Donnerstag, N.Ianuar Mü M.9 Erstes Blaff (90. Jahrgang Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen poftschecttonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Gießen. Schrittleitung und Seschäftrftelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/, Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Npf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Plahvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Erfolgreicher Vorfloß deutscher Kampfflugzeuge gegen die englische Küste. Acht bewaffnete Kriegs- und Handelsschiffe versenkt. Berlin, 10. Januar. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen an einzelnen Stellen etwas lebhaftere örtliche Artillerietätigkeit. Deutsche Kampfflugzeuge unternahmen am Vor- und Rachmittag des 9. Januar einen Lrkun- dungsvorstotz gegen die englische und schottische Oskküste. hierbei wurden vor der Norwich - Lüste vier bewaffnete Kriegs- und Handelsschiffe, nämlich zwei Vorpostenfahrzeuge, in deren Geleit zwei Handelsschiffe fuhren, angegriffen und versenkt. Vor der schottischen Küste wurde von vier bewaffneten Handelsschiffen unvermutet das Feuer auf die deutschen Erkunder eröffnet. Bei der Abwehr dieses Angriffes wurden die Dampfer versenkt. Die eigenen Flugzeuge erlitten keine sich auf in einzelne Rotten. Freie Jagd an Englands Küste. Em feiner Auftrag, das muß man sagen. Gemächlich haben ftch unsere schwer beladenen Kampfflugzeuge vom Rollfeld erhoben. Mit gleichem Kurs ziehen die Flugzeuge der Staffel über die flache, vereiste Küste auf die Nordsee hinaus. Inseln unter uns, dann nur Wasser, unendliches Wasser. Plötzlich sieht man die Flächen der Flugzeuge steil in der Kurve gegen den Himmel stehen. Jetzt gehen die einzelnen Rotten auf ihre endgültigen Kurse, fetzt fliegen sie auf die ihnen zuge- tell-ten Abschnitte zu. Jetzt kommen uns die anderen Flugzeuge rasch außer Sicht, und Mr mit unserem treu folgenden Rottenhund sind allein über dem Meer. Aber so endlos es scheinen mag, — unsere Vögel wissen diese Weite zu überspringen, bis dorthin, wo das Land beginnt, die K ü st e unseres Gegners, das Land der Golfplätze und der Kriegshetzer, der Parks und der Schlösser, der Häfen und der Defesttgungen der Jnselbewoh- Vertuste. lich in die Boote. Es kann nicht mehr lange dauern, Die britische Propaganda glaubte letzthin, mehrfach behaupten zu können, daß die Aktivität der deutschen Luftwaffe gelähmt sei. Diesen Erfolg zu Gunsten der Engländer sollten ihre Patrouillenflüge erreicht haben, die, wie sie meinten, die deutschen Minenlegerflugzeuge niedergehalten hätten. Sogar die Insel Helgoland sollte in ihrer militärischen Wirkung lahm gelegt sein: der britische Rundfunksprecher wußte überdies, daß die Insel bereits verlassen sei. Die deutsche Luftwaffe hat sich nicht beirren lassen; Erkundungs- und Aufklärungsaufträge sind auch dann noch erfüllt worden, als das Wetter, das in den letzten Tagen zugegeben sehr ungünstig war, auch die britischen Patrouillenflieger nur selten starten ließ. Die deutschen Erkunder hatten am 9.1. wiederum einen besonderen Erfolg zu verzeichnen, der erneut die Richtigkeit des Satzes bewies, daß die deutsche Lustwaffe sich durch feindliche Großsprecherei das Gesetz des handelns, das sie in der Hand hält, nicht zerreden läßt. Bor der Norwich-Küste wurden an diesem Tage zwei Dorpostenfahrzeuge, die zwei Handelsschiffe im Geleitzug hatten, gesichtet und als Geleitzug angegriffen und versenkt. Daß die britische Schiffahrt überhaupt nur noch auf Piraterie abgestellt ist, bekommen die deutschen Erkunder an der Norwich-Küste, wie auch vor der schottischen Küste zu spüren. Dor Schottland waren es vier scheinbar friedliche Handelsschiffe, die bei- der Annäherung der deutschen Flugzeuge unvermutet das Feuer eröffneten. Daß England seine Handelsflotte ausnahmslos bewaffnet hat, hat sich wieder einmal ganz deutlich gezeigt. Diese Schiffe haben offenbar den jedem Völkerrecht hohnsprechenden Befehl, auf jedes deutbis das Schiff in den Fluten versinkt. Wir aber haben nicht Zeit zum warten, wir müssen zurück. Vergnügt ist die Stimmung an Bord bei dem lanaen Heimflug. Was auch sonst los sein möge, wir jedenfalls kommen nicht mit leeren Händen nach Hause. Als unser Rottenhund jenen letzten erfolgreichen Anflug machte, erkannten wir weithin leuchtend das Geschwaderabzeichen, den roten Löwen auf weißem Felde. „Die Fährte des Löwen" so lautet die Inschrift auf dem Wappen. Der Löwe hat zugeschlagen, Großbritannien! Der Geschwaderlöwe hat dem Jnseltier eins mit der Pranke gegeben, daß es nur so rauchte. Mit leeren Händen find die anderen auch nicht gekommen. Ein Flugzeug nach dem anderen landet und macht seine Meldung. Alle bringen sie reiche Beute. Zwei Schiffe sinken vor den Augen unserer Besatzungen, eins brach unter der Wirkung haarscharf mittschiffs sitzender Bomben auseinander. Vier weitere Schiffe dürften inzwischen mit größter Wahrscheinlichkeit — man konnte nur nicht daraus warten — gesunken sein. Das waren also sechs. Ein siebenter Dampfer aber, der beschädigt worden war, funkte nach England um Hilfe. Unsere Funker sind nun freilich auch nicht auf den Kopf gefallen. Man hörte den Spruch, verstand ihn richtig, und eine neue Rotte startete von der deutschen Küste und schickte den Engländer endgültig auf den Grund der Nordsee. Unser Staffelkapitän kommt mit einem Haufen von MG.-Treffern in der Maschine nach Haufe. Ja, die „friedlichen" Handels- d a m p f e r ... — Als der Kettenführer den ersten Anflug machte, um zum Verlassen des Schiffes aufzufordern, da spuckten die Maschinengewehren, die der Dampfer auf Bug und Heck trug eifrig Feuer. Rund zehn Treffer saßen in der Maschine. Eine Oelleitung war zerschossen. Natürlich funkte jetzt auch das Flugzeug aus allen Knopflöchern, um sich mit drei Anflügen für diese völkerrechtliche Begrüßung zu bedanken, heil ist aber auch diese Besatzung heimgekehrt. Bei der abschließenden Besprechung durch den Saffelkapitän können rund 14 000 Tonnen versenkten britischen Schiftsraumes festgestellt werden. Dom Geschwadercommodore liegt schon der Glückwunsch vor. Sieben feindliche Dampfer — wir waren richtig auf der „Fährte des Löwen". M. J. Tidick. wegen versenkt wurden. Dies ist das Ergebnis einer Tagesarbeit der deutschen Luftwaffe, angestrengt durch zwingende Witterungsverhältnisfe in dieser Jahreszeit. Die Briten werden, wenn sie es nicht anders wollen, die Schlagkraft der deutschen Luftwaffe, ihren unbändigen Siegeswillen und ihre selbstverständliche Siegeszuversicht noch ganz anders zu spüren bekommen. Der „rote Löwe" über Englands Gchiffen. Deutsches Kampfgeschwader über der Nordsee. DNB....... 11. Jan. (PK.) Es ist mitten in der Nacht, als wir aus den kurz benutzten Betten springen, um in unseren Pelz-Kombinationen eine halbe Stunde später mtt unbeholfenen Schritten durch die Dunkelheit zu tappen, die dick zwischen den Bäumen hängt. Unten warten die Wagen. Durch ein Land, daß ohne Leute ist, geht die Fahrt. Ich weiß nicht, wie lange. Wir sind noch etwas schläfrig. Das Tor einer Wache, Auffahrt zum Flugplatz. An den Rand geschmiegt ein paar niedere Gebäude, hinter deren verdunkelten Fenstern schon Betrieb ist. hinten auf dem Rollfeld poltern schon die soeben angelassenen Motore unserer Kampfflugzeuge. Wir kennen diesen surrenden, grollenden Ton, den sie am Leibe haben, wenn man sie soeben erst geweckt hat. Ihre Kehle ist noch nicht so rocht glatt. Sie müssen erst warm laufen, dann wird das anders. — Geht uns ja genau so. — Auf dem Absprunghafen, auf dem wir uns befinden, hält sich jetzt die Einsatzstaffel unseres Kampfgeschwaders fertig zum Fluge nach Westen, zum Sprung über den Teich, zum Angriff gegen England. In der Besprechung, die der Staffelkapitän abhält, spielt die Wetterberatung eine wichtige Rolle. Aufmerksam hören alle Besatzungen dem Wetterfrosch zu, und zufrieden nicken sie mit dem Kopf: wenn das so hinhaut, dann geht die Sache wieder mal in Ordnung. Handelskrieg in derNordsee, das ist der Austtag. Angriff auf englische Kriegsschiffe — wenn sie irgendwo zu finden sein sollten. Ja, wenn. Man weiß ja, wie vorsichtig und zurückhaltend die englischen Kriegsschiffe m der Nordsee geworden find. Die Staffel löst ner. Unsere Rotte ist hoch oben im Norden Englands eingesetzt. Wohl Zweidrittel des Hinfluges haben wir unter einem strahlenden Winterhimmel zurückgelegt. Da vorn aber kommen ein paar Wölkchen. Es werden mehr und mehr. Vergnügt grinsen wir uns an. haben wir nicht Gründ zum Lachen? haargenau haut unsere Wetterberatung hin. Wolken, die können wir gebrauchen. Da sollen die englischen Jäger nur kommen, wenn sie überhaupt starten, husch, husch, und wir sind verschwunden, wenn es nottut. Na, werden ja sehen. In geringer höhe fliegen wir die englischen Gewässer an. Jedermann der Besatzung guckt sich die Augen aus dem Kopf. Es muß doch was zu finden fein. Da — dort hinten im Grau — etwas steuerbord voraus — ist das ein Schiff? Klar, Mensch. Schon ändert der Flugzeugführer den Kurs, schon sind wir drüben, fliegen eine Kurve. E i n englischer Frachter. 2000 Tonnen vielleicht groß. Eine MG-Garbe zischt vor dem Kahn ins Wasser, unser eindeutiges Signal zum Stoppen. Aber der denkt nicht daran. Schön, dann versuchen wir es noch einmal im Guten. Wieder wird angeflogen. Eine Bombe fällt vor den Bug. Los, Freund — wenn du jetzt noch immer nicht verstehen willst. Der Kerl macht dann auf, und zick-zack los versucht er, die Küste zu erreichen und nimmt von unserer höflichen Aufforderung keine Notig. Also scharfer Anflug. Es ist verdammt nicht leicht, solch kleines Schiff mit Bomben zu treffen. Beim zweiten Versuch geht eine unserer Bomben auf den Bug des Dampfers. Unmittelbar nach uns fliegt unser Rottenhund an — haargenau mittschiffs trifft seine Bombe, Kesselexplosion. Eine weite Rauchfahne weht vom Schiff weg, kilometerweit über die graue See. Aus der Traum, mein Freund! Wir packen uns fche Flugzeug zu schießen. Die deutschen Erkunder bei den Schultern und schütteln uns gegenseitig vor haben hierauf die richtige Antwort erteilt, indem \ Freude. Die Besatzung des Schiffes geht nun endalle vier angeblichen Handelsschiffe von Rechts lich in die Boote. Es kann nicht mehr lange dauern, Slowakischer Ausbau. Don unserem s.-Korrespondenien. Die Slowakei, das Land zwischen der Donau, den Karpaten und der Tatra, sieht das afogelaufene Jahr als eines der bedeutendsten am tausendjährigen Wege der slowakischen Natton. Es ist dies ein Jahr, das die Erfüllung jahrhundertelanger Sehnsucht und die Krönung eines jahrzehnetlangen, harten nationalen Kampfes brachte: die staatliche Selbständigkeit. Den bewegten und stürmischen Tagen im März, deren Ausgangspunkt der mißlungene tschechische Gewaltputsch war, folgte die völlige Loslösung von Prag und die damit verbundene Erklärung der slowakischen Selbständigkeit. Es war dies dadurch möglich geworden, daß die Führer des autonomistischen Kampfes den Weg zur Zusammenarbeit mit der deutschen Volksgruppe gefunden hatten und darüber hinaus auch das Verständnis des Deutschen Reiches für ihren Kampf erwarben. Unter deutschem Schutz konnten die nicht geringen Schwierigkeiten überwunden und an den eigentlichen Aufbau der slowakischen Staatlichkeit gegangen werden. Die innerstaatliche Reorganisation, der vielfach völlige Umbau, gingen naturgemäß nicht ohne vorübergehende Störungen vor sich. Zehntausende Tschechen, ein großer Teil von ihnen Staatsbeamte, wurden ausgetauscht. Dafür war vorerst nicht immer entsprechender Ersatz zur Stelle. Schwierigkeiten zeigten sich vor allem auch auf wirtschaftlichem Gebiete. Die slowakische Industrie und Wirtschaft, die bislang zumeist aus Prager Filialunternehmungen bestanden, mußten auf eigene Füße und völlig neue Grundlagen gestellt werden. Kaum waren die größten Hindernisse überwunden, drohte die polnische Gefahr. Bereit, die endlich freigewordene Heimat zu verteidigen, trat die junge slowakische Armee an die Seite der deutschen Wehrmacht und erhielt ihre Feuertaufe, Die kürzlich vom Führer verfügte staatsrechtlich fest, gelegte Rückgliederung des von Polen seinerzeit okku- pierten, alten slowakischen Volksbodens ist eine Belohnung für die entschlossene Haltung der Slowaken während der Polenkrise. Der nun vom Westen her seinen Ausgang neh- mende Krieg, der Neuttale und Freunde des Deut« schen Reiches durch schärffte völkerrechtswidrige Blockademaßnahmen wenigstens wirtschaftlich auf den «Boden zwingen will, wirst seine Schatten auch auf diesen Teil Europas. Um den wirtschaftlichen Schwierigkeiten Herr zu werden, hatte der slowa- tische Staat gleich am Beginn seiner Entstehung Mit dem Deutschen Reiche, das naturgemäß als Nachbar und größter mitteleuropäischer Wirtschafts. faftor für die Stellung dieses jungen Staatslebens von maßgebender Bedeutung fein mußte, ein Wirtschaftsabkommen getroffen. Weitere WirtschastsVerhandlungen und -abkommen folgten mit einigen Südoststaaten oder sind noch in bet Entwicklung. So war es nach dem vorübergehenden Mangel an Rohstoffen gelungen, die Industrie nicht nur zU beschäftigen, sondern sogar den Export 3U steigern. Der durch Krieg verlorene Außenhandel Mit den Weststaaten und Uebersee wurde durch neue Absatzgebiete im Südosten, die vor allem für slowakische Zellulose, Papier und Metallwaren Interesse zeigten, ersetzt. Dafür bieten die Südoststaaten alle für die Slowakei nötigen Rohstoffe, wie Naphta, Fette, Tabak und Baumwolle. Der- kehrstechni'sch bildet die Donau die Sraße zur Ermöglichung dieses Warenaustausches. Die Hauptposten im slowakischen Im- und Export nehmen Heimkehr der Deutschen aus Südtirol 485000 Deutsche optierten für Großdeutschland. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Nach Abschluß der Optionen in den Provinzen Bozen, Udine, Belluno und Trient haben der Führer der deutschen Delegation Dr. L u i g und der Staatssekretär im italienischen Innenministerium Buffarim G u i d i an den Führer und an den Duce das folgende Telegramm gesandt: „Beim Abschluß der Optionsarbeiten, die im Oberetsch in einer Atmosphäre vollkommener Zusammenarbeit und in vollster Ordnung vor sich gingen, haben wir die Ehre, Ihnen über dieses von Ihnen ausgedachte und gewollte Ereignis von großer politischer und historischer Tragweite alle wesentlichen Angaben zu berichten. Von 313 000 Einwohnern der Provinz Bozen hatten 229 500 Deutschstämmige gemäß den Abkommen von Rom und Berlin am 31.12.1939 das Recht zur Option. Von diesen haben 1 6 6 4 8 8 für d i e deutsche Staatsbürgerschaft optiert und sich damit verpflichtet, bis zum 31. Dezember 1942 ins Reich zu gehen. 