Metzener Anzeiger 190. Jahrgang Kr. 108 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter | HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zrettag, 10. Mai 1940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel 3 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 250/omehr Ermäßigte Grundpreise Bäoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Fernsvrechanschlusr 2251 Druck und Verlag: Drahtanschrift: „Anzeiger" twiMf*» Postscheck11686FraEM. oruylskyeunivermatsdruckerei«. Lange General-Anzeiger sm Oberhessen Sietzen. Zchulftratze 7-9 Englisch-französischer Einbruch in Belgien und Holland, um gegen das deutsche Ruhrgebiet vorzustoßen, in letzter Stunde von der deutschen Wehrmacht aufgefangen. Belgien und Holland hatten exakte Vorbereitungen zur Zusammenarbeit ihrer Generalstabe mit den Generalstäben der Westmächte getroffen.- Belgien und Holland im Dienste der Engländer bei dem Versuch des englischen Secret Service zur Herbeiführung eines Umsturzes in Deutschland. Der Führer nimmt die Neutralität von Belgien und Holland unter seinen Schuh Eine Erklärung Ribbentrops vor der preffe. Berlin, 10. Mai (NRB -Junkspruch.) Oer Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop gab am Jreitagmorgen vor den Vertretern der deutschen und der ausländischen Preffe im Bundesratssaal des Auswärtigen Amtes folgende Erklärung ab: Meine Herren! England und Frankreich haben nunmehr endlich die Maske fallen lassen. Nachdem der Einbruch in Skandinavien mißlungen war, kam der Alarm im Mittel- meer. Dieses große Täuschungsmanöver sollte das wahre Ziel Englands verschleiern: den Vorstoß aus das deutsche Ruhrgebiet über Belgien und Holland. Dieser Angriff war, wie der Reichsregierung bekannt ist, seit langem mit Wissen Belgiens und Hollands im geheimen vorbereitet. Oie Nachrichten der letzten Tage über englische Truppeneinladungen nach holländischen und be gischen Häfen sprechen eine deutliche Sprache. Oer Reichsregierung ist nunmehr am gestrigen Tage bekannt geworden, daß England der belgischen und der niederländischen Regierung Mitteilung von der unmittelbar bevorstehenden Landung englischer Truppen aus belgischem und holländischem Gebiet gemacht hat. Diese Mitteilung deckt sich mit den in den Händen der Reichsregierung befindlichen unwiderleglichen Beweisen über den Aufmarsch der englischen und französischen Armee und über den unmittelbar bevorstehenden Angriff auf das Ruhrgebiet über belgisches und holländisches Gebiet. Der Führer ist nicht gewillt, das Ruhrgebiet, dieses wichtige deutsche Wirtschasts- zentrum, einer neuen englisch-französischen Aggression auszusetzen. Er hat sich daher entschlossen, die Neutralität Belgiens und Hollands gegen die englisch-französischen Aggressoren nunmehr unter seinen Schutz zu nehmen. Mag es sich um einen neuen Akt verbrecherischer Willkür Englands und Frankreichs handeln, die Deutschland diesen Krieg ausgezwungen haben oder mag es sich bei diesem neuen Angriffsakt um einen Akt der Verzweiflung handeln, durch den die jetzigen Machthaber in England und Frankreich die durch ihre bisherigen Mißerfolge bedrohte Existenz ihrer Kabinette zu retten suchen, dies ist für die deutsche Regierung gleichgülttg. Die deutsche Armee wird nunmehr mit England und Frankreich in der einzigen Sprache sprechen, die deren heutige Machthaber zu verstehen scheinen, und mit diesen Machthabern endgültig abrechnen. Memorandum der Reichsregierung an die belgische und niederländische Regierung. Memorandum. Die Reichsregierung ist sich seit langem über das Hauptziel der britischen und französischen Kriegspolitik im Klaren. Es besteht in der Ausweitung des Krieges auf andere Länder und in dem Mißbrauch ihrer Völker zu chilfL- und Söldnertruppen Englands unb Frankreichs. Der letzte Versuch in dieser Richtung war der Plan, Skandinavien mit Hilfe Norwegens zu besetzen, um hier eine neue Front gegen Deutschland zu errichten. Nur durch das Eingreifen Deutschlands in letzter Stunde wurde diese Absicht zunichte gemacht. Deutschland hat hierfür vor der Weltöffentlichkeit den dokumentarischen Nachweis erbracht. Sofort nach dem Scheitern der britisch-französischen Aktion in Skandinavien haben England und Frankreich ihre Politik der Kriegsausweitung in anderer Richtung wieder aufgenommen. So verkündete noch während des fluchtartigen Rückzuges der britischen Truppen aus Norwegen der englische Premierminister, daß England infolge der veränderten Situation in Skandinavien nunmehr in der Lage sei, eine Verlagerung des Schwergewichtes seiner Flotte nach dem Mittelmeer vorzunehmen, und daß englische und französische Einheiten bereits nach Alexandrien unter- wegs seien. Das Mittelmeer wurde jetzt zum Mittelpunkt der englisch-französischen Kriegspropaganda. Diese sollte teils die Niederlage in Skandinavien und die erlittenen großen Prestigeverluste vor den eigenen Völkern und der Welt verschleiern, teils sollte hierdurch der Anschein erweckt werden, als ob nunmehr der Balkan zum nächsten Kriegsschauplatz gegen Deutschland ausersehen sei. In Wirklichkeit aber diente diese scheinbare Verlagerung der englisch-französischen Kriegspolitik nach dem Mittelmeer einem ganz anderen Zweck. Sie war nichts anderes als ein 2l b l e n k u n g s - Manöver größten Stiles, um Deutschland über die eigentliche Richtung des nächsten englisch-französischen Angriffes zu täuschen. . Wie der Reichsregierung seit langem bekannt ist, ist das wahre Ziel Englands und Frankreichs: Der sorgsam vorher und nunmehr unmittelbar bevorstehende Angriff gegen Deutschland im Westen, um über belgisches und niederländisches Gebiet nach dem Ruhrgebiet vorzu- stohen. Deutschland hat die Integrität Belgiens und der Niederlande anerkannt und respektiert unter der selbst- verständlichen Voraussetzung, daß diese beiden Länder im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und England—Frankreich die strikteste Neutralität bewahren würden. Belgien und die Niederlande haben diese Bedingungen nicht erfüllt. Sie haben zwar bisher den äußeren Schein der Neutralität zu wahren gesucht. In Wahrheit aber haben beide Länder völlig einseitig die Kriegsgegner Deutschlands begünstigt und ihren Absichten Vorschub geleistet. Auf Grund der ihr vorliegenden Unterlagen und im Besonderen der beiliegenden Berichte des Reichsministeriums der Innern vom 29. 3. 1940 und des Oberkommandos der Wehrmacht vom 4. Mai 1940 stellt die Reichsregierung folgendes fest: 1. Seit Ausbruch des Krieges haben die bei- gische und die niederländische Presse in ihren feindlichenAuslassungen g e g e n D e u t s ch l a n d die englischen und französischen Zeitungen noch Überboten. Diese Haltung Haven sie trotz dauernder Vorstellungen durch das Reich bis zum heutigen Tage nicht geändert Darüber hinaus haben führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in den beiden Ländern m den letzten Monaten in immer steigendem Maße zum Aus- druck gebracht, daß der Platz Belgiens und der Niederlande an der Seite Englands und Frankreichs sei. Diel andere Vorgänge des politischen und wirtschaftlichen Lebens in Belgien und in den Niederlanden unterstreichen noch diese Tendenz. Aufruf des Führers an die Soldaten der Westfront. B e r l i n, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Soldaten der West front! Die Stunde des entscheiden st en Kampfes für die Zukunft der deutschen Nation ist gekommen. Seit 300 Iahren war es das Ziel der englischen und französischen Machthaber, jede wirkliche Konsolidierung Europas zu verhindern, vor allem aber Deutschland in Schwäche und Ohnmacht zu erhalten. Zu diesem Zwecke hat allein Frankreich in zwei Jahrhunderten an Deutschland 31mal den Krieg erklärt. Seit Jahrzehnten ist es aber auch das Ziel der britischen Weltbeherrscher, Deutschland unter allen Umständen an seiner Einigung zu verhindern, dem Reich aber jene Lebensgüter zu verweigern, die zur Erhaltung eines 80-Millionen-Volkes notwendig sind. England und Frankreich haben diese ihre Politik durchgeführt, ohne sich dabei um das Regime zu kümmern, das jeweils in Deutschland herrschte. Was sie treffen wollten, war immer das deutsche Volk. Ihre verantwortlichen Männer geben dieses Ziel heule auch ganz offen zu. Deutschland soll zerschlagen und in lauter kleine Staaten aufgelöst werden. Dann verliert das Reich seine politische Macht und damit die Möglichkeit, dem deutschen Volke seine Lebensrechte auf dieser Erde zu sichern. Aus diesem Grunde hat man auch alle meine Friedensversuche zurückgewiesen und uns am 3. September vorigen Jahres den Krieg erklärt. Das deutsche Volk hat keinen haß und keine Feindschaft zum englischen oder zum französischen Volke. Es stehl aber heute vor der Frage, ob es leben oder ob es unlergehen will. In wenigen Wochen haben die. tapferen Truppen unserer Armeen den von England und Frankreich vörgeschickten polnischen Gegner niedergeworfen und damit die Gefahr aus dem Osten beseitigt. Daraufhin haben England und Frankreich beschlossen, Deutschland vom Norden her anzugreifen. Seit dem 9. April Hal die deutsche Wehrmacht auch diesen Versuch im Keim erstickt. Nun ist das eingetroffen, was wir schon feit vielen Monaten immer als eine drohende Gefahr vor uns sahen. England und Frankreich versuchen, unter Anwendung eines gigantischen Ablenkungsmanövers im Südosten Europas, über Holland und Belgien zum Ruhrgebiet vorzu stoßen. Soldaten der We ft front! Damit ist die Stunde nun für Luch gekommen. Der heute beginnende Kampf entscheidet das Schicksal der deutschen Nation für die nächsten tausend Jahre. Tut jetzt (Eu.ce Pflicht. Das deutsche Volk ist mit seinen Segenswünschen bei Euch. Berlin, 10. Mai 1940. Adolf Hitler. 2. Die Niederlande in Verbindung mit belgischen Stellen haben sich dazu hergegeben, unter flagrantester Verletzung ihrer primitivsten Neutralitäts- Pflichten die Versuche des Secret Intelligence Service zur Herbeiführung einer Revolution in Deutschland zu u n t e r st ü h en. Die auf- belgischem und niederländischem Boden vom Secret Intelligence Service gebildete Organisation, die sich der weite st gehe n- den Unterstützung niederländischer und belgischer Stellen bis in die höchsten Kreise der Beamtenschaft und des General st abes erfreute, hakte nichts anderes zum Ziel, als die Beseitigung des Führers und der Reichsregierung mit allen Mitteln und die Einsetzung einer Regierung in Deutschland, die gewillt wäre, die Auflösung der Einheit des Reiches herbeizuführen und der Bildung eines ohnmächtigen föderativen deutschen Staatengebildes zuzusiimmen. 3. Die Maßnahmen der Königlich Belgischen unb der Königlich Niederländischen Regierung a u f militärischem Gebiet sprechen eine noch klarere Sprache. Sie geben den unwiderleglichen Beweis für die wahren Absichten der belgischen und niederländischen Politik. Sie stehen ferner im Gegensatz zu allen Erklärungen der Königlich Belgischen und Königlich Niederländischen Regierung, daß sie eine Benutzung ihres Staatsgebietes als D u r ch m a r s ch l a nd ober als Operationsbasis zu Lande, zur See unb in der Luft mit allen Kräften und nach allen Seiten verhindern würden. 4. So hat z. B. Belgien ausschließlich seine O st g r e n z e gegen Deutschland be- f e st i g t, während es an seiner Grenze gegenüber Frankreich keinerlei Befestigungen angelegt hat. Wiederholte dringende Vorstellungen der Reichsregierung wurden zwar von der Königlich Belgischen Regierung jedesmal mif der Zusage beantwortet, daß man eine Beseitigung dieses einseitig gegen Deutschland gerichteten Zustandes herbeifuhren würde. Praktisch aber geschah nichts und alle Versprechungen in dieser Richtung blieben unerfüllt. Im Gegenteil, Belgien hat bis in die letzte Zeit hinein ausschließlich und unvermindert an dem Ausbau seiner gegen Deutschland g e - richteten Befestigungen gearbeitet, mäh- rend die belgischen Westgrenzen den Feinden Deutschlands offen stehen. 5. Ein ebenso offenes und ungeschütztes Ein- fallstor ist das niederländische Küsten- qeüiet für die britischen Luftstreitkrafte. Die Reichsregierung hat der Königlich Niederländischen Regierung in fortlaufenden Mitteilungen den Nachweis über die Verletzung der Niederländischen Neutralität durch englische Flugzeuge erbracht. Seit Kriegsausbruch sind englische Flieger saft täglich von den Niederlanden kommend über deutschem Boden erschienen. 12 7 solcher englischer Ueberfltegungen wurden einwandfrei in allen Einzelheiten festgestellt und der Königlich Niederländischen Regierung notifiziert. In Wirklichkeit aber ist ihre Zahl weit größer, sie beträgt ein Vielfaches der notifizierten Fälle. Auch bei all diesen weiteren Ueberfltegungen besteht kein Zweifel, daß es sich um e n g l i f ch e Flugzeuge gehandelt hat. Die große Zahl der Ueberfüegungen unb bie Tatsache, baß hiergegen von ber Königlich Nieberlänbischen Regierung keinerlei wirksame Maßnahmen getroffen würben, beweisen einbeutig, baß bie englische Luftwaffe nieberlän- bifches Hoheitsgebiet mit Wissen unb D ul« bung ber Königlich Nieberlänbischen Regierung systematisch zum Ausgangihrer Operationen gegen Deutschlanb gemacht hat. 6. Ein noch krasserer Beweis für bie wahre belgische und niederländische Einstellung aber ist der allein gegen Deutschland gerichtete Aufmarsch der gesamten mobilisierten belgischen und niederländischen Truppen. Während Anfang September 1939 Belgien und die Niederlande ihre Truppen ziemlich gleichmäßig an ihren Grenzen verteilt hatten, wurden parallel mit der sich immer mehr vertiefenden Zusammenarbeit zwischen den belgischen und niederländischen Generalstäben und den Generalstäben Englands und Frankreichs einige Zeit später die Westgrenzen dieser Länder völlig von Truppen entblößt und die gesamten belgischen und niederländischen Truppen an der Ostgrenze der beiden Länder mit Front st ellung gegen Deutschland konzentriert. 