190. Jahrgang Ht. 136 Mjeit geigte Toren Marschall Badoglio. — (Scherl-Bilderdienst.) •Aftr über unsere Gegner davonkragen i Lebensrechle unserer beiden Völker wer- (gez.) Adolf Hiller.' Schristleitung und Geschastrstelle: Sietzen, Schulftratze 7-9 (Senf, 11. Juni. (DVD.) Die sich aus einer amllichen pariser Verlaulbarung ergibt, ist die französische Regierung bereits geflohen. Das Armeeoberkommando hatte die Ministerien aufgefordert, eine Verlegung in die Provinz „entsprechend den festgesetzten Plänen" vorzunehmen. Auch Rey- n a u d hat es oorgezogen, die Hauptstadt zu verlassen. Die offizielle französische Havas-Agen- tur ist nach Tours an der Loire verlegt worden. Rur ein kleiner Teil des Büros ist, wie das auch bei anderen Agenturen der Fall ist, in Paris zurückgeblieben. Die französischen Banken hatten am Sonntag eine autzergewöhntich rege Tätigkeit entfaltet. Ihre Archive wurden schleunigst mit Lastwagen fortgeschafft. Die Devisen und Wertpapiere sind schon seit mehreren Tagen in Sicherheit gebracht worden. Jetzt handelte es sich noch darum, auch die Gefchäftspapiere für die Fortsetzung des Betriebes in eine sicherere Stadt zu schaffen. • Die Kriegserklärung Italiens hat die Panik auf den Höhepunkt getrieben. Die Bevölkerung der Hauptstadt und vieler Rachbarorte wie Versailles, Fontainebleau usw. flüchtet Hals über Kopf unter Mitnahme der notwendigsten Kleider und Habseligkeiten. Der seit Tagen ständig gröher werdende Flüchtlingsstrom hat unbeschreib- liches Elend auf den völlig verstopften Stratzen nach Süd- und Südwestfrankreich ausgelöst. Frauen, Linder und Greise sind schon seit Tagen auf allen möglichen Verkehrsmitteln und zu Fuh unterwegs, kommen jedoch kaum vorwärts. Die Eisenbahnstationen werden belagert, jeder Wagen ist überfüllt. Selbst auf den Dächern sitzen die Menschen, Bezirke nntag in iber, den en tonn, urm, der Als Vertreter des Königs und Kaisers führt der Duce das Oberkommando über die italienische Wehrmacht und wird an seiner Seite den von Marschall Badoglio geleiteten Generalstab haben. Der Duce hat das unmittel- ' bare Kommando über den Ehef des Generalstabes und über die einzelnen wehrmachtsleile durch die Lhefs des Generalstabes des Heeres, der Marine und der Luftwaffe. J 'N- In dieser historischen Stunde; in der sich «nstarMQ- re Armeen zu treuer Waffen- er schäft vereinen, drängt es mich. Honen bedroht und durch die Blockade behindert worden. Durch vorteilhafte und gerechte Vorschläge hatte Italien versucht, den neuen Zusammenstoß zu vermeiden, aber die vlutokratischen reaktionären Mächte haben den Krieg gewollt; sie werden den totalen Krieg haben, den sie haben wollten. Mit'der Entscheidung seines Eingreifens bleibt Italien seinen Verpflichtungen treu und gehorcht damit zugleich seinem Geschick. Ein großes Volk kann sich nicht von der Geschichte fernhalten zu einem Zeitpunkt, in dem das neue Europa geschaffen wird. Der Kampf, der jetzt geführt wirb, r-?0™' 11-Sunt. (DNB. Funkspruch.) „Agenzia Stefarn schreibt: Italien ist stets von den Westmachten in seinem Aufstieg behindert und in seinem Leben beeinträchtigt worden. Anstelle der unbedingt notwendigen und unvermeidlichen Revision ist Italien mit Sank- Äü0r I Honey I ; faib« I! Mm I hte sich I in bk s jur E'l' 'E dann für alle Zeilen gesichert sein. intwW; einem ^Wlilösbare Kampfgemeinschaft. es^MoEer Führer an den König unb an den Duce. Flugzeiten Berlin, 10. Iuni. (DRB.) Der Führer Hal an enMobcllipen König von Italien und Kaiser von Oie französische Regierung aus Paris geflohen. Wachsende Panikstimmung in der französischen Hauptstadt. nur um aus der Stadl herauszukommen. Obwohl das Militärkommando den Befehl gegeben hatte, den Auszug aus der Stadt zu verhindern, bevor nicht ein offizieller Befehl gegeben wird, stauen sich an den Toren der Stadt die Volksmengen, so daß es der Polizei nicht möglich ist, den andrängenden Massen widerstand zu leisten. Wer aus Paris auszieht nimmt mit, was er kann. Mau glaubt, daß alles verloren ist, und besitzt kein Vertrauen mehr in die Zukunft. In Paris ist es bereits zu vereinzelten Plünderungen gekommen. Jns- befondere wurden Gefchäfte von Italienern beschädigt und ausgeraubt. Gröhlend zieht der Mob durch die Stadt. Die Barrikaden und Sperren auf den großen Hauptverkehrsstraßen, vor allem in der Rähe der wichtigen Ministerien, dienen nach allgemeiner Ansicht einem doppelten Zweck: Sie sollen der Verteidigung gegen die Deutschen dienen, zum andern aber auch gegen Ausbrüche des Volkszorues. Unvorstellbare Eindrücke eines neutralen 3 r u n, 11. Juni. (DRV.) Ein südamerikanischer Reisender, der mit seiner Frau am Sonntag aus Frankreich kam, berichtet über seine Eindrücke in Paris: Ich mußte Paris verlassen, da Ausländer sich nur noch mit Lebensgefahr in der französischen Hauptstadt bewegen können. Die Angst vor Spionen und Saboteuren ist einfach grotesk. Die Regierungsaufrufe und -maßnahmen haben die Bevölkerung in eine gefährliche Hysterie hinein- gehetzt. In der Nähe meines Hotels in der Rue de Rivoli wurde ein ^^.-Staatsbürger griechischer Der Duce führt das Oberkommando Marschall Badoglio Chef des italienischen Generalstabs. —J 71 Majestät meine herzlichsten Grüße zu über- ■ hÄ < 34) bin der festen Heber Zeugung, daß die f ju i(f aJHge Kraft Italiens und Deutschlands den '0 -■ t ' Z! llh P r 11 tl i O t" 0 ttk o n n ö f hrtnAnfrunon Dienstag, 11. Juni Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/^UHrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Ps.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l AbschlüffeMengenstaffelV Platzvorschrift (vorherige V ereinbarung) 25 °/0 m ehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Abkunft von der Menge vor den Augen der Polizei lflJJ 3u Tode geprügelt, weil irgendein Hysteriker in ihm einen deutschen Spion erkannt haben wollte. Am Quai-d Orsay-Bahnhof waren die Eingänge von einer riesigen schreienden Menschenmenge be- 'lagert, die auf der einen Seite bis zum Pont Royal, auf der anderen Seite fast bis zur Solferino-Brücke reichte. Es war völlig unmöglich, im Wagen vor- wartszukommen. Wir beluden uns mit den Koffern und kämpften uns bis in die Bahnhofshalle vor. Der O-Zug in Richtung Südwesten war durch ein starkes Aufgebot von Territorialgarde gesichert. Die glücklichen Besitzer von Fahrkarten wurden von der Menge in nicht wiederzugebender Weise beleidigt und beschimpft. Immer wieder hörte man den Ruft „Schlagt sie tot, die Kapitalistenhunde!" oder , S-e bringen sich in Sicherheit, wir aber müssen verrecken!". Ein kleiner buckliger Mann mit blutunterlaufenen irren Augen schrie: „Wir wollen auch raus, wir wollen nicht verrecken, uns kleine Leute läßt man im Stich." Wir hatten kleine Fähnchen mit den Farben unseres Landes in der Hand und schwenkten unsere Pässe. Aber ohne das Dazwischen- tteten einiger Offiziere wären mir einfach überrannt worden. Schließlich gelang es den Soldaten uns m die Sanitätswache hineinzuziehen, die 'einen ölrehen Zugang zum Bahnsteig hatte. So konnten wir den Zug erreichen. Als sich der Zug in Bewegung setzte, erklang aus der Menge an der Sperre ein einziger wilder Schrei der Angst, Wut und Verzweiflung. Wer ge° ehen hat, was hier geschah, weiß, daß Paris vor sehr ernsten Ereignissen steht. Ich mußte immer wieder an Zolas grandiose Schilderung der ftanzö- sischen Hauptstadt nach der Katasttophe Napo- leons III denken, aber ich fürchte, was jetzt kommt, wird schlimmer fein." Schulter an Schulter. Die lange verschlossen gebliebene Tür zum historischen Balkon des Palazzo Venezia, zu dem sich immer wieder die Blicke des italienischen Volkes und der ganzen Welt wandten, hat sich aufgetan, der Duce hat sein Schweigen gebrochen. Italien marschiert Seite an Seite in den Kampf gegen die westlichen Plutokratien. Das Wort ist gefallen, auf das man in Paris und London mit Zittern gewartet hat. Zwischen Hoffen und Bangen haben die plutofra- tischen Politiker seit dem denkwürdigen 3. September vorigen Jahres Woche auf Woche, Monat auf Monat nach Rom geblickt. Mit Phrasen und Gesten glaubten sie das faschistische Italien Hinhalten zu können, glaubten sie ein ähnlich falsches Spiel anlegen zu können wie vor einem Vierteljahrhundert. Aber es ist ein anderes Italien, das heute feine Entscheidungen trifft, das die Trugbilder klar als solche erkennt, die plutokratische Politiker mit leichter Hand vor ihm hinzaubern möchten, ohne dabei auch nur non ihrer alten Ueberheblichkeit lassen zu können, die die arrivierten Nationen der westlichen Demokratien von jeher dem zu spät gekommenen Habenichts gegenüber an den Tag gelegt haben. Nicht nur, baß weder Paris noch London sich auf irgendeine Diskussion über die lebensnotwendigen territorialen Forderungen Italiens eingelassen hätten, sie konnten 'es nicht einmal über sich gewinnen, ihre brutale Seekontrolle, die sie zur Durchführung ihrer Blockade gegen Deutschland, auch auf Atlantik und Mittelmeer auszudehnen suchten, aus wohlerwogener Rücksichtnahme gegenüber Italien fallen zu lassen. Soviel politische Klugheit vertrug sich nicht "mit der Arroganz der Westmächte, die damit nur folgerichtig eine Politik weiterführten, die seit dem Betrug von 1915 immer schon Maxime der Haltung gegenüber Italien gewesen war. So wenig wie man aus dem Erstarken Deutschlands durch den Nationalsozialjsmus die richtige Folgerung zog, so wenig gewann man in Paris und London es über sich, den Faschismus Italiens richtig zu werten. Man übersah, daß das faschistische Italien nach der schweren Enttäuschung über die Politik der westlichen Demokratien während des Abessinienfeldzuges einen außenpolitisch grundsätz- llchen Stellungswechsel vorgenommen hatte. In der gestrigen Rede des Duce zitterte noch die Erregung über die Sanktionen nach, mit deren Hilfe die westlichen Demokratien und ihr „Völkerbund" Italien hatten auf die Knie zwingen wollen. Man verkannte spater die entscheidenden Wandlungen im Mittel- $er U ^tiner Majestät dem König von Italien. Kaiser Aethiopien. Rom. ckes Dp l Vorsehung hat es gewollt, daß wir entgegen iL’ren eigenen Absichten gezwungen sind, die bra lheit und Zukunft unserer Völker ampf gegen England und Frankreich zu oer- Posten. ie weni. rtz. hi. Gemeinsamer Kampf um die sie # Führer hat an den Duce folgendes TfiD2ari^^iamm gerichtet: niH seiner Exzellenz dem Kgl. Italienischen Regie- . ,5 ll-tiigschef Eav. Benito Mussolini. Rom. "ie weltgeschichtliche Entscheidung, die Sie heute , seinen iBikündelen, hat mich auf das Tiefste b e - ißen umhegt. Das ganze deutsche Volk denkt in diesem ugenblick an Sie und Ihr Land. Die deutsche inei^Ahrmacht freut sich, im Kampfe an der Seite Er bEAr italienischen Kameraden stehen zu Iort u^nen. i^**m September des vergangenen Jahres haben es e britischen Machthaber dem Deutschen Reich ohne veinivd den Krieg erklärt. Sie lehnten jedes Angebot V noch Eer friedlichen Regelung ab. Auch Ihr Ver- aren friA'if llungsvorschlag. Duce, wurde damals ^dies e>" 7I einem harten „R e i n“ bedacht. Die steigende f wieder "Pachtung der nationalen Lebensrechke Italiens anire vrch die Machthaber in London und Paris hat uns Die "’JJijn, die wir weltanschaulich durch unsere beiden lange Devolutionen, politisch durch die Verträge schon mit 5 p m er auf das engste verbunden waren, it J"”1' grofjfen Kampfe um die Freiheit und Zukunft ©iulferer Völker endgültig zusammen- Ä trag«iföh rt. e w Duce des Faschistischen Italien! Rehmen Sie die Aadt Scherung der unlösbaren Kampfge- ^ps"^einschaft des deutschen Volkes mit dem ita- dre flltWni^en Volke entgegen. e auf3d) selbst sende Ihnen wie immer in treuer , Meradfchaft die herzlichsten Grüße. 