Zreitag.II. ©ttoberWO Lin Unterseeboot versenkte zwei bewaffnete Öberkommandierenden der Faschistischen Miliz ver- Ununterbrochene Vergeltungsangriffe rollen Tag und Nacht gegen London. Italien greift an! Don Major a. O. von Keiser. England betrachtet mit echt britischer Anmaßung das Mittelmeer lediglich als ein strategisches Gebiet zur Sicherung seines Seewegs nach Indien und zur Aufrechterhaltung der Vorherrschaft in Europa, während Italien in ihm das „mare nostro“ sieht, auf dem das Dasein und die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten seines Imperiums beruhen. Im Mutelmeer schneiden sich die ostwestlichen Verbindungslinien Englands mit den nordsüdlichen Italiens, an ihrem Schnittpunkt in unmittelbarer Nähe Siziliens liegt das britische Malta, das gleichzeitig die Meerenge zwischen der westlichen und östlichen Mittelmeerhälfte beherrscht. Solange Italien militärisch schwach war, kamen diese naturgegebenen Gegensätze nicht zur Geltung. Als es aber unter Mussolinis tatkräftiger Führung sich eine starke Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und vor ollem in der Lust schuf, als es wagte, sich mit der Besitznahme von Abessinien inmitten britischer Herrschaftsgebiet und in unmittelbarer Nähe der von England beherrschten Straße von Bab el Mandeb eine starke Position zu schaffen, da trat England diesem Ringen des italienischen Volkes um Erweiterung seines schmalen Lebensraumes mit größter Schärfe entgegen. Ein England, das die Tore des Mittelmeeres und des Roten Meeres zum freien zweite Maschine der englischen Angreifer- gruppe rammte und diese mit in die Tiefe Schaden drei Tote und sechs Verwundete gab. Ein feindliches Flugzeug wurde von der Marineflak abgeschossen. In Ostafrika überraschten und vertrieben unsere Abteilungen feindliche Streitkräfte in Mar Deglo (Kenya). Eine unserer Fliegerstaffeln machte einen Luftangriff auf L o l o b a t i (südöst- lich von Wasir) und beschoß im Tiefflug die feindlichen Lager. Eine weitere Staffel bombardierte die Hafenanlagen und Lagerhäuser von Aden, sowie die im Hafen liegenden Schiffe. Feindliche Flieger warfen Bomben auf Lheren, Buna, de (Saniere, Sura und Mai Edaga, ohne Opfer oder Schaden zu verursachen, während bei einem Luftangriff auf Assab unter den Italienern und Eingeborenen zwei Tote und einige Verwundete zu beklagen sind. Die Bedeutung der Po-Armee. Rom, 10. Oft (Europapreß.) „Popolo di Roma" befaßt sich mit der großen Heerschau in Oberitalien. Die großen Einheiten, die kriegsmäßig in der Po- Ebene zusammengezogen seien, so erklärt das Blatt, müßten als „M anöoerMasse" betrachtet werden, die intakt und zur blitzschnellen Schwerpunktbildung an der Stelle verfügbar sei, an der ihr Einsatz am wichtigsten sei. Auch in der „Dislokation" biete die Po-Armee das Bild der Manövermasse, < weil sie sich geographisch in einer zentralen Stellung befinde, von der aus sie schnell nach allen Richtungen vor stoßen könne, zumal sie für einen schnellen Standortwechsel und ein tiefes Eindringen in feindliches Gebiet geeignet sei. Das Blatt weist weiter darauf hin, daß die Streitmacht in der Po-Ebene nur einen winzig kleinen Teil des italienischen Kriegspotentials dar- ftelle, das auf über neun Millionen Mann erhöht werden könne. Unter Anspielung auf ein auch von Mussolini gebrauchtes Wort vom Angriff als der besten Verteidigung hebt das Blatt den Kampfgeist der italienischen Truppen und die faszinierende Wirkung hervor, die von der Persönlichkeit des Duce, wie von allen großen Feldherren, ausgehe, und die seine Stellung als höchster Befehlshaber der in Di« Visionen verwandelten Nation begründe. werden. Einige Wohnhäuser wurden zerstört, ein Bauerngehöft brannte vollkommen ab. Der Gegner verlor gestern 10 Flugzeuge, davon eines durch Flakartillerie. Vier deutsche Flugzeuge werden vermißt Der Hafen von C a r d i f f, der nach dem Wehrmachtsbericht von der deutschen Luftwaffe angegriffen wurde, ist der größte Kohlenausfuhrhasen Englands. Fast ein Viertel der gesamten englischen Kohlenausfuhr geht über diesen Hafen, der über spezielle Kohlenbunker- und Oel- bunkeranlagen verfügt. Die Kailänge des Hafens beträgt 11 km. Der Hafen von Cardiff ist auch a l s Einfuhrhafen von Bedeutung. Fast 10 v. H. der englischen Gesamteinfuhr an Eisenerz und Schrott und fast 15 v. H. der Gesamteinfuhr an Grubenholz kommen über Cardiff nach England. In der Nähe des Hafens befinden sich bedeutende Lagereinrichtungen, wie z. B. Kühlhäuser mit großer Lagerfähigkeit. Am Donnerstag sieben britische Iagd- fluazeuae obaetchoffen. Berlin, 10. Oft. (DNB.) Die britischen Verluste am Donnerstag betragen nach bisherein- qegangenen Meldungen sieben Jagdflugzeuge. Lin deutsches Flugzeug muhte im Kanal notwassern. Der Flugzeugführer wurde von einem Seenotflugzeug ausgenommen. Die Maschine wird zur Zeit geborgen. Bei einem Luftkampf, der sich über der englischen Südküste zwischen einem einzeln fliegenden deutschen Bomber und zehn englischen Spitfire-Maschinen eutwickette, schoß das deutsche Flugzeug einen der englischen Jäger ab. hierbei ereignete sich der seltene Fall, daß die brennend abstürzende Spitfire eine ihre Bahn kreuzende Drud und Verlag: vrÜHIsche UniverMätrdniderei R. Lange folgte mit sichtlicher Befriedigung den flotten Vorbeimarsch, der von den ausländischen Vertretungen, mit 250 Hitlerjungen und ihrer Musik an der Spitze, eröffnet wurde. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches marschierte die Marschgruppe der HI. unter braustndem Jubel der Bevölkerung in vorbildlicher Haltung an Mussolini vorbei. Üeberall, wo sie auf ihrem Wege zum Paradeplatz vorbeigekommen waren, empfing sie eine Welle ungeheurer Begeisterung, die ihren Höhepunkt erreichte, als Mussolini sie bei ihrem Vorbeimarsch begrüßte. Sie stellten sich an seiner Seite in Reih und Glied auf und stimmten oft in die jubelnden „Duce-Duce"-Rufe der Menge ein. Mussolini wandte sich immer wieder lächelnd zu ihnen und erwiderte ihre Ovationen mehrmals mit einem lauten „Heil". Nachdem die anderen ausländischen Gruppen defiliert waren, marschierten die i t a - lienischen G I I.-D e r b ä n d e . von stürmischen Begeisterungskundaebungen begrüßt, in satt einstündigem Zuge zuerst im einfachen Marschtritt und dann im militärisch wuchttgen Paradeschritt des Passo Romano an ihrem obersten Führer vorbei. 3Wiemfrf»er IMrnwrWmW. Rom, 10. Oft Der italienische Wehrmachtsbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: In Norbafrika belegten feindliche Flieger Tobruk mit Bomben, wobei cs außer leichtem Die amerikanischen Staatsbürger vertaffen Ostasien. Getaffenes Echo in Japan. Annahme von Anzeige« für die Dttttagsnummer bi§8*/,Ubr desVormittags Aruetgen-Preiler Anzeigenteil 7 Rvf. le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvs. te mm bei 70 mm Zeilenbrette , Nackigste: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Pladvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Der Wehrmachtsberichl vom Donnerstag. Berlin, 10. Oft. (DNB.) Das Oberfommanbo der Wehrmacht gibt befannt: Vom frühen Morgen bis zu Beginn der Dunfel- heit rollten ununterbrochen Berget- tungsangriffe leichter und schwerer Kampfflugzeuge gegen die britische Hauptstadt. Unmittelbar anschließend setzten Nachtangriffe schwerer Kampfflugzeuge ein, die bis in die Morgenstunden des 10. Oktober andauerten. Schwerste Schäden wurden den Docks im Themsebogen zuge- fügt. Umfangreiche Zerstörungen richteten Bomben- explosionen auch an den Bahn- und Gleisanlagen im Stadtkern an. Während der Nacht waren zahlreiche' ausgedehnte Großfeuer zu beobachten. Einzelne Kampfflugzeuge griffen in 5 üben g- tanb Hafenanlagen, Truppenlager, Bahnkörper unb Rüstungsbetriebe erfolgreich mit Bomben schweren unb schwersten Kalibers an. In Süb - unb 2Uitfelenglanb belegten sie mehrere Flugplätze mit Bomben. In St. Lval, Penrhose unb St. Merryn gelang es, halten unb Unterkünfte burch Volltreffer zu zerstören unb am Boben ftehenbe Flugzeuge zu vernichten. 3m Hafenbecken von Car biff lösten Bombentreffer heftige Explosionen unb anschliehenb einen großen Branb aus. Auf See würbe ein feinbliches Handelsschiff von etwa 4000 BRT. burch mehrere Bomben mittschiffs getroffen. Es blieb brennenb mit starker Schlagseite liegen. der britischen Presse have ein Feldzug gegen Japan begonnen, an dessen Spitze sich die „Times" gestellt habe. Der Widerstand Chinas gegen Japan werde glorifiziert. Sämtliche Blätter brächten in großer Aufmachung die letzte Rede des Marschalls Tschiang- schek, in der dieser versicherte, China werde nicht eher die Waffen niederlegen, als bis der letzte Japaner das chinesische Territorium verlassen habe. Große Flottenparade vor dem Kaiser von Japan. Tokio, 11. Okt. (DNB. Funkspruch.) In den Gewässern von Yokohama fand am Freitag vor dem Kaiser eine große Flottenparade statt, an der über 100 Kriegsschiffe und 500 Flugzeuge teilnahmen. Dieser Flottendemonstration kommt, wie der Marineminister kürzlich betonte, gerade in der augenblicklichen Weltlage eine große Bedeutung zu. Der Kaiser traf um 9 Uhr im Sonderzug in Yokohama ein und begab sich in Begleitung des Marineministers Oikawa, des Admiralstabschefs Prinz F u s ch i m i sowie mehrerer Mitglieder des Kaiserhauses mit größerem Gefolge an Bord des Flaggschiffes „Hiei", das darauf den Hafen verließ. Der Kaiser nahm bann die große Parade ab. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen erscholl der Kaisersalut aller an der Parade teilnehmenden Schiffe. Admiral I a m a m o t o , der Befehlshaber der vereinigten Flotte, leitete die Flottenparade, die im Rahmen der Feiern des 2600jährigen Bestehens des Kaiserreiches durchgeführt wurde. Padua, 10. Okt. (Europapreß.) Die gewerbe- reiche Universitätsstadt Padua steht im Zeichen des großen italienischen Jugendaufmarsch es. An diesem Aufmarsch nehmen neben 20 000 Mitgliedern der faschistischen Jugend eine Abordnung d e r HI. aus dem Reich, Jugendabordnun- qen aus Spanien, Ungarn, Bulgarien und Rurnä- nien teil. Die Stadt trägt ein festliches Gepräge. Alle Straßen und Plätze sind reich mit den Fahnen der vertretenen Länder geschmückt. Mussolini hat gleich nach seiner Ankunft in Padua die Truppenschau der 22 Bataillone der Kriegsfreiwilligen der Faschistischen Jugendorganisationen und der Vertretungen ausländischer Jugendorganisation nen, die zu dieser Kundgebung nach Padua gekommen sind, angenommen. Hierauf begab sich der Duce nach einer vierzig Kilometer von der Stadt entfernten Anhöhe, zu einer Scharfschießübung der Jungfaschisten. Am Mittag kehrte Mussolini nach Padua zurück und nahm auf der Piazza Garibaldi die große Parade der 20 000 Jungkaschisten ab, die in diesem Sommer vom Golf von Genua bis nach Venedig einen Uebungsmarsch von 420 Kilometern zurückgelegt haben. Auf der Ehrentribüne sah man die Botschafter Deutschlands, Spaniens und Japans sowie die Gesandten Unaarns, Rumäniens und Bulgariens, ebenso die Militärattaches, die im Gefolge Muffolinis besten Jnsvektionsfahrt i. Der Duce in der Uniform des Tokio, 10. Okt. (Europapreß.) Die alarmierende Mahnung der Washingtoner Regierung an ihre m Ostasien befindlichen Staatsbürger, baldigst d i e Heimreise anzutreten, durcheilt heute alle Städte des Fernen Ostens. Wer noch zögerte, eilt jetzt zum nächsten Schiffsbüro und belegt dort einen Platz. „Asahi" meldet aus Schanghai: , USA.= Firmen in China hätten Anweisung erhalten, nach Manila zu gehen und dort Wartestellung zu beziehen. Die Angestellten der nordamerikanischen O e l f i r m e n in China, die sich zur Zeit auf Heimaturlaub befinden, werden nicht mehr zurückkehren. Die Familien der Offiziere des asiatischen Geschwaders der USA. wurden angewiesen, in den USA. zu bleiben. Sämtliche Kabinen der Trans-Pazisik-Schifte in Richtung USA. sind aus- verkauft und mit nordamerikamschen Heimkehrern belegt. Der große Ausverkauf, der schon seit Wochen im Gange ist, dauert an. Jeder wünscht möglichst leichtes Gepäck für eine Reise, die vielleicht zur Flucht werden könnte. In China sind rund 10 000, in Japan 8000 und in Hongkong 2000 nordamerikanische Staatsangehörige. Der Inhaber der japanischen Zeitung „Yomiuri", S h o r i k i, erklärt in einem in den USA. veröffentlichten Interview des „International News Service", jede weitere japanfeindliche Kundgebung der Vereinigten Staaten wäre gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung. Auch die Erklärung des englischen Botschafters Lord Lothian in Washington, er habe seine geplante Reise nach London wegen der Krise im Fernen Osten auf englische Anweisung aufgegeben, löste große Aufmerksamkeit aus und vertiefte die gespannte Atmosphäre, bei der allerdings Japan eine vorbildliche Gelassenheit bewahrt. Auf die seindllche Handels,chisse oon insges-ml 7000 BRT. 