Donnerstag, U-Zull 1940 190. Jahrgang Nr. 162 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/»Uhr desVormittags Anzeigen-Preise: Ameigenteil 7Rvf. ie mm bei 22 mm Zellenbrette, Terttetl 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel ö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte GieffenerFamilienblätter Hemmt imBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlusr 2251 Drabtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Heue schwere Schläge für Vritanmens Luftwaffe und Flotte. 28 Abschüße bei Gtavanger. -1 Bomber über Aordfrankreich abgeschosien. - Ein Kreuzer und vier Handelsschiffe versenkt. — Italiens Luftwaffe sehr aktiv. Berlin, 10. Juli. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere schon bei der Niederwerfung Frankreichs erwiesene Ueberlegenheit zur Luft macht sich nunmehr auch gegenüber England immer stärker geltend. Bekanntlich erhöhte sich die gestern durch Sondermeldung mitgeteilte Zahl von zwölf Abschüs - f e n bei Stavanger während des Tages nach weiteren Luftkämpfen auf 26 Abschüffe. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden heute erneut alle Flugzeuge einer angreifenden englischen Kampf staffel abgefchofsen. Unsere Flakartillerie zwang die sieben Britenbomber vor Erreichung ihres Angriffszieles, des Flugplatzes Amiens-Glisfy, abzudrehen und ihre Bomben ungezielt und vorzeitig abzuwerfen. Militärischer Schaden wurde infolge- defsen nicht angerichtet. Nach Einstellung des Flakfeuers griffen unsere Jäger an und schossen sämtliche Feindbomber auf dem Rückflug der Reihe nach ab. Eigene Verluste traten nicht ein. ♦ In einer zweiten Sondermeldung gibt das Oberkommando der Wehrmacht bekannt: Soeben werden weitere außerordent- licheLrfolgeunserer Luftwaffe bekannt, nachdem bereits durch Sondermeldung der Abschuh aller sieben Flugzeuge einer britischen Bombenstaffel bei Amiens gemeldet wurde. In der S t r a h e v o n Dover griffen unsere Kampfflugzeuge heule nachmittag einen stark gesicherten britischen Geleitzug an und versenkten durch Bombentreffer einen Kreuzer sowie vier Handelsschiffe mit insgesamt 21 000 BRT. Weiterhin erhielten ein Kreuzer und drei Handelsschiffe mit insgesamt 19 000 BRT. schwere Treffer, so dah sie teilweise mit starker Schlagseite und brennend liegen blieben. Die den Geleilzug sichernden feindlichen Jäger wurden in Luflkämpfe verwickelt und hierbei zehn von ihnen abgeschossen. Vier eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück. Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch. Berlin, 10. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein U-Boot meldet die Versenkung von 35187 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes. Durch Luftangriffe gegen England wurden vor der Oft- und Südküfle ein Vorpostenboot sowie drei Handelsschiffe mit einer Gefamttonnage von 26 000 BRT. versenkt, zehn weitere Handelsschiffe schwer beschädigt und teilweise in Brand gesetzt. Treffer in Tanklagern der Flugplätze von Pembroke und in Ipswich fowie in den Rüstungswerken von Norwich, Leeds, Tilbury und Swansea verursachten Brände und Explosionen. Ueber dem Kanal kam es mehrfach zu Luftkämpfen zwischen deutschen und britischen Jägern, bei denen der Gegner starke Verluste erlitt. Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben wurde, versuchten 12 britische Bombenflugzeuge des Bluffers Bristol-Blenheim den Flugplatz Stavanger-Sola anzufliegen. Sämtliche angreifenden britischen Flugzeuge wurden vor Erfüllung ihres Auftrages abgefchoffen. Verluste an deutschen Flugzeugen sind hierbei nicht eingetreten. In der letzten Nacht griffen feindliche Flugzeuge wiederum in Holland, Nord- und Westdeutschland nichtmilitärische Ziele an, ohne wesentlichen Sachschaden anzurichten. Die Gesamtverluske des Gegners betrugen gestern 29 Flugzeuge, darunter ein Sunderland-Flugboot. 28 Flugzeuge sind im Luftkampf, 1 Flugzeug durch Flak abgeschossen. 3 eigene Flugzeuge werden ver- miht. In der Nacht vom 8. zum 9. Juli wurde, wie nachträglich bekannt wird, ein britisches Flugzeug durch Nachtjäger über der Deutschen Bucht abgeschossen. Italiens Luftwaffe und Flotte im Angriff. Der italienische Wehrmachtsbericht. Rom, 10. Juli. (DNB.) Der itallenischeWehrmachtsbericht vom Mittwoch hat solgenden Wortlaut: Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: gibt bekannt: Die Luftaufklärung hatte am 8. Juli angezeigt, dah englische Seestreitkräfte in drei Gruppen, bestehend u. a. aus einigen Schlachtschisfen und Flugzeugträgern, sich zwischen der Insel Kreta und der nordafrikanischen Küste in Fahrt nach Westen befanden. Eine weitere Bestätigung wurde kurz darauf von einem unserer U-Boote gegeben, das einen feindlichen Zerstörer torpediert und versenkt hat. Unsere Luftwaffe stieg sofort von ihren Stützpunkten auf und unternahm während des geizen Tages unermüdlich auf den feindlichen Verband wiederholte und recht wirksame Bombenangriffe. Einige Schiffe wurden getroffen und erlitten unter deutlich zu beobachtenden Bränden an Bord ernsthaften Schaden. Es wird angenommen, dah ein Schiff — wahrscheinlich ein Schlachtschiff — versenkt worden ist. Alle unsere Flugzeuge sind bis auf ein einziges zurückgekehrt, das auf griechischem Boden mit unverletzter Besatzung landen muhte. Der englische Flottenverband hat trotz seiner verringerten Stärke die Fahrt sortgeseht und machte den Eindruck, dah er einen Angriff im mittleren Riittelmeer beabsichtige, um eines unserer wichtigen Küstenzentren von See aus und zur Luft anzugreifen. Infolgedessen ist ein starker Verband unserer Flotte in See gegangen, um diesen Versuch zu verhindern. Am späten Nachmittag des 9. Juli gelang es unserer Flotte trotz ungünstiger Sichtverhältnisse, die die Luftaufklärung erfchwerten, mit dem Feind im Ionischen Meer in Fühlung zu treten, während bedeutende Luftstreitkräfte ihre Aktion unterstützten. Nach einem kurzen scharfen Feuergefecht hat der Feind auf feine Absichten verzichtet und sich nach Südoslen entfernt. Eine einzige italienische Flotteneinheit ist getroffen worden. Der Schaden wird in wenigen Tagen behoben sein. Bei dem Kampf sind 29 Wann der Besatzung getötet und 69 verwundet worden. Die Luftwaffe hat trotz stärkster Flakabwehr den Feind bis in die späten Abendstunden verfolgt, ohne ihn zur Ruhe kommen zu lassen. Einige seiner Schiffseinheiten sind wiederholt mit Bomben schweren Kalibers getroffen worden. Unser Torpedojäger „Zeffiro" wurde versenkt, doch ist die Besatzung gerettet. Eines unserer U-Boote ist nicht an seinen Stützpunkt zurückgekehrt. Ein weiterer englischer Flottenverband wurde ebenfalls am 8. Juli von Gibraltar mit nordöstlichem Kurs kommend erkundet. Er wurde am 9. Juli von unserer Luftwaffe südlich der Balearen feftgeffellf und den ganzen Tag über von unseren Fliegern heftig und mit stärkstem Erfolg bombardiert. Drei unserer Flugzeuge sind nicht an ihren Ausgangspunkt zurückgekehrt. Staatsmänner Herr Bonnet. Französische Politiker sind jetzt eifrig damit bc- schäftigt, nach den Fehlern zu suchen, die angeblich nicht sie, sondern ihre Kollegen in der Vergangenheit gemacht und die den totalen Zusammenbruch Frankreichs herbeigeführt haben. Das ist ein verständliches Bemühen, denn wer möchte sich nicht gerne reinwaschen von dem Vorwurf, ein großes Erbe und eine noch größere allerletzte Chance — den Ausgleich mit Deutschland — schmählich vertan zu haben. Dennoch bleibt alles vergeblich, weil es zu spat geschieht. Der Autobus ist unwiderruflich verpaßt. Die ungeheure, in Jahrhunderten aufgetürmte Schuld Frankreichs läßt sich nicht wegwischen und die Sühne nicht aufhalten, die das Verbrechen der immer wiederholten Kriegsentfesselung fordert. Was bei der französischen Fehlersuche Zutage kommt, ist nur interessant als Dokumentation zur Vorgeschichte des Krieges. . _, Ein solches Eingeständnis der eigenen Schuld liegt jetzt vor. Der ehemalige französische Außenminister George Bonnet erklärte am 7. Juli während einer Versammlung der Abgeordneten in Vichy über die diplomatischen Schritte, die der Kriegserklärung vor- ausgingen, daß er ab 1. September 1939 im Namen der französischen Regierung dem italienischen Konferenzvorschlag zur Beilegung des deutsch-polnischen Konfliktes zu gestimmt hätte. Am 2. September, während Polen mit Deutschland bereits im Kriege war habe er seine Bemühungen zur Wiederherstellung des Friedens fortgesetzt. Er habe eipgewilligt, daß in den folgenden Wochen eine Konferenz stattfinde. Diese Konferenz hätten die polnische und die britische Regierung unmöglich gemacht, indem sie Die vorherige Räumung des von Deutschland bereits besetzten Gebietes verlangten. „ . Soweit Herr