2hr B v* (gez.) Adolf Hiller. »ührerhauptquartier, den 10. Juni 1940.* ichlver 11 d Men tritt an Deutschlands Seite in den Kampf. 10 3unt Stefani veröffentlicht folgende amtliche Verlautbarung: Heute, 16.30 Lthr, hat der Außenminister Ä! Öcn französischen Botschafter empfangen und ihm folgende Mitteilung gemacht: M “nö ^oifer ""art, daß Italien sich ab morgen, dem 41.3uni, mit Frankreich als im Kriegs- kÄ bestndUch betrachte. -Um 16.45 Uhr hat Graf Erano den englischen Botschafter nach dem Palazzo Ehigi gebeten $orm l>aß sich Italien als mit Großbritannien im Kriegszustand befindlich be- w' 19 ^at btt Duce vom Balkon des Palazzo Venezia dem italienischen Volk und der Welt mitgeteilt, Saß stauen zum Kampf gegen den gemeinsamen Feind England und Frankreich an Deutschlands Seite getreten ist. ist das Ringen zwischen zwei Ideen, denen der schäftemachenden und denen der Gerechtigkeit für aüe Völker; ist der Kampf zwischen zwei Zahrhun- derten. Die neuen Kräfte werden siegen. Italien hat nicht die Absicht, andere Nationen, die an sein Land und sein Meer grenzen, in den Konflikt hineinzuziehen, die Worte des Duce waren gerichtet an die Schweiz, an Jugoslawien, an Griechenland, an die Türkei, Aegypten. Auch mit Rußland beabsichtigt Italien normale Beziehungen der friedsamen Arbeit aufrechtzuerhalten, wie dies aus der Rückkehr des italienischen Botschafters nach Moskau und der des russischen Botschafters nach Rom hervorgeht. Lebensrechke beider Völker. Eine Erklärung der Reichsregierung. Berlin, 10. Juni. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop gab am e Montagabend im Bundesratssaal des Auswärtigen zeigtr. Umtes vor den Vertretern der deutschen, und der ausländischen Presse eine Erklärung der Reichs- legieruna ab, die folgenden Wortlaut hatte: Ai . "Sie Reichsregierung und mit ihr das gesamte l Lachen, deutsche Volk haben mit tiefer Bewegung soeben ^,men' die Worte des Duce Italiens vernom- MDeoura men. Ganz Deutschland ist in dieser historischen Die|e acht Stunde von jubelnder Begeisterung Sonntag darüber erfüllt, baß das faschistische Italien aus eigenem freien Entschluß zum Kamps gegen «n gemeinsamen Feind, England und Frankreich, on feine Seite tritt. Deutsche und italienische 1IIIL 6olbat.en werden jetzt Schulter an Schulter m ' marschieren und solange kämpfen, bis die Machten Wackrer Englands und Frankreichs bereit sind, die ten FlMk^risrechte unserer beiden Völker zu respektieren. (hnittia«|fr.r*t nac$ diesem Siege des jungen nationalsoziali- idere wi<«K*^.en Deutschlands und des jungen faschistischen sich meft^liens wird es möglich sein, auch unseren resschönik^kern eine glücklichere Zukunft zu kurvte imf.9er.n- Garanten des Sieges aber sind: die un° ;k>en Leid-Ledige Kraft des deutschen und des italienischen Ä I»ilFoIfe5 und die unwandelbare Freundschaft unserer id in duWen großen Führer Adolf Hitler und Benito uten Fluz^ssoiini- (90. Jahrgang Kr. (36 a Ä Ericheim täglich, außer wl W ta Gießener Anzeiger infolge boberer Gewalt 1 E IStiAeifHßsüf^anfS BrBI)!f<»eUnlo«mats»niderei8. lange General-Anzeiger für Oberhessen Mniep, ———— „Volk Italiens, ans Gewehr!" Oer Marschbefehl -es Duce an -as italienische Volk. meer, politisch sowohl wie strategisch. Man unter* schätzte auch die Festigkeit der Achse, in der Italien die Grundlage seiner Außenpolitik sah. Man ver- konnte das revolutionäre Moment der beiden Welt» anschauungen, die bewegende Kraft der beiden jungen Nationen, die sich wohl die Aufgabe zu- trauen dürften, Europa ein neues Gesicht zu geben, das dem Lebensrecht der Völker besser entspricht, als die Mißgeburt von Versailles. Als Italien seine Haltung als „nichtkriegführende Macht" präzisierte, verwechselte man dies fälschlicherweise mit Ruhe- bedürftigkeit und übersah dabei, daß Italien auch als solche seine Stellung bezogen hatte. Es deckte Deutschlands Südflanke, indem es an seiner Alpengrenze ebenso wie in Nordafrika französische Armeen fesselte, es sicherte den Frieden im Donauraum und verhinderte damit die Kriegsausweitungspläne der Plutokratien, es zwang die Westmächte, im Mittelmeer starke Seestreitkräfte zu belassen und jeden Tag und jede Stunde auf alles gefaßt zu sein. Italien schwieg und wartete. Nyn ist der Ban gebrochen. Der „Gefangene im Mittelmeer", wie gestern ein an allen Mauern Romq gezeigtes Plakat Italiens Lage drastisch darstellt, hat sich erhoben, um seine Ketten abzustreifen. Eine lebensstrotzende Großn.^cht wie Italien kann nicht abseits bleiben, wenn Europas Gestalt neu geformt wird. So hat Mussolini aus eigenem freien Entschluß seine Entscheidung kundgetan, mit dem nationalsozialistischen Deutschland Seite an Seite den gemeinsamen Kampf gegen die westlichen Plutokratien zu bestehen in dem tiefen Bewußtsein, daß nur dieser Kampf gegen die Mächte des Status quo, daß nur das Zerbrechen dieses Bollwerkes von Uebelwollen und Versagen den jungen Nationen das Tor in eine bessere Zukunft öffnen wird. Der große Entschluß des Duce ist in Deutschland mit beispielloser Begeisterung ausgenommen worden. Er wird gewertet als die Entscheidung eines Staatsmannes, der mit klarem Blick die weltpolitische Lage erkennt und auch zur gegebenen Zeit die richtigen Schlüsse zieht. Der Duce hat in seiner Rede Llie Römer zu Zeugen angerufen, daß das faschistische Italien alles Menschenmögliche getan hat, um den Frieden zu erhalten. Auch auf biefer* Linie hatten sich beide Nationen gefunden, wie sie sich letzt im Kampf finden. Denn beiden brauchten für ihren Aufbau eines neuen Reiches Frieden und noch einmal Frieden. Aber die Mächte, die diesen Aufbau scheuten und verhindern wollten, sabotierten den Frieden. Sie verweigerten eine friedliche Revision der Verträge, sie begannen statt dessen die irrsinnige Politik der Garantien, sie hatten auch für den letzten Friedensvorfchlag des Führers, der des Duce warme Unterstützung gefunden hatte, nichts als ein kaltes Nein. So greift nun auch Italien, getreu dem Wort des Duce, daß das Gesetz der faschistischen Moral bestimme,, mit einem Freund bis zum Ende zu marschieren, zu den Waffen, um für seinen Lebensraum und sein Lebensrecht, das plutokratische Habsucht und plutokratische Verblendung ihm verweigert, bis zum Siege zu streiten, bis zum Siege, der nach den Worten des Duce eine lange Periode des Friedens und der Gerechtigkeit für Italien, für Europa und die ganze Welt begründen soll. Wie auch Italien bestrebt ist, den Kamps, nachdem er unausweichlich geworden ist, auf seinen natürlichen Raum zu beschränken, das erhellt aus dem Wort des Duce an die Adresse der unmittelbaren Nachbarn Italiens. Wenn die Westmächte nichts unterlassen haben, um vor allem den Balkan in den Krieg hineinzuziehen, so erhellt aus den Worten des Duce, die in ihrer präzisen Formulierung sich mit der deutschen Auffassung voll deckt, hie Bereitschaft, auch in Zukunft den Balkanvölkern die Lasten eines Krieges zu ersparen, zu dem sie die verbrecherische Politik der Westmächte lieber heute wie morgen aufhetzen möchte. Schulter an Schulter marschieren nun Deutsch» land uno Italien in den Krieg, des Sieges gewiß, für den schon auf den Schlachtfeldern Flanderns, an Somme und Aisne die ersten Lorbeeren errungen sind. Dr. Fr. W. L. Verbrüderung der Waffen und des Vlutes. Eine Kundgebung vor der italienischen Botschaft in Berlin. Berlin, 10. Juni. (DNB.) Unmittelbar, nachdem der Duce vom Balkon des Palazzo Venezia dem italienischen Volk und der Welt verkündet hatte, daß nunmehr Italien mit Deutschland den siegreichen Marsch gegen den gemeinsamen Feind England und Frankreich angetteten habe, begab sich der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrov in die Königlich-Italienische Botschaft, um Botschafter Dino Alfieri zu dieser schicksalhaften Entscheidung im Namen des Führers zu beglückwünschen. Er überbrachte damit zugleich die Glückwünsche des ganzen deutschen Volkes. Ergriffen von der Bedeutung dieser Stunde hatte sich vor der italienischen Botschaft eine große Menschenmenge eingefunden. Von dem Balkon der Botschaft hielt Botschafter Alfieri eine Ansprache, in der er sagte: Kameraden! Deutschland und Italien, deren historische Entwicklung gleichartig war und deren geistige und kulturelle Bande weit in die Geschichte zurück- reichen, finden sich noch einmal in der Ueoerein- stimmung einer revolutionären Bewegung wieder, welche durch die Geltendmachung der besten Eigenschaften der beiden Rassen zur Erneuerung der beiden Länder geführt hat. Der stählerne Pakt, welcher vor einem Jahr hier in Berlin abgeschlossen wurde, findet heute in der Verbrüderung der Waffen und des Blutes feine höchste Verwirklichung, welche der Führer und der Duce als Interpreten des Willens der beiden Völker gewollt haben. Das deuffche und das italienische Heer werden im gemeinsamen siegreichen Marsch mit der unwiderstehlichen Gewalt ihres Mutes und ihrer Schwerter der unerträglichen Vorherrschaft der morschen, gierigen Plutokratien recht bald ein Ende bereiten. Durch die Trümmer der alten, dem Niedergang geweihten Welt hindurch werden sie den neuen Weg bahnen, auf welchem das große Deutsche Reich und das italienische Imperium wie heute, so immerdar, im Zeichen^ des Hakenkreuzes und des Liktorenbündels vereint, durch die kommenden Jahrhunderte schreiten werden, um eine neue Zeit der Zivilisation und Gerechtigkeit zu schaffen und zu erhalten. Reichsminister des Auswärtigen von Ribbenttop überbrachte den Berliner Volksgenossen die Grüße des Führers und würdigte auch seinerseits in bewegten Worten das große Ereignis und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer und den Duce. Freundschaftskundgebung in Frankfurt. Am Montagnachmittag fand nach Bekanntwerden der Nachricht, daß der italienische Regierungschef Die Rede des Duce. Rom, 10. Juni. (DNBI Die Rede des Duce vom Balkon des Palazzo Venezia hatte folgenden Wortlaut: