I Montag, U. November IV40 i-v. Jahrgang Nr. 261 Molotow auf der Fahrt nach Berlin Hin Europas Welt und mit Deutsche Gtuka-Crfolge imHandelskrieg der der italienische Botschafter in Moskau DOn ihrem Rücken abzuschütteln Zentner- r, ... . » r-r._ T H n lind der , «x-—-' lind ein wan- die Flüchtlinge durch das Platzen von Wasser- und heizungsrohren in Lebensgefahr gekommen. In den Abendstunden drangen aus den Trümmern des , r «• . * CYX . . ... _ ( A . M S» X t A ’n O T" t tl ifl Cs S In den übrigen Wohnvierteln der rumänischen in Krankenhäuser gebracht werden^ Die Aufräu- ffiÄSS ÄS “ST den Nachmittag,künden MUNgS- Oes Führers Wort — Europas Schicksal. führt aus, daß man eine Verständigung über die Neuordnung Europas und die damit verbundene Ausschließung * des englischen Einflusses erwarten dürfe. Der Besuch dürfe als ein Zeichen dafür gewertet werden, daß der Kreis der diplomatischen Besprechungen von deutscher Seite geschlossen wurde und es in Europa bereits zu einer grundsätzlich e n D e r st ä n d i g u n g zwischen den einzelnen Mächten gekommen sei. Ehamberlain gestorben. Stockholm, 10. Nov. (DNB.) Nach einer Reutermeldung ist der frühere britische Ministerpräsident Neville Chamberlain am Samstagabend gestorben. Mit Neville Chamberlains Tod tritt einer der ersten Kriegsbrandstifter von der weltpolitischen Bühne ab. In der Maske eines Harm- ten W5 wu^en, wuceit bie bie ^«chreikräi^pfe auf der Straße und mu en «rtetfej, ..... auf einen Geleitzug an anderer Stelle beschädigten unsere leichten Kampfflugzeuge einen weiteren Frachter von 8000 BRI. durch Bombenwurf. Ein deutsches Kriegsschiff hat das britische Unterseeboot „H 4 9“ versenkt. Der Gegner unternahm keine Einflüge in das Reichsgebiet. Ein feindliches Jagdflugzeug wurde im Luftkampf abgefchoffen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Das Stukagefchwader des Oberst- leutnant Hagen hat seit Kriegsbeginn 210000 BRI. feindlichen Handelsschiffsraum versenkt und 306 000 BRT. so schwer beschädigt und zum Teil in Brand gesetzt, daß mit einem Verlust von einem Drittel dieses beschädigten Frachtraumer zu rechnen ist. An feindlichen Kriegsfahrzeugen wurden durch das Geschwader vernichtet ein Monitor, vier Zerstörer, drei Feuerschiffe: beschädigt wurden sechs Kreuzer, ein Flakkreuzer, zehn Zerstörer. Britische Flugzeuge beim Angriff auf Berlin zur Umkehr gezwungen. Berlin. 11. Nov. (DNB. Funkspruch.) Einige britische Flugzeuge versuchten in der Nacht vom 10 zum 11. November die Reichshauptstadt anzu- greifen. Die energische Abwehr zwang sie jedoch zur Umkehr, ehe sie ihre Bomben abwer- kVunsch, iUL Ein- mkosten le, keine messene ebilderte je Ihnen zugeht „M* ' JMJ auf irunfl enbet ) rat« öfter« netten wirb Äiii« iglich, ober Hucke, rirau« it aus« on am linoes, t unb ungea engelst . 2.80, Wir« Schwere Erdbebenkatastrophe in Rumänien. Hochhaus in Bukarest eiugestürzk. - Groß« 3-estörung-uin her Haupistadiund weiten ® Teilen des Landes. - Deutsche Soldaten uni» H> unter den Helfern. Berlin. 10.Nov. (DNB.) Auf Einladung der brutschen Reichsreglerung und in Erwiderung der vorjährigen Reisen des Reichsministers des Auswärtigen v. Ribbentrop nach Moskau hat sich der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der UdSSR, und Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Molotow zu einem Besuch nach Berlin begeben, um im Rahmen der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern den laufenden Gedankenaustausch durch eine erneute persönliche Fühlungnahme fortzusehen und zu ver- pcfetL Unsere Kampffliegerverbände setzten am Tage und in der Nacht dieVergeltungsangriffe auf London fort, sie trafen wieder zahlreiche kriegswichtige Betriebe. Weiter belegten unsere Kampfflugzeuge, oft in kühnem Tiefanflug. Rüstungswerke und Flugplätze mit Bomben und riefen an mehreren Stellen heftige Explosionen hervor. An verschiedenen Punkten wurden Verkehrswege erfolgreich mit Bomben belegt und der Eisenbahnverkehr gestört. An der Südküste waren hafeuanlagen. ein Truppe n l a g e r und ein K r a f t w e r k das Angriffsziel unserer Kampfflieger. Bei Rächt wurden außer London wieder Birmingham und Liver- pool angegriffen und an mehreren Stellen Brande verursacht. Bei Angriffen auf Schiffsziele gelang es, 500 km westlich von Irland ein großes Handelsschiff von etwa 25000 BRT. durch mehrere schwere Bomben zu beschädigen. Im See- gebiet ostwärts Harwich erhielt ein Frachter von 3000 B R T^ der in stark gesichertem Geleit- zug fuhr, einen so schweren Treffer, daß beide fen konnten. Bordwände aufgerissen wurden. Bei einem Angriff I Der Wehrmachtbericht vom Sonntag. Berlin. 10. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: fkmabmc von Anzeiger» für die Mittaasnummer biS 8V, Uhr des Vormittags Anzeigen-Prerier Anzeigenteil 7 Ruf- te mm bei 22 mm Zellenbreite, Terttetl 50 Ltztt. te mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachläße: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25% mehr 1 unb btt 0 Folg^ ,, * mit bt» ii.Drest- Wirkung- 7,-lB- er.w-68- iiten** te. , AalE it di° V für d»J für di- 5' lU.es vuu uyiciii v . chwere Kamine, Gesimsteile, Dachtelle und ein wahrer Regen von Ziegelsteinen gingen weder und zerschlugen im Sturz schwere eiserne Gartentore und Gitter wie Streichhölzer. Nur der spaten Nachtstunde, in der sich kaum Menschen auf der Straße befanden, ist es zu verdanken, daß die niedergehenden Steinmassen nicht mehr Menschen töteten. Während der größte Teil der Hochhäuser der Bukarester Innenstadt widerstand, war das Gori1 ton-hochhaus auf dem Boulevard Braüanu der Erschütterung nicht gewachsen und stürzte bis aus das Erdgeschoß und einen Teil des ersten Stockwerks in sich zusammen. Die Stätte der Katastrophe bietet ein grauenerregendes Bild. Wo bisher das Hochhaus stand, ist jetzt eine gähnende Lucke. Die Trümmer liegen bis zur hohe des ersten Stockwerks der umliegenden Haustr und haben die Strada Regala vollständig verschüttet. An der Stelle der Katastrophe spielten sich furchtbare Szeneni ao. Menschen, die Angehörige in dem zusammengesturz- ten Hochhaus wußten, waren ^rmron Das Echo in Belgrad. B elgrad, 10. R-w. (DNB^ Die Nachricht von dem Besuch Molotows in der Reich sh auptstadt hat in der uM,lawi,chen Hauptstadt großes Aufsehen erregt Breme" sagt, daß sich feine Folgen nicht nur bei der künftigen Entwicklung Europas, sondern H der aarnen Welt ze gen wurden. Berlm ehe Die hauptaW? seiner Politik nicht nur m einer er- L'-SSStiS-« LYL.1L. LJL haft der Besuch Molotows m Berlin im poü- tischen und wirtschaftlichen Lben Europas unge- heure Perspektiven eröffne. — w losen Biedermannes verübte er in München Verrat an dem Aufbau eines friedlichen Europa. Daß es ihm weder in Godesberg noch in München daraus ankam, einen Frieden von Dauer zu schaffen, sondern in Wirklichkeit nur Zeit zu gewinnen um die englischen Waffen um so schärfer zu schmieden das muß selbst das englische Reuterburo in seinem Nachruf für Chamberlain zugeben, m dem es hecht, daß Chamberlain nach Berchtesgaden geflogen fei, nur um den Ausbruch des Krieges um 12 Monate aufzuhalten. Man erinnert sich in diesem Augenblick auch eines der ungeheuerlichsten Worte Chamberlains, daß er hoffe, noch den Tag zu erleben, an dem Hitler vernichtet sei. Sein eigener furchtbarer Fluch hat ihn nun felbst getroffen. Unter den wuchtigen Schlägen der deutschen Waffen ist dieser hauptverantwortliche am Kriege bald vollkommen zusammengebrochen. Er bemühte sich zwar, aus der schweren Verantwortung zu entfliehen, indem er die Regierungsgeschäfte abgab, aber vergebens. Das Urteil der Geschichte hat sich an diesem Mann, der einer der typischen englischen Plutokraten ist, voll- I zogen. stvk i(kii 'er. eiibz *1.’ i ‘famb* UtW schwer!, daß die Lichtleitungen in der ganzen Ge- i aend zerstört waren. Neben rumänischen Organi- < sationen griff die in Bukarest stationierte Abteilung s ber deutschen Militärmrssion em und < half unter Führung der Generale Hansen und Speidel tatkräftig mit. , . . Nach Feststellung der Sternwarte dauerte das Erdbeben ungefähr 3 Minuten. Es hat die Stärke von 9 erreicht, so daß nur noch ein weiterer Starke- grab bis zu einer Katastrophe fehlte. Das Zentrum des Erdbebens ist nach Angabe der Bukarester Sternwarte im Vrancea-Gebirge nordöstlich von Ploesti zu suchen, jedoch kann die Sternwarte nichts Genaueres mittellen, da ihre Apparate zersprungen sind. In diesem Teil der Karpathen sind jedenfalls die größten Zerstörungen angerichtet worden. Da Etsenbahntunnels große Sprunge aus- weisen, wurde der Zugverkehr in den frühen Morgenstunden e i n g e st e l l t, bis Ingenieure untersucht haben, ob keine Einsturzgefahr mehr beicht Mehrere Züge wurden während der Fahrt vom Erdbeben erfaßt und entgleisten. In Bukarest sind Freiwilligenabtellungen, unter ihnen diehI. und die faschistisch e Jugend, die in Rumänien weilen, sofort zur Hilfeleistung herbeigeeilt. Deutsche und rumänische Pioniere arbeiten mit Schneidbrennern fieberhaft, um an die Menschen heranzukommen, die unter den Trümmern begraben liegen, m der Hoffnung, doch noch Lebende anzutteffen. So ist es gelungen, einige Bewohner des mchrere hundert Menschen beherbergenden Hochhauses lebend, menngletd) schwer verwundet, zu bergen. Durch den Rundfunk wurden Formationen der legionaren Bewegung aufgerufen, den Ordnungsdienst zu übernchmen. Ebenso wurden Architekten aufgerufen, die Hauser auf Einsturzgefahr hin zu überprüfen Bisher sind aus den Trümmern des Hochhauses 40 -tote geborgen worden. Man schätzt, daß im Augenblick der Katastrophe etwa 230 Personen sich m dem Unglückshaus aufhielten. Anscheinend ist es einer Anzahl von Bewohnern des Hochhauses gelungen, sich in den Luftschutzraum des Hauses zu fluchten. In den Abendstunden traf nämlich bei der Polizei rin dringender telephonischer Hilferuf ein, in dem es hieß: ,^)ilfe, wir ertrinken!" Offensichtlich sind Der Führers Wort hat von jeher geschichtliches Gewicht gehabt, schon zu einer Zeit, da er erst mit einer kleinen Kämpferschar für. ein fernes Bild eines kommenden Deutschlands focht und, von Demokraten, Juden und überheblichen Intellektuellen verlacht, gegen alle und alles für eine Zukunft eintrat, die ein blasses Phantom zu sein schien Die Welt hätte damals klüger daran gehandelt, wenn sie Adolf Hitler so ernst genommen hatte, wie er selber seinen Kampf nahm. Sie hatte sich viele Ueberraschungen dadurch ersparen können. Die Welt hat diese Lehre nicht gezogen, sondern sich immer erst durch die uns allen bekannten geschichtlichen Tatsachen langsam davon überzeugen lassen, daß Adolf Hitlers Werk geschichtliche Notwendigkeiten erfüllte. Wo aber heute m den Reihen der ewig Verblendeten auf der englischen Insel noch immer kein Erwachen aus dem Traum von einer bequemen Vergangenheit festzustellen ist, wo die Kräfte einer geistigen, politischen und sozialen Reaktion noch immer nicht erkennen, wohin Europas Schicksal steuert, da geht offenbar eine Welt und mit ihr eine Weltanschauung zugrunde, die die Vor- ehung selber gründlich verderben will So, wie Adolf Hitler schon 1919, 1920, 1923 und 1932 d as kommende Deutschland ganz klar vor sich sah, weil in feinem Kopf und seinem Willen die zukünftige deutsche Lebensform bereits Gestalt angenommen hatte, so wie er dieses machtvolle, gesunde, soziale und lebensstarke Deutschland bereits damals in begeisternder Weise zu prophezeien wußte, so sieht er heute schon dasBllddes w e r d e n d e n z u k Ü n f t i g e n E u r o p a s d a s zu einem Glanz aufsteigende Abendland m aller Klarheit vor sich. Er weiß, daß tue Wiedergeburt dieser Wiege der menschlichen Kultur Krönung und Erfüllung des letzten und glanzvoller Aufstieg des kommenden Jahrtausends sein wird und vermag aus diesem tiefen, gläubigen Wissen heraus auch mit jener unbedingten Siegeszuversicht zu sprechen- wie am 8. November in München. ~... c Einst erkannten es wenige, daß des Führers Wort das Schicksal des Volkes sei. Die aber von dieser Gewißheit ergriffen wurden, sammelten sich um ihn als seine fanatischen Gefolgsleute, heute weiß es längst ein ganzes Volk, und weit über unsere Grenzen hinaus beginnt es zu dämmern, daß s e i n W o r t d a s SP) i ck s a l Eu r o p a s ist. Sein Kampf ist der Kampf für die Kräfte auf- bauender Ordnung in diesem Erdteil geworden den er mit seinem großen Freunde und Waffengefahrten Benito Mussolini gemeinsam führt, fein Feind ist auch der Feind Gesamteuropas, das sich nach Jahrhunderten der Verwirrung und Selbstzerflei- schung auf seine große Mission zu besinnen beginnt. Der Führer hat gesprochen, sein Wort ist der Sieg. | Das ist das Glaubensbekenntnis der Nation. Molotow hat heute nachmittag Moskau verlassen. Zu der Begleitung Molotows, die insgesamt aus 32 Personen bestcht, gehören: der Volkskommissar für das Hüttenwesen Tewolljan, der Stellver- treter des Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten Tekanofow, der Stellvertreter des Volkskommissar für innere Angelegenheiten M e r - kulow, der Stellvertreter des Volkskommissars für den Außenhandel Krutikow, der Stellver- treter des Volkskommissars für die Flugzeugindustrie Balandin, der Stellvertreter des Volkskommissars für die Flugzeugindustrie Pakowl e w, der Chef der Kanzlei des Regierungschefs Lapschow, der Chef der Kanzlei des Autzenkommisfars Kosyrew, der Leiter der zentraleuropäischen Abteilung des Außenkommissariats Alexandrow, der Leiter der Rechtsabteilung des Außenkommissarmts Pawlow, der Leiter der Presseabteilung des Außenkommissariats P a l g u n o w , der Seit er der Protokollabteilung des Außenkommissanats B a r - k o w, der stellvertretende Generalsekretär des Außenkommissariats Sa k s i n und andere. In dem gleichen Zug reist der deutsche Botschafter in Moskau Graf von der Schulenburg nach Berlin, ferner der Leiter der deutschen Wirtschaftsdelegation Gesandter Dr. Schnurre, Botschaftsrat hilger und Gesandtschaftsrat v o n W a l t h e r Der Bahnhof, von dem der Sonderzug abfuhr, mar mit den Flaggen der Sowjetunion geschmückt. Auf dem Bahnsteig hatte eine Ehrenkompanie der Luftwaffe Aufstellung genommen. Beim Erscheinen Molotows stimmte eine Militärkapelle die sowjetische Nationalhymne an. Molotow schritt die Ehrenkompanie ab und begrüßte den deutschen Botschafter. Zur Verabschiedung Molotows waren erschienen der stellvertretende Präsident des Rates der Volkskommissare und Volkskommissar für den Außenhandel Mikojan, der Stellverttetende Präsident des Rates der Volkskommissare und stellvertretende Außenkommis,«r Wyschinski der Pr-Md-nt !es Derteidigungskornrnitees Marschall W o r o s ch l low, der