Bonnet, der sich vielleicht der Tatsache nicht bewußt ist, daß er sich selbst mit dieser Aussage ein wahres Schuld- und Armutszeugnis ausgestellt hat. Denn ein Außenminister, der wider besseres Wissen sein Land von fremden Kräften in die Katastrophe gleiten läßt, verdient diesen Namen und dieses Amt nicht. Bei Männern, die eine Verantwortung tragen, sind Dummheit und Schwache ein Verbrechen. Bonnet bestätiat aber auf das Ge- nauefte die Darstellung, die deutscherseits von Anfang an über jene entscheidenden Taten gegeben wurde. Er bestätigt einwandfrei die Kriegsschuld der pluto- kratischen Westmächte, die englische Sabotage an dem italienischen Vermittlungsangebot und damit die Richtigkeit der amtlichen deutschen Weißbücher. Das genügt uns H. Ev. Autoritäre Anwandlungen in Frankreich. Die Fixigkeit, mit der die gegenwärtige französische Regierung sich von der bedingungslosen Demokratie plötzlich auf „autoritär" um sch alten zu kön- nen glaubt, könnte anerkennenswert erscheinen, wenn es sich um eine tiefgehende Wandlung, um eine von innerster Ueberzeugung getragene Bew^ gung unter neuen und vor allem 'unter politisch unbescholtenen Männern handeln würde. Da sie aber lediglich unter denjenigen alten Politikern gefingert wird, die sich nicht mit einem genügend hohen Bankkonto ins Ausland geflüchtet haben, so bekommt diese Fixigkeit einen zweifelhaften, um nicht zu sagen verdächtigen Geschmack. Dieselben demokratischen, das heißt in diesem Falle rad^ikalsozialistischen „Führer", dieselben Prominenzen sattsam bekannter Freimaurerlogen sind es, die entgegen ihren eignen bis- herigen Programmen eine ganze Litanei von Re- ormen versprechen, angefangen von der Außenpolitik, die ja nach Lavals eigener Ankündigung einen „normalen" Verkehr mit den autoritären Staaten ermöglichen soll, über die Finanzreform bis zur Agrarreform, und es will praktisch herzlich wenig besagen, daß die Männer, die jetzt plötzlich behaupten, ein neues Frankreich schaffen zu wollen, in den letzten Stunden des Kriegs-Frankreichs nicht gerade in der allervordersten Linie als Wortführer gestanden haben. Im Grunde genommen versucht die gegenwärtige französische Regierung den Dreh von 1918/19 m umgekehrter Form zu wiederholen. Erinnern wir uns doch: damals wandte Frankreich alle Druck- und Lockmittel an, um dem zusammengebrochenen Deutschland eine urdemokratische Verfassung aufzu- schwatzen. Erst ein demokratisches Deutschland nach westlerischem Muster, so versicherte man uns damals, werde dem siegreichen Frankreich die Möglichkeit geben, nicht als Sieger mit dem Besiegten zu ver- handeln. Das war nach französischer Meinung die Konjunktur von 1918/19. Nach der gleichen Meinung steht die Konjunktur jetzt auf „autoritär", man muß sich eben nach außen hin umstellen und dann wird man ja weiter sehen, „Qui vivra verra”. Solchen allzu billigen, allzu bauernschlauen Er- wägungen liegt ein entscheidender Irrtum zugrunde. Frankreich hat sich sein Schicksal von der Sammlung von Bündnissen bis zur vollendeten Einkreisung Deutschlands als Gefolgsmann Englands selbst geschaffen, es hat sich auch selbst seine Bundesgenossen ausgesucht. Es wird die unausbleiblichen Folgen zu tragen haben, wie es auch die unvermeidlichen Konsequenzen seiner völligen Niederlage an der Seite England zu tragen haben wird. Man kann nicht eine riesige, in Jahrzehnten angesammelte Schuld durch parlamentarische oder verfassungsmäßige Schaumanöver zu annullieren versuchen. Das Deutschland Adolf Hitlers ist nicht das Deutsch- land der Systemzeit, das jedem derartigen französischen Trick ebenso bereitwillig wie kritiklos auf- saß. , , , „ . , Gibraltar m Erwartung ernes Großangriffes. La Linea, 10. Juli. (DNB.) Unter der Zivilbevölkerung, die in Gibraltar verblieben ist, wächst ständig die Panik, da man annimmt, daß die zahlreichen Erkundungsflüge fremder Flieger einen Großangriff vorbereiten. Auf der Rennbahn von Gibraltar wird fieberhaft gearbeitet und das Gelände in einen Flugplatz umgewandelt. Die ungarischen und Graf Ciano beim Führer. fM ./• M , -* M'3 ■■ • br., ♦ Unser Bild berichtet von der Begrüßung der Gäste am Bahnhof Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop stellt dem ungarischen Ministerpräsidenten Graf Teleki (vorn Mitte) und Auhen- m°nister Graf Csaky (dahinter) Beamte seines Ministeriums vor. Ganz lin s der Oberbürgermeister von München, Reichsleiter Fiehler. — (Bildtelegramm des Scherl-Bilderdienstes.) München, 10. Juli. (DNB.) Der Königlich- Ungarische Ministerpräsident Gras Teleki und der Königlich-Ungarische Minister des Aeußeren Gras Csaky trafen am heutigen Mittwoch auf Einladung der Reichsregierung zu einem Besuch m München ein. Zur Begrüßung war der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop auf dem Bahnhof erschienen und geleitete den ungarischen Ministerpräsidenten ins Hotel Regina, wo die ungarischen Gäste Wohnung genommen haben. In Begleitung des ungarischen Ministerpräsidenten befinden sich neben dem ungarischen Außenminister Gesandter Nickel, Gesandter Jeno von Ghyczy, der Kabinettschef Tibor von Bharteldy, der Pressechef des ungarischen Außenminister Legattonsrat Ullein R e v i tz k y und wettere Mitarbeiter des Ministerpräsidenten und des Außenministers. * Der italienische Außenminister Graf Ciano kehrte am Mittwochvormittag von seiner Reise in die ehemaligen Kampfgebiete im Westen zu^ck. Er traf um 9 Uhr auf dem Hauptbahnhof m München em. Der Reichsminister des Auswärttgen v o n R i b - bentrop begrüßte den italienischen Außenminister auf dem Bahnhof und geleitete ihn ins Hotel Continental, wo Graf Ciano und die Herren seiner Begleitung während ihres Münchener Aufenthaltes wohnen. Sie Aussprache beimWrer. Der Führer empfing im Lauf des Vormittags in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen v. Ribbentrop und in Anwesenheit des feit Sonntag, den 7. Juli, auf Einladung der Reichsregierung in Deutschland weilenden Königlich-Italienischen Außenministers Graf E i a n o im Führerbau am Königlichen Platz den auf Einladung der Reichsregierung in München eingetroffenen König- lich-Ungarischen Ministerpräsidenten Graf Teleki und den Königlich-Ungarischen Außenminister Graf E f a k y. Die Aussprache fand im Gei sie der traditionellen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den drei Staaten statt. ♦ Nach dem Empfang beim Führer gab der Reichsminister des Auswärttgen, von Ribbentrop, den in München weilenden ungarischen Gästen und dem italienischen Außenminister, Graf Ciano, ein Frühstück im kleinen Kreise, an das sich eine Fahrt an den Chiemsee anschloß. Im Rasthaus am Chiemsee war der Reichsaußenminister mit seinen Gästen einige Stunden mit hier zur Genesung weilenden verwundeten Soldaten zusammen. Dann wurde die Fahrt nach Salzburg fortgesetzt. Um 19.15 Uhr verliehen der Komgttch-Ungarische Ministerpräsident Graf Teleki und der Königlich- Ungarische Außenminister Graf Csaky Salzburg. Kurz darauf reifte auch der italienische Außenminister Graf Ciano nach herzlichem Abschied von Reichsaußenminister von Ribbentrop aus Salzburg ab. Die Salzburger Bevölkerung grüßte die Vertreter der befreundeten Staaten bei ihrer Fahrt durch'Salz- burg und am Bahnhof mit begeisterten Kundgebungen. __________ Erweiterung des deutsch-schwedischen Warenaustausches. Berlin, 10.Juli. (DNB.) Die seit dem27.Juni in Stockholm geführten Verhandlungen der deutsch- schwedischen Regierungsausschüsse über laufende Fragen des Warenverkehrs find am 10. Juli a b - geschloffen worden. Es ist gelungen, eine we - entliche Erweiterung des Warenaustausches zu vereinbaren. Wettere Dokumente zu -en Kriegsausweitungsplänen Englands Gchuldkonto wächst diese dem lienische Bombenflugzeuge mit Erfolg kriegswichtige Anlagen auf Malta angegriffen haben. Es wird weiter in London mitgeteilt, daß auf Malt« bisher über 80 Personen getötet und mehr als 120 verwundet worden seien. Die einheimische Bevölkerung wird von den englischen Behörden nach wie vor dazu herangezogen, bombensichere Keller zu bauen. Seit kurzem wird sie sogar in der Küstenverteidi- \ und Luftabwehr ausgebildet. die in der svwjetrufsischen Handelsvertretung in Paris vorgenommen wurden, ist von Herrn Sara- coglu sehr bemerkt worden; dieser wurde in gleicher Weise durch den Ton der antirussischen Aeuherungen beeindruckt, welche die Agenturen Präsident Roosevelt in den Mund legen. Im Publikum, insbesondere in militärischen Kreien, aber nicht in diesen allein, spricht man immer mehr von den Muselmanen des Kaukasus und von Baku. Ich habe in meinem Telegramm Nr. 34 (Europa) vom 26. Januar darauf hingewiesen, daß diese Wiederauffrischung panturanischer Ideen in den Re- gierungskreisen noch nicht- sehr viel Widerhall findet; nichtsdestoweniger können diese Ideen in dem Maße an Boden gewinnen, in dem man die russische Schwäche weiter festzustellen glaubt. Sie werden sich um so leichter durchsetzen, je besser ihre Verfechter verstehen werden, ihre Argumente nach dem Gesprächspartner, mit dem sie es jeweils zu tun haben, auszuwählen, so daß sie einmal von „Panturanismus" und „Rassenverbrüderung", ein anderes Mal von „Petroleum" sprechen. Man sollte Lagekarte zu der Seeschlacht an der Südküste Italiens. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Route des Gegners. Auf diese Weise hatte man die Bestätigung, daß die feindlichen Kräfte westwärts vorrückten mit dem offensichtlichen Ziel, den Angriff zu Luft und zu Wasser an die italienischen Küsten heranzutragen. Vom Abend des 8. bis zum Nachmittag des 9. fehlten infolge der schlechten Sichtverhättnisse weitere Nachrichten. Inzwischen hatten unsere Seestreit- träfte im Jonischen Meer Aufstellung genommen. Während sie sich an der Punta Sttla (Kalabrien) sammelten, waren sie einem Angriff feindlicher Flugzeuge ausgesetzt, der jedoch völlig vereitelt wurde. Von den neun angreifenden ,?lugzeugen wurden fünf von der Flatabwehr der italienischen Schiffe a b g e s ch o s s e n. Mit geschickten und schnellen Manövern wichen die Schiffe den Bomben aus. Kurz nach dem Angriff der Flugzeuge wurde in weiter Entfernung das Gros der feindlichen Stteit- kräfte gesichtet. Eine Gruppe italienischer Kreuzer eröffnete sofort das Feuer gegen die Spitze der feindlichen Formattonen, und kurz darauf traten auch die schweren Kaliber der Schlachtschiffe in Tätigkeit. Die Schlachtschiffe „E e s a r e" und „Cavour" (mit einer Wasserverdrängung die Möglichkeit nicht mehr ausschließen, daß wir Saite anschlagen könnten an dem Tage, an wir hieran Interesse hätten. Massigli. von 23 600 Tonnen und je zehn 32-Zentimeter-Ge- ( schützen) sahen sich den drei Schlachtschiffen vom Typ 9un9 „Barham" gegenüber, die eine Wasserverdrängung! Das Seegefecht im Ionischen Meer Eindeutige Uebertegenheit der italienischen Streitkräste. den auf die Schiffe abgeworfen, die jedoch nicht gettoffen haben. Die britische Regierung hat ihr Bedauern über die Bombardierung zum Ausdruck gebracht und er. klärt, daß diese auf einem „Mißverständnis" beruhte. -(!) Es sei ausdrücklick Befehl gegeben worden, die Heimfahrt der Schiffe nicht zu stören. Die amtliche schwedische Mitteilung hat naturgemäß in der gesamten schwedischen Oesfentlichkeit ungeheures Aufsehen hervorgerufen. Allgemein ist die Empörung über das piratenhafte Der- halten der Engländer. Da zweifellos die englischen Behörden ebenso wie die deutschen Ma- rinebehörden genau über die Fahrt der schwedischen Kriegsschiffe unterrichtet waren, wiegen die Zwi- schenfälle nur um so schwerer. Die englischen Behörden fönnen sich nicht mit irgend einem „Versehen" untergeordneter Dienststellen entschuldigen. Der Ueberfall auf das Schlachtschiff .Hichetteu-. Genf, 10. Juli. (DNB) Würdig reiht sich ein Verbrechen Englands an das andere. Nach dem niederträchtigen Piratenstteich von Dran, wo britische Seestreitkräfte die dort vor Anker liegenden, der Demobilisation entgegengehenden französischen Flotteneinheiten heimtückisch überfielen und zum Teil in Trümmer schossen, hat jetzt der Seeräuber Churchill zu einem neuen Schlage gegen seinen ehemaligen Verbündeten ausgeholt: Brttische Seestreite Rom, 10. Juli. (DNB.) Ein Berichterstatter der „Agenzia Stefam" meldet über die Seeschlacht in der Nähe von Kreta Einzelheiten: Am Nachmittag des 8. Juli sichteten italienische Aufklärungsflugzeuge im Süden von Kreta englische Seestreitkräfte mit Fahrt in westlicher Richtung, die in drei Gruppen vorgingen. Diese feindlichen Streitkräfte umfaßten drei Schlachtschiffe vom Typ „Barham", einen Flugzeugträger, einige Kreuzer und zahlreiche Torpedvbootszerstörer. Eines unserer U-Boote griff eine der Gruppen an, versenkte einen Torpedobootszerstörer und erstattete anschließend Meldung über Geschwindigkeit und Llebergriffe gegen schwedische Kriegsschiffe. Stockholm, 10. Juli. (DNB.) Die Gerüchte über Uebergriffe der englischen Flotte gegen die vier Torpedojäger, die Schweden in Italien gekauft hat, unt) ihre Begleitschiffe „Patrioia" und „Caftor" be« stättgen sich tm vollen Umfange. Die englische Marine hat es gewagt, die unter schwedischer Kriegsflagge fahrenden Schiffe bei den Färöern zu „b e - s ch l a g n a h m e n". Gleichzeitig wird amtlich festgestellt, daß die deutschen Marinebehörden die Fahrt der schwedischen Torpedojäger nach Schweden auf verschiedene Weise erleichtert haben, u. a. durch Anweisung eines Weges durch die Minensperren. Das staatliche Informationsbüro gibt über diese Vorfälle nach Ankunft der Torpedojäger und ihrer Begleitschiffe in schwedischen Hoheitsgewässern eine amtliche Mitteilung, der zu entnehmen ist, daß eine starke brittsche Flottenabteilung die schwedischen Jäger bei den Färöern am 20. Juni beschlagnahmte. Die nicht voll kampffähig ausgerüsteten Jäger widersetzten sich nicht mit Waffengewalt. Nachdem die schwedische Regierung bei der britischen einen scharfen Protest abgegeben hatte, wurden die Jäger freigelassen. Am 8. Juli morgens hat dann ein britisches Flugzeug vor der norwegischen Küste yi-r Bom- -Denn Frankreich und Großbritannien fortfahren, im Nahen Osten eine Politik der Enthaltung zu führen, so werden sie außerstande fein, ihren Verpflichtungen gegenüber denjenigen Nationen nachzukommen, denen sie ihre Garantte gegeben haben. Sie werden mit ansehen müssen, wie der Valkanblock, der eine Macht von 90 Divisionen darstellt, Stein auf Stein auseinanderfällt. Sie sehen sich dem Wagnis aus, die Möglichkeit der Schaffung einer neuen Verteidigungsfront zu verlieren, die voraussichtlich für Deutschland eine sichere Auf- reibung bedeutet und vielleicht Ausgangspunkt für entscheidende Akttonen sein wird. Hieraus folgt der Vorteil, den eine alliierte Intervention auf dem Balkan bietet, allerdings unter der ganz wesentlichen Bedingung, daß die Unternehmung ohne jedes Zögern und mit allen erforderlichen Mitteln durchaeführt wird. Dom Standpunkt der allgemeinen Kriegführung aus ergeben sich aus der Passivität lediglich Schäden moralischer und materieller Natur, aus der Aktion aver alle Vorteile." (gez.) Weygand. Dokument Nr. 22. Telegramm des französischen Botschafters in Ankara Massigli an Dalad ter vom 12. Februar 1940. — Massigli interessiert sich für die alltürkische Idee im Kaukasus und sieht hierin ein Mittel, um die türkisch-russischen Beziehungen zu stören. Telegramm. Ankara, den 12. Februar 1940. Eingegangen durch Kurier am 16. um 19 Uhr. Nr. 291. Vertraulich. Die fortschreitende Spannung, die sich in den Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Westmächten offenbart, wird hier mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Das Fehlen jeder ernsthaften Reaktion von russischer Seite auf die Durchsuchungen, von 31000 Tonnen haben und mit je acht Geschützen von 38 Zentimeter Kaliber bestückt sind. Der Kampf zwischen den Schlachtkreuzern dauerte etwa eine Viertelstunde, wobei die Haltung unserer Schiffe geradezu vorbildlich war. Das Feuer der italienischen Schiffe war außerordentlich schnell und gut geleitet. Man sah, wie ein englisches Schlachtschiff sich auf die Backbordseite legte und das Feuer einstellte. Zur gleichen Zeit entspann sich ein scharfer Kampf zwischen den 10 000-Tonnen-Kreuzern und den Linienschiffen und Kreuzern des Feindes. Im Höhepunkt der Schlacht griffen unsere Torpedobootszerstörer ein, die durch dichte Rauchwolken, unter dem Feuer der gegnerischen Einheiten, sich mit großartigem Schneid dem Gegner zum Torpedoabschuß entgegenwarfen. Der Torpedobootsabteilung Fre- ccia gelang es dabei, ein feindliches Schiff zu torpedieren und — während feindliche Torpedobootszerstörer zum Gegenstoß vorgingen — drei Bombenflugzeuge abzuschießen, die vergeblich versuchten, den Angriff gegen die englische Formation zum Stehen zu bringen. In der Luft griffen dann die italienischen und englischen Bomber über dem Kampfplatz in das Gefecht ein. Die italienischen Flugzeuge belegten wiederholt die gegnerischen Streitkräfte mit Bomben und trugen durch ihr schneidiges Eingreifen mit zum Erfolg bei. Nach der ersten Viertelstunde zeigte der Gegner wenig Neigung mehr, die Schlacht fortzusetzen. Von Granaten, Torpedos und Bomben getroffen, hielt er es offenbar nicht für ratsam, sich weiteren großen Risiken auszusetzen. Inzwischen war auch die Nacht Here in gebrochen. Die Engländer entfernten sich in südöstlicher Richtung und verzichteten damit auf den beabsichtigten Angriff gegen die italienische Küste, während die eigenen Schiffe zu ihren Stützpunkten zurückkehrten. Bisher 11 italienische Bombenangriffe auf Malta. Stockholm, 11. Juli. (Europapreß.) Die Bevölkerung von Malta hat, wie nun laut englischem Rundfunk in England zugegeben wird, seit Ausbruch der italienisch-englischen Feindseligkeiten fast jeden Tag einen oder mehrere Bombenangriffe erlebt. Die Zahl der italienischen Luftaktionen gegen diesen englischen Mittelmeerstützpunkt wird jetzt mit 7 1 angegeben, nachdem int Laufe des Mittwochvormittag verschiedene ita- B e r I i n, 10. Juli. (DNB.) Aus dem demnächst erscheinenden vom Auswärtigen Amt herausgegebe- nen 6. Weißbuch veröffentlichen wir heute folgende Dokumente: Dokument Nr. 21. Bericht des Generals Weygand an den französischen Ministerpräsidenten Daladier vom 9. Dezember 1939. Der Balkan als Abnutzungsftont für Deutschland und Reservoir von Hilfstruppen für die Alliierten. Weygand drängt auf schnelle Aktion. Eine Jnterventton der Alliierten ist unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten, unter dem politischen und dem militärischen. 