Eichener Anzeiger Samstag, N. Mai MV Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/?UhrdesVormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstanelB Platzvorschrift (vorherige V ereinbarung) 25 °/ome6r Ermäfrigte Grundvreise Baderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. l90. Jahrgang Nr. NO Erscheint täglich, außer SonntagS und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter | HetmatimBild DieScholle Monats-B ezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.98 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt PEch?l^1686Franks^M. vrühlsche UniverfitätrdnickereiS. tauge General-Anzeiger für Oberhessen -srsLN..... Der deutsche Vormarsch in Belgien und Holland. ROTTERDAM, St Omer 'me *Vitry ip Francois Köln Aochen i'Bocholt Bochum Bethune V Arras* Cambro* • F e ^^^^Antwerpen -ru9*e ------ BRÜSSEl» —- ■ v* LuM,ch< Rethel *E$$en ¥»rmwt XlWfM \ Aakt 1 JL Bf *Att> rourtty • ANTWttPBl V. 9 CDeed nach Möglichkeit aus dem Kampfe herauszuhalten. Es ist selbstverständlich, daß das ruchlose Verbrechen eines Bombardements offener Städte, das an die berüchtigten Fliegerangriffe auf Karlsruhe unter Führung des üblen Hetzers Keryllis im Weltkrieg erinnert, nicht ohne entsprechende Vergeltungsmaßnahmen bleiben wird. Aber wenn auch feindliche Brutalität den Kampf auf die Zivilbevölkerung ausdehnt, so findet sie Deutschlanos Heimatfront in vorbildlicher, kaltblütiger Entschlossenheit, vom Willen beseelt, wie unsere feldgraue Front alles auf sich zu nehmen, um in diesem Kampf um Sein oder Nichtsein Deutschlands den Sieg davonzutragen. Dr. Fr. W. Lange. Der Eindruck in Belgien. JtalienischeBerichte aus Paris und Brüssel Mailand, 10. Mai. (Europapreß.) Wie die Blätter aus Brüssel melden, wurde die Bevölkerung am Freitagmorgen durch Motorengeräusch von Hunderten von deutschen Flugzeugen geweckt. Die durch Rundfunk bekanntgege- bene Nachricht vom deutschen Einmarsch hat auf ganz Belgien einen erschütternden Eindruck gemacht. Wie der ..Corriere della Sera" meldet, sind die Ueberschwemmungen in Holland plan- mäßig durchgeführt worden. Das Gebiet von Ä n t- w e r p e n wurde von 4 Uhr 30 an von zahlreichen deutschen Flugzeugen überflogen. Die Luft, abwehr trat mit ungeheurer Heftigkeit in Tätigkeit. Ganze Staffeln deutscher Bomber kreuzten über Holland. Wie den italienischen Blättern aus Paris gemeldet wird, gibt man in militärischen Kreisen Frankreichs bekannt, daß bereits Truppen der West möchte in Belgien eingerückt feien, um — ein.sehr aufschlußreiches Eingeständnis! — „nach früher vorbereiteten Plänen die Verteidigung des Landes zu übernehmen". Die öffentliche Meinung Frankreichs betrachte, so berichtet das „Giornale d'Jtalia , die Ereignisse mit ungeheurer Erregung. Die Polemiken über die Kabinettskrise sowohl in England als auch in Frankreich seien in den Hintergrund getreten. Die Ratschläge und Vorwürfe verstummten angesichts des Ernstes des gegenwärttgen Augenblicks. Selgisch-holländischer „proteff". Als dreist und töricht zurückgewiesen. Berlin, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie verlautet, haben die belgische uni) die niederländische Reaierung im Laufe des Tages versucht, durch ihre bisherigen Vertretungen in Berlin Protest- n o t e n im Auswärttgen Amt abzusetzen. Der diensttuende Beamte hat nach Kenntnisnahme des ebenso dreisten wie törichten Inhalts dieser Noten die Annahme derselben verweigert und die Gesandten ersucht, die von ihnen ausgesprochene Bitte um Zustellung ihrer Pässe in der üblichen gehörigen Form vorzubringen. Anscheinend handelt es sich bei dem Inhalt dieser Noten um ähnliche Ausführungen, wie sie van belgischen und holländischen Nachrichtenagenturen in Brüssel und im Haag veröffentlicht worden sind. Nachdem die Reichsregierung am heuttgen Tage der Weltöffentlichkeit die unerhörten volltischen und militärischen Machenschaft ten aufgedeckt Hat, mit oenen sich Diese beiden Staaten England und Frankreich zur Verfügung gestellt Haben, gehört schon ein höchster Grad von Dreistigkeit, Unverschämtheit und vor allem Dummheit dazu, trotzdem noch den Versuch zu machen, die festgestellten Tatsachen durch alberne Redensarten aus der Welt zu schaffen. Wenn z. B. in solchen Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Gegenschlag der deutschen Armee gegen die bevorstehende englisch-französische Offensive von einer deutschen Invasion" gesprochen wird, so kann man eine solche angebliche Behauptung aus dem Munde von Außenministern, die bis ins einzelne von diesen Offensivabfichten gegen Deutschland gewußt und diese auf ihrem Gebiet begünstigt haben, nur als kindisch bezeichnen. Wenn ferner unmittelbar nach der heute erfolgten Anprangerung der Umtriebe, zu denen sich Belgien und die Niederlande gegen das Reich hergegeben haben, noch in scheinheiliger und heuchlerischer Rührseligkeit von belgischer und holländischer Neutralität gesprochen und dies mtt den üblichen und sattsam aus den englischen und französischen Veröffentlichungen bekannten moralischen Redens- arten verbrämt wird, so wird die Welt nach Kenntnisnahme der' deutschen Dokumente hierüber zur Tagesordnung übergehen. Ehürchitt Ministerpräsident. Chamberlain verzichtet. Berlin, 10. Mai. (DNB.) wie Reuter amtlich bekanntgibt, hat Chamberlain auf fein Amt als Premierminister und Erster Lord des Schatzamtes am Freitag abend verzichtet. Ministerpräsident wurde der Oberkriegsheher Winston Churchill. Wie weiter verlautet, soll Chm- chill alle Minister gebeten haben, vorläufig auf ihren Posten zu bleiben. Damit haben die e x - tremften Kriegshetzer alle staatliche Macht an sich gerissen. Während Chamberlain stets versuchte, mit Regenschirm und Gebetbuch die Rolle eines Biedermannes zu spielen, steht nunmehr an der Spitze des englischen Kabinetts der Exponent der Plutokratie, der seit jeher den brutalen Vernichtungskrieg gegen das deutsche Volk gepredigt hat. Deutschland nimmt das einfach zur Kenntnis. Deutschland ist zum entscheidenden Kampf für seine Zukunft angetreten und wird diesen Kampf bis zum Siege zu Ende führen. Nachdem Deutschland die Dernichtungs- und Aggressionspläne der West- mächte in unwiderleglicher Weise aufgedeckt hat, wird die gesamte Weltöffenllichkeit wissen, wofür das Reich kämpft. Erweiterung des französischen Kriegskabinetts. Rehnaud umgibt sich mit den wütendsten Deutschenhassern. Brüssel, 11. Mai. (DNB.) Ebenso wie in London hat auch in Paris das völlig im Schlepptau der englischen Politik fahrende französische Kabinett sein Gesicht gewandelt. Auch hier wurden die eingefleischtesten Deutschenhasser an die Oberfläche gespült. Selbstverständlich unter Beibehaltung des erst vor kurzem ans Ruder gekommenen Ministerpräsidenten Reynaud, der- als bewährter Kriegshetzer den Engländern beste Lenste leistet. Reynaud berief den früheren Minister und Präsidenten der Föderation Republicaine, Louis M a - rin, sowie Pbarnegaray als Staatsminister in die Regierung. Die beiden Oberhetzer werden Mitglieder des Kriegskabinetts sein. Die Unterstaatssekretäre haben bis auf vier ihre Posten zur Verfügung gestellt. Diese KabinettsumbiDung in Paris ist nichts anderes als eine Folge der Tatsache, daß das französische Kabinett völlig den Weisungen der englischen Plutokratenclique zu parieren hat. Beratungen in Wafhmaion. N e u y o r k, 11. Mai. (Europapreß.) Die überraschende Wendung der Ereignisse in Europa hat in den Vereinigten Staaten von Amerika einen starken Eindruck gemacht. Präsident Roosevelt hat sofort alle Minister und die Oberbefehlshaber aller Waffengattungen in einer Kabinettssitzung um sich versammelt, um die geeigneten Mittel zur Wahrung der 118^..-Neutralität zu erörtern. Im Anschluß an den Ministerrat hat Präsident Roosevelt den Staatssekretär Hüll und den Unterstaatssekretär Sumner-Welles zum Esten in das Weiße Haus geladen, um mit ihnen die letzten Entwicklungen der internattpnalen Lage zu beraten. Hüll hält im Staatsdepartement mit seinen Ratgebern ununterbrochen Besprechungen ab, vor allem mit dem Leiter der Europa-Abteilung, M o f - f a t. Präsident Roosevelt hat, wie schon bei der Besetzung Dänemarks und Norwegens durch Deutschland, angeordnet, daß Über die Guthaben Hollands, Belgiens und Luxemburgs bei den nordamerikanischen Banken bis auf weiteres nicht verfügt werden darf. Es werden neue Richtlinien für die nordamerikanische Schiffahrt ausgearbestet. Dann wird auch Über das Schicksal der holländischen und belgischen Schiffe in den nordamerikanischen Häfen entschieden werden. Generalmobilmachung in derSckweiz Bern, 10. Mai. (DNB.) Nach der heuttgen Bundesratssitzung wurde mitgeteilt, daß der Bundesrat die Generalmobilmachung der schweizerischen Armee auf Samstag früh 9 Uhr angeordnet habe. Geist der Gemeinschaft. Pfingsten ist wieder da, das „liebliche" Fest, das Fest des blüyenden, lachenden Lebens, der jubelnden, beglückenden Freude. Und diesmal hat es uns den Lenz erst richtig gebracht, der so lange uns so sehnsüchtig auf sich hat warten lassen. Um so heller erscheint uns die Sonne und um so großer die Freude. Ueberall leuchtet's in allen Farben und Blüten, duftet's in allen Wohlgerüchen von Veilchen und Maiglöckchen, Flieder und Akazienblüte. Jetzt feiern Wald und Wiese, Feld und Heide, Busch und Strauch ihr großes Fest. Wo ist das Menschenherz, das unberührt bliebe, wenn draußen alles so prächtig ist, wenn alles lockt und lacht zu Leben und Freude. Auch in der Menschenseele tiefsten Wundergarten will es lenzen, wenn draußen die lenzlichen Wunder sich weben, wenn die Kraft aus der Hohe ausgegossen ist über Berg und Tal, über Flur und Feld. Und doch ist alle Frühlings- und Maienblüte nur Bild und Gleichnis 'für etwas viel, viel Größeres und Herrlicheres, was uns im Pfingstfest innerlich anrührt und ergreift. Ist die irdische Schöpferkraft des Frühlings groß und prächtig, so ist größer noch und gewaltiger jene Schöpferkraft des Geistes, die zu Pfingsten über die Menschen und Volker gekommen ist und die Wirkung, die sie an ihnen ausgeübt hat. Und wo dieser Geist wirklich sich kundgetan hat, wo er etwas von seiner Schöpferkraft gezeigt hat, da ist ein neuer, unver- weltlicher Frühling angebrochen. Wieder ist es ganz ähnlich wie einst. Erst die große Not und mit ihr die große, heiße Sehnsucht nach dem Geist und seiner Hilfe. Auch'uns ist es so ergangen und ergeht uns jetzt wieder so in diesem Das Ritterkreuz für Hauptmann Koch. Ideales Zusammenwirken der Waffengattungen auf der Erde und in der Luft. ......