Volkskommissar für das Eisenbahnwesen Kagano witsch, der Volkskommissar für tue Stoatstontrolte Mechlis die stellvertretenden Präsidenten des Rotes der D°!kskommils°r-Bul- q ° n i n und W ° , I n °, e n s k i, marfd)til 11 m o - schenko, der Volkskommissar für bie Kriegsflotte Kusnjezow, die Marschälle der Sowjetunion Budjeny, Schaposchnikow und K u l i k, der Volkskommissar für die inneren Angelegenheiten Borija, der Generalstabschef der Roten Armee Merezkow und zahlreiche Generale f^- ner der Stab der deutschen Botschaft, der deutsche Militärattache in Moskau General der Kavallerie K ö st rä n g und der Luftattache Oberst A stch e n Der Vorsitzende des Rats der Volkskommisfare UdSSR, und Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Molotow. (Scherl-Bilderdienst-M.) neunzehn Tote geborgen. Ein Gang durch die Stadt bietet ein trostloses Bild. Ueberall sieht man große Schutthaufen. Es gibt kaum ein Haus, das nicht eine Beschädigung aufweist. Manche Straßenzüge sehen aus, als ob in ihnen der Krieg ge- haust hätte. Ueberall stößt man auf zerstörte Was- Verleitungen, auf zerrissene Fernsprech- und Telegrafenfabel. Unter den beschädigten Gebäuden befinden sich der königliche Palast, das rumänische Kriegsministerium, das Außenministerium, bie nord- amerikanische Gesandtschaft. In der Provinz' scheinen am stärksten die Stabte Galatz und Buzau gelitten zu hal^n. In Ga- latz wurden bisher 21 Tote und 100 Verletzte geborgen. Auch in Ploesti sind Menschenopfer zu beklagen. Das Zentralhotel ist eingesturzt. Schwere Beschädigungen weisen auch düs Bürgermeisteramt, die Präfektur und die Handelskammer auf. Ferner scheint die Gegend von F o k s ch a n i in der Moldau erheblich mitgenommen worden zu fern, da ote Legionäre der Umgebung zur Hilfeleistung aufgefordert werden. Die Anlagen des Erdolgebietes scheinen im großen und ganzen unversehrt zu sein. Der rumänische Rundfunk zollt der tatkräftigen Mit- arbeit der Bukarester anwesenden deutschen Lehrtruppen sowie den zur Zeit in der rumänischen Hauptstadt zu Gast weilenden Abott>nungen der Hitler-Jugend und der f a s ch i st i s ch e n Jugend bei den Aufräumungsarbeiten große An- , ©ieF' or* p1“ Bukarest, 10. Nov. (Europapreß.) Rumänien hat in den frühen Morgenstunden des Sonntags gegen 3.45 Uhr ein Erdbeben von bisher noch nicht bekanntem Ausmaß erlebt. In B u k a r e st -ist das Carlton-Haus, ein zwölfstö ckiger Ei s en- betonbau, zusammengestürzt und hat nach den bisherigen Schätzungen ettva 200 Menschen unter sich begraben. Auch eine Kirche ist em- gestürzt. Lediglich der große Turm und der Mar sind stehen geblieben. Don dem Hotel Boulevard ist das obere Stockwerk mit den Mansarden heruntergestürzt. Schwere Beschädiaungen h-ai die Hauptpost erlitten. Ein zentnerschwerer Stem- block fiel auf eine Autotaxe, bie an bleser Stelle wartete, und tötete ben Fahrer. Vom G e n ch t s- q e b ä u b e ist. bie große Kuppel herabgesturzt. In ben Dorstäbten sind kleinere Häuser eingesturzt, wobei es ebenfalls zchlreiche Tote und Verletzte gab Das Beben begann barmt, daß gegen 3.45 Uhr osteuropäischer Zeit ein s ch w e r e r S t o ß einsetzte, der von einem etwa eine Minute lang bauernben wellenartigen immer roieber ansteigenden und ab- fließenden Beben gefolgt war. Diese Erscheinung war von einem unheimlichen unterirdischen Grollen und Dem ohrenbetäubenden Gewse zusammenstürzender Gebäudeteile begleitet Die Meuchen, die aus dem Schlaf geschreckt wurden, hatten heu Eindruck, als ob die Erde sich aufbaume um R^N^? der^slowakische Gesandte T^i s o und der rumänische Gesandte ©afencu. Nachdem sich Molotow herzlich von den Anwesenden sowie von seinen Familienangehörigen verabschiedet hatte, setzte sich der^Sonderzug unter den Klängen der sowjetischen Nationalhymne in Bewegung ä mun Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 7-9 Lrfcketnt tägUch, außer SvnntaaS und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Fammenblatter Heimat imBild DieDcdolle «onats-Bezugsvreis r Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 von einzelnen Nummern ! infolge höherer Gemalt gernftirechanidilufi 2251 »ntd «itbDtrteg; erfennung. Auch Vuluarien spürte das Erdbeben. Sofia, 10. Nov. (Europapreß.) Ein heftiger . Erdstoß wurde am Sonntag um 3,43 Uhr morgens auch in ganz Bulgarien verspürt. Arn heftigsten war das Beben i m 2) o n a u g e b i e t u m Warna und Rustschuk, aber auch in Sofia gene- ten fast drei Minuten lang bie Häuser burch bie horizontal oerlaufenben Wellen in Schwankungen. Im Turm ber Kathedrale Newski schlugen bie Glocken an. Die Bevölkerung von Sofia würbe jah aus bem Schlafe gerissen. Als das elektrische Licht vorübergehenb schwächer wurde, begannen zahlreiche Menschen auf die Straße zu stürzen. Gluckllcher- weise wurde in Sofia kein besonderer Schaden angerichtet. In ben Donaustäbien sind die Beschädigungen an Häusern und Einrichtungsgegenstanden bedeutend größer. In Rustschuk wurden auch Menschen durch Ziegelsteine schwer verletzt. Das Gebäude der Kreisverwaltung hat starke Befchädigun- Feierstunde in Langemarck Die Feier- Der 9. November in München Die Feier der alten Garde am Vorabend des Das Vermächtnis von Langemarck. 23on ^eichsjiudenienfüyrer Or Gustav Adolf Scheel. des Kranzes des Führers und der Kranzspende der Wehrmacht, je vier Offiziere der Waffen-^ und des Heeres. Der Stellvertreter des Führers begab sich mit Gauleiter Adolf Wagner und Generalfeldmarschall Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht,, an das Mahnmal. Wuchtig dröhnten 16 Salven der im nahen Hofgarten aufgefahrenen Salutbatterie über den Platz. Die Posten am Mahnmal und die Wache präsentierten, der Trommler der Wache rührte das Spiel. Auf dem Königlichen Platz sind gegen Mittag die Formationen und Gliederungen der Partei an- aetreten. Dann rücken die Alten Kämpfer an, barhäuptig und im schlichten Braunhemd. Voraus die Blutfahne, schreiten sie bis zu den Propyläen. Dann teilen sich die Sechserreihen und nehmen vor den Ehrentempeln Aufstellung. Der Stellvertreter des Führers, Heß, ist zur Stelle. Mit ihm sind Gauleiter Adolf Wagner und Generalfeldmarschall Keitel gekommen. Trommeln wirbeln. Rudolf Heß schreitet hinab zu den Särgen und legt vor jedem Sarkophag den Kranz des Führers nieder: weiße Chrysanthemen auf grünem Lorbeer. Die rote Schleife trägt in goldenen Lettern den Namen des Führers. Der Trommelwirbel bricht ab. Das Deutschlandlied und dgs Horst-Wessel-Lied klingen über den Platz. Truppenvorbeimarsch schlossen die würdige stunde doti Langemarck. fler, setzte beim Sturm auf das flandrische Dorf Langemarck im November 1914 ihr Leben so ein, wie es alle wahren Deutschen in ernstem Schicksals» proben tun. Sie achtete ihr Leben nicht. Sie schlug es vielmehr gering an, wenn es galt, dieses Leben des einzelnen für die Gemeinschaft zu opfern. Mit dem Liede „Deutschland, Deutschland über alles" auf den Lippen, schritt die Generation der Kriegsfreiwilligen von 1914 in der Frühe eines grauen Novembertages zum Sturm auf Langemarck. In diesen Stunden wurde die neue deutsche Volksgemeinschaft von jungen deutschen Soldaten geahnt und mit ihrem Blute bereits besiegelt. Es mutet wie eine Heldensage an, wenn der Heeresbefehl vom 11. November 1914 jene Tatsache schlicht meldet. Die studentische Jugend ist zum Träger des Vermächtnisses von Langemarck geworden. Nicht deshalb, weil Studenten in der Hauptsache bei Langemarck gekämpft haben — obwohl es sich bei den Regimentern, die in Flandern eingesetzt waren, vornehmlich um Kriegsfreiwillige gehandelt hat, die aus den Hörsälen der deutschen Hochschulen kamen —. sündern nur deshalb, weil es damals deutsche Studenten waren, in denen sich das Bewußtsein formte, durch ihren Kampf eine m a r ck 1914 mit Recht zum Symbol der stürmenden Kraft der deutschen Jugend. Diese deutsche Jugend, ob Studenten, Bauern, Arbeiter oder Bür» Das Ritterkreuz m Mei verdienst ll-Voo^münner Berlin, 9. Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant zur See S u h r e n und Stabsobersteuermann Petersen. Oberleutnant zur See Suh re n hat sich als Erster Wachoffizier auf einem Unterseeboot auf neun Feindfahrten als besonders unerschrockener und hervorragend tüchtiger Offizier bewährt. Sein Können, seine Standhaftigkeit und Angriffsfreudigkeit sind dem Kommandanten stets eine große Hilfe gewesen. Er hat als Torpedobootoffizier von drei mit dem Ritterkreuz ausgezeichneten Unterseeboots- komcklandanten bei Nachtangriffen 35 Schiffe mit insgesamt 204 789 BRT. versenkt. — Stabsoberteuermann Petersen hat als Steuermann auf einem Unterseeboot, das unter der Führung von Kapitänleutnant Kretschmer steht, 12 Feindfahrten mitgemacht. Als rechte Hand seines Kommandanten hat er als selbständiger wachhabender Offizier auf der Brücke größte Verantwortungsfreudigkeit, Zuverlässigkeit und ein fachliches Können gezeigt. Bei verschiedenen Unternehmungen dicht vor der englischen Küste hat er verantwortlich navigiert. Ihm sind die Erfolge dieser Unternehmungen in erster Linie zu verdanken. Bei Fernfahrten im Atlantik war er mit seiner sicheren Navigation dem Kommandanten eine wertvolle Hilfe. Petersen ist einer Unser Bild zeigt Rudolf Heß während der Kranzniederlegung; im Hintergrund (rechts) Gauleiter Wagner und links Generalfeldmarschall Keitel. (Scherl-Bilderdienst-M.) chmachvollen Mordanschlages im Bürgerbräukeller vom 8. Nüvember 1939. Weihevolle Stimmung lag über dem Münchner Nordfriedhof, wo ich das Grabmal der Toten vom 8. November des vergangenen Jahres erhebt. 16 Fahnen flankierten die Grabstätte, vor der Gruft nahmen Ehrenab- ovdnungen Aufstellung. Gauleiter Adolf Wagner — in seiner Begleitung ^-Obergruppenführer Mini- terialdirektor Freiherr von Eber st ein und SA.- Obergruppenführer H o e f e r — legten den Kranz des Führers nieder und begrüßten die Hinterbliebenen der Opfer. Vor dem Mahnmal an der F e l d h e r r n h a l l e, an dem ein Doppelposten der die Ehrenwache hielt, hatten Ehrenabordnungen Aufstellung- genommen. Aus dem Tor der Residenz kamen die Träger Freiheit, Ehre und Größe opferte. Heute wissen wir, daß das Opfer der Gefallenen nicht umsonst gewesen war. Sie starben für das Reich, das unter Adolf Hitler feiner Vollendung entgegensieht. — Zwei Sprecher sprachen dann das Gedicht Heinrich Lerschs: Solüatenabschied. Nach dem Liede der Mannschaft: Wenn alle untreu werden, sprach der geschäftsM» - rende Gaustudentenführer Safsran: Die Kämp» fer von Langemarck, die mit dem Deutschlandliede auf den Lippen über die flandrische Erde stürmtm, bekannten daynt ihren Glauben an ihr Volk, ihr Land, ihr Reich und ließen ihr Wollen in der Hin- gäbe ihres Blutes in ihrem Opfertode zur Tat wer» den Der Name Langemarck ist Symbol für diesen Einsatz an der flandrischen Front, an der Front für Deutschland. München, 9. Nov. (DNB.) Der 9. November gehörte auch im Kriegsjahr 1940 dem Gedenken der 16 Kämpfer, die vor 17 Jahren an der Feld- herrnhalle ihr Blut und Leben für ein neues Deutschland hingegeben haben. Er gehörte aber auch der pietätvollen Erinnerung an die acht Opfer des schwache deutsche Reichspolitik der Jahre vor dem Weltkrieg hatte eigentlich nur ein Verdienst. 9. November, bei der der Führer sprach, fand i m Münchener Löwenbräu-Keller statt, nicht wie am Samstag berichtet im Bürgerbräukeller. Am Grabe von Karl Noos. (PK.) ..., 10. Nov. (DNB.) Das Elsaß gedachte am Tage der Toten der nationalen Bewegung der Männer, die wegen ihres Bekenntnisses zum deutschen Volk von den Franzosen verfolgt, eingekerkert und getötet wurden. Auf dem Friedhof D o e r l i s - heim wurden Kränze an den Gräbern der Vorkämpfer der Heimatbewegung, W u e r tz und L o e - gel, im Straßburger Nordfriedhof an der letzten Ruhestätte von D e m e s s e niedergelegt, die an den Folgen ihrer Haft gestorben waren. Im Mittelpunkt dieser Gedächtnisfeiern aber stand das Gedenken an den Führer des elsässischen Freiheitskampfes, Prof. D. Karl Roos, der am 6. Februar 1940 auf dem Friedhof von Champigneulles, einem Jn- buftrieort bei Ranzig, beigesetzt ist in der Nähe der Garnisonschießstände, wo er um 7 Uhr morgens erschossen worden war. Eine Ehrenwache von Männern hatte am Grabe Aufstellung genommen Sie gehörten während der Franzosenzeit der elsässischen Jungmannschaft an. die zu den aktivsten Mitstreitern Roos' zählten. Mittags traf der Cbef der Zivilverwaltung des Elsaß, Gäuleiter Robert Wagner, auf dem Friedhof ein. Mit ihm hatten sich die Witwe und die engeren Mitarbeiter des Toten einaefunden. Mit den Worten: „Wir grüßen, was unsterblich an Karl Roos mar, wir grüßen" den Helden", legte der Gauleiter einen Kranz nieder. Ihm folgten die Kränze des Generalreferenten und der Kranz der Mitgefangenen aus Ranzig. Achtzehn Namen find auf der Schleife genannt. Dr. Kurt Wessely. „Kein Kompromiß." Das Echo der Führerrede in Italien. Rom, 11. Nov. (Europapreß.) „Die Rede des Führers hat auch in Italien ein tiefes Echo qe» funden , erklärt die amtliche Korrespondenz Aroi. Vor dem gegenwärtigen Abschnitt des Krieges hübe der Führer an den Gegner eine höchst menschliche Mahnung gerichtet; aber diese Mahnung, die nicht verstanden worden sei, sei die letzte gewesen. Nun fei es unnütz, daß London das Gelände nach Querwegen absuche, indem es der Achse die Absicht von Vorschlägen für eine Vergleichslösung andichte. Die nur in uneingestandenen Hoffnungen des Geg- ners bestunden. Dieses habe der Führer aufqedeckt und mit einem Schlag gerichtet. Kein Der» gleich! Kein Kompromiß! Die erreichten Slege, bie klarsten Voraussetzungen des Endsieges, die Geschlossenheit der beiden verbündeten Völker die Kühnheit der Wehrmacht, der Eifer der Beleg»' schäften der intakten, leistungsfähigen und vervielfachten Industrie; all dies befehle, den Marsch nicht eher als nach der letzten Etappe aufzugeben, die in Deutschland wie in Italien nichtFriede son» dern Sieg heiße. „Der Führer hat diesmal auf Die ^rechte europäische Ordnung von morgen nur angespielk Gelegenheit zum Handeln ist in der Tat nach dem Siege. Gegenwärtig haben wir die Verpflichtung zum Kampf, und nur zum Kampf! . 