7. Diese Massierung belgischer und niederländischer Truppen an der deutschen Grenze wurde vorgenommen zu einer Zeit, zu der Deutschland an seinen Grenzen gegenüber Belgien und den Niederlanden keinerlei Truppen konzentriert hatte, zu der England und Frankreich dagegen eine st arte motorisierte Angriffsarmee an der belgisch-französischen Grenze versammelten. Das heißt also, Belgien und die Niederlande nahmen zu einer Zeit, in der ihre Neutralität im Westen durch die Haltung Englands und Frankreichs und durch die Massierung englisch-französischer Angriffstruppen immer bedrohter erschien und sie daher alle Veranlassung gehabt hätten, ihre Sicherung hier zu verstärken — ihre eigenen Truppen von diesen gefährdeten Westgrenzen fort um sie an ihre Ostgrenzen zu werfen, die von deutschen Truppen völlig entblößt waren. L r st dann hat Deutschland seine Gegenmaßnahmen getroffen und nun auch seinerseits Truppen an den belgischen und niederländischen Grenzen aufgestellt. Der belgische und der niederländische Geueralstab aber haben durch diese plötzlichen und an sich jeder militärischen Regel widersprechenden Maßnahmen ihre wahre Einstellung dekouvriert. Ihr Vorgehen wird aber verständlich, wenn man weih, dah diese Mahnahmen im engsten vorherigen Einvernehmen mit dem englisch-französischen General stab getroffen wurden und dah die belgischen und niederländischen Truppen sich niemals als etwas anderes betrachtet haben, als die Vorhut der englisch-französischen Angriffsarmee. 8. Unterlagen, die der Reichsregierung vorliegen, beweisen, daß die Vorbereitungen Englands und Frankreichs auf belgischem und niederländischem Gebiet für ihren Angriff gegen Deutschland b e - reits weitgehend fortgeschritten sind. So sind bereits seit längerer Zeit im Geheimen alle Hindernisse an der belgischen Grenze nach Frankreich, die einem Einmarsch der englisch- französischen Angriffsarmee entgegenstehen könnten, fortgeräumt Flugplätze in Belgien und den Niederlanden sind von englischen und französischen Offizieren erkundet und chr Ausbau veranlaßt worden. Transportmaterial wurde von Belgien an der Grenze bereitgestellt und feit kurzer Zeit sind Vorkommando s von Stäben und Truppenteilen der englisch-französischen Armee in verschiedenen Teilen Belgiens und der Niederlande angekommen. Diese Tatsachen und weitere Meldungen, die sich in den letzten Tagen häufen, erbringen den einwandfreien Beweis, daß der englisch-französische Angriff gegen Deutschland unmittelbar bevor steht, und daß dieser Vorstoß an der Ruhr über Belgien und die Niederlande erfolgen wird. Das Bild der belgischen und niederländischen Einstellung, die sich aus diesen unwiderleglichen Tatsachen ergibt, ist eindeutig und klar. Beide Länder haben sich vom Ausbruch des Krieges an und entgegen den von ihren Regierungen nach außen hin abgegebenen Erklärungen insgeheim auf feiten Englands und Frankreichs ge- st'e l l t, also auf Seite der Mächte, die sich zum Angriff gegen Deutschland entschlossen und ihm den Krieg erklärt haben. Obwohl der Herr belgische Außenminister verschiedentlich von deutscher Seite in allem Ernst auf diese Haltung hingewiesen wurde, hat sich nicht das Geringste geändert. Vielmehr hat der belgische Verteidigungsminister kürzlich in der belgischen Kammer öffentlich Erklärungen abgegeben, die in nicht mißzuverstehender Weise das Eingeständnis enthalten, daß zwischen den Generalstäben Belgiens, Frankreichs und Englands alle zum gemeinsamen Vorgehen gegen Deutschland notwendigen Maßnahmen vereinbart worden sind. Wenn trotzdem Belgien und die Niederlande nach außen auch weiterhin eine Politik der Unabhängigkeit und Neutralität proklamieren, so kann das im Lichte der feststehenden Tatsachen nur als ein Versuch angesehen werden, über die wahren Absichten der belgischen und niederländischen Politik hinwegzutäuschen. Die Reichsregierung kann bei dieser Lage jedoch nicht mehr bezweifeln, daß Belgien und die Niederlande entschlossen sind, den bevorstehenden englisch-französischen Angriff nicht nur zu dulden, sondern nach jeder Richtung hin zu begünstigen und daß die von den Generalstäben der beiden Länder mit dem englisch- französischen Generalstab getroffenen Abmachungen ausschließlich diesem Zwecke dienen. Der von belgischer und niederländischer Seite vorgebrachte Einwand, daß diese Entwicklung nicht ihrer Absicht entspreche, sondern daß sie einfach infolge ihrer Hilflosigkeit England und Frankreich gegenüber gezwungen gewesen seien, diese Haltung einzunehmen, kann nicht als stichhaltig anerkannt werden. Sie ändert aber vor allem, für Deutschland nichts an der gegebenen Sachlage. Die Reichsregierung ist nicht gewillt, in diesem dem deutschen Volke von England und Frankreich aufgezwungenen Existenzkampf der Angriff Englands und Frankreichs tatenlos abzn- warten und den Krieg über Belgien und die Niederlande in deutsches Gebiet hineintragen zu lassen. Sie hat deshalb den deutschen Truppen nunmehr den Befehl erteilt. die Neutralität dieser Länder mit allen militärischen Machtmitteln des Reiches ficherzu stellen. Belgien und Holland ausgefordert, keinen Widerstand zu leisten. Die Reichsregierung hat dieser Mitteilung noch folgendes hinzuzufügen: Die deutschen Truppen kommen nicht als Feinde des belgischen und des niederländischen Volkes, denn die Reichsregierung hat diese Entwicklung weder gewollt noch herbeige- führt. Die Verantwortung dafür fällt auf England und Frankreich, die den Angriff gegen Deutschland auf belgischem und niederländischem Territorium in alten Einzelheiten vorbereitet haben, und auf die belgischen und niederländischen Regierungsstellen, die dieses geduldet und begünstigt haben. Die Reichsregierung erklärt ferner, daß Deutschland nicht die Absicht hat, durch diese Maßnahme die Souveränität des Königreichs Belgien und des Königreichs der Niederlande noch den europäischen oder außereuropäischen Besitzstand dieser Länder jetzt oder in Zukunft anzutasten. Die Königlich Belgische und die Königlich Niederländische Regierung aber haben es heute noch in der Hand, das Wohl ihrer Völker in letzter Stunde sicherzustellen, indem sie dafür sorgen, daß den deutschen Truppen keinerlei Widerstand entgegengesetzt wird. Die Reichsregierung fordert die beiden Regierungen hiermit auf, unverzüglich die hierfür erforderlichen Befehle zu erteilen. Sollten die deutschen Truppen in Belgien oder den Niederlanden auf Widerstand stoßen, so wird dieser mit allen Mitteln gebrochen werden. Für die sich daraus ergebenden Folgen und für das bann unvermeidliche Blutvergießen würden die Königlich Belgische und die Königlich Niederländische Regierung ausschließlich die Verantwortung zu tragen haben. Berlin, 9. Mai 1940. Memorandum der Reichsregierung an die luxemburgische Regierung Memorandum. Die Reichsregierung ist zuverlässig darüber unterrichtet, daß Englands und Frankreich in Verfolg ihrer Politik der Kriegsausweitung beschlossen haben, Deutschland in nächster Zeit über belgisches und niederländisches Gebiet anzugreifen. Belgien und die Niederlande, die unter Bruch ihrer Neutralität insgeheim seit langem aus der Seite der Gegner Deutschlands stehen, wollen diesen Angriff nicht nur nicht verhindern, sondern 6 e g ü n fti g e n. Die Tatsachen, die den Beweis hierfür erbringen, sind im einzelnen in einem Memorandum bargelegt, das der Königlich Belgischen und der Königlich Niederländischen Regierung überreicht wird und in Abschrift hier beigefügt ist. Zur Abwehr des bevorstehenden Angriffs haben die deutschen Truppen nunmehr den Befehl erhalten, die Neutralität dieser beiden Länder mit allen Machtmitteln des Reiches s i ch e r z u st e l l e n. Die von Frankreich und England im Einverständnis mit Belgien und den Niederlanden beschlossene Offensive wird auch das luxemburgische Staatsgebiet mit erfaf f en. Die Reichsregierung ist daher gezwungen, die von ihr zur Abwehr des Angriffs eingeleiteten militärischen Operationen auch auf das luxemburgische Gebiet zuer st recken. Der Großherzoglich Luxemburgischen Regierung ist bekannt, daß die Reichsregierung bereit war, die Neutralität und Integrität Luxemburgs zu respektieren unter der Voraussetzung, daß auch die übrigen Nachbarmächte des Großherzogtums die gleiche Haltung einnehmen würden. Die Verhandlungen über entsprechende Vereinbarungen zwischen den beteiligten Mächten, die im Sommer 1939 unmittelbar vor dem Abschluß zu stehen schienen, sind damals von Frankreich abgebrochen worden. Dieser Abbruch der Verhandlungen durch Frankreich findet in den jetzt 'non ihm gemeinsam mit den übrigen Gegnern DeuHchlands gefaßten militärischen Beschlüssen, eine Erklärung, die keiner weiteren Beleuchtung bedarf. Die Reichsregierung erwartet, daß die Großherzoglich .Luxemburgische Regierung der jetzt durch die alleinige Schuld der Gegner Deutschlands geschaffenen Lage Rechnung trägt und die notwendigen Maßnahmen trifft, damit die luxemburgische Bevölkerung der deutschen Aktion keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Die Reichsregierung gibt ihrerseits der Grohherzoglich Luxemburgischen Regierung die Versicherung, daß Deuffchland nicht die Absicht hat, Integrität und politische Unabhängigkeit des Großherzogtums jetzt oder in Zukunft anzugreifen. Berlin, 9. Mai 1940. Die beweise sör Belgiens zweideutige Politik. Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht. Oberkommando der Wehrmacht. Berlin, 4. Mai 1940. Bericht. A. Belgien. 3m Oktober 1936 erklärte der belgische König, daß Belgien in Zukunft jede Anlehnung an eine Großmacht vermeiden und eine Politik unabhängig von der Gruppierung der Mächte betreiben wolle. Als Folgerung aus dieser Unabhängigkeitspolitik konnte erwartet werden, daß von jetzt ab militärische Vorbereitungen für Verteidigung der Unabhängigkeit nicht nur gegen Deutschland, sondern auch gegen Frankreich und England getroffen werden würden. Demgegenüber ist festzustellen: 1. Die belgische Landesbefestigung war seit dem Weltkrieg einseitig gegen Deutschland gerichtet. Lüttich wurde als mächtigstes Festungskampffeld Westeuropas ausgebaut, der Ausbau von Namur nur auf der Oft front durchgeführt. An der deuffchen, luxemburgischen und niederländischen Grenze entstand ein tiefes und dichtes Netz st arker Grenzbefestigungen. Die Grenze gegen Frankreich blieb dagegen völlig u n b e f e ft i g t. Daß dieses Befestigungssystem mit der neubegonnenen Unabhängigkeitspolitik nicht vereinbar war, hat der belgische Generalstabschef, General van den Bergen, im Sommer 1937 selbst zugegeben, als er erklärte, das ganze Verteidigungssystem Belgiens habe zur Zeit noch — wie das in der Natur der Dinge läge — Front nach Osten. In absehbarer Zeit jedoch würde Deutschland Gelegenheit haben, zu beobachten, daß man belgischerseits der neuen politischen Lage Rechnung trage und sich nach allen Seiten sichere. lieb! Wenn du so geblieben wärst, dann hätten die Leute vor lauter Liebe gar keine Lust gehabt, deine Schneiderrechnungen zu veröffentlichen. Dort, ein altes, schindelbedecktes Bauernhaus. Das Moos wächst bis aufs Dach hinauf. Gras wuchert um die Eingangstür. Und Sonne darüber und blauer Himmel darüber. Es ist, als läge dieses Haus im Märchen. Und ein Garten davor mit Büschen voller Blumen: wehendes Grün, stillftehen- des Weiß, flammendes Ryt, züngelndes Gelb und fließendes Blau. Davor ein Gartenzaun. Zwei Stämme eingerammt, hart, knorrig. Wie die Aus- rufungszeichen der Arbeit. Zwischen den Stämmen vier Latten angehauen. Und diese Latten überkrochen, durchturnt, durchschlichen, durchhüpft von Jelänger-Jelieber und Rotkehlchensingen. Das Ganze bienenübersummt. — Lebendige Notenlinien. Aus einem Volkslied vielleicht. Jeder Blumenkopf eine Note. Jede Biene eine Fermate. Und die Sonnenstrahlen am Anfang sind der Notenschlüssel. Nach diesen Noten singt die Bauernmagd, wenn sie drinnen im Hause sich übers Haar streicht und in den Spiegel schaut. An diese Notenlinien lehnt sich im Frühlingsabend der junge Bauer mit freudigem Herzen, wenn er seine Liebste erwartet. Diese lebendigen Noten kommen dem greifen Bauer in die Seele, wenn er mit dem letzten Atemzug von dieser Erde in die Ewigkeit geht. Auf Schutthaufen wuchern Glockenblumen. Sie stehen lauschend still, als ob sie das verborgene Leben einläuten wollen Zeitlos wie Kinderttäume zieht der Löwenzahn an verfallenen, vermorschten Stellen und Ruinen seinen gelben Reigen. Ein Reigen zwischen Wiege und Sarg. In einem alten Friedhof steht, auf einem verwucherten Grab, eine Frauengestalt aus Sandstein. Schwärzlich geworden, vom Regen durchrillt. Die Sandsteinfrau hat die beiden Hände vorgestreckt und gefaltet. In den Armen der Frau hat ein Schwarzorosselpaar Logis gemacht. Ein Nest mit drei Jungen. Und mit Singen und Flattern füttert die Vogelmutter, im Arm oer kalten, abgehärmten Friedhossfrau, ihre ungeduldigen Kinder. Das Grabmal hat auf einmal allen Ernst verloren. Es ist geradezu zeitlos entbunden, hat einen Anflug von Traumtiefe. Das Maß des Lebens schäumt und zwitschert auf dem verfallenen Grabe. Ein Käfer läuft über das Gesicht der steinernen Frau. Ein Marienkäfer. Samen kommen von iraendwoher angeschwebt. Das Grab ist ein kleines All, das von selber klingt. Und im Winde knarren die lärmen, gleich verankerten Schiffen^ die auf die neue Fahrt ungeduldig warten. Fest des jungen Frühlings. Von Max Zungnickel. Die Bäume sind zu grünen Häusern des Himmels geworden, zum Palast, der Sonne, zum Dom der Sterne, zum schwebenden Tanzsaal der Insekten und zu seligen Brautkammern der Vögel. Grün lassen die Bäume chre Standarten flattern. Der Himmel strömt blau und voll in die Fenster der Bäume, Lerchenlieder spulen silbern hinein, tanzende Kin- dersttmmen, Glockentöne, Mühlenkreisen und die ganze Süßigkeit des Windes. Die Bäume stehen und lauern, vor Erwartung zitternd, auf ein hohes Fest. Leise Hingen meine Wanderschuhe. Die Welt hat sich so schön gemacht. Alles Häßliche hat sie mit ihren Blüten verschüttet. Wie soll ich an der Welt