(90. Jahrgang Nr. 188 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer biS8V,Ubr desVormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenbreite Nackläffe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel 8 Plabvorschrift ( vorherige Vereinbarung) 25"/o mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die^lluttrierte GießenerFamilienblatter Heimat imBilü DieSckiolle MonatS-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen NM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ^ernsvrechanschluff 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 F-rankf^M. vrühlsche Universttütrdnickerei 8. Lange ®cncral=2In jdcjct fiit ©betreff eit ’ Ä® W * Samstag, 10. JSonntag, U.Zluguft 1940 Giehener Anzeiger Westliche Humanität am Pranger. Als deutscher Journalist in Brüssel verhaftet. Von unserem E. Unser Pariser Vertreter Lugen Fleischer, der nach der Kriegserklärung Frankreichs von Brüssel aus seine Tätigkeit als Berichterstatter deutscher Zeitungen und des Depeschenbüros Eu- ropapretz fortsehte, wurde dort am 10. Mai verhaftet und nach Südfrankreich verschleppt. Was er dort an schändlicher, jeder Gesittung hohnsprechenden Behandlung Hal erdulden müssen, hat er nach seiner Wiederherstellung von schwerer Erkrankung in einem erschütternden Bericht zusammengefaht, mit dessen Veröffentlichung wir heute beginnen. I. Die Brutalitäten, die sich das französische, aber auch das belgische Militär, die belgische Sicherheitspolizei und andere Behörden der beiden Nationen aegen die Hunderte von Reichsdeutschen zuschulden kommen ließen, die unmittelbar nach de'm Beginn des deutschen Einmarsches in Belgien am 10. Mai und den folgenden Tagen' verhaftet jinb in überstürzter Eile nach S^ü dfrankreich verschleppt worden sind, werden-für alle Zeiten die Vertreter des nun endgültig zusammengebrochenen Regimes dieser beiden Länder belasten. Die Erinnerung an die Scheußlichkeiten, deren sich die legitimierten Organe dieser beiden Völker gegenüber wehrlosen Zioilgefangenen schuldig gemacht haben, wird aber gleichzeitig auch einen Maßstab für die Schlußabrechnung mit den Vertretern von Völkern liefern, die einst den Anspruch erhoben haben, uns die Begriffe von „Humanität" und „Zivilisation" beizubringen. Heber die Erlebnisse der deutschen, aus Belgien nach Frankreich verschleppten Zioilinternierten, deren Leidenszeit durch den glänzenden schnellen Sieg der deutschen Waffen glücklicherweise ein rasches Ende gefunden hat, .das viele der Internierten vor Tod und Siechtum bewahrt hat, sind in den letzten Tagen in der deutschen Presse eine Reihe von Berichten erschienen; die nachfolgenden Ausführungen sollen diese Darstellungen in wichtigen Punkten ergänzen. Die Verfasser der genannten Berichte hatten das Glück, einer Gruppe von Internierten anzugehören, die durch das Spiel des Zufalls wenigstens vor dem s ch l i m m st e n bewahrt geblieben ist, was die Ehre eines deutschen Mannes verletzen und zugleich auch seine Gesundheit bedrohen kann: den körperlichen Mißhandlungen und dem peinigenden Gefühl, wie eine Herde Vieh den sadistischen Quälereien von Menschen ausgesetzt zu sein, die man nicht mehr als Soldaten, sondern nur noch als Soldateska bezeichnen kann. Die nachfolgenden Erlebnisse mögen einen Begriff von dem geben, was die deutschen Zivilinternierten über sich ergehen lassen mußten. Bereits bei meiner Verhaftung, die in den frühen Morgenstunden des 10. Mai in einem Brüsseler Hotel vor sich ging, wo ich als Journalist lebte, .— mit mir zusammen wurde ein anderer deutscher Schriftleiter verhaftet — wurden wir von höheren Beamten der belgischen Sicherheitspolizei als „deutsche Schweine" beschimpft. Die verhetzte Menge versuchte uns beim Transport zum Brüsseler Rathaus und zum Polizeigefängnis, wo wir zunächst untergebracht wurden, zu lynchen, sie erging sich in den unflätigsten Beschimpfungen gegen alles Deutsche, gegen den Nationalsozialismus und seinen Führer. Wie vielen anderen Gefangenen, so erlaubte man auch uns nicht die Mitnahme auch nur des geringsten Gepäckstückes; kein Stück Seife, keine Zahnbürste, keine Decke, kein Wäschestück konnten mitgenommen werden. Um unsere Verpflegung flimmerte man sich in den ersten drei Tagen unserer Internierung in Brüssel überhaupt nicht, so daß wir in einer Gruppe von ungefähr 1600 Mann, die als erster Transport am Sonntagabend, 12. Mai, auf den Weg gebracht wurden, uns schon zu Beginn der Fahrt in äußerst geschwächtem Zustand befanden. Mehrere tausend Mann waren während dieser drei Tage in der Reithalle der Artilleriekaserne won Etterbeck bei Brüssel untergebracht gewesen, deren Boden lediglich mit einer Sandschicht bedeckt war, ihre Notdurft verrichteten alle diese Leute in den Ecken der Halle. Das Wachpersonal drohte während der beiden Nächte mehrfach damit, uns mit Maschinengewehren zu beschießen. Heber die Absichten, die man mit uns verfolgte, sieß man uns während der ganzen Dauer der Internierung bewußt im Dunkeln. Die vier Journalisten, die sich bei unserer Gruppe befanden, Major Fell vom Scherl-Verlag, Linder vom „Düsseldorfer Mittag", Furth vom DNB. und ich, ersuchten vor dem Abtransport mehrfach die anwesenden Organe der Sicherheitspolizei und einen belgischen General um Auskunft darüber, ob den deutschen Schriftleitern nicht die gleiche zuvorkommende Behandlung gewährt werden könne, die man den in Deutschland tätigen und im Berliner Hotel „Kaiserhof" untergebrachten belgischen und holländischen Berichterstattern hatte 'angedeihen lassen. Achselzucken und ironische Bemerkungen waren die einzige Antwort. Bei dem Marsch von der Kaserne Etterbeck nsch dem dortigen Bahnhof am Sonntagnachmittag spielten sich ähnliche Szenen ab wie am Freitagnachmittag, als der Pöbel bei einem einstündigen Marsch zur Kaserne, der durch die verkehrsreichsten, bereits von englischem. Militär belebten Stadtteile geführt hatte, uns auf das aemeinste beschimpfte. Besonders gemein war die Abdrängung -einiger deutscher Frauen, die sich auf dem Wege zum Bahnhof aufgestellt hatten, um ihren Männern Pakete mit Lebensrnitteln usw. zuzuwerfen. Eine von ihnen, eine Frau Müller, wurde von einem Schutzmann mit Faustschlägen so übel zugerichtet, daß sie ohnmächtig zusammenbrach. Während vier Tagen und vier Nächten konnten wir die Güterwagen, in denen wir zu je vierzig Mann zusammengepfercht waren, nicht verlassen. Die I.-Korrespondenien. Wagen waren hermetisch verschlossen; zu allem Heberfluß hatte man von außen die Luftlöcher und auch die kleinsten- Ritze mit aufgesetzten Brettern usw. verschlossen. Auch die ausschweifendste Phantasie kann sich kaum ein Bild machen von den Zuständen, wie sie sich im Verlauf dieser Fahrt nach Frankreich hinein nun entwickeln mußten. Der Transport in diesen Zügen, von denen am Sonntag und den folgenden Tagen eine ganze Anzahl Brüssel verließ, ist mehrfach geschildert worden; es mag lediglich noch auf eine besondere Brutalität hingewiesen werden, die fich die belgischen Soldaten vor der Abfahrt aus= gedacht hatten: Man hatte uns die Erlaubnis gegeben, pro Mann je ein in der Kaptine gekauftes Fläschchen Bier zur Stillung unseres Durstes mitzunehmen. Im letzten Augenblick nahm man uns diese Flaschen ab und zerschellte sie auf dem Steinboden des Bahnsteiges, der bald dicht mit Glasscherben bedeckt war. Ebenso nahm man uns die Der Wehrmachlsbericht vom Freitag. Berlin, 9. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere Schnellboote griffen, wie bereits bekanntgegeben, in der Nacht vom 7. zum 8. August einen stark gesicherten G e l e i t z u g an. Trotz heftiger Abwehr durch die begleitenden feindlichen Zerstörer, durch andere Bewachungsfahrzeuge und die stark bewaffneten Dampfer selbst gelang es, einen Ta nk-r von 8000 BRT., einen Dampfer vdn 5000 BRT. und einen Dampfer von 4000 BRT. zu versenken. Lin kleinerer Tanker wurde in Brand geschossen. Unsere Schnellboote kehrten unversehrt zurück. Am' 8. August griffen deutsche Sturzkampfverbände unter Jagd- und Zerstörerschuh durch Luft- und Seestreitkräste stark gesicherte britische Geleitzüge südlich der Insel Wight an. Wie bereits bekanntgegeben, wurden allein aus einem Geleitzug 12 Handelsschiffe mit insgesamt etwa 55 000 BRT. versenkt und 7 weitere Handelsschiffe schwer beschädigt. Die Gesamtzahl der gestern durch die Luftwaffe versenkten oder schwer getroffenen britischen Schiffe beträgt 28. Bei Dover vernichteten unsere Wesserschmitt- Flugzeuge 12 feindliche Sperrbalkone. 3m Zusammenhang mit den deutschen Luftangriffen entwickelten sich größere Lustkämpse, in deren Verlaus bei der 3nsel Wight und bei Dover insgesamt 49 feindliche Flugzeuge, darunter 33 Spitsire, von deutschen 3agd- und Zer- Hargeisa in Britisch-Gomaliland beseht Der italienische Wehrmachtskrericht. Rom, 9. Aug. (DNB.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: 3n Nordafrika haben 16 italienische Jagdflugzeuge an der Lyrenaikagrenze einen heftigen Kampf gegen 27 englische Flugzeuge ausgenommen. Trotz der zahlenmäßigen Heberlegenljeit der Gegner gelang es unseren kampferprobten Fliegern, fünf1 mitgeführten Zigaretten ab; diese wurden von der Begleitmannschaft ihren am Bahnhof faul herum- lungernden Kameraden zugeworfen. Im ganzen wurden wir während der 96ftündigen Fahrt nach Südfrankreich zweimal mit übelriechendem, schmutzigem Wasser versorgt; ein Teil der Waggons erhielt indessen nur einmal Wasser, da es dem Begleitpersonal nicht schnell genug ging. Von einer Essenverteilung war keine Rede. Die Mengen des ausgegebenen Wassers waren durchaus ungenügend, besonders wenn man bedenkt, welch fürchterliche Atmosphäre fich in den dicht verschlossenen Waggons entwickelt hatte, bei denen es fich vielfach um eiserne Wagen handelte, auf welche die Sonne unbarmherzig knallte. In der Nacht zum Mittwoch wurde unter diesen Hmständen der Insasse eines Waggons wahnfinnig. Er rannte, als in Tours an der Loire die Tür des Wagens von der Begleitmannschaft geöffnet wurde, mit irren Ausrufen auf den Bahnsteig. Ein Leutnant tötete kurzerhand den Hnglücklichen durch einen Revolverschuß in den Rücken; der Fußtritt eines französischen Gendarmen beförderte den Leichnam noch zwei Meter durch die Luft. Unnötig zu erwähnen, daß während der ganzen Zeit die Verschleppten in den geschlossenen Wagen ihre Notdurft verrichten mußten, was die Qual des Transportes noch erhöhte. ftörerflugjeugen abgeschossen wurden. 10 eigene Flugzeuge gingen verloren, zwei muhten notlanden. Bei Nacht griffen unsere Kampfflugzeuge die britische Flugzeugindustrie um Liverpool und Bristol sowie häsem Flugplätze und Flakstellungen in Südengland an. Der Luftminenabwurf vor britischen Häsen konnte planmäßig fortgesetzt werden. Britische Flugzeuge flogen in der letzten Nacht an verschiedenen Stellen in Westdeutschland ein. Durch unsere starke Abwehr wurde ein Teil der feindlichen Flugzeuge zur Umkehr gezwungen oder am Bombenabwurf gehindert. Vereinzelt abgeworfene Bomben richteten unwesentlichen Gebäude- und Flurschaden an. Personen wurden nur in einem kleinen Ort im Grenzgebiet verletzt. Flakartillerie schoß zwei feindliche Flugzeuge ab. London gibt verheerende Wirkung zu. Stockholms. August. (Europapreß.) Die Luft- kämpfe vorn Donnerstag über dem Kanal werden in englischen Fachkreisen.als diebisherheftig- ft e n Kämpfe feit Ausbruch des Krieges bezeichnet. Es wird ämtlich zugegeben, die Wirkung des deutschen Luftangriffs auf den Geleitzug fei derart verheerend gewesen, daß man am Freitagmorgen die Schäden noch nicht voll und ganz habe überblicken können. Außerdem wisse man noch nicht genau, wieviel Schiffe gesunken sind, und kenne auch nicht die Zahl der durch Bombenabwurf getroffenen Seeleute. Nur ein Teil der überlebenden Konvoibesatzungen tonnte bisher gelandet werden. * feindliche Flugzeuge abzuschießen. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zu ihrem Ausgangspunkt zurückgekehrt. 3n Britisch-Somali haben unsere Truppen hargeisa beseht. ♦ Hargeisa, eine Stadt von etwa 20 000 Einwohnern, liegt in der Luftlinie etwa 100 Kilometer sübwestlich von Berbera, der Hauptstadt der britischen Kolonie. Von Hargeisa strahlen die Karawanenwege nach Ogaden, nach dem Vebi Schebeli und auch über Berbera nach Dschidschiga aus. Die Araber nennen Hargeisa das „kleine Harars 49 briilscheNugzeuge in Lustkämpsen abgeschossen Oer große Schlag unserer Schnellboote und Lustwaffe gegen britische Geleitzüge. 