0 „Popolo d'Jtnlia" sagt, die einzige Waffe, die England auf den Trümmern Londons handhaben kann, fei die Drohung miteinem äußerst Ian gen Kriege Adolf Hitler antwortete Chur» chill, aus dem Löwenbräukeller, daß der Krieg nicht o lange Dauern werde, wie Churchill wolle, sondern so lange, bis die Achse auf der militärischen, diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Front die strategische Stellung" erreicht haben werde. Wenn Großbritannien dieser „strategischen Stellung" gegenub ersteh en werde, dann werde es für bie an- beren Völker Der Welt weher Die „Großmacht Eng» .nd sein, noch Das britische Imperium, sondern em kleines und unbedeutendes Land, das von allen nach Den Gesetzen Der Zivilisation und der Humanität an Den Pranger gestellt foerbe. Der Kriea Wen England werde die Form einer einfachen r! o. l 4 e i o peration annehmen, an der die Polizeikraste aller Nationen teilnehmen werden die daran mterejfiert seien. Dier.zehn Monate nach Dem Ausbruch des Konfliktes habe die Achse zwei ■*- F 1 Öie'fer „strategischen Stellung" per» r- * ^enn auch der griechische Brigant er- lebvgt Jtfti werbe. Dann roerDe sich England mit Der beschrankten und umschriebenen Nordamerika» Nischen Hilfe allein finDen. Sie habe keine andere Auswirkung als Den tragischen Widerstand Cnglands hinauszuziehen. Es gebe feine Möglich» feit des Kompromisses zwischen Dem alten England unb Der Achte. Die moderne Menschheit wolle einen wirklichen Frieden und nicht einen Waffenstillstand bas einen fingittten ' Waffenstillstand bedeuten wurden ber ältesten und vorbilblichsten Unterseebootssteuerleute. O?r 9.Mot>emterim GauHessen-Tlassau NSG. Die Gauhauptstabt sah in einer größeren Veranstaltung neben ben Vertretern ber Partei, der Wehrmacht, ber Behörben, bes Staates unb ber Stabt, mehrere Generale bes Heeres, auch ber italienische Generalkonsul war erschien. Nach bem Spiel bes Rhein-Mainischen Lanbesorchesters unb bem Gesang eines aus Soldaten, SA.-Männern und Hitlerjungen gebildeten Chores, hielt Gauschulungsleiter Ruder die Gedenkrede. Er betonte, daß Die 16 Helden der Feldherrnhalle im nationalsozialistischen Deutschland auferstanden seien. Möge sich gerade in dieser Zeit der größten Entscheidung unser Volk jener Opfer stets würdig erweisen. Was ihnen der Führer und seine Idee einst gewesen war, ist auch unser unbezwingbarer Glaube, ber allein Groß- beutschlanb zum Siege führen wirb. O'e Lang^marckfeier der Gaustrrdenienführung. NSG. Vor zahlreichen Vertretern von Partei, Wehrmacht unb Staat führte Die G a u st u b e n » tenführung Hessen-Nassau ihre Langemarckfeier im Saal Des Frankfurter Palmengartens burch. Es prach der stellvertretenbe Gauleiter e. h. Staats- sekretör Reiner. Wenn je seit dem 11.November 1914, so haben wir heute im Entscheidungskampfe um das Lebensrecht unseres Volkes Veranlassung, jener jungen Mannschaft in Ehrfurcht und Dankbarkeit zu gedenken, die sich damals für Deutschlands gen erlitten. Auch eine Fabrik mußte ihren Betrieb einstellen. In zahlreichen anderen Ortschaften sind viele Häuser unbewohnbar geworden. Zwischen Sofia und den Stödten Nordbulgariens waren den ganzen Sonntag über die Telephonverbindungen unterbrochen. Aus allen Ortschaften entlang der Donau wird berichtet, daß auf der rumänischen Seite in der Ferne große Brände beobachtet werden konnten. Erdstöße auch in Bessarabien und der Ukraine. Moskau, 11. Nov. (DNB. Funkspruch.» Das Erdbeben, von dem Rumänien in der Nacht zum Sonntag heimgesucht wurde, war auch in Moskau spürbar. Von den Apparaten der Moskauer Erdbebenwarte wurde das Beben, das einige Minuten dauerte und dessen Herd 1200 Kilometer von Moskau etwa in ben Karpathen gelegen haben dürfte, um 3.41 Uhr MEZ. registriert. Zur gleichen Zeit wurden Erdstöße auch in Kursk, Charkow, Kiew und Kischinew verspürt. In Kischinew, wo die Erdstöße doppelt so stark waren, wie in Moskau, wurde auch Gebälldeschaden angerichtet. Langemarck, 10. Nov. (DNB.) Auf dem deutschen Ehrenfriedhof von Langemarck fand auf Veranlassung bes Oberbefehlshabers.bes Heeres eine einbrucksoolle Feier statt. Abordnungen verschiedener Truppenteile, Weltkriegskämpfer, Hitlerjugenb- führer, ferner Mitglieder des studentischen Führerkorps, die sich im jetzigen Kriege besonders ausgezeichnet hatten, waren angetreten, lieber dem Hel- denfriedhof waren Die alte unD Die neue Reichskriegsflagge sowie Die Fahne Der Hitler-JugenD gesetzt. GenerailfelDmarschall v. Brauchitsch, Reichsleiter v. Schirach, Reichsjugendführer A x m a n n und R ei ch sstud ent en füh re r Dr. Scheel legten an Den Gräbern Der deutschen Kriegsfreiwilligen von 1914 unter, den Klängen des Liedes vom guten Kameraden Eichenkränze nieder. Anschließend sprach Generalfeldmarschall v. Brauchitsch zur Deutschen Jugend: ,-Der Nationalsozialismus", so sagte er, „ist die Erfüllung der Sehnsucht des Weltkriegskämpfers, er ist frontgeboren. Seine Ausdrucksformen sind soldatisch Dieser Krieg, den wir jetzt erleben, schließt zwei Generationen zusammen, die Weltkriegskämpfer und die jungen Soldaten. Mit dem 28. Mai 1940, mit dem Tag, an dem bie Reichskriegsflagge in Langemarck gehißt würbe, ist bas Vermächtnis ber Jugend von 1914 erfüllt worden. Niemals Darf Die Jugend ihre Kampfbestimmung aus den Augen verlieren." Der Feldmarschall betonte sodann, daß auf Dem flandrischen Boden viele Male deutsches Blut vergossen worden sei, daß hier Seite an Seite preußische Grenadiere und Soldaten des Prinzen Eugen gekämpft hätten, daß aber erst Der Wehrmachtbericht vom Samstao. Berlin. 9. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche kampffliegerverbände setzten die Ver- geltungsflüge auf London am Tage und in der Nacht erfolgreich fort, sie erzielten zahlreiche Treffer in Bersorgungsbekrieben und Dockanlagen. Die Angriffe erstreckten sich auch auf Häfen an der Ostküste Englands, wobei besonders Great Darm ou th mehrere schwere Treffer er. hielt, sowie auf Flugplätze in den Grafschaften Norfolk und Porkshire. hier gelang es, hallen und Hn- terkünfte in Brand zu sehen. 3n der Nacht wurden Industriewerke in Birmingham und Eoven- f r y sowie Hafenanlagen in Liverpool mit Bomben belegt und danach zahlreiche Explosionen beobachtet. Sturzkampfverbände des Generalfeldmarschalls Kesselring griffen wiederum Schiffsziele und Geleitzüge im Seegebiet vor der Ostküste der britischen Insel an und fügten dem Gegner schweren Schaden zu. Dabei wurden, wie bereits bekanntgegeben, mit Sicherheit sechs Handelsschiffe von insgesamt 34000 BRT. versenkt, zwei weitere von zusammen 7000 BRT. mit großer Wahrscheinlichkeit vernichtet. Ein Kreuzer von 10 000 BRT. wurde von zwei Bomben so schwer getroffen, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. Fünf Handelsschiffe erhielten schwere Treffer, nach denen Brände und Explosionen entstanden. Ein weiterer Kreuzer von 10 000 BRT. unb vier Handelsschiffe wurden beschädigt. Im Atlantik, westlich von England, versenkten unsere Kampfflugzeuge zwei Handelsschiffe von zusammen 9000 BRT. 3n der T h e m s e m ü n d u n g griffen Zerstörer den Hafen und Umfchlagverkehr mit Kanonen und Maschinengewehren an. Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang. Der Gegner flog in der Nacht zum 9. November in das Reichsgebiet ein und warf eine Anzahl von Bomben ab. Einige Treffer wurden in München, Stuttgart und einigen kleineren Orken Württembergs erzielt. Der angerichtete Sachschaden ist gering. Bei den Angriffen auf Wohnviertel wurden Häuser durch Dachstuhl- brände beschädigt und zwei Personen verletzt. Bei den Luftkämpfen des gestrigen Tages verlor der Gegner 17 Flugzeuge, ein weiteres wurde im Laufe der Nacht durch Flakartillerie abgefchof- sen. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt. Lügen sollen Mut machen. Berlin,' 10. Nou. (DNB.) Da die Wirkungen der Deutschen Luftangriffe we-Der durch Lügen noch durch Beschwörungen auszulöschen sinD, so kann bas englische Volk nur dadurch bei Der Stange gehallten werden, Daß es hört, den Deutschen ginge es noch viel schlechter. Daher sehen sich Churchill und Cooper gezwungen, immer neue Lügen zu erfinden, die erbichteten Zerstörungen in Deutschland immer dunkler auszumalen, je furchtbarer die wirklichen Zerstörungen in England sind. So kommen auch die Lügen zustande, bie bas britische Luftfahrtministerium, Der LonDoner Runbfunk und Lügenreuter über den Angriff auf München in Der Nacht zum 9. November in bie Welt setzten. Obwohl bas Vorhaben ber RAF., bie Feierstunde des deutschen Volkes in der Hauptstadt der Bewegung zu stören, r e ft I o s mißglückt ist, pusten sie sich auf, als hätten sie einen gewaltigen Erfolg errungen. Der militärische Erfolg dieses Angriffs ist zwar gleich Null, aber Das betrogene englische Volk erfährt durch den Informationsdienst des Luftfahrtministeriums folgendes: „Das riesige Eisenbahnzentrum Bayerns bildet einen ungeheuren Brandherd. Schienenwege wurden zerstört, Lokomotivschuppen getroffen und Rangierbahnhöfe in Brand gesetzt. Während ber ganzen Dauer Des Angriffs warfen Die Wellen britischer Maschinen hochexplosive und Brandbomben auf Den großen, 6 Kilometer langen Rangierbahnhof unb feine Reparaturwerkstätten ab. Dank bes Wider- scheines Des Mondlichtes auf Den Schienen würbe Das Ziel leicht ausgemacht. Einige ber großen Brände, Die hervorgerufen worden waren, wurden von neuen Wellen von Bombenflugzeugen schon be- . merkt, als sie sich noch in der Gegend von Augsburg befanden." Es ist nur bie Frage, ob vor' soviel Phantasie Die Wirklichkeit in Englanb verblaßt. Die verantwortlichen Stellen tun jedenfalls alles, um Die Wirklichkeit durch eine Illusion zu ersetzen. Das Jtifferfreiw für hervorragende Operationen in überseeischen Gewässern Berlin, 9. Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz zum Eifernen Kreuz an Korvetten» i kapitän Helmut von Rucktefchell, Kommandant eines in überseeischen Gewässern operierenden Kriegsschiffes. .Rucktefchell hat 58 642 BRT. feind- I iichen ober dem Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes versenkt. Darüber hinaus hat er alle schwie- . rigen Lagen, in die das Schiff gekommen fft, hervorragend gemeistert. i Es war bas Verdienst, Den Krieg nicht gewollt zu haben. Die westlichen Demokratien, an ihrer Spitze England, dagegen trieben damals wie heute bewußt auf einen Krieg mit Deutschland hin, um dem auf» strebenden Deutschen Reich alle Entwicklungsmög- lichkeiten zu rauben. Das deutsche Volk war 1914 nicht geeint. Eine. unfähige Innenpolitik, eine schwächliche Sozialpoli» tik unb eine unglückliche Außenpolitik hatten bas Reich Bismarcks bereits an vielen Stellen zerrissen. Die völkische Einheit war nicht vorhanben, selbst bie staatliche Einheit brohte oft auseinanderzufallen. Mit den Augusttagen des Jahres 1914 aber ging ein Sturm durch das ganze deutsche Volk. Mit ber Begeisterung ber Augusttage 1914 legte bas beutsche Volk ein Bekenntnis zu seiner eigentlichen Kraft ab. Gleichzeitig gelobte es bamit, in bleiern Ringen bis zu einem siegreichen Ende durchhalten zu wollen. Der gleiche Schwung und die gleiche völkische Ju» gendkraft beherrschten vor allem die militärischen Ereignisse Des Jahre 1914. Wenn Tannenberg 1914 ein Symbol für Die Deutsche geniale militärische Führung wurde, so wurde Lange« mit dem Weltkrieg Der eigentliche Feind deutschen Aufstiegs, Der Engländer, in Erscheinung getreten sei. Ihn zu schlagen, sei die letzte entscheidende Aufgabe. Die deutsche Jugend verbürge vereint mit den alten Soldaten unter der Führung Adolf Hitlers den Sieg. Nach dem Lied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ", nahm Reichsleiter v. S ch i r a ch das Wort: „Don Adolf Hitler zum heldischen Gedanken erzogen, sand die deutsche Jugend in diesen Gräbern das große Gleichnis, das von der Liebe zum Vaterland, von der Treue zur Pflicht und von der selbstlosen Kameradschaft kündete. Hier fand die Jugend Kraft, hier fühlte sie, daß es ein ewiges L e - b e n gibt Dieser Vorgang in unserer Jugend war nichts anderes, als die Auferstehung der Toten von Langemarck. So wie sie einst diese Höhen genommen hatte, nahm sie auch ihre heilige Heimat. Heute nun steht eine neue Jugend an ihren schlichten Krfu.zen und dankt es Den Toten, Daß sie ihr Das Vorbild gaben, Das sie selbst' verpflichtete, Vorbild zu sein. Ich gelobe als ein Soldat dieses Heeres, die Gräber und das Gedächtnis dieser Toten im Sinne des größten deuffchen Soldaten so zu pflegen daß Deutschlands Jugend im Leben und im Sterben sich unserer lieben, gefallenen Kameraden würdig ermeifen wird." — Nach dem Lied ,/Ein junges Volk steht auf" rief der Oberbefehlshaber bes Heeres bie Anwesenden zum Bekenntnis ihrer Treue zum Führer unb ihres Willens zum Sieg auf. Die Nationalhymnen unb ein ECKS: 1 Ä - t I ■ yonn der Führer selbst den deutschen Studenten M ug, Währung des Vermächtnisses von Langemarck erh;,J <1. rfkor^rnnon hnt dann üheroab er Sä 10. (DJtB.) Terjfatw wehr- würben, Bomb«ita bet "Rom, In Nordafrika wurden feindliche mechanisierte Einheiten von unseren vorgeschobenen Verbänden in die Flucht geschlagen. Die feindliche Luft- geworfen, ohne Opfer oder Schaden zu verursachen. Ein feindlicher Einflug in der Gegend von Cremona hatte weder Opfer noch Schaden zur Folge. 3m heutigen Morgengrauen haben feindliche Flugzeuge versucht, Neapel zu erreichen. Durch das Vbwebrsperrseuer gelang es ihnen nicht, Bomben auf das Weichbild der Stadt zu werfen. Einige Bomben fielen zwischen Neapel und Pompeji und eine Brandbombe bei Torre Annunziata. Es gab weder 3n 0 stafrika wurde ein Einflug feindlicher Jäger abgewiesen, wobei ein englisches Flugzeug abgeschossen wurde. Bei einem feindlichen Luftangriff auf Turin fielen Bomben bei einem Säuglings- und Mütterheim, bei dem Sanatorium San Luigi, bei einem Wilitärlazarett und bei einer Kaserne wobei einiger Schaden angerichtet wurde. Es wurden ein Toter und sieben Verwundete gezählt. Eine Bombe traf zwischen Moncalieri und Cambiano ein Haus, wo neun Tote und mehrere Verwundete zu beklagen sind. Einige kleine Brände wurden sofort ge- Senator P i t t m a n, der Vorsitzende des Außen, politischen Ausschusses des Senats der USA., erlag am Sontag im Alter von 68 Jahren in Reno (Nevada) einem Herzschlag. vauprichristtetter: Dr. itrtebrtd) WUHeim Lange. Stellvertreter de» Hauptichrittietters: Trust Blumschetn. Verantwortlich für Polttti und Bllber- Dr. ffr. W. Lange für da» Feuilleton: Dr. Han« Dhnriot; rttt Stabt Sieben, Provinz Lirt,cha,l u. Sport: Ernst Biumicheui. Druct unv Verlag Brühllche Untverlitätednllkerei R. Lange K. V. VeriagSlettrr: Dr.