(PK.) Der Führer und Oberste Befehlshaber verlieh dem Hauptmann Koch für die erfolgreiche Durchführung eines entscheidenden Unternehmens das Ritterkreuz. Es handelt sich um einen Frontabschnitt, der in Besitz genommen werden mußte, um den deutschen Truppen den weiteren Vormarsch zu sichern. In den frühen Morgenstunden des 10. Mai wurden die Truppen vorgeschickt. Zunächst auf sich gestellt und unter schwierigen Verhältnissen gelang es ihnen, den wichtigsten Teil ihrer Aufgabe zu erfüllen. Ja, einzelne Teile der Truppe konnten einige Stützpunkte der Befolgungen in Besitz nehmen. Als die Flugzeuge oer Kampfgruppe und Stukas erschienen, fanden sie bereits die Stellungen in deutscher Hand. An einer Stelle kündete gar ein Zeichen es geht uns gut. An einer anderen Stelle der Front befanden sich st art befestigte Schützengräben, MG- Schächte, usw., die niedergekämpft werden mußten. Dabei war die Mitwirkung der Kampfgruppe von entscheidender Bedeutung. In ständigem Einsetzen wurden die Befestigungen angegriffen, und der Kampf der Truppen auf der Erde aus der .Luft unter ft ü t. Mehrfach war die gesamte Gruppe geflogen. Eng war ine* Zusammenarbeit zwischen Erde und Luft. Belgische Befestigungen und Widerstandsnester wurden durch Angriffe aus der Luft unschädlich gemacht. Mit fieberndem Interesse verfolgten alle Männer der Gruppe das Unternehmen, und groß war der Jubel, als sie von der Ehrung Hauptmann Kochs erfuhren. Ihnen blieb es vorbehalten, durch Melde- abwurf an zwei Stellen, Hauptmann Koch diese Tatsache mitzuteilen. Dem Zusammenwirken auf dem Boden und in der Luft ist es zuzuschreiben, daß bereits am frühen Nachmittag die deutschen Truppen die genommenen Punkte passieren konnten. Dr. Hermann Kindz. Mit deutschen Bombern über feindlichen Mfprunghafen. P. K. Unsere Kampfstaffel erhielt den Auftrag, einen als englisch-französischen Absprunghafen gegen das Ruhrgebiet vorgesehenen Flugplatz zu zerstören. Bei der Auftragsbesprechung erläutert der Staffelkapitän in weiten Umrissen die gegebene neue Lage. In der Frühe des 10. Mai startet unser Verband. Fahl kommt die Dämmerung aus dem Osten. Langsam verblassen die Sterne, bis rötliche Streifen am Horizont den Aufgang der Sonne an^ kündigen. Exerziermäßig sammeln sich die Maschinen unseres Verbandes in der vorgeschriebenen Höhe über unserem Flugplatz und schließen sich dann zur Formatton zusammen: Ick bin der „Dora" zugeteilt, die als Führermaschine fliegt. Das Mikrophon ermöglicht eine einwandfreie Verständigung mit allen Kameraden an Bord, und die Atemmaske läßt den reinen Sauerstoff als kräftige Belebung unserer Lungen in der dünnen Höhenluft durch. Hinter uns breitet sich die deutsche Landschaft gleich einer riefiaen Karte aus. Fern blinkt aus dem Morgendunsi der Rhein zu uns herüber. Bald haben wir ihn überflogen, und die Motorenkraft unserer Maschinen treibt uns flott und sicher der Grenze entgegen. Die holländische Flak scheint uns nicht zu bemerken, wir fliegen im Glast der aufgehenden Sonne. Von Jägern ist auch keine Spur zu sehen. Das ändert sich, als wir über Belgien sind. Die Flak schießt aus leichten und schweren Rohren. Heber uns, seitwärts und unter uns zerknallen die Geschosse. Der Pulverrauch strebt zu den Gewitterwölkchen im frühen Morgen. Mählich kommen wir unserem Angriffsziel näher. Bei B. erhalten mir nochmals aus allen Rohren F-lakfeuer, die roten Leuchtspuren zischen an uns vorbei. Aber dessen ungeachtet kommen die sachlichen militärischen Befehle aus dem Munde des jungen Kommandanten. Längst sind die Bomben scharf gemacht, der Kommandant sitzt bäuchlings über dem Zielgerät. Dann haben wir das Ziel erreicht, und durch den Hexentanz des Flakfeuers senden wir Bomoen aus den Kammern der Maschinen, den militärischen Zielen B.s Verderben und Vernichtung bringend. In einer weiten Runde sehen wir den Erfolg des Angriffs. In Flammenund Rauch sind die Hallen gehüllt, und das Rollfeld weist zahlreiche Einschläge auf. Unser Auftrag ist erfüllt. Heimwärts gehts wieder, begleitet von den Wölkchen der Flak. Die Jäger zogen vor, in der gesicherten Unterkunft zu bleiben, bis auf eine Moräne, die fick aber nach Beschuß schnell wieder verzog. Auf den deutschen Landstraßen begegnen uns die Kameraden des Heeres. Sie werden die Erdziele besetzen, die wir gerade überflogen haben. Sdf. Reinarts Der wirkliche Krieg beginnt. Deutschland hat wiederum die Initiative an sich geriffelt. Größte Aufmerksamkeit in Rom. Mailand, 11. Mai. (Europapreß.) Die italienische Oeffentlichkeit hat durch Rundfunk und Presse vom Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien, Holland und Luxemburg und der Uebernahme des bewaffneten Schutzes dieser Länder durch Deutschland Kenntnis erhalten. Die Nachricht machte den stärksten Eindruck. Im halbamtlichen „Giornale o ' I t a l i a" schreibt Gayda, die Kundgebungen des Unterhauses im Verlaus der Aussprache über die Politik Chamberlains seien kennzeichnend gewesen für die Absicht Englands, den Krieg ohne Skrupel energischer zu führen. Kennzeichnend sei auch die Erklärung de Monzies im Gen er al rat des Departements Lot über die „Pflicht, den Krieg zu gewinnen" gewesen, die der „Temps" mit den ausdrucksvollen Worten umschrieben Hobe: „Es handelt sich darum, au siegen, und dabei zählt nur das Interesse unserer Sache!" Die Westmächte hätten sich also bereits auf den Zusammenstoß in zugänglichem Gebiet, d. h. außerhalb der Maginotlinie, vorbereitet. Deutschland habe aber wieder einmal schneller gehandelt und habe sich die Jnitia- ttve der Entschlüsse und Akttonen nicht entgehen lassen. Unter Ausnutzung der unfruchtbaren parlamentarischen Redekämpfe in England und Frankreich sowie des neuen, durch die britische Besetzung des neutralen Islands geschaffenen Präzedenzfalles feien die deutschen Truppen gegen die Franzosen und Engländer losmarschiert, während ihre ßuftftreitträfte mit methodischen Angriffen gegen die großen Militärstützpunkte und Eisenbahnknotep- punkte auf französischem Boden begonnen hätten. Damit beginne auch an der $ö e ft front der wirkliche Krieg, der mit Männern, Waffen und kühnen Taten, und nicht mit der hinterlistigen, Wirtschaftsblockade geführt werde, ein Krieg also, dem sich die Westmächte mit Hilfe des Wirtschaftskrieges hatten entziehen wollen, um statt dessen durch die Opferung anderer und mit nur geringem Risiko die Isolierung und Erdrosselung Deutschlands zu versuchen. In dem neuen Abschnitt des Krieges seien die beiden imperialistischen Demokratien endlich gezwungen, jene Kräfte einzusetzen, deren unbesiegbare Ueberlegenheit sie stets gerühmt hätten. Auch die „Tribmra" weist darauf hin, daß der wirkliche Krieg jetzt die Oberhand über die „anti-heroische" und egoistische Auffassung gewinne, die bisher die Handlungen der Demokratien beseelt und sich in der systematischen Aufopferung der Neu- ttolen sowie den Bestrebungen zur Aushungerung Deutschlands kundgetan habe. Das Schlachtfeld, das Frankreich und England vergeblich nach Polen, Finnland und Norwegen zu verlegen versucht hätten, kehre dahin zurück, wohin es die eiserne Logik der Ereignisse von Anfang an bestimmt habe. Die Besetzung Belgiens und Hollands durch die Franzosen und Engländer habe nur noch eine Frage von Stunden sein sollen, und diese Besetzung hätte, auf starke Berteibigungsanlagen gestützt, eine Bedrohung des deutschen Gebietes werden können. Aber oas nationalsozialistische Deutschland, das in einer unzertrennlichen Masse um den Führer geschart sei, habe ohne Zaudern hie Jni ti ative zu dem großen und aewalttgen Zusammenprall ergriffen. Es scheine, daß die Ueberraschung olitz artig gelungen sei. Heute träten an die stelle der Propaganda, der Intrigen, der Schädigungen der Neutralen und der Prahlereien der Westmächte die Kanonen. Das faschistische Italien, das der Befehle des Duce harre, wache mit bereit- gestellten Waffen und festen Herzen. ,Zl Lavoro Fascifta" hebt die einseitige Neutrali- tät Belgiens, Hollands und Luxemburgs seit Kriegsbeginn hervor. Erst vor wenigen Tagen seien in Holland politische Persönlichkeiten, die Deutschland günftig gesinnt waren, verhaftet worden, während niemals jemand daran gedacht habe, England oder Frankreich fteudlich gesinnte Polittker zu verhaften. Die Presse in Holland und Belgien habe von jeher eine lebhafte Kampagne gegen Deutschland geführt. Der Zusammenstotz habe daher nicht vermieden werden können. Nach acht Kriegsmonaten, sei er erfolgt, der Kampf sei an der ganzen Nordwestfront entbrannt Deutschland habe s i ch nicht überraschen lassen können, denn in allen Kriegen und ganz besonders in dem gegenwärtigen, seien die Initiative der Operationen sowie die Schnelligkeit der Entschlüsse und ihre Durchführung in hohem Maße für den Enderfolg entscheidend. Die Deutschen brauchten für ihr militärisches Genie und für die Tapferkeit ihrer Soldaten keinen Beweis mehr zu erbringen. Die Westmächte dagegen hätten zu beweisen, daß sie noch ein Recht auf die Bewährung ihrer übergroßen Imperien und ihres riesigen Reichtums in der ganzen Welt besitzen. Oer Llebergang über die Maas. Der erste Widerstand an den holländischen und belgischen Grenzsperren schnell gebrochen. (PK.) Die Kirchturmuhr von Isenbruch, /ckicht an der holländischen Grenze, schlägt 5.30 Uhr. Die Vorausabteilung einer Devision, die fünf Minuten später zum Vormarsch antreten soll, bindet den Stahlhelm fester. Sie besteht aus einigen Aufklärungsschwadronen, verstärkt durch Pioniere, Flak und Infanterie-Stoßtrupps mit schweren Waffen. Im Laufe der Nacht war sie lautlos in dem kleinen Grenzdorf eingerückt. Ein paar Stündchen Schlaf wurden noch irgendwo in Scheunen genommen. Nun steht die Abteilung einsatzbereit. Punkt 5.35 Uhr laufen die Motoren an. Nach wenigen hundert Metern langsamer Fahrt sind wir an der holländischen Grenzsperre. Im Dunst des Nebels, der über den feuchten Niederungen liegt, erkennt man im Dorüberfahren, daß die Holländer alles getan haben, ihre Grenze zu sichern. Zahlreiche dicke Bäume an der Straße sind mit Sprengladungen versehen. Dahinter liegt ein Bunker, der die Straße sperren sollte. Aber daraus ist nichts geworden; anscheinend kam unser Vormarsch zu überraschend. Eine Anzahl holländischer Soldaten bringt einer unserer Stoßtrupps aus dem angrenzenden Walde zutage. In rascher Fahrt erreicht die Abteilung bei Roosteren den breiten Juliana-Kanal. Hier versuchen holländische Soldaten, Widerstand zu leisten, aber vergebens. Einige Tote und Verwundete^ auf ihrer Seite sind das Ergebnis dieses unsinnigen Vorhabens. Wir überqueren die unbeschädigte Eisenbahnbrücke über den Kanal. Während unsere Flieger in den ersten Sonnenstrahlen dieses prächttgen Maimorgens den Vormarsch sichern, nähern wir uns der belgischen Grenze, der Maas. Die wenigen Orte, die wir passieren, scheinen noch im Schlaf zu liegen. Die Fenster der Häuser sind sämtlich geschlossen und verhangen. Nur hier und da stehen an den Dorfstraßen und in den Haustüren Zivilisten Wir haben jedoch keine Zeit zu weiteren Feststellungen. Gespannt Ausschau haltend — der Vorfall an der Roosteren-Brücke hat uns vorsichtig gemacht — bringt die Truppe auf* Fahrrädern und Kraftfahrzeugen nach vorn. Es gilt unter allen Umständen schnell die Maasbrücke vor Mae- seyk zu erreichen, damit eine etwa beabsichtigte Zerstörung verhindert wird. Mit einem Widerstand der Belgier muß gerechnet werden; denn während der Nacht hörten mir den Hall von Sprengungen aus weiter Ferne, die nicht auf holländischem Boden liegen konnten. Nur noch nebenbei sehen wir die Gestalten holländischer Soldaten in Richtung Grenze an unseren Fahrzeugen vorüberstreifen. Auch mehrere Wogen Flaksoldaten, die eben dabei sind, ihre Kanonen aufzubauen zum Schutze gegen Ueberraschungen aus der Lust. Sie brauchen aber wohl kaum in Tätigkeit zu treten; denn mittlerweile ist unsere Luftwaffe schon längst auf dem Plan. So können wir unsere Aufmerksamkeit voll und gqnz auf die kommenden Ereignisse vor uns richten. Der erste Stoßtrupp der Vorausabteilung hat die Maasbrücke vor Maeseyk erreicht. Einige holländische Offiziere und Soldaten werden, ehe sie es sich versahen, entwaffnet. Noch ist die Brücke in Ordnung^ Kaum aber ist der Stoßtrupp, der aus zwei Bunkern am belgischen Ufer der Maas beschossen wird, drüben, fliegt der Uferbogen der Brücke in die Luft, wobei es auf unserer Seite einige Verluste gibt. Schnell hat der Stoßtrupp bl e Bunker umgangen unb bie Besatzung herausgeholt. Das sind die ersten belgischen Gefangenen dieses Morgens. Wie Pioniere erzählen, wurde die Sprengung durch eine elektrische Zündung von den Belgiern erst dann ausgelöst, als ein Teil unserer Soldaten sich am jenseitigen Ufer befand. Wahrscheinlich bestand die Absicht, unsere Männer mit dem Brückenbogen i n die Lust z u spreng en. Nur das rasche Dor- wärtsstürmen verhinderte schwere Verluste. Während aus Maeseyk herüber Gefechtslärm ertönt, beginnt ohne Verzögerung das Heber« fetzen der Vorausabteilung in großen und kleinen Floßsäcken. Unaufhörlich pendeln die Fahrzeuge von Ufer zu Ufer; ungeachtet der starken Strömung der Maas wird Trupp auf Trupp rasch hinübergeschafft. So viele Hände sich an diesem Werk beteiligen können, fassen zu. Dem einzelnen Soldaten geht es nicht schnell gerftig, jeder drängt hinüber, jeder hilft die schweren Waffen verladen. Seien es nun Infanteriegeschütze, Paks oder Fahrräder, alles wird über das sumpfige Ufer zu den Floßsäcken geschleift, verstaut, hinübergepaddelt und drüben wieder mit vereinten Kräften das steile Ufer hinaufgeschleppt. Der Brückenkopf drüben ist geschaffen und wird von Viertelstunde zu Viertelstunde verstärkt. Schon sind Pionieroffiziere dabei, einen geeigneten Platz für den Bau einer Behelfsbrücke zu suchen. Während in Maeseyk noch geschossen wird unb inzwischen auch schwere Waffen einstimmen, beseitigen die Pioniere die Sprengladungen am zweiten belgischen Brückenbogen, die infolge des schnellen Zufassens unserer Soldaten nicht mehr von den Belgiern zur Entladung gebracht werden konnte. Kaum ist eine Stunde seit unserem Abmarsch an der holländischen Grenze vergangen, unb schon stehen' wir jenseits der Maas auf belgischem Boden! Hart und schnell schlägt die deutsche Wehrmacht zu, wenn es gilt, Heimat und Volk zu schützen vor den Folgen der einseitigen Neutralität, die sich vor allem Belgien zu Gunsten der Westmächte hat zuschulden kommen lassen. Schirge. memschaft gebaut hat und mm auch erhält, allen Zukunst getrost entgegengehen. der am 1. Mai 95 Bcc Optiker am Bahnhof Mwelhaus $?uhl DAS FÜHRENDE FACH-GESCHÄFT r. I P C C P kl Marktstraße 29-30 VJ 1 IL 3 3 LL IN Bahnhofstraße 2-4 Ihre Verlobung geben bekannt W ir haben uns heute vermählt Diene Wintteilin Bad Cannstatt Gießen/Lahn 2314 D tUEBRE DRUCKSACHEN WCHDE Brühl. Gießen 2323 D Ihre Verlobung geben bekannt Zhre Verlobung geben bekannt DAS GUTE Kassel Pfingsten 1940 Gießen z.Z. im Felde 01754 2327 A Ihre Vermählung geben bekannt Ihre Verlobung geben bekannt München SELTERSWEG 47 GIESSEN 01725 Paul Eberhard [Rheuma?1 Ä Hexenschuß. Gicht? 