27 712 haben für d i e italienische Staatsbürgerschaft optiert, während 35 000, die keine Eingabe unterschrieben haben, gemäß den Abkommen gleichfalls italienische Bürger bleiben. Für die gemischtsprachige Zone der Provinz Trient ergaben sich folgende Zahlen: Von 24 435 zur Option Zugelafsenen haben 13 015 für Deutschland optiert, 3802 für Italien, während 7636, die keine Erklärung unterschrieben haben, somit italienische Bürger bleiben. In der Provinz Udine haben von 5603 zur Option Zugelassenen 4576 für Deutschland optiert, 337 für Italien, während 690, die keine Erklärung unterzeichneten, Italiener geblieben sind. In der Provinz Belluno haben von 7429 zur Option Zugelassenen 1006 für Deutschland optiert, während 6423 italienische Bürger blieben. Weitere 280 Fremdstämmige haben schließlich für Deutschland optiert, für deren Zuteilung zu einer der oben genannten Provinzen eine Untersuchung im Gange ist." Drei englische Bomber abgeschoffen. Neuer englischer Neutralitäteibruch durch Bombenabwürfe auf dänisches Gebiet. Berlin, 10. Ian. (DNB.) Am 10. Januar 1940 trafen um 13 Uhr vier deutsche Flugzeuge neuerer Bauart in der Deutschen Bucht auf eine Staffel von neun britischen Bombenflugzeugen des Bluffers Bristol-Blenheim. Bei Sicht der deutschen Flugzeuge drehten die Briten sofort nach Westen ab und suchten ihr Heil in der Flucht. Bei der Verfolgung wurden durch die deutschen Flieger drei britische Bomber abgeschossen. Unsere Flieger kehrten alle wohlbehalten in ihre Heimathäfen zurück. Im Rahmen der Patrouillenslüge, die die britische Luftwaffe in die Deutsche Bucht unternimmt und die auch in der Nacht vom 9. zum 10. Ianuar ohne jeden Erfolg blieben, hat ein britisches Flugzeug, das aus südwestlicher Richtung kam, über der dänischen Insel Röm Bomben abgeworfen. Wenn auch in diesem Falle kein Personen- und Sachschaden entstand, so hak doch Großbritannien mit diesem Bombenabwurf erneut gezeigt, wie es die hoheitsrechte der Neutralen zu achten gewillt ist. In einem recht kümmerlichen Versuch, sich für die schwere Völkerrechtsverlehung durch erneute Bombenabwürfe auf dänischem Hoheitsgebiet zu rechtfertigen, stellt der Londoner Rundfunk der Treffsicherheit der britischen Luftwaffe ein beschämendes Armutszeugnis aus. Er erklärt, die Bombenabwürfe hätten in Wirklichkeit der Insel Sylt gegolten. Ferner wird wörtlich gemeldet, es seien auch tatsächlich „einige Bomben in der Nähe der deutschen Insel Sylt abgeworfen" worden. Damit wird zugegeben, daß die britischen Flieger todesmutig das ungeschützte dänische Gebiet und die ftiedlichen Dogen der Nordsee irgendwo in der Nähe der Insel Sylt bombardierten, um dann schleunigst Richtung Heimat abzudrehen. Von dem „neuen glänzenden Sieg der britischen Luftwaffe" ist allerdings in dieser Meldung ausnahmsweise nicht die Rede, Lebhafte Entrüstung in Dänemark Kopenhagen, 10. Jan. (Europapreß.) Die neue schwere Neutralitätsverletzung durch ein englisches Bombenflugzeug hat in Dänemark Aufregung und Entrüstung hervorgerufen. In einer amtlichen Mitteilung heißt es, daß die erste Bombe in eine Schonung einfchlug, ohne Schaden anzurichten, während die zweite in der Nähe eines Wohnhauses explodierte, wodurch einige Fensterscheiben eingedrückt wurden. Die Maschine kam aus Südwesten und verschwand nach dem Bombenabwurf wieder über dem Meer in westlicher Richtung. Die Augenzeugenberichte über den Zwischenfall sprechen von einem weitaus größeren Sachschaden als die von amtlicher Seite herausgegebenen Mitteilungen. Es wird auch festgestellt, daß nicht zwei sondern drei Explosionen gehört wurden. Demzufolge müssen drei Bomben abgeworfen worden fein. In den Berichten aus Röm heißt es weiter, daß zehn Häuser in Mitleidenschaft gezogen wurden und daß die Elektrizitätsleitungen nach lonbern zerstört sind, wodurch die Telefonverbindungen mit der Küste unterbrochen wurden. Im Gebäude der Telefonzentrale sind sämtliche Fensterscheiben vom Luftdruck einer in der Nähe explodierten Bombe zertrümmert worden, was sich für die Bewohner der betreffenden Häuser angesichts des Frostwetters sehr unangenehm bemerkbar macht, um so mehr als es an genügendem Erfatzmaterial mangelt und feine schnelle Herbeischaffung infolge der Unterbrechung des Fährverkehrs zum Festland nicht mög-, lich ist. Dasselbe gilt auch für die Unterbrechung des Telefon- und Stromkabels. Der englische Flieger, der von Südosten kam, hol, wie verlautet, über der Stelle, an der er die Bomben abwarf, erst längere Zeit gekreist. Alle drei Bomben fielen glücklicherweise in losen Sand, wodurch ihre Zerstörungskraft stark beschränkt worden ist. Ein Irrtum über die Position sollte unter diesen Umständen für den englischen Flieger schwer möglich gewesen fein Studentische Dienstpflicht Maschinen der deutschen Lustwaffe (Scherl- 1000 PS. Bilderdienst/RLM.-M.) Die Rangabzeichen der Freiwilligen Feuerwehr Der Reichsminister des Innern hat die Bildung eines „Amtes für Freiwillige Feuerwehren" verfügt, das alle Fragen, die den inneren technischen Dienst und den Geschäftsbetrieb der Freiwilligen Feuerwehren betreffen, einheitlich felbständig regelt. — Unser Bild zeigt verschiedene für das ganze Reich jetzt vereinheitlichte Rangabzeichen für Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr. Oben die Schulterstücke (von links) für den Anwärter, Truppmann, Obertruppmann, Hcmpttruppmann, Truppführer bzw. Obertruppführer; unten (von links) für den Haupttruppführer, Zugführer, Oberzugführer, Hauptzug- führer, den Kreisführer, Bezirksführer und den Abschnittsinspekteur. Das Stoffabzeichen rechts oben wird vom Anwärter bis zum Obertruppführer auf- wärts getragen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Reichsstudentenführer Dr. Scheel hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: „Bevor Ihr als Soldaten in der Wehrmacht das Reich verteidigt, ollt Ihr auf Befehl der nationalsozialistischen Volks- ührung Eure berufliche Ausbildung zum Abschluß bringen oder das Studium nach Möglichkeit so weit vortreiben, daß es nach dem Kriege erfolgreich beendet werden kann. Ein Teil von Euch tritt daher auf der inneren Front zum Ein- atz für Deutschland an. Um die Einheit dieses Ein- atzes in umfassender Form sicherzustellen, habe ich befohlen, daß die Studentische Dienst- pflicht eingeführt wird." „Der Rang", so agt der Aufruf weiter, „ben ein jeder von euch einnimmt, entscheidet sich durch die Leistung, die er vollbringt. Für untaugliche Schmarotzer ist in unsren Reihen kein Platz. Wir werden sie mit aller Schärfe aus unserer kämpfenden Gemeinschaft zu entfernen wissen." Der Studentischen Dienstpflicht sollen alle Studenten des ersten bis einschließlich dritten Semesters unterliegen. Rur die älteren und die Semester, die im Rahmen der Kameradschaftserziehung selbst Dienste leisten, sind von der Dienstpflicht befreit. Im übrigen wird die Dienstpflicht erfüllt in besonderen „D i e n st g e m e i n s ch a f t e n der Deutschen Studentensckiaft", die je etwa 30 bis 40 Mann fachgruppenweise zusammenfassen. Der Einsatz ist vor allem auch bei sog. Stoßarbeiten vorgesehen, z. B. beim Entladen von Kohlenzügen oder Lebensmitteltransporten, in der Land- oder Hauswirtschaft, soweit das möglich ist, im Reichsluftschutzbund, im Roten Kreuz, in der Technischen Nothilfe, in der NSV. und in den Ernährungsämtern bei der Ausgabe von Lebensmittelkarten und Bezugscheinen usw. Aus den Erfassungshalbtagen, die vier bis sechs Stunden bauern und an denen auch Vertreter der Altherrenschaft und Dozentenschaft teilnehmen, werden die jungen Studenten über ihre besonderen Pflichten gegenüber dem Volk und an den Hochschulen unterrichtet werden. Gleichzeitig hat der Reichsstudentenführer angeordnet, einen studentischen Krieaspr o P a- aandaeinsatz aufzubauen, der wissenschaftliche Forschungsarbeit leisten soll, aufgebaut mit dem Ziel, die Geschichte und Kultur aller Völker einschließlich des englischen nach Argumenten gegen England zu durchforschen. Die erarbeiteten Argumente werden der deutschen Propaganda zur Verfügung gestellt. Der Kriegspropagandaeinsatz soll im Mittelpunkt der studentischen Wissenschafts, arbeiten der Universität stehen. — Als Beauftragter des Reichsstudentenführers für den studentischen Kriegspropagandaeinsatz wurde Dr. Haus B äh.r bestellt. Beginn der Polizeistunde vereinzelt auch auf später als 1 Uhr festgesetzt worden ist, werden in dem Runderlaß als nicht berechtigt angesehen. Die zuständigen Behörden werden ersucht, die Polizeistunde, sofern dies nicht bereits geschehen ist, im Rahmen der eben bezeichneten Linie, keinesfalls aber auf später als 1 Uhr, festzusetzen. Keine Härten beim Knegszuschlag zur Einkommensteuer. Der Reichsminister der Finanzen stellt in einem Bescheid über den Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für 1939 klar, daß es der Zweck der Begrenzung des Kriegszuschlags auf 15 v. H. des Einkommens fei, Härten z u vermeiden, die durch eine übermäßige Belastung des Einkommens entstehen könnten. Einkommen im Sinne dieser Vorschriften ist das Einkommen im Veranlagungs- Zeitraum (Kalenderjahr). Ist ein Erhebungszeitraum kürzer als das Kalenderjahr, so beträgt der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für jeden Kalendermonat, der im Erhebungszeitraum endet, ein Zwölftel des Jahresbetrages. Dieser Vorschrift gemäß kommen als Kriegszuschlag aut Einkommensteuer für den ersten Erhebungszeitraum, das Kalenderjahr 1939, nur vier Zwölftel, nämlich für die Monate September bis Dezember, in Betracht. Bei dieser Höhe des Kriegszuschlags zur Einkommensteuer können die Härten, die § 3 Absatz 2 der Kriegswirtschaftsordnung mit der Begrenzung auf 15 d. H. verhindern will, von vornherein nicht e n t st e h e n. Der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer für 1939 kann im Höchstfall der ganzen Einkommenssteuerregelung überhaupt, also Reue Erpressung an Irland. Eine neue englische Verordnung, mit der die Regierung Chamberlain rund 40 000 Iren im Alter von 21 bis 28 Jahren, also Bürger eines nicht- englischen selbständigen Staates, in England zurückhalten will, um sie zu Rekruten für den englischen Krieg zu pressen, hat ein höchst inter- essantes Gegenstück. Im Juli vergangenen Jahres peitschte nämlich die Regierung Chamberlain das „Gesetz zur Verhütung von Gewalttätigkeiten" mit überstürzter Eile durch alle drei Lesungen des Unterhauses. Das Gesetz richtete sich offiziell gegen die Anfchläge der IRA., in Wirklichkeit aber gab es dem Innenminister unbeschränkte Vollmacht, in England ansässige Iren ganz naeh Belieben als staatsgefährlich zu verhaften. Diese selben Iren sollen jetzt also gezwungen werden, für England zu bluten. Damals im Juli vergangenen Jahres waren die nach der Westküste Englands abgehenden Züge und die Dampfer nach Irland wochenlang von fliehenden Iren überfüllt; sie wußten aus der langen Leidensgeschichte Irlands nur zu gut, was ihnen auf Grund jenes Gesetzes bevorstand und handelten danach. Zehntausende andere aber, es leben heute mehr Iren außerhalb des Staates Eire als auf der grünen Insel selbst — konnten nicht fliehen, weil sie sonst ihre Existenz hätten auf» geben müssen, da die Heimat noch nicht aufnahmefähig genug ist. Ein großer Teil dieser zurückgebliebenen fremden Staatsbürger, die sich vor einem halben Jahre nicht retten konnten, wird jetzt von England einfach als willkommene Beute für die Rekrutierung betrachtet. Es kümmert sich dabei überhaupt nicht um die ausdrückliche Erklärung des irischen Staatspräsidenten de V a l e r a vom 4. September 1939 über die völlige Neutralität des Staates Eire. Es kümmert sich dabei auch nicht um das völlig gewandelte staatsrechtliche Verhältnis Irlands zu England. Noch im Weltkriege kämpfte zwar das Haupt der irischen Partei im Unterhause, Redmond, auf englischer Seite in Frankreich und bezahlte seine Hoffnung, auf diese Weise seinem Vaterlands die Freiheit erringen zu können, 1917 mit seinem Leben. Aber noch während er sich diesen Illusionen hingab, verteidigte in der Heimat selbst sein Nachfolger, der heutige Staatspräsident de Valero, in dem blutigen Osterausstand von 1916 als Kommandant eines befestigten Gebäudes in Dublin feinen Stutzpunkt solange, bis die aefamte Besatzung gefallen war. Tatsächlich wollte schon damals die überwiegende Mehrheit der Iren von dem englischen Krieg gegen Deutschland nichts wissen; dazu hatte nicht wenig beigetragen, daß König Georg V. am 18.9.1914 Einspruch gegen das irische Homerule- Gesetz (Gesetz über selbständige Regierung im eigenen Lande) erhoben hatte. Heute wirkt es einigermaßen komisch, wenn Chamberlain gegenüber einem selbständigen Irland durchsetzen will, was schon Lloyd George gegenüber einem unselbständigen Irland nicht erreicht hatte, nämlich die Auferlegung der allgemeinen Wehrpflicht, die bekanntlich in England selbst nicht be- teht. Lloyd George mußte damals ein starkes De- atzungsheer während des Krieges in Irland unterhalten und außerdem versuchen, den Ausfall von mehr als einer halben Million irischer Rekruten durch Kolonialtruppen wettzumachen. Seitdem hat Irland den Eid aus den englischen König vor sieben Jahren ebenso abgeschafft wie den britischen Generalgouverneur vor vier Jahren. Irland unter- hält eine eigene Armee. Die letzten englischen Soldaten haben schon vor einem Jahre Irland verlassen müssen, und kein englischer Soldat darf heute noch die grüne Insel in Uniform betreten. 