-Ing. Srich Hamann- Anzeigenleiter- Han» Beck. Veraurwortllch,ür den InhaliderBneigen:TbeoborKümmei Bl.N'-.S. Luftangriff auf britische Geestreitkräfte im Mittelmeer. In Vichy wurde am Sonntag über den Rund» funk ein Appell Marschall P6tains an das französische Volk zur tätigen Mithilfe am französischen Winterhilfswerk verlesen. Genf, lO.Nov. (DNB.) Wie das Kolonialministerium in Vichy bekannt gibt, hat d e Gaulle ein neues Attentat gegen die franzö-sische Souveränität unternommen. Mit Unterstützung britischer Seestreit, kräfte landete er bewaffnete Truppen tn der Nahe von Libreville (Französisch-Aequatorialafrika), roaffe bombardierte Tobruk, wobei es einen Verwundeten und leichte Schäden gab sowie Wohnhäuser in Demo, wo neun Tote und 26 Verwundete zu beklagen sind. Nur geringer Sachschaden. Befehlshabers der Drdnungspolizei für Lothringen. Saarpfalz teilnahmen. * Im Anschluß an seine Reise durch die Westgebiete stattete der Chef der Kanzlei des Führers, Reichs. (eiter Bouhler, der Ostmark einen Besuch ab. In Wien, Linz und Salzburg hatte er mit Reichs- (eiter von Schirach sowie mit den Gauleitern Dr. Jury, Eigruber und Dr. Rainer im Rahmen des Sonderauftrages des Führers Besprechungen über die Fragen der Erziehung. General Anton e s cu, der Chef der rumäni- schen Regierung, wird in Begleitung des rumänischen Außenministers am Donnerstag in Rom zu Beprechungen mit dem Duce und Außenminister Graf Ciano eintreffen. weiterarbeiten. Das Vermächtnis von Langemarck ift uns em stolzes Bekenntnis zum deutschen Soldatentum, zur nationalsozialistischen deutschen Wehrmacht. ~ . ,r± . Das Vermächtnis von Langemarck ift uns ein glühendes Bekenntnis zum deutschen Sozialismus und zur nationalsozialistischen Weltanschauung. / Das Vermächtnis von Langemarck ist uns ein l fanatisches Bekenntnis zu unserem Fuh. r er, für den mir leben und für den wir auch, Imenn es das Schicksal erfordert, zu sterben wissen. iien mir, gewesen er Adols - Zwei Lerschs: mW: jäffsnii). 1 Kämv> andliede türmten, Zoll. ihr der hin- lal wer- ir diesen front für rmenbe& deutsch, 'er A. he D°kj so ein, Mals, schlue 5 Leben r alles* Kriegs, grauen °rck. utsche ätschen reits be- renn der Tatsache Träger 'n. Nicht >che bei sich bei t waren, Bandelt chschulen damals 15 Be- ipf eine Der Verräter de Gaulle greift Libreville an Neuer englischer Kaubzug gegen französische Kolonie in Westafrika. Die große Gemeinschaft der ECK ST EIN-Raucher steht in echter und fester Verbundenheit zu „ihrer Marke" in der grünen Packung. Immer hat ECKSTEIN zugunsten einer hohen Tabak- Qualität auf kostspielige Verpackung verzichtet. Und auf den Tabak kommt es an! bem Weltkrieg, durch Die Jayre oer imeoer- (o I und durch die Jahre der eigenen Schmach das Drmächtnis von Langemarck gewahrt und gehalten. 2: den Nooembertagen eines jeden Jahres versam- Wlten sich die deutschen Studenten an allen Hoch- fr ütoren und gedachten des Sturmes auf Lange- Lnf. In jedem Jahr holten sie sich in Gemein- scnkeit mit der kleinen deutschen Reichswehr aus dm Opfer von Langemarck 1914 neue Kraft für die Schaltung der Zukunft. In den Langemarck-Feiern dr deutschen Studententums lebte unerschütterlich Glaube an einen deutschen Sieg. Deutsche Studenten legten in jebem Jahre — selten unter dem Geheul der damaligen Marxist chen Mehrheit des verführten Volkes — für die Hrfallenen von Langemarck ihre Kränze nieder mit in Worten, die ein Glaubensbekenntnis in sich Meßen —: „Invictis Victi Victuri”, „den Unbe- f gien, die Besiegten, die aber siegen werden". löscht. Ein feindlicher Luftangriff auf Cagliari 5 hat weder Schaden angerichtet noch Opfer gefordert. Hilferuf eines englischen Kreuzers im Kanal von Gizilien. Rom, 11. Nov. (DRV. Funkspruch.) „Stefani" : meldet aus Tanger: „Sonntag gegen 10 Uhr wurden deutlich Hilferufe aufgefangen, die an Schiffe einer auf Fahrt befindlichen englischen Formation gerichtet waren. Wan hat Grund zu der Annahme, daß die Signale von einem englischen Kreuzer kommen, der von einer italienischen Einheit im Kanal von Sizilien torpediert wurde." Die Lustkämpfe in Griechenland. Rom, 10. Nov. (Europapreß.) „Der englische Nachrichtendienst", so bemerkt die halbamtliche „Aroi", „fährt fort, Nachrichten über aussehen- erregende Siege der griechischen Streitkräfte auch in der Luft zu verbreiten. Man spricht davon, daß von den englisch-griechischen Jagdflugzeugen sehr viele italienische Flugzeuge abgeschossen worden sind." — Demgegenüber stellt „Aroi" fest, daß seit dem 28. Oktober nur acht italienische Maschinen verlorengegangen seien, während von den italienischen Fliegern 14 englisch-griechische Flugzeuge mit Bestimmtheit und weitere neun wahrscheinlich, zusammen also 24, abgeschossen worden seien. Zur richtigen Bewertung dieser Angaben müsse aber hinzugefügt werden, daß in dem genannten Zeitraum Hunderte von italienischen Flugzeugen Griechenland über- flvgen haben, während bisher nur 36 englisch-griechische Flugzeuge im Luftraum von Albanien und Apulien erschienen seien. Meine politische Nachrichten. unternommener (Gegenangriff war wegen ungenügender Kräfte nicht gelungen. Gestern hat ein t-euer, mit inzwischen eingetroffenen Verstärkungen iBirdjgeführter (Gegenangriff den feindlichen Widerfand völlig gebrochen. Gallabal ift erneut in unserer fr an b. Uni-re Luftwaffe, die an der Ifftion erheblichen Anteil hatte, indem sie die feindlichen Verbände im Tieflug angriff und unter Wa- Ichiuengewehrfeuer nahm, hat drei englische Tanks in Brand gesetzt. Sie bombardierte avr erbcm Ghe- bares, wo ein großer Brand entstand. Während des gestriaen im Morgengrauen durch- 0 eführten feindlichen Einfluges über Sardinien l(M bas Est dir [fett Rebe des Echo ge> nz Aroi. ges hübe enschliche die nicht gewesen, nde noch e Absicht andichte, des Geg> msgedeckt 1 Der« erreichten indsieges, i Völker, >r Beleg« i verviel- rsch nicht n, die in e,son' smal aus sg« «» : in der wir die r zu" * andiW iußersi >te qx rieg NM sondern m, diplo* irrod die je. Wenn 5ieW" r die an* °chty tot»® >tt Sr,f> «WM» 1 hir ! eiben, fei»;. ver K zideE Ogl'ch ieJ( völkische Zukunft zu gestalten. Au- Kriegsbriefen gefallener Studenten von 1914 L 1918 weht uns der gleiche Geist an. Dieser Geist rmd> damals bereits bewußt aus, was viele beut= Soldaten nur ahnten: die Sehnsucht nach einer Mijchen Volksgemeinschaft, bj?r jeder deutsche Rnsch angehörte. . _ . 1939 wurde dem Deutschen Reich in frivoler und leichtsinniger Weise ein neuer Krieg von den Kriegshetzern des Westens angetragen. Mit dem Ausbruch -dieses Krieges wußten alle deutschen Studenten, daß das neue Ringen auch die Erfüllung des Sturmes auf Langemarck bringen mußte. Und so wurde das Jahr 1940 zum Jahr des großen Sieges, zum Jahr des siegreichen Feldzuges auf den Schlachtfeldern des Westens. 1940 brachte d l e Erfüllung von 1914. Das Ehrenmal der deutschen Jugend in Langemarck, der cheldenfriedhof von Langemarck, den die deutsche Studentenschaft errichtet hat, fiel in die Hände des siegreichen deutschen Heeres. Auf dem Mahnmal von Langemarck wehte die Kriegsflagge des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches. Wenn wir daher in diesem Jahre gemeinsam imt der ganzen deutschen Jugend zum Langemarck-Ge- .denken schreiten, dann tun wir das mit dem stolzen Bewußtsein, daß sich Langemarck endgültig erfüllt hat und daß der Frontgeist, der die Lange- marckkämpfer von 1914 beseelte, heute die gestaltende Kraft eines neuen Reiches geworden ist. Dieser Erkenntnis und diesem Bekenntnis entspricht der Einsatz der studentischen Jugend auch in diesem Kriege. In den Reihen des deutschen Heeres, der deutschen Luftwaffe und der deutschen Kriegsmarine stehen die deutschen Studenten und tun ihre Pflicht, bis der Sieg errungen ist. Sie tun ihre Pflicht im Geist der Langemarck-Kämpfer von - 1914, die dem deutschen Studententum Vorbild und Beispiel sind und bleiben. Fast alle Studenten von 1939 sind heute Soldaten. Ihr Einsatz ist vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit hohen und höchsten Auszeichnungen sichtbar belohnt worden. Alle Mitglieder der Reichsstudentenfuhrung tragen das feldgraue Ehrenkleid. In diesem Frontgeist wird das' deutsche Studententum im Krieg mchlberichl hat folgenden Wortlaut: In Epirus glänzende Aufklärungstätigkeit untrer Kavallerie, die bis zum Fluß Vuvos oorge- tungen ist, eine feindliche Kanone unbrauchbar gerächt und Waffen erbeutet hat. 3m mittleren ICitf elmeer haben unsere Flugzeugverbände rgllfdje Streitkräfte angegriffen und mit Bomben xoßen Kalibers ein Schlachtschiff und einen Flug- ’jtijgträger getroffen sowie feindliche Flugzeuge zum fatnpf gestellt, von denen zwei abgeschossen-sowie ein weiteres wahrscheinlich abgeschossen wurde. Eine cibere unserer Flugzeugstaffeln hat ein feindliches Flugzeug vom Blenheim-Typ abgeschossen. ' 3n Rordafrika haben untere Bomber inten- fbe Aktionen auf El Quasaba, IHaaten Bagush, El iflbä und Fuka durchgeführt urb dabei zahlreiche Hänbe verursacht. Außerdem wurden der Hafen tim Alexandrien und Port Said wirkungsvoll bom- tarbierl Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Der Feind hat einige Bom- 1 len auf Derna abgeworfen, die keinen Schaden ver- ■ '«sachten. 3n Oftafrifa haben, wie oereits im Webr- »achtbericht vom Donnerstag gemeldet wurde, jeftige Kämpfe in derZonevonGalla- ! a t stattgefunden. Unsere Garnison von Gallabal taffe sich unter dem Druck zahlenmäßig überlegener i raffe nach erbittertem Widerstand auf Wetemmä tarückziehen müssen. Ein am darauffolgenden Tage Der rumänische Wirtschaftsminister Leon ist zurückgetreten. An seiner Stelle wurde der frühere Wirtschaftsminister Cancicov erneut mit der Führung des Ministeriums betraut. * Der Leiter der oppositionellen Sammlungspartei in Südafrika, General Hertzog, erklärte, es sei sehr wahrscheinlich, daß er sich vollkommen aus dem politischen Leben zurückziehen werde. Er dankte für die Unterstützung, die ihm seit 1930 von den Befürwortern seiner Politik zuteil wuvde.Nach englischen Berichten sollen zwischen Hertzog und der alten nationalistischen Partei Meinungsverschiedenheiten zu Tage getreten sein. * Von englischer Seite wird amtlich mitgeteilt, daß Weihaiwei geräumt unt) alle Vorräte nach Hongkong verschifft worden sei-en. Che Weihaiwei, eine der bedeutendsten britischen Garnisonen in Nordchina, 1930 an China zurückgegeben wurde, war es 30 Jahre lang unter englischer Herrschaft. Opfer noch Sachschäden. o Der ita iemfche Bericht vom Samstag. Born, 9. Rov. (DRV.) Der italienische Wehr- machlbericht hat folgenden Wortlaut: In Epirus ver^ärk^n unsere Einheiten dir Brückenköpfe jenseits des Kalarna-Fluffes. Während eines Erkundungsfluges im mittleren lüitfelmeer schossen unsere Flieger im Kampf gegen feindliche 3äger ein Flugzeug in Flammen ab und beschädigten zwei weitere schwer. Blutbad angerichtet. General T e t u, der D:z^ gouverneur von Aeguatorial-Afrika, berichtet, daß zahlreiche Bomben mitten in de r S t a d t n i e • Verfielen, insbesondere in der Umgebung des Hospitals und auch in geringer Entfernung vom Palais des Bischofs. Ein französischer Missionar wurde durch eine Schiffsgranate in Stücke flennen. General Tetu spricht von der Abscheulichkeit des Angriffes gegen wehrlose Frauen und dinier, die infolge der englischen Blockade, die schon wochenlang gegen Libreville oerbängt wurde, ohne Versorgung, ohne Medikamente sind und unter den schlimmsten Entbehrungen und A engst e n leben. In einem weiteren Telegramm teilte er mit, daß das Bombardement von Libreville m 11 einer unglaublichen Barbarei und Hu- manitätslosigkeit fortgesetzt wurde. Zahlreiche Frauen und Kinder, die im Gebäude der k a t b o 11 • schen Mission Zuflucht gesucht hatten, wurden unter den Trümmern des von einer Granate getroffenen Gebäudes begraben. Das Hospital der Stadt wurde erneut getroffen und teilweise zerstör^ Nach dem Verbrechen von Dran und Dakar hat der Abenteurer de Gaulle im Auftrage Churchills einen neuen Dolchstoß in den Rücken feines Vaterlandes geführt. Als Marionette Englands yab er sich ohne jede Scham erneut für den echt britischen Versuch her, französische Kolonien zu rauben und Franzosen gegen Franzo-sen zu hetzen. Das Urteil über den englischen Fremdenlegionär de Gaulle wurde vom französischen Kriegsgericht bereits gesprochen. Auch der Urteitssvruch über den Hauptschuldigen, England, steht für die ganze Welt bereits fest. Die letzten Manöver Englands beweisen, wie den Kriegsverbrechern in London das Wasser bereits bi<5 zum Halse gestiegen ist, denn der neue Raubzug der Fremdenlegionäre unter be Gaulle, । bie ganz genau wissen, baß sie für England, das . Frankreich im Stich ließ, französisches Blut ver- ■ gießen, ist ebenso wie das Spiel, bas Griechenland . in den Krieg zerrte, der verzweifelte Versuch eines i Ausfalles aus der belagerten Festung England. das vorher beschossen wurde. Bereits am 5. No- oember war der Flughafen der Stadt von englischen Flugzeugen bombardiert worden, die die Kokarden der französischen Trikolore trugen. Die Engländer haben unter der französischen unb eingeborenen Bevölkerung von Libreville burch bie Beschießung mit Schiffsgeschützen und burch bie Bombar- bierung mit Flugzeugen ein für chtbares Wie bas Reichsfinanzministerium mitteilt, gilt bie Derorbnung über bie Nichtbesteue^ung ber Zuschläge für Mehrarbeit, für Sonntags- Feiertags- und Nachtarbeit vom 7. 11. 1940 für alle Zuschläge, bie nach bem 1. November 1940 gezahlt worben finb oder gezahlt werben. * In Weilburg fand unter Leitung des Gruppenführers Generalleutnant z. V. Müller- Michels eine Tagung aller Bezirksgruppenführer der Gruppe Hessen-Rheinland-Süd des Reichsluftschutzbandes statt, an der der Befchls- haber der Drdnungspolizei im Wehrkreis XII, Generalmajor Jedicke, der Inspekteur der Drd- nungspolizei im Wehrkreis IX, Dberst Hoffmann, sowie Vertreter des Luftgaukommandos X1I/XIII, des Reichsstatthalters in Hessen und des Siül besonderen übertragen hat, bann übergab er ( bi-iit das Erbe von Langemarck nicht einer akabe- | n-i±en Kaste ober einem Stanb, sonbern er über- i aT es bem nationalsozialistischen Stu- beiten. Er gab es bem Stubenten, ber in ber ecupheit neben bem Arbeiter unb Bauern stand uiV für dessen Rechte in der Volksgemeinschaft t ipfte. Er gab es dem Studenten, der als Ar- b-er-, Bauern- und Beamtensohn unmittelbar aus d em deutschen Volk s e l b st kommt und der idlk deutsche Volksgemeinschaft durch seine Arbeit, fictuna und Leistung in besonderem Maße zu ver- kii'pern hat. Aus diesem Geist entstand das L ngemarck- Studium der Reichsstudenten- jMung das jedem begabten jungen deutschen Maschen, ohne Rücksicht auf Herkunft und Väter- n Kfr. Finanzkraft, die Tore der Hochschule öffnet. 