vollkommen beendet sei der seinerzeit bekanntgegebene Bau von Unterwasser-Streitkräften der Kriegsmarine. Es würden jedoch sofort weitere Unterseeboote und Torpedobootzerstörer auf Kiel gelegt werden, selbst wenn dadurch die Fertigstes lung von zwei Kreuzern des Typs „Conftanzo Ciano" vertagt werden müßte. Unterstaatssekretär Admiral Cavagnari hat dann auf bie großen Schäbigungen bes Handelsverkehrs zur See durch die englisch- französischen Kontrollmaßnahmen verwiesen, von denen besonders der Handelsverkehr ber Nandstaaten des Mittelmeers, vor allen Dingen Italiens, getroffen werbe. Immerhin sei burch aufgehäufte Vorräte währenb der vorhergegangenen Jahre unb auch burch Bestänbe von Materialien, Die in jüngster Zeit in nicht unwesentlicher Menge ergänzt wurden, Italiens Widerstandsfähigkeit gesichert worben. Der Unterstaatssekretär schloß seine Ausführungen mit ber Erklärung, bie italienische Flotte befinbe sich i m Bereits chaftszu st anb unb werbe, was immer bas Schicksal in feinem Schoße berge, ben Anforderungen von Ehre unb Pflicht gerecht werben. Kleine politische Nachrichten. Der ttalienische Minister für Dolkskultur, Pavo - lini, wurde am zweiten Tag seines Berliner Aufenchattes vorn Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und vom Reichsaußenminister v. Ribbentrop empfangen. Sodann hatte er eine zweite ausgedehnte Aussprache mit Reichsminister Dr. G o e b b e I s. Am Nachmittag verließ Minister Pavolini mit einem Regierungsflugzeug die Reichshauptstadt, um sich nach Rom zurückzubegeben. * Der bisherige Königlich-Italienische Botschafter, Professor B. Attolico, und seine Gattin verließen die Reichshauptstadt. Zu ihrer Verabschiedung hatte sich in Vertretung des von Berlin abwesenden Reichsministers des Äuswörtigen von Ribbenttop Staatssekretär von Weizsäcker eingefunden, ber bem scheuenden Botschafterpaar die Grüße des Reichs« außenministers überbrachte und Frau Attolico tit feinem Namen einen Blumenstrauß überreichte. Der Chef des dänischen Küstenverteidigunbs- wesens, Abmiral R e ch n i tz e r, hat seinen Abschied eingereicht, Den der König angenommen hat. Zum vorläufigen Nachfolger wurde bis auf weiteres Admiral Briant de Crevecoeur ernannt. ♦ Mit einem Extrazug traf Der Präsident der Sowjetunion, Kalinin, in der nach dem finnisch-russischen Friebensabschluß abgetretenen finnischen Stabt Dibora ein, die anläßlich Des Besuches reichen Flaggensthmuck angelegt hatte. * In Tokio wirb verlautet, Daß ber K a iser von M a n b s ch u k u o am 22. Mai Hsingking verlassen wirb, um Tokio zu besuchen, wo er bem Kaiser von Japan seine Glückwünsche barbringen wird zum 2000. Jahrestag der Gründung des japanischen Kaiserreiches. Sin^AmtdesIleichskohlenfommiffarS- Durch Verfügung bes Reichswirtschstsministers ist bie Reichsstelle für Kohle zu einem „Amt bes Reichskohlenkommissars" erweitert worden. Reichskohlenkommissar ist ber bisherige Reichsbeauftragte für Kohle, Reichsamtsleiter Paul Walter. Der Reichskohlenkommissar untersteht Dem Reichswirtschaftsminister. Während bie Bergabteilung des Reichswirtschastsministerums sich auf Dem Gebiet ber Kohle mit ben eigentlichen bergmän- Nischen Aufgaben, insbesondere der Förderung der Kohle befaßt, wird Der Schwerpunkt Der Tätigkeit des Reichskohlenkommissars bei Der wirtschaftlichen Aufgabenstellung an den Kohlenbergbau und ber Bewirtschaftung seiner Erzeugnisse liegen. Mit dieser sachlichen Aufteilung Der um- fangreia^en Arbeitsgebiete wird eine planmäßige und zweckdienliche Steuerung der deutschen Kohlenwirtschaft erreicht, zumal die reibungslose Zusammenarbeit beider Behörden durch Die Unterstellung unter den Reichswirtschaftsminister sichergestellt ist. Diese Neuregelung wird mitHazu beitragen, daß Die deutsche Kohlenwirtschaft Den steigenden Anforderungen der Kriegswirtschaft gerecht wird. Wer hastet für Treppenhausvervunkelung? Ein Kasseler Hausbesitzer hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl erhoben, Den er erhalten hatte, weil Die Treppenfenster nicht ab gedunkelt worden waren. Er