Donnerstag, U. April (940 Die Kreuzer „Blücher" und „Karlsruhe" bei den Landungskampfen verloren weglichen Maschinengewehren ausgerüstet und mit Oie Befehlshaber -er militärischen Maßnahmen zum Schuhe -es Nor-ens Gen. d. Fl, Äaupifdfc ' Seneralleutn. GeiblLL Admiral Carls^ Gsn^eraladm, Saglwächter^ .‘W alle feindlichen Kriegsschiffe erhielten Vollschweren Kalibers. 3m einzelnen wurden Aast lreffer sechs bis acht Besatzungsmitgliedern bemannt ist. Er erreicht eine mittlere Stundengeschwindigkeit von 320 km bei einer Gesamtflugstrecke von ungefähr 3000 km. Aber die gute Ausrüstung und lange dauernde Seetüchtigkeit muß dennoch gegenüber einem schnellen und beweglichen Feind versagen. G. d. I. v. Falkenhorst. LScherl-Bildertienst-IArchiv-OKW.- gelroffen: Vier Schlachtschiffe mit je zwei oder drei Bomben, zwei Schlachtkreuzer mit je einer Bombe, zwei schwere Kreuzer mit zwei bzw. einer Bombe, ein schwerer Kreuzer wurde mit Bombentreffern in Brand gesetzt, zwei Transportschiffe wurden mit je einer Bombe belegt. 3agdfliegerverbände sicherten die Unter- nehmungen durch Ueberwachung der Westküste Dänemarks und Norwegens, sowie die innere Deutsche Bucht. Lin britisches Flugboot vom Typ Sunderland wurde abgeschossen. Die Weiterbesehung Norwegens schreitet schnell und planmäßig fort. Angriff auf Narvik abgewiesen. Vier englische Zerstörer vernichtet, ein weiterer schwer beschädigt. iffro. 1:1). >ie Knetung. Leib' Minute ad, wir. Dir »unaen sieg' i geschlagen ken Mam ene 9W Den Engländern zehn Stunden zuvorgekommen. Britische Seestreitkräfte an Norwegens Küste von der deutschen Luftwaffe vernichtend geschlagen. — Schwere Treffer auf neun britischen Kriegsschiffen. Berlin, 10. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Morgengrauen des 10. April versuchten englische Seesireitkräfte in Narvik elnzudrlngen. Der Angriff wurde von den dort liegenden Einheiten der Kriegsmarine mit schweren Beschädigungen und Verlusten für die Engländer abgewiesen. Drei britische Zerstörer wurden vernichtet. Bei einem weiteren Zerstörer gibt die britische Admiralität schwere Beschädigungen und Kampfunfähigkeit zu. Am 8. April ist bei anderer Gelegenheit schon ein britischer Zerstörer versenkt worden. Die Mitteilung der britischen Admiralität. London, 10. April. (DNB.) Die britische Admiralität teilt mit: Britische Zerstörer griffen feindliche Streitkräfte bei Tagesanbruch in Narvik an und trafen auf starke Gegenwehr. S. M. Schiff „Hunte r" wurde versenkt, und das Schiff „Hard y" strandete. Die übrigen zogen sich zurück. Einzelheiten über die Verluste auf den Schiffen sind noch nicht bekannt, es wird jedoch eine vollständige Liste sobald als möglich ausgegeben werden, und die Angehörigen können versichert sein, daß sie sofort telegraphisch unterrichtet werden. Die Lustwaffe richtet sich ein. Berlin, 10. April. (DNB.) Die Luftwaffe nutzte den Mittwoch aus, um sich in ihren Standorten in Norwegen und Dänemark einzurichten. Vor der dänischen und norwegischen Küste wurden Ueberwachungs- f l ü g e durchgeführt. In breiter Front klärten Fernaufklärflugzeuge über der gesamten Nordsee sowie über Norwegen auf. lieber der inneren Deutschen Bucht übernahmen in verstärktem Maße die Jagdverbände die Sicherung gegen Feindeinflüge. — An der Westfront keine Einflüge des Gegners. Eigene Aufklärer führten Erkundungsflüge über Nord- unb Mittelfrankreich durch. Abgeschoffene Versager. Berlin, 10. April. (DNB.) An zwei aufeinander folgenden Tagen konnte das Oberkommando der Wehrmacht den Abschuß eines der von den Engländern so viel gepriesenen Fernaufklärungsflugboote vom Muster Sunderland, der sogenannten fliegenden Schlachtschiffe, melden. Am 8. April wurde eines dieser Flugboote bei den Shet- landinseln und am 9. April ein anderes über Oslo abgeschossen. Der Sunderlandtyp ist in keiner Weise den viel schnelleren modernen deutschen Kampfflugzeugen gewachsen. Das britische Flugboot ist ein viermotoriger Fernaufklärer, der mit mehreren be- t. 1:0). 'ß sich dl« ;en. Ohne M, muß nntag her 5 gewesen die Grün« endgültig nt gewom ost mären gleich die unterlegen neller unb Berlin, 10. April. (DNB. Funkfpruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen keine besonderen Ereignisse. Die militärischen Maßnahmen zum Schuh der Neutralität von Dänemark und Norwegen wurden am 9. 4. von starken Einheiten des Heeres, der Kriegsmarine und der Cuftroaffe unter dem Oberbefehl des Generals der 3nfanterie Von Falkenhorst, von Seestreitkräften unter dem Befehl des Generaladmirals Saalwächter vnd des Admirals Earls und von zahlreichen Verbänden der Luftwaffe unter Führung des Ge- veralleulnants Geißler in engster Zusammenarbeit durchgeführt. Motorisierte Truppen und Panzerkräfte unter Führung des Generals der Flieger K a u p i f ch Überschritten am Morgen die deutsch-dänische Grenze und besetzten in schnellem Vormarsch über Apenrade vnd Lsbjerg planmäßig 3 ü t l a n d. Vereinzelt kam es infolge mangelhafter Befehlsübermitttung an die dänischen Truppen zu kurzen Gefechten. Sie wurden durch Aufklärung der dänischen Befehlshaber über die Anordnung ihrer Regierung, keinen Widerstand zu leisten, beendet. Gleichzeitig mit der Besetzung von 3ütland landeten im Zusammenwirken zwischen Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe deutsche Truppen im Kleinen Belt bei Middelfart, im Großen Belt bei Korsoer und Nyborg und in Gjedser zvr Besetzung der 3nseln. Kopenhagen wurde bereits in den frühen Morgenstunden kampflos beseht. Die Luftwaffe klärte während des ganzen Images über Dänemark auf und sicherte den Vormarsch. i Bei der Besetzung der militärisch wichtigen Stützpunkte in Norwegen wurde an verschiedenen Stellen von der norwegischen Wehrmacht zunächst Widerstand geleistet, so vor allem bei horten südlich Oslo und bei K r i ft i a n s a n d. Er wurde jedoch überall in vorbildlicher Zusammenarbeit der Wehrmachtsteile gebrochen. Die Zorts im Oslo-Fjord wurden im Laufe des Tages niedergekämpft und zum Schweigen gebracht, ö. a. find Narvik, Dronthelm, Bergen, Stavanger, ikgerfund, Kristiansand, Arendal und Oslo fest in deutscher Hand. Die Kriegsmarine hat die ihr gestellte Aufgabe gelöst. Sie bestand darin, die Gesamtoperation gegen die um ein Vielfaches überlegenen britischen “W St, war aU5l folgen, Häm« eine 49,50 Deutscher Seemannsgeist. Was sich mit der Besetzung von Dänemark und Norwegen vollzog, das ist, militärisch gesehen, eine Leistung, wie sie in dieser Form und in diesem Umfang die Kriegsgeschichte überhaupt nicht zu verzeichnen hat. Darauf macht auch der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht aufmerksam, der, ohne allzu sehr in Einzelheiten einzudringen, in großen Zügen doch ahnen läßt, welche Schwierigkeiten und Hindernisse zu überwinden gewesen sind. Eine Leistung von dieser großartigen Schlagkraft setzt eine Präzision voraus, die nur eine Wehrmacht fertig bringen kann, deren einzelne Teile wie das Räderwerk einer Uhr sorgfältig ausprobiert ineinandergreifen. Wir müssen uns die Ereignisse vor- stellen, wir müssen mstgehen, um die Größe der Leistung zu ermessen, denn von den deutschen Aus- yangshaien bis nach Narvik sind Entfernungen zu überwinden, die meh.r als 1500 Kilometer ausmachen. Daß es keine leichte Aufgabe war, daß der volle Einsatz und die Bereitschaft aller Wehrmachtsteile erforderlich war, wird vom Wehrmachts- bericht ausdrücklich festgestellt. Hätte in Norwegen jene realpolitische Erkenntnis rechtzeitig eingesetzt, die in Dänemark gegeben war, so hätte das große Werk, das vor allem der Sicherheit Skändinaviens galt und gilt, ohne Opfer durchgeführt werden können. Die deutschen Seestreitkräfte, die den Widerstand bei Oslo und Kristiansand brachen, haben sich glänzend geschlagen, der Tradition würdig, die durch so stolze Namen wie Skagerrak und Dardanellen gekrönt wird. Daß zwei deutsche Kriegsschiffe, die Kreuzer „B l ü ch e r" und „Karlsruhe" dabei verloren gingen, ist gewiß schmerzlich, kein Erfolg ohne Risiko und der Einsatz war notwendig, um das strategisch wichtige Ziel in jedem Fall zu erreichen. Die deutschen Helden, die bei dem Untergang der beiden Kreuzer den Seemannstod fanden, sind ebenso unverlöschbar im Gedächtnis des deutschen Volkes wie die Seehelden vom Skagerrak. Es bedeutet aber eine stolze Genugtuung, daß der größte Teil der Besatzung sich retten konnte und unverzüglich an den weiteren Operationen teilnahm; das ist echter deutscher Seemannsgeist, geschult an einer stolzen Tradition, die in der Kriegsmarine des nationalsozialistischen Deutschlands ihre Fortsetzung findet. Der eherne Schritt der Ereignisse hat die öffentliche Meinung bei allen Völkern in einer Meise beeindruckt, die das ganze deutsche Volk mit Stolz, Vertrauen und Dankbarkeit gegen die deutsche Wehrmacht erfüllen muß. Wir wissen, daß diese Wehrmacht den Lebensraum des deutschen Volkes gegen alle Feinde und Neider sichern wird. j Initiative. Die Verwirrung und Bestürzung bei den Feindmächten muß nach dem blitzschnellen deutschen Gegenstoß noch wesentlich größer sein, als man es auf Grund der ersten Äußerungen von drüben ohnehin annehmen mußte. Diese Wirkung der deutschen Aktion auf die feindlichen Zentralen wurde naturgemäß noch erheblich verstärkt durch den schweren Schlag der deutschen Luftwaffe gegen die britische Flotte, die einen starken Zug von Transportschiffen über die Nordsee nach Norwegen begleiten sollte. In dieser Fahrt der englischen Flotte zusammen mit dem Zug der Transportschiffe liegt die Bestätigung für die sensationelle Mitteilung, die in dem deutschen Memorandum vom 9. April enthalten war, daß nämlich die Reichsregierung im Besitz von Unterlagen dafür ist, daß die Feindmächte unmittelbar vor dem Versuch einer militärischen Besetzung Skandinaviens standen. Am Tage nach Bekanntwerden dieses deutschen Memorandums schmetterten deutsche Fliegerbomben auf die englische Armada. Die Welt im allgemeinen und die skandinavischen Staaten im besonderen haben damit den schlüssigsten Beweis dafür erhalten, daß es sich bei dem englisch-französischen Vorgehen im nor- wegischen Hoheitsgebiet keinesfalls um irgendeine „Hilfe" für die skandinavischen Länder handelte. Diese Länder waren von niemandem bedroht als von der^ Kriegsausweitungsabsichten der Alliierten. Folglich konnte ihnen eine Hilfe nicht von ihren tatsächlichen Feinden, England und Frankreich, sondern nur von Deutschland kommen. Der versuchte Eroberungszug der feindlichen Kriegs- und Transportflotte über die Nordsee ist das letzte und aufschlußreichste Glied in der Kette der Beweise da- für, daß es sich bei dem deutschen Stoß nach Norden tatsächlich um einen aktiven Schutz der Neutralität Skandinaviens und um die Abwehr des schon im Gange befindlichen Angriffs der Alliierten handelte. Es spricht dabei nicht für die Einsicht der norwegischen Regierung, wenn sie dem deutschen Befreiuungsunternehmen Widerstand entgegensetzen ließ, um das Land den geschworenen Feinden der schwachen Staaten, England und Frankreich, auszuliefern. Das ist durch die Schnelligkeit des deutschen Vorgehens sowie durch den von so großen Erfolgen gekrönten Angriff auf die britische Expe- ditionsflotte verhindert worden. In einer um so peinlicheren- Lage befinden sich nunmehr England und Frankreich. Man hat drüben weder Regierungskrisen noch schwerste Rechtsbrüche gescheut, um endlich einmal nach sieben Monaten Krieg die Initiative in die Hand zu bekommen. Man hat eine politisch so verrufene Persönlichkeit wie Churchill mit einer außergewöhnlichen Fülle von Vollmachten ausgestattet. Jetzt stehen er und sein Freund Reynaud, die nichts mehr scheuen als die Verbreitung der Wahrheit in ihren Ländern, vor der wahrhaft demütigenden Zwangslage, nach allen möglichen polemischen Ausflüchten suchen zu müssen, um vor den bestürzten Völkern wenigstens das Gesicht zu wahren, so gut ,es eben gehen mag. Der technische Lügenapparat arbeitet mit höchster Tourenzahl, in Scapa Flow sollen nur ein paar unwichtige Schisse belanglose .Kratzer" bekommen haben, man schwatzt von einer Seeschlacht, von ganzen Luftarmeen, die man in Bewegung gesetzt haben will. Man darf gespannt fein, was die englische Lügenregierung ihrem Lande wieder für jämmerliche Ausreden machen wird, um die Rückkehr der Richtung Norwegen entsandten Eroberungsarmada zu bemänteln, die ihr Ziel nicht erreichen konnte. Man versucht allen Ernstes, dem Publikum einzureden, die Deutschen hätten ja gar kleine wichtigen Punkte in Norwegen erreicht. Und das deutsche Unternehmen habe gar nicht die Antwort auf den englischen Einfall in norwegisches Hoheitsgebiet fein können, weil die Zeit dazu viel zu gering gewesen sei usw. ^Wir glauben freilich gern, daß Art, Umfang und Schnelligkeit des deutschen Abwehrstoßes den Herren an der Themse und in Paris und ihren militärischen Fachleuten unlösbare Rätsel aufgibt. Und dabei haben schließlich drüben die „besten Köpfe" unter Oberleitung Churchills volle zwei Wochen lang an dem englisch-französischen Einbruch nach Norwegen gearbeitet! Die Lage nach dem deutschen Gegenstoß liefert einen drastischen Vergleich zwischen der Aktionsfähigkeit parlamentarisch-demokratischer Staaten und eines autoritären Staatswesens. Unter diesem Gesichtspunkt, d. h. aus dem Bewußtsein der hohen Ueberlegenheit unserer Staatsführung und unserer Wehrmacht gedenkt heute jeder Deutsche mit stolzer Genugtuung aller Opfer, von dem größten bis zu dem kleinsten, die bie Nation unter der norwegischer Stützpunkte sollte sofort im Anschluß an die Anlegung der Minensperre in den norwegischen Hoheitsgewässern stattfinden. Die deutsche Aktion ist diesem Versuch knapp um 10 Stunden zuvorgekommen. Die zu diesem Zweck bestimmten und von Aufklärern festgestellten britischen Seestreitkräfte und Transportschiffe wurden gestern in den späten Nachmittagsstunden von der deutschen Luftwaffe angegriffen und vernichtend geschlagen. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mmHöhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Terlanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel E AbschlüsseMengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/nmebr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. schwerste Küstenbatterien zum Schweigen. Beim Niederkämpfen einer 28-cm-Batterie erhielt der Kreuzer „B l ü ch e r" schwere Beschädigungen. Er skieß beim weiteren Vordringen auf eine von den Norwegern gelegte Sperre und ging durch mehrere Nlinenfreffer verloren. Der Kreuzer „Karlsruhe" wurde nach Ueberwindung ähnlich starken Wider- ssindes in Kristiansand, nachdem er die Landtag der Truppen sichergestellt hatte, schwer beschädigt und sank. Die Besatzungen beider Schiffe sind Ilm größten Teil gerettet und an Land eingesetzt | Worten. Die See-Operationen sind noch im Gange. Erst noch ihrem Abschluß werden auch die den englischen : art französischen Seeslreitkräften von der deutschen Kriegsmarine zugefügten Verluste und Beschädigungen in vollem Umsattge übersehen werden können. Die von England vorgesehene Besetzung wichtiger * Vor. nicht, bi« . , Tag. Dir | 1, daß dir sielt war, J ün-Weißen J Minuten I 'ZuschieKen, | nicht, und ■ )r war der ■ zahlreichen hier in der darauf auf i zwar dir i kommen, >ihe wehrte stmer, der war, sicher ittelftümer er war es irochte. Die mehr voin derzuerken- lußen nidji wieder da- ungen der : zu erzielest eW I t, daß beide I -ielweisi w I den. 3" l ein klarer und loW i Schüsse M impfri den 2M • Mei, ..bezahlt) | bis 1495 : (90 bis H (6Ö est l,0i «n) iiOj zugeteilt. u ?eren, o fanden n,2? bi5 e kosteten und französischen Seestreitkräfte zu stchern und die Transporte und Landungen unter j,vollem Einsatz zu ermöglichen. Die Landung der ' deutschen Truppen ist an allen Stellen von Oslo bis Narvik gelungen, eine in der Seekriegsgeschichte bisher einzig dastehende Leistung, .c ygl Beim Einlaufen in die Häfen wurde von der ^beaeistertt" ! Kriegsmarine anfänglicher Wider st and g e- - • * b r o (f> e n. Vor Oslo brachten unsere Schiffsgeschühe 190. Jahrgang Nr. 85 mta e Dor ifi Glchener Anzeiger infolge höherer Gewalt «ss». General-Anzeiger für Obecheffen *s?äsj“ -MM ME & > M' i....., M 'Ku^ ........... - ^' *,**# y — ' r>-' ' '• t' , ’JfSp -*XÄ;: .:'**■ ' i: > - z^WDft^ K " * ' .»m y - « /7»7*T* ' ■* /■'*' . ;' '. R * V'l W»w -»M VMH Land ohne Eisenbahnen maischen Land Nordische Städte, die im Wehrmachtsbericht genannt sind pariser Selbstkritik. Revision der gesamten Kriegspolitik gefordert. Blick auf Narvik, der Hafenstadt im norwegischen Fylker Nordland, dem Endpunkt der LofoteN'Baho, die besonders für die Erzausfuhr von größter Bedeutung ttz. jEHert-Bilderdienst-M^ Blick auf Kopenhagen, wo deutsche Truppen am Morgen des 9. April landeten. Rechts sieht man das Schloß Cyristiansborg, wie es sich vom Rachausturm darbietet, — (Scherl-Dilderdjenst-M^ jnitf w sielM Die Sitzung des Obersten Mlegsrates. Amsterdam, 10. April. (Europapreß.) Wie wir bereits meldeten, traf der französische Minister« Präsident R e y n a u d Dienstag in London ein. Am Abend fand eine Sitzung des Obersten Kriegsrates der West machte in der Downing Street statt, die beinahe zwei Stunden dauerte. Don englischer Seite nahmen daran teil Ministerpräsident Chamberlain, Lord Halifax, Oliver Stanley, Sir Samuel Hoare, Sir Alexander Cadogan, Luftgeneral Cyril Newall, Admiral Sir Dudley Pound und General Sir Edmond Jronside. Frankreich war durch Ministerpräsident Reynaud und Verteidigungsminister Daladier vertreten, die von Admiral Darlan und General Koelts begleitet waren. In einem Kommunique wurde ledialich mitgeteilt, daß die britische und französische Regierung in vollem Einvernehmen die zu ergreifenden militärischen und diplomatischen Maßnahmen festgelegt hätten, um der neuen deutschen Aktion entgegen- zutreten. Die Frage „Wo bleibt die englische Flotte?", die am Dienstag auch tm engliscken Unterhaus Chamberlain entgegentönte, wird in der englischen Oeffentlichkeit immer erneut wiederholt. Das Parlament hat sich zwar im allgemeinen noch zurückgehalten und will offenbar abwarten, ob die englische Flotte in der Lage ist, die Scharte auszuwetzen. Der „Mann auf der Straße^ kann es jedoch nicht begreifen, wie es möglich war, daß es Viaila ,Jlegr ast unb rucks'ä Innerhalb Wnze zur gelchichtee mtb eines Geg> Der eignissen » bäeulungs ^5 Äirhh Loraussetzr Nriegsauso die Metho gründe sei sie durch d' gang zu Lohnte 3o: verlöre England i gungsgl nach Englc land iibert Fähigkeit i das alte L)i England rüst nach seiner Flotte. Wachsende Beunruhigung in London über den Erfolg des deutschen Gegenstoßes wicht Staatssel kuinifteriuir B^n von W hoch l 2? Susteh F«» Brtl 'rufen, als haushc UndMeh P- sind i Mgen an ?le[e oei MS etn Z* selbstver ^Dachh ct,tn Broti ^tbec 15^'6 BiA? betl ?'