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Abgesehen von den kleineren Einsatzaufgaben, die täglich stundenweise in Haushalten und Geschäften, in der Altmaterialsammlung und in der Luftschutzausbildung erfüllt werden, waren allein im September 1 091 000 Jugendliche der älteren Jahrgänge über mehrere Tage oder Wochen für Kurierdienste in der Partei, bei der Verteilung von Lebensmittelkarten, im Hilfsdienst bei der Polizei, der Feuerwehr und dem Luftschutz, bei der Technischen Nothilfe, bei der Reichspost, im Telephon- und Kurierdienst der Wehrmacht sowie bei der Verpflegungsausgabe eingesetzt. Etwa 200 000 Jungen und Mädel halfen der Partei bei der Rückführung von Volksgenossen aus Hauplschriftlelter: Dr. Friedrich Wilhelm Lang^. Stellvertreter bei Hauptschriftleiter-Z: Ernst Biumschein, verantwortlich für Polltik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche UniveriitätSdruckerei R. Lange K. 0. BerlagSleiter: Dr.-Hng. Erich Hamann; Anzeigenleiter- Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. PI.Ne.S. Bestimmt zu hab. bei: y /iwme/na/u?. jegenwärtiaen Kriegspfingsten. Aber je größer die Not, um so höher muß man seinen Standpunkt in der Geschichte nehmen, je tiefer die Täler waren, lturch die wir hindurch mußten, um so mehr müssen »ir die Höhen im Auge behalten, die wir erklimmen wollen. „Ein neuer G e i st hat das deutsche 2olk erfüllt, hat es erweckt zu neuem Leden und hm die Kraft geschenkt zu Werken der Arbeit und su Leistungen auf allen Gebieten einer neuen ~ ....... sind." So Der Knegsemsatz her Hitler-Jugend. Prozent des Führerkorps der Hitler-Jugend Bekanntmachung. Laut Verordnung des Reichsarbeitsministers über das Arbeitsbuch vom 22. April 1939 müssen selbständige Berufstätige im Handel und Verkehr, in der Industrie und in sonstigen Wirtschaftszweigen, und deren mithelfende Familienangehörige, sowie Arbeitskräfte mit einem Entgelt von mehr als RM. 1000,— monatlich im Besitz eines Arbeits- buches sein. Anträge auf Ausstellung des Arbeitsbuches sind auf dem vorgeschriebenen Formular bis zum 10. Juni 1940 zu stellen. Formulare sind bei dem Arbeitsamt Gießen und seinen Neben- stellen zu erhalten. Die Anträge sind nach sorgfaltl- ger Ausfüllung und Beglaubigung durch die Orts- Polizeibehörde der örtlich zuständigen Dienststelle des Arbeitsamts Gießen, also den Nebenstellen oder dem Hauptamt zuzuleiten. 2337D Der Leiter des Arbeitsamts Gießen. Nonnenmann.__ Pfingsten 1940 Gießen-Meseck Möserstraße 61 Lollar (Mühle) Pfingsten 1940 Und dieser echte Pfingstgeist ist noch weiter gedrungen und hat mit Sturmgewalt auch die Herren derer erfaßt und durchdrungen, die durch unnatürliche Grenzen von uns getrennt waren, und hat sie wieder zurückgeführt, k/is sie alle wieder einmütig beieinander sind, wie einst am ersten Pfingsttag des Geistes. Das ist die Allgewalt des wahren Geistes, die keine Grenzen und Hindernisse kennt, sondern weht, wo und wie sie will. Das ist das Pfingstbrausen des deutschen Geistes, wie er auch jetzt wieder über die altgewordene Welt geht, sie zu erneuern zu einer wahren, wirklichen Gemeinschaft durch die Kraft des Geistes. Denn der Geist allein ist's, der die Gemeinschaft baut. Dieser Geist wird uns und unser Volk auch zu diesen Kriegspfinasten nicht anders finden, als wir durch die große Zeit geworden sind. Im Gegenteil, noch entschlossener und williger, noch stärker und fester, die so schwer errungene Einigkeit und Einheit zu halten und zu bewahren und auch durch .diese Probe und Bewährung, die das Schicksal von uns verlangt, hindurch zu tragen bis zur siegreichen Entscheidung. Diese Einheit wird niemand mehr zerreißen und zerstören können, denn sie ist das große Geistesgeschenk Gottes selbst an unser Volk. Seien wir selber nur jeden Augenblick dieser Gabe und Gnade würdig, dann soll sie auch nimmermehr von uns genommen werden. Dann feiern wir auch diese Kriegspfingsten mit freudigem, geisterfüllten Hrezen in der Kraft des Geistes, der unsere Ge- Straße. Lich, den 9. Mai 1940. Der Bürgermeister. Geil, Bekanntmachung. Die hlln-csl-uer ist für da- Rj. 1940 wie folgt festgesetzt worden: a) für Alt-Gießen: - 1. wenn der Beginn des Hundebesitzes in die Zeit vor dem . , _ ... 1. 10. 1940 fällt -- 36,— RM.l einheitlich für 2. vom 1.10.40 ab = 18,— RM. / jeden Hund t) in den eingemeindeten Vororten Gießen-Klein- Linden, Gießen-Wiefeck, sowie für Schiffenberg: 1. wenn der Beginn des Hundebesitzes in die 1. ?0.Ü1940 ^ällt = 24,— RM. \ einheitlich für 2. vom 1.10.40 ab - 12,— RM./ jeden Hund Die Zahlung der Hundesteuer erfolgt m vier gleichen Teilbeträgen, und zwar jeweils zum 1. 6., 1.9. und 1.12.1940 sowie 1.2.1941. Die Anforde- rungszettel über die Hundesteuer werden den Zah- lmgspflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt Derben _____ Gießen, den 6. Mai 1940. 2359C Der Oberbürgermeister: Ritter. Gewalten zum Trotz. Das ist unser froher Psingstglaube, mit dem wir M. Oderwiedersteoi sSüdharz) z. Z. im Felde in. Mal 1940 Bekanntmachung. Der auf den 14. Mai 1940 festgesetzte Rindvieh- und Ferkelmarkt, nebst Rindvieh- und Ziegenprämiierung fällt im Hinblick auf den Stand der Maul- und Klauenseuche im Kreis Gießen aus. Lich, den 7. Mai 1940. 2340D Der Bürgermeister. Geil. Brennholzverkauf. Montag, den 20. Mai, wird das für unsere ständigen Käufer in Lich bestimmte Brennholz aus den Distrikten: Meilbach, Komzebühl, Brunnenwald, Höhler, Hard und Lcmaeberg gegen Barzahlung innerhalb 4 Wochen öffentlich verkauft, und zwar rm Scheitholz Buche 119, Eiche 5, Fichte; Knüppel Buche 156, Eiche 47, Hartlaub 6, Kiefer 1, Fichte 4, Knüpvelreiser Eiche 33, Reisholz Wellen Buche 3000. Zusammenkunft 9 Ahr oorm. am Waldschwimmbad. Das Holz in der Meilbach und im Langeberg wird nicht vorgezeigt. 2361D jürftL Oberförfterd Lich, , . „ uns aufge- zwungenen Ringen wieder sagen. Ein wundervoll zroßer und starker Geist hat unser Volk ergriffen rnd geeint zu einer einzigen, unvergleichlichen Gemeinschaft in Freude und Leid, in Not und Tod. Diesmal ist es das ganze Volk, das den Marken Geist des Opfers und der Zucht, der Kraft ind der Liebe, der Brüderlichkeit und tiefsten inne- tn Schicksalsverbundenheit in sich ausgenommen nd zur Tat gemacht hat. Dieser Geist hat uns, wie einst jene Psingstjün- er, gelehrt, uns wieder zu verstehen und die geneinsame Sprache zu erkennen, die wir ja alle sprechen, die wir darinnen geboren sind. Jetzt ver- tand das ganze Volk wieder nach langen und dan- zen Zeiten innerer Verwirrung, was die redeten Md wollten, denen der Geist es gab, auszusprechen, mb die für das Neue, die wahre Volkseinheit, mit Dort und Tat zeugten. 01747 Tackt.,zuverläsf. Statt Karten Heinrich Schneider im Alter von 62 Jahren. In tiefer Trauer: Frohhausen (Lahn), den 10. Mal 1940. Die Beerdigung findet am 1. Pfingstfeiertag, 14% Uhr, vom Trauerhause aus statt. 01/68 Stadthagen, Giehen (Asterweg 41), Darmstadt, den 8. Mai 1940. 2345 D «2. Mietgesuche | [Stellenangebote Wir suchen laufend zum baldigen Eintritt Berufsfremde zur Umschulung für Metallberufe 2346 V 3226 V * Bewerbungen mit Zeugnis-Abschriften, Lebenslauf u.Lichtbild sind zu richten an: Am 6. Mai verschied in einem Reserve-Lazarett nach längerer Krankheit mein lieber, guter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel der Elisabeth Schneider, geb. Vormschlag Dora Schneider. Donnerstag, den 9. Mai entschlief sanft in dem Herrn nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, mein treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Pate Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Mai, vormittags 11 Uhr, in Gießen auf dem Neuen Friedhof statt. Die Stellung ist bei Bewährung mit Zuschuß und Provision ausgestattet. Mitführung sämtlicher Sachschadenzweige. Bei Eignung Teilnahme an den Versorgungseinrichtungen. Weitgehende Unter Stützung durch Organisations- oder Bezirksleiter. 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Auch damals konnte England und der englische Nachrichtendienst mit bewußter Unterstützung des neutralen Holland seinen Krieg mit den Mitteln der Zersetzung, Bestechung, Sabotage und Blockade führen, und zwar 1. unter dem englischen Nachrichtenoffizier T i n s - l e y (Reserveoffizier der R. N.) gegen das deutsche Heimatgebiet, 2. unter Admiral Gordon Campbell aeaen die deutsche Marine, 3. unter dem Major Wallinger und z 4. unter Hauptmann Cameron, beide für die englische Territorialarmee gegen die deutsche Front. Tinsley's Büro lief unter der Firma Uranium Steam Ship Comp. Unter seinen Mitarbeitern befand sich außer dem später emigrierten südafrikanischen Juden und Engländer Hauptmann Landau, der spätere Nachfolger Tinsleys P. C. £)., in Den Haag D a l t o n, der Engländer Service alias Saunders, u. a. Die Hauptarbeit in wirtschaftlicher Beziehung gegen Deutschland (Schwarze Listen usw.) lag beim Rotterdamer englischen Generalkonsul, dessen wichtigster Mitarbeiter der jüdische Handelsattache O p ° penheimer war. Wesentlichster Verbindungsmann der Engländer zu holländischen Behörden war damals der englische Hauptmann B e n n e t, der durch den holländischen Kommissar von Rotterdam van der Po Nachrichten über Deutschland und alle Hilfe polizeilicher Art erhielt. Die beste Unterstützung erhielten aber die Engländer seinerzeit schon durch den Vertrauensmann der holländischen Königin, den Polizeikommissar van TS a n f in Rotterdam, der nicht nur selber englisches Geld nahm, sondern als Vertrauter des holländischen Prinzgemahls Heinrich der Niederlande die Verbindung zu diesem herstellte. — Die Unterstützung des kostspieligen Lebens des Prinzgemahls mit englischen Nachrichtengeldern bildeten dann die letzte Sicherung für das reibungslose Arbeiten des englischen Nachrichtendienstes im „neutralen Holland". Es ist bekannt, daß nach dem Weltkrieg diese enge Arbeitsgemeinschaft mit dem neutralen Holland und mit dem heute neutralen Belgien nicht aufgegeben wurde, sondern bestens ausgebaut mit bestem Wissen und Billigung amtlicher Stellen immer weiter geführt wurde, und heute, den englischen Befehlen gehorchend, mit Hochdruck arbeitet. Die Organisation des Secret intelligente service, die mit ihren Offizieren, Vertrauensmännern und englischen wie ausländischen Agenten im englischen Weltreich mehr innerpolitische Funktion, ^außerhalb des englischen Weltreiches nachrichtendienstliche, wirtschaftlich-propagandistische und Sabotage- Funktionen politischer und militärischer Art ausübt, wurde bisher von dem am 4. 