'rife. Der deutsche Bomber erreichte m.t zahlreichen In Westdeulschland unb in ben besetzten Gebie- Treffern seinen Flughafen. Ein Mitglied ber Beten burch nächtlichen feinblichen Bombenwurf an- satzung würbe burch bie feindliche Einwirkung lob- gerichteter Sachschaben konnte rasch wieder behoben lich getroffen. Japan habe selbstverständlich auch heute noch den ernsthaften Willen zum baldmöglichsten Frieden in China. Der Dreierpakt, den Churchill zu bejammern scheine, sei eine Maßnahme zur Erreichung dieses Zieles. Wenn die britische Regierung wirklich, wie sie vorgebe, den Frieden in Ostasien wünsche, sei ihm unverständlich, wie London durch die Wiederöffnung der Burma-Straße Tschiangkaischek zu weiterem Widerstand und Kampf gegen Japan ermuntern könnte. Schließlich betonte der Außenminister, daß der Dreierpakt nicht gegen Amerika eingegangen sei. Die drei Staaten wünschen ernstlich, daß gerade eine mächtige Nation, wie die USA. nicht in den Europakrieg verwickelt würbe ober wegen des Chinakonfliktes zu einem Zusammenstoß mit Japan käme. Der Gedanke an einer derartige Möglichkeit, die eine furchtbare Katastrophe über die Menschheit bringen könne, genüge, um einen zaudern zu lassen, wenn man die Folgen erwäge. Der Dreierpakt sei kurz gesagt ein Friedenspakt. Britischer preffefeldzuq gegen Japan. Madrid, 10. Okt. (Europapreß.) Der Londoner Berichterstatter des „Ya" meldet seinem Blatte, in Der Duce bei der kriegssreiw',1 _ Die Marschgruppe der 63. in Padua begeistert gefeiert. Ozean beherrscht, würde auch in Zukunft der gefährlichste Feind eines starken römischen Imperiums sein, das auf den freien Ueberseeverkehr dringend angewiesen ist. Die Teilnahme am Kriege auf Deutschlands Seite war daher ein lebenswichtiges Gebot für Italien. Italien hat für den Kampf im Mittelländischen Meer gegenüber England den strategischen Vorteil der „inneren Linie", d. h. es kann von seiner heimatlichen Kampfbafis aus seine See- und Luftstreitkräfte geschlossen gegen die weit getrennt von Gibraltar und Alexandrien aus operie- renden englischen Flottenteile einsetzen. Malta hat seit der Erstarkung der italienischen Luftwaffe seine Bedeutung als britischer Marinestützpunkt ver. loren und dient heute nur noch als Luftstützpunkt. Aber auch als solcher ist er gegenüber der vorzüglichen italienischen Luftwaffe, die ihn aus nächster Nähe jederzeit mit überlegenen Kräften angreifen kann, in recht ungünstiger Lage. In Ausnutzung dieser strategischen Vorteile hat Italien den Mitte Juli unternommenen britischen Flottenvorstoß von Gibraltar und Alexandrien aus gegen die italienischen Gewässer trotz seiner Unterlegenheit an See- ftreitfräften durch feine Luftangriffe vereitelt und beide feindlichen Geschwader unter schweren Verlusten in ihre Ausgangshäfen zurückgejagt. Anfang September scheinen die Engländer nod) einmal eine größere Flvttenaktion beabsichtigt zu haben, ihre Seestreitkräfte wurden aber im mittleren Mittelmeer, vor Algier und im Aegäischen Meer von italienischen Kampf- und Sturzkampfverbänden angegriffen und erlitten wiederum starke Verluste. Seitdem tritt die einst so stolze britische Flotte im Mittelmeer genau so wenig in Erscheinung wie in der Nordsee. Die entschiedene Ueberlegenheit der italienischen Luftwaffe über die englischen See- und Luftstreitkräfte hat sich nicht nur in diesen Seekämpfen, sondern auch bei den immer wiederholten erfolgreichen Luftbombardements auf die wichtigsten britischen Stützpunkte Gibraltar, Malta, Alexandria, Haifa und Suez gezeigt. Wenn die Engländer in den ersten drei Kriegsmonaten rund sechsmal soviel Flugzeuge verloren haben wie die Italiener, so (90. Jahrgang Br.2U Erscheint täglich, au her Sonntags und fteiertaaS Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter i Heimat nnRild DieScholle | MonatS-Be-ugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 ' Zustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge- höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" , Postscheck 1168k ftrantf j M ’ Frage, ob auch Japan daran denke, seine Staatsbürger aus den USA. heimzurufen, antwortete der Sprecher des Auswärtigen Amtes: „Wir sind nicht so nervös!" Ebenso bleiben die japani- , schen Zeitungen in ihren Kommentaren ruhig. ' „Wir nehmen die englische und jetzt anscheinend auch folgende amerikanische Evakuierung Chinas , als erfreuliches Zeichen, wodurch der schrittweise t Rückzug des an g l o - a m e r i k a n i sch e n Im- perialismus angebeutet wird", schreibt ,Kc>- kumin Schimbun". England und Amerika scheinen immer noch Drohungen und Bluff als wirksame Hindernisse für die Aufrichtung der Neuordnung in Ostasien zu betrachten. „Yomiuri" schreibt: „England scheint Amerika in Panikstimmung versetzt zu haben. Beide Stauten sind aber gegenwärtig z u entscheidenden Gegenmaßnahmen unfähig. Sie greifen nur zu demonstrativen und drohenden Gesten durch die Uebertreibung der Wichtigkeit der Wiedereröffnung der Burmastraße und der Zurückzichung der amerikanischen Staatsbürger aus Ostasien. „Yomiuri" legt den Äußerungen amerikanischer Marinekreise, wonach der USA.= Flotte noch ausgebildete Besatzungen fehlen, größte Bedeutung bei. Solange dieser Mangel andauert, werde ben USA. auch die größte Zahl von Flotteneinheiten nichts nützen. Der nord- amerikanische Druck werde daher wahrscheinlich in verstärkten wirtschaftlichen Sanktionen bestehen. Gewohnt, Japans Gesamtstärke zu unterschätzen, glaube Washington, Japan kampflos lediglich durch eine verschärfte Wirtschaftsblockade auf die Knie zwingen zu können. Die einzige Antwort darauf sei, die Gesamtstärke Japans mit allen Mitteln zu erweitern und die Rückschlagung jeden Angriffs vorzubereiten. , .. Englands Erklärung, daß ab 17. Oktober die Burma-Straße wieoer geöffnet wird, wirb mit ruhiger Entschlossenheit ausgenommen. „Nichi Nichi" berichtet, in Burma seien sämtliche Lagerhäuser zum Bersten voll mit nordamerikanischem Kriegsma terial, bas nur barauf warte, nach Tschungkmg gebracht zu werden. Nicht so sehr England als vielmehr die USA. hätten auf der Deffnung des Burma-Weges bestanden. Die USA., die eben erst Tschungkmg einen neuen Kredit von 25 Millionen Dollar zum Ankauf von Rüstungswerten eröffnet hatten seien jetzt ber stärkste Faktor in ber arunbfa^ieben Bekämpfung der Ziele Japans. Die spanische Prelle betont übereinstimmend, die Lage habe sich jedoch grundlegend geändert, denn von Indochina aus könne jetzt Japan ben Kanonen-Weg Burma—Tschungkmg zerstören. Abgesehen von ben politischen und nnrtschafttichen Kreisen kümmert sich die iaPamf^,D^erntÄ' zur Zeit wenig um die Außenpolitik. Alle Parks sind voll fröhlicher Schuljugend, die oort ihre sportlichen Kampfspiele zur Feier des 2 60 01 a h ri- gen Reichsjubiläums abhalt, das in Den nächsten Wochen seinen Höhepunkt erlebt. Riefige Vorbereitungen sind getroffen. In der japanischen Hauptstadt ist ein Kaiferpavillon errichtet, in dem das Kaiferpaar zur Gratulation erscheinen wird. Dam sind vom Hofmarschallamt allein 55 000 persönliche Einladunaen erganaen. Ausstellungen, irest- spielwochen der Kirnst, der Musik und des Theaters öfinen in diesen Wochen ihre Tore ^ur Krönung des Jubiläumsjahres. Der Festalanz überstrahlt die Hauptstadt und das ganje Land. Wemmmffer Mffvoka zur Mederöfflmna der VurmattraSe Tokio 10 Okt. (DNB.) Zur Wiedereröffnung der Burma-Straße sowie zum Dreierabkommen erklärt Außenminister Matsuoka, daß das drei monatige ^r^ebingung ^e- die im Gesotpe '1 London durchaus nicht ^rend dieser' Zeit rnitgernacht batten. •äSä-«SV ”»■1 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vom ägyptischen Kriegsschauplatz London unter ständigem Bombenhagel den gewaltigen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung herum machen mutz. Aber nicht nur in der See- und Luftkriegfüh- rung, auch im Landkriege haben die Italiener das Gesetz des handelns an sich gerissen, Huven die Engländer in einem Maße oerfagt, das in schärfstem Kontrast zu ihrem Anspruch auf Weltherrschaft steht. Somaliland ist im unaufhaltsamen Angriff über eine fast wasserlose Wüste von 200 km Länge und über ein Hochgebirge hinweg in 14 Tagen von den italienischen Truppen überwunden und der entscheidend wichtige Hafen Berbera am Golf von Aden genommen worden, womit die italienische Luftwaffe Aden, die britische Zwingburg zur Beherrschung der Straße von Bab el Mandeb, unmittelbar bedroht. Die Räumung des ganzen Somalilandes durch Engländer ist in der nicht eng- landhörigen Welt als ein Fanal des Niederganges des britischen Weltreiches gewertet worden. Die italienische Offensive gegen Aegypten, die erste in der Geschichte, die von Westen aus erfolgt, hat zwischen der Meeresküste und dem Rande der libyschen Wüste binnen 5 Tagen zwei starke englische Verteidigungsstellungen überrannt und mit der Einnahme von Sidi el Barani einen 100 km tiefen Brückenkopf auf ägyptischem Gebiet geschaffen. Der erfolgreiche Einsatz einer gewaltigen Menge von Panzerkampfwagen trotz schwerer Sandstürme war eine Glanzleistung der Italiener und kam den Engländern völlig überraschend. Andererseits soll bei den Engländern, die in Aegypten über viele Hunderte von Tanks und Flugzeugen und über ein Heer von mindestens 200 000 Mann verfügen, die Treibstoffversorgung versagt haben. Somit ist England, das bis zum Zusammenbruch Frankreichs die günstigsten Aussichten für einen Angriff auf das zwischen französischem und englischem Herrschaftsgebiet eingekeilte Libyen gehabt hätte, auch hier im Vorfeld des Nildeltas und des Suezkanals in die Verteidigung gedrängt worden. Damit hat der Entscheidungskampf um eins der wichtigsten Bollwerke der britischen Mittelmeer- und Weltherrschaft begonnen. Nach den bisherigen Lei- Das Ziel des ersten siegreichen Vorstoßes der italienischen Truppen an der Cyrenaika-Front über Sollum hinaus war der wichtige englische Stützpunkt Sidi el Barani im westägyptischen Grenzgebiet. Unser Bild zeigt einen Teil von Sidi el Barani, wie es sich vom Flugzeug aus darbietet. — (Scherl-Bild erdienst-M.) zwischen den UdSSR, und Deutschland stattfinden. Die TASS ist ermächtigt, zu erklären, daß alle diese Informationen keineswegs der Wirklichkeit entsprechen, in allen Tellen er■ funden sind und zur Kategorie jener Alarmmeldungen gehören, die zum Zwecke der Provo- k at i on verbreitet werden." Flucht aus dem Dollar. In einer ganzen Reihe von Ländern, besonders in der Schweiz, sind starke Verkäufe von Dollarnoten und Dollarguthaben zu beobachten. Auch werden vielfach von den Kapitalisten dieser Länder amerikanische Wertpapiere verkauft und der Erlös aus den Verkäufen aus den Vereinigten Staaten abgezotzen. In dieser ganz spontanen Bewegung liegt ein sehr merkliches Anzeichen der Beruhigung in Europa s e l b st. In der Schweiz ist der Kurs des Dollar schon um eine Kleinigkeit unter den Regelkurs gesunken. Es handelt sich dabei nicht um die Höhe des Rückgangs, sondern um die symptomatische Bedeutung dieses Kursverlustes. Die schweizerische Notenbank hat allein in der ersten Oktoberwoche für 73 Millionen Schweizer Franken ausländische Zahlungsmittel ausgenommen, obwohl der Ausfuhrüberschuß der Schweiz im September nur sehr gering war. scheint doch die britische Lustverteidigung in erheb-1 ginn des vergangenen Jahres gab es nämlich im lichem Grade zu versagen. Beso-ders bezeichnend da-englischen Oberhaus eine erregte Debatte, einige r — Lords hatten den Außenminister Halifax scharf'an- sür sind die italienischen Lufterfolge im ö st l i ch e n M i t t e l m e e r . wo Italien zwar die Zwölfinsel- gruppe mit R h o d o s als Basis besitzt, wo aber die britische Luftverteidigung, gestützt auf C y v e r n, die Palästina-Küste, Port Said und Alexandria, sehr stark ausgebaut ist. Trotzdem konnte der innerhalb dieses Raumes liegende, für Englands Ölversorgung so unendlich wichtige Hafen Haifa durch die italienischen Bomber so nachhaltig zerstört werden, daß die britische Oelversorgunq von hier aus — zum mindesten zeitweise — vollständig hat eingestellt werden müssen. Ebenso empfindlich beeinträchtigt wird die britische Gesamtkriegführung dadurch, daß infolge der ständigen Bedrohung durch Italiens U-Boote und Kampfflieger die britische Handelsschiffahrt im Mittelmeer fast vollkomme ruht und die überseeische Zufuhr aus Indien und Australien gegriffen, weil die Regierung Seiner Majestät sich der ehemaliaen Tschecho-Slowaken nicht angenommen habe. Lord Halifax verteidigte die Polittk der Regierung und fragte schließlich den Lord, der ihm am meisten zusetzte, er möge ihm liebenswürdigerweise sagen, wo die tschecho-slowakische Republik liege und an welche Staaten sie an- grcnze. Worauf der so zur Rede gestellte Lord betreten schwieg. Abschließend bemerkt das tschechische Blatt, es sei eine törichte Annahme, Großbritannien werde sich um die Wiederherstellung der Lage in Mitteleuropa bemühen. Ein scharfes Dementi aus Moskau. Moskau, 10. Ott (DNB.) Die TASS-Agentur nahm scharf gegen üble Hetzmeldungen Stellung, die in provokatorischer Absicht verbreitet worden waren. Sie erklärt: „Die ausländische Presse und insbesondere die englische Zeitung „Daily Telegraph and Morningpost", das Nachrichtenbüro United Preß und die griechische Zeitung „Vradini" veröffentlichen von Zeit zu Zeit Nachrichten, wonach die Sowjetregierung von der deutschen Regierung die Rückgabe der ehemals polnischen Gebiete gefordert habe, die an Deutschland übergegangen sind, und Besprechungen in diesem Sinne stungen der italienischen Kriegführung und dem Mangel an strategischem und organisatorischem Können auf britischer Seite dürfen wir auf einen vollen Endsieg Italiens fest vertrauen. England und die Tschechen. Prag, 10. Okt. (Europapreß.) Im ,^enkov" verweist der tschechische Universitätsprofessor Dr. Musil darauf, daß bereits 1919 in Paris die Entente die Tschecho-Slowakei nicht mit den historischen Grenzen Böhmens, Mährens und Schlesiens aus» statten wollte, und daß Lloyd George von Anfang an eine skeptische Haltung gegenüber oer tschechischen Staat annahm. Vor Jahren hatte Professor Musil, wie er berichtet, während eines Londoner Aufenthaltes eine Unterredung mit einem britschen Politiker über die Frage, ob sich der tschecho-slowakische Staat in seinen damaligen Grenzen erhalten werde. Benesch, so hatte Professor Musil dem Engländer gegenüber ausgeführt, behaupte, diese Grenzen seien durch die Bündnisverträge ausreichend gesichert. Der britische Politiker verwies dagegen auf die Taffache, ein internationaler Vertrag oder eine Garantie stütze sich immer aus die öffentliche Meinung. Die französischen Patrioten rechneten immer bloß, wieviel tschecho-slowakische Divisionen in Deutschland einfallen könnten, wenn es zu einem Kampf Frankreichs mit Deutschland käme. „Ich zweifle", so sagte der Engländer, daß jemand in Frankreich daran denkt, den Tschechen zu Hilfe zu kommen." Seine Ausführungen schloß der englische Politiker mit der Feststellung, „übrigens kennen wir euch gar nicht". Zu Be- Stockholm, 11. Okt. (Europapreß.) Nach den schweren Angriffen, die in den Morgenstunden des Donnerstags gegen Südengland und London gerichtet wurden, setzte die deutsche Luftwaffe in den Nachmittagsstunden ihre Akttonen fort. Es kam zu verschiedenen einzelnen Angriffen, von denen einer besonders heftig gewesen sein muß. Der Nachrichtendienst erklärte, daß sowohl in London als auch in anderen Gebieten erneut Bomben abgewor- fen worden sind. In der Nacht zum Donnerstag waren nicht weniger als 40 Bezirke der Stadt unter Feuer, so daß sich die Bevölkerung wieder viele Stunden in den Luftschutzkellern auf« halten mußte. London hat, wie der englische Nachrichtendienst mitteilt, zur Zeit 72 provisorische große Unterkunftsplätze für Obdachlose geschaffen, und man ist fieberhaft damit beschäfttgt, die Zahl zu vervielfachen. Neben London, das wieder das Hauptziel der deutschen Bomber war, waren Wales, die Midlands, Südost-, Südwest- und Südengland das Ziel schwerer deutscher Luftangriffe. Der König ist am Mittwoch von deutschen Bombenmaschinen überrascht worden. Er war dabei, einen Truppenübungsplatz zu besichtigen, als der Uebungsplatz von deutschen Maschinen angegriffen wurde. Es wurde Luftalarm gegeben, der die Besichtigung des Königs unterbrach. Fast zur gleichen Stunde mußte der jüngere Bruder des Königs, der Herzog von Kent, Schutz vor deutschen Bombenmaschinen an der englischen Südküste suchen. Er besichtigte dort Verteidigungsanlagen und wurde ebenfalls von deutschen Maschinen überrascht, die