Montag, 9. September MO Berlin, 9. Sept (MB. MB. von unterridjtefer Seite der vergangenen Nacht Funkspruch.) Wie erfährt, wurde in in London wieder- der Natur der Sache. Die englischen Nachtpiraten, die Monate hindurch ihre Bomben wahllos über deutschem Land abgeworfen haben, Haden nicht ein einzigesmal danach gefragt, ob sie mit ihren heimtückischem, nächtlichem Treiben deutsche Frauen und Kinder in Gefahr bringen. Sie haben in zahlreichen deutschen Städten weder Kirchen noch Krankenhäuser, weder Schulen noch Altersheime geschont, ja, die durch das international anerkannte Zeichen des Roten Kreuzes geschützten Gebäude waren geradezu Zielscheiben der britischen Bombenwerfer. England hat nun erfahren, was es heißt, die deutsche Luftwaffe herauszufordern. Das Wort des Führers in feiner letzten Rede: „Wir werden diesen Nachtpiraten das Handwerk legen, so wahr uns Gott helfe!" wird nun in die Tat umgesetzt werden. Die letzten Tage und Nächte haben die Bevölkerung der englischen Hauptstadt darüber belehrt, wie die deutsche Vergeltung ausfallen wird. kriegswichtigen Zielen erheblichen Schaden angerichtet. Die Brände, die vom Tage vorher noch anhietten, wurden erweitert, einigen Brandherden traten neue hinzu. 3m Laufe des Sonntags haben ausgedehnte Aufklärungs- ftüge über dem Zentrum von London den durchschlagenden Erfolg des Großangriffs am Samstag bestätigt. Zukämpfen. Die Korrespondentin der „Nay Dagligt Alle- handa" hat sich am südlichen Ufer der Themse auf- gehalten und die Luftangriffe genau verfolgt. Sie stellt fest, daß eine Riesenzahl von Explosiv- und Brandbomben unaufhörlich auf London niederreg- nete und Tausende von Fensterscheiben zersplittert wurden. Autos hätten sich durch die große Anzahl der Scherben auf den Straßen kaum fortbewegen können. In der Nacht hätte ein roter Flammenhimmel überder englischenHaupt- stadt gelegen, wie Blitze in einem riesigen Gewitter habe 'man die Wirkung der Explosionen sehen können. — Der „Aftonbladet"-Korrespondent schreibt: „London hat in der Nacht zum Sonntag die er ft e wirkliche Bekanntschaft mit dem tota- um tanganhaltender Fliegeralarm gegeben; deutsche Kampfverbände haben ihre Angriffe gegen Stadt und Hafen fortgesetzt und durch wohlgezielte Bombenwürfe in den Hafenanlagen, sowie in Industrie und anderen berte von Löschzügen seien in Ost- und Südost-Lon- don konzentriert, um gegen das Flammenmeer an- habe von Hampstead-Heath aus J . . . können, die auf meilenweiten Geländen in der dunk- Eine neue besonders eindrucksvolle Luftaufnahme von der erfolgreichen Bombardierung britischer Hafen- anlagen durch deutsche Kampfflieger. Deutlich erkennt man im Sonnenlicht die Rauchwolken über den unzähligen Einschlägen. — (PK.-Marer. — Scherl-M.) Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Anzeigen-Preile: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelV Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr London unter schwersten deutschen Bombenangriffen Unausgesetzt wetten deutsche Kampfgeschwader über der britischen Hauptstadt. Reichsmarschall Göring leitet den Einsatz. — lieber eine Million Kilogramm Bomben auf das Hafeu- und Industriegebiet an der Themse. Auch in -er letzten Nacht wieder ansgedehnte Angriffe ans London Wohlgezielte Bombenwürfe auf Bahnanlagen, Fabriken und andere kriegswichtige Ziele. Der Wehrmachlsbmcht vom (Sonntag. Berlin, 8. Sept. (MB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Angriffe unserer Luftwaffe gegen die weh r w irlschafllich beson- ders wichtigenObjektevon London, die in der Nacht vom 6. auf 7.9. begonnen hatten, wurden auch am 7. und in der Nacht zum 8. September mit sehr starken Kräften und unter Einsatz schwerster Bomben fortgesetzt. Diese Angriffe sind die Bergettung für die von England begonnenen und in den letzten Wochen gesteigert geführten britischen Nachtangriffe auf Wohnviertel und andere nichtmilitärifche Ziele im Reichsgebiet. Der Reichsmarschall leitet persönlich den Einsatz von Nordfrankreich aus. 3n ununterbrochener Folge fielen bis jetzt über eine Million Kilogramm Bomben Englands Rüstungs-Industrie „ernsthaft gestört". Kopenhagen, 8. Sept. (Europapreß.) Sehr aufschlußreich find Kabelmeldungen der „Ber- l i n s k e T i d e n d e" aus Neuyork, nach denen eine Verstärkung der Ballonsicherungen um die englische Hauptstadt beschlossen worden sei. Weiterhin habe die englische Regierung begonnen, Aufträge an die amerikanische Kraftwagenindustrie zu vergeben, wie auch Maschinen und Werkzeuge für militärische Zwecke in großem Umfang in Kanada b e st eilt worden seien. Amerikanischerseits erblicke man in dieser Maßnahme den Wunsch der englischen Regierung, beschleunigt den Aufbau von Rüstungszentren in Kanada durchzuführen, und sieht hierin' zugleich ein Zeichen dafür, daß die englische Rüstungs-Industrie bereits ernsthafte Störungen ihrer Produktion — man spricht von einer Herabsetzung der Produktion um 40 v. H. — durch die deutsche Luftaktivität der letzten Zeit ausgesetzt worden ist. aller Kaliber auf das Hafen- und Industriegebiet an der Themse. Kaianlagen, Handelsschiffe, Docks und Speicher, Kraft-, Wasser- und Gaswerke sowie Arsenale, Fabriken und Berkehrseinrichtungen wurde getroffen und zum Teil durch schwerste Explosionen vernichtet. Große Feuersbrünste wüten in der Umgebung der Docks. In kraftvollen Borstöhen kämpften Jagdflugzeuge den Weg der Kampfflugzeuge nach London frei. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen die Großöllager und Dockanlagen von Tha- meshaven, gegen die Spreng ff offabriten von Chatham und den Fl u g p l a h von hawkinge. Außerdem griffen Kampfflieger Industrie- und h a f e n z i e l e in Liverpool, Manchester, Birmingham, Eardiff, Bristol, Southampton, Portsmouth, Portland und zehn weiteren Orten an. Der Gegner flog wiederum bei Nacht nach Deutschland ein. Eine Welle wendete sich gegen Süb- Westdeutschland und warf vereinzelt Bomben, die keinen Schaden anrichtMen. Der andere Teil der britischen Kampfflugzeuge versuchte seinen Kurs wie in den bisherigen Nächten nach Berlin zu nehmen, wurde jedoch durch konzentrierte Abwehr im Westen zur Umkehr bzw. zum vorzeitigen Bombenabwurf gezwungen. Bomben richteten lediglich i n einer Kirche in Hamm Schaden an. Der Feind verlor bei den gestrigen Kampfhandlungen 94 Flugzeuge. 26 eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück. Ein Unterseeboot hat aus zwei Geleitzügen fünf bewaffnete feindliche Handelsdampfer von insgesamt 33 400 BRT. versenkt und einen weiteren Dampfer von 4000 BRT. beschädigt. In der Nacht zum 7. September stießen zwei Schnellboote auf einen durch Zerstörer und Bewacher stark gesicherten feindlichen G e l e i t z u g. Sie versenkten trotz starker Abwehr drei tiefbeladene Dampfer von zusammen 11 000 BRT. und kehrten unversehrt an ihren Stützpunkt zurück. Ein von deutschen Seestreitkräften in Uebersee aufgebrachtes feindliches Handelsschiff ist bei Begegnung mit einem britischen Kriegsschiff durch das an Bord befindliche deutsche Prisenkommando versenkt worden. * Die Vergeltung. Stockholm 9. Sept. (Europapreß.) Heber den feien Lagerschuppen und Werftanlagen in Brand ge- hircher größten und heftigsten Luftangriff auf London raten. In dem Hauptquartier der Feuerwehr Herr che liegen am Sonntagnachmittag weitere Einzelheiten auch am Sonntagmittag noch Hochbetrieb, mele Hun. .