erklärte vor Gericht, daß er Rollvorh änge habe anbringen lassen und auch rechtzeitig auf Die Notwendigkeit der Verdunkelung hingewiesen habe. Er selbst wohne nicht in dem Haufe, habe aber noch mehr Häuser zu verwalten unb könne unmöglich abends von Haus zu Haus laufen. Das Gericht sprach ihn frei, Denn Die Mieter hatten die Pflicht, für Die Verdunkelung zu sorgen. Anders würde ber Fall liegen, wenn Der Besitzer selbst in seinem Hause gewohnt hätte. Beförderung derWeltkriegSteilnehmer. Heber Die Beförderung der Weltkrie^teilnehmer im Heere ist angeordnet worden: Die Bestimmung über die Beförderung Der Weltkriegsfrontkämpfer wird dahin erweitert, daß Weltkriegs* frontkämpfer im Ersatzheer nach viermonattger Bewährung entsprechend ihren Leistungen i n Planstellen befördert werden können, auch wenn sie nicht als Ausbiß er ober in Sonderlaufbahnen verwendet werden: Vom Schützen unb Oberschützen bei einwandfreier Führung und guten Leistungen zum Gefreiten d. B. Dom Gefreiten bei einwandfreier Führung, guten Leistungen und nachgewiesener Eignung zum UnUteroffizier d. B. Dom Unteroffizier bei einwandfreier Führung, guten Leistungen und zweimonatiger Bewährung in einer Zugführerstelle zum Feldwebel d. B. Sofortige Grenzsperre im Westen. Berlin, 10. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Die deutsch-holländische, die deutsch-belgische und die deutsch-luxemburgische Grenze ist mit sofortiger Wirkung für den getarnten nichtmilitärischen Personen-, Fahrzeug- unb Nachrichtenverkehr gesperrt. Zuchthausstrafen wegen Abhörens feindlicher Sender. Berlin, 11. Mai. (DNB.) Dor Sondergerichts- Höfen mußten wiederum einige RunDfunkver- bre ch er ab geurteilt werden, Die sich Durch Abhören ausländischer Rundfunksender unb Weitergabe der von ihnen verbreiteten Nachrichten zu Verrätern an ihrem Volk und feinem Daseinskampf gemacht hatten. Das Sonbergericht Magbeburg verurteilte den Otto Schulze aus Buchholz zu 5 Jahren Zuchthaus. Sch. hatte wiederholt einen Auslandssender abgehört unb dessen ßügenmeßungen in einem Ladengeschäft in Stendal an andere Personen weitergegeben. Er ist sich dabei der Sttafwürdigkeit seines Tuns völlig bewußt gewesen. Bei ber vorsätzlichen Wsiterverbreitung ber ausländischen Rundfunklügen beschmutzte er in einer unglaublichen Art die Ehre Der deutschen Soldaten. Lediglich einer sonst einwandfreien Führung war es zuzuschreiben, daß nicht auf Die höchstzuläfsige, Die Todesstrafe, erkannt wurde. — Das Sondergericht Innsbruck bestrafte Die Luise Bachlechner mit 5 Jahren Zuchthaus. Die B. hatte ein Verhältnis mit einem wegen Spionageverbacht verhafteten Franzosen unb war auch einige Tage in Haft gewesen. Sie hat Dmn längere Zeit in böswilliger Absicht ausländische Nachrichten ab gehört unb sich ftaatsfeinblid) betätigt. — Das Sondergericht Nürnberg verurteilte Den Matthias Küffner zu 6 Jahren Zuchthaus, weil er als Revierforstwart, also als Beamter, Die von ihm ab gehörten ausländischen Nachrichten an die unter feiner Leitung arbeitenden Waldarbeiter weiterverbreitete. So hat er eine gegen den Führer gerichtete Hetzmeldung des schweizerischen Senders triumphierend an Die ihm zugeteilten Waldarbeiter übermittelt und sogar noch auf die Frage eines Waldarbeiters, ob diese Meldung vom Deutschen Nachrichten-Büro gebracht worden sei, mit Der Erwiderung auf getrumpft, die Meßung habe London gebracht. — Dor Dem Sondergericht in Bromberg wurde ein entlassen«' polnischer Gefangener, Anton Kalamarski ab- geurteilt, der mit einem von feinen Eltern Den Deut- schen Behörden unterschlagenen Rundsunkapparat die polnischen Nachrichten Des englischen Rundfunks abhörte und sie bei Dem ebenfalls angeklagten Sigis- munD Linkowski mittels Durchschläge einer Schreibmaschine verbreitete. Das Gericht erkannte gegen Anton Kalamarski auf 10 Jahre Zuchthaus, gegen Linkowski auf 5 Jahre Zuchthaus. Aus -er Gta-i Gießen. Kleine Maimelodie. In diesem Monat schüttet der Frühling seine Blütengaben om verschwenderischsten aus. Darum ist er auch der lieblichsten Frau, die über die Erde