1. Frankreich und England haben Griechenland und Rumänien ihre Garantie gegeben. Sie haben mit der Türkei einen Beistands vertrag und em Militärabkommen unterzeichnet. Ein deutscher Angriff auf dem Balkan würde sie zum Eingreifen notigen. 2. Deutschland kann sich wahrscheinlich sehr schnell veranlaßt sehen, aus dem Balkan die Initiative zu ergreifen, und zwar wegen der Notwendigkeit, Del und andere Erzeugnisse zu beziehen, an denen es ihm fehtt, sowie auch um einen militärischen Erfolg zu erzielen, denn das Prestige des Regimes verlangt einen solchen Erfolg, da ihm die Behauptung der russischen Vorherrschaft im Nordosten von Europa und außerdem der Umstand abttäglich ist, daß es für den Augenblick zur Ohnmacht verurteilt ist. 3. Deutschland und die Westmächte stehen sich aus einem Schlachtfeld von begrenzter Ausdehnung gegenüber, das auf bellten Seiten mit guten Truppen dicht beseht ist, deren Abwehrkraft aufs höchste gesteigert wird durch die machtvolle Organisation, auf die sie sich stützen. Diese Westftont bietet für sich allein, wenn sie nicht durch irgendein anderweitiges Unternehmen erweitert wird, wenig Aussichten auf entscheidende Manöver oder Aktionen. Und doch ist zur Erreichung der Kriegs- ziele der Alliierten ein voller, unstreitiger militärischer Sieg nötig. Bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge kann in Europa nur der Balkan-Kriegsschauplatz die Möglichkeit günstiger Ereignisse bieten, sei es durch die Zermürbung, die die Eröffnung einer neuen Front für den Gegner bedeuten würde, sei es durch einen erfolgreichen Umgehungsangriff auf feine lebenswichtigen Produkte. 4. So kann es fein, daß ein (Eingreifen der Destmächle auf dem Balkan sich auf kurze Sicht als unumgänglich nötig erweist. And anderseits kann ein solches (Eingreifen ein bedeutender Erfolgsfaktor fein, wenn es rechtzeitig und kraftvoll vorbereitet und unternommen wird. Wir können alfo, indem wir die Verteidigung nuferer Verbündeten auf dem Balkan ficher- fiellen und Deutschland den Weg zum Mtlel- meer und zum Schwarzen Meer sperren, damit zugleich unserer Strategie neue Aussichten eröffnen. 5. Wegen der bedeutenden Fristen, die zur Vorbereitung und Durchführung einer militärischen Intervention der Alliierten auf dem Balkan erforderlich sind, stellt sich eine solche Intervention ganz verschieden dar, je nachdem ob es eine vorbeugende Maßnahme darstellt oder nur einen Gegenschlag aegen eine Offensive des Gegners. Im letzteren Falle ist es unausbleiblich, daß die Intervention nachhinkt, daß man uns zuvorkommt, und daß wir außerstande sind, unsere Verpflichtungen gegenüber Rumänien und Griechenland zu erfüllen, und daß wir Deuffchland am Schwarzen Meer und am Aegäischen Meer auftauchen sehen. Gehen wir dagegen unsererseits mit der Intervention voran, so bringen wir damit zwei entscheidende Faktoren auf unsere Seite: Die Zeit und die Initiative. Das sind die entscheidenden Faktoren zu dem Entschluß ebner Intervention auf dem Balkan. Es wäre aber verhängnisvoll zu glauben, daß mit dem Entschluß zu dem Unternehmen die Frage bereits «löst sei. Im Gegenteil, dann beginnt eine Zeit intensiver diplomatischer und militärischer Tätigkeit. Wir treten dann in das Stadium der Durchführung, und die Dualität dieser Durchführung ist allein ausschlaggebend für den Erfolg. Es ist deshalb zu prüfen, wie sich die politische und militärische Durchführung dieser Intervention darstellt. Es folgen nun eingehende Ausführungen Wey- aands über die diplomatische und militärrsche Vorbereitung der Aktion. Die Aufzeichnung schließt dann mit den Worten: Der Anschlag auf Baku. Dokument Nr. 23. Telegramm des französischen Botschafters in Ankara, Massigli, an Daladier vom 1. April 1940. — Massigli und sein englischer Kollege beraten über den Luftangriff auf die russischen Oel selber. — Massigli befürwortet erneut, die Aktion über den Kopf der Türken hinweg durchzusühren. Telegramm. Ankara, den 1. April 1940. Cingegangen durch Kurier am 6. Mai um 12 Uhr. Nr. 680. Streng geheim! Der englische Botschafter wurde vom Foreign Office am 26. März gebeten, seine Ansicht über die vermutliche Haltung der türkischen Regierung im Falle eines interalliierten Angriffs auf Baku mit» zuteiten. In Abwesenheit von Sir Hughes Knatchbull- H u g e f f e n, der damals auf Urlaub war, antwortete der Geschäftsträger am 27. März durch eine Mitteilung, die sich folgendermaßen zusammenfassen läßt: 1. Die Haltung der türkischen Regierung hat insofern einen Fortschritt aemacht, als die Regierung die Möglichkeit eines Defensivkrieges gegen Sowjetrußland ins Auge faßt, aber noch nicht bereit ist, mit den Alliierten die Vorbereitungen einer Offensive zu befpre- chen. 2. Die Türkei würde über einen Kriegs plan gegen Rußland nicht verhandeln, bevor sie sich mit den Alliierten über die Mö glichkei t eines Krieges gegen Italien geeinigt hätte. 3. Die Türkei wird in einen Krieg gegen Rußland vor Sommerende nicht cintreten können und dann auch nur unter der Bedingung, daß sie w e i • test gehende Hilfe von den A liierten erhält. 4. Es fft daher vorauszusehen, daß die Türkei eine Teilnahme an einer bevorstehenden Offensivaktion der Alliierten gegen Baku a b l e h n e n würde und sich energisch einer solchen Aktion entgegenstelten würde, wenn sie die Benutzung türkffchen Hoheits- aebietes mit sich brächte. Es ist anzunehmen, daß sie sogar die etwaigen Rückwirkungen eines Angriffes, bet dem ihr Hoheitsgebiet nicht benutzt würde, befürchtet. Wenn einmal ihre Vorbereitungen beendet sind und die Pläne bezüglich Italiens mit den Alliierten, in Einklang gebracht sind, würde die Türkei nicht ohne Vergnügen an einem interalliierten Angriff gegen Baku über iranisches Hoheitsgebiet teilnehmen und sich dafür nicht lange bitten lassen. Es wäre jedoch notwendig, die türkffche Regierung zu befragen und ihr Einverständnis vor dem Beginn eines Angriffes zu erwirken, der die Ueberftiegung der Türkei mit sich brächte. Eure Exzellenz können feftftellen, daß die bri- tischen Ansichten in weitem Maße mit denen meines Telegramms Nr. 661 übereinstimmen. Die int §3 dargelegte Ansicht über den Zeitpunkt, zu dem die Türkei bereit wäre, in den Krieg zu treten, wird von meinem Militärattache als pessimistisch angesehen. Anderseits verbleibe ich im Gegensatz zu der Ansicht meines Kollegen und wegen der in meinen Mitteilungen präzisierten Gründen bei der Ansicht, daß es ein taktischer Fehler wäre, ausdrücklich um die Zustimmung der Regierung von Ankara für eine Operation zu bitten, die die Ueberftiegung eines winzigen Teiles ihres Landes mit sich bringt. Es müßte genügen, wenn die türkische Regierung halbamtlich davon in Kenntnis gesetzt wird. Massigli. Sefrufl an der Türkei. Dokument Nr. 24. Telegramm des französischen Botschafters in London, (Sorbin, an Reynaud vom 31. Mai 1940. Londons schöner Plan, die Türken zu prellen: Die Türkei soll den Alliierten gegen Italien beistehen, aber den früher dafür versprochenen Preis einer Besetzung des Dodekanes nicht erhalten. Geheim! Telegramm. London, den 31. Mai 1940, 17.15 Uhr. Eingegangen am 31. Mai um 18.52 Uhr. Ich beziehe mich auf mein Telegramm Nr. 2038— 2041 und auf Ihre Telegramme Nr. 2171—2175 und 2201—2202. Ich habe dem britischen Auswärtigen Amt Ihre letzten Weisungen an Herrn Massigli zur Kenntnis gebracht bezüglich der Haltung, die die türkische Re- aierung einnehmen soll, falls Italien einen Konflikt zwischen sich und den Alliierten provoziert. Die . Weisungen stimmen nach hiesiger Ansicht mit der Einstellung überein, die die britische Regierung selbst ; in Voraussicht eines italienischen Angriffs auf die i Alliierten (mein Telegramm Nr. 2140 vom 26 .Mai) der Türkei gegenüber eingenommen hat. Unter diesen Umständen halten Lord Halifax und seine Mitarbeiter es für das Beste, an den Weisungen festzuhalten, die sie Sir Knatchbull-Hugessen bereits erteilt hat. Diese Weisungen sind jedoch schon in einem wichtigen Punkt abgeändert worden. Die Wor- • te „und, wie in Aussicht genommen, den Dode- . kanes besehen" sind gestrichen worden. - Der britische Botschafter in Ankara ist davon in • Kenntnis gesetzt worden, mit der Bitte, den Ein- , gang dieser: neuen Instruktion zu bestätigen. Ebenso Massigli befürchtet ein Abspringen der Türkei, wenn die Alliierten in der Dodekanes.