—. < rr _ t. KJ. »v» Avttov horfo nnn Qnfrfi2!irtPn fpiPtl in = lltlU oUDOit-XiOn- ZwischenQuebecundOntario. Kanada hat in der englischen Agitation eigentlich schon seit 1938 eine bevorzugte Rolle ge- ipielt. Schon damals feierte London das Dominion in auffälliger Weife als den „treuesten Gliedstaat, betonte, daß es wegen seiner Lage am Pazifik und Atlantischen Ozean berufen sei, einmal die „Zentralstelle" des britischen Empire zu werden. Der englische Nationalökonom R. A. P id din g- ton schrieb über diese These sogar ein Buch mit dem bezeichnenden Titel „The next British Empire . Als die Einkreisungspolitik gegen Deutschland dann immer offensichtlicher wurde, ging man noch weiter. Kanada wurde als Versorgungszentrum Englands ausersehen, als das Land, das Mumtton, Flugzeuge und andere lebenswichtiae Güter liefern sollte, vor allem Weizen. Ihm wurde aber auch die Aufgabe zugedacht, die englische Regierung und die Königsfamilie aufzunehmen, „falls in Europa die Dinge einmal für England nicht so gehen wurden , wie es sich die Londoner Einkreisungspolttiker vor- stellten. . - Bevor man zu diesen Propagandathesen Eng- lands Stellung nimmt, die ja in der letzten Zeit bereits durch eine offen feindselige Haltung der französischen Bevölkerung Kanadas, durch die Weigerung, London Kredite zu geben, durch antibritische Kundgebungen und Demonstrationen in Montreal eine bezeichnende Begleitmusik bekamen, ist es aber gut, in großen Zügen einmal das Gesamtproblem Kanada ins Auge zu fassen. Kanada ist ein sehr locker gefügter Bundes- st a a t mit neun „Provinzen", die in Wirklichkeit aber selbständige Staaten sind, komplett mit Gouverneuren, Kabinett und Unterhaus und in Quebec auch noch mit einem Oberhaus. Hinzu kommt die Dominialregierung in Ottawa mit zwei Hausern. Die Provinzen wachen eifersüchtig über ihre Selbständigkeit. Das Land — dem Flächengehalt mit 9 275 000 Quadratkilometer nach nur um weniges kleiner als Europa — besitzt rund 11 Millionen Einwohner, von denen bis vor kurzem trotz der riesigen Reichtümer des Bodens etwa e i ne Million arbeitslos waren. Erst 7 Prozent des Landes sind wirtschaftlich genutzt. Von den über neun Millionen Quadratkilometern sind 3b v. H. Wald, 17 v. H. bebaubares Land, 6 v. H. Seen und Flüsse. Die riesigen Reserven schützen die Bevölkerung zwar vor der Not, aber nicht weniger als 56,2 v. H. der Bevölkerung bezieht em Einkommen unter 1000 Dollars jährlich, 23 v. H. unter 1500 Dollars. Schon aus dieser knappen Aufzahlung geht hervor, daß die kanadische Wirklichkeit nicht ganz so und am Himmel werden Luftkämpfe ausgefochten. Die sonst verdunkelte Stadt liegt heute Nachts unter einem von Flammen erhellten Himmel da. Der Korrespondent gibt dann eine Schilderung emer Rundfahrt durch Groß-London, wobei er anscheinend wegen der strengen Zensurmaßnahmen alle Beschreibungen vermeiden muß, die über die Wirkung der deutschen Bombeneinschläge Aufschluß geben können. Aus dem Ton seiner Ausführungen wird aber deutlich, wie ungeheuer die Wirkung der deutschen Luftangriffe gewesen sein muß. fürchterliche Detonationen seien während der ganzen Nacht hörbar gewesen, beim Einschlagen der leichten Brandbomben sei der Feuerherd nach wenigen Sekunden bereits zwanzig Meter breit gewesen. Die Brände hätten sich blitzartia weitergefressen. Am Sonntag erlebte London einen neuen Flugalarm. Der Alarm dauerte von 11.29 bis 12.24 Uhr. Zu der Zeit, als der Alarm gegeben wurde, warexi, wie der britische Rundfunk mitteilt, große Feuer von der letzten Nacht noch im Gange. Auch sind von der deutschen Luftwaffe Gebiete in Wales, in den Midlands und in der Grafschaft Kent bombardiert worden. Eine Anzahl für die Versorgung der Großstadt wichtiger Betriebe haben erheblichen Schaden genommen, z. B. Elektrizitätswerke, so daß Kraststtom und Beleuchtung teilweise nicht geliefert werden konnten. Auch andere kommunale Anlagen haben nach Reuter großen Schaden erlitten, u.a. Gas-, Wasfer-, Telephon- und Telegraphenwerke. Zu ihrem ersten Angriff erschienen die Bomber am frühen Abend in mehreren Wellen ziemlich hoch über der Ballonsperre einherfliegend. In einigen Augenblicken war der Himmel erfüllt von krepierenden Granaten und herabsausenden Bomben. Ueber der Gegend des Londoner Ostens erfüllten dicke Rauchwolken die Luft, und weit in der Ferne sah man dünnere Streifen weißen Rauches, die weitere Brände ankündigten. Bei Einbruch der Nacht erschienen die Bomber aufs neue und warfen ihre Bomben so nahe wie möglich an den Stellen ab, wo die Brände loderten. Sobald ein Brand gelöscht war, flammte ein anderer auf. in Stockholm vor. Es bestätigt sich, daß in erster Linie die Hafenanlagen der Themsemündung sowie die Ost- und Südostbe- z i r k e Londons mit ihren großen Vorratskammern am heftigsten unter Feuer genommen wurden und Brände entfacht worden sind, die sich viele, viele hundert Meter weitersraßen. Der britische Rundfunk teilte mit, daß größere und kleinere Formationen deutscher Bombenmaschinen, begleitet von einer Riesenanzahl von Jägern, über London erschienen und dort ihre Spreng- und Brandbomben in großer Anzahl abwarfen. U. a. ist eine Fabrik, bei der mehrere tausend Arbeiter angestellt sind, schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Fabrik wird vorerst ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen können. Ein Beobachter, der die Angriffe von Hampstead-Heath aus, einer Anhöhe im Norden Londons, beobachtete, faßt feinen Eindruck zusammen, daß Groß-London „schwer Zum ersten Male erschienen am Wochenende in den Wehrmachtsberichten neue und vielsagende Ausdrücke. Es wurde darauf hingewiesen, daß Hafen und Stadt London erstmalig mit stärkeren Kräften und dann am Samstag und in der Nacht zum Sonntag mit sehr starken Kräften und unter Einsatz schwerster Bomben angegriffen wurden und daß diese Angriffe Die Vergeltung für das wahllose Bombenschmeißen englischer Flieger zur Nachtzeit gegen nichtmilita- rische Ziele im Reichsgebiet darstellten. Bei den deutschen Angriffen, die unter der persönlichen Leitung des Einsatzes>des Reichsmarschalls in sich unaufhörlich folgenden Wellen gegen die britische Hauptstadt und das Jndusttiegebiet an der unteren Themse sich richten, handelt es sich, wie selbst britische Beobachter zugeben müssen, immer noch u m militärische Ziele, wie sie natürlich auch große wehrwirtschastlich bedeutsame Betriebe Kraftversorgungsanlagen, Speicher, S)äfen, und Docks darstellen. Wenn diese vielfach tm Weichbild oder gar im Mittelpunkt englischer Städte, vor allem auch London, liegen, so trifft der Vorwurf für Schäden, die über die militärischen Ziele hin- ausreichen, nicht die deutsche Luftwaffe. Schon in den letzten Wochen verzeichneten neu- ttale Beobachter in London, soweit ihre Berichte die scharfe Zensur des britischen Jnformationsmin^ steriums passieren konnten, eine außerordentlich starke Wirkung der deutschen Bombenangriffe Die Schilderung der in den letzten Tagen und Nachten angerichteten Schäden überbietet fedoch alles bisher daaewefene weit. Das Bild Londons m em Meer von Flammen und Rauch gehüllt, hat auf die neu- ttalen Korrespondenten einen