Donnerstag.lv. GktoberMO Annahme von Anzeigen für die Mttagsnummer bis8'/,Ubr desBormittags Aiuetgen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Seilenbreite# Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Seilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffelI Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25u/o njebr Erscheint täglich, aufeet Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieffener Familienblätter ' eimat imNild DieScholle Nionats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschluß 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. vrühlsche Uniorr sttät5dr»ckrrei R. £ strahlen den Bombenschützen und erschweren so das Auffinden des Zieles und die Durchführung des Zielens selbst. Besonders unangenehm sind die unmittelbar vor dem Flugzeug aufleuchtenden, so harmlos aus- fehenden weißen Sprengwolken. Sie sind ein sicheres Zeichen dafür, daß das Feuer richtig ,^iegt" und zwingen den Flugzeugführer zu der zwar sehr peinlichen, aber richtigen lieber» legung, daß die nächste Gruppe dicht am — oder im Flugzeug liegt. Oft genug hat sich der feindliche Bomber in diesem Augenblick durch eine scharfe Kurve und schnelles „Drücken" — also Aufgeben der Höhe — dem todbringenden Treffer entzogen. Aber der günstige Augenblick für den gezielten Abwurf ist mindestens für diesen Anflug vorbei. Und ein erneuter Anflug im einmal ausgelösten Abwehrfeuer ist mit schwerstem Risiko verbunden. Meist landen die Bomben in solchen Fällen dann im freien > Felde, statt, wie gewollt, in der Fabrik oder auf dem Bahnhof. Auch dann hat die Flak- waffe einen Zweck erfüllt und schweren Schaden verhütet. So hat schon allein das Vorhandensein des Flakschutzes in den letzten Wochen mehrfach die englischen Nachtbomber zum Abdrehen oder zur Umkehr gezwungen. Wie bringt es die Flakwaffe überhaupt fertig, ihre Geschosse auch nur in die Nähe des feindlichen Flugzeugs zu schicken? Insbesondere bei Nacht? Das Geheimnis liegt im sogenannten Kommandogerät, einer an sich sehr komplizierten, aber auf einen möglichst einfachen Nenner gebrachten deutschen Erfindung. Mit diesem Gerät wird das Feind- flugzeug schon beim Anflug angemessen und im Entfernungsmeßgerät laufend verfolgt. Die Bewegung des Zieles macht sich nun sofort im Gerät bemerkbar. Das Flugzeug wandert aus — so lautet der Fachausdruck. Dabei stellt der Kdo.-Apparat automatisch die Zielyeschwindigkeit und Flugrichtung fest. Zugleich mißt der Entfernungsmesser Höhe und Entfernung des Zieles. Sind Flugrichtung, Geschwindigkeit und Höhe erst festgestellt, so gibt das Kommandogerät die weiteren Werte von selbst an. Dabei fft zu bedenken, daß das Ziel sehr schnell weiterfliegt und vom Augenblick des Anmessens bis zur Abgabe des Schusses schon mehrere 100 m zurück g e l e g t hat — bis zum Abschuß. Der entscheidende Punkt, der Treffpunkt, liegt wiederum mehrere 100 m weiter vorwärts. In Metern ausgedrückt soweit, wie der feindliche Bomber sich während der Flugzeit des Geschosses vorwärts bewegt. Bei einer Geschoßflugzeit von nur 5 Sek. sind das — je nach der Geschwindigkeit des Flugzeugtyps — noch einmal 400 bis -£00 m und noch mehr. Um diese Strecke muß das Geschütz oder die Batterie beim Abschuß also bereits vorhalten, wobei unterstellt werden muß, daß das Ziel sich mit aleichbleibender Geschwindigkeit, Flugrichtung usid Höhe fortbewegt. Oft ist dies ein Trugschluß. Da Hilst dann nur Glück oder besonderes Fingerspitzengefühl des Batterieführers. Man ersieht aus dieser kurzen Schilderung, daß ein Flugzeugbeschuß ein ziemlich kompliziertes Unternehmen ist, daß viel Können dazu gehört, den „Treffpunkt" auch nur in die Nähe des Feind flug- zeuges zu bringen. Deshalb leuchtet ein, daß es ziemlich witzlos ist, mit einem Geschütz einen Feind vom Himmel holen zu wollen. Die Feuereinheit ist daher für schwere Flak grundsätzlich die Batterie zu vier Geschützen unter einheitlicher Leitung des Feuers. Und sie schickt mit den immer neu ermittelten Schußwerten nicht eine, sondern mehrere Gruppen hintereinander in schneller Folge ab. Man nennt das Feuerüberfall oder Dauerfeuer. Wer in der Nähe einer eingesetzten Flakbatterie wohnt, wird diese Beobachtung schon selbst gemacht haben, und wissen, warum das so sein muß. Es ist keine Munitionsverschwendung, sondern eine technische Notwendigkeit. Ich muß immer wieder betonen, daß das Flugzeug sich im Raume bewegt und dazu mit einer Geschwindigkeit, die um ein Vielfaches größer ist, als das schnellste Auto und das schnellste Kriegsschiff, und inan nie weih, wohin es im nächsten Augenblick weiterfliegt. Ist das Bekämpfen von Huftzielen schon bei Tage keine einfache Sache, so wachsen die Schwierigkeiten bei Dunkelheit, Nebel oder Wolken ganz erheblich. In klaren Nächten vermögen die Scheinwerfer einen gewissen Ausgleich zu schaffen, wenn es ihnen gelingt, ein Flugzeug rechtzeitig zu fassen und zu halten. Hier jedoch bringt die Wetterlage verständlicherweise starke Einschränkungen mit sich. Schon das ©^fangen des Flugzeuges in den Scheinwerferkegel ist nicht leicht. Das Auge versagt da bei der Dunkelheit völlig. Nur das Ohr kann die Anflugrichtung erkennen, und das ist sehr ungenau. Es wird unterstützt durch die Horchgeräte, die sowohl die Anflugrichtung als auch die Entfernung durch Anmessen der Schalloerzugs- 5eit ungefähr zu bestimmen vermögen. Bei völlig bedecktem Himmel — wenn also der Feind über den Wolken fliegt — find die Horchgeräte das einzige Hilfsmittel, mit dem die Flakwaffe den Abwehrkampf aufnehmen kann. Oft schon hat sie auch unter diesen besonders schwierigen Bedingungen schon Treffer erzielt. Verspricht auch diese Methode keine Aussicht auf Erfolg, dann greift man zum Sperrfeuer, das nichts anderes ist als ein planmäßig vorausberechneter Feuervorhang in einer begrenzten Ausdehnung. Man kann unmöglich den gesamten Luftraum über einer Fläche ununterbrochen so dicht mit detonierenden Flakgranaten erfüllen, daß ein feindlicher Bomber nicht durchzuschlüpfen vermag. Im Heimatgebiet gibt es unendlich viele Stellen, Stockholm, 10. Oft. (Europapreß.) Mittwochnachmittag bestätigte das britische Luftfahrtministe- vium, daß London auch in der Nacht zum Mittwoch, und zwar bis in die Morgenstunden des neuen Tages, einige sehr heftige Luftangriffe erlebte, lieber 100 Gebiete in ganz England wurden in der letzten Nacht bombardiert, wobei London, wie auch in den letzten Wochen, den schwersten Angriff erlebte. Das britische Luftfahrtministerium gibt zu, daß zahlreiche deutsche Bomber- und Jagdmaschinen über der Hauptstadt kreisten und sich geradezu ein Regen von Brand - und Sprengbomben über die Stadt ergoß. Zahlreiche Brände wurden hervorgerufen; bis in die Mittagsstunden des Mittwoch konnten noch nicht alle Brände- gelöscht werden, lieber den angerichteten Materialschaden liegen vorläufig nur sehr dürftige Angaben vor. So wird lediglich mitgeteilt, daß d i e Themsegegend wieder heftig bombardiert wurde, wobei Industrieanlagen in Milleidenschaft gezogen wurden. Auch der große Ex- und Jmporchafen Mittel- englands, Liverpool, erlebte in der Nacht zum Mittwoch zwei Angriffe. Abgesehen von den ununterbrochenen Bombenangriffen gegen London und mehr als fünfzehn verschiedene militärische Punkte in Südengland haben deutsche Jäger am Mittwoch erneut Sonder- attionen gegen die Ballonsperren von Dover eingeleitet und diese trotz heftiger Gegenwehr zu Ende geführt, wie aus vorliegenden Andeutungen des englischen Nachrichtendienstes hervorgeht. Die Tiefangriffe zahlreicher Maschinen gegen Flugplätze, Depots und dergl. dauerten noch in den späten Nachmittagstunden des Mittwochs an. Der englische Nachrichtendienst^, der zugeben muß, daß die deutschen Maschinen in steigendem Maße von ihren Maschinengewehren Gebrauch machten, be- ftätigt ebenfalls, daß bei den zahlreichen Tiefangriffen des Mittwochs jede englische Abwehr vergeblich war. „Stockholms Tidmngen" gerichtet, daß die deutschen Luftangriffe London in ein Chaos verwandeln und das Verkehrswesen völlig außer Ordnung bringen. Wenn es den Deutschen gelungen sei, schreibt der Korrespondent, London zu erreichen, so beginne das dramatische Schauspiel, indem die Maschinen in sausender Fahrt in die Tiefe stürzen, um ihre Ziele zu bombardieren. Die deutschen Maschinen gingen unter Ausnutzung der für die günstigen Witterungsverhältnisse und der die Flak behindernden schlechten Sicht zu Tiefangriffen über, wobei sie nicht nur London heftig bombardierten, sondern auch militärisch wichtige Punkte in den Grafschaften Sussex und Kent anflogen. 