«s i !Z S" Mrriji). ■ött S?, W Sf t Ith. uni >ni, Ueberblick von Flöjen auf die norwegische Hafenstadt B e r g e n, die mit 90 000 Einwohnern ein wichtiger Ausgangshafen Norwegens ist. — (Scherl-M.) artige Gestaltung der norwegischen Landschaft, in der viele auseinand erfolgende Gebirgsketten aus erheblicher Höhe jäh in das Meer abftürzen, so daß für einen Eisenbahnbau an der Küste im buchstäblichen Sinne kein Platz ift. Norwegen war seit dem Wiener Kongreß (1815) mit Schweden in Personalunion verbunden. Schweden und Norweger vertrugen sich schlecht. Und so erklärte sich Norwegen am 7. Juni 1905 selbständig. Zum König wurde ein dänischer Prinz gewählt, der Bruder König Christians X., der unter dem Namen Haakon VII. der erste norwegische König der -neueren Zeit wurde. Er ist oberster Befehlshaber der norwegischen Streitkräfte, ernennt den Ministerrat und hat ein zweimaliges Einspruchsrecht gegen die vom Parlament beschlossenen Gesetze. Das Parlament, das „Storting", besteht aus 150 Abgeordneten, die auf vier Jahre gewählt werden. Hundert Storting-Abgeordnete werden von den ländlichen, fünfzig von den städtischen Wahlkreisen entsandt. Im gegenwärtigen Storting sitzen: 71 Ar- beiterparteiler, 36 Konservattve, 23 Liberale, 18 Landwirte und 2 christlich Soziale. Ein Teil der bisherigen Regierung ist am 9. April nach Hamar geflüchtet, einem kleinen Landstädtchen von 6000 Einwohnern mitten in einem ausgedehnten Oedlandgebiet. Hamar liegt 125 Kilometer von Oslo und 65 Kilometer von der schwedischen Grenze. In so bewegter Zeit ist es natürlich sehr wenig als Regierungssitz geeignet und darum sind auch einige der Geflüchteten bereits wieder nach'Oslo zurückgekehrt. Das Heer ist eine Miliz schweizerischer Art, jedoch mit einem erheblichen Stammpersonal für die in letzter Zeit stärker entwickelten Spezialwaffen und die Luftwaffe. 0er $ Haut Durch ei fsn im Ei merk und Slrbeitsoer aehilfin so hauswirtst den. Bei , soll diese ' | unterschrie i hing aus i betrifft ir Fragen, v iKündigun Hausgehil Iber AW I werben. I [leien aus i verpflichtet lund seeliscl Ilie zu eim »ihr Derstä I In der Fa I pflichtet sic IM zur Mglichen stände und teilen der \ " und aus chen Mädc std befoni ! die jetzt mb Führung Adolf Hitlers für ein so mächtiges und starkes Deutschland gebracht hat! Kein Opfergroschen, keine Arbeitsstunde, keine Entbehrung im Dienst der Nation waren vergeblich. Sie werden einmal eine andere Belohnung ftnden, als die betrogenen Völker der Westmächte es je erhoffen können. B. R. Vorsichtige Diplomaten. Berlin, 10. Aprll. (DNB.) Nachdem Oslo durch die deutschen Truppen besetzt worden ist, werden nunmehr auch interessante Einzelheiten über das Verhalten der Angehörigen der englischen und französischen Gesandtschaften in der Nacht vor dem Einmarsch bekannt. Wie aus Oslo berichtet wird, herrschte vom frühen Abend an bis tief in den Morgen hinein in beiden Gesandtschaften Frankreichs und Englands ein äußerst lebhaftes Treiben. Alle Zimmer waren hell erleuchtet und ein ständiges Kommen und Gehen war zu beobachten. Gegen 5 Uhr morgens wurden in den Ueber die eigenartige Gestaltung des norwegischen Raumes sagt es alles aus, daß dieses Land als Land ohne Eisenbahnen bezeichnet werden kann. Natürlich hat Norwegen auch einige Eisenbahnen, aber sie umfassen nur 3646 Kilometer. Italien, das mit seinen 311 000 Quadratkilometer räumlich etwas kleiner ist als Norwegen (323 000 Quadratkilometer) hat dagegen rund 17 000 Kilometer Eisenbahnlange und dabei ist die Betriebslänge der Eisenbahnen in Italien nicht einmal besonders groß verglichen etwa mit dem Eisenbahnnetz von Deutschland, England oder Belgien. Tatsächlich gibt es in ganz Norwegen nur eine einzige große Eisen- b a h n st r e ck e. Sie führt von der Hauptstadt Oslo nach Drontheim und eine Seitenabzweigung geht nach Bergen. Es ist das eine Hochlandbayn, die den Süden des Landes mit Mitt telnorwegen verbindet. Von Drontheim gibt es noch eine Eisenbahnverbindung nach Schweden und eine Stichlinie, die etwa 75 Kilometer weiter nördlich führt. Hoch im Norden existiert noch ein kleines Eisenbahnstück. Es verbindet den Erwerschiffungs- hafen N a r v i k mit der schwedischen Anschlußstrecke für den Transport von Erzen. Aber auf norwegischem Gebiete liegen von dieser Erzbahn nur 46 Kilometer. Küstenbahnen gibt es nur im Süden. Eine Küstenbahn, die etwa den Süden mit dem Norden verbindet, existiert nicht und dieser Tatbestand illustriert ungemein eindringlich die eigen- Kaminen der beiden Häuser Feuer angezundet und Hunderte von Dokumenten und Schrift- stücken bis in die ftühen Dormittagsstunden hinein Stück für Stück verbrannt. Nach diesen bezeichnenden letzten Amtshandlungen haben die diplomatischen Vertreter der Westmächte dann fluchtartig Oslo verlassen. — Aus den polnischen Archiven und den Veröffentlichungen der deutschen Amtsstellen weiß die Welt, mit welchen Mitteln die Diplomaten der westlichen Plutokratien zu arbeiten pflegen. Durch den deutschen Blitzsieg in Polen war es möglich, der Welt einen Einblick in diese Machenschaften zu geben und einmal hinter die Kulissen dieser organisierten Kriegsbrandstifter zu schauen. Das rasche Eingreifen des Führers hat in diesen Tagen das norwegische Volk davor bewahrt, das nächste Schlachtopfer der imperialistischen Plutokratien zu sein. Nach den Funden in Warschau kann kein Zweifel darüber sein, welcher Art die Dokumente gewesen sind, die die Vertreter der Westmächte in Oslo beseitigt haben. Deutschland gelingen konnte, die norwegischen Häsen bis nach Narvik hinauf zu besetzen, wenn Eng- land — wie ihm immer wieder versichert wird — die See beherrsche. Das schwache Dementi des von deutscher Seite gemeldeten Erfolges der deutschen Bombenflieger gegen eine Anzahl wichtiger Einheiten der englischen Flotte hat nicht zur Beruhigung beigetragen. Es muß im Gegenteil die Sorge noch verstärken, denn die präzisen Angaben über die angeblich unbedeutenden Beschädigungen der Flotte durch die deutschen Flieger stehen im Gegensatz zu der kurz vorher von Reuter verbreiteten Mitteilung, wonach vorläufig keine weiteren Einzelheiten über die Seegefechte erwartet werden durften, da die Flotte nicht durch Funksprüche ihre Position verraten dürfe. Die Oeffentlichkeit fragt sich, warum die Flotte, wenn sie doch in der Lage war, die genauen Angaben über die Wirkung der deutschen Bomben zu funken, nicht auch Mitteilung über den Stand ihrer Operationen machen konnte. Englische Geschäftigkeit in Aegypten. Brussel, 11.April. (Europapreß.) Nach einem Bericht der ,Hndependance Beige" scheint in Kairo eine gewisse Beunruhigung zu herrschen. „Wachsamkeit und Reserve herrschen vor", heißt es in diesem Bericht, die Zahl der Uebungslager für indische und andere unter englischem Oberbefehl stehende Truppen habe sich in der letzten Zeit beträchtlich vermehrt. Verschiedene Organisationen seien eingerichtet, die die Aufgabe hätten, zwischen diesen in Aegypten stehen- den und den in Palästina und im Sudan befindlichen Truppen die Verbindung ausrechtzuerhalten. Wenn in Dänemark die Landwirtschaft etn enorm hohes Niveau hat, so ist die norwegische Landwirt- schäft wegen des überwiegend gebirgigen und felsigen Aufbaus des Landes und der weiten Oedlandflächen auf 3,6 v. H. der gesamten Landesfläche beschränkt. Mit anderen Worten: Norwegen mit feiner Fläche von 323 000 Quadratkilometer, die größer ist als das Gebiet Italiens, verfügt über ein landwirtschaftlich nutzbares Gelände von der Größe Thüringens! Aber das Meer ist die große Ein- nahmequelle des Landes. Norwegen besitzt eine Handelsflotte von 4,6 Millionen Bruttoregistertonnen und hat damit dieviertgrößteHandels- flotte der Welt, darunter auch viele Spezialschiffe, wie Tank- und Walfangschiffe. Außerdem ist die Fischerei überaus ergiebig. Dazu kommt noch die Fischverwertungsindustrie, die Klippfisch, fieber« trän, Fischmehl und Fischguano sowie Fischkonser- ven liefert. Der Ertrag der Fischerei mit 231 Millionen Kronen — eine norwegische Krone war etwa 56 Pfennige wert — ist mehr als siebenmal so groß wie der Produktionswert des norwegischen Bergbaus. (Schwefel-Kies, Eisenerz, Molybdän-/ Wolfram-, Kupfer-, Zink- und Nickelerze.) Die Gewinnung von Elekttizität aus „weißer Kohle" ist recht entwickelt. Die Ausfuhr von Holz, Holzschliff, Zellulose und Papier war erheblich. Dr. Ho. Wie der Widerstand vor Oslo gebrochen wurde. Deutsche Kampfflieger berichten. P. K. Während Oslo sich bereits ergeben hat, leisten noch Befestigungen südlich der Stadt Widerstand. Diesen zu brechen war der Auftrag, den unsere Staffel am frühen Nachmittag erhielt. Ueber Dänemark geht es dem Ziel entgegen. Wir fliegen sehr niedrig. Bald sind wir über dem Skagerrak. Regenschauer und Böen treiben ihr Spiel mit unserem Flugzeug. Dann liegt die norwegische Küste . vor uns. Die Sonne bricht durch die Wolken. In feiner ganzen Schönheit liegt das norwegische Land mit seinen dunklen Fjorden, gletscherbedeckten Bergen und Felsen, sprudelnden und springenden Wasserfällen und den winzig kleinen Landhäusern unter uns. Mit Höchstgeschwindigkeit geht es nun unserem Ziele entgegen. Es ist ein befestigter Stützpunkt südlich Oslo, auf einem felfenartigen Eilcnch in einer Enge des Oslofjordes, der unseren Seestreitkräften den Weg zur Stadt zu versperren versucht. Den Widerstand, der hier geleistet wird, müssen wir mit Waffengewalt brechen. Die kleine Insel in den vielen Wasserstraßen zu finden, ist aber nicyt leicht. Doch bald liegt der Oslofjord vor uns. Jetzt gehen wir auf die F e stu n g s'a n lagen, die zwischen zwei Höhen eingebettet liegen. Und nun greifen wir an. Unser Flugzeug jagt dicht über die Höhe, wird über der Festung bis aus 40 Meter heruntergedrückt, so daß die Kasematten und Geschütze greifbar nahe scheinen, und dann falle n bie Bomben. Wir sehen es unten aufblitzen, und die Sprengstücke fliegen bis zu uns herauf. Wir find von heftigem Flakfeuer empfangen worden, rings um uns krepieren die Geschosse. Unsere Kabine ist vom Pulvergeruch erfüllt. Steil wird das Flugzeug hochgezogen und dann geht es über die andere Höhe hinweg. Die Bomben haben gesessen. Heller Feuerschein und starke Rauchentwicklung zeugen von der vernichtenden Wirkung der Bomben. Wieder über dem Oslofjord bietet sich uns dann i ein schönes Bild. Deutsche Seestreitkräste ziehen dort I unten in Kiellinie ihre Bahn, Wir haben diesen j Kriegsschiffen den Weg nach Oslo frei gemacht. I Ihre Geschütze werden leicht den restlichen Wider- A stand der Festung brechen. — Sie haben ihn ge- | brochen. Seidat Der Widerhall in Schweden. Stockholm, 10. April. (Europapreß.) Nach dem ersten Schock, den die schwedische Oeffentlichkeit durch die letzte Entwicklung der Dinge in Skandinavien । erhalten hat und nachdem von der schwedischen Regierung der Beschluß zur Aufrechterhaltung einer neutralen Haltung, welche Maßnahmen auch immer zur Durchführung der Nichteinmischungspolitik not« wendig seien, bekannt geworden ist, spiegelt sich in der schwedischen Presse jetzt der nachhaltige Eindruck wieder, den die deutsche Aktion in Schweden hervorgerufen hat. Die Blätter sprechen von einem Prestigegewinn Deutschlands, den es durch seinen beinahe unglaubhaft blitzartigen Schritt errungen habe. Das rasche Vorgehen, die Besetzung, eines Landes wie Dänemark, die Eroberung aller wichtigen militärischen Stützpunkte Norwegens binnen weniger Stunden, ohne daß die große Seemacht Englands mit ihrem Bundesgenossen Frankreich dem deutschen Vorgehen habe Einhalt gebieten können, müßten bei Freund wie Feind einen nachhaltigen Eindruck Hervorrufen. „Dagens Nyheter" stellt'in einem Bericht aus Berlin fest, daß Nor« roeaen und Dänemark nicht das Schicksal der Tschecho-Slowakei teilen würden. Das Blatt unterstreicht in diesem Zusammenhang die bestimmten Deutschen Versicherungen, daß die Reichsregierung Rom, 11. April. (Europapreß.) Der Pariser Vertreter des „Giornale d'Italia" berichtet, die widersprechendsten Nachrichten liefen um, die Presse verrate eine auffallende Unsicherheit und Ungewißheit. In einem „Verantwortung" übertriebenen Artikel, der klaffende Zensurlücken aufwei.se, mache der „3 o u r" seinem Unwillen Luft, indem er die Frage stelle, wo die englische Flotte g e» steckt habe. Die „Epoque" beklage wieder einmal den Mangel der Demokratien an Initiative und Energien in der Kriegführung. Der „Matin" erkläre, die Demokratie, jene „alte langsame Dame", und auch die von Natur aus vorsichtige französisch-englische Koalition müßten sich Eile an gewöhn en, um ihre Entscheidungen und ihre Aktionen zu beschleunigen. Nach dem ,Hour" haben die deutschen Aktionen in den Wandelgängen der Pariser Abaeordnetenkammer eine große Erregung hervorgerufen. Aus den Unterhaltungen habe man den Eindruck gewonnen, daß die Mißstimmung der letzten Tage bei den Politikern ungeachtet des Ernstes der Ereignisse sich noch verschärft habe. Der rechtsstehende Abg. Fernand- Laurent verlangt von der Regierung Auskunft „über die Bedingungen, unter denen bie deutsche Flotte und die deutsche Armee ohne Kampf mit den alliierten Streitkräften Dänemark und Norwegen besetzen konnten, sowie über die Konsequenzen , die die Regierung hinsichtlich der Ausdehnung der Blockade und hinsichtlich 5er Kriegführung hieraus zu ziehen gedenkt". Fernand-Laurent schreibt im „3our", die neuen Tatsachen seien von einem derartigen Ernst, daß die ganze Kriegs- und Blockadepolitik revidiert werden müßte. Bevor man aber den Aktionsplan von morgen aufstelle, sei es unerläßlich, die begangenen Fehler zu erkennen. Auch im „Ordre" heißt es, falls die Engländer nicht absichtlich eine bestimmte Taktik verfolgten, habe man den Deutschen bereits zuviel Initiative bet einem Unternehmen gelassen, über das man in London und Paris schon seit dem Dezember diskutiert habe. Die Pariser Presse, so schreibt der Berichterstatter der „Iribuna , höbe alle Mühe, ihrer Leserschaft zu erklären, wieso es möglich gewesen sei, daß Hitler, nachdem er eben erst nach Chamberlains Ausspruch „bereits den Autobus verpaßt" hatte, plötzlich nach dem weit entfernten Norden habe vorstoßen können, durch die Blockade hindurch, die Deutschland schnell und unfehlbar erdrosseln sollte. Es sei nicht zu bestreiten, daß die Vorgänge eine tiefe Bestürzung in Frankreich hervorgerufen hätten. In Den beiden Hauptstädten der Westmäckste, so berichten die italienischen Blätter übereinstimmend, habe die schwedische Neutralitätserklärung und die Einleitung von Verhandlungen zwischen Norwegen und Deutschland große Bestürzung her- oorgerufen. Man befürchte, daß der von Chamberlain an gekündigten Hilfsaktion für Norwegen die Grundlagen entzogen werden könnten. Starke Kurseinbußen auf der pariser Börse. 9t o m, 11. April. (Europapreß.) Der Pariser Vertreter des „Piccolo" berichtet, in Frankreich hätten die Ereignisse des Dienstags die Wirkung eines Keulenschlages auf den Kopf gehabt. An der Pariser Börse habe sofort nach der Eröffnung ein Kurszusammenbruch eingesetzt, der sich im weiteren Verlauf noch verschärft habe. Dabei verloren Bank von Frankreich 405 Punkte, Suezkanal 480, Royal Dutch 425 Punkte. Und S .Mi. •mit kill Bl la öS*, ^'n. ’W, 31 ®iiiii, 5?eh' l,i" r-q. So, röslo ten. geben u =>bt Wi5 g- den un> < Heber Bir flieget wagerroi, i mit unfe. W KH, Kolken. 3n fiani eckten Ven inden Was. chrn unter ln un[erem !r Stüh, Henartigen )er unseren versperren eistet wird Die kleine Me territoriale Integrität sowie die politische Un- abhängigkeit der beiden Länder wahren werde. „Soenska Dagbladet" bewundert die ungeheure Schnelligkeit und Präzision, mit der der deutsche Vormarsch in Dänemark und Norwegen erfolgt ist. * * Sn einer Geheimsitzung des schwedischen Reichs- tages, die gestern um 20 Uhr begonnen hatte hielt Ministerpräsident 5) a n s s o n eine sehr ernste Rede, in der er das deutsche Memorandum an die schwedische Regierung und die schwedische Antwort be- kanntgab und nachdrücklich darauf hinwies, daß diese Politik die einzig mögliche sei, um Schweden aus dem Konflikt herauszuhalten. Unter dem Ein- druck der Rede des Ministerpräsidenten hat sich im Reichstag kaum eine Opposition ergeben. Eine Abstimmung hat offenbar nicht stattgefunden. Italienische (Stimmen. Mailand, 10. April. (Europapreß.) Der dem italienischen Außenamt nahestehende Direktor des .„Telegrafo", An saldo, schreibt die militärisch gut vorbereitete Aktion Deutschlands sei auch vom diplomatischen und moralischen Gesichtspunkt aus einwandfrei; die Westmächte hätten mit brutaler und rücksichtsloser Kriegführung begonnen und das Gewaltprinzip ohne juristische 'Bedenken verkündet. Innerhalb 24 Stunden habe man mit der gleichen Münze zurückgezahlt. Selten sei im Schachspiel der Geschichte ein Zug mit solcher Umsicht getan worden und selten habe in der Kriegsgeschichte die Geste eines Gegners eine so folgenschwere und überraschende Antwort gefunden. Der „Sortiere della Sera" schreibt, mit den Ereignissen in Skandinavien beginne ein neues und bedeutungsvolles Kriegskapitel. Die Verschärfung des Wirtschaftskrieges durch die Westmächte habe die Voraussetzung gebildet. Die Verantwortung für diese Kriegsausweitung treffe ganz die Westmächte und die Methoden ihres Wirtschaftskrieges, die im Grunde feige, ober auch unklug gewesen seien, weil sie durch den Wunsch, einen unmittelbaren Waffengang zu vermeiden, ihn zuletzt in ferne und ungewohnte Zonen trugen. In Dänemark und Norwegen verlören die West Mächte und besonders England zwei sehr wichtige Verpflegung s q u e l l e n , da die Ausfuhr dieser Staaten nach England bei weitem diejenige nach Deutschland übertroffen habe. Den Westmächten fehle die Fähigkeit zu einer rechtzeitigen Intervention, wie das alte Oesterreich kämen sie immer zu spät. en, ist abzr ♦ hen Widm den ihn gr> Seidat Der Arbeitsvertrag zwischen Hausfrau und Hausgehilfin. Durch eine von der Reichsfachgruppe Hausgehilfen im Einvernehmen mit dem Deutschen Frauenwerk und der Reichsjugendführung ausgearbeitete Llrbeitsoereinbarung zwischen Hausfrau und Haus- aehilfin sollen in Zukunft unnötige Störungen des ocmswirtschaftlichen Arbeitsfriedens vermieden wer- matten N ann ial> n aufblihen, ms heraus. ler emp> ren die Geruch erfüllt: । t> dann geh! jj le VonibesW auch ilnM spolitik nol> iegelt sich “ ige Eindnic hweden von eine» wischen $ ütung ein! >s, den J rügen Schnk. )ie BeseW berung ' ivegens b» große offen N; halt geb* i einen R ns Nyhet-l, ft, daß Schicksal H Blatt u£. > bestimm ichsregie^. Kein Mißbrauch mit wichtigen Nahrungsmitteln. Staatssekretär Backe vom Reichsernährungs- minifterium weist darauf hin, daß die Zuteilungen von Brot und Mehl im allgemeinen recht hoch liegen. Die Bevölkerung verbrauche diese ihre zustehenden Mengen im Durchschnitt nicht. Mn Verbraucher soll mehr Brot und Mehl em- kaufen, als er wirklich benötigt. Brotreste sind im Haushalt zweckmäßig zu verwerten Brot- und Mehlmarken, die nicht ausgenutzt werden, sind an die NSV. abzugeben, keinesfalls dagegen an den Bäcker. Brot darf nicht an Tiere verfüttert werden. Es ist nicht zu vertreten, daß in Großdeutschland rund 3 Mill. Hunde jährlich etwa 100 000 Tonnen Brot fressen. Damit ist selbstverständlich nichts gegen die Notwendigkeit von Wachhunden, Blindenhunden, Sanitätshunden tmi> Jagdhunden gesagt. Es ift notwendig, daß leim Brotverzehr das Roggen-Dollkorn- drot bevorzugt wird, nicht zuletzt wegen fei- ves größeren Vitamingehalts und seiner Qünftigen Veoi-nflussung der Derdauungsorgane. Die Wehr- ‘ »nacht weiß sehr gut, warum das Kommißbrot seit jeher das deutsche Soldatenbrot ist. Bei den Kartoffeln ist der Verbrauch bisher richt rationiert worden. Es ist auch nicht beabstch- tgt, dies in Zukunft zu tun. Abgesehen von den Schwierigkeiten, die uns diesmal der Frost und das siarke Tauwetter brachten, verfugen wir über so reichliche Kartoffelvorräte, daß es auch bei geringen Kartoffelernten möglich ist, den Bedarf an Sperse- kartoffeln voll zu decken. Dennoch muß iede, Kar- bffel, die der Verbraucher nicht benötigt, für die Schweinehaltung nutzbar gemacht werden. Auch beim Zucker ist zu bedenken, daß die Zuckerrübe nicht nur Lieferant des Zuckers für den NenfchlichenDerzehr ist, sondern uns auch in großem Umfang Futtermittel ßürSchweine« m a ft zur Verfügung stellen muß. Zucker ist un haushalt möglichst nicht als Süßstoff zu verwenden, sondern in erster Lime als Nahrungsmittel zu betrachten. In sehr vielen Fällen, wo bisher Mucker zum Süßen benutzt wurde, vor allem im KaNee iinb Tee, läßt sich der Zucker ohne weiteres durch Süßstoff ersetzen. Der der Verbraucherschaft zur Verfügung stehende Zucker muß vor allem einer »Ützlich-N Verwertung der Obsternt- zugute kommen. Deshalb muß jeder Haushalt way- r»nd des ganzen Jahres Zucker für den Sommer mb den Herbst, auch für das Konservieren f p a - ren. Um das Gemüse so rationell wie möglich zu verwerten, müssen — z. B. beim Kohl oder — die Außenblätter und der Kern (Strunk) mitver- fjord do! gs'anla-' ttet liegen g jagt dich! bis aus 4Ö den. Boi Beginn jedes neuen Arbeitsverhältnisses joll diese Arbeitsvereinbarung von beiden Parteien unterschrieben L werden und somit eine Verpflichtung auf bfi. Vereinbarungen erfolgen. Der Vertrag arte Roch' " betrifft in erster Linie die rein arboitsrechtlichen -n WirkunzD Fragen, wie Lohn, Freizeit, Urlaub, Sozialbeiträge, Kündigung und Zeugnis, wobei Hausfrau und i UNS banne Hausgehilfin ausdrücklich auf die Bestimmungen ziehen dorW der Richtlinien der Reichstreuhänder hingewiesen iben tiefe« werden. Darüber hinaus werden die beiden Par- ■i Qjrnad)!.