11. 1939 verstorbenen Admiral Sinclair (C. S. S.) geleitet. — Die Geschäfte hat zur Zeit sein ständiger Vertreter, Oberst Stewart M e n z i o s , übernommen. Das organisatorische Gerippe im englischen Reich wie in den außerenglischen Ländern bilden die sogenannten Paßstellen (Passport control Office p.c.o.), an deren Spitze jeweils erfahrene Nachrichtenoffiziere stehen, die zur Tarnung amtlich beglaubigte, diplomatische Beamte sind. Wie z. B. Dunderdale in Paris, Poarson in der Schweiz, war Major Stevens als Paßport-Control-Officer bei der englischen Gesandtschaft in dem Haag als deren erster Gesandtschaftssekretär offiziell beglaubigter Diplomat. Als wichtige Ergänzung dieser „amtlichen" Nachrichte nor-ganisntion der P. C. O. gibt es eine unmittelbar von London aus geleitete Sondercrrga- nisatio n im S. I. S. — zuweilen auch Z.-Organisation genannt —, in der eine maßgebliche Rolle der frühere PaßporbControl-Officer Colonel D a n s e y , jetzt in der Schweiz, spielt. Diese Sonderorganisation hat überwiegend politische Aufträge von besonderer Bedeutung. — Gleichzeitig obliegt ihr eine gewisse Form der internen Ueberwachung des Service selbst. — Die Z.-Organisation steht in Friedenszeiten in keinem Zusammenhang mit den P. C. O.s und kann im Kriege im Bedarfsfälle zur technischen Sicherstellung einer Kurierverbindung und zur Vermeidung von sich gegenseitig gefährdender Agenten-Doppelarbeit mit der P. C. O.-Organisation gekoppelt werden. — Dies hatte man in Holland durchgeführt. — Wichtiger Beauftragter dieser Z.-Organisation war der in Haft befindliche Mr. B e st mit dem Sitz In den Haag, der — wie bekannt — schon im Weltkrieg als Generalstabs- Hauptmann in Holland im englischen Nachrichtendienst tätig war. Cptn. B e st übte als Mann dieser Sonderorganisation unter ausgesprochener kaufmännisch-wirtschaftlicher Tarpung, unter Benutzung seiner jahrelangen Hollanderfahrung, seine Tätigkeit int Rahmen einer von ihm gegründeten Holding-Gesellschaft aus. Die Holding-Gesellschaft ist Aktien-Gesellschaft N. V. Haandelsdienst voor het continent, Continental Trade Service. — Fiomenteilhaber sind die Holländer H e u f und van der Willi k. — Sein Komplize war vor allem van der Willis der politischen Nachrichtendienst und aktive Spionage zu Ungunsten Deutschlands laufend verübte. Das Büro der Gesellschaft befand sich in den Haag, Nieuw Uitlege 15. Bests Arbeit ist typisch für die Methoden des englischen Geheimdienstes: die wichtigsten Auskünfte durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Verbindungen herauszuarbeiten: Seine Beziehungen zu holländischen Regierungsstellen, offiziell wie inoffiziell, waren äußerst gut und wurden verstärkt durch feine gesellschaftlichen Verbindungen, die ihm seine holländische Frau (Tochter des bekannten holländischen Generals van Roes) als Porträt-Malerin — sie malte den verstorbenen Prinzgemahl Heinrich und im Auftrage des englischen Königs die Prinzessin der Niederlande — schaffte, falls die kaufmännischen oder illegalen nicht ausreichten. Dor Kriegsbeginn stand Cptn. Best unmittelbar mit London bzw. mit dem Leiter der Z-Stelle in Brüssel (Dansey) in Verbindung. Dansey war im Laufe einer Woche drei Tage in London und jeweils drei Tage in Brüssel. Kurz vor Kriegsbeginn wurde Cptn. Best mit Major Stevens zur technischen Vereinfachung der Arbeit durch Befehl Londons zusammengekoppelt. Cptn. Best benutzte von diesem Zeitpunkt ab die technischen Vergünstigungen (Kurierweg, Code-Telegramm usw.) der PCO.- Dienststelle des Majors Stevens. In der Dienststelle des Majors Stevens sind tätig: 1. Cptn. Hendricks, früher belgischer Staatsangehöriger, jetzt Engländer, war Vertreter von Stevens. Er ist der Hauptoerbindungsmann als früherer belgischer Staatsangehöriger, der auch während des Weltkrieges in der belgischen Armee gedient hatte, zum belgischen Nachrichtendienst und dem PC.-Offizier Oberst Calthrope. 2. Cptn. Rodney Dennys, Die Tatsache des Zusammenwirkens der gemeinschaftlichen Tätigkeit des belgischen und französischen Nachrichtendienstes einerseits mit dem englischen Nachrichtendienst andererseits ist darüber hinaus u. o. daraus ersichtlich, daß der „ehemalige" englische Nachrichtenoffizier, Hauptmann Leslies M e l v i l e, und der „ehemalige" französische Nachrichtenoffizier Eptn. N e i x Verbindungsoffiziere ihrer Nachrichtendienste beim belgischen Nachrichtendienst sind. 3n Holland bedient sich der englische Nachrichtendienst, sofern er nicht in der Lage ist, deutsche Verräter anzuwerben, überwiegend holländischer Staatsangehöriger zur Erfüllung seiner Aufträge in und gegen Deutschland. Nach der gleichen Methode verfährt der S. 3. S. auch in Belgien, wo man sich überwiegend der Belgier bedient. Das englische System kann nur wirksam arbeiten, weil es die restlose Unterstützung und Billigung seiner Arbeit maßgeblichster, amtlicher, militärischer und politischer Stellen Hollands und Belgiens genießt. Aehnlich dem selbstverständlichen Nachrichtenaustausch zwischen Stevens und seinem französischen Kollegen in Holland, Major Trutat, über alle militärischen und politischen Nachrichten aus Deutschland (Stevens war vor Dienstantritt in den Haag zur Information in Paris, im deuxieme bureau bei Oberst Rivet und Oberst Sesser) hatten auch Stevens und Trutat mit Genehmigung des Oberkommandos der holländischen Land- und Seestreitkräfte einen gleichen Austausch mit den inzwischen aus seinem Dienst entlassenen Chef des holländischen Informationsdienstes im Niederländischen Generalstab, Generalmajor van Oorschot, vereinbart. Erleichtert wurde diese Aufgabe dadurch, daß Oorschots Frau Engländerin und er selber Vorsitzender der Holländisch-englischen Gesellschaft in den Haag ist und jedes Jahr seinen Urlaub mit Admiral Sinclair (C. S. S.) und Cptn. Howard in England verbrachte. General van Oorschot hat Stevens die Bekanntschaft des Juden van B tanke n st e i n , eines fanatischen Deutschenfeindes, vermittelt, und zwar in voller Kenntnis der Tatsache, daß Stevens nachrichtendienstliche Verbindungen gegen Deutschland suchte. General van Oorschot hat mit ihm sogar eingehend über die Eignung des van Blankenstein als Nachrichtenagent und seine Zuverlässigkeit im britischen Sinne gesprochen. General van Oorschot trat stets gegen jedermann als wichtiger und ehrenwerter Zeuge für die ausschließlich gegen Deutschland gerichtete Tätigkeit des britischen Nachrichtendienstes in Holland ein. Dieses Bild wird durch die Tatsache abgerundet, daß der Leiter des holländischen Nachrichtendienstes, der Angehörige des holländischen Generalstabes van Oorschot, für den britischen PCO. in den Haag, die Agentennummer 930 führte. Daß aber nicht nur das Oberkommando der holländischen Land- und Seestreitkräfte bewußt mit England gegen Deutschland arbeitete, sondern auch andere maßgebliche Stellen gleichfalls mit England 'zusammenwirkten, erhellen folgende Tatbestände: Der holländische 3ustizminisler des 3ahres 1938, Dr. Goefeling, war es, der auf Ersuchen des holländischen Generalstabes dem Wunsch Sievens' entsprechend die Enthaftung des im Auftrage Englands arbeitenden und in Dänemark wegen englischer Spionage verhafteten Emigranten und Schiffssaboteurs Poetfch veranlaßte Poetsch unterhielt im Auftrage des englischen Nachrichtendienstes ein ausgebautes Netz von Saboteuren, il, LOW COUNTRY FORTS FLOOOAOLE AREAS Diese Karte veröffentlichte vor kurzem die englische Zeitung „News Chronicle". Sie sollte den Lesern die umfangreichen Befestigungen vorführen, die die Belgier und Hollander gegenüber der deutschen Grenze errichtet hatten. Man sieht, daß alle Werke ausschließlich gegen Deutschland gerichtet sind, während die Grenzen nach Frankreich und die Küste gegenüber England vollständig offen sind. Wie aus den Veröffentlichungen der Reichsregierung hervorgeht, hatten diese Staren ja auch keinerlei Absicht, sich gegen einen Einmarsch der Enaländer und Franzosen zu wehren und im Verlauf des bisherigen Krieges auch bewiesen, daß sie in zahllosen Fällen britischen und französischen Flug« zeugen die Ueberfüegung ihres Gebietes gestatteten. Ihre „Neutralität^ stand also ausschließlich im Dienste der West möchte und sollte nun die Möglichkeit zu einem Vorstoß auf das deutsche Ruhrgebiet eröffnen. Diesem britisch-französischen Angriffsplan ist die große deutsche Aktion im Westen nunmehr zuvorgekommen. (Scherl-Bilderdienst-M. bzw. Autoflex.) men b e ft a n b, hat einwandfrei bie feindliche Haltung der belgischen Regierung bewiesen. Ein solches Entblößen einer Grenze kann nur mit Vereinbarung der an den Grenzen stehenden Mächte, also der Westmächte, durchgeführt worden fein. Dementsprechend haben die weiteren von Belgien ergriffenen Maßnahmen bestätigt, daß die schnell- beweglichen französisch-englischen Truppen mit bel- aischer Unterstützung beschleunigt auf belgischem Hoheitsgebiet, und zwar an der Nordost- und Ostgrenze gegen Deutschland eingesetzt werden sollen. Die letzten eingegangenen Nachrichten erbringen den Beweis, daß n u iHn ehr in kürzester Frtst mit dem Beginn der englisch-französischen Offensive über Belgien und Holland gerechnet werden muß. So besagen die letzten Meldungen aus Brüssel, daß bie EnMänder sich in Belgien und Holland „nicht wieder von den Deutschen zuvorkommen lassen würden". Darüber hinaus steht fest, daß die unmittelbare militärische Vorbereitung des Angriffs durch Entsendung englisch-französischer Vorkommandos auf belgisches Gebiet bereits im vollen Gange sit. Außerdem zeigt bie Frontrichtung des niederländischen Aufmarsches und die Gleichzeitigkeit von niederländischen Sperrmaßnahmen gegen Deutschland die enge Zusammenarbeit zwischen dem belgischen und holländischen Generalstal), die auch aus anderen Quellen bestätigt worden -st. ‘ . Die Sage an der deutschen We st grenze hat mit Beginn des Frühjahrs und der damit verbundenen Verbesserung her Gelände- und Witte- rungsverhältnisse einen bedrohlichen Charakter angenommen. Die Westmächte wollen daher jetzt von ber angeblichen Voraussetzung eines von ihnen in Wirklichkeit dringend erhofften deutschen Einmarsches absehen und ihrerseits in nächster Zeit über belgisches und holländisches Gebiet gegen Deutschland vorgehen. Die Unterlagen und Belege für die in diesem Bericht angeführten Tatsachen liegen dem Oberkommando ber Wehrmacht vor. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, gez. Keitel. Frontarbeiier neben dem Frontsoldaten. Berlin, 11. Mai. (DNB.) Reichsminister Dr. Todt erließ an die Frontarbeiter des Westwalles folgenden Aufruf: Frontarbeiter! Mit dem Einmarsch unserer Soldaten ist die Stunbe für die Bewährung des We st walles gekommen. Es wird sich zeigen, daß ihr nicht umsonst fast zwei Jahre lang Tag und Nacht eure Pflicht als Frontarbeiter erfüllt habt. Nun hat die deutsche Waffe das Wort. Ihr aber müßt bereitstehen, dem deutschen Soldaten neue Stellungen für seinen Kampf zu bauen. So wie wir alle von unserem Siea überzeugt sind, so weiß ich, daß wir auch die kommenden Aufgaben mit gleicher Kraft und Ausdauer lösen werden. Der Frontarbeiter wird dem Frontsoldaten immer zur Seite stehen. Das fei die Parole der Organisation Todt in dem nun beginnenden Kampf. Es lebe ber Führer! (g*3.) Dr. Todt. Reichsaußenminister v. Ribbentrop gab bie Memoranden der Reichsregierung bekannt. H ■W. < >: W Ä * Freitagmorgen hatte Reichsaußenminister v. Ribbentrop im Bundesratssaal des Auswärtigen Amtes bie Vertreter der in» und ausländischen Presse empfangen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Feindliche Lügen über den Einsatz der deutschen Fallschirmjäger. Berlin, 10. Mai. (DNB.) In der letzten Zeit mehrten sich in gewissen ausländischen Blättern Meldungen über den angeblich beabsichtigten Einsatz von Fallschirmjägern der deutschen Luftwaffe im holländischen Gebiet. Sie ließen erwarten, daß diese Behauptung auch in der Feind- Propaganda auftaucht. Die Erfahrungen aus dem polnischen Feldzug haben gelehrt, daß derartige Meldungen sehr zur Beunruhigung und Aufhetzung der Bevölkerung dienen. Der polnische Rundfunk hat bekanntlich die Bevölkerung aufgefordert, alle Fallschirmjäger zu fassen und als Spione zu behandeln. Dies hat dazu geführt, daß die nicht nur von polnischer Soldateska, sondern auch von ber Zivilbevölkerung mißhandelt wurden, die aus b e - schädigten Maschinen abspranaen und sich retteten, aber nichts mit Fallschirmjägern zu tun hatten. Die Fallschirmjäger bilden eine reguläre Truppe, wie jede andere Waffengattung der Wehrmacht und versehen den Dienst in der vorgesehenen Uniform, die den Erfordernissen ihres Einsatzes angepaßt ist. Diese Uniform ist weder mit Zivilkleidung noch mit der Uniform fremder Heere zu verwechseln. baß z. B. schon am 30. 