32 Schiffe versenkt oder schwer getroffen. — Oer Lustminenabwurf fortgesetzt. Zeila in Britisch-Somaliland. Unfer Bild zeigt den Hafen von Z e i 1 a in Britisch-Somaliland, das jetzt von den Italienern besetzt wurde. — (Afsociated-Preß-M.) Hi i Ostasien und der Krieg. Die Verhaftung einer Reihe von politischen Agenten des britischen Secret Service durch die japanischen Spionageabwehrbehörden hat die Blicke erneut auf die Rückwirkungen gelenkt, die der europäische Krieg auf die Lage in Ostasien gehabt hat. Japan hat zu Beginn des Krieges eine Politik der „Nichteinmischung" proklamiert/ die den damals maßgebenden Greifen Tokios am besten der traditionellen politischen Linie Japans zu entsprechen schien. Die Vorstellung von der Hnbesiegbarkeit des britischen Weltreichs hat es lange verhindert, daß sich in Japan die Erkenntnis einer grundlegenden Macht- verschiebung in Europa Bahn brach. Wenn auch der Krieg in China die Japaner genötigt hatte, in die Interessen der Vereinigten Staaten, Englands und Frankreichs einzugreifen, um Marschall Tschiangkaischek von seinen wichtigsten Hilfsquellen abzuschneiden, so war die japanische Politik doch immer darauf bedacht gewesen, es nicht zum offenen Bruch mit den Westmächten kommen zu lassen. Das entsprach einmal dem Gefühl, durch den Krieg in China, dessen Ende nicht abzusehen war, sowohl militärisch wie wirtschaftlich zu sehr angespannt zu sein, um noch eine weitere Belastung durch die offene Feindschaft einer Großmacht oder gar einer ganzen Mächtegruppe auf sich nehmen zu können, zumal ja auch das Verhältnis zu Rußland trotz aller beiderseitigen Bemühungen noch immer zu wünschen übrig ließ. Zum andern drückte sich m dem Bedürfnis nach einem erträglichen Auskommen mit den Westmächten die Fortsetzung eines außenpolitischen Kurses aus, den Japan trotz aller Nackenschläge mit Konsequenz verfolgt hat, seit es in den Kreis der Weltmächte getreten ist. England war es ja gewesen, das, um den Russen einen.starken Widerpart an ihre Ostflanke zu setzen, dem aus seiner Abschließung sich lösenden Japan zum Bau einer modernen Flotte verhalfen und ihm durch das Bündnis von 1902 in feinem Krieg gegen Rußland den Rücken gestärkt hatte. England und später auch die Vereinigten Staaten hatten den starken Geldbedarf der aufstrebenden japanischen Wirtschaft befriedigt, beide standen als Lieferanten sowohl wie als’ Käufer im japanischen Außenhandel an erster Stelle, die moderne Staatsoerfassung Japans konnte trotz mancher Zugeständnisse an die spezifisch japanische Vorstellungswelt das britische Vorbild nicht verleugnen, vielfache kulturelle und gesellschaftliche Bindungen führten nach Amerika und England. Es waren also viele und nicht unwesentliche Momente, die die japanische Außenpolitik auch noch während der ersten Phasen des europäischen Krieges in ihrer traditionsgebundenen Linie hielt. ' Dazu trug auch wohl die Hoffnung bei, daß das Ausbleiben britischer und französischer Subsidien sehr schnell zum Zusammenbruch des Widerstandes der Tschungking-Regierung führen werde, womit dann die Bahn frei geworden wäre für eine Neuordnung der Dinge in China, wie sie den Japanern vorschwebt. Da man zudem mit dem baldigen Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg gerechnet hatte, schien Aussicht zu bestehen, daß diese die Durchführung der japanischen Pläne in China ohne Widerspruch hingenommen hätten. Schließlich hatte man in Japan von dem europäischen Krieg eine starke Exportsteigerung erwartet durch den Ausfall der kriegführenden europäischen Mächte auf dem Weltmarkt. Die tatsächliche Entwicklung llat in keinem Punkt den japanischen Erwartungen entsprochen. Wenn es der japanischen Politik auch gelang, zu erreichen, daß Frankreich und England sich unter dem Druck der vernichtenden Niederlage auf dem europäischen Kriegsschauplatz zu einer Sperrung der Zufahrtswege durch Jndochina und Burma bequemten, auf denen Tschiangkaischek auch nach der Blockierung der ganzen südchinesischen Küste noch immer Kriegsmaterial aller Art zufloß, so hat es sich doch gezeigt, daß die Widerstandskraft Tschiangkaischeks noch auf anderen Faktoren beruht. In Tschungking hat man zwar beschlossen, sich auf eine reine Defensive zu beschränken, aber gerade die Defensivstellung Tschiangkaischeks mit dem Kern in der Provinz Szetschuan ist dank der Natur des Landes so stark, daß in diesem Feldzug mit der ungeheuren Weitläufigkeit des chinesischen Raums es den Japanern sehr schwer sein wird, mit Waffengewalt eine Entscheidung zu erzwingen. Das hat man in Tokio ja auch eingesehen und deshalb versucht, unter Wangtschingwei eine neue chinesische Nationalregie- Nom läßt fich nicht schrecken. Rom, 9. Aug. (Europapreß.) Die Londoner Presse tritt — offenbar um die Moral der englischen Bevölkerung etwas zu heben — dafür ein, die italienischen Erfolge in Afrika durch Repressalien gegen d i e Zivilbevölkerung Italiens zu beantworten. Einige Blätter scheuen nicht davor zurück, die Bombardierung Roms, das als offene Stadt betrachtet werden muß, zu fordern. „News Chronicle" sucht das eigentliche Ziel dieser gewünschten Luftangriffe, die Terrorisierung der italienischen Zivilbevölkerung zu verschleiern, jes schreibt, die beste Verteidigung Englands gegen die italienischen Operationen läge darin, die italienischen Streitkräfte in ihren Stützpunkten anzugreifen. „Daily Expreß" dagegen spricht ganz offen von Luftangriffe n auf Rom und erklärt, in der nächsten Zeit würden die Nächte schon länger fein. Den englischen Bombern würde es also ermöglicht, i m Schutze der Dunkelheit Flüge bis nach Rom und wieder zurück auszuführen. Dazu schreibt „Popolo di Roma", durch diese Drohungen könne England die Leute am Tiber nicht erschrecken; sie zeigten lediglich die Schwäche der englischen Verteidigung auf. England habe während dieses Krieges bereits auf feinen unbegründeten Ruf als zivilisierte Macht verzichtet, indem es die Frauen und Kinder friedlicher Städte gemordet habe. Es könne also ruhig dieses sein System verschärfen. Aber das werde ihm nicht zum Siege verhelfen. rung in Nanking zu konstituieren, wodurch man die Kuomintang, Chinas revolutionäre Einheitspartei, zumindest zu spalten und den Marschall Tschiang- kaischek zu isolieren oder gar auszuschalten hoffte. Aber bislang scheint auch dieser Politik noch kein zuverlässiger Erfolg beschieden zu sein, so daß der Krieg in China auch weiterhin das erste Problem der japanischen Politik bleiben wird, zumal die Vereinigten Staaten sich durch die Ereignisse in Europa nicht haben abhalten lassen, ihre Stellung in Ostasien mit Nachdruck zu vertreten und der europäische Krieg der japanischen Wirtschaft keineswegs die erhofften Erleichterungen durch Gewinnung neuer Absatzmärkte gebracht hat. Diesen Hemmungen für eine weiterausgreifende, die Gunst der Stunde nutzende Politik, hatte der erste Berater des Kaisers, der Siegelbewahrer P u a s a, und das von ihm kreierte Kabinett des Admirals P o n a i, in dem A r i t a Außenminister war, Rechnung tragen zu müssen geglaubt, indem sie ängstlich vermieden, sich mit den Westmächten zu überwerfen. Sie konnten sich dabei auf gewisse Kreise des parlamentarischen Liberalismus und des Großkapitals stützen. Aber seit dem Frühjahr machten sich immer stärker in der öffentlichen Meinung Japans Gegenströmungen geltend, die auf einen außenpolitischen Kurswechsel hindrängten, wie ihn ja die japanische Wehrmacht schon lange gefordert hat, ohne bislang damit vollkommen durchdringen zü können. Der Stteit der Meinungen beschränkte sich nicht nur auf die Außenpolitik, auch innenpolitisch wurde eine radikale Abkehr von dem überkommenen parlamentarischen Liberalismus und eine straffe Zusammenfassung aller politischen Kräfte gefordert, um Japan in den Stand zu setzen, bei der durch den europäischen Krieg eingeleiteten großen Umwälzung des Weltbildes die ihm als führende Großmacht Ostasiens zukommende Rolle zu spielen. Die nationalistischen Organisationen schlossen sich unter der Führung Suetsugus und Seigo Nakanos in einem „Bund zum Neuaufbau Ostasiens" zusammen und auch innerhalb der Parteien des Reickstags bildete sich eine Vereinigung mit. ähnlicyer Zielsetzung unter dem Namen „Bund zur Vollendung des Heiligen Krieges". Ihr gehörten bald mehr als die Hälfte der Reichstagsabgeordneten an. Ihrem Verlangen auf Auflösung der alten Parteien und Gründung einer neuen Einheitspartei haben sich die traditionellen alten Parteien, die konservative Seyukai und die liberale Minseito, so wenig wie die kleineren Splittergruppen auf die Dauer entziehen können, zumal ein Mann von dem persönlichen Ansehen und dem politischen Einfluß wie der Fürst Fumimaro K o n o y e an die Spitze der Einheitsbewegung trat. Unter dem Eindruck der schweren militärischen und politischen Niederlagen Englands, die den außenpolitischen Kurs des Kabinetts Ponai-Arita gründlich desavouierten, mußte Ende Juni der Siegelbewahrer Puasa zurück- treten. Außenminister Arita suchte zwar noch den neuen Strömungen den Wind aus den Segeln zu nehmen durch die Erklärung, daß die Länder Ostasiens und der Südsee sich unter Japans Führung zu einem eigenen Lebensraum zusammenschließen müßten, für den Japan der stabilisierende Machtfaktor sein werde, aber diese Wendung kam zu spät, um das Kabinett noch halten zu können. Der neue Siegelbewahrer, Marquis Kido, der dem engsten Freundeskreis des Fürsten Kon 0 ye angehört, schlug diesen dem Kaiser als künftigen Minister- präsidenten vor. Mitte Juli hat denn auch Fürst Konoye, der bereits in den Jahren 1937 bis 1939 Ministerpräsident und dann Präsident des Staatsrats gewesen war, fein zweites Kabinett gebildet. Daß in Tokio nun ein schärferer Wind weht und daß man dort anscheinend nickt länger gewillt ist, vor einer britischen Herausforderung die Segel zu streichen, um ä tout prix das britisch-japanische Verhältnis ungetrübt zu erhalten, erhellt aus der schon erwähnten Verhaftung zahlreicker politischer Agenten des britischen Secret service, der das ganze Land wie auch die japanische Interessensphäre in China mit einem ganzen Netz seiner Kreaturen überzogen hatte, um unter dem Mantel kultureller Betätigung großzügige Spionage zu betreiben und durch probritische Propaganda die Lebenskraft des japanischen 'Volkes zu untergraben. Auf die vom natürlichen Selbstbehauptungswillen gebotenen Maßnahmen der japanischen Behörden hat England mit Repressalien geantwortet, bk das Verhältnis Jahrgänge. Don Richard Gerlach. Als ich nun unter lauter Männern stand, die ebenso alt waren wie ich, nach.zweiundzwanzig Jahren zum erstenmal wieder, sah ich deutlicher als vorher, daß es Schicksal ist, einem beistimmten Jahrgang anzugehören. Wenn man allein für sich lebt, ist es kein großer Unterschied, ob man dreißig oder vierzig ist, obwohl es gewisse Dinge gibt, die einem nur mit den Jahren aufgehen. Vermutlich wird man auch mit fünfzig oder sechzig immer noch etwas von dem Jüngling in sich sehen, der man einmal war. Aber jetzt, unter den Kameraden des gleichen Jahrgangs, sah ich auf einmal, daß wir alle inzwischen gesetzte Familienväter geworden waren. Fast alle hatten mir das schwarzweißrote Band mit den beiden gekreuzten Schwertern, und mancher daneben das Eiserne Kreuz. Wir waren damals zwei Jahre lang Soldat gewesen, als wir noch nicht halb so alt gewesen waren wie heute. Aber nun standen mir wieder in Reih und Glied, und die Pause der zweiundzwanzig Jahre war wie aus gelöscht. Der Unteroffizier hatte auch den Polenfeldzug mitgemacht und war dann im Westen gewesen. Er erzählte uns von einem Abend an der Moseb Der Quartierwirt bat ihn noch auf ein Stündchen zu sich herunter in den Keller, der voll großer Fässer war. Der Greis sah den auch schon ergrauten Soldaten an, als wolle er prüfen, ob dieser wohl einen guten Tropfen zu schätzen wisse. „Welcher Jahrgang?" fragte der Alte. Es war der unsrige. Darauf wurde der Gast in eine Ecke des Kellers geführt, und der Winzer zog unter anderen Flaschen eine hervor, die kein Etikett zierte. Das Staubgespinst des Alters bedeckte sie. Nur auf dem Kork war die Jahreszahl unserer Geburt eingebrannt. „Es war ein vorzüglicher Jahrgang. Ich habe den Wein selbst als junger Mensch ab gefüllt." Dann scheute er ein und hob fein Glas. Das Feuer einer längst vergangenen Zeit rann über die Zungen. Jahrgänge, nur Menschen und Weinen gestehen wir diesen Ehrentitel zu. Die Weine behalten bie Wärme ober auch den Frost, wie es dem Sommer ihrer Reife beschieden war. Die einen sind süß und schwer, die anderen dünn und sauer, und keiner gleicht dem anderen ganz. Was sich bet den Weinen Rumäniens neuer Kurs. An der (Seife der Achse. — Ausgleich mit Ungarn und Bulgarien. Lösung der Zudenfrage. Bukarest, 9. August. (DNB.) Der rumänische Ministerpräsident ©igurtu erklärte in einer Rundfunkansprache: Erst eine von dem Geiste der Erneuerung auf allen Gebieten des nationalen" Lebens beseelte Regierung habe die Politik an der Seite Deutschlands und Italiens für die den Interessen des rumänischen Volkes günstigste gehalten. Diese Politik sei imstande, Rumänien ein würdiges Gedeihen zu sichern und es gleichzeitig in seinem kulturellen und wirtschaftlichen Leben vor dem Einfluß des Judentums zu retten. Diese Erneuerung schließe gewisse Opfer in sich. Die rumänische Regierung wünsche eine Verständigung mit Ungarn und Bulgarien auf einer Grundlage, die für die Zukunft eine friedliche und wirklich freundschaftliche Nachbarschaft verwirkliche. Nach einem Ueberblick über die Verteilung der Volksgruppen betonte Gigurtu, daß zwischen den verschiedenen Schwierigkeiten der beste Weg für eine Verständigung gesucht werden müsse, die sowohl vom ungarischen wie auch vom rumänischen Volk aufrichtig und loyal gewünscht werde und die in Zukunft jeden Konflikt in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern unmöglich machen solle. Die Bereinigung der Lage im Verhältnis Rumäniens zu Bulgarien, der weniger Schwierigkeiten im Wege stünden, solle einem Streit zwischen zwei Völkern ein Ende setzen, die sich im Laufe ihrer Geschichte oft und verständnisbereit geholfen hätten. Gigurtu gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Beziehungen zur Sowjetunion nun auf der Grundlage der besten Nachbarschaft sich entwickeln könnten. Der Ministerpräsident schloß mit dem Appell an die nationale Einheit, die der Natton an ihren Grenzen gutnachbarliche Beziehungen und einen dauerhaften und würdigen Frieden gewährleisten werde. Zur Regelung der Judenfrage in Rumänien wurden zwei grundlegende Gesetze durch den König verkündet. Das erste behandelt die rechtliche Lage der jüdischen Bewohner Rumäniens, deren Anteil an der Gesamtbeoölkerung auf stehn vom Hundert beziffert wird. Es wird im Gesetz genau festgelegt, wer als Jude zu gelten hat. Dann werden die Juden — hauptsächlich nach dem Zeitpunkt ihrer Zuwanderung — in drei Kategorien eingeteilt. Dem Gros ist es verboten, öffentliche Beamte zu sein oder öffentliche Berufe (Notar, Rechtsanwalt, Sachverständiger, Mitglied eines Derwaltungsrates, Handelstreibender oder Gastwirt) auszuüben. Ebenso dürfen sie der Wehrmacht nickt angehören, können Lichtspiettheater, Buch- und Zettungsverlage nicht leiten oder besitzen und sind auch aus Sportvereinigungen ausgeschlossen. Wegen des Wegfalls der Wehrpflicht werden sie zu einer Sondersteuer herangezogen. Grunderwerb in Landgemeinden ist den Juden verboten. Das Landwirtschastsministe- rium kann zur Enteignung jüdischen Grundbesitzes schreiten. Auch industrielle Unternehmungen dürfen Juden nicht mehr erwerben. Ferner wird ihnen untersagt, ihre Namen in rumänische Namen ab- zuändern. Der Schulunterricht für Juden soll besonders geregelt werden. Das zweite Gesetz verbietet Eheschließungen zwischen Juden und Blutsrumänen. beider Länder in eine Spannung gebracht haben, wie sie seit den Tagen des japanischen Vorgehens gegen die britischen Konzessionen in Tientsin und Schanghai nicht mehr zu verzeichnen gewesen war. Die Erklärungen des Außenministers Matsouka lassen es nicht glaubhaft erscheinen, daß Japan vor dem Druck Englands, das sich auch hier wieder in feiner ganzen Arroganz zeigt, zurückweichen wird. Mag auch England auf der einen Seite mit der Aufhebung des Burma-Abkommens, das Tfchiang- kaischek die. britischen Zufuhren sperrt, und mit der Kündigung des britisch-javanischen Handelsvertrages drohen und auf der anderen Seite durch Zurückziehung der britischen Garnisonen aus Schanghai, Tientsin und ganz Nordchina Entgegenkommen heucheln, dieses System von Zuckerbrot und Peitsche ist zu plump, um in Tokio Eindruck zu machen und Japan von der konsequenten Sicherung seiner Lebensinteressen abzuhalten. Das gilt nicht minder auch für die zwischen massiven Drohungen und besänftigenden Gesten schwankende Politik der Vereinigten Staaten im pazifischen Raum. Die „japanische Gefahr" spielt selbstverständlich in den ungeheuren Aufrüstungsprojekten des Präsidenten Roosevelt eine besondere Rolle, wenn auch in der Propaganda vornehmlich die totalitären Staaten für die Vermehrung der amerikanischen Rüstungslasten verantwortlich gemacht werden. Nach der Vernichtung Frankreichs scheint auch den Amerikanern Englands Nie- derlage unabwendbar zu fein, was freilich Roosevelt und seine Freunde nicht hindert, durch eine hemmungslose Hetze den britischen Kriegsmachern Mut zu machen,'obwohl sie genau wissen, daß eine amerikanische Hilfe, wenn sie überhaupt ernsthaft in Aussicht genommen ist, was durchaus bezweifelt werden kann, diesmal bestimmt zu spät kommen und Englands Schicksal nicht mehr wenden könnte. Aber für die Aufrüstungspropaganda in den Vereinigten Staaten ist die angebliche Bedrohung Amerikas durch einen Sieg der totalitären Staaten in Europa ebenso brauchbar wie die viel berufene „japanische Gefahr". Beides muß dafür herhalten, um dem amerikanischen Volk die Notwendigkeit des Baues einer Doppelflotte plausibel zu machen, die die Vereinigten Staaten in' den Stand setzen soll, sowohl im Atlantik wie im Pazifik eine jeder anderen überlegene Kriegsflotte zu unterhalten. Die von den beiden Häusern des Parlaments zum großen Teil bereits bewilligten Rüstungsvorlagen sehen nicht nur eine Vergrößerung der Kriegsflotte um ein "Drittel vor, sondern auch eine starke Vermehrung der Luftwaffe und eine Erhöhung des Mannschaftsbestandes der Bundesarmee oon 280 000 auf 400 000. Um die Einführung der Militärdienst- pflicht wird noch lebhaft gestritten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Roosevelt hofft, durch diese gewaltigen Rüstungen der amerikanischen Wirtschaft hinreichend Auftrieb geben zu können, um die Arbeitslosigkeit herabzickrücken. Don diesem wirtschaftspolitischen Erfolg, der seinem New Deal versagt blieb, erhofft der Präsident eine Förderung seiner Wiederwahl, für die außerdem der lächerliche Popanz einer außenpolitischen Bedrohung der Vereinigten Staaten herhalten muß, die nur eine Kontinuität der Staatsführung abwenden könne. Japans neuerliche Wendung zur autoritären Staatsführung wird in den regierenden Kreisen der Vereinigten Staaten mit größtem Mißtrauen betrachtet. Englands Rückzug aus Ostasien, eingeleitet durch die Aufgabe der britischen Garnisonen in China und die vorbereitete Räumung Hongkongs, läßt die Vereinigten Staaten als Partner, Japans allein im pazifistischen Raum, dessen südlichen Teil japanische Staatsmänner in die japanische Interessensphäre einbezogen haben. Auch in London hat man das Gefühl, daß etwas zur. Rettung der britischen Position wenigstens in dem bislang noch un» bestritten britischen Interessenbereich um den Indischen Ozean getan werden müsse. Der Dizekönig von Indien hat deshalb die britischen Anrainer des Indischen Ozeans, also Australien, Neuseeland, Südafrika, die ostafrikanischen Kolonien, Ceylon und Indien zu einer Wirtschaftskonferenz nach Delhi eingeladen, auf der versucht werden soll, durch enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit eine neue Klammer um diese für das Empire schlechthin lebenswichtigen Reicksteile zu legen. Man sieht, wie weit England vor der neuen Afienpolittk Japans feine Pflöcke zurückgesteckt hat. Die Vereinigten Staaten sind damit im eigentlichen pazifischen Raum allein gelassen. Sie sorgen sich nicht nur um die Zukunft der Philippinen, die zwar 1946 unabhängig werden sollen, aber damit für die Vereinigten ©tagten kaum an Interesse verlieren dürsten. Gewiß auf amerikanischen Einfluß hin haben die Philippinen die Einwanderungsquote für die Japaner auf 500 Personen herabgesetzt, während im vergangenen Jahr noch 2800 Japaner zugewandert waren. Nun hat sich der Präsident der Philippinen, Manuel Quezon, autoritäre Vollmachten geben lassen, anscheinend um jeder möglichen Entwicklung schneller begegnen zu könne«. Mit Sorge blickt man in den Vereinigten Staaten auch auf die im Dunkel liegende Zukunft der Straits Settlements, Britifch-Malaya, die vorerst noch durch die riesig ausgebaute Seefestung Singapore geschützt werden. Don hier bezieht Amerika im wesentlichen seinen Bedarf an Zinn und Kautschuk, die beiden wichtigsten Rohstoffe, in denen es noch vom Ausland abhängig ist, solange die mit nordamerikanischem Ka- pital eifrig betriebenen Kautschukpflanzungen in Mittelamerika noch nicht hinreichende Mengen erzeugen. Die Politik der Nadelstiche, mit der die bereinigten Staaten nun schon seit Jahren den Japa- n-an zusetzen, geht unverändert weiter. Nach der Kündigung des amerikanisch-japanischen Handelsvertrages ist die Ausdehnung des Exportlizenzsystems auf Schrott und Erdöl, bie praktisch einer Ausfuhrsperre gleichkommt, der jüngste Schlag der Vereinigten Staaten gegen Japan, das in beiden Dingen seit Jahren Amerikas bester Kunde war. Hawai erhielt ein Schwimmdock für Großkampfschiffe, die dem Philippinenhafen Manila vorgelagerte Insel Corri- gibor würbe zu einem starken Flottenstützpunkt ausgebaut, bie Insel Guam, mitten zwischen ben japanischen Mandatsgebieten der Marianen und Karolinen gelegen, wurde stark befestigt und amerikanische Flottenübungen -wurden bis weit in den westlichen Pazifik hinein abgehalten. Das alles sind betonte Unfreundlichkeiten, die für die pazifische Politik Roosevelts bezeichnend sind. Japan wird diesen Faktor in feine außenpolitische Rechnung eingestellt haben. Er wirb ein so tüchtiges, selbstbewußtes und mit Ernst und Aufopferung um eine große Zukunft ringendes Volk, wie es die Japaner sind, nicht auf die Dauer von der Sicherung seines Lebensraumes abhalten können. Dr. Fr. W. Lange. Für die Beseitigung Englands aus Osiasiett. Tokio, 9. Aug. (DNB.) 120 Mitglieder des Reichstages aus allen führende« Parteien schlossen sich als „Vereinigung für die neue politische Ordnung" zusammen und erklärten, daß die Regierung, unterstützt von einer starken politischen Körperschaft, die Führerstelle in der neuen Ordnung bilden müsse als Ausdruck untrennbarer Einheit von Führung und Volk. Das Gebot der Stunde sei die neue Ordnung, bie die Nation auf ber Grundlage der totalen Macht des Staates zusammenführe und den totalen Krieg vorbereite. Englanb wirb als Feind Japans bezeichnet und die Regierung aufgefordert, alle Maßnahmen zur Entfernung Englands aus Ostasien zu ergreifen. Der nationalistische Schriftsteller Tokutomi, Mitglied des Oberhauses uno Mitarbeiter des Nitchi-Nitchi-Konze r ns, warnt vor der „fast abergläubischen Anbetung Englands". Gewisse Kreise hätten anscheinend immer noch nicht erkannt, daß Englands Entfernung aus dem Fernen Osten die V o r a u s f e tz u n g für den Neuaufbau Großasiens fei. Sie wollten immer noch mit England zusammenarbeiten, also Feuer mit Brennholz löschen. Derselbe Churchill, der um Amerikas willen Japan nach dem Weltkriege geopfert' habe, wolle nunmehr der Welt weißmachen, daß England Frieden zwischen Japan und China wünsche. Aber Englands wahre Piratennahur sei wieder einmal bei ber Verhaftung der Japaner zum Vorschein gekommen. Man kenne Englands letzte Winkelzüge nicht, deshalb sei das Gebot der Stunde, immer wieder leidenschaftlich vor der britischen Politik zu warnen. England zieht seine Truppen aus den Ehina-Konzessionen zurück. Stockholm, 9. Aug. (Europapreß.) Unter dem Druck ber augenblicklichen Umftänbe hat sich Englanb gezwungen gesehen: seine sämtlichen Truppen aus den englischen bzw. internationalen Konzessionen in Schanghai, Peking, Tientsin unb sonstigen chinesischen Stäbten zurückzuziehen. Das englische Kriegsministerium gibt bekannt, baß bie Zurückziehung dieser Truppen erfolgt fei, um sie an anberer Stelle einzusetzen. Man vermutet in London, baß biete Truppen nach Hongkong abgegangen finb, um biefe fernöstliche englische Besitzung zu schützen. Die britische Botschaft in Tokio unter- in einem Sommer zusammendrängt, um bann zu dauern und auf feine Stunden zu harren, ist bei den Menschen über ein ganzes Leben verteilt. Keiner kann sich den Tag aussuchen, an dem er geboren wird. Es ist das den Jahrgängen gemeinsame Los, in Zeiten der Entscheidungen dasselbe Alter zu haben. Mögen wir auch sonst jeder seinen eigenen Weg gegangen sein, 1914 ober 1918 ober 1939 waren wir genau so alt. Wenn wir von Generationen reden, so fassen wir Jahrzehnte ähnlichen Alters zusammen. Es ist, "als ob wir bei den Weinen von denselben Lagen sprechen. Der Unterschied zwischen Jahrgang und Jahrgang wird einem erst klar, wenn man auf einmal die Altersgenossen wie- dersieht, die man seit der Schulzeit ober feit ber ersten Soldatenzeit vergessen hatte. Das Gemeinsame ist ba, ohne baß man darüber zu sprechen brauchte. Die Bürde der vier Jahrzehnte läßt sich nicht leugnen. Aber wir nehmen sie nicht zu schwer, denn jeder einzelne hält sich insgeheim ja doch noch für einen Jüngling. Go ändern sich die Zetten. Don Hansjürgen Weidlich. Es ist noch gar nicht fo lange her — ach, vor wenigen Monaten war es noch so: wenn ich da meinem Freunde begegnete, und ich saß auf meinem Stahlroß... du lieber Himmel, wie hat er sich da noch mißbilligend über uns beide geäußert! „Manometer, immer noch unterwegs mit dem alten Eimer?! Verstehe ich nicht. Verstehe ich wirklich nicht. Anständiger Mensch fährt doch nicht Fahrrad! Und dann noch so ’ne ausgeleierte Klapper müh le! Tut ja schon ordentlich weh, wenn man die bloß sieht!" „Laß doch! Ich war mit Sofie jetzt gerade wieder in den Bergen. Nicht eine Panne ..." „Richtig! Du nennst dein Fahrrad ja Softe. — Na ja, eine andere Frau... Also dafür lege ich meine Hand ins Feuer: solange du mit dieser Drahtschaukel verheiratet bi ft, wirst > du nie eine andere Frau finden. Wie lange besteht eure komische (He jetzt eigentlich schon?" „Och, so — warte mal... sieben, acht Jahre vielleicht." „Was?! Länger nicht? Ich dachte immer... Natürlich: ich habe mit demselben Apparat doch auch schon deinen Vater gesehen!" Irrtum! Ich habe Sofie alt getauft* „Dann aber wohl sehr alt, nicht wahr? Und sind die Leute dir da nicht gleich um den Hals gefallen, als du ihnen ... als fie mit deiner Hilfe den Schinken nun endlich los waren? Oder willst du mir etwa erzählen, daß du für die alte Karre auch noch Geld aus gegeben hast?" „Natürlich. Vierzig Mark. Und ich war froh..." „Vierzig Mark?! Jä, da bist du denn ... Ueberleg* doch mal: Vierzig Mark! Was man sich dafür alles kaufen kann! Und da kaufst du dir... Ach —V* „Was: Ach!" „Laß nur! Hat ja doch keinen Zweck. Mit der Dummheit... Was ist denn dies eigentlich für ein komisches Ding hier?" — „Das ist zum Anschließen." „Wie?! Anschließen tust du den Schlitten auch noch?" „Selbstverständlich! Ich werde mir doch Sofie nicht klauen lassen." „Das ist ber Gipfel! Dein Fahrrad flauen! Weißt du, was ich tun würde, wenn ich ein Dieb märe? Mich in die Ecke stellen und meinen — so beleidigt mürbe ich mich fühlen, baß bu bie Aalkutsche auch noch anschließt! — Was ist benn das für ein feitfan)es Gebilde?" „Das ist zum Umfchalten für die kleine und die große Uebersetzung. Gemifsermaßen der Ganghebel — erster und zweiter Gang." „Ich sage ja: hoffnungslos! Hoffnungslos größenwahnsinnig! Somas —! Und mit dem ulkigen Bock millst du bis in die Berge gemesen sein?" „Bis zum Achensee in Tirol!" „Hast ihn wohl auf bie Schulter genommen? Oder oben auf’n Omnibus verfrachtet? Soll ich bir mal was sagen? Was ich tun würbe, wenn dieser halbe Kinderwagen mir gehörte? Ihn langsam aus- einandernehmen unb bann jebes Stück einzeln kaputt brechen. Einzeln! — verstehst bu? Unb bann alles in’n Chausseegraben werfen unb braus rumtrampeln. — Rabfahren! Wie kann man bloß?!" — Ja, so etwa war ein