50 Deutsche Maschinen seien überraschend am Tage bis zur Stadt durchgebrochen. Auf diesen bisher längsten Tagesangriff sei bann der bisher längste Nachtangriff, der IIV2 Stunden gedauert habe, gefolgt. Auch der Londoner Berichterstatter des Madrider „ABC" findet, daß der deutsche Angriff auf London in der Nacht zum Dienstag der anhaltendste gewesen sei, und es in den ersten drei Stunden Bomben aller Kaliber nur so gehagelt habe. Obwohl London bereits am Dienstag» denen man gern Flakschutz gewähren möchte. Am besten wäre es natürlich, wenn man bei jeder Stadt und jedem Dorf, an jedem Bahnhof und an jeder Brücke, an jeder Schleuse und an jedem Kraftwerk eine Flakabteilung ausstellen könnte. Das geht nun leider nicht. Alles hat mal seine Grenzen. Wir können in Deutschland stolz darauf sein, daß diese Grenzen sehr weit gezogen sind. Unsere Flak ist nicht nur die stärkste, sondern auch die mit modernstem und bestem Gerät ausgestattete Abwehrwaffe der Welt. Bei Tag und Nacht, bei Regen und Sonne, im Sturm und in eisiger Wintersnacht sind Offizier und Mann auf chrem Posten. Tage, Wochen, ja Monate ist oft ihre Bereitschaft vergebens. Aber wenn der Feind kommt, und er kommt immer schnell und oft infolge der Wetterlage auch überraschend, dann sind sie bei den Geschützen und bereiten ihm einen heißen Empfang. Sie sind der stille, kaum in Erscheinung tretende, aber starke und immer bereite Schutz von Front und Heimat. morgen sieben Luftalarme hinter sich gehabt habe, seien plötzlich mehrere Stukas aus dem Himmel der-, ab geschossen. Dieser Angriff, der von 100 Maschinen durchgeführt wurde, sei der bisher heftigste bei Tageslicht gewesen. Eine amerikanische Meldung besagt: „Nazideutschlands Luftwaffe hat in der letzten Nacht auf Englands Hauptstadt losgehämmert in einem Angriff,1 der einer der stärksten war des ganzen Krieges. Bei dem Angriff, der sich über den ganzen Tag erstreckte, wurde jeder Teil von England mitgenommen. Schwere Bomben fielen auf das Herz von London nieder." Mit diesen Worten schildert der Amerikaner die Vergeltung für den brutalen Angriff auf Berliner Krankenhäuser, Wöchnerinnenheime und Kinderkliniken. In einer anderen amerikanischen Schilderung heißt es: „Bald nach Ende des Nachtalarms ertönte bereits der erste T a g e s a I a r m. Schwere Luftschlachten entwickelten sich über London, und Bomben fielen in Massen." „Es ist widersinnig, anzunehmen, daß die Bombardierung der JndustriegebiÄe nur unbeträchtlichen wirtschaftlichen und militärischen Schaden verursachte", erklärt der Londoner Korrespondent der argentinischen Zeitung „N a c i 0 n" in einer Schilderung der verheerenden Auswirkungen der deutschen Luftangriffe auf England. Allein schon der fast ständige Fliegeralarm bedeutet den Verlust von Hunderttausenden von Arbeitsstunden. Infolge der nervenzerrüttenden Schlaflosigkeit der Londoner Bevölkerung sei deren Arbeitskraft fühlbar geschwächt. Berücksichtigen müsse man auch, daß die englischen Fabrikzentren dicht bevölkert und auch auf engem Raum zusammengedrängt seien. Daher fei ja auch England viel verwundbarer als Deutschland. Der Korrespondent hat festgestellt, daß drei Küstenflugplätze als völlig unbrauchbar aufgegeben werden mußten. Die Abwehr der kraftvollen deutschen Angriffe bezeichnet er „für die übermüdeten britischen" Flieger" als eine geradezu übermenschliche Aufgabe. Was ein England-Reisender berichtet. Neuyork, 9. Oft. (Europapreß.) Ein aus England eingetroffener neutraler Reisender beftätigt, daß Liverpool und Glasgow besonders schwer gelitten haben. Ein Angriff auf Liverpool dauerte beispielsweise Tag und Nacht mit nur wenigen kurzen Pausen an. Auffallend erschien dem neutralen Beobachter die allgemeine Fremden- feindlichkeit in England, die sich besonders gegen die Franzosen richtete. Infolgedessen kam es bereits zu einer Meuterei unter den Truppen d e Gaulles, sodaß sich die englische Regierung veranlaßt sah, den Tagessold für diese französischen Soldaten von zwei auf sechs Schilling zu erhöhen. Mit den neuen Ereignissen in Aegypten hat sich die englische Oeffentlich- feit nach dem Bericht des Reisenden bereits abgefunden. Letzthin sind bedeutende Truppenver- ftärfungen nach Alexandria abgegangen. Auch halte man in London den Sieg der Hertzog-Partei in Südafrika, d.h. der ständig wachsenden Totengräber seines Volkes. jJon unterer Berliner Schristleitung. Als England uns den Krieg erklärte, sagte der jetzt in der Versenkung verschwundene Premiernum- fter Neville Chamberlain, ex rechne damit, daß der Krieg mindestens drei Jahre dauere. Sein Nachfolger, Churchill, hat am Dienstag im Unterhaus die durch die deutschen Vergeltungsangriffe hervorgerufenen Menschenverluste in London als unerheblich abgetan und offen erklärt: „Als roh' in den Krieg eintraten, erwarteten wir Verluste, bta sich auf 3000 Tote in einer einzigen Nacht belaufen würden und auf 12 000 Verwundete, und wir haben Anordnungen getroffen, daß die Krankenhäuser eine Viertelmillion Verwundete aufnehmen können". Churchill und die Plutokratensippe rechneten also bei Beginn des Krieges mit diesen Verlusten allein in London. Auf eine von Chamberlain angenommene Kriegsdauer von drei Jahren umgerechnet, macht das nach Churchills Angaben mindestens 3,2 Millionen Tote und über 13 Millionen Verletzte, zusammen also fast 17 Mill. Opfer! Nun hatte Groß-London nur etwas über 8 Millionen Einwohner, hie also nach Churchills Vorausberechnungen vollständig aufgerieben worden wären. England insgesamt zählte 46,5 Mill. Einwohner. Davon würden innerhalb dreier Jahre mehr als ein Drittel hinweggerafft. Damit hatte Churchill also gerechnet, ohne die Verluste an den eigentlichen Kampffronten in Betracht zu ziehen! Ein Drittel aller Engländer tot oder verkrüppelt, das war nach Churchills Plänen kein zu hoher Einsatz, um Deuffchland mit Krieg zu überziehen. Wir stellen diese Tatsache lediglich fest, um zu zeigen, wie irrsinnig und kaltschnäuzig Churchill zum Totengräber feiner eigenen Nation werden wollte, und mit welcher Unverschämcheit er sich selbst im Unterhaus demaskierte. In der medizinischen Wissenschaft kennt man wohl den Begriff des pathologischen Lügners. Man bezeichnet damit einen Menschen, der aus krankhaster Anlage hemmungslos drauflos lugt. Unter gewissen Voraussetzungen billigt man ihm infolgedessen aus eben dieser krankhaften Anlage zuweilen einen mildernden Umstand zu. Der Milderungsgrund eines pathologischen Lügens trifft auf einen moralisch so tief stehenden Charakter wie den Churchills nicht zu. Dazu fft dieser politische Gangster denn doch zu gerissen. Es gibt in dem an Lügen so überreichen Leben Churchills keine einzige, die er nicht mit voller Ueberlegung und im vollen Bewußffein ihrer Tragweite ausgesprochen hätte. Es hat infolge» dessen keinen Sinn, sich mit jeder einzelnen dieser schamlosen Lügen, Heucheleien, Verdrehungen, Beschönigungen in einer solchen Rede zu befassen, wie sie Churchill jetzt vor dem Unterhaus gehalten hat. Man kann sich mit ihm nicht auseinandersetzen, wenn er sich zu derart unverschämten Behauptungen versteigt, wie etwa, er sei niemals in seinem Leben so liebenswürdig aufgenommen worden, wie jetzt. Opposition gegen die Regierung Smuts, bereits für unvermeidlich. Als Beispiel für die Wirksamkeit der deutschen Blockade berichtete der Augenzeuge, daß er sich auf dem Dampfer „Volendam" befand, als dieser in einem Geleitzug torpediert wurde. Auch drei andere Schiffe aus diesem Geleitzug seien dabei versenkt worden. Später habe er sich auf dem Dampfer „Syri a" im Hafen von Liverpool befunden, als dieser torpediert worden sei. Das Schiff sei beschädigt worden und habe erhebliche Schlagseite erhalten. Neues britisches Piratenstück gegen französischen Dampfer. Genf, 9. Okt. (Europapreß.) Mit großer Entrüstung hat man in Vichy von einem neuen britischen Piratenstück gegen die Franzosen Kenntnis genommen. Es handelt sich um ein in der „Straße der Tränen" (Bab el Mandeb) zwischen Aden und Dschibuti verübtes Piratenstück gegen den französischen Dampfer „E s p e r a n c e", der Leben s mitte l für