1938 folgte dann die Zurückziehung der englischen Kriegsschiffe aus denjenigen drei irischen Häfen, die 1921 von Churchill selbst zu britischen Flottenstützpunkten ausersehen worben waren; vergeblich hatte er vor zwei Jahren eine Garantie dafür verlangt, daß Irland im Kriegsfall tatsächlich neutral bliebe. Will Irland nicht einen Präzedenzfall schaffen, der für seine Existenz höchst gefährlich werden kann, so wird es bei einem bloßen Protest gegen die Zwangs- refrutierung von 40 000 irischen Staatsbürgern nicht stehen bleiben können. Die deutsche Gegenblockade tut ihre Wirkung. Entbehrungen und Rohstoffmangel in England wie in Frankreich. Brüssel, 10.Ian. (DNB.) Die Einfüh- rung der Lebensmittelkarten in England hat in Frankreich naturgemäß einen seyr peinlichen Eindruck erweckt, da man bisher die ftanzöfische Oeffentlichkeit in dem Glauben gelassen hatte, daß England dank seiner Flotte in jeder Beziehung unverletzlich sei. 2He Pariser Presse bemüht sich deshalb auch krampfhaft, ihren Lesern diese bittere Enttäuschung über die Widerstandsfähigkeit der angeblich unbesiegbaren Westmächte als „eine selbstverständliche Kriegserscheinung" darzustellen und die französische Oeffentlichkeit glauben zu machen, daß es fick hier nur um eine „Vorsichtsmaßnahme" handele. Als besondere Beruhigungspille weisen die Blätter darauf hin, daß das englische Königspaar als erstes das Beispiel gegeben und sich der neuen Regelung unterworfen habe. Die Königin von England, so schreibt der „Petit Parisien", habe sofort nach Einführung der Lebensmittelkarten eine neue Speisekarte ausgestellt, auf der ganze zwei Gänge (!) verschwunden seien. Das Blatt fügt allerdings nicht hinzu, aus wieviel Gängen das bisherige Menü bestand. Der rechtsgerichtete Abgeordnete Fernand Laurent erklärt im „Jour", daß die Einführung der Lebensmittelkarten in England zu ernsten lieber» legungen Anlaß gebe. Das französische Publikum, so fügt das Blatt aus durchsichtigen Gründen hinzu, werde sich ebenso wie das englische mit derselben Ruhe der Notwendigkeit solcher Maßnahmen unterwerfen. Es werde ebenso wie die Engländer an die harten Anstrengungen der Kriegsflotte denken, die die Freiheit der Meere sicherstellen. Wie es mit dieser Freiheit der Meere bestellt ist, weiß jeder, der Gelegenheit gehabt hat, in den letzten Wochen in Frankreich zu reifen. Nach Aus- 1 sagen neutraler Persönlichkeiten ist es nicht mehr : möglich, auch nur einen einzigen Bogen Briefpapier zu erstehen. Die Briefe, die im neutralen Ausland aus Frankreich eintreffen, sind Zum größten Teil auf ganz gewöhnlichem Packpapier : geschrieben, und die letzte Anordnung der französi- - schen Behörden, wonach Altpapier nicht mehr ' wie früher weggeworfen, sondern durch amtliche > Stellen gesammelt werden soll, zeugt von dem - Rohstoffmangel, der auf allen Gebieten in Frank- . reich herrscht. Die Einführung der fleischlosen i Tage, die unauffällig ausgedehnt worden sind und - sich jetzt schon auf die Hälfte der Woche erstrecken, wird sich voraussichtlich in Zukunft auch auf »ei« Dornier DO 17. Verwendungszweck: Fern- aufklärer. Der Fernaufklärer erkundet auf große Entfernungen feindliches Gebiet und schafft die für den Angriff von Kampfflugzeugen (Bombern) notwendigen Zieldarstellungen. Er fliegt einzeln und in großer Höhe. Besatzung: Flugzeugführer, Beobachter, Funker und Schütze. Kennzeichen: Schulter-Decker, freitragend Einzieh-Fahrgestell, doppeltes Seitenleitwerk, 2 Motoren zu je rund für den Zahler der höchsten Einkommensteuer in Großdeutschland, nur vier Zwölftel von 50 v. H. von 55 v. H. des Einkommens, also 9,16 v. H. d e s Einkommens betragen. Mithin kann im ersten Erhebungszeitraum des Kriegszuschlags der Zahler der höchsten Einkommenssteuer nur den höchsten friedensmäßigen Steuersatz von 55 v. H. zuzüglich des Kriegszuschlages von für ihn 9,16 v. H., insgesamt also 64,16 v. H des Einkommens entrichten. Die Höchstgrenze von 65 v. H. des Einkommens, die in der Kriegswirtschaftsverordnung vorgesehen ist, wird für den ersten Erhebungszeitraum nid) erreicht. Zuchthaus- und Gefängnisstrafen wegen Verführung Zugendlicher. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Im Verfolg der Aufdeckung eines größeren Komplexes homofexuel- lerDerfehlungenund DerführungJu- g e n d l i ch e r auf diesem Gebiet sind durch die Jugendschutzkammer beim Landgericht Dresden und durch das Landgericht Böhmisch-Leipa in letzter Zeit zahlreiche Personen rechtskräftig zu längeren Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt worden. Rudolf Gärtner erhielt 5 Jahre Zuchthaus, gegen Dr. Walter Brand, Rupert Glaas, Dr. Josef Suchy, Wilhelm Zimmermann, Dr. Ernst Leibl, Ernst Plischke, Justin Siegert, Anton Pleyer, Friedrich Wagner- Poltrock, Professor Anton Purkl, Professor Waldemar Fritsch, Professor Karl May wurden Gefängnisstrafen von 8 Monaten bis zu 3 Jahren erkannt. Die Verfahren gegen eine Reihe weiterer Personen mußten auf Grund inzwischen eingetretener Verjährung eingestellt werden. nach wie vor das Deutsche Reich und das Protektorat ein. Die vergangenen, für dieses Land so geschichtlichen Monate standen im Zeichen harter Arbeit und des Kampfes; es wird auch im neuen Jahr f kein anderes Programm für dieses Land geben. ; Der Slowakische Staat will an der Seite Groß- deutschlands Baustein fein bei der gerechten Neuordnung Europas und durch rastlose aufbauende Arbeit zur Konsolidierung im Donauraume seinen Teck beitragen. (Sm Heiratsrekordjahr im Deutschen Reich. Ueber eine Million Geburten mehr als in Frankreich. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Im dritten Vierteljahr 1939 wurden nach einem Bericht des Stattstischen Reichsamtes im alten Reichsgebiet 33806 Ehen mehr geschlossen als im dritten Vierteljahr 1938. Die K r i e g s e h e s ch l i e ß u n g e n haben nach Meldungen der Großstädte weiter stark zugenommen. Für das ganze Jahr 1939 st daher im alten Reichsgebiet mit einer Gesamtzahl von rund 740 000 Eheschließungen zu rechnen, das sind 96 000 mehr als im Vorjahr. Damit wurde im Jahr 1939 die Rekordzahl des Jahres 1934 (740 161) wieder erreicht. Die erneute Zunahme der Eheschließungen und insbesondere die außerordentlich starke Häufung von Kriegs- trauungen feit September find ein ficht- barer Ausdruck d e s Vertrauens des ge- samten deutschen Volkes in feine Führung im Frieden wie im Kriege. Als ein Beweis des starken Lebenswillens des deutschen Volkes ist auch die Z u n a h m e d e r G e. burtenhäusigkeit anzusehen, die sich von Vierteljahr zu Vierteljahr noch verstärkt. In den ersten drei Vierteljahren von 1939 wurden-' im alten Reichsgebiet allein 58 165 und einschließlich der Ostmark 91 084 Kinder mehr geboren als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Nach den weiteren im Stattstischen Reichsamt bisher vorliegenden Teilergebnissen wird sich für das Deutsche Reich einschließlich des Sudetenlandes, des Memellandes und der ehemaligen Freien Stadt Danzig im Jahre 1939 ein Lebendgeborenenzahl von 1640 000 ergeben. Damit wäre das zur Erhaltung der Volks- und Wehrkraft des Deutschen Reiches (cchne Ostgebiete) erforderliche Mindestgeburtensoll im abge- (aufenen Jahre erreicht worden. 1640 000 Le- benbgebarene im Deutschen Reich (ohne Ostgebiete uni) Protektorat) das sind über eine Million Kinder mehr als in Frankreich (612000) und rund 300 000 Kinder mehr, als in Frankreich und Großbritannien zusammen im Jahre 1938 geboren wurden! Fremdenverkkhrsdienst auch für Kriegsbeschädigte urd Mitärurlauber. Das amtliche Organ „Der Fremdenverkehr" weist daraufhin, daß der Fremdenverkehrs arbeit jetzt neue Aufgaben gestellt sind. Dazu gehöre besonders auch die Betreuung der Militärurlauber. Sie besteht neben der Hilfe bei Beschaffung von Lebensmittelkarten in der Unterweisung und Beratung über die örtlichen Zustände und Verhältnisse, sowie in Führungen. Militärurlauber sollten grundsätzlich xu allen Veranstaltungen künstlerischer und unterhaltender Art m i n d e st e n s 5 0 v. H. Ermäßigung erhalten. Besonders rührige Der- kehrsstellen würden es sich angelegen fein lassen, von den Veranstaltungen jeweils eine Anzahl Freikarten für die Urlauber zu erhalten. Vor allem sei darauf zu achten, daß den Feldgrauen die Tage in der Heimat möKichst zu ihrer freien Verfügung stehen. Ein Hetzen von Veranstaltung zu Veranstaltung wäre falsch. Das Wochenprogramm der städtischen Darbietungen sei den Urlaubern zu überreichen und ihnen zu überlassen, wohin sie gehen wollten. Wenn der Urlauber die Möglichkeit bekomme, zu besonders ermäßigtem Preis oder vielleicht auf Freikarte eine Theatervorstellung oder ein Darietö besuchen zu können, so werde er davon gern Gebrauch machen. Besonders vielgestaltig könne ferner die Kultur- pflege für d i e Kriegsbeschädigten aus- gebaut werden. Soweit sie rtidyt ans Krankenbett und Zimmer gebunden sind, könnten gemeinsame Spaziergänge mit zwanglosen Führungen, Besuche von Museen, aber auch von Theatern und Konzerten, wie es vielfach jetzt schon geschche, systematisch durchgeführt werden. Bevorzugte Bewältigung des Kohlen- und Güterverkehrs. Reiseverkehr eingeschränkt. B erlitt, 10. Jan. (D71B.) Im Interesse einer bevorzugten Bewältigung des kohlen- und Güterverkehrs hat die Reichsbahn mit dem heutigen Mitt- woch einige Personen -und Schnellzüge a u s f a l l e n lassen. Durch diese Einschränkung des Reisezugdienstes sollen Lokomotiven und Lokomotiv- personal für die zur Zeit lebenswichtigeren Aufgaben der Versorgung der Wirtschaft und derGrohstädte frei gemacht werden und damit Schwierigkeiten, die durch den Frost bedingt sind, überwunden werden. Die Reisenden werden gebeten, vor Antritt ihrer Fahrt sich bei den Ankunftsstellen der Reichsbahn über den Ausfall von Zügen zu unterrichten. Durch diese Maßnahmen werden der Berufsverkehr sowie der Wehrmachtsurlauberverkehr nicht betroffen. Um so mehr muß die Erwartung ausgesprochen werden, daß die Oeffentlichkeit die Maßregel durch den Verzicht auf alle überflüssigen und nicht dringenden Reisen unterstützt. Polizeistunde dem (frnfl der Zeit entsprechend. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Ein Runderlaß des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei regelt einheitlich für das ganze Reich die Frage der Polizeistunde für die Dauer b e 5 Krieges und stellt fest, daß die Festsetzung und Handhabung der Polizeistunde dem Ernst der Zeit entsprechend von den zuständigen Behörden zum großen Teil neu geregelt worden ist, und zwar derart, daß die Polizeistunde in Landgemeinden und Städten bis zu 10 000 Einwohne r n nicht später als 23 Uhr, in größeren Städten nicht später als 24 Uhr und in Großstädten um 1 Uhr beginnt. Fälle, in denen der u Barnabas von Geczy. Der bekannte Geiger Barnabas von Geczy ist durch Reichsminister Rust mit der Abhaltung von Sonderlehrgängen für Violinspiel an der Staatlichen Akademischen Hochschule für Musik, Berlin, beauftragt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Aus aller Welt Tri- Am eines uud burf» und Die Befestigung der Pazifik-Insel Guam. der Marinebehörde bereits im Vorjahr vorgetragen, aber vom Kongreß mit der Begründung abgelehnt worden, daß der Ausbau Guams für Japan provozierend wirke. Guam liegt nur 1500 Meilen von Tokio entfernt. Die erneute Forderung der ÖZ^.-Marine zeigt die Absicht, trotz des Widerstandes des Kongresses die bisherige amerikanische Politik in Ostasien fortzusetzen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsmimster des Innern, Dr. Frick, empfing iy Gegenwart des Reichsarbeitsführers H i e r l die Abteilungsleiterinnen in der Reichsleitung und die Bezirksführerinnen des R e ich s a r b r i t s - dien st es für die weibliche Jugend, die gegenwärtig zu ihrer ersten Arbeitstagung feit Beginn des Krieges in Berlin vereinigt find. ches gelte für Schuhwaren. Gewisse Metalle ten auch knapp werden, wovon Haushalts- Küchengegenstände betroffen seien. Von jugoslawischer Seite wird mitgeteilt, daß die ordentliche Jahreskonferenz der Außenminister des Balkan bundes am 2., 3. und 4. Februar i n Belgrad zufammentreten wird. Bei der Konferenz wird der Vorsitz des Balkanbundes, den jetzt Rumänien innehat, in dem üblichen Turnus auf Jugoslawien übergehen. im Schatten gemessen Gewaltige Sonnenflecken. Die Sternwarte von Madrid hat zu den Sonnenflecken, die gegenwärtig beobachtet werden, einen interessanten Beitrag geliefert. Danach haben die Sonnenflecken eine so gewaltige Ausdehnung, daß sieauchmitdemfrejenAuge wahrgenommen werden können. Die Berechnungen der Sternwarte haben ergeben, daß diese Sonnenflecken ein Gebiet von 10 000 Millionen Quadratkilometer bedecken. Ein einziger dieser Sonnenflecken hat eine Gröhe vom Umfang der Erdkugel. Dreifacher Zusammenstoß in Frankreich. Bei Regenwetter und Nebel fuhr ein U r laude r z u g in der Nähe von Orly auf einen vor chm herfahrenden anderen Urlauberzug auf. Zur gleichen Zeit stieß ein auf dem Nebengleis vorbei fahrender Zug auf einen entgleisten Waggon. Es gab zahlreiche Tote und Verwundete. 1937 noch volle 91,9 Millionen Pfund betragen habe, weise im November 1939 nur noch 44,8 Milli au der Schule widmete. Wasserweg Schwarzes Itteer — Ostsee — Neuer Kanal. Nach Meldungen aus Moskau ist der Bau Kanals zur Verbindung des Lug Washington, 10. Januar. (Europapreß.) Forderung des 08^.-Flottenchefs Stark nach Ausbau der Pazifik-Insel Guam zur Luftflottenbasis hat in Kongreßkreisen großes Aufsehen erregt. Stark forderte für den Ausbau zunächst vier Millionen Dollar. Die gleiche Forderung war von 15. Januar wird im Rahmen des ersten mesters 1940 an der Universität Berlin die Auslands» wissenschaftliche Fakultät und das „Deutsche Aus- landswissenschaftliche Institut" eröffnet. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Dekans wurde der ao. Professor an der Universität Berlin, ---Standartenführer Dr. S i x, beauftragt. — (Scherl-M.) Oie auSlandStviffenschastliche Fakultät der Universität Berlin. ,Laandam", der „Alphacca" und des Dampfers ,^Salland" beschlagnahmt. lionen Pfund aus. Der Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood hatte einen besonders schweren Stand. Es wurde gegen ihn geltend gemacht, daß es deutschen Flugzeugen immer wieder gelungen sei, lebenswichtige Waffenplätze der englischen Kriegsmarine zu erreichen und Kriegsschiffe mit Bomben anzugreifen, während englische Flugzeuge nicht nach Deutschland könnten. Die von der englischen Luftwaffe verwendeten Typen seien zum Teil zu schwerfällig und den deutschen Jagdflugzeugen nicht gewachsen. Es sei geradezu haarsträubend, daß die für die Erteilung der Bauaufträge maßgeb ende» Beamte» gleichzeitig Aktionär« großer Rüstungswerke seien und die Aufträge daher nicht nach sachlichen Gesichtspunkten vergäben. Ueber die englische Ernährungslage ergaben sich ebenfalls gewisse Aufschlüsse aus der Debatte. Zwar seien für einige Zeit noch Vorräte an Gefrierfleisch und Konserven vorhanden, dagegen werde die Versorgung der Bevölkerung mit Frischfleisch auf das äußerste in Frage gestellt, wenn nicht die Zufuhr aus Skandinavien und Holland gesichert werden könnte. Die Butterverteilung werde leider im Frühjahr noch weiter gedrosselt werden müssen. Versteckte Angriffe wurden gegen de-n Transportminister gerichtet, der für das völlige Chaos im Transportwesen Scharfe Kritik an Chamberlains Regierungsmethoden Aus der Geheimsihung des britischen Unterhauses. In den napoleomfchen Kriegen habe es in Rußland, Oesterreich und Preußen Verbündete feiner Inter- essen gehabt. Den Weltkrieg habe es nur gewonnen, weil es unendlich viele Bundesgenossen gehabt habe. Wo gebe es heute einen einzigen Staat, der, außer Frankreich, bereit sei, sich aktiv auf die Seite Englands zu stellen? Warteten nicht vielmehr eine Anzahl von Staaten darauf, sich des englischen Einflusses zu entledigen? Im Zusammenhang mit diesen Ausführungen wurden der Regierung schwere Vorwürfe über ihre kurzsichtige Kontinentalpolitik gemacht. Der Krieg sei nach dem Fehlschlag der Verhandlungen in Moskau mit einer diplomatischen Niederlage allerersten Ranges begonnen worden. Sehr ausführlich sei auch die Debatte über die Kriegslage gewesen. Es fei zunächst hervorgeh oben worden, daß die Blockade längst nicht die Wirkung verspreche, die sie im Weltkriege gehabt habe. Die Regierung hätte sich das vorher überlegen sollen. Wie denke sich die Regierung die militärische Fortsetzungdes Krieges? Deutschland habe der Maginot-Linie gegenüber eine Befestigung gebaut, die anzugreifen Wahnsinn sei und mehr als eine Million Tote kosten würde, ohne daß dadurch der Erfolg verbrieft sei. Sei die Regierung sich darüber klar, daß hinter der Sieg- friedlinie etwa doppelt so viele deutsche Truppen ständen wie englisch-französische hinter der Maginot- Linie? Außerordentlich bewegt und mit persönlichen Vorwürfen an die