9. auf bem niederländischen Flugplatz Schipol sechs englische Militärflugzeuge zum Tanken gelandet sind. Nach einer Meldung vom 2. 2. 1940 liefert die Flugzeugfabrik Koolhoven, Rotterdam, Flugzeuge nach Frankreich Die Flugzeugteile werden in Poissy westlich Paris von französischen Arbeitern unter Anleitung holländischen Personals von Koolhoven montiert. Arn 8. 3. 1940 wird von einem Angehörigen ber holländischen Flakartillerie gemeldet, daß mit Flak auf befreundete Flugzeuge (gemeint Westmächte) nicht geschossen wird, um diese zu treffen, sondern nur, um sie aufmerksam zu machen. Als besonders schwerwiegend müssen aber bie zahlreichen Neutralitätsverletzungen durch lieber» fliegen niederländischen Hoheitsgebietes angesehen werden, bei denen keine genügende oder überhaupt keine Abwehr stattgefunden hat. Sie werden ergänzt durch mehrere andere neutralitätswidrige Handlungen und durch Beobachtung von Leuchtsignalen, die auf niederländischen Boden für bri- njche Flugzeuge gegeben worden sind. 4. Auf dem Gebiet der Wirtschaft nimmt Holland auf den Druck Englands hin ebenso eine völ - Hg einseitige Haltung gegen Deutschland ein. 5. Zusammenfassend ist festzustellen, daß die Niederlande entgegen ihrer Betonung des Neutrast- tötswillens in ihren Handlungen sowohl auf dem Gebiete der Land- wie der See- und Lustkriegführung einseitige und damit feindselige Wahnahmen gegen Deutschland ergriffen haben. 6. Infolge der Entwicklung der militärischen Lage in den letzten Wochen ist die Wöglichkeit englischer Landung in Holland besonders bedrohlich geworden. Bereits am 18. 4. meldet der deutsche Willkär- Atlachä in Den Haag, daß in der Nacht vom 14. auf den 15. und vom 15. auf den 16. 4. von See aus Bewegungen englischer Schiffe auf die holländische Küste zu gemeldet wurden. U. a. wurde ein großes englisches Kriegsschiff auf der Fahrt entlang der Küste von hoek van Holland nach Den Helder gesichtet. In der Nacht vom 13. auf den 14. April sind aber schon britische Torpedojäger in holländische hoheitsgewäsier eingefahren. In den letzten lägen gehen laufend Meldungen ein über Transportbewegungen vonden französisch . englischen Kanalhäfen nach Nordosten. Da der norwegische Kriegsschauplatz infolge der Räumungsmaßnahmen der Westmächte für eine Welterverschiffung nicht mehr in Frage kommt, ist die Möglichkeit der Landung der bereits eingeschifften, aber auch der aus Norwegen zurückgekehrten Truppen auf holländisches ober belgisches Hoheitsgebiet in bedrohlichste Nähe gerückt. Dafür spricht auch die eben verfügte Sperrung der Handelsschiffahrt im englischen Kanal. Schließlich ist am 3. Mai dieses Jahres folgende Meldung eingegangen: „Seit 29. 3. ist eine größere Zahl Zivilpersonen in Utrecht zu beobachten, bei denen es sich um e n g l i s ch e und französische ober belgische Offiziere handelt. Sie sind ständig in Begleitung niederländischer Offiziere. Eine Gruppe dieser Herren hat in mehreren .Kraftwagen die Stadt in Richtung nach Osten verlassen. Aus diesmal befanden sich niederländische Offiziere in ihrer Begleitung." Es ist offenkundig, daß es sich bei den in dieser Meldung erwähnten Zivilisten um englische, französische unb belgische Verbindungsoffiziere zum niederländischen Oberkommando handelt. c) Zusammenfassung. In den letzten Wochen ist es immer mehr zur Gewißheit geworden, daß französisch-englische Maß- nahmen, wie Massierung ber motorisierten und Panzerdivisionen an der belgischen Grenze, Verstärkung auf dem linken Flügel durch nordafrikanische Angriffs-Divisionen, Landung kanadischer Einheiten auf französischem Boden u. a. einen in der nächsten Zeit bevorstehenden Angriff ber Westmächte über belgisch-holländisches Gebiet auf Deutschland vorbereiten. Trotz dieser für Belgien bedrohlichen Tatsachen, sind belgischerseits gegen Frankreich keinerlei Maßnahmen ausgelöst worden. Der Aufmarsch blieb einseitig gegen Deutschland gerichtet, obwohl angebliche „alarmierende" Nachrichten Monate hindurch keinerlei Bestätigung fanden. An ber belgisch-französischen Grenze wurden die Straßensperren im ganzen Gebiet bis zum Meer beseitigt, während gleichzeitig gegen Deutschland erhebliche Verstärkungen unb Verschärfungen an ber Grenze oorgenommen wurden. Die belgisch-französische Grenze steht damit einem überfallartigen Einmarsch der Westmächte jederzeit offen. Ausschlaggebend ist dazu die innere Einstellung besonders Belgiens, die nicht als neutral, sondern als einseitig gegen Deutschland zu bezeichnen ist. Erst so erklärt sich die Begründung, die belgischerseits dem einseitigen Aufmarsch gegen Deutschland und ber Aufhebung' der Sicherungsmaßnahmen gegen Frankreich trotz des für Belgien bedrohlichen Aufmarsches des französisch-englischen Stoßflügels an ber belgischen Grenze gegeben wird. Diese Begründung geht dahin, daß Belgien sich nur von einem deutschen Aufmarsch bedroht fühle. Der französisch-englische Einmarsch und seine un- leugbare Begünstigung durch Belgien habe immer ein deutsches Eindringen zur Voraussetzung. Hierin liegt die Unaufrichtigkeit, die den Zweck verfolgt, die von Belgien begünstigten Angriffsabsichten Englands und Frankreichs zu verschleiern. Das plötzliche Umgruppieren der belgischen Kräfte an die Ostfront, mit dem 2. 10. 1939, obwohl keine Bedrohung durch de utsche Maßnah- OMME RZ BAN K K T । e N G E S E L L S A F T KAPITAL UND RESERVEN 90 MILLIONEN • RUND 360 GESCHÄFTSSTELLEN IM REICH Gemäß Beschluß der Hauptversammlung vom 30.3.1940 ist der Name Commerz- und Prhrat-Bank Aktiengesellschaft in Commerzbank Aktiengesellschaft geändert worden w 7 Alle Frauen, die Bernard&Sohn Stoffspezialhaus Plockstr. 14-16 Gießen Plockstr. 14-16 stellen und gerne eine Antwort darauf hören. 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Die Vordrucke sind bei der vorgenannten Industrie- und Handelskammer erhältlich. Die Prüfungsgebühr beträgt für Teilnehmer an der Kaufmannsgehilfenvrüfung NM. 3.— le Lehrling, für Teilnehmer an der Facharbeiter- u. Lehrabschlußprüfung RM. 6.- ie Lehrling. Die Prüfungsgebühr ist mit der Anmeldung durch Ueber- weisuny auf das Postscheckkonto der Kammer: Frankfurt/M. 61 599 zu entrichten. 2360d Industrie- und Handelskammer Gießen. Uebungsttätte Gietzen Bei genügender Beteiligung werden a b sofort folgende LKtzVOKMKWMNftKN , in Gietzen durchgeführt: A) Kurzschrift und Maschineschreiben Dauer in Doppelstunden Gebühr 1. Kurzschrift I (Anfänger)............ 20 2. Kurzschrift II (60-100 Silben)...... 20 3. Kurzschrift III (Eilschrift - Einführung, 100-120 Silben).................. 20 4. Kurzschrift IV(Eilschrift-Praxis, 120 bis 20 140 Silben)........... 20 5. Kurzschriftliche Uebungsgerneinschaft (140 Silben aufwärts)............. 20 6. Maschineschreiben I (Anfänger)...... 20 7. Maschineschreiben II (Praxis)....... 20 RM. 8.50 „ 8.50 „ 8.50 „ 8.50 „ 8.50 „ 4.50 „ 10.50 „ 10.50 B) Andere kaufmännische Kenntnisse 8. Buchführung für Anfänger (Doppelte Buchführung)..................... 20 9. Doppelte Buchführung für Fortgeschr 20 10. Doppelte Buchführung (Abschlußtechnik).................. 20 11. Einfache Buchführung f. Kleinhandelsund Gewerbebetriebe.............. 15 12. Lohnbuchführung.................. 10 10.50 8.50 10.50 7.50 6.50 C) Eisen und Metall 13. Technisches Zeichnen, Stufe I....... 20 14. Technisches Zeichnen. Stufe II...... 20 15. Technisches Rechnen, Stufe I....... 20 16^Technisches Rechnen Stufe II...... 20 17. Elementare Mathematik............ 20 18. Werkstoffkunde.................... 15 19. Gebrauch des Rechenschiebers ....... 6 10.50 10.50 10.50 10.50 8.50 7.50 5.50 Sämtliche Lehrgememichaften, mit Ausnahme von Kurzschrift und Maschineschreiben, werden sofort nach Vorliegen genügen der Anmeldungen eingesetzt und durchgeführt. Schnellste An- meldung ist daher unbedingt erforderlich. Auf der Dienststelle der DM., Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, wird jedem rnteressterten Volksgenossen Einblick in die Stoffverteilung der betreffenden Lehrgemeinschaft gewährt, wie überhaupt ieder Volksgenosse eingehend beraten wird. Die Anmeldung muff daher persönlich vorgenommen werden. Mit der Anmeldung rsl dre Teilnehmergebühr zu zahlen. a852o PQLQST____Giessen Unser Pfingst-Programm bis 2. Feiertag einschließlich: Gustav Ucickys Meisterwerk der Wien-Film und Ufa 2357 a mit HEINRICH GEORGE und HILDE KRAHL Ein filmisches Kunstwerk, das jeden MW Beiprogramm Neueste Ufa-Tonwoche Spielzeiten täglich 4, 6, 8.30, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr ’^ensagenwas Die kleine mit den großen Vorzügen General vertrieb Baums & Treibig Gießen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700. (492A 111111111111111111111111111111 Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel en'decken ihre Waldheimat. 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Und Niels zog Deicke an sich und küßte sie. Sie hielt ganz still. Auch noch beim zweiten und dritten Kuß. „Wollen zurückgehen!" sagte sie dann. „Es wird kalt." Niels hielt sie noch einen Augenblick fest. „Wollen wir unsere Verlobung schon heute bekanntgeben?" fragte er. „Du bist verrückt!" Niels stand da wie ein geschlagener Junge. „Wann denn sonst?" Er sah das Blitzen ihrer Augen trotz der Dunkelheit. Deicke riß sich seinen Zweig von der Brust und warf ihn hin. „Wann der Weidenbusch da hinter uns Apfelblüten trägt!" Dann lachte sie noch einmal auf und lief davon. Zum Tanzsaal zurück. Niels folgte ihr ein Stück. An der Wegkreuzung bog er ab und ging heim. Mit wem sollte er tanzen? Bald darauf wurde Niels vom Heeresdienst entlassen. Er machte sein Examen und trat eine Verwalterstelle an. Ein paar Monate drauf brach der Krieg aus. Niels kämpfte in Polen und wurde verwundet. Nachher stand er im Westen. Als Pfingsten kam, bekam er Heimaturlaub. „Willst du nicht tanzen gehen?" fragte seine Mutter am Nachmittag. „Mit wem soll ich tanzen?" „Es gibt Mädels genug." Er schüttelte den Kopf. Was gingen ihn die Mädels an? Er hatte genug von der einen. Und dann, spät am Abend, als Mutter und Vater schon im Bett waren, machte er sich doch auf den Weg. Schon aus langer Weile. Vielleicht traf man auch einen Kameraden? Pfingsten war diesmal früher im Jahr als sonst. Trotzdem wehte vom Land her ein warmer Wind. Der Apfelbaum vom vorigen Jahre zeigte bereits die ersten Blüten. . Der Vollmond hatte erst ein ganz kleines Streif- chen von seiner Rundung abgegeben und stand leuchtend am Himmel. lscheld »aller Nicht ld bei uchea« ichieU' i5 der Ligen- rhans. 