die französische Kolonie in Dschibuti an Bord hatte, die kaum noch über sechs Wochen Proviant verfügt. Dieser unglaubliche Kaperstreich der Briten wird in Frankreich mit um so größerer Enttüstung aufgenommen, als er den Engländern keinen militärischen Vorteil bringen und das Schiff mit seiner Ladung auch nicht die geringsten britischen militärischen Interessen gefährden konnte. Der Dampfer wurde von den Engländern nach Aden gebracht. London unter einem Regen von Brand- und Sprengbomben Dreimalige Begegnung. Von Alfred dichter. Die Aisne war überschritten. In dem waldigen Hügelland unweit der Vesle wurde biwakiert. Hauptmann Mesch, auf der Brust die Ordensspange aus dem Weltkrieg, hatte die Gesellschaft zweier junger Leutnants. Er zauberte eine Flasche Rotwein zutage. Sie wurde mit offenem Hallo begrüßt. Er schenkte ein und meinte so nebenhin: „In der zwo- ten Offensive anno 18 habe ich da drunten an der Vesle — morgen werden wir sie fließen sehen — in einem Nest, und es liegt auch diesmal in unserem Gefechtsstreifen, das Zivil in unserem vorgesehenen Quartier beim Abendessen betroffen. So überraschend waren wir eingedrungen. Es trieben sich noch letzte Engländer im Dorfe herum. Bis dahin war es für sie Etappe gewesen. Ich sehe die Familie noch sitzen: der Papa in Hemdsärmeln und mit Hingabe Spargel mit Schinken —" „Oh!" machten die Leutnants. „Ja", lächelte der Hauptmann, „oh, das habe ich damals auch gesagt. Und die Mama, eine sehr dicke Person, lud mich gleich 3um Mittafeln ein." „Ob wir dieses Glück morgen auch haben?" meinte der eine Leutnant. „Sie können sich beruhigen", schmunzelte der Hauptmann, „auch ich bekam damals nichts ab. Ich hatte keine Zeit, ich hatte den Auftrag, das Dorf von den Resten der Engländer zu säubern. Wahrhaftig fand ich im Oberstock des geräumigen Hauses, in dem man unten in der großen Küche Schinken und Spargel schmauste, auf einem saalartig großen Korridor, der voller Riesenschränke stand, zwei Dommies beim Wäscheausräumen oder Wäscheeinräumen, wie man’s nimmt. Sie stopften sich nämlich ihre Schnappsäcke damit voll. Nun, ich lochte die beiden Kerls ein, die Mama bekam die Wäsche zurück und sprudelte von Dank über. Und nun bekam ich doch noch meine Erfrischung. Der Papa stieg in seinen Weinkeller hinab, der Eingang lag im Hofe, ich sehe das noch alles vor mir. Er stieg hinab, der edle Mann, und holte eine dicke Pulle Sekt —" „Zur Entschuldigung des Mannes ist zu sagen", fuhr der Hauptmann fort, ,Haß er Weinhändier von Beruf war. Von mir wollte er aber für die Flasche Sekt kein Geld nehmen. Ich ließ mir aber von ihm nichts schenken und berappte. Er blickte die Zechinen an, seufzte und sagte: ,Sie sind unser Gegner und zahlen? Die Engländer, unsere Freunde, lagen hier Jahr um Jahr im Quartier, tranken immer und zahlten nie.’" Die Leutnants lachten hell heraus. „.Haben Sie vor mir schon mal einen Deutschen gesehen?' fragte ich den Franzmann", erzählte der Hauptmann weiter. ,Mais öui, oui: 1914!’ — ,So, so, 1914. Und wie waren die?' — Da legte der Mann die Hand auf die Brust und sagte voller Hochachtung: ,Poli comme vous: Höflich wie Sie.'" Ich habe dann am Abend, als wir endlich ruhige Minuten hatten und aus eigener Küche geatzt waren, die Enkelkinder des Weinhändlers — fein Schwiegersohn, Vater der Kinder, war kurz zuvor gefallen — an den Händen genommen und mir von ihnen in ihrem Garten ihre Kaninchen zeigen lassen. Die Oma hat uns ganz gerührt nachgeschaut. Die Kinder blickten verwundert zu mir auf. Wer weiß, welche Vorstellung von einem boche und Hunnen man ihnen eingeimpft hatte. So, meine Herren, und nun, schlage ich vor, schlafen wir noch ein paar kurze Stündchen. Morgen früh geht es zeitig weiter." Am nächsten Morgen wurde nach kurzem Marsch der letzte Höhenzug oberhalb der Vesle erreicht. Der Hauptmann lieh halten und schickte eine Streife hinab ins Dorf. Der eine der beiden Leutnants führte sie. Droben am Hang lag der Hauptmann hinter einer Hecke, neben sich Den anderen Leutnant, das Glas vor den Augen. Er war ein bißchen in die Wolle gekommen. Das machte die Erinnerung. Denn das Weinhändlershaus war das nächste vor ihnen, hart am Hügel. Man sah genau aufs Dach. „Das Gebäude scheint noch intakt zu sein", sprach der Hauptmann, weiter beobachtend, „ich erkenne sogar den Schuppen wieder, in dem damals die Karnickel waren." „Vielleicht", sprach der Leutnant, „fft der alte Sekthändler noch am Leben." Der Streifenfuhrer kam zurück und meldete bas Dorf frei vom Feinde. Aber es sähe da drunten schauderhaft aus, sehr schreckliche Unordnung —! Der Hauptmann führte eine Kompanie hinab und betrat als erster sein Quartier von anno 18. Wieder ging er schnurstracks auf die Küche zu. Aber wie sah es diesmal darin aus! Töpfe und Kasserollen waren durcheinandergewirbelt, Speisereste lagen umher, Wein und Milch waren verschüttet und rannen trübselig ineinander, Schrank und Truhe waren erbrochen und durchwühlt, und in einer Ecke kauerte vor sich hinjammernd ein Greis. Die Augen hielt er mit den Händen bedeckt. Der Hauptmann trat an ihn heran und legte ihm die Hand auf die Schulter: wahrhaftig, sogleich erkannte er ihn wieder, es war der Weinhändler. Aber wie sah er aus! Das eine Auge war blau geschlagen. Das H-md war zerrissen. Er starrte zu dem stattlichen deutschen Offizier empor. Kein Wiedererkennen. Aber in einem war er sich gleich geblieben. Wortlos nahm er den Schlüsselbund aus dem Versteck, dem Uhrgehäuse an der Wand, und schlurfte auf den Hof hinaus nach dem Keller. „Was haben Sie vor?" fragte ihn der Hauptmann mechanisch. „Ich will eine Flasche Sekt holen. Sie haben mich von meinen Peinigern befreit, Herr Offizier." Da konnte der Hauptmann nicht anders, er fragte: „Bin ich der erste Deutsche, mit dem Sie sprechen, ober waren schon welche vor mir hier?" „Mais oui, 1914 und 18," erwiderte schier verwundert der Franzose. — „Und wie waren die?" Der Alte legte die Hand auf die Brust — genau wie damals — und sagte achtungsvoll: „Poli comme vous.” „Wir trinken also richtig wieder feinen Sekt", sagte am Abend der Hauptmann zu seinen beiden Leutnants, „wieder seinen bezahlten Sekt, selbst» verständlich. Er hat Pech, her arme Kerl. Das vorige Mal waren seine Peiniger immerhin Landfremde: seine englischen Bundesgenossen. Diesmal aber waren es seine eigenen Landsleute, marodierende Flüchtlinge. Und die boches mußten kommen und ihn von beiden befreien. Ich erkannte ihn sofort, er mich aber nicht. Und ich ließ es habet bewenden. Ich mochte ihn angesichts feiner zweiten Blamage, nicht auch noch an feine erste erinnern. Denn Bundesgenossen und Landsleute, die offen plündern — ja, das verstehen wir nicht, wir sind ja boches und Hunnen." Oer Gründer von Bethel. Die Ahnen des Gründers von Bethel lasten sich in Hessen noch weiter zurückverfolaen, als in ulr. 230 des „Gießener Anzeigers" mitgeteilt worden ist. Der dort genannte Superintendent Dr. Friedrich Simon war der Sohn des im Jahre 1771 in Echzell geborenen Pfarrers von Ober- Breitenbach Johannes Simon, besten Vater ber Echzeller Weber Johann Heinrich Simon und dessen Vater der 1697 in Groh-Eichen geborene Weber Johannes Simon, der sich «im Jahre 1722 nach Echzell verheiratete. Seine Frau, Florentine Wilhelmine Marie Willbring, war die Tochter des Echzeller Oberförsters Eustachius Willbring. Letzterer war verheiratet mit Amöna Elisabetha Dorochea Eberhard. Den Namen Eberhard hatte sie wohl aber erst bei ihrer frühestens im 14. Lebensjahre zu Rödelheim erfolgten Taufe erhalten. Sie war nämlich eine Türkin. Eustachius Willbring hatte sie aus Belgrad mitgebracht. In dem Aufsatz „Verlust deutschen Blutes" in „Heimat im Bild" 1935 Nr. 36 ist darüber berichtet worden. Zeitschriften. — Das neue „Inselschiff" (eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlages zu Leipzig; Herbst 1940) wird mit Reinhard Buchwalds Vorwort zum neuen dreibändigen Volks-Schiller eröffnet; das Geleitwort wird ergänzt durch einige Parabeln und Rätsel, und, als Probe aus dem zweiten Bande der Ausgabe, die vermutlich wenig bekannte Schilderung der Schlacht bei Lützen. Ein nachdenklicher Aufsatz Reinhold Schneiders, „Vom täglichen Leben in der Geschichte", schließt sich an. Einen sehr sachkundig informierenden, in gewissem Sinne aktuellen Beitrag' liefert der bekannte Kunsthistoriker Karl Scheffler