Kämpfer zu Lande, zu Wasser und in der Luft! Schwarzhemden der Revolution und der Legionen, Männer und Frauen Italiens des Imperiums und des Königreichs Italiens hört! Die vom Schicksal bestimmte Stunde ist am Firmament unseres Vaterlandes. Die Stunde unwiderruflicher Entscheidungen hat geschlagen (Stürmischer Beifall). Die Kriegserklärung ist bereits an die Botschafter Großbritanniens und Frankreichs (anhaltendes Pfeifkonzert) überreicht worden. Wir treten gegen die plutokratifchen und reaktionären Demokratien des Westens zum Kampf an, die zu jeder Zeit unseren Aufstieg behindert und oft die Existenz des italienischen Volkes hinterlistig bedroht haben. Die Geschichte der letzten Jahrzehnte kann in folgende Worte zusammengefaßt werden: Phra- fen, Versprechen, Drphungen, Erpressungen und schließlich als Krönung die niederträchtige vom Völkerbund angeordnete Belagerung durch 52 Staaten. Unser Gewissen ist völlig ruhig. Mit euch ist die Welt Zeuge, daß das Italien des faschifti- schen Liktorenbündels alles getan hat, was nienschenmöglich war, um den Kampf, der Europa aufwühlt, zu vermeiden. Aber alles war um- f o n ft. Es hätte genügt, die Verträge, die nicht für alle Ewigkeit unantastbar sind, zu revidieren und sie den veränderten Verhältnissen und dem Leben der Völker anzupassen. Es hätte genügt, nicht die wahnsinnige Politik der Garantien aufzu« nehmen, die sich gerade für jene, die sie angenommen haben, als mörderisch erwiesen hat. Es hätte genügt, den Vorschlag, den der Führer am 6. Oktober 1939 nach Beendigung des Polen- feldzuges gemacht hat, nicht zurückzuweisen (Man hört aus der Menge Heilrufe auf den Führer.) Aber alle diese Dinge gehören nunmehr der Vergangenheit an und wenn wir heute entschlossen sind, die Risiken und die Opfer eines Krieges auf uns zu nehmen, so geschieht es, weil die Ehre, die Interessen, die Zukunft das mit ihrem ehernen Gesetz verlangen, daß ein großes Volk wirklich nur ein solches ist, wenn es feine heiligen Verpflichtungen einlöft und nicht den Ereignissen, die die Geschichte bestanden, aus dem Wege geht. (Starker Beifall.) Dir greifen zu den IDaffen, um, nachdem das Problem unserer konlinentalgtenzen gelöst ist, auch das Problem unserer Meeres- grenzen zu lösen. Dir wollen die territoriale und militärische Kelte sprengen, mit der man uns in unserem Meer ersticken will, denn ein Volk von 45 Millionen ist nicht wahrhaft frei, wenn es nicht den freien Zugang zu den Weltmeeren hat. (Erneuter tosender Beifall.) Dieser gigantische Kampf ist nur eine Phase, und die logische Entwicklung unserer Revolution ist der Kampf der armen, aber an Arbeitskräften überreichen Völker gegen die Aushungerer, die alle Reichtümer und alles Geld dieser Dell monopolisieren und direkt in ihren Krallen halten. sprechen werde, im Garten des Italienischen Generalkonsulats in Frankfurt eine oeutsch-italienische Freundschaftskundgebung statt, zu der die große italienische Kolonie von Frankfurt, zahlreiche italienische Arbeiter aus der Umgebung und viele deutsche ^Volksgenossen sowie Abordnungen der SA., ff, HI. und BDM. zusammenkamen. An der Seite des Königlich Italienischen Generalkonsuls Comm. Graf Giuseppe Serpi sah man den faschistischen Gaugruppenleiter Eav. Prima v e r a , Gauleiter Sprenger, den stellver- ifretenben Gauleiter Linder und Polizeipräsidenten Obergruppenführer B e ck e r l e. Vom Balkon des Generalkonsulats wehten die italienische und die deutsche Flagge, deutsche und italienische Jugend schwenkte Fahnen in den Farben des römischen Imperiums und unter stürmischem Jubel wurde die Rede des Duce sowie die deutsche Uebertragung und die anschließende Erklärung des Reichsaußenministers angehört. Danach sprach der italienische Generalkonsul vom Balkon zu den deutschen und italienischen Kameraden. Er nannte die Worte des Duce einen in Stein gemeißelten Wegweiser, der den Weg bezeichne, den das italienische Volk jetzt gehen muß. Unter stürmischem Beifall sprach dann Gauleiter Sprenger. Wir wußten, so sagte er, daß der Tag kommen wird, an dem die deutsch- italienische Freundschaft ihre letzte Probe besteht. Alle Versuche der feindlichen Mächte haben die beiden befreundeten Völker nicht trennen können. Jetzt werden wir diesen Krieg um unsere Lebensrechte führen. Die Schwerter Deutschlands und Italiens klingen zusammen und werden kämpfen bis zum Endsiege. Dann richtete der Gauleiter fein Wort an die Jugend und dankte ihr, daß sie so regen Anteil an dem großen Geschehen nehme. Ihre Zukunft sei es, die nun von der oeutschen und italienischen Jugend erkämpft werde. Mit einem Gruß an den Duce und an den Führer sowie den Nationalhymnen der beiden Völker klang die Kundgebung aus. Das Echo im Valkanraum. Budapest, 11. Juni. (Europapreß.) Der Eintritt Italiens in den Krieg kommt nicht unerwartet und trifft in Ungarn auf eine durch die freundschaftlichen Gefühle für die Achsenmächte vorbereitete Stimmung. Trotzdem kam der Augenblick überraschend, jedenfalls für die breiten Schichten der Bevölkerung. Die Ansichten politischer Stellen knüpfen an den Sieg der deutschen Waffen einerseits, an die wiederholten Versicherungen anderseits an, daß deckn Südosten der Friede erhalten bleiben Wonne, wie das ja auch Mussolini in seiner Rede betont hat. An maßgebenden Stellen erfährt man, daß Ungarn volles Verständnis für jene Gründe habe, bie das italienische Volk bewogen Haden, seine Stellung als nichtkriegführender Staat aufzugeben. Das ungarische Volk verfolgt daher den Kampf des ihm so nahestehenden italienischen Volkes mit warmer Sympathie. e * Belgrad, 11.Juni. (Europapreß.) Der Eintritt Italiens ht den Krieg ist in Jugoslawien zwar nicht unerwartet gekommen, hat aber Es ist der Kampf der fruchtbaren und jungen gegen die unfruchtbaren und dem Untergänge geweihten Völker, es ist der Kampf zwischen zwei Jahrhunderten und zwei Deltan- fchauungen. Jetzt, da die Würfel gefallen sind und die Brücken in unserem Rücken kraft unseren Willens verbrannt sind, erkläre ich feierlich, daß Italien n i ch t d i e A b.s i ch t hat, a n d e r e M a ch t e, die zur See oder zu Lande unsere Rachbarn sind, in den Konflikt h i n e i n z u z i e h e n. Die Schweiz, Jugoslawien, Griechenland, die Türkei, Aegypten, mögen von diesen meinen Worten Kenntnis nehmen, die durch die Tatsachen ihre strikte Bestätigung erfahren werden. Italiener! In einer denkwürdigen Massenkundgebung, der von Berlin, sagte ich, daß nach den Gesetzen der faschistischen Moral man mit einem Freund bis zum Ende marschiert. (Tosender, nicht endenwollender Beifall und immer sich wiederholende Rufe: Duce! Hitler! Heil!) So haben wir es gehalten und so werden wir es hal- Rom, 10. Juni. (Europapreß.) Bereits eine Stunde vor der Rede des Duce war die Piazza Venezia von Tausenden von Menschen bedeckt, die Fahnen und Schilder mit sich führten. Auf diefen Schildern waren die italienffchen Forderungen: Tunis, Korsika, Malta, Nizza, Dschibutt, Gibraltar angegeben. Viele Schilder trugen auch sarkastische Inschriften, in denen die Engländer und Franzosen verspottet wurden. Ringsum drängten sich die Menschen an den Fenstern, auf den Balkonen, den Treppen und an der Säulenhalle des Nattonaldenkmals und selbst auf den Dächern. In der strahlenden Sonne des heißen Frühsommerabends leuchteten Tausende von Fahnen und Fähnchen. Nach dem italienischen Ansager trat ein deutscher Sprecher an das Mikrophon. .Deutschland!", rief der Sprecher aus, ,Has ganze italienische Volk spricht in dieser Stunde zu bir.'z Leidenschaftlich war die Anteilnahme der Menschen. Sprechchöre wechselten unablässig. Alle Zuscchrtstraßen waren tief gestaffelt von einer unübersehbaren Menge. Das italienische Volk stand auf der Piazza Venezia, wie von der Arbeit gekommen, unter dem Balkon des Duce und wartete, daß er zu ihm spteche. Die Ortsgruppe der Deutschen in Rom mußte sich durch die Masse durchkämpfen. Ueberall wurden die Deutschen mit jubelndem Beifall begrüßt. Mit der leioenschaftlichen Anteilnahme, die nur der Italiener kennt, rief man immer wieder: „Evviva Hitler!" Eine Hundertschaft der Landesgruppe Italien der NSDAP, hatte mit ihren Fahnen unmittelbar hinter den Musketieren des Duce Aufstellung genommen. Als der Duce, vom endlosen Jubel der Menge begrüßt, auf dem Balkon doch die größte Sensatton in der jugoslawischen Oesfentlichkeit und in politischen Kreisen hervorgerufen. An maßgebender Stelle wird betont, daß Jugoslawien nach wie vor seine Neutralität bewahren werde. ♦ Bukarest, 11. Juni. (Europapreß.) Die Nachricht von dem Kriegseintritt Italiens ist in Rumänien erst spätabends am Montag durch den Rundfunk bekannt geworden. Den hier anfäffigen ausländischen Journalisten wurde der Beschluß Mussolinis in der allabendlichen Pressekonferenz im Propagandaministerium mitgeteilt. In Journalistenkreisen hört man die Ansicht, daß nun erst recht das Schicksal der Westmächte besiegelt sei. Sehr gedrückt ist die Stimmung der hiesigen westmächtlichen Kreise, die wenigen noch anwesenden englischen Journalisten verschwanden nach dem Bekanntwerden der Nachricht ostentativ aus der Pressekonferenz, ohne die nachfolgende Aussprache zu erwarten. Was London sagt. Stockholm, 11. Juni. (Europapreß.) Aus London liegt am Montagabend das erste Echo zu der Kriegserklärung Italiens an die Westmächte vor. Der Londoner Rundfunk stellte fest, daß England die Kriegserklärung zur Kenntnis genommen habe und Italien die Westmächte „n i ch t u n v o r - bereitet" antreffen werde. Das Londoner Rundfunkprogramm wurde unterbrochen, als der Sprecher des Rundfunks diese kurze Mitteilung zu machen hatte. Für die Erreauna, welche die italienische Kriegserklärung in London hervorgerusen yat, zeugt die Fassungslosigkeit, mit der der Rundfunksprecher der British Broadcasting Corporation beim ersten planmäßigen Nachrichtendienst die neuesten europäischen Ereignisse mitteilte. Der Ansager sprach mit einer völlig verschlagenen Stimme, wie einer, der die Treppe eines Hochhauses hinaufgelaufen war. Er mußte sich viermal verbessern und las bann eine Erklärung vor, die mit einer Polemik gegen den italienischen Regierungschef angefüllt war. Allerdings sah man sich in London gezwungen, die Begeisterung zuzugeben, mit der das italienische Volk die Worte Mussolinis aufnahm. Wüste Ausschreitungen gegen Italiener in England. Kopenhagen, 11. Juni." (DNB. Funkspruch.) Na'ch einer Reuter^Melduna kam es Montagabend in dem Londoner Stadtteil Soho, in dem zahlreiche Italiener wohnen, zu „einigen" Unruhen. Flaschen wurden geworfen und sogar von Feuer- waffen Gebrauch gemacht. Ein Italiener wurde ver- letzt. Die Fensterscheiben verschiedener italienischer Restaurants wurden zertrümmert. Auch in Liverpool schleuderte der Pöbel Steine und andere Gegenstände auf die von Italienern geleiteten Geschäfte und Gaststätten, wobei beträchtliche Schäden verursacht wurden. — Kurze Zeit später gab Reuter eine Zusatzmeldung heraus, die deullich die Spuren des Eingreifens des englischen Lügenministers Duff Cooper trägt. Sie behauptet, daß in Soho von Schußwaffen feix Gebrauch gemacht worden sei. Im übrigen handele es sich um Schläge- ten an der Seite Deutschlands, an der Seite seines Volkes und g du 6toii n um> Stalin ereilet Ijenn öen. miet« ünbtlt önig l dm rschin W tnurbt le fit it urj Rauti- ito« näd)- iftwij n jK- . N 'N llu- ben.