9tinQ ‘ Langemarck-Studium der Reichsstudentenfuh- töoKer nifl ist damit heute die sozialistische Wirklichkeit für sche N| bie Langemark-Kämpfer von 1914 als beutsche tarisch., glbaten in Vorahnung einer neuen beutschen nber Mksgemeinschaft kämpfen unb starben. ' ‘ mi(i ' 2as beutsche Stubententum hat durch bte Jahre ana : vch dem Weltkrieg, durch die Jahre der Nieder- 1 j T___s horA hin Hnhro hör oinonon AffltHnffl oas Paulys nährfpcisc die neuzeitliche Vollkornkost jetzt auf Klk-Brotkarte Abschnitt 5 bis 8 Zwei Stunden Lachen I Vorher: j Deutsche Wochenschau 8 Heute Montag Erstaufführung Lichtspielhaus] Täglich: 2.45, 4.45, 6.45 Uhr. Sonntag: 2.00, 4.15, 6.45 Uhr |X Ein köstliches Lustspiel aus unserer Zeit mit JuppHussels*LudwigSchmitz Lina Carstens Mady Rahl Olga Limburg UM W II ■ niemai Nie b mi Ma 5. Vo toejei Ser 11 gen, di ng einr iet man 1 nich^ mb 3r in. Bl dan »ten. zur, eno ar s Jtei für Das 1 $on ! inbesui • Mq nnftoer Denn lrb mal 5 nicht "Ai-k ■«fa noers | e Etub lon in । zt, daß ilen dui ie San rau* dc t @on(i ingen. * ii gebri rem W jert" - . Vlchi ( r der 1- das mtii^ eichen ti): qU€ che, u 2 Sill >B eg i Minen Wag Prüfte «N|, 'der, ’HtQqe« Aus dem Reich (i (D , , rr e, ------. ö* z wv.jv svjjuiuvu vc i u | u i tu ui iy 3p t tu IICU UCL UlUViyUUS Veachtung geschenkt werden müsse wie dem Schuld- gläubiger müsse dem Schuldner noch mindestens ei ner eine angemessene Lebenshaltung gesichert werde. Viertel der Vergütung verbleiben. em ner Neues für -en Büchertisch kann 'st In einem Kommentar zur neuen Lohnpfändungsverordnung stellt der Staatssekretär im Reichsjustizministerium, Dr. Schlegelberger, fest, daß den berechtigten Gläubigerbelangen in gleicher Weise Oie Kriegsgräber. Es entspricht dem Gedanken einer auch über den Tod hinaus bestehenden Kameradschaft, daß Soldaten, die zusammen gekämpft haben und gefallen smd, auch gemeinsam in der Erde ruhen, auf der der Kampf für Deutschlands Größe, Ehre und Freiheit entschieden wurde. Zur Verwirklichung dieses Gedankens werden nach dem Kriege auf Wunsch des Führers in den einzelnen Kampfabschnitten Heldenfriedhöfe, gleichzeitig als Mahnmale für künftige Geschlechter, errichtet. Auf ihnen sollen die Gefallenen, nach Truppengattungen und -teilen gegliedert, zur letzten Ruhe gebettet werden. Jeder erhält in einem Sarg sein Einzelgrab. Ein ihn ehrender Grabstein, der über Vor- und Zuname, Truppenteil, Heimatort, Alter und Todestag Auskunft gibt, wird auf jedem Grabhügel stehen. Die Rücksicht auf die volle Bewegungsfreiheit der Wehrmacht, auf ihren Nachschub und die Versorgung der Heimat hat ein Verbot der Ueberführung Gefallener zur Pflicht gemacht. Ueber die Möglichkeit einer Ueberführung kann daher nach dem Kriege entschieden werden. Von Hinterbliebenen werden Anträge auf Ueberführung vom Oberkommando der Wehrmacht entgegengenommen. Sollte nach Abschluß des Krieges das Ueberführungsverbot aufgehoben werden, erhalten die Antragsteller Nachricht. Die Sicherung und Erfassung der Grabstätte sowie die Kontrolle der Grabpflege ist den Wehrmachtgräberoffizieren übertragen. Auskünfte, die den Nachlaß der Gefallenen, die Grablage usw. betreffen, sind von der Wehrmachtauskunftsstelle für Krie- — .Humanes" England? Eine Dokumentensammlung. Herausgegeben vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. (Deutscher Verlag, Berlin, Preis kart. 1,80 RM.) Was in dem Buch „Humanes England?" festgestellt wird, kann von keinem Engländer abgeleugnet werden: denn die Dokumente, die hier über die englische Humanität berichten, stammen zum größten Teil von britischer Seite. Drei Gebiete aus der jüngsten englischen Geschichte werden hier behandelt: Der Burenkrieg, der Terror in Irland und die Bluttaten in Indien. Mit tiefer Erreaung liest man zwei lange amtliche Berichte des südafrikanischen Generals Smuts, der heute auf englischer Seite steht, über die Greuel der britischen Kriegführung gegen die Buren um die Jahrhundertwende, und den Bericht der Engländerin Emily Hobhouse über die furchtbaren Zustände, die sie in Südafrika in den Konzentrationslagern der Buren-Frauen und -Kinder fand. Unter den Dokumenten über den Terror Beschäftigung von Frauen auf Fahrzeugen. Der Reichsarbeitsminister hat eine Anordnung über die Beschäftigung von Frauen auf Fahrzeugen erlassen. Danach dürfen als Führerinnen von Schie- nenbahnen, Omnibussen und Lastkraftwagen mit mehr als 1,5 Tonnen Nutzlast Frauen nicht beschäftigt werden. Bei elektrisch angetriebenen Lastkraftwagen kann die Höchstgrenze der Nutzlatz 2,1 Tonnen betragen, wenn die Höchstgeschwindigkeit auf 25 Kilometer in der Stunde begrenzt ist. Das Gewerbeaufsichtsamt kann Ausnahmen für Führerinnen von Straßenbahnen und Oberleitungsomnibussen zulassen. Die tägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten. Auf mechanisch angetriebenen Beförderungsmitteln dürfen Mädchen unter achtzehn Jahren nur beschäftigt werden, wenn diese Beschäftigung im Verhältnis zu ihrer Gesamttätigkeit geringfügig ist. Die tägliche Arbeitszeit der Frauen über achtzehn Jahre darf neun Stunden nicht überschreiten. Werdende Mütter dürfen nicht über den dritten Monat der Schwangerschaft hinaus beschäftigt werden. Sie sind, falls sie nicht an anderen geeigneten Arbeitsplätzen des Betriebes weiter beschäftigt werden können, dem Arbeitsamt zu benennen, damit sie bevorzugt in eine andere Arbeitsstelle vermittelt werden können. OasneueLohnpfändungsrecht in Irland ist es besonders der Bericht einer königlichen Kommission über die Erschießung. von friedlichen irischen Bürgern im Jahre 1916. Wie die Iren unter der englischen Gewaltherrschaft zu leiden hatten, zeigt eine Denkschrift der irischen Regierung vom Jahre 1921. Die Bluttaten in Indien werden geschildert von dem englischen Oberst Maude, der an dem „Fortblasen von Indern durch Kanonen" im Sepoy-Aufstand der Jahre 1857 bis 59 beteiligt war, und in dem Bericht eines Regierungsausschusses zur Untersuchung der Unruhen im Punjab im Jahre 1919. Daneben findet man andere, nicht minder erschütternde Beispiele der englischen „Humanität". Eine Reihe von Tafeln bringen dazu bildliche Beweise für das wahre Wesen der britischen Menschlichkeit. — In den neuerschjenenen Lieferungen des „Hand- buchs der geographischen Wissenschaft" (Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Pots- dam) kommt nicht zuletzt der Darstellung Hinterindiens eine besondere Bedeutung zu. Professor Dr. W. Eredner, München, hat diesen Teil der Erde der heute im Brennpunkt so gegensätzlicher Kraft.' linien der Weltpolitik liegt, knapp, klar und doch umfassend veranschaulicht. Nicht anders stellt sich die Fortführung der „Allgemeinen Geographie r im gleichen Handbuch dar, Professor Dr. H. Has. finger, Wien, gibt in seiner Geographie des Men« sehen einen Ueberblick über das Reifen der Sied, lungslandschaft, die, um wirkliche Heimat des Men. scheu werden zu können, nie allein von Technik und rechnender Wirtschaftspolitik, sondern auch vorn Geist des Natur- und Heimatschutzes gestaltet werden müsse. — In buntem Durcheinander geben sich der laub. I gesägte Hampelmann, Osterhase, Engel und Weih, nachtsmann, Soldaten, Flieger und Eisenbahn, ein Schäfer mit seinen Lämmlein, das Gänseliesel mit ihren Schützlingen, eine lustige Hühnerfamilie, die Familie „Mümmelmann" und noch viele, viele an. dere ein Stelldichein im neuen Bastelheft des Beyer. Verlages, Leipzig: „Spielsachen zum Sel> bermachen, aus Holz gebastelt und ge. sägt" (Beyer-Band 436, Preis 1,— RM.). Fast alle Muster find auf dem großen beiliegenden Mu> fterbogen, außerdem sorgen genaue Beschreibungen dafür, daß das Arbeiten keine Schwierigkeiten bereitet. — Fröhliche Kinderstube. Von Ruth Zechlin. Zeichnungen Maria Maillard. Her. ausgegeben vom Deutschen Frauenwerk, Mütterdienst. 4. neubearbeitete Auflage. 124 Seiten mit I 190 Abbildungen. Kartoniert 2,— RM., gebunden I 3,— RM. (Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1940. — (214) —). Ein guter Ratgeber, wie man mit Kindern froh sein kann, wie man mit ihnen zu lachen und zu fingen weiß. Das Buch gibt eine Fülle von Anregungen: Kinder- reime, Kniereiterlieder, Taschentuchknüttelejen, Wie- genlieder, Geschichtchen zum Erzählen, Angaben über das erste Spielzeug. Auch, wenn die Kinder heranwachsen, wird die „Fröhliche Kinderstube" ein treuer Begleiter fein. Ein Bastelfchrank wird oinge. richtet. „Naturspielzeug" entsteht aus Eicheln, Kastanien und Nußschalen. Mit welchem Eifer sind die Kinder bei Versteck-, Aufpaß- und Schreibspielen, bei Lotto, Domino und Quartett. Viele dieser Spiele kann man sich selbst Herstellen. Ein besonderer Abschnitt ist der Gestaltung von Festen und Familienfeiern gewidmet. Endlich fehlt nicht vielseitige Anregung für Kindergeschenke. Auch einem in Schuldennot geratenen Gehalts- oder Lohnempfänger müsse die Lust an der Arbeit erhal- ten bleiben. Neben einem festen unpsändbaren Grundbetrag verbleiben dem alleinstehenden Beamten, Angestellten oder Arbeiter vom Mehreinkommen einheitlich nur drei Zehntel pfandfrei. Darüber hinaus wird dem Schuldner so viel pfandfrei gelassen, als aus sozialen Gründen dringend erforderlich erscheint, für jeden Versorgungsberechtigten ein Zehntel des Mehrbetrages. Wenn dadurch der Gläubiger den unverheirateten und kinderlos verheirateten Beamten gegenüber günstiger gestellt sei als bisher, werde es erträglich, daß andererseits die Versorgungslasten des kinderreichen Schuldners stärker als bisher berücksichtigt werden. Aber auch bei kinderreichen Schuldnern bleibe ein gewisser Betrag für den Gläubigerzugriff offen. Bei der Berechnung des pfändbaren Arbeitseinkommens werde vom Nettolohn ausgegangen. Der Unpfändbarkeitskatalog schaffe einen gerechten sozialen Ausgleich zwischen dem Verlangen des Schuldners, einen angemessenen Teil zur Deckung gesteigerter Bedürfnisse zu behalten, und dem Interesse des Gläubigers aus dem Mehrarbeitsverdienst die Schuld schneller abgedeckt zu sehen. Nur die Hälfte des Mehrarbeitsverdienstes fei pfändbar, und selbst gegenüber dem Pfändungsprivileg der Unterhalts- gerverluste und Kriegsgefangene, Berlin W 30, Hohenstaufenstraße 47/8, zu erbitten. Ein Besuch der Grabstätten im Westen und in Norwegen ? zur Zeit nicht gestattet werden. Cinzelreisen nach dem Osten können genehmigt werden. auch für halbe Tage, gesucht ßrühlsche üniversitälsdruckerei Schulstraße 7/9 6076d Ole Deutsche Arbeitsfront NSG. Krall durch Freude Kreisdienststelle M Wetterau Die heutige Theatervorstellung mit der Operette von Strecker: Aennchen von Tharau beginnt um 18.30 Uhr __5a38 D Schiitzenverein Heute ab 19.30 Uhr Becto- Äickl Giefeener Vortragsring WERRF DRUCKSACHEN W CROC Brühl. QIaRa* Lollar, Oehnitz 1 Ezgeblrge, den 9. November 1940. 5086 D Gießen - Bahnhofstraße 49 - Ruf 3941 Kartenverkauf Saalkasse. l^rirgsrof rrr 194041 Gießen. 6O41D 5047 D J Nach langem mit grober Geduld getragenen Leiden entschlief sanft In Gott mein Ueber Mann, unser herzensguter, treusorgenderVater, Schwiegervater und Großvater Goethe - Bund, Kulturelle Vereinigung (fr. Kauf« männischer Verein), Volksbildungsstätte Giehen und Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei 5002° Verloren roie Strickmütze Geg.Bel. abzug. Gartenftr. 20 E. Die Trauerfeier und Einäscherung findet Dienstag, den 12. November, um 16 Uhr, aut dem Neuen Friedhof in Gießen statt. Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bitten wir dankend Abstand zu nehmen. Der führet: Dm WfitD« ID eine praktische trjlehung jur Dolkapemeinschoft. Für ruhigen Schlaf und pünktliches Erwachen sorgt ein guter Wecker! Juwelier JH^ASTRA addiert, saldiert und schreibt Vorführung kostenlos u.unverbindlich Wir suchen für die Leiterin unserer Abteilung Laboratorium zum 1. Dezember flnt Mllettes Zimmer mit Heizung und Frühstück in nur gutem Haufe. Wilhelm Zimmer S.m.b.S. Reformhaus Scholz Kräuterhaus Jung SÄ, Teppich Fast neuer WollveMeppicb 325X200 Lind- Beige, durchgewebt, zu verkauf. Dienstag, 12.11. Sw. 10 u. 12 Uhr. Wo, zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gießener Anzeigers, l03793 Bekanntmachung. Zusahkarlen für Schwer- und Schwerstarbeiler sowie Zulagekarten für Lang- und Ttachlarbeiler werden vom Dienstag, dem 12., bis Freitag, dem 15. No- vember 1940, in der Zeit von 8 bis 12 und 14^ bis 17^ Uhr gegen, Vorlage der vorgeschriebenen Bescheinigung im Liebigbau, Zimmer 5, ausgeaeben. Bei verspäteter Abholung wird eine Ordnungsgebühr von R2N. 1,— erhoben. 5081D Gießen, den 9. November 1940. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. — Ernährungsamt Abt. B. — I. V.: Nicolaus. Rektor i. R. Otto Daab Inhaber mehrerer Auszeichnungen. In tiefer Trauen Katharina Daab, geb. Schwalm Apotheker Karl Daab und Frau Hauptfeldwebel Kurt Daab und Frau und 4 Enkelkinder, Dienstag, den 12. November 1940, abends 3E l/4 Uhr, Neue Aula der Universität: fjlchtbildervortrag von Kurt Hielsdier: Sonne über Italien Für Gießen suchen wir Zeitschriften- Austräger(innen) Es handelt sich um eine nebenberufliche Tätigkeit. Bewerber mit werden bevorzugt. Nur ehrliche, zuverlässige Leute wollen sich schriftlich melden unter 5063V an den Greßener Anzeiger. WMPckMw.s. Dienstag, den 12. November, 20 Uhr Beginn des ZiniinerslulzeDschießeos „Stadt Dich“ (6083D Sonntag, den 17. November, 16 Uhr lahres-HanptversannnliinS bei Kamerad Beppler, Bahnhofstr. 11 EiolamilieD-Haos 3 Zimmer, Küche und Zubehör, m. Garten a. Kugelberg zu vermiet. Nur Mitglieder wollen sich bewerben. [M87D Gemeinnützige Baugenossenschaft 1894 e. G. m. b.B., Biehen. | Mietgesuche | Berufst., solides Frl. sucht bis 1. 1.41 evtl. 15.1.41 leeres Zimmer mit Wechselstrom u. Heizgelegenh. Schr. Ang. unt. 03796 a. d.G.A. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der ßrGhl’schenDruckerei Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen, sowie für die Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Ein Vergelt’s Gott der hoch würdigen Geistlichkeit und den ehrwürdigen Schwestern des St.-Joscphs-Krankenhauses. Im Namen der trauernd.Hinterbliebenen: Maria und Josef Frink. Gießen, den 11. November 1940. 5085 D Gesucht werden KONSTRUKTEURE für Vorrichtungen, Werkzeuge u. Lehren. Bewerber sollen bereits in feinmechanischer Massenfertigung tätig gewesen sein. Angebote mit Lichtbild, Lebenslauf, Zeugnisabschriften u. Gehaltsansprüchen sind zu richten an: Röchllng'sche Eisen- und Stahlwerke G.m.b.H., Betriebsabteilung Wetzlar, Wetzlar. | Empfehlungen | Acbnnß! Achtung! 