gewandelt, gewidmet: Maria, und Dichter und Maler wetteiferten in glühender Begeisterung, sie als „Unsere liebe Frau im Blütenhag", als Maienkönigin" in Wort und Bild zu preisen. Bräute tragen an ihrem Hochzeitstag Sträuße weißen Flieders, der mit seinen vollen Blütentrauben schwer ist wie ihre erwartungsvollen Herzen, die von nahem und berauschendem Glück träumen. Burschen bringen ihren Mädchen den würzigen Waldduft des Maikrauts, damit sie sich die getrockneten Bündel in ihre Wäscheschränke legen, und Sträuße zierlicher Maiglöckchen, die sich lange in der Vase halten und das Zimmer mit dem köstlichen Duft ihres Atems erfüllen. Die Kastanienbäume in den Straßen und Alleen haben ihre weißen oder weiß und rot getüpfelten Blütenkerzen aufgesteckt. Sogar die hellen Mittage erscheinen, von ihnen angestrahlt, schimmernder und wärmer, lieber den Gärten und Fluren schweben zwischen Himmel und Erde die zarten weißen Blütenwolken der Obstbäume. Wo sie rosig prangen, als seien sie von den Strahlen der Morgen- oder Abendröte entzündet, stehen Apfelbäume. Der Wald, der sich mehr und mehr zulaubt, riecht nach jungem Laub, frischen Säften und Harzen. Seine Wipfel leuchten hellgrün, als sei jedes einzelne Blatt von der Sonne durchstrahlt. Sogar von den Zweigspitzen der Fichten und Tannen, die Neutriebe angesetzt haben, geht dieser Lichtschimmer ßus. An steinigen Säumen lodern die Feuerbüsche des Ginsters. Wo man unter Bäumen geht, sieht man des Lftern winzige Räupchen an kaum wahrnehmbaren Seidenfäden krampfhafte Anstrengungen Machen, festen Boden zu gewinnen. Sie sind aus ihren Blattwiegen abgestürzt und baumeln hilflos in der Luft. Ueberall ist schon das köstliche Grün des Laubs zerfressen und durchlöchert. Daß man trotz angestrengten Lauschens nichts hört als die wundersame, fast feierliche Stille, nur von fröhlichen Vogelstimmen zuweilen anmutig unterbrochen, macht das Nagen und Schaben der gierigen Raupen, Larven und Käfer, deren Zahl unübersehbar ist, nur um so unheimlicher. Dennoch ertragen Bäume und Sträucher großherzig diesen Raub, ja sie geben gern von ihrem strotzenden Ueberfluß, wenn das Treiben der kleinen Fresser nicht überhand nimmt. Wo die Sbnne über Hängen und Rainen spielt, suchen Bienen und Hummeln surrend und brummend die kleinen Honigtavernen der hochzeitlich prangenden Blumen. In den Nutzgärten stehen die Erdbeeren in voller Blüte, die Erbsen ranken und die Bohnen durchbrechen das Erdreich. Und jeden Tag wird neu gesät und gesetzt und schon geerntet! Radieschen und Rhabarber sind die ersten Maigaben. Ueber- schwenglich verschwendet der Mai auch hier. Mädchen, im Mai geboren, gleichen in ihrer Frohlaune und verschwenderischen Güte der überströmenden Natur. P. B. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Dr. med. Hiob Prätorius". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Postmeister^. Notizen für den 13. Mai. Sonnenaufgang 5.34 Uhr, Sonnenuntergang 21.10 flhr; Mondaufgang 11.02 Uhr, Monduntergang 1.48 Uhr. NG.-Irauenschast/Krauenwerk. Gießen-Osi. Der nklchste Gemeinschaftsabend ist am Montag, 20. Mai, im „Burghof" (Cafe Ebel), 20.15 Uhr. Er steht unter dem Wort: „D?r deutsche Stolz". Die Sprechstunden der Ortsfrauenschaftsleiterin sind von nun ab jeden Freitag von 16.30 bis 18.30 Uhr Georg-Philipp-Gail- Straße 8. Heil Hitler! L. Hummel. Schöne Gießener Gilberfchmiedearbeit für Generalgouverneur Dr. Krank. r Der Gießener Metallbildhauer Heinrich Küchel hätte sich in diesen Tagen mit einer schönen und besonders danbaren künstlerischen Arbeit zu beschäftigen. Don einem privaten Auftraggeber. Staatsanwalt Adami (Berlin), war er gebeten worden, für Generalgouverneur Dr. Frank, dessen engeren Mitarbeiterkreis Staatsanwalt Adami angehört, ein Geburtstagsgeschenk in Form eines künstlerisch gestalteten Brieföffners anzufertigen. Als dekorativer Vorwurf war dabei die Burg von Krakau, der Wavel, vorgeschlagen. Der Künstler griff die Anregung auf und gestaltete nach alten Stichen das Bild der Burg in strengen und vereinfachten Formen, die sich