Eichener Anzeiger Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter reimatimBild DieScholle von Fortschreitende Panikstimmung in London 2?3?D er rf* M Delegation am 9. Januar mitgeteilt habe, eine Er- I« Unterstützung S°r ßuftooffe' nicht rechnen, wäh- ^ichterung der Seekontroll- fei möglich unter der ie>ch der Feind durch feine Flugzeugttäger .ehr > Bedingung, daß Italien sich einer Kontingen. das nur iem die auf westlich Irland einen feindlichen Hilfskreuzer 14 000 Tonnen. Die nächtlichen feindlichen Luftangriffe auf deutsche heimatgebiel richteten im allgemeinen unwesentlichen Schaden an. 3n einer Stadt wurden Wohnviertel getroffen und zehn Zivilpersonen getötet. Die G e s a m t v e r l u st e des Gegners in der Luft betrugen gestern 71 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 29, durch Flak 25 abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. 3n den letzten erbitterten Kämpfen um die Festung Dünkirchen tat sich vor allem ein 3nfanterle-Regi- ment unter seinem Kommandeur, Oberst Recknagel, und ein 3nfanterie-Bataillon unter seinem Kommandeur, Wajor Schalter, besonders hervor. ni mit starken Kräften südlich der Somme in den Lrd- kampf ein und belegte Truppenansammlungen, Kolonnen, 3nfanterie- und Artillerie-Stellungen erfolgreich mit Bomben. Die Zahl der bei Dünkirchen eingebrachten Gefangenen hat sich auf 88 000 erhöht. 3m Zuge der bewaffneten Aufklärung gegen die britische Ost - und Südküste sind einige englische Flugplätze sowie der Seehafen Dover mit Bomben belegt worden. Bei Rar- v i k unterstützte die Luftwaffe den dort kämpfenden heeresverband durch wirksame Angriffe auf feindliche Stellungen. Ein Tanklager wurde in Brand aeje^jt, ein feindlicher Kreuzer erhielt zwei schwere Bombentreffer. Ein deutsches U-Boot versenkte nord- im en en. 0203? hingen veröffentlichen genaue Beschreibungen deutscher Fallschirmtruppen und geben damit selbst einen Beweis, daß diese Truppe ein einheitlich uniformiertes Glied der deutschen Luftwaffe ist. Die führenden Londoner Clubs stellen ihren nichtenglischen Mitgliedern den Ausschlußbescheid zu. Bekannte Engländer brechen ihre jahrelangen Freundschaften mit neutralen Ausländern ab, weil sie fürchten als Mitglieder der „Fünften Kolonne" verdächtigt und dementsprechend behandelt zu werden. Der „Sunbay Dispatch" richtet an die englische Regierung eine Aufforderung, alle Personen, die man nicht zur Landesverteidigung braucht, nach Kanada, Australen und anderen Dominien bzw. Kolonien zu evakuieren. Erfaßt werden sollen alle Kinder unter zwölf Jahren, alle Frauen und Männer über 70 Jahren, alle Mütter von Säuglingen und alle Blinden und Invaliden, kurzum alle jene Engländer, die nicht zur Verteidigung des Landes eingesetzt werden können. Im „Sunday Chronicle" veröffentlicht Feldmarschall Lord Milnes Ausführungen, die gerade angesichts der ständigen Luftangriffe der Westmächte auf nichtmilitärische Ziele in West- und Nordwestdeutschland besonders interessant sind. Lord Milnes erklärt, daß der Krieg nicht durch Bombardements von Städten oder durch Bodengewinne entschieden werden könne. Ausschlaggebend sei die Vernichtung von Armeen. Der erste Grundsatz der Kriegführung sei der, daß man starke Kräfte an den entscheidenden Punkten zur Verfügung stelle. Dieser entscheidende Punkt sei nunmehr Frankreich. Im „Observer" erklärt der bekannte englische Publizist Garvin, daß das Schicksal Frankreichs in diesen Tagen mehr denn je zuvor in der Geschichte auf dem Spiele stehe. Die Lage sei heute ernster als vor zwanzig Jahren bei der Marneschlacht. Die Entscheidung, um die augenblicklich in Nordfrankreich errungen werde, entscheide daher gleichzeitig über England. Der Feind zum Rückzug gezwungen. Starke feindliche Kräfte im Gomme- und Oise-Gebiet zerschlagen, die Aisne überschritten Großer Erfolg deutscher Schlachtschiffe im Nordmeer. Oer „Krieg der Erdrosselung". Neue italienische Denkschristüber die Uebergriffe englisch-sranzösischer Seekontrolle n: b. Rom, 9. Juni. (Europapreß.) Der Leiter der Wirtschaftskriegsabteilung im italienischen Außenministerium, Gesandter Pietromarchi, hat dem Duce eine neue Denkschrift über die englisch-französische Seekontrolle gegen die italienische Schiffahrt zugehen lassen. Im Monat April seien 69 Schiffe angehalten und verschleppt worden. Insgesamt hätten diese Schiffe 382 Tage durch Verschleppung und Aufenthalt in Kontrollhäfen verloren. Vom 1. bis 25. Mai seien 33 Schiffe angehalten worden, die insgesamt 105 Tage verloren hätten. Seit der Verhängung der Blockade bis zum 25. Mai seien im ganzen 1347 italienische Schiffe angehalten und verschleppt worden. Als Beweis dafür, daß auch große Schiffe von den englisch-französischen Kontrollübergriffen betroffen wurden, führt die Denkschrift die Ueberseedampfer „Rex", „Conte di Savoia" und „Vulcania" an, die Anfang Mai in Gibraltar 12, 6 und 9 Stunden fest- gehalten worden waren. Die Denkschrift erinnert dann an die italienischen Vorschläge, die bereits am ll.Dezember 1939 dem englisch-italienischen Hanbelsausschuß übermittelt wurden. In welchem Geiste diese Vorschläge geprüft worden seien, beweise die Tatsache, daß die britische wohl in der Lage mar, den angreifenden deutschen Kriegsschiffen starke Luftstreitkräfte entgegenzu- merfen. Um so größer ist der Erfolg dieser schneidigen deutschen Unternehmung im Nordmeere zu bewerten. Die Versenkung des 22 500-t-Flugzeugträgers „G l o r i o u s", eines Schwesterschiffes des am 17. September durch »ein deutsches U-Boot in Grund geschossenen „Courageous", schlägt dabei deshalb besonders zu Buch, weil sich die Engländer bei ihren Operationen in Nordnorwegen vor allem gerade auf Flugzeugträger gestützt haben, die ihrer ganzen Art nach für derartige Operationen weit von der eigenen Küste entfernt besonders geeignet sind. Es ist also ein recht harter Schlag, den die deutschen Seestreitkräfte der britischen Grand fleet erneut zugefügt haben. Und er bekommt dadurch noch ein besonderes Gewicht, daß durch den Vorstoß der deutschen Kriegsmarine die Verbindung der im Raum von Narvik operierenden Landstreitkräfte der Westmächte mit ihrer Etappe, also den britischen Inseln, ernstlich bedroht ist. Dr. Fr. W. L. Der Wehrmachtsbericht vom Samsloa. Berlin. 8. 3uni. (DRV.) Das OKW. gibt bekannt: Unsere Operationen südlich der Somme und des Aisne-Oise-Kanals schreiten weiter erfolgreich fort. Auch südlich der unteren Somme wurde der Feind geworfen. Zur Unterstützung des Heeres griff die Luftwaffe t i e r u n g feiner Einfuhr unterwerfe. Selbstverständlich habe die faschistische Regierung es ab » gelehnt, einen derartigen, die Souveränität, die Freiheit und das Ansehen des italienischen Volkes beeinträchtigenden Vorschlag auch nur zu erwägen. Der Zweck dieses Ansinnens sei gewesen, Italien an der Aufspeicherung von Reserven und an der beschleunigten Durchführung seiner Kriegsvorbereitung zu hindern. Die Anhaltungen und Verschleppungen von Schiffen, die Beschlagnahme der Warenladungen, die Postzensur und die Ausfuhrverbote hätten am greifbarsten und unwiberleglichsten bewiesen, daß bei einer Lage, wie sie gegenwärtig im Mittelmeer bestehe, Italiens Freiheit, seine Lebensrechte und selbst seine Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten von einem Augenblick zum anderen durch eine Macht, die keine Mittelmeermacht sei, zunichte gemacht oder ernstlich gefährdet werden können. „Giornale d'Jtalia , schreibt die Denkschrift beweise klar die Angriffe der Politik der Westmächte, die die Kontrolle auf Konterbande zu einer Herausforderung Italiens gestempelt hätten. Die Westmächte beabsichtigten gegen das noch nicht im Krieg befindliche Italien den „Weißen Krieg", den Krieg der Erdrosselung, zu führen, um es seiner wirtschaftlichen und politischen Freiheit zu berauben, um es zu überwinden, ohne die Montag, t0.)uniM0 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhrbes Bormittags Grundpreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.»Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I AbschlüüeMengenstaffelV Platzvorfchrift (vorherige Vereinbarung) 25 o/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Gefahren eines mit den Waffen geführten Krieges auf sich zu nehmen. Die Uebergriffe der Kontr lle seien auf das eigenste italienische Jnteressengeö.tt, die Adria und sogar auf die direkten Verbindungen mit Albanien und dem Imperium ausgedehnt worden. Die italienische Nation nehme von diesen Tatsachen Kenntnis, die die Unterdrückungsbestrebungen der beiden imperialen Demokratien gegenüber Italien bewiesen. Europa und die ganze zivilisierte Welt müßten erkennen, daß die Westmäckte sich wieder einmal außerhalb des Rechtes gestellt hätten, eine Erkenntnis, die in dem gegenwärtigen entscheidenden Abschnitt der europäischen Krise besonders wichtig sei. Sine Äundsunkansprache Ansaldos. Maland, 10. Juni. (Europapreß.) In einer Rundfunkansprache an das italienische Heer erklärte Giovanni An saldo am Sonntag, der Zeitpunkt des italienischen Kriegseintritts bleibe das Geheimnis des Duce. Aber er könne sagen, daß die italienische Aktion'lebhaften Anteil an der Entwicklung der Ereignisse nehmen werde. Schulter an Schulter mit dem v^rbün- beten Deutschland werde Italien gegen England kämpfen, um Europa von der britischen Vorherrschaft und Ausbeutung zu befreien; es werde Italiens Unabhängigkeit im Mittelmeer sichern und die Sperren an den Zugängen zu feinem Meere endgültig sprengen. Ansaldo wies auf die Ernennung von Marschall de Bono zum Kommandierenden der Armeegruppe Süd hin und betonte, daß der Name de Bonos und der Name der Armeegruppe jedem viel sage, der dies richtig zu deuten wisse. „Die Kameradm, die bereits in jenen Gebieten gelandet wurden, und jene, die in den Häfen aus ihre Verschiffung warten, werden den Befehlen de Bonos unterstehen." Zu den Kriegsereignissen im Westen sagte Ansaldo, mit dem Fall von Dünkirchen habe jede militärische Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich aufgehört. England habe Frankreich seinem Schicksal überlassen. England stehe ganz unter dem Alpdruck der Invasion. Es behalte daher egoistisch seine Kräfte zurück und könne Frankreich weder Truppen noch Waffen schicken. Die einzige Hilfe für Frankreich sei in dieser tragischen Stunde die Versicherung der englischen Solidarität. Damit müßten sich die französischen Soldaten nun in ihrer Bedrängnis abfinden. England blickt nach Aom. Mailand, 9. Juni. (Europapreß.) Der „Cor- riere della Sera" stellt eine wachsende Beunruhigung in England über die Haltung Italiens fest. „News Chronice" schreibt, es sei für Verhandlungen zu spät, da die Intervention Italiens nur noch eine Frage von Stunden sei. — Nach der „Dailn Mail" könne man nicht länger im Ungewissen bleiben, was im Mittelmeer geschehe. — „Times" versuche, Italien zu warnen, und behaupte, Malta habe niemals Italien gehört, auf der Insel t)abe es immer nur eine kleine italienische Minderheit gegeben. — Das Blatt bedauere im übrigen, daß die Haltung Italiens eine freundschaftliche Verständigung über die Seekvntralle verhindert habe. „Daily Telegraph" veröffentliche ein Schreiben eines feiner Leser, in dem darauf verwiesen werde, daß Italien schon jetzt zur Kenntnis nehmen müsse, daß Rom und andere italienische Städte erbarmungslos bombardiert werden würden, falls Italien in den Krieg eintreten würde. Zu dieser unerhörten Drohung mit einer Verletzung des internationalen Rechts durch Bombardierung offener Städte schreibt „Giornale d'Jtalia", die wahren Gefühle der Engländer gegenüber Italien gäben sich hiermit in d oUeA Klarheit zu erkennen, bevor noch das vom englischen Schreiber angedeutete Ereignis eingetreten sei. Diese Drohung lasse jedoch Italien völlig kalt. Seinerseits mache Italien aber darauf aufmerksam, daß für jede bombardierte italienische Stadt fünf englische Städte das gleiche Schicksal treffen werde. Ein „erbarmungsloses Bombardement" der Stadt Rom insbesondere würde das Signal zu einem gleichen und noch größeren Bombardement Londons sein. hn Besonderheiten des Klimas für sich haben, sind verstärkt worden von französischen Alpenjägern und schottischen Hochlandregimentern, also Elitetruppen, dü für den Gebirgstrieg besonders geschult sind. So ist es ein besonderes Ruhmesblatt deutschen bvldatentums, daß sich alle im Raum von Narvik «nzefetzten deutschen Truppen in glänzendem Zu- Immenroirfen der drei Wehrmachtsteile bei allen Operationen dem weit stärkeren Gegner taktisch über- lixen gezeigt haben. Während die Luftwaffe in Wicer Linie für den Nachschub der tapfer kämpfenden Gebirgsjäger und Landetruppen der Zerstörer folgte und durch Eingreifen in den Erdkampf ihnen krtlastung zu bringen suchte, hat nun die Kriegs- turine den aus dem freien Nordmeer gegen Narvik Mzesetzten britischen Seestreitkräften einen schweren 6czlag versetzt. Wenn bei dieser kühnen Unternehmung die beiden deutschen Schlachtschiffe „Gneisenau" Ito „Scharnhorst" mitgewirkt haben, so waren die deutschen Seestreitkräfte doch zahlenmäßig bem ©eg- ie* erheblich unterlegen und konnten zudem bei so öüter (Entfernuix von der eigenen Luftbasis auf Konats--Bezugsvreis: Kit4 Beilagen .RM.1.95 )hneJllustrierte , 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 uck bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern ifolge höherer Gewalt ernsvrechanschluß 2251 Äabtanfdjrift: „Anzeiger" Zoftf check 116sk F-ranks^M. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Führerhauplquarlier, 9.3 uni. (DRV.) Jas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3n viertägiger Schlacht im Somme- und Oife- I Gebiet haben deutsche 3nfanterie- und Panzer- I Moifionen in enger Zusammenarbeit mit der Lufl- | »affe starke feindliche Kräfte zerschlagen und andere, zum Teil neu in den Kampf ge- I »orfene feindliche Truppen, zum Rückzug gezwungen. Der Versuch des Feindes, den deul- shen Angriff um jeden Preis aufzuhatten, ist gescheitert. 3n Richtung auf die untere Seine wurden rückwärtige Verteidigungslinien des Feindes durchbrochen und ■ amfansreiche Versorgungseinrichtungen und Vor- \ die des Gegners erbeutet. Die Luftwaffe unterstützte das Vorgehen des Heeres südlich der Somme. Artillerie- und Flakstellungen sowie Polinnen aller Art find mit Bomben belegt. Truppen- und Panzeransammlnugen zersprengt worden. j| Vetter ostwärts verfolgen unsere Divisionen den Jeinb. Beiderseits Soisfons ist die Aisne im Kampf überschritten, heute früh sind weitere Teile der deutschen Front in Frankreich zum Ingriff angetreten. Den Hafen von Cherbourg griff die Luftwaffe erneut mit Erfolg an. Mehrere Flugplätze nord - und südostwärts von Paris sowie Straßen- und Eisenbahn st recken norb- ; westlich von Paris wurden mit Bomben belegt Die | Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen 8 gestern 58 Flugzeuge und ein Fesselballon, davon sind 39 Flugzeuge im Luftkampf. 13 durch Flak ! ^geschossen, der Rest am Boden zerstört. Renn ] rtzene Flugzeuge werden vermißt ! Deutsche Seestreitkräfte, darunter die bei- btn Schlachtschiffe „Gneisenau" und „Scharnhorst", »erierfen unter Führung des Admirals 2Uar- |(ha l l zur Entlastung der um Rarvik kämpfen- | tim Truppen im Rordmeer. hierbei wurden am 8. 6. durch eine Kampfgruppe der englische Flugzeugträger „G l o r i o u s“ (22 500 Ton- ntn) und ein feindlicher Zerstörer in Grund geschossen. Lin zweite Kampfgruppe vernichtete den 21 000 Tonnen großen Truppen- lra ns porter „Orama", den englischen 2Na- rinetanker „Oilpioneer" (9100 Tonnen) Md einen modernen U-Bootjäger. Sie brachte ferner mehrere hundert Gefangene ein. Die eigenen I Streitkräfte sehen ihre Operationen fort. ! Der Feind wiederholte auch in der Rächt zum i| 8,6. feine Einflüge in das westdeutsche Gebiet. !| Lilitärischer Schaden wurde nicht angerichtet. ♦ Mit besonderer Anteilnahme haben wir aus P.K.- Lerichten der letzten Tage Einzelheiten von bem Odbenfampf vernommen, ben unsere tapferen oft« Mirkischen Gebirgsjäger im Verein mit ben gelandeten Besatzungen deutscher Zerstörer und mit tarne« Mchaftlicher Unterstützung ber Luftwaffe rings um ; Xaroit unter Führung ihres soeben mit bem Ritterkreuz ausgezeichneten Dioisionskonsmanbeurs @e- I!' BjraBeutnant Dietl zäh unb unerschrocken gegen eine beträchtliche feinbliche Uebermacht nun schon länge Wochen durchfechten. Wir lasen von den selt- famen Umständen, unter denen dieser hochgebirgs- Irieg nördlich des Polarkreises geführt werden Riß. Die Schwierigkeiten ber Schneeschmelze, die : Seiträumigfeit des Geländes unb nicht zuletzt das urige Licht der Hellen Nächte, das gibt diesem Kempf hier oben seinen eigenartigen Charakter, der lieblich abweicht von all dem, was unsere Gebirgs- jager von ihren heimatlichen Bergen in Oberbayern, ticol, Steiermark und Kärnten her gewohnt sind. !Hber wie schnell sie sich in biese weit schwierigeren hrhältnisse hineingefunben haben unb wie guten ; Muts sie mit ihnen fertig werden, davon zeugen tOe Berichte, die aus Narvik vorliegen. Und zudem lammt nun noch als wichtigstes ber ständige Kampf mit einem ausgezeichnet geschulten und ausgerüste- Itn, zahlenmäßig weit überlegenen Gegner. Die Idrweger, bie hier ja bie Vorteile der genauen Kenntnis des Geländes und bie Vertrautheit mit Stockholm, 9. Juni. (Europapreß.) Die englische Sonntagspresse steht völlig im Zeichen ber panikartigen Furcht vor einem Einsatz beut« scher Fallschirmtruppen gegen Eng- l a n b. „Sunbay Expreß" unb „Sunbay Graphic" wetteifern geradezu in ber Verbreitung ber phantastischsten Melbungen über bie Entbeckung angeblicher beutscher Geheimorganisationen mit Chiffrierstellen, unterirbifchen Kraftfahrzeugparks, Benzinlagern, Waffen- upb Munitionsbepots, bie bie tüchtige englische Polizei entbedt haben soll. 23er« bunben werben diese von einer fortgeschrittenen Psychose zeugenden Tartarennachrichten mit ber Forderung rücksichtslosen Vorgehens gegen die bisher noch nicht internierten, in England lebenden Ausländer. Auf Anordnung des Innenministers Sir John Anderson gibt es nunmehr in ganz England keinen Untergrundbahnhof, dessen Eingang nicht von schwer bewaffneten Militärposten besetzt ist. Die Furcht vor der mysteriösen „Fünften Kolo n n e", deutschen Fallschirmjägern und der IRA. haben zu diesen einzig dastehenden Kontrollmaßnahmen geführt. Scotland-PardrBeamte, die auf der Rückseite ihres Rockumschlages die kleine runde Ausweisplakette tragen, kontrollieren jeden auch nur annähernd verdächtigen Ausländer, der Untergrundbahn fährt. Sie machen keine Ausnahme, ob es sich bei den zu Kontrollierenden um Engländer oder Ausländer handelt. Neutrale Ausländer, bie sich in ben späten Abenbstunben in Untergrundbahnhöfen aufhalten, werben nicht selten abgeführt unb müssen oft bie ganze Nacht auf ben Holzpritschen einer Polizeistation verbringen. Selbst holländische unb belgische Offiziere in Uniform gelten als verbächtig. Ein englischer Offizier, der in Nordfrankreich Verwundungen davongetragen hatte, wurde verhaftet. Man glaubte, er habe sich in Dünkirchen auf einen Truppentransporter geschmuggelt unb fei ein Spion. lieber alle Plätze Lonbons unb bie weiten Flächen ber großen Parks sinb zum Schutz gegen Flugzeug» [anbungen Laufgräben gezogen worben. Die Zei- Der neue deutsche Stoß. Von Oberstleutnant Or. Hesse. Der bekannte Militärschriftsteller schreibt hn 23 . 23. zur neuen Lage: Westlich ber Somme, 28. Tag ber großen Operation. Noch steht die ganze Welt im Zeichen ber Dünkirchener Katastrophe, unb schon ist ein neuer tarfer deutscher Stoß im Gange. Er gilt bem linken Fembflügel, ber an ber unteren Somme seit etwa 14 Tagen in der Neubildung begriffen ist, der aber dennoch wesentlich anders aussieht als früher. Von dem, was im Raum um Lille einst als geschlossene Operationsgruppe sich befand, ist nicht mehr allzu viel übrig. Nur Trümmer haben sich auf bie Schiffe retten können. Sie haben, worüber mehrfach berichtet worben ist, ihr gesamtes Material auf flanbrischem Boben lassen müssen — eine Siegesbeute beutscher Truppen, wie sie in biesem Ausmaß auch ber Weltkrieg nirgenbs gesehen hat. Stanb am Abschluß ber britten Woche ber großen Operation noch die Masse bes englischen Expe» bitionsEorps an ber Seite bes französischen oerbün- beten, so kann heute keine Rebe mehr baoon sein. Nur ganz schwache Teile bes englischen Heeres haben Anschluß an ben neuen linken Flügel bes Generals Weygand gefunben. Sie haben in diesen Tagen einen neuen Schlag erhalten. Sie bekommen das zu spüren, was ihre Kameraden in Dünkirchen erlebt haben. Dies kann gar nicht drastisch unb für ben Gegner tragisch genug geschil- vrÜhlscheUniversttStrdruckerelU. Lange General-Anzeiger für Gberhessen * eieftenfsdielftrahez-» M Jahrgang Nr. 135 tzrfckeim täglich, außer sonntags und feiertags öert werden. Man kann es nicht damit bezeichnen, daß man etwa sagt, die deutschen Truppen hätten einen vollen Sieg errungen. Sie haben das erreicht, worauf die militärische Theorie überall so viel Wert legt, die vollständige Vernichtung eines feindlichen Heeres. Daran ändert auch nichts, daß einige tausend Mann englischer Truppen auf die Schiffe geflüchtet sind. Viele Hunderte angeschwemmter Leichen am Strand von Dünkirchen besagen außerdem genug, daß auch diese Absicht nur zu einem beschränkten Teil Ausführung fand. Es mögen 5000 oder 8000, vielleicht auch 10 000 ober 15 000 Kraftfahrzeuge jein, die im weiten Ning um Dünkirchen, auf allen Straßen und Feldwegen, vielleicht in großen Parks versammelt, zumeist beschädigt oder ausgebrannt, sich befinden. Es ist hier wohl die größte Beute gemacht worben, die je ein Heer zu verzeichnen gehabt hat. Dieser Ausfall ist. in kurzer Zeit nicht zu ersetzen. Der deutsche Sieg im Artois und in Flandern kann als der erste entscheidende Schlag gegen die Heere 6et Westmächte angesehen werben. Belgier unb Holländer eingerechnet, haben allein runb 1,2 Millionen Mann die Waffen gestreckt. Hie blutigen Verluste find an vielen Stellen sehr hoch. Man dürfte nicht fehlgehen, wenn man damit rechnet, daß die Zahl der Toten auf britischer und französischer Seite um das Zehnfache die deutschen Verluste übersteigt. Berücksichtigt man hierbei noch, daß nur ein verhältnismäßig kleiner Teil deutscher Divisionen in den ersten drei Wochen der großen Operationen im Westen überhaupt gekämpft hat, so ist bas neue Kräfteverhältnis auf bem westlichen Kriegsschauplatz, soweit bas Heer in Betracht kommt, nach brei Gesichtspunkten zu beurteilen. 1. Es ist eine zahlenmäßige Schwächung des englisch-französischen Heeres um 30 bis 40 Divisionen eingetreten, wozu der Ausfall der gesamten belgischen unb holländischen Armee kommt. 2. Es ist ein wesentlich barüber hinausgehenber Materialausfall festzustellen, ber vor allem die Panzerwaffe unb bie motorisierten Verbänbe betrifft. 