Adresse des Ersten Lords der Admiralität gespickt verlief die Debatte über die Versenkung des Schlachtschiffes „Royal O a k" in Scapa Flow und die Torpedierung der „Belfast" im Firch of Förch. Wenn heute von Blockade gesprochen werde, so müsse leider auch die Frage aufgeworfen werden, inwieweit die englische K ü st e selbst blockiert werde, zum Teil durch eigene Schuld. Die englischen Minenfelder seien so wenig sachgemäß und so ohne Sorgfalt ausgelegt worden, daß die Minen sich zu Hunderten aus der Verankerung lösten und die eigene Schiffahrt gefährdeten. Nicht wenige Verluste seien darauf zurückzuführen. Auch die Frage der Handelsschiffstonnage war Gegenstand einer lebhaften Debatte. Die Bedürfnisse Englands könnten nicht allein mit Hilfe seines eigenen Schiffsraumes bestritten werden. Seit jeher sei die Benutzung neutralen Schiffsraumes sehr erheblich gewesen. Die Regierung möge doch einmal bei den großen Reedereien nachfragen, wie schwer es geworden sei, Frachtraum für England zu bekommen. Nicht nur, daß die neutralen Reedereien ihre Schiffe nicht mehr gefährden wollen, weigerten sich auch die Besatzungen, nach England zu fahren, und forderten eine Heuer und Prämien, die jedes normale Geschäft ausschlössen. Die Versicherungsprämien hätten sich praktisch verdreifacht und würden weiter stei- gen. Welche Maßnahmen seien gegen die van Deutschland gelegten Minen getroffen worden? Welche Vorbereitungen habe Ne Regierung auf dem Gebiet der Waffenerzeugung verfügt, um Englands waffentechnische Ueberlegenheit wiederherzustellen? Zu einem Kameradschaftsabend hatte der Kompaniechef einer Propagandaersatzkompanie in Potsdam eingeladen, deren Angehörige nach Abschluß ihrer militärischen Ausbildung als Männer vom Fach aufs neue an die Front gehen, um in den verschiedensten Formationen der Wehrmacht der Heimat unter dem bekannten Signum „P. K.” ein anschauliches Bild zu geben. Eine Anerkenung für ihr Wirken war es, daß der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter l)r. Ley und der Leiter der Abteilung Deutsche Presse im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerialrat Fritzsche an dem Abend teilnahmen. * Eine Meldung aus London besagt, daß das britische Schiff „Oakgrove" (1985 Bruttoregister- tonnen) aus der Luft angegriffen und versenkt wurde. Die Verluste an Menschenleben seien bisher nicht genau bekannt, man nehme aber an, daß 20 Mann der Besatzung an Land gebracht werden konnten. * Am 6. Januar haben die Engländer einen Teil der Post des niederländischen Motorschiffes „Siba- jak" beschlagnahmt. Früher hatten die Eng- länder schon einen Beil der Post des Motorschiftes Ueber eine Million neue Rundfunkhörer in vier Monaten. Der großdeutsche Rundfunk hat im Monat Dezember abermals eine Zuna h m e von 276 024 Hörer zu verzeichnen. Damit beträgt die Zahl der Rundfunkhörer insgesamt 13 711 325, die Zunahme seit Kriegsbeginn 1 033 977 Hörer. Der großdeutsche Rundfunk hat also in vier Monaten mehr neue Hörer gewonnen, als in den Jahren zuvor in zwölf Monaten. Lediglich im Jahre 1938 betrug die Zahl der neuen Rundfunkhörer 1 734 000, wovon jedoch 950 000 Hörer auf die neu in das Reich eingegliederten Gebiete entfallen, so daß die Hörerzunahme an sich 784 000 betrug. In den neuen Hörerzahlen sind die Rundfunkhörer der in das Reich einge- cfliederten ehemals polnischen Gebiete nicht enthalten. Lin bekannter Militarkomponisi gestorben. Wechsel in der Leitung der Offenbacher Meisterschule. In der Offenbacher Meisterschule des Deutschen Handwerks fand durch Regierungsrat Dr. Zeh (Darmstadt) Die Einführung des neuen Leiters der Anstalt, Direktor Heinrich Hilmer statt. Dr. Zeh würdigte die Verdienste des von der Leitung der Schule scheidenden bisherigen Direktors Professor Dr. e. h. Hugo Eberhardt, der seine Kräfte seit dem Jahre 1907 Mit großem Erfolg dem Auf- verantwortlich sei, durch das große Lebensmitteltransporte in den Häfen verdorben feien, ohne daß sie an die Bevölkerung hätten verteilt werden können. Allein in Glasgow seien drei Schiffsladungen Speck ungenießbar geworden. Ein Eiertransport von 5 Millionen Eier habe in Southampton solange gelegen, bis alle Eier verdorben gewesen seien. Im Mittelpunkt außerordentlich scharfer Angriffe habe die Arbeit des englischen Jnformattonsmini- steriums gestanden. Es sei viel Wahres an den deutschen Behauptungen, daß jeder Versuch, zwischen Hitter unb das deutsche Volk einen Keil zu treiben, ergebnislos bleioen werde. Man müsse leider zugeben, daß die Propagandaschlacht bisher eindeutig von Deutschland gewonnen sei. Die Aussprache habe — im ganzen gesehen — einen fühlbaren Manuel an Vertrauen zwischen der Regierung und einem großen Teile des Unterhauses ergeben. Sie habe insbesondere einen solchen Grad von Skepsis bei den urteilsfähigeren und verantwortungsbewußteren Abgeordneten aus den Kreisen der Wirtschaft verraten, daß eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen vielen Ministern und der Parlamentsmehrheit auf lange Sicht ausgeschlossen erscheine. Hamburg, 10. Janucrr. (DNB.) Das „Harn- : burger Fremdenblatt" veröffentlicht einen Bericht : über die Geheimsitzung des englischen Unterhauses. । Sie währte 7Vi Stunden. Zahllose Mißstände sind dabei, wie wir jetzt wissen, zur Sprache gekommen. Zwar wurden die annähernd 600 Abgeordneten des Unterhauses zur Diskretton verpflichtet, aber es ist unschwer zu erraten, wie hoch die Schweigepflicht bei einer derartig großen Körperschaft und bei der liberalen Geschwätzigkeit ihrer Mitglieder einzuschätzen ist. Jedenfalls sind wir in den Besitz eines Berichtes über den Inhalt der Aussprache gelangt, der von einer vertrauenswürdigen neutralen Seit« aus London stammt und aufschlußreiche Einzelheiten bringt. Nach den Aeuherungen der Unterhausabgeordneten haben fünf Themen im Vordergrund der Reden und Debatten gestanden: 1. Die Frage der Krregsziele, 2. die Lage des Empire, 3. die allae- meine Kriegslage, 4. die Versorgungslage und 5. die allgemeine Organisation. Besonders temperament« voll fei die Aussprache zur Frage der Kriegs- ziele gewesen. Man habe darauf hinaewiesen, daß es unmöglich sei, mit Erfolg einen Krieg zu führen, wenn man nicht ein klar umrissenes und festes Ziel besitze. Das Volk glaube nicht an die Wiederherstellung Polens und auch nicht daran, daß die Russen ihren Anteil an Polen jemals räumen würden, und wer wollte schließlich Litauen aus Wilna vertreiben? Auch der „Sturz der Hitlerregieruna" sei kein Kriegsziel, denn es sei sehr fraglich, ob dieses Ziel jemals zu erreichen sei. Die Bevölkerung begreife nicht, warum für ein solches Ziel Zehntausende von Engländern sterben müßten, wofür sie sich opfern und warum die anderen sich einschränken sollten. Eine wertere Frage habe der künftigen Politik der britischen Regierung der Sowjetunion gegenüber gegolten. Wie wolle sie eine unterschiedliche Politik gegenüber Deutschland und der Sowjetunion begründen? Gedenke die Regierung, Finnland akttve Hilfe zu bringen und wie solle diese Hilfe durchge- fuhrt werden, da ein Seeangriff auf die russische Weißmeerküste aussichtslos erscheine und die Ostsee abgeriegelt fei? Rußland weise kaum eine durch England verwundbare Stelle auf. Habe die Regierung auch die Fragen erkannt, die sich aus der Haltung der Sowjetunion für Jnd ien und die britischen Interessen im Nahen Osten ergeben könnten? Welche Politik gedenke die Regierung Japan und China gegenüber zu führen? Habe die Regierung ganz übersehen, daß Großbritannien im Fernen Osten eine Position nach de r anderen verloren oder kampflos preisgegeben habe, um sich dafür in Europa in einen Krieg für Polen zu stürzen, für Fragen, die ganz außerhalb des britischen Interessengebietes lägen, während an anderer Stelle gleichzeitig der Lebensnerv des Weltreiches bedroht werde? Sicherlich sei auch eine Einigung zwischen der Sowjetunion und Japan auf die Dauer nicht ausgeschlossen. Dann müßt« die Vorherrschaft im Fernen Osten auf Japan und die Sowjetunion übergehen. Don da ab sei der Schritt auch nicht mehr weit zu einer Einflußnahme beider Staaten auf Indien. Jetzt ende der britische Herrschaftsbereich in Singapur statt in Schanghai ober Hongkong. Wo werde er erst enden, wenn der Krieg lange dauere, und England schwerste Verluste zufüge? Wisie di« Regierung genau, daß d i e Türkei nicht nur um einer Anleihe willen den Pakt mit Frankreich und England geschlossen habe, sondern daß sie auch wirklich zu kämpfen bereit fei? Alle Berichte von Kennern der Lage besagten, daß die Türkei niemals in einen Konflikt mit Sow- etrußland sich stürzen würde. Die Regierung müsse ich weiter über eines klar sein, daß alle a r a b i« Wen Staaten ebenso wie manche neutrale nicht etwa deswegen neutral seien, wert sie Eng- Iaiti> liebten. Wenn es einmal England schlecht gehen wurde, dann erst würde sich das wahre Gesicht dieser Staaten zeigen. Und was würden dann wohl Italien oder Spanien tun? Würde bann nicht auch die Richtung Hertzogs in Südafrika die Oberhand gewinnen. Würde nicht Aegypten versuchen, sich der Verträge mit England zu entledigen? Wisse England genau, was Japan im malaischen Gebiet vorhabe? England habe alle seine Kriege um die Weltherrschaft als Koalitionskriege gewonnen. Das Frankreich Ludwigs XIV. habe es im Bunde mit Holland, Oesterreich und Katalonien ntedergerungen. Reuter zufolge ist der englische Passagierdampfer Rothesay Castle (7500 Tonnen) an der Westküste Schottlands am Dienstagabend „auf gelaufen". Das Schiff wurde dabei stark geschädigt". * England soll, wie „New Bork Times" aus Washington erfahren, die Absicht haben, in den Vereinigten Staaten 2 0 0 Handelsschiffe hauptsächlich für den Verkehr zwischen Frankreich und England zu erwerben. ♦ Die Marine ko mmission gibt bekannt, daß sie die Gesuche genehmigte, vier amerikanische Schiffe in das Eigentum fremder Staaten über geh en und unter fremden Flaggen fahren zu lassen. Eines von diesen Schiffen wurde von der amerikanischen Hawaian SteaMfhip Company an eine holländische Gesellschaft verkauft und wird die Flagge Panamas führen, ein weiteres Schiff die kanadische. Der britische Botschafter in Moskau, Sir William Seeds, traf in London ein. Seme erste Aufgabe wirb sein, bei den letzten Vorbereitungen für bas Weißbuch über die englisch-russischen Verhanolungen im Sommer vorigen Jahres mitzuwirken. Pripet mit dem Dnsepr und dem Schwarzen Meer bereits in Angriff genommen. Jrn April soll die Arbeit bereits DoUenbet sein, so daß es möglich fei, Oel und sonstige schwere Frachten auf dem Wasserwege nach dem westlichen Weißrußland zu verfrachten. Im April werde daher zum ersten Mal« ein direkter Wasserweg zwischen Odessa am Schwarzen Meer und Danzig und Gotenhafen an der Ostsee bestehen. Somit werde ein neuer billiger Schiffstransport für russisches Oel und sonstige Produkte nach Deutschland erschlossen. Eisstürme auf dem Schwarzen Meer. Infolge der seit Tagen anhaltenden strengen Kälte droht die Donau vollständig einzufrieren. An der Mündung des Pruth in die Donau haben sich bereits die E i s m a f f e n g e ft a u t. Der St- Georgs-Arrn der Mündung ist ganz zugefroren. Bei Tulcea fahren bereits Bauernwagen über das Donaueis. Die Kälte erreichte dort zwanzig Grad unter Null. Der türkische Dampfer „Altai", Der auf der Fahrt von Gallatz nach Sulina war, ist im Eis steckengeblieben und festgefroren. Ein Eisbrecher bemüht sich, ihn wieder frei zu machen. Auf dem Schwarzen Meer, besonders auf der Strecke Konstantza—Istanbul, wüten schwere Eis- st ü r m e , die die Schiffahrt stark behindern. Mehrere Dampfer, die von Konstantza ausgefahren waren, mußten sich in die Bucht von Caliacra flüchten. Merkwürdige Temperaturunterschiede. Aus den verschiedenen Teilen der Sowjetunion werden merkwürdige Temperaturunter- schiede gemeldet. Während im nordwestlichen Teil des Nördlichen Eismeeres eine Wärmewelle durchgedrungen ist mit zum Teil über dem Nullarad liegenden Temperaturen, herrscht in der Ukraine und am Schwarzen Meer eine ungewöhnliche Kälte. Bei Odessa, wo über 20 Grad Frost herrschen, ist das Schwarze Meer zugefroren, was feit Jahrzehnten nicht mehr geschehen ist. In sowjettsch Mittelasien, wo gewöhnlich um die Mitte des Winters grimmige Kälte herrscht, wurden Temperaturen bis zu 20 Grab Wärme festgestellt, währenb in Moskau und in Zentralrußland weiter 30 bis 32 Grad unter Null verzeichnet werden. Hitzewelle in Argentinien. Der Regierung wurde ferner vorgeworfen, dem englischen Ansehen dadurch außerordentlich geschadet i zu haben, daß sie nicht rechtzeitig die Veröffent-1 lichung der Wirtschaftsstatistiken verhiridert habe.! Richard H e n r i o n , der Schöpfer der klangvollen Heute könne man in amtlichen Publikationen sehr Fanfarenmarfche m der deutschen ^^rmusik st bedauerliche Zahlenangaben lesen, die 'n SLstttn jm Alter """ ™ -W™ gpftnrh™ jedem zugänglich seien, auch dem Feinde. Da lese stkdirektor Hennon ift weit über die deutschen Gren- man z. B.: Auf das Jahr 1935 mit 100 bezogen, Zen hinaus durch seine hrstorischen Fanfarenmarsche sei die Geschäftstätigkeit in England im November ftir $erolb5trompeten unb Pauken befannt. Die 1939 auf 84 abgesunken. Die Großhandelspreise; Kreuzritter-Fanfaren ^r Fehrbelliner Beitermarsch seien auf 126,9 im November 1939 gestiegen und -J)ie ®uet Brandenburg allewege - sie h ab n zögen weiter an. Die Einfuhr, die im November neben den rund 350 Kompositionen, die er schuf, 1937 noch volle 91,9 Millionen Pfund betragen feinen Namen erhalten. tert Lebensrnittel ausdehnen. Das JDeuore" verzeichnet heute den immer größer werdenden Mangel an Hülfenfrüchten und verweist insbesondere auf die Schwierigkeiten, die sich dem Einkauf von weißen Bohnen, einem der begehrtesten Nationalgerichte, entgegenstellen. Wie Londoner Zeitungen berichten, müssen in der englischen Bekleidungswirtschaft bereits erhebliche Versorgungsschwierigkeiten bestehen. Soweit Wolle in Frage komme, werden Anzüge und Material „gewichtsmäßig leichter". Da die Läden noch Vorräte an Leinenwaren hätten, werde sich deren Verknappung zunächst noch nicht bemerkbar machen. Bei Baumwollwaren rechne man später mit einer Verknappung. Seide und Kunstseidenstofte würden ebenfalls im Gewicht leichter werden. (Blei- Eine Hitzewelle melden die römischen Blätter aus n|arenmui|u;e m uci ueuqu^n ^uuiumhui» ...! Argentinien. Danach werden dort 39 Grad Celsius Stettin im Alter von 86 Jahren gestorben. Mu- Aus der engeren Heimat Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 11. Ian. (Vorbericht.) Um HZ. im Eissthnellaus-Wetikamps Sie 'ik t £ i i g vUIll V*) L v nv 1 Vv L i v 111 vvuu| U*J4* *'V' I * F ••••• v — — 1 — - I > / v v . Beginn der Wettkämpfe 13.30 Uhr. Die Meldungen ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Heinrich. im 61. Lebensjahre. 146A Unkfrflnl Simmentaler MMIl muttertow QnXnw iihS v- v. «- für Laden und 3 Wochen alt, ab- Rödgen, Leihgestern, Braunschweig, den 11. Januar 1940. 