gut in das Material Übersetzen ließen. Der Brieföffner ist nunmehr fertiggestellt. Die Klinge wurde aus einem Stück geschmiedet, das Schmuckrelief dagegen baut sich aus drei filbernen Platten auf, aus denen die Formen der Burg, der Türme und Häuser ausgeschnitten wurden. Die Platten wurden dann übereinanderge- fügt und verlötet. Durch diese Art der Verarbeitung ist ein plastisches Bild entstanden, das die Burg in schöner perspektivischer Vertiefung zeigt, obwohl der Brieföffner in seinem dekorativen Teil nur eine Stärke von 3 Millimeter aufweist. Die Ziselierung erfolgte nach der Verlötung der drei Plattenteile. Auf der Rückseite der Klinge wurde die Widmung in einfacher Schrift, roifc sie sich aus dem Werkzeug ergab, eingeschlagen. Der Brieföffner macht einen ausgezeichneten Eindruck und dürste dem Generalgouverneur sicherlich große Freude bereiten. Für den Künstler ist diese Arbeit ein schöner Beweis seines künstlerischen und kunsthandwerklichen Könnens. Keine sportlichen Veranstaltungen an den pfingstfeiertagen. Entgegen unseren gestrigen Vorschauen auf die sportlichen Veranstaltungen des NSRL. während der Pfingstfeiertage muß mitgeteilt werden, daß diese Veranstaltungen nach neuer behördlicher Anordnung ausfallen müssen. Die neuen Anordnungen erreichten uns erst am frühen Nachmittag des gestrigen Samstags, nachdem unsere Zeitung bereits in den Händen der Leser war. * ** Der Gießener Anzeiger erscheint am Morgigen Alonkag zur gewohnten Stunde. ehrgeistige Betreuung. KdF. im Kriegssommer 1940. Als Auftakt zur Sommerarbeit der NSG. ,Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, fand in Wiesbaden eine richtungweisende Arbeitstagung her Kreiswarte statt. Nach der Eröffnung der Tagung durch Gauwart von R e k o w s k i, der auf die bedeutungsvollen Ereignisse des Tages einleitend hinwies, begrüßte als Vertreter des Kreisleiters Kreisamtsleiter Brück die Tagungsteilnehmer. Im Rahmen der Besprechungen nahmen die Ausführungen von Oberst Doigt-Ruscheweyh einen breiten Raum ein. Schöpfend aus den reichen Erfahrungen seines langen Soldatenlebens und weiter Auslandsreisen gab der Redner seinen aufmerksamen Zuhörern eine Fülle von Anregungen und Vorschlägen für die Arbeit der NSG. „Kraft durch Freude" auf dem Gebiet der Wehrmachtsbetreuung. Er forderte die Kreiswarte auf, die Erfüllung ihrer Aufgaben mehr und mehr zu einer wehrgeistigen Führung auszuweiten. Die Freizeit- aeftaltung für den deutschen Soldaten habe der Erhaltung eines guten soldatischen Geistes zu dienen. Der Oberst stattete den Kreiswarten Dank für die bisher geleistete Arbeit ab und betonte, daß aus vielen Zuschriften von Soldaten immer wieder die Dankbarkeit für die Betreuungsarbeit hervorgehe. Diese bezöge sich nicht nur auf die Durchführung von Veranstaltungen, sondern auch auf Lieferung von Lesestoff, nach dem sowohl im Bunker, als auch in Fliegerhorsten große Nachfrage bestünde. Gauwart von Rekowski dankte dem Oberst für seine Worte und betonte, daß die NSG. „Kraft durch Freude" auch in Zukunft alles daran setzen werde, um der Truppe Freude und Belehrung, Unterhaltung und Wissen zu vermitteln. Der Hauptarbeitsgebietswalter II, Gauhauptstellenleiter Mühlenpfordt, sprach dann über das Zusammenwirken der KdF.-Arbeit mit dem sozialpolitischen Geschehen in den Betrieben und erhob die. Forderung nach einer lebensnahen Verbindung. Er gab den Kreiswarten praktische Hinweise für ihre Arbeit und stellte heraus, daß auch im Kriege „Kraft durch Freude" eine hohe verantwortliche Aufgabe zu erfüllen habe. Der Nachmittag diente der Besprechung allgemeiner Fragen der praktischen KdF.