3. Der geringe Ausfall auf deutscher Seite unb feine bereits durchgeführte personell^ und materielle Ergänzung ber in ben Kampf getretenen Divisionen verändert bas Stärkeverhältnis weiterhin wesentlich zu beutschen Gunsten. Es muß gewiß bamit gerechnet werben, baß eine Art Mut ber Verzweiflung hier und da auf ber Gegenseite jetzt sichtbar wirb; gilt es doch schon jetzt sowohl für England wie für Frankreich um bas Schicksal bes Krieges, so steht auf beutscher Seite ein herrlicher Schwung, ein echter Sieges» glaube unb ein unerschütterliches Vertrauen zur Führung. „Wir müssen ben Feind schlagen!" das ist bie Parole jebes Infanteristen, jebes Pioniers unb jebes Panzerschützen unb erst recht jebes militärischen Führers. Aus bem Feinblager kann folgenbes zuverlässig berichtet werben: Alles was geschieht, wirb vom englischen Interesse bestimmt. Dies geht so weit, daß bei ber Flucht aus Dünkirchen zunächst bie englischen Toten mitgenommen werben mußten, bann erst Franzosen kamen. Zwei Angehörige ber 32. französischen Division berichten, baß britische Offiziere mit ber Pistole in ber Hanb bas Betreten der Schiffe in Dünkirchen durch Franzosen verhindert hätten. Es fei u. a. auch ber Frau eines gefallenen französischen Offiziers auf biefe Weife bie Flucht nach England verwehrt worben. Es erübrigt sich zu sagen, welche erbitterte Stimmung unter diesen Soldaten herrschte, Ich bin Zeuge einer Szene gewesen, daß englische unb französische Gefangene ooneinanber getrennt werben mußten, um Mord unb Totschlag zu verhinbern. Nicht anbers als in Belgien besteht auch heute in den von ben deutschen Truppen besetzten Gebieten unb vor allem bei ben Gefangenen der 1., 7. unb 9. französischen Armee ber Einbruck, baß England in Flandern das Wort wahr gemacht habe: „Für England bis zum letzten Franzosen!" In der Beurteilung der gegenwärtigen Lage tritt ein neues wichtiges Moment in Erscheinung: England wird angegriffen, und zwar nicht mehr wie es bisher geschehen ist, auf dem Kontinent, sondern im eigenen ß a n b. Die deutsche Luftwaffe ist jetzt täglicher Gast im englischen Hoheitsgebiet! Sie überwacht den Verkehr zwischen den britischen und französischen Häfen. Sie wird das auf der Reede von Dünkirchen begonnene, durch zahllose Wracks von Kriegs- und Handelsschiffen jedem Besucher erkennbare Werk sortsetzen. Sie bereitet den Weg für weitere Kriegshandlun- g e n vor. Wenige Wochen nach ber Eröffnung des aktiven Handelns auf bem westlichen Kriegsschauplatz hat der Krieg bereits einen Höhepunkt erreicht. Ich wiederhole noch einmal, was ich bereits sagte: Jetzt ist der Welt zum ersten Mal klar geworben, was es bedeutet, ein feindliches Heer zu vernichten. Man kann in Paris wie in London davon überzeugt fein, daß der deutsche Soldat ben angetretenen Weg bis zum endgültigen Sieg in aller Entschlossenheit und Konsequenz fortsetzen wird. Dafür bürgt die oberste Wehrmachtsführung, ber Führer in feiner Eigenschaft als Feldherr dieses Krieges, dafür aber auch ein Mann wie der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitfch und fein Gene- ralftabschef, General der Artillerie Halder, dafür in gleicher Weife ber Generalfeldmarschall Göring und ber Großadmiral Raeder. Wir besitzen ein prachtvolles, angriffsfreudiges unb tapferes Heer. Wir haben die beste Luftwaffe der Welt. Wir verfügen über eine immer bereite, schnell handelnde und zuschlaaende Kriegsmarine. Wir haben ein Kriegsziel, Kriegsgeist und »begeifterung, Glauben und Härte. Das aber sind die Grundlagen des militärischen Erfolges. Vielsagender Armeebefehl Weygands. Stockholm, 10. Juni. (Europapreß.) Der fram zösische Generalissimus Weygand hat am Sonntagvormittag an die französische Armee einen Tagesbefehl gerichtet, der sowohl in Paris als auch in London wegen seines Ernstes großes Auffehen erregt. In bem Tagesbefehl heißt es u. a.: „Die deutsche Offensive ist nunmehr auf ber Front vom Kanal bis nach Montmsdy losgebrochen. Morgen kann diese Front sich bis zur Schweiz erstrecken. Es ist unser aller Pflicht, zu kämpfen, ohne an Rückzug zu denken, und den Platz zu halten, auf ben ber Befehl uns gestellt hat." Bezeichnend sind insbesondere die beiden folgenden Sätze: „Der höchste Befehlshaber ist sich burchaus bewußt bes tapferen Einsatzes, ben bie streitenden Armeen und die Luftwaffe leisten. Aber Frankreich verlangt nun mehr(!) von euch, Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten!" Die Pariser „Epoque" schreibt, wenn der deutsche Vormarsch Paris erreichen sollte, so dürfte die Regierung nicht davor zurückschrecken, die französische Hauptstadt als gewaltiges Hindernis gegen bie Panzerwagen und die Infanterie zu benutzen. „Jour" erklärt, das Verteibigungssystew bürste keine Grenzen kennen. Die künstlichen Hindernisse müßten bis zu ben äußersten Verteidigungslinien gehen. Zu diesem Zweck müßten militärische Vorsichtsmaßnahmen in Paris ergriffen werden. Italienische Stimmen zur neuen deutschen Offensive. Rom, 10. Juni. (Europapreß.) Die Aufmerksamkeit ber römischen Presse gilt in erster Linie bem Fortschreiten ber beutschen Offensive in Frankreich. Als entscheibenber Faktor in bem gegenwärtigen Stanb ber Operationen ber beutschen Streitkräfte wirb ber Einsatz frischer Kräfte, befonbers Panzer- bioifionen, unb neuer Flugzeuge gewertet. In Paris versuche man, so berichtet bie italienische Presse, auch biesmal roieber ben neuen Gelänbeverlust als einen „strategischen Rückzug" hinzustellen. Jebvch werbe in einem Bericht ber Havas-Agentur zugegeben, baß ber Ansturm ber Deutschen gegen die französischen Stellungen bas Furchtbar st e sei, was bie Kriegsgeschichte bisher zu verzeichnen gehabt habe. Er übertreffe an Heftigkeit unb Erbitterung bie größten Schlachten bes Weltkriegs. Gegenüber biefer beutschen Sturmflut fei bem französischen Oberkommando nichts anberes übriggebüeben, als ben B e - fehlzumRückzugzu geben. Auch an ber Aisne hätten bie Deutschen mit frischen Divisionen unb zahlreichen Panzerwagen einen bebeutenben Angriff unternommen. Selbstverstänblich werbe von französischer Seite erklärt, baß ber „strategische Rückzug" in aller Drbnung vor sich gegangen fei, unb baß bie französischen Truppen bie Deutschen nunmehr in neuen Stellungen erwarteten. Ferner rechne bas französische Oberfommanbo mit einer weiteren Aus- behnung ber Kampffront. General Weyganb, so schreibt „Tribuna" in einer Betrachtung ber Kampftage im Westen, habe bie in Gang befinbliche Schlacht als „bie Schlacht Frankreichs" bezeichnet unb zur höchsten Aufopferung aufgeforbert. Wenn auch ber Aufruf Wey- ganbs an feine Truppen in anderem Tone verfaßt sei, so zittere in ihm nicht geringere Sorge als in jenem, ben General Oamelin an bas französische Heer richtete, als um Seban gekämpft würbe. Da bie französische Heeresleitung bie eigene Unfähigkeit zu einer Gegenoffensive erkannt habe, richte sie einen verzweifelten Appell an die Widerstandskraft ihrer Truppen. Dies fei bie Atmosphäre, in ber bie französischen Truppen kämpften. Das Heer Weyganbs fei in bie engste Defensive gebrängt unb müsse bie Initiative bes Gegners über sich ergehen lassen. Der Gegner sei unb bleibe Herr seiner Ent- scheibungen, ben größten Druck bort anzusetzen, wo er ihn bem gesteckten Ziele unb ben oerwenbeten Kräften angemessen erachte. Oie Lteberlegenheii von Panzer und Lustwaffe. Eine Unterhaltung mit General Giraud. Berlin, 8. Juni. (DNB.) Der gefangne Generäl Giraud traf in einer Stadt Westdeutschlands ein, wo für ihn Quartier vorbereitet war. Aus der Unterhaltung mit feinen Begleitern ist folgendes interessant: Als Hauptanlaß der schwierigen Lage der ihm unterstellten Truppen gab er die Ueberleg e n h e i t der deutschen Panzerverbände unb ber beutschen Luftstreit«- f r ä f t e an. Seit Tagen hätten sich bie Franzosen schlechtes Wetter herbeigewünscht unb bie günstige Wetterlage hätte er selbst gerabezu als ein Unglück empfunben. Hierburch hätten bie beutschen Luftstreitkräfte so große Wirkungsmöglichkeiten gehabt. Als sich bie Unterhaltung bem Wert ber oerschiebenen Armeen zuwanbte, machte Giraud in seiner vorsichtigen unb verhaltenen Art barauf aufmerksam, baß wir Deuffche uns vielleicht nicht genügen!) vorstellen konnten, wie. schwierig eine militärische Lage zu meistern ist, wenn Truppen von vier Staa.ten gemeinsam zu führen seien. „Eigentlich" fuhr General Giraud fort, „kämpfen im Westen nur zwei Armeen, bie beutfche unb bie französisch e". Auch bie englische Armee i[t natürlich gut, wenn sie auch sehr klein sei. Sie wäre vor allem „in ber Verteibigung" recht gut Den Wert ber belgischen unb hollänbi- schen Armeen schätzte Giraub niebriger ein. General Giraub war burch fein mibriges Geschick der Gefangennahme sichtlich bebrücft. Er machte als Offizier unb Mensch ben Einbruck einer starken Persönlichkeit Man kann verstehen, daß die Franzosen in ihm den fommenben Mann sahen. Desto schwerer wiegt seine Gefangennahme. Italien wartet auf das ort des Duce. Don unserem K G.-Korrespondenten. Rom, Anfang Juni 1940. Vor einem Jahre, am 20. Mai 1939, sprach d e r Duce auf feiner Fahrt durch die nordwestliche Grenzprovinz Italiens, Piemont, in Cuneo die berühmt gewordenen Worte: „Von jetzt ab werde ich mich in Schweigen hüllen; im Falle der Notwendigkeit wird das Volk sprechen!" Ob Mussolini damals vorausgesehen hat, daß sein Ausspruch schon nach so kurzer Zeit in Erfüllung gehen würde? Denn seit langem schon „sprich r das i t a e n i f (h e Volk. Auf den Sttaßen und Plätzen, in Massenkundgebungen, in Hunderten von Maueranschlägen, in der Presse, in Botschaften der Universitäten und anderer, die geistige Führerschicht der Nation zusammenfassenden Körperschaften, m Entschließungen der Soldatenvereinigungen und der Kriegsteilnehmerverbände ruft es dem Manne, der in einsamer Größe das Steuer des Staatsschiffes lenkt, immer wieder feinen Willen zu. Den Wil- len nach Befreiung von dem Joch, das die Hegemonie der westlichen Pluto- k r a t i € n einst einem schwachen Italien aufzwang, um seinen Aufstteg zu imperialer Größe zu hindern; nach Sprengung der Tore, durch die jene Mächte hofften, Italien auf alle Zeiten in seinem Meere, das nach Mussolinis Wort „sein Leben" ist, zum Gefangenen zu machen; nach Vollendung des Werkes, das ber Duce des Faschismus mit ber inneren Einigung und Stärkung des Volkes begann und bas mit der Eroberung eines in seiner Entwicklung von dem guten oder bösen Willen Englands abhängigen Imperiums noch nicht als abgeschlossen bettachtet werden kann. Was der Schrei der italienischen Nation', ber zum Duce lauter und lauter hinaufbranbet, bebeutet, bas umschrieb in diesen Tagen die Zeiffchrift „Critica Fascista" in Sätzen von altrömischer Größe unb Klarheit. „Wir haben keine Wahl", so hieß es in bem Aufsatz, „entmeber müssen wir an bas Probern Herangehen ober wir versäumen unsere Stunde. Solange die englische Vorherrschaft bestehen wird, solange werden wir mit ihr zusammenprallen. Das ist nicht nur das Problem unserer Expansion, es ist asProblemunseresLebensselbst. Das Mittelmeer, unser Meer, ist nicht unsere ^Straße zur Welt, sondern unser Gefängnis. Es gibt für uns keine Lebensmöglichkeit, bis der Herrschaft der Eindringlinge, die sich der Zugänge bemächtigt haben, eine Ende gemacht wird. Die Einheit, die Unabhängigkeit, das Imperium werden nicht ihre endgültigen Früchte tragen; die Großmachtstellung wird eine Spiegelfechterei unb nicht eine Wirklichkeit fein, solange wir nicht bie Herrren unfe« res Meeres sein werben. Das Imperium, das wir mit unserem Blute erobert haben, wird nicht wirklich uns gehören, wenn wir ben Verkehr bamit nicht ohne die Genehmigung ber englischen Ein- brmglinae aufrechterhalten können. Diese englische Vorherrschaft in unserem Meere ist politisch unb geistig nicht mehr zu ertragen. Das Mittelmeer den Mittelmeervölkern! Die Marschrichtung des Wieberaeburts», Eini- aungs» unb Unabhängigkeits-Prozesses bringt uns schicksalhaft zur Lösung dieses Problems. Italien hat zunächst bie Befreiung von ausländischer Beherrschung auf seinem eigenen Boden errungen; bann hat es sich durch die geistige und moralische Einigung von seinen inneren Spaltungen befreit. Der Faschismus hat den Befreiungsprozeß beschleunigt und zu feinen höchsten und endgültigen Lösungen geführt. Er hat uns durch bie korporative Staatsverfassung von ben sozialen unb wirtschaft- lichen Gegensätzen befreit; er hat uns durch die Autarkie von der wirtschaftlichen Knechtschaft frei- gemacht; er hat durch Die Eroberung des Imperiums die Befreiung von den Mittelmeerfesseln eingeleitet. Erst am Ende dieser Entwicklung haben wir gemerkt, wie sehr die Eroberung der Freiheit für uns noch ein konkretes, für unsere Geschichte und unsere Politik dringliches Problem ist. Die Engländer sind so naiv oder so frech gewesen, uns auf' alle mögliche Weise, von den Sanktionen bis zu den gegenwärtigen Seeräubereien, diese Lage zu Bewußtsein zu bringen und in unseren Adern einen Befreiungsdrang hervorzurufen, der sich erst an bem Tage legen wird, an dem wir wieder Herren unseres Meeres fein werden. Für uns handelt es sich heute um ein reifes, positives Problem, um die Bekräftigung eines bewußten Willens, um das Ziel eines Sofortprogrammen Dieses wird der letzte Krieg für die Freiheit bes italienischen Volkes sein, für die Freiheit unb Unabhängigkeit seines Imperiums." Nicht weniger deuttich brückte sich der „Schwarz- Hemd' zeichnende Leitartikler des führenben faschistischen Blattes „Resto bei Carlino" aus. Um den Krieg zu beenden, so erklärte er, sei e i m Ereignis notwendig, jenes Ereignis, bas jeber Italiener als