22080 Issel- ich- „Gewiß", sagte er schließlich, „man sollte auch an das denken, was später sein wird. Aber bei mir ..." Er brach ab. Schwieg eine Weile. Beendete zuletzt den Satz: ,Lch hoffe, ich komme gesund heim." Sie waren an die Waldkante gelangt. In der Ferne glänzte der Rumer See im Mondlicht. „Wollen uns einen Augenblick auf die Bank setzen?" bat Deicke. Niels blieb vor ihr stehen. Irgend etwas zog seine Aufmerksamkeit auf sich — irgend etwas da im Dunkeln, da, an dem Wei- denbusch. „Was ist das?" fragte er. „Kannst du das erkennen, Deicke?" Sie blickte ihn voll an. In ihren Augen stand der Mondglanz und gab ihrem Gesicht einen seltsamen unirdischen Schein. „Apfelblüten!" sagte sie leise. „Ich hab' sie angebunden.^ Niels blickte ihn eine Weile lang an und grübelte vor sich hin ... Der Orion leuchtete. Irgendwo raschelte es im Gebüsch. „Vielleicht ein Vogel?" dachte Niels und hatte dabei das Gefühl, als habe er das alles schon einmal erlebt. In der Luft zitterte ein Duft. Ganz fein war er. Mehr eine Ahnung von Geruch, als ein Geruch selbst. „Flieder!" dachte er und machte um den Gasthof einen Bogen. Er wollte allein fein. Jetzt keine Menschen! Keinen Biergeruch! Keine Tanzmusik! Er schlug den Weg auf das Rumer Wieck hin zu. Da war er einsam. „Niels!" sagte da plötzlich eine Stimme. Es war, als ob eine Hand nach seinem Herzen griffe. Dann hatte er sich in der Gewalt. „Guten Tag, Deicke/ Sie ging neben ihm ohne zu fragen und hielt mit ihm Schritt, auch als er weiter auszuholen begann. „Ich wollt' dir zur Beförderung Glück wünschen". cd im Aichig bis Esche- stplatz Wald- Vogelsang und Tonkunst. Die gefiederten Sänger des Frühlings find roic« der bei uns eingekehrt, und das Wunder des Vogel« sangs erregt von neuem unser Staunen und Entzücken. Was das Stimmorgan der Vöael von dem aller übrigen Wirbeltiere so auffallend unterscheidet, ist das Vorhandensein eines zweiten Kehlkovfes, der sog. Syrinx, der allgemein als Neuerwerbung in der Reihe der Vögel ausgefaßt wird. Aber außer dieser automatischen Grundbedingung sind auch psychische Eigenschaften wirksam, um die Gesangskunst des Vogels zu entwickeln. Zweifellos hängt diese Kunst mit ihrem Liebesleben zusammen, was schon daraus hervorgeht, daß gerade die äußerl'ch unscheinbarsten Vögel, wie Nachtigallen und Sprosser, die sich durch ihr Gewand den Weibchen n cht verführerisch genug darstellen, dafür mit den süßesten Liedern aufwarten können, während die farbenprächtigen Tropenvögel in ihrer Singsähigkeit art unsere heimischen Sänger nicht heranreichen. Da aber viele Vögel ihren Gesang auch über die Paarungszeit hinaus fortsetzen, so müssen auch noch andere Ursachen dafür vorhanden sein. Es kann sich sowohl um Ausdruck eines Spielbetriebes handeln als auch um eine Art Vor- und Einübung. Denn! obgleich der Singinstinkt sich vererbt, so ist doch der Vogel nicht von Anfang an ein vollkommener Sänger, sondern er singt auch, um die Kunst allmählich immer vollendeter zu erlernen. Man könnte daher von einem Gesangsunterricht sprechen, den diü Vögel sich selbst erteilen. Ueberhaupt ist ja die Ueber- einstimmung der Elemente des Vogelsangs mit der menschlichen Tonkunst überraschend. In den Liedern der Singdrosseln, Nachtigallen usw. lassen sich direkte Gesetzmäßigkeiten von Jntervallbildung, Rhythrni- sierung, Tempo und Dynamik nachweisen. Darum ist der Vogelsang immer wieder in Kompositionen nachgeahmt worden. Beethoven verwendet Im zweiten Satz seiner Pastorale nicht nur die Stimmen von Nachtigall, Wachtel und Kuckuck, sondern in freierer Weise auch das Motiv des Rotkehlchens. Im dritten Satz hat er die Triolen der Kohlmeise nachgeahmt, ebenso wie Bruckner im ersten Satz seiner romantischen Sinfonie. Im zweiten Akt des „Siegfried" stellt Wagner die Stimmen von Pirol, Goldammer, Baumpieper, Nachtigall und Schwarzamsel durch Flöte, Oboe und Klarinette dar. Ebenso haben Löwe, Schubert, Weber, Haydn und zahlreiche andere in ihren Tonschöpfungen Dogelstim- men mit größter Naturwahrheit nachgeahmt. C. K? Apfelblüten. Von Helmuth M. Böttcher. Voriges Jahr, gerade am Pfingstsonntag, hatte es angefangen. Kein Mensch dachte damals an Krieg. Die Mädels saßen mit den Burschen um den Wirtshaustisch, tranken Wein oder Bier und knabberten, längst Übersatt, an den Leckereien, die aus lockeren Taschen immer wieder gespendet wurden. Dann begann die Musik den nächsten Tanz mit einem neuen Tusch, glühende Gesichter beugten sich zueinander, heiße Lippen flüsterten verliebte Worte, dicht gedrängt schoben sich die Paare durch den Saal. Niels Fehrner, der Lehrerssohn aus dem Nachbarort, tanzte mit Deicke Dahnert. Zum zehnten Mal? Zum zwölften Mal? Wer sollte das zählen? Er war auf Urlaub und trug die graue Soldatenuniform, die ihn heute noch schmucker erscheinen ließ als sonst. Auch Deicke schien ihre Freude an ihm zu haben. Denn Niels sah in seinem Waffenrock mit dem hohen Kragen gut aus. Deicke Dahnert lachte und zeigte ihre weißen Zähne. Sie würde ihrem Manne mal einen Erbhof in die Ehe bringen; vierhundert Morgen unter dem Pflug, siebzig Morgen Wiesen, dazu den See hinter dem Rumer Wieck. Wer das von sich sagen kann, der weiß, wie weit er zu gehen hat. „Wollen ein bißchen raus an die Luft!" schlug Niels vor. „Uns abkühlen." Der Nachthimmel war voll von Sternen. Irgend wo im Gebüsch raschelten ein paar Vögel. Aus Richtung des Rumer Wieck kam ein kalter Nordost. Deicke schmiegte sich fester an Niels. Es war bloß, weil sie fröstelte. Vor dem Mond stand eine Wolke. Die Luft quoll über vom Duft des Frühlings. Sie gingen ein Stück nebeneinander her. Einmal, im Vorüberschreiten griff Niels in den tief herabhängenden Ast' eines Apfelbaumes, knickte einen blütenschweren Zweig heraus und steckte 'thn Deicke vor die Brust. Sie atmete tief auf, aber sie sagte nichts. Sie schritten zum Wald hin. Da war man gegen den Nordost geschützt. „Und was wirst du machen?" forschte Niels. „ Deicke hob die Lippe hoch: „Ich hab's nicht eilig. Heber ihnen stand der Orion und funkelte. Hinter ihnen atmete ein Weidenbusch. Es war ein ganz leiser Hauch. Wer Niels spürte ihn. Nr. 109 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) 5amstag,U.Mil946 Der Reichssportführer ordnet im Einver-r in der Industrie und in sonstigen Wirtschaftszweigen, und deren mithelfende Familienangehörige sowie Arbeitskräfte mit einem Entgelt von mehr als 1000 RM. monatlich, zur Antragftellung auf. Die' für die Antragstellung vorgeschriebenen Formulare! sind beim Arbeitsamt und seinen Nebenstellen ab« und der Gießener Radfahrervereinigung Gießen—Grünberg und zurück. Graziöse Leibesübung auf Rollschuhen. (Aufnahme: Preis, Gießen.) bereits berichteten, wird am ersten wie auch am zweiten Feiertag ein reiches Programm geboten, das jedem Volksgenossen, der der Leibesübung noch fern steht, etwas geben soll. Der Sonntag bringt vormittags auf der Rollschuhbahn einen bunten Vorführungsreigen. Die Rollschuhläufer und -läu- ferinnen werden Pflicht- und Kürübungen in Gemeinschaft zeigen, außerdem werden die Beteiligten auch einzeln je eine Kür laufen. Darüber hinaus sind Korbballspiele zu sehen, an denen sich voraussichtlich die jungen Kameradinnen im Mto. und VfB.-R. beteiligen werden. Mädchen im BDM. werden außerdem mit Volkstänzen zur Verschönerung beitragen. Der Vormittag des zweiten Feiertags wird (auf dem Universitätssportplatz) der Leichtathletik gewidmet sein. Die Ausschreibung für die verschiedenen Wettbewerbe veröffentlichten wir bereits. An diesen leichtathletischen Uebungen soll sich jeder beteiligen, der sich dazu in der Lage fühlt. Der Nachmittag bringt den Höhepunkt der Veranstaltung. Es fallen die Entscheidungen in den leichtathletischen Wettbewerben und in den Staffeln. Außerdem wird der Entscheidungskampf um die Handball-Bereichsmeisterschaft zwischen To. Hochelheim und Kassel-Bettenhausen durchgeführt. Ob das vorgesehene Fußballspiel zwischen einer Stadtmannschaft und einer Elf der Wehrmacht stattsinden kann, steht noch nicht endgültig fest. Tennisturnier „jeder gegen jeden". Im Rahmen der während der Pfingsttage stattfindenden Wettkämpfe des NSRL. ist auch ein Tennisturnier „jeder gegen jeden" vorgesehen. Das mb! ild. Kor» liere rner eien» M geb. ilutig nehmen mit den zuständigen Stellen an: „Die Pfingsttage der deutschen Leibesübungen die« nen der deutschen Volkskraft. Sie sind deshalb durchzuführen. In ihrem Rahmen und in ihren einzelnen Darbietungen haben sie dem Ernst der Zeit zu tmtfgredjen/' Ein Pfingsten -er Leibesübungen Anordnung des Reichssportführers: pfingstveranstaltungen des werden durchgeführt. auch das Ziel. Die Strecke für die Fahrer des 30 Kilometer-Rennens führt Gießen—Reiskirchen— Lindenstruth bis zur Straßengabelung nach Harbach. Dort ist Wendepunkt. Die Fahrer der Klasse! fahren. Turnier wird vom Gießener Tennisklub 1922 ver« anstaltet. Die Teilnahme ist aber auch für Spieler möglich, die nicht Mitglieder des Klubs find. Das Turnier findet auf der schönen städtischen Platzanlage hinter dem Schützenhaus statt und beginnt bereits am Pfingstsamstag. Die Zuschauer werden interessante Kämpfe zu sehen bekommen, zumal der Tennisklub durch mehrere Spieler der Wehr« macht wieder erheblich verstärkt worden ist. Radrennen — Radballspiele. Auch der Radsport will an den beiden Psingst- feiertagen nicht untätig fein, wenn die anderen Mitglieder des NSRL. dem Ruse unseres Reichs« sportführers folgen. Die Gießener Radfahrervereinigung von 1885 startet am 1. Pfingstfeiertag mit verschiedenen Mannschaften zu den Radballspielen. Wenn es auch den Mitgliedern seither an Trainingsmöglichkeiten fehlte, so wird doch ein jeder sein bestes tun, um den Zuschauern die Feinheiten des Radballspieles zu zeigen. Am 2. Feiertag morgens findet der Start zu den verschiedenen Rennen statt. Punkt 8 Uhr starten die Hitlerjungen zum „ersten Schritt" über 30 Kilometer. Es fino die Jahrgänge, die 1925 und 1926 geboren sind und noch keinen öffentlichen Wettbewerb im Radfahren auf der Landstraße bestritten haben. Die Zugehörigkeit zum NSRL. oder einem Sportverein ist nicht erforderlich. In der Klasse I, Jahrgang 1922 bis 1924, wird die Strecke auf 50 Kilometer erweitert. Der Start ist um 8.30 Uhr. Die Art des Fahrrades wird nicht vorgeschrieben, jedoch muß es den polizeilichen Bestimmungen entsprechend mit helltönen« der Glocke, Rückstrahler und zwei sicher wirkenden Bremsen versehen sein. Die Benutzung von Gangschaltungen ist verboten. Jeder Fahrer startet in HJ.-Sportkleidung. In jeder Klasse gibt es Massenstart. Fahrer mit Wulstreifen erhalten für je 10 Kilometer eine Vorgabe von 30 Sekunden. Fahrer mit Drahtteifen für je 10 Kilometer eine Vorgabe von 15 Sekunden gegenüber Fahrern mit Schlauchreifen. Die Fahrer Der Radfahrervereinigung starten um 9 Uhr zum 50-Kilometer-Rennen. Sämtliche Starts sind am Schützenhaus. Dort ist Der Reichsbund für Leibesübungen, der vom Reichs-Sportführer den Auftrag erhalten hat, trotz mancher Erschwernisse, die aktive Ausübung der Leibesübungen auch im Kriege zu gewährleisten, wird an den beiden Pfingstfeiertagen mit größeren sportlichen Veranstaltungen hervortreten. Wie wir Die Bevölkerung wird diesen Maßnahmen, die lediglich bezwecken, eine reibungslose Feldpostversorgung für später sicherzustellen, das notwendige Verständnis entgegenbringen. BOM., Untergau 116, Wetterau. Stelle für Leibeserziehung. Betr. Sport an Pfingsten. Die Veranstaltung beginnt am ersten Feiertag um 14 Uhr am Schwanenteich auf der Rollschuhbahn. Die Wettkämpfe am zweiten Feiertag beginnen um 8 Uhr auf dem Univerfitätsfportplatz. Ich erwarte eine gute Beteiligung sowohl am Sonntag, als auch Montag bei den Wettkämpfen. Es kann sich jedes Mädel daran beteiligen, ob in einem NSRL.