-Arbeit im Sommerhalbjahr. Nachbarschaftshilfe als echte Volksgemeinschaft. Gute nachbarliche Hilfe ist von altersher Ausdruck der Zusammengehörigkeit der Gemeinschaft und hat stets ihr besonderes Gepräge in den Dörfern gefunden. Gemeinsam schützten die Bauern ihr Land, gemeinsam berieten sie die Fragen des Hofes und des Hauswesens und halfen sich in persönlicher Not. Auch in den kleinen Städtchen war die nachbarliche Hilfe selbstverständlich, bis eine immer schnellebigere Zeit die Menschen mehr und mehr voneinander entfernte. In den großen und immer größer werdenden Städten wurden Zwar viele Menschen in großen Häusern beherbergt, doch waren es so viele Menschen, daß sie sich kaum von Ansehen kannten. Dor einigen Jahren wurde nun durch das Deutsche Frauenwerk diese nachbarliche Hilfe — als eigentliche Aufgabe der Frau — wieder in den Vordergrund gerückt, planmäßig ausgbbaut und organisiert. Es ist natürlich, daß der Gedanke einer Nachbarschaftshilfe in den kleinen Städten und auf dem Lande sich am ehesten wieder durchsetzte: aber auch in den großen Städten ist die Nachbarschaftshilfe heute zu einem Begriff geworden. Sie ist stets unerschöpflich in den Möglichkeiten des Helfens. In diesen Kriegsmonaten aber erweist sich eindeutig der tiefe Sinn dieser Nachbarschaftshilfe, die über eine Hilfe von Mensch zu Mensch hinaus zum Ausdruck echter Volksgemeinschaft geworden ist. Ungezählte Frauen haben sofort bei Kriegsbeginn über alle bisherige Fremdheit hinweg der Nachbarin, deren Mann Soldat wurde, ihre Hilfe angeboten und ihr über manche schwierige Lage hinweggeholfen. Ungezählte Frauen haben sich sofort zu freiwilliger Hilfe bei der Frauenorganifa- tion der Partei gemeldet und sind im Rahmen der Nachbarschaftshilfe dort eingesetzt worden, wo Hilfe von Mensch zu Mensch notwendig war. Aber noch werden helfende Hände dringend gebraucht; denn die Möglichkeiten des Helfens sind heute noch vielseitiger und die Notwendigkeit zum Helsen ist noch zwingender als in den Zeiten des Friedens. Es geht vor allem darum, in der Stadt die am Arbeitsplatz des Mannes und in den Fabriken tätigen Frauen und Mütter zu entlasten. Durch Uebernahme der Lebensmitteleinkäufe und sonstigen Besorgungen, durch das Betreuen ihrer Kinder kann der arbeitenden Frau manche Mühe und Sorge abgenommen werden. In Krankheitsfällen fetzt die Nachbarschaftshilfe ein, um den Haushalt und die Kinder zu versorgen und der kranken Frau das sichere Gefühl des Umsorgtseins zu geben. Vor allem werden auch die Soldatenfrauen, die ein Kind erwarten, durch die Nachbarschaftshilfe auf das Beste betreut. Die Uebernahme der Flick- unh Stopfarbeiten, die in den Ortsgruppen der NS. - Frauenschaft gemeinschaftlich von vielen Frauen besorgt werden, bedeutet ebenfalls für die arbeitende Frau eine wesentliche Erleichterung. Die gleiche Hilfe wird überall auch der Landfrau zuteil, und oft genug spannt die Nachbarschaftshilfe — über den eigentlichen Aufgabenkreis hinaus — den Bogen von der Stadt zum Land. So wie der Inhalt der Flickbeutel der Bäuerin von den Frauen der Städte ständig in Ordnung gebracht wird, so selbstverständlich kommen diese Frauen zu den besonders arbeitsreichen Zeiten auf das Land, um der Bäuerin zu helfen. Ob die Hilfe auf dem Felde oder im Garten geleistet wird, ob die Frauen das Einmachen ober die gesamte Haushaltsführung übernehmen und auf die Kinder achten, um die Bäuerin für die Außenarbeit freizumachen, es geschieht immer in selbstverständlicher Hilfsbereitschaft. Viele Beispiele aus der Nachbarschaftshilfe ließen sich noch aufführen. Offener Blick und der gute Wille zum Helfen genügen meistens schon, um allen Frauen aufzuzeigen, wo sie sich in dieser Zeit einsetzen können. Ein Tagesverlauf im Langemarck-Siudium. NSG. Aus allen Teilend, Deutschlands sind wir durch die Reichsstudentenführung vorn Schraubstock und aus der Werkstatt, vorn Pflug und aus den Kontoren, wo wir vorher arbeiteten, nach Heidelberg gerufen worden, um uns dort in IV-jöhriger Arbeit die Berechtigung zürn Studium zu erwerben. Fünf Monate sind seitdem vergangen, und wir leben seit dieser Zeit in stiller, abgeschlossener Arbeit. Gar mancher möchte wohl gerne wissen, wie es bei uns zugeht. Nur wenige werden sich eine richtige Vorstellung von unserem Leben und Streben machen können. Alle, die es interessiert, lade ich deshalb ein, mit mir einen Tagim Lange- marck-Studium in seinem Verlauf zu beobachten. Montagmorgen, 6.25 Uhr! Mein Wecker entreißt