unentbehrlich zur Befriedigung der italienischen Aspirationen betraute; jenes Ereignis, bem nur bie Feigheit sich in biefer historischen Stunde, in der bie letzten, sinnlosen Schöpfungen bes Versailler Vertrages Zusammenstürzen unb eine neue Wett geschaffen werbe, entziehen könne; jenes Er- eignis, bas als Imperativ von bem italienischen Volk geforbert werde, bas Mitbegründer unb nicht müßiger Zuschauer der neuen Geschichte sein wolle. „Und wenn noch niemals", so schließt bas Blatt, e r Duce wie in biefen Tagen angefleht worden ist, auf ben Balkon bes Palazzo Venezia heraus» zutreten, bann sagt uns unser Herz, baß wir sehr bald feine Stimme vernehmen werben." Das italienische Volk hat gesprochen. Der Duce, der bereits vor 21 Jahren, am 22. Mai 1919, in einer in Fiume gehaltenen Rebe die Freiheit des Mittelmeeres forderte und anfünbigte, baß Italien bet der Befreiung dieses „natürlichen Feldes feiner unfehlbaren Expansion" sein Wort mitreöen werbe, schweigt. Schweigt unb wägt, um mit seinem siche» ren politischen Scharfblick ben Augenblick abzu» passen, ber die größten Erfolgsaussichten vereinigt. „Alle Italiener stehen bereit." Eine Ansprache Farinaecis. Mailand, 9. Juni. (DNB.) In Cremona traf unter Führung des Vizepräsidenten bes Reichstages, Staatssekretär Hermann Esser, eine beutsche Abordnung ein, die im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels ber Einlabung von Staatsminister Farinacci folgend, zur Besichtigung ber Kunst- ausstellung ber Werke um den „Preis von Cremona". Bei einem Empfang hielt Staatsminister Farinacci eine Ansprache. „Kameraden aus dem Dritten Reich", rief Farinacci aus, „wenn Sie zu Ihrem tapferen Volk heimkehren, dann berichten Sie dem Führer unb ganz Deutschland, daß alle Italiener b e r e i t st e h e n." Sie erwarteten nur die mannhafte Stimme des Duce, sie erwarteten oon ihm den Befehl, der den Weg vorzeichne. „Dis Italiener werden diesen Weg unter Nichtachtung aller Gefahren mit treuem Heldenmut unb mit dem unermüdlichen Willen zum Siege durcheilen. Ich preise ben Ruhm Deutschlands unb Italiens, der beiden furchtlosen Führer, unb ben Triumph ber gemeinsamen Sache!" Die Italiener in Tunis unter schwerstem Terror. Rom, 9. Juni. (DNB.) Die Uebergriffe gegen die Italiener in Tunis werben von ber römischen Presse an Hand eines Berichtes eines früheren italienischen Lehrers in Tunis, Professor Rizzo, miebergegeben, bem es gelang, burch bie Flucht mit bem letzten Flugzeug ber Gefangennahme zu entgehen. Von ber „Fünften Kolonne" besessen, so heißt es in ben Berichten, haben bie französischen Behörben ihren ganzen Haß gegen bie Italiener entfesselt. Auf allen Straßen finb spanische Reiter unb Maschinengewehrnester aufgestellt, Panzerwagen burchfahren ununterbrochen bie Hauptstra- fjen ber Stabt. Die verhafteten italienischen Bürger werben in Tunis mit brutaler Grausamkeit behanbelt. Ein ber Spionage angeklagter Italiener würbe mit ben Füßen an bie Decke ber Zelle ge- bunben unb blutig geschlagen, bamit er eine Schutt) bekenne, bie er nicht begangen hatte. Alle Häuser von Italienern finb burchsucht worben, wobei bie geringste Kleinigkeit genügte, um ganze Familien ins Gefängnis manbern zu lassen. Zur Zeit befinden sich 350 Italiener unter ber ungerechtfertigten Anklage der Spionage in Untersuchungshaft. Tanger. Durch lange Jahre ist Marokko ein europäischer Wetterwinkel gewesen, im befortberen hat bas Tangerproblem zeitweilig bie Politik ber Großmächte zu alarmieren vermocht. Jetzt will es erscheinen, baß eine neue Periobe ber Beunruhigung bevorsteht. Tanger ist zum großen Teil g e, räumt worben, unb bas gegenüberliegend Gibraltar evakuiert bie Zivilbevölkerung. Die Krise um biefe Stabt begann im Jahre 1905, als Kaiser Wilhelm II. in Verfolg ber mehr lauten als energischen Politik bes Fürsten Bülow unvermutet in Tanger lanbete unb in einer flammenben Rede bie Unantastbarkeit bes souveränen Scherifenreiches betonte. Tanger war für eine kürzere Zeitspanne in ben Mittelpunkt ber Auseinanbersetzung zwischen Deutschlanb unb ben Westmächten gerückt. Da aber Deutschlanb auch nach bem „Panthersprung" nach Agabir nicht bereit war, bie letzten Konsequenzen aus feinem Vorgehen zu ziehen, so kam es im Jahre 1906 zu Der Konferenz von Alge» c i r a s, im Schatten bes Gibraltarfelsens, wo die beutschen Delegierten, Botschafter von Rabowitz unb Graf Tattenbach, zuerst in bie Defensive gebrängt würben unb bann recht isoliert baftanben. Die Konferenz nahm bas französisch-spanische Generalman- bat über Marokko an unb bestimmte Italien als Kontrollinstanz. Es ist nun nicht etwa so gewesen, baß sich Mabrib, Paris unb Rom nach ben Beschlüssen biefer Konferenz in freunbfchaftlicher Zu» lammenarbeit über bie Einflußsphären in Marokko verstänbigt hätten, fonbern erst nach langen unb schwierigen Verhandlungen unb Reibereien bequemte sich Frankreich dazu, bem spanischen Drängen unb dem Druck der Mächte nachzugeben unb Spanien einen Teil ber marokkanischen Beute zu überlassen. Die Geschichte ber Tangerzone nun ist eines ber vielen Beispiele für bie Versuche Englanbs unb Frankreichs, Italien bie Parität zu verweigern, obwohl Italien ein vitales Interesse baran zeigte, bie Internationalisierung biefer Zone aufrecht zu erhalten unb sich nicht aus ber Verwaltung ber Zone ausschatten zu lassen. Rom mußte es zu Der» hinbem suchen, baß ber bereits burch Gibraltar kontrollierte Ausgang aus bem Mittelmeer auch auf ber gegenüberliegenben Seite ber Meerenge in bie Hand einer anberen Großmacht fiel. Die internationale Sonberstellung Tangers würbe nicht nur_ in ben Algeciras - Akten bekräftigt, fonbern auch burch ben fpanifch-franzöfifchen Protektorats» vertrag vom Jahre 1911 bestätigt. Auf ber Versailler Konferenz machte Frankreich ben Versuch, bas Statut aufzuheben unb bie Zone unter- feine Verwaltung zu stellen, konnte aber mit feinem Verlangen nicht durchbringen. Eine englifch-fpanisch- französifche Konvention vom Jahre 1923 arbeitete ein neues Tangerstatut aus, bas bie italienische Interessen nicht berücksichttgte unb beshalb in Italien Unzufriebenheit erregte, bis schließlich Mussolini im Jahre 1926 eine Kriegsflotte in ben Hafen von Tanger entfanbte unb bamit ber Wahrung der italienischen Rechte energisch Nachdruck verlieh. Auf Drängen Italiens wurde das Statut im Jahre 1928 durch ben Beitritt Italiens in bie Verwaltung ber internationalen Zone ausgeweitet. Im Artikel 3 biefes Statutes heißt es: Die Tangerzone wirb unter bas Regime bauernber Neutralität ge- stellt. Kein feinblicher Akt auf ber Erbe, auf bem Meer, in ber Luft barf burch ober gegen die Zone noch innerhalb ihrer Grenzen durchgeführt werden. Nominell untersteht die Tangerzone dem Sultan von Marokko, der durch den Mendub vertreten ist. Dieser Mendub, der seine Residenz im früheren deutschen Gesandtschaftsgebäude aufgeschlagen hat, Oie Kunstschähe Italiens werden vor Kriegsgefahr geschützt. Rom, 8.Juni. (Europapreß.) Aus Anordnung des Ministers für nationale Erziehung find bis auf weiteres alle Museen, Bildergalerien und Kunstsammlungen geschlossen worden. Das italienische nationale Kunstgut soll vor den Kriegsgefahren geschützt werden. Der Ministerrat hat daher so- fertige Schutzmaßnahmen für die beweglichen Kunst- gegenstände der Nation und für die bedeutendsten nationalen Denkmäler angeordnet. Insbesondere sind diese Maßnahmen rasch in den Grenzgebieten Italiens zu treffen. Die Schutzmaßnahmen werden von den staatlichen Organen unter Mitarbeit der Provinz-Ausschüsse für den Luftschutz durchgeführt werden. Flucht von der französischen Riviera. Mailand, 8. Juni. (Europapreß.) Die „Ga- zetta del Popolo" meldet von der französischen Ri- oiera, bie an Italien grenzenbe Frembenstabt Mentone sei oon ber Zivilbenölkerung ganz geräumt worben. Die Grenzkontrolle würbe Der» schärft unb ist oft von Leibesvisitationen begleitet Die kostbaren Villen von Cannes, Antibes, Nizza unb anberen Orten ber Riviera finb von ihren Besitzern geräumt worben, bie sich in Per- ptgnan unb Spanien sicherer fühlen. Die Straßen finb von Flüchtlingen überfüllt. Hunbert- taufenbe von Flüchtlingen aus Norbfrankreich, bie Zuerst in ben leeren Hotelpalüften von Nizza unb anberen Stäbten untergebracht worben waren unb Zu Hunderten in großen Sälen übernachteten, wurden jetzt nach Tarbes, Toulon, Perpignan, Lyon ufw. abtransportiert Vorbereitungen des Vatikans. Rom, 9. Juni. (Europapreß.) Der Kardinal- Ausschuß für die Vatikanstadt teilt mit, daß Papst Pius X I I. erklärt hat, er werde sich auch bei einer etwaigen Ausweitung des Krieges von Rom nicht entfernen, weil er als Bischof von Rom in direkter Fühlung mit den Gläubigen seiner Diözese bleiben wolle. Das Sekretariat der Vatikanstadt teilt weiter mit, daß vom Kardinal-Ausschuß die Beschleunigung der Arbeiten zur Herstellung von Schutz bietenden Unterkünften gegen Fliegerangriffe längs den Mauern und dem großen Turm der Vatikanstadt angeordnet worden ist. Gegen die Nichtbeachtung der Verdunkelungsvorschriften wird auch in der Vatikanstadt mit ähnlicher Strenge wie im Königreich vorgegangen werden. »Gibraltar ist spanisch!'" Madrid, 10. Juni. (Europapreß.) Der britische Botschafter in außerordentlicher Mission, Sir Sa- muel Hoare, wurde am Samstagnachmittag mit dem üblichen Zeremoniell von Staatschef Franco zur Entgegennahme feines Beglaubigungsschreibens empfangen. — Während der Botschafter und seine Begleitung über den Orieyt-Platz fuhren, veranstaltete eine' etwa tausendköpfige Menge unter Führung von Studenten eine Kundgebung. Ununterbrochen wurde gerufen „Gibraltar ift spanisch!" Die Polizei mußt« eingretfen. *c *1«' W(, A .jjufldri tiflOOO pen D tBh. tzn. 1‘ W. (itiuM tnhn Die |lanp11 einriel ollein. SW ßaran kiMer 6 öe Oberst otbnui ft flM W golbai ©euer marlis dieN Beseh! heu Die Feind! faeitfi den R Felsr Zerstö ErM herrsch mitgli' megifi W birg gen, i harsto getont Diel Gtellu üöerle Borbr Ichast friege; bet C fomm jtaffel nen € ein S große! ungeh hidjer richt um ei von e tung । nicht, Berbii sion s laufen unten vorbei dichte wann ein 21 hierhe Der 5 Nv nings] NllNg. Nächst, Mer Ä Ach Sielte Nach. Oie N Jnu Hebt Jtyni *omp |mübi Stibe[ gPttihi !'"< Ws, ^nts Nil ’N\t !>n । hi ,hr htte Aras N Ni Sfc toöo ton Wt! 3m Klug gegen den Feind Ueber die Wolkenberge hinweg fliegen deutsche Kampfflugzeuge gegen den Feind. (PK.-Srnolarczyk-Scherl-M.) Das Ritterkreuz für den Verteidiger von Rarvik Ein Eichenlaub zum Ritterkreuz. Berlin. 9. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat durch Der- ordnung einLichenlaubzumRitterkreuz Die direkten internationalen Wagen in der Richtung Frankreich werden von den italienischen Staatsbahnen nur noch bis zu den schweizerischen Kopfstationen Chiasso, Domodossola und Lausanne, sowie bis Ventimiglia geführt. Henry Ford hat beim Kriegsdepartement um Zustellung eines Jagdflugzeugs ersucht, dessen Typ die USA. „im Ernstfall^ brauchen würden. Das Ersuchen löste in der amerikanischen Öffentlichkeit Spekulationen auf eine Umstellung der Ford-Werke oder eines Teiles der Werke auf Serienherstellung dieser Jagdflugzeuge aus. des Eisernen Kreuzes gestiftet, das als be- sondere Auszeichnung an Inhaber des Rif- terkreuzes des Eisernen Kreuzes verliehen werden kann. Das Eichenlaub besieht aus drei silbernen Blättern und liegt auf der Bandspange auf. Vier 3r-Tonnen-panzer an einer Stelle von Stukas vernichtet. Berlin, 8.Juni. (DRV.) Junkers-Sturzkampfflugzeuge unterstützten in zahlreichen Einsätzen das vorgehen der Erdtruppen. Dabei gelang es ihnen, an einer Stelle vier 32-1-Panzer des Gegners zu vernichten. ist Präsident der gesetzgebenden Versammlung. Die Verwaltung setzt sich nach dem Statut vom Jahre 1928 aus je vier Spaniern und Franzosen, je drei Engländern und Italienern, je einem Amerikaner, Belgier, Holländer und Portugiesen, ferner aus sechs Muselmanen und drei Israeliten zusammen. Die Tangerzone, um die jetzt erneut die Unruhe entstanden ist, umfaßt nur eine Fläche von 15 Quadratkilometer. Die Stadt selbst hat nicht ganz 540000 Einwohner, von denen zum mindesten 10 000 Spanier sind. Die zahlreichen Juden, Nachkommen der von Isabella der Katholischen ausgewie- fenen spanischen Juden, sind in den letzten Jahren durch di- Alliance Jsraelite stark französiert worden, jedenfalls sind sie Handlanger einer französischen, gegen die Italiener gerichteten Politik. Italienische Matrosen sind oft in Tanger überfallen und mißhandelt worden. Die Räumung Tangers von der Zivilbevölkerung bedeutet, daß man einen Sturm im Mittelmeer sürchtet oder voraussieht. Italien hat unmißverständlich erklärt, daß es sich nicht im Mittelmeer einriegeln lassen wird. Ein papierenes Statut allein, so wie es 1928 in der Konferenz über die Tangerzone beschlossen wurde, ist keine genügende Garantie für Italien. Es wird, wenn es darauf ankommt, den Riegel mit Gewalt zurückstoßen Müssen. U. St. bevor es weitergehen kann. Neben dem Regrments- stab haben sich 6 - S t e l l e n der Artillerie und der Jnfanterie-Geschützkompanie eingerichtet, ein wirres Durcheinander von Drähten, Kabeln und Fernsprechern. Hier spricht der Regimentsadjutant mit der Division, daneben nimmt gerade ein Funker einen wichtigen Funkspruch auf, und in einem Granattrichter zwei Meter entfernt steht der Artillerie-Beobachter am Scherenfernrohr und brüllt dem Mann am Fernsprecher hinter sich die Feuerbefehle für die hinter dem Hang aufgefahrenen Batterien Diese Aufnahme veranschaulicht die vielfachen Schwierigkeiten unserer Truppen bei dem Vormarsch im Westen. Die Vorausttupps konnten die Pioniere nicht mehr abwarten und durchschreiten hier auf einer Furt einen Fluh, ein Tau gibt die Richtung an. zu. Die Abschüsse der eigenen Arttllerie überdröhnen alles, pfeifend fegen die deutschen Granaten über den Gefechtsstand hinweg — nur ab und zu noch verirrt sich eine französische Granate in die Nähe. Die Männer an den Fernsprechern und am Funkgerät dürfen die Nerven nicht verlieren, von der richtigen Uebermittclung der Meldungen und Befehle hängt jetzt mitten im Gefecht alles ab. Ruhig, und als ob ihn das alles nichts anginge, wiederholt der Mann am Arttllerie-Fernsprecher die Zahlen und Formeln, die ihm der Beobachter zuruft, meldet „Abschuß!", damit der Einschlag beobachtet werden kann. Er blickt nicht nach rechts und nicht nach links, seine Augen hängen an den Lippen des Offiziers, und krampfhaft hält die Hand den Hörer — seit Stunden geht das nun schon so! Funkverbindung mitten im feindlichen Feuer. Der Oberst ist selber nach vorn gegangen, ihn hielt es hier nicht mehr. Jetzt schickt er einen Melder, der für den Regimentsgefechtsstand den Befehl zum Stellungswechsel bringt, er wird vorverlegt bis auf 500 Meter hinter die kämpfende Truppe. Die Nachrichtenverbindung darf aber trotzdem keinen Augenblick zu lange abreißen. Die Funker schultern das chwere Funkgerät, und im Laufschritt geht es den Hang hinunter, durch das Tal und an den jenseitigen Hang. In einer kleinen Bodenwelle richten sie ich ein. Noch atemlos vom schnellen Lauf mit dem chweren Gerät bauen sie an ihren Apparaten — und dann ist die Funkverbindung hergestellt. Hier vom ist die Hölle los. Mit seinen MG.s bestreicht der Franzose alles, was sich unvorsichtig zeigt. Auch )ie Baumschützen, die am Waldrand sitzen, machen sich unangenehm bemerkbar. Und zu alledem schickt etzt auch die französische Artillerie Lage auf Lage herüber. Der Funker liegt neben dem Kommandeur, über sie hinweg surren und pfeifen die Geschosse und Granatsplitter, aber unbeirrt spricht der Funker in das kleine Mikrophon und notiert ankommende Meldungen. Mit der gleichzeitig vorgehenden Panzer-Abteilung ist eine Verbindung herzustellen, mit Der eigenen Artillerie, mit der Division und den benachbarten Regimentern. Ein Granatsplitter von einem nahen Einschlag klirrt 'gegen den Antennenmast, andere prasseln auf den Stahlhelm des Funkers, aber dennoch gibt er seine Meldungen durch und stellt die Verbindungen her, die gerade jetzt so unendlich wichttg sind ... Ruhig und gelassen im chwersten Feuer und immer da, wo siß gebraucht werden, das sind unsere Nachrichtenleute, Funker und Fernsprecher. J. P- Darmer. tem, um selbst die Lage bei hart bedrängten Stellungen zu erkunden. Ein Soldatenleben ist der Weg des Generals. 1890 in Bad Aibling in Oberbayern geboren, tritt Eduard Dietl nach dem Gymnasialbesuch 1909 beim 5 Bayerischen Infanterie-Regiment in Bamberg als Fahnenjunker ein. Bei Ausbruch des Großen Krieges ist er Leutnant und Zugführer einer Maschinengewehrkompanie im Westen. Dreimal wird er verwundet, erwirbt sich 1916 an der Somme das E. K. I und ist dann in mehreren Adjutantenstellungen tätig. Im Freikorps Epp hilft er als Kompanieführer München von der roten Räteherrschaft befreien. Mehrere Jahre ist er Kompaniechef bei einem Infanterie-Regiment in München. Er lernt bereits 1919 Adolf Hitler kennen. Männer feiner Kompanie sind in Zivil Saalschutz in Versammlungen der NSDAP. Zu einer Zeit, da nur wenige Menschen um die nationalsozialistische Idee wissen, ahnt Hauptmann Dietl, daß aus dieser jungen Bewegung die Erneuerung Deutschlands- wachsen wird. Seine soldatische Laufbahn führt ihn als Kommandeur des Gebirgsjäger-Bataillons seines Regiments nach Kempten, dann als Inspekteur und Taktiklehrer an zwei Jnfanterieschulen. Er wird dann Kommandeur eines Gebirgsregiments. Er führt fein Regiment 1938 in die befreite Ostmark und wird Kommandeur einer Gebirgsdivision des ostmärkischen Alpenkorps. Seine Truppen marschieren in das befreite Sudetenland und im Kriege gegen Polen über die Hohe Tatra mit überholenden Verfolgungen 620 Kilometer bis an den San. Nach dem Einsatz im Westen stoßen feine Truppen weit über den nördlichen Polarkreis nach Narvik vor. Kurt Parbel. Versenkung eines britischen Hilfskreuzers. Stockholm, 9. Juni. (Europapreß.) Die Versenkung des brittschen Hilfskreuzers „Carinthia" wird von der britischen Admiralität gemeldet. Die „Carinthia", ein zum Hilfskreuzer ausgebauter Vassagierdampfer der Cunard-Linie von 20 277 BRT. wurde von einem deutschen Unterseeboot torpediert. Zwei Offiziere und zwei Mann der nng verloren bei dem Untergang des Schiffes ben. Der deutsche Heeresbericht vom Samstag metbete die Versenkung eines feindlichen Hilfskreuzers von 14 000 BRT. durch ein deutsches Unterseeboot nordwestlich von Irland. Man nimmt an, daß es sich hierbei um die „Carinthia" handelt, und der Kommandant des Unterseebootes lediglich in der Eile des Gefechts die Größe feines Opfers unterschätzte. „Gtömngssucher..." D. K. Durch die langen Kolonnen auf der franr ' zösffchen Landstraße windet sich in schneller Fahrt ein Kübelwagen. Aus seinem Kühler trägt er ein ! großes gelbes Schild, das ihm überall freie und ungehinderte Durchfahrt verschafft: „Störungs- ' sucher". Es ist einer der Wagen unserer N ach - r i ch t e n l e u t e , die wieder einmal unterwegs find, um eine gestörte Fernsprechverbindung von einer Division zum Korps zu flicken. Die Leitung geht über viele Kilometer, und noch weiß man nicht, wo die Störung und welcher Art sie ist. Die Verbindung wird schnell benötigt, denn die Division steht vorn im Angriff, und das Korps muß laufend über den Stand der Kampfhandlungen unterrichtet fein. Ueber Feldwege und feste Sttaßen, vorbei an brennenden Häusern und um Sprengtrichter herum geht die wilde Jagd. Dann uiw wann ein kurzer Halt — in Sekundenschnelle fft ein Anschluß an das Kabel hergestellt, aber bis hierher ist die Leitung noch intakt, also weiter! Der Wald, durch den der Wagen jetzt braust, liegt noch unter starkem Beschuß. Wieder wird eine ßet- tungsprobe gemacht — hier ist noch alles in Ordnung. Wieder aufgesessen und weitergefahren. Beim nächsten Halt wird ein Fehler gefunden. Eine schwere Granate ist dicht neben dem Kabel ein geschlagen und hat es zerrissen. In Windeseile sind Ersatzteile heran, flicken die Männer die schadhaften Stellen, und dann gcht auch schon eine Meldung nach beiden Seiten zum Korps und zur Division — die Verbindung fft wieder hergestellt. Genau 18 Minuten hat die Störung gebauert, bann hatten He Nachrichtenmänner sie gefunden und beseitigt. Immer vorn bei ben ersten! Es war beim Uebergang über ben Thiers. Eine Korn- franie hatte auf ben Resten der gesprengten Brücke ben Fluß überschritten und das hinter dem Ufer liegende Dorf genommen. Schon mit der zweiten Kompanie ging auch ein Fernsprechtrupp Hnüber. Während die anderen Kameraden noch das Kabel verlegten, schlossen sie schon einen 5Hbiern’ frecher an. Der Bataillonskommandeur machte von hier aus seine Meldung über den Stand des Gefechts, und als wenige Minuten später der Regv nentsEommanbeur erschien, konnte er bereits der Division melden, wie weit das Reguneitt vorge- l!°ß-n mar. — Ser Franzose schoß noch heftig. Sein« Artillerie belegte das Dorf, die Ufer und die An- narschstraßen, und. von den Hohen, gegen Die Die krsten Kompanien vorstießen, schoß er mit schweren NG.s. Urft) er schoß gut. Gerade nahm der Gefreite i ten Hörer in die Hand, um anzufragen, ob Die Zernsprechstelle weiter vorverlegt werden solle — ta erwischte ihn die Garbe eines MG.s. Vielleicht latte er sich zu hoch über den schützenden Rand des Straßengrabens erhoben. Ohne einen Laut sank er tomüber — Kopfschuß! Im größten Trubel: Immer richig Blut!_!Das Regiment hat seinen Gefechtsstand m einem Wall)- gen auf einer Höhe, von der aus man einen giüen Einblick in das Tal und zu den gegenüberliegenden bewaldeten Hängen hat. Dort bruben in ben Wa lern hat sich der Franzose emgenistet, dessen Stellungen sich in einem großen Bogen in bie nneinschieben und so den weiteren VormarschaM- Öalten. Dieser Bogen muß ausgeglichen werden. Der erste Student mit dem Ritterkreuz. Die deuffchen Studenten, die das Vermächtnis von Langemarck zu wahren haben, blicken mit be- onberem Stolz auf den am 4. Oktober 1915 in Wollstein in Posen geborenen Helmut Ring- (er, der als erster Student Großdeutschlands das Ritterkreuz verliehen bekam. Ringler war als Leutnant der Fallschirmjäger unter den Eroberern des Forts Eben Emael und der Brücken über den Albert-Kanal. Er wurde gleichzeitig zum Oberleutnant befördert. Schon im Frieden hatte er sich der Fliegerei verschrieben. Er baute einen Segelfliegerturm auf, arbeitete nebenbei aui der Werft einer Fliegerortsgruppe, machte seine Flugscheine auf der Wasserkuppe in der Rhön und erwarb endlich in Berlin nach einem Fallschirmkursus das Diplom als jüngster F a l l s ch i r m p i l o t Deutschlands. Ringler begann in Breslau das Studium des allgemeinen Maschinenbaus, nachdem er Arbeitsdienst und Wehrpflicht abgeleiftet hatte. Ab Sommer» femefter 1938 übernahm er die Führung seiner tudenttschen Kameradschaft „Siling", der Reichstudentenführer hat sie als Musterkameradschaft bezeichnet. 