«!; teien auf ihre besonderen Pflichten hingewiesen. <5o - i ” verpflichtet sich die Hausfrau, auf die körperliche und seelische Gesundheit der Hausgehilfin zu achten, sie zu einer geordneten Lebensführung anzuhalten, ihr Verständnis für die Arbeit im Haushalt und iwhfll II in der Familie zu fördern. Die Hausgehilfin ver- vvvwv |,| jicfj Einordnung in die Hausgemein- !.) Noch der lü schäft, zur gewissenhaften und fleißigen Arbeit, zur lichkeit dck pfleglichen Behandlung der ihr anvertrauten Gegen- >kanbinamD stände und Geräte, zur Ausnutzung aller Möglichkeiten der Berufsertüchtigung und zu einer Haltung In und außer dem Hause, wie sie von einem beut- chen Mädchen erwartet wird. Die Vereinbarungen find besonders wichfig für die Pflichtjahrmädchen, oie jetzt wieder in die Haushalte gehen. Heuer Außenhandel. Ser deutsche Markt und die Güdoststaaten. Don Erich Bortenhagen. Der Besuch des deutschen Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther Darrs in Ungarn und das gleichzeitige Zusammentreffen mit den Landwirtschaftsministern der befreundeten Staaten Italien, Ungarn und Jugoslawien ist ein Ereignis, das die Agrarpolitik dieser Länder in weitgehendem Maße berührt. Dieses Ereignis darf nicht nur unter dem Gesichtswinkel eines Zusammentreffens von landwirtschaftlichen Fachministern betrachtet werden. Das Treffen ist von weitreichender politischer Bedeutung, da es die freundschaftlichen Beziehungen der beteiligten Staaten unterstreicht und die enge Zusammenarbeit im Rahmen des Achsensystems beweist. Diese Zusammenarbeit im mitteleuropäischen Raum ist trotz des Krieges immer stärker geworden. Die Störungsversuche der Kriegstreiber haben an dieser Tatsache nichts ändern können und die ernste Arbeit im Interesse der beteiligten Völker nicht zu beeinträchtigen vermocht. Reichsminister Darr 6 hat bereits in den letzten Jahren auf die naturgegebene Zusammenarbeit Deutschlands mit den südosteuropäischen Staaten wiederholt hingewiesen. Dabei hgt er sich auch in wirtschaftlicher Beziehung für eine neue Außen- handelsordnung im zwischenstaatlichen Verkehr dieser Länder eingesetzt. Die landwirtschaftliche Marktordnung hat ihm hierbei die Grundlage schaffen helfen, auf der der Warenaustausch mit den Agrarstaaten des Südostens ausgebaut werden konnte, ohne daß dadurch der deutsche Bauer und Landwirt in seiner Erzeugungsfreudigkeit irgendwie beeinträchtigt wurde. Im Gegenteil hat die nationalsozialistische Marktordnung durch ihr Festpreissystem und ihre Vorratswirtschaft das innerdeutsche Preisgefüge der deutschen landwirtschaftlichen Produktion gestützt. Daher gibt es heute auch keine Angst des deutschen Bauern vor einer Einfuhr von Agrarerzeugnissen aus dem Auslande, die feinen eigenen Gewinn schmälern oder den Absatz feiner Erzeugnisse gefährden könnte. Diese in der Zeit der libe- ralistischen Handelspolitik berechtigte Furcht der deutschen Landwirtschaft ist durch das deutsche Festpreissystem gebannt. Marktordnung und Vorrats- politik regeln die Einfuhr nach örtlichen und zeitlichen Dedürfnissen des deutschen Marktes. Reichsernährungsminister Darrö hat in einem Vortrag vor der ungarisch-deutschen Gesellschaft sich eingehend über den Wirtschaftsneubau Europas ausgesprochen. Deutschland gestaltet mit Hilfe feiner Marktordnung bewußt eine wirtschaftliche Neuordnung Europas, die — wie Darre seststellen konnte — gerade in Mittel- und Südosteuropa längst die Feuerprobe bestanden und ihre Richtigkeit erwiesen hat. Diese wirtschaftliche Neuordnung beruht nicht auf einer Reche von gelegentlichen geroinnbrinaen- den Konjunkturgeschäften, die über kurz oder lang durch den Verkehr mit anderen Handelspartnern abgelöst werden. An die Stelle dieser Gelegenheitsgeschäfte hat der zwischenstaatliche Verkehr Deutschlands mit Südosteuropa ein System des Warenaustausches gefetzt, das den südosteuropäischen Staaten die Möglichkeit gibt, ihre landwirtschaftliche Erzeugung langfristig auf die Bedürfnisse ihres groß- deutschen Abnehmers einzustellen. Auch durch den Krieg ist hierin kein Wandel eingetreten, der beste Beweis dafür, daß dieser Warenaustausch nicht auf Konjunkturgeschäften beruht, sondern den naturgegebenen Verhältnissen der beteiligten Länder entspricht. Es liegt im Sinne einer weiteren Ausdehnung dieses Warenaustauschs und damit im Interesse einer stetigen Entwicklung des Absatzes der agrarischen Ueberschüsse der Südoststaaten, wenn diese sich weitgehend auf die Bedürfnisse des deutschen Marktes einstellen. Der Anfang ist in dieser Beziehung bereits gemacht worden. Der neue Norv-Ost-Raum. Don unserem Ll.Si -Mitarbeiter. Durch mehr als zwei Jahrhunderte wurde im Winterpalast an der Newa und im Roten Gebäude an der Sängerbrücke im heutigen Leningrad neue und neueste Geschichte geformt. Dort hatte Peter der Große, seinen eigenen Worten aemäß, für fein Reich, das in byzantinisch-asiatischen Traditionen steckengeblieben war, das Fenster nach Europa geöffnet. Don dort aus verdrängte der große Zar die Vorherrschaft der schwedischen Großmacht auf der Ostsee und verflocht das Schicksal Rußlands mit dem des Westens. Im Jahre 1917 brach Lenin mit der stolzen Tradition des damaligen Petersburg. Er verlegte die Hauptstadt wieder nach Moskau zurück. An Stelle des Doppeladlers wurde die Rote Fahne über dem Kreml gehißt. Man durfte damals alauben, daß Rußland feine Stellungen an der Ostsee aufgegeben und auf seine Großmachtpolitik im Norden verzichtet habe. Man täuschte sich, denn kaum daß die Wirren der Bürgerkriege überwunden waren — und ganz besonders im letzten Jahrzehnt — nimmt der Ausbau des Nordraumes einen hervorragenden Platz in der sowjetrussischen Planung ein. Längs der Nordwestgrenze gegen Finnland führen heute die großen Nervenstränge Rußlands zum offenen Weltmeer. Dort hat Moskau nach, Ueber- windung großer technischer Schwierigkeiten die Murmanskbahn und den Ostfee-Weißmeer-Kanal erbaut. Hier am sonst so öden und trostlosen Kola-Golf besitzt Rußland einen einzigen durch den Golfstrom eisfreien und durch keine Macht bedrohten Zugang zum Großmeer. Die Entfernungen allerdings sind beträchtlich. Murmansk ist 1450 Kilometer von Leningrad entfernt, und auf dem Ostsee-Kanal sind es 2600 Kilometer. Das Zentrum der Verwaltung dieses ganzen Nordraumes ist nach Leningrad, dem ehemaligen Petersburg, zurückverlegt worden. Zählte das alte Petersburg am Ende des Weltkrieges rund 2V- Millionen Einwohner, so hat Leningrad heute über 3 Millionen. Petersburg, das in den Jahren der Revolution und der Bürgerkriege zu verfallen drohte, in dem das Eichenbohlenpflaster auf dem Newsky-Prospekt aufgerissen und von der frierenden Bevölkerung verheizt worden war, in dem die Fenster mit Brettern verschlagen waren und die Paläste verkamen, steht Moskau in der Aufmachung heute kaum nach. Zu Beginn des Jahres 1939 wurde der gesamte Leningrader Raum, einschließlich des Kanalnetzes um den Ladoga und die Küsten am Finnischen Meerbusen, als Festungsgebiet erklärt. Aber von den früheren mehr als 1000 Kilometer Ostseeküsten des alten Rußland war der Sowjetunion nur ein kümmerlicher 'Rest von rund 150 Kilometern im innersten Winkel des Finnischen Gol- fes verblieben, nachdem Finnland und die Baltischen Staaten ihre Selbständigkeit erlangt hatten, und, wenigstens am Anfang ihrer jungen Souveränität, zu Moskau in Opposition standen. Kronstadt war neben Leningrad der einzige Hafen, der Rußland von dem früheren Dutzend an der Ostsee geblieben war. Der Zugang zu diesem Hafen aber wurde auf einer Strecke von mehr als 500 Kilometer ~)on Finnland und Estland flankiert, und knappe 30 Kilometer trennten auf dem Luftwege das souverän gewordene Finnland von Leningrad. Kronstadt, Leningrad unmittelbar vorgelagert, ist der größte Stützpunkt der russischen Kriegsmarine. Jedoch blockierten vor der Kronstädter Bucht, die nur 13 Kilometer breit ist, eine Reihe von kleinen finn- ländischen Inseln die Einfahrt in den großen Kriegshafen. Zwar war Finnland 1920 durch den Frieden von Dorpat verpflichtet worden, diese Inseln lleu- tral, d. h. unbefestigt zu halten, aber wäre Finnland unter englischen Druck gesetzt worden, so wäre es ein Leichtes gewesen, von diesen Inseln aus Leningrad und Kronstadt von der Außenwelt abzusperren. Eine andere mögliche Bedrohung des nordischen, russischen Zentrums lag in der allzu nahen Landgrenze auf der Karelischen Landenge. Zwar war Finnland im Frieden von Dorpat verboten worden, Geschütze an den Grenzen aufzustellen, deren Schußbereich die finnisch-russische Ter- ritorialwassergrenze überschritt, jedoch war das für den Ernstfall nur ein schwacher Trost. Der Moskauer Frieden vom 12. März 1940, der von den Finnländern schmerzlich empfunden wird, setzt dieser Anomalie ein Ende. Durch ihn wird im Grunde nur die von Peter dem Großen vorgezeichnete Großmachtpolitik fortgesetzt, und zwar unter Berücksichtigung der modernen Technik und Verbindungswege, sowie der militärischen Notwendigkeiten. Durch die Abtretung eines schmalen Streifens in Ostfinnland ist auch die Murmanskbahn vor Überraschungen geschützt. Allen britischen Intrigen im Nordraum ist ein Riegel vorgeschoben worden, und wenn der Frieden von Moskau schließlich zu einem wirklichen Einvernehmen zwischen Rußland und Helsingfors führen sollte, so wird Finnland durch ihn, ungeachtet der territorialen Verluste, eher etwas gewonnen, als verloren haben. wertet werden, beim Kohlrabi nicht nur die Knollen, sondern auch die Blätter. $rau Emmy Göring bei der Vereidigung der Note-Kreuz-Helferinnen. Der Vereidigung von 1000 Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes des Kreises Niederbarnim wohnte auch Frau Emmy Göring bei. — (Scherl-M.) Bis Ende 1939: Lieber 1,4 Mill. Ehestandsdarlehen. Nach einer Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im 4. Vierteljahr 1939 im Deutschen Reich (ohne Protekorat Böhmen und Mähren und die eingegliederten Ostgebiete) 73 089 Ehestandsdarlehen an neuvermählte Ehepaare ausgezahlt. Hiervon entfallen auf das alte Reichsgebiet 63 258. Im gleichen Zeitraum wurden im Deutschen Reich für 81 820 lebendgeborene Kinder Erlasse von Darlehensvierteln gewährt. Obgleich die Anzahl der ausgezahlten Ehestandsdarlehen seit Kriegsbeginn etwas zurückgegangen ist, da zahlreiche rriegsge- traute Paare vorerst noch keinen eigenen Hausstand gründen konnten, kamen im ganzen Jahre 1939 allein im alten Reichsgebiet doch noch 27 228 Darlehen mehr zur Auszahlung als 1938. In den Reichsgauen der Ostmark wurden bis Ende 1939 43 976, im Sudetenland ebenfalls bereits 9144 Darlehen ausgezahlt. Insgesamt sind bis Ende 1939 im Reich 1445 877 Ehestandsdarlehen einschl. 131 im Memelland gegeben worden. Die Gesamtzahl der Erlasse von Darlehnsvierteln für Kinder beträgt 1 313 890. Oie Gckutzimpfunq hat sich bewährt. Der Reichsinnenminister stellt in einem Erlaß fest, daß sich die aktive Schutzimpfung i m Kampf gegen hie Diphtherie in den letzten Jahren besonders bewährt hat. Die Schutzimpfung soll deshalb bei gehäuftem Auftreten dieser Krankheit oder bei drohender Epidemie stets durchgeführt werden. Eine besondere Zustimmung des Ministers ist daher in Zukunft nicht mehr notwendig. 'M)(WM. Mil „Ditte 5 Dosen Burnus!" „Sie waschen wohl für ein ganzes Regiment? Meine anderen Kunden wollen auch etwas haben!" KURNi' „Burnus war schon immer sehr wirksam und man hat wenig davon gebraucht. Auch heute hat sich hieran nichts geändert — e i n e Dose reicht für 10 Eimer Wasser!" „Tatsächlich — die ganze Wäsche ist fertig und es ist immer noch etwas Burnus übrig. Da sieht man auch wieder einmal, wie niedrig der Preis von Burnus im Verhältnis zum Wert ift." lurnü? Der Schmutz loser mit der Doppelwirkung löst den Schmutz schon beim Einweichen aus der Wäsche heraus und macht gleichzeitig dasWasser weich! Ein Wink für Hausfrauen, die Burnus schon immer verwendet haben: Bitten Sie Ihren Händler, bei dem Sie früher stets Burnus kauften, daß er Sie im Rahmen seiner Zuteilung auch in Zukunft möglichst regelmäßig mit Burnus bedient. Mit der deutschen Flotte nach Dänemark. P. K. Die See ist spiegelglatt. Auf der Schanze, wie ein Teil des Schiffes achtern genannt wird, spiegelt sich die strahlende Sonne in den blitzenden Beschlägen und umspielt die langen grauen Geschützrohre, die sich drohend aus ihren Türmen emporrrcken. Die Mannschaft ist angetreten. Kurze Meldungen an den Ersten Offizier, dann kommt der Kommandant,aus dem Niedergang heraus und besteigt die „Palaverkiste", einen Untersatz, der ihn über die Köpfe der versammelten Mannschaft hebt. Er verkündet, daß der Führer beschlossen hat, Norwegen und Dänemark unter den militärischen Schutz Großdeutschlands zu stellen. „Unferm Schiff kommt die Aufgabe zu", fährt er fort, ,chie dänischen Häfen K o r s ö r und N y b o r g zu besetzen und die Landung von deutschen Wehrmachtsteilen zu sichern. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß wir nicht als Feinde in dänisches Land kommen. Unsere Aufgabe ist durch den Befehl des Führers klar Umrissen. Ich erwarte, daß jeder seine Pflicht tut." Ein brausendes Hurra schließt die Ansprache des Kommandanten. Die Kriegswachen sind aufgezogen. Die Dämmerung sinkt langsam über Schiff und Meer, während wir nach Norden dampfen. Alle Fahrzeuge sind abgeblendet. Da und dort blinken Sterne auf. Lautlos gleiten wir durch die Nacht. Nur ein leises Zittern geht durch das Schiff. Auf der Brücke hört man leise Kommandos. Ueberall stehen dunkle Gestalten mit Gläsern bewaffnet oder an Instrumenten. Da Backbord voraus blitzt ein helles Licht auf. Es ist das erste dänische Leuchtfeuer. Einige Zeit später passieren wir die dänische Minensperre. Wir fahren nur mit halber Kraft, denn erst gegen Morgen wollen wir unseren Bestimmungsort erreichen. Bald ist es so weit. Wir können schon»di e Leuchtfeuer von Fünen und Seeland ausmachen. Da beginnt sich im Osten der Himmel zu färben. Im Licht der aufgehenden Sonne liegt K o r s ö r. vor uns. Eine kleine freundliche Stadt an flacher Küste. Jetzt ist der Augenblick gekommen. Rasselnd rauschen die Anker in den Grund. Das Landungskorps auf den Schiffen geht an D e ck. Die wenigen Menschen, die in Korsör bereits aufgestanden sind, zeigen weniger Ueberraschung als wir glaubten. Zuerst kommt ein Zollbeamter um die Ecke. Aber hier gibt es keine Arbeit für ihn. In rasendem Tempo werden Truppen, Waffen und Geräte ausgeladen. Immer mehr Dänen kommen herbei, sich dieses militärische Schauspiel anzusehen. Wagen auf Wagen wird mit großen Derladebäu- men aus dem Bauch des Schiffes gehoben und kaum, daß er sich zu Boden gesetzt hat, fahren sie schon davon. Eine Viertelstunde später sind alle wichtigen Pu n k t e der Stadt besetzt, die Funkstation und der Hafen sicher in deutscher Hand. Die Stadt selbst ist völlig ruhig. Die Menschen gehen ihrem Tagewerk nach genau wie sonst. Da und dort kommen Gespräche mit den Deutschen in Gang und ab und zu wird ein Gruß getauscht. Die Menschen haben begriffen, daß wir von ihnen nichts wollen, daß wir als Freunde kommen, und als solche werden wir auch behandelt. Das erste Fährschiff, das von Nyborg kommt, läuft ein und dippt die Flagge vor dem deutschen Kriegsschiff. Es bringt die Nachricht, daß Nyborg, der gegenüberliegende Hafen auf Fünen, auch ohne jeden Widerstand in deutscher Hand ist. Der Einmarsch in Dänemark. - V] Motorisierte deutsche Kolonnen passieren eine Straßenkreuzung in Dänemark. — (PK.