- nberen ieitififc s ii |t will- ne P> hreitn eM en |ip or u 15 d* ;al|n llenP lolSt^ inbe !* tndtifl erleten1 N iinb et1 aenbli-- oöV ill ®l: rbÖ«‘ vfga^ et*: ul«" kV ; e|ä^ I uek. von jH* Der deutsche Sieg in Narvik. Abzug der alliierten Land-, See- und Luststreitkräfte. — Oie Norweger stellen die Feindseligkeiten ein. 4 Erfolgreiche Krönung eines heldenhaften Widerstandes. Aührerhauptquartier. 10.Juni. (DNB. Zunkspruch.)^ Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der heldenhafte Widerstand, den die Kampfgruppe b« Generalleutnants Dietl feit vielen Wochen ver- ilnfamt unter dech schwersten Bedingungen in 71 a t. »ik gegen eine überwältigende feindliche Ueber- nachl geleistet hat, erhielt heute fe^pe Krönung durch -en vollen Sieg! Oslmärkische Gebirgstruppen, Teile der Luftwaffe sowie der Besatzungen unserer Zerstörer haben in zwei Monate lang andauernden LLmpfen einen Beweis ruhmvollen Soldatentums für alle Zeiten gegeben. Durch ihr Heldentum wurden die alliierten Land-. See - und Luft- Ilrei'tkräfte gezwungen, die Gebiete von 7arvik und har st ad zu räumen, lieber Narvik selbst weht endgültig die deutsche flagge. Die norwegischen Streitkräfte jaben in der Nacht vom 9. zum 10. Juni ebenfalls ihre Feindseligkeiten eingestellt. Die Kapttula- «ionsve^Handlungen sind im Gange. * Nie roirb das Heldenlied der deutschen Soldaten terklingen, die in Narvik gegen die ungeheure liebermacht der Feinde schließlich den Sieg davon- kugen. „Meine Gedanken", sagte im englischen Unterhaus am 9. Mai der englische Premierminister Binfton Churchill, „sind stets und immer aus flarvik fixiert. Dort ist anscheinend der Weg, der |n irgendeiner entscheidenden Wendung dieses Krieses fuhren kann." Don diesem nördlichsten Erzhafen irr Welt sollte gemäß den englischen Plänen ganz Norwegen wieder erobert, Schweden überflügelt inb aus dem Norden die Niederzwingung Deutsch- tnds erreicht werden. Der Brite schickte seine Kriegsflotte und seine Transporter nach Narvik, die fort beträchtliche Truppenmassen landeten. Die eng- l'chen Truppen waren für die Kämpfe in diesem tzebiet nördlich des Polarkreises wie Nordpolforscher tisgerüftet worden. Der englische Dersorgungsmini- |?r spielte den Londonern die Komödie vor, in der Ausrüstung dieser Expeditionstruppen vor ihnen zu »scheinen, um zu zeigen, wie England seine Schlach- In schlägt und mit welchem Material. Die besten fanzösrschen Gebirgstruppen, die Alpenjäger, ver- tnigten sich mit schottischen Hochländern, den Polen nb dem Rest der norwegischen Armee, um die lenigen deutschen Truppen zu bezwingen, die in rigebrochenem Mut und in stolzer Zuversicht auf fcn Führer den Kampf aufnahmen. hier, auf diesem weit vorgeschobenen Posten, mte sich der deutsche Soldat in seiner ganzen -roße. Die deutschen Gebirgsjäger, neben Ober- tatjern auch Ostmärker also, von denen noch taladier gehofft hatte, sie würden abfallen und die Jvrole der verkommenen Habsburger und der Plu- kraten befolgen, besiegelten hier ihre Treue zu -roßdeutschland und zum Führer mit unvergänglicher Tat. Sie hielten Narvik, die Stadt, bis sie mir ein Trümmerhaufen war. Sie setzten sich dann in dem öden und zerklüfteten Gebirge längs der Irzbahn nach Schweden fest und kämpften Schulter en Schulter mit den deutschen Matrosen, die dem ^rstörerverband des Kommodores Bonte angehört Bitten. Die Gebirgsjäger haben mit der deutschen Kriegsmarine und der deutschen Luftwaffe zusammen wie eine einzige Waffe gewirkt, um die Feinde jf schlagen. Feder Fußbreit des gebirgigen rodens wurde von ihnen auf das Erbittertste verteidigt und gehalten, immer neue Angriffe der an jchl und Ausrüstung mehrfach überlegenen Gegner suchen abgeschlagen', die gerade für den Gebirgsweg die besten Eigenschaften mitbrachten. Soldaten btr drei Wehrmachtteile bewiesen ihnen, daß sie in äniger Zusammenarbeit unwiderstehlich sind, daß and) jeder einzelne von ihnen selbst unter den un- Msügsten Bedingungen noch mit einer ganzen rhar von Gegnern fertig wird. Wenn dis neutrale Presse ihre namenlose Ueberraschung über die Ka- 8fulation der letzten norwegischen heeresreste und e feige Flucht der Engländer und Franzosen aus diesem Kampfgebiet schildert, wenn sie betont, die sindlichen Truppen seien doch den deutschen zahlen- mßig ungeheuer überlegen gewesen, dann ist der wrhmesglanz, der auf die tapferen Verteidiger Narviks füllt, nur um so strahlender. In Narvik starben endgültig Englands Ehre und Frankreichs Gloire. Wie die Tschechen, die Polen, dir Norweger, die Niederländer, die Belgier und Franzosen lediglich für Englands Inselbewohner flöpfert werden, wie der britische Tommy feige den Kriegsschauplatz verläßt, auf dem er keine billigen örrbeeren an sich reißen tann^as ist vielleicht das itrvorstechendste Merkmal der Geschichte des Zu- lammenbruches aller englischen Moral- und Ehr- plinzipien. Wie Benesch als Emiarant wirkungslos Proklamationen erließ, die geflüchteten Regie- nngen der Niederlande und Belgiens sich mühen, dir Reste zu sammeln, die im Feindeswirrwarr ver- sinken, um sie auf Befehl erneut in den sinnlosen Kempf zu treiben, so hat auch die geflüchtete nor- vegische „Regierung" versucht, durch ihren england- föfigen Außenminister Koht die militärische Kapi- iulation damit zu verbrämen, daß, sie die Fort- Iktung des Kampfes „an anderen Fronten" mkünoigte. Wenn Koht dabei von der „deutschen . Ilebermacht" zu sprechen wagte, bann zeigt schon diese Bemerkung seine erbärmliche Verlogenheit. Bit Deutschen haben unüberwindlich als Soldaten, woezwingbar durch die Gewalt der Uebermacht dei Feinde, den Gegner zum Rückzug veranlaßt. ftaroit war die heldenhafte Abwehr jedes ein- itlnen gegenüber einer ungeheuren feindlichen vermacht, Narvik bedeutete für die Gegner ein Programm, aber für die deutschen Gebirgsjäger, Nitrosen und Flieger bedeutete es mehr: die höchste Bewährung der Manneszucht und Tapferkeit, die Unuberwindlichkeit des Kameradengeistes, der sich tls unvergänglich und unnachahmlich erwiesen hat. Ser Name Narvik wird nie vergehen, so lange noch fir Deutscher von der Ehre und dem Ruhm deut- frr Helden sprechen kann. E. S. Flucht König Haakons und itr früheren norwegischen Negierung nach England. Kopenhagen, 10. Juni. (DNB.) Wie Reuter 1-d-t, ist König Haakon mit seinem (Befolge den Mitgliedern der früheren norwegischen Re- liernng am Montag in einem b r i t i s chen h f e n angekommen. Nach dem Verlassen des cegsschiffes bestiegen er und seür: T'^itcr Sonderzug, der mit unbekanntem Ziel abfuhr. Der Bahnhof war während dieser Zeit für das Publikum streng abgesperrt. Jede Annäherung an das Bahnhofsgebäude wurde durch Militär verhindert. Gedrückte Stimmung in London. Stockholm, 11. Juni. (Europapreß.) In zunehmendem Maße wird die englische Oeffentlichkeit auf die hoffnungslose militärische Lage im Westen vorbereitet. Ganz offen erklärte der Londoner Rundfunk am Montagabend, daß man die Lage nicht nur optimistisch beurteilen dürfe, im Gegenteil, es zeigten sich jetzt Schwierigkeiten für die Westmächte an bestimmten Punkten der französischen Linie, wo die deutsche Tankwaffe zu mörderischen Gewaltangriffen übergegangen fei. Es handele sich um die schwer- ften Kämpfe, die seit Beginn der großen deutschen Offensive ausgefochten worden seien. Der Rückzug der Franzosen wird nicht offen zugegeben, man stellt aber fest, daß es sich hier um eine „recht elastische Front" handele, womit man sagen will, daß es keine Verwunderung erregen dürfe, wenn die verbündeten Einheiten vor bex beutschen Angriffen weichen. „Nicht einmal währenb bes ganzen Weltkrieges war Frankreich so löblichen Gefahren ausgesetzt wie heute", schreibt ber militärische Sachverstänbige ber „Time s". Er beutet gleichzeitig an, baß bieBer - teibigung ber englischen Insel bas Hauptgesprächsthema ber morgigen Geheimsitzung des Unterhauses bilden werde. Nach Ansicht ber schwebischen Presse werben Churchill unb Eben Erklärungen zur militärischen Lage abgeben, woran sich eine lebhafte Debatte schließen bürste. Die Aeuße- rungen ber „Times" werben in Lonbon bahingehenb aufgefaßt, baß man bie militärische Situation — insbesondere nach dem Zusammenbruch in Norwegen — für weitaus ernfter halte, als Presse unb Funk bisher haben erkennen lassen. planmäßiger und erfolgreicher Fortgang der Operationen in Frankreich. Führerhauptquartler, 10. Juni (DRV. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere auf einer Breite von rund 350 Kilometer eingeleiteten Operationen nehmen in Richtung auf die untere Seine und Warne sowie in der Champagne den geplanten und erwarteten Verlauf. Große Erfolge sind schon errungen, größere bahnen sich an. Alle feindlichen Gegenstöße, auch dort, wo sie mit Panzerkampfwagen unternommen wurden, sind gescheitert. An mehreren Stellen ist der Kampf in Verfolgung übergegangen. Deutsche Fliegerverbande aller Waffen unterstützten das Vorgehen des Heeres mit starken Kräften am Unterlauf der Seine und in der Champagne. Um Reims wurden Stabsquartiere, Barackenlager, Truppenansammlungen, Feldstellungen, Befestigungen, Batterien und Warschkolonnen, an der unteren Seine Verkehrsanlagen, Straßen sowie rückläufige Truppenbewegungen mit großem Erfolg angegriffen. Die Hafen- und Kaianlagen von Cherbourg und Le Havre wurden mit Bomben aller Kaliber belegt und Schiffe in diesen Häfen, sowie auf der unteren Seine getroffen, zahlreiche durch Bombentreffer beschädigt, ein Transporter von 5000Como Bergamo! * Cantu • \ • Seregno Orange • Sault* i Cdrpentras Nr. 156 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (Seneral-Anzetgrr für Oberheften) Dienstag. U. Zum 1940 Vier Blickpunkte im Miitetmeer. Geschichte, Geographie und Wirtschaft. Das Mittelmeerproblem, das lange latent schwebte, ist jetzt blitzartig in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Vor allem kehren die vier Begriffe Gibraltar — Korsika — Tunis unb Suez immer wieder, wobei die drei letztgenannten allein italienische Forderung sind (hier kommen Nizza, Malta u. a. hinzu), während der Felsen Gibraltar für Rom und Madrid ein gemeinsames Interessengebiet bedeutet. An dieser Stelle sei nicht die politische Seite der Angelegenheit einer Prüfung unterzogen, sondern