1939 wurde Ringler das Amt für Politische Erziehung an der Technischen Hochschule Breslau übertragen. Außerdem wurde er stellvertreten» ter Studenten führen an der Breslauer Technischen Hochschule. Oer Gauleiter bei den Verwundeten. NSG. Samstag vormittag stattete Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger einigen Reservelazaretten in Frankfurt a. M. und Darm- st a d t einen Besuch ab und überbrachte den verwundeten Soldaten, die für. den Freiheitskampf unseres Volkes ihr Blut und ihre Gesundheit gegeben haben, die Grüße einer dankbaren Heimat. Als Frontsoldat des Weltkrieges selbst mit dem Verwundetenabzeichen ausgezeichnet, unterhielt sich der Gauleiter mit den Verwundeten über ihre Kampferlebnisse und sprach ihnen für ihre tapfere Haltung, mit der sie bewußt ihr Opfer gebracht haben, seine kameradschaftliche Anerkennung aus. Er konnte ihnen für die deutsche Volksgemeinschaft versichern, Daß das nationalsozialistische Großdeutschland seinen verwundeten Soldaten jenen Platz einräumt, der ihrem hingebungsvollen Einsatz entspricht. Während des Krieges: Rauchverbot für Studentinnen. Auch die Studentinnen wollen überall ein Beispiel geben, nicht zuletzt für die Frage des Rau- chens der Frau. Deshalb hat die Reichsreferentin der Arbeitsgemeinschaft Nationalsozialistischer Studentinnen, Dr. Anna K o t t e n h o f f, einen Aufruf an die Studentinnen gerichtet. Darin wird betont, daß es nicht-um eine Frage des Rechts gehe, sondern um Einsicht und Vernunft. Es sei wissenschaftlich erwiesen, daß das starke und regelmäßige Rauchen der Frau schadet. Es führe auch zu frühem Altern. Jeder Studentin der ANSt. wird es zur Pflicht gemacht, während des Krieges in der Hochschulöffentlichkeit jedes Rauchen zu unterlassen. Die örtlichen Referentinnen sind hierfür verantworllich. Darüber hinaus wird jede Studenttn aufgerufen. Britischer Botschafter im Straßengraben zuriickgelaffen. Berlin, 8. Juni. (DNB.) Das Deuffche Nach- richtenbüro hört aus Brüssel: Nachdem der ehemalige englische Boffchafter in Brüssel, Sir San- celot Oliphant, im Auftrage Churchills der belgischen Regierung den Rat der Evakuierung der belgischen Zivilbevölkerung, die so viel Leid für diese Menschen gebracht hat, gegeben hatte, verließ er Brüssel, um sich in Sicher^ heit zu bringen. Aber das Tempo, mit dem dis britische^ Eliteregimenter von unseren Soldaten zu Paaren getrieben wurden, war selbst für diese langen brittschen Diplomatenbeine zu schnell. So wurde inmitten der Trümmer dieses „glorreichen" englischen Expeditionskorps der Botschafter Seiner Majestät des Königs von Großbritannien m i t seinem H a n d k ö f f e r ch en im Straßengraben aufgefunden. Da Sir Lancelot Oliphant im Verlaufe militärischer Aktionen auf französischem Boden und unter gewissen verdächtigen Umständen aufgegriffen wurde, wird noch zu prüfen sein, welcheRolleer gespielt hat. Der Dampfer »President Roosevelt-' in Aeuyork eingetroffen. N e u y o r k, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Dampfer „President Roosevelt" der United States Line traf am Sonntagabend wohlbehalten mit 723 Amerikanern, die angesichts des näherrückenden Krieges auf Anraten ihrer Regierung England verließen, in Neuyork ein. Kapitän Roberts betonte, daß die Ueberfahrt normal verlaufen fei. Nichts fei zu berichten, es sei denn, daß das Schiffs überfüllt war. Fast die doppelte Zahl Fahrgäste als üblich sei an Bord gewesen. Kleine politische Nachrichten. Der Staatspräsident des Protektorats Böhmen und Mähren Dr. Hacha sowie der Staatspräsident der Slowakei Dr. Tiso haben dem Führer anläßlich des deutschen Sieges in Belgien und Nordfrankreich telegraphisch ihre Bewunderung und zugleich namens ihrer Völker herzliche Glückwünsche ausgesprochen. Der Führer hat ihnen dafür telegraphisch gedankt. (P.K.) In einem Blockhaus im nördlichsten Kampfabschnitt stehen Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten vor dem Verteidiger von Narvik. Generalleutnant Dietl, Kommandeur einer ost- märkischen Gebirgsdivision, hat durch Funkspruch die Mitteilung erhalten, daß der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ihm das Ritterkreuz verliehen hat. Die kämpfende Truppe weiß, daß sie überlegenen Feindkräften gegenüberfteht und starke englische See- stteitkräfte mit ihren Geschützen die Erzbahn entlang den Rombakenfjord und Rombaken beherrschen. In Fels und Eis haben sich die Bataillone der deutschen Zerstörer Stellungen geschaffen, von denen sie die Erzbahn von Narvik zur schwedffchen Grenze beherrschen. Andere Kompanien geretteter Besatzungsmitglieder stehen in der Hauptkampflinie gegen nor= megische Bataillone, englische Truppen und französische Alpenjäger. Hier haben deutsche Gebirgsjäger die Hauptlast des Kampfes zu tragen, um die Angriffe der Norweger und der bei ßarstadt im Gratangenfjord und im Herjangsfjord gelandeten feindlichen Truppen abzuwehren. Diese von starken Feindkräften hart bedrängten Stellungen kann nur ein Mann verteidigen, der ein überlegener Stratege ist und durch sein persönliches Vorbild die kämpfende Truppe zur letzten Bereitschaft anspornt. Als erfahrener Kenner des Gebirgskrieges fährt er Stunden durch das Gelände, erkundet Stellungen, hört die Berichte der Bataillonskommandeure und Kompaniechefs, sieht Transportstaffeln der Seeleute auf dem Weg zu vorgeschobenen Sicherungen, steht 19 Stunden auf den Dret- auch in ihrem privaten Leben das Rauchen einzuschränken und möglichst einzustellen. Jede Zigarette, die die Studentin jetzt nicht raucht, spart sie für die Soldaten an der Front. Es gibt kein freies Pfund mehr. Stockholm, 8. Juni. (Europapreß.) An der Londoner Börse fft das Pfund Sterling am Samstag, imVerhältnis zum Dollar zum erstenmal mit dem festen Kurs von 4,0 3 v. H. notiert worden. Damit hat die englische Währung ab heute aufgehört, als freie Währung zu existieren. Die Presttgeverluste, die das Pfund auf allen internationalen Märkten erlitten hatte und die damit verbundenen Kurseinbußen ließen es in London angebracht erscheinen, diese Valuta-Restriktionen durchzuführen, von der von der City zugegeben wird, daß sie einmalig dasteht in der Geschichte der englischen Finanz- und Wirffchafts- politik. Am Samstag ist es außerdem allen Ausländern, welche in Gebieten mit nicht englischer Währung wohnen, verboten worden, Sterling-Beträge im Ausland abzusetzen. Aller Export nach den Vereinigten Staaten oder aber in die Schweiz kann nur mit den Währungen dieser beiden Länder oder aber mit jtem kontrollierten Pfund bezahlt werden. Anlaß 3n dieser Verordnung ist der Umstand, daß alle übrigen Valuta-Märkte in Europa durch den Krieg für bas englische Pfund geschlossen sind oder aber beträchtliche Einbußen bringen. • Der schweizerische Armeestab teilt mit, daß die technische Untersuchung der sieben bei Kreuzlingen am Bodensee abgeworfenen Bomben ergeben hat, daß diese französifcher Herkunft sind. Hauptschriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des hauptschriftletters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für PolitE, Feuilleton und BUder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumjchein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleitrc: Tr.-Jna. Erich Hamann; Anzeigenlerter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. <■ 'M- • Iwanssvevsieisevung Dienstag, 11. Funi 1940, nach- mittagsLUHr,sollen imBerkaufs- lokal Hartmeß, Neuenw 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe i.obig. Lokal) zwangsweise gegen sof. Barzahl, versteigert werden: Haus-, Laden-u. Büromöbel all. Art, 1 Leica, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, 1 Klavier, eine Ausvutzmaschine und Uhren. Rphwrnann Gerichtsvollz. in Gieken ül-Ulll lUallll Wiesenstr. 2, Tel. 3108. zu baldmöglichem Eintritt gesucht. BiHMe Universil&tsdrockerei Schulstraße 7. 2741p Ein dramatischer Film vom Pferdesport - Ein mitreißendes Thema in der herrlichen Landschaft Kentuckys N eueste Ufa-Ton - Woche u. a.: Die belgische Armee kapituliert Ypern - Langemarck - Kampf um Lille Cambrai - Boulogne - Calais - Arras Amiens - Luftangriff auf Dünkirchen Heute Montag Erstaufführung Lichtspielhaus Spielzeiten: 4.00 Uhr Hauptfilm, 5.30 Uhr Wochenschau 6.30 Uhr Hauptfilm, 8.15 Uhr Wochenschau 9.00 Uhr Hauptfilm. 2764 A Dillenburg und Gießen, den 8. Juni 1940. In tiefem Schmerz: Elisabeth Ocker, geb. Schwalb und Tochter Christa. Im unerschütterlichen Glauben an den Führer und sein Vaterland fiel am 27. Mai im Westen mein innigstgeliebter Mann, mein lieber, guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager Alfred Ocker Oberleutnant und Kompanieführer in einem Infanterieregiment Inhaber des Eisernen Kreuzes 1914—18 und des Ehrenkreuzes im Alter von 41 Jahren. 2770 D Ach viel zu früh verließest Du die Deinen, die in der Heimat bitter um Dich weinen. Am 27. Mal wurde unser einziger, hoffnungsvoller und braver Sohn, mein herzensguter Bruder und Schwager Gefreiter Hans Ludwig König nach harten, schweren Kämpfen, im blühenden Alter von 22 Jahren, für immer aus unserer Mitte gerissen. In tiefem Schmerz: Familie Ludwig König Heuchelheim, im Juni 1940. Gretel Lenz, geb. König Hugo Lenz. 2768 D 2772 D Die Kameradschaft „Admiral Scheer“ im NSDStB. Transchel Der Alte Herren - Verband der ehemaligen Landsmannschaft „Merovingia“ Dr. Monnard. Ein heiter-besinnliches Spiel um die Tugend unserer heranwachsenden Töchter. Ein Spiel, das unversehens in die Frage nach der Tugend unserer Väter und Mütter mündet: nämlich nach ihrer Fähigkeit, bei allem Verständnis für die Lebenslust junger Mensdhen ihnen Schützer und Ratgeber zu sein 2771 D 2776 D EMIL SCHMALE Biergrobhandlung u. Eisfabrik - Ruf 3883 ttiliäur ien Wc Arten kr3 nltene genber > meif Br Beiert c frn Hei er Sri neu B Stamm] hn, doi uib der SAtst, . Mle baren \ Nmchei Mitten «er - mrde - ftn ®t fbe vc kiese Gießen (Kaiserallee 24), Nagold (Württ), den 7. Juni 1940. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 11. Juni 1940. nachmittags 151/, Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofes statt unerwartet von uns gegangen. Für die Hinterbliebenen: Marie Aliendörfer, geb. Faß Alwin Aliendörfer. |tt Sri frn vor k'Fla tirtenfr oiltlher tiaumtr k Brc st^eg p* ®eri I ÜlsG friffe di ■’tM groll’1 •jrftile 01t $ M 'öm vieles überall # i • allein ;'iifaniii -der.o, i)er v M-h rmge dlonle jnö b jiKul !ress ■ #' »Inders nilh rt Zf .\n gef itnen Nach kurzer Krankheit ist mein lieber Mann, mein guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Carl Aliendörfer Justizinspektor i. R. Ui‘ offenen Augen Jungen und ein iel en'decken ihre WaldHeimai. Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 HugoBsrmühler Verlag Berlin - Lichterfelde Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnxeiger FIS Ei Ein treuer Helfer im „Kampf g e;gen Verderb“ Da meine Eiswagen dieses Jahr nicht fahren können findet die Eisausgabe an Haushaltungen und Gewerbetreibende täglich nur ab Fabrik, Frankfurter Str. 7 H. statt. Ausgabe vorm. 8 — 12 Uhr, nacbm. 14 — 18 Uhr. Sonntag vormittags 8 — 10 Uhr. jor m j)en v ir eine iüenSJ S QUfi ■eine ( ebei w «betör LORETTA YOUNG RICHARD GREENE WALTER BRENNAN Sein Glaube an Deutschland und seine Treue waren unerschütterlich. Altersvereinigung 1878—1928. 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof Der Vorstand. Die trauernden Hinterbliebenen. 2769 D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter Elisabeth Volzel, geb. Kling sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Freundes Friedrich Simon in Kenntnis zu setzen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Trauerfeier Montag, den 10. Juni, um gleichnamigen Bühnenstück von Calmar von Csatho mit Geraldine Katt, Rolf Wanka Ralph Arthur Roberts, Erika von Thellmann Hilde Hildebrand, Rudolf Platte Spielleitung: Hans H. Zerlett. Musik:Leo Lenz Im Kampfe um Deutschlands Freiheit fiel der Assistent am Physikalischen Institut der Universität Studien assessor Dr. Wern er Lotz Unteroffizier in einem Inf.-Regt Jnjeder Serie für natümoLsvrialMfÄeX fDoltowohlfohrt v 2767 D Er war uns ein treuer, stets hilfsbereiter Mitarbeiter, den wir nicht vergessen werden. Für Führer, Volk und Vaterland fiel vor Amiens am 30. Mai 1940 unser lieber Bundesbruder und Alter Herr Die Angehörigen des Physikalischen Instituts der Universität Gießen. Dr. Werner Lotz Studienassessor, Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment OeDtieSbgraleiisäliwä Am Sonntag, 30. Juni 1940, pünktlich um9 Uhr vormittags beginnend, findet in der öffentlichen Handels- lehranstalt Gießen, Wemerwall 11, das diesjährige W tafeMs-teislngsiMta 4 statt .ZurTeilnahme an dies. Leistungs- 1 schreiben sind alle Mitglieder eingeladen Piano Fast neues Grotrian- Lteinwev-Piano (Eiche dunkel, Baujahr 1939), sofort gegen bar zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsst. des Gietz.Anz. 2759D Eis- WäMen z. kaufen gesucht. Angebote unter 02064 a.d.G.A. Kleiner gebr. Kassenschrank z kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 02067 a. d.G.A. Verschiedenes Kanarienvoge entflogen. Abzug, geg. Bel. Lchillerstr. 16 u Heute Montag Erstaufführung .............— —। Unser Zngelein Hai ein Ärüderchen bekommen \|z Frau Erna, geb. Gondner Or. med. Willy Schneider Arbeitsfeldarzt und Gruppenarzt im RAD. Alsfeld/O.H. z.Z. Gießen Kath. Schwesternhaus 2773 d. Briefmarken Sammlung oder Einzel-Marken, Restposten usw. von Samm 1er zu kaufen gesucht. K. Friebel Berlin-T empelhof Schön burgstraße 11. 2775D Anfangszeiten für 10.