verzweifeln, wenn sie mich wie eine Braut- jungfer an sieht?! Die Glocken haben einen anderen Schlag als sonst. Es ist, als hingen sie im Himmel. Die vergrämten Gesichter der Häuser leuchten auf, als hätten sie lauter ftohe Gedanken. Die Berge steigen freier in den Himmel, als säße in ihnen ein Gott, der sie mit ewigen Schullern emporwuchtet. Die Straßen laufen im Licht, als wären über ihre striemigen Rücken die Sohlen seliger Tänzer gegangen. Mit Anemonenbändern hat sich der Bach bekränzt. In die Kinderringelreihenstropyen sehen die Auaen der Alten hinein, und wie sie hineinsehen, da haoen sie so sonderbaren Glanz, als ob ein Heimweh ihre alte Brust ergriffen hätte. Wenn der Sturm auffteht, langbeinig, wild, mit langen wüsten Schritten über die Felder jagt, die Bäume um den Hals faßt und mit ihnen einmal linksrum tanzt und einmal rechtsum tanzt, dann muß ich immer an den jungen Goethe denken, wie er 22jährig, am Wanderstabe, durch die Natur geschritten ist. Um ihn herum der Frühlingssturm. Und seine Brust war voller Lieder, jeder Buchstabe eine Blume. Und das Herz so bunt wie ein Bilderbuch. Da waren sie alle drin: die blondzöpftge Friederike von Sesenheim, der eisenklirrende Götz von Berlichingen, der Zauberdoktor Faust und eine Handvoll wüste, mädchenlachendurchkicherte Studen- tertlieber, dazwischen ein paar stille, ganz sonntagsstille Volkslieder. Um ihn herum der Früylingssturm und der prasselnde Lenzregen. Die Sterne waren seine Magister, seine schimmernden Magister. In seiner Tasche ein lieber Bries von seiner Mutter und der letzte Schattenriß eines Mädchens, das er gestern geküßt hatte. — Goethe, so Haven wir dich Ein kleines deutsches Lied. Von Robert £. Baranieckl (im Felde). Wir sitzen auf vorgeschobenem Posten irgendwo oben im Norden. Um uns Schnee, Eis und eine große Leere. Tagsüber geht es nach, da machen wir Dienst und wieder Dienst aber wenn die langen, blauen Abende kommen und die zinnoberrote Himmelskugel hinter den wildgegrateten Bergspitzen versinkt, da umfängt uns die unendliche Einsamkeit. Rundfunkapparate haben wir keinen und so ist jeder von uns zehn Mann allein mit seinen Gedanken, und so manchem wird schwer ums Herz. „Verdammt!" sagt einer, „diese Oede, dieses ewige Einerlei, es ist zum Verrücktwerden!" Ein anderer sieht auf feine Uhr und sagt: „Um diese Zeit hab ich immer mein Mädel vom Büro abgeholt." Schweigen. Wir kommen uns wie verschlagene Polarforscher vor, fern der Heimat, mutterseelenallein. Da steht Paul auf, ergreift seine Harmonika ... einige Akkorde ... und dann klingt ein kleines Lied durch den Raum. „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lin- bertbaum ..." Erst ist es nur der Klang des Instrumentes, dann fallen die sonoren 'Männerstimmen ein. Wie ein Weihegesang klingt es, dieses Lied aus der Heimat. Und Paul spielt weiter. Und man ist nicht mehr irgendwo oben im Norden, man ist wieder daheim, ist wieder Student. So manches Mädel füllt einem ein, an das man längst nicht mehr dachte. „Von allen Mädchen so blink und so blank, Gefällt mir am besten die Corel" Und Lied um Lied klingt auf, und jedes Lied bringt Frohsinn und Heimat. Heimat! Längst sind die kahlen Wände um uns versunken, man fühlt sich wieder zu Hause und schwelgt in Erinnerung. An einen netten Abenh daheim, an einen Walzer in der Tanzstunde, an einen Mai, an den ersten Kuß ... Die Mienen hellen sich auf und immer lathen» der singt man die Klänge der Heimat mit. Und wie leuchten die Augen der Kameraden, als die Die belgischen Erklärungen wurden in den seither verflossenen zwei Jahren nicht ein geh al- t e n. Schon am 2. März 1938 erklärte der belgische Verteidigungsminister, Generalleuttrant Denis, in einer Kammerverhandlung, Belgien have freie Hand über die Durchführung der Landesbefe^l- gung, jedoch mit dem Vorbehalt, daß es dabei „fremden Ratschlägen folgen könne bzw. der Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit anderen Staaten Rechnung tragen müsse". Nach Lage der Dinge bezog sich diese Andeutung auf die Zusammenarbeit Belgiens mit Frankreich und England. Während im Jahre 1939 für die Befestigung der Südgrenze 90 Millionen Franks angesetzt waren, sollten für den Ausbau der ohnehin stark befestigten Ostgrenze weitere 270 Millionen Franks ausgegeben werden. Damit wurde das M i ß v e r h ä l t n i s, das zwischen beiden Grenzen bestand, noch weiter verschärft. Die deutsche Luftaufklärung über den französischen Befestigungen an der belgi» schon Grenze hat einwandfrei festgestellt, daß die belgische Grenze gegen Frankreich noch immer völlig unbefestigt ist. Durch andere zuverlässige Nachrichten ist bekannt, daß nur südlich Brüssel etwa in der Linie Ninove— Hal—SBaferloo eine geringe Anzahl leichter Schartenstände erbaut worden ist. Diese schwache Stellung kann jedoch nicht als Befestigung an der Grenze gegen Frankreich gewertet werden. Dies stellt vielmehr eine Erweiterung des R 6- duit National, also des Rückzugraumes des belgischen Heeres für den Fall eines Krieges gegen Deutschland unter Einbeziehung der Landeshauptstadt dar. Die südliche Hälfke des Landes beiderseits der Sambre und Maas steht nach wie vor einem französischen Durchmarsch gegen die deutsch-belgische Grenze völlig offen. Diese Tatsache führte sogar am 8. 2. 40 in der belgischen Kammer zu einem scharfen Wortwechsel zwischen dem belgischen Verteidigungsminister und dem belgischen Abgeordneten , Gramm. Angesichts der mangelnden Tätigkeit an der französischen Grenze ist es um so mehr bezeichnend, daß nicht nur nach dem Sommer 1937 sondern auch jetzt noch weiter mit Nachdruck ausschließlich an den gegen einen angeblichen deutschen Angriff gerichteten Befestigungen gearbeitet worden ist. 2. Der französische General Bosse, damals Inspekteur der ftanzösischen Reserveoffiziersaus- bilbung, besichtigte im Januar 1939 die ecole de perfectionnement der französischen in Brüssel ansässigen Reserveoffiziere, wie auch seine Vorgänger in früheren Jahren es getan hatten. Wieweit belgische Offiziere an dieser Veranstaltung beteiligt waren, ist nicht bekannt geworden; jedenfalls nahmen belgische Generäle, darunter der Verteidigungsminister, als offizieller Vertreter der belgischen Armee an einem in Anschluß an diese Besichtigung stattfindenden Essen teil. Offizielle Reden wurden ausgetauscht. Eine derartige französische Tätigkeit auf belgischem Hoheitsgebiet unter Billigung und Teilnahme offizieller belgischer Stellen war mit der vom belgischen König verkündeten Polittk der Unabhängigkeit nicht in Einklang zu bringen. 3. Belgien hat nichts getan, um den Boden für eine wirklich neutrale Haltung der Bevölkerung, insbesondere gegenüber der deuffchen Wehrmacht, zu bereiten. Während die engste Verbindung zwischen dem belgischen und dem französischen und englischen Heer gehalten wurde, während fran- zösische Ehrenkompanien noch 1939 zu Besuch bei belgischen Truppenteilen weilten und öffentliche Verbrüderung Englands feierten, wurde die Hetze gegen di e deutsche Wehrmacht weiter geduldet, ja sogar gefördert. Bezeichnend 5afür ist es, daß noch im Jahre 1937 die berüchtigten Greuelbilder in der Zitadelle von Namur, also einem militäreigenen Gebäude, angebracht und zur systematischen Hetze gegen Deutschland benutzt wurden. 4. Die in Warschau erbeuteten Akten der II. Ab- tung des polnischen Generalstabes liefern die einwandfreie Unterlage für eine polnisch-belgische Zusammenarbeit im Nachrichtenaustausch über Deutschland. So geht u. a. aus einem Schreiben des polnischen Militäralten, ruhmreiche» Märsche der deuffchen Armee ertönen. Wir alle fingen mit! Und' sehen uns lachenden Auges an und nicken uns zu. Verflogen ist alle Schwermut, wie weggewischt, und man ist wieder, was man war: ein ganzer Soldat, der es mit Tod und Teufel aufnimmt! Man ist wieder froh und stark, man schöpfte wieder Lebensmut und Kraft. Aus einem kleinen, deutschen Lied! „Meine Tante — deine Tante." Der neue Film im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, erzählt die vergnügliche Geschichte der Bekehrung eines Hagestolzes, der durch List und grobe Täuschung, aber auch durch den bestrickenden Liebreiz eines jungen Mädchens dazu geführt wird, das weibliche Wesen mit liebenswürdigeren Augen zu betrachten, als er es bis dahin getan hat. Das junge Mädchen, das, wie sich später herausstellt, sogar seine Tochter ist, bringt ihn soweit, daß er alle Vorurteile zur Seite stellt und seine Jugendliebe (ihre Mutter) heiratet, während sie sich selbst den Neffen des alten Herrn sichert. Die verwandtschaftlichen Verhältnisse werden dabei zwar ein bißchen kompliziert, aber das Ergebnis bedeutet die Aufösung in allgemeines Wohlgefallen. Wie es sich für einen Lustspielfilm gehört, gibt es zum Schluß und nach Ueberwindung aller Schwierigkeiten zwei Verlobungen. Den Weiberfeind stellt Ralph Arthur Roberts dar, der dieser Gestalt des alten Hagestolzes manchen feinen menschlichen Zug gibt und ihn sehr liebenswert macht. Olly H o l z m a n n ist das liebreizende junge Mädchen, das allen Scharm aufbie* tet, um ihn zu bekehren. Johannes Heesters zeichnet den Neffen sehr lebendig und Kate Kühl stellt die ältliche Jugendfreundin des Juyggesellen in starker Betonung der Erhaltung ihrer weiblichen Schönheit dar. In weiteren Rollen begegnet man Leo Peukert, Ernst Legal, Walter Laden- gast und verschiedenen anderen ausgezeichnete« Darstellern. Die Regie führte Carl B o e f e. Die Wochenschau bringt sehr eindrucksvolle Bilder von den norwegischen Küstenbefestigungen in deutscher Hand und von der Arbeit der U-Boots- Abwehr in Skagerrak und Kattegat. H. L Neuner, Amtstrager des Reichsluftschutzbundes an alle Haushaltungen verteilt werden. Fahrgemeinschaffen für den Personenverkehr. Vor einiger Zeit hat der Reichsoerkchrsminister einen Runderlaß veröffentlicht, in dem Zweifel geklärt wurden, die über die rechtliche Zulässigkeit des Mltnehmens von Personen in bewinkelten Fahrzeugen ausgetreten waren. Wer auf einer im öffentlichen Interesse liegenden Fahrt, so stellt dieser Runderlaß fest, ohne einen Umweg zu machen, mit einem Kraftfahrzeug eine andere Person aus Ge- älligkeit mitnimmt, macht sich keines Mißbrauchs. chuldig. Bei manchen Kaufleuten, die mit einem zugelassenen Fahrzeug regelmäßig bestimmte Strecken zurücklegen müssen, kommt es vor, daß Berufskameraden oder auch Kunden das Ansinnen stellen, mitgenommen zu werden, um am Zielort der Fahrt Besorgungen zu erledigen. Für solche Fälle fft die Klarstellung des Runderlasses wichtig, denn der Fahrzeugbesitzer hat bei einer Kontrolle keine Beanstandungen zu befürchten, wenn er jemand mitgenommen hat. Der Reichsverkehrsminister ersucht in diesem Zusammenhang, in geeigneten Fällen auf die Bildung von Fahrgemeinschaften hinzuwirken. Es ist also hier wohl auch für den Personenverkehr an Fahrgemeinschaften gedacht, wie sie für den Güterverkehr schon weitgehend üblich sind. Jetzt auch Hackfleisch mitKnochenbeilage Bei Abgabe von Fleisch, das ohne Knochen verkauft wird, ist auf Verlangen des Käufers eine Knochenbeilage hinzuzufügen oder, wenn knochenloses Fleisch ohne Knochenbeilage verlangt wird, ein entsprechender Abzug an der Gewichtsmenge zu machen. Bisher fehlte jedoch eine Regelung darüber, wie bei der Abgabe von Hackfleisch, Hackepeter, Gehacktes und Schabefleisch zu verfahren sei. Die Hauptoereinigung der Deutschen Viehwirtschaft hat diese Lücke durch eine neue Fassung ihrer Sammelanordnung beseitigt. Danach ist Fleisch grundsätzlich mit eingewachsenen Knochen abzugeben. Bei Abgabe von Fleisch, das handelsüblich ohne Knochen verkauft wird (z. B. Schnitzel, Filet, Rouladen, Hackfleisch, Hackepeter, Gehacktes, Schabefleisch usw.) ist auf Verlangen des Käufers eine Knochenbeilage, die gesondert zu wiegen und zum Knochenpreis zu berechnen ist, hinzuzufügen. Sie darf bei Schweinefleisch 20 v. H., bei Rindfleisch 25, bei Kalbfleisch 30 v. H. der auf den Kartenabschnitt abzugebenden Fleischmenge nicht übersteigen Wird die Abgabe von knochenlosem Fleisch ohne Knochenbeilage verlangt, so vermindert sich die Gewichtsmenge um den angegebenen Hundertsatz. Hammelfleisch ist nur mit eingewachsenen Knochen abzugeben. Wie hierzu die „Deutsche Fleischer-Zeitung" bemerkt, kommen beim Verkauf von Hackepeter 20 v. H., bei Schabefleisch und auch bei Gehacktem 25 v. H. Abschlag in Frage. Der Waldmeister duftet. Der edle Saft der Reben wird zur Maienzeit gern durch ein bescheidenes Kräutlein besonders gewürzt, durch den duftenden Waldmeister. Ein wun- dervolles, eigenartiges Aroma erhält der Wein, wenn wir ihn mit dem Waldmeister vermählen. Maienwein ist ein köstliches Getränk, das sich schon der Liebe unserer Vorfahren erfreute. Der Waldmeister ist ein unscheinbares Pflanz- chen, das sich auf der Laubdecke des Buchenwaldes erhebt, ein „duftig Kräutlein" mit zierlichen Blättersternchen und schneeweißen Blüten. Gar manches Lied lobt den Waldmeistertrank, er scheucht die Sorgen von der Stirn. Der starke Dust des Pflänzleins schützt es vor den Tieren, denen der scharfe Geruch zuwider ist, sodaß es sich ungestört entwickeln kann. Insekten fühlen sich dadurch angezogen und eilen zum Honignaschen herbei. Der Waldmeister lebt an geschützten Stellen, im Schatten 'riesiger Buchen. Wird der schützende Stamm niedergerissen und treffen ihn die heißen Sonnenstrahlen, dann ist es mit ihm bald vorbei. Er kränkelt und welkt dahin. Beim Waldmeister haben Blätter und Blüten denselben Geruch, was bei andern Pflanzen selten der Fall ist. Die Blätter tragen am Rande zarte Borsten, die sie rauh machen. Darum nannte man den Wawmeister „wohlriechende kleine Rauhe", Asperula odoratal Der Waldmeister muß dem Wein in der richtigen Weise zugeführt werden. Es wäre verkehrt, die einzelnen Blättchen in den Wein zu streuen. Man stellt vielmehr ein kleines Bündelchen her, das man mit den Blättern in den Trank hineinhängen läßt, indem man es