159D von seinem schweren Leiden zu erlösen. Gießen, Krofdorfer Straße 13, den 10. Januar 1940. GLORIr Beerdigung: Freitag nachmittag 2.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof. 158 D Heute Donnerstag Erstaufführung KrieOertameradsdiall 1874 Gießen u?D am 13. Januar 1940: 155A Ihre Verlobung geben bekannt Beiprogramm / Ufa-Ton-Woche 152 A Oaubrmgen Täglich 4 Uhr. 6 Uhr u. 8.30 Uhr, Sonntags 3 Uhr, 5.30 Uhr u. 8.30 Uhr. POLAST Giessen D D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, unseren guten Bruder, Schwager und Onkel wir bur Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt. bar V Lima F'' bei tir In Ei glue mi Gertrud Deibel Wilhelm Schumann Unteroffizier bei der Luftwaffe erst Ali I M ; Pr wie das ®1 eil - ? E Wernigerode (Harz) z. 3. lm Felde In tiefem Schmerz: Lina Albach und Kinder. tet. Die Sieger erhalten Urkunden und Auszeichnungen, die übrigen Teilnehmer bis zur Hälfte der Teilnehmerzahl Urkunden. Zugelassen sind alle Arten von Schlittschuhen. Da der diesjährige Winter genügend Möglichkeit zum Eislauf gegeben hat, ist mit einer recht zahlreichen Beteiligung zu rechnen. Vor allem werden sich diejenigen Igg. auf den Wettbewerb freuen, die sich durch ein eifriges Training darauf vorbereitet haben. Den Siegern im Dreikampf winkt als zusätzlicher Lohn die Teil- nahme an den Gebietsmeisterschaften, und, falls sie sich dort bewähren sollten, die Teilnahme an den Winterkampfspielen und Deutschen Jugenü- meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen in der Zeit vom 18. bis 25. Februar. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Hur Zeit ist Vreisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Sportveranstaltungen des Vannes 116. Nachdem der Bann 116 der Hitler-Jugend am vergangenen Sonntag zusammen mit den Kreiswettkämpfen des NSRL. auf dem Hoherodskopf seine Besten im Schilauf ermittelt hat, sollen am kommenden Sonntag die Eisläufer aus der Eisbahn des Gießener Eisvereins zu Wort kommen. Da für die Durchführung der Wettkämpfe nur der Sonntagnachmittag zur Verfügung steht, werden vorerst nur die Eisschnelläufer in Wettbewerb treten. Die Wettbewerbe werden in drei Klassen gestartet, und zwar: HJ.-Klasse A (Jahrgänge 22, 23 und die nach dem 1.9.21 geborenen Igg.) über 500 Meter, 1000 Meter, 2000 Meter, HJ.-Klasse B (Jahrgänge 24, 25) über 250 Meter, 500 Meter und 1500 Meter, DJ.-Klasse (Jahrgänge 26, 27) über 250 Meter, 500 Meter, 1000 Meter. Die Strecken werden einzeln und als Dreikampf gewer- 50 kg Lebendgewicht: Öchsen 37,5 bis 46,5 RM., Bullen 35 bis 44,5, Kühe 18 bis 44,5, Färsen 28 bis 45,5, Kälber 30 bis 65, Hämmel 35 bis 51, Schafe 25 bis 44, Schweine 49,5 bis 55,5 RM. Der heutige Großvieh- und Nebenmarkt für Kälber und Schweine zeigte wiederum gute Beschickung. Das gesamte Vieh wurde zugeteilt. unangenehme Ueberraschung. Ein Hund geriet an die K a n i n ch e n st ä l l e , in denen wertvolle Zuchttiere der anerkannten Wirtschaftsrasse Klein-Chinchilla gehalten wurden. Es wurden mehrere Tiere getötet und den Züchtern damit erheblicher Schaden zugefügt. Für Hundehalter dürfte dieser Vorfall ixst (101 W 9* uil von 8- 9 Ubr M.971-1060 von 9-10 Uhr Nr. 1- 80 von 10-11 Uhr Nr. 81- 160 Sttidt. Schlachthof, Gießen. Mit der Durchführung der Wettkämpfe ist Dr. Pfeffer vom Gießener Eisverein beauftragt. In tiefer Trauer: Elisabethe Horn, geb. Becker Familie Valentin Winkler Familie Ludwig Horn Familie Friedrich Horn Familie Wilhelm Horn Familie Heinrich Roth. Die brennende Zigarette fiel in das Bett und entzündete es. Bevor die Angehörigen etwas von dem sich entwickelnden Brand bemerkten, war der junge Mann bereits e r st i ck t. Landkreis Gießen. | Vermietungen | 3 leere Zimmer auch als Büro geeignet, sind ab 15. Januar zu vermieten. 099 Heizung vorhanden. Anzusehen zwischen 13-15 Uhr. Bahnhofstr. 77 v /Ä\ Am Dienstag, dem 9. Jan. 1940, - J verschied plötzlich unser langjähriges Mitglied Kamerad Eduard Lange Bahnhofstraße 24. Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 12. Januar, 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. — Um zahlreiche Beteiligung bittet die Führerschaft. Herrn Ludwig Albach Wäschereibesitzer qro ied ' bei i B an ive hel verdunkelungsrollor in verschied. Ausführungen und Abmessungen Wir suchen für unsere Abteilungen Offertwesen, Versand und Einkauf nichtige Mm Angestellte mit guter Allgemeinbildung und technischem Verständnis. - Beherrschung der Stenographie und des Maschinenschreibens ist Voraussetzung. Hevligenstaedt & Comp. G.m.b.H. Werkzeugmaschinenfabrik. MarhläCCP von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder* llublllddüU holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Büro für norm. gesucht. 129D Walltorstr. 21. Neue i53d Geldbörse mit Inhalt liegen geblieben bei Ed. KlinkeL ; Bahnhofstraße 8 Junges Fräulein für Büro (Anfängerin) s o fort gesucht. Autohof Göbel Kaiserallee 115. usD Freibankverkauf am 12. Januar 1940: von 8- 9 Ubr Str. 621-710 von 9-10 Uhr Nr. 711-800 von 10-11 Uhr Nr. 801-890 von 11-12 Uhr Nr. 891-970 eine Mahnung sein, ihre Hunde streng zu beaufiich- tigen und dafür zu sorgen, daß derartige Vorfälle vermieden werden. — Die Meisterprüfung im Schuhmacherhandwerk bestand unser Mitbürger Willy Zahrt vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Darmstadt mit gutem Erfolg. Großfeuer im Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 11. Jan. (Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Heute morgen brach in dem Kreisorte Udenhausen ein Feuer aus, dem e in ganzer Bauernhof zum Opfer fiel. Gegen 4.30 Uhr wurde in einem Anbau der Scheune des Landwirts Karl Becker Feuer bemerkt. Die Flammen griffen auf die Scheu n e und auch auf das Wohnhaus sowie auf die Ställe über, ohne daß es möglich gewesen wäre, den verheerenden Brand einguschränken. Das Feuer fand an den Heu- und Sttohoorräten reiche Nahrung, so daß selbst der aufopfernde Einsatz der Ortsfeuerwehr, der Motorspritze von Grebenau und der Kreismotorspritze von Alsfeld nicht verhindern konnte, daß das ganze Anwesen fast bis auf die Grundmauern niederbrannte. Neben den gesamten Gebäuden fielen 50 Zentner Roggen, 30 Zentner Hafer (ausgedroschene Frucht) sowie die ganzen Heu- und Sttohvorräte den Flammen zum Opfer. Ferner verbannten ein Personenkraftwagen, zahlreiche landwirtschaftliche Gerätschaften, eine Motorenanlage und" das ganze Inventar des Wohnhauses. Die vier Stücke Großvieh des Bauern konnten noch aus den Ställen geborgen werden, zwei Tiere mußte man aber, da sie schwere BrarDwunden erlitten hatten, notschlachten. Das Kleinvieh wurde nur zum Teil gerettet. Der Brandschaden ist sehr groß. Die Ermittelungen über die Ursache des Feuers sind noch im Gange. Mit der brennenden Zigarette ins Nett und erstickt. Lpd. Büdingen, 10. Jan. In Eckarts- Hausen hatte sich ein junger Mann zu Bett gelegt und vergessen, seine Zigarette auszumachen. Gestern verschied nach schwerer Krankheit plötzlich mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Horn Keine Zeugnisse in Urschrift iraDern nur Zeugnis- abichriftev oetn Be- werbungsichretben beilegen . - Lichtbilder unvBewerbungsunter- tgen müllen zur 'Ne» mdbung von Verlusten auf der Rückseite Ra- - „ züchter PH. Zimmermann, Willy Zahrt und! 10 Uhr^war folgende Marktlage: ^Es kosteten Walter Schmelz erlebten dieser Tage eine sehr sind umgehend abzugeben. Meldestellen: L Haupt« stelle II des Bannes 116, 2. Dr. Pfeffer persönlich, 3. Kasse der Eisbahn (Eintragung in die dort aus« liegende Liste). Bei allen Meldungen ist das Ge« burtsdatum und die Einhe-itszugehörigkett anzugeben. Wettkampfkleidung — sofern keine vor« schriftsmäßige Eisschnelläuferkleidung vorhanden — Schihose und Dienstbluse ohne Schulterriemen. Meldegelder keine. Bann-Gerätemeisterschasten. Als weitere Veranstaltung des Monats Januar sind die Banngerätemeisterschaften vorgesehen. Ob diese Wettkämpfe jedoch in diesem Jahr durchgeführt werden können, hängt vom Meldeergebnis ab. Gerade das Geräteturnen stößt vielerorts gerade während der Winterszeit auf Schwierigkeiten. Sollte die Veranstaltung nicht zustande kommen, dann wird zu einem späteren Termin eine Ersatzoeranstaltung durchgeführt werden. Alle Vereine, die eine HJ.-Mannschast für die Bannmeisterschaft im Geräteturnen stellen können oder Einzelkämpfer melden wollen, yaoen ihre Meldung umgehend an die Hauptstelle II des Bannes 116, Gießen, Seltersweg 52, abzugeben, damit der Bannfachwart persönlich mit ihnen in Verbindung treten kann. VßP' u fiochftättcr MW gesucht. ieoD Plockstraße9p. Für Haushalt in Stadt Westfalens sieitziges Hcta am liebsten vom Lande, 25—30 Jahre, mit Koch- kenntnissen gesucht. Guter Lohn, Reise wird vergütet. 095 Zu melden bei W>l Gießen, Neuen Baue 7. Ordentliches MM zuml. 2. gesucht. Frau Hölzel, Hitlerwall 29 II. Wegen Heirat d. jetzigen suche ich zum 1.2.evtl, früher für mein, tl. Haush. (mit 1 Kind) zuverlässig.,kinderlieb. Mädchen. Kochkenntnisse erforderlich.Vor- zustellen zwisch. 2 u. M u. abds. zwischen 7 u. 8 Uhr. 157D Frau Mühl, Ludwigstr. 39. KlelneAnzetgev im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und aeleiea | Verkäufe"" Eleg. neue Pumps (380,) zu verk. Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G. A. gewöhnt,Mutter gute Milchleist., hat zu verkaufen K. Neitz Inheiden [i48d Post Hungen. | Kaufgesuche | Kofferradio, Prismenglas, Sessel,Petroleumofen zu kaufen gesucht. .■Sühn, Kaiserallee 20 Gut erhaltenes Kinderklapp, stühlchen z. kaufen gesucht. Hofmann, Aulweg 36. 098 | Verschiedenes j Berufstätiges Frl., 26 I. alt, evg., sucht die Bekanntschaft eines soliden, gebildeten Herrn (Witw. mit Kind nicht ausgeschl.) evtl, spätere Heirat. Zuschriften erb. U.0102a.d.G.A. Weitere Hauptrollen: 151A 149D 156D 91 a h lc bi 5 n E v ir fi in er rv he di m in HEINZ SALFNER, ELFRIEDE DATZIG CHARL. ANDER, H. A. v. SCHLETTOW Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntag 3,5.30, 8.30 Uhr serviert mit pfiffigem Schmunzeln dem lachfreudigen Publikum zwei Stunden ausgelöster Heiterkeit! Df bi bi G n r bi t Heute Donnerstag ein Bavaria-Lustspiel der Wien-Film HANS MOSER als Kammerdiener llr 9 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 11. Januar 1940 Aus der Stadt Gießen. Kinder in der Kälte. Trockene Kälte ist gesund, und wenn die Kinder entsprechend warm angezogen sind, wird sie ihnen bestimmt nicht schaden. Man muß nur darauf achten, daß sie nicht mit Mütze und Mantel lange vorher im warmen Zimmer sitzen und dann plötzlich hinausgehen; denn dann erkälten sie sich leicht. Immer aber ist eine vernünftige Abhärtung am Platze. Wie aber Kinder nun schon einmal sind; sie wissen nicht recht Maß zu halten und merken beim Spielen nicht, daß dieses oder jenes Glied durch große Kälte in die Gefahr geraten ist, zu erfrieren. Besonders die beliebten Schneeballschlachten sind in dieser Beziehung heimtückisch; im Eifer des „Gefechtes" merkt das Kind nichts von den kalten Händen und eisigen Füßen, und erst, wenn es den Nachhauseweg antritt stellt sich beißender Schmerz an den genannten Gliedmaßen ein. Dann kommt es weinend zur Mutter! Sie soll so schnell als möglich helfen. Da muß man aber sehr vorsichtig vorgehen. In erster Linie dürfen eiskalte, schon fast erstarrte Gliedmaßen keinesfalls mit Wärme oder gar Hitze behandelt werden. Niemals darf man erstarrte Hände in heißes Wasser stecken! Im Gegenteil, nur wieder Kälte hilft, das Uebel schnell zu beseitigen, das Blut so in Wallung, zu bringen, daß die Blutzirkulation besonders intensiv einsetzt. Hat man Schnee zur Hand, so reibt man die betreffenden Stellen sofort und möglichst flink damit ab, reibt sie stehenden Fußes trocken. In wenigen Minuten wird dann das erstarrte Glied eine wohlige Wärme durchziehen, die sich bis zu einer angenehmen Hitze steigert. Hat die Mutter keinen Schnee in erreichbarer Nähe, so tut sie gut, Füße oder Hände des Kindes in ein Becken mit kaltem Wasser zu stecken. Dieses wirkt im Gegensatz zu den erstarrten Gliedmaßen lauwarm, so daß sich darin die Füße oder Finger erwärmen. Allerdings dauert das länger als bei der Schneebehandlung, die eigentlich eine Pferdekur ist, welche den Teufel rpit dem Beelzebub austreibt, aber überaus wirkungsvoll ist. Nach dem Einreiben mit Schnee kreist das Blut durch den ganzen Körper schneller, und man fühlt sich wie neugeboren. Bei regelrechten Erfrierungen frage man den Arzt. Gut ist es auf alle Fälle, dem Erfrieren von Gliedmaßen vorzubeugen. Da in den meisten Fällen ein Erfrieren auf schlechte Blutzirkulation zurückzuführen ist, muß man diese zu verbessern suchen. Das geschieht am einfachsten und wirksamsten durch Wechselbäder. Zwei Gefäße füllt man mit recht heißem und recht kaltem Wasser. Dann badet man die Glieder wie folgt: im heißen Wasser beläßt man die gefährdeten Stellen ungefähr 3 Minuten, um sie dann möglichst schnell ins kalte Wasser zu stecken, dieses aber nur ungefähr eine halbe Minute. Dann fängt man wieder mit dem heißen Wasser an. Durch das plötzliche Abschrecken, die Temperaturveränderung, kommt das Blut in Wallung und arbeitet gleichmäßiger, stockt nicht. Man wiederholt das fünf- bis sechsmal. Ist es schon so weit, daß die Glieder unangenehm zu schmerzen, zu jucken beginnen, so deutet das auf ein leichtes Anfrieren hin. Dafür nimmt man ebenfalls Wechselbäder, nur mit dem Unterschied, daß man dem heißen Wasser einen Aufguß von gekochter Eichenrinde beifügt. Man erhält sie für wenig Geld in den Drogerien und Apotheken. Sie hat die Eigenschaft, den Frost aus der angefrorenen Stelle herauszuziehen.. H. v. L. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Wir tanzen um die Welt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Anton der Letzte". Ehrung treuer Diener der Stadt Gießen. Oberbürgermeister Witter überreicht in feierlicher Weise die Treudienstehrenzeichen. Der Führer hat den nachgenannten Gefolgschaftsmitgliedern der Stadt Gießen das Treudienst-Ehrenzeichen verliehen: I. Goldenes Ehrenzeichen für 40jährige treue Dienste: Beigeordneter Oberforstmeister a. D. Karl Nicolaus. Stadt. Hauptverwaltung: Verwaltungs-Oberassistent Konrad Becker, Vermessungsrat Julius Karle, Verwaltungs-Direktor a. D. Karl Kolb. Sozialamt und Versicherungsamt: Verwaltungs-Inspektor Ludwig Röhrig. Stadtkasse: Verwaltungs-Sekretär August Eger. Stadtbauamt: Straßenkehrer Wilhelm Brück, Gärtner Wilhelm Karl Nocker Stadtwerke: Werkmeister Heinrich Bastian, Verwaltungs- Obersekretär Georg Fritzsch, Oberiverkmeister Wilhelm Löffert, Streckenwärter Heinrich Körber, Bote Ludwig Vogelhöfer. Städtische Waldungen: Waldarbeiter Karl Friedrich, Holzhauer und Kulturarbeiter Heinrich Jost I. II. Silbernes Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste: Städt. Hauptverwaltung: Feldschüh Wilhelm Bopf, Verwaltungs-Inspektor Carl Brückel, Vermessung-Inspektor Emil Döpfer, Verwaltungs-Inspektor Friedrich Fehh, Verwaltungs-Amtmann Wilhelm Gilbert, Vermessungs-Inspektor Heinrich Gröninger, Verwaltungs-Inspektor Fritz Hopfner, Verwaltungs-Inspektor Fritz Jaeggle, Wiesenmeister Wilhelm Klos, Bermessungsoberinspektor Karl Lang, Verwaltungs-Amtmann Wilhelm Martin, Verwaltungs- Inspektor Georg Pfeil, Wieger Max Pfihner, Verwaltungs-Obe» sekretär Friedrich Sand, Verwaltungs-Oberinspektor Heinrich Schwarz, Ratsbote a. D. Karl Seibert, Verwaltungs-Sekretär Wilhelm Wallbott, Vermessungs-Sekretär Jakob Ziemer. Ernährungs- und Wirtschaftsamt: Verwaltungs-Oberinspektor Karl Müller, Verwaltungs-Sekretär Lorenz Schmalz. Sozial- und Versichcrungsamt: Verwaltungs-Lberassistcnt Georg Emrich, Büroangestellter Richard Goß, Verwaltungs-Inspektor Karl Häuser, Verwaltungs-Inspektor Karl Heß, Gemeindekrankcn- schwester Minna Kaldt (Ortsteil Gießcn-WieseM, Verwaltungs-Obersekretär Alex Karnbach, Verwaltungs-Amtmann Rudolf Keihcr, Verwaltungs-Inspektor Wilhelm Muhl, Verwaltungs-Obersekretär Albert Schneidmüller, Verwaltungs-Inspektor Fritz Schvmber. Stadtkasse: Verwaltungs-Sekretär Philipp Brecht, Vollstrek- kungs-Sekretär Georg Jäckel, VollstreckungS-Sekretär Gustav Kessel, Verwaltungs-Inspektor Ludwig Möbus, Stadttechner Wilhelm Rot- Hamel, Amtsobergehilfe Karl Schneider, Verwaltungs-Inspektor Ludwig Wagner, Verwaltungs-Inspektor Karl Wiedmeyer. Standesamt: Verwaltungs-Sekretär Wilhelm Appel, Verwaltungs-Oberinspektor Paul Neumann, Verwaltungs-Sekretär Adolf Ockel, Verwaltungs-Lberassislent Karl Stroh. Stadtbauamt: Straßenkehrer Erich Alt, Steinbmcharbeiter Philipp Becker, Friedhofsarbeiter Karl Brück, Bürodiener Ludwig Diehl, Friedhofsarbeiter Konrad Döring, Oberfeuerwehrmann Heinrich Funk, Steinbnlcharbeiter Heinrich Grölz, Straßenkehrer Adam Hendrich, Bauoberinspektor Heinrich Höhn, Tagelöhner Heinrich Horst, Feuerwehrmann Johannes Komps, Verwaltungs-Inspektor Heinrich Krauükopf, Bauinspektor Heinrich Matheis, Bauoberinspck tor Gustav Merten, Tagelöhner Johannes Nowacki, Gartenarbeiter Karl Pfeiffer, Rangierer Georg Pieh, Vorarbeiter LudwigSch inidt, Feuerwehrmann Heinrich Bogel, Verwaltungs-Sekretär Ludwig Weinandt, Stadtbauamtmann a. D. Adam Wettlauser, Schreiner Hans Wiedmeyer, Bauassistent Heinrich Wißner, Vorarbeiter Heinrich Wtßner. Stadtwerke: Hallenarbeiter a. D. Friedrich Appel, Arbeiter Heinrich Bachmann, Arbeiter Ludwig Bcchthold, Verwaltungs- Sekretär Wilhelm Brauer, Heizer Wilhelm Brück, Straßenbahnwagenführer Konrad Damm, Maschinenwärter Karl Dauberts- häuser, Schalttafelwärter Ludwig Deibel, Straßenbahnwagcnfuhrer Wilhelm Dippel, Schlosser und Installateur Wilhelm Dörr, Betriebsoberinspektor Konrad Dreyer, Straßenbahnwagenführer Philipp Eisenhuth, Ofenhausarbeiter Emil Euler, Installateur Otto Gaßmann, Straßenbahnwagenführer Wiegand Gnau, Verwaltungs- Sekretär Karl Gernandt, Oberheizer Wilhelm Görnert, Installateur Hermann Goß, Verwaltungs-Oberinspektor Wilhelm Gräf, Schmied Wilhelm Größer, Heizer und Schichtführer August Günther, Straßen- bahnführer Heinrich Habermehl, Heizer Heinrich Hahn, Haus- uud Fahrmeister Richard Heilmann, Elektromonteur Jean Heines, Tampfkesselheizer Heinrich Heß 11., Lagerarbeiter Slugust Hofmann, Lackierer Karl Käs, Badewärteriu Luise Keller, Heizer Karl Klein, Schlosser Heinrich Koch, Maurer Karl Koch, Straßenbahnkonttolleur Heinrich Kreuter, Werkmeister Heinrich Leidner, Straßenbahn- Wagenführer Karl Losch, Straßcnbahnwagenführer Ludwig Lesch, Kassenbote Karl Lückel, Arbeiter Fritz Meckbach, Elektromonteur Georg Meckbach, Straßenbahnkontrolleur AI' 'rt Mcrbach, Installateur WUHelm Merz, Lagerarbeiter Jean Meurer, Installateur Ludwig Möser, Hilfsarbeiter Heinrich Mohr, Installateur Heinrich Mosbach, Schalttafelwärtcr Friedrich Müller, Schichtführcr Heinrich Münch, Installateur Wilhelm Neuweiler, Masseur Adam Nickel, Installateur Wilhelm Oßwald, Zählerprüfer Wilhelm Pfeiffer, Hofarbeiter Christian Pitz, Werkmeister Josef Rendel, Hofarbeiter Heinrich Repp, Werkmeister August Rinn, Schlosser Heinrich Rinn, Ofenhausarbeiter Georg Schmidt, Schichtführcr Heinrich Schmidt, Gelderheber Johannes Schmidt, Lagerarbeiter Peter Josef Schmidt, Straßenbahnwagenführer Michael Schwarz, Gelderheber Josef Simon, Schreiner Wilhelm Spaar, BetriebsinspektorWUhelm Stecken messer, Schmied Theodor Stein, Heizer Karl Störger, Schalttafelwärter Philipp Sturm, Elektromcchanikermetster Ludwig Thomas, Elektromonteur Otto Volkmann, Kassenbote Friedrich Weller, Äorschlosser Karl Welter, Straßenbahnwagenführer Hermann Wolf. Schlachthof: Hallenmeister Friedrich Bauer, Maschinist Heinrich Nispel. Stadttheater: Logenschließer Johann Fechter, Bühnenarbeiter Heinrich Feußer, Bühnenbildner und technischer Leiter Karl Löffler, Logenschließer Hermann Nagel, Logenschließer Wilhelm Rühl, Logenschließerin Elise Schäfer, Bühnenarbeiter Wilhelm Schweitzer, Schauspieler Karl Volck. Träger des Treudienst-Ehrenzeichens als Verkünder dieses Willens im Geiste unseres Führers besonders berufen. Mit ihnen werde unser ganzes Volk dem Führer helfen und geschloffen zu ihm stehen im Dienste für die deutsche Zukunft. Mit felsenfestem Glauben an den Führer und mit Treue zu seinem Werk werde ihm von den Inhabern des Treudienst- Ehrenzeichens in bester Weise gedankt für die Anerkennung ihrer Arbeit. Und mit dem Führer werden wir alle für unser Reich und Volk eine bessere Zeit erkämpfen. Hierauf überreichte Oberbürgermeister Ritter jedem einzelnen Arbeitskameraden mit Händedruck und herzlichen Worten das Ehrenzeichen und die Verleihungsurkunde. Danach wurde die Feierstunde in üblicher Werse geschlossen. HZ.-Aefolgschast 6/116 Klein-Linden Am Sonntag, 14. Januar, findet ein Appell der Schar 1 in Gießen-Klein-Linden statt, zu dem alle Jgg. um 9.30 Uhr in tadelloser Uniform am HÄ> Heim antreten. Von der Universität Gießen. An der Universität Gießen wurden ernannt: zum außerplanmäßigen Professor der nichtbeamtete außerordentliche Professor in der Philosophischen Fakultät Dr. Valentin Horn; zum Dozenten für das Fach Schützt die Tiere vor der Kalle! Chirurgie der Dr. med. habil. Erich Fenster unter Zuweisung an die Medizinische Fakultät; zum Dozenten für das Fach Philosophie der Dr. phil. habiL Harald Lassen unter Zuweisung an die Philosophische Fakultät. Leber 80000 Reichsmark. Die feierliche Lebmeichimg. Oberbürgermeister Ritter hatte die vorgenannten Arbeitskameraden am gestrigen Mittwochnachmittag im Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, um sich versammelt, um ihnen die vom Führer verliehenen Treudienst-Ehrenzeichen feierlich zu überreichen. In seiner Ansprache an die Jubllare teilte der Oberbürgermeister zunächst mit, daß die seit 25 Jahren ausschließlich im Dienste der Stadt Gießen tätigen Arbeitskameraden eine Treueprämie von 100 RM. und die seit mindestens 40 Jahren nur im Dienste der Stadt Gießen wirkenden Arbeitskameraden eine Treueprämie von 200 RM. als Zeichen der dankbaren Anerkennung für ihre treu geleisteten Dienste erhalten. In feinen weiteren Ausführungen würdigte er die Tätigkeit der ausgezeichneten Arbeitskameraden als den wertvollen Lebensinhalt während einer langen Zeitspanne und als eindrucksvollen Beweis ihrer Treue, die sie würdig machte, sie der Gemeinschaft als Vorbild hinzustellen. Als berufener Sprecher der Gießeper Einwohnerschaft übermittelte der Oberbürgermeister den Jubilaren den herzlichen Dank unserer Stadt, die gerne anerkenne, daß über dem Wirken dieser Arbeitskameraden das Gesetz vom Adel der Arbeit stehe. Sodann wies Oberbürgermeister Ritter daraus hin, daß der auch bei dieser Ehrung zum Ausdruck kommende Wesenszug unseres nationalsozialistischen Reiches, nämlich die Anerkennung des Arbeiters und seiner Arbeit, einer der Hauptgründe mit war, daß England unserem Reich den Krieg aufzwang, weil die in England führende pluto- kratische Schicht befürchtete, daß die Gedanken des neuen Deutschland von der Achtung vor dem Arbeiter und der Bewertung seines Schaffens auch in England zum Durchbruch kommen und ihre kapitalistische Jnteressenpolitik stören könnten. Heute schon gebe es in England viele schaffende Menschen, die erkannt hätten, daß die Daseinsbedingungen in Deutschland wesentlich besser seien als in England, und die den Wunsch hätten, auch in England die Gedanken des deutschen Sozialismus verwirklicht zu sehen. Um diesen neuen Geist der gerechten Bewertung des Arbeiters und seines Schaffens zu vernichten, habe England dem nationalsozialistischen Deutschland den Krieg ausgezwungen. Demgegenüber stehe aber unsere deutsche Volksgemeinschaft in fester Treue zum Führer und in unverbrüchlicher Geschlossenheit, um den Versuch der Plutokratien Englands und Frankreichs, unser nationalsozialistisches Reich zu vernichten, zu vereiteln, dagegen durch den vollen deutschen Sieg das einzige Kriegs- ziel unseres Führers zu verwirklichen, nämlich Die Zukunft unseres Volkes und feiner Kinder und für unser Reich den gerechten Platz in der Welt sicherzustellen. Allein für dieses Ziel kämpfen wir, und dabei seien die in langjähriger treuer Arbeit erprobten Endgültiges Ergebnis bei der Gaustraßenfammlvng im kreis Wetterau. Wie wir auf Anfrage bei der Kreisamtsleitung der NSV. des Kreises Wetterau hören, beträgt das inzwischen festgestellte endgültige Ergebnis der Gaustraßensammlung im Kreis Wetterau insgesamt 80110,51 Reichsmark. (Siebener rvochenmarktpreite. * Gießen, 11. Ian. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Weißkraut, % kg 8, Rotkraut 10, Zwiebeln 12, Meerrettich 60, Nüsse 53 Rpf. ** Polizei gegen Verkehrssünder. In der Woche vom 29. Dezember 1939 bis zum 4. Januar 1940 erfolgten durch die Polizei zwei Anzeigen gegen Kraftfahrzeugführer, neun gebührenpflichtige Verwarnungen gegen sonstige Fahrzeugführer, drei gebührenpflichtige Verwarnungen gegen Radfahrer, sowie eine Anzeige und eine gebührenpflichtige Verwarnung gegen Fußgänger. gegen Zahnsteinansatz, zahnfleischkräftigend, mikrofein, mild aromatisch, - und so preiswert! ix» r4Ort. die große TuO# dU? kleine Tub4 25" Siarkwirksam- England, Engeland oder Engelland? Hermann Löns hat in feinem jetzt so populär gewordenen Matrosenlied geschrieben: ... Reich mir deine Hand, deine liebe Hand; Leb' wohl, mein Schatz, leb' wohl! Denn wir fahren gegen Engeland ... So steht der Text in der Lille r Kriegs- zeitung. In den Liederbüchern heißt es allgemein „weiße" (statt liebe) Hand und „Engelland" (statt Engeland). Wir haben es also mit. drei Schreibweisen zu tun: England, Engeland und Engelland; welche ist die richtige? Gebräuchlich ist heute allgemein das Wort England; wenn Hermann Löns dafür Engeland oder Engelland schrieb, so war das wohl in erster Linie eine sogenannte poetische Lizenz, die er hier des Versmaßes wegen heranzog; die Schreibweise England hätte sich — am Schluß einer Zeile! — nicht mit „liebe (oder weiße) Hand" kombinieren lassen. Ueberdies ist die Form Engelland zum mindestens zulässig, denn der Name England hat nichts mit dem Begriffen eng oder Engel zu tun, sondern ist das Land der Angeln, wie Deutschland das Land der Deutschen, Rußland das Land der Russen usw. Der Name Angeln steht hier als Teil für das Ganze (pars pro toto), denn genauer müßte es heißen: Angelsachsen; im Lateinischen heißt es aber Anglia und im Angelsächsischen Engla- land; im Deutschen müßte man also sagen Angelnland, woraus Angelland wird und durch Aenderung des ersten Buchstabens Engelland; die Form England stammt wohl direkt von Anglia bzw. Engla- land ab. Die Insel hatte im Laufe der Zeit verschiedene Namen. Schon im 6. Jahrhundert vor Zeitwende wird sie in einer Reisebeschreibung (Periplous) Albion genannt; der Name hat sich — neben andern — bis ins Mittelalter erhalten und wird seitdem noch vereinzelt gebraucht, gewöhnlich in der Poesie; er ist keltisch und bedeutet etwa Hochlanüs- insel oder Berginsel. Die Bezeichnung gilt speziell für England, manchmal auch für Schottland; für letzteres tritt seit dem 9. Jahrhundert der Name Alban auf, nachdem die aus Irland kommenden Skaten unter König Kennath i. I. 842 die Pikten (Ableitung von dem lateinischen Wort pictus, d. h. gemalt, also hier etwa tätowiert, wird angezweifelt) unterworfen hatten; nach Vereinigung der beiden Stämme erscheint dann der Name Scotia, d. i. Schottland (anfangs des 11. Jahrhunderts). Die Römer nannten alle Inseln nördlich von Gallien Jnsulae Brttannicae, die größte davon, neuner klärerck» nach Bummelfritz. Er mußte es gemerkt und der sein heraus. Aus dem Britannien der Römerzeit entwickelte sich das jetzige Großbritannien; mit diesem Namen bezeichnet man heute gewöhnlich die europäischen Teile des britischen Reiches, er entstand aber 1707, als die Parlamente von England und Schottland vereinigt wurden (Unionsakte vom 3. Juni 1707), erregt wie junge Revolutionäre. Aber das legte sich alles wieder, die alle bewährte Ordnung setzte sich durch: Der Professor verband sich mit der Zeit und hatte damit Erfolg: immer schwächer wurde das Bild und damit die Wirkung jenes stürmischen, gärenden, uns alle bewegenden Abschieds. Der Professor war wieder der führende Lehrer und Mensch. Auf einmal platzte die seltsame Kunde in unser Klassenzimmer: Bummelfritz ist wieder da! Nichts war vorher durchgesickert, niemand hatte etwas von ihm gesehen oder gehört. Wir schüttelten die Köpfe so gewählt: wieder stand jener Professor vor uns, der damals Bummelfritzens Abschied über sich ergehen lassen mußte. Als sich die beiden sahen, wurde der Professor rot in erinnernder Scham, Bummelfritz aber hob seinen blondhaarigen Kopf, tief senkte er feine Augen in das andere Gesicht, doch tat er es nicht feindlich und nicht verletzend: wie er die schuldigung, aber es löschte dennoch die SchuD. Der Direktor stellte uns Bummelfritz als einen heim- gekehrten, verwundeten Krieger vor, der die Tage seiner Genesung dazu benützen wolle, sein Schulwissen wieder aufzufrischen. Ja, Bummelfritz trug einen Arm in der Schlinge, das war schön und in Ordnung, aber er, unser Bummelfritz, sollte Sehnsucht nach der Schule haben? Es war unbegreiflich, ein Irrtum des Direktors — wir schauten auf» von Bummelfritz aus — aber wir lasen es uns gegenseitig an den Augen ab, daß jeder trotzdem einen hartnäckigen Rest von stoher Hoffnung für Bummelfritz bewährte. Dieser kleine Rest sollte Recht behalten. Am gleichen Tage, mitten im Unterricht, klopfte es, unb herein traten der Direktor und unser Bummelfritz. Vielleicht war es Zufall, vielleicht von Bummelfritz lich England mit Schottland aber Britannia, während Schottland später noch speziell Caledonien, seine Bewohner Caledones hießen. Die Bewohner von England hatten die Namen Britanni oder Bri- tones; so hießen auch die stammverwandten Anwohner der Nordküste Galliens, d. h. der Bretagne und eines Teiles der Normandie; auch Aquitanien wird stellenweise dazu gerechnet; später beschränkte sich die Bezeichnung auf die Bewohner der Bretagne, die den Namen Britannia minor bekam; für die genannten Gebiete gab es vorher die Bezeichnung Armorica (Aremorica), d. h. etwa Küstenlandschaft. Von