Dialog, ben wir noch vor einem Jahr miteinander führten, als ich von meiner Urlaubsfahrt zurückgekommen mar. Inzwischen nun rft auch bas Auto meines Freundes auf gebockt worden. Vorgestern traf ich ihn: er trug in der Hand den Hut... Er schwitzte nämlich. „Mensch, diese Wege jetzt immer! Unb immer alles zu Fuß! Ja, bu kannst lachen: Du hast dein! Fahrrad. Mit dem kannst du überall bis vor die Tür fahren. Mer unsereiner... Wie geht es denn der guten alten Sofie überhaupt? Ein tolles Rad!, Was das nun schon so alles mit bir durchgemacht hat! Und ist doch nicht totzukriegen! Ja, ja, diese alten Räder! Die habeu's in sich. Wenn man bedenkt: sogar dein Vater ist doch schon mit ihm gefahren. Phantastisch!" . »Mein — ich habe doch Softe erst vor acht Jahren gekauft." „Was du nicht sagst! Acht Jahre hast du sie schon? Und alt gekauft? Sollte man nicht für möglich halten! Sieht doch noch immer... wirklich: sieht doch immer noch schmuck aus. Wieviel hast du eigentlich für sie gegeben?" „Vierzig Mark." „Was?! Mehr nicht? Tatsächlich bloß vierzig Mark? Mensch, das ist ja beinahe geschenkt! lieber- leg' doch mal: vierzig Mark — was kann man denn damit schon groß anfangen? Paar Kleinig- keiten, gewiß. Aber hier — acht Jahre hast du nun schon was davon! Und wo seid ihr überall gewesen! Was für Reisen hast du mit ihr gemacht! Denk' doch bloß an Tirol! Unb sogar die Berge bist bu hinaufgefahren mit deiner doppelten Übersetzung!" „O doch, bas ist auch ganz schön, so'n Zweigang, g-etriebe." „Schön? Das ist fabelhaft. Ich habe mir inzwischen Räder ^angesehen — da gibt es doch jetzt tatsächlich schon welche, die haben drei Gänge! Fast wie ein Auto. Großartig, sage ich dir!" „Wolltest du dir denn ein Rad kaufen?" „Na, selbstverständlich! Ich muß es nur erst 1er- mm. Ist das eigentlich schwer: rabfahren? Ich stelle mir bas herrlich vor: so aus eigener Kraft in bie Gegend flitzen... Du willst beins wohl nicht verkaufen?" „N ... nein!!" „Das konnte ich mir denken. Ist ja auch ein wunderbares Rab. Ich wollte, ich hätte genau so eins. Vierzig Mark — ich würde sogar fünfzig ge- ben." „Und was mürben deine Freundinnen sagen, wenn bu ..." „Ach, bu meinst... Hahaha, das wäre sg noch schöner! Fahrrad als Hinderungsgrund! Weißt bu, was ich mit so einer Frau tun würde? Ihr auch eins kaufen, damit sie kuriert wird. Aber so.was Dummes gibt es ja auch gar nicht. Also nochmals: überleg' dir — fünfzig Mark! Daß du bir es aber vorher ja nicht flauen läßt! Dazu ist es zu kostbar. Schließt bu es auch immer sorgfältig an?" — Wie gesagt: auch das Auto meines Freundes steht jetzt irgendwo aufgedockt.i, Englische Lügen. Von unserer Berliner Schristleiiung. Am 8. August kam es über dem Kanal bringt die leichte flaßei!^ von . Verteilung des Reingewinns. S. Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. 4. Wahl des Aufsichtsrats. 5. Wahl des Bilanzprüfers. 6. Verschiedenes. | Verschiedenes | 40-50000 R v. Jndustr.-Un- ternehmengegen gute Sicherh. u. Verzinsung ges. Schr. Ang. unt. 02675 a.d. G.A. Kirchliche Anzeigen. ('G. = Gottesdienst, KG. = Kinder- aotteSdienst, HG. = Hauvtgottes- oienst, HG.-Abendm. -- Hauvt- gotteSdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gießen. Sonntag, 11. August. Stadtkirche. 8, m. Christenlehre, Mark.-Gem., Becker,- 9.30, Lenz. Johanneskirche. 8, Zwinget: 9.30, Ausfeld. - Jobannessaal: 14, Taubstummengottesd., Ausfeld. Kapelle Alter Friedhof. 9.30, Ljz. Trommershausen. Kapelle Wetzlarer Weg. 9.30, Zwinge!. Gießen-Klein-Lindeu. 14, Zwinge!. Gießeu-Wieseck. 9.30 G.; 10.45 KG. Kirchberg. 9.30 G.-Christen!, f. d. männl. Jugend,- 11 KG. Daubringen. 13.15 KG.? 14 G. Evang.Stadtmission, Löberstr. 14. Sonnt., 11. 8., 8.30 Andacht: 20.30 Predigt. - Mittwoch, 14. 8., 20.30 Bibelstunde. Freie evana. Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonnt., 11. 8., 9.46 Erbauungsstde.r 15.30 Jah- reSfest. Pred. H. Schmidt von Bad Wildungen r 20.30 Evangelisation. - Dienstag, 13. 8., 20.30 Bibel» u. Gebetsstunde. Alleinsteh., ält. Damesuchtschöne 2- ob. 3-Zimrn.- Wobn. per sof. od. später. Auch auherh.d. Stadt. Schr. Ang. unt. 02696 a.d. G.A. 3-Zimmer- Wohnung für 2 Personen f. sofort od. spät, gesucht. Schrift!. Ang. unt. 02701 an 0. Gieß. Anz. 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Durch nichts kann die Musik ersetzt werden, und darum,muß erst recht im Kriege jeder in un- serm Volke, in Stadt und Land, reich und arm, durch und für die Musik gewonnen und erzogen werden, wenn mir bleiben wollen das „Volk der Denker und Dichter", das Volk der Arbeiter und gelben. Gerade unsere Zeit erkennt die Notwendigkeit der musikalischen Volkspflege im besonderen an. Sie weiß, daß mir nur dann von einer wahrhaften Kultur sprechen können, rnenn kein einziger von der heilsamen Kraft der Musikpflege ausgeschlossen bleibt. Und so wurde immer lauter, immer drängender der Ruf nach einer Volksmusik. Musik dem Volke! Aber nicht als Almosen, sondern als Recht! Leider verbinden manche mit dem Begriff „Volksmusik" den der Minderwertigkeit, wie das jo schlagend die Unterscheidung der Musikinstrumente in „Kultur- und Volksinstrumente" beweist. Demgegenüber muß betont werden, daß Volksmusik, wie alle Bildungs- orbeit am Volke, höchste Kulturarbeit ist, ja, daß ohne das Hineinstellen des ganzen Volkes in den Mittelpunkt und ohne die eigene Mitwirkung aller Volksgenossen von Kultur nicht gesprochen werden kann. Volksmusik ist Kulturarbeit; sie hat sogar den großen Vorzug, daß sie alle Menschen zur musikalischen Betätigung heranzieht. So hat jede im Hause eines Arbeiters gespielte Blockflöte, jede Harmonika, nach der man tanzt und singt, einen weit höheren Kulturwert als ein nur in vornehmen Konzerten gespielter Flügel oder als eine herrliche, aber meist stumme Orgel. Davon geht kein Deut ab! Aber die Instrumente stehen sich nicht so gegenüber, wie viele glauben mögen; von der Zither aus, von der Harmonika und vom Volkstanz aus hat mancher den Weg gefunden zum Orchester, zum Flügel, zum Chor. Seid gelobt, ihr Flöten und Lauten, ihr bringt Sang und Klang und Bewegung, Freude und Kraft in die weiten Kreise unseres Volkes hinein! Seid bedankt, ihr Musikanten, Sänger und Lehrer, alle, die ihr mit dem Volke musiziert, ihm Freude und Licht bringt in den Alltag, die ihr seine körperlichen und seelischen Kräfte weckt, damit es lebensbejahend und arbeitsfroh bleibt, fein Leben verschönt und es eins bleibt in Gesinnung und Tat. Das ist die Kulturaufgabe der Volksmusik: Mit- helfen an der Gesittung, Gesundung und.Höherentwicklung aller im Volk. Und wer lehrt uns das Einssein von Volks- und Kulturmusik besser als unsere ganz Großen im Reich der Musik, die tief im Volke wurzelten und zugleich in höchste Höhe wuchsen, die neben ihren großen Werken unzählige kleine Schätze dem Volke gaben? Wir rufen nach Volksmusik, nach Künstlern und Lehrern und Menschenfreunden, denen die Kultur das Höchste und die Musik als ein Mittel dazu erscheint. „Ehrt eure Meister'" — aber achtet alle die, welche in ihrem Kreise singen und spielen, Musik empfinden und erleben und Stein und Steinchen zusammenfügen zu dem Wunderbau: Deutsche Kultur! Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 10. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 11%, Kartoffeln, % kg 7 Rpf., 5 kg 68 Rpf., Wirsing, % kg 8, Weißkraut 6, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben 10, rote Rüben 6 bis 10, Spinat 18, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 16 bis 28, gelb, 22 bis 30, Erbsen 25 bis 35, Tomaten 25, Zwiebeln 14, Rhabarber 10, Pilze 50, Frühäpfel 30 bis 40, Falläpfel 10, Birnen 30 bis 60, Preiselbeeren 22, Johannisbeeren 25, Pflaumen 20 bis 28, Zwetschen 30 bis 35, Mirabellen 30 bis 35, Renekloden 35, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 1% bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 15, Lauch 17, Sellerie 20 bis 40, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Rpf. Wanderungen in der Heimat. Eine Waldschneise lockt zum Spaziergang. — (Aufn.: Hofmann.) Stimmungsvoller Blick vom Waldrand zum Dorf. Es liegt im deutschen Wesen begründet, daß wir uns hinaussehnen in die weite Welt. Fremde Länder, fremde Städte und fremde Menschen möchten wir sehen, möchten schauen und eraründen. Aber warum denn in die Ferne schweifen? Wenn wir wandern oder eine Reise machen, dann sollten wir unsere Heimat im tiefsten Sinne des Wortes „erwandern". Wer kennt unsere Heimat in allen Ecken und Winkeln? Wohl niemand. Wir müssen abseits von der großen Heerstraße wandern, müssen nach verborgenen Schönheiten suchen. Wir werden überrascht sein, denn immer wieder finden mir Plätzchen, die so schön und einladend sind, daß mir staunend stillestehen. Dieses Ermandem der deutschen Heimat bringt volle Erholuna und restlose Zufriedenheit. Die Jugend hat das schon lange gefühlt. Sie zieht singend und mandernd durch die deutschen Gaue, sie verschmäht auch die kleinsten Dörfchen nicht. Sie findet in Wald und Heide gar schöne Fleckchen, die jie in, ihr Herz schließt. Erst rnenn mir abseits von der Landstraße hineingehen in die Dörfer und auf die Höfe, lernen mir zu der Heimat auch den deutschen Menschen bei seiner Arbeit, bei Leid und Freud kennen, dann erst verstehen mir deutsche Art und deutsches Brauchtum. Solche Wanderungen, ganz ohne Ziel und Plan, bereichern und stärken zugleich. Wir fühlen immer mehr, daß mir eine große Volksgemeinschaft bilden, in der jeder an seinem Platz zu stehen hat. Wir verstehen dann manche Eigenarten und manche Merkrnürdigkeiten, rnenn mir sie an Ort und Stelle studieren können. Mit ganz anderen Augen betrachten mir dann unsere Umwelt. Die Wochen des Urlaubs öffnen manchem die Augen. Wir gerninnen neue Maßstäbe, unsere Ummelt zu schauen, und neue Wertungen merden uns vermittelt. Unser Blick weitet sich, wir verstehen und begreifen Zusammenhänge, die uns vielleicht bis dahin fremd waren. Deutsche Ver- aangenheit steigt empor und läßt uns immer mehr fühlen, wie eng wir mit unserer Heimat verwurzelt sind ... * Unser Wald birgt so viele Schönheiten, daß wir immer wieder überrascht werden. Kommen wir aus der gleißenden Sonne, noch umhüllt von der heißen Luft, umfängt uns im Wald sofort angenehme Kühle. Den harten Feldweg vertauschen wir mit einem weichen Nadelteppich. Wir atmen in tiefen Zügen die frische, harzige Waldluft. Mit diesem köstlichen Gegensatz zwischen Sonnenhitze und Waldesschatten werden wir sofort in eine andere Welt versetzt. Langsam schlängelt sich der Weg bergan. Die Tannen bleiben zurück, Buchen rauschen rechts und links, und wir schauen in einen Hochwald, in dem die Sonne helle Kreise malt. Das Laub raschelt unter unseren Füßen. Und dann sind wir oben. Der Hochwald wird abgelöst von Gebüsch und Gesträuch. Haselnüsse, Hainbuchen, junge Eichen und Kiefern in bunter Abwechslung. Am Rande des Grabens, auf dem weichen Moospolster, lagern wir uns. Ganz links können wir durch den schmalen Waldweg hinaus auf das weite Feld sehen. Keine fünf Minuten brauchen wir, um draußen den fleißigen Schnittern und Schnitterinnen zuzuschauen. Nun schlagen wir uns auf einem Jägerpfab durch den Niederwald und schrecken auch nicht zurück, wenn uns einmal ein Zweig ins Gesicht fährt; denn etwas weiter unten kennen wir einen Fuchsbau. Vielleicht haben wir Glück und sehen Meister Reineke. Aber heute scheint er sich im Innern seiner Burg aufzuhalten. Einige Meter von dem Eingang quillt klares Wasser aus der Erde. Eine einfache Tonröhre faßt die kleine Quelle, und bequem können wir daraus trinken. Das labt und erquickt! Die Sonne ist inzwischen höher gestiegen, und wir könnten mit einigen Schritten wieder durch den Hain hinaus in das freie Feld gelangen. Noch find aber nicht alle Reize entdeckt, die uns der kleine Wald bietet. Ein Pflanzgarten am Wege lockt zunächst zu kurzer Schau. Wir freuen uns an den kleinen Zwergbäumchen, die ordentlich in Reih und Glied stehen, blicken, da die Tür unverschlossen ist, in die Waldhütte, die auch von freh Jägern als Nachtlager benutzt wird, machen einen Sprung über einen tiefen Graben und kommen dann in eine Schlucht, die zur Regenzeit von einem Bächlein durchflossen wird, jetzt aber vollständig ausgetrocknet ist. Ein Treppchen aus Stangenholz führt hinab. Schlanke Eschen umgürten die Wasserrinne. Unser Fuß sinkt ein, überall raschelt es. Frösche leben hier, wir haben sie in ihrer Ruhe gestört. Auch eine Ringelnatter kreuzt unfern Weg, der jetzt wieder durch ein Gebüsch führt, hin zu einem Steinbruch. Er liegt verlassen und einsam. Schon viele Jahre sind es her, daß hier Steine gebrochen wurden. Nun aber haben alle möglichen Pflanzen die Felsen überwuchert, sogar einige der giftigen Tollkirschen stehen da mit ihrem tiefdunklen Laub. Und dann sind wir am Waldrand. Noch liegt unser Weg im Schatten der Bäume, er wird aber Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! nachmittags überflutet und durchglüht von dek Sonne. Hier holten wir einst die erstenErbbeerem An den Wald schließt sich eine breite, von drei Seiten eingeschlossene Wiese an. Gerade die Waldwiesen bezaubern uns immer wieder. Gegen Abend, wenn die Sonne nur noch die Baumwipfel bescheint, sitzt es sich hier wunderschön. Dann kommen die Rehe, um ungestört zu grasen, die Hasen hoppeln gemütlich durch das niedrige Gras, ganz in der Ferne hören wir einen Eistnbahnzug rauschen Solche Wälder und Wäldchen gibt es in unserer Heimat überall. Wir brauchen tatsächlich nicht Schulkinder sammeln Heilkräuter. Die Kinder in den Schulen unserer Stadt haben sich in den vergangenen Wochen mit großem Eifer der Sammlung von Heilkräutern gewidmet und gehen nach wie vor mit unvermindertem Eifer daran, diese Sammlung fortzuführen. Selbstverständlich darf dabei der Schulunterricht nicht versäumt werden, vielmehr geschieht das Sammeln in der Freizeit. Unser Bild zeigt das erste Ergebnis, das — wie wir bereits kurz berichteten — dieser Tage zur Bahn gebracht wurde. Im Bilde rechts der Beauftragte für die Heilkräutersammlung an den Gießener Schulen, Lehrer I m m e l. — (Ausnahme: Neuner, Gießener Anz.) Die schöne Meiusine Roman bon Hans Richter. 