nur die geographische und wirtschaftliche, sowie die geschichtliche Entwicklung, soweit sie zwangsläufig dazugehört. Gibraltar. Gibraltar ist eine 4,9 qkm große felsige Halbinsel cn der Südspitze der Pyrenäen, deren Ausläufer sich bis zu 425 Meter über bim Meeresspiegel em- vorreckt. Die eigentliche Stabt Gibraltar liegt auf [er Westseite ber Halbinsel, in Terrassen bis zu ktwa 80 Meter Höhe ansteigend, mit runb 21000 Bewohnern, vorwiegend Militär. Im Narben schroff lndigenb unb auch im Osten steil, fast senkrecht zum Meere abstürzenb, ziehen sich von ber Sübspitze ies Berges sehr starke Befestigungen am West- aum entlang unb enbigen in Den Felsengalerien m Norben. Der Hafen, ebenfalls auf ber geschütz- en Westseite gelegen, besteht aus bem knapp qkm großen, von künstlichen Molen eingesäumten triegshafen unb bem anschließenben Hanbelshafen. >ier ist im Frieben ein außerorbentlich starker )urchgangsverkehr; nicht selten laufen 4000 bis 000 Schiffe im Jahr mit einer Tonnage von über Millionen Bruttoregistertonnen ben Hafen an. )er Kriegshafen, in bem wir Dockanlagen, Kohlen- nb Oellager finben, ist allein ber britischen Flotte orbehalten. Mit dem eigentlichen spanischen Festmd ist Gibraltar durch eine 1 Kilometer breite, mdige Landzunge verbunden, auf der ein 500 Reter breiter, neutraler Streifen die Grenze be= eichnet. Nördlich davon liegt die kleine spanische ■>tabt Linea be la Conception. Im Jahre 711 gründete auf der Halbinsel der rrabrsche Feldherr Tarik eine Festung, die er — tbenfo wie ben Berg — Dschebel el Tarik nannte. Im Jahre 1462 wurde diese ben Mauren von den Spaniern entrissen, welche den Platz bis 1704 zu alten vermochten. Damals eroberten eine englische ^lotteneinheit und ein Landungskorps, zu dem auch Hannoveraner gehörten, die Festung, die seither im ritischen Besitz war. Später ist sie wiederholt, aber ergeblich, von Spaniern und Franzosen angegrif- n worden, zuletzt in den Napoleonischen Kriegen, öirtschaftlich hat Gibraltar keinerlei Deutung, außer ben als Handelshafen und Umschlagsplatz. Das eiße Klima läßt eine subtropische Vegetation ge- eihen. Politisch geht es üm die leicht erkennbare Tatsache, daß, wer Gibraltar beherrscht, den einen kchlüssel zum Mittelmeer in Händen hält. Korsika. Die Insel Korsika, die 8720 Quadratkilometer roß ist und etwa 300 000 Einwohner zählt, gehört olitisch noch zu Frankreich, aber geographisch und hnographisch unzweifelhaft zum römischen Jm- erium, von dem es durch ein 100 Kilometer breites, chr flaches Meer und den Toskanischen Archipel ?trennt ist, während Frankreich etwa 200 Kilo- leter weit von Korsika liegt und dieser Meeresteil s zu 2500 Meter Tiefe ab fällt. Die benachbarte lalienische Insel Sardinien — im Süden — liegt cgar auf 15 Kilometer an Korsika heran. Die um- trittene Insel ist etwa 185 Kilometer lang und an rer breitesten Stelle 85 Kilometer breit, das Land ' durchweg schwer zugängliches, teilweise bewal- ftes Hochgebirgsmassiv mit Erhebungen bis zu 2700 Meter. Während die Berge zum Westufer ab- fcllen, ist die Ostküste flach und sumpfig. In diesen bferen Lagen Korsikas findet sich eine üppige subtropische Vegetation, vor allem Früchte, Kastanien UiD Oelbäume. Auf den Hochflächen ist gutes Weide- lonb, so daß Viehzucht der wichtigste Erwerbszweig d-s Landes ist. Während Industrie fast völlig fehlt, blüht die Küsten- und Hochseefischerei; die Haupt- hifen und Kustenplätze sind der Golf von St. Flo- kknt, Calvi, Galeria, Porto, Sagone, Ajaccio (Geburtsort Napoleon Bonapartes) und Dalinco. tie Bewohner des Landes sind Korsen; während Ire Sprache ein italienischer Dialekt ist, blieb die Amtssprache bis heute französisch. Die Insel hat ein sehr wechselvolles Schicksal hin- ter sich. Sie kam im Jahre 1300 zu Genua. Im 8:hre 1768 verkaufte die genuesische Republik sie in das verbündete Frankreich; während der franzö- st'chen Revolution kam sie vorübergehend in eng« llchen (!) Besitz, doch wurden die Engländer 1796 Den den Franzosen dort wieder vertrieben. Außer Bonaparte ist der Volksheld Paoli in die - Beschichte eingegangen, der sich 1768 dem Verkauf btr Insel widersetzte, 1769 fliehen mußte, aber dmn 1793 mit Hilfe Englands die Besitzer wieder ju vertreiben suchte. Im übrigen haben Korsika urd Italien nie ausgehört, ihre Zusammengehorig- tet zu betonen, was schon aus der Tatsache hervor- zcht, daß die Bewohner in Sprache und Lebensart zur Apennin-Halbinsel hinneigen, Tunis. Tunis ist mit rund 202 500 Einwohnern die Hauptstadt des derzeitigen französischen Schutz- itentes Tunesien; von den 87 000 Einwohnern sind mit über die Hälfte Italiener, der Rest Franzosen, Malteser und Europäer. Der künstlich angelegte Binnenhafen ist durch einen 10 Kilometer langen Lnial mit dem Mittelmeßr verbunden. Das gesamte bczutzgebiet, das im Norden und Osten vom Meere, ui Westen von Algier, im Süden von der Sahara Tripolitanien begrenzt wird, ist 125130 qkm §rrß und hat etwa 2,5 Millionen Einwohner, auch itir vorwiegend Italiener unter den Europäern. Sin Grundstock der Eingeborenen bilden die Ber- le\ Wirtschaftlich bildet Landwirtschaft die Grund- lije, wobei Ackerbau etwa ein Drittel der Boden- Iloche einnimmt. Weizen, Gerste und Hafer sind ‘h Hautpanbausorten, daneben gibt es riesige Obst« Anlagen und Oelbaumpflanzungen, die etwa lahr- l'd Million Hektoliter Oel liefern. Die Emge- (o- enen im Innern widmen sich daneben der Vreh- icht; schließlich sind Bergbau, Korkgewinnung, Livsphat-, Zink-, Blei- und Eisenerzlager und 'Mben in dem gebirgigen Nord- und Mitteltune- !ei zu nennen. Wie überall an der Mittelmeerkuste findet man auch hier Fischerei und Verarbeitung von Thunfischen, Sardinen, Anchovis und Langusten; unter der heimischen Industrie sind die Teppichknüpfereien weltbekannt. Schließlich sind Land und Städte viel von Fremden besucht, vorwiegend Europäern. Neben Tunis sind Sfax (40 000 Einwohner), Sousse (25 000 Einwohner) und der Kriegshafen Bizerta (23 000 Einwohner) zu nennen. Schon in Verbindung mit Karthago wird das Land genannt. Schließlich unterwarfen es die Araber. Seit 1575 stand Tunesien unter türkischer Hoheit, die es durch Beis regieren ließ. Mit der Besetzung Algeriens durch die Franzosen (1830) erhielt das Gebiet höhere Bedeutung. 1881 benutzte Paris einige Grenzkonflikte dazu, das gesamte Land militärisch zu erobern. Seitdem führen die eingeborenen Beis ein Schattendasein neben dem französischen Generalresidenten. Italiens Anspruch gründet sich vor allem auf das nicht zu leugnende überwiegende Element der Söhne des Imperiums, das sich geburtenmäßig, wie auch durch Einwanderung von Jahr zu Jahr vergrößert hat, während sich die Zahl der französischen Europäer verkleinerte. Eue,. Mit Suez, der ägyptischen Hafenstadt am Roten Meer und dem südlichen Ausgang des Suezkanals, hat man den Schlüssel zum östlichen Mittelmeer, wie auch zum Roten Meer in Händen. Die Stadt zählt rund 40 000 Einwohner. Die eigentliche Altstadt und der Hasen sind durch einen langen Steindamm miteinander verbunden. Der 171 Kilometer lange, 1869 gebaute und schleusenlose Suezkanal, der die gleichnamige Landenge durchschneidet, führt von Port Said am Mittelmeer teils durch künstlichen Weg, teil durch natürliche Seen bis zur Stadt Suez. Der Tiefgang des Kanals beträgt rund 13 Meter, die Breite 120 Meter. Auf die wirtschaftliche und politische Bedeutung dieses Seeweges, Der die Reise um Afrika teilweise auf die Hälfte und mehr verringert, ist in den letzten Monaten mehrfach hingewiesen worden. Weit über 5000 Schiffe jährlich passieren den Kanal in beiden Richtungen; die Einnahmen der französisch-britischen Kanalgesellschaft sind derart, daß schon im Jahre 1927 über 440 v. H. Dividende ausgezahlt wurden. Vor allem gegen diese echt plutokratische Einrichtung haben die Italiener wiederholt, bisher erfolglos, Sturm gelaufen, da sie — ebenso wie Deutschland und andere Nationen — den Wasserweg als eine Einrichtung zum Wohle aller Nationen ansehen, und nicht als Hilfsmittel dazu, daß sich einige wenige Kapitalisten und die plutokratischen Regierungen Englands und Frankreichs auf Kosten aller ihre Taschen füllen. Das Meer mit den englischen Toren. Bukarest Madrid SPANIEN Ankara URKEI WfRN PALÄSTINA TMNi 'Alexandrien • ÄGYPTEN i«w Belgrad k JUGOSLAWIEN, E=POR TUCAl/ .!• r Lissabon J j&KANtS ■ ITAI- ==^.0 MALTA-------— IUIGARIEN 1 Sofia ITALIEN Rohr ■;-w. s Die Oberbefehlshaber der beiden italienischen Heeresgruppen Kronprinz Umberty (links,) und Marschall G r a z i a n i (rechts), — (Scherl-Bilderdiensts ----——' Die Erbschaft Talleyraabs. Bon Professor Or. Hans Meyersahni-Kiel. Das Bündnis Der plutokratischen Westmächte, gegen Das Deutschland jetzt kämpfen muß, geht zurück auf Die Spannungen zwischen Den Mächten währenD Der DerhanDlungen a u f Dem Wiener Kongreß. Nachdem Paris am 30. März 1814 kapituliert und Napoleon am 6. April 1814 abge« Dankt hatte, versammelten sich Die Mächte Europas im Herbst 1814 in Wien, um Europa neu zu orDnen unD Deutschland) eine neue Verfassung zu geben. Die Aufgabe war ungeheuer schwer. Da unter Den furchtbaren Erschütterungen Der letzten Jahre alte politische GebilDe zerschlagen waren, unD anderer« feits Die oerbünDeten Siegermächte unter s i ch nickt einig waren. Schon bei Der Regelung Der Verhältnisse Deutschlands platzten Die Gegensätze scharf aufeinanDer. Die deutschen Patrioten wünschten ein einiges, starkes Deutschland mit einem Kaiser an der Spitze. England und Frankreich wünschten ein schwaches Deutschland, und Metternich, der ßeiter Des Kongresses, war gegen ein einiges DeutschlanD und gegen ein starkes Preußen. Er wünschte ein von Oesterreich beherrschtes Europa. Dann war besonders schwierig die sächsisch-polnische Frage. Der König von Sachsen war bis zuletzt bei Napoleon geblieben und hatte dadurch seine Krone verwirkt. Darum verlangte Preußen als Ersatz für feine verlorenen Gebiete ganz Sachsen für sich. Damit war Metternich Die tägliche, richtige Zahnpflege mutz für jeden genau fo selbstverständlich werden wie das regelmätzige Händewaschen? CHLORO DO NT nicht einverstanden, da hierdurch Preußen zu mächtig geworden wäre. Auch England war gegen Den preußischen Plan. Nur Rußland ftanD auf Preußens Seite. ßeiDer war Der klügste und gewandteste Diplomat auf dem Wiener Kongresse der Vertreter Des besiegten Frankreichs, Talleyrand. Dieser Mann, ber früher Den Bourbonen gebient hatte, Dann Der Revolution, dann Napoleon und jetzt wieder Den Bourbonen, fühlte sich als Angehöriger eines uralten adeligen Hauses hingezogen zu Den alten Mächten Oesterreich unD England. Preußen und Rußland waren ihm unsympathisch. In einer Instruktion vom September 1814 sagt Talleyrand über Preußen: „Die größte Gefahr droht der deutschen Freiheit von der