mit einer Beschreibung der holländischen Stadtlandschaft. Vom übrigen Inhalt des vorzüglich ausgestatteten, mit zwei Reproduktionen geschmückten Heftes seien die Rheingedichte des Görres-Preisträgers Ernst Bertram, eine Szene aus Hans Jüngste Helena- Drama, Briefe der Droste, ein Probe aus Anton Coolens neuem Roman „Das Wirtshaus zur Zwietracht" und ein kulturhistorisch aufschlußreicher Abschnitt aus ber Limburger Chronik im alten Wortlaut genannt Tokio zur Wiedereröffnung der Vurmaffraße. L NUS mrvur MIT U-MUNDSTÜCK ttiSMEü-) »S.99S^»wS^^^»»^>^^^S»9-3<1€Sei€6C-6e§6ee,e6e6®6e65e6e'e'e6eSe'e‘ee€'666e Illi Gards OREMAPiee* 1910 '„H Tomer itani*%n nistzen Streitkräfte hatten in der Margendämme- 91 ’Äen mXmu6 ™n eine Offensive gegen die Tfchungking-Truppen Burma aus einer Eisen- eröffnet Be r H n, 9. Oft (DRV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: Oberstleutnant Rome h l, Oberleutnant Jabs und Leutnant S p r i ck. Oberstleutnant R 0 w e h l hat die Durchführung der Großraum-Bilderkundung auf sämtlichen Kriegsschauplätzen in unermüdlichem Schaffen, mit höchstem organisatorischem Geschick vorbereitet und geleitet. Er hat durch seine vorbildliche Arbeit die Grundlagen für das Gelingen aller bisherigen Operationen gegeben. Durch die Auszeichnung werden auch die überragenden Leistungen der von ihm geführten fliegenden Besatzungen gewürdigt. — Oberleutnant Jabs hat seinen 17., Leutnant Sprick seinen 20. Luftsieg errungen. Beide Flieger- ofsiziere haben als tapfere Jagdflieger in schweren Luftkämpfen die sich oft hartnäckig wehrenden Gegner zum Absturz gebracht.* Oberstleutnant R 0 w e h l wurde 1894 zu Barschlüte in Oldenburg als Sohn eines Landwirtes geboren. Nach Besuch der Dorfschule war er auf dem Realgymnasium Vegesack, gehörte von 1909 bis 1913 zur Handelsmarine und besuchte von 1913 Der Bombenabwurf auf die Brennstofflager von Calafrana hat, wie die Agentur Stefans ergänzend mitteilt r i e s i g e B r ä n d e zur Folge gehabt, ine die italienischen Flieger bei ihrem Rückflug noch aus viele Kilometer weiter Entfernung sehen konnten. Durch die auf die Torpedowerkstätten abgeworfenen CÜLDENRING darf dewnocf) als eine derfort- scfjr'ittCicf) sten. Zigaretten geCten; erst in jüngster Zeit (jat sie wiederum eine (Verbesserung erfahren'. Zdjr neuartiges VMUNDSTÜCK schützt nämticfy wirksam die Zippen des Rauchers und bewahrt den Sabak. vor Qurcfjfeucfjtung-, da es aber unsichtbar ist, fjat die GÜLDENRING trotzdem audj den Charakter einer mundstüddosen Zigarette. meinsamen env Front gegen Japans..»-,-,— - Die Burma-Straße, die tn Burma aus einer Eisen- Torpedolager auf Malta angegriffen. Der italienische Wehrmachtsbericht. Rom. 9. Oft (DRV.) Der italienische Wehr- machlsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Unsere Luftstreitträfte haben auf Malta das Torpedolager von Valletta und Brennstofflager von Calafrana angegriffen. Im Verlaufe eines Luftkampfes zwischen unseren Flugzeugen und feindlichen Jagern wurde ein feindliches Flugzeug brennend abgeschossen. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt In Nordafrika Tätigkeit motorisierter Kolonnen. Unsere Kampfflugzeuge haben eine motorisierte feindliche Abteilung bei Vir Kamsa (70 Kilometer südlich von Sidi el Varanl) verdrängt und mit Maschinengewehren beschossen, wobei drei Panzerwagen außer Gefecht gesetzt wurden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt Feindliche Luftangriffe auf Tobruk und Barbla haben weder Verluste noch Schaden verursacht. In O st a f r i k a haben unsere Patrouillen an der erylraischen Grenze sudanesische Kavallerleformatio- nen in die Flucht geschlagen. Der im Roten Meer bereits bombardierte feindliche Geleitzug ist von einer unserer Flugfor- mationen neuerdings erreicht und bombardiert worden. Ein getroffener Dampfer hat den Geleitzug verlassen und sich mit verringerter Geschwindigkeit in Richtung der südägyptischen Küste begeben. chon vor dem Weltkrieg war GÜLDEN RING,als eine der ersten QUarten, die HAUS NEUERBURG fycrausbrachte,im Handel erhältlich.Lie hat den. 2Ded)|el dreier Jahrzehnte überdauert und steh bis heute ihren Kuf bewahrt. Diese Beständigkeit ist wohl der beste Beweis für die hervorragende Süte gerade dieser Zigarette. ..auch ihr hilft Nivea die Haut wirksam zu schützen. Mit Nivea gepflegte Haut bleibt glatt und geschmeidig. !,To9fio Asahi Schimbun" kennzeichnet die Oeff- nunq der Burmastraße als „e n g l i s ch-a m e r 1 - kaiiische Offensive" gegen Japan unb als „erft en Schuß gegen den Dreierpakt. Da Japans unveränderlicher Kurs bereits bei der Unterzeichnung des Dreierpaktes festgelegt worden sei, könne in der britischen Maßnahme nichts Besonderes gefunden werden. Japan werde unbeirrt seinen Weg gehen. Auch die dem Außenamt nabe* stehende ,Lapan Times" betont, daß der. englische Schritt als unmißverständliches Zeichen einer g e - Padua, 9. Oft. (DNB.) Die HJ.-Abordnung, die an dem großen italienischen Jugendaufmarsch teilnehmen wird, traf in Padua ein. Im verdunkelten Padua waren Bahnhof und Anmarschstraßen dicht, gefüllt mit einer begeisterten Menge, die trotz der Dunkelheit die 250 Mann starke Marschgruppe mit Jubel empfing. Mit besonderen Ehren werden die HJ.-Führer, die das Eiserne Kreuz tragen, von der Bomben schweren Kalibers wurden V 0 l l t r e ff er auf Hallen, Depots und Montagewerkstätten erzielt, wodurch riesige Zerstörungen und Brände verursacht wurden. Die italienischen Bomber wurden auf dem Heimflug von einigen feindlichen Jägern aus größter W angegriffen. Die Maschinengewehrschutzen an Bord der italienischen Bomber hatten mit den englischen Jagern einen harten Strauß zu bestehen. Ein englischer Jäger stürzte bald nach Beginn des Luftkampfes brennend ab. Kurz darauf wurde bann em italienisches Bombenflugzeug, bas von feiner Besatzung tobesmutig gegen brei gleichzeitig angreifenbe feindliche Jäger bis zum Aeußersten verteidigt wurde, schwer getroffen unb abgeschossen. Begeisterte Aufnahme der Hitler-Jugend in Padua. bis 1914 die Seefahrtsschule in Bremen. Am 3. August 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger bei der Kriegsmarine ein, war an Bord der „Westfalen und der „Ostfriesland", gehörte von 1916 zur II. Seefliegerabteilung Wilhelmshaven unb später zur Seeflugstatton Helgolanb. Nach Ausbilbung als Bombenschütze, als Torpebo- und Minenflieger kam er 1917 zu einer Sonderstaffel nach Zeebrügge, nahm an dem Oefelunternehmen teil und gehörte 1918 zur Fernaufklörungsstaffel des Marinekorps in Flandern. August 1918 war er Lehrer für Beobachter an der Seefliegerschule in Putzig. Nach dem Weltkrieg gehörte er zur Seeflugzeug-Verkehrs- abteilung Norderney und war als Zivilangestellter der Kriegsmarine Leiter der Bildstelle in Kiel. 1934 trat er in die Dienste des Reichsluftfahrtministeriums, war Leiter der Staatsbttdstelle des Luftkreises VI und wurde am 1. März 1935 als Hauptmann wieder angestellt. 1936 wurde er Major, 1938 Oberstleutnant. . Oberleutnant Jabs wurde 1917 zu Lübeck als Sohn eines Oberinspektors geboren. Er besuchte bas Johanneurn und trat 1936 als Fahnenjunker bei ber Luftwaffe ein, wurde 1937 Fähnrich, erhielt feine Ausbildung als Flugzeugführer, wurde 1938 tn ein Jagdgeschwader versetzt, zum Leutnant befördert und in ein Zerstörungsgeschwader versetzt. — Leutnant Sprick ist 1917 zu Biemsen m Lippe als Sohn eines Bauern geboren. Er besuchte die Oberrealschule in Herford unb trat 1936 als Fahnenjunker bei ber Luftwaffe ein, erhielt ferne fliegerische Ausbildung, würbe 1937 Fähnrich und 1938 Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader. HaüpNchriflleiler: Dr. Friedrich WUHeim Lange. Stellvertreter bei Hauptlchristleilers: Ernst Blumschein. Verantwortlich sür Politst und ÖÜber: Dr. Fr. W. Lange: für dqS Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot; für Stadt Gießen, Provin?, Wirticha,: u. Sport: Ernst Btumfchein. Druck unb Verlag Brühlsche Untveriitalsbmckeret R. Lange K. G. BerlagSletter: Dr..Fng. Erich Hamann Anzeigenieiter Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An, eigen: TveodorKümmel Pl.Nr.6. bahnlinie und auf chinesischem Gebiet aus emer Autostraße bestehe, könne einen beschrankten Transport bis zu 10 000 Tonnen monatlich durchführen, alls täglich 100 Lastkraftwagen eingesetzt werden. Mchi Nichi" hebt hervor, daß