-Frage nicht bei der Stange bleiben. — Er bestellt sich Nach- richten über militärischen Kräfteschwund Deutschlands zur Förderung der alliierten Kriegspläne im Balkan. Telegramm. Ankara, den 1. Juni 1940. — 1. 43 Uhr. Eingegangen um 10,57 Uhr. Nr. 1216/17. Ich beziehe mich auf Ihr Telegramm Nr. 1131/33. Im Sinne der Erwägungen, die wir geltend machen können, um die Balkanregierungen zur Festigung ihrer Solidarität mit der Türkei und mit uns selbst zu veranlassen, falls sich Italien gegen uns stellt, halte ich es für nicht schlecht, wenn zum Zwecke einer Reaktion gegen den Schrecken, den die deutsche Macht weiterhin einflößt, gezeigt werden kann, daß die seit drei Wochen tobende Schlacht die Möglichkeiten einer deutsche n Offensive in anderen ® e bieten in großem Umfange oerringert hat. Wenn ich in dte Lage versetzt würde, hier unter Hinweis auf den Verbrauch der deutschen Reserven und dcrmtt in Verbindung auf die Verringerung der Truppenkontingente an den Grenzen Jugoslawiens und an den deutsch-ungarischen Grenzen konkrete Mitteilungen zu geben, würde sich die türkische Regierung zweifellos dieser Tatsachen bei ihrem Verbündeten bedienen. Ebenso wie mein englischer Kollege bleibe ich bei der Ansicht, daß die türkische Regierung ihren Verpflichtungen nachkommen wird. Es stimmt andererseits, daß die Disharmonie, die sich anscheinend auf der Haifa-Konferenz wegen der Aktionsmöglichkeiten im Dodekanes ergeben hat, die türkische Regierung in der Frage zögern läßt, ob es ratsam ist, von Anfang an eine zu scharfe Haltung einzunehmen. Massigli. fft ihm mitgeteilt worden, daß sein französischer Kollege (sehr) wahrscheinlich eine entsprechende Instruktion erhalten würde. Die britische Regierung (hat) beschlossen, jede Erwähnung des Dodekanes zu streichen, damit die Türken nicht dadurch veranlaßt werden, schon vorher einen militärischen Beistand (der Alliierten) zu fordern, den diese unter den augenblicklichen Umständen nicht zu leisten (in der Lage) sind. . . L t Ich glaubte im britischen Auswärtigen Amt sagen zu können, daß die stanzösische Regierung um Zett zu gewinnen, davon absehen würde, über diese Auffassung zu diskutieren, und daß sie Herrn Massigli die gleichen Instruktionen schicken wurde, die morgen früh sein englischer Kollege erhalten wird. All- gemein gesprochen, sind die Mitarbeiter von Lord Halifax ebenso wie wir der Ansicht, daß die tür- kische Regierung von Anfang des Konfliktes an eine (völlig) unzweideutige Haltung einnehmen muß. ... Obgleich den Botschaftern Cn in SiT" “US ß°nt,On CT= I Mittwoch, ben 12. Juni. - Vier Uhr morgens. ' .. Ich sitze hier auf einem burchregneten Heuhaufen Schwedischer Fischkutter mitten auf einer Wiese. Wie ich ben Wagen in dieser He_„ stockfinsteren Gewitternacht über 200 Meter felb- vvn englischen <)0N1verN versenrr. einwärts gebracht habe, weiß ich überhaupt nicht S t o ck h o l m , 10. Juli. (Europapreß.) Ein neuer mehr. Es gibt also boch einen Gott für schlaftrunkene Uebergriff britischer Luftstreitkräfte auf einen schwe- Autofahrer. Gestern, Dienstagnachmittag, gegen bischen Fischkutter wird am Mittwoch von der „Gote- i Uhr, habe ich Paris verlassen. Die Ausfahrt aus borger Handels- und Schiffahrts-Zeitung" gemeldet. Paris war furchtbar. An ber Porte b'Jtasia begann Danach ist vor zwei Tagen der Fischkutter „Chri-1 schon bas Drama. Stellenweise können auf biefer ftine" in der Nähe der Insel Tybor an ber schwe- herrlichen Straße nach Fontainebleau 8 Wagen einem englischen nebeneinanber fahren. Es fuhren zehn, zwölf neben- *' einanber. Wie, bas kann ich nicht erklären. Ost stießen zwei unb auch brei Automobile so heftig zusammen, baß sich Kotflügel unb Achsen ineinanber verbogen unb bie Wagen bann als Zwillinge ober Drillinge die Fahrt gemeinsam fortsetzten. Jebes Auto glich einem Lastkamel. Oben auf ber Wagenbecke aufge- bunben: Matratzen, Koffer, Kinberwagen, Fahrräber, Klappstühle, Ersatzreifen, Benzinkannen usw. Vorn auf bem Kühler, links unb rechts auf ben Kotflügeln, hinten über bem Wagenkoffer: Körbe, Giften, mit ganz unnötigen Dingen vollgestopfte i Säcke, Nähmaschinen, Spielzeuge, Hunbe-, Katzen- unb Vogelkäfige unb im Innern bes Wagens, lebenbtg begraben in einem Wust von Schachteln, Paketen unb Bettdecken: die Menschen, lieber zwei Millionen Einwohner verlassen so seit zwei Tagen bie Haupt- 44.U3 SHIH , " , , . , , , ÄJHIU UUU woch in allen Moskauer Blattern erscheint, geht Betfag^ter: h-rvor, daß Bessarabien mit der autonomen Mol-j Oewmtttwm Houston Stewart Chamberlain und Adolf Hitler. Houston Stewart Chamberlain war jener Patriot, der, selbst englischer Abkunft, zu den Sehern der deutschen Geschichte gezählt wird. Selbstredend hat er mit der gleichnamigen Sippe aus Birmingham, die Englands Namen in Mißkredit brachte, nichts zu tun. Houston Chamberlain lebte völlig in der geistigen Welt von Richard Wagner und Bayreuth. Er hat zu den ersten Vorkämpfern des Rassegedankens gehört und im Weltkrieg mit starker Leidenschaft für die Sache des Reiches gewirkt, obwohl ihm die Schwächen der damaligen politischen Führung in Deutschland nicht verborgen waren. Interessant ist, daß Houston Stewart Chamberlain von Anfang an den Weg des Führers mit stärksten Hoffnungen begleitete. Schon im Fahre 1923 lernte er den Führer der jungen Freiheitsbewegung kennen, als in Bayreuth eine nationalsozialistische Kundgebung stattfand. Beim Vorbeimarsch stand er mit seinem Rollstuhl neben Adolf Hitler. Unter dem Eindruck dieser Begegnung hat H. St. Chamberlain an Adolf Hitler einen Brief geschrieben, der mit folgenden Sätzen schloß: „Mein Glaube an Deutschland hat nicht einen Augenblick gewankt, jedoch hatte mein Hoffen — ich gestehe es — eine tiefe Ebbe erreicht. Sie haben-ckien Zustand meiner Seele mit einem Schlage umge° wandelt. Daß Deutschland in der Stunde seiner höchsten Not sich einen Hitler gebiert, das bezeugt sein Lebendigsein; desgleichen die Wirkungen, die von ihm ausgehen." Am 20. April 1924 schrieb der greise Denker zum Geburtstag Adolf Hitlers: „Man kann bedeutende Menschen in zwei Klassen unterscheiden, je nachdem der Kopf oder das Herz vorwiegt. Hit° l e r würde ich entschieden zu den Herzmenschen rechnen, nicht etwa, daß ich seine geistigen Fähigkeiten gering schätze, im Gegenteil: aber der Herd, worauf die Glut sich entfacht, in der seine Gedanken geschmiedet werden, ist das Herz. Und weiter ist das Großartige an Hitler: sein Mut! Die Zivilcourage besitzt er in überschwänglichem Maße. Hitler spricht kein Wort, um das es ihm nicht ernst wäre. Goethe sagt einmal: Man glaubt nicht, in welcher Hochburg der Mann wohnt, dem es immer ernst ist um die Sache/ solch einer Hochburg wohnt Hitler. Endlich ein Mann, der meint, was er sagt; und was er meint, ist überall so tief als wahr und so einfach als tief. Er ist ein großer Vereinfacher, das gehört zu seiner Wahrhaftigkeit, zu seinem Mute, zu seinem Ernst, zu seiner Liebe. Dieser Mann hat gewirkt wie ein Gottessegen. Wir haben ihn noch bitter notwendig: Gott, der ihn uns geschenkt hat, möge ihn uns noch viele Fahre bewahren, zum Segen für das deutsche Vaterland!" Aus -er engeren Heimat. Lin Affe auf Kartoffeldiebstahl. LPD. Wetzlar, 10. Juli. In Brandoberndorf wurden in den letzten Tagen wiederholt Verwüstungen auf den Kartoffelfeldern festgestellt. Jetzt klärte sich die Sache überraschend auf. Ein ausgewachsener Affe wurde beobachtet, wie er die Kartoffel- Lüsche ausriß und sich eine Mahlzeit bereitete. Als man ihn fangen wollte, entwischte er in den nahen Wald. Wem der Affe gehört oder von wo er ausgekniffen ist, ließ sich bisher nicht feststellen. „Froschregen" bei Osthofen. Lpd. Worms a. Rh., 9.Juli. Ueber eine seltene Naturerscheinung bei Osthofen berichtet die „Wormser Tageszeitung" u. a.: Wer gestern in der Umgegend des Gutes Mühlheim von der Straße Osthofen—Westhofen nach Norden