ebenso starken Eindruck gemacht wie das Versagen der britischen Luft abwehr und die Bestürzung,die sich angesichts der pausenlos aufeinander folgenden deutschen Angriffe der Bevölkerung Londons bemächtigt hat, die gezwungen ist, viele Stunden ohne Unterbrechung in den Luftschutzkellern zuzubringen und weder Tag noch Nacht Ruhe findet. Daß durch den unaufhörlichen Luftalarm in Rüstungswerken und Versorgungsbetrieben bereits empfindliche Störungen eingetreten find, wird ebenfalls von zuverlässigen neutralen Beobachtern und selbst auch von amerikanischen Korrespondenten festgestellt. Wenn Meldungen aus London besagen, daß die deutschen Bombenangriffe bisher 400 Tote und 1600 Verwundete gekostet haben, so kann man nur dazu sagen, daß England es nicht anders gewollt hat. Der Zweck der deutschen Angriffe sind nicht Menschenopfer, sondern die Vernichtung von Anlagen von militärischer Bedeutung. Wenn dabei auch Menschenleben in Gefahr kommen, so liegt das in Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen stummem infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluß 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf^M. Schwere Schäden an wichtigen Versorgungsbeirieben Groß-tondons. Englands Hauptstadt macht die erste Bekanntschaft mit dem totalen Krieg. feinen Eindruck zusammen, oay v)toß=^unuun ui 11 i h uj t c 1 u ", 41 “■* 1 * n. . s bei den Luftangriffen verwundet" worden sei. Man len Krieg gemacht. In erster Linie mürben - - • - ■' Brände feststellen Dockanlagen, Speicher und Jndustnegelande im Ostönnen uie UUI mdunwnuH wänden in der dunk- end von London unter Feuer genommen. Die Bowlen Nacht aufflammten. Auch an der Themsemündung benemschläge sind m unbehaglicher Nahe zu Horen, IW.zahrgang Nr.213 M 4k W V “ " ■s Gietz euer Anzeiger «äsee«. General-Anzeiger für Oberhessen -ät WMWWW Die deulschen Erfolge nicht mehr abzuleugnen en. leisten hatten. Dazu schoß d.ie englische Flak." „Einmal flogen mir minutenlang im Lichtdom von wenigstens 30 englischen Scheinwerfern. Ich kurvte, drückte und zog hoch, um herauszukommen. Plötzlich war ich ihnen entwischt. Wenige Sekunden später sind wir über London. Unsere Bomben fallen aufs Albert- und Viktoria-Dock. Mit guter Wirkung. Explosionen werden beobachtet. Auf Heimatkurs meldet der Funker: „Schatten rückwärts, vermutlich Nachtjäger!" Sofort drücke ich nach unten, und die Spitfire stieß ins Leere!" — Die Männer haben die Anstrengungen eines schweren Nacht- Stockholm, 9.September. (Europapreß.) Das britische Luftfahrtministerium ' bestätigt zwölf Stunden nach dem großen Luftangriff auf London, daß das Bombardement Londons in großer Ausdehnung vorgenommen wurde, daß R i e - senfchäden angerichtet und fast ausschließlich militärische Anlagen unter Feuer genommen wurden, wobei Magazine in Brand gesteckt und zerstört, Schuten und Flußkähne versenkt sowie die Verkehrsverbindungen in Groß- London teilweise zum Stehen gebracht wurden. In dem Kommunique des Ministeriums wird festgestellt: Das Bombardement umfaßte ein großes Gebiet. Der Feind setzte seine Streitkräfte in erster Linie gegen den östlichen Teil Londons und gegen Anlagen zu beiden Seiten der T h e m s e ein, wo drei Riesenfeuer und ein Teil kleinerer Brände ausbrachen. Große Schäden wurden angerichtet und eine Anzahl von Personen wird zeitweise obdachlos sein, doch ist es geglückt, sie aus den Gefahrenzonen zu evakuieren und Maßnahmen zu treffen, um sie unterzubringen. Eine große Anzahl von Bomben wurde auf die Londoner Hafenanlagen geworfen, wo große Feuersbrünste ausbrachen, insbesondere am südlichen ‘ Ufer der Themse. Weiter wurden Magazine zerstört und Mele Flußkähne in Brand gesetzt und versenkt. Die Angriffe auf die anderen Teile Londons waren nicht von derselben Intensität, obwohl eine große Anzahl von Bomben abgeworfen wurde. Brände bra- ..... 8. September. (PK.) (DNB.-Funkspruch.) Es ist an der Zeit! Bald müssen die Kameraden vom Nachtflug gegen England zurückkehren Wir warten mit dem Gruppenkommandeur am Rollfeld- rand im Sternenzauber einer flandrischen Nacht auf sie. Ein feines Summen wird in der Ferne hörbar. Es kommt näher. Eine „Do" nach der anderen umkreist den Platz, stellt die Motoren ab und rollt dann über die Grasnarbe. Wenige Minuten spä. insgesamk 596 500 BRT. In diesen Zahlen sind nicht die Erfolge einer Reihe von Minenunternehmungen ent- halten, die durch Unter- und lleberwasserstreitkräfte gegen die englischen Küsten durchgeführt wurden. Diese Erfolge werden im einzelnen erst später bekanntgegeben werden können. Das Gesamtergebnis enthält nur nachgewiesene Verluste, die bis zum Absinken der getroffenen Schiffe beobachtet wurden. Damit sind im Handelskrieg seit Kriegsausbruch allein durch die llnterseebootswaffe 2,767 Millionen BRT.. durch Ueberwasserslreitträfte 1,555 Millionen BRT. versenkt worden. Die durch Kampfhandlungen der Kriegsmarine eingetrelenen feindlichen Schiffsverluste belaufen sich also in einem Jahr Handelskrieg auf 4,323 Millionen BRT. der Widerschein der bveunenden Tankan-lage sehr stark!" „Mr haben prima hineingeworfen!", wirft Oberleutnant G. ein- „Irgendwer hatte schon vor uns die große Tankanlage angeknackt. Mr konnten mitten zwischen die zahlreichen Behälter unsere Bomben werfen. Sofort begannen neue Brände. GtrM, der Bei den, wie Franzos GaW histori stehun Len gi das u bma machu Geschc die E Läude Betrie Wer Räum ffiir 1 der vereinst deren 2 und We rung w inilien i was N licher f ihrer £ Katzen Dörfer weichen tillerief schädigt denen i läse Br zivilem blühen! Strei längs! auf ba auch d fallen, wir ab fanden Schmu zöfif Der. der u begrei stehe Haufe Ll-d kV Kensch er* & s es e^ nmfseN' ten, &en VaffenS dahd-e schreiten Schwab Die a denken l Wird-6 Bunker Schutz minen abgeworfen. Der Feind griff bei Rächt wieder die Reichs- Hauptstadt an und verursachte einigen Personen- und Sachschaden durch wahllosen Vombenab- rourf auf nichlmilitärische Ziele der Innenstadt Die deutsche Luftwaffe ist daher dazu übergegangen, nunmehr auch London mit starken Kräften erhört feigen und verbrecherischen Anschlag unternahmen die englischen Flieger in der Nacht zum Sonntag auf die Stadt Hamm in Westfalen. Wahllos warfen sie ihre Bomben indas Stadtgebiet. Die katholische Liebfrauenkirche erhielt dabei zwei Volltreffer, so daß das Gotteshaus schwer beschädigt wurde. Eine weitere Bombe explodierte unmittelbar vor der Kirche. Eine Bombenexplosion riß eine Seitennische vollkommen weg, während eine andere Bombe seitlich vom Turm in die Kirche einschlug und schwerste Verwüstungen anrichtete. Dieser neue Ueberfall ist um so verwerflicher, als in unmittelbarer Nähe der Kirche zweiKrankenhäuser stehen, die durch die Zei- chen des Roten Kreuzes weithin kennllich gemacht sind. Von den Sprengbomben fielen vier in unmittelbare Nähe des Hammer Städttfchen Krankenhauses. Das andere Krankenhaus steht ebenfalls nur 100 Meter von den Einsckflagftellen entfernt. Die von den englischen Fliegerbomben zerstörte Liebfrauenkirche von der Turmseite her zu betreten, ist lebensgefährlich, da hier Einstürze drohen. Durch riesige Sprenglöcher sieht man in das Kircheninnere. Die ganze innere Kircheneinrichtuna ist zerstört. Die kostbaren Glasfenster sind zertrümmert. Die Orgel