die japanische Re- rierunq nicht d i e Absicht habe, über die Frage jer Burma-Straße weiter zu verhandeln, es werde aber die kommenden Ereignisse mit größter Aufmerksamkeit verfolgen. Sollte der Mumtions- verkehr auf der Burma-Straße nach China wieder aufgenommen werden, so sei.mit wirkungsvollen Gegenmaßnahmen Japans zu rechnen. Domei teilt mit, daß Japan auf die britische Note wegen der Wiedereröffnung der Burma- Straße keine formelle Antwort erteilen werde. , _ _ ZapanhalVorraianEisenulidOel Tokio, 9.Okt. (DNB.) In einer Rede vor japanischen Gouverneuren stellte ber Präsident des Planungsamtes, Hoshino, fest, Japan habe tn der Vergangenheit bereits systematisch wichtige Materialien einschließlich des Kriegsmaterials auf Vorrat angesammelt, um einem möglichen Abbruch ber Handelsbeziehungen mit den USA., irfit England unb dessen Ueberseebesitzungen begegnen zu können. Für die Eisen- unb Stahlerzeugung gebe es genügenb Rohmaterialien in Japan, Manbschukuo unb China, so baß kein Anlaß zur Beunruhigung sei. Was O el anbetreffe, Jo Jabe bie Regierung alles unternommen, um die Lieferungen sicherzuftellen. Auch die Privatwirtschaft werbe bie Mengen erhalten, die sie unbedingt benötige. Allerdings fei die strengste Kontrolle für Verteilung unb Verbrauch erforderlich. Oel für bie Kriegsverforgung fei sichergeftellt, so daß gegenwärtig keinerlei Störungen zu befurchten seien. Japanischer Vormarsch bei Hangtschau Schanghai. 9.Ott. (DNB.) Sinan ein wich- tiges Zentrum in der Provinz Tscheklang, 50 Kilometer westlich von Hangtschau, wurde von japanischen Truppen besetzt. Die iapa- - - -■ "fte hatten in ber Morgenbamme- Bevölkerung ausgezeichnet. Nach ber Kranzniederlegung am Ehrenmal in Gegenwart von Stabschef Bodini wurde die deutsche Marschgruppe von einer begeisterten Menschenmenge durch die Straßen geleitet. Ein Groß-Aniwerpen. Brüssel, 9. Oft. (Europaprsß.) Nachdem in diesen Tagen bie Zusammenfassung der nahebei Lüttich gelegenen Gemeinben mit bem Stadtkern zu einem Groß-Lüttich beschlossen wurde, steht bie Schaffung eines Groß-Antwerpens unmittelbar bevor. 17 Gemeinden werden künftig zu einer Großgemeinde zusammen gefaßt. Diese Zu- feummenfaffung war schon seit Jahren diskutiert worden, ohne daß sich eine Einigung zwischen den verschiedenen politischen Parteien und sonstigen einflußreichen Gruppen hätte erzielen lassen. Die Notwendigkeit einer Zusammenfassung ergab sich letzt jedoch schon aus der finanziellen Lage der einzelnen Gemeinden. Durch bie Verlegung bes Wohnsitzes ber wohlhabenden Kreise in die Vororte war die Stadt Antwerpen ihrer besten Steuerzahler beraubt worden. Der Hauptbahnhof soll verlegt werden. Ferner ist bie Anlegung von Schnellbahnen zwischen den Vororten unb bem ©tabtinnern geplant, wobei ber alte Fortgürtel Verwendung finden soll. Tokio, 9. Okt. (Europapreß.) Die von ber britischen Regierung angekündiyte Wiedereröffnung ber Burma-Straße für Kriegslieferungen nach China hat in Japan nicht überrascht. „Jomiuri Schimbun" chreibt, die Deffnung sei gleichbedeutend mit einer Einmischung in'ben C h i n a k o n f l i k t. Sie sei eine Herausforberung gegenüber Japan, bas bemüht sei, einen fernöstlichen befriebeten Lebensraum zu schaffen. Seit Ausbruch bes europäischen Krieges stammten bie über die Burmastraße an Tschungking gelieferten Kriegsmateralien hauptsächlich aus USA. Deshalb auch bjabe USA. Eng- lanb wegen ber Wiedereröffnung ber Straße unter Druck gesetzt. England andererseits sei von Anfang an unehrlich gewesen und habe schon vor Jahres- frift die Schließung des Lieferweges über Honkong zugesagt, während tatsächlich noch heute über Hongkong Lieferungen nach Tschungking gehen. „Pomi- uri Schimbun" schreibt weiter: „fionbon muh wissen, baß ber militärische Wert ber Burma-Straße burch bie Anwesenheit ber japanischen Truppen m Indochina weitgehend herabgerninbert ist. Auch sur Englanb ist die Burma-Straße, verglichen mit ber Aufgabe, das Mutterland gegen bie unablässigen Deutschen Angriffe zu halten, ein untergeordnetes Problem." Die Zeitung stellt bann fest, daß die englischen Versuche, Japans Ostasienpolittk zu blockieren, zu weiteren Schädigungen der englischen Interessen selbst führen werden. Japan selbst suche keine Konflikte mit anderen Mächten, müsse aber Provokationen abwehren, und im Notfälle werde es auch das Schwert zur Selbstoertei- menn er die Zerstörungen in London besichtige. Jedes Land hat die Regierung, die es verdient, pflegt man zu sagen. England hat zehnfach einen Chur- will verdient, ber seinem Lanbe jetzt vorlügt, bie Gesamtheit werbe bie Schöben des einzelnen übernehmen — unb bies in einem Lande, in bem bie Solbatenfrauen vielfach nicht einmal bie Hungerpfennige an Unterstützung bekommen, die ihnen bie bislang zweitreichste Macht ber Erbe widerwillig genug zugestanden hat. Nur mit einem einzigen Beispiel ber Churchill- schen Lügensystematik wollen wir uns befassen, weil es ungemein charakteristisch für ihn selbst, für bie von ihm geleitete Regierung unb für bie englische Verlogenheit überhaupt ist. Er behauptet, die „Invasion" sei noch nicht in England gewesen, „wett bie britischen Jäger am 15 August, 15. September unb 27. September große Siege über bie Deutschen errungen haben". Wir schlagen bie deutschen Wehrmachtsberichte nach und stellen fest: Am 15. August verlor bie britische Luftwaffe mindestens 143 Flugzeuge unb 21 Sperrballone, am 15. September 79 Flugzeuge, am 27. September 101 Flugzeuge! Es sind also die Tage gerade der schwer st en englischen Niederlagen in ber Lust, bie ber britische Premier bem Parlament unb dem Volke als bie größten englischen Siege in ber Lust barstellt. Eine Rebe bieses Charakters aber nennt das amtliche englische Reuter-Büro eine Rede voll „Fröhlichkeit und Vertrauen" — wie muß es in einem Lande ausseh en, dessen Regierungschef inmitten eines stimmungs- mäßigen Aufputfchungsfeldzuges zu fo schmierigen Mitteln greifen muß, nachdem er eben erst eine Kabinettskrise mit schwerem Presttgeverlust überstanden hat. MUMM Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Hauptmann Wick, Kommandeur einer Jagdgruppe, das ihm aus Anlaß seines 40. Luftsieges als viertem Offizier der Wehrmacht verliehene Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes persönlich überreicht. * Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsmimsters für Volksaufklärung und Propaganda , und des Reichspressechefs die Abteilungsleiter in der Presseabteilung der Reichsregierung den Leiter der Abteilung Auslandspresse, Ministerialrat Professor Dr. Karl B ö m e r, und den Leiter der Abteilung Deutsche Presse, Ministerialrat Hans Fritzsche zu Ministerialdirigenten im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda befördert. * Der Führer hat den Reichsstatthalter Gauleiter Albert Forster in Anerkennung seiner militärischen Verdienste und seines persönlichen Einsatzes bei den Kämpfen um Danzig im September 1939 das Kriegsverdien ft kreuz I. Klaffe mit Schwertern verliehen. * Reichsleiter Dr. Ley besuchte die Baustelle des großen „Kraft-durch-Freude"-Seebades, das für 20 000 ^Schaffende auf Rügen errichtet wird. In einem mehrstündigen Rundgang besichtigte Dr. Ley den weit fortgeschrittenen Bau und besprach dabei mit den Bauleitern und Architekten zahlreiche Einzelheiten der Ausgestaltung. Einen sich anschließenden zweitägigen Aufenthalt in Stettin benutzte Dr. Ley zu Betriebsbesichtigungen * Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste hat eine Anordnung über den Vertrieb minderwertiger Kunsterzeugnisse erlassen. Der Reichsbeauftragte für künstlerische Form- gebuna Professor Schweitzer ist mit der Leitung des Ausschusses beauftragt worden, dem die Begutachtung aller Kunsterzeugnisse unterliegt, soweit sie unter die Anorgnung fallen. Damit wird einem seit langem in der Künstlerschast bestehenden Bedürfnis Rechnung getragen. * In Anwesenheit zahlreicher Vertreter von Partei und Wehrmacht des Generalgouvernements eröffnete Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank am Mittwoch in Radom die erste Messeveranstaltung im Generalgouvernement. ♦ Prinzessin Mafald a von Hessen, die Gattin des Oberpräsidenten von Hessen-Nassau Prinz Philipp von Hessen, ist in Rom von einer Tochter entbunden worden. Prinzessin Mafalda von Hessen ist die zweite Tochter des italienischen