am Rande des Trinkgefäßes befestigt. Rach einiger Zeit nimmt dann das Getränk den lieblichen Waldmeisterduft an, worauf man den Duftspender wieder aus dem Gefäß herausnimmt. Es steckt eine mächtige Kraft in dem kleinen Kräutlein. Schon mancher hat das fühlen müssen, wenn er in einer schönen Maiennacht allzu sehr der Waldmeisterbowle zusprach. * * * Dienstjubiläum bei der Stadt Gießen. Ihr 25jähriges Dienstjubiläum kann heute die Museumsbeschließerin Frau Lina Ochs Wwe. feiern. Aus diesem Anlaß erhielt die Jubilarin für ihre langjährigen treuen Dienste neben einer Treudienstprämie ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters. Aus der engeren Heimat. Nach dem Buntmetall jetzt Altpapier und Eisen. NSG. Eben erst wurde' unter stärkster Mitarbeit der Partei die Metallspende des deutschen Volkes zum Geburtstag des Führers abgeschlossen und zu einem beispiellosen Erfolg geführt. Auch das deutsche Landvolk hat durch Ablieferung von Metall- gegenständen seine Pflicht voll und ganz erfüllt. Nun tritt die Partei in den Monaten Mai und Juni wieder an, um auch andere für die Kriegswirtschaft notwendige Rohstoffe zu mobilisieren. Wieder gilt es, in Erfüllung unserer Pflichten gegenüber Volk und Staat große praktische Ausgaben zu lösen. Auch aus dem Lande finden sich noch große Mengen von Altpapier und Alteisen, die nunmehr ihrer nützlichen Verwendung durch die Sammelaktion der Partei zugeführt werden sollen. Insbesondere sollen die Eisengitter, die wir da und dort auch auf dem Lande noch antreffeh, z. B. als Gartenzäune, von der Sammelaktion erfaßt werden. Meistens können diese Gitter leicht ourch andere ersetzt werden, wo sie nicht überhaupt unnötig sind. Ueberall dort, wo die Eisenzäune auf dem Lande bisher noch nicht entfernt worden sind, wird die Partei in Zusammenarbeit mit den technischen Organisationen ab 1. Juni 1940 alle Eisengitter entfernen. Aber auch sonst liegt in unseren landwirtschaftlichen Betrieben noch manches Stück Alteisen herum. „Diele Wenig geben ein Viel"; wenn jeder Bauernhof restlos sein nutzloses Eisen zur Ablieferung bringt, dann werden wir im ganzen Reich wieder gewaltige Schrottteserven ansammeln können. Das gleiche gilt vom Altpapier, welches mefft nutzlos auf den Speichern lagert und ebenfalls einen wertvollen Rohstoff darstellt. Schwerer Verkehrsunfall in Lich. * L i ch, 10. Mai. Am gestrigen Donnerstag nachmittag ereignete sich hier in der Braugasse ein schwerer Verkehrsunfall. Der 13jährige Edwin Klein von hier wurde von einem Motorrad, das die Kurve etwas weit genommen hatte, angefahren, ein Stück mitgeschleift und dabei erheblich verletzt. Der bedauernswerte Knabe muhte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Die Untersuchung ergab einen Schadelbruch, der noch am gestrigen Abend operiert werden mutzte. Ein Kind totgefahren. Lpd. Alsfeld, 9. Mai. Der Landwirt Specht in Fischbach war im Begrkff, den schwerbeladenen Mistwagen von seinem Hofe abzufahren, als sein siebenjähriger Junge hinzusprang und nm Vorderrad „drücken" helfen wollte. Als der Wagen, sich in Bewegung setzte, glitt der Junge aus und geriet unter d i e Räder. Er wurde tuf der Stelle getötet. BOM.-Mädel auf froher Fahrt. § Mücke, 8. Mai. Dieser Tage sah man die Mädel der M.-Gruppen 12, 13 und 16/304 auf Fahrt. Etwa 100 Mädel, die zum größten Teil in der Landwirtschaft tätig sind, hatten sich freigemacht, um einige Tage des Frohsinns und der Kameradschaft zu verleben. In der Frühe ging es los mit dem Fahrtziel Lauterbach. Der erste Teil der Strecke wurde mit der Bahn, der zweite Teil in frohem Wandern zurückgelegt. Die Musikschar Mücke mit ihren Instrumenten sorgte für die beste Stimmung. Um 11 Uhr kamen die Mädel im schönen Lauterbach an und wurden festlich begrüßt. Anschließend ging es in die Quartiere. Am Nach- mittaa wurde Lauterbach unter Führung von einheimischen Kameradinnen durchstreift. Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Mädel dem Heimat- Museum. Abends veranstalteten die M.-Gruppen Lauterbach, Angersbach und die Fahrtengruppen im Burghof ein Frühlingssingen. Der zweite Tag begann mit Sport. Gegen Mittag traf die Untergauführerin Anneliese Kunz ein, die die Mädel zum Singen um sich versammelte. Alte und neue Frühlings- und Wanderlieder wurden geübt. Nach dem Mittagessen, das aus den mitgebrachten Vorräten bestand, folgten drei Stunden Freizeit. Sonnenbäder wurden genommen, manche musizierten, andere suchten Bekannte und Verwandte in der Stadt auf. Dann trafen sich die Fahrtengvuppen an der Jugendherberge und marschierten zum Sportplatz an der Turnhalle. Fahnen wurden eingeholt, und mit einem Wanderlied nahmen die Mädel von Lauterbach Abschied. In der Iauchegrube ertrunken. Lpd. Büdingen, 9. Mai. In Calbach fiel ein dreijähriger Junge in eine ungenügend abgedeckte Jauchegrube und ertrank. Handballgroßkampf in Gießen. Hochelheim gegen Bettenhausen in neuer Auflage! Das zweifellos größte sportliche Ereignis an Pfingsten wird im engeren und weiteren Gebiet das erneute Zusammentreffen der beiden Rivalen um die Bereichsmeisterschaft: Dv.. Hochelheim und Tu- spo. Bettenhausen am 2. Pfingstfeiertag in Gießen sein. Weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus interessiert man sich für dieses Spiel und ist gespannt, wer diesmal Sieger bleiben wird. Die Ansicht geht mehr denn je auseinander. Das erste Spiel hat Hochelheim verhältnismäßig knapp und zudem noch mit- einigem Pech verloren. Diesmal steht nicht nur die komplette Mannschaft zur Verfügung, man hat sich vor allen Dingen etwas vorgenommen und wird beftrebt sein, das in die Einheit gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Warum sollte es nicht gelingen? Die Form des Entschei- dungsspieles in Butzbach genügt, um die Oberhand zu behalten. Gewiß ist der Gegner nicht so einfach zu überrennen. Aber immerhin hat auch er seine Schwachen, die eben nur geschickt ausgenutzt zu werden brauchen. Es kommt noch hinzu, daß diesmal die lange Bahnfahrt vollkommen in Wegfall kommt, daß das Spiel unter ganz anderen Verhältnissen zum Austtag kommt und daß schließlich das heimische Publikum sein Teil zu einem guten Gelingen der Aktton beitragen wird. Die besten Wünsche der gesamten Handballbe- megung des Bezirkes Meßen begleiten jedenfalls unseren tapferen Vertreter. Ein Sieg würde ein schöner Lohn für die mühselige Arbeit der verantwortlichen Männer sein. Hinter diesem Ereignis bleiben naturgemäß die übrigen Spiele im Bezirk etwas zurück. Selbstverständlich sind überall kleinere und größere Spiele angesetzt, die vor allem die Wehrmacht als Gegner sehen. Man darf gespannt sein, wie sich unsere Spieler halten werden, zumal gerate die Kameraden der Wehrmacht über hervorragende Spieler verfügen. __________________________ Hitler-Jugend Bann 116. Betr.: „Der erste Schritt". Die Anfänger - Prüfungsfahrt ,Ier erste Schritt", zu der alle Angehörigen der HI., die noch an keinem öfsentlichenRadrennen teiige- nommen haben, startberechtigt sind, findet a m 13. M a i (2. Pfingstfeiertag) für den Kreis Gießen in Gießen statt. Start für beide Altersklassen 8 Uhr am Schützenhaus. Gefahren wird im HJ.-Spvrtzeug. Es können alle Arten von Rädern benutzt werden. Nähere Einzelheiten über die Ausschreibungen sind bei den Geff. zu erfahren. .Pfingsten der Leibesübungen- in Heuchelheim. Am 1. Pfingstfeiertag« findet auf dem Sportplatz in Heuchelheim eine größere Turn- und Sportveranstaltung statt. Um 14 Uhr wird nach der Flaggen- hissung ein leichtathlettscher Dreikampf der Männer und Frauen aus-getragen. Turnerische und sportliche Darbietungen verschiedener Art werden Gelegenheit geben, einen Einblick in die Arbeit auf dem Gebiete der Leibesübungen zu gewähren und Volksgenossen, die noch abseits stehen, zu begeistern. Geräteturner und Turnerinnen werden an Barren und Pferd das schöne Geräteturnen zeigen, während Turnerinnen mit Gemeinschaftsaufführungen wie Volkstänzen, Keulen- und Freiübungen aufwarten werden. Ein Fußball- und ein Handballspiel werden auch die Ballspiele zu ihrem Rechte kommen lassen. Die ganze Veranstaltung ist von dem Grundsätze getragen, gerate an dem schonen Pfingstfeste allen Volksgenossen die Schönheit und Naturverbunden- heit von Turnen und Sport zum Bewußtsein zu bringen und sie für eine ausgefallene Pfingstreise zu entschädigen. Wirtschaft. Ruhige, aber feste Börse. Frankfurt a. M., 9. Mai. Die Kundschaft kam in den letzten Tagen nur zögernd mit Kaufaufträgen an den Markt, und auch der berufsmäßige Handel stellte seine eingegangenen Engaae- ments immer wieder kurzfristig glatt. Infolgedessen war die Kursgestaltung an den Aktienmär k- t e n nicht immer einheitlich nach oben gerichtet, doch überwogen an den einzelnen Börsentagen die Befestigungen. Vor allem verschiedenen Spezial- werte rückten in den Vordergrund, und am Einheitsmarkt zeigte sich hauptsächlich für Bankwerte, Bahnaktien und verschiedene industrielle Werte rege Kauflust. Eine feste Grundstimmung erhielt sich auch im Wochenverlauf trotz kleinerer Einbußen an manchen Tagen, und es bedarf nur etwas regerer Publikumsbeteiligung, um eine Belebung des Geschäfts herbeizuführen. Nicht zuletzt wurde die feste Grundhaltung durch die Erfolge unserer Wehrmacht in Norwegen beeinflußt, doch zeigen auch die aus der Wirtschaft vorliegenden Meldungen eine sehr befriedigende Entwicklung. Kurz vor der Feiertagsunterbrechung stellte sich eine feste Haltung auf breiterer Linie ein, ohne daß jedoch die Umsätze zunahmen. Größere Veränderungen gegenüber der Vorwoche lagen nur vereinzelt vor, insgesamt schloß die Börfe zuversichtlich und fest. Am Rentenmarkt hielt der Anlagebedarf an. Vorübergehend zeigten sich in manchen Werten gewisse Ermüdungserscheinungen, die aber bald wieder überwunden waren. Für Werte mit dem neuen Zins von 4 v. H. ist das Interesse weiter sehr erheblich, jedoch konnten auch die 4Vrprozen- tigen Reichsschätze in den letzten Tagen wieder glatt untergebracht werden, was zugleich mit einer leichten Erholung um 0,13 v. H. verbunden war. Schon heute besteht rege Nachfrage für die 4prozentige 500 Mill. RM.-Preußenanleihe von 1940, von denen allerdings nur 250 Mill. RM. in der Zeit vom 14. bis 27. Mai zur Zeichnung aufgelegt wer- den bei einem Preis von 99,75 v. H., während die restlichen 250 Mill, bereits anderweitig fest untergebracht wurden. Im wesentlichen dient sie dem Umtausch der am 20. Januar 1941 fällig werdenden 4,5 v. H. Preuß. Schatzanwetsungen und den hauptsächlich bei den Sparkassen untergebrachten unverzinslichen Preuß. Schatzanweisungen. Insoweit handelt es sich um eine Konsolidierungsanleihe. Bemerkenswert an dieser Neuemission ist, daß sie die erste große Anleihe mit 4 v. H. ist, die im Laufe der neuesten Zinsenkungswelle öffentlich aufgelegt wird. (Nachdruck verboten!) 24. Fortsetzung. Mcsl öu es schaffen,Lena ? Roman von Martina kckort-yelm soll mal herüber kämmen. Wir brauchen ihn. Sagt ihm die Sache mit der. Autobahn. Nichts von dem Streit. Vielleicht braucht er es gar nicht zu erfahren, vielleicht wird alles schneller, als man denkt, Mieter gut." Ja, das tun sie natürlich sehr gern, die beiden. Für ein paar Stunden dem Gräfehof zu enffliehen, kann nur angenehm fein. So weit ist es nun schon, daß sie froh sind, wenn sie ihn hinter sich haben. „Willst du sie nicht begleiten, Gottfried?" Lena muß sich Raum schaffen. Alle sollen sie fort, auch Gottfried. Es bedrückt sie zwar, wie flüchtig er ihr die Hand gibt. Sie ist auch ein wenig beunruhigt, aber schließlich bleibt ihr nichts anderes übrig, als auf dem Gräfehof Ordnung zu schaffen. Gottfried ist vernünftig. Wenn er seine kleine Enttäuschung überwunden hat, wird er es gewiß verstehen. Lena sieht Ernis Kleid noch lange in der Sonne leuchten. Gottfried geht an ihrer Seite. Seine Schritte sind groß und frei. Er geht, als habe er eine Last abgeschüttelt. Alle drei haben es offenbar eilig gehabt, aus der Stube zu kommen. Es ist fast unerträglich sttll im Haus. Von den beiden Männern ist nichts zu hören. Sie steht mit gefalteten Händen am Tisch. Wie soll sie ihre schwere Aufgabe lösen? Wohin soll sie ihren Fuß zuerst setzen, was soll sie sagen? Schwerfällig verläßt sie die Stube, steigt die Treppe hinaus und geht den langen Gang zu Hermanns Stube entlang. Sie zögert keine Sekunde, mutig legt sie die Hand auf die Klinke, drückt sie nieder und betritt Hermann Gräfes Zimmer. Sie sieht' in den wenigen Sekunden, die sie auf der Schwelle verweilt, nichts von den Dingen in dieser Stube. Sie sieht nur den Mann, der mit breitem Rücken vor dem Fenster steht. Mit leichten Schritten geht sie über die Diele, nichts ist zu hören, die alten Fußbodenbretter knarren nicht einmal. Aber Hermann hat wohl schon oorausgefpürt, daß sie auf dem Wege zu ihm ist. Nichts bewegt sein bleiches, versteintes Gesicht. .Hermann!" Ihre Hand liegt auf seinem Arm. „Warum bleibst du nicht bei den anderen? fragt er. Tonlos ist seine Stimme, seine Augen sind versunken in Düsternis. Lena fühlt eine Schwäche in den Gliedern. Sie weiß nicht, woher sie die Kraft nehmen soll, diesen Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen? „Wollen wir uns nicht setzen?" fragt sie hilflos. Hermann deutet auf den hochlehnigen alten Stuhl, ter, hart und bäuerlich, neben dem Fenster steht. Er selbst bleibt stehen, rührt sich nicht von der Stelle. „Wir wissen es alle, Hermann, daß ter Vorwurf deines Vaters dich zu Unrecht traf!" Hermann schweigt. Er kommt ihr keinen Schritt entgegen. Alles muß Lena selbst sagen. „Du hast ihn nicht um Ernis Geld bitten wollen, weil er dir's abgeschlagen hätte. Du hast es bestimmt gut gemeint —" Findet keines ihrer Worte zu feinem Herzen? „Du wolltest einmal ganz von dir aus, ganz selbständig handeln — einmal ohne deines Vaters Rat und Geheiß, nicht wahr?" Kommt Leben in die erstarrten Züge? „Schließlich will ja jeder Mensch einmal mündig werden ..." Das ist das