mich unbarmherzig mit seinem schnarrenden Getöse dem Reich der Träume und stellt mich der rauhen Wirklichkeit gegenüber, di? mir offenbart, daß ich heute Führer vom Dienst bin. Schnell die Turnhosen und Turnschuhe an und zur Klingel, die die anderen Kameraden wecken wird. Unterwegs werfe ich einen Blick in unser Nebenzimmer, mit dessen Belegschaft wir uns besonders gut vertragen. Da liegen sie alle Viere in sanftem Schlummer: ein Berliner, ein Schwabe, ein Westfale und einer aus der Ostmark, und sie ahnen nicht, wie nahe das mit Recht so „beliebte" Klingelzeichen ist. Schrill klingt das Läuten der Glocke durch das schlummernde Haus, deren gellender Ton durch den Widerhall der Wände noch verschärft wird. Bei diesem Signal fliegen — ob man will ober nicht — bie Beine von selbst unter her Bettdecke hervor, um gähnende Gestalten mit noch verschlafenen Gesichtern in den Hof zu bewegen. Ein frischer Lauf und belebende Lockerungsübungen vertreiben bie letzte Mü- bigfeit unb Faulheit, was bie kalte Dusche unter der Brause anschließend noch vervollständigt. Waschen und Bettenbau sind bald vorüber, und auch die Stube ist sehr schnell von Staub und sonstigen Unfeinheiten gesäubert. Dann wird, da es Montag — also Wochenanfang — ist, die Uniform angezogen, denn zum Wochenanfang und Wochenende tragen wir unser Ehrenkleid, in dem wir auf dem Hofe antreten, um am Beginn einer neuen Arbeitswoche die Fahne, die über unserer Arbeit steht, aufzuziehen. Ein Leitspruch gibt der Arbeit dieser Woche Richtung und Ziel und verpflichtet uns neu zu Einsatz unb Leistung. Mit einem Lieb schließt bie kleine Feier. In der Zwischenzeit hat unsere Hauswirtin schon im Gemeinschaftsraum einen „duftenden Kaffee" mit Brot und Marmelade bereitgestellt, Dinge, an denen jeder sich gütlich tut. Ein Blick auf den Stundenplan zeigt uns, daß wir gleich nach dem Kaffeetrinken Unterricht haben, und so geht es denn auch bald los. Angefangen vom Parcivol Wolfram von Eschenbachs über die A- und O-Deklination im Lateinischen und das Gerundium und die progressfive Form im Englischen, bis hin zu Alexander, Cäsar unb Karl den Großen, deren Größe und Genialität wir in der Geschichte zu begreifen versuchen Heute sind es diese Dinge, morgen werden wir uns in der Physik, Chemie und Biologie mit Vorgängen und Gesetzen der belebten und unbelebten Natur zu befassen haben, und übermorgen wird uns die exakte Beweisführung in der Mathematik beschäftigen. Für „Abwechslung" ist bestens gesorgt. Der Unterricht hat hungrig gemacht, und so sitzen wir denn auch bald um dampfende Schüsseln unb lassen uns unser Mittagessen gut schmecken. In der Zwischenzeit ist es 1.30 Uhr geworben. Doch auch jetzt können wir heute noch nicht unsere eigenen Arbeiten verrichten, wie das an den anberen Tagen der Fall ist, benn die Hälfte der Mannschaft nimmt zunächst der Sportlehrer für drei Stunden in Behandlung, um den Knochen unb Knöchelchen bie überflüssigen Mengen Kalk zu entziehen, die sich sonst vielleicht bilbcn könnten. Die andere Hälfte geht mit Hacke und Spaten bewaffnet in den Garten, um Gemüse und Salat für bie Küche zu säen, denn unsere Hausmutter versichert uns immer wieder, daß Gemüse, das man selbst angebaut habe, viel besser schmecke. Erst wenn dies alles erledigt ist, können wir uns unserer bestimmt nicht geringen Arbeit widmen, denn nun muß der ganze Stoff, der vormittags im Unterricht in Sturmwindeile an uns vorüderge- zogen ist, durchgekaut und auch verdaut werden, um uns auch wirklich geistig zu nähren. So wird das Läuten zum Abendessen fast als eine unwillkommene Störung angesehen, doch auch das muß sein. Bald sinkt die Nacht hernieder. Bei der Arbeit eilt die Zeit, und näher und näher rücken die Zeiger der Uhr auf 10.30 Uhr heran, verkünden Zapfenstreich und Bettruhe. Als Führer vom Dienst habe ich noch durch alle Stuben zu gehen und dafür Sorge zu tragen, daß auch überall dem Schlaf sein Recht wird. Leise gehe ich durch das stillgewordene Haus. Hier schläft schon eine Zimmergemeinschaft, und in die Stille bringt nur das