Britannus ober Brito, keltisch Brychon, leitet sich der Name Brite ab. Im Jahre 55 vor Zeitwende begann Cäsar mit der Eroberung Britanniens, aber erst 85 nach Zeitwende wurde das Land römische Provinz unter dem auf dem Boden, ging durch die Reihen und schüttelte jedem die Hand. „Auf Wiedersehen!" sagte er, „Auf Wiedersehen!" Wir Schüler staunten: „Was ist?" Er lachte mit seiner frischen Unbekümmertheit: „Dummköpfe, ich habe mich freiwillig gemeldet — nun beginnt ein anderes Leben!" Er wischte hinaus, ohne den Professor anzusehen und ließ uns zurück wie Verdammte: der Professor, wehrlos durch die erfolgte Anmeldung als Kriegsfreiwilliger, sann | vergebens nach einer Rehabilitierung; wir, vom und Tritt zu_ gejjen. Strudel des Neuen, Unverstandenen erfaßt, waren gefühlt haben, er trat ein paar Schritte vor: „Kameraden, ich habe gelernt im gleichen Schritt ~ m gehen. Das ist alles: im gleichen Schritt und" TriH So will ich eine Strecke wieder mit euch marschieren. Euer Bummelfritz hat vieles gesehen und vieles gelernt, und was er dort hat lernen müssen an der Front, war viel, viel härter und schwerer als hier. Aber das Lernen muß sein um frei zu werden und denken zu können... Er schritt durch unsere Reihen, streckte uns seine Hand hin, lachte uns stark und männlich an und setzte sich in seine Bank. Der Sitz klappte nieder. Der Ton ging bis aufs Herz, uns schien es kaum besser als eine freiwillige^ Verbannung. Was hier geschehen war, konnte natürlich nicht von heute auf morgen von uns Jungens begriffen werden. und glaubten nicht daran, das heißt, wenn Bummelfritz kam, gab es eine Ueberrafchung, aber schließlich hätte ihn doch jemand bemerken müssen: woher und woraus entstand die merkwürdige Kunde? Wir fragten umher, und als wir bereits es aufgegeben hatten, auf Bestätigung der Nachricht zu hoffen, traf aus der untersten Klasse die Meldung ein, daß ein Schüler den feldgrauen Soldaten gesehen hätte, der im Zimmer des Direktors ver« , schwanden war. Und der Soldat hätte Bummelfritz ihm ähnlich gesehen. Na also, es war nichts. Aehnlich: und bas war ein weiter Begriff, vielleicht hatte der Nomen Britannia Romana; gegen die Pikten (in Schottland) wurden dauernd Angriffs- oder Der- teidigungszüge unternommen und dabei verschiedene Befestigungen angelegt, z. B. die Wälle (liwtteH von Hadrian, Antoninus Pius, Septimius Severus und Caracalla; um das Jahr 407 zog Rom feine Legionen zurück, gab also damit diese Provinz auf. Nun begannen die Pikten ihre Raubzüge gegen die Briten, so daß diese schließlich Germanen zu Hilfe riefen. Seit etwa Mitte des 5. Jahrhunderts setzten daher Angeln und Sachsen sowie Jüten nach der Insel über und nahmen, nachdem sie die Pikten zurückgetrieben, allmählich selbst Besitz von dem Land; die Briten zogen sich teils an die Westseite (Wales) zurück, teils siedelten sie nach Armorica über. Es entstand eine Reihe von kleineren Reichen, niaajie pajiiiaj yieuue, uen uetiiuntrn muuiuu u« von denen die Königreiche Kent, Sussex (Südsach- Professors zu beobachten: ein Satz, er stand wieder sen), Wessex (Westscuhsen), Essex (Ostsachsen), Ost- ' ' ~ 1 anglia, Mercia, Deira und Bernicia übrig blieben; die beiden letzten vereinigten sich zu Northumbria. Zwischen den sieben Königen begann dann ein langwieriger Kampf um die Oberherrschaft, der sich zuletzt zu einem Wettlauf zwischen den drei größten Reichen Northumbria, Mercia und Wessex zuspitzte; aus diesem Ringen ging 827 Egbert von Wessex als Sieger hervor; er wurde Oberkönig, aber ohne daß die andern Königreiche unter seine absolute Herrschaft kamen; es war sozusagen ein Staaten - bund, doch kann man von diesem Zeitvunkt ab von einem Königreich England (angelsächsisch Engla- land, lateinisch Anglia) sprechen, zumal die Verhältnisse einheitlich gestaltet wurden; mit der Zeit aber hob sich die Bedeutung des Königs immer mehr Kameraden Anleihen für den Schulunterricht, und zweifelsohne hielt er den Rekord im Abschreiben. Er handhabte die Methode des Spickens mit einer Meisterschaft, die nur möglich war durch seine maßlose Frechheit. Die Tadel der Lehrer, so ernst sie gemeint waren, steckte er lächelnd ein, seine Ironie über den Schulbetrieb wirkte zersetzend. Da brach der Krieg aus. Er wehte übers Land, wehte in die Schulen, weckte Flammen der Begeiste- rung. Bummelfritz sprang auf die Schulbank, daß es dröhnte und hielt eine Ansprache. Sie hatte die Merkmale von Bummelfritz: sie war kühn, feurig, witzig und sarkastisch, sie war eine offene Kriegserklärung an die Schule. Bummelfritz störte sich nicht daran, daß eben die Türe aufging und der Pro- z. , fessor eintrat. Mochte er hören und wissen, was die Hand reichte, wie er ruhig sagte: „Guten Tag, Herr Jugend von dieser schwerlaufenden Maschinerie Professor" war es keine klar ausgesprochene Enthielt. Rücksichtslos packte Bummelfritz aus, es ----- -- k---- machte sichtlich Freude, den verstörten Eindruck des die beiden Länder also von nun an eine Union bildeten, die als Großbritannien bezeichnet wurde. H. G. Oie Wandlung. Von Heinrich Litterer. __war in der ganzen Schule bekannt als Bummelfritz. Bummelfritz war genau so, wie Spitzname ihn bezeichnete: die Schule machte die kleinsten Sorgen, dagegen war er im Sport ....___.... ______ , anderen Fragen auf der Höhe. Hier war er für die, Bengel nur die Uniform und überhaupt kein Gesicht anderen ein Auskunftsbüro, dessen Hinweise nie»; gesehen. Wir schlossen auf dem Wege der Vernunft mals fehlgingen. Dafür machte er dann bei feinen' und Ueberlegung jeden Gedanken an eine Heimkehr AG.-Krauenschaststagung in Gießen. Eine eindrucksvolle Morgenfeier in der Aula. GL. Am gestrigen Mittwoch fand in der Aula der Universität zu Gießen ein Amtswalterinnenappell der NS. - Frauenschaft des Kreises Wetterau statt. Die Feierstunde am Morgen wurde von einem Teil des Spielkreises mit einem Musikstücke für Klavier und Violinen von Corelli eröffnet. Der Singchor sang Lieder der Bewegung und sprach Worte des Führers. Frau W r e d e, die Kreisleiterin der NS.-Frauen- lchast, begrüßte die Gäste uni) die Frauen. Hieraus sprach Kreisleiter Backhaus. Er führte aus, daß es notwendig war, die Frauen einmal alle zusammenzurufen. Das neue Deutschland habe versucht, alle Deutschen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammenzufassen. In der Kürze der Zeit sei es vielleicht noch nicht ganz gelungen, es müsse aber stets in diesem Sinne weitergearbei- tet werden. Ein kurzer Bericht beleuchtete die geleistete Arbeit der ersten Kriegsmonate. Sodann sprach er den Frauen Dank aus für die mit großem Idealismus auf allen Gebieten geleistet« Arbeit. Er ging dann zur Zukunft über, die sich aus der Vergangenheit ergibt und daraus, daß alle Bemühun- gen des Führers um ein« friedliche Lösung der für Deutschland unerläßlich wichtigen Lebensfragen gescheitert seien. Neber verschiedene außenpolitische Gesichtspunkte kam der Redner aus die Fragen des Ostens zu sprechen, die Vorgeschichte, die Kämpfe, die Deutschland immer schon in den ostischen Ländern zu führen hatte, kriegerischer und kultureller Art, und die ungeheuer weitsichtigen, der deutschen Eigenart durchaus entsprechenden Pläne des Führers in dem wiedergewonnenen Gebiet. So könnten wir getrost, wohlbewuht des Ernstes unserer Lage im fetten Vertrauen auf den Führer in das Jahr 1940 hin- einaehen. Niemals mehr solle die Heimat versagen, dafür tragen wir alle die Verantwortung. Wir könnten uns fest auf unser Heer, unsere Flotte und unsere Luftwaffe verlassen, sie aber sollten sich aus die Heimat verlassen können. Der Kreisleiter schloß mit den Worten: So bitte ich Sie, meine Mitarbeiterinnen, wie Sie es in den letzten Jahren getan haben, tun Sie auch in Zukunst ihre PflicH an dem Platz, an den Sie gestellt sind. Oie Gaufrauenschastsleiterin Frau Westernacher sprach dann zu den Frauen. Wir haben uns zusammengefunden in einer großen, ernsten Zeit. Manchmal müssen meine Frauen und meine Mitarbeiterinnen mit mir in Verbindung treten, damit sie sehen, daß wir im Gau mit ihnen in innerer Verbundenheit arbeiten. Es ist nötig, daß wir mehr voneinander wissen. Der Führer sagte: „Wir kapitulieren nie, komme was kommen mag." Dieser Appell ist auch an die Frauen gerichtet. Auf unsere Frauen kommt es an. Wir sind die innere Front, die steht und die niemals kapituliert. Wir sind verantwortlich für die Haltung der deutschen Frau. Wir müssen vorbildlich fein. So ist unsere Verantwortung ungeheuer. Wir müssen uns diese Verantwortung immer vor Augen halten, die wir als Führerinnen besonders stark empfinden müssen. Immer war die deutsche Frau die Kameradin des Mannes, die Frau der Germanen ging schon in frühester Zeit lieber in den Tod, als in die Knechtschaft. Aber noch niemals war die Frau zu solch' einer Einheit zusammengeschlossen, wie wir sie jetzt vor uns sehen. Heute stehen wir einer Organisation der Fran gegenüber, die einmalig in der Welt ist. Die Gaufrauenschaftsleiterin gab dann einen kurzen Ueberblick über den Anfang der nationalsozialistischen Frauenbewegung und sagte u. a., daß die Organisation der Frau kein leichter Weg war und auf viele Hindernisse, auch von selten des Mannes, stieß. Aber der Aufstieg ging dann doch Seite an Seite mit dem Manne. Aber die Frau trat ihren Weg an mit dem vollen Verantwortungsgefühl für die Sache und mit dem Bewußtsein: Hilf« tut not! Man wurde sich bewußt, daß für die Frau nicht nur die kleine Häuslichkeit wichtig ist, sondern die Fühlungnahme mit der Volkswirtschaft des gesamten Volkes. Die Frauen wußten vorher nicht mehr, was es heißt: wirklich deutsche Frau sein. Opferbereitschaft und Einsatzbereitschaft sei das erste Gebot für die deutsche Frau. Ein Volk, wie das deutsche, muß leben, und diesem Volk soll die Frau dienen mit ihrem ganzen Einsatz. Langsam haben diese Gedanken bei der deutschen Frau Wurzel gefaßt, und jetzt steht eine Unzahl von Frauen in der Arbeit. In den Septembertagen wurde die Probe auf die Arbeit dieser Frauen gestellt. Stolz und glücklich ist der Gau Hessen-Nassau, denn seine Frauen haben begriffen, um was es geht. 85 000 Frauen stehen freiwillig in der Arbeit. Sie haben den Ruf des Führers verstanden. Man braucht ihre Hände, ihr« gütigen Herzen, ihre Hilfe. Di« GaufraueUschaftsleiterin sprach den Frauen ihren Dank aus, betonte aber sofort, daß wir ja nicht um Dank arbeiten, sondern aus dem Gefühl der Verantwortung und innerer Selbstverständlichkeit. Wir tun es, weil wir wissen, daß wir nicht anders können. Unser Dank ist das Werb. Die Arbeit, die vor uns liegt, erfordert den ganzen Menschen. Wir dürfen sie niemals als „nebenbei zu tun" auffassen, sondern als eine Ehre, daß wir sie tun dürfen. Wir müssen uns immer vor Augen halten, daß wir Menschen zu führen haben im Änne des Führers, und müssen uns immer der Wichtigkeit und Heiligkeit unseres Eides bewußt fein. In tiefer Eindringlichkeit sprach die Gaufrauenschaftsleiterin weiter von der Verantwortung und dem vollen Einsatz bei der Arbeit. Sie ging dann über zu der Wichtigkeit der Arbeit der Zell- und Mock- frauen, da sie ja die größte Fühlungnahme mit dem Volke haben. Sie müßten sich als Mütter und seelische Betreuerinnen ihrer Zelle und ihres Blök- kes fühlen. So besprach sie die Arbeit jeder einzel- Jm Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Universität Gießen hat auch das Studentenwerk Meßen (Dienststelle des Reichsstudentenwerks) auf allen seinen Arbeitsgebieten seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Als einzige Stelle, der als staatlicher und politischer Auftrag die Betreuung der deutschen Hoch- und Fachschuljugend obliegt, hat es nunmehr feit 10 Jahren im Studentenhaus am Leihgesterner Weg gewirkt, das allen Bedürfnissen seiner weitreichenden Aufgaben entsprechend, in gemeinsamer Hilfeleistung von Reich, Ländern, Kreisen, Stadt und sonstigen Förderern in den Jahren 1928 bis 1930 errichtet worden war. Dieses Haus wurde für die Dauer des Krieges zur anderweitigen Benutzung zur Verfügung gestellt, und das Studenten werk war veranlaßt, mit seinen Betrieben in eilten Teil des Hauses Sonnenftraße 19 (Gesellschaftsverein) umzuziehen. Dom 10. Januar ab wird dort die Arbeit weiter geführt. Gleichzeitig sind auch die Dienststellen der Studentenführung und des NSD.-Studentenbundes mit übergesiedelt. Es war nach einigen Schwierigkeiten möglich, di« Geschäftsräume aller drei Dienststellen im Dachae- schoß des Hauses unterzubringen. Für die Jnve- triebnahme der studentischen Speisung, des Er- srischungsraumens, des Lese- und Aufenthaltsraumes wurden die Küche und zwei Nebensäle zur Verfügung gestellt. Wenn auch die Inanspruchnahme dieser Einrichtungen der heutigen Studentenzahl entsprechen wird, so muß doch unter wesentlich schwierigeren Verhältnissen als bisher die Aufgabe des Wirtschaftsdienstes erfüllt werden, die heute eine besonders wichtige ist, da sie einem großen Teil der Kriegsstudenten eine billige und doch ausreichende Ernährungsgrundla-ge zu schaffen hat. Das umfangreiche Aufgabengebiet der Studien- förderung hat durch die bevorzugte Behandlung wehr politisch wichtiger Studiengänge eine ent» sprechende Ausweitung erfahren. Nach wie vor sind neu Amtswalterin. Dann gab sie die ernstliche und eindringliche Ermahnung zum Schweigen. „Feind hört mit", sollte man sich zu jeder Stunde vor Augen halten. Wenig reden, viel handeln, sei das dringlichste Gebot der Stunde. Mit der Ermahnung, niemals den festen Glauben an den Führer und seine große Sache zu verlieren, selbst wenn wir von unserem kleinen Standpunkt aus seine Wege nicht übersehen können, schloß sie ihren eindringlichen, aufrichtigen und erhebenden Appell. In tiefer Bewegung und mit dem festen Willen zu neuerlichem, verstärktem Einsatz verliehen die Frauen diese Morgenfeierstunde. Aachvottrcige. Der Nachmittag brachte dann noch die Referate der drei wichtigsten Abteilungen des Deutschen Frauenwerkes. Die Gauabteilungsleiterin für Volkswirtschaft- Hauswirtschaft, Frau Mertens, führte kurz die Aufgaben ihrer Abteilungsleiterinnen aus und sagte, daß in der Hauptsache die Aufklärung aller Haus- frauen, überhaupt aller Frauen in hauswirtschaftlichen Dingen, die Verbrauchslenkung, ihre wichtigste Aufgabe sei. Sie verglich auch die Maßnahmen der heutigen Zeit mit denjenigen des Weltkrieges und schilderte, welche Lehre man aus den damaligen Umständen gezogen habe. Die Gauabteilungsleiterin Frau Stein erläuterte die vielseitigen Aufgaben der Abteilung Hilfsdienst, die im Augenblick gar nicht einzeln abzugrenzen sind, da dem Namen nach der Hilfsdienst eben überall da einzugreifen habe, wo gerade Hilfe nötig sei. Da sei es wieder die Aufgabe der Zell- und Blockfrauen, die richtigen Hinweise, wo Hilfe nottut, zu geben. Frau Boerner, die Abteilungsleiterin für Müt» terbienft, legte dar, daß gerade in dieser Zeit Mütter und Hausfrauen niemals ohne Ausbildung in allen ihren vielseitigen Berufszweigen fein dürften. So war dieser Amtswalterinnenappell ein großer Gewinn für alle Teilnehmerinnen. Frau W r e b e bankte in bewegten Worten für biefe neuerlichen Hinweise für bie Arbeit ber Frauenschaft bes Kreises Wetterau. aber die wissenschaftliche Leistung unö das Maß des politischen Einsatzes seine unerläßlichen Voraussetzungen. Der studentische Gesundheitsdienst wird mit der gleichen Sorgfalt wie bisher den Gesundheitszustand der Studierenden Überwachen und eine umfassende Krankenversorgung durchführen. Erhöhte Bedeutung hat in Bezug auf das Kriegsstudium auch der Beratungsdienst gewonnen. Der zu erwartende starke Bedarf an hochschulausgebil- beten Arbeitskräften, der auch zur Wiedereröffnung der Universitäten geführt hat, macht eine besondere Lenkung zu den Studiengängen und ihre weitgehendste Auswertung notwendig. Der Leiter des Studentenwerks Meßen, der sich bei einem Infanterie-Regiment im Westen befinbet und für kurze Zett beurlaubt worden war, konnte in diesen Tagen dem ihn vertretenden Dienststellen- leiter des Studentenwerks Frankfurt a. M. den Gesamtbetrieb in wieder eingerichteter'.» und eröffnetem Zustande zur Weiterführung Übergeben. Rundfunkprogramm Freitag, 12. Januar. 