ist vernichtet. Das Gewölbe und die mächttgen Säulen der Kirche weisen zahllose Splittereinschläge auf. Die vor der Kirche explodierte Bombe richtete auch an den Außenmauern der Kirche schwere Zerstörungen an. britannien Hervorrufen müsse. England sei nun keine Insel mehr. Bleriot benötigte für feinen Flug noch eine halbe Stunde— wir schaffen es heute in wenigen Minuten. Schon erkennen wir vor uns die ersten Sprengwolken der Flak. Unsere erste Staffel geht zum Angriff vor. Die Flak schoß wie besessen. Sie legte um die Hauptstadt einen Ring von Sprengwolken, aber wir machten unsere Aufgabe doch zu Ende. Ich sah, wie die Flammen hoch- sihosfen, unten an den Kais, auf den Schiffen, aus Lagerschuppen und Docks. Ein riesiges Deltantlager liegt am Themseufer und in Sekundenschnelle fliegt es wie eine sprühende Kaskade in die Lust. Aus unzähligen Maschinen fielen die „Eier" ab, eine endlose Kette, und entfesselten an allen Ecken des Londoner Hafens Brand- und Sprengwirkungen. Wenn der Zweck nicht so bitter ernst und die Folgen nicht so grauenhaft wären, so hätte man das Schaustück, das sich uns in geradezu dramatischer Wucht bot, imposant nennen können. Als wir ab« drehten, lagen über der Hauptstadt des britischen Weltreiches dunkle schwere Wolken, die rot durchleuchtet schienen vom Feuerschein der Flammen. Die Flak ließ bald nach. Ihre Arbett war hoffnungslos. Aufmerksam suchten wir nach feindlichen Jägern den Himmel ab, aber nur einmal sah ich, wie ein Schwarm aus einer Ecke hervorstieß, sich an unsere Maschinen heranmachte, aber dann von unseren eigenen Jagdflugzeugen ab getrennt wurde und wieder verschwand. So blieb denn der Heimflug eine einzige Welle der Freude. Der Oberleutnant strahlte. Ich sah seinem jungen straffen Gesicht an, daß er sich noch eine Sache, gewissermaßen zum Abschluß, ausgedacht hatte. Als wir über unserem Heimathafen ankamen, rief er: „Anschnallen", und schon schnellte er die Maschine in die Höhe und drehte eine saubere Rolle. Dann setzte er behutsam auf. Unten lief uns der Nachrichtenoffizier in die Quere. „Soeben erfahre ich, daß die letzte Maschine in der Nähe gelänget ist. Die einzige Notlandung. Alles übrige wohlauf." Startfolge. Am Start winkt uns der Geschwaderkommodore erwartungsvoll den Abschiedsgruß zu. Die Aufgaben des Einsatzes nehmen uns gefangen. Zunächst Anflug über das Festland. Das Meer ist erreicht. Mr wissen, rechts und links, vor und hinter uns fliegen deutsche Maschinen den gleichen Kurs. Die voraufgegangene Welle kehrt zurück. Wir sollen Zeugen werden der Wirkung ihres Einsatzes. Der brandrote Schein am Himmel weist uns den Kurs auch ohne Kompaß. Kurz vor dem Ziel die Themse. Dahinter brandrote Glut und schwelende Rauchwolken. Es scheint, als ob schon ganze Arbeit geleistet ist und kein Platz mehr für unsere zerstörende Last rft unter uns. Rechts und links, neben, um uns, spielen die Scheinwerfer der englischen Abwehr. Die englische Flak schießt aus allen Rohren Planfeuer. Sie hat uns nicht erkannt. Auf jeden Fall vermag die ausgesprochen passive und negative Abwehr — die englischen Jäger sind allem Anschein nach schon beim Tageseinfatz außer Ge- fecht gesetzt — uns in keiner Weise zu stören. Genau nach Kurs fliegen wir einen größeren Brandherd an. Ein Gaswerk ist vernichtet und brennt lichterloh. Davor einige Gasometer sind unser befohlenes Ziel. Noch ein Anflug, umspielt von Scheinwerfern, die Bomben sind klar. Hinein! — — — eine geschickte Kurve des Flugzeugführers ermöglicht uns allen, die Wirkung des Angriffes zu erkennen. Im Ziel ein jähes Aufflammen und eine darauffolgende rasche Ausbreitung des Brandes. Die Tankanlage ist getroffen. Ein schauerliches Bild beim Abflug. Kilometerweit — mindestens zehn Kilometer in der Länge und Breite — im Gebiet unserer Gruppe ein e i n - ziges Flammenmeer. In allen Himmels- ricAungen verheerende Wirkungen der Angriffe der ba die sprach deutsch bauten stabt, alten über b ses La scheu! Abe tekturc liche 5 ragend die re studier altdeut ster ai Kleinst Dogese schn! platz r fie all Deut vollen, zumal deutsch K Miner wirkst ten, le über! Aschl Schl, Wem Elnflu ober j Akin Zimm K Spinn chen auch im Zentrum von London aus und zerstörten einige Häuser. In allen Gebieten Londons, die Luftangriffen ausgesetzt waren, griff der Luftschutz schnell und effektiv ein. Er mußte sich zum Teil an den Evakuierungsarbeiten der vielen hundert Zivilpersonen beteiligen, die durch die großen Brände- gefährdet waren. In einem Bericht des flugmilitärischen Mitarbeiters von Reuter heißt es, daß am Sonntagvor-- mittag ein Teil der Feuersäulen und Feuersbrünste, die nach den deutschen Luftangriffen in London entfacht wurden, hätten eingekreist werden können. Rauchsäulen stiegen insbesondere in der Themse- Mündung auch am Sonntagnachmittag noch auf und viele Flammen züngelten aus dem schwarzen Rauch hervor. Der deutsche Luftangriff, ber 8% Stunde dauerte, war, wie Reuter berichtet, der heftigste, den London seit Kriegsausbruch erlebt hat. Er richtete sich gegen ganz bestimmte Punkte Großlondons. Die deutschen Flugzeuge kamen in unaufhörlichen Wogen auf London zu- geflogen und warfen eine riesige Anzahl von Brandbomben über der Stadt ab, um die dadurch entfachten Brände später als neues Ziel zu benutzen. Arn Schluß des Reuterberichtes wird, wie es ähnlich der britische Rundfunk am Sonntag tat, auf die ungeheure Aufgabe hingewiesen, die die englische Bodenabwehr sowie die Feuerwehren und die Hilfsmannschasten bei den Rettungsarbeiten zu ........ 9. Sept. (PK.) (DNB. Funkspruch.) Hinter dem gewaltigen Eindruck des Anfluges auf London versinken die Gefühle der Spannung und Unrast, des Hoffens und Abwartens, die uns feit Tagen beherrschen. Die Verbände, die sich über dem eftgesetzten Treffpunkt sammeln, formieren sich zu imponierender Wucht. Immer neue Schatten stoßen zu uns. Wir streben auf große Höhen. Dae flandrische Ebene unter uns liegt wie ein schimmernder grüngewirkter Teppich ausgebreitet im Licht des päten Tages. In einer Stunde wird das Hafengelände an der Themse in Flammen aufgehen. Das Stahlgewitter über London wird sich entloben. Bald liegt diese Kette, bald jene höher, wir winken uns zu. Ringsumher, wohin ich blicke, bis in die Weiten des Horizontes, ausgerichtet nach den takttschen Richtlinien der Befehle Kampfflugzeuge über Kampfflugzeuge. Unsere Maschine schwebt weit vorn in der ersten Staffel. Die Stimmung ist großartig. Es wird gesungen, daß die Mikrophons krachen. Immer noch einmal das Lied „Ran an den Feind, Bomben auf Engel and". Schon taucht die Küste des Kanals unter uns auf. Dort liegt Calais, der berühmte Brückenkopf, dort Dünkirchen, der Schiffsfriedhof der Tommies, der Schutthaufen des „sieghaften" Rückzugs. Wir ändern unseren Kurs um einige Grade. Es geht nun straks aufLondonzu. lieber uns tauchen plötzlich helle, litzende Punkte auf. Die deutschen Jäger sind ia, die den Jagdschutz unseres Angriffes übernehmen ollen. Wie bei eine Parade eskortieren sie unsere Formationen, schnellen vor, erkunden den feindlichen Raum und kurven elegant um die Staffeln der Kampfflugzeuge. „Achtung! Waffen prüfen, Trommeln aufsetzen!" Der Oberleutnant, der die Maschine fliegt, gibt die letzten Anweisungen. Wir lockern