-16. Juni: Wo. 3.30 5.45 8.15 - So. 3.00 5.30 8.15 Infolge der Länge der Wochenschau werden ab heute die Anfangszeiten geändert Dringend ZU beachten ist, daß die Vorführung der Wochenschau nicht durch zu spät kommende Besucher gestört werden darf, diese also während des Ablaufs der Wochenschau keinen Einlaß finden können.—Unsere Vorstellungen beginnen jeweils sofort mit der Wochenschau piti, IM fc K ‘H Neueste Ufa-Ton-Woche: Die gewaltigste "fdiiadit aller Seiten u.a.Die belgische Armee kapituliert / Ypern / Langemarck Kampf um Lille / Cambrai / Boulogne / Calais / Arras Amiens / Luftangriff auf Dünkirchen Kaufgesuche I Gewinne und Prämien Nr. 55 Zweites Blatt (Siebener Anzeiger iGeneral-Anzeiger für Gberheffen) Montag. 10. Juni 1940 ai Kamiliengeschichtlicher Gang über den Alten Friedhof. Am gestrigen Sonntagvormittag fand auf dem Schiffenberg in Anwesenheit des Kreisleiters Backhaus eine gut besuchte Feierstunde der Werkfrauengruppen des Kreises Wetterau statt. Nach dem Einmarsch der einheitlich gekleideten Werkfrauengruppen, die zu beiden Seiten des Rednerpultes Aufstellung nahmen, wurde die Feierstunde in dem großen Schiff der altehrwürdigen Kapelle mit dem Führerkanon und einem Spruch eröffnet. Sodann wechselten in gut gewählter Folge Lieder des Werkchors und Sinnfprüche ab. Hierauf brachte Pgn. Frl. Schaper Gedanken aus „Stimme der Ahnen". Im Mittelpunkt der Feierstunde stand die Ansprache des Gauhauptstellenleiters der DAF. Pg. Wagner. Einleitend führte er aus, daß neben den fachlichen und fachlichen Belangen, die die Werkfrauengruppen zu vertreten hätten, das große Ziel stehen müsse, daß die Arbeit so durchgeführt werde, wie es der Wunsch des Führers sei. Man müsse sich immer fragen, ob die Arbeit, die in den Werkfrauengruppen geleistet werde, dem Volke nütze, oder ob noch mehr zu tun sei. Es sei die Aufgabe der Werkfrauengruppen, dafür zu sorgen, rtjliliteniann meldet: In der Kriegshilfslotterie wurde am Samstag am Bahnhof Gießen wiederum ein Gewinn von 100,— RM. gezogen. Am Sonntag fiel in einer Gaststätte in Wißmar bei Gießen, verkauft von Losverkäufer 595, abermals ein Gewinn von 500,— RM. Beide Gewinner find Soldaten. Unsere Soldaten im Dienst für Führer und Volk bekunden immer wieder durch den Kauf der Kriegshilfslosbriefe, daß sie die großen Aufgaben des Kriegshilfswerkes voll verstehen. Eine frohe oberhessische Stunde. Am gestrigen Sonntag fand eine frohe Volkstumsveranstaltung mit dem oberhessischen Heimatdichter Georg Heß, der Volkstumsgruppe Leihgestern und einer Bauernkapelle in einem Reservelazarett in Gießen statt. Die Veranstaltung wurde von der NS.-Kriegsopferversorgung, in Verbindung Tageskalender für Montag. Volkstümliche Vorträge der Ludwigs-Universität: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- wigstraße 34, Professor Dr. Vollrath über „Krieg und Frieden unter besonderer Rücksicht auf inner- britische Zustände"; 20.15 Uhr im Tierseuchen-Jnsti- tut, Frankfurter Straße 87, Professor Dr. Beller über „Auf den Menschen übertragbare Tierkrankheiten und ihre Bekämpfung". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Meine Tochter tut das nicht"; 14>45 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung „Die gewaltigste Schlacht aller Zeiten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die goldene Peitsche". Und in die stolze Ruh' versetzt in seinem Haus, Indem er durch den Tod mich hieß zum Leben gehen." Die Teilnehmer des Rundganges folgten den Darlegungen mit dankbarer Aufmerksamkeit. Feierstunde der Werksrauengruppen des Kreises Wetterau Warum man errötet? Das Errörten ist eine der merkwürdigsten Ausdrucksformen menschlicher Empfindungen. Es kann nicht, wie manche anderen Erregungserscheinungen durch irgendeine Tätigkeit oder durch äußere Einwirkung auf den Körper hervorgerufen werden, sondern es wird vom Gehirn aus erzeugt. Manche Personen erröten leicht, andere wieder schnelle Befolgung des Fliegeralarms erleichtern. Die Verdunkelungsvorfchristen find natürlich unter allen Umständen zu befolgen. In manchen Fällen geht es nicht nur um Minuten, sondern um Sekunden. Jede gewonnene Se-, künde kann ein Vorteil fein, dem man unter Umständen das Leben verdankt. Für Säuglinge und Kleinkinder halte man Decken zum Einschlagen. bereit. Man kann sie im Keller noch anziehen und hat auch dort noch Zeit genug, die eigenen Schuhe zuzuschnüren. Je ordentlicher man seine Siebensachen zusammengelegt hat, desto schneller kann man den Alarm befolgen. Je ruhiger man bleibt, desto zweckmäßiger kann man sich gegenseitig unterstützen. Es ist besser, hundertmal zu früh im 'Luftschutzraum zu sein, als einmal zu spät sich dahin aufzumachen. Janker an den Nagel hängte, verspürte er im unteren Saume etwas Schweres, griff nochmals in die Tasche hinein und fand ein Loch im Futter, durch das er die vermißte Dose in ihrer ganzen, silbernen Pracht herausangeln konnte. Vor Freude tat er erst einen Hellen Juchzer und eilte dann dem Wirtshaus zu, um die Situation zu klären. Seine Schritte wurden aber immer zögernder, je näher er dem Toben kam, und er befürchtete nicht zu Unrecht, daß ihn die Burschen in ihrer Wut leicht erschlagen könnten, wenn er die harmlose Aufklärung des Diebstahls brächte. Er wandte sich also klugerweise wieder heimwärts und schwieg sich auch in Zukunft über den Verbleib der Dose aus. Nur auf seinen stillen, nächtlichen Gängen durch die Wälder begleitete ihn fortan das Prachtstück, und immer, wenn er eine Prise daraus nahm, benieste er einen guten Schuß. • Einmal war er wieder die ganze Nacht draußen gewesen, und schon dämmerte der Morgen herauf, als er endlich über einem Reh stand und bedächtig in die Dose griff. Da hörte er über sich ein Lachen und sah auffahrend den Förster mit seinem Gehilfen in der Wand stehen. Der Anblick allein hätte ihn vielleicht nicht so erschreckt, aber die auf ihn gerichteten, schußfertigen Gewehre ließen ihn ganz das Hoffnungslose seiner Lage erkennen, so daß er die Dose fallen ließ und vor Schreck erstarrte. gackele", hörte er den Förster rufen, ,chu bist trotz deinem geschwärzten Gesicht gar nicht zü verkennen! Wir müssen jetzt aufs Amt gehen. Am besten machen wir gleich den Weg zusammen, wenn's gefällig ist?" — Das Wort „Amt" war das Stichwort für den Jackele, aber es stach ihn nicht tot, sondern es machte ihn im Gegenteil höchst lebendig. Mit einem Satze war er bei feinem Gewehr und mit einem zweiten auch schon im Gebüsch verschwunden. Der Förster drückte das Gewehr seines Gehilfen zur Seite und rief dem Flüchtenden höhnisch hinterher: „Laß dir doch Zeit, Jackele, es eilt doch nicht so mit dem Amt! Und erkannt bist du ja sowieso .. Aber der Jackelei gab keine Antwort, und er wartete auch nicht auf die freundlichen Begleiter. Er sauste atemlos durch den Wald, wusch sich in einem Bach, versteckte das Gewehr unter dem alten Baum und rannte dann weiter. Daheim legte er sich sofort ins Bett und erwartete mit Zittern und Zagen die Ankunft des Försters. Es dauerte eine ganze Weile, und der schwitzende Jäckel hatte reichlich Zeit, sein Gewissen zu erforschen und Reu und Vorsicht ist die beste Bereitschaft Kleine Winke zur Befolgung bei Fliegeralarm. Wenn etwas schnell zu geschehen hat, so ist das erste Erfordernis, daß es ohne Haft geschieht. Jede Hast stört, hindert und hält auf; sie erzielt lediglich eine Verzögerung. Man bewahre also in erfter Linie die Ruhe und Ueberlegung, die zu einem zweckmäßigen Verhalten erforderlich sind. Ser 3adel läßt das Jagern sein. Von Karl Robert Popp J8or manchem Jahrzehnt ist im Böhmisch-Bay- When viel gewildert worden, und der Jackele kor einer der erfolgreichsten Nachtgänger in den /eiten Wäldern, bis er mit einem Male sein Handlet aufgab. Wie er zu dem Entschluß kam? Da.s ft eine Geschichte, die man schon erzählen kann. 3n eben dem Jahre, in dem der Jackele das Wil- »n aufgab, hatten sie da unten einen neuen För- jer bekommen, von dem sie vorerst nicht allzuviel Spürten. Um so mehr merkte der Förster Brand- von ihnen, und das hat ihn gewurmt, gar nicht ft beschreiben! Seit dem Frühjahr hatte er sich ttischworen, die frechsten Wilddiebe zu stellen, aber '- schien bis zur Einlösung dieses Eides noch viel Jet vergehen zu müssen, soviel, daß die Kirchweih Zwischen kam, und auf der Kirchweih fehlte «her. ■ So geschah es, daß der neue Förster mit dem | «feie an einen Tisch zu sitzen kam und ehrlich Wien neue Schnupftabaksdose bewunderte, ein Frachtstück mit silberbeschlagenem Deckel, das sich Jackele aus der Stadt mitgebracht hatte. Als sicher Mann bot der Jäckel alsbald feinem Tifch- 'uhbarn eine Prise an, die der Förster dankend ^Nieste. Sie drehten dann einen Tanz mit den ^önen des Dorfes unb kehrten fröhlich zum Maß- R zurück. Und als der Jackele erneut behaglich Meine Tasche griff, war die Schnupftabaksdose , lkrchwunden. Erst hat's ihm einen Stich durchs gegeben, dann stieg ihm eine rote Zornwelle *5 Gesicht, und endlich hieb er wütend auf den J'fi), um an die Versammelten eine Ansprache zu Vlien, die an Deutlichkeit und Derbheit aber auch kr nichts zu wünschen übrig ließ. Obwohl die Burschen daraufhin bereits ebenfalls Köpfe hatten, taten es doch einige dem För- F nach und wendeten zum Zeichen ihrer Unschuld Taschen um. Die anderen rückten murrend näher, A ihr Anführer, der Schmied-Franz, baute sich •^itbeinig vor dem Jackele auf und fragte scharf, J er sie für Diebe und Mausköpfe halte. Dem ^dele entfuhr eine voreilige Bejahung, und so kam 6 daß er als erster zur Tür hinausflog und der beginnenden Rauferei als stiller Zuschauer bei- ^inen mußte. Er warf noch einen Maßkrug durchs ter auf die Kämpfenden und tappte bann, laut sich hinschimpfend, heimwärts. Als er (einen daß die Idee des Nattonalsozialismus in alle Herzen hineingetragen werde. Die Frauen-hätten im Kriege schwere Aufgaben zu erfüllen, sei es im Haushalt, an der Werkarbeit, oder an anderer Stelle. Gerade in der heutigen Notzeit müsse sich jeder einzelne zur Verfügung stellen und mehr als feine Pflicht tun. Die Soldaten an der Front müßten schwere^ Opfer bringen, was wir tun in der Heimat, sei gegenüber dem Opfer der Soldaten außerordentlich gering. Die Opfer der Heimat müßten sich denen der Soldaten im Felde würdig zeigen. Der Krieg habe den Zweck, einen langen Frieden zu sichern. Die erste Aufgabe des Führers nach der Machtübernahme fei die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten gewesen. Nur durch Arbeit seien wir wieder ein Volk geworden. Deshalb müsse auch die Arbeit zur Erhaltung des deutschen Volkes für alle Zukunft immer an der Spitze stehen. Der musikalische Teil der Feierstunde wurde durch eine Werkscharmusikgruppe in guter Weise durch- geführt. Nach dem gemeinsam eingenommenen Eintopfessen vergingen die Nachmittagsstunden bei Darbietungen der Werkscharmusikgruppe allzu rasch. der Frau von Totenwardt. Mit ihrem Todestag ist nämlich eine Stiftung verbunden, mit der alljährlich am 10. Juni (dem Todestag der Frau von Todenwardt), also am heutigen Tage, der (Ertrag des Stiftungskapitals in Höhe von 50 Gulden (135 RM.) an Bedürftige unserer Stadt zur Auszahlung gelangen. Diese Auszahlung geschah heute morgen um 5 Uhr in der Stadtkirche. In einem zusammenfassenden kurzen Vortrag in der Kapelle umriß Stadtbaudirektor Gravert die Bedeutung der in so vieler Hinsicht, vor allem in kultureller und kulturhistorischer, wichtigen Grabdenkmäler. Welch Reichtum und welche feine Erkenntnis auf manchem der Grabsteine Ausdruck ge- unden hat, geht aus einer Inschrift auf dem Grab- tein des Gasthalters Kaspar Thom hervor. Auf einem Grabstein ist zu lesen: Ich, der ich so manchen Gast Nahm in die Herberg ein und ließ Nach Stands Gebühr denselben wohl traktieren Auch wenn es ihm beliebt, zu seiner Ruhe führen Könnt selbsten nur Gast in meiner Herberg fein, Diel Ungemach und Müh allhier ausstehen Nun aber hat mich Gott davon gespannet aus Seinb- sieben dem psychologischen Moment kann uns die k^auf Städte und Ortschaftenl Westdeutschlands O r d n u ng eine gute Helferin bei Fliegeralarm st., gezeigt welche Bedeutung dem fein. Man treffe vorher alle Maßnahmen, die die “111chutzke11er als Schutz zukommt und . ffhtio 9^oFnfrtiiMrt