Königspaares. * Auf Einladung des Reichswirtschaftsministers und Präsidenten der Deutschen Reichsbank, Walter Funk, wird der italienische Handelsminister Riccardi am Freitag zu einem mehrtägigen Deutschlandbesuch in Berlin eintreffen. Marschall de Bono wird dem Caudillo in Madrid den ihm vom König und Kaiser verliehenen Annunziatenorden überbringen. Marschall de Bono wird von einer Sondermission begleitet, der auch der Generaldirektor des Ministeriums für Italienisch-Afrika angehören wird. * Der Duce nahm in der Nähe von Görz die Parade über das XI. Armeekorps ab. Gegen Mittag traf der Duce in der Nähe von Lipizza ein, um zusammen mit dem Kronprinzen und dessen General- staü dem Manöver eines Infanterie-Bataillons beizuwahnen, das die Eroberung stark befestigter Stellungen zur Aufgabe hatte. In Rom gab der Reichsmusikzug des Reichsarbeitsdienstes unter Leitung von Herms Niel, bei schönem Wetter, im Pinciopark ein Platzkonzert, das sowohl bei den deutschen als auch den zahlreichen italienischen Besuchern starken Beifall fand. Das finnisch-russische Abkommen über die Entmilitarisierung und Nichtbefestigung der Alands-Inseln wurde vom Finnischen Reichstag einstimmig angenommen. Außenminister Wit- ting erklärte, daß das Abkommen im Einvernehmen mit der finnischen Friedenspolitik sowie der innerhalb der neuen Grenzen vor sich gehenden Aufbaupolitik stehe. lager Stoffe, Futterstoffe, Schuhe usw. bei mehreren Hehlern sicherzustellen. Vier weitere Personen wurden in Haft genommen. Es besteht der dringende Verdacht, daß der Täter noch mehr und sehr umfangreiche Diebstähle begangen und das Diebesgut an Bekannte und Freunde ab- gefetzt hat. Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für Ladendiebin. LPD. Mainz, 9. Okt. Die 45jährige Ehefrau Helene Christine Thomas ist eine unverbesserliche Ladendiebin. Nachdem sie schon 13 einschlägige Vorstrafen verbüßt hat, stahl sie im April in einem Mainzer Warenhaus Schürzen und eine Handtasche. Die 2. Strafkammer verurteilte sie zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust und ordnete Sicherungsverwahrung an. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Kolonialwarenladen. Zur Errichtung eines Kolonialwarenladens ist eine Genehmigung nach den Vorschriften des Einzelhandelsschutzgesetzes erforderlich. Diese Genehmigung müssen Sie bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Landratsamt beantragen. Im Kreise Gießen ist der Antrag also bei dem Landratsamt in Gießen vorzubringen. D. S. Ihr Nachbar durfte mit der Erhöhung des Bodens seines Grundstücks bis an die Grenze Herangehen. Eine Bestimmung, daß er in einem Fall, wie dem von Ihnen geschilderten, in einem gewissen Abstand von der Grenze bleiben mußte, kennt das Gesetz nicht. Ebenso dürfen Sie natürlich auch auf Ihrem Grundstück bis an die Grenze Herangehen, wenn Sie auf diesem eine Mauer errichten. Da die Mauer dann ausschließlich den Interessen Ihres Grundstückes dient und ausschließlich zu diesem gehört, müßten Sie auch die Kosten für die Errichtung tragen. Dg aber Sie und Ihr Nachbar an einer massiven Abgrenzung der beiderseitigen Grundstücke interessiert sind, ist es vielleicht möglich, daß Sie mit Ihrem Nachbarn zu einer Einigung dahin kommen, daß die Mauer auf der Grenzlinie selbst errichtet wird und daß die Kosten der Errichtung von Ihnen und Ihrem Nachbarn gemeinsam getragen werden. Eine Verpflichtung für Sie, eine Mauer errichten zu müssen, besteht nicht, wenigstens gibt Ihre Darstellung keinen Anhaltspunkt hierfür. Ein Schadensersatzanspruch Ihrerseits bezüglich der Beschädigung des Zauns könnte nur dann von Ihnen mit Aussicht auf Erfolg geltend gemacht werden, wenn Sie nachweisen könnten, daß diese vorsätzlich oder fahrlässig von Ihrem Nachbarn verschuldet worden ist. Dieser Nachweis dürfte von Ihnen nach Läge der Dinge kaum zu führen sein. Aus Oer engeren Heimat. Verwechslung gleichnamiger Postorte. Bei vielen Postämtern gehen immer noch häufig Postsendungen ein, die nach gleichnamigen Orten in anderen Provinzen oder Gauen bestimmt sind. Die Fehlleitungen, durch die die Sendungen erhebliche Verzögerungen erleiden, sind in erster Linie darauf zurückzuführen, daß die Absender die Bestimmungsorte nicht richtig bezeichnen. Vereinzelt kommen auch Orte im Elsaß, in Oberschlesien und Westpreußen in Betracht, die noch nicht im Ortsverzeichnis für das Deutsche Reich enthalten sind. — Es liegt im Vorteil der Absender, auf die vollständige Bezeichnung solcher Orte und auf die richtige Schreibweise des Namens dieser Orte und ihrer zusätzlichen Bezeichnung zu achten, wie z. B. des Namens der Orte Mühlhausen (Thür.), aber Mülhausen (Elf.), Straßburg (Els.), Straßburg (Kärnten), Straßburg (Oder), aber Strasburg (Uckermark) und Strasburg (Westpr.); ferner Bielitz über Lamsdorf (Oberschl.), aber Bielitz (Oberschl.) — Kreisstadt in Oberschlesien. — Werden Sendungen mit ungenügender Ortsangabe durch den Briefkasten aufgeliefert, so werden sie pastseitig mit einem Vermerk oder Klebezettel „Angabe des Bestimmungsortes ungenügend; ist Mühlhausen (Thür.) oder Mülhausen (Els.) usw. gemeint?" versehen und zurückgegeben, wenn die Zweifel nicht ohne weiteres geklärt werden können. Dadurch wird die Uebermittlung der Sendungen verzögert. Die Abblendung der Taschenlampen. Heber die Abblendung der Taschenlampen herrscht vielfach noch keine Klarheit. Es wird daher auf folgendes hingewiesen: Die Abblendung der elektrischen Hand- und Taschenlampen kann erfolgen: 1. Durch eingebaute Abblendeeinrichtungen (Abschirmung, lichtdämpfender Filter; 2. behelfsmäßig durch Einlegen von Zeitungspapier zwischen Glühbirne und Scheinwerferlicht. Für die behelfsmäßige Mblendung reichen bei den üblichen Taschenlampen Mei Lagen Zeitungspapier aus. Bei lichtstärkeren Handlampen sind entsprechend mehr Lagen erforderlich. Farbige Lichtwirkungen sind unzulässig; die zur Zeit in oen Handel kommenden Lampen mit einer Vorrichtung zum Vorschalten farbiger Scheiben aus Glas, Zelluloid oder einem ähnlichen Stoff sind daher auf der Straße verboten. Ganz abgesehen von der Art und Weise, in der die Taschenlampe verdunkelt ist (Abschirmung, lichtdämpfender Filter, eingelegtes Zeitungspapier lichtundurchlässiges Papier mit eingeschnittenem Schlitz usw.) ist bei der Handhabung der Taschenlampe stets darauf zu achten, daß ihr abge - blendeter Lichtschein nicht nach oben dringt und andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Die Taschenlampe muß also stets so gehalten werden, daß die Lichtöffnung annähernd senkrecht nach unten gerichtet i st, so daß der austretende, abgeblendete Lichtschein nur eine ganz kleine Strecke vor die Füße derjenigen Person fällt, die die Taschenlampe führt. Dadurch können auch die übrigen Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Ein ganzes Lager Stoffe zusammenaestohlen. LPD. Frankfurt a. M., 9. Okt. Vor einiger Zeit wurde von der Kriminalpolizei ein bei der Reichsbahn beschäftigter Güterbodenarbeiter wegen mehrerer K o l l i d i e b st ä h l e festgenommen. Der Täter wurde wegen dieser Straftaten bereits rechtskräftig verurteilt. Im Laufe der weiteren Ermittlungen wurde festgestellt, daß der Bestrafte weit mehr Diebstähle, wie zugegeben, ausgeführt hat. Inzwischen ist es gelungen, ein ganze s WarenGießen-Wieseck, den 10. Oktober 1940. 4531 D Soatbeizmillel Trockenbeizen Sdiladitautos empfiehlt 4520A J-B GIESSE OSWALD SGARTIN CIWOU5/U Hans Stuwe Theo Lingen Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von! Sterbehaus, Alicestr. 19, aus statt. ist plötzlich und unerwartet im Alter von 53 Jahren von uns gegangen. Abavit-Neu Ceresan Nahbeizen: Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn, Schwager und Pate Karl Stark, Sattlermeister In tiefer Trauer: Emma Stark, geb. Völzel Familie Karl Stark jun. nebst allen Verwandten. Junger Mann zum Anlernen alsDruckerei- Hilfsarbeiter per sofort gesucht. - Zu Ostern stellen wir einen Jungen mit guten Zeugnissen als Gchriftseherlehrling ein. von Münchowsche Univ.-Druckerei Otto Kindt G.m.b.H., Gießen. 1 em. irischer Ofen fast nen 1 Nnßbanm-Büfett 130 cm INnßb.-Trnmean- spiegel, 1 Blumenkrippe (Weide) zu verkauf. 03428 6oelheslr.5OD. | Kaufgesuche Gut erhaltene BejisMme zu kauf, gesucht. 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[441sÖ Aus der Giadi Gießen Frauen undMädel für den Kolonialdienst 6. 