-Bieling-Scherl.) Freundlicher Empfang in Aalborg. P. K. 6.28 Uhr Start! Die dicke, brave Ju 52, die uns in wenigen Minuten nach Norden bringen soll, läßt noch einmal ihre Motoren donnern. Die Besatzung steigt ein. Wir klemmen uns zwischen die Flieger, Gewehre und Kleidersäcke, und was derlei Dinge sind, die zum täglichen Gebrauch nicht fehlen dürfen. Links und rechts begleitet von den Schwe- stermaschinen des Schwarms ziehen, wir unsere Bahn in vier- bis fünfhundert Meter Höhe dahin. Allgemeine Flugrichtung: Nordweft. Wie aus einer Spielzeugschachtel stammend liegen Höfe und Häuser in den braunen Sandteppich der Felder eingebettet. Dort unten ist alles ruhig. Kaum, daß jemand zu uns aufsieht. Wir fliegen längs der jütländifchen Ostküste, nähern uns Aalborg, um uns flitzen I deutsche Jagdflugzeuge, die unteren Verband sichern. Es bleibt alles ruhig. Auf dem Flugplatz Aalborg landen im Abstand von vier Minuten unsere Maschinen. Auf die Tür, und raus! Ein paar neugierige Dänen stehen am Rande des Flugfeldes und staunen immer wieder über dies Bild. Die erste mühsame Unterhaltung kommt ingang. Zigaretten werden getauscht. Das Eis ist gebrochen. Nicht anders das Bild in der Stadt. Freundliche Gesichter rundum. Eine Kompanie zieht singend in die Straßen ein. Da öffnen sich die Türen. Aus einer Schlächterei strömen Gesellen und Lehrlinge heraus mit weißen Kittelschürzen und hohen gelben Lederstiefeln an den Beinen. Sie lachen und wir lachen zurück. So hatten sich unsere Soldaten den Empfang nicht vorgestellt. Zu beiden Seiten begleitet die Bevölkerung die marschierenden Kolonnen. Man darf nicht stehen bleiben, sofort ist man von neugierigen Gesichtern umringt, die wissen wollen, was ist und was wird. „Werden die Deutschen schießen? Werden die Engländer kommen?" sind immer die Fragen. „Nein! Wir schießen nicht." Warum denn auch? Ich bin eingekeilt in einen Kreis von Menschen und kann die Fragen gar nicht alle beantworten. Man steckt mir Zigaretten zu, ein ganz Uebereifriger will mich sogar mit einem Pack Butterbrot beglücken. „Nein, danke schön. So hungrig bin ich denn doch nicht. Deutschland versorgt seine Soldaten immer gut." Wenn jemand uns nicht wohlgesinnt war, dann war es die Presse. Die Dänen sind ehrlich genug, das einzugestehen. Der Arzt, der mich gleich darauf anspricht, macht aus seiner Freundschaft für Deutschland kein Hehl. „Im letzten Dezember war ich in Berlin bei Prof. Sauerbruch. Ich bin Chirurg und wenn ich etwas lernen will, gehe ich nach Deutschland." — Einen besseren Beweis für die Bindungen von Volk zu Volk gibt es nicht. Mittlerweile sind die wichtigen Punkte der Stadt besetzt worden. Draußen, auf dem Flugplatz, legen Nachrichtentruppen Telephonleitungen. Kuriermaschinen starten und landen. Mit den Verwaltungsstellen der Stadt werden die ersten Verbindungen ausgenommen und gleichsam als ein Symbol der friedlichen Zusammenarbeit flattern die dänische Nationalflagge und das Hakenkreuzbanner an den zwei Fahnenmasten vor dem Empfangsgebäude des Flugplatzes. Enno Eimers. Eine Regierung des nationalen Zusammenschluffes in Dänemark. Oer erste Tag der Besetzung in der dänischen Hauptstadt. Kopenhagen, 10.April. (DNB.) Die dänische Regierung ist am Mittwoch durch Erweiterung zu einem Kabinett des nationalen Zusammenschlusses umgestaltet worden. Das Kabinett, das bisher nur aus Vertretern der Sozialdemokraten und der Radikalen bestand, ist durch die Aufnahme von je drei Vertretern auch der beiden großen Oppositionsparteien, der Konservativen und der V e n st r e , erweitert worden. Der dänische Reichstag trat am späten Abend des Dienstag zusammen. Staatsminister S t a u n i n g erklärte, der König und das Ministerium haben beschlossen, im Vertrauen zu Deutschlands Zusicherung, daß Deutschland nicht die Absicht habe, Dänemarks territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit anzutasten, eine Ordnung der Verhältnisse und dieser Besetzung zu versuchen, um Land und Leute vor den Folgen des Kriegszustandes zu bewahren. Die Regierung habe die Verantwortung für die Entscheidung, sie habe aber auch die Empfindung, aus einer ehrlichen Ueberzeugung gehandelt zu haben, daß sie Land und Volk vor einem schweren Schicksalsschlag bewahre. Es sei der Wunsch der Regierung, daß die Besetzung mit Verständnis und humanem Gefühl gegenüber einer alten nordischen Nation geleitet werden müsse. ..... (P K.) Das Leben in Kopenhagen geht schon heute, am Tage nach der Besetzung, seinen völlig normalen Gang. Die Bevölkerung bereitet den deutschen Truppen natürlich keine enthusiastischen Freudenkundgebungen, aber man kann durchaus sagen, daß sie sich freundlich-korrekt verhält und sich mit der Besetzung des Landes als einer unabwendbaren Folge der britischen Kriegshandlungen gegenüber Deutschland abgefunden hat. Allgemein herrscht ein gewisses Gefühl der Erleichterung darüber, daß das Schlimmste, was man befürchtet hatte, nämlich das Hereinbrechen des eigentlichen Krieges mit Kampfhandlungen und Zerstörungen, nunmehr unter dem starken Schutz Deutschlands endgültig abgewendet ist. In Gesprächen mit Dänen kommt immer wieder zum Ausdruck, daß das ebenso zielbewußte wie vordringliche disziplinierte Auftreten der deutschen Soldaten tiefen Eindruck auf die Kopenhagener gemacht hat. Gerade der Tatkraft und Entschlossenheit, mit der die Besetzung der Zi'tadelle durchgeführt wurde, ist es ja in der Tat zu verdanken, daß das Unternehmen nahezu ohne Verluste von Menschenleben durchgeführt werden konnte. Der deutsche Kommandeur der Verbände, die die Zitadelle besetzten, ist den dänischen Offizieren, die sich in der Festung befanden, von Anfang an mit ausgesuchter Ritterlichkeit gegenübergetreten. Die Herren sind kaum eine Stunde in ihrer Bewegungsfreiheit behindert gewesen. Kopenhagen hat sich am Dienstag sehr früh zur Ruhe begeben, zum ersten Male im Zeichen einer allgemeine Verdunkelung. Die zeitige Stille ist für die meisten Kopenhagener ein natürlicher Abschluß eines bewegten Tages, denn man ist ja tagsüber viel unterwegs gewesen. Alle wollten eines der aufklärenden Flugblätter erwischt haben, wie sie von deutschen Flugzeugen mehrfach über der Stadt ab- geworfen worden waren, oder wollten doch wenigstens einen deutschen Soldaten gesehen haben. Wo deutsche Truppen auftauchten, wurde ihnen überall mit Achtung und vielfach auch mit Freundlichkeit! begegnet Man betrachtete interessiert die Ausrüstung. Man bewunderte die strafte Haltung, man! stellte fest, wie frisch und froh alle diese jungen Soldaten aussehen, und ging befriedigt über einen so guten Schutz nach Hause. Wieder deutsche Vombeu auf Englands Flotte. Unsere Kampfflieger berichten von dem Angriff vor Bergen. PK. Jrn Fliegerhorst herrscht um die Mittagsstunde vor den Hallen Hochbetrieb. Erst in der Nacht zuvor sind die Flugzeuge von einem Einsatz in Soapa Flow zurückgekommen, und dennoch stehen sie jetzt schon wieder einsatzbereit. Bereits am Vormittag sind an der Westküste Norwegens in der Höhe von Bergen starke feindliche Streitkräfte gemeldet worden. Es dauert nur 10 Minuten bis die Flugzeuge mit ihrer schweren Bombenlast gestartet und in Richtung Nordwest am Horizont verschwunden sind. Kurz nach 17 Uhr trifft d i e e r ft e Funkm e l- dung von einem der deutschen Flugzeuge ein; in kurzen Abständen lausen weitere Meldungen ein. Die Maschinen sind sämtlich wieder auf Heimatkurs, und es ist kaum eine Besatzung, die nicht Angriffserfolge melden kann. Schon früher als erwartet jagt das erste der zurückkehrenden Flugzeuge in steiler Kurve um den Platz und landet. Nach und nach folgen die anderen. Die Berichte der Besatzung bestätigen die gehegten Erwartungen voll und ganz. Westlich von Bergen stießen die in großer Höhe anfliegenden Kampfflugzeuge aus den Feind. Der Feind fuhr beim Auftauchen der Flugzeuge sofort Zickzackkurs. Zwei Feldwebel erzählen, daß sie einem Kreuzer zunächst einen schweren Brocken vor den Bug warfen, während der zweite ziemlich mittschiffs aufschlug. Eine riesige Rauchwolke brach aus dem Mittelschiff und blieb noch lange als brennendes Fanal über dem getroffenen Schiffe stehen. Ein Leutnant erzählte, daß ein ganz großer' Brocken nur dadurch entkam, daß sich im ^ugent blick des Anfluges eine dichte Wolkenschicht zwischen Flugzeug und Ziel schob. Dafür konnte man einem anderen Fahrzeug eine Bombe aufs Deck werfen. Wie der Bordwart beobachtete, hatte die Bombe gut gesessen. Don fast allen Flugzeugen wurde ein größeres Kriegsschiff gesehen, das mittschiffs brannte und bewegungslos in einem riesigen Oelf!eck lag. Ein Feldwebel berichtete, daß er ein inmitten der feindlichen Fl^teneinheiten fahrendes großes Transports Äl f, wahrscheinlich einen Truppentransport, wr t zwei Bomben angegriffen habe. Der erste Wurf ging daneben, aber der zweite saß. Der Funker des Flugzeugs sah unmittelbar nach dem Einschlag einen Brand au sb rechen. Eines der großen Schlachtschiffe bekam einen schweren Treffer auf die Bordwand oder hart daneben. Die Flieger beobachteten starke Rauchentwicklung und Absacken des Schiffes nach achtern als Wirkung des Treffers. Die Britenschiffe haben erneut erfahren müssen, daß Deutschlands Kampfflugzeuge überraschend und mit größter Wucht Zuschlägen, wenn die Stunde des Einsatzes für sie gekommen ist. Albert Clapprott. Die Wett unter dem Eindruck der deutschen Aktion Fieberhafte Spannung in WA. Washington, 10. April. (Europapreß.) Die amerikanische Oefsentlichkeit folgt den Ereignissen in Europa mit fieberhafter Spannung. Den Zeitungshändlern werden die neuen Ausgaben buchstäblich aus den Händen gerissen. Trotz ungezählter Extraausgaben, die sich in Abständen weniger Minuten folgen, hält selbst das berühmte Tempo der amerikanischen Presse mit der sich überstürzenden Entwicklung des europäischen Krieges nicht Schritt. Die Presse, wie auch der Rundfunk, dessen Programm auf allen Sendern dauernd zur Durchgabe von Sondermeldungen unterbrochen wird, beschränken sich auf die Wiedergabe der Tatsachenmeldungen und verzichten auf jegliche Stellungnahme. England, so wird erklärt, ist durch die deutsche Blitzaktion in die kritischste Situation gebracht worden. Die Frühausgaben der Mittwochpresse, deren Spalten fast ausschließlich mit Meldungen über die skandinavischen Ereignisse gefüllt sind, spiegeln maßloses Erstaunen über die Schnelligkeit und Präzision, mit der die deutsche Wehrmacht die ihr gestellte Aufgabe in Skandinavien erfüllte, und verstärkt mit aller Deutlichkeit die an die O8A.-Regie- rung gerichteten Rufe: „Haltetunsausdem Krieg heraus!" Typisch hierfür ist zum Beispiel der Leitartikel der „New Port Daily News", in dem das D8A.-Dolk zur Wahrung kaltblütiger Ruhe aufgefordert wird. „New Port Daily Mirror" bezeichnet die skandinavische Entwicklung der letzten 24 Stunden als zwangsläufig und unvermeidbar. Deutschland habe mit Recht in seinen Noten an Norwegen und Dänemark geltend gemacht, daß die Westmächte offen die These proklamiert hätten, es dürfe in diesem Krieg keine Neutralen geben. Im übrigen räumt die I18A.-Presse den militärischen „Sachverständigen" einen großen Platz ein, in deren Wertung zum Ausdruck kommt, daß England durch die deutsche Aktion in eine ungemein schwierige Lage gebracht wurde. Der militärische Sachverständige der „New Port Daily News" sagt: „Deutschland hält alle Trümpfe in den Händen." Hauptschtiftleitet: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de- Hauvtschriflleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein,- für Sport: Heinrich Ludwig Neuner^ Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G, Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; eigenleitet: Hans BeH Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. PUNrL^ Erster Bildbericht vom Einmarsch deutscher Truppen in Dänemark. Eine der ersten Ausnahmen vom Einmarsch deutscher Truppen in eine dänische Stadt, (PK.-Lanzinger°Scherl-W.1 J i ■ Dänische Jungen und Mädel zusammen mit deutschen Soldaten in den .Straßen einer dänischen Stadt. • (PK,-Lanzing er-ScherbW^ Wo wenr itr Wintel schlacken' hk richtig und mäßig ents Lunge orbi Kn 'Marge Lies einatr langsam öi den, daß d atmet, dem rninterlichei kommt die Maminrei zu vermeii sirischgemü $riin mied ^wiebeigei «ußerorden muß der A 'Mieschen „Und wi Kind ist j( kommt!" ..Gegen einzuwend lassen! Dc zogen sein roch mit ein Schla! „Und n „Sobali rrbentlid) ernährt rv IQ!" flitfer gjW® mir bif1 MN ■*? es M «-lubenlust Nlörper ' ‘qenau ‘ Wenn io Lprechstunr .mal genal zuerst aufg Wärmeren w meine Kler leine Schmi fie ihn nlch i > ?te Krankheit, Mgssignoi ' Wer ken Aitive Lol Moritz so s>e ihre, bei Jui so grai 1>e stahlen gebratenen «en Keller Hühnchen zi Vaut! E fyn und - 'nnstelluno Vertraut 111 Deutschs W Nr. 85 Zweites Blatt Donnerstag, 11. April 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Aus dem Reiche der Krau PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS USD MANTEL em- zur Sauer- hält es I. M. Das ist ein ganz besonders schmackhaftes krautgericht. Wer es einmal probiert hat, mit der Witwe Bolte. kann also dazu sehr gut Sauerkrautreste verwenden. Hat man keine Reste, so kocht man das Sauerkraut nach der bekannten Methode, aber mit ganz wenig Fett, und schmeckt es süß-sauer ab. Aus den Kar- tosfeln bereitet man mit entrahmter Frischmilch einen sahnigen Kartoffelbrei. Man streicht eine Auslaufform mit etwas Fett aus, gibt die Hälfte Kartoffelbrei hinein, darüber das Sauerkraut, begießt dieses nach Wunsch reichlich mit seicht gebräunten Zwi'ebelwürfelchen, schneidet die Wurst in Scheiben darüber und bedeckt das Ganze wieder mit Kartoffelbrei. Obenauf streut man etwas Paniermehl und ganz wenig Fett oder Butterflöckchen. Man backt den Auflauf, bis er schön braun ist. i als bren« I liffe stehen. I mz großer I im Lugen-1 ht zwischen I man einem I eck werfen. | die Bombe I wurde ein! Jas mitt.I . in einem I ichtete, daß I eneinheiten I If, wahr- i ht zwei» erste Wurf I Funker des I schlag einen l‘ chlachtschiffe 1 Bordwand I feten starke ■ Wes nach I LriteiWffe Deutschlands üt größter es Einsatzes Dlapprott. fehlen, auch Puffer, Flinfen, Eierkuchen, Pfannkuchen vertragen ausgezeichnet Zitronensaft. Keine Zitrone verwende man, ohne die Schale genutzt zu haben. Paßt sie nicht an das Gericht, so schäle man sie dünn ab — ohne das Weiße, das bitter schmeckt — und lege sie in ein Glas mit grobem Zucker, das man zubindet; dieser Zucker konserviert den Duft der Schale und nimmt ihn selbst an, so daß man ihn ebenfalls als Zitronengewürz verwenden kann. Natürlich läßt sich Zitronensaft auch einmachen; man verwende aber dazu Rezepte, die die Erhaltung des Vitamins verbürgen, koche ihn also nicht. Gertrud Abel, Slick auf die Frühjahrs-Awden. Kleiderkarte hin, Punktrechnung her — das bringt uns keineswegs davon ab, uns auf die neuen Möglichkeiten der Frühjahrsmoden zu freuen. Denn wir haben geschickte Hände und einen einfallsreichen Kopf, wir haben einen raschen Blick für das was „man trägt". Das Kostüm tanzt -an erster Stelle. Es hat sich einen neuen Trick ausgedacht, denn es hat aus der nicht mehr tadellosen Jacke ein Mittelding zwischen Weste und Bluse zurechtfantasiert, das sowohl im Rock als auch darüber getragen werden kann. Als Hut macht sich ein kleiner Bolero aus grobem Stroh beliebt, der ein Band in den Nacken flattern läßt. Im übrigen sind die neuen Frühjahrshüte etwas strenger in der Linie geworden, verleugnen aber immer noch nicht ihre Verwandtschaft mit den entzückenden Modellen unserer Großmütter aus den achtziger Jahren. Die Frisuren bestehen dürchaus darauf, vom Nacken nach dem Wirbel hinaufgekämmt zu werden und die Locken werden kürzer gehalten. t Die Kleider betonen noch die Kurze, aber sie scheinen an Weite einbüßen zu wollen. Es gibt reizende enge Prinzeßkleider mit schmalem Stehkragelchen die guten Figuren bezaubernd stehen. Neu an ihnen ist die Neigung zu einfarbigen und bunten Stickereien, die sich»mit Vorliebe in grobem Streifen vom Kragen bis zum Rocksaum herunterzieht und die Linie besonders schlank erscheinen laßt. Sehr schlanke Frauen werden bunte Stickereien bevorzugen, während der vollschlanken Linie am besten mit einfarbigem Muster gedient ist. Zweifarbige Handschuhe sind Trumpf. Sie geben geschickten Händen Gelegenheit, aus zwei Paaren eins zu machen. Beim Ausschmuck der Manschetten sind die buntesten Einfälle erlaubt, falls sie nicht etwa den ganzen Eindruck zu sehr beunruhigen. a Marianne Stein. AusdunkelblauemTuch ist die Bolerojacke oben links mit den Herrenaufschlägen und dem Herrenkragen, — aus weißem, grobem Seinen der kurze Mantel unten rechts. Neu sind an ihm die großen Taschen, die den Faltenteilen eingesteppt sind. H. ' Rezepte. Bauernklöße. 300 Gramm Mehl, 1 Zwiebel ober Lauch, 30 Gramm Fett, Salz, 1A Liter entrahmte Frischmilch. Die Zwiebel wirb feingeschnitten unb in Fett angebünftet. Dann gibt man bie Milch, unb wenn alles kocht, bas Mehl unter Rühren bazu, bamit keine Klümpchen entstehen. Man kocht einen bicken Brei, schmeckt mit Salz ab, sticht mit einem in heißes Wasser getauchten Löffel Klöße ab, setzt in eine gute ausgefettete Auflaufform unb backt sie im Backofen. Dicke Kartof felsuppe mit Brenn» nesseln. VA kg Kartoffeln werben geschält, in kleine Würfel geschnitten unb mit Zkviebel, Salz unb Brühe weichgekocht. Dann zerbrückt man bie Kartoffeln mit einem Löffel unb gibt zum Schluß etwa 1 Suppenteller feingewiegte, junge Brennessel- blgttchen baran unb läßt noch einmal kurze Zeit ziehen, bann abschmecken. Hefeschneckennubeln. Man stellt aus 500 Gramm Mehl, XA Liter entrahmte Frischmilch, 30 Gramm Hefe, 40 Gramm Fett unb etwas Salz einen Hefeteig her, ber nach bem Gehen ausgerollt wird und mit einer Hackfleischmasse — bestehend aus- 125 Gramm gemischtem Hackfleisch, einem eingeweichten Brötchen, etwas Salz und geriebener Zwiebel — bestrichen wird. Dann schneidet man den Teig in 7 Streifen, rollt auf, stellt nebeneinander in eine vorbereitete Springform, backt etwa 45 Minuten. Die Speise wird warm mit Endiviensalat oder einer Zwiebel-, Kräutertunke und etwas Frischkost gereicht. H u f a r e n l a I a t. AA kg Pellkartoffeln, etwa 250 Gramm rote Rüben, 1 Knolle Sellerie, 20 Gramm Del ober Fett, 1 Zwiebel ober Lauch, 40 Gramm Mehl, % Liter Wasser ober Gemüsebrühe ober entrahmte Frischmilch, Essig, Salz unb Zucker. Aus Fett, Zwiebel, Mehl unb Flüssigkeit eine sämige Tunke Herstellen unb unter Rühren abkühlen lassen. Die gargebämpften, abgezogenen unb in Würfel geschnittenen Kartoffeln unb roten Rüben hinein» geben, zuletzt ben geraffelten Sellerie zumischen und abschmecken. Man läßt ben Salat gut durchziehen. Oberfläche zeigen. Beulen entstehen burch einen Gärungsvorgang, ber bie Büchsendeckel nach außen brückt, also ausbeult. Wenn so auch manche Hausfrau jetzt mit Kummer feststellt, baß ber harte Winter auch vor ihren Vorräten nicht Halt gemocht hat, so soll sie boch versuchen, ber Sache auch eine gute Seite abzugewinnen; ben nie ist der Verbrauch "** gemachter Lebensrnittel so gut angebracht wie obst- und gemüsearmen Frühlingszeit. «4 ES Ludwig SÄM* .“>1 * $115.1 Me.l rt tourb» I SUnN ynkbehl İmman. 7'ist de» A Man- 'tterlichkeit °uw eine Mert qe> sehr früh m Jeidjen e Stille ist '-her U, >t la tags, 1 eines ber M sie von Stadt ab. och wenig, Men. ®o| en überall 'undlichteü ne Ausrib tung, man Men Sol« r einen so Zitronen sind auch Obst. In diesen Wochen gibt es verhältnismäßig reichlich frische Zitronen. Und wir sollten uns daran gewöhnen, sie fleißig zu verbrauchen und mehr in ihnen zu sehen als nur ein schmackhaftes Gewürz oder das Rohmaterial zu einer Limonade. Zitronen sind gerade um diese Zeit wichtige Vitamin- träger, die das Vitamin C bergen, das in ber Wintermilch fehlt unb barum sogar Säuglingen drin- genb nottut, wenn sie mit gekochter Milch gefüttert werben. Zitronen sind Obst. Unb wenn wir sie auch nicht aus ber Hanb essen können wie einen Apfel, so lassen sie sich boch auf bie mannigfaltigste Weise zu erfrischenden Gerichten zubereiten. Mit Milch bereiten wir unter Zuhilfenahme von Zitronensaft unb geriebener Zitronenschale einen köstlichen Zitronenkrem. Mit Haferflocken ober Gräupchen, Zitronensaft unb -schale nebst ein paar Korinthen stellen wir eine süßsaure Suppe her, bie in fommenben warmen Tagen als labende Kaltschale gereicht wirb. Ein Zitronengelee wirb wie ein Weingelee — nur natürlich ohne Wein — bereitet, im Zustand bes Erstarrens schaumig geschlagen unb mit einer Vanillesoße gereicht. Zitronensaft sollte wegen seiner treibenben Kraft in keinem Backpulverkuchen äh ; aus dem t zum Bei- aily News, kaltblütiger litt) Mirror g der letzten menmidbar. i Noten an M daß die ■t hätten, es geben. 