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 21. Ist schon der plötzliche Kriegspfad über die Runeninsel etwas, das der harmlose Hellwig nicht verstehen kann, so wird ihm im Laufe der nächsten Stunden Tildes Gemütsverfassung immer unklarer. Sie besteht darauf, daß sie dieses Mal rudern und daß er steuern soll, und legt sich mit einer fast an Wut grenzenden Kraft in die Riemen, kommt atemlos an der Waldmühle an und bricht erst hier das verbissene Schweigen, in dem sie die ganze Zeit verharrt hat. „Wollen Sie heute einmal ganz besonders nett zu mir sein, Herr Hellwig", sagt sie, als sie wieder nebeneinander im Wagen sitzen. Und er: „Das bin ich doch sonst auch, Fräulein Silbe." Sie wird ungeduldig. „Ja, aber heute — sagen Sie einmal, für das Auto ist doch Steinbergen nicht weit? <5teinbergen/ liegt gegenüber von Utrin. Wir können die Stadt ^links liegen lassen und bei der Schleuse über die Brücke fahren." „Ich denke, wir wollen in Lüchow bleiben?" „Wollen wir auch. Aber sehen Sie einmal, Hellwitz, Lüchow ist doch nun einmal ein Protzenstall, und wenn ich in dem Fähnchen, das ich jetzt anhabe, dort hereinschneie, ziehen die Filmleute einen Flunsch." Sie legt ihm die Hand auf den Arm, sieht ihn bittend an und wickelt ihn nunmehr windelweich um den Finger. „Wenn es Ihnen Freude macht, Fräulein Tilde." „Sie sind wirklich ein netter Mensch", haucht sie und findet, daß die Emesti im Film den Satz auch nicht besser hätte bringen können. Gleichzeitig schilt sie sich innerlich ein Biest, weil sie den guten braven Hellwig so zum willenlosen Werkzeug macht. Aber es ist nun einmal so, man hat nicht umsonst Modell für die Melusine gesessen. Wenn du eine Melusine aus mir machen willst, sollst du sie auch Haden, denkt Tilde. Weil unnötige Redereien vermieden werden sollen, wird Wilhelm Hellwig gebeten, im Wagen zu warten. Er tut das geduldig, während eine gewisse Melusine zuerst einmal alle Schränke durchkramt, aussucht, wieder verwirft und zuletzt ein blaues Teekleid in die engere Wahl stellt, das angenehmerweise mit nach Steinbergen genommen worden ist. Als Tilde es einpackte, hat sie an Möglichkeiten in Utrin gedacht. Für Lüchow paßt es noch besser. Tante Malwine sieht dem Gehabe ihrer Nichte ratlos zu und mißbilligt es. „Zu meiner Zeit", setzt sie an, wird aber bei den Schultern gefaßt und hinausgeschoben. Was sie noch zu bemerken hat, mag sie ihrem Schwager anvertrauen. Blau ist die Melusinfarbe, und heute wird Melusine gespielt. Tilde läuft im Unterkleid in Vaters .Arbeitszimmer und unterrichtet sich über die Dame Melusine. Für so etwas ist und bleibt das Konversationslexikon die beste Quelle: Melrose, Melsungen — Meltau — Memel — nein, das ist schon zu weit. Hier — Melusine, auch Fischweibchen, eine schöne Meer fee, nach der Sage die Gattin Raimon- dins, die Stammutter der Lusignan. Einst überraschte sie ihr Gemahl in Fischgestalt, und sie verschwand mit lautem Wehklagen. Sieh mal an, die Dame wollte also nicht, daß der Herr Graf hinter ihr Geheimnis käme. Sehr lehrreich und sehr passend! Männer brauchen nicht alles zu wissen. Hätte er ihr nicht nachgeschnüffelt, vielleicht wäre die Ehe bis zum Ende glücklich gewesen. Aber da steht noch mehr: So oft seitdem dem Königreich oder ihren Nachkommen, den Grafen von Lusignan, Unglück bevorstand, wurde sie drei Tage vorher auf dem Turm des Schlosses in Trauer gesehen. Na, damit kann man nicht mehr allzu viel anfangen, und außerdem, bis zum Fischschwanz ist Herr Deetjen- Raimondin noch nicht einmal gekommen. Er ist wütend geworden, weil nicht alles nach seiner Nase gegangen ist, und jetzt scharwenzelt er mit der Sprenger herum, die es ihm sündhaft leicht gemacht hat, und trägt Filmschauspielerinnen aus dem Boot ans Land. Ha ha, das mit dem lauten Wehklagen stimmt auch nicht. Da haben Sie sich getäuscht, mein lieber Herr Deetjen. Im Gegenteil, wir gedenken uns heute abend prächtig zu amüsieren. Wir werden uns verwöhnen lassen, und wir sind überhaupt keine Melusine, sondern Tilde Rohloff, stehen mit beiden Beinen in der Gegenwart und bauen uns jetzt eine hübsche neue Stellung. Wenn man es genau besieht, ist Wilhelm Hellwig nicht einmal so übel. Er wird sein, was eine Frau aus ihm machen wird. Vorerst ist allerdings nicht viel zu machen, Hellwig sitzt im Auto und hat nur-einen Anzug bei sich. Mag er. Als Tilde herauskommt, sagt er „Ah —", und sie liest befriedigt in seinen Augen, daß sie ihm gefällt. „Wir müssen noch rasch nach Utrin hinüber, Herr Hellwig", bittet sie. „Ich habe noch eine Kleinigkeit zu besorgen." In Utrin hält vor der Apotheke ein Wagen, und aus diesem Wagen strömt die Familie Mewes, aus Lotte, Fritz und dem Schnunks bestehend. Lotte läßt Wagen und Familie im Stich und begrüßt Tilde. „Du, wir haben Urlaub gekriegt und sind bei Vatern eingefallen." Und Wilhelm Hellwig musternd: „Wer ist' denn bas?" „Das ist mein zukünftiger Chef." „Und mit dem ziehst du so hier in Utrin herum?" „Wir haben hier zu tun." „Na, einen Arbeitskittel hast du ja gerade nicht an. Siehst übrigens blendend aus, Tilde, ich denke, du wolltest paddeln?" „Tu ich ja, aber heute abend sind wir in Lüchow." „Wir machen in Familie, kann Vater verlangen. Sag mal, wenn du das „Lotteken" nicht mehr brauchst?" „Das Boot liegt in Lüchow, ich bringe es dir morgen abend. Uebermorgen und Sonntag bin ich sowieso nicht hier." „Kannst es ja später gern wieder haben." Aber sie hat das Gefühl, daß die Ferien von nun ab anders verlaufen werden. „Ich brauche es nicht mehr", sagt sie. Als sie in Lüchow ankommen, liegt das Haus noch im Dornröschenschlaf. Der Besitzer ist viel fteundlicher, als er neulich war, Hellwig hat schon recht gehabt: die neue Firma erfreut sich einer gewissen Beliebtheit. Trotzdem das Haus nun wirklich ziemlich besetzt ist, bekommt Tilde ein hübsches Zimmer mit fließendem Wasser und hat sogar Aussicht auf den See. .Lotteken" wird von starken Männerfäusten in den Bootsschuppen getragen. Das Gepäck kommt aufs Zimmer. Da liegt nun das Zelt und das Kochgeschirr und hat ausgedient. Die Runeninsel ist entzaubert. Ein bißchen wehmütig denkt Tilde an den hübschen Platz und an die große Einsamkeit, steht am Fenster und sucht mit dem Glas, das ihr der Besitzer geliehen hat, die Wasserfläche äb. Als das weiße Motorboot auf dem Mückenfließ austaucht, geht sie hinunter und legt sich mit Hellwig, der glücklich ist, weil sie sich heute so viel um ihn bekümmert, in Liegestühle. Agnes Sprenger übersieht die Lage natürlich sofort. Eigentlich war sie ja noch nicht sicher gewesen, ob sie sich für Bobby ober für Hellwig erwärmen sollte. Aber Bobby ist ein Eisklotz und hat sie enttäuscht. Also beschließt sie, ihn auf den neuen Mann eifersüchtig zu machen. „Es war fabelhaft, Hellwig. Sie haben wirklich etwas versäumt", sagt sie und spielt Garbo. Hellwig bekommt einen Wink und schweigt sich über die Fahrt nach der Insel aus. Agnes Sprenger wirft einen raschen Blick auf ihn und Tilde Rohloff und wundert sich. Sieh mal an, denkt sie, stille Wasser sind tief, und als sie weiterspricht, ist bas eigentlich mehr für ben Mann als für die Frau bestimmt. „Ist 'boch was anberes, als so immer im Büro sitzen", sagt sie. „Sehen Sie, hier lernt man eben Menschen kennen. Also wir sind mitten in der Aufnahme, ba kommt ein Mann an, ich bin zuerst furchtbar erschrocken —" „Sie erschrecken boch sonst nicht so leicht vor Männern, Agnes", kann sich Tilde nicht verkneifen. „Na ja, zuerst, er war doch im Badeanzug. Aber nachher war er furchtbar nett. Er ist Fabrikbesitzer hier in der Gegend, fabelhafter Betrieb, wir machen dort morgen Aufnahmen." Wieder streift ein Seitenblick Hellwig. „Dann haben Sie ja nicht viel mit ihm zu tun, Fräulein Sprenger", Tilde kann es nicht hindern, daß sie sich über die Art der anderen ärgert. „Wieso nicht?" tut sie harmlos. „Gerade. Ich habe ihm ben ganzen Film erklärt. Wißen Sie, Fräulein Rohloff, so in leitender Stellung in einem Großbetrieb auf bem Laube — ich habe mir gleich gebucht, solch einem Menschen, der boch nicht viel in bie Stabt kommt, fehlt eben eine elegante Frau " „Und die möchten Sie gern barstellen, Sprenger, wie?" (Fortsetzung folgt.) Firma und seine Arbeitskameraden sowie von fetten der Deutschen Arbeitsfront wird der Jubilar an seinem Ehrentage entsprechend gefeiert werden. Strafkammer Gießen. Wegen Konkursoergehens hatte sich gestern der W. W. aus Holzhausen v. d. H. vor der Strafkammer Gießen zu verantworten. Nach der Anklage soll er als Schuldner, der seine Zahlunaen eingestellt hatte, Dermögensstücke beiseite geschafft haben, um seine Gläubiger zu benachteiligen. Ferner wird ifym vorgeworfen, er habe Jeine Handelsbücher so un- ordentlich geführt, daß sie keine Uebersicht über Die gepflegte Küche verwendet" TAGyPRHIERMEHL ien stellte er < , ; M ouinwwiVtu UHU nienu geunrrr, oyne OQR eoocy i der Betrtebefuhrung erworben, und mit allen Mit- nenswertere Einbußen dadurch arbeitern pflegt er gute Kameradschaft. Durch die I Geschäftsumfang hat sich zuseh, kirchen gezeigt werden. N. । erlitt. Lediglich der ends verringert. ** Arbeltsjubiläum. Am morgigen Tage feiert der Arbeiter Heinrich Sch epp aus Linden- struth bei den Gailschen Tonwerken in Gießen sein 26jähriges Arbeitsjubiläum. Herr Schepp ist als Former in diesem Betriebe beschäftigt. Er hat sich während dieser Zeit die Zufriedenheit und Achtung 29/3Ö- MMßDL?-. 2JU. seinen Dermögensstand gewährten. Schließlich wird er noch beschuldigt, eine gepfändete bzw. mit Beschlag belegte Sache beiseitegeschafft zu haben, um sie der Vollstreckung zu entziehen. Der. Angeklagte bestritt jegliche Schuld, er behauptete, die gepfändete Sache gehöre nicht ihm. Der Verteidiger vertrat den Standpunkt, der Angeklagte sei zur Buchführung nicht verpflichtet gewesen. Vor Schluß der Beweisaufnahme wurde zwecks weiterer Aufklärung die Weiterverhandlung vertagt. freundliche Börse mit Sonderbeweaungen. Vorspielzeit im Gtadttheater Gießen. Von Gerhard Meuter, Dramaturg des Staditheaiers. Heiterer Abend mit Olga Tscheschowa. Der NS.fGemeinschaft „Kraft durch Freude" ist es gelungen, Olga Tschechowa für mehrere Gastspiele in unserem Gau zu verpflichten. Im Rahmen eines Kleinkunstproarammes werden wir Gelegenheit haben, die Künstlerin am 19. August in Gießen, Gloria-Valast, zu sehen und zu hören. Der Unterschied zwischen Bühne und Film bedarf keiner besonderen Erwähnung, aber Olga Tschechowa wird uns alle auch aut der Bühne be- aeistern. Dabei ist es unwesentlich, ob sie Chansons singt, rezitiert oder plaudert; sie ist auf allen Gebieten zu Hause. Charmant, geistreich und liebenswürdig, wie sie als Mensch ist, so begabt und großartig ist sie als Künstlerin. Für jeden Besucher wird dieser Abend zu einem Erlebnis werden. Die weiteren Mitwirkenoen sind sämtlich hervorragende Künstler von Bühne, Variete und Funk. Die ausgezeichnete Operettensoubrette Charlotte Schütze vom Deutschen Theater, Wiesbaden, die unsere Soldaten besonders ins Herz geschlossen haben, das Berliner Klavier-Duo Blacky Hübner-Thomas Thomassen, das Tanz-Duo der Berliner Staatsover, Günther Heß und Lisa Kretschmar, ferner Gustav Jürgens, der humorvolle singende Spielmann, ein genialer Täuschungskünstler von internationalem Ruf. Kein Auge bleibt trocken, wenn — wie in diesem Falle — Georg Krönlein, der famose Ansager, dabei ist. Den Reigen der Darbietungen beschließen die zwei Lind- greene, die einen hervorragenden komischen Rollschuhakt „auf die Beine stellen". Am Flügel wird Willy Eberhardt als Begleiter sein Können beweisen. Das Interesse, das dieser Veranstaltung entgegen- gebracht wird, ist außerordentlich groß. Wer möchte Der Klasse A gehören die Jahrgänge 1922 und 1923 an, während sich in der Jugend-ö-Klasse alle nach dem 31.12.1923 Geborenen zusammenfinden. Der BDM. bestreitet ebenfalls einen Dreikampf, be- stehend in 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballweitwurf. Am Nachmittag trägt die Handball-Jugendmann- schäft des Turnvereins Watzenborn-Steinberg ein ffreunMdxrftefpiel gegen die starke Jugendmann- schäft des benachbarten Turnvereins Holzheim aus, um für das erst kürzlich in Watzenborn-Steinberg Eingang gefundene Handballspiel weitere Interessenten zu werben. Während der Pause und noch dem Spiel fallen die Entscheidungen der Einzelkämpfe. Den Abschluß des Tages bildet dann ein Fußballfreundschaftsspiel zwischen der 1. Mannschaft fces FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg und der l. Elf der Sportgemeinde Großen-Buseck, sowie die hieran folgende Siegerehrung. Die Vorbereitungen für die neue Spielzeit des Stadttheaters Gießen sind im vollen Gange. Auf der Bühne und in den verschiedenen Proberäumen herrscht reges Leben. Alle drei Kunstgattungen: Schauspiel, Oper und Operette, sind eifrig mit der Einstudierung der ersten Werte beschäftig, die die Spielzeit eröffnen sollen. Wen in den Dormittagsoder sväteren Nachmittagsstunden der Weg am Stadttyeater vorbeiführt, der sieht auf den Bänken die Künstler sitzen, die sich einen Augenblick von den anstrengenden Proben erholen, oder er hört aus einem oer weitgeöffneten Fenster eine ihm vertraute oder noch unbekannte Stimme ertönen, je nachdem, ob ein altes oder neuverpflichtetes Mit- Slied des Hauses dort seine Gesangsprobe abhält, iber all das sind nur kleine flüchtige Einblicke, die das Publikum in die unaufhörliche Geschäftigkeit aewinnt, von der das Theater zur Zeit erfüllt ist. Gibt es doch viel zu bedenken und zu erledigen, ehe man, wohlvorbereitet, in die neue Spielzeit schreiten kann. Etwas von dem, was bisher schon geleistet ist, wird nun der Öffentlichkeit durch den Werbeprospekt bekannt werden, der in den nächsten Tagen erscheinen wird. Jeder, der das Heft zur Hand bekommt, wird gern darin blättern und sich mit den Planungen der nächsten Spielzeit vertraut machen. In zwei gesonderten Abschnitten „Verpflichtung und Aufgabe" und „Plan und Gestaltung" wird ihm vor Augen geführt, nach welchen künstlerischen Gesichtspunkten das Theater geleitet sein wird und welcher Art die wichtigsten Werte sind, die zur Aufführung gelangen sollen. Auf anderen Seiten findet et eine Aufstellung des gesamt en Spielplans und der Spielaemeinschaft. (Sine Fülle neuer Namen begegnet ihm hier, zwischen denen er doch auch die seiner alten Lieblinge wiederfindet. Die beige fügten Photographien lassen den Betrachtern einen ersten Eindruck von den neuen Mitgliedern gewinnen. Viele, die das Heft eingehend studieren, werden von dey Vergünstigungen und Vorteilen einer Platz- oder Wahlmiete Gebrauch machen wollen. Denn wer sich erst einmal davon überzeugt hat, daß die Intendanz bemüht ist, dem Publikum nur bestes dramatisches Gut ernster und heiterer Art zu vermitteln, der wird sich gerne zum regelmäßigen Besuch des Theaters verpflichten. Versteht es doch keine Kunst so, den Menschen in seinem tiefsten Empfinden zu packen, wie die der Bühne. Anderseits benötigt aber auch keine so sehr den unmittelbaren Widerhall des Publikums. Erst aus der Verbindung de» Spieler und der Zuschauer entsteht die geheimnisvolle Wirkung des Theaters. VfV.