-Der- ein ober nicht. Sonntags machen wir auf der Rollfchuhbahn auch Iungmädelfpiele. Wer mitmachen will, kommt um 14 Uhr dorthin. Vom-Haus zu Haus führt der Heifchegang, um die Gaben mit dem Heifchelied, das auf eine uralte U'eberlieferung zurückgeht, einzuheimsen ober auch, laus sie nicht gutwillig gegeben werben, mit der Gerte einzutreiben. Ist Der Rundgang beendet, zieht das „Laubmännchen" mit der Kinderschar hinaus aus ben Friedhof, um die Krone des Laubmännchens (aus den Blütenzapfen des Knöterich über Hasel- bugel gebunden) dem zuletzt gestorbenen Kind des Dorfes aufs Grab zu setzen. Dann aber beginnt für die Kleinen die Hauptsache. Die gesammelten Gaben werden überliefe» rungsgemäß in der Küche des Hauses des ältesten Schulkindes von den Müttern der Kinder zum Essen aubereitet. Im Hof werden sie dann zu Limonade, dem dörflichen Kindergetränk, heißhungrig verzehrt. Denn so gut wie die gefammelten Gaben öes Laubmännchens schmeckt es daheim nicht. Bornotizen. Tageskalender für Samslag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Postmeister". Erstaufführung im Sladtthealer. Am Pfingstsonntag wird zum ersten Male die Komödie „Dr. med. Hiob Prätorius" von Curt Goetz aufgeführt. Die Spielleitung hat Dr. Hannes Razum, der sich mit dieser Inszenierung von Gießen verabschiedet. Es wirken mit: Lilo Ewald, Hilde Heinrich, Marie Karden, Elisabeth Leiprecht, Rose Stirl, Tona Stirl, Hans Caninenberg, Gert Geiger, Hans Geißler, Friedrich Gröndahl, Viktor v. Gfchmeidler, Gert Reuter, Karl Volck. Bühnenbild: Karl Löffler. Außer Miete! • Spielplan des Sladlthealers vom 14. bis 19. Mal. Dienstag, 14. Mai: „Dr. med. Hiob Prätorius", Komödie von Curt Goetz. Spielleitung: Dr. Hannes Razum. 31. Vorstellung der Dienstag-Miete. Mittwoch, 15. Mai: Zum letzten Male: „Iphigenie auf Tauris", Schauspiel von Goethe. Spielleitung Dr. Hannes Razum. 31. Vorstellung der Mittwoch- Miete. Freitag, 17. Mai: Zum letzten Male: „Lombardische Nacht", Schauspiel von Robert Hohlbaum. Spielleitung: Hans Geißler. 31. Vorstellung der Freitag-Miete. Sonntag, 19. Mai: Zum letzten Male: „Karl III. und Anna von Oesterreich", Lustspiel von Manfred Rößner, Musik von Hellmut Rößner. Spielleitung Hans Albert Schewe. Außer Miete. Weitere Einschränkung des Postverkehrs mit dem Ausland. Die Deutsche Reichspost hat den Postdienst — auch den Postscheckdienst — mit Belgien, Belgisch-Kongo, Irland, Luxemburg, Niederlande nebst Kolonien und Niederländisch-Jndien eingestellt. Oer Postverkehr von der Heimat zur Front fünf Tage gesperrt. Sperre für Päckchen und Pakete bis zum Widerruf. Mit sofortiger Wirkung tritt eine allgemeine Postsperre für den Verkehr von der Heimat zur Front ein für alle Sendungen mit einer Feldpostnummeranschrift. Die Sperre dauert fünf Tage ür Briefpost, Privattelegramme und Postanweisungen sowie für gewöhnliche DienftbrieffenDungen. Die Sperre für Feldpostpäckchen und Dienstpakete aller Art dauert bis zum Widerruf. Eingeschriebene Dienstbriefe und Dieckstbriefe mit Wertangabe werden angenommen und befördert. Unter die Sperre fallen auch Sendungen an Marine- und Luftwaffeneinheiten sowie an boden- tändige Einheiten des Feldheeres, die in der An- chrift außer der Feldpostnummer ein Abholungspostamt angegeben haben. Der Post verkehr von der Front zur Heimat bleibt wie bisher in vollem Umfange aufrecht erholtem Die germanische Religion wurzelte in der Be- ziehung des Menschen zur Natur und zur Ahnen- übhr tk119/ Derschwisterung von Naturkult und Mythe spiegelt sich noch deutlich in fast alldn Jahresfesten unserer Kirche wider. Pfingsten die Feier der verjüngten Frühjahrswelt, übernahkll besonders viele symbolische Gebräuche des Heidentums, die dem christlichen Feste keineswegs widerstreben, es vielmehr gar bereichern. 3m deutschen Alpenlande pflegen die Hirten der Almen am Pfingstsonntag vor Sonnenaufgang auf em° nahegelegene Bergspitze zu steigen und dort den ersten Himmelslichtstrahl zu erwarten. Man nennt den alten Volksbrauch „den heiligen Geist anrufen Charakteristisch für zähe deutsche lieber» lieferungstreue ist es, daß das christliche Feiertags- wotw nut rein germanischer Natursymbolik ausqe- l'Eet'st; auf Bergen - Walbergen - waren die Kultstatten Des Heidentums, und die Sonne war stets sinnfaltigster Mittler zwischen den Himmlischen wenn Pfingsten im Dogma „Fest des Geistes" ist, so war auch das alte Maifest, das sich gedanklich mit den Pfingsttagen verband, em Fest der Ausgießung göttlichen Segens. Schon der Maientau — seitdem der Pfingstmorgen- tau — aalt und gilt als heilbringend und keirn- starkend. Die Pfingstmaie — die jungbegrünte Birke, ein zauberisches Reisig, wie die Mär bekun- ™ 4? ®ru& des zurückkehrenden Lenzgeistes. In Westfalen — Tecklenburg — führt man die „Pfingstblume" von Hof zu Hof; ein Knabe wird in grünende Zweige gehüllt und mit Ginsterblüten besteckt: auf den Kopf setzt man ihm eine Blumenkrone. Freudig begrüßt man allerorts Den Genius Der Lenznatur, beschenkt auch seine Geleiter wohl. Im deutschen Elsaß entspricht dem niedersächsischen Brauche das Umrühren des „Pfingstquacks". In Laub und Binsen vermummt, wandert der Quack einher, und seine Begleiter haben sich gerüstet, die Gaben der Dorfgenossen für die Pflege des alten symbolischen Brauches, der Einholung des Frühlings, zu empfangen. Flaschen und Körbe halten sie den Bauern entgegen, während sie fingen: „Da kommen die wackeren Maienknecht; sie hätten gern ihr Pfingstrecht! Drei Eier, ein Stück Speck, ein’ blütenweiße Weck', ein halb Maß Wein in die Kanne hinein! ' ffrieDen fein!" Damit wollen wir wackeren Maienknechte zu- Währenddefsen umtanzen kleinere Kinder den „Pfingstquack" und fingen ihrerseits: „Psingstquack hat de Eier g'fresse, hat d' Ochs und Roß' im Stall vergesse, Bauer, gib e Ei heraus, sonst schick' ich de Marder ins Hühnerhaus!" Abends findet Dann ein Volksfest unterm Pfingst- baum statt. Mannigfach find Die Pfingstbräuche auch in unserem Gau. Der verbreitetste'dürfte Der Brauch des Pfingft- oder Laubmännchens fein. Es tritt in den verschiedenen Landschaften unter anderem Namen iuf. Mag es nun auch als Pfingstel, Pfingst- lütter, Grünmännchen, Laubpuppe, Gras- oder Zfingstkönig oder sogar unter einem Spottnamen oie etwa Pfingstlümmel erscheinen, stets ist der Pfingstquack" in grüne Zweige aus Buchenlaub, Binfter, Farnkraut und Feldblumen gekleidet. Der brauch ist bisher ungeklärt. Angenommen wird, aß Der „Quack" feinen Namen von Dem lauten ,,Quack-Quack-Ruf" hat, mit Dem ihn Die 3ugenD begrüßt. In unserer engeren Heimat ist er im Taunus, tor allem im Land Ufingen und in der Schwalm zu Haufe. Am zweiten oder auch am dritten Pfingsttag, das ist in den einzelnen Dörfern verschieden, bält er feinen Umzug durch Das Dorf. 3n Brombach an Der Weil erscheint Das Psingstmännchen am Jfingftmontagnadjmittag. Vom Waidhang her nckht sich Der Zug. Kaum wird er erblickt. Da ertönt schon der Rus aus dem Dorf: „’s Laabmännche fimmt!" Aus derGtadiGießen Deutscher pfingstglaube. Der Kreis der Arbeitsbuchinhaber erweitert. Der Reichsarbeitsminister hat eine Erweiterung des Personenkreises der Arbeitsbuchinhaber ange- orDnet. Der Leiter Des Arbeitsamts Gießen fordert heute sämtliche Berufstätige im Handel und Verkehr, Jg das vornehme 1067D Familien-Cafe in Gießen zuholen. Es wird darauf hinaewtesen, daß es Pflicht eines jeden Aufgerufenen ift, die Antragstellung möglichst bald vorzunehmen, damit die Ausstellung der Arbeitsbücher fristgerecht erfolgen kann. Irgendwelche Kosten für die Ausstellung der Bücher entstehen nicht. Die Anträge find in allen Punkten besonders sorgfältig und gewissenhaft auszufüllen, die Schrift muß deutlich lesbar fein. Besonders zu achten ist auf die genaue Wiedergabe der beruflichen Merkmale, der Ausbildung und nicht zuletzt des Familiennamens, bei Ehefrauen unter Hinzufügung des Geburtennamens. Weitere Auskünfte erteilen auf Verlangen das Arbeitsamt Gießen und feine Nebenstellen. Meldepflicht für die (Staatsangehörigen von Belgien und den Niederlanden. Der Reichsminister des Innern teilt mit: Auf Grund der Derordn'mg über die Behandlung von Ausländern vom »..September 1939 werden alle sich im Gebiet des Großdeutschen Reiches aushalten, den über 15 Jahre allen Staatsangehörigen von Belgien und den Niederlanden einschließlich der Kolonien aufgefordert, sich innerhalb 24 Stunden bei der nächsten Orts- polizeikxhörde persönlich zu melden. Innerhalb derselben Frist finö alle unter 15 Jahre alten An- ael>rigen dieser Staaten durch ihren gesetzlichen Vertreter der für den Aufenthaltsort zuständigen Polizeibehörde schriftlich oder mündlich anzumelden. Der gleichen persönlichen oder schriftlichen Meldepflicht unterliegen auch Staatenlose, die vor dem Eintritt der Staatenlosigkeit zuletzt die Staats- angchörigkeit eines dieser Staaten besessen habens und solche Personen, bei denen es zweifelhaft ist, ob sie diese Staatsangehörigkeit besitzen. Alle Angehörigen dieser Staaten, ferner die erwähnten Staatenlosen, dürfen den Ort, an dem sie sich Lei der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung aufhallen, nur mit Genehmigung der für ihren Aufenthaltsort zuständigen Kreispolizeibehörde verlassen. Die für weitere Teile des Reichsgebietes erteilte Aufenthaltserlaubnis erlischt mit der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung. Fronleichnamstag 4940 auf Sonntag, 26. Mai, verlegt. Aus Grund gesetzlicher Ermächtigung Hat der Generalbevollmächtigte für die Reichsverwaltung mit Zustimmung des Beauftragten für den Dierjahres- plan und des OKW. eine Verordnung über den Fronleichnamstag 1940 erlassen. Mit Rücksicht auf die dringend notwendige Kohlenförderung und die sonstigen Produktionsmöglichkeiten wird der Fron- Leichnamstag (23. Mai) als staatlicher Feiertag auf Sonntag, 26. Mai, verlegt. Kirchliche Feierlichkeiten sind auf Sonntag, 26. Mai, zu verlegen und genießen an diesem Tage den bisherigen reichs- unlandesrechtlichen Schutz. Keine Tanzveranstaltungen. Das deutsche Volk ist in seinen Entscheidungs- kampf eingetteten. Dem Ernst der Zeit entsprechend, finden keine Tanzveranstaltungen statt. Oie Versorgungslage im Rhein-Main-Gebiet. lieber die Derforgungslage im Bereich des Landesernährungsamts Hessen wird u. a. berichtet: Der Ob st» und Gemüsemarkrist durch das Bild von in großen Mengen angelieferten Spargel und Rhabarber gekennzeichnet. Während der große Bedarf für Gemüse dazu führt, daß die gegen das Vorjahr wesenllich erhöhten Spargelanfuhren schnell und glatt abgesetzt werden, bleibt bei Rhabarber sogar ein Ueberstand. Die Versorgung mit Kartoffeln wurde dadurch ausgeglichener, daß in größerem Maße die langfristig eingelagerten Reichsbestände zur Verteilung gelangten, wozu noch Zufuhren aus Mitteldeutschland traten. Auch die ersten italienischen Frühkartoffeln kamen in kleineren Mengen an den Markt. Mit Fleisch ging die Versorgung überall reibungslos vonstatten. An einigen Märkten wurden bei geringeren Rinderzufuhren den Metzgern zusätzlich Schweine zugeteilt. Die Milch anlieferung ist weiter angefüegen. Trotz geringer Schwankungen bleibt die Versorgung unter allen Umstanden gesichert, was auch für Fette und Käse gilt, wobei von letzterem eine stärkere Bevorzugung von Weichkäse sehr erwünscht ist. Bei Eiern gibt die zur Zeit durchgeführte Zuteilung von weiteren drei Stück vielen Haushaltungen die Möglichkeit, hierin etwas Vorratswirtschaft zu treiben. Hilfsbereitschaft. Gfs. Als Mutter zweier Jungvolkführer erlebte ich in dieser Woche etwas sehr. Nettes. Eine Fuh- rerfahrt soll stattfinden. Es ist natürlich nicht so ganz leicht mit der Verpflegung, und dies erfordert eine gründliche Beratung. Am nächsten Morgen kommt ein Pimpf. „Kann ich den ... sührer sprechen? Ich habe hier ein Pfund Nudeln für die Führerfahrt." Es war eine reine Freude, wie der Pimpf strahlte, daß er etwas beisteuern konnte. Wieder einen Tag später wurden ein Paar Schuhe gebracht. „Damit der Kamerad auch mitkann." Auch ein Rad wird noch zur Verfügung gestellt, damit auch der Letzte nicht zu Hause bleiben muß, und das alles trotz Krieg und Lebensmittelkarten und Bezugscheinen. Ich habe mich richtig über dieses Erleben gefreut, und ich möchte nun an euch, deutsche Hausfrauen, einmal die Frage stellen: Handelt ihr auch so? Wenn in der nächsten Zeit vom Deutschen Frauenwerk