Wort, das wie ein Blitz in Hermann Gräfe fällt. Er hebt di« Hand, ftteckt sie nach Lena aus, läßt sie wieder fallen. „Du — bist die einzige, die mich versteht!" Bodenlos die Einsamkeit, die aus diesem Wort spricht. Lena senkt betroffen den Kopf. Nein, diese trostlosen, verbitterten Augen kann sie nicht sehen. Nun aber bricht der Strom aus Hermann hervor. „Keiner ist in diesem Hause, der daran denkt, daß auch ich etwas anderes in mir habe als Hunger und Durst, daß ich noch etwas anderes brauche als Brauerei und Hof. Keiner fragt: geht dir's gut, fehlt dir was? Schon in meiner Kind er zeit war ich Der .andere', der eigentlich nicht zur Familie gehört, weil er kein Oettekingscher fft. Deine Schwester in allen Ehren, Lena, sie war gut zu mir, sie hat versucht, es mich nicht spüren zu lassen, daß ich nicht ihr Kind war. Vielleicht habe ich mich selbst ver- schlossen. Vielleicht aus Trotz. Kinder sind ja so merkwürdig. Ja, und da waren nun die drei anderen, für die ich immer nur der Große war. Der Kronprinz, ter vom Vater bevorzugt wurde. Ach, ich und bevorzugt! Aermer war ich als die anderen, denn die konnten machen, was sie wollten. Ich aber sollte das Ebenbild aller Gräfes, aller Hofbesitzer vor mir sein. Gewiß, ich hielt mich mehr als die anderen an Vater; dafür aber hat er mich be» oormunbet, hat mir meine Selbständigkeit genommen ... Heute nun, durch feine Worte, ist auch das Letzte zerrissen — das Band zu ihm — zu dem, den ich nun nicht mal mehr Vater nennen mag. (Fortsetzung folgt) Es kümmert sich keiner um Erni. Sie sehen alle auf Hermann. Was hat er getan? Sie blickten wohl gerne in eine andere Richtung, um seine Schande nicht zu sehen, aber sie sind wie gebannt von diesem Gesicht, aus dem alles Blut gewichen ist, die Augen sind fast in den Höhlen verschwunden. Sein Mund will Worte formen und kann es nicht. Und dann diese Hände, die zuerst schlapp am Körper herabhängen, sich schließlich krümmen und verkrampfen, daß die Adern wie Stricke heraustteten. Gott im Himmel, was wird Hermann tun? Keiner wagt zu atmen, und es geschieht mchts — gar nichts! Aber der Druck bleibt, der sie alle fast erstickt. ..., Hermann Gräfe acht. Er geht mit unenbhd) schweren, aber sehr festen Schritten zur Tur. Alle blicken ihm wie gebannt nach. Er geht nicht mte em Gefällter. Nein! Er trägt den Kopf trotz allem hoch. Er hat für niemanden einen Blick. Aber sie wissen es in diesem Augenblick genau. Der Dorwurf seines Vaters trifft ihn zu Unrecht. Die Dur fallt ms ^hr^stoph Gräfe reißt den Hut vom Kop^ und wirft ihn auf die Diele. Auch er verlaßt die Stube. Erni wirft sich in die Ecke des, schwarzen Ledersofas. „Bei uns — ach bei uns! wernt sie m sich hinein. „Ich bleibe hier nicht, nein, ich geh fort! Lena und Gottfried sehen sich an. „Wir wollen heute noch sichren, Lena." Sie fühlt feine Fürsorge, fühlt aber auch, wie ihn, den völlig Fremden, dieser Sturm anwidern muß. Selbstverständlich sehnt er sich fort. Erms Schluchzen wird stärker, und Jupp sagt nun auch, den Kopf in beide Hände gestützt: „Wenn ihr zwei noch geht, dann kann ich mit Erni ja in den Teich." ,,A M „Na, na", Lena muß wider Willen lachen. Gottfried sieht ratlos zu Erni hinüber. Er zuckt die Achseln. „Schlimm", murmelt er. „Ja", fügt Lena hinzu, „und jetzt soll ich von hier fort? Jetzt, Gottfried?" „ Gottfried sieht ein, wie recht st« ,h°t. So« diese beiden Summen Kinder m dieser Aufregung allein lassen? Nein, Gottfried sieht immer wieder I nach Ernis braunem Kopf. Er möchte ihn gern streicheln. Er stellt sich ans Fenster und blickt hinaus auf den Hof. Fortfahren, Erni Gräfe mit ihrem Jammer allein lassen? Ist er nun auch unsicher geworden? Lena sieht auf die drei Menschen, die sie Hebt, sie denkt an die beiden Männer, die irgendwo oben in ihrer Kammer Zorn und Wut austoben, an diese beiden, die zu allem fähig sind — zu allem. Plötzlich reißt Ernis helle Stimme sie aus ihrer Versunkenheit. „Wenn das so weitergeht, dann gibt es bei uns noch Mord und Toffchlag." Erni hat recht, so ist es, wahrhaftig, genau so! Und nun weiß Lena, daß sie alles tun muß, um zu schlichten. Sie muß diese Last, die auf den Menschen des Gräsehauses liegt, mit auf ihre Schultern nehmen. Sie darf nicht fortfahren, sie muß bleiben. Sie muß Christoph Gräfe zureden, Hermann aufrichten, muß zwischen den beiden vermitteln. Den einen dazu bringen: zurückzunehmen — den anderen: zu verzeihen! Sie ist überzeugt, daß Hermanns Tun nicht schlecht, vielleicht falsch, aber gut gemeint war, daß die Schmähungen seines Vaters ihn bis ins tiefste getroffen haben. So steht sie nun zwischen den Menschen dieses kleinen Kreises, möchte allen helfen und schafft sich damit eine Aufgabe, die vielleicht größer als ihre Är,Q(3ottfrieb", sagt sie leise bittend, „du mußt verstehen ..." , Aber Gottfried hort nicht. Sie kann fern abgewandtes Gesicht nicht sehen. Sie geht zu ihm. Verlaß dich darauf, morgen können mir fahren, morgen ist alles wieder in Ordnung. Laß mich heute noch dableiben. Wir dürfen sie nicht allein lassen, ®O®ottfrieb nickt. Sein Gesicht ist nicht klar und ruhig wie sonst. Auch auf seiner Stirn sind Falten. "^Es^tu^^chr weh, daß er nicht mehr sagt. Aber kann sie mehr erwarten? . „Jupp und Erni — ihr zwei konntet eigentlich heute nachmittag mal zum Schloß hinubergehen. Die beiden braunen Köpfe heben sich rasch. Lena schluckt ein paarmal. Sie weiß, sie muß rasch handeln, damit es nicht zu spät ist. Morgen muß sie für Gottfried da sein. Sie hat nur noch diesen Tag für Hermann und Christoph. ! 1 „Acht nur und seht zu, ob Rudolf drüben fft. Er Zreitag.lO.Mai MO Gießener Anzeiger iGeneral-Anzeigrr für Oberhessen) Nr. 108 Swettes Statt pfingsiausflüge zu Kuß und mit dem Kahrrad Ein zurück. Das Vlasbachtal. Junge Mädchen auf froher Pfingftfahrt. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Segelflugmodelle im Ausscheidungskampf Ausgong des Dorfes auf schwarze Striche, n wir nachqehen und bald darauf in das viel- am H. Volkstümliche Vorträge und Dorlesungei Ludwigs-Universität Gießen: 20.30 Uhr Di ien der Dornotizen Tageskalender für Freitag. denen wir nachgehe.. -------------, ... — — gewundene Wißmarbachtal kommen. Dieses Tal, das eines der schönsten in der Umgebung Gießens ist, bietet gerade jetzt, zur Zeit der Schlehdorn- blüte, einen überaus reizvollen Anblick. Nach ge- die Richtung nach Gießen. Don der „Eisernen Hand" aus gestaltet sich die Fahrt sehr leicht, denn allmähliches Gefälle nach Gießen erfordert keinerlei Anstrengung. Ueber Frankenbach, Fellingshausen und Krofdorf führt die Straße nach Gießen zurück. Diese Rundfahrt führt durch eine stets abwechslungsreiche Landschaft, und wenn es auch einige Hügel zu bewältigen gibt, so läßt es sich doch unschwer schaffen. Die Gesamtstrecke beträgt über raumer Zeit erreichen wir das Forsthaus Waldhaus, das leider seit einigen Jahren seinen Wirtschaftsbetrieb eingestellt hat. Hier treffen wir rote Keile, die uns auf stillen Waldpfaden, zum Teil an der ehemalig preußisch-hessischen Grenze entlang, schließlich in steilem, aber kurzem und aussichtsreichem Aufstieg zum Gipfel des Dünsbergs bringen. Nach einer Erholungspause (Sonntags sind oben Erfrischungen zu haben), die wir auch oazu benutzen, um den herrlichen Rundblick vom Turm zu bewundern, führen uns schwarze Punkte über drei altgermanische Ringwälle hinab nach unserem Endziel Bieber. Wanderzeit 5 Stunden. Garbenleich—Mengelshäuser Teiche Arnsburg—Cid). In Garbenteich mitten im Ort zweigt die Straße nach Lich ab, der wir, roten Kreuzen nach, bis zur Wasenmeisterei folgen. Bald nach Überschreitung der Reichsautobahn beginnt der Wald, an dessen Rand wir bis zur ersten Schneise entlanggehen, in diese einbiegen und alsbald an die Mengels- häuser Teiche, einige reizvoll gelegene, von Wald umgebene Weiher gelangen. Hinter dem größten befindet sich der Fürstenbrunnen, eine hübsche Quellenanlage. Das Zeichen leitet uns weiter an einem großen Wiesengrund vorbei, durch eine Eisenbahnunterführung auf einen schönen Waldweg. An dessen Ende werden wir uns links, kommen durch einen Hochwald, vor dessen Rand wir einen seinen Blick auf Lich, die Fasanerie, den Kolnhäuser Hof und den fernen Vogelsberg genießen. Wir übermancherlei kleinem Werkzeug aus, um nach den ersten mehr oder weniger gelungenen Starts kleine Veränderungen an den Modellen vornehmen, oder entstandene kleine Schäden beheben zu können. Für die Festlegung der erzielten Zeiten wurde eine Stoppuhr mitgenommen, und um den Flug der Modelle über eine größere Entfernung verfolgen zu können, wurde auch ein starkes Fernglas benützt. Die Flüge der Modelle vollzogen sich sehr dramatisch. Manch eines „schmierte" nach anfänglich gutem Start ab und baute einen harten Sturz. An einigen der leichten Vögel gab es „Kleinholz", und ihre Erbauer mußten betrübt den Wettbewerb aufgeben. Andere wieder schwangen sich, von günstigem Wind getragen und von einiger Thermik immer wieder sanft emporgehoben, hinaus in die Landschaft und segelten so leicht und elegant dahin wie die Bussarde, die über der Landschaft in der Sonne spielten und sich mit Krähen balgten. Einige Modelle zogen in elegantem Flug bis über das etwa einen Kilometer entfernte Launsbach, und es galt scharf aufzupassen, um zu sehen, wo es niederging. Kurz nach dem Start mußten sich dann die glücklichen Besitzer der Modelle, die „auf Strecke" gingen, auf den Weg machen, um ihre irgendwo gelandeten „Vögel" wieder zurückzubringen. Einer der angehenden Segelflieger hatte das Pech, daß sein Modell in einem dichten, schier undurchdring- „ ortrag Professor Bollnow über „Volk, Sprache und Er- 60 Kilometer. Es bleibt also Zeit für manche beschauliche Rast an den vielen schönen landschaftlichen Punkten. Durch das Weiltal. Eine überaus dankbare Radwanderung stellt auch eine Fahrt durch das Weiltal dar. lieber Butzbach, Hochweisel und Fauerbach gelangt man nach Usingen. Von dort aus folgt man der Straße über Merzhausen nach Altweilnau, einem der reizvollsten Orte des Weiltals. Hier begegnet man manchen romantischen Felsszenerien. Ueber Neuweilnau und Rod a. d. Weil folgt man dem Lauf der Weil durch die Orte Emmershausen, Winden, Weilmünster bis Ernsthausen. Hier biegt man ab, an Hirschhausen vorbei nach Braunfels und fährt schließlich über Wetzlar zurück. Die Fahrtstrecke dürste etwa 90 Kilometer lang sein. Rundfahrten durch Oberhessen. Auch durch unsere engere oberhessische Heimat lassen sich schöne Rundfahrten mit dem Fahrrad unternehmen. Eine Fahrt über Garbenteich—Lich— Grünberg und weiter durch die Rabenau (Beltershain—Geilshausen—Kesselbach—Londorf—Aliendorf —Treis—Staufenberg und Lollar) erschließt uns eine Fülle von landschaftlichen Reizen unserer ober- hessischen Heimat. Nicht weniger schön ist eine Fahrt über Reiskirchen—Lindenstruth—Grün berg—Lauter—Wetterfeld Laubach—Ruppertsburg—Nonnenroth—Langsdorf und zurück über Lich (Steinbach oder Garbenteich). Während die erstgenannte Strecke über etwa 50 Kilometer führt, ist die zweite Route kaum mehr als 60 Kilometer lang. Eine andere schöne Strecke führt von Laubach aus durch die großen, wildreichen Waldungen über „Laubacher Wald" nach Freienseen, dann weiter über Mücke nach Grünberg und von dort nach Gießen zurück. Eine,schöne Radtour stellt die Fahrt von Gießen über Lich nach Hungen, dann weiter über Rodheim an der Horloff und durch die schönen Wälder nach Nidda dar. Dabei wird auch das idyllisch gelegene Forsthaus Glaubzahl berührt. Nach einem Spaziergang durch Nidda kann man die Fahrt nach Bad Salzhausen fortsetzen und dort eine Stunde zum Spaziergang durch die herrlichen Anlagen ausnützen. lieber Berstadt, Wohnbach, Münzenberg, Eberstadt, Grüningen und Watzenborn-Steinberg führt ein abwechslungsreicher Weg nach Gießen Die Jungens der Mo- dellflug - Arbeitsgemeinschaft im Gießener Fliegersturm 6/75 NSFK... die in sorgfältiger und anhaltender Arbeit etwa 12 Segelflugmodelle der verschiedensten Bauart hergestellt hatten, fanden sich am gestrigen Donnerstagnachmittag auf dem Wettenberg bei Krofdorf ein, um dort ihre Modelle zu einer Prüfung starten zu lassen. Aus den Modellen sollten die beiden besten Modelle ermittelt werden, die beim Gruppenwettbewerb in Darmstadt die Arbeitsgemeinschaft vertreten sollen. Es ging also um die exakte Feststellung der besten Lei- stUNtz. Für diese Prüfung zogen die jungen mit Schützt eure Fensterscheiben. Der Schutz der Fensterscheiben bei Luftangriffen ist für die Erhaltung gesunder und gebrauchsfähiger Wohn- und Arbeitsräume von großer Bedeutung. Es liegt daher im Interesse jedes einzelnen, durch geeignete Vorkehrungen eine Zerstörung der Fensterscheiben bei Luftangriffen soweit nur irgend möglich zu verhindern. Die in Betracht kommenden Schutzmaßnahmen sind in einem Merkblatt zusarnrnen- gestellt, aus dem ersichtlich ist, welche Maßnahmen je nach der Witterung und den örtlichen Verhältnissen am zweckmäßigsten anzuwenden sind. Das Merkblatt wird in den nächsten Tagen durch diq Aus der Stadt Gießen. Stellt Land zur Verfügung! Ls Hal sich herausgestelll, daß im kreis Weile r a u noch manches Stück Garten- oder Ackerland brachliegt, das, wenn es zweckmäßig ausge- nuht und bebaut wird, auch zu seinem kleinen Teile dazu beitragen kann, die Ernährung des deutschen Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen. Diese Richtbebauung mag ihren Grund darin haben, daß die Besitzer oder Pächter zu alt und zu solcher Arbeit nicht mehr in der Cage sind, oder daß der Mann eingezogen ist und die Frau die Arbeit alleine nicht mehr bewältigen kann ufw. Wir dürfen indessen heute, im Zeichen einer äußersten Jntensivie- rung, kein Land mehr brach liegen lassen, kein Ar guten, fruchtbaren Bodens darf heute der Volkswirtschaft verlorengehen. Ls ergeht deshalb an alle, die es angehl und die nicht in der Lage find, aus eigenen Kräften ihren Boden zu bewirtschaften, die dringende Bitte, ihren zuständigen Ortsgruppenleiter unverzüglich hiervon in Kenntnis zu fetzen, der sofort das Kotige veranlassen und darüber hinaus dafür Sorge tragen wird, daß das Land einer finngemähen und ertragreichen Bebauung zugeführt wird. und wann einen kleinen Schaden zusügen. Wir dürfen aber nie vergessen, daß sie in der Hauptsache treue Helfer im Garten sind. Und aus diesem Grunde verdienen sie unfern Schutz. Das sollte auch schon so ftüh wie möglich den Kindern beigebracht werden, denn sie gehören leider ebenfalls oft zu den Feinden unserer Singvögel. Ziehung in der Zeit der deutschen Erneuerung", im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Iphigenie auf Tauris". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Postmeister". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meine Tante, deine Tante". Notizen für den 11. Mai. Sonnenaufgang 5.37 Uhr, Sonnenuntergang 21.06 Uhr: Mondaufgang 8.52 Uhr, Monduntergang 24.31 Uhr. Don der Universität Gießen. Der ordentliche Professor für Agrikulturchemie und Direktor des Agrikulturchemischen Instituts der Ludwigsunioersität Gießen Dr. Scharrer hat einen Ruf an die Deutsche Technische Hochschule in Brünn auf den dortigen Lehrstuhl für Agrikulturchemie und zugleich als Direktor des Agrikulturchemischen Instituts der Deutschen Technischen Hoch- schule in Brünn erhallen. Pfingsten ist für viele Volksgenossen von jeher eine willkommene Gelegenheit zu Ausflügen in die herrliche Frühlingslandschaft gewesen. In diesem Jahre gilt dies in gleicher Weise, nur mit dem Unterschied, daß wir diesmal auf die sonst üblichen Reisen mit der Bahn gerne verzichten, weil die Reichsbahn gegenwärtig wichtigste kriegswirtschaftliche Dienste zu leisten hat, hinter denen Pfingst- reisen zu Erholungszwecken selbstverständlich zurück- stehen müssen. Wir machen uns daher bei unseren 5ßfingftau5flügen zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg und werden auch dabei in Feld und Wald schöne Erholung finden. Für diese Pftngst- ausflüge zu Fuß oder mit dem Rad geben wir nachstehend einige Winke. Gießen — hangelstein — Lollarer Kopf — Babenburg — Gießen. Zu dieser Wanderung, die ohne Bahnfahrt ist, benutzen wir zunächst die Straßenbahn nach Wieseck. Beim Friedhof treffen wir rote Keile, die uns zum Hangelstein (Naturschutzgebiet) bringen. In kräftigem Anstieg erreichen wir die Höhe und kommen an verschiedenen hervorragenden Punkten, wie Schöne Aussicht und Felsenkanzel, die beide hübsche Ausblicke bieten, vorüber. Die Zeichen führen uns weiter bis an eine Quelle am Fuße des Lollarer Kopfes, wo wir die Keile verlassen und in bequemen Windungen den Gipfel des Berges erreichen, wo sich uns wiederum prächtige Ausblicke erschließen. Auf dem Eines der schnittigen Modelle am Start. — (Aufnahme: Neuner.) ____ sehr dankbarer Ausflug ist eine Radwanderung in das hessische Hinterland. Man fährt nach Lollar, überquert auf der Brücke bei Ruttershausen die Lahn und fährt dann auf der linken Lahnseite (von Gießen aus gesehen) bis nach Fronhausen. Dort wird das Lahntal verlassen und nach links abgebogen. Das nächste Dorf ist Ober-Walgern. Die Straße führt dann weiter über Damm noch Lohra, von dort aus ist es nicht mehr weit nach Gladenbach. Dieses Städtchen kann für die Fahrt der eigentliche Zielpunkt fein. Nach einer Raft und einem Gang durch die alten Gaffen nimmt man die Fahrt wieder auf. Fährt aber nicht auf gleicher Straße zurück, sondern nimmt an Ober-Weidbach vorbei über die bekannte „Eiserne Hand" wieder Eine schöne Fahrt führt auch über Rodheim und Bieber hinauf nach Königsberg und schließlich nach Hohensolms. Wer Hohensolms noch nicht kennt, tut gut, der alten Burgruine einmal einen Besuch abzustatten. Don Bieber bis Königsberg ist die Fahrt anstrengend, denn dort zieht sich die Straße teilweise (besonders in Königsberg selbst) steil aufwärts. Es gilt an manchen Punkten der Strecke abzusteigen, wenn man nicht reichlich erhitzt oben ankommen will. Ueberaus reizvoll ist dafür die Ab- ahrt durch das ganze Blasbachtal, durch ein zwi-> chen Wäldern und Hügeln tief eingeschnittenes Tal, )as von den Radfahrern mit besonderem Vergnügen befahren wird. Es ist fast fo, daß man bis Wetzlar überhaupt nicht mehr zu treten braucht, weil die Straße stetig abfällt. Auf der Rückfahrt von Wetzlar nach Gießen kann mafi sowohl über die Spilburg, als auch über Garbenheim fahren, es lassen sich aber auch die Hauptverkehrsstraßen vermeiden, indem man die Fahrt über Dorlar, Atzbach und Heuchelheim vorzieht. Die Gesamtstrecke Dieser Fahrt beläuft sich auf etwa 50 Kilometer. lichen Weißdorngebüfch landete. Dem Modckll geschah bei der Landung kein Unglück, aber der Erbauer mußte manchen Dornriß hinnehmen und blutete aus mancher Wunde, doch brachte er sein Modell wohlbehalten wieder zur Startstelle. Wieder ein anderes trug der Wind bis über die Eisenbahnstrecke Lollar—Wetzlar und es erbrachte damit die beste Zeit des Tages. Die besten Ergebnisse verzeichneten die jungen Kameraden Heisen, R a - a a l l e r und R o h w e d e r. Angeregt von den in herrlicher Landschaft bei sinnvoller Tätigkeit verbrachten Stunden kehrten die Hitlerjungen frohgemut nach Gießen zurück. heil Hitler! Backhaus, krelsleiler. Ser Nutzen unserer (Singvögel. Alle Gartenbesitzer sollten fid> freuen, wenn zahlreiche Vögel ihren Garten bevölkern. Nicht nur das muntere Treiben und der Gesang der Vögel erfreuen uns, sondern auch der Nutzen, den uns die gefieberten Sänger bringen, darf nicht vergessen werden. In fast allen Singvögeln haben wir Bundesgenossen, die uns im Kampfe gegen Schädlinge der Kulturpflanzen helfen. Und es sind gerade die kleinsten Vögel, die am meisten leisten. Zaunkönige, Meisen und Goldhähnchen nehmen am Tage eine solche Nahrungsmenge auf, die etwa einem Drittel ihres eigenen Gewichtes entspricht. Wir sollten deshalb die Vögel soviel schützen, wie nur möglich, denn zahlreiche Feinde stellen ihnen nach. Vor allem sind es die Hauskatzen, die von Baum zu bäum klettern und die junge Brut verzehren. In den meisten Gärten können die Katzen die Vogelnester, wenn sie nicht in besonderen Nisthöhlen eingebaut sind, vlündern. Das muß unter allen Umständen verhindert werden. In der Zeit, in der die Vögel brüten oder Junge haben, darf keine Katze in den Garten. Die Katze muß in dieser Zeit eingesperrt werden. Die Anschauungen über den Nutzen und Schaden, den uns die Vögel bringen, sind verschieden. Alle Rheinhessen, die bei uns sehen, wie der Bauer in feinem Garten, ja in seinem Hofe Nistkästen für Stare aufhängt, schütteln den Kopf, denn sie sehen in dem Star den Hauptfeind der Weinberge. Das können wir verstehen. Wir in Oberhessen haben aber nun einmal eine kleine Liebe für diesen Vogel. Gewiß kann er uns auch manchmal ärgern, wenn er Blumen abreißt oder Knospen abpickt. Kommt die Zeit der Kirschenernte, dann kann der Star auch gehörig unter den Früchten aufräumen. Das Gefährliche dabei ist, daß die Stare immer in großen Scharen antreten und in einigen Tagen einen ganzen Baum leer fressen können. Aber da müssen wir uns selber schützen. Einige Schreckschüsse helfen oft schon. Wir können aber auch einige Spiegelscherben in den Baum hängen. Durch das beständige Blitzen werden die Vögel abgeschreckt. Der Schaden, den der Star während einiger Wochen anrichtet, wird aber ausgewogen durch den großen Nutzen, den er dem Bauern' und dem Gartenbesitzer bringt. Aehnlich ist es mit der Amsel, in der viele Gärtner auch einen Feind sehen. Gewiß kann sie Schaden bringen, wenn die Erdbeeren reif sind: aber auch da kann sich der erfahrene Gärtner helfen. In öffentlichen Anlagen dagegen, wo größere Baumbestände find, sollten wir die Amsel schützen. Ihr Gesang allein ist schon Dank genug. Die Nestplün- bcrei.en, die der Amsel nachgesagt werden, sind wohl nicht so schlimm. Anderseits yilst aber auch die Amsel durch ihr Geschrei, daß sich die kleinen Vögel vor Feinden (etwa der Katze) retten können. Es ist sogar beobachtet worden, daß Amseln selbst gegen Katzen vorgehen und sich zur Wehr setzen. Zu den nützlichsten Vögeln gehören die Meisen. Sie sind es, die unermüdlich die Bäume nach schädlichen Raupen, Puppen usw. absuchen. Sie sind auch im Winter bei uns, wenn ihre Kameraden in südlichen Ländern weilen, und. können dann mit Fleiß und Ausdauer die Rinden der Bäume ab- klopjen. Unter den andern kleinen Vögeln wären noch die Finken, die Bachstelzen, die Rotkehlchen, die Grasmücken und vor allem die Schwalben zu nennen. Wir dürfen bei der Betrachtung, ob ein Vogel schädlich oder nützlich ist, nie von dem kleinen persönlichen Standpunkt aus urteilen. Alle Vögel sind in der Natur wichtige Glieder, die ihre bestimmten Aufgaben zu erfüllen haben. Sie können uns dann gleichen Wege erfolgt der Abstieg bis zur Marburger Straße, auf der wir bis zum Walde zurückgehen. Hier stoßen wir auf blaue Striche, die uns über die Ruine Badenburg, in deren malerischem alten Gemäuer wir uns erfrischen können, bis nach Gießen das Geleite geben. Dauer der Wanderung höchstens 4 Stunden. Gießen — Wahenborner Weg — Lindener Mark — Theodorsruhe — Gießen. Von der Universitäts-Bibliothek führt diese Wanderung blauen Keilen nach dem Schreiberweg entlang, ein kurzes Stück am „Nizza" her, hierauf über die Wiesen nach den Eisteichen. Hier beginnt der Watzenborner Weg, eine stille Waldschneise, dem wir bis zum- Schnittpunkt mit den gelben Punkten nachgehen. Dem letzteren Zeichen nach wandern wir jetzt durch die prächtigen Waldungen der Lindener Mark hinauf zur Theodorsruhe, wo sich unsere Augen von der Schutzhütte an dem reizvollen Schiffenbergblick weiden. Zum Rückweg wählen wir das rote T, das uns auf lauschigen Waldpfaden, später am Gailschen Tonwerk vorüber, nach etwa dreistündiger genußreicher Waldwanderung wieder nach der Stadt bringt. Gießen—Wißmar—Wißmarbachtal—Waldhaus Dünsberg—Bieber. Wir beginnen unsere Wanderung an der Unterführung in der Ederftraße und folgen zunächst blauen Strichen am Bahnkörper entlang bis zur Lahnbrücke, wo wir die Zeichen verlassen, die Lahn überschreiten und alsbald nach Wißmar gelangen. Bei der Schule wenden wir uns rechts und stoßen queren die Dorf-Giller Straße und kommen wieder durch Wald nach dem Wettertal, überschreiten den Bach und gehen nunmehr mit dem blauen Ring, der uns nochmals über die Wetter führt, nach Arnsburg, wo wir nicht versäumen dürfen, die zum Teil wohlerhaltene Klosterruine zu besuchen. In der Klostermühle ist gute Unterkunft. Zum Endziel Lich wählen wir die blauen Ringe durch das liebliche Gottesackertal. Wanderzeit etwa 3 Stunden. Für Radwanderer. In das hessische Hinterland. MW I < ■ '■ ■ : attachös in Paris, Oberst Les Generalstabes Fyda an den Chef der II. Abteilung des polnischen Generalstabes vom 7. 5. 1937 folgendes hervor- Am 1. 5. 1937 wird zwischen dem Chef Les belgischen Generalstabes und Oberst Fyda folgende Vereinbarung getroffen: a) belgischer Generalstab stimmt mit Billigung des Kriegsministeriums der Zusammenarbeit mit II. Abteilung des polnischen Generalstabs bezüglich Nachrichtenaustausches über deutsche Wehrmacht zu; b) unbedingte'- Geheimhaltung wird betont; c) Durchführung des Nachrichtenaustausches durch polnischen Militärattache Brüssel. Oberst Fyda berichtet, annehmen zu können, Laß das belgische A u ß e n m i n i st e r i u m von der Zusammenarbeit unterrichtet sei. Der Chef des belgischen Generalstabs hat sofortigen Austausch der belgischen Ausarbeitungen vom Marz 1937 über Beurteilung des deutschen Landheeres, ber Luftwaffe und der Kriegsmarine angeboten. Oberst Fyda lehnt dies unter Vorwand ab und erbittet telegraphisch Entscheidung der II. Abteilung in Warschau. Darauf ergeht nachstehendes Telegramm des Chefs der II. Abteilung Warschau an Oberst Fyda: „Einverstanden." Polnisches Material wird Mitte Juni übersandt. Es ist einwandfrei nachgewiesen, daß die volnisch^belgische Zusammenurbeit bis Anfang des Krieges zwischen Deutschland und Polen bestanden hat. Schon im Frieden war die belgische Ostgrenze in wesentlich stärkerem Maße mit Truppen belegt, als die Südwestgrenze. Das liegt daran, daß der Grenzschutz vor allem an der deutschen Grenze, nicht aber an der französischen unterhalten wurde. Mit Kriegsbeginn marschierte zwar noch das bel- aische Heer mit der Mehrzahl der Divisionen zur Deckung der Südwestgrenze auf. Ende September standen im wesentlichen mit Front nach Südwesten und Westen neun Infanterie-Divisionen und drei, dazu eine Devision in Reserve und zwei Divi- zwei Kavalleriedivisionen mit Front nach Osten nur sionen in Aufstellung in Gegend Beverloo. Seit dem 2. 10. 1939 wurde jedoch eine grundlegende Aenderung in der Aufstellung des belgischen Heeres Lurchgeführt und der größte Teil an die Nordost grenze verschoben. Auffallenderweise wurde gleichfalls am 2. 