-R. 1. Jugend — Grünberg 1. Jugend. Die 1. Jugend von VfB.-Reichsbahn bestreitet ein Freundschaftssviel gegen die 1. Jugend von Grün- berg. Die Spielstärke der Gäste ist hier wenig bekannt. Die 1. Jugend von VfB.-R. stellt eine oer- stärkte Mannschaft, so daß der Ausgang des Spieles völlig offen ist. Ortssportgemeinschaststag in Watzenborn-Steinberg. Am morgigen Sonntag begeht die Gemeinde Watzenborn-Steinberg ihren Ortssportgemeinschaftstag. Hieran nehmen außer den örtlichen NSRL.» Vereinen die SA., die Wehnmannschaften, die Politischen Leiter, die HI., sowie der BDM. teil. Morgens beginnen die Wettkämpfe auf dem Sportplatz an der Neumühle. Die über 30jährigen Teilnehmer bestreiten einen Wehrdreikampf, bestehend aus Keulenweitwurf, 100-Meter-Lauf und Schießen. Die aktiven Sportler wurden in eine A- und ^Klasse eingeteilt und bestreiten je einen Fünf- Kamps, bestehend in Kugelstoßen, Weitsprung, 100- Meter-Lauf, Hochsprung und 1000-Meter-Lauf. Ebenfalls ist die Jugend in zwei Klassen eingeteilt. seit einigen Jahren in Gießen im Ruhestand lebende PlHburgermeifter Johannes Leun im 86. Lebensjahre gestorben. Mit ihm ist ein Mann heim- gegangen, der sich nicht nur in Großen-Linden, sondern weit darüber hinaus großer Beliebtheit und Wertschätzung erfreuen durfte. Als Bürgermeister hat Johannes Leun 33 Jahre lang die Geschicke von Großen-Linden geleitet. Während seiner Amtszeit konnte die Stadt Großen-Linden eine ganze Anzahl größerer Dbjekte durchführen. Dem Wirken des Bürgermeisters Leun sind vor allem die Errichtung des Bahnhofs Großen-Linden und die Schaffung der Wasserleitung, ferner der Ausbau zahlreicher Straßen, der Umbau der Kirche ufw. zu verdanken. Daneben schuf er noch eine Reihe weiterer Einrichtungen in feiner Gemeinde, die sich für die Einwohnerschaft als sehr nützlich erliefen. Neben seinem Bürgermeisteramt wirkte er früher lange Jahre als Abgeordneter im damaligen Hessischen Landtag im Dienste der Heimat. Der Bür- germelster-Dereimgung des Kreises Gießen stellte er während vieler Jahre ebenfalls seine Kraft tatftoh und ehrenamtlich zum Dienst für die Allgemeinheit Zur Verfügung, lieber 40 Jahre gehörte er u. a. auch dem Verwaltungsrat und späteren Aufsichtsrat der Bezirkssparkasse Gießen an. «sowohl in feinem Bürgermeisteramt, als auch bei der Ausübung seiner vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeit hat er allen Volksgenossen immer gern mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Sein großes Wissen, seine reichen Erfahrungen, feine persönliche Liebenswürdigkeit und fein vornehmer Charakter gaben ihm die Möglichkeit zum segensreichen Wirken im Dienste der Allgemeinheit, insbesondere der von ihm verwalteten Stadt Großen-Linden. Im Gedenken seiner Heimat und in der Erinnerung aller derer, die ihn kannten und wertschätzten, wird der Verstorbene in hohen Ehren fortleben. Vielseitige neue Wochenschau. Die neue Wochenschau, die ab heute in beiden Lichtspielhäusern gezeigt wird und die wir bereits heute morgen sehen konnten, ist wiederum außerordentlich reichhaltig. Die Bilder muten zunächst durchaus ftiebensmähig an. Wir bewundern Seiltänzer und Artisten, die in großen Veranstaltungen zur Unterhaltung der Verwundeten und Soldaten ihr Können zeigen; man wohnt einer Zirkusvorstellung bei, in der alles zu sehen ist, was man von einem Zirkus erwartet, wird ferner im Geiste auf die Sportplätze großer Betriebe geführt, wo die Gefolgschaftsmitglieder unter sommerlichem Himmel Ausgleichssport treiben, um ihren Körper vor Schä- den, die aus einseitiger Arbeit entstehen könnten, zu schützen. Weitere Bilder zeigen uns das angeblich pulverisierte Hamburg vom Turm der Micyae- liskirche aus unbeschädigt unter heiterem Himmel. Mit größtem Interesse folgt man dann den Aufnahmen aus einem großen Rüstungsbetrieb, in dem Tanks hergestellt werden. Man lernt den Arbeitsprozeß in vielen Einzelnen Vorgängen kennen und verfolgt die Tanks bis auf die Prüffelder und bei ihrem ersten Einsatz im Prüfungsgelände. Weitere interessante Bilder und Szenen führen auf deutsche Feldflugplätze, man erlebt ferner die Auszeichnung tapferer deutscher Soldaten mit dem Ritterkreuz, lernt in charakteriftffchen Bildern die Inseln Jernsey und Guemsey kennen, sieht erfolgreiche deutsche U-Boote beim festlichen Empfang in der Heimat und fühlt sich in den letzten Bildern in deutsche SturAkampfbomber versetzt, die zum Angriff auf Tankanlagen, Schiffe, Jndustriewerke und Hafenanlagen Englands eingesetzt sind. Die neue Wochenschau wird am morgigen Sonntag wieder in einer Sondervorstellung gleichzeitig mit der Wiederholung der Wochenschau von Sun- auch nicht dabei fein, wenn ein Abend mit Olga Tschechowa angekündigt ist? Lustiger Abend im Lager Bergwerkswald. Die Pimpfe, die gegenwärtig im Schulungslager Bergwerkswald an einem Kursus teilnehmen, der dem Zweck dient, die späteren Führer des Jungvolks auf ihre Aufgaben vorzubereiten, hatten für den gestrigen Freitagabend zum Abschluß des Kursus zu einem luftigen Abend eingeladen. Eltern waren dazu erschienen. Für die Partei nahm Kreis- geschäftsführ-er Weber teil. Hauptstellenleiter S t i e g l m e i e r hielt eine kurze Ansprache und hieß Eltern und Gäste herzlich willkommen. Er wies kurz auf die Aufgaben der Schulung hin und sprach von den Pimpfen, die den lustigen Abend ganz aus eigener Phantasie gestalteten und die Vorbereitungen dafür in tiefer Geheimniskrämerei und in kärglich zur Verfügung stehender Freiheit getroffen hätten. Die Pimpfe marschierten dann mit einem fröhlichen Lied auf und brachten in der Folge ein buntes Programm, das den Zuschauern viel Spaß bereitete. Da wurden „Moritaten" in einfachen Szenen gespielt, wortlos aufgeführte Schnurren reizten zu herzlichem Lachen, luftige Borkämpfe wurden ausgetragen, für die die Vorbereitungen mit einer originell betonten Umständlichkeit getroffen wurden. Manches andere Scherzspiel, so wie sie das Jungvolk zu Dutzenden auf Lager hat, wurde aufgeführt oder vorgetragen. Schließlich kamen auch „Dichter" zu Wort, die in ihrer Freizeit Verse geschmiedet chatten und nun vor einem dankbaren Publikum damit glänzen konnten. Auch das, was an Leibesübungen im Rahmen des Kurses gepflegt worden war, wurde in einigen Proben gezeigt. Schließlich wurde manches frische Lied gesungen, in das die Gäste gerne einftimmten. Die Veranstaltung, die in der idyllischen Umgebung von Park und Wald im Freien ftattfanb, war für die Zuschauer eine hübsche Unterhaltung, zudem damit ein längerer Spaziergang in schöner Landschaft verbunden war. Im Rahmen des Schulungskursus war eine intensive Arbeit geleistet worden. Die meisten Pimpfe konnten eine Reihe von Hebungen für das Lei- tungsabzeichen des Jungvolks bestreiten. Sie traten zum Lauf, zum Sprung, zum Schießen an und erzielten dabei ausgezeichnete Ergebnisse. Es wurden Ausmärsche in das Gelände unternommen und dabei die Prüfungen in der Geländekunde, in der Orientierung und verschiedenen sonstigen Disziplinen abgelegt, die zum Dienst im Jungvolk gehören. Deutscher Wandertag in Marburg. Vom 6. bis 8. September findet in Marburg der Großdeutsche Wandertag statt, zu dem der Reichswanderführer, Ministerpräsident a. D. Professor Dr. Werner aufgerufen hat. An dem Wandertag werden sich vor allem die Wandervereine der nahe- ;elegenen Gebiete unserer Heimat beteiligen. Mit )er örtlichen Vorbereitung wurde der Oberhessische Gebirgsverein, Gruppe Marburg, beauftragt. Der Vogelsberger Höhen-Club, der Oberheffische Gedirgs- ocrein, der Westerwaldoerein, der Rhönklub und der Odenwaldklub werden in einer Sternwanderung dem Tagungsort zustreben. Für den Wandertag find Sitzungen, Kameradschaftstreffen, Führungen durch Mar- Durg, musikalische Veranstaltungen usw. vorgesehen. Der Wandertag wird von Reichsverband der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine durchgeführt. Der Je mehr sich entschließen werden, als treue Freunde die Bühne in beständiger Anteilnahme zu unterstützen, um so fruchtbarer muh ihre künstlerische Arbeit sein, der ja von unserem Führer als höchstes Ziel gesetzt ist, jeden Deutschen als lebendiges Glied einzuordnen in das geisttg-kul- turelle Schaffen unseres Volkes. Sommerspielzeii — Gastspielzeit im Gtadttheater. Wenn an den Theatern Berlins die Schilder erscheinen „Wegen Ferien geschlossen", dann rollen über die Landstraßen die Wagen mit den Spielgemeinschaften, die drei, vier oder fünf Schauspieler von Ruf um eine besonders bekannte Darstellerin, oder einen besonders berühmten Schauspieler scharen, dann wandern diesen Wagen die Plakate mit den großen Namen von Film und Bühne vor-, aus. Die Zeit der Prominenten-Gastspiele rft da! Diese Gastspiele erfreuen sich überall besonderer Beliebtheit. Nicht nur, daß von ihnen der Reiz des Einmaligen und Besonderen ausgeht und daß sich auch an Plätzen mit ständigem Theater das Publikum einmal an dem anderen Stil der Darstellung, an -ber Erscheinung eines „anderen Theaters" an sich erfreut; diese Gastspiele vermitteln auch so etwas wie eine persönliche Bekanntschaft mit Lieblingen des Films und der Buhne. Dazu kommt, daß bei der Auswahl der Tourneestücke ihre oft in unzähligen Berliner Aufführungen erprobte Publi- kumswirkfamkeit mitbestimmend ist. Die Möglichkeit der Großstadt, ein Erfolgsstück oft hundertmal aufzuführen, wirkt sich gerade für das schwierige Kon- verfationslustspiel besonders günstig aus. Der Dialog wird zur selbstverständlichen Unterhaltung, alle Pointen, xmcü auf ihre Wirksamkeit erprobt, sitzen — um in der Theatersprache zu reden — totsicher. Es ergeben sich interessante Vergleichsmöglichkeiten zwischen den gastierenden und den heimatlichen Darstellern derselben Rollen und ber gleichen Fächer, obet mit anderen prominenten Gästen, die im gleichen Stück die Hauptrolle schon > einmal verkörpert haben. Das Gastspiel Charlotte Susa am heutigen Samstagabend im Stadttheater bietet die Möglichkeit eines solchen Vergleiches. In ber vorvergangenen Spielzeit hat in dem Lustspiel „Reisebegleiterin gesucht ... Angebote unter F. 5000 postlagernd", Maria Paudler die Hauptrolle verkörpert. Die jetzt von Charlotte Susa gespielt wird. So stellt sich auch diesesmal eine Künstlerin auf ber Bühne vor, die von ber Leinwand her vielen bekannt ist und die auch in Gießen ihr Publikum hat. Frankfurt a. M., 8. Aug. Die vergangene De- richtszeit mar an den Aktienmärkten gekennzeichnet durch eine weiter freundliche Tendenz verbunden mit Sonderbewegungen. Zunächst dauerte die feste Haltung von Autowerten, ausgehend von der Kapitaltransaktion ber Bayer. Motorenwerke, weiter an, wenn auch hier und da kleine Rückschläge in ber Kursgestaltung durch Gewinnmitnahmen nicht ausblieben, unverändert fest lagen ferner Bauaktien im Hinblick auf bie nach Kriegsende zu erwartende starke Belebung der Prioatbautätigkeit. Nach anfäng. lich ziemlicher Vernachlässigung schoben sich im Wochenverlauf auch die führenden Montanwerte wieder in den Vordergrund. Die Farbenaktie setzte chre Aufwärtsbewegung in geringem Maße fort, und auch Elektroaktien verzeichneten kleinere Kursgewinne. Diese freundliche Haltung der Aktienmärkte ist aber nicht etwa die Folge größerer Geschäftstätigkeit, sondern eine Folge des Nachlassens von Derkaufsaufträgen, denen anderseits kleine Kauf- orbers aegenüberstanden. Der Rentenmarkt bewahrte seine Bevorzugung von Reichsschatzanweisungen, die in den letzten Taaen infolge des knapp gewordenen Materials sich auf andere Reichspapiere übertrug. Das Kurs- Niveau ber Renten ift durchweg fest. Bei Pfandbriefen steht ber Nachfrage immer noch die Markt- leere gegenüber; auch in Stadtanleihen, in denen die Kurse meist etwas heraufgefetzt wurden, ist kaum Material am Markt. Die verschiedenen Neuemissio- nen von Jndustrieobligationen, Die jeweils bei Zeich- nungsauftegung schnell überzeichnet waren, haben auf den Markt ber Jndustrieobligationen etwas hemmend gewirkt, ohne daß jedoch das Kursniveau nen- neidisch au fein auf die Bekannten, die nach Thüringen ober in den Harz fahren. Wir finden vollen Ersatz in unfern heimischen Wäldern. So schön ist unser Wald, so schön sind unsere Fluren! Darum wandert hinaus in euerer freien Zeit, werdet Heimatforscher, und ein großes Glück wird euer Herz erfüllen! h. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 Uhr Gastspiel Charlotte Susa „Reisebegleiterin gesucht". — Gloria-Palast, Selters- weg: „Mädchen im Vorzimmer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Klosterjäger". Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast. Seltersweg: „Mädchen im Vorzimmer"; 11 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße :„Der Klosterjäger". Altbürgermeister Leun f. Am Donnerstag ist der langjährige .frühere Bürgermeister unserer Nachbarstadt Großen-Linden, ber Fußball um -ie Kriegserinnerungsplakette. L filaffe. Rodhelm — 1900. Nach langer Pause tritt bie Spielvereinigung 1900 lieber auf ben Plan. Zum ersten Spiel reift bie Els nach Rodheim. Die Platzherren sind zwar nicht mehr der aesürchtete Gegner von einst, jedoch haben sie ihren Kampfgeist nicht eingebüßt. Die Gaste tun gut daran, sich ins Zeug zu legen. DfV.-Reichsbahn — Garbenteich. Der VfB.-Reichsbahn erwartet auf dem Walbsportplatz bie Mannschaft aus Garbenteich. Die Gäste brin- gen eine gute Empfehlung mit, benn es gelang ihnen am Vorsonntag, gegen den Meister beinahe einen Sieg davonzutragen. Die Grün-Weißen konnten am Sonntag ihren ersten Erfolg erringen, und man muß ihnen daher die größeren Siegesaussichten ein- räumen. II. filaffe. filein-Linden — Steinbach. In Klein-Linden findet morgen ber Ortssporttag statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung.spielen obengenannte Mannschaften um bie Punkte. Beide Mannschaften stehen punktgleich an ber Spitze ber Tabelle. Großen-Linden — Heuchelheim. In Großen-Linden tritt bie Elf aus Heuchelheim im Kampf um bie Punkte an. Die Gäste sind als sehr stark anzusprechen, die Platzherren haben aber erst em Spiel hinter sich. Wenn sich die Gastgeber auf ihr Können besinnet,, dürfte das Spiel als offen zu bezeichnen fein. Hungen — Grüningen. Fast aussichtslos erscheint uns ber Gang, ben Grü- ningen antreten muß. Die Platzherren finb ernst- Hafter Favorit auf bie Plakette unb werben, zumal auf heimischem Boben, zu kämpfen wissen. Da aber bie Gäste ebenfalls eine scharfe Klinge schlagen, dürfte die hohe Niederlage beim letzten Spiel in Hungen nicht mehr eintreten. Man erwartet einen knappen Sieg der Hungener. "drnist Tage -hsichDeifetsadSllaspgeworen Zugendfußball der Gp.-Bg. 1900. 21 rn kommenden Sonntag weilen die 1. und 2. Jugendmannschaft der Spielvereinigung 1900 zu Freundschaftsspielen in Wetzlar. Während bie 1. Jugend der Blau-Weißen einen leichten Sieg davontragen dürfte, werden bie Jüngsten des Vereins wohl kaum um eine Niederlage herumkommen. Vo-gelsberger Höhen-Club 'hat schon jetzt durch seinen Geschäftsführer bie Kameraden zu zahlreicher Teilnahme an diesem Wandertag aufgeforbert. -c. Wir besiegen den Schmutz auch mit weniger Seife. Nur immer vorher gut üllMichm mit ßenkn. Das Wr Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet Saone und den Doubs erworben. von HefcHfWstal: 02671 Fulda 02667 Ihre Verlobung geben bekannt t Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Beschädigtes und zerrissenes Verdunkelungsmaterial kann seinen Zweck nicht mehr erfüllen. Der nicht rechtzeitig für Ersah sorgt, gefährdet Besitz und Leben seiner Mitmenschen! ) f Berlin. 9. Aug. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, das Rillerkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen an: General der Artillerie Hartmann, die Generalleutnante Lindemann, Ma- lerna, Frhr. v. Blegeleben und Karl, die Obersten von Vaerst, Angern, Tleumann-Sllkow, Recknagel und Fehn, die Oberstleutnante Rintelen, von Ber- nuth, Rödllch. Scheidts, pochat, Hecker, Traut, Back und Löwrtck, die Majore Schüler, Berger, Raucheisen und Seih, Hauptmann Ahrentschildt, die Oberleutnante Scheunemann und Renner, Leutnant Roak und Feldwebel Huber. General der Artillerie Hartmann erwarb um die die Lollar lAdolf-Aiiler.Straße 25), den 10. August 1940 nant Löwrick hat am 14. Mai bei den schweren Kämpfen um die Maginotlinie südlich Saarbrücken in rücksichtslosem persönlichen Einsatz sein Bataillon oorgerissen und die stark ausgebaute Stellung Cappel genommen. Major Schüler ha^ mit seinem Bataillon unter schneidigem Einsatz seiner Person als vorderste Ein- heit des Korvs den Nheinübergang erzwuygen, in zähem Kamps die Maginotlinie durchstoßen und den hartnäckig verteidigten Vogesenpaß Fol d'Urbeis in energisch vorgetragenem Angriff genommen. — Major Berger hat sich erneut durch seine per« svnliche Tapferkeit und die ruhige, umsichtige Führung seines Bataillons ganz hervorragend bewährt, vor allem beim Maasübergang bei Yvoir am 14. Mai und beim Durchstoß durch die Befestigungsanlagen an der französisch-belgischen Grenze bei Berelles am 17. Mai, wo er seinem Bataillon weit voraus war und dieses dadurch zum Erfolg führte. — Major R a u ch eisen erzwang bei der gesprengten Oisebrücke von Pont de Maxence gegenüber einem mit zahlreichen MGs den Fluß beherrschenden Feind die Bildung eines Brückenkopfes. Er schwamm mit elf Gießen, Schottstraße 6 10. August 1940 5-6 feg Tomaten werden gewaschen, in 4 Teile geschnitten, ohne WasseraugabewetehgelcocMend dawndarebeta Sieb gegeben. Danach kocht man nochmals! OMln.. nimmfvomFeuer.glbt! Päckchen Alba-Gorkendoldorhto- zu, rührt gut durch und füllt das Ganze in ein großes Glas oder einen Steintopf. Zum Zubinden Albe-Bhmocahe« benutzen. Jedes benötigte Quantum Tomatenmark kann aus dem Glas oder Steintopf, so wie es gebraucht herausgenommen werden. Es hält sich Monate und ist in Farbe, Geschmack und Verwendbarkeit—— wie frische Tomaten. — Neue Rezepte für Gurken und Tomatenmark bei Ihrem Händler. Karten im Vorverkauf zu RM.l - bis 8 -in der Kartenverkaufsstelle Gießen, Seltersweg 60, Fernruf 2141. Für die mir anläßlich meines 25jährigen Geschäftsjubiläums erwiesenen Aufmerksamkeiten sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. Frau Maria Huniemann Seltersweg 39 Oberstleutnant Traut hatte am 16. Juni Langres auf Besoul vorzustoßen, um diesen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt in die Hand zu nehmen und dem Gegner den Rückzug nach Süden zu verlegen. Trotz starker Bedrohung von Norden stieß er nach Pont-sur-Saone vor, erzwang den Flußübergang und trat noch in den späten Abendstunden zum Angriff auf den Besoul vorgelagerten Berg an. Im Abwehrfeuer zahlreicher Maschinengewehre kam der Angriff auf halber höhe zum Stehen. Oberstleutnant Traut führte daraufhin seine Truppe persönlich erneut an den Feind und beseitigte die einzelnen Widerstandsnester. In der Morgendämmerung war der beherrschende Berg in unserer Hand und damit das Schicksal von Desoul besiegelt. — Oberstleutnant Back nahm am Abend des 20. Mai mit seiner Vorausabteilung ohne Panzerschutz in schneidigem Angriff Abbeville und die Sommebrücken und hielt sie trotz schwerer feindlicher Panzerangriffe bis zum Eintreffen der eigenen Panzerkräfte. — Oberstleut- Elfriede Kutscher Helmut Bolitsch Llnteroffizier in einem Infanterie-Regiment Ihre Verlobung geben bekannt Elisabeth Pfeifer Adolf Nesemann Wachtmeister in einem Artillerie-Regiment A wirkt schmerzstillend- 1 ■ Amol Karmelitergeist ab 80 Rpf. In allen Apotheken u. Drogerien Wetterau Winkelkonsulenten haben vor Gericht nichts zu suchen. Obwohl durch das Gesetz zur Verhütung von Mißbräuchen auf dem Gebiet der Rechtsberatung grundsätzlich der E r l a u b n i s z w a n g für die geschäftsmäßige Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten eingeführt worden ist, beschäftigen sich immer noch zahlreiche Personen, die eine solche Erlaubnis der Justizverwaltung nicht besitzen, mit der Vertretung gegenüber den Gerichten. Der Reich^justiz- Minister macht daher die Bekämpfung des Winkel- konsulententums den Justizbehörden zur Pflicht. Zur geschäftsmäßigen Rechtsbesorgung zuyelassen sind: 1. die Personen, die nach den gesetzlichen Bestimmungen zum mündlichen Verhandeln vor Gericht th Rechtsangelegenheiten gewähren. All diesen ist damit aber noch nicht das mündliche Verhandeln vor Gericht erlaubt. Die Wahrnehmung von Terminen z. B. durch Bücherrevisoren, Wirtschaftsberater oder Treuhänder ist unzulässig. Auch für Berufsvertretungen und Innungen, die ihre Mitglieder Dritten gegenüber vor Gericht zu vertreten beabsichtigen, bestehen keine Ausnahmen. Aus dem Reich. Was ist eine Kleinwohnung? Eine Dorordnung zum, Gesetz über die Gemeinnützigkeit im Wohnungswesen klärt auch den Begriff der Kleinwohnung, da ein Wohnungsunternehmen nur dann gemeinnützig ist, wenn es sich mit dem Bau von Kleinwohnungen befaßt. Als Kleinwohnung gelten die Wohnungen, deren Wohnfläche höchstens beträgt bei Einfamilienhäusern mit einem Wobngeschoh 110 qm, mit zwei Wohngeschossen 120 qm, bei Einfamilienhäusern mit Einliegerwohnung 150 qm, bei den übriaen Wohngebäuden 100 qm. Wohnungen, welche diese Flächen um ein geringes Maß überschreiten, gelten als Kleinwohnungen, wenn bei größeren Wohnungs- beständeiß des Unternehmens in der Gemeinde die Durchfchnittsfläche der Wohnungen das vorgeschriebene Maß nicht übersteigt oder wenn die Mehrfläche durch eine wirtschaftliche Grundrihgestaltung bedingt ist Uber wenn die Dehnungen für Linder- wiche Familien bestimmt sind. Werter wird klargestellt, daß ein Einfamilienhaus diesen Charakter dadurch nicht verliert, daß eine zweite Wohnung eingebaut ist, die gegenüber der Hauptwohnung von untergeordneter Bedeutung ist (Einliegerwohnung). Wohnungen, die nach ihrer Art und Ausstattung als Luxuswohnungen anzufehen sind, gelten nicht als Kleinwohnungen, auch wenn sie die genannten Größen nicht überschreiten. Der Reichsarbeitsmi- nister kann auch andere Arten von Wohnungen, deren Dau mit öffentlichen Hilfen gefördert wird, zu Kleinwohnungen erklären. Der Preis für die Ueberlasfung des Gebrauchs einer Wohnung darf nicht höher, aber auch nicht niedriger angesetzt wer- den, als es nach den Grundsätzen einer ordnungs- mäßigen Wirtschaftsführung erforderlich ist. Zwangsvollstreckung in bewirtschaftete Güter. durchzubrechen, zum Scheitern gebracht und damit durch seine tatkräftigen Anordnungen die Kriegshandlung entscheidend beeinflußt. — Oberstleutnant R ö d l i ch , der wegen der vortrefflichen Leistungen seiner Abteilung fast in allen schwierigen Lagen die Vorhut zu führen hatte, hat rücksichtlos sich auf feindliche Widerstandslinien gestürzt, diese durchbrochen und die Sprengung der Sulzbachbrücke in letzter Minute verhindert. Später verließ er den Panzer und führte persönlich die zugeteilte Schützenkompanie in den Kampf, um den Brückenkopf sicherzustgllen, wobei er verwundet wurde. — Oberstleutnant' S ch n e i d i e s hat als Führer der Vor- ausabtellung einer Division die Verfolgungskämpfe von der Maginotlinie bis zur Mosel durch vorwärtsdrängende Führung entscheidend beeinflußt. Immer an den Brennpunkten des Kampfes, hat er durch sein persönliches Vorbild, seine kühnen, tatkräftigen Entschlüsse und seine stets ruhige und klare Befehlserteilung auch schwere Lagen gemeistert. Beim Sturm auf Azerailles am 19. Juni wurde Oberstleutnant Schneidies, der persönlich die vordersten Schützen führte, schwer verwundet. — Oberstleutnant Pochat hat der Führung besonders wertvolle Unterlagen durch die von ihm mit großer Umsicht angesetzte Aufklärung geschaffen. Darüber hinaus hat er als Führer von Vorausabteilungen durch seinen Wagemut, seine Ausdauer und Kaltblütigkeit seine Abteilung zu den höchsten Leistungen angespornt. — Oberstleutnant Hecker hat sich als Kommandeur eines Pionierbataillons besonders umsichtig und unter vollem Einsatz seiner Person durchgeführte Brückenschläge große Verdienste das rasche Gelingen des Vormarsches über Aisne, die Marne, dem Rhein-Main-Kanat, Der Reichsminister der Justiz hat entschieden, daß bei der Zwangsvollstreckung in bewirtschaftete bzw. beschlagnahmte Güter die Verwertung nur entsprechend den Anordnungen der bewirtschaftenden Stelle zulässig ist, soweit Waren zum Zwecke der Bewirtschaftung beschlagnahmt sind, wie z. B. landwirtschaftliche Erzeugnisse und Spinnstoffe. Für nicht beschlagnahmte, aber öffentlich bewirtschaftete Waren, wie inländisches Holz, Seife, Kohle usw. gilt entsprechendes, wenn sie beim letzten Verteiler gepfändet werden oder in der Zwangsvollstreckung zur Verwertung kommen. Bei allen Zwangsvollstreckungen in bewegliche Sachen, auch soweit die Sachen nicht öffentlich bewirtschaftet sind, müssen die Bestimmungen über die Preisbildung beachte: werden. Die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern darf keinesfalls gefährdet- oder verzögert werden. Das würde eintreten, wenn bei dem letzten Verteiler Güter gepfändet werden, die einem bestimmten Derbraucherkreis über den Bestellschein oder die Kundenliste zugeführt werden. Das gilt z.D. für Fleisch, Butter, Zucker, Fisch, (Eier, Marmelade und Brennstoffe. In solchen Fallen ergibt sich die Notwendigkeit, trotz der Pfändung den Verkauf der Waren an die Verbraucher zuzulassen. Der Gerichtsvollzieher bzw. das Exekutionsgericht haben daher den Schuldner zu ermächtigen, die gepfändete Ware im regelmäßigen Geschäftsgang an die Verbraucher zu veräußern und den Betrag zu bestimmen, den der Schuldner vom Verkaufserlös abzuführen hat. Nachwuchs für das Gaststäitengewerbe zugelassen wurden, 2. die Personen, die auf Grund des Rechtsberatungs-Mihbrauchsgesetzes die Erlaubnis zur geschäftsmäßigen Besorgung fremder Rechts- angelegenheiten erhalten haben. Die zum mündlichen Verhandeln zugelassenen Personen führen die Bezeichnung Prozeßagent, können sich aber auch als R e ch t s b e i st a n d bezeichnen. Bei denjenigen, denen nur die geschäftsmäßige Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten außerhalb der mündlichen Verhandlung gestattet ist, sind zu unterscheiden solche, die die sogenannte Vollerlaubnis erhalten haben und die Berufsbezeichnung „R e ch t s b e i - stand" führen und diejenigen, denen die Erlaubnis für ein bestimmtes Sachgebiet erteilt wurde, so die Frachtprüser, Dersicherungs- berater und Jnkassounternehmer.