Herrschsucht Preußens. Jeder Vorwand ist Dem Ehrgeiz dieses Staates recht, keine Gewissensbedenken halten ihn auf. Geben wir ihm erst die versprochenen zehn Millionen Seelen, so wird er bald ihrer 20 haben und ganz Deutschland ihm unterworfen sein. Darum muß sein Besitzstand in Deutschland beschränkt, sein Einfluß auf die deutschen Staaten im Zaume gehalten werden." Mit dem scharfen Blick des Erbfeindes hat Talleyrand Preußens Mission erkannt und sucht daher Preußens Pläne zu bekämpfen. Für Deutschlands nationale Entwicklung konnte ein solcher Mann auf dem Kongreß gefährlich werden. Und infolge seiner großen diplomatischen Fähigkeiten gewann Talleyrand, obwohl er Vertreter Des besiegten Frankreichs war, auf die Ver- , Handlung Des Kongresses maßgebenden Einfluß. Er erkannte fofort^nit Scharfblick, daß Die sächsische Frage ein Mittel bot, um Die Koalition Der Siegermächte zu sprengen. Sachsen mußte in seinem alten Umfang erhalten bleiben, damit Preußen nicht zu mächtig wurde. Es gelang Talleyrand, Die Spannung zwischen den Mächten in Der sächsischen Frage soweit zu seinen Zwecken auszunutzen, Daß am 3. Januar 1815 ein geheimes Bündnis zwischen Oesterreich, England und Frankreich abgeschlossen wurde gegen Preußen und Rußland. Die drei Mächte wollten sich gegenseitig mit 150 000 Mann unterstützen, falls eine von ihnen angegriffen oder bedroht würde. Das Ziel Des Bündnisses war angeblich, die Besttmmungen des Pariser Friedens durchzuführen. Nach Talleyrands Absicht sollte der Bund dazu dienen, um Preußen von feiner neu errungenen Großmachtstellung herabzustürzen. Aber im Grunde wollten weder England noch Oesterreich Krieg führen. Unb auch Preußen sah ein, daß es wegen Der sächsischen Frage keinen neuen Krieg führen könne. So kam es zu einer Verständigung; Sachsen wurde geteilt, Der nördliche Teil kam zu Preußen, Den Rest behielt der König von Sachsen. Und von Polen erhielt Preußen, außer Danzig und Westpreußen, Das Gebiet bis zur Prosna. Aber der Vertrag vom 3. Januar 1815 hat weitgehende Folgen gehabt: Durch ihn wurde damals Frankreich wieder eingeführt in die europäische Staatengemeinschaft und der unheilvolle Bund Der West möchte begründet, der seitdem mit geringen Unterbrechungen fortbesteht unD Das Schicksal Europas, besonders Das Schicksal, Deutschlands, in Der schlimmsten Weise beeinflußt hat. Dieser Bund hat im Weltkriege Deutschland niebergerungen, durch Das Diktat von Versailles Deutschland auf Die Dauer knebeln wollen und jetzt wieder Deutschland in einen furchtbaren Krieg hineingezogen. Bei einer künftigen Neuordnung Europas, die dauernd Bestand haben soll und den Forderungen der Gerechtigkeit entspricht, muß daher Der Einfluß Der West- machte völlig ausgeschaltet werden. Das ist das Ziel, um Das in diesem Kriege gekämpft wird. U=23oofe. Mit 129 fertigen und zum größten Teil modernsten U-Booten stellt Italien eine U-Bootsmucht von gewaltiger Stärke dar, Die für jede Seemacht einen äußerst gefährlichen Gegner bildet. Diese U-Boots- flotte ist auch Den englisch-französischen U-Bootsi flotten im Mittelmeer überlegen. Weitere Einheiten. An Minensuchern und Minenlegern, sowie weiteren kleinen Kriegsschiffen, besonders aber an Torpedomotorbooten besitzt Italien eine große Anzahl. Alle diese Schiffe sind gut ausgerüstet und stellen in ihrer Art gesechtskräftige Fahrzeuge Dar. ik L Sa' IF Anna Müller. * * * * * * * ein !N. küble Mag 'ntafl rbo i -Ich 24.53 Uhr. — Man ist gebliebene Menschen, fam mar ich stets am schönsten frei, ganze Süßigkeit, die nur folgsam, wenn man einmal versi und gläubige Hin- Befolgung der Gesetze des inneren Le und reife Stille des sie zu ergeben. Äusbrechertum hat i sonst junge Mädchen ihres Alters tun oder tun Iuii|i junge yjtuuajen ujcet» zuietb tun uuet iuu . könnten, was die Eltern nicht gerade au wissen l8SJort brauchten. Die hübsche kleine fiifa gerät also prompt u in einige peinliche Situationen und muh gar einen Autounfall im Wagen eines als leichtfertig begann«||ßL^ in * * iirfi ben eiben ben. lumon im 3r Mtom iben ! rben । Hütte !tr al Üöit Astadt, den....... Hindenburgstraße 12,1. " Ql pn ß SS®. Ni 'Sa MARYLO ein feststehender Begriff erfolgreicher Kosmetik Jtit Hi * u iigeorl * 2>au on ß, H»n M ch de w hient iNt ! pip pntel p 8[ n W. Ziehen ititen. 5 trjetag »nbiflh ten. D l den -Sie Mt A V «Ües M. * * * *_* Spendet Schallplatte« für unsere Soldaten! Zur Freizeitbetreuung unserer Soldaten besteht ein dringender Bedarf an Schallplatten. Das Oberkommando der Wehrmacht wendet sich daher an alle Volksgenossen, Schauplatten zu sammeln und Oer Feldpostbrief, der ihn nie erreichte. Fünf Punkte zur genauesten Beachtung. Tageskalender für Dienstag. Wehrwissenschaftlicher Vortrag der Ludwigs-Universität: 20 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Professor Dr. Scharrer über „Ausgaben der Agrikulturchemie für die Ernährungssicherung". — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Zwei im Busch". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Meine Tochter tut das nicht"; 14.45 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung „Die gewaltigste Schlacht aller Zeiten".. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die goldene Peitsche". Sommerspielzeit im Stadlthealer Gießen. Arn heutigen Dienstag eröffnet das Stadttheater Gießen feine Sommerspielzeit. Es wird zum ersten- mal das Lustspiel „Zwei im Busch" von Axel Soers gegeben. Spielleitung: Hansjoachim Büttner (Berlin) a. G. Mitwirkende: Hannelore Hinkel (Berlin) a. G.; Hans Caninenbera, Walter Erler, Gert Geiger. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung gilt zugleich als Nachholung der ausgefallenen 31. Vorstellung der Wenn du schreibst einen Brief ins Feld, der stets die richtige Zahl erhält, bann kannst du ziemlich sicher sein, daß er beim Mann bald trudelt ein! großes Geschimpfe. Die Vorgesetzten überzeugen sich ja auch davon, daß die richtige Feldpostnummer sitzt, sie tun es nicht einmal, sie tun es immer wieder. Nur so kann der Zahlenteufel ausgetrieben werden. Wenn diese fünf Punkte sorgfältig beachtet werden, erreichen die Feldpostfendungen sicher ihr Ziel, dann wird die Zahl der „Briefe, die ihn nicht erreichten" verschwindend gering sein, und man wird nicht mehr über eine „Bummelei der Post" schimpfen, wenn man selbst bummelig war ober gar großer Sünder. »Meine Tochter tut VoS nicht!" Der neue Film im Gloria-Palast, der von schöner menschlicher Wärme und von einer feinen Heiterkeit erfüllt ist, erzählt kurzweilig die GeAicktt einer kleinen Familie, in der Vater und Mutter dem 18jährigen Töchterchen allerlei Freiheiten gewähren, wobei aber das Töchterchen — nicht ohne Schuld der Mama — in die Gefahr gerät, diese bewilligten Freiheiten gründlich mihAuverstehen. Der Papa seinerseits glaubt in seiner Vertrauensseligkeit, daß seine Tochter das alles nicht tue, was ten jungen Mannes erleben, gerade in einem | Augenblick, da sie diesen Unfall am allerwenigsten gebrauchen kann. Ein verbundener Arm und bi Btur, lperch l« JUB iir Wehrmacht zur Verfügung zu stellen. Auch |gon vollkommen abgespielte oder beschädigte Platin werden gern angenommen, da sie zur Her- ftllung neuer Platten verwendet werden können. $te Sammelstelle des OKW. ist die Reichsanstalt Kr Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, Zerlin W 62, Kleiststraße 10/12, wohin die Platten zu senden sind. ^louleistungsschreibm der Stenographen. Der Gauverband Hessen der Deutschen Steno- giafenschaft, der in Darmstadt seinen Sitz hat, hat einem Gauleistungsschreiben aufgerufen, das H-ide Juni ausgetragen werden soll. Es soll nicht in eher zentralen Veranstaltung durchgeführt werden, ftndern je nachdem orts- oder treisweise stattfinden. g.i den unteren Abteilungen ist mit dem Schnellsäreiben auch ein Schön- und Richtigschreiben oer- bunten. Gießen-Klein-Linden. Tine Geldsammlung der Schüler der oberen Klas- sei unserer Volksschule für das deutsche Jugend- hrrbergswerk ergab den stattlichen Betrag von 69,70 RM. Von diesem Betrag fließen 10 v. H. btt Schule zur Erweiterung der Schülerbückerei ji. — In den letzten Wochen wurden am hiesigen kchwimmbad weitere Verbesserungen vorgenom- m?n. Der Eingang wurde mit Platten belegt und eh Fußgängersteig zur Straße an der Pfingst- aride errichtet. Der Besuch des Bades ist außer« «deutlich stark. Am letzten Sonntag besuchten 590 |erfonen das Schwimmbad. Ein Wort an die Hausfrauen. NSG. Führende Männer des Reiches haben in 8 ort und Schrift immer wieder betont, daß die Emährungslage des deutschen Volkes in der gegen- »artigen Zeit durchaus sichergestellt ist. Suchender Hausfrau ist es nun, aus den zur Verfügung stehenden Lebensmitteln den höchsten Nährwert für die Familie herauszuholen. In diesem Zusammenhang spielt der Brotverzehr eine entscheidende Rolle. Zu etwa 40 v. H. soll der Mensch seinen täglichen Nahrungsbedarf durch Brot decken. Ob alt ober jung, reich ober arm, jeber ißt täglich mehrmals Brot. Es ist baher nicht ohne Bebeutung, ob biefes Nahrungsmittel vollwertig ober entwertet ist. Die Hausfrau wirb bas größte Interesse baran haben, ihren Familienangehörigen ein vollwertiges Nahrungsmittel auf Den Tisch zu bringen. Im Verein mit allein in Betracht kommenben Dienststellen ber Partei, bes Staates und der Wirtschaft ist die deutsche Aerzteschaft darum besorgt, daß dieses vollwertige Nahrungsmittel in Form eines einwandfreien Vollkornbrotes der deutschen Hausfrau zur Verfügung gestellt wird. Pflicht der Hausfrau ist es nun, dieses Pollkornbrot ihren Familienangehörigen zu jeder in Frage kommenden Mahlzeit barzureichen. Es ergeht aus biesem Grunbe an alle Hausfrauen ber Ruf: Eßt Vollkornbrot! Gießener Dochenmarktprelse. * Gießen, 11. Juni. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, bas Stück 6 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., Wirsing, kg 25 Rpf., gelbe Rüben, bas Bunb 35 bis 45, Spinat, % kg 8 bis 12, Römischtohl 12 bis 15, Spargel 30 bis 60, Tomaten 55, Zwiebeln 17, Meerrettich 70, Rhabarber 10 bis 13, Kirschen 60 bis 85, Stachelbeeren (unreif) 31, Erdbeeren 65, Blumenkohl, das Stück 50 Rpf. bis 1 RM., Salat 10 bis 15 Rpf., Salatgurken 60 bis 70, Oberkohlrabi 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Radieschen, bas Bund 10 bis 12 Rpf. Unsere Vellore „Die Scholle" erscheint in dieser Woche erst am kommenden Donnerstag. ken. Zur Verwendung bes Reingewinns würbe be. chlossen, baß 131,04 RM. ber Betriebsrücklage unb der Rest von 300 RM. bem Kriegshilfswerk für bas Deutsche Rote Kreuz zugeführt werden sollen. Vorstand, Aufsichtsrat unb Rechner wurden einstimmig entlastet. Die satzungsgemäß ausscheiden- len Vorstandsmitglieder E. De sch (Röthges), H. L o tz (Nieder-Bessinaen), Gg. Krauß III. (Wetterfeld), sowie die ausscheidenoen Aufsichtsratsmitglieder H. G o n t r u m (Münster), H. Seid (Lauter) und H. Kröll (Ruppertsburg) wurden wiedergewählt. Aus dem erweiterten Einzugsae- biet wurden Ed. Mölcher (Freienseen), Ehr. Röder (Laubach), L. Großhaus (Grünberg) in den Aussichtsrat und K. N öll.