aus Verschiedenes gesammelt wird, dann macht euere Herzen und Schränke weit auf und laßt euch von den Buben nicht beschämen. Wir sammeln ja wirklich nur, was nötig ist und anderen Volksgenossen hilft. Ein totaler Krieg heißt für uns zu Hause: Helfen mit allem Sein und Haben! Sießen-Kleiu-Lin den. Der Gesangverein „Arian" gab, um vielen Wünschen zu entsprechen, einigen erkrankten Dereins- mitgliedern und den Pattenten des Balserschen Stifts, der Chirurgischen, der Medizinischen und der Hautklinik je ein Gesangskonzert. Es gelangten unter der zielbewußten Leitung des Ehrenchor- meisters einige größere Chöre, sowie Volks- und Soldatenlieder zu Gehör. Die Darbietungen wurden mit großer Freude und mit herzlichem Beifall ausgenommen. Der Verein wird sich auch weiterhin zur Verfügung stellen und hat sich bereit erklärt, am 26. Mai wiederum ein Gesangskonzert in einem Krankenhaus zu geben. Auch Vögel dürsten. Die Brutperiode hat für die meisten Vögel eingesetzt. Mit dem Anbringen von Nistkästen und Bruthöhlen allein ist den Tieren jedoch nicht gedient. Die Singvögel können während der Brutzeit nicht zu weiter entfernt liegenden Tränken fliegen, und so kann der Mensch den Vögeln die Brutperiode erleichtern, wenn er für geeignete Tränken in Park und Garten sorgt. Schon kleinere, mit Wasser gefüllte Gefäße erfüllen ihren Zweck. Um ein Umkippen zu vermeiden, ist es angebracht, einen Stein in das Gefäß zu legen. Die Tränken sollen so ausgestellt werden, daß die Vögel einige Meter im Umkreis das Gelände übersehen können, weil anschleichende Katzen sonst zu spät bemerkt werden. Noch besser ist es, wenn man die Trinknäpfe auf einen etwa IV- bis 2 Meter hohen Pfahl stellt. Die Vögel wollen nicht nur trinken, sondern auch baden. Es ist angebracht, kleinere Vertiefungen im Erdreich auszuheben und durch Zementguß abzudichten. Die größte Tiefe darf aber nur 15 Zentimeter betragen, außerdem ist darauf zu achten, daß die Ufer flach auslaufen. Gießener Wochenmarklpreise. * G i e ß e n , 11. Mai. Auf dem heutigen Wdchen- markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Roterüben, kg 14, Spinat 25 bis 30, Spargel 55 bis 88, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 14, Meerettich 30 bis 90, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Aepfel 15 bis 35, Salat, Stück 25 bis 35, Salatgurken 100 bis 110, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40, Rettich, das Bund 50 bis 90, Radieschen 15 bis 20 Rpf. Notizen für den 12.2HaL Sonnenaufgang 5.35 Uhr, Sonnenuntergang 21.08 Uhr; Mondaufgang 9.53 Uhr, Monduntergang 1.12 Uhr. * ** Die nächste Ausgabe des Gießener Anzeigers erscheint am Pfingstsonntag zur gewohnten Zeit. ** Goldene Hochzeit. Die Eheleute Wilhelm Rühl und Frau Johanna in Gießen, Dammstraße 42, können am 14. Mai das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Als Sohn eines Handwerkers wurde auch der jetzige Hochzeitsjubilar Handwerker, später war er lange Jahre hindurch als Hilfsamtsbote beim Amts- und Landgericht Gießen tattg. 30 Jahre lang versieht er bereits beim Stadttheater Gießen den Dienst als Logenschließer. Als treuem Bürger seiner Vaterstadt wurde Wilhelm Rühl schon am 9.August 1930 durch den verstorbenen Generalfeldmarschall von Hindenburg für 50jährige Dienstleistung bei der Gießener Freiwilligen Feuerwehr Dank und Anerkennung ausgesprochen. Mit Urkunde vom 6. Juli 1939 wurde ihm vom Führer das silberne Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Fünf Jahrzehnte seines arbeitsreichen Lebens hindurch war ihm feine Frau Johanna, geb. Weigel, eine treue Wegbeglei t e rin .Dem Jubelpaar gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche für einen gesegneten Lebensabend. ** D e r Botanische Garten ist, wie wir bereits berichteten, an den beiden Pftngstfeiertagen von 9 bis 12 Uhr geöffnet Ein Vortrag und eine Führung finden nicht statt *♦ Das Oberhessische Museum und das Völkerkundemuseum sind am morgigen Sonntag, 1. Pfingstfeiertag, wie auch am Montag, 2. Pfingstfeiertag, jeweils in der Zeit von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Amtsgericht Gießen. Die E. W. in Gießen hatte durch Strafbefehl eine Gefängnisstrafe von drei Monaten erhalten. Sie hatte sich des Betrugs schuldig gemacht, indem sie auf dem Sozialamt erklärte, daß eine Lohn- psändung gegenüber ihrem Ehemann, mit dem sie z. Z. in Scheidung lebt, nicht durchführbar fei, unö sie beantragte die Zahlung einer öffentlichen Unterstützung, obgleich sie am Tage vorher von dem Arbeitgeber ihres Ehemannes 15,— RM. erhalten hatte. Gegen den Sttafbefehl legte die Angeklagte Einspruch ein. Sie war geständig, behauptete aber in Not gehandelt zu haben. Der Anklagevertreter beantragte die gleiche Strafe wie im Strafbefehl. Die Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt. Das Gericht nahm Notlage an, da die Angeklagte die erwähnten 15,— RM. sofort zur Zahlung rückständiger Miete verwendete und auch ein krankes 5uno zu unterhalten hatte. Schnellverfahren. Michael Obara aus Polen, z. Z. in Unter- suchungshaft, hatte sich wegen Vergehens gegen die Verordnung über die Behandlung von Ausländern zu verantworten. Er war bei einem Landwirt m Ilbeshausen beschäftigt und hat den ihm angewiesenen Aufenthaltsort und die ihm zugewiesene Arbeitsstelle ohne Erlaubnis der zuständigen Polizeibehörde verlassen. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt. Fnßball-Irenndschastskämpfe zu Pfingsten. Stadtmannschaft Marburg gegen Stadtmannschaft Gießen. Die Stadtmannschaft Gießen steht am zweiten Feiertag der Stadtmannschaft Marburg im Marburger Stadion gegenüber. Es ist schon lange her, daß die beiden Mannschaften ihre Kräfte miteinander gemessen Haden. Die Gastgeber verfügen über eine beachtliche Spielstärke und werden die besten Kräfte einsetzen, um einen Sieg zu erringen. Die Gießener Vertretung, die sich aus Spielern der beiden Vereine 1900 und VfB.-R. zusammensetzt, hat beim Spiel gegen die Stadtmannschaft Wetzlar ein erstklassiges Spiel geliefert. Wenn sich die Gießener in der gleichen Form befinden, sollten die Marburger noch nicht gewonnen haben. Voraussichtlich werden die Gießener in folgender Besetzung den Kampf bestreiten: Dinges (1900), Fleischhauer (VfB.-R.), Goß (1900), Benner, Godglück (VfB.-R.), Peschauscheck (1900), Ehmann (VfB.-R.), Kraft (1900), Funk (!^8.-R.), Balz (1900), Berghöfer (VfB.-R.) Watzenborn-SteiAberg I. gegen Garbentelch/ Steinbach komb. Das für den 2. Pfingstfeiertag auf dem Platz der „Teutonen" an der Neumühle angefetzte Opferspiel zwischen der 1. Mannschaft von Watzenborn-Steinberg und einer kombinierten Mannschaft Garben- teich/Steinbach verspricht ein Großkampf zu werden. Wie die letzten Spiele gezeigt haben, scheinen die Einheimischen ihre kurze Krise überwunden zu haben und stellen zur Zeit wieder eine recht spielstarke Mannschaft ins Feld. Aber eine ebenso spiel- tüchtige Mannschaft stellen diesmal die Kombinierten aus Garbenteich und Steinbach. Die „Teutonen" treten voraussichtlich in der gleichen Mann- schastsaufftellung wie am vergangenen Sonntag gegen Ehringshausen an. VfB.-R. I. — Relchsbahnfportvereln Fauerbach L Am ersten Feiertag erwarten die Grünweißen auf dem Waldsportplatz die Reichsbahner aus Fauerbach. Die Gäste, die in der Gruppe Friedberg spielen, haben durch harte Kämpfe gegen Friedberg, Naunheim, Butzbach usw. Erfahrung genug sammeln können und gelten als sehr stark. Zugendfußball der Ep.-Vg. 1900. 1900 1.Jgd. •— Heuchelheim l.Jgd.: Das zuerst vorgesehene Freundschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt mußte verlegt werden. 1900 fahrt nun am 1. Feiertag zu einem Freundschaftskampf nach Heuchelheim. Heuchelheim hat eine sehr starke Jugendmannschaft und sollte als Sieger den Platz verlassen können. Die 2. Jugend ist spielfrei. 1900 1.Jgd. — Groß en-Linden 1.Jgd.: Am 2. Feiertag fährt die 1. Jugend von 1900 nach Großen-Linden, um dort ein Freundschaftsspiel aus- zutragen. Großen-Linden ist als starker Gegner bebe tannt. Die 1900er müssen ersatzgeschwächt antreten. Auch hier dürfte Großen-Linden den Sieger stellen. 1900 2.Jgd. — VfB.-R. 1.Jgd.: Die 2.Jgd. tritt zu einem fälligen Rückspiel am 2. Feiertag auf dem Waldsportplatz an. Das Vorspiel konnte VfB.-R. knapp gewinnen. Diesmal aber wird sich das Blatt wenden. Wenn Augen versagen Magnus-Bril len tragen I ■ t: I herumläuft, nicht den, der über die Höhe führt. Die Schwere des Herzens teilt sich den Gliedern mit. hm, ja —. Hier verwirren sich Jupps Gedanken, und er lenkt schnell ab. Dreht sich nach den beiden um, die langsam nachkommen. . - „Also achthundert Morgen ist deine ostpreußische Klitsche groß?" fragt er und meint Gottfried Von« hoff. „Nicht übel. Auch Weizenboden?" Er hätte das lieber nicht fragen sollen, denn nun meldet sich bei Gottfried Bonhoff wieder das ver- trafte Verantwortungsgefühl. Längst müßte er zu Haufe sein. „Meist Roggenboden", sagt Gottfried. „Vierhundert davon sind Wald und See." „Donnerwetter, das ist ein Jagdgebiet! Auch Elche?" „Alles kannst du dort haben: Fischreiher, Kraniche, Gabelweihen — nur wenig Menschen! Die sind da selten." Jupp ist Feuer und Flamme für dieses Land. Gottfried hat ihn sckon ein paarmal aufgefordert, nach Ostpreußen zu kommen. Die Unterhaltung wird immer angeregter. Erni geht schweigend nebenher. Innerlich zittert sie noch von dem Zusammenprall zwischen Vater und Sohn. Wie ein Gewitter entlud sich das. Hat man nicht schon Aengste genug wegen der Autobahn ausgestanden? Der Autovahnbau war ja auch hier der Hintergrund zu Hermanns Handeln gewesen. War es denn nun wirklich so schlimm, daß er ihr Geld genommen hatte? Sie wußte ja nicht einmal, daß sie soviel besaß. Sie brauchte das Geld gar nicht. Zur Aussteuer hatte es Mutter bestimmt? Ach, sie würde nie heiraten. Nein, niemals! Etwa einen wie Fred Schneider? Erni ist ganz Abwehr, wenn sie an ihn denkt. Ja, wenn so einer käme wie Gott» fried. Bonhoff! (Fortsetzung folgt.) Hermann reißt an seinem Kragen, sein Gesicht wird heiß und rot. „Nicht schwer nehmen? Soll ich dir wiederholen, wie er mir die Ehre abschnitt?" Lena hält sich die Ohren zu. „Ich weiß ja, ich weiß." Hermann schweigt, aber in seinem Gesicht arbeitet es weiter. Und dann fallen wie Hiebe die Worte: „An der Kette hat er mich gehabt die ganze Zeit, unfrei hat er mich gemacht, nicht rühren konnte ich mich." ,Xber, Hermann, warum hast du nie gesagt, daß du darunter gelitten hast?" „Weil es mir erst klar wurde, als du unser Haus betratft!" Lena erschauert. Nein, davon will sie nicht spre- chen, um Gottes Willen nicht! Aber der Damm ist gebrochen. Es gibt kein Halten mehr. „Ein richtiger Mann, ein ganzer Kerl will der sein, der eine Frau liebt! Nicht am Gängelbande liegen. Frei will er fein, Platz will er haben, zeigen, was er kann!" Lena preßt die Hand auf ihr Herz. Sie will an Gottfried denken, nur an Gottfried. Müßte sie nicht aufitehen und gehen? Sie kann es nicht. „Ein Gewese braucht der Mann, wenn er an die Frau, an Kinder denkt! Sein eigenes Leben will er bauen, damit er der Frau zeigen kann: hier, das bin ich! Das habe ich fertiggebracht! Und das werden mir Zusammenhalten, Frau, du und ich!" Er hat sich auf die Fensterbank gesetzt, die Fäuste aufs Knie gepreßt. Seine Auge« glühen vor Leiden- ^„Als es dann um die Quellen ging, mußte ich Rat schaffen. Der Gräfehof ist ein Dreck ohne die Brauerei. Ich ganz allein mußte daran denken, daß ich nicht als Halber dastehe, ich, der Hof erbe. Die Belzigbrauerei war die Rettung! Auf den Mist geworfen ist das Geld von der Erni nicht, nein, so dumm bin ich schon nicht. Ich weiß, was ich tu! In ein paar Jahren hätte sie das Geld wiedergekriegt, mit allen Zinsen, denn so ein Bruchladen fit die Belzigbrauerei ja gar nicht! Aber nun ist ja wieder mal alles zerhauen. Nun stehe ich als C3 it besiegen den Schmutz auch mit weniger Seife. Uur immer vorher gut emMichen mit läruko. Das hilft!