___________ Tournai und beim Angriff südlich Ppern war es das Regiment, das allen voraus in schwerstem, tagelangem Gefecht den bis zum letzten Mann verteidigten Pperntanal überschritt. Beim Angriff auf Dünkirchen war es allein der persönlichen Tapferkeit des Oberst Recknagel zu verdanken, daß dem starken Feind Raum und Zeit für einen Gegenangriff genommen wurde. — Oberft Fehn hat ein Schützenregiment 23 mal zum Angriff einge- etzt. Seiner schnellen Entschlußkraft, seiner klaren und überlegten Befehlsgebung und seinem persönlichen Beispiel im Feuer ist es zu verdanken, daß sein Regiment alle Aufgaben in kurzer Zeit mit geringen Verlusten hervorragend löste. Oberstleutnant Rintelen gelang es als Kommandeur eines Infanterie-Bataillons, nach einem Marsch von etwa 50 Kilometern mit schwachen Kräften vom Rücken der Franzosen her in Charmes einzudringen, die Sprengung der Moselbrücken zu verhindern und im Rathaus einen völlig überraschten französischen Korpsstab und zwei Divisionskommandos — zusammen mit der noch völlig kampfkräftigen starken Besatzung zur Kapitulation zu zwingen. — Oberstleutnant i. G. v. Ber n uth hat am 2. Mai in Abwesenheit des auf einer Frontfahrt befindlichen Kommandierenden Generals durch schnelles, von Verantwortungsbewußtsein und persönlicher Tapferkeit getragenes Handeln den Versuch des französischen Generalissimus Weygand, über Cambrai und Arras in Richtung Bapaume durch feine ausgezeichnete, stets bewegliche Führung und durch sein persönliches Eingreifen an den Brennpunkten des Kampfes den maßgeblichen Anteil an den großen Erfolgen seines Armeekorps. Die 50 000 Mann weit übersteigende Gefangenenzahl und die unübersehbare Menge an erbeuteten Waffen und Gerät sind nicht zum wenigsten seinem persönlichen Einsatz zuzuschreiben. — Generalleutnant Lindemann hat bereits in den Kämpfen bei Zweibrücken seine Division mit Auszeichnung geführt. Beim Angriff auf Luxemburg und Süd- velgien war sie die Angriffsspitze. Der Division gelang unter persönlichem Einsatz des Divisionskommandeurs der Durchbruch durch die Maginotlinie bei Douzy. In den schweren Kämpfen in der Flanke der Maginotlinie bewährte sich Generalleutnant Lindemann aufs neue und krönte feine Führung am 14. Juni abends durch die Wegnahme der Höhen 304 und „Toter Mann", wodurch die Voraussetzungen für die schnelle Eroberung bA Festung Verdun geschaffen wurden. — Generalleutnant Ma ter na leitete am 9. Juni den An- Den gesetzlichen Vorschriften steht ferner nicht entgegen, daß kaufmännische oder sonstige gewerbliche Unternehmer für ihre Kunden rechtliche Angelegenheiten erledigen, die mit einem Geschäft ihres Gewerbebetriebes in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Entsprechendes gilt für öffentlich bestellte Wirtschaftsprüfer sowie vereidigte Bücherrevisoren, für Vermögensverwalter, Haus vermalter und Wirtschaftstreuhänder, die der Reichsfachgruppe Wirtschaftsrechtler des NSRB. angehören. Ausnahmen vom Erlaubniszwang sind ferner gegeben für Angestellte, die Rechtsangelegenheiten ihres Dienstherrn erledigen. Einer Erlaubnis bedarf es auch dann nicht, wenn berufsständische Vereinigungen im Rahmen ihres Aufgabenbereichs ihren Mitgliedern Rat und Hilfe Mann im feindlichen Feuer über die 70 Meter breite Oise und warf dann Teile feines Bataillons auf Floßfäcken rechtzeitig hinüber, um den sich an der Übergangsstelle einnistenden Feind zu vertreiben. — Major Seitz hat beim Uebergang über den Olfe- Aisne-Kanal, bei der Wegnahme des Brückenkopfes bei Pommters und bei der Eroberung der 6t.- Amand-Ferme trotz eigener Verwundung Den Schlüsselpunkt der feindlichen Verteidigung gestürmt und die gegnerische Stellung endgültig durchbrochen. Hauptmann von A h r e n ts ch i ld t war bereits im Polenfeldzug durch seine persönliche Tapferkeit ein Vorbild für seine Division. Bei Jlsa (südlich Radom) war es seine Kompanie, die immer wieder bis in die späten Nachtstunden und am folgenden Mor- gen ohne Befehl den aus den Wäldern angreifen- den Feind niederzwang und vernichtete. Er hat auch in Frankreich unter rücksichtslosem Einsatz seiner Person seine Kompanie mit ganz besonderer Umsicht geführt. — Oberleutnant Scheunemann führte zusammen mit Oberstleutnant Löwrick die Wegnahme des Werkes 789 durch und ermöglichte somit durch seine heldenhafte Tapferkeit den deutschen Einbruch in die Tiefe der Sperrzone der Maginotlinie südlich Cappel, wodurch der Rückzug der Franzosen erzwungen wurde. — Oberleutnant Renner wurde am 20. Juni mit feiner Kompanie zum Handstreich auf das Fort Parmont der befestigten Stadt Remiremont angesetzt; er entledigte sich dieses Auftrages mit vorbildlichem Schneid und überlegener Führungskunst. — Leutnant N o a k ermöglichte es durch tapferes, zähes und umsichtiges Verhalten, daß bei Beaugency an der Loire an der noch nicht gesprengten Brücke ein Brückenkopf gebildet werden konnte, der für die Kämpfe am Südufer von ausschlaggebender Bedeutung mar. Noak kämpfte sich mit seinem Pak im heftigsten Feuer meterweise auf der Brücke vorwärts und unternahm am anderen Ufer sofort mit starkem Spähtrupp einen schneidigen Vorstoß, in dessen Verlauf eine sich bis zuletzt zähe wehrende Kompanie Franzosen gefangen genommen und zahlreiche MGs., Paks und Feldgeschütze erbeutet wurden. — Feldwebel Huber war als Führer eines schweren Panzerwagens, täglich als Spitzenpanzer eines Offizierspähtrupps oder als selbständiger Spähtruppführer eingesetzt. Am 16. Juni war der den Spähtrupp befehligende Leutnant durch Pakschuß gefallen. Huber übernahm die Führung, drgng mit feinem Spähwagen in die Stellungen des Gegners ein und entschloß sich, nach Durchstoß bis in den Rücken des Gegners die ganze Besatzung zu erkunden. Das Ergebnis dieser unerhört schneidig durchgeführten gewaltsamen Aufklärung war ein Aufklärungsergebnis, das für die Kampfführung von größter Wichtigkeit war. griff über Aisne, Aisne-Kanal und Suippe gegen einen sich in ausgebauter Stellung tapfer wehrenden Gegner. Er führte seine Truppe immer wieder zum Angriff vor, so daß sie bei einbrechender Nacht innerhalb ihres Kampfabschnittes am tiefsten am Feinde standen. Als alle Verbindungen nach vorne abrijfen, begab sich Generalleutnant Materna in die vordere Kampfzone und führte an Ort und Stelle den Kampf. — Generalleutnant F r h r. von Biegeleben hat unterhalb von Paris mit seiner Division als erstem Und einzigem Verband bereits am 9. Juni nachmittags die Seine bei Les Andelys im Kampf überschritten und damit dem völlig überraschten Gegner eine Verteidigung der operativ midb tigen Strombarriere zerschlagen sowie das Halten von Paris unmöglich gemacht. Auch beim Uebergang über die Loire zeigte der General die gleiche tapfere Einsahbereitsckaft. — Generalmajor Karl hat seine Division in der Durchbruchsschlacht an der Somme ausgezeichnet geführt. Durch persönliche Teilnahme am Kampf erzwang er den Uebergang über den stark verteidigten Kanal von Noyons und führte die Wegnahme der Stadt herbei. Beim Uebergang über die Seine war er einer der vordersten und kämpfte mit dem Karabiner, bis der Feind geworfen war. Oberst von Vaerst zeichnete sich an der Spitze einer Schützenbrigade durch den rücksichtslosen Cin- atz seiner eigenen Person in vorderster Linie besonders aus. Durch feine ruhige und überlegte Befehlsgebung in starkem feindlichen Feuer wirkte er als Vorbild für feine Untergebenen und tat sich besonders bei der Eroberung der Festung Bou- logne hervor. — Oberst Singern hat mit seiner Schützenbrigade durch unbeirrbares Vorwärtsdrin- gen und schneidiges Zupacken gegenüber zähem Widerstand entscheidende Erfolge errungen. — Oberst Neumann-Silkow war Führer der wichtigsten Kampfgruppe einer Division und löste die ihm gestellten Ausgaben in hervorragend tapferer Weise. Immer in vorderster Linie führend, hat er seine Schützenbrigade von Angriff zu Angriff vorwärts gerissen. — Oberst Recknagel hat sein Infanterieregiment durch heldenhafte persönliche Tapferkeit zu entscheidenden Erfolgen geführt. Beim Kampf um die Dyle-Stellung, in der Verfolgung über Soignies auf Ath, beim Angriff auf die französischen Grenzbefestigungen südlich Die Wirtschaftsgruppe Gasfftätten- und Beher- bcrgungsgewerbe hat Richtlinien für die Lehrbetriebe erlassen, um eine einwandfreie fachliche Ausbildung zu gewährleisten. In der Regel soll auf je zehn Gefolgschaftsmitglieder ein Lehrling ausgebildet werden. Für die Ausbildung des kaufmännischen Gaststättenlehrlings ist ein Betrieb nur bann lehrfähig, wenn eine kaufmännische Abteilung vorhanden ist. Die AuÄnldung der Hotel- und Gast- stättengehilfin kann auch in Kleinbetrieben (wie Fremdenheimen) und (Eigenb et rieben durchgeführt werden, sofern die Voraussetzungen für die Vermittlung entsprechender Kenntnisse und Fertigkeiten gegeben sind. Saisonbetriebe sollen Lehrlinge aus- bilden, wenn es sich um Zweisaisonbetriebe handelt. Bei Einsaisonbetrieben muh die Beschäftigungszeit mindestens sieben Monate erreichen und in der stillen Zeit eine Bezirksberufsschule besucht werden. Montag, den 19. August, 20 Uhr im Gloria-Palast persönliches Gastspiel tflga fTsa mit großem Beiprogramm. Der In Sfadl und Land bekannte Jahren von Millionen Hausfrauen erproLl und gelobt. Neue Rezepte - auch für Tomatenmark - bei, Ihrem Händler. gan Altbürgermeister Job. Leun im 86. Lebensjahre. Gießen, Darmstadt, Großen-Linden, den 10. August 1940. 3585 D Nach einem arbeitsreichen Leben verschied am Donnerstag, 8. August, unser 2354V Herr Johannes Leun Großen-Linden, den 10. August 1940. 3608 D Am 8. August entschlief sanft unser lieber, treusorgender Vater, Schwieger* vater, Großvater, Urgroßvater, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Der Verstorbene hat 33 Jahre hindurch als Bürgermeister die Verwaltung unserer Gemeinde geleitet und sich stets durch vorbildliche und aufopfernde Pflichterfüllung ausgezeichnet. In dem Zeitraum von über drei Jahrzehnten hat er seine ganze Tatkraft und sein Können in den Dienst unserer Gemeinde gestellt, um deren Entwicklung er sich hervorragende Verdienste erworben hat. In Dankbarkeit und Verehrung werden wir seiner stets gedenken. Der Name des Verewigten wird mit der Geschichte Großen- Lindens für immer verbunden sein. Hans Noll, Ludwigsplatz Germania-Drogerie Carl Seibel, Frankfurter Straße 39 Medizinal-Drogerie H. Elges, Seltersweg 66 OÖDl^ OOoF)qo77 wjnix Die trauernden Hinterbliebenen; Anna Bender Wwe, geb. Leun Walter Leun, Oberlandesgerichtsrat und alle Angehörigen. Für die Gemeinde Großen*Linden Der Bürgermeister. I.V.: Volk. Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. August, nachmittags 2Yz Uhr, in Großen-Linden statt In 6 Tagen entfernt SAHUKO* Hühneraugen - Tropfen schmerzlos Hühneraugen, Batten und harte Haut mit Stumpf und Stiel. Packung RM. —.65. 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Diese Preise gelten für je 50 kg ausschließlich Verpackung, frachtfrei Empfangsstation. 3604D Geschäfts-Drucksachen Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftekarten GLORIA Nur morgen Sonntag, den 11. August, 11 Uhr vormittags Wochenschau-Sondervorstellung Verwundete und Urlauber im Zirkus Hagenbeck — Kunstausstellung in München — Serienfabrikation der neuesten Panzerkampfwagen — Das Märchen vom zerstörten Hamburg — Die Teno im besetzten Gebiet — Die engl. Kanalinseln in deutscher Hand — Rückkehr erfolgreicher U-Boote — Bombenhagel auf Engeland seosA Vorher: Wiederholung der Wochenschau Generalangriff auf Frankreich Erwachsene —.40 RM., Wehrmacht und Kinder -.20 RM. Danksagung Wilhelm Boller und Angehörige Lang- Göns, den 10. August 1940. 35MD Fräulein Anna Cellarius Lulu Cellarius Gießen, den 10. August 1940 3589P entgegengebracht wurde, dankt herzlich im Namen der Hinterbliebenen Allen, die uns bei dem schmerzlichen Verlust unserer lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bekundet haben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Besonders danken wir für die zahlreichen Kränz- und Blumenspenden, sowie Herrn Pfarrer Wahl für die wohltuenden Worte Für die liebevolle Teilnahme, die uns bei dem Heimgang unserer guten Entschlafenen Achtung! KaufenSieeinen Staubsauger? Wenn ja, dann einen Vorax- Univ.-Apparat. Monatsrate von 6RM. aufwärts. Unverbindl.Vor- führ.,auch außerhalb, durch [02703 Generalvertret. Ang. Wagner, Kaiserallee 141. Nachlässe von 3 bis 20 v. H. er* halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige I Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 2977 A J.Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Ca. 100 TOlildtküM - und OUnhtc auf dto 143. Milchvieh - Versteigerung] in Münster i.W., Westf. Zuchtviehmarkt Donnerstag, den 15. Aug. 1940, 12 Uhr. 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