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November zu einer Feierstunde im Stadttheater eingeladen. Ein großes Erhöhte Wirtschaftlichkeit -er Verbrauchergenossenschaft Gießen. Das Haus war außerordentlich stark besucht, und der Abend endete mit allen Anzeichen eines dauer- haften Erfolges. Hans Thyriot. Kavaliers hinein. Es gefällt chm zwar nicht schlecht, aber er kann wirklich nichts oder nur wenig dazu, und es kommt auch schon im zweiten Akt der ganze Schwindel ans Licht, ober da ist di-e Liebe der bei« den jungen Leute bereits so weit gefestigt, daß ein gutes Ende nicht mehr ernstlich gefährdet ist. ♦ Die Aufführung unter der sauber pointierten Stabführung von Herrn A p e l t und unter der Spielleitung von Herrn G r u n e-k e, die sich diesmal erfreulich von Uebertreibungen fernhielt und die Situationskomik mit volksstückmäßigen Gemütstönen verbrämte, machte einen angenehm abgerundeten Eindruck. Herr Löffler hatte im ersten Akt ein elegantes und galantes Variete auf der Drehbühne und im letzten einen Friseurladen mit allen Schikanen errichtet. Der Chor leistete unter Nadine Galla tüchtige Arbeit; die Tanzgruppe unter Irmgard Trömel erwies ihre vielseitige Verwendbarkeit mit Matrosenstep und „Jalousie"; den Haupterfolg hatte allerdings, was den Tanz betrifft, eine vom Solopersonal veranstaltete wild- amerikanische Groteske, die stürmischen Beifall fand und gleich wiederholt werden mußte. * Den falschen Grafen spielte Herr G r ü n e k e mit fröhlicher Unbeschwertheit und richtigem Gefühl für die Wirkungsmöglichkeiten der Rolle als lustige Person und Hans im Glück; Gerti Vogt führte den abenteuerfreudigen, neugierigen Backfisch Lizzi zu echter Verliebtheit und war auch gesanglich und tänzerisch durchaus in Form. Herr Heinz Mül - l e r gab den wienerisch-gemütlichen Logenschließer Sebastian, der an den hitzigen Verwechslungen auf der Szene nicht unwesentlichen Anteil hat; feine trockenen Randbemerkungen und vor allem sein sachkundiges Wirken im Friseurladen erfreuten alle Welt. Hannelore Hinkel spielte mit ausländischem Kauderwelsch in stürmischer Exaltiertheit die Desiree, welche im zweiten Akt die Bombe mit Genuß zum Platzen bringt. Herr Erler war höchst aufgeräumt und unternehmungsfreudig der echte Graf, H-err B o s n y machte mit Hingabe den sanft vertrottelten Fabrikanten Mutzenbecher. Rundherum war ein vielköpfiges Ensemble mit Eifer und guter Laune bei der Sache. tellung genommin, hinter ihr standen die Fahnen der Ortsgruppen. Links und rechts schloß die Jugend des Führers mit ihren Fahnen das^Bühnen- bild, wärend die Standarten der SA.-Standarte 116, der Reiterstandarte und NSKK. in der Bühnenmitte aufgestellt waren. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann leitete die Feier mit dem „Feiermarsch zum 9. November" ein. Sodann sprach Kreisleiter Backhaus. In seiner Ansprache wies er zunächst darauf hin, wie schwer es damals war, Nationalsozialist zu sein, und wie die Kämpfer von 1923 mit ungeheurer Liebe, Treue und Zuversicht sich zu der Idee des Führers bekannten. Sie sahen damals als Gefolgsmann des Führers keine materiellen Erfolge, sie kämpften nur für ihre Ideale, für die Rettung des deutschen Volkes aus tiefster Not. Diele tapfere deutsche Soldaten gaben aber auch ihr Leben jm großen Kriege für Deutschland, sie haben ihre Treue zum Vaterland ebenfalls mit dem Tode bezahlen müssen, und sie seien darum auch nie vergessen. Was aber die besondere Ehrung dieser 16 Toten an der Feldherrnhalle zu München alljährlich am 9. November notwendig mache, sei dies, daß sie als die ersten Blutopfer für Deutschlands heutige Geschichte habe Helden hervorgebracht, die unsterblich seien. Der 9. November 1923 sei ein solcher Wendepunkt in der deutschen Geschichte gewesen. Von hier ging die Kraft des Führers und seiner Bewegung aus, die es ermöglichte, durch die Machtübernahme Deutschland vor dem sicheren Untergang zu retten, die es wieder stark machte, zu einem unbesiegbaren Block zusammenschweißte und es zu einer starken Macht erhob. Und diese 16 Opfer vor der Feldherrnhalle waren die ersten Toten für das heutige und künftige freie, ewige Deutschland. Brigadeführer Schwarz, im Ehrenkleid der Kämpfer von 1923 mit dem Blutorden auf der Brust, rief sodann die 16 Toten und die Opfer der Bewegung im Gau Hessen-Nassau zum letzten Appell auf. Standarten und Fahnen wurden hochgenommen, das ganze Denken galt in diesem Augenblick der Standarte Horst Wessel. Leiser Trommelwirbel setzte ein, und jedem Aufruf der 16 Blutopfer und der im Gau Hessen-Nassau gefallenen Kämpfer der Bewegung folgte ein donnerndes „Hier!" Die Toten vom 9. November und der Bewegung leben weiter im Volk und in der SA. Nach einem Spruch „Nun laßt die Fahnen fliegen", der zugleich Mahnwort war für den weiteren Kampf um Deutschlands Größe, spielte der Musikzug das „Königslied" von Grieg. Nach dem erneuten Treuegelöbnis für Führer, Volk und Vaterland schloß die eindrucksvolle Feier- stunde mit den beiden Hymnen der Nation. studie anzuziehen, die in der Malerei viel weicher, lockerer und aufgelöster erscheint: damit soll, beiderseits, kein Werturteil gegeben, sondern nur die Linie einer malerischen Entwicklung, der Umkreis ihrer stilistischen Ausdrucksmöglichkeiten in etwa angedeutet werden. Der Eindruck vervollständigt sich, wenn man beispielsweise noch das Bild der Madonna einbezieht, die sich in Ausdruck und Haltung, als weiblicher Typus, spürbar von den Modellen der Bildnisse ringsum abhebt und unterscheidet: sie wirkt, man kann das nicht erklären, sondern nur empfinden, älter als die Zeitgenossen um sie herum (obwohl das Modell zur Madonna vermutlich ebenso alt oder ebenso jung ist wie diese) — im Gesamteindruck irgendwie mittelalterlich, und das paßt zu dem Motiv ... ebenso wie der sanfte, natürliche, offene Landschafts-Hintergrund, vor dem die Halbsigur der mütterlich über das Kind sich neigenden Frau sich abhebt, ... ebenso rote die Führung des Lichtes, das von unten herauf und gleichsam von innen her, rote die alten Meister das liebten, die Bildmitte erhellt und betont. t . lieber die farblichen Qualitäten der Bildnisse insgesamt vermag sich der Betrachter wegen der eingangs geschilderten Beleuchtungsverhältnisse nur zurückhaltend und unverbindlich zu äußern; sie sind, leider, nur ungefähr abzuschätzen, doch bewahrt man, noch im Ungefähren, den Eindruck von koloristischer Kultur und sorgfältig abwägendem Geschmack. Es seien im einzelnen etwa noch das Bildnis Frau B., das Knabenporträt Erhard B. und das „Selbstbildnis mit Eltern" genannt: dieses sowohl der Eigenart des Motivs als auch der interessanten Wiederkehr gewisser Familienzüge wegen; die Figurengruppe ist, wenn man will, das aktuellste Stück der Ausstellung. Der im Gesamtbilde für unser Gefühl durchaus überwiegende Eindruck der Porträtreihe wird durch einige landschaftliche Gruppen ergänzt, ine mit vollem Pinselstrich in kräftigen Lokaltönen gemalt sind und eine wirkungsvoll aufteilende Tiefengliederung besitzen; was ihnen fehlt oder im künstlichen Lichte jedenfalls zu fehlen scheint, ist das, was die Maler gern mit Luft bezeichnen, das Atmosphärische, das Unkörperliche der Aura, die eine Landschaft umgibt und wesentlich mitbestimmend charakterisiert. Aehnliches gilt für unser Empfinden auch von einem Blumenstück, Stilleben mit Gladiolen, das mit Geschmack gemalt ist, aber merkwürdig unplastisch bleibt und sich in der Fläche verliert. — Oberhessischer Kunsiverem. Ausstellung Willy Jmkamp. Von Willy Jmkamp (Essen), dessen für die Landesuniversität erworbenes großes Führer-Bild« -tis kürzlich hier roiedergegeben wurde, Zeigt der Kunstverein eine gestern vormittag eröffnete Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Man sieht hier m wesentlichen Porträts und Landschaften, und man sieht auch, daß im Gesamteindruck der Ton durchaus auf den Bildnissen liegt. Man wird das bemerken, obwohl die Ausstellungsverhältnisse im Foyer (das seinerseits naturgemäß nicht aus dergleichen eingerichtet sein kann) denkbar ungünstig inl): alle Arbeiten präsentieren sich in künstlichem Lichte, und die Beziehungen zwischen Lichtquelle und Bildwänden sind in manchen Fällen derart, daß es nur schwer oder ungefähr möglich ist, die Farbwerte eines Gemäldes abzufchatzen. Das sind Ünzuträglichkeiten, die sich unter den gegenwärtigen Zeitumständen nicht abstellen lassen und m Kauf genommen werden müssen. Wenn man die Reihe der Portrats überblickt, wird man den Eindruck gewinnen, daß sie, obwohl das nicht nachzuprüfen ober gar nachzuwelsen ist, fren Blick für das persönlich Ausschlaggebende, für Ibas Charakteristische des Modells verraten; em be- iimbers bezeichnendes Beispiel hierfür scheint uns t>ie Studie „Bildnis eines Tänzers" zu fein, die schon in der Haltung, in der eigentümlich fließenden Linienführung des Figurenumrisses etwas vom Wesen des Dargestellten zum Ausdruck bringt Das gleiche vom benachbarten Porträt eines Goldschmie- >es behaupten zu wollen, wäre übertrieben, well dieser am Werktisch mit seinem Handwerkszeug bet !»er Arbeit dargestellt ist und ohnehin nicht ver- roechselt werden kann. Dagegen ist dieses Bildnis, Die uns scheint, aus einem anderen Grunde bemerkenswert: es zeigt, wie kaum em anderes dieser । Auswahl aus einem Gesamtwert, daß Jmkamps künstlerische Entwicklung durch die sogenannte neue Sachlichkeit hindurchgegangen ist; dies wird deutlich in der eigentümlich spiegelnden Glatte des tfarb= Auftrages wie an der Schärfe der Kontur und der Schattengebung, die jedes Ding mit betonter Plastik in den Bildraum einordnet. Als Gegenpol dazu wäre eine an der gleichen Wand (links außen) hängende weibliche Portrat- 7 885,20 RM. Geschäftsführer Schenck dankte zum Schluß allen Gefolgschaftsmitgliedern, Vertretern und dem.Aufsichtsrat für die geleistete Arbeit und schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche, stets nach den Grundsätzen unseres Führers zu handeln, dann würde es weiter vorwärtsgehen. Geschäftsführer Storck erläuterte sodann den Jahresabschluß nebst Gewinn- und Verlustrechnung. Er schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 762 529,41 RM. ab. Die Verbesserung der Liquidität der Genossenschaft sei fortdauernd das Ziel der Geschäftsleitung. Es soll eine Umschuldung durchgeführt werden, um für alle künftigen Fälle gewappnet zu sein. Die Verteilungsstellen sollen besser aus- qestattet und wo nötig neu hergerichtet werden. Allen finanziellen Anforderungen konnte die Genossenschaft gerecht werden. Dies verdanke sie der starken wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung, die Großdeutschland unter seinem Führer Adolf Hitler in den letzten 7 Jahren genommen hat, sowie auch der Treue ihrer Mitglieder, die auch in schwerster Zeit zu ihrem eigenen Unternehmen standen. Genossenschaften Arnold gab den Bericht der Revisionskommission. Es wurden 39 Sitzungen abge« halten und 2 unvermutete Kassenrevisionen durchgeführt. Es war fein Anlaß zu Beanstandungen. Genossenschafter Schneider sprach über die Tätigkeit des Aufsichtsrates. Er verlangte die Arbeitsfreudigkeit der verflossenen Jahre auch für die Zu- fünft. Auf Vorschlag des Genossenschafters Frick e l (Alten-Buseck) wurde hierauf dem Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig Entlastung erteilt. Geschäftsführer Storck schlug vor, die Erübrigung von 775,29 RM. dem gesetzlichen Reservefonds zuzuweisen, was einstimmig genehmigt wurde. Anschließend wurde durch Genossenschafter Brück« mann der Revisionsbericht der Prüfungsbehörde verlesen, in dem der Geschäftsleitung feinerlei wesentliche Beanstandungen oder Feststellungen ge« macht werden.. Vom Aufsichtsrat wurde der Bericht in seiner Gesamtheit gutgeheißen. Eine vorgeschla- Das Oberfommando der Kriegsmarine stellt Ende April 1941 Ossiziersanwärter für die Seeossizier- unb Jngenieur-Offizierslaufdahn der Kriegsmarine ein. Bewerber hierfür müssen Schüler höherer ober diesen gleichzuachtender Lehranstalten sein und zu Ostern 1941 in die 8. Klasse versetzt werden. Sie können sich sofort bei der Inspektion des Bildungs- wesens der Marine, Annahmestelle in Kiel, melden. Sofern sie von der Inspektion des Bildungswesens l>er Marine angewiesen sind und ihre zuständige Schulbehörde Führung und Leistung als ausreichend anerkennt, erhalten sie nach ihrer Einstellung I)qs Reifezeugnis. Auskunft erteilen die Marineoffiziere bei den zuständigen Wehrbezirkskommandos. Vordrucke für die Anmeldung übersendet die Inspektion des Bildungswesens der Marine, Annahmestelle Kiel, die auch zu roeitergehenden Auskünften bereit ist. ___________ ehr nach dem Kalender, wie nqch den großen Ab- jchnitten, die sich in der Jahreszeit des Bauern Deutlich abgrenzen. Dor allen Dingen war das in früheren Zeiten der Fall. Aber auch heute noch gibt es bestimmte Marksteine, die im bäuerlichen Leben eine wichtige Rolle spielen. Ein solcher Markstein ,st der 11. November, der Martinstag. Er bringt jur das Landvolk den Sommerschluß und den ngentlichen Winteranfang. Wenn man den Spuren aachgeht, die zu dieser Einteilung führten, bann findet man, daß bereits in altersgrauen Zeiten, als man von einem Heiligen namens Martin noch gar nichts wußte, ein solcher Termin Geltung hatte. Wenn nämlich der Germane seine Feldvorräte geborgen und das Dieh von der Weide heimgebracht hatte, bann ging er baran, sich auf ben Winter einzurichten. Die Tiere, soweit sie nicht zur Nachzucht unb zur Arbeit in Frage kamen, schlachtete man; Vas Fleisch wurde für die Aufbewahrung zubereitet. Dieselbe Erscheinung haben wir heute noch. Mit dem Schlachten oder den Schlachtfesten wird gewöhnlich am Martinstag der Anfang gemacht. Damit leitet der Bauer den Winter ein. Vielfach begann er damit zugleich ein neues Wirtschaftsjahr, und es ist allgemein bekannt, daß zum Martinstag in früheren Zeiten die Knechte und Mägde ihren Dienst aufsagten. In der Stadt weiß man nur noch wenig vorn Martinstag, aber daß es eine Martinsgans gibt, ist niemanden verborgen geblieben. Merkwürdigerweise ist die Martinsgans auch in allen germanischen Ländern von den Schweizer Alpen bis zu den norwegischen Fjorden bekannt, was darauf schließen läßt, daß die am Martinstag üblichen Gepflogenheiten durchaus germanischen Ursprungs sind. Denn eine Gans gehörte zum Festschmaus, so daß dieser Brauch dazu führte, alljährlich vom Martinstage ab Sie Gänse in großen Mengen auf den Markt zu bringen. Daß sie es dabei zu ihrer großen Beliebtheit gebracht haben, verdanken sie im wesentlichen ihrem schmackhaften Fleisch und ihrem nicht minder 'chmackhasten Fett. Der 11. November zählt auch zu den 84 Los- tagen, die im Volksglauben eine besondere Stellung einnehmen, da sie angeblich entscheidende Bedeutung für die Wetterprophezeiung haben. Vom Martinstage heißt es deshalb: An Martini Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein. Wenn an Martini Nebel sind, dann wird der Winter meist gelind. Wolken am Martinitag: der Winter unbeständig werden mag. Wie dem aber auch sei, sicher ist, daß wir jetzt ernsthaft dem Winter entgegengehen, der uns schon halb mit seinen nicht immer erfreulichen Darbie- tungen