10 die Aufstellung der restlichen, bisher noch nicht mobilisierten Infanteriedivisionen dritter Welle angeordnet. Am gleichen Tage traten Erschwerungen bei der Einreise der Deutschen nach Belgien ein. Bon der zweiten Oktoberhälfte ab standen von den 21 mobilgemachten Divisionen des Feldheeres etwa 14 Divisionen an der Nord- und Ostgrenze zwischen Antwerpen und südlich Lüttich, 3 Divisionen als Heeresreserve im Raum um Brüssel und etwa 4 Divisionen, meist dritte Welle, an der Südwestgrenze und im Küstengebiet. In der Nacht vom 7. auf den 8. Nov. wurde in Belgien für die ganze belgische Armee Urlaubssperre verhängt und im ganzen Lande zahlreiche Kraftomnibusse und Lastkraftwagen eingezogen. Es hat sich bestätigt, daß am 8. Nov. eine Transportbe- weaung angelausen ist; durch sie wurden starke Kräfte aus dem Gebiet um Brüssel, aus dem Küstengebiet und von der Südwestgrenze abtransportiert. Dieser Abtransport hat zu einer f a st völligen Entblößung der Küste und französischen Grenze geführt. Die in der nachfolgenden Zeit durchgeführten geringen Derschiebungen geben weiter das Bich des Aufmarsches der belgischen Kräfte, die unverändert zu über zwei Drittel an der Ost grenze und hinter dem Albert-Kanal ausmarschiert sind. Der verbleibende Rest steht als Heeresreserve um Brüssel und ■ im Küstengebiet. Nur ganz schwache Sicherungen, fast ohne Artillerie, sind an der französischen Grenze bzw. im Küstengebiet untergebracht. Noch schwerwiegender !ist es, daß dieser völlig einseitige Aufmarsch des belgischen Heeres auch dann beibehalten wurde, als sich immer deutlicher die Bereitstellung starker englisch-französischer motorisierter Kräfte an der belgischen Grenze bis an die Küste ergab. Dom 10.4.40 etwa ab wurden geringe Truppen- verschiebunaen auch vom Albert-Kanal in das Innere des Landes vorgenommen. Es handelte sich hier jedoch nicht um eine Verstärkung der belgischen Südgrenze oder Küste gegen die Westmächte, sondern lediglich um Bereitstellung gewisser Reserven hinter der Front. Ein Teil dieser Kräfte wurde in den nächsten Tagen wieder an die Nordostgrenze zurückgeführt. Es muß also festgestellt werden, daß das Gesamtbild des belgischen gegen Deutschland gerichteten Aufmarsches keine wesentliche Aenderung erfahren hat. Gegen einen über die belgische Südwestgrenze vorgehenden Gegner kann von den dort stehenden belgischen Truppen kein nennenswerter Widerstand geleistet werden. Ein solcher Widerstand soll auch nicht geleistet werden, da einwandfrei feststeht, daß am 14. 1. früh bei allen belgischen Truppen an der Südwe st grenze und im Ardennengebiet ein Verbot erlassen ist, auf ein» rückende enalische und französische Truppen zu schießen. (Der Schluß des Berichts lag bei Redaktionsschluß noch nicht vor.) Der Führer schenkt den gefangenen norwegischen Soldaten die Freiheit. Befehl des Führers an den Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen Berlin, 9. Mal. (DJIB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat an den Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen heute folgenden Befehl erlassen: Entgegen dem Dillen des deutschen Volkes und seiner Regierung haben König Haakon von Norwegen und sein Kabinett zum Kriege aufgefordert. In diesem Kampfe konnten folgende Feststellungen gemacht werden: Anläßlich des Krieges im Osten wurden von ben Polen deutsche Soldaten, die das Unglück hallen, verwundet oder unverwundet in ihre Hände zu fallen, meist in der grausamsten Weise mißhandelt und zu Tode massakriert. Zum Unterschied muß von der norwegischen Armee feskgestellt werden, daß sich in ihr n i ch t e i n Fall einer solchen entwürdigenden Entartung der Kriegführung gezeigt hat. Der norwegische Soldat hat alle feigen und hinterlistigen Mittel, wie sie bei den Polen an der Tagesordnung waren, verabscheut. Er hat offen und ehrlich gekämpft und unsere Verwundeten und Gefangenen nach seinem besten Vermögen anständig behandelt, geachtet und versorgt. Die Zivilbevölkerung hat eine ähnliche Haltung bewiesen. Sie beteiligte sich nirgends am Kampf und nahm sich in fürsorglicher Weise unserer Verletzten an. Ich habe mich daher entschlosien, in Würdigung dieser Umstände die Genehmigung zu erteilen, die gefangenen norwegischen Soldaley wieder in Freiheit zu sehen. Nur die B e- rufssoldaten müssen so lange in Haft behalten werden, bis die ehemalige norwegische Regierung ihren Aufruf zum Kampfe gegen Deutschland zurückgezogen hat, oder bis sich Offiziere und Soldaten durch feierliches Ehrenwort im einzelnen verpflichten, unter keinen Umständen an weiteren Kampfhandlungen gegen Deutschland teilzunehmen. gez. Adolf Hitler. Der Wehrmachtsbericht. Feindliches U-Boot durch Bombentreffer vernichtet. Berlin, 9. Mai. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Kampfflugzeuge griffen feindliche Seestreitkräfte bei Narvik an. Dabei wurde ein Transporter von 7000 Tonnen durch eine Bombe mittleren Kalibers zum Sinken gebracht. Nördlich Narvik griffen Kampfverbände wiederholt in den Erdkampf ein, belegten Marschkolonnen mit Bomben und bekämpften feindliche Batteriestellungen. Die Luftwaffe vernichtete im Skagerrak ein feindliches U-Boot durch Bombentreffer. An der Westfront verlief der Tag ruhig. 2000 Kilometer norwegischer Eisen- bohnstrecken wieder benutzbar. Berlin, 9. Mai. (DNB.) Deutsche Eisen- bahn Pioniere haben in Norwegen die dortigen Eisenbahnstrecken im größeren Umfangewiederhergestellt, so daß bereits jetzt die Mehrzahl der Hauptverbindungsstrecken wieder benutzbar ist. Die deutschen Eisenbahnpioniere haben bisher 2000 Kilometer Strecke zum Verkehr freigegeben. So haben allein über 7 0 0 Meter Eisenbahnbrücken wiederhergestellt. Rückzug in Norwegen, um anderweitige Operationen zu beginnen. Wertvolles Eingeständnis des britischen Außenministers. Amsterdam, 9. Mai. (Europapreß.) Im Oberhaus sprach der Außenminister Lord Halifax, der sich in seinen Argumenten im wesentlichen an die Rede Chamberlains im Unterhaus anlehnte. Er erklärte, er sei in keiner Weise geneigt, die Haltung eines sich entschuldigenden Angeklagten anzunehmen. Er schiebe die Enttäuschung über den Ausgang des Feldzuges in Norwegen den über- triebenen Erwartungen zu. Auf jeden Fall sei es der Mühe wert gewesen, den Versuch zu unternehmen. Im übrigen stritt Lord Halifax ab, daß der Erfolg oder Mißerfolg von der Stärke der verfügbaren Mannschaften und der Geschwindigkeit ihres Transports nach Norwegen ab- aehangen habe oder auch davon, ob Drontheim hätte eingenommen werden können oder nicht. Der entscheidende Faktor sei das Fehlen von L u f t - stützpunkten gewesen. Natürlich sei man im Licht des Geschehens jetzt klüger, als vor Beginn der Operationen. Halifax wandte sich gegen die Art der an der Regierung geübten Kritik, die nur die Nervenan- fpannung durch den Krieg noch vergrößern könnte. Als einen Gewinn des norwegischen Feldzuges bezeichnete er es, daß man jetzt noch klarer sehe, was auf dem Spiele stehe und erklärte offen, daß die britische Regierung beschlossen habe, in Norwegen die Verluste zu beschränken, um anderweitige Operationen zu beginnen. Die Regierung werde nicht von ihrem Hauptziel abweichen, sondern die Aktion zu dem Zeitpunkt, der ihr am besten erscheint und mit der besten technischen Beratung fortsetzen, um das erwähnte Ergebnis zu erlangen. Den Einwand, daß England den Neuttalen nicht rechtzeitig Hilfe bringe, beantwortete Halifax mit dem drohenden Hinweis: „Wenn die Alliierten den Krieg gewinnen, so sind bestimmte Versicherungen für diejenigen vorhanden, die in die Sklaverei der Nazityrannei gefallen sind, und wenn wir verlieren, so werden die Opfer der deutschen Aggression keine Hoffnung auf ein Wiederauferstehen haben." Mit Bezug auf die neuen Funktionen Churchills sagte Halifax, er hoffe, daß diese neue Anordnung eine wertvolle Beihilfe für eine „höhere Kriegsstrategie" (lies: verstärkte Aggression) sein werde. Im Unterhaus erreichte die Aussprache, die mit der schon gemeldeten Abstimmung schloß, in der die Regierung nur eine Mehrheit von 81 Stimmen erhielt, einen Höhepunkt, als der frühere Marineminister Duff Cooper betonte, er sehe sich „mit großem Widerstreben" genötigt, zu erklären, daß er kein Vertrauen zu der gegenmärtigen Regierung habe und deshalb bei der Abstimmung gegen sie stimmen werde. Es bestehe das dringende Bedürfnis nach einer wahrhaft nationalen (d. h. alle Parteien umfassenden) Regierung. Man könne der Opposition aber nicht zumuten, unter der gegenwärtigen Führung sich an einet solchen Regierung zu beteiligen. Lloyd George, der vor Duff Cooper gesprochen hatte, erklärte ganz offen, man könne nicht erwarten, daß irgendein neutrales Land sich gegen Deutschland zur Wehr setzen sollte auf ein bloßes Beistandsversprechen Englands hin. „Unsere Versprechungen sind ein Dreck!" erklärte Lloyd George. Er sei mit Chamberlain darin einverstanden, daß die Lage vom Standpunkt des Volkes und nicht der Partei angesehen werden müsse. „Ich sage jetzt feierlich, daß der Ministerpräsident ein Beispiel im Opfern geben kann. Kein besseres Opfer im Interesse des Sieges könnte gebracht werden, als das Mr. Chamberlain das Siegel seines Amtes zurückgibt." An den Schluß der Unterhausansprache war wohlbedacht Marineminister Churchill gestellt worden, dessen Ausführungen das stark erschütterte Vertrauen des Unterhauses etwas auffrischen sollte. Churchill erklärte, daß er fortgesetzt darauf gedrängt habe, daß England die Gleichheit der Luftstreitkräfte mit Deutschland erreichen müsse. Weil dies nicht erreicht worden sei, habe man eine Menge von Gefahren hinnehmen müssen und diese mühten noch eine Zeitlang ertragen werden. Wenn die englische Flotte mit ihren Ueberwasserstreit- kräften nicht in das Skagerrak ein gedrungen sei, so deshalb, weil man nicht den Verlust wertvoller Flotteneinheiten durch Luftangriffe hätte riskieren dürfen, einen Verlust, der zu einer Flottenkatastrophe hätte führen können. Nachdem Churchill so seinen eigenen Respekt vor der Überlegenheit der deutschen Luftwaffe zum Ausdruck gebracht hatte, suchte er diesem Gefühl der Unterlegenheit, das bei den Abgeordneten hätte entstehen müssen, dadurch entgegenzuwirken, daß er sich angeblicher Erfolge der britischen U-Dootblockade rühmte. Churchill begründete den vorsichtigen Entschluß, auf die Forderung des Drontheim-Fjordes durch die britische Flotte zu verzichten, mit dem Risiko, größere Teile der unersetzlichen (!) Schlachtflotte zu gefährden. Der Plan fei aufgegeben worden, „weil man auf gute Fortschritte der bei Andalsnes und Narnsos" gelandeten Truppen gehofft habe. Ein dauernder Erfolg fei gar nicht zu erwarten gewesen in einem Kamps der auf Drontheim gestürzten AWeWn um jeden preis. Der britische Außenminister Lord Halifax hat zur Derteidiaung der schwer erschütterten parlamentarischen Lage des Kabinetts Cyamberlain vorgestern im britischen Oberhaus allem Gerede und allen Schwindeleien plutokratischer Politiker über die angebliche Hilfe für die kleinen Völker mit einem Schlage ein Ende gemacht, indem er rund heraus erklärte: „Wir haben unsere Verluste in Norwegen beschränkt, um anderweitige Operationen zu beginnen." „Beschränkt" ist wohl eine plutokratische Umschreibung für die regellose Flucht der englischen Truppen aus Norwegen, wohin sie nach dem Eingeständnis des britischen Außenministers auf Grund der Ratschläge der englisch-französischen Militärsachverständigen gesandt worden waren. Schon Anfang März standen in englischen Häfen der Oft- küste 100 000 Mann bereit, um über Norwegen nach Finnland zu gehen. Churchill hat nun im Unterhaus neuerdings bekräftigt, um was es sich dabei für England gehandelt hat. Es ging ihm weder im März um die Rettung Finnlands, noch im April um die Verteidigung Norwegens, sondern einzig und allein um den Versuch, Die Blockierung Deutschlands von Skandinavien aus zu ergänzen und gegen Deutsch- land eine neue Front in der Flanke aufzurichten. In Norwegen ist der Schlag mißlungen, Deutschlands Gegenwehr war so prompt und so energisch erfolgt, daß sich die englisch-französischen Truppen fluchtartig zurückziehen mußten. Nun sollten nach dem Willen der englischen und französischen Aggressoren „anderweitige Operationen" gestartet werden. Mit großem Tamtam wurde Der bekannte ,Marm im Mittelmeer" aufgezogen, wie wir jetzt wissen, zu keinem anderen Zweck als die wahren Ziele der neuen plutokratischen Aggression zu tarnen. Eine englisch-französische Flotte wurde vor Alexandria^ zusammengezogen, englische Agenten lärmten in den verschiedensten Balkanhauptstädten, und überall wurden Gerüchte über bevorstehende militärische Unternehmungen im östlichen Mittelmeerraum ausgesprengt. In Wahrheit wurden von dem englisch-französi- Westmächte gegen die von Oslo aus vorgehenden Deutschen. Churchill richtete dann ausgesprochen unfreundliche Worte an die Schweden, die infolge ihrer neutralen Haltung die Operationen der Westmächte benachteiligt hätten. Die Westmächte wären in einer ganz anderen Lage gewesen, wenn Schweden, anstatt jetzt Den Rückzug der Westmächte zu kri- tifieren. sein Gebiet und seine Flugplätze Den West- mächtesä als Operationsbasis zur Verfügung gestellt hätte. Die Rede klang aus in einem Appell, allen Haß für den gemeinsamen Feind zu reservieren, Denn im letzten Krieg sei England zu keiner Zeit größerer Gefahr ausgesetzt gewesen als jetzt. England vergewaltigt Island. Englische Truppen heute morgen auf der Insel gelandet. Amsterdam. 