1. 2. 3. 7. 4. MAIZENA Das ist es was dem Kinde schmeckt: der Maizena-Pudding, der Drei, die Suppe und die vielen sind, stellen an die körperliche Widerstandskraft der dort lebenden Europäer erhöhte Anforderungen-, es ist daher nicht jeder, der in der Heimat im allgemeinen gesund ist, auch tropenoerwendungsfähig) ; daß sehr gründliche und eingehende Fachkennt- nisse verlangt werden bzw. eine abgeschlossene Berufsausbildung, aut der die Ausreisenden, falls sie nach der Heimat zurückkehren müssen, ihre Lebensexistenz aufbauen können, z. B. a) die Abschlußprüfung der Kolonialen Frauenschule Rendsburg nach genügender praktischer Vorbildung, b) die Staatsprüfung im landwirtschaftlichen Hauswerk, c) das Diplom der anerkannten ländlichen Haushaltspflegerin, d) das Hortnerinnen-Examen sind anzuraten: daß die vorherige Ableistung eines Mütterschul- mitMalzena zubereiteten Spet- sen.Sie gehören zu üen täglichen kleinen Freuden des Kindes. »Aur ein kleiner Pickels Eine kleine Blüte am Naseneingang ist lästig. Aber niemand nennt diesen Schönheitsfehler eine Krankheit; das wäre lächerlich Und doch — an einer solchen, anfangs anscheinend harmlosen, kleinen Blüte ist schon mancher gestorben. Das Gefährliche eines Gesichtsfurunkels wurde mir recht zum Bewußtsein gebracht, als ich einmal über den Ozean fuhr Die Flotte der Vereinigten Staaten manövrierte gerade in unserer Nähe. Da wurden von einem der Kriegsschiffe Flaggensignale gegeben, die die anderen Schiffe beantworteten, und dann senkte sich das Sternenbanner auf allen Panzerschiffen, Kreuzern und Torpedobooten auf Halbmast. Was war geschehen? Die ganze Flotte der Vereinigten Staaten hatte Trauer angelegt wegen — eines Pickels an der Nase. Admiral'Brown war wegen einer solchen kleinen Blüte an Blutvergiftung gestorben. Ein Abszeß, Eitergeschwür oder Furunkel, der im Nacken, Rücken, in der Gürtelgegend, am Gesäß oder an einer anderen behaarten Körperstelle sitzt, ist selbst dann nicht gefährlich, wenn es unzweckmäßig behandelt wird. Es ist nur lästtg und schmerzhaft. Todesfälle sind unbekannt. Oft ist auch eine operative Oeffnung durch Schnitt angezeigt Aber wesentlich ernster ist die Sache, wenn es sich um einen Lippen- oder Gesichtsfurunkel handelt. Er entsteht zumeist dadurch, daß ein Mitesser aus einer vielleicht schon durch wiederholten Druck entzündeten Talgdrüse mit einem schmutzigen Instrument oder Fingernagel ausgequetscht wird Oder ein Härchen wurde entfernt, das aus einem Nasenloch hexvorragte. Dadurch wird leicht eine Infektion hervorgerufen. Admiral Brown mußte sterben, weil er eine Blüte am Naseneingang mit einer schmutzigen Stecknadel öffnete und das Sekret ausdrückte. Die benachbarte Haut war dadurch gereizt und mit Eiterkokken infiltriert worden, die in die Blut- und Lymphbahn eindrcmgen. Dadurch war aus dem unschuldig scheinenden Blütchen in ganz kurzer Zeit eine tödliche Krankheit, eine Blutvergiftung und Gehirnhautentzündung geworden. Es schwellen dann die Augen des Kranken an, ein ernstes Anzeichen, daß die, Infektton in die hinter dem Auge liegenden Gewebeteile eingedrungen ist und bald das Gehirn erreicht haben wird. Der Pattent ist dabei meistens ganz munter und ahnt gär nicht, wie nahe er seinem Ende ist. Wer einen solchen Gesichtsfurunkel bekommt, darf das Geichwürchen nicht durch Druck reizen, darf auch nicht selber schneiden — womöglich gar mit einem alten Rasiermesser — auch nicht aufstechen. Am besten ist es, gar nichts zu tun und alles einem Wort aufsuchenden Arzt zu überlassen. M. W. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. am Opfersönntaq ist im gan- am Standort zu belassen sind. Wenn die Nutzungszen Reich ein großer Tisch ausgestellt, der uns alle berechtigten der Aufforderung des Pflanzenschutz- vereint in dem Gedanken an die großen und wirk- amtes nicht nachkommen, kann dl ries selbst oder lichen Opfer die täglich und stündlich von unseren durch Beauftragte die notwendigen Maßnahmen auf Soldaten gebracht werden, und die wir in der Kosten des Säumigen durchfuhren. Frauenwerk: 5. daß nur ein kerngesunder Körper für den Kolonialdienst geeignet ist, worüber em sehr eingehendes tropenärtliches Zeugnis verlangt wird (Formulare dazu werden von der Bundesleitung des Reichskolonialbundes an zuge- (offene Bewerberinnen ausgegeben Als gesundheitliche Vorbedingungen gelten ein sehr gutes Nervensystem und gesunde Zahne. Das tropische Klima an und für sich, sowie die besonderen Krankheiten, welche in den Tropen verbreitet kursus verlangt wird; 8. daß selbstverständlich nur reichsdeutsche, arische Frauen und Mädel für eine Tätigkeit in den Kolonien zugelassen werden. Berufe, die am meisten für die Kolonien in Frage kommen, sind Haustöchter und Hausgehilfinnen, Säuglings- und Kinderpflegerinnen und Kindergärtnerinnen, jedoch mir für den Unterricht der ersten vier Grundschuljahre, da die Kinder vom 5 Schuljahr ab auf Schulen und Schülerheime gehen, kaufmännische Angestellte und Verkäuferinnen nur in beschränkter Anzahl, soweit männ- liche Arbeitskräfte nicht ausreichen, technische Assi- stenttnnen, Schneiderinnen und Friseusen in begrenzter Zahl, Lehrerinnen (Bewerbungen auf dem Dienstweg bei ihrer vorgesetzten Behörde), Schwestern (Erkundigungen beim Deutschen Roten Kreuz, Schwesternschaft für Deutsche über See, Berlin-Lich- terfelde-West, Hindendurgdamm 134). Wenn man am Sonntag gemütlich um den Fa- milienttsch sitzt und sich auf den noch unbekannten Inhalt der dampfenden Schüssel freut, die Mutter gleich hereinbringt, dann werden wohl auch manche Betrachtungen darüber angestellt, warum es heute, ausgerechnet am Sonntag, „bloß" Eintopf gibt. Es ist ja nun mal so, und das ist auch richttg, daß man auch über längst bekannte und sogar lieb- gewordene Gepflogenheiten hin und wieder nachdenkt, und das hat beim Eintopfessen besondere Heimat nur einigermaßen weitmachen können,! wenn wir dem unermüdlichen WHW.-Helfer, der! uns am Opfersonntag mit seiner Sammelliste auf-1 sucht, einen recht hohen Betrag mitgeben. Wir wollen nicht nur eine einfache Spende geben und glauben, daß wir damit unsere Pflicht, mindestens I dem Sammler gegenüber, getan haben, nein, wir I wollen ein wirkliches Opfer bringen und auch ein-1 mal einen Betrag geben, den wir sonst an diesem! Sonntag für irgendeinen Genuß oder eine Extrafreude ausgegeben hätten. Der Verzicht auf eine solche Sonntagsfreude fällt leicht, wenn wir uns den tiefen uno verpflichtenden Sinn des Wortes Opfer erst recht klargemacht haben. Also denke am nächsten Opfersonntag, am 13. Oktober, daran: Der Frontsoldat sieht auf dein Opfer! Und bemesse danach deine Spende! Srandplättcken mit Rattengift. Englische Flugzeuge haben wiederholt sogenannte Branoplättchen abgeworfen. Das sind kleine Film-! streifen in der Größe eines Zigarettenbildchens. Sie sehen aus wie die bekannten Rollfilmstreifen, entweder farblos und durchsichtig oder schwarz. Sie haben in der Mitter ein rundes Loch und darüber ein Mullstreifchen oder ein Wattebäuschchen, das mit einer Art Büro-Stanzklammer an dem Filmplättchen befestigt ist. In diesem Mullstreifen befindet sich ein kleines rundes Scheibchen gelber Phosphor, das nur Bruchteile eines Grammes wiegt und etwas kleiner ist als ein Pfennigstück. Dieser Phosphor ist wachsweich und sehr giftig. Man hat ihn früher als Rattengift verwendet. Er Da die Kolonialfrage in den Vordergrund rückt, kommen immer zahlreicher Anfragen von Frauen und Mädeln die sich für den Kolonialdienst ausbllben lasten wollen. Jede Bewerberin für den Kolonial- dienst muß sich darüber klar sein, daß viele Anforderungen an sie gestellt werden. Sie muß wissen: J daß sie mit ihrem Hinausgehen in die Kolonien eine wichtige Aufgabe des Deutschtums zu vertreten hat, und daher mit dem nötigen Ernst an diesen Schritt Herangehen muß: daß draußen sittlicher Ernst und beste Charaktereigenschaften verlangt werden: daß sie um, der Aufgabe willen hinausgeht, aber nicht um Reichtümer zu erwerben (wie sich die Gehaltsverhältnisse gestalten werden, wie die Gelder für die Ausreise und die evtl. Heimreise nach einigen Jahren Kolonialdienst aufgebracht werden, ist jetzt noch nicht zu übersehen, wird aber fraglos in durchaus tragbarer Form geregelt werden, wie es auch früher der Fall gewesen ist): . daß bei den jüngeren Jahrgängen die Ableistung des Arbeitsdienstes und vorherige Zugehörigkeit zum BDM. Bedingung ist, bei den anderen die Mitgliedschaft im Deutschen leuchtet im Dunkeln und entzündet sich von selbst durch die Einwirkung des Lustsauerstoffes und von Wärme. Die Verpackung des Phosphors in feuchte Watte ober Mull hat den Zweck, seine vorzeitige Entzündung zu verhindern. Erst wenn die Watte! trocken geworden ist, verbrennt der Phosphor und entzündet zugleich das aus Zelluloid bestehende Filmplättchen, welches sich natürlich nicht, wie gelegentlich angenommenn wird, von selbst entzünden kann. Das ganze Plättchen brennt bann einige Se- funben lang unter Entwicklung einer bis 70 cm hohen Stichflamme Man ioll diese Brandplattcken einsammeln und in ein Gefäß mit Wasser werfen, aber auf keinen Fall in die Hosentasche stecken. Wegen der erwähnten Giftigkeit ist möglichst auch jede Berührung mit dem Phosphor zu vermeiden, und keinesfalls dürfen Kinder — durch das harmlose Aussehen verleitet — mit dem Phosphor spielen. Frostgeschädigte Saumschulbestände sind zu vernichten. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregie- rung — hat auf Grund der Verordnung zur Schädlingsbekämpfung eine Verordnung erlassen, die, mit sofortiger Wirkung in Kraft tretend, bestimmt, daß die infolge von Frostschäden pflanzunwurdig gewordenen Baumschulbestände von den Nutzungsberechtigten nach den Weisungen des Pflanzenschutzamtes und seiner Beauftragten zu vernichten ober bis zur Freigabe burch bas Pflanzenschutzamt Gießener Konzert-Ring: 20 Uhr Orchesterkonzert im Stabttheater. — Gloria-Palast (Seltersweg): ,Zub Süß". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Tiger von Eschnapur". Orchesterkonzert im Stadttheater. Arn heutigen Donnerstag finbet bas erste Konzert der Arbeitsgemeinschaft Gießener Konzertverein- Stadttheater-„NSG. „Kraft durch Freude" als erstes Konzert des „Gießener Konzertring 1940/41" statt. Solist ist der bekannte Berliner Pianist Conrad Hansen. Das Städtische Orchester spielt unter der Leitung von Professor Stefan Temesväry die „Coriolan"-Ouvertüre von Beethoven, mit Conrad Hansen das Klavierkonzert in b-moll von Peter Tschaikowsky und die Zweite Symphonie in D-dur von Brahms. Das Konzert ist für den KdF.-Kon- zertring und als Platzmiete-Konzert die Nr. 1 der Gruppe A. Ortszeiten für den 11. Oktober. Sonnenaufgang 7.44 Uhr, Sonnenuntergang 18.39 Uhr. — Monduntergang 2.20 Uhr, Mondaufgang 16.47 Uhr. Opfersonntag. Drei gute Gründe: m *3 ■ MM ■ MZ WWM Oie hervorragenden Eigensdiaffen der «Astrd* sind das Ergebnis eines besonderen Wissens vom Tabak,seiner Auswahl,BehandlungundMischun^. (m Hause Kyriazi ist dieses Wissen —in der dritten Generation vom Vater auf den Sohn vererbt —Ä als Familientradition lebendig. Das zufriedene ^Ästra-Schmunzeln** des bedächtigen Rauchers beweist es: Reich und voll ist ihr Aroma. Man merkt es nicht, wie leicht sie Ist. Rauchen Sie „Astra** — haben wir Heidenreichs erste Aussagen Darüber, wie und wann er von der Ermordung der Künstlerin erfuhr", fährt er halblaut fort; blickt Dann auf und wieder zu Bergholz hin. „Er muß sehr schnell nach Hause gefahren sein, Denn ehe Die Polizei am Tatort war, erreichte ihn noch Der Anruf Der Springer. Sie sagte: ,Doktor Bergholz fyat Dieta erschossen! Ich habe ihn mit ihr im Zimmer eingeschlossen'." „Stimmt, Das hat sie getan", murmelt Bergholz. Herr von Hanke lehnt sich zurück. „Ein Biest ist Das!" sagt er und raucht ein paar Züge. „Nun, sie glaubte es Da wohl auch noch", wendet Bergholz ein. Der Untersuchungsrichter schüttelt Den Kopf. „Falsch, mein Lieber! Sie war ja unten im Hausflur von Dem flüchtenden Tjaden angerannt worden und hat später zugeben müssen, ihn erkannt zu haben." Als ihn Darauf Bergholz betroffen an sieht, fährt er mit einem kleinen Lachen fort: „Das wissen Sie also noch nicht? ...Ja, Dann denken Sie vielleicht doch nochmal über die Gefühle nach, Die Ihnen diese Dame entgegenbrachte." Bergholz macht eine gleichgültig abwehrende Handbewegung. Der Untersuchungsrichter runzelt Die Stirn. „Die kümmern Sie nicht mehr, nicht wahr? Sie sind heraus aus dem Schneider, denken: zerbrecht euch nur Die Köpfe! ... Aber diese Person ist nicht zu fassen! Aalglatt entschlüpft sie jedem Zugriff. Sie kannte Das Drama um Tjaden, wußte, wie dieser Mensch an ihrer launischen Herrin gescheitert war. Am Vormittag des gleichen Tages hatte sich etwas ereignet, was ihr sofort eine Erklärung für Tjadens Auftauchen geben mußte. Beim Betteten der Wohnung fand sie Frau Röhl erschossen auf, rief Den Bankier Heidenreich an und sagte ihm, Sie hätten Frau Röhl getötet!" Zu weit ab von diesen Dingen ist Bergholz jetzt bereits, als daß sie ihn noch sehr erregen können. Der Untersuchungsrichter merkt das; aber er selbst ist noch gedanklich fest eingespannt in Die Sache und setzt die Erörterung fort: „Einzig und allein mit Der bewiesenen Anstiftung zur Unwahrheit oder vielmehr zu einem Verschweigen, mit Verdunkelungsabsichten wird ihr etwas anzuhängen sein", sagt er. „Aber auch da redet sich Die Person heraus! Sie selbst sei heftig erschrocken gewesen, als ihr das Mädchen spät abends nach dem Ereignis sagte, sie habe Herrn Heidenreichs Mantel und Hut in der Flurgarderobe hängen sehen. Da habe sie an einen Irrtum des Mädchens geglaubt, behauptet die Springer. In einem Gefühl der Verwirrung, angegriffen von Dem Vorangegangenen und in Besorgnis um Herrn Heidenreich und seine angegriffene Gesundheit, habe sie dem Mädchen geraten, vorläufig nichts zu sagen, Den Tatbestand nicht durch unkontrollierbare Angaben zu verwischen. Sehen Sie, so macht Die es! Es ist alles so schwer durchschaubar. Heidenreich behauptete, er hätte außer einigen gelegentlichen Geschenken keine großen Aufwendungen für Frau Röhl gemacht. Sie bezog ja auch hohe Gagen. Nur ein paarmal Spielschulden will er für sie bezahlt haben. Fräulein Springer aber erhielt laufend beträchtliche Zuwendungen; das ist aus feinen Büchern zu ersehen. Die Nachforschungen bei Der Springer aber lassen vermuten, daß sie ein beachtliches Vermögen zusammengescharrt h at — und Damit kommt'man vielleicht ihrem Verhalten auf die Spur. Die ist habsüchtig bis auf die Knochen!" Der Untersuchungsrichter unterbricht sich auf kurze Augenblicke und tut wieder einige Züge an feiner Zigarre. Dann fährt er in seinen Erörterungen fort: „Die Springer hat sowohl ihre Herrin wie auch Deren Verehrer und letztlich den schon etwas morschen Bankier Heidenreich weidlich auszu« beuten verstanden. Nur erkannte sie nicht, wie brüchig Die Existenz Des letztere en bereits war. Es mehren sich Die Anzeichen, daß Heidenreich am Ende war. Diesem früher eiskalten Großveroiener war die neue Zeit nicht mehr günstig. Er hatte nicht mehr Die glückliche Hand. Ein Teil seines Vermögens ist Den verheirateten Töchtern sichergestellt. Er cheint in Der Tat fremde Vermögenswerte zu Fehl- pekulattonen benutzt zu haben, für Die keine volle Deckung mehr vorhanden ist. Die Springer aber hat sich für alle Fälle gesichert. Es ist auch ein Testament von Frau Röhl Da. Wie aber diese beiden, Frau Röhl und auch Heidenreich, in eine gewisse Hörigkeit Der Springer gegenüber gerieten, ist unverständlich. Das Einvernehmen der beiden Frauen war auch nur nach außen hin so gut. Unter sich sollen sie öfters ziemlich heftig aneinander- geraten sein. Da erzählt Das Hausmädchen, Deren Aussagen wir ja die so rasche Aufklärung Der Tat verdanken: einmal habe Fräulein Springer bei einem Streit Frau Röhl zugerufen: ,Jch habe dich ja jn Der Hand! Denke an Die falsche Unterschrift, mit Der Du Den letzten Rest des Geldes deines Mannes an dich gebracht hast!' Da sei Frau Röhl auf sie zugestürzt und habe ihr ins Gesicht geschrien: ,Und wer war es, die mich dazu getrieben hat?... Wer, du Teufelin ...’?" Sn Bergholz' Augen zuckt ein nachträgliches Erschrecken. Er streicht sich über die Stirn. „Da war man nun hineingeraten", murmelt er. „Sa, mein Lieber", sagt Herr von Hanke mit feinem kleinen gemütlichen Lachen. „Und wie das geschehen konnte, müßten Sie mir eigentlich auch noch sagen." Dem vor ihm sitzenden Mann geht eine leichte Röte über das Gesicht bis unter das blonde Haar hinauf. Er legt den Rest seiner Zigarre in die Aschenschale, beugt sich vor und faltet die Hände Pudding! 7 Dr. O^h^Puddingpuluergibres auf