in nördlicher Richtung die Küste der Grafschaft Kent überflogen, um ihren Kurs nach London zu nehmen. Auch die Besichtigungsreise des Herzogs wurde durch Luftwarnungen unterbrochen. Der brttifche Nachrichtendienst meldet am Donnerstag, daß die Bibliothek des neuen Gebäudes der Universität London getroffen und über 100 000 Bücher vernichtet wurden. Vom englischen Nachrichtendienst wird allerdings nicht mitgeteilt, daß es sich bei dem getroffenen Gebäude um das große Hochhaus handelt, in dem sich auch das Informa- tionsminifterlum befindet. Das Gebäude befindet sich nicht weit von dem Britischen Museum am Russel-Square im Londoner Stadtteil Bloomsbury. Direkt neben dem Universitätsgebäude liegen zwei große Ausbesserungswerkstätten der A u t o m o b i {- werke von Ford. Die Kellernot in London. Die Erbitterung der englischen Erörterungen über die Kellernot ist gar nicht zu verstehen, ohne die Grundtatsache, daß die allerwenig st en Häuser Londons Keller haben. Das alte London liegt innerhalb der Flußniederungen, die sehr sumpfig sind und bei denen man ein tiefes Ausschachten des Bodens der Kosten wegen vermied. Die Kostenfrage spielt überhaupt eine ganz andere Rolle beim englischen Hausbau als bei uns, obwohl auch in Deutschland die Baukosten eines Hauses natürlick wichtig sind. Die englische Besonderheit beruht Darauf, daß der Grund von dem Bauherrn nicht gekauft, sondern auf rund 50 bis 100 Jahre gepachtet wird. Der Pachtzinsfuß ist an sich verhältnismäßig niedrig; aber nach der Pacht- zeit fällt der Grund mit allem, was darauf steht, ohne weitere Enffchädigung an den Grund- Der Führer hat den Leiter der Abteilung Deutsche Presse, Ministerialrat Hans Fr i tz s ch e, zum Ministerialdirigenten im Reichsministerium für Dolks- aufklärung und Propaganda befördert (Scherl-Bilderdienst-M.) eigentümer zurück. Ganze Stadtteile von London gehören einzelnen hochadligen Familien, die auf diese Weise unerhört reich wurden und auch heute noch zur Quintessenz der englischen Pluto- kratie gehören. Nach dieser knappen Erläuterung wird jedermann in Deutschland, ob er nun Hausbesitzer oder Mieter ist, sich selbst seinen Reim auf die englische Bauweise machen können. Es wird so billig wie nur irgend möglich gebaut, weil der Bauherr eben damit rechnen will, daß er innerhalb der Pachtfrist sowohl die Baukosten wie seinen Gewinn hereinholl! Nun gibt es in London auch viele Stadtteile, die ähnlich wie in Berlin oder in Puris an dcn Hügelketten empörst eigen, die in einem gewissen Abstand zur Themse den Fluß begleiten. Auch hier wurde Überwiegend aus Keller verzichtet: eben um billig bauen zu können. Das erklärt nebenbei auch die schreckliche Einförmigkeit der Londoner Straßen, weil zur Verbilligung des Bauens ein Haus genau so wie das andere, also mit denselben Größenverhältnissen für Fenster, Türen und Treppen gebaut wurde. In diesen wohlhabenderen Stadtvierteln ist vielfach die Küche, teilweise auch das Speisezimmer in das „Souterrain" gelegt worden. Die durchschnittliche Londoner Hausfrau vermißt den Keller nicht, weil sie sowohl in der Versorgung mit Nahrungsmitteln, wie mit Kohlen von der Hand in den Mund lebt, — ein Umstand, der noch eine sehr erhebliche Rolle spielen kann, wenn die Zufuhren nach London weiter erschwert werden. Dr. Ho. Roboier-phaniasien. Die Dauerangriffe der deuttchen Luftwaffe auf England und die dabei zum Ausdruck kommenden Kampfformen haben amerikanische Journalisten in London dermaßen überwältigt, daß sie wahre Phan» tasieberichte über die deutsche Luftwaffe ihren Zeitungen vorlegen. Die amerikanischen Journalisten haben in England Gelegenheit gehabt, die ungeheure Kampfkraft der deutschen Luftwaffe Tag und Nacht zu beobachten. Sie haben dabei festgestellt, daß die deuffchen Kampfflugzeuge wie Habichte, ohne irgendwie chren Kurs, ihre Höhe und sonsti- aen Flugformen zu ändern, auf die gegebenen Ziele losstießen und sie vernichteten. Diese Tatsache sei, so berichten die amerikanischen Journalisten, umso seltsamer, da die englische Flakabwehr geradezu eine Feuerwand errichtet habe, die zu durchstiegen als unmöglich gegolten habe. Die deutschen Flieger durchstießen aber diese Feuerwand, ohne Schaden zu nehmen, und führten ihre Aufträge trotz aller Abwehr hundertprozentig durch. Selbst militärische Sachverständige seien der Ansicht, daß dieses nicht mehr mit rechten Dingen zugehen könne. Es müsse sich bei den Flugzeugen entweder um „Roboter" handeln, die an Stelle von Flugzeugführern den ihnen gegebenen Auftrag mechanisch durch führten, oder es könnten auch ferngelenkte Flug- zeuge sein. Jedenfalls müsse man es als ausgeschloi» Gießener Konzeriverein. I. Orchesterkonzert. Die Entwicklung der dramatischen Ouvertüre war bei Beethoven durch die Leonoren-Ouvertüre gekennzeichnet als ein ständig stärkeres Sichlöfen von der szenischen Handlung zur Darstellung der Konflikte im seelischen Verlauf hin. In der „C o r i - olan"-Ouvertüre (nach dem Trauerspiel von Josef v. Collin) läßt Beethoven nur noch die charakterlichen Grundkräfte in ihrem Kampfe gegeneinander auftreten und führt das Drama im musikalischen Sinne durch. Dieser scharfen Konzentration des Vorgangs unter Ausschaltung jeglichen Beiwerks entspricht die knappe Fassung dieser Ouvertüre wie auch der äußerste Gegensatz in der Individualität der Szenen: trotzig, krastbewußt und wiederum sehnend, nachgiebig flehend. Akzenfftark in den Eingangsakkordschlägen, sich steigernd in der inneren Bewegtheit, dann aber blühte in Schönheit schmiegsam das gesangsreiche Seitenthema auf. Professor Temesoary ließ die einzelnen Absätze in ihrer organischen Eingliederung sich abprägen, die großen Steigerungen sich mit dramatischer Kraft entfallen. Dazu im Gegensatz stand der Abklang nach dem Höhepunkt, sich im Nichts verlierend. Die Streicher verdienen gerade hier besondere Anerkennung, Celli und Bratschen für ihr sauberes Passagenwerk und die Bläser für ihre sicheren Akzente. ♦ Unter den Klavier-Konzerten aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gehört Peter Tschaikowskys Konzert Nr.l in B-moll neben den Werken von Franz Liszt zu den am meisten gespielten. Seiner Gestalt nach und nach seinem inneren Wesen ist es bezeichnend für den Stil Tschaikowskys mit seiner sensiblen Art der Erregbarkeit und fast unbegrenzten Aufsteigerungsfähigkeit. Dazu kitt gemäß dem Tschaikowskyschen musikalischen Schönheitsbegriff die Sinnfälligkeit des Melodischen und der Reiz des Klanglichen, eben „jenes Pikante und Brillante, worin die neue symphonische Musik aller europäischen Schulen ihre Stärke sucht", wie es Tschaikowsky einmal selber bezeichnet. Es liegt etwas Urwüchsiges in dem Werk ähnlich wie in seinen Symphonien; zum andern aber vermag er, im Großen gesehen, bei aller Freiheit des formalen Aufbaues dennoch eine organisch sich entwickelnde Form erstehen zu lassen. Besonders aber die Verwebung des Solistenpartes mit einzelnen Jnstrumentengruppen gibt diesem Werk den Vorzug der Unmittelbarkeit, des lln- restektterten und des hinreißenden Schwunges. Die starke klaoieristische Vitalität des Werkes war das Lebenselement für Konrad Hansen (Berlin), vielen schon bekannt durch die Rundfunk- überkagungen. Ein Pianist mit außerordentlichem technischen Können, mit einem gelösten, schwingenden Anschlag, der jeder dynamischen Modulatton Ausdruck zu geben vermag, der in der Fülle des Tonrausches ebenso bezwingt, wie er durch die Feinheit und zarte Getöntheit des Klanges den einzelnen gefangen nimmt und für sich gewinnt. Hämmernden Oktaven steht ein bestechend fein gegliedertes, perlendes Passagenspiel gegenüber; das Ganze aber wird beherrscht von einem musikalischen Impuls, der dem Komponisten bis zum letzten nachgibt und seinen Willen restlos zu offenbaren vermag. So wurde dieses Konzert zu Momenten großartigster sttahlender Klangfülle in der Einleitung, rhythmisch temperamentvoll beschwingt im Allegro con spirito, von zartester Empfinosamkeit im zweiten Satze, glitzernd in der Prestissimo-Episode, markig und rassig im Finale, von eigner Note in den zahlreich eingestreuten Kadenzen. Ein bewunderungswürdiges Zusammengehen mit dem Orchester im gegenseitigen Geben und Nehmen und im Aufsteigern. Don besonderer Wirkung aber waren die einzelnen eng verknüpften Jnstrumentalsoli des klangprächttgen Orchesters. ♦ Eine ganz andere Welt als bei Tschaikowsky tritt uns bei Brahms entgegen, und der Russe hat es verschiedentlich selber bekannt, daß er den Weg zum letzten Verständnis der Werke von Johannes Brahms nicht finden konnte. Und gerade in der D-dur- Symphonie liegt unendlich viel Beglückendes; sie ist der Widerschein und Niederschlag schaffens-t glücklicher Tage in Pörtschach am Wörther See und Der Eindrücke der Schwarzw aldlandschatt, während der Meister in Lichtental bei Baden-Baden dem Ganzen die letzte Formung gab. Die Naturverbundenheit dieser Symphonie hat ihr verschiedentlich die Bezeichnung „Pastorale" eingekagen. Wenn man jedoch in ihr nur das Liebliche und Idyllische erkennen möchte, so übersieht man dabei jene Momente, die uns den innersten Kern Brahmsscher Wesensart zeiaen. Denn hinter dem zunächst freundlich Anmutenoen schwingt immer wieder ein elegischer Unterton mit, wenn er sich auch manchmal nur andeutungsweise an kündet. Im zweiten Satz aber bricht das menschlich Schicksalshafte mit seiner düsteren Gestalt hervor als ein Bekenntnis und innerste Seelenschau des Schaffenden. Es wurde auch in der Aufführung zur Schlüsselstellung für das ganze Werk mit der tiefgründigen Versunkenheit, von lastender Schwere gefüllt; innerlich packend war der Uebergang zur Wiederkehr des Themas. Dementsprechend gab sich die naive, unverfälschte naturhafte Anmut im Ländlerhaften des dritten Satzes in Klangfreude, zumal der führenden Oboe. Dem Eingangssatz verliehen die orgelhaft ruhig fließenden Hörner sein besonderes Gesicht; schon die erste Posaunenstelle ließ ahnungsschwer aufhorchen; in singender Breite strömten Celli und Bratschen den Gesang des zweiten Themas aus; die Zwiesprache von Oboe und Horn zu Beginn der Durchführung wie auch die herbe Posaunenengsüh- rung ließ die machtvolle Schwere der Hintergründigkeit wachwerden. Das Finale stürmte tatenbewußt und hoffnungsftarf und schwelgte in der Terzenselig- feit des zweiten Themas. So lebensnah wie diesmal haben wir das Werk noch nicht unter Pros. Temesvary erleben können; es war eine innerlich bereichernde Gabe für das vollbesetzte Haus. ♦ Das, was von Herrn Oberbürgermeister Ritter bei der Eröffnung, des Abends als das Motto der kommenden Veranstaltungen gesagt worden war, war diesmal mit reicher Frucht in Erfüllung gegangen. Mögen die guten Wünsche auch weiterhin den gesteckten Zielen für das Gedeihen des Gießener Musiklebens den Weg bahnen! Dr. Hermann Hering. jeiffdmften. — Für die Pflege von Geschichte, Kunst, Kultur, Volks- und Naturkunde im Raum des ehemaligen Kurhessen rft nun durch Vereinigung von „Hessenland" und hessische Heimat" eine repräsentative Zeitschrift unter Dem Titel e s s e n l a n d" ent- ftanDen, deren erstes Heft die ganze Vielseitigkeit des Aufgabengebiets zeigt, das sich der Herausgeber Landeshauptmann Traupel, der Verlag Dr. C. Hitzeroth in Marburg und die Schriflleitung Dr. W. und H. Kramm in Kassel und Dr. F. Uhlhorn in Marburg gestellt haben. Im Eröffnungsaufsatz behandelt Walter Kramm Die WalDecker Grasen, Die als kaiserliche Generale sich in Den Türkenkriegen höchsten Ruhm erwarben. Ihre monumentalen Grabmale in Wildungen unD Korbach sprechen von ihren Taten eine bereDte Sprache RuDolf Wesen» berg ist den Spuren einer interessanten Wüstung südlich des Knüllbe^ges Holsteins Kopf" nachgegangen, Adolf Häger untersucht die Beziehungen der Frau Holle zum Meißner und seiner Landschaft. Paul Schützer berichtet über die Franzosenherrschaft in Fulda 1806 bis 1810, Professor Karl Frölich (der Leiter des Instituts für Rechtsgeschichte an der Uni- oersttät Gießen) hat eine interessante Untersuchung über alte Maße an Rathäusern und Kirchen beige» steuert und dazu eine Reche von Bildern gegeben. E. Frölich plaudert in einem reich bebilderten Aussatz sachkundiq und anschaulich über die Pflanzenwelt der Muschelkalkberge des mittleren Werratals. Karl von Baumbach, den Lesern unserer „Heimat im Bild" aus Zahlreichen Beiträgen bekannt, spricht über die Belebung der hessischen Kratzputztechnik. Professor Edward Schröder geht der Entstehungs- geschichte des bekannten Volks- und Studentenliedes „Es steht em Wirtshaus an der Lahn" nach, und Friedrich Kück, der verstorbene, um die Geschichte Kur- Hessens hochverdiente Direktor des Marburger Archivs, ist noch mit einem Aufsatz über alte Sühnekreuze in der Marburger Landschaft vertreten. Ein Blick auf neueres volkskundliches Schrifttum beschließt das vielseitig gestaltete Heft der stattlichen Zeitschrift. Dr. Fr. W. Lange. Sglich erscheint. Wir haben nicht sich in ein Landhaus zurückgezogen, das von einer ßctViCC M (5d)Weöet1 USA.-Berichterstatter von ihren starken Truppenabteilung bewacht werde. r mus einfach immo< ■bon unterer Berliner Schriftleitung. geleitet. Die weithinausgehenden Fahrten der langsinnen, vollbeladenen Minenschiffe waren stets durch' ßnnanmtrfitnn hafnnharc hahi-ivkf sanstalt Su - eier nahmen u. a. M--n l 7 . . , 2;LULL UHU iOCLIUg AölUl)l|U^ univcniiuwumutlt» uv. w. bürg und Walburg. Wenn auch die Kunstwerke vor- Berlagsleiter: Dr..Ing. Erich Hamann- Anzeigenleiter Hans Beck, läufig wegen des Kriegszustandes der Oeffentlich- Verantwortlich für den Inhalt der Am eigen lTveodor Kümmel PlMr.6. Kapitän zur See Böhmer hat seit Februar 1940 alle Unternehmungen unserer Minen schiffe Berlin, 10. Oktober. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Großadmiral l)r. tu c. Raeder das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: Kapitän zur See Böhmer, Korvettenkapitän Thoma, Korvettenkapitän von Kamph und Oberleutnant zur See Jenisch. feindliche Gegenwirkung besonders bedroht. Kapitän zur See Böhmer hat die Fahrten mit Zähigkeit und Energie durchgeführt. So, als er mit seinem um die Feldköche dauernd zu schulen. Die lediglich Soldaten befördernden Züge führten Eisenbahnküchenwagen mit ebenfalls geschultem Personal mit, um bei langer Fahrt schmackhafte Kost auszugeben. Mit dem Deutschen Roten Kreuz sind Vereinbarungen getroffen, um durchfahrende Soldaten auf den Bahnhöfen mit warmer Suppe oder warmen Getränken zu erquicken. Eine von dem Verfasier geleitete Arbeitsgemeinschaft „Ernährung der Wehrmacht" hat die stete Verbesserung der Ernährung zum Ziel und sorgt für neue Fortschritte, die später auch der Zivilbevölkerung zugute kommen werden. Der deutsche Soldat ist der be st verpflegte der Welt und wird es bleiben. In diesen Tagen wurden die berühmten Straßburger K u n st s ch ä tz e , die zu Beginn des Krieges zusammen mit anderem elsässischem Kunstbesitz in das Innere Frankreichs befördert worden waren, wieder in ihre Heimat zurückgebracht. Vor allem handelt es sich um den berühmten Isen- Heimer Altar Matthias Grünewalds, ferner die kostbaren M ü n st e r f e n st e r, die wertvollen Fenster der Kirchen St. Thomas und Wilhelmer in Straßburg sowie der Kirchen von Zabern, Weißen- Hauplichnktletler: Dr. Mtevrich Wilhelm Hange. Stellvertreter bei Hauptlchrvtleilere: Ernst Blumschetn. Berantwortlich sür Politü und «Übet: Dr. Fr. W. Hange; für bas Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; rüi Stadl Gießen, Provinz Wiri>chast u. Sport: Ernil läiumfdjein. Druck und Verlag Brühl,che Univeriitäte Druckerei R. Hange ft. ®. sche Luftwaffe herrschen, das Zeugnis der ungeheuren Kampfkraft unserer Flugzeuge und der Wirkung ihrer Angriffe. USA. braucht die deutschen „Roboter" nicht zu fürchten. England jedoch weiß heute, welches Schicksal es herausgefordert hat, als es das Kriegsspiel mit Deutschland begann. Dieses Schicksal nimmt unaufhaltsam seinen Laus. die Absicht, die , . Roboter-Phantasien zu heilen, aber wir entnehmen aus den Vorstellungen, die in USA. über die deut- Ein Jndustriewerk nach dem andern brennt in Schweden ab. Dabei handelt es sich um Werke, die für die schwedische Landesverteidigung arbeiten. Die letzte Fabrik, die auf mysteriöse Weise durch Brand vernichtet wurde, waren die Ankars-Vik-Werke bei Sundwall. Der angerichtete Schaden geht in die Millionen. Die schwedische Oeffentlichkeit ist seit langem durch diese Brände beunruhigt. Richt nur das „Svenska Dagbladet", sondern auch andere schwedische Zeitungen nehmen an, daß wieder Sabotageanschläge die Ursache seien. So hat z. B. die technische Untersuchung des Riesenbrandes der Ankars Dik ergeben, daß die Vermutung, die Rohstoffe hät- ten sich selbst entzündet, fallen gelassen werden * In Berlin fand eine Arbeite- und Schulungstagung der Gauabteilungsleiterinnen Volkswirtschaft-Hauswirtschaft in der Reichsschule 2 der RS.-Frausnschaft in Berlin-Wannsee ihren Abschluß. Derbrauchslenkung und Preisbildung, Arbeitseinsatz, Wohnungsplanung und -geftaltung konnten mit den Vertretern der Ministerien und Dienststellen besprochen und geklärt werden. Den Dank des Reichsernährungsministers erstattete Stabsamtsletter Dr. Reischle für die verständms- volle Mitarbeit auf dem Gebiet der Verbrauchs- len tun g. Nach einem in Kairo veröffentlichten englischen Kommunique haben italienischen Bombenflugzeuge welche von dem eroberten britischen Somaliland aus operierten, im Laufe des Dienstags den englischen Stützpunkt Aden bombardiert. Vier tapfere Marineoffiziere mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet Daß so viele Freunde einer gepflegten Zigarette Immer wieder Ihre beharrlidie Vorliebe für die ECKSTEIN Nr. 5 bekunden, hat seinen guten Grund. Die ECKSTEIN verzichtet auf kostspielige Verpackung, um dafür besonders hochwertigen Tabak bieten zu können. Der bestverpflegte Soldat Don Generalstabsintendant Geheimrat pieüztzzek. Ohm Krüger. Rom, 10. Okt. (Europapreß.) Die Agentur Ste- fani berichtet aus Südafrika, daß zum bevorstehenden Jahrestag des Todes des Burenpräsidenten Krüger in allen Ortschaften in der Südafrikanischen Union Kundgebungen angesagt worden seien. Don den englischen Behörden seien m allen größeren Städten Truppen und Polizei zusammen- gezogen worden. Ministerpräsident Smuts habe sen betrachten, daß diese Kampfflugzeuge mit menschlicher Besatzung versehen seien. Soweit die phantasievollen Amerikaner, die ja schon von jeher Freunde des „Roboter"-Menschen waren. Wir wissen nun sehr gut, daß unsere Kampf- gesihwader weder mit „Robotern" als Flugzeugführern besetzt sind noch ferngelenkt ihre Aufttäge er- üllen. An den Steuerknüppeln sitzen vielmehr »rutsche Männer, die erstens die besten Ma- chinen der Welt als Kampfmittel besitzen und zweitens einen Kampfgeist haben, wie er für Amerikaner bei ihren Vorstellungen vom Nattonalsozialis- Jn Durchführung der zwischen der Regierung und der deutschen Volksgruppe Rumäniens getroffenen Vereinbarung hat die rumänische Regierung in den beiden siebenbürgischen Städten Hermann- st a d t und M e d i a s ch deutsche Bürgermeister und in zwei weiteren siebenbürgischen und acht banaler Städten deutsche Dizebürgermeister ernannt. In den Gebieten, in denen Volksdeutsche leben, können der Dekan der Rechtsanwattskammer und die Ausschuß- Mitglieder der deuffchen Volksgruppe angehören. Aus aller Wett. Straßburger kunftfchähe zurückgeholt. Der Präsident der Transvaal-Republik, Paul Krüger, ist Symbol für die Freiheitsbewegung des nationalen Südafrikanertums, das fein Erbe in der Verteidigung gegen die britische Fremdherrschaft angetteten hat. Die imperialistischen Pläne eines Cecil Rhodes, die Afrika von Aegypten bis zum Kap hinunter der britischen Herrschaft sichern wollten, bedrohten das Burentum in seiner politischen und wirtschaftlichen Selbständigkeit. Die Briten glaubten in erdrückender Uebermacht und mit unmenschlicher Kriegführung gegen Frauen und Kinder das Burenvolk überwältigen zu können. Mit Intrigen und brutalsten Zwangsmaßnahmen gelang es den Briten, sowohl 1914 wie auch erneut 1939, die Puren gegen ihren Willen in einen Krieg für britische Ziele zu treiben. Der Wille der nationalen Südafrikaner, sich von dem britischen Joch zu befreien, ist jedoch nur noch stärker geworden. Die Vereinigung aller nationalen Südafrikaner in der großen von General H e r tz o g und Dr. M a I a n geführten Partei hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Lebenskampf des alten Präsidenten Krüger um die Freiheit seines Volkes zu Ende zu führen. Kleine politische Rachrichten. Der Reichsführer ff und Chef der Deuffchen Polizei hat zum 40. Geburtstag zahlreiche Glückwünsche aus Staat, Partei und Wehrmacht erhalten. Es haben u. a. die Oberbefehlshaber der Wehr- machtsieile und der Ches des Oberkommandos der Wehrmacht, die Reichsminister und Reichsleiter sowie weitere führende Persönlichkeiten des Reiches dem Reichsführer ihre Glückwünsche übermittelt. Gauleiter und Reichsstatthaller Kaufmann wurde 40 Jahre alt In Krefeld geboren, meldete er sich 1917 von der Schulbank weg als Kriegs- fteiwilliger. Seit 1920 Mitglied der Münchener Ortsgruppe der NSDAP, beteiligte er sich an der nationalen Erhebung des 9. November 1923. Ab 1925 übernahm er die Führung des Gaues Ruhr der NSDAP. Seit 1928 lag bie Führung des Gaues Hamburg in seinen Händen. Die besonderen Verdienste, die er sich um die KdF.-Arbeit erworben hat, veranlaßten Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die Stadt Hamburg zur KdF.-Stadt Groß- deutschlands zu erheben. 38000 Kilometer statt 2000. Dreihundert Engländer, die bisher in Litauen, Lettland und Estland lebten, sollen jetzt in ihre Heimat zurückbefördert werden. Der Weg nach Westen ist aber versperrt. Normalerweise fährt man von den baltischen Hauptstädten nach London 40 bis 60 Stunden. Es handelt sich um eine Entfernung von 2000 Kilometer. Jetzt aber werden die dreihundert Engländer aus dem Balttkum in Marsch gesetzt via Moskau—Wlaülwo- stok—Tokio—Vancouver—Quebec—London,also rund um die Erde herum auf eine Entfernung von 37—38 000 Kilometer. Wenn alles gut geht, ist mit einer Reisedauer von etwa 9 Wochen statt der normalen 2 Tage zu rechnen, um aus dem Balttkum nach London zu kommen. Die russische Regierung hat Wert darauf gelegt, daß die Engländer ad- reisen, weil sich unter ihnen zahlreiche A g e n - t e n befinden. Besonders aufgefallen ist m Moskau ein englischer Handelslehrer Harris, der an der estländifchen Universität Dorpat ein sogenanntes Lektorat für Handelskorrespondenz inne hatte, von England aber besoldet wurde und mit gewissen Kreisen Dorpats enge Fühlung unterhielt, die in Mos- nicht gern gesehen wurde. Auch die gute und ausreichende Versorgung des i Soldaten mit Verpflegung hat ihren Anteil an dem < fo erfolgreichen Verlauf des Krieges. Als dem Ver- 1 faffer dieses Aufsatzes im Jahre 1927 die Leitung i der Verpflegungsabteilung des damali- 5 gen Reichswehrministeriums übertragen wurde, \ waren Mobilmachustgsvorbereitungen irgendwelcher ' Art nicht getroffen. Sie waren auch bis 1933 durch : die einengenden Bestimmungen des Schandvertrages von Versailles stark eingeschränkt. Erst nach der Machtübernahme konnte die Versorgung der Wehrmacht mit Verpflegung im Mobilmachungs- falle nach völlig neuen Gesichtspunkten fo aufgebaut werden, daß sie frei beweglich nach allen Fronten den Anforderungen des Feld- und Heimatheeres fo gerecht wurde, wie es in dem verflossenen Kriegs- jahre der Fall war. Gegenwärtig ist die Wehrmacht auf dem Gebiete der Ernährung der größte Lagerhalter, das größte Unternehmen auf dem Gebiete der Gemeinschaftsverpflegung, der größte Brotfabr»- fant und das größte S ch l ä ch t € r e t u n t er - nehmen der Welt. Die deutsche Lebensmittel- inhuftrte wird zu einem erheblichen Tell von ihr beschäftigt. Hunderttausende von Offizieren, Beamten, Mannschaften, Angestellten und Arbeitern find tätig, um die hungrigen Münder zu fattigen. Allein etwa 100 000 Mann versehen als Feld- und andere Koche ihren Dienst an den Feldküchen. Doll Dankbarkeit soll bei dieser Gelegenheit des Reichsernährungsministeriums, des Reichsnayr- tandes und der gesamten deutschen Land wirt - ch a f t gedacht werden, die in verständnisvoller Zu- ammenarbeit mit den Wehrmachfftellen zu den Er- olgen beigesteuert haben. In ungezählten Lagern im Operations- und vor allem im Heimatgebiet sind Vorräte für lange Zeit aufgespeichert. Die Lebensmittel sind so beschaffen daß sie allen Anforderungen, vor allem auch auf dem Gebiete der Sonderverpflegung der Flieger, Luftlande- Panzer-, Gebirgs- und sonstigen Truppen genügen Ohne Dauerbrot, Milchkonserven, Preß- aemüse, Vttamindrops und Futterkonserven nxiren die enormen Leistungen der Truppen nicht möglich gewesen. Täglich verlassen zahlreiche Zuge, nach einem bestimmten System ober den Anforderungen der Armeen entsprechend beladen, die Verpflegung^ magazine. In der großen Schlacht m Frankreich waren auf der berühmten Rollbahn nicht weniger als 5000 Lastkraftwagen allein für den Nachschub der Verpflegung eingesetzt. Feldkostzusammenstellungen brachten Ordnung in die Auswahl der Verpflegungsmittel, fo daß richtige Speisezettel von den Feldköchen durchgefuhrt wer- den konnten. Kochlehrstäbe waren überall eingesetzt, mußte. Die schwedischen Blätter weifen ganz deutlich auf London und den Secret Service hin, der überall in J>er Welt feine verbrecherische Tätigkeit auszuüben versucht und den ganzen Erdball mit seinem Netz von Saboteuren und Mördern umspannt hält. Die Brände in den rumänischen Petrolgruben sind cinroanbfrei auf die Tätigkeit dieser Agenten zurückzuführen gewesen, und wenn auch Lloyd George darüber klagt, im Weltkriege habe dieser Verbr.'cherbund besser gearbeitet, so ist doch die jetzige Tättgkeit des Secret Service an sich schon fruchtbar genug. Der Hinweis der schwedischen Blätter auf seine Urheberschaft an den neuesten Verbrechen liegt um so näher, als in einem Falle gerade in Schweden eine solche Bande von Agenten des Secret Service dingfest gemacht und verurteilt werden konnte. Im Frühsommer, Ende Juni, stand der Qmglänber Nickman mit seiner schwedischen Sekretärin Johannsson und einigen anderen Engländern in Stockholm wegen Sabotageversuche vor dem Stadtgericht. Rickman hatte, wie aus dem Urteil hervorgeht, von London 35 000 Kronen erhalten, um wichtige Krananlagen im schwedischen Erzhafen Oxelösund zu sprengen und dadurch die Erzverschiffung während der Wintermonate nach Deutschland zu verhindern. In vier Koffern nahm die Bande Dynamit mit, wurde aber Ende Januar an der Ausführung ihres ruchlosen Planes verhindert. Im März sollte ein neuer Anschlag versucht werden, aber einer der Burschen weigerte sich, weiter mitzumachen. So unternahmen Rickman und Genossen auf direkte Londoner Weisung am 11. April einen neuen Versuch. Sie wurden verhaftet, und dabei stellte sich heraus, daß Rickman sich falsche Pässe aus der Fabrik des Secret Service besorgt hatte und daraus reifte. Die Bande wurde zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt, Rickman zu acht Jahren, und als er Berufung em- legte, wurden die Urteile vom höchsten schwedischen Gerichtshof bestätigt. Nun ist es interessant, daß dieser gemeine Sa- botogeakt durchaus parallel ging mit den politischen und militärischen Kriegserweiterungsplänen Churchills, denn als Rickman Ende März das Telegramm aus London erhielt, >das ihn zu gesteigerter Tätigkeit aufforderte, war das Norwegenabenteuer Churchills im Gange. Churchill erstrebte die Forcierung der Narvikbuckt, des norwegischen Hafens für die Ausfuhr des schwedischen Erzes. Die Pa- ralletttctt dieser beiden Akttonen liegt also auf der Hand, und nur der Dynamit der Ereignisse ist es zu verdanken, daß Rickman ebenso wie Churchill schei- 1 terte. Die jetzigen Sabotageversuche aber müssen gerade den Schweden besonders peinlich sein, die zu einem Teil aus ihrer Vorliebe für England 1 kein Hehl machten und dessen plutokratischem - Wesen anhingen. Sie konnten sich nicht vorstellen, 1 daß England Schurkentaten begeht, bis sie selbst ° eines besseren belehrt worden sind. Und das ist die Morail von einer unmoralischen und verbrecheriscken Geschichte des Secret Service in einem Lande, das l bisher auf die gleiche demokratische Gesinnung sich : so viel zugute tot. E. S. Verband die norwegische Küste ansteuerte und das Mündungsfeuer feindlicher Zerstörer auf sich gerichtet sah. Seiner sicheren und energischen Führung ist es zu verdanken, daß die langsamen und kampfschwachen Hilfskriegssckiffe die Aufgaben durchführen konnten, 'die für die Sicherung der Nor- wegenaktton von Bedeutung waren. Korvettenkapitän Thoma, Chef einer Minen- fud)f tottiHe, ist feit Beginn des Krreges mit seiner Flottille laufend eingesetzt gewesen. Bei der Norwegen-Aktion und beim K a m p f um Narvik zeigte sich seine Flottille, die jedem feindlichen Zerstörerverband an Geschwindigkeit und Bewaffnung untrlegen war, unter vollstem Einsatz erfolgreich. Korvettenkapitän Thoma hat sämtliche Unternehmungen mit besonderer Ruhe und Sachlichkeit geleitet. Korvettenkapitän von Kamptz, Chef einer Räumbootflottille, hat die seiner Flotttlle gestellten Ausgaben mit alle Erwartung übertreffenden Erfolgen gelöst. Die Leistungen waren nur möglich durch den Schwung, die