die Maschinengewehre, ich steige in die Wanne und richte mich dort ein. Es ist verdammt falt in der Höhe, trotz Sonnenschein und Pullover. Jetzt ist der Kanal überflogen, die Steilküste Englands tritt plastisch hervor. Damals, im Jahre 1909, flog ein Franzose erstmalig diesen Weg: Louis B l s r i o t. Aufgeregt schrieb die „Times", das fei ein Ergebnis, das höchste Beunruhigung in Groß- Ul gehörte. Der Umschwung in Rumänien wollen wissen, daß sich der Exkönig in M o n t r e u x lebte, nach Rumänien zurückkehren. Aus aller Welt Deutsches Sportfest an der Pyrenäen-Grenze. Alleinherstelier.PJ9s.M0b zieht über Nacht den S-CbmutzansderWäsche Eine Frau traf zehnmal ins Schwarze. Bei einem Pistolenwettkampf zwischen einem berliner und Neubrandenburger Schützenverein stellte Frau Else Kunze aus Neubrandenburg, die sich ihren männlichen Partnern klar überlegen zeigte, eine für das weibliche Geschlecht wohl einmalige Leistung auf. Bei der ersten Zehnerserie traf sie alle zehnmal hintereinander genau ins Schwarze und erzielte dadurch 100 von Lustangriff aus Jalta und Aden. Rom, 8. Sept. (DRV.) Der italienische Wehr- Machtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: Eines unserer Unterseeboote hat ein feindliches Kriegsschiff, das in der Nähe der Meerenge von Gibraltar patroullierte, versenkt. Vombenstaffeln, die von Jagdflugzeugen begleitet waren, haben das Arsenal von Malta an - g e g r i f f e n und Brände und Zerstörungen hervorgerufen sowie ein feindliches Unterseeboot im Trockendock getroffen. Die feindlichen Jagdflugzeuge, die vom Feuer der Bombenflugzeuge zurückgewiesen - und von unseren Jagdflugzeugen angegriffen wurden, haben zwei Flugzeuge verloren, von denen eines bei der Küste und das andere ins Meer abgestürzt ist. Lin drittes Flugzeug ist wahrscheinlich abgeschossen worden. Alle unsere Flugzeuge sind mit einigen Verwundeten an Bord zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Im Roten Meer ist ein feindlicher Geleitzug von der Luftwaffe angegr iffen worden. Ein Dampfer wurde getroffen, schwer beschädigt und von der Besatzung verlassen. Eine weitere italienische Luftformation hat den Hafen von Aden bombardiert und im Kampf ein feindliches Jagdflugzeug abgeschossen. Auf unserer Seite gab es keine Verluste. Feindliche Flugzeuge haben Buna bombardiert und im Tiefflug beschossen, wobei ein Dubai (Eingeborenenformation) verwundet wurde. Der italienische Bericht vom Gamstag. sich weist. Doch da wir auch dieses Raumes Wert und übertünchte Schönheit kennen, wissen wir, daß nur ein neuer und scharfer Besen nötig ist, um ihm in Kürze den alten Glanz zurückzugeben. Das wahre und kaum von der Franzosenzeit angekränkelte Gesicht des deutschen Elsaß erleben wir aber mit tiefer Freude hinterher geräumten Zone in Dutzenden von Dörfern und Flecken, wo das deutsche Blut des elsässischen Volkes jene Lebensformen und Lebenshaltung bewahrte, die den Reichtum an kulturellen Werten in diesem Raume von jeher bedingte. Die Weinstraße längs der Vogesen durch wohlgepflegte Rebenhügel und idyllische Fachwerkdörfer mit weinberankten Häuserfronten verleugnen ihre Verwandtschaft mit den sonnenbeschienenen, weinbestandenen Tälern in Baden, an Mosel und Rhein nicht. Das sind dieselben Haustüren und Wirtshausschilder, die winkligen Gäßchen und verwitterten Stadttürme, vor allem aber die blonden Buben und Mädel auf den Straßen, die fleißigen Frauen und Männer in den Weingärten, die bedächtigen Alten vor den Haustoren, über denen wir nicht selten die germanischen Runenzeichen oder eine Wolfsangel, vielleicht auch einen Lebensbaum als Hausmarke SthnmrHPri'* Haifa erneut bombardiert. — Luftangriff auf britischen Geleitzug. Rom, 7. Sept. (DRV.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: Die Petroleumanlagen von Haifa find erneut von unseren Flugzeugen bombardiert worden, wobei ausgedehnte Brände verursacht wurden. In R 0 r d - afrika haben unsere Flugzeugformationen die Eisenbahn Alexandrien — 2Uarfa TUatruf bombardiert. Im Luftkampf mit angrelfenden feindlichen Jagern haben unsere Bomber zwei Flugzeuge vom Gloster-Typ abgeschossen. Der Abschuß von drei weiteren ist wahrscheinlich. Im Roten Weer hat eines unserer U-Boote einen feindlichen Tanker versenkt. Ein von drei Kreuzern geschützter Geleitzug ist von unserer Luftwaffe erreicht und bombardiert worden. Zwei Dampfer und ein Kreuzer sind getroffen und schwer beschädigt worden. Alle unsere Flugzeuge sind zu den Stützpunkten zurückgekehrt Die Abdankung Carols. Ei« Schreiben Antonescus veröffentlicht. Fahri durch das deutsche Elsaß Don NSK.-Sonderberichterstatter Ernst Günter Dickman = Gat geuLetc/if TsHtäM geutascfa&i WlwarMM Bleich-Soda Bukarest, 8. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Antonescu teilt in einer amtlichen Kundmachung den Wortlaut des Briefes mit, durch welchen er am 6. September um 4 Uhr früh von König Carol die Abdankung verlangt niederlassen wird. Wie aus Teleschburg gemeldet wrrd, versuchten dort Legionäre einen U e b er f all auf den Sonderzug, in dem Exkönig Carol sich ins Ausland begab. Als der Sonderzug in den Bahnhof emfuhr, schossen Hunderte von Legionären mit Gewehren und Pistolen auf den Zug. Die Begleitmannschaft erwiderte aus Gewehren und Maschinengewehren das Feuer. Der Sonderzug erhöhte seine Geschwindigkeit. Zahlreiche Fensterscheiben des Zuges wurden zertrümmert. Einige Legionäre fuhren mit einer Lokomotive dem Sonderzug nach. Andere eilten in gemieteten Kraftwagen zu dem 40 Kilometer entfernten Grenzbahnhof Hatzfeld (Jimbolia), doch hatte der Sonderzug bereits, ohne im rumänischen Grenzbahnhof zu halten, dieGrenzepassiert. Königinmutter Helena zurückgekehri. Bukarest, 7. September. (Europapreß.) Kom- gmmutter Helena, die am Freitagvormittag durch em Telegramm des Staatsführers General Auto- nescu gebeten worben war, nach Rumämen zurückzukehren, hat mit ihrem Sonderzug bereits am Spätnachmittag die rumänische Grenze uberschrtt- ten. Ebenso wird auch Prinz Nikolaus, der jüngere Brüder Carols, der von seinem Bruder verbannt worden war und in Medano bei Florenz 100 möglichen Ringen. Schloß in Belgien durch Feuer zerstört. Schloß des Grafen Philipp von Limburg-Stirum in Anzegem zwischen Courtrai und Audenaarde, ist zegem zwischen Courtrai und Audenaarde, ist durch ein Feuer zerstört worden. Es konnten nur wenig Möbel gerettet werden. Otto-Wacker-Kliniken in Freiburg. Das badische Staatsministerium hat beschlossen, daß die neuen Universitätskliniken m Freiburg im Hinblick auf die hervorragenden 23er- öienfte, die sich der verstorbene^ Minister, Dr. Wacker um den Ausbau erworben hat, künftig die Bezeichnung Otto^Wacker-Kliniken führen. Die Dänen sind die stärksten Eis-Esser Europas. Das kleine Dänemark ist, wie von fachmännischer Seite festgestellt wird, das Land nut dem größten Speiseeisverbrauch in Europa. Die größeren Unternehmer produzieren für 8 bis 10 Millionen Kronen Eis im Jahre, und dazu kommen noch die unzähligen Klein-Erzeuger. Der jährliche Gesamtumsatz wird in Dänemark auf 15 Millionen Kronen geschätzt. Allein in Kopenhagen werden an einem warmen Sommerta^ 300 000 Eisportionen gegessen. Daneben wird Speiseeis aber auch zur Herstellung von Konditorwaren mel verbraucht. „Jskager" — Eiskuchen — also Kuchen, die mit Fruchteis gefüllt sind, waren in Kopenhagen schon um die Jahrhundertwende stark verbreitet. Die Renntiere nehmen zu. Eine neue Zählung des Renntierbestandes in Norwegen hat ergeben, daß die Zahl der Renn-- tiere beträchtlich gestiegen ist. Am stärksten war der Zuwachs in Südtröndelagen, wo in den letzten zehn Jahren die Zahl der Renntiere von knapp 3000 auf 10 000 stieg. Auch in den anderen Provinzen ist eine starke Erhöhung des Bestandes, teilweise eine Verdoppelung eingetreten. Nur in der Provinz Finnmarken, die mit 66 000 Tieren an der Spitze steht, sind es 12 000 weniger geworden. Für ganz Norwegen wurden 130 000 Tiere festgestellt gegen 111000 bei der letzten Zählung im Jahre 1929. Brand in einem Reuyorker Wolkenkratzer. Im Chrysler-Building, einem der groß- > ten Wolkenkratzer Neuyorks, ist ein Brand ausge- , brachen, der nur mit großer Muhe und Not gelöscht : werden konnte, da sich der Brandherd in einem der höchsten Stockwerke befand. entdecken —, sie alle tragen das gleiche unverkennbar deutsche Gesicht zur Schau, das Frankreichs haß niemals hat ausrotten können. Wir, die wir aus dem gesicherten Bereich unseres klar gegliederten Volkslebens kommen, die uns me- mals die Tragödie des Grenzlandes unmittelbar selber betraf, die wir Muttersprache und Mutterlaut nicht als kostbares Geschenk, sondern als Selbstverständlichkeit hinnehmen, haben in jüngster Vergangenheit gelernt, deutsches Schicksal vor den Toren des Reiches zu begreifen und wissen, daß es wie in dem alten Volkslied ein Brunnen vor dem Tore ist, aus dem schöpfen zu können wir als großes Glück empfinden, hier aber, im Elsaß, da echtes deutsches Volkstum Generationen hindurch ohne die seelische Rückenstärkung eines machtvollen Reiches oder geeinten Volkes, dem starken Druck eines in seiner Stoßrichtung niemals wankend gewordenen Frankreichs, einer militärischen und geistigen Großmacht tapfer und selbstbewußt standhielt, hier, wo ein Goethe sich zum Bewußtsein seines Deutschtums durchrang, als Deutschland noch ein zerfetztes Blatt auf der Landkarte Europas war, hier erfaßt uns die Größe der geschichtlichen 3eit und die Erfüllung der großen deutschen Sendung mit doppelt bezwingender Gewalt. Und so kann auch das Wissen um den deutschen Charakter von Volk und Land im Elsaß schon heute eine wirksame Sendung im Reich erfüllen, kaum, daß die fremden Machthaber für immer verließen, was ihnen nie In.diesen Tagen fand in hendaye auf französischem Gebiet ein Sportfest der dort liegenden deutschen Truppen zusammen mit Reichsdeutschen aus Spanien statt. Zu diesem Sportfest hatte der Ortskommandant von hendaye die Ortsgruppe von San Sebastian der AO. der NSDAP, eingeladen. In einem Sonderzug kamen mehr als 400 Reichsdeutsche von San Sebastian nach hendaye zum Sportfest, das ein glänzendes Biw von der Verfassung der deutschen Besatzungstruppen gab. Diese Soldaten, die wochenlange, schwere Kämpfe und Märsche hinter sich haben, zeigten auf sportlichem Gebiet so verblüffende Leistungen, daß d-er Eindruck entstand, als habe jeder einzelne wochenlang trainiert. Am Abend vereinten sich die deutschen Soldaten mit den Reichsdeutschen aus Spanien zu einem Kameradschaftsabend. 40 Jahre Kabelverbindung Deutschland—Amerika. Am 1. September 1940 waren 40 Jahre verflos- en, seit das erste deutsche Kabel Emden —Azoren — Neuy 0 rk die unmittelbare telegraphische Verbindung mit Amerika herstellte. Es war dies das erste deutsche Kabel, das den Ozean überquerte und der erste große Schritt zum Ausbau eines deutschen Seekabelnetzes nach Uebersee. Die Länge des Kabels betrug 7700 Kilometer. 1903/04 wurde auf derselben Strecke eine zweite Kabelverbindung ausgelegt. Bis zum Weltkrieg wuchs das deutsche Seekabelnetz auf eine Gesamtlänge von 40 508 Kilometer. Die Feindmächte raubten Deutschland durch das Versailler Diktat 35 277 Kilometer dieses Netzes. Mit der Eroberung des Hafens Brest befindet sich der Landepunkt der Frankreich zugesprochenen deutschen Atlantikkabel nach Nord- und Südamerika wieder in unserer Hand. 25 Tote bei einem Flugzeugunglück in USA. Bei Lovettsville in Birginien stürzte ein Verkehrsflugzeug ab. Vier Mann der Besatzung und 21 Fluggäste kamen dabei ums Leben. Das Flugzeug soll in ein schweres Gewitter geraten fein. Man nimmt an, daß es von einem Blitz getroffen wurde. Ein Hund als Lebensretter. Im Antwerpener Hafen wurde kürzlich ein Schutzmann von einem Foxterrier immer wie- der angefprungen. Auch durch den Gurnmiknuppel ließ sich das Tier nicht abwehren. Schtteßlich merkte der Schutzmann, daß der Hund ihn führen wollte. Als er ihm nachging, gelangte er an eine Kaimauer, an der einMannimWasf e r vergebliche Anstrengungen machte, die hohe Böschung zu erklimmen. Der Verunglückte konnte mit Hilfe des Schutzmannes gerettet werden. Sein Leben verdankt er dem klugen Foxterrier. Als der Führer das unvergeßliche Wort aussprach „Uns Deutschen bedeutet das Straßburger Münster sehr viel", konnte wohl kaum ein Mensch auf der Welt ahnen, wie bald auf der höchsten Spitze dieses Bekenntnisbaues der deutschen Seele die Hakenkreuzflagge wehen würde. Am wenigsten wir Deutschen konnten es vermuten, die wir doch um des Friedens in Europa willen bereit waren, ein so weitgehendes Opfer und einen so weitgehenden Verzicht darzubrinaen. Dagegen hätten es eigentlich jene französischen Kriegsmacher wissen müssen, die diesen großmütigen Frieden nicht wollten, denn im Falle des von ihnen gewünschten Waffenganges mit Deutschland lag es nur zu nahe, daß die deutschen Armeen auch den Oberrhein überschreiten und in den deutschen Landen zwischen Schwarzwald und Vogesen auch das Siegespanier des Großdeutschen Reiches hissen würden. Die also, die dies großherzige Wort zum Nachdenken zwingen sollte, schlugen es leichtfertig in den Wind. Sie dünkten sich sicher im Schutz der Bunker und Panzerkuppeln ihrer Maainotlinie, im Schutz ihrer Feldbefestigungen und Brückenspren- Q>n, sie fühlten sich sicher hinter dem strömenden des Rheines, den — der Rhein, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze — die Soldaten der Wehrmacht Adolf Hitlers dann doch überwanden, wie sie auch den überheblichen und selbstsicheren Franzosen aus seinen Bunkern und Werken und Feldstellungen herauswarfen oder teilweise, wie es ein spanischer Journalist damals treffend schilderte, „am Hosenboden herauszogen". Wir sind durch die Straßen der bewohnten und der geräumten Städte gegangen, wir haben die vereinsamten Dörfer am Fuße der Vogesen besucht, deren Bewohner noch heute weit hinten im Süden und Westen Frankreichs sehnsüchtig auf die Rückführung warten, wir sahen heimgekehrte elsässische Familien mit vor Entsetzen erstarrtem Blick erkennen, uu _______________ . was Frankreich, dieses angebliche Heimatland iß09 h^t Der Brief hat folgenden Wortlaut: licher seigerer Kultur, in ihrer Abwesenheit aus „Majestät! Ich habe mich verpflichtet, mit meiner ihrer habe gemacht hat. Wir sahen verwilderte Vergangenheit, meiner Ehrlichkeit und meinem Le- Katzen durch den verkohlten Schutt eingeäscherter öa5 und den Thron zu verteidigen. Dörfer streichen, die der sinnlose Widerstand der Meine Versuche, Menschen zu finden, die wahre weichenden französischen Armee