ruhige, tiefe Atmen der Schlafenden; dort wird noch leise debattiert über die Gesetze vom freien Fall und die ballistischen Kurven, unb wieder wo anders ringt man noch in gedämpftem Streitgespräch um die Probleme der alt- unb mittelhochdeutschen Dichtung. Doch es dauert nicht lange und der Schlaf hat alle in seine fesselnden Arme genommen. Ich kann dem Mannschaftsführer melden, daß alles in Ordnung ist, und mich nun selbst in bie Klappe hauen, um von her Arbeit des vergangenen Tages auszuruhen und neue Kräfte Hu sammeln für den nächsten Arbeitstag. Ein Tag von den vielen her Wochen und Monate unseres Hierseins ist an uns vorübergezagen und hat gezeigt, wie wir leben und was wir tun. Wenn wir schon nicht draußen stehen dürfen, um als Soldaten im grauen oder blauen Rock unsere Pflicht zu tun, bann wollen wir an bem Platz, an ben wir gestellt sind, die uns gestellten Aufgaben meistern, dienen und arbeiten, selbstlos und opferbereit, wie jene Kameraden in Flanderns blutgetränkter Erde lebten und starben, deren Vermächtnis wir übernommen haben und deren Opferstätte unser Ehrenname ist. Hans Sudheimer. Blumenkästen am LudwigSplak. Der Ludwigsplatz hat einen schönen und sinngemäßen Schmuck erhalten. Es wurden auf den niedrigen Podesten, die ursprünglich für die Kugellampen erstellt worden waren, Holzkästen ausgestellt, die mit Erde gefüllt und mit dunkelroten Geranien bepflanzt wurden. Die Kasten in hellem Gelb, bie bunteiroten Geranien unb bas satte Grün des Rasens bilden einen schönen Dreiklang her Farben. Oie Bestimmungen über Preisauszeichnung beachten. Durch bie Verordnung über Preisbildung unä Preisverzeichnisse soll die Verbraucherschaft bei allen wichtigen Nahrungsmitteln vor Uebervortei- lüng geschützt werden. Die Bestimmungen dieses Verordnungen beziehen sich nicht nur auf frisches Obst und Gemüse, wie häufig angenommen wurde» Der Reichskommissar für die Preisbildung weift vielmehr darauf hin, baß z. B. auch Sauerkraut, Salzgemüse, Backobst, Trockengemüse und alle Arten von Konserven ben gleichen Preisauszeichnungsbestimmungen wie frisches Obst und Gemüse unter* liegen. Ab Juni mehr Butter, statt Margarine. Die deutsche Buttererzeugung entwickelt sich außer* ordentlich günstig. Diese Lage macht es möglich, bis Buttervorräte in ben Sommermonaten auf einen bisher unerreichten Höchststand zu bringen unb darüber hinaus der Verbraucherschaft mehr Butte» als bisher bei gleichzeitiger Einsparung an 3)1 ar gar ine! zur Verfügung zu stellen. Ab 3. Juni 1940 wird deshalb bei insgesamt gleichbleibenden Fettrationen der Butter- und Margarinebezug so geregelt werden, daß eine weitere Verlagerung des Fettver- zehrs von der Margarine zur Butter eintritt. Zn diesem Zweck sollen für Normalverbraucher und für Kinder von 6 bis 14 Jahren die Butterrationen, die nicht gegen Margarine austauschbar sind, erhöht werden. Außerdem erhalten bie Schwer- und Schwerstarbeiter bie Möglichkeit, auf ihre Zusatz* karten an Stelle von Margarine Butter zu beziehe^ Darüber hinaus wirb erwartet, baß von der Wahlq Möglichkeit zwischen Butter unb Margarine zugunsten des Butterbezuges in noch weitergehendemj Maße als bisher Gebrauch gemacht wird. Es ist anzunehmen, daß bie Bevölkerung biesen Weg gern! gehen wird, da sich bei der bereits bestehenbett Wahlmöglichkeit zwischen Butter und Margarinel der bei weitem größere Teil der Volksgenossen für1- den Bezug von Butter entschieden hat. Die neue Maßnahme, deren Einzelheiten zu gegebener Zeit: bekanntgegeben werden, entspricht nicht nur betrt Wunsche der Verbraucher, sie dient vor allem auch der Stärkung unserer Vorratswirtschaft. „Klingende Liebesgaben." NSG. Wenn die Worte „Klingende Liebesgaben^ erklingen, wollen alle teilhaben an bem Mustkftrauß, ben die Heimat her Front spendet. Tausende und aber Tausende sind Woche für Woche am Lautsprecher Gäste des Reichssenders Frankfurt, der am Donnerstagabend aus bem St. Georgshof in Lim* bürg (Lahn), dessen weiter Raum überfüllt war, bas 50. „Klingende Liebesgabenkonzert" fanbte. Unb auch hier waren