Tattrast und die Tapferkeit des Flottillenchefs, der immer in der vordersten Front persönlich den Einsatz feiner Flotttlle leitete. Oberleutnant z. S. Jenifch hat als K o»m - manbant eines Unterfeebootes dem Feind auf mehreren Unternehmungen schwere Verluste zuqfüat. Er versenkte 17 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 104818 Brt. zumeist aus stark gesicherten Gelettzügen. Außerdem zeichnete er sich hei schwierigen Mine n a u s g a - b e n unmittelbar vor oer englischen Küste durch Unerschrockenheit und Ruhe aus. Aus Schloß Ploschkowitz bi Lettmeritz wurde durch Reichserziehungsmimster Rust die Nationalpolitische Erziehung^" -""" • detenland eröffnet. An der F Gauleiter und Reichsstatthalter Konrad Henlein, der Inspekteur der Natwnalpolittschen Erzichungsanstal- ten -Obergruppenführer Heißmey, Staatssekretär Reinhardt und Staatssekretär ---Gruppenführer Karl Hermann Frank teil. feit noch nicht wieder zugänglich gemacht werden können, so ist es doch eine beruhigende Tatsache, das wertvolle Kunsteigentum des Landes wieder in der Heimat untergebracht zu wissen. Vierlinge feiern 60. Geburtstag. Die seltene gemeinsame Feier des 60. Geburtstages konnten die Berner Vierlinge Gehri — zwei Männer und zwei Frauen — begehen. Am 26. September 1880 gebar die mit einem Kunstmaler verheiratete Elisabeth Gehri — von Büren im Ober- lindach im Kanton Bern im Alter von 39 Jahren die Vierlinge Oskar, Berta, Rosa und Arthur. Diese Mehrlingsgeburt hatte seinerzeit großes Aufsehen erregt. Alle vier waren lebensfähig und kräftig und feiern nun ihren 60. Geburtstag. Kärntens deutscher Schwur. Zwanzig Jahre sind es her, als an jenem denkwürdigen 10. Oktober 1920 die sogenannte Zone A, wie der jum Abstimmungsgebiet erklärte Teil Kärntens von der interalliierten Kommission genannt wurde, ein überwältigendes Bekenntnis zur Heimat und zum Deutschtum abgab. Trotz ungünstiger Verhältnisse und schlechtester Bedingungen blieb der markige Volksstamm an des Reiches Südgrenze seinem deutschen Erbe treu und setzte Gut und Blut ein, um in einem Kampfe, in dem über 200 Kärntner ihr Leben verloren und fast 1000 verwundet wurden, das Augenmerk der Welt auf Kärnten zu lenken und wenigstens eine Volksabstimmung herbeizuführen. Im Dezember 1918 begann dieser Kleinkrieg, der auf der Gegenseite von regulären Regimentern in großer Ueber- zahl, auf deutscher Seite aber nur von freiwilligen Kompanien ausgetragen wurde. Zweimal wurde Der Eindringling zurückgetrieben, und erst beim drittenmal gelang es ihm, in Südkärnten Fuß zu fassen, nachdem er mit zwölffacher Uebermacht' gegen ein Häuslern anrannte, das in diesem Augenblick nicht abwehrbereit war, weil es blind aus die Versprechungen der Alliierten vertraute. Hatte doch eine amerikanische Kommission das Land bereist und in St. Germain auf Grund eingehender Studien in Kärnten ein Urteil abgegeben, demzufolge die Kärntner Bevölkerung nur den einen Wunsch hatte, bei Deullchösterreich zu bleiben. Doch der Heldenkampf des tkinen Grenzvolkes an der Drau war trotz der Berlin, im Oktober. „Als das Altertum noch nicht grau war" heißt die gewinnende Zeitbestimmung zu der Komödie Hans Hömbergs .Kirschen für Ro m", die das Kleine Haus des S t a a t s t h e a t e r s als Uraufführung herausbringt, und es ist wirklich kein langweiliges, sondern ein sehr amüsantes, durchaus modernisiertes Rom, das der Autor auf die Bühne stellt, ein Rom, dessen Menschen sich in einem gepflegten und geschliffenen modernen Bühnendialog unterhalten und mit den neuesten Denk- und Umgangsformen und Schlagworten vertraut sind: ein nicht ganz neuer Bühnentrick, dem aber immer wieder jene überraschenden und erheiternden Wirkungen abzugewinnen sind, auf die sich Hans Hömberg durchaus versteht. Der etwas zweifelhafte „Held" der Komödie ist der bekannte Schlemmer Lukullus, dessen Name in Verbindung mit leiblichen Genüssen unsterblich gescheinbaren Schlappe nicht umsonst gewesen, denn der hartnäckige Widerstand der Kärntner ließ die Welt aufhorchen, so daß es zu einer Volksabstimmung kam, die den Kärntnern ihre Freiheit brachte. Es war ein arger Irrtum derjenigen, die von dem Pariser Vorort aus Europa nach ihren oberflächlichen Prinzipien aufteilten, anzunehmen, daß Kärnten nicht deutsch sei. Seit der Zeit Theodorichs siedelten in diesem Lande Germanen. Bayern waren es, die das Land kolonisierten, und seit jenen Zeiten wechselte Kärnten niemals mehr seinen deutschen Charakter. Es blieb das germanische Bollwerk von den Karawanken, an jenem Punkt, wo Slawen, Romanen und Germanen zusammenstoßen. Die Männer dieses kleinen, schönen Landes haben nicht nur treue Grenzwacht gehalten, sondern sie haben auf allen Schlachtfeldern Europas für die deutsche Sache gekämpft: in den Türkenkriegen, in Flandern, am Rhein, bei Aspern und bei Leipzig. Im Weltkrieg war Kärnten selbst Frontgebiet, und ein Kärntner Verband, das Regiment Graf von Kheven- hüller Nr. 7, war es, das die meisten Blutvpfer für die Monarchie aufzuweisen hatte. Trotz der nach dem Zusammenbruch herrschenden Mißstimmung waren die Kärtner sofort zur Stelle, als Fremde in das Land entfielen. Während andere „Nie wieder Krieg" schrien, taten sie wortlos ihre Pflicht und erhielten dadurch die südlichste Mark dem Reich, jenem großen Reich, für das auch im Juliaufftand 1934 viele Kärntner das Leben Hingaben und für das sie in Narvik den großen Heldenkampf des jetzigen Krieges fochten. worden ist. Wenn er schon in weiser Selbsterkenntnis von sich sagt, daß er keiner der großen Vollender sei, so kann von einer solchen Gestalt, deren Passivität sich im Verlaufe der Handlung erweist, auch keine erhebliche dramatische Triebkraft ausgehen. Wir sehen vielmehr in fünf Bildern eine mehr episch ausgemalte als dramatisch bewegte Handlungsreihe, deren einzelne Ereignisse in nur lockerem Zusammenhang zu einander stehen. Schweren Herzens trennt sich Lukull von seiner geliebten Fotis, weil er zum Feldherrn des kleinasiatischen Krieges ernannt wurde. Er besiegt den Barbaren Tigranes und unterwirft das feindliche Land, aber während er von kolonialem Aufbau, römischer Größe und Menschlichkeit träumt, wird er von den geldgierigen Kaufleuten der römischen City gestürzt, die Gewinn und Nutzen des Feldzuges sehen wollen. Lukull fügt sich, bringt aber aus Kleinasien die Kirsche nach Rom, deren Frucht den Gaumen, deren Blütenpracht den Schönheitssinn der Menschen fortan erfreuen soll. Fotis hat sich inzwischen einem jungen Offizier ergeben, von dem sie ein Kind erwartet: Lukull, stark gealtert, vom Zipperlein geplagt und der väterliche Freund des jungen Paares geworden, findet noch einige Worte fröhlicher Altersweisheit und heiterer Entsagung — und damit ist das Spiel zu Ende. Lukullus als Kirschenimporteur für Rom und Europa: das ist kulturgeschichtlich gewiß sehr bedeutsam, aber dramaturgisch für einen ganzen Komödienabend doch nicht genug. Dafür ist dieser passive Held ein liebenswürdiger Causeur, ein überlegener Räsoneur, der Zustände und Menschen bisweilen mit sanftem Spott, bisweilen mit scharfer Satire glossiert und mit jedem Satz einen blank geschliffenen Aphorismus hinlegt. Es ist also nicht der Reichtum an äußerer oder innerer Handlung, sondern die fast schon vergessene Kunst der eleganten Dialogführung, die der Komödie noch viele Wiederholungen sichern wird. Hinzu kommt die unter Wolfgang Lieben- e i n e r 5 Leitung vollendete Aufführung im Kleinen Haus. Gustav Gründgens, der mit Lukull eine große Rolle gefunden hat, gelingt das Unwahrscheinliche, diese undramatische Gestalt zu dramatisieren und dem tatenlosen Helden einen Schein menschlicher Größe zu verleihen; es ist durchaus seine Kunst, die die Komödie trägt und ihre Schwächen überspielt. In größeren Rollen wirken Gustav Knuth als Pompejus, Heli Finkenzeller als Fotis, Will Dohm als Koch mit, und es ist nicht zuletzt dieser Ausführung zu danken, daß der Abend ein großer Erfolg wird, nach dessen Ende Darstellung und Autor immer wieder gerufen werden. * Aus Carlo Goldonis dramatischem Vorrat hat Bruno H ü b n e r die Komödie „Das Kaffeehaus" gemeinsam mit Kurt Adalbert bearbeitet und sie als Spielleiter auf die Bühne des Deutschen Theaters gestellt. Don - Marzio, der im italienischen Original als ein finsterer Verleumder aus Menfchenhaß und Einsamkeit einherschleicht und die Kaffeehausgäste durcheinander bringt, hat in der neuen Fassung feinen fast tragischen Charakter ganz eingebüßt und ist ein munterer Schwätzer geworden, der durch feine Klatschsucht einen jener Komödienreigen aus Mißverständnissen, Verwechslungen und galanten Abenteuern verursacht, die Goldoni so trefflich zu führen und zu lösen versteht. Ernst Schüttes Bühnenbild, das ein Stück romantischen Venedigs darstellt, dient als Hintergrund einer sehr freubig aufgenommenen Aufführung, in der Wilfried Sey - ferth als Marzio, Elisabeth Flickenschildt, Eva Lissa, Axel von Am besser die Hauptrollen spielen. Gerhard Bohlmann. Im Komödienh aus wurde aus der neuen italienischen Produktion an leichten Unterhaltungsspielen ein wirklich gut gekonntes, spannungsreich angelegtes Theaterstück zum erstenmal in Berlin gezeigt. „D e r Elfte aus der Reihe" von Bruno Corra und Giuseppe Achille (das Stück steht auch auf dem Spielplan des Gießener Stadttheaters) ist ein scheinbarer Budapester Arbeitsloser, der sich, plötzlich auf das Parkett einer reichen jungen Witwe gestellt, als frappierender Zauberkünstler des Lebens und von Beruf entpuppt. Die bewußte Unwahrscheinlichkeit aller Bühnenvorgänge ist von so entwaffnendem Charme und wird in einem von Roland Schacht ins Deutsche übertragenen prallen Dialog so flott vorgetragen, daß man sich völlig bedenkenlos und bestens unterhalten der beherrschenden Leistung des Abends hingibt: Georg Alexander, der mit seiner bezaubernden Eleganz des Auftretens und des Sprechens sich listenreich die verwirrend schöne „Witwe" Irene von Meyendorff erobert. Johannes Jacobi. * Max-Halbe-Urauffühttmg in Danzig. In Anwesenheit des Dichters fand im Danziger Staatscheater am 75. Geburtstage Max Halbes die Uraufführung feines jüngsten Dramas „Kaiser Friedrich II." statt. Es war eine festliche Aufführung, die zu einer begeisterten Kundgebung für den Ehrenbürger und kulturellen Ehrenbeirat der Stadt Danzig wurde. Halbe hat die Person Friedrichs II. und den tragischen Konflikt mit feinem Sohne Heinrich, dem deutschen König, in den Mittelpunkt eines großen historischen Gemäldes gestellt, in dem der Kampf des Kaisertums mit der imperialistischen Idee des Papsttums einerseits und zum anderen die Tragik mit dramatischer Wucht zum Ausdruck kommen, die sich aus der Zwiespältigkeit zwischen deutscher Aufgabe und römischer Kaiseridee ergab. Halbe sagt, daß es das gewaltige Zeitgeschehen war, das das Problem für ihn reif machte und ihn erkennen lehrte, wo der Hebel in Handlung anzusetzen sei. Auf der Höhe der mittelalterlichen Kaisermacht empfinden wir schon das sich drohend ankündende Dunkel, aus dem erst jetzt nach 700 Jahren die neue Größe in der Versöhnung der alten Reichsidee mit der deutschen Ausgabe heraufsteigt: an Stelle des Heiligen Römischen Reiches das neue germanische Reich deutscher Nation. Die glanzvolle Aufführung unter der Regie von Carl K l i e w e r fand vor dem ausverkauften Hause eine begeisterte Aufnahme. Ferdinand Neuert gab dem Friedrich kaiserliche Größe. Der Beifall des Publikums steigerte sich zur Kundgebung, als sich der Dichter auf der Bühne zeigte. Bernhard Boie. Deutsches und italienisches Lustspiel in Berlin. Theaterbrief aus der Reichshauptstadt. Bekanntmachung. Von den für die Metallspende des Deutschen Volkes ausgefertigten Urkunden ist noch immer eine große Anzahl abzuholen. Zustellung an die einzelnen Spender ist aus Mangel an Arbeitskräften nicht möglich. Es wird nochmals gebeten, Spendeurkunden, auf die Anspruch erhoben wird, bis zum 26. Oktober während der allgemeinen Dienftstunden bei der unterzeichneten Dienststelle, Asterweg 9, abzuholen. Nach diesem Zeitpunkt können nicht abgeholte Urkunden nur bei Dorliegen besonderer Verhältnisse noch zur Ausgabe gelangen. 4547D Gießen, den 10. Oktober 1940. Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt. I. A.: Gravert. Bekanntmachung. Vetr.: Pferderäude in Gießen. In dem Pferdebestand 'des Fuhrunternehmers Georg Sauer, Gießen, Walltorstraße 48 h.» ist der Ausbruch der Räude amtstierärztlich festgestellt worden. 4546C Die Sperrmaßregeln sind angeordnet. Gießen, den 10. Oktober 1940. Der Oberbürgermeister. Gez.: Ritter. Oieee 3 wesentlichen Eigenschaften aer guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- führungsarten schnell und zu müßigen Preisen arQhPsche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 Geschmackvoll Vornehm Persönlich BURNUS G.M B H. 