3m militärischen ein, mW aqland durch n schmierige Sachverstän' at: Deutsch' n." sie vor zu schneller Erwärmung geschützt werden. Eine plötzliche Erwärmung wird meist ein Platzen ber Glasbehälter zu Folge haben, unb zwar zerspringt entweder das ganze Gefäß nach bem Auf- tauen bes Inhalts ober aber es find feine Riffe im Glas entstanden. Durch einen Sprung im Glas bringt Luft in bas Gefäß, unb bas Eingemachte fängt an zu Derberben. Zeigt sich eine Blasenbildung an der Oberfläche des Einmachegutes, so sollte man diese Vorräte sogleich verbrauchen. Auch die Deckdl der Einmachgläser müssen durch leichtes Anheben auf ihre Verschlußbichtigkeit hin geprüft werden. Blechkonserven kann man nur bann weiterhin auf» bewahren, wenn bie Büchsen keine Beulen an der Man hackt dazu 250 g Sauerkraut gut durch, gibt Salz, eine- Spur Essig, Senf, Zucker, ein wenig Del, Weißwein und zum Schluß einen großen, mit der Schale geriebenen Apfel dazu. Der Salat muß gut durchziehen! Noch eine Verwendungsmöglichkeit Tür rohes Sauerkraut, nämlich zu gelber Erbsensuppe! Man hackt das Kraut wieder leicht durch, damit es nicht so lange Fäden gibt, und streut es bei Tisch auf den mit Erbsensuppe gefüllten Teller. Das gibt ber Suppe einen frischen Geschmack. Zum Schluß noch ein guter Sauerkrautauflauf! Man gebraucht dazu 500 g Sauerkraut, 1 kg Kartoffeln, 200 g Leberwurst 2. Sorte, entrahmte Frischmilch, Zwiebeln, Fett. Bei diesem Gericht wird das Sauerkraut tatsächlich aufgewärmt, d. h. es wird vorher gekocht unb bann als Auflauf mit den anderen Zutaten noch gebacken. Man Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder oufgewärmt... Eben geht mit einem Teller Witwe Bolte in ben Keller, Daß sie von bem Sauerkohle Eine Portion sich hole, Wofür sie besonbers schwärmt, Wenn er wieder aufgewärmt. Wer kennt nicht die köstliche Geschichte von der Witwe Bolte, der bie beiben bösen Buben Max und Moritz so üble Streiche spielten? Nicht allein, baß ie ihre, der Witwe Bolte so heiß geliebten Hühner mf so grausame Art ins Jenseits beförberten, nein, ie stahlen ihr auch nachher noch diese Tierchen im zebratenen Zustand, gerade als bie arme Witwe in ben Keller ging, um bas Gemüse zu ben gebratenen Hühnchen zu holen. Dieses Gemüse war ... Sauerkraut! Eine seltsame Zusammenstellung: Hühnchen und Sauerkraut! Wir schätzen diese Zusammenstellung heute nicht mehr, aber die Liebe zum Sauerkraut ist geblieben. Dieses Gemüse erfreut sich in Deutschland jahrhundertealter Beliebtheit. Und gerade die deutsche Hausfrau, versteht es meisterhaft, Sauerkrautgerichte herzustellen. Während man glaubte, daß zu Sauerkraut unbedingt Fleisch, insbesondere aber gepökeltes Schweine- ileisch gehöre, hat man in den letzten Jahren Sauertrautgerichte mit geringen ober ohne Fleischzugaben ichätzen gelernt; ja auch als Rohkost erscheint es aus bem Tisch. Auch die Kochmethoben sind andere geworden. Während man früher das Sauerkraut häufig wusch oder es gar in reichlich Wasser aus- kochte, um dieses bann fortzugießen, vermeidet man heute, wenn bas Kraut nicht zu sauer ist unb gut verpackt war, das Waschen ober reichliche Wasseren gab en, weil dadurch dem Gemüse der charakteristische Geschmack genommen wird. Am besten bereitet man bas Sauerkraut so zu: Man dünstet in etwas Fett kleine Zwiebelwurfelchen glasig, gibt bas Sauerkraut und ganz wenig Linser Kind ist srijhlingsniijde. „©obalb es Frühling wird, bann wird mein Kind mube unb blaß. Die kleinste Anstrengung ist km zuviel! Kommt bas wohl von ben erhöhten Anforderungen bes letzten Schuljahres? Ich mache mir bireft Sorgen!" Immer und immer wieder hört ein Arzt diese Klagen .ber besorgten Mütter. Meistens kann er beruhigend sagen: „Das ifUbie .Frühjahrsmüdigkeit', — es geht ben Kinbern nicht anbers als den Erwachsenen! Diese Erschlaffungserscheinung fomnV von ber vitaminarmen Winterkost, kommt von ber Stubenluft unb ber wenigen Bewegung! Ein Kinderkörper muß zum Frühjahr .überholt' werden, igenau wie das Auto, genau wie bie Kleibung!" > Wenn so ein blasses, müdes Kindchen in meine ^Sprechstunde kommt, dann frage ich zunächst ein-- tnal genau, wann die Müdigkeitserscheinungen zuerst aufgetreten sind. „Zuerst — als die ersten wärmeren Tage kamen! Wir machten einen Spaziergang, es war nicht weit, aber schon nach einer halben Stunde war das Kind müde. Dabei kennt meine Kleine den Weg ganz genau, es macht ihr keine Schwierigkeiten, aber seit bem Frühjahr schafft sie ihn nicht mehr!" „Ja, die .Frühjahrsmüdigkeit'! Das ist keine Krankheit, aber ein Warnungssignal! Ein Warnungssignal, das anzeigt: Jetzt muß etwas geschehen. Es haben sich zuviel Schlacken während der Winterszeit im Körper angesammelt!" .Entschlacken' heißt bie Parole. Auch ber Ofen kann nur nichtig unb rationell brennen, wenn bie Asche regelmäßig entfernt wirb. Vor allen Dingen muß ber Lunge orbentlid) Sauerstoff zugeführt werben. Jeden Morgen bei offenem Fenster Atemübungen. Tief einatmen unb bie Arme babei heben, bann langsam ausatmen! Es muß darauf geachtet werden, daß das Kind bis zu ben Lungenspitzen durch- atmet, denn gerabe bie Lungenspitzen werben in ber winterlichen Stubenluft vernachlässigt! Und nun kommt die Hauptsache! Frisches Obst und Gemüse! Vitaminreiche Frischkost! Es ist im Winter ja nicht ^u vermeiden, daß man vitaminarm ißt. Das Frischgemüse fehlt. Jetzt ist die 3eit, ,roo es das erste Grün wieder gibt: junger Spinat, Salat, aber auch Zwiebelgewächse, besonders Porree, ist für Kinder außerordentlich gesund. Lieber kann man den Ge° inuß der Apfelsinen etwas einschrrnken! Dafür aber Nadieschen, sobald es diese gibt!" „Und wie ist es mit dem Nachmittagsschlaf? Das Kind ist ja jetzt so müde, wenn es aus ber Schule kommt!" „Gegen einen Schlaf von einer Stunbe ist nichts einzuwenben, aber nicht die Kinder ,überschlafen' lassen! Vor allen Dingen müssen sie ganz ausge- zogen sein. Ein Schlaf im Kleidchen — womöglich noch mit Schuhen — hat gar keinen Zweck. Solch ein Schlaf belastet mehr als er erfrischt!" „Und wann verliert sich die Frühjahrsmüdigkeit?" „Sobald das Kind viel an die frische Luft kommt, - ordentlich im Freien sich Bewegung macht, richtig 1 ernährt wird — wenn also der Körper .entschlackt' V 1ft!" P. Konserven und Eingemachtes auf Frostschäden prüfen' Zu Beginn ber wärmeren Jahreszeit sollte jede Hausfrau ihre Lebensmittelvorräte baraufhin burch- sthen ob bie Konserven unb eingemachten Lebensmittel von bem scharfen Frost in ungeheizten Räumen unbeeinflußt geblieben sinb. Sind Buchsen, Gläser und Flaschen ganz durchgeftoren, so müssen Wie spart man Fett? Selbst Hausfrauen, die eine größere Familie zll versorgen haben, also wöchentlich eine verhältnismäßig große Fettmenge auf einmal zur Verfügung haben, klagen mitunter, baß sie schwer bamit zurechtkommen. Dabei wirtschaftet es sich, bei gleicher Zuteilung je Kopf, weit besser mit vier bis sechs Rationen, als mit je einer. Es liegt daher meist an ihnen selbst, wenn sie Schwierigkeiten haben. Es ist z. B. grundfalsch, „aus dem Papier" zu wirtschaften, also jeweils bie benötigte Menge Fett von ber Wochenmenge abzuschneiden und zu verkochen. Jede Hausfrau muß dafür sorgen, daß sie sich einen „Fe11op f" anlegt, in bem sie bie ausgekochten Fette aufbewahrt. Das ebenfalls noch oft anzutref- fenbe Vorurteil gegen Talg, also Rinber- und Hammelfett ist unberechtigt. Gerabe diese Fettart liefert eine gute (Brunblage für ben „Dreifettopf", wie er in jeder Küche vorhanden sein sollte. Aus ihm kann man am sparsamsten unb besten kochen. Zu bem ausgekochten Talg (auch Kalbsfett gehört bazu) gibt man bie anderen, ebenfalls ausgelassenen Fettarten, also Schweinefett und Margarine. Diese Fette, aus denen das Wasser verdampft ist, halten sich monatelang ohne ranzig zu werden, sind besonders sparsam im Verbrauch und machen bie Speisen sehr kräftig. Um bie tierischen Fette auszulassen, werden sie in kleine Würfel geschnitten — Talg wässert man vorher einige Stunben —, bann mit etwas Wasserzusatz langsam erhitzt und so lange gekocht, bis alles Wasser verbunstet ist. Ein zischen- bcs Geräusch und die beginnenbe Bräunung bes Fettes zeigt diesen Zustand an. Am heften gibt man 1 bis 2 Zwiebeln zum Auskochen mit, sie machen den Geschmack sehr kräftig. Die zurückbleibenden Grieben eignen sich, mit etwas Salz bestreut, als Brotauflage, als Beigabe zu Bratkartoffeln und Gemüse. Ein weiterer Vorzug bes Fettopfes, in dem Talg den Hauptbestandteil bildet, ist, daß das Fett nicht so leicht anbrennt, so daß sich Fleisch darin besonders gut anbräunen läßt. Durch richtige Verwendung des Fettes können mir ebenfalls zu sparsamem Verbrauch beitragen. Eine wichtige - Regel ist, das Fett, bas man zum Anbraten von Fleisch gebraucht, sehr heiß werden zu lassen, ehe man bas Fleisch hineingibt. Sehr heißes Fett verschließt nämlich sofort bie Randzellen ber Nahrungsmittel, so baß bann kein Fett mehr einbringen kann, ba die sich bilbenbe Kruste bas ver- hinbert. Fleisch und Fisch sollen völlig trocken sein, ehe man sie in das sehr heiße Fett legt; Fisch paniert man vorher mit etwas mit Salz vermischtem Mehl, damit sich bie abschließend Kruste bilben kann. Während bes Bratens barf bas Kochgut nie mit einer Gabel angestvchen werben, bamit nicht Flüssigkeit austreten kann. Die sparsamste Fettwirtschaft wird mit dem Gril» len des Fleisches erreicht. Es beruht auf dem Grundsatz, mittels großer Hitze (Bratröhre) die Fleischporen chnell zu schließen, damit der Saft vollständig erhalten bleibt und dann den Braten so gar werden zu lassen. Das Grillen kann u. 11. auch auf offener Flamme auf der Pfanne erfolgen. Dazu wird bie Pfanne — ohne Fett — so sehr erhitzt, baß ein darauf gebrachter Wasfertrovfen stehen bleibt. Dann wird bas Fleisch hineingelegr unb sorgfältig so lange gewendet, bis cs rundherum eine braun‘e Kruste zeigt. Erst dann wird etwas Fett und Wasser zugegeben unh bas Fleisch barin gargebünftet. Auch bie stärkere Verwendung von brauner statt weißer Mehlschwitze als Tunke ober zur Gemüsebindung hilft Fett sparen, ba sich bie erstere fast ohne Fett Herstellen läßt, wenn man bas Mehl bei nicht zu großer Flamme unter starkem Umrühren bräunen läßt. Das unten gezeigte, einfache Frühjahrski eib ist aus leichtem, biagonalgeroebtem blaßrosa Wo11stoff unb hat einen schmalen, bunfelblauen Ripsgürtel sowie kleine, weiße Pikee- ausschläge (am Hals unb an ben Aermeln) als Ausputz. Wasser hinzu und läßt das Gemüse mit ein paar getrockneten Wacholderbeeren lange im fest geschlossenen Topf schmoren. Ab und zu gießt man tlmas Wasser nach. Etwa vorhandene Speckschwarten kocht man selbstverständlich mit. Ist das Kraut weich, so ist auch meist die Flüssigkeit aufgelocht, so daß sich ein Binden derselben erübrigt. Sollte das Gemüse aber trotzdem noch etwas zu irühig sein, so reibt man eine rohe Kartoffel dazu rnb läßt alles noch einmal tüchtig durch koch en. Gewürze sind zum Ab schmecken nicht nötig der Sauer» Irautgeschmack ist kräftig genug. Durch Hinzugabe 1 er klein geschnittenen Zwiebeln nimmt man ihm Istie zu große Schärfe, auch durch Mitkochen von ceschälten Apfelstückchen mildert man sie. Evenfp lonn man auch dem Kraut nach dem Kochen etwas ; Milch zusetzen. Eine pikante Note erhalt das Kraut I Denn man es mit etwas Weißwein ober Eisig sino I Hücker abschmeckt und ihm so einen typifch >utz- lauren Geschmack gibt. Eine besonders gesunde Zubereitungsart ist, nu ;inei Drittel der erforderlichen Menge zu kochen und nachher ein Drittel bes Krautes roh, fern ge* D i>ackt, barunter zu mischen. Diese Kochart ist auch H für Leute, bie Rohkost verabscheuen, geeignet, o ! man bas rohe Kraut nachher nicht mehr h^nus- ! chmeckt. Rohkostliebhaber können Sauerkraut zu V Herstellung eines schmackhaften Salates verwenoei. Stelldichein der Kuriositäten. Was bei der Gießener Metallspende alles abgeliefert wurde. Die Metallsammelstelle in der Marktstraße in (Ziehen -hat sich im Laufe der wenigen Tage ihres Bestehens bereits zu einem Museum der Kuriositäten entwickelt. Zum Teil sind diese Kuriositäten im Schaufenster, zum Teil im Ablieferungsraum selbst ausgestellt. Gewichtige Dinge sind dabei, künstlerische und unkünstlerische, solche an der Grenze zwischen Kitsch und Kun-st und solche, die eindeutig Kitsch bedeuten. Das edelste Stück, das bisher der Sammlung abgeliefert wurde, ist ein schwerer Mörser mit vielen Verzierungen im Charakter der Renaissance. Er trägt die Jahreszahl 1643. Aber was soll man zum Beispiel davon denken, wenn man eine Hand König Ludwig I. von Bayern in schwerem Blei- guß nachgebildet liegen sieht, die Hand jenes Königs, der im Starnberger See ertrank. Reben einer Bronzestatue des Altreichskanzlers Bismarck steht eine von vielfältigem Metallzierat überladene Bowlenterrine. In eine Ecke gedrängt steht ein Mädchen aus Kupferbronze; aus einem Bach, dessen Wellen ebenfalls aus Kupferbronze sind, schöpft sie Wasser — vielmehr, sie will es gerade tun. Hart und kalt fühlt sich das Mägdlein an. tzn einer anderen Ecke stehen Säbel beieinander, eine bunte und unterschiedliche Gesellschaft. Einer dieser Säbel scheint, seiner Form nach zu schließen, einem Türken, vielleicht vor den Toren Wiens, abgenommen worden zu sein. Ein anderer, schlanker und schmiegsamer Degen ist aus Damaszener Stahl; dann ist noch ein schwerer Säbel da, den vielleicht im Kriege 1870/71 ein Gardekürassier geschwungen hat. Jetzt treten sie gemeinsam in die letzte Etappe ihres sicherlich reichen Schicksals und dienen in ihrer Auflösung dem Vaterland. Dann fällt ein bombastischer Schild mit gekreuzten Langen auf. Wie von Spinnweben ist der ganze Schild mit Ornamenten überzogen. In der Mitte des Schildes befindet sich «in Zifferblatt; eine sehr merkwürdige Uhr also! Dann steht noch eine andere Uhr da; sie stellt als Hauptstück einen Jäger dar, der sich in einer richtigen Landschaft befindet. An diesem Prunkstück von ehemals ist aber auch, „alles dran": da sind Hund, Beute, Gartenzaun und Bäume, da sind auch sonst alle Embleme in Metall ausgedrückt, die man sich in Verbindung mit dem Jäger denken kann. Das Ganze ist ein schaurigschönes Stück, und die Zeit, in der es geschaffen wurde, scheint uns in weiter Ferne zu sein. Dann kommt uns eine uralte Pistole in die Hände, die mit schweren Messinabeschlägen verziert ist. Es hat den Anschein, als sei sie unmittelbar nach der Erfindung des Schießpulvers geschaffen worden, so primitiv ist sie, so derb, und so fern von aller durchdachten Konstruktion der Mafien der Gegenwart. Interessant ist die Tatsache, daß die Männer, die die Metallgegenstände entaegennahmen, bisher nur wenige Gewichte zur Verfügung hatten. Jetzt sind ihnen Gewichte aus Messing abgeliefert worden, die nun zunächst beim Abwiegen der Spenden Dienst tun. Und wenn dann die Sammlung abgeschlossen wird, werden sie hinter all deck vielen Sachen herwandern, deren Gewicht sie fesfitellen halsen. Roch vieles andere muß der Chronist verzeichnen. Die Fleischer-Innung lieferte einen Jubiläumspokal ab und eine hiesige Bank hatte auch einen großen Pokal zu spenden. Die Spielvereinigung 1900 räumte gewaltig in ihren Schränken und lieferte eine ganze Reihe Pokale ab. Von der GRG. 1877 steht eine prunkvolle Bowlenterrine da. Diele Kraftfahrer, die Plaketten an ihren Wagen hatten, die von irgendwelchen Rennen oder Stern- und Zielfahrten herrührten, brachten diese Erinnerungszeichen. Die Jugenh gar brachte, wenn vielleicht auch schweren Herzens, begeistert für die große Sache, ihre Bleisoldaten zum Opfer und ließ stolz ihren Namen notieren. Auch sie werden dann nach der Sammlung die Spendenurkunde erhalten als Erinnerungszeichen an eine wahrhaft große Zeit. Noch hält der Strom der Spender gleichmäßig an. Immer noch wird in der Wohnung, in Kellern und Boden gekramt. Unermüdlich sind die Männer in der Sammelstelle tätig, um die Spenden zu registrieren. Schon jetzt darf gesagt werden, daß sich die Stadt Gießen mit dem Ergebnis ihrer Metallsammlung ein neues Ruhmesblatt der Opferbereitschaft schaffen wird. Noch einmal sei darauf hin-gewissen, daß sich die Sammelstelle für GießenrStadt in der Marktstraße befindet. In den Vororten Klein-Linden und Wie- seck werden die Metalle in den Verwaltungsstellen entgegengenommen. N. Oie Allerersten. Nahrung, die am Wege wächst. Sie wächst wirklich am Wege, blüht auf Wiesen, am Feldrain und im Wald und soll nicht vergeblich blühen, denn dieses junge Frühlingsgrün ist köstlicher Erdsegen. Da sproßt fast auf Schritt und Tritt die Brennessel, eine unserer zuckerreichsten Pflanzen. Schon unsere Vorfahren kannten ihren Kochwert und bereiteten aus ihren ersten Frühlingstrieben entweder — unter Zusatz von Milch und Butter — ein Spinatgemüse, oder sie kochten die jungen Triebe und Blatter mit Fleisch zusammen, wodurch das Fleisch zarter wird und die Suppe einen feinen Beigeschmack erhält. Auch in der russischen Küche ist junger Nesselspinat ein altbeliebtes Gemüse. Aber beim Pflücken heißt es vorsichtig sein: man pflückt in Handschuhen und hantiert bis zum Abbrühen mit zwei Löffeln. Als Frühlingsblattgemüse lassen sich ferner die zierlichen, dem Boden dicht aufliegenden Blatt» rosetten der wilden Zichorie oder Wegwarte verwenden, der „wilden Endivie", so genannt, weil sie mit der echten Endivie tatsächlich nahe verwandt ist. Genießbar sind aber nur die jungen Blätter, und am wohlschmeckendsten sind sie, wenn sie, zuerst weich gekocht und dann erkaltet, als pikanter Salat zubereitet werden. Der leicht bittere Geschmack verliert sich nach kurzer Gewöhnung. Jedenfalls. gehört der „Raditsch", wie man die Wildzichorie in den italienischen und jugoslawischen Küstenländern nennt, dort zu den Frühlingssalaten, die auch in den feinsten Gaststätten nicht fehlen dürfen. Eines Tages ist es auch so weit, daß der Löwenzahn wieder junge Blätter bildet, und da heißt es denn zupacken, so lang sie noch klein, hell, und zart sind. Infolge des im ersten Frühjahr be- i sonders reichen Gehalts des jungen Grüns an Mineralsalzen ist ein Salat aus zerschnittenen Löwenzahnblättern nicht nur eine nahrhafte, sondern auch heilkräftige Rohkost, und wenn ein zerhacktes Ei darunter gemischt wird, eine Frühlingsfeinkost, die sich sehen lassen kann. Ein „Aber" ist freilich dabei. Um einen Teller dieses Salats zu erhalten, braucht man nämlich sehr viele der jungen Blätter, denn der Feinschmecker verzehrt sie nur, so lang sie nicht mehr als fünf Zentimeter hoch sind. Es empfiehlt sich deshalb, den Löwenzahnsalat nur als Beimischung zu anderem Salat — etwa zu Kartoffelsalat — zu verwenden, wozu er sich sehr gut eignet. Zur gleichen Zeit treibt auf den Wiesen auch der Sauerampfer seine pfeilförmigen, saftigen Blätter in die Höhe, die mit ihrem pikant-säuerlichen Geschmack zu einer vortrefflichen, spinatähnlichen Soße verkocht werden können; durch Beigabe von Melde-Blättern läßt sich übrigens die Säure mildern, ebenso auch durch etwas Milch. Die dem Spinat verwandten Meldearten, namentlich die Gartenmelde — die auch verwildert vorkommt — liefern, besonders bann, wenn die Pflanzen noch jung sind, auch für sich allein ein wohlschmeckendes Gemüse, weshalb die Gartenmelde vor der Einführung des Spinats häufig in unseren Küchengärten gezogen wurde. Nur muß man bei den wildwachsenden Arten, die bisweilen rot gefärbt sind, beim Pflücken der Blätter auf ihren Geruch achten, weil manche von ihnen fischartig oder sonstwie unangenehm riechen und dann natürlich unbrauchbar sind. Außerdem schneidet man das bitter schmeckend« Herzblatt heraus. Dasselbe gilt auch für die Gänsefuß-Arten, deren junge Blätter ebenfalls zu Spinat verkocht werden können. In den Frühlings-Gemusetopf können in spinatAus der Stadt Gießen. Heckenzäune. Reichsforstmeister Hermann Göring will die hölzernen und eisernen Gartenzäune, da er für Metall und Holz eine wichtigere Verwendung hat, durch Heckenzäune ersetzen und dem ältesten und ursprünglichsten Gartenzaun, der lebenden Hecke, wieder zu seinem naturgegebenen Recht verhelfen. Seit dem aermanischen Rodezeitalter hat sich außer der Feld- flur noch eine weitere Form des Kulturbodens herausgestaltet — das „Hausland". Darunter versteht man ein Stück Nutzboden, an der Hofstätte gelegen und umzäunt. Es ist der Ursprung des Gartens, dessen Name .