aufwarten kann. H. W. Sch. Offiziersanwärter für die Marineoffizier-Laufbahn. Die. 39. orbentliche Vertreterversammluna der Verbrauchergenossenschaft Gießen tagte am gestrigen Sonntag im „Burghof" in Gießen. Der Aufsichtsratsvorsitzer Schneider begrüßte die Vertreter unb bie Gäste. Die verstorbenen Mitglieder und die auf dem Felde der Ehre Gefallenen wurden durch Erheben von den Sitzen geehrt. Hierauf sprach der Geschäftsführer Schenck zum Geschäftsbericht. Er schilderte die Maßnahmen, bie getroffen wurden, um die Ernährung der Bevölkerung während des Krieges sicherzustellen. Auch die Verbrauchergenossenschaften arbeiteten-nach dem Führerrovrt: „Niemand soll im Kriege verdienen, alle sollen dienen." Durch die stabilen Löhne trat in der Kriegswirtschaft trotz vermehrter Anforderungen doch eine gewisse Erleichterung ein. GEG. und Verbrauchergenossenschaften konnten ihre Ausgabe als Treuhänder der Mitglieder erfüllen und sorgten für eine gerechte Verteilung. Durch das Bezugscheinsystem wird jedem Volksgenossen sein notwendiger Lebensbedarf sichergestellt. Im Weltkrieg sei durch das Fehlen der Bezugscheine die Belieferung eine sehr ungleichmäßige gewesen. Die heutige Derbrauchslenkung führt den Volksgenossen zu den vermehrt anfallenden Gütern und 'hilft ihm, sich einzurichten. Die Verbrauchergenossenschaft Gießen hatte im Berichtsjahr einen Gesamtumsatz von 1 860 244,03 RM. gegen 1 761 854,84 RM. im Vorjahr, mithin eine Umsatzsteigerung von $8 389,19 RM. Mit Ausnahme von Oktober 1939 und Mai 1940 brachten alle Monate Umsatzsteigerungen. In der Bäckerei war der Umsatz trotz Krieg befriedigend und steigend. Der Bäckereiumsatz im vergangenen Jahre belief sich auf 210 545,67 RM., im vorhergehenden Jahr auf 203 355,90 RM., mithin ergab sich in der Bäckerei eine Umsatzsteigerung von 7 189,77 RM. Für das ausfallende Weißgebäck gab es eine Neu» einführung: Vollkornbrot. Es zeichnet sich durch erhöhte Vitamine aus. An Seteuern leistete die Genossenschaft in 1939/40 78 180,28 RM., gegenüber dem Vorjahr 11871,70 RM. mehr. Die Lohn- und Bürgersteuer der Gefolgschaftsmitglieder betrug Sornotwen. Tageskalender für Montag. NSG.,Kraft durch Freude": 18.30 Uhr „Aennchen von Tharau". — Oeffentliche Abendvorlesung dec Universität: 20.30 Uhr Vortrag von Professor Dr. Vollrath über „Houston Stewart Chamberlain, der Künder deutschen Wesens". — Gloria-Palast, Seltersroeg: „Traummusik". — Lichtspielhaus, Bahn« Hofstraße: „Der dunkle Punkt". — Schützenverein: ab 19.30 Uhr Becherschießen. — Oberhessischer Kunst- verein: 17 bis 18 Uhr im Foyer des Stadttheaters Ausstellung W. Jmkamp. Stadtlhealer Gießen. Montag, 11. Nov.: Geschlossene Vorstellung für KdF. „Aennchen von Tharau". 18.30 bis 21 Uhr^ 8er Ring 3. Vorstellung. Dienstag, 12. Nov.: „Aennchen von Tharau", Operette von Strecker. 18.30 bis 21 Uhr. 9. Dienstag-Miete. Mittwoch, 13. Nov.: Zum 25jährigen Bühnen« jubiläum von Hans Geißler: Neuinszenierung „Ka- bale und Liebe". Trauerspiel von Schiller. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 18.30 bis 21 Uhr. 9. Mittwoch-Miete. Donnerstag, 14. Nov.. Orchefterkonzert: — Beet- hoven-Abend. 19.15 bis 21 Uhr. Gruppe B Nr. 2. Freitag, 15. November: „Der Tanz ins Glück", Operette von Stolz. 18.30 bis 21 Uhr. 9. Freitag- Miete. Samstag, 15. Nov.: Geschlossene Vorstellung für KdF. „Aennchen von Tharau". 18.30 bis 21 Uhr. 16er Ring 5. Vorstellung. Sonntag, 17. Nov.: „Aennchen von Tharau", Operette von Strecker. 18 bis 21 Uhr. Außer Miete. Gießener Vorlragsring. Der bekannte Bildrhapsode Kurt H i e l s ch e r wird auf Einladung des Goethe-Bunde, der Kulturellen Vereinigung (fr.Kaufm. Verein), der Volksbildungsstätte Gießen und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde im Rahmen des Gießener Vortragsringes am Dienstag, 12. November, in der Aula der Universität Gießen einen Lichtbildervortrag halten mit dem Thema: „Sonne über Italien". Die Vortragsbesucher werden bei dieser Gelegenheit noch auf den Beginn der Veranstaltung besonders hingewiesen, der auf 7.15 Uhr angesetzt ist. Ortszeit für den 12. November. Sonnenaufgang 8.42 Uhr, Sonnenuntergang 17.36 Uhr. — Monduntqrgang 5.27 Uhr, Mondaufgang 16.46 Uhr. Oer Bußtag wird vorverlegt. Schuh nur bis 15.30 Uhr. Dur chDerordnung des Reichsinnenministers Dr. Frick wird in diesem Jahre der Bußtag vom Mitt- woch, 20. November, auf Sonntag, 17. November vorverlegt. Jm vergangenen Jahr war eine Später- legung auf den Totensonntag erfolgt. Der nach der Verordnung über den Schutz der Feiertage vorge- sehene Schutz beschränkt sich auf den Bußtag 1940 auf die Zeit von 6 bis 15.30 Uhr. Sonst war der Bußtag bis 19 Uhr geschützt. Die Abweichung von dieser Regel am Bußtag 1940 trägt der Tatsache Rechnung, daß seit einiger Zeit Theater, Kinos und Konzerte den Beginn ihrer Veranstaltungen vorverlegt haben. Sie sind also in diesem Jahre in ihrer Programmgestaltung schon von 15.30 Uhr ab frei. Wieder Feldpostpäckchen bis 1OOO Gramm in beidenRichtungen. Jetzt sind wieder Feldpostpäckchen bis 1000 Gramm in beiden Richtungen, also nicht nur von der Heimat ins, sondern auch vom Feld in die Heimat Zugelassen. Gießener Gtadiiheater. Robert Stolz: „Der Tanz ins Glück." Operette in drei Akten von Robert Bodanzky und Bruno Hardt-Warden: das Libretto wahrt die Form zahlreicher neuerer Spielbücher, die kein Gewicht darauf legen, daß jeder Satz in Noten gefetzt und gesungen wird; es legt anderseits auf die Handlung so viel Wert, daß sie sich über große Strecken im normalen Sprechdialog entwickeln kann und nur an den durch eine lange Operettentradition geheiligten Höhepunkten gesanglich gesteigert oder durch Tanzeinlagen gelockert und rhythmisiert roirb. Der Komponist Robert Stolz verzichtet in seiner Partitur aus den oft übertriebenen Ehrgeiz mancher seiner Kollegen: er braucht keine weitausholende Einleitung und keine opernmäßig anspruchsvolle Instrumentation; ihm genügt es, die erwähnten Höhepunkte mit einer der jeweiligen Situation und Stimmungslage geschmeidig nachgehenden, sangbaren Melodie und, wo es gebraucht wird, auch mit tänzerischem Schwung auszustatten. * Die Handlung begibt sich zwar, wie das Programmheft ausweist, in der Gegenwart, operiert indessen sehr unbekümmert mit sozialen Verhältnissen i6ib Begriffen, die in abgelebten Zeiten eine geschätzte Attraktion gewisser Unterhaltungsromane bildeten; aber man kann immer wieder feststellen, daß in kaum einer anderen theatralischen Gattung eine so ehrwü r b ig -unerschütterliche Tradition die Zeiten überdauert wie in der Operette. So wird niemand ernstlich bagegen Einspruch erheben, baß die Liebesgeschichte dieser drei Akte auf der hartnäckigen Verwechslung eines bargeldlosen Friseur- gehilfen mit einem überaus echten Grasen beruht. Dieser wird an einem durch ben Anzeigenteil vermittelten Renbezvous mit einer gottlob ganz bürgerlichen jungen Dame unliebsam gehindert, unb ein unschulbig unb ahnungslos baherkommender junger Barbier, diesmcä nicht von Sevilla, schlittert sozusagen wiber Willen in die Rolle des gräflichen gene Satzungsänderung wurde einstimmig genehmigt. Am Schluß der Tagesordnung erfolgten Neuwahlen zum Aussichtsrat, bei denen die ausscheidenden Mitglieder Schneider, Brückmann und Kuhl wiedergewählt wurden. Nach Protokollverlesung durch ben Schristführei Braun würbe bie Versammlung mit dem Sieg- Heil auf Führer, Volk unb Vaterland geschlossen. Aus der Stadt Gießen Winterbeginn am Martinstag. Die Kreisleitung Wetterau der NSDAP, hatte Größe starben. Um dies richtig verstehen und rour« *■ " ' ~ v ' ........— digen zu können, müsse man einen Rückblick in bie deutsche Geschichte halten. Jeder Wendepunkt in der k. Die Fünfzigervereinigung 1 9 38 hielt am nötigen Vorsicht, gebracht werden, wo er u das Geschoß Krankenhaus darniederliegt. Geber allerdinl wirft Sie auch das Siegestor. Deutscher Turnersieg über Umland Unser Bild zeigt die finnische Mannschaft (links) und die deutsche Mannschaft vor Beginn des Kampfes. (Scherl-Bilderdienst-M.) Am * Rilfenrod (Kreis Alsfeld), ll.Nov, Punkten war das Ergebnis auch diesmal für Deutschland wieder recht deutlich ausgefallen. Bester Der 4. Turn-Länderkampf zwischen Deutschland und Finnland hatte in der Berliner Deutschland' einen mal । dem Gießen des Deutschen Roten Kreuzes nach Gießen gebracht werden, wo er in ernstem Zustand im Einzelturnor war der Finne Esa Serste mit 58,35 Punkten vor dem Deutschen Willi Stadel mit 58 und Innozenz Stangl mit 57,90 Punkten. Die Höchstnote 10 konnte kein einzigesmal vergeben werden. Die beste Tageswertung erreichte Innozenz Stangl am Reck mit 9,90, die überhaupt nur ein« mal erzielt wurde. Samstagnachmittag beschäftigte sich ein junger Mann von 17 Jahren mit dem Schießen nach Spatzen, wobei er ein Flobertgewehr benutzte. Gegen 17 Uhr kam ein 16 Jahre alter Bekannter entladen, er hob sie au diesem Zwecke in Hüfthöhe empor, leider aber nicht mit der nötigen, Vorsicht. Plötzlich krachte ein Schuß und L ~ , L Am gestrigen Sonntagvormittag erfreute.der sangverein „Germania" Großen-Linden unter Leitung seines Ehrenchormeisters, Musiklehrer Blaß, die Verwundeten in einem hiesigen Reservelazarett mit einem Gesangskonzert. Die Veranstaltung, die vom Oberkommando der Wehrmacht ourch die NSG. Halle am Sonntag mit über 12 000 Zuschauern i großartigen Rahmen erhalten. Zum b ritten» gingen die deutschen Turner als Sieger aus Kampf der Weltbesten hervor. Mit 346,2:342,5 im „Kühlen Grund" einen ..... . der gut besucht war. In seinen Einleitunasworten gedachte der Vorsitzende, Kamerad Hirsch, der Loten der Bewegung, der Gefallenen des Krieges und des ersten Verstorbenen aus den Reihen der Alterskameraden. In echter Kameradschaft verleb« ten die Mitglieder wieder einige schöne Stunden. Eine Sammlung für das Kriegs-WHW. erbrachte einen ansehnlichen Betrag. ** Seinen schweren Verletzungen erlegen. Am gestrigen Sonntagabend ist der sechzehn Jahre alte Lehrling Karl Michel aus Rodheim a. d. Bieber, der — wie wir am Samstag bereite berichteten — am Freitagabend auf der Heimfahrt mit seinem Fahrrad auf der Landstraße nach Rodheim von einem mangelhaft beleuchteten Auto an- gefahren und schwer verletzt worden war, in der hiesigen Chirurgischen Klinik verstorben. Der be- dauernswerte junge Mann war das einzige Kind seiner bereits seit Jahren verwitweten Mutter. nf Haernerelniaung 1888/ zu ihm. wobei natürlich das Spatzenlchießen Gegen- dran ade m Sechzehn Irrigen >n d en Samstagabend bei Kamerad Dechert itand der Unterhaltung mar. Im Verlause des Ge- Leib. Mit einem schweren Bauchschuß mufrte bet ' Kameradschastsabend ab. sprächs wollte der Siebz-hniahr.ge d.e SchutzwaNe bedauerns^werte unge °°n der «er Ichaft Auf Feldpostsendungen Absender! Bei Feldpostsendungen der Wehrmachtangehörigen aus dem Felde fehlt sehr häufig die Angabe des Absenders. Sie ist unbedinat erforderlich, um der Feldpost und der Reichspost die Prüfung zu ermöglichen, ob der Absender Gebührenvergunstigung genießt. Das Oberkommando des Heeres hat eine Anordnung erlassen, wonach die Angehörigen der Einheiten erneut darauf hinzuweisen sind. Gesangskonzert bei unseren Verwundeten. ersten Halbzeit überhaupt nicht auf ihren Gegner einzustellen verstand. Die Burgsolmser, die durch ihr steiles und schnelles Spiel immer wieder die Hintermannschaft der Gießener durchbrechen konnten, zeigten von technischer Hinsicht keine Offenbarung. Sie spielten unter Einsatz von Schnelligkeit ihr gewohntes Spiel und kämpften dabei mit dem notwendigen Siegeswillen, geschickt taktische Fehler des Gastgebers ausnutzend. Der schwächste Mann der VfB.er war der Tormann, der auch in erster Linie für die Niederlage verantwortlich ist Körner, der seine Mannschaft ohne Grund bei Be- ginn der zweiten Halbzeit im Stiche ließ, dürfte damit sein eigenes Urteil gesprochen haben. Trotz der Niederlage verdienen die zehn Spieler des Gastgebers für ihren Einsatz ein Lob. Spielverlauf: Die Gäste eröffnen das Sptel sofort mit steilen Vorlagen, und ehe die VfB.er überhaupt im Bilde sind, heißt es 1:0 für die Gaste. Kurze Zeit später schießt der Mittelstürmer der Burgsolmser das 2. Tor, nachdem der Tormann einen unnötigen Ausflug in den Strafraum gemacht hat. Alle Angriffe des Gastgebers, der be- sondern seinen rechten Flügel einsetzt, bringen nur Ecken ein, die durch die Unentschlossenheit des In- nensturmes nicht ausgewertet werden. Ein plötzlicher Angriff, wieder ein Schnitzer des Gießener Tormanns, und es heißt 3:0. Als bei einem Strafstoß der Burgsolmser Verteidiger übertritt, haben die Gießener ein Tor auf geholt. Kurz nach Halbzeit kommt es zu dem obengeschilderten Vorfall, " '' igs sich zu Gunsten der Gießener aus- ________ kämpfen jetzt mit dem Mute der Verzweiflung und bringen es tatsächlich fertig, nicht nur auszugleichen, sondern sogar mit 4:3 Toren, nachdem ein Tor von dem Schiedsrichter nicht gegeben worden war, in Führung zu gehen. Anstatt nun von der Offensive zur Defensive überzugehen, spielen die Gießener weiter offen. Diesem taktischen Fehler folgt sofort nicht nur der Ausgleich, sondern genommen. Im Anschluß an das Konzert erfreuten ’ die Sänger die verwundeten Kameraden im feld- 1 grauen Rock noch mit einer Rauchwarenspende. Feld- : wedel Stumpf als Sprecher des Lazaretts brachte den Sängern und ihrem Chormeister den Dank der Verwundeten mit herzlichen Worten zum Ausdruck. Zwei Vertreter der NSKOV. bekundeten durch ihre Anwesenheit die enge Verbundenheit der alten Soldaten mit den jungen Kameraden. Kameradschaft ehem. 116er. Bei dem Monatsappell der Kameradschaft ehem. 116er am Samstagabend machte Kameradschaftsführer Bill auf die neue Einrichtung des Kameradschaftsheims im „Pfälzer Hof" aufmerksam, bei der auch die Ehrentafel für die Gefallenen besser zur Geltung komme. Im Zusammenhang damit gedachte er des 9. November und aller Gefallenen sowie der kürzlich verstorbenen Kameraden Heinrich Noll und Werner (Gießen-Wieseck). Der Kameradschaft wurde für die Beteiligung der Fahnenabordnung am 1. Reichskriegertag in Kassel ein Fahnennagel verliehen, der den Vorbeimarsch vor dem Führer darstellt. Hierauf sprach der Kameradschaftsführer dem Kameraden Ludwig Groh zu feinem 75. und dem Kameraden Karl Haupt — dessen Vater bereits als 116er an den Kriegen 1866 und 1870/71 teilgenommen hatte — der am 8. November feinen 70. Geburtstag begehen konnte, die besten Glückwünsche aus. lieber die Ergebnisse des Wettkampfschießens berichtete Schießleiter Kamerad Kern. Aus dem Kameradenkreis wurden Vorschläge für eine bessere Bewertung der Leistungen gemacht. Zur Erfassung aller Erinnerungsstücke wurden durch den Kameradfchaftsfühxer entsprechende Maßnahmen getroffen. Es wurden die letzten Kreisbefehle und ein Schreiben verlesen, in dem bekanntgegeben wird, daß Kamerad Pfeiffer von der Kameradschaft ehern. 