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Ohne den mindesten Anspruch auf Pflege wächst der Holunder kräftig und schnell in die Höhe, blüht und fruchtet, und daß man chn einst den „Baum des Heils" nannte, war wirklich berechtigt. Er war die „Hausapotheke" unserer Borsahren, war der gute Geist des Hauses, weil in ihm die segenbringende „Hollermutter" wohnte. Wer es verstand, der konnte sich aus den Blüten dufttge Strauben backen und aus den Beeren eine gute Suppe oder ein feines Würzmus. Zweierlei muß bei der Holunderbeeren-Ernte beachtet werden. Erstens, daß man nur bei ttockenem Wetter und zweitens, daß man nur Vollreife Beeren pflückt. Ist der Vorrat größer als der augenblickliche Bedarf, so kann man die schönsten Dolden an den Stengeln an Fäden reihen und an einem luftigen Ort ttocknen lassen. Am besten zum Kochen eignen sich die Beeren freilich frisch vom Strauch — auch bei der Marktware muß man darauf sehen, daß sie möglichst frisch sind —, aber ein paar Küchenkniffe gehören immerhin dazu, wenn sie schmecken sollen. Die Holundersuppe, in manchen Gegenden auch als Fliedersuppe bekannt, verlangt unbedingt einen würzigen Beigeschmack, wie etwa einen Schuß Rotwein und ein wenig Kuchengewürz. Die gekochten und gezuckerten Beeren werden mit Milch und Mehl angerührt, und wenn die Suppe fertig ist, gibt man noch in Fett geröstete Semmelwürfelchen dazu. Uebrigens schmeckt sie kalt fast besser als warm. Sollen Holunderbeeren als süßes Gemüse zubereitet werden, so kocht man frische Pflaumen, Aepfel oder Birnenschnitten mit ünb bestreut das gut gezuckerte fertige Gericht mit gerösteten Semmelbröseln; ein paar Spritzer Likör oder Rum zu allerletzt geben dem Gemüse noch ein besonders gutes Aroma. Ein echtes und rechtes, wohlschmeckendes und bekömmliches Herbstessen ist auch das Holunderbeeren-Kompott, das man mit Zitronenschalen würzt — auch mit ein wenig Zimt, wenn man noch ein Nestchen im Vorrat hat — und dann wie die Suppe zuckert und mit gerösteten, würfelig geschnittenen Semmeln anrichtet. Zu Tisch soll das Kompott weder kalt noch warm, sondern lauwarm gebracht werden. Zur Marmelade, zu der die Beeren sehr reif und trocken fein Müssen, dünstet man sie weich, treibt sie durchs Sieb, zuckert und kocht sie unter fortwährendem Rühren eine Viertelstunde lang, worauf man die Masse noch warm in die Einmachgläser füllt. Auch die Marmelade läßt sich verfeinern, wenn man Aepfel, Birnen ober Pflaumen ober alle drei Früchte gleichzeitig, mitkocht. Beim Hollermus kann man das Angenehme zudem noch mit dem Nützlichen verbinden, da es lindernd auf Husten wie überhaupt Katarrhe einwirkt. Damit beginnt auch schon das Kapitel „Hausapotheke", denn im Holunderstrauch stecken wirklich allerhand Heilkräfte. Wie gut ber „Fliedertee", d. h. ber Tee aus Holunderblüten, wirkt, wenn man eine Erkältung anrücken fühlt unb den Tee mit einem Zusatz von Zitronensaft recht heiß am Wend vor dem Schlafengehen trinkt, weiß jeder, der dieses famose Schwitzmittel einmal probierte. Der aus den Beeren gepreßte Saft, den man in früheren Zeiten auch in ber Färberei verwenbete, tut gute Dienste bei Neuralgien, unb auf dem Lande, wo sich viel altes Heilweistum erhalten hat, werden auch Blätter unb Rinde des Strauches — die Blätter vor ber Blüte gepflückt unb bie Rinbe im Frühjahr ober Spätherbst abgenommen — in Form von Aufgüssen ober Extrakt gegen rheumatische Schmerzen ober bei Nierenerkrankungen gebraucht. Sollte Möbel- holz vor Wurmfraß geschützt werben, so rieb man es früher mit Holunberdlätter-Saft ein, unb kochte man die Blätter in Wasser, so gatt der Absud als wirksames Mittel gegen die sommerliche Fliegenplage. Ein kräftiger Schnaps aus Holunderbeeren ist, nebenbei bemerkt, auch nicht zu verachten. Die alten Deutschen hielten vom Holunderstrauch noch viel mehr, ja sie hatten einen solchen Respekt vor ihm, daß sie, wenn sie Aeste von ihm schneiden wollten, vorher vor ihm nieberfnieten unb einen feierlichen Spruch sagten, um sich für diese Entweihung zu entschuldigen. Ein Holunderstrauch vor dem Haus, dem Stall ober ber Scheune gilt als Schutz gegen Blitzschaden. Sogar den Schatten seines Laubwerkes hielt man für segenbringend. Im Althochdeutschen hieß der Holunder ,cholun- tar" oder „holantar", was soviel bedeutet wie „hohler Baum". Sitzt boch das Mark in den jungen Aesten tatsächlich so lose, baß jebes Kinb Röhren aus ihnen machen kann. Auch wiegen sie so leicht, als wären sie wirklich hohl. DorNvtizen. Tageskalender für Freilag. Stabttheater: 19.30 Uhr ,Zvhannisfeuer". — Gloria-Palast, Settersweg: „3ub Süß". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Tiger von Eschna- pur". Sladtthealer Gießen. Am heutigen Freitag wirb bas Schauspiel von Hermann Subermann „Johannisfeuer" wiederholt. Spielleitung: Hans Albert Schewe. Bühnenbild: Karl Löffler. 4. Freitag-Miete. Ortszeit für den 12. Oktober. Sonnenaufgang 7.46 Uhr, Sonnenuntergang 18.36 Uhr. — Monduntergang 3.24 Uhr, Mondaufgang 17.11 Uhr. Georg Todt 87 Jahre alt. Am morgigen Samstag, 12. Oktober, wird der nicht nur in Sängerkreisen, sondern darüber hinaus auch in der Gießener Bevölkerung weithin bekannte frühere Verwalter des Klub, Georg Todt, Stephanftraße 43 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische 87 Jahre alt. Seit 66 Jahren gehört Georg Todt dem Bauerschen Gesangverein als aktiver Sänger an, seit 1908 war er lange Jahre 1. Vorsitzender des Vereins. Nachdem er dieses Amt mit Rücksicht auf sein Alter niedergelegt hatte, blieb er weiterhin aktiver Sänger. Im Jahre 1924 wurde er anläßlich des 60jährigen Bestehens des Bauerschen Gesangvereins und im Hinblick auf seine 50jährige Zugehörigkeit zum Kreise der aktiven Sänger zum Ehrenvorsitzenden ernannt, gleichzeitig errichtete der Bauersche Gesangverein zu Ehren des Jubilars eine „Georg-Tobt-Stiftung", beren Zinsen bazu bienen, in Not geratenen aktiven, Sängern eine Unterstützung zu gewähren. Weiterhin gehört Georg Tobt seit vielen Jahren ber Gießener Kame- rabschaft ehemaliger 116er an. Dem allseits beliebten Jubilar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zu seinem morgigen Geburtstage bar. Arbeitsdienst kehrt nach Gießen zurück Eine vom Einsatz in Frankreich nach Gießen zurückgekehrte Abteilung bes Reichsarbeitsbienstes wirb am heutigen Freitagmittag, 13 Uhr, auf bem Lanbgraf-Philipp-Platz empfangen unb öffentlich begrüßt werben. Den Willkommengruß ber Partei wirb als Stellvertreter bes auswärts roeilenben Kreisleiters Kreisgeschäftsführer Weber von ber Kreisleitung Wetterau übermitteln. Als Vertreter ber Stabt Gießen wirb Oberbürgermeister Ritter zu ben Arbeitsbienftmännern sprechen. Werdendes Leben ... Werbenbes Leben muß rücksichtslos sein, um zu werben! Es nimmt von feiner Mutter all bie Stoffe, bie es notwenbig zum Wachstum braucht, ohne zu fragen, ob bie Mutter selbst genug von ben lebenswichtigen Stoffen hat. Die Mutter muß biefe Zusammenhänge kennen, um sich richtig zu ernähren, damit sie unb ihr Kind gesund bleiben. Bei unrichtiger Ernährung entstehen Schöben bei der Mutter unb oftmals auch noch beim roerbenben Kinb, bie zuweilen nur schwer wieber auszumerzen sind unb beim Kind bleibenden Schaben bewirken können. Darum ernährt euch gesunb, ihr bient euch unb dem Kind! Diese Forderung wird vom Vollkornbrot erfüllt, denn es enthält fast alle wichtiaen Lebensstoffe, die der Mensch zu seinem körperlichen Wohlbefinden braucht, in natürlicher Harmonie. Eßt also Vollkornbrot, doch achtet auf das Gütezeichen mit der Gesundheitsrune! Erbkranke und Unfruchtbare können heiraten. NSG. Erbkranke müssen auf Nachwuchs verzichten, weil das Wohl des Volkes es von ihnen verlangt. Es gibt aber auch erbgefunbe Menschen, bie keine Kinber haben können, weil sie aus irgenb- welchen Gründen unfruchtbar sind. Sowohl Erbkranke, als auch Unfruchtbare brauchen aber trotz- bcm nicht auf die Ehe zu verzichten. Die Ehewahl ist allerdings nicht so leicht wie für die meisten anderen Menschen, da Ehen zwischen einem unfruchtbaren und einem fruchtbaren Partner heute nicht mehr geschlossen werben bürfen. Die Beratung für Erbkranke unb Unfruchtbare erfolgt burch bas Rassenpolitiscbe Amt ber (Bauleitung Hessen-Nassau, Gießen, Friedrichstraße 18. Durch bas Gauamt erfolgt auch eine Vermittlung berartiger Ehen zusammen mit einer für bas ganze Reich eingerichteten Ehevermittlungsstelle. Kein »Karpfenfest" - kein Wettangeln. Das vor einigen Tagen geplante „Karpfenfest" mit Wettangeln ber Gießener Sportfischer in bem Teiche an ber Schlageter-Anlage, bem sog. Karpfenteich, kann aus oerschiebenen Grünben nicht statt- finben. Das Wasser bes Teiches wirb nun in ber nächsten Zeit abgelassen unb ber Teich ausgefifchl werden. Die Ausbeute bes Fanges soll burch bie hiesigen Fischgeschäfte an bie Gießener Bevölkerung zur Abgabe kommen. Eine Lieferung nach auswärts wie bei bem Abfifchen vor einigen Jahren unterbleibt biesmal. * ** Kriegsauszeichnung. Dem (Befreiten Wolf Grämlich, Robheimer Sttaße 49 wohnhaft, würbe für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. ** Dienstjubiläum. Beim Versorgungsamt Gießen beging am gestrigen 10. Oktober der Der- wattungsasjistent Wilhelm Rinn sein 25jähriges Dienstjubiläum. Dem Jubilar wurde in würdiger Weise von dem Leiter des Versorgungsamts Gießen das vom Führer verliehene Treudienst-Ehrenzeichen in Silber mit ben besten Glückwünschen ausgehän- bigt unb ihm zugleich ber besondere Dank für seine dem Reiche geleisteten treuen Dienste ausgesprochen. Gießener Vortragsring. 3um Vortragsprogramm 1940/41 des Goethe-Bundes, Kaufmännischen Vereins und der NGG. »Kraft durch Freude", Volksbildungsstätte Gießen. Don Dr. Otto Henning. Mitten im Kriegsgeschehen, mitten in der Stunde höchster weltpolitischer Kämpfe und Entscheidungen rufen wir die Volksgenossen unserer Universitätsstadt Gießen zum Besuch bes vielgestaltigen Dor- tragsprogramms. das der Goethe-Bund, der Kaufmännische Verein unb bie Volksbildungsstötte Gießen im Gießener Vortrags ring zusammengestellt haben. Ein kühnes Unternehmen unb bennoch eine bringenb erforderliche Aufgabe, bie zugleich bem Gießener Vortragsring Daseinsberechtigung, ja Da- feinsnotwenbigkeit gibt. Das beutsche Volk hat in biefer großen unb roeltengeftaltenben Epoche seine ganze Kraft, Zeit unb Begeisterung in bie Waagschale biefer einmaligen Entscheibung zu werfen. Wir alle, bie wir biefe große Zeit miterleben unb an ber Erfüllung biefer großen Entscheidungen mit« zukämpfen haben, müssen immer wieber und wieber aus bem ewigen Quell beutschen Kulturschaffens und deutschen Geisteslebens neue Kraft und unbeugsame Entschlossenheit schöpfen. So gilt es in ben Stunben ber Besinnung unb der gemeinsamen Einkehr der Dichter, ben Schriftsteller, den Wissenschaftler unb Gelehrten zu uns sprechen zu lassen, um damit feste und dauerhafte Brücke« vom Volksgenossen zur Dichtung, zu den geistigen Kraftquellen und zu unserem deutschen Buch zu schlagen. Das ist Inhalt, Zweck und Aufgabe des Vortragsprogramms 1940/41 des Gießener Vortragsringes. Wie in jedem Jahr, so steht auch diesesmal wiederum die Reihe ber Dichterlesungen im Mittelpunkt ber neuen Vortragsfolge. Ingber ersten Dichterlesung, die zugleich als Gießener Kundgebung aus Anlaß ber Woche des deutschen Buches 1940 statt- findet, wird ber Ostmärker Bruno Brehm, Träger bes Nationalen Buchpreises 1939, aus feinen Werken lesen. Brehms große Kriegstrilogie ist zu ben stärksten Werken vom Weltkrieg zu rechnen. Es ist daher in diesen Tagen von ganz besonderer Bedeutung, diesen Dichter zu uns sprechen zu lassen. Zur zweiten Dichterlesung ist Marie Hamsun, die Gattin des großen norwegischen Dichters Knut Hamsun, gewonnen worben, um aus ben Werken von Knut Hamsun unb aus eigenen Büchern zu lesen. Die Lesung von Frau Marie Hamsun, bie auf Einladung der Abteilung Schrifttum bes Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unb der Norbischen Gesellschaft eine längere Nor- tragsreise durch das Reich unternimmt, dürste sicherlich für unsere Universitätsstadt Gießen ein besonders seltenes Ereignis bedeuten. Es folgt eine Dichterlesung des siebenbürgischen Dichters Heinrich Zillich, der für feinen hervorragenden Roman .Zwischen Grenzen und Zeiten" 1937 mit bem Literaturpreis ber Reichshauptstadt Berlin ausgezeichnet mürbe. Eine bofonbere Freube wird ben Gießener Schrifttumsfreunben bie Lesung bes Dichters Hans Carofsa bereiten, besten tiefgründiger unb feinsinniger Vortrag aus Anlaß ber 25-Jahr-Feier bes Goethe-Bundes Gießen noch in aller Erinnerung stehen wird. Diesmal wirb ber Dichter aus feinen Werken lesen. Ein literarisches Erlebnis von nicht geringerer Bedeutung ist bie Lesung von Erwin Guibo Kolbenheyer,. bie bereits für ben vergangenen Winter vorgesehen war und wegen Verhinberung bes Dichters verschoben werben mußte. Schließlich ist noch der bekannte Dichter Heinrich Spoerl zu einem Dichterabenb nach Gießen eingeladen worden. Der Name des Dichters ist auch in unserer Stadt durch seine. Bücher unb seine Filme bestens bekannt. Nicht minder bebeutfam ist die Reihe ber allgemeinen Vorträge, die Goethe-Bund, Kaufmännischer (Nachdruck verboten.) 45. Fortsetzung. Springer empfing sie Frau Röhl und lehnte die Bitte ab. Sie verließ die Wohnung — Leuten? die sie sahen, fiel ihr verstörtes Aussehen auf. Zu ihren Angehörigen ist Fräulein Ellrich nicht zurückgekehrt, fonbern — nun, Sie wissen ja burch eigene Beteiligung, wie es weiterging ..." Er stützt leicht bie Arme auf unb legt bie Hanbflächen aneinanber. „Nun hat ja bas Schicksal selbst, so hart es bie beiben Menschen traf, bennoch alle Hinbernisse zwischen ihnen beseitigt. Tjaben wird wieberkom- men. Der Haftbefehl gegen ihn ist zurückgenommen." Bergholz* steht auf, um sich zu verabschieben. „Hoffentlich kommt er halb", sagt er noch. 2 2. Kapitel. Pahl hat in ber Abenbbämmerung seine Gemüsebeete begossen. Er stülpt bie Kanne neben dem Brunnen um, hott aus ber Tasche sein Steingutfläschchen mit bem Schnupftabak, nimmt bebächtig eine Prise unb niest banach ein paarmal. Vom Nachbararundstück her ruft einer „Prost!" — „Dante T ruft Pahl zurück unb schnäuzt sich ge- roaltig in sein rotbuntes Taschentuch. Dann seufzt er unb stapft langsam zur Vorlaube, in ber seine Frau sitzt. Er setzt sich auch unb greift nach ber Zeitung, legt sie jeboch wieber auf ben Tisch zurück. „3s schon zu schummrig zum Lesen", brummt er. „Ooch zum Stricken", ergänzt seine Frau, steckt bie Nabeln fest unb rollt ben Strumpf, an bem sie arbeitet, um das Wollknäuel. Ihr Blick schweift hinaus über bie blühenben Büsche — halb wirb bie Flieberpracht hin fein. Da sieht sie einen Mann bie kleine Gartenpforte öffnen. „Guck mal, Vater, wer kommt benn ba noch?" sagt sie. August Pahl breht sich um. Dann schnellt ber sonst so Schwerbewegliche förmlich empor. „Mutter, bet is ja Klaus! ..." Er tritt bem Näherkommenben entgegen, packt ihn bei ben Armen. „Mensch, ba biste ja!" Sein bickes rotes Gesicht strahlt vor Freube. „Na, benn komm man, setz dir man." Klaus reicht ihm die Hand, streckt sie dann der alten Frau hin. „Guten Abend, Mutter Pahl!" „Juten Abend, Klaus! ... Sie hält seine Hanb fest. „Sind Sie bet benn wirklich? Janz abjemagert sehn Se aus! ... Der Anzug, ber schlottert man so um Ihnen ... Det is boch berJute Blaue, den Se sich erst im Winter jefooft hatten, und nu alle Tage uff 'n Leibe, nid) wahr? ... Janz vertragen siehta nu aus! Wo roarnfe benn bloß so lange?" „Nu frag nicht so Dille! Er kann bir bet alles nachher ja erzählen. Jeh un hole wat zu effen für Klaus; mach ihm 'n paar Rühreier!" sagt Pahl, ihren Wortschwall hemmenb. Sie dreht sich auch sogleich um. „Ja, ja, ick mach ja schon! Aber ..." Sie tritt wieder zu Klaus, legt ihm bie Hände auf die Schultern. „Wie wir uns freuen, bet Se nu enblich jekommen sind!" sagt sie. Bergholz starrt ben Untersuchungsrichter an. „Un- ausdenkbar!" murmelt er. „Für mich nicht", sagt Herr von Hanke unb setzt sich wieber an feinen Schreibtisch. „Der Mann war sowieso am Enbe." - _ . e Sie schweigen beibe eine Weile. Ihre Gebauten halten vor dem letzten Dunkel, hinter bem bie Tat verhüllt bleibt. „Nun fehlt uns noch immer der Tjaben", sagt bann der Untersuchungsrichter. „Ja", nickt Bergholz, „käme er nur balb!" „Das ist boch für Sie nicht mehr bringenb?" . „Aber für Fräulein Ellrich ... Noch ist sie un Krankenhause unb nicht außer Lebensgefahr. Man mochte ihr so gerne helfen." Der Untersuchungsrichter sagt daraus nichts, blickt zu Bergholz mit einem kleinen nachdenklichen