dem deutschen Ar- Patrioten und Kenner sind, mit denen ich eine neue tilleriefeuer preisgab, wir sahen die unzähligen be- gorTnaii.on j>ßr Erneuerung des Staates und der schädigten Häuser in Dutzenden von Ortschaften, m Wiederverbrüderung Eurer Majestät mit dem Lande denen der Franzose durch warnungslose und aufrte[ien kann, scheiterte. Alle verlangen die lose Brückensprengungen unermeßlichen Schaden an 2[fcj>alttung Eurer Maj estät! Angesichts zivilem Eigentum anrichtete. Wir sahen mitten im dieser Lage und der Erregungen, die ich nicht mit blühendsten Garten Europas einen breiten Blutströmen unterdrücken kann, um das Land in Streifen trostlos versteppter Wildnis einen Bürgerkrieg zu treiben und fremde Besetzung längs des ganzen Rheinoberlaufes, während drüben heraufzubeschwören, fühle ich mich verpflichtet, auf badischer Seite deutsche Bauern und Soldaten @urer Majestät die Stimme des Volkes auch fchrift- auch das letzte Quadratmeter Erde zwischen Tank- ,u unterbreiten. Wer etwas anderes behauptet, fallen, Bunkern und Minenfeldern bestellten. Wo ^geht ein Verbrechen. Ich lenke noch ernstlich die wir aber im Elsaß Zeichen von Kultur und Blute Aufmerksamkeit Eurer Majestät auf die schweren fanden, waren sie deutsch, wo wir Niedergang, Verantwortungen, die für ewig auf Eurer Majestät Schmutz und Verfall begegneten, waren sie fr an- werden, wenn Sie meinem Wunsche, der auch zöfisch. Ein Land klagt Frankreich an! derjenige der Armee und des Landes ist, nicht so- Vergleiche Straßburg mit jeder beliebigen, auch und ohne Zögern Gehör schenken." der ungepflegtesten deutschen Mittelstadt, und du /Anrho begreifst, daß hier die Zeit seit zwanzig Ähren Alk ENklM ©(HuC* Gaststätten Ins 'auf die gemütlichen und kultivierten des Generals Antonescu Freitag um 16 Uhr i n Svertommen ffias fte zumal nach <5tra&. »gterung 2>i« /amu l^ral gegmnb«t° staut- mar hilliatte Oberflächlichkeit in Auf- liche Jugendorganisation „L-andeswacht wurde auf- b°ud° uÄUM d-r ftWÖfWn Büros und Bewegung P. Wer aber unter die Oberfläche schaust wer die di« in Spanien>g«fallen-n»«gionär«wÄ d«! rn Ru- Autsch sprühen. Die wundervollen alten Fachwerk- Gräbern der Spanlenkampfer Meza urü> Mar^n stadt^"die"Tortürme^ da" SammS ^"stne gerichtliches Sterfatan Hingerichteten Sanb erschloß und zur Blüte führte, vom deut- lungen m,t 1211 ang«gtf>«n. schen Volkscharakter. . AnlüNLStU Otl VCtt SvUbttt^ Wer erlebst du erst Erwin von Steinbachs archl- «tUIIUllCVlu un vvww tekturqewordene Musik, betrittst du das unveraleich- Berlin, 7. Sept. (DNB.) Der Präsident des liche Schift des Münsters oder blickst du von semer Ministerrates von Rumänien, General Anto- raaenden höhe über die geduckte Stadt hinaus m nescu, sandte an den Führer folgendes Tele- die reiche Landschaft, dann weißt du es ohne es gramm; „Exzellenz! Der erste Gedanke des rurna- ftubiert oder gelernt zu haben: Nürnberg die Perle ^^^n Volkes an diesem historischen Tage, da es altdeutschen Städtebaues und Straßburg, die Schwe- heinß ^sunde Kraft wiedergewinnt, ist die Pflicht, fter am Rhein, Dinkelsbühl, das Sinnbild deutscher Eurer Exzellenz seinen treuen Glauben an Kleinstadtpoesie, und Türkheim, die Weinstadtam ,bas große deutsche Volk und seinen Doaesenfutze, tausend kleine Dörfer weit im deut- großen Führer gleichzeittg mit semer Zuver- schen Lande, und Seesenheim im Elsaß, der Schau- in die Sicherung seiner Gegenwart und hoft- platz der zärtlichsten Liebe des jungen Goeche — nung seine Zukunft zum Ausdruck zu bringen, ste alle sind Kinder der einen MutterAntworttelegramm des Führers lautet: Deutschland, Schöpfungen des tätigen, kultur- ^urer Exzellenz danke ich aufrichtig für die mir vollen, arbeitsamen deutschen Volkes. Nur, wahrend I anläßlich der Uebernahme der rumänischen Regie- lumal in den letzten Jahren rechts des Rhemes übermittelten freundlichen Botschaft. Ich bin deutsche Ordnung und Organisationskraft, deutscher überzeugt, daß bei der Neugestaltting Europas die Fleiß und nationalsozialistftche Tüchtigkeit das Land Zukunft öes rumänischen Volkes in e n ger V er- immer schöner machten, kulturvoll, bereicherten, bundenh eit mit den Achsenmächten wirtschaftlich erschlossen, verkehrsmäßig aufglleder- ^schland und Italien sichert ist. ten leate sich über das linke Rheinufer von Basel \^re Aufbauarbeit im neuen Rumänien wird von über Mülhausen, Kolmar, Schlettstadt, Sttahburg, mir und dem deutschen Volke immer nut marmer Dischweiler, Hagenau bis öauterburg ein grauer Anteilnahme verfolgt werden." ^ftematisch wurd°n^"d"utsth°n^räfte'°°n j°d«m LarolmderSchweiz eingetroffen Einfluß oerbränat und durch fremde ftanzosische ür. g Sept. (Europapreß.) Exkönig Carol oder jüdische Eindringlinge ersetzt . Ht mit Sonderzug am Sonntagnachmittag in Lu- Man ftt versucht, J a n o angekom^en, nachdem er um 17 Uhr die Rheines mit zwei aleich wertvoll eingerichteten g a e bei Chiasso passiert hatte. Er wird ♦ Aus dem Reich Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. BerantworMch für Polttll, FeuMeton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Univeriitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. von Solanum-Holz, so wurde der neue Werkstoff genannt, zu Papier zu kommen. Kartoffelkraut ist ein Abfallprodukt der Landwirtschaft, dessen wirtschaftliche Verwertung bisher sehr problematisch war. Seine Verwendung als Futtermittel empfahl sich nicht, einmal wegen seines geringen Nährwertes, zum anderen wegen seiner schlechten Bekömmlichkeit für das Vieh. Wenn es in geringerem Maße zur Abdeckung von Mieten oder zur Düngung herangezogen wurde, so wurde die Hauptmasse des Kartoffelkrauts doch in den lodernden und qualmenden Erntefeuern vernichtet, zweifellos die bequemste Art, diesen Abfall zu beseitigen. Damit wird man zweifellos in weiter Zukunft aufhören, wenn erst die technischen Voraussetzungen für eine Erfassung und Anlieferung von Kartoffelkraut geschaffen sein werden. Sie wird aber Kartoffelkraut erseht „Haderlumpen". Rohstoffquelle für Papier aus einem Abfallprodukt der Landwirtschaft. Ein Generalnachwuchsplan der OAF. In welchem Maße die Aufgaben der Berufserziehung auch im Kriege weitergeführt wurden, ergibt sich aus dem Leistungsbericht, den das Amt für Be r u f s er z i e h u n g und Betriebsführung der Deutschen Arbeitsfront für das Kriegsjahr 1939 veröffentlicht. Auf dem Gebiete der Berufsforschung und Nachwuchslenkung mußten die Fragen des Einsatzes weiblicher Arbeitskräfte in der Kriegswirtschaft beschleunigt geprüft werden. Die steigende Bedeutung der Berufsnachwuchslenkung forderte die Inangriffnahme eines Generalnachwuchsplanes, der für alle Berufe die Richtlinien für die Verteilung des jährlichen Zustromes von jugendlichem Nachwuchs auf die verschiedenen Berufe enthalten wird. In der Nachwuchserziehung stand die Planung industrieller Lehrwerkstätten im Vordergrund. Durch die Arbeit des Amtes wurde mit 58 Lehrwerkstätten, darunter acht Gemeinschaftslehrwerkstätten, für weitere 9200 Lehrlinge die Möglichkeit einer geordneten Berufserziehung geschaffen. Damit ist die Zahl der Betriebe, die von der DAF. zu einer geordneten Ausbildung geführt wurden, auf 3500 mit nahezu 250 000 Lehrlingen angewachsen. Die fördernde Berufserziehung für Erwachsene