(Freienseen), Ehr. Frank (Laubach), K. Werner (Grünberg) und K. Trinkaus (Grünberg) in den Vorstand ausgenommen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach Dr. Dienst (Grünberg) über „Fütterung und Futteranbau^ mit dem Ziele der Steigerung der Milcherzeugung. Der Leiter der Nebenstelle Gießen des Milchwirtschaftsverbandes, Weber (Gießen), gab wertvolle Anregungen durch Mitteilungen über die Tätigkeit des Milchleistungs- Ausschusses bei der Molkerei Wetterseld. Landkreis Gießen. $ Steinbach, 11. Juni. Der Freiwillige Otto 5) aas bei einer Fliegerabteilung, Sohn des Heinrich Haas I., Weißbinder, dahier, wurde bei den Kämpfen iin Westen mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Tödlicher Sturz au« dem Fenster. * Marburg, 11.Juni. Aus einem Fenster im zweiten Stockwerk eines Hauses am Mar- bacher Weg stürzte eine 80fübrige Frau auf die Straße und erlitt dabei so schwere Verletzungen, baß sie bald nach dem Unfall verstarb. Entenmast neben Schweinemästerei. Lpb. 2) armftabt, 10. Juni. In Darmstadt, wo seinerzeit die erste Schweinemästerei des Ernährungshilfswerks errichtet wurde, hat man jetzt auch die ersten Versuche damit unternommen, an die Schweinemästerei eine Entenzucht anzugliedern. Die Enten ernähren sich van den Abfällen, die von den Schweinen nicht gefressen werden. Die Aufzucht ist also mit keinen Futterun- kosten verbunden unb dient der restlosen Auswertung der anfallenden Küchenabfälle der Haushal- tungen. In der Darmstädter EHW.-Mästerei werden bereits nahezu 1500 Enten gezogen, für die selbstverständlich entsprechende Stallungen mit einfachen Mitteln errichtet werden muhten. Zuchthaus für Diebstähle im Amt. LPD. Frankfurt a. M., 10. Juni. Der 26jäh- rige Karl Jung stahl in einer Postverteilungsstelle verschiedene Päckchen. Außerdem entwendete er aus bem Mantel eines Kollegen ein Postspar - buch, bas über 60 RM. lautete. Er hob 55 RM. ab und fälschte die Eintragungen in bem Sparbuch, so baß es ben Anschein hatte, als seien noch 120 RM. eingezahlt. Als er roieber Gelb abheben wollte, wurde der Schwindel gemerkt. Der Betrüger, ber seine Amtsstellung mißbrauchte unb unter Ausnutzung des Kriegszustandes handelte, wurde vom Sondergericht Frankfurt zu zwei Jahren Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. öJ.-fport Aus der engeren Heimat NSG. .us- S. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) .,So. Na, wie Sie wollen. Wie geht es zu a Kriegsgefangeneneinsatz auch am Sonntag. Ueber die Einhaltung ber Sonntagsruhe im Landvolk keine Meinungsverschieden- Hiiufen bei ber Heuernte beschäftigt. Der Mann stand tuf bem Erntewagen und lud das Heu, als die Verde, durch die Fliegenplage unruhig geworden, »Gut, danke." »Das macht der Fang?" Dies war immer die Stiche Frage an der Küste. Huith hatte sie längst gelernt. itit, auf die Geräusche der Niethämmer unb der Itbeit zu hören. Das Mädchen störte ihn. Er mußte rV* von eg Lisa -,6ie werden frieren", sagte er, aber sie schütze den Kopf. „Ich bleibe jmmer oben", erklärte sie, „brunten bafür eingesetzt, daß ber Männerturnvereins-Sport« platz am Heegstrauchweg einen immer weiteren A jen Lht. stehenl g W die heuti, rglich uii] r mehren Beispiel! ! Möplich- liche N' u \W nb Matt' Seiten 0* nicht ch gerät, M stehens rauens^' ■J* t J Keine Spur von Hauck Aoman von Lharlotte Kaufmann. man bit feuchte- ser M, tstehech uns, bie : schützen MhÜllMj gut- ob» e Butter, stehende« bann ist er Butt« befonbm Meiste«! die Aer> ren hch h die in i empseh : einleg» b in bm Pol i"' tit (W9 i »iueu Zu goren, uas ’jji Ar Ao" -d mit ihr unterhalten. M3 — bau erfährt. Der Platz, ber in seiner bisherigen Form nicht mehr den Anforderungen entsprach, wurde erheblich verbessert. Zunächst wurde die Bodenbeschaffenhell verbessert. Diele Fuhren Mutterboden wurden aufgebracht. Geländss, bas bisher nicht genutzt werden konnte, weil es tiefer lag, wurde aufgefüllt unb bamit ber Platz vergrößert. Die Rasenflächen würben neu angesät und man ist bemüht, eine schöne gleichmäßige Rasendecke zu erreichen. Die Aschenbahn ist auf bie vorgeschriebene Länge gebracht worden. Allerdings bedarf sie noch der feinen Aschen- oder Erdschicht, mit der Aschenbahnen versehen sein müssen, wenn sie ihren Zweck voll erfüllen sollen. Gegenwärtig wird eine Anlage für das Basketballspiel geschaffen. In mühevoller Kleinarbeit wurden aber auch die baulichen Anlagen des Platzes erweitert, verbessert, erneuert. So entstand eine große und luftige Auskleidehalle für Männer, in ber zahlreiche Turner und Sportler sich umziehen und ihre Kleider aufbewahren können. Für Mädchen ist ebenfalls ein ausreichend großer Raum vorhanden. Ein Geräteschuppen ist ebenfalls vorhanden. Auch für die notwendigen sanitären Anlagen ist gesorgt. Eine weite Verschönerung hat auch das Ehrenmal gefunden. Die schweren Steinsockel mit den Ketten vor dem Ehrenmal wurden entfernt und dafür ein plattenbelegter Platz geschaffen, ber in buntem Stein das alte Turnerzeichen trägt. Der ganze Platz ist völlig neu eingefriedigt worden. Ueberall wurden Weißdornhecken angepflanzt, die wenn sie sich weiter entwickelt haben, der Platzanlage zu einer geschlossenen Wirkung verhelfen werden. Der Eingang ist auch neu hergerichtet worden, ein massives Kassahäuschen wurde ebenfalls erstellt. Für Räder ist ein besonderer Aufstellungs- Ztalienrundfahrt abgeschlossen. Die Jtalien-Radrundfahrt, bie in 20 Teilstrecken über 3557 Kilometer führte, würbe von bem zwanzigjährigen Italiener Coppi vor seinen Landsleuten Motto, Cottur unb Vicini gewonnen. Auf ber letzten Teilstrecke von Verona nach Mailand (180 Kilometer) siegte ber Italiener Leoni. 47 Fahrer beendeten die schwere Prüfung. f Mtv.-Sportpiah im weiteren Ausbau. In unermüdlicher und opferbereiter Arbeit hat der Vereinsführer Karl Müller vom Mtv. sich ei Lichtern der Stadt gesehen, nach den bläulichen flimmen ber Schweißapparate, die aus ben Docks noch immer. Ihre Augen glänzten. Ein frember Blick war barin. Huith steckte seine Hänbe in bie Taschen und schob das Kinn trotzig vor. Kurz drehte er um und ging hinter bem HaUs in den weichen Sand hinein bis hinunter ans Meer. Seine Schuhe zertraten leise knisternd Miesmuscheln, die die Herbststürme und die Wintersee ans Land gespült hatten. Hierher drang nichts mehr von dem Licht der Stube. Es war stille, einsame Nacht. Er hatte mit einemmal den drängenden Wunsch, einen Ringkampf auszufechten mit der unsichtbaren Macht, die ihn an diesem Abend hier stehen hieß mit einer häßlichen Enttäuschung in seinem jungen Herzen. Er lachte einmal auf. Leise, kurz. Sie war nicht allein! Dann starrte er wieder voraus. In seinen Ohren war das eintönige Brausen der Wellen, stark und allgewaltig in der lichtlosen Nacht. Das Brausen schien ihn aufzuheben und weit fortzutragen. Er begriff dabei, daß nichts in seinem Leben weiter von ihm entfernt war als die junge Frau in dem strohgedeckten Bauernhaus hinter ihm. Nie würde er sie in feinen Armen halten, mochte ihr Schicksal auch sein, wie es wollte. Mochte ihr Mann zurückkehren oder nicht. Er, ber Lehrer von Dörup, Karsten Huith, neununbzwanzig Jahre alt, würde sie nie in seinem Leben küssen dürfen, denn sie liebte ihn nicht. In ihren glänzenden Augen hatte er dies aesehen, klarer unb deutlicher, als sie es ihm je hätte sagen können. Er ging wieder zurück. Im Widerschein des Zim- merlichts schrieb er einen Zettel: „Dr. Philipp möchte Sie gerne wieder bei unserem nächsten Musikabend sehen. Bringen Sie doch übermorgen, wenn Sie in die Schule kommen, Ihre Geige mit." Er steckte ihn zwischen die Verschnürung der Pfanne und legte das Paket vor die Tür. Dann suchte er sich im Dunkeln sein Rad. Er schob es langsam wie- oer zurück auf den Weg. Die Dynamo glomm auf wie ein Glühwürmchen in warmer Sommernacht. Ueber dem Strohfirst ber stillen Bauernkate aber verwehte ber Wind das Lied der See. Eintönig, gleichbleibend, uralt. Wie Jauchzen klang es unb wie Schluchzen. Wie Drohung unb wie Gebet. Da war es Karsten Huith, als verstünde er zum erstenmal einen Schimmer von der Ewigkeit dieses Meeres, unb es war ihm plötzlich, als würbe er es lieben können. SsLtjstzung folgt.) Am Samstag ereignete sich auf dem Felbe in der 8ihe bes Dorfes Rabertshausen bei Hungen ' iroerer Unglücksfall. Dort war der 56 landwirt Karl Becker aus Raberts- Huith verstaute feine Pakete auf bem langsam l»au$gleitenben Dampfer oben an Deck unb nahm uneben Platz. Er dachte, daß das Mädchen hin- 'urlergehen würde, denn es war windig an Deck, 6er sie setzte sich neben ihn. kam ja der Ingenieur aus der Stadt, um ihr bie Zeit zu vertreiben. Er, ber Lehrer von Dörup, wußte dies wohl. Ganz Teek und Stein unb Döruv wußten es. Er brachte ihr Bücher zum Lesen unb lobte ihre Bilder unb sprach davon, baß man ihren Mann sicher bald finden würde. Mit solchen Dingen war es natürlich nicht schwer, ihr Lächeln zu erringen. Der Leuchtturm von Perl rückte heran. Seine Blinkzeichen griffen wie Arme über bas Schiff, als wollte er esjegnen. „Frieren Sie nicht?" fragte Huith das Mädchen an seiner Seite, denn er erinnerte sich plötzlich wieder an sie. „Nein." Und Huith beschäfttgte sich wieder weiter mit feinen Gedanken an die Schule, sein Leben, seine Arbeit, die Kinder und Sibylle. In Teek stellte er seine Pakete im Lotsenhaus ein. Er verabschiedete sich von dem Mädchen mit einem „Gute Nacht" unb nahm sein Rad an sich, das er mittags an den verschlossenen Lesepavillon ber Kurverwaltung gelehnt hatte. Er baumelte Sibylles Pfanne an die Lenkstange, stellte bie Dynamo an und fuhr in Richtung Stein davon. Gesine Wing sah ihm nach. Sie wußte genau, wohin er fuhr. Ganz Teek und Stein und Dörup hätten gewußt, wohin er fuhr. Er- sauste rasch und verwegen in die pechfinstere Nacht hinein. Bald hatte er Teek hinter sich gelassen. Der schneeoerbangene Himmel lag tief über der Erde. Huith sah nichts von ihm, aber er'fühlte form» lich, wie die Wolken schwer über bas1 Land zogen. Er mußte scharf aufpaffen, denn der Weg war schmal. Die Pfanne stieß gegen den Rahmen seines Rades, und das Schutzblech ließ ein häßliches Klappern hören, sooft er über die Löcher des Bodens hinwegholperte. Er fuhr eine halbe Stunde in scharfem Tempo, bis er Sibylles Haus erreichte uno einen gelben Lichtschimmer aus bem Fenster ihres Wohnzimmers kommen sah. Auf der Straße sprang er schon ab unb schob sein Rad über den Rain. Seine Füße versanken im Mulm des Sandes. Die Dynamo erlosch, nun, da das Rad ftiUftanb. Nur das Licht in Sibylles