116er zum Kreisfechtwart bestimmt worden ist. Bei einem Zimmerschießen errangen bte Kameraden Biedenkapp, Schuld! und Kern Ehrenscheiben. Kameradschast £35i. 116. Am Samstag fand im „Württemberger Hof" bei Kamerad Ruhl ein Kameradschaftsabend statt, der — wie immer — recht anregend und im Geiste der im Weltkrieg geborenen Frontkameradschaft verlief. Kameradschaftsführer Rudolf Schneider wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des 9. November hin und würdigte den Opfertod der Gefallenen der nattonalfozialisttfchen Bewegung. Weiterhin gedachte er in ehrenden Worten des am 24. September verstorbenen Kameraden Christoph Studt, dessen Stammplatz zu seinem Gedächtnis mit Blumen geschmückt war. Kamerad Studt war allen durch fein stets freundliches- und gewinnendes Wesen ein sehr lieber Kamerad. Als einer der treuesten der Kameradschaft fehlte er bei keiner Versammlung und bekleidete jahrelang das Amt des Schriftwarts. Mit einem Sieg-Heil auf Adolf Hitler, den großen Führer' und Gründer Großdeutschlands, schloß der offizielle Teil des Abends, der die Kameraden bei Kriegserinnerungen und Soldatenhumor noch gemütlich beisammenhielt. * ** Heilkräuterfammlung der Schillers chu le. Zur Ergänzung unseres Berichts vom Samstag wird uns noch mitgeteilt, daß die Schillerschule in Gießen 40 Kilo (getrocknet) Drogen und 175 Kilo (getrocknet) Kastanien gesammelt hat. Amtsgericht Giehen Der H. W. in Gießen-Klein-Linden hatte wegen Betrugs einen Strafbefehl über einen Monat Gefängnis erhalten. Er hatte der Zeugin B. die Heirat versprochen, wodurch diese veranlaßt wurde, chm insgesamt 30 RM. zur Verfügung zu stellen. Sein Versprechen der Heirat hatte er aber nicht gehallen. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Dem Antrag des Anklagevertteters entsprechend wurde er zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt. Strafmildernd wirkte die seitherige Unbestrafcheit. Die E. L. Pf. in Naunheim hatte wegen falscher Anschuldigung einen Strafbefehl über 30 RM. erhalten. Sie hatte die falsche Behauptung aufgestellt, die Familie S. habe von dem Metzger S. mehr n und Wurst zugetellt erhalten, als ihr nach arten zugestanden habe. Gegen den Strafbefehl legte die Angeklagte Einspruch ein. Sie wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu einer Geldstrafe von 6 0 RM. verurteill. Rektor i. 5t. Otto Oaab f. * Lollar, 11.9100. Am Samstag verschied nach längerem Leiden unser langjähriger Lehrer und Rektor i. R. Otto Saab im 76. Lebensjahr. Er war am 2. Februar 1865 zu Leusel (Kreis Alsfeld) geboren worden. Nach anfänglichem Volksschulbesuch kam er in die Realschule zu Alsfeld, alsdann in das Lehrerseminar in Friedberg. Als Lehrer war er in Ober-Ofleiden, Bersrod und feit 1901 in Lollar tätig. Hier wurde er am 1. Juli 1922 Schulleiter und Rektor, bis er nach erreichter Altersgrenze mit 65 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand trat Er diente als Lehrer 6 Wochen im JR. 116 in Gie. ßen. Während des Weltkrieges hatte er die Ausbildung der damaligen Jugendwehr in Lollar durch- geführt und die Lebensmittelverteilung (Fleischversorgung) ehrenamtlich übernommen^ Große Verdienste hat sich Rektor Saab im Kriegervereins, wesen — Kyffhäuserbund — erworben. So grün- bete er während seiner Amtstätigkeit in Bersrod den dortigen Kriegerverein. In Lollar war er jahrelang Vereinsführer des Veteranen- und Kriegervereins Lollar, auch führte er längere Jahre den früheren Hafsiabezirk Gießen. Für seine eifrige und gewissenhafte Betätigung im Kriegervereinswesen wurde er vor einigen Jahren mit dem Kyffhäuser- ehrenzeichen 2. Klasse durch den NS.-Reichskrieger- bunb ausgezeichnet und burch den Kreiskriegerver- band Gießen zum Bezirksehrenführer ernannt. Sie Kriegerkameradschaft Lollar ernannte ihn für feine treue Mitarbeit und 40jährige Zugehörigkeit des Kyffhäufer» bzw. Reichskriegerbundes zu ihrem Ehrenmitglied. Saab war auch Mitbegründer des „Vereins Kinderfreund Lollar" und versah seit dessen Gründung bis in fein hohes Alter ehrenamtlich die Rechnerstelle dieses gemeinnützigen Institutes. Mit Saab wurde'ein echt deutscher Mann und gewissenhafter Lehrer zur großen Armee abberufen. Auf feinen Wunsch findet feine Einäscherung in aller Stille statt. Das Andenken an den Verstorbenen wird hier in hohen Ehren lebendig bleiben. Verhängnisvoller Schuß aus dem Floberl. „Kraft durch Freude" veranlaßt worden war, brachte eine Reihe schöner Volkslieder von Sonnet, Kirchner, Silcher, Sylvius und Waldmeister, die von dem Sängerchor in ausgezeichneter Weise zu Gehör gebracht wurden. Sie schönen Darbietungen wurden von den Verwundeten mit dankbarem Beifall auf- Elub und DSC. im Endspiel. Das Endspiel um den Fußball-Tschammerpokal werden am 1. Dezember im Berliner Olympiastadion der Pokalverteidiger 1. FC. Nürnberg und Sachsens Meister Dresdner SC. bestreiten. Ser „Club" gewann am gestrigen Sonntag das Düsseldorfer Vorschlußrundentrefsen gegen Nied er- rheins Meister Fortuna Düsseldorf vor 30 000 Besuchern mit 1:0 (1:0), während der DSC vor 40 000 begeisterten Besuchern die hoch eingeschätzte Wiener Rapiü-Elf mit 3:1 (1:0) schlug. Der Sieg der Nürnberger war glücklich, aber nicht unverdient; in Dresden kamen die Wiener erst zu chrem Ehrentor (durch Elfmeter), als der DSC. bereits mit 3:0 schon im sicheren Hafen war. Das Olympiastadion wird am ersten Dezembersonntag einen Grohkampf erleben! Ergebnisse der Bezirksklasse. Wetzlar 05 — Luftwaffensportverein 7:0. W.-Steinberg — Sportfreunde Wetzlar 8:2. • VB.-Reichsbahn — Burgsolms 4:5. Die Wetzlarer Mannschaft war dem Luftwaffen- sportverein in jeder Phase des Kampfes überlegen und hatte schon bei Halbzeit durch 3 Tore die Soldaten eindeutig geschlagen. — Sie Steinberger haben durch ihren hohen Sieg das Torverhältnis in der Tabelle zu ihren Gunsten gestaltet. Auch die Sportfreunde mußten erfahren, wie schwer in Steinberg überhaupt zu siegen ist. — Ser VfB.- Reichsbahn hat den Sieg verschenkt. VfB.-Reichsbahn — Burgsolms 4:5. Auf dem Waldsportplatz wurde besonders in der zweiten Halbzeit ein Spiel gezeigt, das an dramatischen Höhepunkten reich war. Sie Gießener Mannschaft war nicht glücklich zusammengestellt, ba man den Sturm auf Kosten der Läuferreihe geschwächt hatte. Dazu kam, daß die Mannschaft sich in der 3000Kilometer £iet>e Vornan von Olly Boeheim 24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Anita Silesen und Erik Schmitterlöf hielten sich bei der Hand wie Kinder, sahen sich in die Augen, als entdeckten sie alle Wunder der Welt. „Daß du mich gefunden hast", sagte Anita langsam, und löste sich aus ihrer Verzauberung. ,Lch sah doch oein Bild in der Zeitschrift. Ser Name stimmte nicht, aber das Gesichtchen." „Du hast es doch bloß bei Mondschein gesehen." „Aber das genügt mir, um es nie mehr zu vergessen. Wer bist du eigentlich — Dera Derries oder Anita Silesen?" „Seine kleine Seejungfrau! Alles andere ist gleichgültig." „Ja, es gibt nur dich und mich, und den Frühling. Ser ganze Tag liegt vor uns. Was wollen wir unternehmen?" „Was du willst." ,Lch weiß schon. Wir nehmen ein Motorboot und fahren um die Stadt und dann an den Mälarsee nach Skokloster, und Siegtung und über die Schären heim. Was macht dein Freund Peter Renz?" „Ser rast, soweit das mit seinem Wagen möglich ist, einem Schuldner nach." ;,Sen wären mir also los! Komm!" Das Motorboot zischte am Ufer von Strandoägen entlang. Sie Sonne blendete, und der Gischt spritzte den jungen Menschen ins Gesicht. Die eleganten Boulevards mit ihren lachenden Blumenständen tanzten vorbei, elegante, fröhliche Menschen wandelten sorglos im Sonnenschein. Wolkenkratzerähn- llche Bauten stiegen am Norr Mälarstrand von den Fölsen auf in den blauen Himmel hinein. Allmählich drehte bas Boot ab, fuhr am königlichen Jachtklub vorbei, wo schlanke, weiße Luxusboote in ber Sonne glitzerten, und dann ließ es die stolze, lachende Stadt hinter sich. Ser schwermütige Mälarsee nahm sie auf. .Letzt fahren wir nach Skokloster, kleine Nixe", sagte Erik Schmitterlöf, „dort wird geluncht." Vor einer Baumallee legten sie am Im Klostergarten saßen sie dann unter alten Bäumen, tranken Milch und träumten in den lachenden Frühlingsnachmittag hinein. Hier begann Anita leise zu beichten, während die Bienen um den goldgelben Honig summten, den der freundliche Wirt ihnen brachte. Sie erzählte von ihrem Betrug, von der wirklichen Vera Verries, die krank vor Liebe in ihrem Hotelzimmer lag und an der sie plötzlich eine Freundin gefunden hatte. Arm in Arm gingen sie an dem Ufer des Mälarsees entlang, manchmal standen sie still, sahen sich an und lächelten. „Su bist nicht entsetzt und hüllst mich nicht für eine Betrügerin?" „Aber Anni!" Erik Schmitterlöf lachte. „Ich glaube, du hast noch nachträglich Angst vor der eigenen Courage." „Nein", sagte bas Mäbchen leise, „aber wenn ich dich deswegen verloren hätte —" In ihrer Stimme war noch die Sorge um den Geliebten. Erik Schmitterlöf riß Anita mit einer plötzlichen Bewegung an sich und küßte sie. „Glaubst du benn , sagte er lanafam, „ick könnte nicht verstehen, daß es Abenteuer gibt? Su hast eins erlebt, unb es ist gut ausgegangen. Soll ich bir besroegen böse fein?* Eine Weile war es still zwischen ihnen. Sie Sonne schwamm blutrot auf bem Wasser unb entzünbete am Horizont ein Farbenspiel von seltener Schönheit. Lange graue Schatten tasteten sich am See entlang unb bedeckten bie Ufer fast völlig. „Was würdest du sagen", rief Anita plötzlich lebhaft, „wenn ich jetzt anfinge zu tanzen, immer so den Weg entlang, hinunter zum Strand und in die sinkende Sonne hinein?" Sie reckte sich auf den Zehenspitzen, verschränkte bie Arme hinter bem Kopf unb sah Erik mit strah- lenbem Lächeln an. „Einen Grog trinken gehen", sagte er trocken. Von Anitas Gesicht verschwanb jäh bas Lächeln. „Pfui, bu bist ein gräßlicher Kerl!" Sie war richtig gekränkt, unb als Erik sie schnell in bie Arme nehmen wollte, brehte Anita ihm ben Rücken zu. „Nixchen", sagte seine Stimme an ihrem Ohr bittend, aber immer noch mit leisem Spott, „ich wußte ja nicht, daß du so tanzwütig bist. Aber wenn du es wünschest, bleibe ich in ehrfürchtigem Staunen am Waldrand stehen unb sehe bir zu." ,Lch lege keinen Wert auf den Beifall unwissender Seebären", kam es, schon halb versöhnt und- deshalb übertrieben streng, aus Anitas Mund. Sie machte keine Miene, sich ümzudrehen. Erik streichelte leise ihren Arm. „Liebe, kleine Anni", sagte er zärtlich, „du muht mir nicht böse sein. Aber, sieh mal, ich kann es nun mal nicht leiden, wenn Frauen so sehr an ihrem Beruf hängen. Und schließlich, wenn wir mal heiraten, brauchst du doch nicht mehr zu arbeiten." „Ich will dich ja gar nicht heiraten, du Scheusal!" Sas klang so trotzig, daß Erik laut lachen mußte. Sann packte er Anita an beiden Schultern, wirbelte ihren Körper herum und preßte sie an sich. Sas Mädchen wehrte sich heftig; chr Gesicht hatte einen Ausdruck von komischem Zorn. Ihre kleinen Fäuste trommelten wild gegen feine breite Brust. Keuchend bäumte sie sich in seinen Armen auf. Aber er war stark. Ihre Kraft erlahmte schnell, und mit einem kleinen Schluchzen legte sie den Kopf an feine Schulter. Als er feine Lippen auf ihren Mund preßte, legten sich zwei weiche Mäochenarme um seinen Nacken. So standen sie lange unb merkten nicht, daß es immer bunfler würbe. Einmal hob Erik ben Kops und sah, daß die Sonne ganz verschwunden war. „Ich glaube, wir müssen nach Hause fahren; es wird sonst zu spät", sagte er leise. Sie neigte bas feine Gesichtchen in unmerklicher Bejahung. Es war sehr still geworben um sie her. „Komm!" sagte Erik Schmitterlöf roleber. Anita sah mit großen Augen in bas verlöschenbe Licht. „Halte mich fest", bat sie, als sie die Stufen zum See hinabstiegen. 16. Kapitel. „Ihr Vorschlag kommt mir wie ein Scherz vor, gnädige Frau", sagte ber Direktor des Tivoli-Theaters, Rydbohm, mit freundlicher Ironie. „Sie lehnen es ab, zu tanzen, und wollen mir eine junge Anfängerin einreden, mit der id) mir womöglich einen Mißerfolg hole." Dera zerbröckelte nervös ihre Zigarette im Aschenbecher. „Lieber Direktor Rydbohm, die Sache ist fein Scherz. Ich befinde mich augenblicklich in einer Verfassung, daß ich einfach nicht onftreten kann. Ich bin jo nervös, daß es mir unmöglich ist, mich auf den Tanz 3U konzentrieren. Außerdem macht mir meine Knöchelverletzung, an der ich schon lange Zeit leide, noch zu schaffen." „Sie haben in Göteborg ausgezeichnet getanzt. Das Tivoli-Theater ist bereits ausverkauft, es tut mir leib, aber ich muß auf ben Abend bestehen." Vera knüllte ihr Taschentuch. Was sie sagte, war keine leere Ausflucht. Sie konnte einfach nicht tanzen. Sie war in fiebriger Erregung, feit sie ahnte, wer Arne Ohlsen war. Jetzt, wo Peter Renz ihn aufgeftöbert hatte unb ihm mit geschäftlichen Singen kam, würbe Arne sich womöglich woanbers verkriechen, unb Vera würbe ihn vielleicht nie mehr wiebersehen. Sie mußte ihn erreichen, solange er poch in ber Hütte war, also sofort. Sie mußte ihre harten, bösen Worte zurücknehmen, die einem sinn« losen Verdacht entsprungen waren. Unb plötzlich sagten ihre Lippen etwas, worüber sie sich eigentlich nie klar gewesen war. „Woher wissen Sie, daß mein Tanzabenb ein hunbertprozen« tiger Erfolg werben wirb?" Direktor Rydbohm war zuerst sprachlos, eine solche Müdigkeit, solche selbstquälerischen Zweifel verrieten diese Worte. „Aber, gnädige Frau", sagte er mit einem verlegenen Lächeln, „dafür bürgt doch Ihr Name, und bann Ihr letzter großer Erfolg in Göteborg." „Den großen Erfolg in Göteborg", entgegnete Vera ohne zu überlegen, „hat eine junge Anfängerin gehabt." Direktor Rybbohm griff nach einer Zigarette. Er fürchtete anscheinenb für ben Verstaub ber Tänzerin. „Ja, mein Lieber", sagte Vera Derries mit einem matten Lächeln, „bie Geschichte tarne früher ober später doch heraus." Unb sie erzählte mit kurzen Worten ben Sachverhalt. Direktor Rydbohm brach in ein schallendes Gelächter aus. „Das ist allerdings ein glänzender Witz!" Und bann mit plötzlicher Lebhaftigkeit: „Die junge Dame scheint bemnach außerorbentlich begabt zu fein?" Vera nickte. Sie fühlte, wie bas Interesse bes Dl« reftors sichtlich zu ihrer jungen Nachfolgerin hinüberglitt. Er spielte mit seinem Bleistift unb buchte schweigend nach. „Unb, ganz unter uns natürlich, Sie fürchten, baß Ihr Tanzabend nicht ben gleichen Erfolg haben könnte, wie ber btefer .. (Fortsetzung folgt)