6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Das Rhein-Mai- nische Landesorchester. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, merk' auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Sauf, Jäger, lauf!" 9.30: Schulfunk. Sendereihe: Kampf um Wirtschaftsfreiheit. ,Heilig Brot". Hörfolge. 10: Frohe Weisen. 10.50: Sportbericht. 11: Konzert. 11.50: Mikrophon unterwegs. 12: Die Werkpause. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.45: Heimatsprache — Mutterlauf! Plaudereien aus dem Hunsrück. 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Rundfunkorchester. 17 bis 17.10: Nachrichten. 17.45: Die Ausgaben des Studentenwerks im Kriege. Klingende Liebesgaben des Reichssenders Frank» furt. Eine fröhliche Stunde bei und für unsere Ka» meraben am Westwall in Verbinbung mit der NS.» Gemeinschaft ,Lraft durch Freude". 19.10: Unterhaltungskonzert. Dazwischen: 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: Nachrichten. »Vorstoß ins Unendliche/' Die Vortragsgemeinschaft Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein, Gesellschaft für Erb- und Völkerkunde unb Volksbildungsstätte Gießen bereitete gestern abenb in ber Neuen Aula ber Universität vielen Zuhörern einige Stunben eines nachhaltigen geistigen Erlebnisses. Nachbem Professor Dr. K l u t e Oberbürgermeister Ritter, Lanbrat Dr. Lotz, Gäste unb Mitglieber willkommen geheißen hatte, sprach ber Vortragende des Abends Robert Hense - i i n g über bas We11bilb ber heutigen Sternforschung. Der Rebner griff zunächst weit zurück in bie Geschichte ber Astronomie, ging aus von ber frühesten Vorstellung, in ber viele Punkte unserer Erbe als „Mittelpunkt ber Welt" angesehen würben, um bann aber rasch über Aristarch, über bie Einbeulung ber Erkenntnisse von Kopernikus unb Kepler an Immanuel Kants weitschauenbe Theorien zu erinnern, bie schon weit über bas hinaus- gingen, was zu feiner Zeit mit Hilfe ber bamaligen Instrumente bewiesen werben konnte. So führte ber Rebner feine Zuhörer fort von ber Vorstellung ber Erde als Mittelpunkt ber Welt, fort von ber Ansicht, daß unsere Sonne etwa eine zentrale Kraft im Welträume sei, wies nachbrücklich darauf hin, baß im Weltraum noch anberfc, viele Tausenbe von Sonnen sinb, bie unsere Sonne um bas Zehntausend- fache an Große unb Leuchtkraft übertreffen, warf ben Gebauten einer Zentralsonne auf, um ihn wieher zu verwerfen, um schließlich von ber Milchstraße unb ihrer Bebeutung, von Spiralnebeln zu sprechen, von Welteninseln im Weltraum, von Sternenhaufen unb Sonnensystemen, die in unvorstellbaren Entfernungen unb in ebenso unvorstellbaren eigenen Ausbehnungen, zusammengehalten in ungeheuren Kraftfeibern, sich im Unenblidjen bewegen unb — von ber Astronomie unserer Tage in vielen Einzelheiten ihrer Erscheinungsform, beobachtet, gemessen, analysiert, photographiert unb eingeorbnet werben in ein Weltbild, wie es eben von ber Astronomie ber Gegenwart entwickelt unb vor unser geistiges Eluge gestellt werben kann. Der Vortragenbe vermittelte in allen seinen Darlegungen unb Schilberungen nicht etwa ein unscharfes Bilb, sprach auch nicht etwa von Vermutungen ober Hypothesen, fonbern bot ein ebenso reiches, wie genaues Zahlenmaterial auf unb ließ Räume erahnen, bie sich einem menschlichen Ver- ftärtbnis fast verschließen. Mit größtem Interesse hörte man in einem sinnfälligen Vergleich bavon, wie weit bie Astronomie im Verlaufe ber letzten zwei Jahrzehnte ben Forschungsraum im Weltall erweiterte. Er sagte, baß noch vor zwei Jahrzehnten ber Fvrschungsraum — vergleichsweise — so groß gewesen sei, wie die Aula unserer Universität; heute erforsche die Astronomie Räume, bie, im Verhältnis zur Große ber Aula von Spitzbergen bis Kapstadt reichten. Mit nicht weniger Aufmerksamkeit folgte man ben Darlegungen über bie astronomische Meßtechnik mit Hilfe ber Winkelmessung unb vor allem ber Spektralanalyse. Der Vortragenbe, besten vielfältige von reichem Wissen getragenen Darlegungen im Raume weniger Zeilen nicht Umrissen werben können, ergänzte seine Worte burch ausgezeichnete Silber von großen Sternen, von vielen fremben Sonnensystemen, von fernen Welteninseln unb Spiralnebeln unb gab damit viel Anlaß, nicht nur die Wunder des Weltraums zu bestaunen, sondern sich auch des Wunders forschenden menschlichen Geistes bewußt zu werden. Ein Film, der in ausgezeichneter photographischer Wiedergabe die über bie Peripherie unserer Sonne hin- ausschießenben Protuberanzen veranschaulichte, war ber Höhepunkt ber Dortragsveranstaltung unb gleichzeitig eine Offenbarung. Sprechstunden der Y'evEion. 11.30 dis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstagnach» mittags geschlossen. »er cM MiuiM WM jMSIIvonWsMMlk CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 36 19 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Nun ist sie fertig unb starrt in ben Spiegel. Sie sieht, daß ihr Gesicht weicher ist als früher, und daß ihre Augen heller sind als sonst. Da jagt sie laut in bie Stille ihrer Kabine: „Klarissa, du barfft mir nun nicht böse sein, aber ich glaube, du verstehst mich, sieh, mehr als alle Menschen auf ber Welt liebe ich Christian. Willst du versuchen, ihn auch zu lieben?" Wieder bleibt, wie damals vor dem Sommerfest, vom Hauch ihrer Stimme auf dem Spiegelglas ein kreisrunder Fleck zurück. Annes Lippen sind verschwunden, nicht mehr zu sehen sind sie, aber Annes glückstrahlende Augen fipö geblieben. ♦ Wird es heute regnen? Aber nein, bie Sonne scheint ja. Sie strahlt über dem Sognefjord. Zwischen zwei Bergeinschnitten steht das mächtige Ächt, und sein Leuchten fließt wie der Kegel eines Ri«- senscheinwerfes über den Ort Balholm, über den „Columbus", der im Fjord liegt, und über das tuckernde Motorboot, das sich von ihm trennt. Es flitzt in schneller Fahrt dahin, ein junger Offizier steht am Steuerrad. Er steht sehr ernsthaft da. Seine Hände stecken in braunen Glacehandschuhen, sie kauern wie geduckte achtsame Hasen über dem Steuer, und sieh, jetzt hebt der eine bie Lauscher. — Anne Wegner muß lachen. „Siehst du bas Wasserflugzeug dort oben, Anne?" fragt Cyristian neben ihr. „Nein, aber zwei Hasen." „Wie gut die Hasen zu steuern verstehen, so ernsthaft und gut, sie sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Ich konnte niemals Hasen schießen, Christian, gut, daß ich kein Jäger bin." „Dann würde auf dem Birkenhos wohl kein Stumpf und Stiel bleiben." „Sicher nicht", sagt sie, „ich bin also doch nicht zum Gutslehrling zu brauchen. Klarissa kann schießen wie ein Mann." Das Flugzeug gleitet jetzt über bas Wasser. Es bebt sich, steigt hoher, ein silberner Vogel in silber- blauer Luft. Das Sausen des Motors hört sich durch bie Enge der Berge wie Geschützdonner an. Doch nun ist ber Flieger über bie Höhe der Berge hinaus, und man muß die Augen halb zukneifen, wenn man seinen Flug verfolgen will. Es ist schön, wenn man ihn durch die Dahn der Sonne gleiten sieht und dabei ben Kopf fest an Christians Schulter lehnt. Eine Schleife links, eine Schleife rechts, nun ist er plötzlich in aufkommenden Wolken verschwunden, und nun gleitet er wieder zum Fjord nieder. Auch das Motorboot macht eine Schleife, das Steuerrad fliegt herum. Aus den braunen Hasen werden zwei Hände und zchn Finger und hinter dem Boot bleibt ein Streifen hüpfender Bläschen, der wie eine lange Schnur bis zum Dampfer reicht. Christian springt fast als erster an Land. Er holt Anne zu sich heraus, er läßt es Nicht zu, daß ihr von der Mannschaft geholfen wird, er kostet wie ein Genießer bie Freude aus, sie einen Augenblick lang in den Armen zu halten. Und dann wandern sie los. Sie fragen nicht, wohin sie hier am besten gehen sollen, sie setzen ihre Schritte fest auf bas norwegische Land, das da un- ter Sonne und blühender Helligkeit vor ihnen liegt. Es ist schön. Arm in Arm, ohne Ziel dahinzuschlendern. Ein Spaziergang ins Blaue, eine herrliche kleine Wanderung. Allerdings ist sie sehr klein, denn bald wird eine Fahrt daraus. Fast zur gleichen Zeit sehen sie an ber Straße einen Wagen mit einem Falben stehen. Der Falbe stt ein kleines, nordisches Gebirgspserd, rundlich und wohlgenährt, mit einer gestutzten Mähne, bie so aussicht, als märe sie eine lange Reihe von Rasierpinseln. Sie gehen nahe heran, sehen den Wagen an, sehen das Pferd an und nicken sich zu. Der Wagen ist ein Kasten, auf dem vorn ein Sitz für zwei Personen angebracht ist. Der Kutscher sitzt auf einem Einzel- sitz hinten. Eine bunte norwegische Decke ist über den Doppelsitz gelegt, und Anne sagt: „Du Christian — bitte!" Er weiß Bescheid, hoho er kennt Anne. Aber wo ist der Besitzer des Gefährtes? Da kommt er, er kommt aus einem ber Häuser und weiß sich wohl zu verständigen, keine Angst. „Fünf Kronen — ein- fteiaen, bitte." Anne ist voll Jubel, bie Goldpünktchen in ihrer Iris schwirren, mit einem Satz ist sie oben. Helsen, auf ben Wagen helfen? Ausgeschlossen. Hier ist sie zu Hause. Nicht im Auto, das ist ihr fremd, aber solch ein Rößlein bedeutet überall in der Welt für sie ein Stück Heimat. Bald trappelt das kleine gelbe Pferd munter dahin, doch es stellt sich heraus, daß es eigenwillig ist, ein Pferd mit Charakter, o ja. Es wrll di« zärtliche Stimm« seines Herrn hören und ein paar gute Worte, auch Zungenschnalzen gehört dazu, um den Falben zu bewegen, weiterzulaufen, wenn er nicht mehr mag. „Tiere sind wie Menschen, man soll sie nur mit Liebe behandeln", sagt Änne, und sie erzählt Christian von Konifere. Bald läßt man den Ort hinter sich, bald fährt man nahe am schimmernden Fjord dahin. Die Häuser steigen rechts am Berg hinauf. Wie freundliche helle Tupfen sind sie in das Grün ber Gärten gewebt. Die Gärten haben große Himbeerplantaaen, bie Früchte sind reif und ihr Duft ist so stark, daß die Luft von ihm erfüllt ist. Kinder kommen dem Wagen entgegen, sie tragen Korbe voll Himbeeren nach Balholm zum Verkauf. Sie halten Heine, gefüllte Pappschachteln hoch. „Fünfzig Dere", rufen sie. Christian kauft für Anne Himbeeren unb sie sucht ihm die schönsten heraus, ja, gerade die muß er nehmen. Aber bevor er sie mit seinen Lippen erfaßt, wird jede Frucht gegen die Sonne gehalten. Wie sie dann erglüht! Rot, rubinfarben rot. „Du ißt nicht nur Duft — du ißt auch diese Farbenpracht, denke dir!" Sie fahren dahin, nahe aneinandergeschmiegt. Ein Mann sitzt hinter ihnen^ der vielleicht in sich hin ein schmunzelt, lieber ihren Händen liegt bas Leitseil, manchmal spüren sie, wie es sich an den Fingern reibt. Das Rößlein trabt seinen Weg, sie se-hen über seinen nickenden Kops hinweg, sehen blaue Berge vor sich und neben sich und blicken über den strahlenden Fjord. Ganz da vorne ist scheinbar eine Brücke ins Wasser fyi nein geb aut, aber nein, das ist ein merkwürdiges Ding. Wie ein Laufsteg sieht es aus, der weit ins Wasser ragt. Auf dem Land fängt er niedrig an und geht immer höher hinauf, unten hat er kurze, im Wasser ganz lange Holzbeine, fast wie eine Giraffe ist dieser Steg an- zusehen, als Kopf sitzen zwei Männer da, ganz unbeweglich, so, als wären sie auch aus Holz. Sie halten Angelschnüre. Anne kehrt sich dem Kutscher zu: „Fangt man so in Norwegen Fische?" Er versteht, er nickt. „Lachse", sagt er. Aha, bas Wasser ist so durchsichtig, baß die Lachse eine niedrige Angelbrücke sehen mürben, nur aus dieser Höhe kann man sie fangen. Der Falbe steht einen Augenblick unb scharrt mit ben Hufen bie steinige Straße, bann wendet der Mann, und die Rückfahrt wird angetreten. Sie geht schneller, das Tier mochte bie Fremden loswerden, man soll nicht glauben, wie solch kleines Pferd rennen kann. Dicht bei ber Anlegebrücke der Motorboote verlassen sie den Wagen. Das Wetter hat sich plötzlich geändert. Anne und Christian gehen jetzt nach der entgegengesetzten Seite um den Fjord, sie laufen mit langen Schritten. Wie Kinder laufen sie. Es wird dunkel, über bie Berge kommen tiefe, graue Wolken. „Wollen wir zurückgehen?" fragt Christian. Wer Anne möchte weiter. „Es ist so schön, dieses Umherstrolchen, gib mir bie Hand, wir laufen noch ein bißchen. Außerdem haben wir beide Regenmäntel bei uns, was kann geschehen?" Es kann nickts weiter geschehen, als daß sie naß werden. Sie haben wolfl in ihrem Leben schon manchen Regenguß bekommen. Sollen sie sich also deswegen bie Öaune verderben lassen? Es duftet nach Früchten unb frischem Heu, überall liegt Heu auf den Hängen, und sie finden beide, baß der Tag zu genießen sei. Es währt nicht Tang, da sprühen bie ersten Tropfen und viele Mitfahrenden hasten an Anne und Christian vorüber, wieder ber Anlegestelle zu. ©ie aber wandern weiter. Der Regen wird heftiger. Vor sich sehen sie an die Straße geschoben einen großen Korb voll reifer Kirschen. Rings um ben Korb herum stehen kleine Säcke mit Schirmen bedeckt, aber aus den Säcken kehren sich den beiden plötzlich lachende Kindergesichter zu. Irschen", rufen sie. „Kirschen!" Kann man dieser Aufforderung widerstehen? Ausgeschlossen. Christian kauft und Die flachsgelben Kopfe stecken sich wieder unter bie Säcke und bie Schirme. Wie sie da wispern und lachen, wie kleine Berggeister. „Was glaubst du, wenn es gar keine Kinder sondern Gnomen waren, bie uns Glückskirschen verkauften?"" „Richtig so", sagt Anne, „bann essen wir die ganze Kraft der nordischen Berge in uns hinein unb du wirst so stark werden, wie mein Ahne war, ber auch Christian hieß und ben sie ben Bären vom Birkenhof nannten. Dann kannst du ein Pflugschar aus dem Acker reißen und mit der rechten Hand stemmen und ein Hufeisen mit zwei Händen verbiegen." „Ein ausgezeichneter Athlet muß dein Ahn Christian gewesen sein. Dein Mann Christian hat sich zwar verschiedene sportliche Auszeichnungen geholt, immerhin wird er jenem alten Herrn nie Konkurrenz machen können." „Wer sagt bas? Komm, iß die Kirsche der Gnomen." (Fortsetzung folgt)