zu ins Feld ging, konnte Tausende von kleinen braunen Fröschen beobachten. Die Tierchen kletterten auf- und übereinander, immer in einer bestimmten Richtung, getrieben nach einem unsichtbaren Ziel. Wie Frösche sehen sie aus, ihr warziger Rücken läßt auch aus Kröten schließen. Noch kann man nicht ausmachen, wo dieses Getier hergekommen ist, man kennt nicht die Ursache dieser Invasion. Vielleicht geben Fachleute in den nächsten Tagen Genaueres bekannt. Wer die Bedarfsdeckung gefährdet, kommt vor das Gondergericht. Lpd. Frankfurt a. M., 9. Juli. Vor der Strafkammer erschien ein aus der Untersuchungshaft vorgeführter Molkereiproduktengroßhändler, der der fortgesetzten Urkundenfälschung in der Zeit von Oktober bis Dezember v. I. beschuldigt war. Er soll Bezugscheine der Ernährungsämter Frankfurt, Mörfelden und Lange« gefälscht und hierdurch ein erhöhtes Quantum Käse erlangt haben. Zu Beginn der Sitzung beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Verweisung des Falles an das Sondergericht, da eine Ausdehnung der Anklage auf § 1 der Kriegswirtschaftsverordnung vom September 1939 erforderlich sei. Nach den Vorschriften dieser Verordnung wird derjenige, der böswillig die Bedarfsdeckung gefährdet, mit Zuchthaus, in besonders schweren Fällen mit dem Tode bestraft. Die Strafkammer erklärte sich für unzuständig und verwies die Sache an das Sondergericht. Wirtschaft. Hessische Landes-Hypotheken-Bank Darmstadt. Fwd. Frankfurt a. M., 6. Juli. Das Institut, das am 1. Juli 1940 im Zuge der Vereinheitlichung des hessischen Realkreditwesens in die neugegründete Hessische Landesbank-Girozentrale Darmstadt überging, legt jetzt den Bericht für 1939 vor. Danach blieb auch 1939 die Geschäftstätigkeit im wesentlichen auf die Verwaltung des Darlehnsbestandes beschränkt. Zugesagt wurden rd. 0,305 (0,486) Mill. RM. neue Hypotheken, ausgezahlt 0,325 (0,363) Mill. RM. Von den 10,61 (11,24) Mill. Hypotheken waren damit 1,705 (1,558) Mill. RM. Neuausleihungen. Die Rückzahlungen betrugen 0,96 (0,91) Mill., davon 0,19 (0,18) durch Amortisation. Von den 5,50 v. H. Liqu.-Goldpfandbriefen liefen am Jahresende 8,505 (9,152) Mill. GM. um. Aus dem für das Land Hessen verwalteten verbilligten Baudarlehen wurden noch 5105 (5120) Darlehen mit rd. 11 (11,21) Mill. RM. geschuldet. Der Zinsrückstand ging auf 3,36 (4,39) v. H. des Zinsensolls zurück (7,19 gegen 9,48 v. H. bei landwirtschaftlichen, 2,97 gegen 3,80 v. H. bei anderen Grundstücken). Der Zinseingang hat sich also trotz des Krieges weiter gebessert. Die Rückzahlungen auf Kommunaldarlehen betrugen 0,31 (0,38) Mill. RM., der Umlauf an 4,-75 v. H. Komm.-Schuldverschreibungen betrug unv. 2,608 Mill., davon 1,865 (1,872) Mill, als Tilgungsdarlehen. Der freien Rücklage wurden diesmal aus dem Gewinn vorweg 120 000 (50 000) RM. zugeführt. Aus dem Reingewinn von 158 789 (166 304) RM. wurden wieder 5 v. H. Dividende gezahlt, wieder 25 000 RM. gehen dem Pensionsfonds zu, 49 789 (32 304) RM. wurden vorgetragen. Die Bilanzsumme ist mit 19,12 (19,16) Mill, leicht zurückgegangen. Die einzelnen Posten zeigen wenige Veränderungen. Oie Ergebnisse der Kreisklaffenspiele. Garbenteich I — Großen-Vuseck I 2:3 (2:2). Nach hartem Kampf gelang es dem Tabellenführer, nun auch in Garbenteich einen Sieg zu erringen. Dem Spielverlauf nach wäre zwar ein unentschiedenes Ergebnis richtiger gewesen, denn die Platzherren mußten teilweise mit 10 Mann spielen. Es entspann sich ein schnelles Spiel, das die Gäste, die körperlich stärker waren, zunächst etwas im Vorteil sah. Die Platzherren setzten diesem Manko einen enormen Eifer entgegen. Die Tore fielen in regelmäßigen Abständen. Großen-Buseck holte sich die Führung, die aber bald darauf ausgeglichen wurde. Eine abermalige Führung der Gäste holten die Platzherren bald wieder auf. Nach dem Wechsel gelang es den Gästen, einen Schuß anzubringen, der dos Spiel entschied. Garbenteich setzte alles daran, nochmals auszugleichen, aber die Hintermannschaft der Gäste war nicht mehr zu schlagen. Heuchelheim I — VfV.-Reichsbahn II 2:2 (1:0). Einen weiteren Punkt konnten die Grünweißen noch schnellem Spiel in Heuchelheim herausholen. Das Spiel hatte zwei vollkommen verschiedene Halbzeiten. Vor der Pause dominierten die Hausherren mit dem Winde Zielend, jedoch nur ein Tor konnten sie erzielen. Als nach dem Wechsel das zweite Tor fiel, rafften sich die Grünweißen auf und wurden stark überlegen. Es gelang ihnen aber erst in der Mitte der Spielzeit auszugleichen; einen Sieg ließen die aufmerksamen Platzherren aber nicht zu. Hungen I — Steinbach I 7:0 (2:0). Eine derbe Abfuhr holte sich Steinbach beim Rückspiel in Hungen. Obwohl wir schon in der Vorschau darauf hinwiesen, daß Hungen ein ernst zu nehmender Gegner sei, erlaubten sich die Gäste, mit nur acht Mann anzutreten. Dadurch war eine Niederlage nicht zu vermeiden. In der ersten Spielhälfte konnten die Gäste noch einigermaßen Widerstand leisten, aber nach der Pause brachen sie zusammen. Grüningen I — Klein-Linden I 7:0 (4:0). Grüningen heftete einen weiteren Sieg an seine Fahnen. Die Gäste verloren zwar sehr hoch, doch hatten sie Gelegenheit genug, ebenfalls Tore zu erzielen, aber der Sturm war sehr hilflos und verpaßte alle Torchancen. Die Platzherren hatten das Spiel jederzeit in der Hand, vor der Pause hieß es schon 4:0. Nach dem Wechsel schossen die .Platzherren noch drei weitere Tore, während der Gegner leer ausging. Oer Handballsonntag. Am kommenden Sonntag wird sich ein umfangreiches Programm abwickeln, das folgendes Aussehen hat. TV. Vorwärts Bockenheim-TV. Lützellinden, TV. Dornholzhausen-TV. Katzenfurt, TV. Garbenheim-MTV. Gießen, TV. Hörnsheim-TB. Holzheim, W.-Niedergirmes-TV. Dutenhofen, TV. Lang-Göns II.-TB. Grüningen, TV. Klein-Linden-TV. Oberkleen, TV. Atzbach-TV. Heuchelheim, Sp.G. Gr.-Buseck-TV. Krofdorf. Bei den Kämpfen um die gebietsbeste Vereinsmannschaft steht Lützellinden in der Vorschlußrunde unter den letzten „Vier". In Verfolg der weiteren Kämpfe trifft es am Sonntag auf Bockenheim. Es wird nicht leicht sein, sich durchzusetzen, wenngleich wir auch volles Vertrauen zu unserem Vertreter haben können. Das Spiel in Dornholzhausen wurde neu angesetzt. Wir glauben kaum, daß es den Gästen gelingen wird, diesmal den vor einiger Zeit errungenen Sieg zu wiederholen. Auch MTB. Gießen dürfte im Augenblick nicht in der Lage sein, die in ausgezeichneter Form spielenden Garbenheimer auf eigenem Platz zu schlagen. Hörnsheim, das sich erst am letzten Sonntag überlegen zeigte, wird auch zu Hause alles daran setzen, um die Gäste aus Holzheim zu besiegen, nachdem man von ihnen schon seit langem keine einheitliche Leistung mehr gesehen hat. Dutenhofen ist sicherlich in der Lage, die Wetzlarer Vorstädter auf eigenem Platz zu schlagen, wenn auch das Spiel nicht leicht genommen werden darf. Die II. Mannschaft des TV. Lang-Göns ist sicherlich für die Grüninger kein Gegner und wird dementsprechend eine einwandfreie Niederlage hinnehmen müssen. Klein-Linden sollte eigentlich in der Lage sein, sein zweites Spiel — zumal auf eigenem Platz — siegreich zu gestalten. Der Ausgang des Atzbacher Treffens ist vollkommen offen. Beide Mannschaften sind sich gleichwertig und werden infolgedessen auch einen ausgeglichenen Kampf zeigen. Wenn sich Krofdorf anstrengt, kann es ein achtbares Ergebnis erzielen, weil die Platzbesitzer in ihren Leistungen zurückgegangen sind. Die Jugendmannschaft des MTV. wurde zurückgezogen, so daß alle angesetzten Spiele ausfallen müssen. Z.Mball-LanderkampsSeiiWand-Mmamen , in Frankfurt. Nach über zweijähriger Pause ist das schöne Frankfurter Sportfeld wieder einmal der Schauplatz eines Fußball-Länderspiels. Waren es zuletzt die Portugiesen, die mit ihrem temperamentvollen Spiel 60000 Fußballfreunde begeisterten (und nebenbei ein 1:1 gegen die deutsche Elf erzielten!), so gilt es diesmal, Gäste aus der entgegengesetzten Ecke Europas zu empfangen, aus Rumänien. Den rumänischen Fußballern geht ein guter Ruf voraus und man darf sich freuen, die Bekanntschaft mit ihnen zu erneuern. Schon zweimal standen deutsche Nationalmannschaften gegen die Rumänen im Feld, und wenn auch beide Male zahlenmäßig klare deutsche Siege zustande kamen, so erwies sich der Gegner doch jedesmal als überaus stark und gefährlich. Im Jahre 1935 in Erfurt stieg das erste deutsch-rumänische Treffen. Bei der Pause lagen die Gäste überraschend 2:1 in Front, und später stand die Partie noch lange 2:2, ehe der deutschen Vertretung noch zwei weitere Tore gelangten. Buchloh, Münzenberg, Kitzinger, Lenz, Hohmann und Rasselnberg standen damals in der deutschen Elf. Beim Rückspiel 1938 in Bukarest waren es in der Hauptsache Wiener Spieler, die die deutschen Farben vertraten. Mit 4:1 (1:0) wurde ein schöner Sieg errungen, doch dauerte es auch hier lange, bis der Widerstand der Gastgeber gebrochen war. Nun geht es zum dritten Male gegen Rumänien. Der Kampf fällt in eine ernste und schwere Zeit, aber der deutsche Sport ist gewillt, auch im Kriege seine Kraft und Stärke zu beweisen. Sind auch viele unserer Nationalspieler an der Front, so wird es doch möglich sein, eine schlagkräftige National-Elf auf die Beine zu bringen. Im Frankfurter Länderspiel wird man — die endgültige Aufstellung der Mannschaften ist noch nicht bekannt — in stärkerem Maße den deutschen Nachwuchs vertreten sehen, aber zu ihm gesellen sich voraussichtlich mit Janes (Düsseldorf), Hahnemann (Wien) sowie Kupfer und Kitzinger (Schweinfurt) vier Spieler der „ersten Wahl", die der Elf Rückhalt und Stärke geben werden. Aus dem Süden sind weiterhin noch Walter (Kaiserslautern), Fiederer (Fürth), Pfänder (Nürnberg) und Moog (Frankfurt) aufgeboten, alles blutjunge, aber doch keineswegs mehr unbekannte Spieler. im Alter von 72 Jahren für immer von uns gegangen. Staufenberg, Alsfeld, den 10. Juli 1940. 