Soldaten dankbare Zuhörer. Zu dieser! Sendung, bie durch den Reichssender Frankfurt in, Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gespendet wurde, hatte man bekannte Kräfte, bie im Verein mit bem Kleinen Orchester? des Reichssenders Frankfurt, einem Musikkorps beit Wehrmacht und einem Soldatenchor ben Abend gw statteten, gewonnen. Die Nachrichten find vorbei, und nun wartet alles auf ben Beginn her Sendung, die heute zum 50< Male die „Klingenden Liebesgaben" hinaus in den Aether strahlen soll. Schon der Auftakt war erfreu* lich mit Betty Sedlmayer, bie Schlager uni) Lieber unter stärkstem Beifall ihrer feldgrauen Zu* Hörer vortrug. Der Wiener Tenor Max Borsoß fang Lieder von Lehar, Millöcker und Johann Strauß, während Rudolf G o n s z a r Lieber aus Gasparone, die Figaro-Cavatine unb „Matinatta^ zu Gehör brachte. Kurt Engel, der Spaßmachers unb Virtuose am Xylophon, erzielte mit seinen lu- fügen Einlagen ben Beifall her Felbgrauen. Daztt kamen die „Erika" unb die „Schönste vom <5täber- und andere frohe Soldatenlieder, die der Soldaten* chor mit dem Musikkorps zum Vorttag brachte. So war dieser Abend für Zuhörer und Zuschauev ein Erlebnis, das noch lange nachklingen wird. Maler Professor Kräh 100 Jahre alt. Lpd. Darmstadt, 10. Mai. Bedacht von vielen! Freunden seiner freudigen und Heimatoerwurzelten! Kunst feierte der Nestor der deutschen Malerschaft> Kunstmaler Professor Heinrich Reinhard K r ö hi in Darmstadt, seinen 10 0. Geburtstag. Auch seine jüngsten Werke fesseln durch den lebendiges Inhalt und die Farbfreudigkeit ihrer Darstellung^ Hauptversammlung der Niddaer Bank. $ Nidda, 10. Mai. Die Hauptversammlung der! Niddaer Bank AG., Nidda, sand iqi Hotel „Zur Traube" statt. Bankvorsteher Herrn. Seunt berichtete, daß die günstige Entwicklung der deutschen Wirtschaft auch der Bank im abgelaufenen Ge- schäftsjahr eine Ausweitung des Geschäftes gebracht hat. Wie die Kreditinstitute im allgemeinen, so kann auch bei der Niddaer Bank von einer erheblichen Steigerung ihrer ßiauibität berichtet werden, die es ermöglichte, alle im Rahmen her Kriegswirtschaft! liegenden Aufgaben erfüllen zu helfen. Der Gesamtumsatz beläuft sich, einschließlich Vortrag, aufs 25 109 636,92 RM. unb hat sich gegenüber dem Vor* fahre um 2 696 568,34 RM. erhöht. Die Bilanzsumme hat im letzten Jahre eine Steigerung von rund 11 v. H. auf 1810 058 RM. erfahren. Das Wechseldiskontgeschäft hat auch im vergangenen Jahre! weiter nachgelassen. Der Wechselbestand mit 38 095,49 RM. am Jahresende setzt sich aus 88 Abschnitten zusammen. Der Bestand an eigenen Wertpapieren hat sich von 91 208,79 RM. auf 271 033,91 RM. erhöht. Die ausstehenden Gesamtforderungen beliefert sich am 31. Dezember 1939 auf 1 282 673,42 RM» Infolge des wirtschaftlichen Aufstieges war dis! 3tad)frage nach neuen Krediten weit geringer, als in den Vorjahren. Allen vertretbaren Kreditgesuchen, konnte entsprochen werden. Die flüssigen Mittel betrugen am Ende des Geschäftsjahres: Kassenbestand,, Reichsbank- und Postscheckguthaben 66 691,43 RM.; Wechselbestand 38 095,49 RM;. Wertpapiere! 271033,91 RM.; Bankguthaben 202 481 RM.; zusammen 578 301,83 RM. Die gesetzlichen Reserven betragen 59 000, RM. Der Beamtenpensionsfonds konnte auf 13 834,05 RM. erhöht werden. Die Gesamtsumme aller Einlagen beträgt im Berichtsjahr 1 673 377,33 RM. Die Spareinlagen haben sich um 141 762,50 RM. auf 1 325 546,87 RM. erhöht. Ab- holsparverfahren und Schulsparen brachten gleichfalls gute Ergebnisse. Nach ausreichenden Abschreibungen und Rückstellungen verbleibt unter Berücksichtigung des Vortrages aus 1939 ein Reingewinn von 3179,90 RM. Davon werden 5 v. H. Dividende auf das eingezahlte Grundkapital gezahlt und> 579,20 RM. auf neue Rechnung vorgetragen. Bilanz und Jahresrechnung wurden genehmigt. Dem Vorstand und Auftichtsrat wurde Entlastung erteilt. Diä ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, Alt- bürgermeister R u l i m a n n und Kaufmann Roth in Nidda, sowie Bürgermeister U h l von Borsdor^, wurden durch Zuruf wiedergewähtt.