(vom gotischen gairöan — gürten) gleichfalls einen umfriedeten Raum bezeichnet. Ein umzäuntes Rasenstück mit einigen Obstbäumen und Krautpflanzen: das war unser ältester deutscher Vaüerngarten. Die Umzäunung wurde bewerkstelligt durch die lebende Hecke; sie ist noch immer der schönste und vornehmste Zaun, und kein Staketenzaun, auch kein Drahtgeflecht kann dagegen aufkommen. Auch heuer zeigt sich das erste Frühlingsgrün in den Hecken, die als Gehege den Garten, als Schutz gegen Unberufene die Obstbäume umgeben, die als Knick die Viehweide einfrieden und an der Ackergrenze, am Rain, der Vogelwelt Rast und Nest bieten. Heckensträucher sind das Dorado für die gefiederte Welt. Gerade den nützlichen Vögeln bieten die Hecken mit ihren Früchten beliebte Nahrung und durch ihre Dornen sicheren Schutz gegen Raubvögel, Fuchse und wildernde Katzen. Die Hecke hat zum deutschen Volk von jeher in besonderen Beziehungen gestanden und hat ihr Teil beigetragen zur Ernährung der von ihr behüteten Menschen. Als im Dreißigjährigen Krieg die Marodeure der Kriegsheere unseren bäuerlichen Vorfahren alles Getreide und Vieh raubten, den letzten Laib Brot wegfraßen und ihnen nichts ließen, als das nackte Leben, da zogen die hungernden Landleute an die Hecken, sammelten Schlehen und dörrten sie über dem Feuer, um daraus ein fladen- förmiges Brot zu backen. Schlehenmus wird auch heute noch vielfach auf dem Lande gegessen, -und „Schleebranntwein" gilt in Süddeutschland bei Männlein und Weiblein als wohlgeschätzte Medizin. Unter den kriechenden Stachelgewächfen liefern der Himbeerstrauch und der Brombeerstrauch die beliebtesten Früchte; aus ihnen macht man süße Tafelliköre — mehr 'was für Damen! Die schwarzen Holunderbeeren hat man von je als „Mus" und Hausarznei geschätzt. Der Holunder, Holler, Holder, der Baum der Frau Holle, in grauer Vorzeit schon hoch geehrt, schützt vor allem bösen Zauber; in feinem Schatten schläft man sicher, ungefährdet von Schlangen und Mücken. Sie alle überragt die märchenumsponnene Heckenrose; Dornröschen hat unter ihrem Schutz geschlafen. Die Hecke, dem Menschen treu verbunden, war immer Stoff und Zugabe für das deutsche Märchen. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Feuerteufel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Morgenrot". — Altersvereinigung der Damen 1890/1940: 20.30 Uhr Zusammenkunft im „Schipkapah". Kahenhaltung und Naturschutz. Es ist an der Zeit, auf den Schaden hinzuweisen, den Katzen an der Vogelwelt anrichten können, wenn sie sorglos ins Freie gelassen werden. Hat man einen Garten, in dem Vögel nisten, so schütze man die Nester durch Stacheldraht, Dornenreisig ober sonstig? geeignete Maßnahmen. Zum Schutze der Vögel lasse man während der Brutzeit (April—Juli) seine Katzen nach Möglichkeit nicht ins Freie. Wo dies undurchführbar ist, sorge man wenigstens • dafür, daß in diesen Monaten die Katzen nachts im Hause bleiben und besonders ausreichend gefüttert werden. Vor allem darf feine Katze morgens hungrig das Haus verlassen. Abends ist die Heimkehr durch Verabreichung einer von der Katze bevorzugten Nahrung im Innern des Hauses anzustreben. Junge Katzen sind zur Duldung von Vögeln anzuhalten, was bei liebevoller Pflege vielfach gelingt. Wer dies tut, schützt seine eigene Katze vor Verfolgung und Mißhandlung und trägt dazu bei, den unwürdigen Streit zwischen Vogelfreunden und Katzenhaltern zu beenden. Nach § 2 Ziffer 5 des Reichstierschutzgesetzes ist das Aussetzen von Katzen, um sich ihrer zu entledigen, verboten. Oer Kapitulant. Don Erich Grisar. Verdammt nochmal, sagte Willy Vollbeck, als die Sirene der Maschinenfabrik Hollmann zur Mittagspause blies. Jetzt habe ich doch meine Butterbrote vergessen. Ra, wird so schlimm nicht sein, meinte ein Arbeitskamerad. Da gehst du rüber zum Metzger, holst dir ein Stück Fleischwurst, paar Brötchen dazu, bann wird's schon gehen. Du hast gut reden, aber vielleicht sagst du mir auch, wo ich die Fleischmarken dazu hernehmen soll. Richtig, an die habe ich nicht gedacht. Woran hast du nicht gedacht, mischte sich nun August Surkamp ins Gespräch. An di« Fleischkarten. Willy hat nämlich seine Butterbrote vergessen. Er hätte sich sonst beim Metzger ein Stück Wurst holen wollen. Ist bas euer ganzer Kummer, meinte August gemütlich. Laß ihn doch mit in die Werkskantine gehen. Eine Portion EsseN wird wohl für ihn übrig sein. Wenn du meinst, daß das geht, sagte Willy und schloß sich den Kameraden an, die zur Kantine gehen, wo die Essenausgabe bereits in vollem Gange war. Da saß der lange Fritz, der jetzt wieder nach Hause gekommen ist, nachdem er den ganzen Polenkrieg mitgemacht hat, neben ihm haut der dicke Karl in seine Eßschüssel, daß er schwitzt. Emil vom Kran sitzt gleich hinter ihm und der alte Vorarbeiter, den sie den Hahn nennen, wtzil er in seinem ganzen Auftreten an diese gewichtige Perlon des Hühnerhofes erinnert, legt eben den Löffel fort, um mit der Gabel nach dem Fleisch zu angeln, das in das Essen gekocht ist. Allen sieht man an, wie gut es ihnen schmeckt und wenn auch mancher zu beqem war, sich erst zu waschen, er steckt sein ölgeschwärztes Gesicht doch mit gleichem Behagen in die weiße Porzellanschüssel, die nun auch vor Willy Vollbeck dampft. Schon ist da und dort einer fertig mit feiner Mahlzeit und fröhliche Scherzworte fliegen durch den Raum. Auf allen Mienen ist das Glück dieser Stunde zu spüren, die der Lohn treu erfüllter Pflicht ist. Nur Willy Vollbeck sitzt da, als sei ihm ein Knochen, der versehentlich in die SHüssel aeraten ist, quer die Kehle hinuntergegangen, so das August Surkamp, der die Sache mit der Eßmarke für ihn in Ordnung gebracht hat, ihn nach einer Weile fragt: Schmeckt es dir Nicht? Doch, doch, beteuert Willy und zeigt seine Schüssel, die er bis zum Boden leergekratzt hat. Ja, was hast du denn, fragt August weiter. Nichts, weicht Willy aus. Ich ärger mich nur immer noch, daß ich so vergeßlich bin. Ach, du trauerst deinen Butterbroten nach. Bist du denn nicht satt geworden? Doch doch, beeilt sich Willy zu antworten, nur ... Was nur? Ich meine, ich hätte ganz gut noch einen Löffel voll vertragen können. Ach so, lacht August Surkamp, kapitulieren möchtest du? Dann geh doch hin und hol dir noch einen Schlag. Nein, wehrt Willy ab, das tu ich nicht. Ich will ja schließlich nicht aus dem Rahmen fallen. Aus dem Rahmen fallen? Nun tu mir aber nicht leid. Du brauchst dich doch nicht zu schämen, daß du Hunger hast. Schließlich mußt du ja auch ordentlich ran bei deiner Arbeit. Also los, geh hin und hol dir noch was. Oder soll ich für dich gehn? Willy bleibt bei seinem nein und erst als August weiter in ihn dringt, verrät er den Grund, warum er so eisern ist. Da oben steht es dock), sagt er und zeigt auf ein großes Plakat, das wir andern im Eifer des Essens gar nicht beachtet haben. Da oben steht doch groß genug hingemalt: W i r kapitulieren nie! Ach du gerechter Strohsack, sagt da August Surkamp. Deshalb brauchst du deinen Maaen wirklich nicht auf halb sieben hängen zu lassen. Los, geh hin und hol dir noch einen Schlag, damit du auch rundherum satt wirst; denn dazu reichts noch allemal bei uns. Und weil es immer dazu reichen wird, darum werden wir auch nie kapitulieren. Vor den Engländern nämlich und wer sonst an unfern Wagen will Ja, wenn das so ist, sagt Willy merklich erleichtert und er eilt mit frohem Gesicht zur Essenausgabe, um sich noch einen großen Löffel voll geben zu lassen. Gießener Giadtiheaier. Silpps: „Leichte Kavallerie." Franz von Suppe muß mit Recht als der eigentliche Schöpfer der Wiener Operette gelten. Mochte in seinen .Adern väterlicherseits belgisches Blut pulsieren, mochte die Umwelt der ersten Jugend (geboren in Spalato) nachhaltend italienische Eindrücke befestigen, stark bestimmend für seine musikalische'Eigenart wurde doch wohl die wienerische Mutter. Und gerade durch diese glückliche Verbindung konnte ihm der entscheidende Schritt gelingen. Obwohl er zu den sechziger Jahren hin der französischen Operette sich verhaftet fühlt, weist ihm doch sein gesundes Musikantentum, das die beste Schulung u. a. durch Simon Sechter, dem Lehrer Anton Bruckners, und persönlichen Unterricht bei Donizetti erfahren hatte, den rechten Weg. Fernab von den bissigen parodistischen Einschlägen des Westens, wird seine Operette „Das Pensionat" (1860) zur Geburtsstunde der tyvischen Wiener Richtung mit ihrer flüssigen Melodik, italienisch gelichtet, erfüllt vom herzigen Gemüt des Wieners, bald selig- schwärmend, bald humorvoll-neckisch. Wenige Jahre darauf (1866) erlebt „Die leichte Kavallerie", nach einem Texte des Wiener Dichters Karl Costa, ihre Erstaufführung. Den nachfolgenden Generationen aber blieb bis auf heute die schwungvoll-frische Ouvertüre vornehmlich im Gedächtnis mit ihren elektrisierenden Rhythmen; das ganze Werk aber hörte man nur seltener. Die musikalische Neufassung von Horst P laten unter Zugrundelegung des Volksspieles von A. Müller und H. Brennecke rückt die dem Werk eigentümlichen Werte in den Blickpunkt, Musikalisches und Politisch- Aktuelles gaben den Grundton an; dazu die reizvolle Vielseitigkeit der Partitur mit ihren Walzerthemen, ihren Marschweisen und dem Sinnig-Gemütvollen. Eine besondere Note trägt die Gestalt der Gräfin Jlonka Csikos in die Musik hinein: die Welt des Czardas. Die Ouvertüre, der sammelnde Brennpunkt des Ganzen, wird dem großen Finale im zweiten Akt mit feinen dramatischen Zuspitzungen zur maßgebenden Grundlage und läßt so das Musikalische im Lichte der Szene aufs neue durchleben. artiger Zubereitung dann noch die jungen Blätter des Ackersenfs und des A ck e r r e 11 i ch s (He- derich) wandern, fei es als Zusatz zu echtem Spinat, oder überhaupt als Mifchgemüse. In den ersten Frühlingswochen ist die Auswahl an „wildem Grün" auf Den Wiesen und Wegrändern so reichhaltig, daß man kaum alle die Pflänzchen aufzählen kann, die uns vitaminreiche und gesunde Nahrung spenden. Aber freilich: Probieren geht über Studieren, denn es kommt dabei sehr auf die Art der Zubereitung an. Vorbedingung zum Ge- fingen eines guten Wildgemüses ist sorgfältiges Auslesen und Waschen des — nur jungen — Blattwerks. Dann mit kochendem Wasser überbruhen, worauf das Grün nach einer Weile herausgenom- men und in kochendem Salzwasfer völlig weichgekocht, dann ausgedrückt, zerwiegt und jetzt erst in der üblichen Einbrenne fertig gedämpft wird. Selbst, wenn man davon absieht, wilde /Zemüse in größerer Menge zu sammeln, so genügt schon eine Handvoll jungen Grüns in die Suppe geworfen, um ihren Geschmack zu verbessern und ihren Gehalt an Nährstoffen, wie sie fast in jeder jungen und gesunden Pflanze enthalten sind, zu erhöhen. L. Jahreshauptversammlung des Schitlubs Gießen. In kleinern Kreis hielt gestern der Schiklub Gießen im „Burghof" feine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Dörfner erstattete den Jahresbericht. Er erinnerte an die verschiedenen Veranstaltungen des vergangenen Jahres, an di« Fahrt in die Rhön zum Abschluß des Segelflug- Wettbewerbs, an die Beteiligung am Anlagenlauf des Jahres 1939, an die Trockenschikurse, die von den 40 Anfängern besucht worden waren und sich wieder zu einem schönen ideellen und praktischen Erfolg gestalteten, schließlich berichtete der Vereinsfüh. rer über die verschiedenen Wintersportfahrten in den Vogelsberg, insbesondere auch in das Biebertal, das im vergangenen Winter häufig aufgesucht werden konnte und manche schöne Stunde auf Brettern möglich werden ließ. Sechs Mitglieder des Schiklubs hatten eine Fahrt nach Balderschwang unternommen und kehrten von reichen Erlebnissen erfüllt, nach Hause zurück. Mit besonderer Freude berichtete der Dereinsführer über die Kreisschimeisterschaften am Hoherodskopf, die der Schiklub Gießen allein mit 40 Mitgliedern bestritt, während die Gesamtteilnehmerzahl rund 90 Wettkämpfer betrug. Mit schönen Erfolgen nahm der Schiklub Gießen an den Gaumeisterschaften teil. Zum Jahresende wurde eine stimmungsvolle Silvesterfahrt nach dem Hoherods« köpf unternommen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde die neue Satzung des NSRL. verlesen und angenommen. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Namen „Schiklub Gießen" beizubehalten. Der Vereinsführer erstattete sodann Bericht über den Stand der Bauarbeiten an der oereinseigenen Hütte am Hoherodskopf. Die Hütte ist, was ihre äußere Gestalt an» betrifft, fertiggestellt. Der Innenausbau soll demnächst erfolgen. Die Kasse des Vereins wurde in bester Ordnung gefunden. Die Kassenlage kann als günstig bezeichnet werden. Den Mitgliedern, die sich im vergangenen Jahre für die Mitarbeit zur Verfügung stellten, rourbe, herzlicher Dank gesagt. Im weiteren Verlaus der Versammlung wurde mitgeteilt, daß der Sommersport wieder in einem möglichst großen Umfang ausgenommen werden soll. An jedem Sonntag wird auf dem Universitätssportplatz Uebungsmöglichkeit gegeben fein. Auch das Tennisspiel soll gepflegt werden. Vereinsführer D ö r f n e r wurde von der Versammlung auch für das nächste Geschäftsjahr als Dereinsführer vorgeschlagen. Leere Flaschen für die Einmachzeit ausnutzen. Leere, saubere Flaschen kommen der Hausfrau heute gut zustatten; denn beim Einmachen von Rhabarber, grünen Stachelbeeren und Blaubeeren ersetzen sie nicht nur die Einkochgläser, sondern ermöglichen auch das Konservieren ohne Zucker und das Einsparen von Brennstoff durch Wegfällen der Sterilisation. Warum sollen wir nicht in Kriegszeiten, wo es heißt an Gläsern, Dosen, Zucker und Brennstoff sparen, auf altbewährte Verfahren zurückgreifen, wenn sie auch ein wenig umständlicher sind! Geht doch das Einfüllen und Entleeren der Flaschen selbstverständlich nicht so schnell und einfach vonstatten wie von Gläsern oder Dosen. Der Rhabarber muß zudem vorher in entsprechend kleine Stücke geschnitten werden, damit er durch den Fla- Di« volkstümliche Handlung mit ihren mannigfachen Typen entwickelt« Harry Grünet« in der von ihm oft b em Irenen Weise; Soldat enge ist der friederizianischen Zeit, echter Schneid der Zielen- Husaren wurden zum lebentragenden Element, dabei die vielen Einzelgestalten in sich geschlossen und ursprungsnah ausprägend. Farbigkeit der Kostüme, die vielseitige Belebtheit und Ausstattung der Szenenbilder (Karl Löffler) und die Ausstrahlung im Tänzerischen (Thea Maaß) wurden so zur anziehenden Einheit. Suppes unvergängliche Musik mit der Treffsicherheit des Ausdrucks und des Klanges ließ Richard B o e ck lebendig werden, mit sicherem Geist und Impuls das Tempo ein fangend, und sich im Laufe des Abends immer erschließend; nur den Singstimmen gegenüber wäre an einzelnen Stellen noch mehr Eingehen erwünscht. Die Chöre führte er in Abgestimmtheit. Herzhaft, resolut, die leitend« Hand im Haus« Bredereck, war Friedel F o r n a l l a z als Ilse, und doch wiederum mädchenhaft innig; in schöner Weise fand sie sich in den Duetten mit Christoph Reuland als Rittmeister der Ziechenhusaren zusammen. Schneidig-kühner, siegesgewisser Offiziersgeist strahlt« von ihm aus, verbunden mit schmelzvoller Stimme und Musikalisch geschmackvollem Singen. Dem gegenüber standen als zweites Paar Eva Eckert als Gräfin Jlonka mit sehnsuchtsgefchwell- ten ungarischen Tönen und tänzerischer Gewandtheit und Gustav Bley als Graf Adolar, würde- getragen in Haltung und Bewegung bei bewährtem gesanglicbem Können. Bernhard Schmitz stellte den Baron von Bredereck als alten Offizier von echtem Schrot und Korn hin; packend und wuchtig- Den Marquis Fontaine gab Siegfried Lowitz- Stürme von Heiterkeit aber entfesselten Harry G r ü n e k e (Unteroffizier Zinke), Walter E r l e r (Trompeter Apfelbaum) und mit ihrer „oberhelfisch en" Echtheit Anneliese Garbe als Lenchen. Hans Voß (Schulmeister), Max Schneider- Oe st (Pastor) und Harry Braunwarth (Förster) fügten sich dem Ganzen mit eigener Note ein. Wiederholungen und oft sehr starker Beifall bezeugten die interessierte Anteilnahme des Hauses. Dr. Hermann Hering. der Räume schloß sich der Feierstunde an. Sie zeigte, daß das NS.-Jung- schwesternheim nichts entbehrt, was zu einer sonnigen und fröhlichen Heimgestaltung gehört. Aus der engeren Heimat (Nachdruck verboten!) 1. Fortsetzung. leiter seinem Zweck. Eine Besichtigung 3m Dienste des Volkes wurde dir : angenom- m Namen reinster i der Bau- hoherod- Aestalt an* soll deni' wurde in e kann als rn, die sich . t zur Bei' gesagt, infl wurde . ' in einem U netten Ml fitätsfport-1 Auch das 1 reinssührek I g auch füll Wer vsr-I Gießener Vochenmarktpreise. * G/ießen, 11. April. Auf dem heutigen Wochen, markt kosteten: Markenbutter, kg 1,80 RM, Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Eier, ausländische 11 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 3,90 RM., Weiß- kraut, Vt kg 14 Rpf., Rotkraut 15, gelbe Rüben 12, rote Rüben 14, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12 bis 13, Meerrettich 30 bis 70, Aepfel 15 bis 35, Salat, das Stück 50, Endivien 13 bis 20, Lauch 5 bis 15, Ra- dieschen, das Bündel 30 Rpf. »«iw ■ itteft ix, ‘^ebenen 5. an öi( vegelflug, uogenlou! ' die von 'und sich z' Aschen Er, ( ^reinsfüh. V len in den. • rertal, bas werden i", Brettern ■ Schiklubs S untemom- M >n erfüll,, V ! berichtete U sterfchaftenW feen allein e Gesamt« - ■ trug. Mii • ien an den vurde eine . Hoherods« Heim der Vermittlung einer nationalsozialistischen seelisch-geistigen Rüstung wie einer tatkräftigen Kameradschaft dienen möge, übergab es der Gau- schenhals glatt hmdurchrutscht, und die grünen Sta- chelbeereü dürfen noch nicht ausgewachsen sein, um beim Einfüllen keinen Widerstand zu leisten Beide Obstarten werden roh in die Flaschen gefüllt mit abgekochtem Wasser übergossen, aut verkorkt und versiegelt: sie halten sich jahrelang. Wenn die Beerenzeit kommt, können mir auch Johannisbeeren und Kirschen statt in Gläsern in Flaschen einmachen. Um das Emfullen zu erleichtern und die Flaschen richtig auszunutzen, dunsten wir sie kurz vor, damit die Früchte weich werden und zusammenfallen. Aller- dings müssen die Flaschen dann noch ebenso wie die Gläser sterilisiert werden. ra™"'en sind es nur grüne Bohnen und Mohrrüben, die sich — erstere geschnippelt, letztere in kleine Würfel oder Streifen geschnitten — in .Flaschen einmachen lassen. Man verfährt dabei genau wie beim Konservieren in Gläsern oder Dosen. Rechtzeitige Bestellung bei Inanspruchnahme von Tierärzten. Durch die Einberufung zahlreicher Tierärzte zur Wehrmacht werden die in der Heimat verbliebenen Tierärzte besonders in den kommenden Monaten sehr stark in Anspruch genommen. Es liegt daher im allgemeinen wie im eigenen Interesse der Tierhalter, Bestellungen des Tierarztes weitmöglichst schon in den Morgenstunden aufzugeben, damit die Ausführung der Besuche im Laufe des Tages und möglichst durch Rundreisen gewährleistet werden kann. Nur Unglücksfälle, Geburtshilfen und wirklich plötzlich auftretende und schnell verlaufene Krankheiten können auch als „dringende Fälle" sofort erledigt werden. Bürgermeistertagung in Nie da. (D Nidda, 8. April. Heute fand unter Leitung von Bürgermeister Dlerner, Büdingen, eine Tagung der Bürgermei st er des Kreises Büdingen im „Gambrinus" statt. Besonderen Willkommengruß entbot er dem neuen Landrat Dr. Braun, der seit kurzem dem Kreis Büdingen vorsteht. Bürgermeister Junker, Hanau, hielt dann einen Vortrag über die Stellung und Aufgabe des Bürgermeisters im nationalsozialistischen Staat, besonders in der gegenwärtigen. Kriegszeit. Ein in der Praxis stehender Kollege' gab hier in treffenden Ausführungen wertvolle Winke für die Amtsführung der Bürgermeister. Zu der Versammlung waren sämtliche Ortsgruppenleiter und Ortsbauernführer des Kreises geladen und erschienen. Landrat Dr. Braun stellte sich der Versammlung vor und bat um vertrauensvolle, rege Mitarbeit aller Stellen in dieser Kriegszeit. Kreisleiter Görner behandelte alsdann eine ganze Reihe von wichtigen Fragen, wie Frühjahrsbestellung, Zusammenarbeit der Politischen Leiter, Bürgermeister, Ortsbauernführer, Metallsammlung u. dgl. Kreisbauernführer O t t und Bezirksbauernführer Straub richteten ebenfalls beherzigenswerte Worte und Anregungen an die Versammlung. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer wurde die anregend verlaufene Versammlung geschlossen. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 9. April. Im Parteilokal Müller fand ein Ortsgruppen-Schulungs- abend der Partei statt. Ortsgruppenleiter Pflüger gab einen Ueberblick über die politischen Er- eigni-sse der jüngsten Tage. Anschließend wurden Mitgliedskarten und -bücher ausgegeben. Schulungsleiter Kirdorf hielt im Verlaufe des Abends einen Vortrag über den Abwehrkampf unseres Volkes gegen die Weltherrschaftspläne Englands. + Grünberg, 9. April. Am Samstag fand die-Jahreshauptversammlung der S t e n o g r a f e n- Wich du schaffen,Lcnll ? Vornan von Martina Lckatt-chlm 1 Nih .«Id auj l9es Aijx, Bliilt, ** Auszeichnung verdienter Aot- kreuz-Mitarbeiter. Durch den Kreisführer, DRK.-OberfeldMrer Landrat Dr. Lotz, wurden verschiedene Kameraden im Deutschen Roten Kreuz mit dem Ehrenzeichen für Deutsche Volkspflege ausgezeichnet. Das Ehrenzeichen erhielten: der DRK.- Wachtführer Wurm, der DRK.-Oberhelfer August Velten, der DRK.-Haupthelfer Funk und der DRK.-Helfer Wisdemeyer, sämtlich in Gießen. Ferner wurde der DRK.-Bereitschaftsführer Dr. Fabel in Watzenborn-Steinberg mit diesem Ehrenzeichen bedacht. itzen. ■ Hausfrau' n von Rha-l ubeeren ern sondern er<| Zucker uni egjallen dec in Krieg.-' Zucker und lieferen p mstendlichec itleeren dec und einfai [. Der W chend tle"' jjjienjfo1 eke m d« itmgeist dec der N Element j3' I geichloP keit der Kettung freie Ausstr^ urden tjHjj gliche * en, mt W ian8«»'?5 K! K fetnil > Oft» >ev ** selt-nL : >> ■ tt »ß,# H** t Oer Sauleiter eröffnete ein 7!GD -Kinderheim. NSG. In Wiesbaden übergab Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger am Mittwochnachmittag das dritte Kleinkinder - und Säugling s.- heim der NSV. im Gau Hessen-Nassau seiner Bestimmung. In seiner Rede erklärte der Gauleiter Sinn und Zweck dieser Einrichtung und brachte sie in Beziehung zum Entscheidunaskampf unseres Volkes, der die letzte Kraft Aum Arbeitseinsatz erfordert. In diesem Einsatz stehe heute auch eine große Anzahl deutscher Mütter, denen mit der Betreuungsarbeit der Kleinkinder- und Säuglingsheime der NSV. eine große Sorge abgenommen werde. So sei diese Einrichtung im wahrsten Sinne des Wortes Dienst an der deutschen Zukunft und ein sichtbarer Beweis dafür, daß der vorn Führer geforderte Opfergeist an dieser scheinbar unwichttgen, in ihrer Wirkung jedoch bedeutungsvollen Stelle ebenfalls in die Tat umgesetzt werde. Auf einem anschließenden Rundgang überzeugte sich der Gauleiter von dem praktischen und schönen Ausbau des Heims, erkundigte sich nach dem Gesundheitszustand der betreuten Kinder und sprach allen Beteiligten Dank und Anerkennung für ihre vorbildliche Leistung aus. man davon, wenn man nicht sieht, was man schafft? Ja, und nun sitzt er da, der alte Herr mit seinem zugenagelten Gesicht, als wenn es sich um eine Zwangsversteigerung und nicht um eine Verlobung handelte, und weiß nichts zu sagen, während Tante Ottilie so schön von der gewährleisteten Zukunft redet. Rumort der Bauernstolz noch immer, alter Herr? Alles, was Herrschaft heißt, ist Gegenpartei — so denkst du doch! Schön Grenzen ziehen zwischen Adelsfamilie und Bauernstand. Ueberlebter Standpunkt heute, mein guter Alter! Wir Jungen sind längst darüber hinweggesprungen. Wir überrennen das alles! Für uns gibt es nur den Menschen, nicht den Stand! Siehst du, und nun kannst du nicht anders, als höflich und zustimmend zu nicken, mußt dich doch mal beugen vor diesem schmalen, feinen alten Dämchen, das soviel Form hat, soviel wirkliche Güte! Mußt doch kapitulieren, Alter! Aber prachtvoll bist du trotzdem, wir wollen dich ja im Grunde gar nicht anders haben, wir Gräfeleute! Lausitzer Granit, -richt wahr? Ueber Rudolf Gräfe kommt eine Art Uebermut. Nun ist ja alles gut! Jetzt aber auch nicht mehr lange drum herumredenl Wir sind genehmigt, die Jutta und ich —, nun Schluß mit weiterem Schmalz! Auch er sieht jetzt nach der Uhr. Eine gute halbe Stunde kann es noch dauern, ehe das Essen losgeht. Er kennt das auf Plessen-Roda. Vor halb zwei Uhr kommt es hier nie zum Futterschütten. Bis dahin wollen wir doch die Gesellschaft noch ein bißchen aufmödeln! Ein Thema her, dos dem Gespräch etwas mehr Lebensodem einbläst. Gleich mal eine ganz große Sache! Die Schmidtchen macht ichon wieder den Mund auf, will wohl neuen Honig verzapfen „Daß ich das vergaß zu erzählen — das Allerneueste!" schießt Rudolf los. Herrschaften, die Autobahn! Was meint chr, wo sie vorbeikommt? Hier bei uns, über Plesien-Roda wird sie geführt!" Erstaunte Äncke. Soeben noch Verlobung, glückliche Zukunft — und nun Autobahn! Was doch manche Menschen für sonderbare Gedankensprünge machen! Jupp ist der erste, der mit beiden Beinen in das neue Thema hinemspringt. Wie ein beglückter Ader wie gesagt, Jupp ist großartig! Fünfzehn Jahre alt, Ostern erst hängen geblieben, aber vom Hopfenextraktionsapparat redet er wie andere Leute vom Wetter. , f „Ja, ja, Hopsen und Malz, Gott erhalt s! sagt Fräulein Schmidtchen und schließt damit nicht sehr geistreich das Brauereigespräch ab. Sie sieht dabei ziemlich herausfordernd den Kronprinzen an. Ader Hermann ist leider ein ausgemachter Junggeselle. Er ist der Sinnierer der Familie, was für Fräulein Schmidtchen gleichbedeutend mit Philosoph iji. \ ts daher ein Wunder, wenn sie sich ihm doppelt rerounden fühlt? . • Leider hüllt Hermann Gräfe sich in beharrliches Schweigen. Man merkt ihm die Ablehnung der I cdligen Verschwägerung gar zu deutlich an. Endlich taut Erni ein wenig auf. Sie ist gerade so alt wie Jutta und hat eine Menge gemeinsamer Erinnerungen mit ihr. Ein netter Kerl mit krausem Haar und lustigen braunen Augen ist sie. : „Daß nun aus unserer Kinderfreundschaft "Verwandtschaft wird, Jutta!" sagt sie freudig. „Weißt lu noch, wie wir damals bei euch im Park Hochzeit spielten? Ich mit einem Handtuch als Schleier, und tu hattest Blitz-Johannes Hosen an ..." Ein betretenes Hüsteln aus dem Hintergrund. Die Vortweinflasche, die sanft auf das Tablett gesetzt werden sollte, klirrt. Blitz-Johann errötet wie ein Mädchen. v t • Tante Ottilie sagt: „Wie reizend!", und jyraulein 'Schmidtchen glaubt wieder einmal die Situation ,ns Philosophische retten zu müssen. „Ja ja, die Jugend spielt mit den heiligsten ; Gütern!" , Fräulein von Plefsen fragt darauf sehr rasch, ob icnn Erni auch noch ihr französisches Studium beireibe, man dürfe nicht liegen lassen, was so fleitzig begonnen sei. Jupp jedoch bricht doch noch, wenn auch etwas verspätet, in ein schallendes Gelächter aus, das in ter Stimmlage bedenklich schwankt. Ein Zungschwesternheim der (tzauhauptstadt. NSG. In einer kurzen Feierstunde übergab der Gauleiter in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. ein NS. -Jungschwesternheim seiner Bestimmung. Mit vorangehenden herzlichen Be° grüßungs- und Dankesworten meldete der Leiter des Amtes für Volkswohlfahrt, Gauamtsleiter Haug, dem Gauleiter die Fertigstellung des 7. NS.-Jungschwesternheims im Gau Hessen-Nassau. Der Gauleiter wies in seiner Rede an die versammelten Jungschwestern auf den besonderen Inhalt des Berufs der NS.-Schwefter hin. Die natio- nalsozialifttsche Haltung sei die wesentlichste Dor- aussetzung für ihren nicht immer leichten Dienst. Der Wille, einen anderen Menschen seelisch wieder aufzurichten, bedinge das Vorhandensein einer eigenen seelischen Stärke. Diese sei in der Weltanschauung des Nationalsozialismus zu finden. Mit dem verpflichtenden Hinweis, daß das neu geschaffene schäft, Ortsverein Grünberg, im Gasthaus Peppler statt. Nach den Begrüßungsworten des Ortsvereinsführers Otto Krumm gab dieser den Bericht über die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit. Mit Erfolg und gutem Besuch der Mitglieder konnten die im Herbst 1938 begonnenen Uebungsgemeinschaften I und II zu Ende geführt werden. Im Herbst wurde der Unterricht von je einem Fortbildungslehrgang mit 15 Teilnehmern und einem Eilschriftlehrgang mit 18 Teilnehmern neu aufgenommen. Durch Einberufung des Ortsvereinsführers, der zugleich das Unterrichtswesen betreute, sowie weiterer Mitglieder, kam die Arbeit zunächst wohl ins Stocken, wurde dann aber von der Mitarbeiterin Dina Michel fortgeführt. Am 10. Juni 1939 stellten 7 Kurzschriftler ihr Können bei dem Kreisverbandsleistungsschreiben in Schotten unter Beweis. Es konnten im Schnell-und Richtigschreiben insgesamt 4 Arbeiten mit „hervorragend" und zehn Arbeiten mit „sehr gut" bewertet werden. Der Kassenbericht des Rechners Karl Alb ach ergab bei einer Einnahme von 261,77 RM. und einer Ausgabe von 251,97 RM. am 31.12.39 einen Kostende stand von 9,80 RM. Der Ortsvereinsführer führte weiter an, daß stellvertretend die Kurzfchriftlerin Dina Michel die Arbeiten innerhalb des Vereins übernommen hat. Auf Wunsch des Ortsvereinsführers und mit Zustimmung der Mitglieder wurde sie zur Ortsvereinsführerin ernannt. Auch im Jahre 1940 wird im hiesigen Ortsverein fleißig und fortschreitend weitergearbeitet. Es sollen die bereits laufenden Lehrgänge fortgesetzt und darüber hinaus Interessenten Gelegenheit gegeben werden, sich in einem Anfängerlehrgang die Kenntnisse der deutschen Einheitskurzschrift anzueignen. Das anschließende, kameradschaftliche Beisammensein verlieh dem Abend einen harmonischen Abschluß. + Grün berg, 9. April. Dieser Tage fand die Hauptversammlung des Männerchors statt. Der Vereinsfuhrer Karl Repp jr. ehrte das Andenken des kürzlich verstorbenen Ehrenmitgliedes Philipp Hartmann. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß eine Anzahl Sangesbrüder unter den Waffen stehen. Da auch der Chorleiter, Musiklehrer Fritz Leib (Gießen), im Felde steht, ruhte die Sangestätigkeit fast ganz, nur zur Vorbereitung für besondere Veranstaltungen wurden Singstunden ab- aehallen, wofür sich Lehrer i. R. Roth als Chorleiter zur Verfügung stellte. Der Jahresbericht erwähnt weiter das Mitwirken des Vereins bei verschiedenen Feiern, ferner u. a. die Teilnahme am Wertungssingen in Ober-Ohmen, bei dem der Verein sehr gut abschnitt. Das Jahr 1939 brachte insgescmtt 16 Singstunden, die von den Mitgliedern Hermann Gerhardt, Georg Schornberimd Otto Seng alle besucht wurden. An Mitgliedern verzeichnet der Verein 55 aktive Sänger, 11 Ehrenmitglieder und annähernd 70 unterstützende Mitglieder. Eine Anzahl Der alte Gräfe aber macht weiter fein unbeteiligtes Gesicht, und der Kronprinz schiebt unauffällig seinen Rockärmel in die Höhe, um auf die Armbanduhr zu sehen. Jutta betrachtet beide. Auffallend, wie sie einander gleichen, Vater Gräfe und sein Erstgeborener, nicht nur im Gesicht, sondern auch in den Bewegungen. Nur, daß die des Aelteren freier und bestimmter sind, Hermann dagegen zeigt oft etwas Gehemmtes, Schweres. Jeder für sich im Grunde eine Persönlichkeit. Wer zuerst auffällt, ist der Alte, der Senior — eine imponierende Gestatt. Sie kann zufrieden sein, die Jutta Plessen, mtt diesem Schwiegervater! Er ist ein Kopf, ohne Zweifel, wenn er auch ein Knorren ist. Jutta ist so in ihre Betrachtungen versunken, daß sie Tante Ottilies Räuspern überhört. Aussonderung, daß Jutta sich auch am Gespräch beteiligen möge. Denn ewig kann eine alte siebzigjährige Dame, die nun schon ein wenig außerhalb der Zeitereignisse steht, nicht eine solche schwerfällige Unterhaltung allein lenken und leiten. Jutta sieht und hört nicht — das heißt, sie sieht nur Rudolf, der sie wieder einmal mit seinen Blicken eingefangen hat und verliebt herüberguckt. Tante Ottilie muß sich wieder selbst helfen. „Mein lieber Herr Gräfe — um nun zum eigentlichen Zweck des heutigen Tages zu kommen Jetzt wird's gut.. Jetzt wird's salbungsvoll. Das Brautpaar läßt voneinander. Rudolf wirft Jutta noch einen ergebungsvollen Blick zu, dann fährt er sich ein paarmal durchs Haar — eine Hitze in der Bude! Jutta hat sich auch so gelassen hingepflanzt, Blick nach der Decke, mit einer Miene: von mir aus kann nun auch die Rührung in die Festfolge aufgenommen werden! „Unter liebes, junges Paar — Ihr prächtiger Sohn mit feinen gediegenen Kenntnissen .. Ach so, ja, man ist ja etwas, denkt der Rudolf, das hat man schon beinahe vergessen, das kann einem passieren, drüben im Gräfehof, vor den Augen des Vaters, bei dem nur Bauer und Brauer ailt! Studieren ist Humbug! Zufaffen, mit beiden Beinen in der Hofarbeit stehen, so wie Hermann, der Große das ist etwas anderes! Dr. rer. pol.? Diplonwolkswirt? Lehrer an der Landwirtschaftlichen Schule in Bautzen? Achselzucken. Was hat Wirtschaft. Oeutfcbe Bank. Als letzte der Berliner Filialgroßbanken legte jetzt die Deutsche Bank den Jahresabschluß für 1939 vor. Die Rückwirkungen der Umstellung auf die Kriegsverhältnisse find in den Bilanzziffern des Instituts kaum sichtbar, die im übrigen die beträchtliche Geschäftsausweitung zum Ausdruck bringen. Die Gesamtumsätze — diesmal nur echte Kundschaftsumsätze - fliegen von 136 817 auf 148 057 Mill. RM., wobei der zu erheblichen Beträgen anqewachsene Umschlag des Zahlungsverkehrs mit Steuergutscheinen nicht berücksichtigt ist. Nach den 1939 vorgenommenen Erweiterungen ist die Deutsche Bank jetzt an. 303 Plätzen durch 131 Filialen, 138 Zweigstellen und 34 Aussendepositenkassen und Zahlstellen vertreten, außerdem stehen 183 Stadtdevositenkassen zur Verfügung der Kundschaft. Bei 77,02 (67,47) Mil5. RM. Zinsen und Diskonteinnahmen, sowie 92,85 (87,57) Mill. RM. Provisionen und Gebühren , erforderten u. a. Löhne und Gehälter 78,76 (76,76), Ausgaben für soziale Zwecke, Pensionen, Wohl- I fahrtseinrichtungen 20,35 (18.43) Mill. RM., wäh- | rend Steuern 36.68 (28,48) Mill, erforderten. Nach I |6,5 (—) Mill. Zuweisung an freie Sonderrücklage I «davon 2 Mill, aus dem Vortrag 1938), 1,55 (1,99) I Mill, an Pensionsrücklage — i. V. erhielt die gesetz- It liebe Rücklage noch 1,5 Mill. — verbleiben 7,992 H (9,078) Mill. NM. Reingewinn, da der Vortrag nur If 0,05 (2,03) Mill, infolge der Rücklagendotierung I ausmachte. Es werden der HV. am 26.4. wieder I 6 v. H. Dividende auf 130 Mill. RM. Kapital vorgeschlagen. Die ersten beiden Monate 1940 hoben sich gut angelassen, es wurde etwa im gleichen Llus- maß verdient, wie in der entsprechenden Vorjahres- Seit. Jranffurfer Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. April. Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber, andere a) 62 bis 65 (am 3. 4. 62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis 50 (45 bis 50), d) 25 bis 40 (28 bis 40). Hämmel a2) 50 bis 51 (50 bis 51), b2) 48 bis 49 (48 bis 49), c) 30 bis 44 (44), d) 25 (20 bis 28). Schafe a) 42 bis 44 (44), b) 38 bis 40 (38 bis 40), c) 20 bis 32 (15 bis 30). Schweine a) 55,50 (55,50), hl) 55,50 (55,50), b2) 55,50 (55.50), c) 54,50 (54,50), d) 51,50 (51,50), e) 49,50 (49,50), Sauen gl) 55,50 (55,50). Marktverkauf: Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. erbrüt die Gläser fteriüfie U5oen2’ Von den Gemüse M ech wird. •Amiji. I y «I geivvr. I J™. iferen n Lr.Ren hohen, l, | jüngerer Kräfte traten als Mitglieder bet. Die Rech« nung ergab bei einer Einnahme von 568,47 RM. und einer Ausgabe von 468,46 RM. einen lieber« schuß von 100,11 RM. Beschlossen wurde noch, daß während der Dauer des Krieges der Monatsbeitrag der aktiven Sänger von 80 auf 40 Rpf. herabgesetzt wird, während von den unterstützenden Mitgliedern erwartet wird, daß sie auch weiterhin den seitherigen Satz von 2 RM. als Jahresbeitrag leisten. Der Vereinsführer bat um fleißigen Besuch der für besondere Fälle angesetzten Singstunden während der Kriegszeit. Nach einem Schlußwort des Ortsgruppenleiters Schütz wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. Kreis Alsfeld. —. — Homberg (Ohm), 9. April B D M. und H I. veranstalteten in der dicht besetzten Stadthalle einen Bunten Abend. Die Stadtkapelle, BDM., HI. und Jungvolk wirkten mit. Schülerchöre, Volkstänze, Mundärtgedichte, sowie heitere Szenen ae- langten in bunter Reihenfolge zum Vortrag. An Stelle des Bürgermeisters hielt Pg. Ihm eine kurze Ansprache, in der er über die deutsche Jugend und ihre Zukunft sprach, die durch den Führer gesichert werde. Alle Darbietungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Der Verlauf war ein Beweis dafür, daß die Homberger Jugend auch mit einfachsten Mitteln einen Abend unterhaltsam zu gestalten vermag. Kreis Büdingen. h Schotten, 8. April. Der Bade, und Schlittschuhklub hielt seine diesjährige Der- sammluna ab. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß die Anstalt im letzten Jahre seyr stark besucht wurde. Die Badeanstalt ist eine der ältesten in Oberhessen: das Bad wurde schon vor 30 Jahren neu errichtet, und wenn es auch im Laufe der Jahre sich als etwas klein und vergrößerungsbedürftig erwies, so ist es doch gut und praktisch gebaut und hat stets klares, erquickendes Wasser. Eine Liegewiese mit Planschbecken befindet sich daneben. Die Schuljugend, auch aus den Nachbarorten, hat das Bad gern und oft aufgesucht. An das Gründungsmitglied und langjährigen Vorsitzenden wurde eine Ehrenurkunde überreicht., — Die D A F., Orts- waltung Schotten, ließ durch die Rhein- Mainische Landesbühne ein Gastspiel „Die Schurin- delsahrt ins Glück" geben. Das Stück fand freundlichste Aufnahme. Jüdischer Devisenschieber. IVr Jahre Zuchthaus und 120 000 RM. Geldstrafe. Lpd. M a i n z , 8. April. Die Zweite Große Strafkammer Mainz verurteilte den 44jährigen Juden Otto Israel Strauß wegen versuchter Devisenvergehen und wegen Bannbruchs, Vergehen gegen § 134 des Dereinszollgesetzes zu IV- Jahren Zuchthaus und 12 0 0 00 R M. Geld ft r a f e, ersatzweise 240 Tage Zuchthaus. Wegen Einkommen-, Vermögens- und Gewerbesteuerhinterziehung war der Jude Sttauß im Februar 1939 vom Bezirksschöffengericht zu drei Monaten Gefängnis und 100 000 RM. Geldstrafe verurteilt worden. Mr die Geldstrafe war eine Ersatzfreiheitsstrafe von je einem Tag für 100 RM., insgesamt also 1000 Tage, vorgesehen. Die Freiheitsstrafe aus diesem Urteil hat der Angeklagte verbüßt, bezüglich der Geldstrafe wurde in der Verhandlung vor der Zweiten Großen Sttafkammer festgesetzt, daß die Ersatzfreiheitsstrafe für beide Geldstrafen zwei Jahre nicht übersteigen darf. Wegen des versuchten Devisenvergehens war bereits am 3. Juni 1939 ein Urteil ergangen, und zwar war der Jude zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis und 120 000 RM. Geldstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatten der Staatsanwalt und der Angeklagte Berufung eingelegt. Die Zweite Strafkammer, die den Fall nochmals zu untersuchen hatte, kam zu dem Ergebnis, daß ein schwerer Fall des versuchten Devisenvergehens vor- liege und fällt das eingangs angegebene Urteil. Der Jude Strauß hatte eine außerordentlich gutgehende Arztpraxis in Mainz, in der er sich in 14 Jahren ein Vermögen von 200 000 RM. anhäufte. Er versuchte, 93 700 RM. in Wertpapieren und Wachthund, bläfft er in die Luft ,Hach — prima — a--a!" Die atte Dame bekommt ängstliche Augen. Autoverkehr, das ist für sie Benzingestank und Störung des dünnen Nachtschlafes. Sie seufzt. Gestraft, di« Arme auf ihre Knie gestemmt, sitzen die beiden Gräfes da.. Sie sind ganz wach, der Vater und der Kronprinz. Fräulein Schmidtchen macht ein enttäuschtes Gesicht. Sie hätte gern noch eine Weile von der rosigen Zukunft des jungen Paares gesprochen. Technik ist so gemütlos, so ohne Seele. Man sollte doch nicht davon sprechen. Vater Gräfe aber fordert neue und nähere Erläuterungen. „Von Weißenberg her wird sie rechts am Dorfe vorbeigeführt", sagt Rudolf auf einmal merkwürdig beklommen. Er kratzt sich leise Hinterm Ohr. „Und der Hutberg?" fragen beide Gräfes wie aus einem Munde. Rudolf kratzt sich abermals. Teufel nochmal, was hat er da angerichtet! Ein Gewitter ballt sich zusammen. Sein Kragen ist ihm auf einmal verflucht enge. Ppn Vater Gräfes Gesicht kann man gut die Gedanken lesen. Sie sind voll Abwehr. „Deutlicher erklären", knurrt er. Na, da ist's schon so weit! Worte im Telegrammstil sind höchstens Alarmsignal: Katastrophe steht bevor. Daß -er daran nicht dachte! Das Problem geht alle hier an. Ohrfeigen hätte sich Rudolf mögen. Auch die Jutta guckt ihn an, als wolle sie mit dem Finger an die Stirn tippen! Junge, Junge, wie konntest du nur! Jupp fjat natürlich die ganze Geschichte längst spitz gekriegt. „Der Hutberg muß natürlich untertunnelt werden!" flunkert er los. Natürlich! In seinen Augen ist alles einfach. Und keiner nimmt den Einwurf für voll. Die allgemeine Beklemmung steigert sich. Jetzt versteht auch Fräulein von Plessen. Ein bißchen langsam kommt die alte Dame dahinter. „Also, wie ist das, bitte?" Sie rechnet ordentlich an den Fingern nach. „Von Weißenberg nach Bautzen soll die Bahn führen? Das Dorf bleibt also links liegen. Die Bahn muß aber genau im Zuge der allen Landstraße lausen, am Dorfe entlang, denn weiter rechts sind ja dann die Teiche! Also geht sie gerade auf den Hutberg zu —" (Fortsetzung folgt.) 231 e 3 Vorteile beim Rasieren: Wer sich vor dem Einseifen mit Nivea- Creme einreibt, hat drei Vorteile: ersten» ist das Rasieren angenehmer, zweitens wird die Klinge nicht so schnell stumpf und drittens tut man etwas für Dosen und Tuben: 22 PK bis 90PI. 8000 RM. in deutscher Währung über die Grenze zu verschieben. Durch sein verlogenes Verhalten hat der Jude die Ermittlungen ungeheuer erschwert, selbst 13 Mdnctte Untersuchungshaft' vermochten ihn nicht zu einem Geständnis zu bewegen. 6 Zahre Zuchthaus für Beraubung von Ieldpostsendungen. LPD. Frankfurt a. M., 8. April. Das Sondergericht in Frankfurt verurteilte einen 47jährigen Angeklagten, der sich an Feldpostsendungen vergriffen hatte, zu sechs Jahren Zuchthaus und sechs Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte war in einer Derteilungsstelle für Feldpostsendungen tätig und zunächst dadurch aufgefallen, daß er sich in einem Raum aufhielt, in dem er nichts zu suchen hatte. Als er dort von einem Wagen ein Paket genommen hatte und dies bemerkt worden war, legte er das Paket wieder hin und suchte sich damit auszureden, daß er sich einen Spaß erlaubt habe. Bei einer Revision feiner Aktenmappe nach dem Dienst fanden sich ebenso wie später bei einer Haussuchung Gegenstände, die aus dem Inhalt beraubter Sendungen herrührten. Insbesondere wurde dem Angeklagten der Besitz einer leeren Flasche, in der sich Ungarwein befunden hatte, verhängnisvoll. Diese Flasche wollte er gefunden haben. Nach dem Befund mußte sie mit einem abgebrochenen Korkzieher geöffnet worden fein. Wie sich ergab, war der Angeklagte im Besitz eines solchen Korkziehers. Auch die Blutalkoholuntersuchung sprach dafür, daß er mehr Alkohol zu sich genommen hatte, als er behauptete, und daß mit der Möglichkeit zu rechnen war, daß er den Ungarwein getrunken hatte. SJl.-tfpOTt G. A-Gport. 5po. 05 Wetzlar I — Wahenborn-Sleinberg 1 5:4 (5:3). Dor einer überraschend großen Zuschauermenge standen sich in Wetzlar auf dem Platze an der Nau- borner Straße die 1. Mannschaft vom Sportverein 05 Wetzlar und die gleiche des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg gegenüber. Wie vorauszusehen war, kam es zu einem äußerst spannenden, aber jederzeit fairen Spiel, bei dem die Zuschauer jederzeit auf ihre Kosten tarnen. Etwas nervös fingen die Gäste an und bevor sie im Bilde waren, hatten die Platzbesitzer bereits drei Treffer vorgelegt. Dann war aber ihrerseits das meiste Pulver verschossen. Immer besser und besser wurde das Spiel der Gäste. Fett verkürzte durch sichere Verwandlung eines Elfmeters auf 3:1. Nachdem Wetzlar auf 4:1 erhöht hatte, gelang es Schaumburg, dem Mittelstürmer der Teutonen, durch prachtvollen Schuß das Resultat auf 4:2 zu stellen. Ein Lattenschuß des gleichen Spielers verhinderte einen weiteren Erfolg. Mehr Glück dagegen hatten die Platzbesitzer bei der Erzielung ihres 5. Treffers. Nachdem Schaumburg das Resultat auf 5:2 gestellt hatte, pfiff Schiedsrichter Schmidt (Dillenburg) zur Halbzeit. Nach Seitenwechsel lagen die Gäste ständig im Angriff. Mit allen Füßen wehrte sich die verstärkte Hintermannschaft von Wetzlar. Nur einige Ecken waren die Ausbeute. Immer drückender und drückender wurde die Ueberlegenheit der Teutonen, doch erst fünf Minuten vor Schluß gelang Schmidt der 4. Treffer. Noch einmal bot sich der Gästemannschaft die Chance zum Ausgleich, als kurz vor Spielende der Halblinke Häuser nochmals kurz vor dem Tore den Ball an den freistehenden Rechtsaußen Buß gab, der jedoch aus nächster Nähe das Leder schlecht traf und neben das Tor schob. Handball öer <^>v -Dg. 1900. Spvgg. 1900 Igd. — rmv. Igd. 15:5 (7:4). Im Spiel um die Bannmeisterschaft standen sich am Sonntag die Jugendmannschaften der Spvgg. 1900 und des Mtv. gegenüber. Es dauerte einige Zeit, bis sich beide Mannschaften fanden, jedoch blieben die Treffer in der ersten Halbzeit nicht aus. Durch Deckungsfehler der Hintermannschaft der Spvgg. 1900 gelang es den jungen Stürmern des Mtv. vier Tore zu erzielen, während der eigene Sturm sieben Treffer einsenden konnte. In der zweiten Svielhälfte kamen die Mtv.er nicht ganz an ihr Können in der ersten Halbzeit heran. Dagegen konnten die Jungens der Spvgg. 1900 noch acht Tore für sich buchen. Die Jugend spielte in folgender Aufstellung: Theis (Fl.-Gef. 1/116); ' Schuld! (Gef. 3/116), Bischof (Fl. 4/116); Stratmann (Fl.-Gef. 1/116), Döll (Fl. 4/116); Jox (Fl. 4/116), Freitag (Fl. 13/116), Launs- pach (MHI.), Engel (Gef. 15/116), Korell (Nachr.- Erf.-Komp. 15), Wolkewitz (Fl. 1/116). Entscheidungsspiele im Handball. Das erste der Entscheidungsspiele um die Gau- meisterschaft des Gaues Hessen zwischen Tv. Hochelheim und Tv. Anspach u Ts. steigt am kommenden Sonntag in 'Hochelheim. Es wird einen großen Kampf geben, zumal sehr viel davon abhängt, wer Sieger und damit Endsplelteil- nehmer wird.' Bei der Gleichwertigkeit beider Mann- schäften ist es sehr schwer, eine Voraussage zu treffen. Man kann nur feststellen, daß sich Hochelheim zur Zeit in einer ausgezeichneten Verfassung befindet, zumal die Mannschaft gerade in letzter Zeit nicht unwesentlich verstärkt werden konnte. Ueberöies ist man bestrebt, die gebotenen Chancen unter allen Umständen zu nützen. Für den Gegner, der sich nach und nach an die Spitze des Bezirkes Friedberg gestellt hat, gilt das gleiche. Auch er wird naturgemäß in Front bleiben wollen, so daß alle Voraussetzungen für einen spannenden und mitreißenden Kampf gegeben sind. Hoffen wir nur, daß das Wetter einsichtig genug ist, dann wird auch der Publikumserfolg nicht aus- dleiben, zumal man bereits allenthalben mit Interesse den kommenden Ereignissen entgegensieht. Neben dieser Veranstaltung interessiert das Turnier, das die Staffel B der Jugendrunde in Dutenhofen durchführt. Alle bekannten Mannschaften, wie Garbenheim, Dutenhofen, Münchholzhausen, Atzbach, Wetzlar-Niedergirmes, Nauborn und schließlich Katzensurt sind vertreten. Nachdem man bereits in Hochelheim sehr schöne Erfolge erzielen könnte, wird es auch hier nicht anders fein, zumal die Beteiligung noch weit größer ist. Der Tv. Dutenhofen jedenfalls hat es in der Hand, das Turnier zu einem sportlichen Ereignis auszubauen. Waldlauf der Betriebe. NSG. Das Sportamt „Kraft durch Freude" hat für das Kriegsjahr 1940 einen neuen Wettbewerb, bei dem jeder mitmachen kann, ausgeschrieben. Aehnlich den Schiwettbewerben im Februar und März für die Betriebs sollen in der Zeit von Mitte April bis 15. Mai der Waldlauf der Betriebe zur Abwicklung kommen. Hierbei gibt es keinerlei Platz- und Hebungsstättenschwierigkeiten. Feld und Wald find für alle Menschen überall zugänglich. Vielfach liegen sie direkt vor den Toren der Betriebe. Dabei sind die Bedingungen so gestellt,^daß sie jeder gesunde Mann und jede gesunde Frau erfüllen kann. Abgesehen vom „Waldlauf der Mannschaft über 2 Kilometer" sind die Leistungsforderungen so gestellt, daß wirklich jeder daran teilnehmen kann. Im „400-Meter-Waldlauf der Gefolgschaft" treffen die Frauen aufeinander, denen zwei Minuten dafür zur Verfügung stehen. Die Männer messet« ihre Kräfte im 1000-Meter-Waldlauf der Gefolg- chaft", den die Teilnehmer der Altersklasse A (his zum 35. Lebensjahr) in 5% Minuten und die der Attersklasse B in 6 Minuten zurückzulegen haben. KörperlichesTraining Verzügen- Die neue Vereinheitlichung der Jugendgesundheitspflege hat vor allem auch den Sinn, dig Beanspruchung des jugendlichen Menschen in Schule und HI. harmonisch aufeinander ab« ftimmen zu können. Durch die angestrebte Per« sonalunion zwischen Schularzt und Arzt der HI. sollen Ueberbeanssiruchungen und Fehlleitungen von Energie vermieden werden. Der Hauptstabsarzt der Hitler-Jugend in Frankfurt a. M., Dozent Dr. D u e s b e r g , weist darauf hin, daß Zweifel- , los der höchstmögliche Leistungsgrad konstitutionell festgelegt und begrenzt fei. Andererseits aber fönn- i n die anlagemäßig vorhandenen Kräfte des mensch, lichen Körpers nur' durch Gebrauch und Inanspruchnahme zur größtmöglichen Leistungstüchtigkeit entwickelt werden. Für den organgefunden Menschen sei also die körperliche Beanspruchung eine Notwendigkeit, die um so mehr gefordert werden müsse, je weiter der Mensch durch Verstädterung und Berufsart der natürlichen Hebung feiner Kräfte entfremdet wurde. Als Haupterfah- rung aus der HI ^-Sprechstunde stellt der Referent fest, daß die ©portbegeifterung und Re- kord sucht des Entwicklüngsalters bisweilen Veranlassung gebe, körperliche Warnungssignale unbeachtet zu lassen. Um die hierdurch möglicherweise auftauchenden Gesundheitsschäden zu vermeiden, fordert er eine fefte Begrenzung des Höchstmaßes für physische Anforderungen. Eins viel häufigere Erscheinung sei es jedoch, daß Eltern die Befreiung ihres Kindes von allen körper, lichen Hebungen, einfchl. des Turnunterrichts in bet' Schule, wünschen, weil das Kind angeblich ein zu „schwaches Herz" oder andere, Schwächen der inne« ren Organe habe. Dabei habe sich erwiesen, daß eine derartige Schonung der körperlichen Funktionen gerade das Gegenteil des erhofften Erfolges bedeutet. Eine dosierte Hebung führe vielmehr den bestmöglichen Ausgleich herbei. Jungen, benerf der natürliche Spiel- und Ra.uf- trieb und damit die natürlichste Schulung dev Kräfte fehle, bedürften gerade eines fortgesetzten Antriebes und eines meist dann auch sehr fegens* reichen Zwanges zur körperlichen Leistung. Ganz allgemein könne man feststellen, daß ein langsam zunehmendes körperliches Training die beste und nützlichste Lebensversicherung für die Kinder darstelle. Statt Karten! OKENROT Gießen (Wilhelmstrafie 60) und Fulda, den 11. April 1940. 1831A Gießen, den 11. April 1940. 1833 D staltung — es ist vor allem 1832A Ergeben in Gottes heiligen Willen entschHef am Mittwochmorgen 6 Uhr meine liebe Gattin, unsere treusorgende, unvergeßliche Mutter Es ist nicht allein die ungewöhnliche Besetzung dieses großen Ufa-Films, nicht allein die menschlich packende Handlung in ihrer bezwingenden 6e- Die Beerdigung findet am Samstag, dem 13. April, vorm. 11.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt — Das Seelenamt ist am Montag, dem 15. April, vormittags 7 Uhr, in der Katholischen Kirche. Fleischkarfen mitbringen! Stadt. Schlachthof, Gießen. Freibankverkauf am 12. Avril 1940: von 8-9 Ubr Nr. 551-590 von 9-10 Uhr Nr. 591-630 von 10-11 Uhr Nr. 631-666 die mitreißende Schilderung der U-Boot- Fahrten und U-Boot- Kämpfe des Weltkrieges die uns diesen Film zu einem dramatischen und in unseren Tagen neu verstandenen und neu empfundenen Erlebnis machtl UFA-WOCHENSCHAU UFA-KULTURFILM 667-700 1835A 701-740 741-770 771-800 In tiefer Trauert Karl Frohnapfei, tech. Rb.-Inspektor Martha Frohnapfei Fritz Frohnapfei, Zahlmeister z. Z. im Felde. Der große Ufa-Film von den unvergeßlichen Fahrten und Taten unserer U-Boot-Helden im Weltkrieg Gestaltet von Gerhard Menzel nach einer Idee des U - Boot- Kommandanten Frhr.v. Spiegel In den Hauptrollen: Bienert» Forster* Genschow Leibelt * Nicklisch * Sandrock Westermeier * v. Winterstein Marinetechnischer Beirat: Kapitanleutnant Fürbringer Musik: Herbert Windt Spielleitung: Gustav Ucicky Ein Film, der eine Brücke schlägt vom Gestern zum Heute! non 11-12 Uhr Nr. am 13. April 1940: von 8-9 Uhr Nr. von 9-10 Uhr Nr. von 10-11 Uhr Nr. Ab heute Donnerstag in Neuaufführung Lichtspielhaus Täglich 4,6.8.30, Sonntags 3,5.30,8.30 Uhr Frau Frieda Frohnapfei geb. Platz nach kurzem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, unerwartet schnell, Im 56. Lebensjahre, wohl versehen mit den heiligen Sterbesakramenten. Wir bitten der lieben Verstorbenen im Gebete zu gedenken, | Mietgesuche | venilstiMgeLanie sucht möM. Zimmer in gutem Haufe (Bahnhofsnähe). Preisangebote unter 01349 an den Gießen. Anzeiger erbeten. Am 8. April starb plötzlich und unerwartet unser früherer langjähriger Reisender Die Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma W. und G. Schuchard. Herr Karl Tackel Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Schützenstraße 8 (z.Z. Krofdorfer Str. 481), den 11. April 1940. 1837 D Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 13. April, vormittags 10% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Am Dienstagabend starb plötzlich und unerwartet unsere liebe Mutter, Pflegemutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Barbara Dittmar Wwe. im Alter von 73 Jahren. Statt Karten Die Geburt unseres dritten Zungen zeigen wir in dank« barer Freude an Else Brückmann Ernst Brückmann z.Z. llniversttäts.Frauenlllnll Gießen 9. April 1940 Äirllar 1830D Aber den zu häufigen oder zu dünnen Stuhl können Sie leicht vermeiden.Geben Sie Gemüse mit„t\ufeKe? Kufeke hält die Verdauung in Ordnung und fördert durch seinen Nährwert das Gedeihen der Kinder. Sie werden Ihre Freude haben Zwei einladi mÄ Zimmer für sofort gesucht Auto-Hof Otto Göbel Kaiserallee 115. Tüchtiger Metzger geselle auch jüngere Kraft möglichst sofort gesucht. Wo?sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 01345 Stelle laufend Gärtnergehilfen UNd HMeiler für sofort oder später ein. meß Eberhard Schwarz, Garten gestalter, Gießen, Am Kugelberg 2 Telephon 4082. MM für Freitags einige Stunden gesucht. . 01346 Beethovemtr.2v Wolzirau gesucht füriy2 Stunden tägl. Zu melden bei Frigldaire- Kühlanlagen Bahnhofstr. 6. Mädchen von 16-18 Jahr, f. Nuchbinderei- betrieb gesucht. Näheres. 1813d SWslllM 7. Bekanntmachung. Tankausweiskarfen und rMneralölfcheine O ungültig. Die Tankausweiskarten und Mineralölbezug- fcheine Serie O sowie die noch in Händen der landwirtschaftlichen Verbraucher befindlichen Mineralöl-- bezugscheine N haben mit Ablauf des 9. April 1940 ihre Gültigkeit verloren. Ab 10. April 1940 darf bai her Kraftstoff nur noch gegen Tankausweiskarten und Mineralölbezugscheine Serie P ausgegeben wer« den, die feit dem 1. April 1940 von den Wirtschafts« ämtern ausgegeben werden. Landwirtschaftliche Erzeugungsbetriebe, in deren Besitz sich noch Tankausweiskarten und Mineralöl« bezugscheine Serie N und O für Dieselkraftstoffe, Traktorentreibstoffe oder Petroleum befinden, sind berechtigt, den Hmtausch dieser Tankausweiskarten und Mineralölbezugfcheine in solche der Serie P zu verlangen. 1827D Die Abgabe und der Bezug von Kraftstoffen auf ungültig gewordene Tankausweiskarten und Mine- ralbezugfcheine find strafbar.________________________ Kameradschafts-Abend Samstag, den 13. April 1940,20.15 Uhr im „Nrrvsbok" 1828» T.-V. 1846, A-T.-V., T.-V.Mefeck T.-V. Heuchelheim, T.-V. Kl.-Linden. Kronberger Erdbeer-Pllanzen (Mad. Moutot), besonders dick fallend, in größerem Quantum sofort lieferbar, 100 Stück RM. 3-, 1000 Stück RM. 25.- ab Kronberg. 1829D, Jakob Schrodt Kronberg, Königsteiner Str. 4. Kaufgesuche Verkäufe | Eine schwere trächtige [01344 MW steht zu verk. in »nöorf a. £ahn Untdrgasse 44. MlWIlleli Ws vorzüglich ren- tiereno, günstig zu verkaufen. Näheres ImoD Iteinschinidt Levvermühle über Gießen Ruf Großen- Buseck 38. Gut geerntetes AfklMtz verkauft [1834D Heinrich Roth VI. Nieder-Bessingen Acker mit 21 OüfWöumen hinter dem Lazarett zu verkauf. Schr.Angeb.unt. 01342 an d.G.A. Weine Blumen- krivve, gr. Tisch Bücherregal Löwenkovffäbel zu verkauf. [01350 Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeigers. KieineAnzeigen tm Gießener Anzeiger werden von Tanienden beachtet und gelegen. Rückwanderer sucht gebrauchtes Hflöiofleifit für Gleichstrom. Schr.Angeb.unt. 01341 an d.G.A. Verschiedenes Kleiner Mer and.Marburger Straße 83 zu verpacht, loir« M r-»S N ZerliN' Bit deutsche Meter n Cin eng' bord) eine lend get engl'sch^ etzielt- Ikit in 3 SritW im «Berlin beabsichtigte lit geklärtl neben anbei Ian Zweck Motto „F schiffe na Schtve Berlin britischen A Donnerstag Darlegung trie Westmc erobert Iteuterbüro ton Ber phantasiert lustzwei tu 0 r m" u Cchlachtschi fietroffe wurden z 1 lugt. Die Nac gibt die bi Marinenm bereits Verluste de lang ve „R 0 dne 1 deutscher $ stiitzpunkt i sche Bomb Churchill, i Hallen", stärkste eng Sk Berlin kr Dehrn 3tn De streich , Met Abi 2l°i ftttf wiBorn ’Wgen vei Miehlen Ei ttor °°° den tianniaj ilverun J den vo 5lo hn, °ie auch h K zur •w, * Seefi Sen. i Gliche ■ w ,n ^Nveg ‘tt°nbh SnttU |le«len 1 B'f»mten Sen jj 1 Slini« 11 bet," '■ *4 5« Ä