Haus lebte noch. Huith legte fein Fahrrad auf einen Sandhügel und schritt näher. Er war froh unb ein wenig g / liebel cht!" eii fvlgenscki int1 Mü pchrk alte L GeM platz geschaffen worben. Der Platz bes Männer- turnoereins ist wohl gegenwärtig der am stärksten in Anspruch genommene Platz. Oft von morgens bis abends tummelt sich die Jugend dort, denn verschiedene Schulen haben den Platz für bestimmte Stunden gemietet und pflegen dort ihre Leibesübungen. Um die Gebietsmeisterschast im Handball. Tv. Holzheim — To. Lützellinden 6:9. In der Vorrunde um die Gebietsmeisterschaft standen sich bie Vertreter des Vannes.116 (Wet- terau) unb 88 (Wetzlar) Holzheim unb Lützellinden in Holtheim gegenüber. Beide Mannschaften lieferten sich einen harten aber mitreißenden Kampf. Sieger blieb Lützellinden, das sich damit die Berech- tigung zur Mitwirkung in der Zwischenrunde erkämpft hat. Daß sich die Gegner vollkommen gleichwertig waren, ergibt sich schon aus dem knappen Ergebnis. Aus dem Grunde wäre es vorheilhaft gewesen, sie nicht zusammen zu paaren, zumal bann vielleicht gleich beide in die Zwischenrunde hätten kommen können. Bei dem hohen Stand des Könnens unserer Mannschaften war bas möglich. Handballvergleichskampf. Bezirk XI (Friedberg) — Bezirk VIII (Gießen) 7:11 (5:6). Die Vertretung des Bezirkes Gießen, die mit gemischten Gefühlen nach Butzbach fuhr, errang einen beachtlichen Sieg, der umso höher zu bewerten ist, als unsere Elf zum weitaus größten Teil aüs jungen Kräften bestand, die sich aber ausgezeichnet schlugen. Es gab kaum einen schwachen Punkt in der Mannschaft, alle Teile taten ihre Pflicht und konnten restlos überzeugen. Es war für den verantwortlichen Fachwort nicht leicht, die richtige Wahl zu treffen. Von den ehemaligen Spitzenspielern stand niemand mehr zur Verfügung. Umso erfreulicher aber ist es, daß inzwischen ein Nachwuchs herangebildet werden konnte, der den Anforderungen gerecht wird. Das hat ber Bezirk Friedberg, dessen Vertretung nicht nur Uebungsspiele, sondern auch einen harten Kampf gegen eine Hanauer Auswahlelf hinter sich hatte, auch diesmal wieder feststellen können. Seine Mannschaft spielte zwar recht gefällig — wie überhaupt das Treffen sehr schön und ritterlich geführt war — zeigte aber trotzdem Mängel, die sich schließ- außer Atem. Sein Gesicht brannte von ber Kälte unb Erwartung. Vielleicht würbe sie ihm nun einen Schluck aus der sorgsam gehüteten Schnapsflasche einschenken, die im Flur stand. Oder sie würde ihm Tee kochen in der kleinen Küche, derweilen er sich auf ihrem weichen Sofa 'räkeln konnte. Er war ja heute so fleißig gewesen. Lautlos schoben sich seine Füße über das Dünengras. Das Meer, unsichtbar, aber zum Greifen nah, fang gleichmäßig. Huith lehnte sich an bas niedrige, breite und gelb leuchtende Fenster und blickte hm- ein. Er sah Sibylle. Ja, da saß sie--- Aber sie war nicht allein. Ihr gegenüber am Tisch saß Joachim Keit. Huith hatte den Ingenieur aus der Stadt noch nicht gesehen, aber er wußte sofort, wer dieser fremde Mann war. Trotz und Haß stiegen in ihm auf, während er so dastand in der uferlosen Schwärze der Nackt mit einem Fleck von dem Widerschein des erleuchteten Fensters auf seiner Brust. • Sie war nicht allein ... Ich werde trotzdem hineingehen, dachte er wütend, und mich einfach vorstellen. Ich werde anklopfen und sagen: Hier bringe ich die Pfanne. Sie hat eine Mark achtzig gekostet und scheint ganz stabil zu fein.. Kalt übrigens heute abend, nicht wahr? Seine Augen bohrten sich in die trauliche Helle des Zimmers, das warm sein mußte, indes ihn fror. Der fremde Mann faß auf der Couch neben dem Purliputzelchen und sprach etwas. Sybille lächelte. Sie sah heiter aus und ganz anders, als Huith sie kannte. Er gab sich einen Ruck. Jetzt werde ich hineingehen, dachte er böse. Bei Gott, ich kann doch nicht jeden Abend diesen endlosen Weg hier heraus machen, nur, um den richtigen Augenblick abzupassen, an bem sie einmal allein ist. Ich werbe ihr babei gleich sagen, baß Dr. Philipp sie beim nächsten Musikabenb wieber einmal erwartet. Sie scheint ja ganz vergessen zu haben, daß wir in Dörup Musikabende haben mit dem Tierarzt und dem Doktor. Huiths Hand lag auf der Klinke. Das Messing war kalt und feucht vom Nebel. Nur einen Augenblick lang ließ er feine Hand auf • ber Kältö bes Metalls ruhen, bann zog er sie zurück. Er ging um bas Haus herum, um von ber anberen Seite her in bas erhellte Zimmer zu schauen. Sybille lächelte plötzlich scharf anzogen unb ber Wagen einen starken Ruck bekam. Auf bie Bewegung war Becker nicht vorbereitet, er stürzte von bem hochbeladenen Wagen ab unb trug babei schwere innere Verletzungen davon. In ber Chirurgischen Klinik in Gießen ist er am gestrigen Montag an ben Folgen dieser Verletzungen leider verstorben. Molkereigenossenschaft Wetterfeld. * Wetterseld, 7. Juni. Die Molkereigenossenschaft Wetterfeld vereinigte im Saale von Neuß zahlreiche Mitglieder zur ordentlichen Hauptversammlung. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Ludwig G ö r n e r t XV. (Queckborn), begrüßte die Mitglieder unb Gäste. Nach der Ehrung der verstorbenen Mitglieder gab der Direktor Gg. Krauß III. (Wetterfeld) die Dermögensbilanz bekannt und gab außerdem Erläuterungen zum Geschäftsjahr 1939." Dieses sei im 35jährigen Bestehen als das befte zu bezeichnen. Durch bie Erweiterung bcs Einzugsgebietes, durch die Hinzu- nähme von Grünberg, Laubach und Freienseen sei die Milchanlieferung um 3000 Kilo täglich höher. Insgesamt wurden 4 235 666 Kilo (1938: 3185 925 Kilo) angeliefert. 302 826 Kilo wurden als Trinkmilch abgesetzt. 3 982 840 Kilo wurden zu Butter verarbeitet. Von den 3 651 941 Litern anfallender Butter- unb Magermilch wurden 138 351 Liter als Trinkmilch verkauft. 1886118 Liter (im Vorjahr 1597 566 Liter) wurden zu Käse und Quark ver» arbeitet An bie Lieferanten wurden 1 627 472 Liter zurückgeaeben (im Vorjahre 1371 648 Liter). An die Milchtteferanten gelangten durch bie Molkereigenossenschaft 589 428 RM. zur Auszahlung (1938: 431 197 RM.) Das betreutet, baß je Kilo Milch 13,92 Rpf. bezahlt würben. Im Vorjahre errechnete sich ein Satz von 13,53 Rpf. Als Reichsstützung würben 113 977 RM. also 2,69 Rpf. je Kilo weitergeleitet. Im Vorjahre betrug bie Stützung durch ben Milch- unb Fettwirtsckastsver- banb 55 176 RM. unb bamit 1,73 Rpf. je Liter. Insgesamt würben 703 405 RM. ausgezahlt. Der Satz je Liter Milch stellte sich damit auf 16,61 Pfg. Der Gesamtumsatz belief sich auf 614 340,08 RM. Mit 3,49 v. H. lag ber Durchschnittsfettgehalt ber Milch beachtlich gut. Das gut wirtschaftliche Ergebnis ermöglichte es ber Genossenschaft, ihre Der- binblichkeiten von 20 000 auf 10 000 RM. zu sen- hmen. Ebenso gilt das für die zur Ueberwachung bmmandierten Mannschaften der Wehrmacht. Um ne Irrtümer aufkommen zu lassen, ordnete das erkommando der Wehrmacht ausdrücklich an, daß tt ben Kriegsgefangenenlagern alle Rücksichten hindert Erfordernissen, ber Landwirtschaftsarbeit zu- fckzutreten haben. Ü)ie Kriegsgefangenen müssen ter allen Umständen mindestens die gleiche Ar- itszeit wie der deutsche Bauer und seine qGefolg- ftsangehörigen einhalten. Notwendige Sonntagsbeiten dürfen auch nicht deswegen unterbleiben, l die Wachmannschaften mit der Einhaltung der nntagsruhe rechnen. Im Interesse ber Gemeinst leistet jeder deutsche Soldat auf den freien nntag Verzicht. So erwartet es das Oberkom- anbo ber Wehrmacht. Danach dürften sich Aus- landersetzungen über diese Frage nicht ergeben, o sich aber reine Einigung erzielen läßt, wird der eisbauernführer für Abhilfe sorgen. Neuer Bürgermeister in Laubach. stehen ten. Don ber Frühjahrsbestellung bis zum letzten ntetag ergibt sich immer wieder einmal bie Not- nbigteit, auch am Sonntaa bie Arbeit fortzu- en. Dabei gitit es auch für die Kriegsgefangenen ben landwirtschaftlichen Betrieben keine Aus- t tue, o* i oder k iu null'" -l!° pr°« i gar e'1"- ■tifl in ein^ [eraen* m ■ i»1 falle- ______,_____________ r Papav!rd soviel geraucht." ■Ma ' * Laubach, 11. Juni. An Stelle des auf einen kgermeifterpoften im Osten berufenen bisher!- n Bürgermeisters Högy wurde von dem Land- itet bes Kreises Gießen Dr. Lotz ber bisherige erste llsigeorbnete unserer Stabt Heinrich Kopp auf ten befiel' Dauer von 6 Jahren zum Bürgermeister Das Obei- hon Laubach verpflichtet. imein'iijif Vom Heuwagen tödlich abgestürzt. erUHv--‘ 41I-®irb es Ihnen nicht langweilia, zweimal am nb men und Anschrift des Bewerbers tragen I Hilis- arheiter (in) für Keller und Lager gesucht. Weinhaodlnnfi H. Eines Seltersweg 66. Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, den 12. Juni, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Glotz. Wank elektrische WgelavW umzugshalber z. verkaufen. 27550 Goethestr.701. Heute zwischen 2 und 4 Uhr ' alte Kartoffeln zu verkauf. 02072 Liebigstr. 3U. 1940 können bis auf weiteres auf die mit einem Kreuz gekennzeichneten Abschnitte der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Jahren statt der im Erlaß vom 14. Oktober 1939 als Kindernährmittel zuge- laffenen Erzeugnisse je 125 g Reisflocken und auf die Abschnitte N 21 und N 22 der Nährmittelkarte statt Kartoffelstärkemehl, Sago oder Puddingpulver je 25 g Reisflocken wahlweise bezogen werden. 2791D 3 Lier auf Abschnitt b. Für die Zeit vom 11.6. bis 30.6.1940 werden auf Abschnitt b der gültigen Reichseierkarte 3 Eier auf- gerufen, die ab Dienstag zur Verteilung gelangen. Bekanntmachung Zuteilung von Reisflocken für Kinder bis zu 6 Jahren. Mit Beginn der Zuteilungsperiode am 3. Piano Fast neues Grotrian- Lfeinwev-Piano (Eiche dunkel, Baujahr 1939), sofort gegen bar zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsst. des Gietz.Anz. 275Sv Bitaittatr M* für einige Stunden in der Woche gesucht. Angebote unter 02076 a. d.G.A. Mädchen ^im Reinigen d. Betriebes bei hohem Wochenlohn sof. gesucht. Schriftl. Angeb. unter 2781D an den Gieß. Anz. Niger Morisl(in) ver sofort oder 1 Juli gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 2793D a. d. Gieß. Anzeiger. 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Spillner Else Israel Lilli Israel Margarethe Israel Gießen (Asterweg 82), Hofgeismar, Oberkaufungen, Niederkaufungen, Kassel, den 10. Juni 1940. In stolzer Trauer: Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Irmgard Link, geb. Göbel Angela Link. Gießen, Tannen weg 22, z. Z. Siegen, Im süßen Kämpen 2, den 10. Juni 1940. Helmut Link Oberleutnant in einem Infanterie-Regiment — Inhaber des E. K. II Hans Israel Oberschütze in einem Infanterie-Regiment Sonntag, 9. Juni 1940 Y Hans-Werner, Otto UNSER STAMMHALTER IST DA! Frau Elsa Witte, geb. Gundel Friedrich Witte — ^-Obersturmführer in der Waffen-^ Äraunschweig, Kattowiher Straße 13, z. Z. Marlenstift 02075