Xnc OifiAAAVAfr- avGixx«»» i- midjtig es ist, daß sich jedermann sofort in den Schutzraum begibt. Es ist schon mancher Fall be- Q orden, daß Häuser durch Bomben stark beschädigt oder gar zerstört wurden, den Einwohnern aber nichts geschah, weil sie sich im Luftschutzraum befanden. Es liegt also im Interesse jedes einzelnen, sich rechtzeitig und mit möglichster Beschleunigung in den Keller zu begeben. Dazu einige kleine Winke: schwer, noch andere gar nicht, und die Neigung zum Rotwerden ist vielfach eine Familieneigentümlichkeit, hängt also mit irgendwelchen Vererbungserscheinungen zusammen. Das Erröten ist nicht nur em unwillkürlicher Vorgang, sondern der Wunsch, es zurückzuhalten, verstärkt geradezu fein Auftreten. Vielfach hält man das Erröten für eine besondere Eigentümlichkeit des weiblichen Geschlechts, und es ist dadurch in einen eigenartigen Zusammenhang gekommen mit den Begriffen von Frauenunschuld und Frauenschönheit. Diese Annahme hat sogar dazu geführt, daß früher in der Türkei Anwärterinnen für den Harem des Sultans oder an» derer Großer höher bewertet wurden, wenn sie die Fähigkeit befaßen, zu erröten, und daß auf Skla» Denmärften für eine Frau, die rot werden konnte, ein höherer Preis bezahlt wurde. Die Sinnlosigkeit dieser Vorstellung wird schon erwiesen, wenn man sich einmal den physiologischen Vorgang beim Rotwerden klarmacht. Die Ursache für diese Erscheinung liegt in dem engen Zusammenhang zwischen den sensorischen Nerven des Gesichtes und den winzigen Blutgefäßen, deren Blutzuiahr durch diese Nerven geregelt wird. Dadurch bringt irgend etwas, was, vielleicht auch nur indirekt, die Aufmerksamkeit auf das Gesicht lenkt, diese sehr empfindlichen Nerven in Erregung, so daß sie die Blutgefäße des Gesichts in verstärktem Maße mit Blut füllen. Diese ursprüngliche Ursache des Errötens hat dann im Laufe von Jahren die Folg< daß, schon die bloße Annahme einer Beachtung das Rotwerden hervor- ruft. Auf diese Weise ist es verständlich, daß auch die Blinden rot werden, daß junge Menschen leichter erröten als ältere und Frauen mehr zum Rotwerden neigen als Männer. Junge Leute und Frauen sind ja meistens schüchterner als ältere Leute unb Männer, und da Schüchternheit in einer über» triebenen Rücksichtnahme auf die Anwesenheit und Meinung anderer besteht, so ist sie der hauptsächlichste Grund für das Rotwerden. Der Versuch, beim Erröten fein Gesicht zu verbergen, es zu bedecken ober wegzuwenben, ist nur eine burch Assoziation entstandene Gewohnheit. Die Vererbung spiett bei dieser Eigenschaft zweifellos eine große Rolle, und vielleicht ist es manchem, der sich über sein leichtes Rotwerden ärgert, ein Trost, wenn er erfährt, daß auch die Menschen im Naturzustand, wenn sie nackt gehen, erröten, unb zwar nicht nur im Gesicht, son- bern am ganzen Körper! c.K. Mandelentzündung Ich hatte eine erhebliche Bronchitis u. Angina, die ich mit Karlssprudel in heiß. Milch bekämpfte. Die Wirkg. trat in kurzer Zeit ein. Die schnelle Heilung verdanke ich Ihr. Karlssprudel. J.Wild, Oberstfeldmstr., Zehdenick H.,Liebenw.Str. 10.8.37. 20 gro/je Flaschen RM 12 60, 50 gro/je Flaschen RM 25.-. Fracht hm und zurück trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Biskirchen * mit der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" getragen. Zahlreiche Gäste, darunter auch der für die Volkstumsarbeit zuständige Gauwanderwart Schwab aus Frankfurt, waren erschienen. Die Darbietungen spielten sich auf dem Rasen ab und erhielten dadurch eine Zwanglosigkeit, die sich sehr gut auswirkte. Georg Heß zog zunächst mit seiner Volkstumsgruppe, den Mädeln unb Buben aus Leihgestern, mit der in Bauernkitteln steckenden Kapelle und einer aus BDM.-Mädchen und Hitler- jungen bestehenden Singschar ein. Die Singschar trug dann Soldatenlieder vor, während Georg Heß in seiner bekannten humorvollen Art die Soldaten mit der oberhessischen Mundart und Eigenart bekanntmachte. Nach einer Pause schilderte Georg Heß die Schönheiten Oberhessens und trug vor allem seinen bekannten „Gruß aus Owerhesse", sowie einige seiner drastisch-belehrenden Gedichte vor. Die Volkstanzgruppe in ihrer bunten Kleidung führte mehrere Tänze vor, die großen Gefallen fanden. Dazwischen sang die Singschar zwei ober- hessische Spinnstubenlieder. Auch ein Solo für Ak- kordion auf zwei Instrumenten wurde vorgetragen. Die Bauernkapelle unterstützte die einzelnen Darbietungen und lockerte die Vortragsfolge mit volkstümlicher Tanzmusik auf. Die Stunde fand (ehr guten Anklang. Kunterbunter Abend bei „Kraft durch Freude". Die NSG. „Kraft durch Freude" hatte für Samstag zu einem bunten Abend in das Caf6 Leib eingeladen, der eine Fülle schöner unb interessanter Darbietungen brafyte. Da gab es (Eitra, den Leib zu erwecken. Einmal hatte er schon wegen Wilddieberei gesessen, unb er ahnte, baß er biesmal auf ein Jahr ober noch länger hinter die Gitter geschickt werden würde. Die Tränen standen ihm schon von dem bloßen Gedanken in den Augen, unb er schwur einen heiligen Eid, das Wildern zu lassen, wenn er diesmal noch gnädig davonkäme. Aber der Förster kam doch, und der Jackele fant bei diesem Anblick ächzend in die Kissen zurück. ,Zst dir nit gut. Jackele?" fragte mitleidig der ebenfalls hereintretende Heger, und der Jackele fühlte einen dumpfen Zorn in sich aufsteigen, weil die beiden anscheinend noch den Schimpf zur Schande hinzu- fügen wollte. Er blinzelte aufwärts und murmelte etwas von Leidfchmerzen. Der Förster aber sah selber ganz blaß und ernst aus. ,Hackale", sagte er, „komm, gib mir deine Hand! Ich hätt' dir heute leicht ein schweres Unrecht zugefügt. In der Frühe haben wir einen Wilderer gestellt, und ich hätt' dir schwören mögen, daß du es gewesen bist. Noch jetzt, wie ich dich anschau, ist es mir unbegreiflich, aber ich habe freilich den Beweis für deine Unschuld gesunden. Da schau her, Jäckel, das hat dich gerettet! Deine silberne Schnupftabaksdose ist's! Wenn ich nicht damals an deinem Tisch gesessen hätte, wo sse dir gestohlen wurde, dann stündest du jetzt schon vor dem Richter. Weißt du, wo die Dose lag?! Neben dem Reh lag sie, und der Wilderer ist demnach derselbe Lump, der sie dir gestohlen hat! Da hast du dein Eigentum zurück, Jackele, und verzeih mir den Argwohn." Der Jackele verzieh, und die beiden Jäger verließen bie Stube, um weiter nach dem Wilderer zu sehen. Der Zurückgebliebene aber hat zuerst seiner Silbernen ein Busserl aufgedrückt, dann hat er draußen die Büchse hervorgekramt und zerschlagen, und zuletzt fah er sich nach einer Gegend um, in der keine Wälder waren. Er wollte nämlich fernen Eid halten, und er kannte sich, der Jackele, 0 er kannte sich nur zu genau! Gestern nachmittag fanden sich unter den schattigen Bäumen des Alten Friedhofs viele Freunde der Heimat-, insbesondere der Gießener Familiengeschichte ein und folgten damit einer Anregung der NSG. „Kraft durch Freude". Stadtbaudirektor Gravert führte die Besucher an den alten Mauern des unteren Teils des Friedhofs entlang und sprach an Hand der in die Mauer eingelassenen alten Grabsteine über die Verstorbenen, denen die Grabsteine gewidmet sind, und gab damit einen tiefen Einblick in den Wandel der Zeiten und des Geistes, der aus den Steinen spricht. Stadtbaudirektor Gravert als Leiter des Rundgangs oer- olgte damit Familien- und Stadtgeschichte über drei Jahrhunderte, rief manchen heute noch in der Stadt bekannten und lebendigen Namen herauf und konnte von den interessantesten der Steine auch die Inschriften verlesen, die alle, und soweit sie überhaupt noch leserlich waren, schriftlich und für ferne Zeiten festgehalten sind, wenn die Grabmale aus vergänglichem Sandstein mehr und mehr den Unbilden der Witterung zum Opfer gefallen find. Mit besonderem Interesse hörte man während der Betrachtung der Grufthäuschen die Geschichte des Todes Aus der Stad« Gießen. Wildes Gemüse in Flur und Wald. Das Freiland bietet jetzt allerlei Kräuter, die als Salat, Spinat, zur Suppe, sogar als Spargel und Brotbelag ausgezeichnet munden. Es gilt nur Vorurteile zu überwinden; auch sind die Pflanzen falls sie von Aeckern und Wiesen stammen, die mit Kunstdünger behandelt sind, besonders sorgfältig abzuwaschen. Am leichtesten erreichbar ist der Löwenzahn. Dieses „goldige" Unkraut gedeiht in großer Zahl überall. Seine jungen Blättchen (sie sind härtlich was für die Zähne nur von Vorteil ist) liefern allein ober im Verein mit anderen Kräutern einen vitaminreichen Salat, zubereitet mit Zitrone, mit oder ohne Del, dazu die sonstigen üblichen Zutaten, vielleicht sogar unter Hinzufügung einer Zwiebel ober von etwas Zucker. Als Mischwerk eignen sich Blättchen vom Wiesenschaumkraut (auch junge Triebe), vom bescheidenen Gänseblümchen und dem am Boden kriechenden, meist violett getönten Gundermann. Mittel- und Süddeutfch- land bieten darüber hinaus zwei stellenweise auch in Kultur gezogene Unkräuter: die Brunnen- kresse und den Rapunzel- oder Feldsalat. Rohsalate sind als Beikost zu Fleischgerichten besonders wertvoll, zumal neben dem Vitamingehalt auch ihre Mineralsalze eine Rolle für den Kreislauf im Körper bedeuten. Man kann ferner die aus den gesammelten Pflanzen durch Pressung gewonnenen Rohsäfte ttinken, doch halten sie sich nur kurze Zeit, weshalb der Verbrauch der ganzen Blätter einfacher ist. Kompaktere Mahlzeiten liefert die große Bren - neffeI, deren Jungtriebe und Blätter wie Spinat zubereitet werden. Ich habe öfters dieses Gemüse gegeffen, das unsere Hecken und Zäune allerwegen flaumt, sowie an feuchten Waldstellen sich breitmacht. (Es ist im Ueberfluß vorhanden und kostet obendrein nicht einen Pfennig. Zusätzlich kann man ihm vielerlei bei fügen: z. B. Scharbockskraut, das jetzt len Waldgrund dicht überzieht, und ebenso den im Barten lästigen, leicht herb schmeckenden Giersch rder Ziegenfuß. Er ist auffällig durch seine gespaltenen Blätter und seine langen, schwer zu beseitigenden Wurzelstöcke. Nicht zu vergessen und ebenso wenig zu übersehen sind die silbern behaarten vlätter des Gänse fingerkrautes und die |ur Kost der Stubenvögel oft verwertete Vogel- niere. Sie wächst immer wieder neu nach und lefert aus diesem Grunde im Kulturlande bis in len Herbst hinein ständig frisches Kraut. Aus eige- jer Erfahrung schätze ich vor allem, die verschiede- len Vertreter der Meldengewächse, die Dtammpflanzen unserer Sp^natpslanzen. Die Mellen, vor allem die weiße Melde, die Gartenmelde inb der gute Heinrich, sind auf Kulturgelände und bchuttstellen allgegenwärtig. Man kann sie richtig „erfüllen", b?nn ihre Blätter tragen einen spürbaren Belag von winzigen weißlichen, mehligen Lörnchen. Blätter unb Jungtriebe werden abge- slhnitten. Man bereitet das Gemüse als Spinat oder — wie es zu Großmutters Zeiten genossen würbe — als dickliche Suppe mit ober ohne Zusatz non Grütze, Graupen, vielleicht gar unter Bei- pbe von gettennt-gekochten Kartoffeln. Daß ber Kiefenfauerampfer eine ausgezeichnete Suppe, ebenso ein Spinatgerkcht ergibt, bedarf wohl 'hum der Erwähnung, doch ist er wegen seiner Oralfäure von Nierensteinkranken zu meiden. Eine Jute Kräutersuppe stellt man zusammen aus Blättern von Sauerampfer, wilder Möhre (auf ttocke- nen Flächen häufig), Schafgarbe, Kümmel; selbst Kettentriebe sind zu verwenden. Die gehackten Plättchen von Huflattich, Sauerampfer, Wiesen- sihaumkraut unb Kümmel ergeben einen erfrischen- bjn Brotbelag. Wegericharten, vor allen Dingen Spitzwegerich, können beliebig ben bisher erwähn- tm Gerichten beigefügt werden. Als Spargelgemüse sind zu verwerten die Jung- liroffe von Hopfen, ber in Anpflanzungen junger Saume oft ftörenb bas Wachstum derselben beein- rächtigt, ferner die spiralig aufgerollten Triebe der : Ib I e r f a r n (Waldlichtungssiebler). Freilich müf- 1 kx die letztgenannten vor Abkochen von ihren 1 bkounen Kälteschuppen befreit werden. Dr. E. S. 1 SJL-'fpoit Aotlzeu für den 10. Juni Sl Kurze Sportnotizen. onnte das erzielte Tor SegeWgModellweOewerbHeffen-Westmarl lölfe U kN Li .Seine (Nachdruck verboten!) 12. Fortfetzung. (Fortsetzung folgt) Sa Ein Ser les 2lu Montag lmtes „Die rutsche ie W len. ( tunbe arüb us eig