Lächeln hin. Ohne den Kopf zu heben, fährt dieser fort: „Sie war eigentlich schon über bie Grenze, als ich sie zurückhotte ... war völlig leblos. Und nun ... ich könnte über bas Gelingen ber Rettung — dieser Tat, bie mir selber etwas war wie eine Anerkennung ... etwas, das mir meine Selbstachtung miebergab — ich könnte nicht mehr froh darüber sein. Wie sollte diese Frau das Lriien weiter ertragen, wenn sie erfuhr, daß Klaus Tjaden als Mörder verfolgt wurde?" ,Za", sagt der Untersuchungsrichter leise. „Ja, ja." Er blättert bie Seiten ber vor ihm liegenden Akten um, räuspert sich und streicht mit dem Handrücken über ein Blatt. „Also hier haben wir es Tjaden hatte sich an einen Anwalt gewandt 'zwecks Scheidung feiner früheren Ehe, die aus einem nicht ersichtlichen Grunde rechtlA ungetrennt blieb " Er blickt auf und wendet das Gesicht wieder Bergholz gu. „Öder wissen Sie da eine Erklärung? Bergholz schüttelt leicht den Kopf. ..Wie sollte ich? Wer kannte die Frau, wie sie wirküch Bar?7. Vielleicht war der Rest eines echten Ge. fübls noch wach? ... Sie galt als launenhaft. Kann nicht biefe Launenhaftigkeit einen inneren Widerstreb verraten haben, e.ne Auflehnung des Besseren in ihr, das non dem anderen, dem Schlim- Terr "ante E°mit der Schulter blickt fp;ne Akten. „Fräulein Ellrich hat am läge der Tat, vormittags, Frau Röchl^ausgesucht, U^von ihr die Emmi« erbitten", fährt er fachlich fort. „Im -veisem oer KlansfängteinneuesLßbenaii Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München „Unb beine kleine Kammer haben wa bir natürlich frei jehatten, unb ber Schecke tieft ooch immer nach be Stalltüre, bet bu nid) mehr bei ihm kommst", ergänzt Pahl noch bie Begrüßungsworte. „Morgen früh füttre ich ihn wieber!" sagt Klaus. „Is jut", nickt Pahl, schiebt ihm bann bas auf bem Tisch stehenbe Weißbierglas hin. „Trink aus! Is bloß noch 'n Rest drin, aber ick hab' hier noch 'ne Flasche." Klaus trinkt das Glas leer, unb Pahl gießt wieber ein. „Nimm man jleich noch ’n Zug, wirft ja mäch- tijen Durscht haben ..." Nachbem Klaus noch einmal getrunken hat, labt sich Vater Pahl auch am Weißbier, setzt bas Glas auf ben Tisch unb wischt sich ben Schaum aus bem grauen Schnurrbart. „Wieber ziemlich warm heute", fährt er bann gemächlich fort, als wäre bas Gleichmaß ber Tage nie unterbrochen worben. „Jestern sah et nach Jewitter aus, kam aber nischt, et zog wieber ab." „Bei mir baheim, an ber Küste, kam es ’runter", entgegnet Klaus. „So? — Unb ba warste? — Det habe ick mir ja jebacht! Unb ba willste wohl ooch wieber hin?" „Ja — fobalb es geht", stimmt Klaus zu. „Unb ba kannten sie mich noch", fährt er nach kurzem Schweigen mit Sprechen fort. Er erzählt, wie er von bem Lehrer Klaaß, einem alten Freunbe seines Vaters, aufgenommen worben war. „Die alten Leute haben sich sogar bereiterklärt, mir beizustehen, wenn es soweit sein wirb, baß ich mich ba wieber ansässig machen kann", sagt er. „So? — Unb nu meenfte, du müßtest erst wieder dahin, um solche zu finden? — Und von uns weeßte nischt, die dir bet ooch schon jeflüftert Ham, bet se nid) bie Tasche zuknöppen woll'n, wenn et jilt, wat 'rauszurücken für euch zum Anfang?" läßt sich Pahl gekränkt vernehmen. Es ist bereits fast völlig bunfel in ber Vorlaube, er kann nicht mehr ben Ausbruck im Gefickt Klaus Tjabens erkennen. Der legt feine Hand auf bie bes Fuhrmanns. „Ja, ihr!" sagt er nur leise. Unb nach einem kurzen Schweigen setzt er hinzu: „Ihr wart bie ersten — Maria unb ihr — bie wieber ben Menschen in mir sahen unb nicht ben Strolch! Glaubst bu, bas vergesse ich jemals?" Er hat wieber ben eigentümlich schweren Ton, bei bem es Pahl immer komisch zumute wirb. Er wehrt sich jetzt ba- gegen unb brummt: „Na, so schwer war bet ja nu nid), ben anftänbijen Kerl in bir zu erkennen." „Es war jetzt aber ein Steckbrief nach mir erlassen!" fährt Klaus mtt verhaltener Erregung fort. „Daß sie mich nicht schon unterwegs geschnappt haben, begreife ich kaum. Unb vor solchem Verfolgten sperren boch bie anberen — die anerkannt Anständigen — ihre Türen zu!" rau Pahl kommt unb bringt ihm zu essen; sie auch eine Lampe in die Vorlaube. Auf feine Frage nach Maria erzählt bie alte Frau, in welch schweren Sorge sie gewesen seien. „Immer Fieber über vierzig Grab hatte se unb kannte feenen, war janz wirr. Unb jlooben Se, Klaus, bet ick Angst bavor hatte, wenn se wieber klarer sein unb zu fragen anfangen würbe? — Unb richtig, als ick letztens Hinjing, ba war fe besser unb kannte mfr, freute sich ooch ’n bißken, bet ick bei ihr kam. Und bann fragte se: Wo is benn ber Klaus? — Wett sollte ick nu sagen? — Man wußte boch jar nischt — bloß, bet bie Kriminalpolizei nach Ihnen suchte, weil Sie bet jewesen sein sollten, ber bie Theater» batne, die Ihre frühere Frau war, dotjeschossen hat. Und da sagte ick: Der Klaus is weg, in feine Heimat — und bet stimmt ja nu woll-ooch? Die Maria foh mir bloß an, unb ihre Augen waren traurig. Nach ’ne Weile sagte se janz leise: ,Ob er mal roieberfommt?' ,Det wirb er schon, Martekeiti, sagte ick, unb mir war zum Heulen. Zum Ilück kamen da bet Fräulein Weber unb der Doktor Bergholz zu Maria ans Bett; und die waren so nett zu ihr und freuten sich, det se feen Fieber mehr hatte ..." „Was sind bas für Menschen?" fragt Klaus. „Feine Leute!" entgegnet Mutter Pahl mit Ueberzeugung. „Es is ’n Zahnarzt unb sie ’ne Lehrerin. Und fe woll'n sich beebe beiraten, ^aber er muß erst von seiner Frau jeschieben werben — beinah so wie Sie, Klaus, aber bei Ihmn is bet ja nu nich mehr nötig! Is et nid) so, als verstehn bie jungen Leute bet nich mehr, sich ben richtijen Lebensjefährten zu suchen? ... So ofte steifen fe erst baneben!" „Na, nu schweife nicht zu weit ab, Mutter, Klaus weeß boch nich, wie bet alles zusammenhängt", mahnt Pahl. Sie erzählen dann abwechselnb von allem, was sich währenb seiner Abwesenheit zugetragen hat. Das anfänglich für Klaus Verworrene klärt sich allmählich, und bas Ereignis, das ihn wieber hinaus auf bie Lanbstraße getrieben hatte, ersteht noch einmal mit ber Deutlichkeit vor ihm. Er sieht Di et» muthe unter bem Licht der Deckenkrone — schön, aber ihm fremb geworden, wesenlos für ihn. Er sieht einen Mann auf sich zuspringen — den schlanken blonben Mann mit der Brille ... Er schlägt nach ihm, sieht ihn taumeln und fallen, zugleich krachen hinter ihm die beiden Schüsse, der Luftdruck schlägt gegen sein Trommelfell, macht ihn für Sekunden taub ... Er sieht Dietmuthe die Arme hochwerfen und vomüberstürzen ... Jetzt muß er hören, daß dieser Mann, den er zu Boden schlug, zuerst als ber vermeintliche Täter verhaftet worben ist. Er mürbe am Tatort angetrof. fen, währenb er selbst unb der anbere, der die Schüsse abgegeben hatte, aus der Wohnung geflohen waren... (Schluß folgt!) Verein und Volkslnldungsstaue Gießen zujammen mit der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde durchführen. Der erste Vortragsabend, mit dem zugleich das gesamte Winterprogramm des Gießener Vortragsringes eröffnet wird, bringt einen Lichtbildervortrag des Schriftstellers Dr. Paul Rohrbach mit dem Thema: „Mit Auto, Bahn und Flugzeug durch Afrika von Nord nach S ü d." Der Grundgedanke seines Vortrages ist der Nachweis, daß die tropischen Gebietes Afrikas die von Natur gegebenen wirtschaftlichen Ergänzungsgebiete für die europäische Wirtschaft im allgemeinen und für die deutsche im besonderen sind, daß Deutschland aus rechtlichen, moralischen und wirtschaftlichen Gründen einen Anspruch auf die Rückgabe seines alten Kolonialbesitzes und darüber hinaus auf angemessene Beteiligung an der ökonomischen und zivilisatorischen Erschließung des schwarzen Erdteils bat. Am zweiten Vortragsabend wird der Bildrhapsode Kurt chielscher einen„Vortrag halten mit dem Thoma: „Sonne über Italien", und er wird wiederum durch die wunderbare Pracht und einzigartige Schönheit seiner Lichtbilder die Vortragsbesucher erfreuen. Es folgt ein Lichtbilder- und Schmalfilmvortrag von Uni- oersitätsprofessor Dr. Hans Krieg, dem Direktor der Zoologischen Sammlung des Bayerischen Staates in München, mit dem Thema: „Zu den Indianern des Gran Chac o". Professor Krieg ist auf vier Forschungsreisen in engste Verbindung zu den zum Teil noch heute vollkommen unberührten, im Innern des Gran Chaco lebenden JndianerstämmHN gekommen. Ein Vortragserlebnis von ganz besonderer Art wird der Vortrag des Fliegeroffiziers und Kriegsberichterstatters Herbert Volck fein: 33 000 Kilometer Kriegs- abtznteuer in Asien." Herbert Dolcks Bericht aus seinem an Abenteuerromantik so reichen Leben wirkt spannend and einzigartig. Colin Roß, der bereits im vorigen Winter mit großem Erfolg in Gießen gesprochen har, ist nochmals mit einem Lichtbildervortrag: „Das neue Asien" verpflichtet worden. Musikschriftsteller Alfred Pellegrini wird sodann über „Richard Wagner, seine deutsch-kulturelle Sendung und sein berühmtes Bayreuther Festspiel- werk" sprechen. In Verbindung musikalischer Illustrationen am Flügel und zur Violine und ferner an Hand interessanter Original-Lichtbilder bietet Pellegrini ein übersichtliches Entwicklungs- bild des genialen Meisters und schildert seinen beharrlichen Kampf um das deutsche Kunstideal, der ihn zum Wegbereiter unseres neuen Deutschlands machte. Am letzten Vortragsabend dieser Vortragsreihe wird der Kunsthistoriker Oskar Schürer über „Wiens deutsche Senduna" einen Vortrag halten und durch ausgezeichnete Lichtbilder einen Gesamteindruck der alten Kaiserstadt vermitteln, aus dem lebendig wird, was Wien in unserem neuen Großdeutschen Reich allen Deutschen zu sagen und zu geben hat. Zum Abschluß dieses vielgestaltigen und umfangreichen Vortragsprogrammes wird dann wiederum unter der Schirmherrschaft des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Gießen die Gießener Woche für Kunst und Literatur 19 41 durchgeführt werden, die unter dem Geleitwort „M e i« ster deutschen Humors" stehen wird. In Zusammenarbeit zwischen Stadttheater, Konzertverein, Oberhessischer Kunstverein, Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Volksbildungsstätte Gießen wird wieder ein hervorragendes Programm für diese Kunstwoche zusammengestellt werden, in deren Mittelpunkt eine literarische Feier st unde stehen wird. Außerdem ist eine Abendveranstaltung mit dem Thema: „Eine Stunde bei Wilhelm Busch" angesetzt, zu dem Ilse Meudtner, erste Solotänzerin der Staatsoper Berlin, und Vor- traasmeister Emil Kühne verpflichtet wurden. So treten die im Gießener Vortragsring zusammen arbeitenden Kulturinstitute und Kulturorga- nisationen unserer Stadt mit einem sorgfälttg vorbereiteten Dortragsprogramm an die Gießener Volksgenossen heran und fordern, unterstützt und gefördert von dem Hoheitsträger der Partei, Kreisleiter Backhaus, und dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Pg. Ritter, zur freudigen und tatbereiten Mitarbeit auf. Aus der engeren Heimat. Richtlinien für die Viehbewertung. Land- und Forstwirte, die im Wirtschaftsjahr 1932/33 oder im Wirtschaftsjahr 1933/34 ihre Viehdurchschnittswerte gesenkt haben, müssen erstmalig für den Schluß des Wirtschaftsjahres 1939/40 wieder die ungekürzten Durchschnittswerte zugrunde legen. Das gilt jedoch nur für die Tiere, die im Laufe des Wirtschaftsjahres durch Geburt oder Zukauf zu dem bereits vorhandenen Viehbestand hinzugekommen sind. Zur Erleichterung der Buchführung hat sich der Reichsfinanzminister damit einverstanden erklärt, daß Land- und Forstwirte für den Schluß des Wirtschaftsjahres 1939/40 ihrem gesamten Viehbestand die ungekürzten Viehdurchschnittswerte zugrunde legen. Der Unterschiedsbetrag ist dann entweder sofort in voller Höhe, oder gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt, zu versteuern. Bei der Arbeit verunglückt. * Mainzlar, 10. Oft. An seiner Arbeitsstätte in den hiesigen Didier-Werken verun-glückte heute der 33 Jahre alte Arbeiter Jakob Krug aus Allen- dorf (Lumda). Der bedauernswerte Mann mußte mit inneren Verletzungen von der Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes in das Evangelische Schwesternhaus in Gießen eingelie-fert werden. Sein Befinden ist zur Zeit den Umständen entsprechend gut. * Butzbach, 10. Ott. In den hiesigen Meguin- Werken verunglückte heute der 33 Jahre alte Arbeiter Ludwin Weißbecker aus Bad-Nauheim und der 31 Jahre alte Arbeiter Karl Klös aus Lechgestern, die mit Anstreicherarbeiten beschäftigt waren. Dabei erlitt Weißbecker schwere innere Verletzungen, an denen der bedauernswerte Mann bald nach seiner Einlieferung in die Chirurgische Klinik verstorben ist. Klös wurde ebenfalls der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt, wo er mit einer Brustquetschung darniederliegt; erfreulicherweise besteht für ihn feine Lebensgefahr. Derkehrs- und Derschönerungsverein Lich. ch Lich, 10. Oft. Der Verfehrs - und Verschönerungsverein Lich hielt am Mittwochabend eine Dorstandssitzung ab. Es wurde mit Genugtuung festgestellt, daß auch in diesem Sommer die Zahl der Besucher Lichs erfreulich hoch war. Alle Hotels waren mit Erholungsuchenden gut belegt. Don einer Hauptversammlung soll für das laufende Krieqsjahr abgesehen werden. Da es z. Z. an Arbeitskräften mangelt, muß leider die Planierung der auf dem Höhler vorgesehenen Rodelbahn verschoben werden. Der Reichsbahnoerwal- tung wurden verschiedene Wünsche vorgetragen. Es wurde die Dringlichkeit des zur Zeit laufenden Antrags betont, den Mittagszug nach Gießen ab Lich 13.10 Uhr wieder zu fahren, um den Reisenden und den Schülern, die von Hungen kommen, eine bequemere Bahnverbindung zu ermöglichen. Ein zweckentsprechnder Umbau des Stattonsgebäudes wird für notwendig erachtet. Schließlich wird vorgeschlagen, die Schranken des Bahnübergangs am Schloßgarten auch im Interesse der Reichsbahn durch je einen Drehkranz zu ersetzen. Es wurde bedauert, daß der Ernheitsmarkenautonmt der Post im Rathaus oft wenig pfleglich behandelt wird. Immer wieder werden falsche Münzen emgeroorfen. Kinder spielen an dem Automaten, sodaß man sich nicht wundern darf, wenn der feine Mechanismus versagt. Vielleicht hilft die Allgemeinheit mit, daß in Zukunft jefrer Mißbrauch unterbleibt. Zur Behebung der zeitweiligen Wohnungsnot wird die Errichtung von einigen 4—5 Zimmer-Wohnungen angeregt. Ein reger Gedankenaustausch betonte die dringliche Verbesserung und den Ausbau hiesiger Straßen. Aus der Mitte der Sommergäste wurde der Wunsch laut, besonders in der näheren Umgebung noch einige Bänke aufzustellen. Dem soll im kommenden Frühjahr entsprochen werden. Der Vorsitzende schloß mit dem Dank an alle Vorstandsmitglieder, insbesondere an Bürgermeister Geil, für die tatkräftige Unterstützung, die anregend verlaufene Sitzung. Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 10. Oft. Die ä 11 e ft e Fr au unseres Ortes, Witwe Christine Jung, geborene Euler, Hindenburgstraße wohnhaft, konnte heute in Gesundheit ihren 8 6. Geburtstag begehen. Der Jubilarin nachträglich unseren herzlichen Glückwunsch. ch Lich, 10. Oft. Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde der Oberschütze Karl Bechtold von hier, Schäfergasse 28, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Bechtold war kurz vor dem Waffenstillstand in französische Gefangenschaft geraten und bis tief in das Innere des Landes verschleppt worden. — Am Dienstag wurde der untere A l - bad) er Teich a b g e f i s ch t. Der Teich, der einer der ertragreichsten der Fürst zu Solms-Lichschen Forstverwaltung ist, erbrachte aus diesmal wieder reiche Ausbeute, die auf 950 Karpfen und 1100 Schleien geschätzt wird. Es waren Fische darunter, die ein Gewicht von 3 bis 3,5 kg aufwiesen, lieber» aus groß war in diesem Jahre auch der Anfall von jüngeren Zuchtfischen, die in den übrigen Teichen de^- Forstverwaltung wieder eingesetzt werden. Kreis Bübingen. j Schotten, 9. Oft. Am Sonntag fand eine Besichtigung der Freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr der Stadt durch Kreis- feuerwehrführer Klein (Büdingen) statt. Nach dem Geräteexerzteren wurde ein großangelegter Brandangriff unter der Annahme, daß in einer ganzen Reihe von Häusern Brände ausgebrochen seien, durchgeführt. Die Brandbekämpfung zeugte von dem guten Ausbildungsstand der Wehr, der seitens des Kreisfeuerwehrführers und des Bürgermeisters in der Schlußbesprechung Dank ausgesprochen wurde. — Am gleichen Sonntagnachmittag wurde in einem feierlichen Appell der älteste Jahrgang der HI. in die SA. überführt. In der Turnhalle waren die HJ.-Gefolgschaften und die SA.-Stürme von Schotten und Umgebung aufmarschiert. Bannführer Kaufmann und Standartenführer Schädlich nahmen mit eindrucksvollen Worten die lieberfü^ung vor. Die Motor-HI. von Schotten unterzog sich einer Abschlußprüfung, an der 35 Angehörige teilnahmen. frankfurter Schiachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Oft Es notierten je 50 Kilo Lebendgewicht in RM: Ochsen a) 44,5 bis 46,5, b) 40 bis 42,5, c) 37 bis 37,5 Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 35 bis 35,5; Kühe a) 42 bis 44,5, b) 36,5 bis 40,5, c) 28 bis 34,5 d) 20 bis 25; Färsen a) 42,5 bis 45,5, b) 40,5 bis 41,5, c) 35 bis 36,5; Kälber (Sonderklasse) 66, andere Kälber a) 59, b) 55 bis 59, c) 42 bis 50, d) 34 bis 40; Hümmel b2) 48 bis 51, c) —, d) 34 bis 44; Schafe a) 42 bis 44, b) 35 bis 40, c) 12 bis 32; Schweine a) 58, bl) 58, b2) 57, c) 55, d) 52, e) 50, gl) 58. Marktverlauf: alles zugeteilt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) K.G. in W. Wir empfehlen Ihnen, die fragliche Angelegenheit bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Gießen, Johannesstraße, oder bei dem Staat- lichen Gesundheitsamt in Gießen, Wilhelmstraße, zur Sprache zu bringen. Deutsche Fußballelf gegen Bulgarien. Die deutsche Fußballelf zum 3. Länderkampf gegen Bulgarien am 20. Oktober in München wurde wie folgt ausgestellt: Klodt (Schalke 04); Streitle (Bayern München), Moog (Eintracht Frankfurt); Kupfer (Schweinfurt 05), Goldbrunner (Bayern München), Hammerl (Post München); Lehner (Bl.-W. Berlin), Walter (1. FC. Kaiserslautern), Conen, Sing (beide Stuttgarter Kickers), Gärtner (1. SV. Jena). Ersatz: Fink (Bayern München), Bayerer (1860 München), Erb (SV. Waldhof). Nach längerer Pause erscheinen auch wieder Streitle und der jetzt für den Mittemeister spielende Lorscher Gärtner in der Nationalelf. Neulinge sind Hammerl und Sing. Meisterschaften der Schützen. Die Krregsmeisterschaften der Schützen im Pistolen- und Kleinkaliberschießen werden in diesem Jahr an verschiedenen Orten in vier Gruppen ausgeschossen. Am Sonntag fanden sich die besten aus den Bereichen auf den Ständen in Berlin, Gera, Köln und München zusammen. Die Ergebnisse jeder Gruppe müssen durch den Verband erst ausgewertet werden, so daß das genaue Ergebnis nach Prüfung der Scheiben erst in den nächsten Tagen veröffentlicht werden kann. Bei den in Berlin durchgeführten Wettbewerben war der ff-Anwärter Erwin Skjellet (Berlin) der beste Pistolenschütze. Mit der automatischen Pistole erzielte er auf die Schattenrisse allein 35 von 36 möglichen Treffern, wobei er 22mal das mittlere Rechteck traf. Die gleiche Trefferzahl hatten auch von Oyen (Berlin), Hauptmann Marve (Ostland) und Pastor (Berlin), jedoch weniger Rechtecktreffer. Im gebrauchsmäßigen Pistolenschießen kam Skjellet auf 294 von 300 möglichen Ringen. Zusammen mit seinen Kameraden Hartmann und Baumer (je 290 Ringe) erzielte er für das SD.- Hauptamt Berlin die weitaus beste Mannschaftsleistung. Zum Kampf mit der Scheibenpistole trat nur die Schützengesellschaft Hamburg an, die 1820 von 2400 möglichen Ringen erzielte, wobei Mohr mit 4f)7 Ringen der Beste war. Im Kleinkaliberschießen mit militärischem Anschlag schoß Schwarz (Elbing) mit 317 die höchste Ringzahl. Beim sportlichen Anschlag erzielte Zimmermann (Potsdam) mit 329 vor Kloda (Potsdam) mit 327 und Ehlert (Königsberg) mit 315 Ringen das beste Ergebnis. Schwerathletenjugend in Alsfeld. Am vergangenen Sonntag fanden in Alsfeld bei guter Beteiligung wieder Wettkämpfe im Rin- gen und Gewichtheben statt. Dementsprechend bewegten sich auch die Leistungen auf beachtlicher Höhe. Die Gießener Jugendlichen schnitten in Anbetracht der Tatsache, daß der Trainingsbetrieb erst vor kurzem wieder ausgenommen wurde, recht erfolgreich) ab. Nachstehend die Siegerliste: Gewichtheben, Dreikampf. Einarmig Reißen, beidarmig Reihen und Stoßen. Klasse 100—110 Pfund Körpergewicht: 1. Hans Dotzel, Alsfeld, 315 Pfund; 2. Oskar Rabow, Gießen, 290; 3. Willi Lorenz, Gießen, 270. Klaffe 110—120 Pfund: 1. Ludwig Schott, Alsfeld, 345 Pfund; 2. Otto Bröder, Alsfeld, 265. Klaffe 120—130 Pfund: 1. Heinr. Kurz, Alsfeld, 355 Pfund; 2. Martin Seib, Alsfeld, 350; 3. Heinz Kraft, Alsfeld, 315; 4. Fritz Dem, Gießen, 295. Klasse 130—140 Pfund: 1. Paul Fischer, Gießen, 360 Pfund; 2. Gustav Braun, Alsfeld, 350. Ringen: e Klasse 100—110 Pfund: 1. Willi Lorenz, Gießen, 2 Siege; 2. Oscar Rabow, Gießen, 1 Sieg; 3. Wil- ker, Alsfeld. Klaffe 110—120 Pfund: 1. Kurz, Alsfeld, 3 Siege; 2. Bröder, Alsfeld, 2 Siege; 3. Schott, Alsfeld, 1 Sieg. Klaffe 120—130 Pfund: 1. Kurz II., Alsfeld, 3 Siege; 2. Kraft, Alsfeld, 2 Siege; 3. Aermel, Alsfeld, 1 Sieg; 4. Dem, Gießen, 1 Sieg. Dem war hier der leichteste Ringer und hätte in Klaffe 110—120 Pfund sicher besser abgeschnitten. Klasse über 140 Pfund: 1. Gustav Braun, Alsfeld; 2. Paul Fischer, Gießen. Im Ringen ist der Gießener noch zu unerfahren, und der Alsfelder konnte sich für feine Niederlage im Gewichtheben revanchieren. VfB.-Veichsbahn Gießen. VfB. 1. Jugend — 1900 1. Jugend 3:1 (2:1). Am vergangenen Sonntag konnte die 1. Jugend von VfB.-Reichsbahn einen schönen Sieg über die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 erringen. Den größten Teil des Spieles konnte VfB. überlegen gestalten. Schon nach 15 Minuten geht VfB. durch feinen Rechtsaußen Unverzagt in Führung. Kurz darauf erzielt 1900 den Ausgleich. Wenige Minuten vor dek Pause kann Hauser durch einen Strafstoß erneut seine Mannschaft in Führung bringen. Zu Beginn der zweiten Hälfte kommt 1900 etwas mehr auf. Als Hauser abermals einen Strafstoß auf das Tor schießt, springt Mandler hinzu und verlängert den Ball zum dritten Tor. Trotzdem 1900 gegen Schluß noch einmal auf ein besseres Ergebnis hinausspielt, können keine Tore mehr erzielt werden. VfB. 1. Schüler — 1900 1. Schüler 0:2 (0:0). Am Vormittag trafen sich die Schüler von VfB. und 1900. Trotzdem das Spiel völlig ausgeglichen war, brachte es VfB. nicht fertig, Tore zu schießen. Wimmler schoß beide Tore für 1900. FnßbaNabteilnng des Turnvereins Wieseck. Meseck I. Jugend — Grotzen-Buseck L Jugend 1:0. Beide Jugendmannschaften standen sich am Sonntag auf dem Wiesecker Waldsportplatz im Freundschaftsspiel gegenüber. Den Anstoß verwerteten die Wiesecker zu einem gut angelegten Angriff, der jedoch sein Ziel nicht erreichte; kurz vor dem Tor wurde der Ball knapp über die Latte geschossen. Wieseck zeigte einige schöne Angriffe. Die erhofften Tore blieben aus. In der 32. Minute fiel durch Hofmann das erst« Tor. Nach der Pause drängten die Gäste etwas mehr, doch war die Hintermannschaft der Einheimischen nicht zu schlagen. Obwohl Wieseck in der letzten Viertelstunde nur noch mit 10 Mann spielte, blieb das Resultat unverändert. Orts-Sommersporttag ht Launsbach. Mit gutem Erfolg wurde am Sonntag der von dem Tv. Launsbach organisierte Orts-Sommersport- tag der Gemeinde Launsbach durchgeführt. Um 13 Uhr formierten sich die Wettkämpfer am Dereins- lokal zum gemeinsamen Anmarsch zum Sportplatz. Nach der Flaggenhissung und Eröffnung des Sporttages durch den Ortsgruppenleiter, Bürgermeister B e ch t h o l d traten die Wettkämpfer in 3 Gruppen (Jungvolk, Hitler-Jugend und Sportler) zum Kampf an und zeigten zum Teil sehr gute Leistungen. Die Siegerliste zeigte folgende Ergebnisse: Sportler: (Vierkampf, 75-m-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen und, Keulenweitwurf). 1. Willi Reinhardt, 88 Punkte; 2. Reinhard Schieferstein, 77; 3. Rudolf Pfaff, 72; 4. Willi Hörr, 68; 5. Hugo Müller, 64. Hitler-Jugend (Vierkampf, 100-m-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenweitwurf). Gruppe I: 1. Erwin Bechthold, 73 Punkte; 2. Helmut Mandler, 69; 3. Otto Volk, 61; 4. Ernst Schieferstein, 58; 5. Hch. Bechthold, 49. Gruppe II: 1. Hans Hartmann, 73; 2. Erich Winter I., 69; 3. Gustav Schäfer, 57. Jungvolk (Dreikampf, 60-m-Lauf, Weitsprung, Ballweitwurf). ®nippe I: 1. Albert Mandler, 61 Punkte; 2. Heinz Schieferstein, 36; 3. Hans Wagner, 32. Gruppe II: 1. Werner Bechthold, 65 Pkte.; 2. Erich Fleck, 45; 3. Klaus Schieferstein, 40. Das im Anschluß an den Wettkampf durchgeführte Fußball-Freundschaftsspiel Launsbach—Fellingshausen konnte die Mannschaft des Tv. Launsbach auf Grund ihrer besseren Leistung mit 3:1 für sich entscheiden. Den Abschluß des Tages bildete ein Handball- Freundschaftsspiel Sportler gegen Jugend, das mit 8:7 für die Sportler endete. Den Beweis steter Einsatzbereitschaft brachte auch hier wieder die Ortsgruppe Launsbach vom Roten Kreuz,die den Sanitätsdienst mit einem Helfer und zwei Helferinnen freiwillig übernommen hatte. Ich stehe zu Dir! Schlichte Geschichten von der Kraft des Herzens Siebzehn Jahre zählte die kleine Jlonka. Ähre Augen glänzten wie blaue Diamanten, denen noch der letzte Nebel fortgeschliffen werden muß, ihr Haar ringelte sich weich, rötlichbraun, noch ohne den satten Goldlon der eilten Frauengemälde, ihr herzförmiger Mund stand halbgeöffnet, wie erstaunt und fragend vor einer Wett, die so viel Rätsel barg. Und ihre zierlichen weißen Füße, die unermüdlich vom Hauö aufs Feld liefen, in den Garten und wieder ins HauS — ja, sie zuckten oft und sehnten sich nach Wegen, die sie noch nicht gegangen waren. „Dieses Jahr^, sagte die Mutter, als sie das Lebenslicht im Kranz der siebzehn bunten Kerzen anzündete, „dieses Jahr darfst Du mit auf den Winterball." JlonkaS Augen füllten sich mit Tränen. Sie ließ die heißersehnten Stiefelchen aus rotem Saffian fallen, warf sich ihrer Mutter in die Arme — sprechen konnte sie nicht vor Freude, nur schluchzen, so leidenschaftlich war sie. Kein schöneres Geschenk hätte es geben können. Der Winterball, der das alte Jahr schloß und das neue eröffnete, von dem die Mädchen in den Spinnstuben den ganzen Winter über raunen und tuscheln, das große Ereignis deS Jahres für baS ganze Land I Zwei Leben lebte Jlonka in diesem Jahn eines den Erfordernissen des Tages, eines der unermeßlichen Vorfreude. Tiber sie lebte noch ein drittes Leben: daS der Furcht! Denn eS war daS Jahr, in dem der neue Gutsinspektor auftauchte. Lang und hager war er wie rin Galgen, stets dunkel gekleidet, der Mund verkniffen, die Augen lodernd in einem verzehrenden Feuer, baS schwere bräunliche Lider umsonst zu verbergen trachteten, und der Anblick seiner großen, gierigen Hände ließ Jlonka jedeSmal erschauern. Er wollte sie heiraten. Die Estern sahen sein Bemühen halb besorgt, halb geschmeichelt — er hatte rin so gutes Einkommen. Vielleicht hätte Jlonka längst nachgegeben, wäre nicht der verheißene Winterball zu einer unverhofften Stärkung ihrer Widerstandskraft geworden. „Nächstes Jahr", sagte Jlonka, „werde ich mich entscheiden." Endlich ist eS soweit und der Schlitten wartet mit seinem luftigen Geklingel vor dem Tor. Im Saal deS behäbigen Gasthofes „Zur goldenen Traube" herrscht ein verwirrendes, fröhliches Durcheinander von Eindrückem bunte Bänder flattern von der Decke herab, zahllose Lichter flimmern, feurige, vertraute und doch ganz neue Weisen umschmeicheln daS Ohr! Man weiß nichts von der Mutter, die prächtig geputzt settwärtS bei den Müttern sitzt, man weiß nichts vom Inspektor, den ein gütiger Zufall nach Budapest entführte — ach, nicht einmal von ihnen weiß man, die Jlonka im Tanze herumschwenken... Nein, vom ersten Tänzer wußte Jlonka nichts. Nichts vom -weiten.- dann sah sie den dritten — und nichts anderes mehr. Er war groß, breitschultrig, braun und glatt wie eine Kastanie, seine blauen Augen glühten in sanfter Leidenschaft, unter dem kleinen Schnurrbart belächelte sein roter Mund selbst die schüchternen Worte, die er fand, und deren eS — daS verstand Jlonka augenblicklich —■ zwischen ihnen gar nicht bedurfte. Sie tanzten. Sie tranEen zusammen, erzählten sich mit Eifer von ihrem quellwasierklaren Leben, beide in einer Glückseligkeit, die ihnen als der Gipfel des Daseins erschien. Oben auf der Galerie, wohin die großen, grünbeschirmten Lampen nicht ganz hinauftrichten, küßten sie sich. Sie sagten kaum, daß sie sich liebten, sie fühlten eS. ES war die große, heilige Erfüllung ihres Lebens. Er hieß Mitru und wohMe in den Bergen, den blauen Bergen, auf denen daS Traumland deS KindeS Jlonka lag. DaS machte sie besonders glücklich. Er war arm, sagte er. „Und ich bin nicht reich", rief Jlonka, „wie gut daS paßt!" Wortlos waren sie sich unverbrüchlich einig. „Aber du mußt rin Jahr warten, Jlonka!" -Ich warte, Mitru!" Sie fragte nicht, warum. Das ist ein kleiner Ausschnitt aus der neuen, lebensnahen Fortsetzungs-Reihe, die jetzt in der großen Sonntag-Zeitung „Die Grüne Post" beginnt. Kaufen Sie sich noch heute „Die GrünePoft", dann können Sie sofort weiterlesen und sich außerdem an dem großen 3000-Mark-Preisausschreiben beteiligen. „Die Grüne Poft" ift für 20 Pfennig überall zu haben!