3192 D Herrn Kirchenrechner Kirchberg, den 11. Juli 1940. Die Beerdigung findet am Freitag, 12. Juli, 15 Uhr statt. 3190 D Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Juli, 15 Uhr, von der Friedhofskapelle aus statt. Die Evangelische Kirchengemeinde Kirchberg betrauert den Heimgang ihres verehrten Mitarbeiters Heute nacht um 1 Uhr ist nach kurzem schweren Leiden unser lieber herzensguter Vater und Großvater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel In treuer und unermüdlicher Arbeit verwaltete der Heimgegangene sein Amt und war stets auf das Wohl seiner Kirche bedacht. In tiefer Trauer: Vermessungsinspektor Ernst Stephan und Familie Elisabet Stephan Hermann Klinkei und Familie. Evang. Kirchenvorstand Kirchberg Biedenkopf, Pfarr-Ass. Ludwig Stephan Staufenberg Herr Ludwig Stephan II Beamter in Ruhe MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. ( Vermietungen"] Kleine 3-Zimmer- Wohnung im Stadtzentr. zum 15. Juli ob. 1. Aug zu verm. Schr. Ang. unt. 02391 a.d.G.A. 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Andererseits sind wiederholt Wünsche geäußert werden, den Müttern statt eines Teiles der Nährmittel eine beschränkte Zulage von anderen hochwertigen Nahrungsmitteln zu geben. Der Reichsernährungsminister hat daher jetzt angeordnet, daß werdenden Müttern vom siebenten Monat der Schwangerschaft an, Wöchnerinnen und stillenden Müttern für die ersten sechs Wochen nach der Niederkunft an. Stelle eines Teiles der ihnen zustehenden Nährmittel 12 5 Gramm Butter wöchentlich zusätzlichbewilligt werden. Zum Ausgleich sind 50 Gramm Nährmittel täglich, also 350 Gramm wöchentlich abzuziehen. 3187D | Kaufgesuche | Suche Auto neuwertig,wenig gefahren, 1,3 bis 2 Ltr.,Limousine Angebote unter 3188V an den Gießen. Anzeig. tanwaj- Hänger zu kaufen gesucht. Preis-Angebote unter 02392 an den Gieß. Anz. 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Sie zeigenutre •» ' Rpf., 50 kg 4,15 RM., neue, den Weg zur Ruhe und Besinnlich^ sie alte, /^g50 kg 10,- RM., UNS, daß wir UNS bei Sturmen und Wetterschauern [ Z g » & Weißkraut 15 hntiTi aber Mieder au-frichten mu en. h. l Wirsing, grün, X2 w ______Fl maier. beugen, dann aber wieder aufrichten müssen. (Nachdruck verboten!) 39. Fortsetzung. 0,88 0,58 0,94 weiße, rote, blaue Sorten runde gelbe Sorten . . - lange gelbe Sorten . . < I II I II I II I 7,06 4,77 7,50 5,04 Klein« Verkaufspreis festpreis I 5,20 II 3,12 I 5,60 II 3,36 I 6,00 n 0,62 I 1,00 II 0,65 zu erübrigen sind, zurückgreifen. Getreide-, Kartoffel- und Obsternte bilden die vordringlichsten Arbeiten in der Heimat während der kommenden Wochen. Noch ein weiterer wichtiger Faktor tritt für die Durchführung der Erntearbeiten in den Vordergrund, nämlich die ausreichende und rechtzeitige Bereit- stellung von Maschinen. Es kommt nicht nur darauf an, daß die Arbeitskräfte sparenden landwirtschaftlichen Maschinen vorhanden sind, sondern ihr Einsatz muß sinnvoll geplant werden, um höchstmögliche Leistungen herauszuholen. Viele Orts- und Meis- bauernschaften haben sich gemeinsam Schlepper^ Dreschmaschinen, Bindemäher und andere Gerate angeschafft, die nach einem bestimmten Plan für die Bauern ihres Bezirks eingesetzt werden. Da mancherlei Feldarbeiten mit einem einmaligen Einsatz der entsprechenden Maschinen nicht erledigt sind, sondern eines Vor- und Nacheinsatzes bedürfen, wird es m den einzelnen Ortschaften notwendig sem, die vorhandenen Maschinen ohne Rücksicht auf den Besitzer, auch auf Nachbarhöfen, wo diese Maschinen fehlen, dann einzusetzen, wenn der Besitzerhof sie im Augenblick nicht gebraucht. Es darf in diesem Erntesommer nicht vorkommen, daß irgendeine Maschine untätig auf dem Hofe steht, sondern sie muß laufend der Dorfgemeinschaft zur Verfügung stehen, wobei der Bauernführer ihren Einsatz organisiert. Nur bei solchem planvollen Einsatz sind die Maschinen in der Lage, 10 oder 15 Arbeitskräfte, wie es vorgesehen ist, tatsächlich auch zu ersetzen. Es ist zu hoffen, daß sowohl die Organisation des Arbeitseinsatzes, die jetzt schon im tioUen. Gange ist und sich namentlich an die Städte wendet, von Erfolg begleitet ist, wie auch die maschinelle Planung in den einzelnen Bauernschaften. Wir haben in diesem Sommer bei der Ernteeinbringung infolge der besonders angespannten Lage durch den Krieg nut beschränkteren Mitteln erhöhte Aufgaben zu erfüllen. Die Erfüllung dieser Aufgaben ist Arbeit an der Inneren Front. Sie muß sich ebenso bewähren, wie die Front der Waffen in ihrem entscheidenden Einsatz zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Keine Spur von Haust Boman von Charlotte Kaufmann. es selbstverständlich, daß sie au ihm kam, ihn be- suchte als wären keine drei ungegarten Jahre zwischen ihnen. „Wie geht es dir?" fragte er. „Danke, es geht mir gut." „Du siehst auch gut aus." Er setzte sich auf die Bettstelle, legte die Hand auf die Kme. Eine Strähne seines Haares fiel ihm in die Sttrn, und er sah aus wie immer. Wie immer ... „Wohnst du schon lange hier?" fragte Sibylle. Er nickte eifrig. „Ein paar Monate. Die Frau, der das Haus gehört ..., es ist em abscheuliches altes Haus, ist sehr hilfsbereit Es ^?^te ^me Rolle bei ihr, wenn man einmal die Miete schuldig bleibt." Er lächelte mit schief geneigtem Kopf, wie er immer gelächelt hatte, ein wenig leichtsinrng uno ein wenig gleichgültig. . Du bist einmal draußen gewesen m Dorup, wenn ich mich nicht täusche, vor Weihnachten ..., ich erkannte dich zu spät." w Za, ich wollte mich umsehen nach dm. „Weshalb bist du nicht zu mir gekommen t "Ach ..er hob die Hand. 'Ich habe drei Jahre auf dich gewartet. Er nickte. „Ich erfuhr es, als ich m die Stadt zog und nach dir fragte." __ e, „Ich habe nach dir suchen lassen, drei Jahre 1 stand neben dem Stuhl, beugte sich nieder, rasch, plötzlich, wie gestoßen, und küßte chr Haar. Und • ftine Gedanken sagten: Ich liebe dich. Maßlos hebe i ich dich. Aber er sprach nichts. Sibylle erkannte Detlefs Gedanken, horte, was - sie sprachen, wußte, daß sie bei ihm bleiben wurde, so lange er lebte, obwohl sie ihn nicht mehr liebte. Nein, sie liebte ihn nicht mehr. bis 18, Gelberüben 20 bis 25, Roterüben, bas Bund 15, Spinat, kg 20, Römischkohl 12, Bohnen, grün 25 bis 55, gelb 30, Erbsen 22 bis 35, Mischgemuse 15 Tomaten 34, Zwiebeln, bas Bunb 15 bis 20, Rhabarber, kg 10, Pilze 45 bis 50, Himbeeren 40 bis 45, Kirschen 50, Heibelbeeren 42, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25, Erbbeeren 50, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Rettich 10 bis 15, Rabieschen, bas Bund 10 Rpf. ** Achtet auf die Wefven! Ein Mann in Höchst trank einen Schluck von feinem Bier, in das kurz vorher eine Wespe geflogen war. Der Mann hatte es nicht bemerkt. Das noch lebende Infekt stach ihn bann in die Zunge, die sofort derart anschwoll, daß es großer Mühe bedurfte, den Mann vor dem Ersttckungstode zu bewahren. — Ebenfalls in Höchst wurde vor einigen Tagen eine Hausfrau von einer Wespe am Arm gestochen. Später stellte sich an der kleinen Wunde eine schwere (Entrundung und Blutvergiftung ein, die eine sofortige Operation notwendig machte. — Während der Obft-und Einmachzeit find Wespenstiche keine Seltenheit. Man darf sie aber nicht leichtfertig behandeln, sondern nimmt zweckmäßig sofort eine Reinigung der Stichstelle vor und versieht sie mit einem Umschlag mit essigsaurer Tonerde. NSG- In Ställen und Scheunen darf nicht geraucht werben. Durch Beseitigung von Feuersgefahr wertvolles Volksgut zu erd arten, ist eine bringende Notwendigkeit. Immer noch werden jährlich Millionenwerte durch Feuer vernichtet. Wir haben jetzt auf unseren Bauernhöfen mel- ach Helfer aus der Stabt, die zwar nicht aus bö- em Willen, sondern eher aus Gedankenlosigkeit m Ställen, Scheunen und Lagerräumen rauchen. Aber auch vom Landarbeiter ober Dauern kann man dies noch oft sehen. Gerade er sollte mit gutem Beispiel vvrangehen. Der Betriebssicherer hat die Pflicht, in feuergefährdeten Räume» Schilder anzubringen, die die Gefolgschaft auf das Rauchverbot Hinweisen. Wer diesem Rauchverbot zuwiberhandelt, kann mit einer Geldstrafe bis zu 150,— RM. ober 14 Tagen Haft bestraft werden. RSG. Sammeln von Mohnkapseln. Die bei her Mohnernte anfallenden Mohnkapseln werben nach neuerem Verfahren chemisch auf geschloffen und zur Opiumgewinnung verarbeitet. Gerade wahrend des Krieges wirb das Opium für die Wundbehandlung in sehr großem Maße benötigt und es ist deshalb notwendig, daß in diesem Sommer jeder ' Mohnanbauer die Kapseln forgfältig sammelt und . für den Verkauf bereit hält. Der Ankauf erfolg* ! durch bestimmte Genossenschaften und Verteiler. ♦♦ Don der ßanbesunoerfität. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wirb uns mitgeteilt, daß der a. o. Professor der Alten Geschichte, Dr. Kurt Stabe, zum Mitglied der Historischen Kommission für Hessen und Walbeck gewählt worben ist. _ . ** Auszeichnung für treue D i e n ft e. Der Führer und Reichskanzler hat der technischen Lehrerin Klara Wolff an der Schillerschule und dem Gewerbelehrer Hans Uihlein an der Gewerblichen Berufsschule zu Gießen als Anerkennung für 25jährige treue Dienste das silberne Treubienst- Ehrenzeichen verliehen. ♦♦ Abgängiges K i nb ermittelt. Me die Münchener Polizeibirektion mitteilt, konnte bas, wie kürzlich gemeldet, feit Kriegsausbruch abgängige Kind Johann Himb ert, geboren am 24. Juni 1939 in Völklingen, inzwischen ermittelt werden. . ... ** HI. ißt Vollkornbrot. Das Amt für Gefundheitsführung der Hitler-Jugend hat angeordnet, baß in Zukunft mindestens 50 v. H. des getarnten Brotbedarfs in der Verpflegung der Hitler- Jugend in Lagern, Schulen, Jugendherbergen, Landdienstheimen usw. durch anerkanntes Vollkornbrot zu decken sind. Die Jugend marschiert hier an erster Stelle, denn es gibt in ganz Großbeutschland noch keine andere Stelle, die für ihre Angehörigen eine solche Pflicht ausgesprochen hätte. Kann-Kurzstrecken-Ziegatia in Gießen. Die Pabdlergikbe Gießen, die sich in den vergangenen Jahren schon verschiedentlich erfolgreich für die Durchführung von Kanu-Regatten auf der Lahn eingesetzt hat, ist auch für dieses Jahr damit beauftragt morden, die Kanu-Kurzsttecken-Regatta für den Bereich XII durchzuführen. Die sportliche Ver- airftaltung findet am kommenden Sonntag statt. Nach dem bisher vorliegenden Meldeergebnis ist mit einer überraschend starken Beteiligung zu rechnen. Neben der Paddlergilde Gießen und den Mannen der Gießener Rudergesellschoft liegen bie Kanusportler vom Kanuclub Wetzlar, von Hanau, vom Marburger und vom Kasseler Kanuklub, roie auch von Paddelsport Kassel im Rennen. Selbstverständlich ist auch der eifrige Kanuklub Wieseck vertreten. Im Verlauf der Regatta werden auch zwei Bereichs^Kriegsmeisterschaften bestritten, und zroar im Einer- und im Zweier-Kajar. Sehr stark roirb auch die Jugend vertreten fern. Die Httler-Iuaend aus den Standorten Gießen Marburg, Kastel und Hanau werden zum Kamp um ihre Bannmeisterschaften antreten und dazu zahlenmäßig sehr stark erscheinen. Obwohl der Melde- termin noch nicht abgelaufen ist, liegen schon jetzt so viele Meldungen vor, daß für manches Rennen bis zu acht Teilnehmer sicher sind. Man wird also mit spannenden Kämpfen rechnen dürfen. Die Leitung der Regatta liegt in Händen des Vereinsfuh- rers der Gießener Paddler^Gilde, Dr. Schwarz- Aus -er Stadt Gießen. Sommerreichtum. Die ©etreibefelder sind noch grün. Unabsehbar dehnt sich die Fläche. Einen herrlichen Anblick bietet ein solches Fruchtfeld. Auf und ab, Welle folgt aus Welle. Das ist ein Schaukeln und Wiegen wie bei einem See. Hier und da leuchten blaue Kornblumen, feuriger Mohn und zierliche Kornraden aus den Halmen hervor. . Die ersten Gräser und Blumen auf den Wiesen fielen unter dem Schnitt der Sensen. Desto schöner und farbiger leuchtet der Waldrand. Alles steht in Blüte. Heiß brennt die Sonne auf die Erde nieder, das Grün schimmert hell, die Vögel fingen noch ihre Liebeslieder, und Schmetterlinge schweben von Blume zu Blume. Jeder Sonnentag ist ein Fest für unsere Schmetterlinge. In der Lust schaukeln Tagpfauenaugen, Admirale, Schwalbenschwänze und die vielen, vielen Bläulinge. Sie brauchen ja nur ein wenig Licht und Wärme, um leicht und froh ihr kurzes Dasein zu genießen. Behutsam, wie aus wertvollen Kelchen, trinken sie aus den Blüten. Leise bewegen sich die .Blumen, wenn ein Sommervogel sich auf ihnen nieder!aßt. Es ist so, als ob sie zustimmend stickten, als ob sie sagen wollten: Nehmt nur, ts ist genug da für alle! Wenn wir aus dem bunten Wald hinaustreten auf die sonnige Sommerwiese, dann fühlen roir eine wohlige Betäubung. Wir können nicht vorüber. Wir müssen hinsinken in die Pracht und uns mit aus gebreiteten Armen in bas duftende Wuiwer betten. Wir liegen da und schauen hinauf nach den weißen Sommerwölkchen am ttefblauen Himmel. Das Leben hinter uns verschwindet. Wir fühlen uns ie 50 kg bzw. beim Kleinverkaus bei Mengen je 5 kg. Bei Abgabe unter 5 kg ist ein weiterer Zu- schlag nicht statthaft, die Preise für Teilmengen unter 5 kg find nach den Preisen für 5 kg zu berechnen. Die Abrundung nach oben bzw. nach unten darf erst beim Endbetrag für die abgegebene Teilmenge unter 5 kg erfolgen. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 11. Juli. Auf dem heutigen Wochen- unb kontrollierten Gebieten bie Erntevorbereitungen mit erhöhtem Nachbruck betrieben. Es gilt, bie vor- hanbenen Arbeitskräfte, Zugkräfte unb Maschinen o einzusetzen, baß sie bei höchstmöglicher Leistung bie Ernte in kürzester Frist einbringen können. Im vorigen Sommer, als wir eine hervorragend Ernte hatten, ist es bank ber vorsorglichen Planung aller Arbeiten •unb bei bafür notwenbigen Arbeitskräfte gelungen, ben Ernteanfall mit benlbar geringstem Verlust em- zubringen unb so bie Vorrats wirtschaft wesentlich zu kräftigen. Wenn wir heute in ber Lage sinb, bie Nahrungsmittelrationen auf biesen unb jenen Gebieten zu erhöhen, so ist barin ein Erfolg ber weitsichtigen Vorratsplanung zu sehen unb bie stolze Gewißheit, baß bie beutsche Ernährungswirtschaft absolut gesichert ist. Diese Sicherung ber Ernährungslage bes Volkes muß unb wirb unter allen Um- stänben weiter gewahrt bleiben. Für ben deutschen Raum kommt es auch in biesem Erntesommer toieber auf bie weitgehenbe tätige Mithilfe ber Stabt an. Das Lanb hat viele Arbeitskräfte abgeben müssen, bie an ber Front noch wichtigere Aufgaben zu erfüllen haben als in ber Heimat. Wenn auch bie (Erntearbeiten m ber Heimat teilweise burch ben Einsatz von Kriegsgefangenen unterstützt werben unb in einzelnen Fällen auch Beurlaubungen von ber Wehrmacht möglich sem bürsten, so ruht ber Schwerpunkt bet Erntehilfe boch auf bem freiwilligen Einsatz namentlich ber Stabtbevölkerung. In umfangreicher Form werben sich daher auch diesmal der Landdienst, die Hitlerjugend und der Arbeitsdienst zur Verfügung stellen. Zusätzlich werden die Parteigliederungen, wie schon im vorigen Jahr, einen Großeinsatz aus ihren Reihen organisieren. Darüber hinaus wirb man aber auch auf anbere Kräfte, bie in ber Stabt trgenbtoie Die Früchte auf ben Felbern unb Aeckern gehen ber Reife entgegen. Es ist sehr gut möglich, baß bie (Erntearbeiten plötzlich in großem Umfange beginnen müssen, wenn bas Wetter bas Ausreisen beschleunigt. Darum werben jetzt in ben länblichen Teilen Deutsch- lanbs unb in ben von beutschen Truppen besetzten lagesfalenber für Donnerstag. Gloria-Palast (Selterswea): „Kennwort Machin". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Golowin geht durch die Stadt". Preisregelung für Speisefrühkartoffeln in Heffen-Naffau. Fwd. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — Stelle für die Preisbildung — hat unterm 6. Juli 1940 eine Anordnung über die Preis- reaeluna für Speisefrühkartoffeln im Bereich des Kartoffelwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau erlassen. Hiernach gelten für bie Zeit vorn 8. Juli bis 13. Jmi 1940 für deutsche Speifefrühkartofsel« folgende Pochen ihres Blutes. , , „ . „Sibylle", faste der Mann tetfe, als muräe er aufwachen. „Sibylle," Er legte Pmfel und Palette auf den Tifch, hastig, kam um den Ttsch und stand D°r.3