10. Mai. (DRV. Funkspruch.) Rach einer Meldung aus London hat das britische Auswärtige Amt mitgeteilt, daß englische Truppen in Island gelandet seien. Das militärische Vorgehen gegen die schwachbevölkerte abgelegene Insel wird mit dem fadenscheinigen Vorwand „begründet", daß es feit der Befehung Dänemarks durch deutsche Truppen notwendig geworden sei, mit der Möglichkeit einer Landung Deutschlands in Island zu rechnen. Es sei selbstverständlich, daß dieser Angriff durch die isländische Regierung allein nicht abgeschlagen werden könne, da sie zu schwach fei, und somit das Land vollkommen in die Hände der Deuffchen fallen würde. Die Regierung S. M. habe deshalb befchloffen, diese Möglichkeit dadurch auszuschalten, daß sie selbst Streitkräfte in Island landete, und sie habe diese Operation F r ei ta g m o r g en durchgeführt. * In Dem Augenblick, wo Deutschland durch be- weiskräftige Unterlagen Der Welt Darlegt, daß Eng- qun udißpQs ui udjtpijqDSuoijjdjßßjg auidj qudj Holland zu verwirklichen im Begriffe war, Die Deutsche Wehrmacht ihm Dort aber rechtzeitig entgegentrat, hat EnglanD auch Das kleine Is- I a n D vergewaltigt und militärisch besetzt. Es beDarf keines Hinweises, Daß Die Behauptungen, daß Island von Deutschland bedroht gewesen sei, ein Dürftiger Vorwand für diese verbrecherische Aktion Der britischen Regierung ist. Dieser Beweis schließt die Kette der Kriegs- ausweitungsaktionen Englands und Frankreichs im Norden und im Westen Europas. Nachdem die Engländer durch entschlossenes und schnelles deutsches Handeln wieder einmal zu spät gekommen sind, versuchen sie, durch diese „strategische Operation" in einer ab gelegenen Gegend ihrem unzufriedenen Volk eine Art von Entschädigung zu bieten. der Der überwiegenden Mehrheit aller Raucher kommt es auf hohe Tabak-Qualität an und nicht auf teure Verpackung. Deswegen wurde die ECKSTEIN Nr. 5 zur meistgerauchten Zigarette. ■ «I WM" Minister pavolini in Berlin. scheu Generalstab alle Vorbereitungen getroffen, um unter brutaler Mißachtung der Neutralität Belgiens und Hollands einen Vorstoß gegen das Herz der westdeutschen Wirtschaft, das Ruhrrevier, zu unternehmen. Hier konnten die plutokratischen Aggressoren um so eher auf einen Erfolg rechnen, als die Regierung Belgiens und der Niederlande es durchaus deutlich gemacht hatten, daß sie sich einem Durchmarsch englisch-französischer Truppen nicht widersetzen würden, ja, die deutsche Reichsregierung hatte unwiderlegliche Beweise dafür, daß es sowohl Belgien wie Holland mit ihrer so oft verkündeten Neutralität und Unabhängigkeit ihrer politischen Linie keineswegs so ernst gewesen ist, wie es in Kriegszeiten unbedingt erforderlich gewesen wäre. Nicht nur, daß in beiden Ländern die Hetze gegen das nationalsozialistische Regime und besonders auch gegen die deutsche Wehrmacht selbst in weiten Kreisen der Bevölkerung von Regierungsstellen gefördert wurde, nicht nur, daß die Versuche des britischen Geheimdienstes, in Deutschland eine Revolte herbeizuführen, auf weitgehende Unterstützung auch höchster Kreise der Beamtenschaft und des Generalstabes in Belgien und Holland hatten rechnen können, nicht nur, daß die Presse beider Länder in völlig einseitig deutschfeindlicher Weise zu den Ereignissen des Krieges Stellung nahm, nein, es liegen auch dokumentarische Beweise dafür vor, daß Belgien sowohl wie Holland nichts taten, um die Möglichkeit auszuschließen, daß ihre Länder zur Operationsbasis für einen gegen Deutschland gerichteten Angriff würden. Aehnlich wie vor dem Weltkriege hat der belgische Generalstab engste Fühlung mit den Generalstäben Englands und Frankreichs gehalten, und der Ausbau der belgischen Grenzbefestigungen ist ebenso wie damals ausschließlich gegen Deutschland hin erfolgt. Allen deutschen Warnungen zum Trotz und im vollsten Widerspruch zu der bekannten Unabhängigkeitserklärung König Leopolds hat Belgien in Wahrheit nichts getan, um schon aus Paritätsgründen die Grenze gegen Frankreich hin zu befestigen. Vielmehr waren alle Vorbereitungen getroffen, um dem Durchmarsch der englisch-französischen Truppen jede auch nur denkbare Erleichterung und Unterstützung zuteil werden zu lassen. Deutschland hat, nachdem es die belgische und die niederländische Regierung immer wieder gewarnt hat, ihre Neutralität auf eine so einseitige Weise aufs Spiel zu setzen, nicht einen Augenblick gezögert, die nötigen Maßnahmen zum Schutze des Reiches zu ergreifen, als ihm die Absicht der Westmächte bekannt wurde, den nächsten Versuch gur Ausweitung des Krieges an der deutschen NoAwest- grenze zu unternehmen und eindeutige Beweise dafür Vorlagen, daß alle militärischen Porbereitun- gen zu diesem Vorstoß von den Westmächten im Einvernehmen mit der belgischen und holländischen Regierung getroffen waren. Wie in Polen und Skandinavien erfolgt der deutsche Gegenschlag auch hier mit der Schnelligkeit und der Energie, die das sichtbarste und spürbarste Merkmal der Einheit von Politik und Kriegführung im Großdeutschen Reich ist. Holland und Belgien sind aufgefordert worden, in letzter Minute zu einer wahren Neutralität zurückzukehren, zu deren Schutz die deutsche Wehrmacht eingesetzt werden mußte. Aber es ist auch kein Zweifel darüber gelassen worden, daß, falls sich die Regierungen beider Länder nicht zu einer klaren Haltung entschließen können oder gar zum Widerstand gegen die deutschen Schutzmaßnahmen aufrufen, dieser Widerstand mit allen Mitteln gebrochen werden wird. Die Drahtzieher der plutokratischen Kriegsausweitungspläne in London und Paris aber werden auch diesmal wieder wie schon in Polen und Norwegen erfahren, was Berlin, 9. Mai. (DNB.) Der italienische Minister für Volkskultur, Alessandro Pavolini, ist als Gast des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. G o eb b e l s , in Berlin eingetroffen. Dr. Goebbels hieß den Minister bei seiner Ankunft auf dem Anhalter Bahnhof herzlich willkommen. Zur Begrüßung waren Reichsprefsechef Dr. Dietrich, ferner sämtliche Abteilungsleiter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, der Leiter der Kulturpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Gesandter von Twardowski, Stadtpräsident Dr. Lippert, der Stadtkommandant von Berlin sowie führende Vertreter des Staates, der Partei und der Wehrmacht erschienen.. „Lavour, der Einiger Italiens/ Die deutsche Erstaufführung in Berlin. Berlin, 9. Mai. (DNB.) Am 4. Jahrestag der Gründung des italienischen Imperiums kam im festlichen Rahmen das Schauspiel „Cavour", das den Schöpfer des Imperiums, Benito Mussolini, und den Dichter Giovacchino F o r z a n o- zu Verfassern hat, an der repräsentativsten Bühne des Reiches, dem Staatlichen Schauspielhaus in Berlin, zur deutschen Erstaufführung. Dem bedeutenden Ereignis entsprach auch der Besuch der festlichen Aufführung, der zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Staat und Partei, Diplomatie und Wehrmacht, dem künstlerischen und kulturellen Leben es heißt, das nationalsozialistische Deutschland herauszufordern. Das deutsche Volk weiß, daß es in dieser entscheidendsten Stunde, die nach den Worten des Führers an die Soldaten der Westfront nunmehr in diesem uns von den. westlichen Plutokratien verbrecherisch aufgezwungenen Krieg gekommen ist, sich auf die Wehrmacht verlassen kann. Wie ste in allen ihren Teilen vom Oberbefehlshaber bis zum schlichten Schützen in Polen und Norwegen ihren Mann gestanden hat, so wird sie auch jetzt die große Aufgabe, die ihr nun zum Schutz der deutschen Westgrenze gestellt ist, erfüllen. Mit heißem Herzen begleitet das deutsche Volk'seine Wehrmacht in diesen entscheidungsvollen Stunden in den Kampf und es weiß, daß der Sieg auch diesmal bei Deutschlands Fahnen sein wird. Dr. Fr. W. Lange. Postverkehr von der Heimat zur Front fünf Tage gesperrt. Sperre für Päckchen und Pakete bis zum Widerruf. Berlin, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Mit sofortiger Wirkung tritt eine allgemeine Post- sperre fürden Verkehr vonder Heimat zur Front ein für alle Sendungen mit einer Feldpostnummeranschrift. Die Sperre dauert fünf Tage für Briefpost, Privattelegramme und Postanweisungen sowie für gewöhnliche Dienstbriefsendungen. Die Sperre für Feldpostpäckchen und Dienstpakete aller Art dauert bis zum Widerruf. Eingeschriebene Dienstbriefe und Dienstbriefe mit Wertangabe werden angenommen und befördert. Unter diese Anordnung fallen auch Sendungen an Marine- und Luftwaffeneinheiten sowie an bodenständige Einheiten des Feldheeres, die in der Anschrift außer der Feldpostnummer ein Abholungspostamt angegeben haben. Der Postverkehr von der Front zur Heimat bleibt wie bisher in vollem Umfange aufrechterhalten. der Reichshauptstadt beiwohnten. In der Ehrenloge sah man den Königlich-Italienischen Botschafter Exz. A 11 o l i c o und Frau, den italienischen Minister für Volkskultur Alessandro P a v o l i n i, Generalfeldmarschall Göring und Frau, Reichs- propaganbaminifter Dr. Goebbels und Frau. Das von dem Generalintendanten Staatsrat Gustaf Gründgens in Szene gefetzte Werk, das die geschichtliche Episode von Villa Franca aus dem Kampf um die Einigung Italiens zum Gegenstand hat, fand in der hervorragenden Besetzung des Staatlichen Schauspielhauses eine begeisterte Aufnahme, die sich von Bild zu Bild steigerte. Am Schluß wurde die von leidenschaftlichem Schwünge getragene außerordentlich- bühnenwirksame Dichtung mit minutenlangen begeisterten Ovationen ausgenommen, für die neben dem anwesenden Dichter Giovacchino Forzano, der Spielleiter, Staatsrat Gründgens, und die Träger der Hauptrollen danken mußten. Pon diesen seien Werner Krauß als „Cavour", Paul Hartmann als „König Viktor Emanuel II.", Aribert Wäscher als „Napoleon III.", Pamela Wedekind als „Kaiserin Eugenie", Wolfgang Liebeneiner als „Prinz Jerome" und Antje Weißgerber als „Prinzessin Klothilde" genannt. Mit ihnen trugen aber auch alle anderen zu dem großen Erfolg bei, der einem großen Werke, seiner kongenialen dichterischen Gestaltung und einer vollendeten Wiedergabe gezollt wurde. Die Bevölkerung wird diesen Maßnahmen, die lediglich bezwecken, eine reibungslose Feldpostversorgung für später sicherzustellen, das notwendige Verständnis ‘entgegenbringen. Das Ritterkreuz für hervorragende Verdienste in Norwegen. Berlin, 9. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat für hervorragende Verdienste im Zusammenhang mit den Operationen in Norwegen das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen: Im Heer: Generalleutnant Dietl, Kommandeur einer Gebirgsdivision, Generalleutnant Pellengahr, Kommandeur einer Infanterie-Division, Generalmajor Engelbrecht, Kommandeur einer Infanterie- Division, Oberst Fischer, Kommandeur eines Infanterieregiments, Major Klein, Walter, Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment, Oberleutnant Matheß, Leopold, Kompaniechef in einem MG.-Bataillon, Oberleutnant Gerl ach, Waldemar, Kompaniechef in einem MG.-Bataillon. In der Kriegsmarine: Generaladmiral Saalwächter, Marinegruppenbefehlshaber West, Kapitän zur See Bey, Führer der Zerstörer. In der Luftwaffe: Oberst Fiebig, Kommodore eines Kampfgefchwaders, Hauptmann H o z - z e l, Kommandeur einer Kampfgruppe, Oberleutnant Schäfer, Elmar, Flugzeugführer in einer Kampfgruppe, Leutnant Möbus, Martin, Flugzeugführer in einer Kampfgruppe, Leutnant Baumbach, Werner, Flugzeugführer in einer Kampfgruppe, Unteroffizier Gerzel, Gerhard, Flugzeugführer in einer Kampfgruppe. Das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz wurde ferner verliehen: Korvettenkapitän Hartmann, Werner, Kommandant eines U-Bootes. „Nur die Taten werden mein Schweigen brechen!" Mussolini sprach am „Tag des Heeres". Rom, 9. Mai. (DNB.) Im Mittelpunkt des 4. Jahrestages des Imperiums und des Tages des Heeres stand die militärische Feier auf der Piazza Venezia, wo verschiedene Waffengattungen der Garnison Rom angetreten waren. Als der Duce unter dem Dröhnen der Salutschüsse in der Uniform eines ersten Marschalls des Imperiums erschien, begrüßte stürmischer Beifall den Begründer des Imperiums, der an der Spitze sämtlicher Regierungsmitglieder, der Präsidenten von Senat und Kammer, der Marschälle Badoglio, Graziani, de Bono, des Großadmirals Thaon di Revel, des Parteidirektoriums sowie zahlreicher Offiziere von Wehrmacht und Miliz vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten die Verleihung von Kriegsauszeichnungen an Spanien- und Albanienkämp- fer vornahm. Nach feiner Rückkehr in den Palazzo Venezia wurden Mussolini von einer begeisterten Menge immer neue Kundgebungen bereitet, so daß der Duce sich auf dem Balkon zeigen mußte und die Bedeutung des Tages für die Gegenwart wie folgt unterstrich: Der 9. Mai 1936 ist em großer Tag in der Geschichte des Vaterlandes, ein Tag sonnenklaren Sieges. Nach meinen Reden müßt ihr euch an mein Schweigen gewöhnen. Nur die Taten werden es brechen. Stürmische Ovationen folgten den Porten des Duce. Französischer Kreuzer vor Nanisos schwer beschädigt. B e r t i n, 9. 2Hai. (DNB.) Die französische Presse gibt seht kleinlaut zu, daß der französische Kreuzer „Emile Berkin" vor Namsos durch die Angriffe der deutschen Luftwaffe schwer beschädigt worden ist. Dieser Kreuzer tief 1933 vom Stapel und hatte eine Wasserverdrängung von 5886 Tonnen. Lr ist bestückt mit neun 15,2-cm- kanonen,vierzehn 9-cm-Flak, acht 3,7-cm-Flak, sechs Flak^MG.s und sechs Torpedo-Ausstoßrohren. Er führt 200 Minen und zwei Flugzeuge mit sich. Die Stärke der Besatzung beträgt 567 Wann. Eine Bombe schweren Kalibers traf das Hinterdeck des Kreuzers und durchschlug das Schiff. Die Beschädigung ist so schwer, daß der Kreuzer für die französische Kriegsmarine auf lange Zeit» wenn nicht ganz ausfällt. Oer Führer empfing Botschafter Attolico. Berlin, 9. Mai. (DNB.) Der Führer empfing heute in der neuen Reichskanzlei den von feinem Berliner Poften scheidenden königlich italienischen Botschafter Dr. Attolico und Frau Attolico zur Verabschiedung. Zu Ehren des Botschafters gab der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop ein Frühstück im kleinen Kreis, an dem Mitglieder der italienischen Botschaft, Herren des Auswärtigen Amtes sowie einige weitere Persönlichkeiten teilnahmen. Höuptschrtftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Langes für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport' Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche llniversttätsdnrckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.5. 2315 D 231QD Gießen, Darmstadt, Velbert, den 9. Mai 1940. Gesucht wird ölt. »in oder Mm ohne Anhang, im Alter v. 35-50 I., infrauenl.Haus- halt(3 Pers.)mit etwas Landwirtschaft. Eintritt sofort od. 15. Mai. Tbeod. Kiinkler Nied er-Roß dach (Westerwald). begrüßen von jeher ihre Freunde und Bekannten durch eine Anzeige in der Pfingstnummer ihrer Heimatzeitung im Für die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Mahnkopp Erika Mahnkopp Anna Hoffmeister Ferdinand Daubert. Trauerfeier am Samstag, dem 11. Mai, um 11% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs. SprechstundeD- hile oder Schreibhille (ev. auch stundenweise) gesucht. Kenntnisse in Schreibmaschine u.Slenogravbie. Anruf 3114. Todes-Anzeige. Gestern entschlief sanft nach langer, mit großer Geduld ertragener Krankheit mein guter Mann, mein lieber Vater, mein braver Schwiegersohn und Schwager Herr Karl Mahnkopp Amtsgehilfe am phys. Institut. 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