erzielte ebenfalls weitere Fortschritte. Die Zahl der überbetrieblichen und betrieblichen Berufserziehungswerke stieg auf 378, zu denen noch 205 Betriebe kommen, die eine planmäßige Berufsausbildung für Erwachsene eingerichtet haben. Rund 106 000 Maßnahmen mit 2,8 Millionen Teilnehmern wurden durchgeführt. Bei Kriegsbeginn standen die Schnellunterweisungen im Vordergrund. Wesentlich gesteigert wurde auch die organische Betriebsgestaltung. Die Jngenieurtrupps des Amtes unterzogen 64 Betriebe mit 300 000 Ge- folgschaftsmitgliedern einer Totaluntersuchung und führten in 32 Betrieben Untersuchungen über den betrieblichen Arbeitseinsatz durch. Nur noch deutsche Muttersprache im Elsaß. Nach einer Anordnung des Chefs der Zioilver- waltung wird in allen öffentlichen Dienststellen im Elsaß nur noch die deutsche Sprache verwendet Familiennamen werden ausschließlich in ihrer deutschen Form gebraucht, auch wenn sie in französischer Sprache in das Geburtsregister eingetragen sind. Nur deutsche Dorna m e n dürfen noch eingetragen werden. Auch die Betriebe sind angewiesen, sich restlos auf die deutsche Sprache umzustellen. Nach einer weiteren Anordnung sind sämtliche ehemals bestehenden I u - gendverbände im Elsaß a u f g e l ö st worden. Es gibt nur noch eine Deutsche Volksjugend im Elsaß. Sänger-Arbeit im Kriege. Wie schon kurz gemeldet, hielt der Deutsche Sängerbund seine Jahrestagung in Dresden ab. Aus dem Jahresbericht ergab sich, daß trotz des Krieges die Arbeit der Vereine mit verschwindenden Ausnahmen fortgesetzt wird. Von den 27 000 Vereinen des Deutschen Sänger-Bundes waren nur 7 Prozent gezwungen, ihre Tätigkeit zu unterbrechen. Abgesehen davon, daß die uneingeschränkte Fortsetzung des Dereinslebens die Stärkung der Heimatfront unterstützte, daß die Pflege des Soldatenliedes und Bekenntnisliedes besondere Beachtung fand, haben sich Vereine und Sänger bei Veranstaltungen des Staates, der Partei und der Wehrmacht mit ihrem Liede eingesetzt. Diejenigen, die Soldaten sind, haben sich bei der Aufstellung und Ausbildung der Soldat-'nchöre beauch schon aus rein privatwrrtschaftkchen Gründen aufhören, da der Verkauf von Kartoffelkraut sich zu einer nicht unbeträchtlichen Nebenemnahme für den Landwirt oder Bauer entwickeln wird, da er pro Doppelzentner verladefähiges Kartoffelkraut 1,75 RM. erhalten wird. ... Neben dieser privatwirtschaftlichen Bedeutung für den Landwirt steht aber die noch viel größere volkswirtschaftliche Bedeutung. Nachdem es schon gelungen ist, durch die Maßnahmen des Reichskommissars für Altmaterialoerwertung der deutschen Papierindustrie etwa eine Million Tonnen Altpapier, d. h. etwa 25 v. H. ihres Rohstoffbedarfes, zur Verfügung zu stellen, kann die Möglichkeit geschaffen werden, etwa drei 4k 11 1 o- nen Tonnen Kartoffelkraut in Großdeutschland zu gewinnen, die einer Entlastung der deutschen Waldwirtschaft um etwa 675 000 Tonnen Zellulose entsprachen Wenn diese letzte Zahl auch noch eine Zukunftszahl ist, so laßt sich aus ihr doch ermessen, welche Bedeutung einmal das einst (o wertlose Kartoffelkraut für ine deutsche Volkswirtschaft gewinnen wird. J. K. Einer der wichtigsten Kulturträger ist das Papier. Ohne sein Vorhandensein wäre die Erfindung der Buchdruckerkunst bedeutungslos geblieben, ohne es hätten die Geistesheroen niemals die Möglichkeit gehabt, ihre Gedanken Allgemeingut des Volkes werden zu lassen. Während die ältesten Papiermacher als Rohstoff überwiegend „Haderlumpen" verwandten, Alttextilien also, die heute in der Papierherstellung nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, eine um so größere dagegen in der Textilwirtschaft, keß sie die immer größer werdende Nachfrage nach Papier nach einem in Massen vorhandenen Rohstoff suchen, den sie schließlich im Holz der Fichte fanden. Als diesem hochwertigen, aber langsam wüchsigen Holz neben seiner Rolle als Rohstofflieferant für die Papierindustrie noch die des Lieferanten für die immer größer werdende Zellulose- industrie mit ihrer steigenden Bedeutung für die Textilversorgung zugewiesen wurde, stellte es sich bald heraus, daß Fichte und Tanne mit ihrem jährlichen Zuwachs nicht mehr den gesteigerten Bedarf dieser beiden Industriezweige befriedigen konnten. Es gelang deutschem Forschergeist, nach zweijährigen Versuchen nun auch die bis dahin ungenutzte Buche für die Zelluloseherstellung dienstbar zu machen. Im waldarmen Italien gelang es, das bisher unverwertete Schilfrohr ebenfalls zum Zelluloseträger für das ganztz Land zu machen, während man in Deutschland daranging, immer mehr pflanzliche Zelluloseträger m den Laboratorien zu untersuchen. Während eine Reihe von anderen Zelluloseträgern bei diesen Untersuchungen als brauchbar für ihre Auswertung erkannt wurden, schien es den Fachleuten sehr abwegig, wenn nicht sogar absurd, das Kartoffelkraut der gewerblichen Zelluloseausnutzung zuzuführen. Da war es der Führer selbst, der im Frühjahr 1938 den Gauleiter und Reichsstatthalter von Thüringen, S a u ck e l, damit beauftragte, in der Thüringischen Zellwollefabrik Versuche durchführen zu lassen, ob aus Kartoffelkraut Zellulose zur Erzeugung von Fasern für die Herstellung von Textilstofsen und Papier gewonnen werden könne. Schon wenige Monate später konnten dem Führer zu seinem Geburtstag die ersten Fasern aus Kartoffelkraut in einem kleinen Album überreicht werden. Aber von den ersten gelungenen Laboratoriumsversuchen bis zur Großproduktion war nachdem weiter und mühevoller, mit unzähligen Rückschlägen gepflasterter Weg. „Als die Chemiker und Zellulosetechniker die technischen Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt hatten", so erzählt der mit der Durchführung der Versuche beauftragte Staatsrat und Gauwirtschaftsberater Dr. Schieber, der Leiter des Werkes, „da begannen die Sorgen des Betriebswirtschaftlers und die Mühen des Ingenieurs." Aber auch der inzwischen ausgebrochene Krieg konnte die Arbeit nicht unterbrechen, so daß es mit Hilfe der Papierindustrie gelang, zur industriellen Großverarbeitung währt. Der Bund unterstützt die Wehrmacht durch regelmäßige Versendung von Liederbänden und Liedblättern. Michsakademie der Wissenschaft. Die im Reichsverband der Deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossenen Akademien der Wissenschaften von Berlin, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, München und Wien haben unter dem Vorsitz des Präsidenten der Preußischen Akademie, ^-Oberführer Ministerialdirektor a. D. Prof. Dr. V a h l e n, getagt. Im Hinblick auf die erhöhten Aufgaben, die der deutschen Wissenschaft nach dem siegreichen Kriege erwachsen, haben die Vertreter der Akademien des Reichsverbandes den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung gebeten, zwecks Durchführung und Vertiefung der den Akademien übertragenen wissenschaftlichen Gemeinschaftsaufgaben den Reichsverband der Deutschen Akademien zu einer Reichsakademie zu erheben und damit ihrer Orgamsation eine der neuen Aufgabenstellung angepaßte Form zu geben. Reichsminister Rust hat diesen -Entschluß der deutschen Akademien begrüßt und die Umwandlung genehmigt. Kleine politische Nachrichten. Im Auftrage des Führers hat der deutsche Botschafter in Madrid, von Stohrer, dem spanischen Staatschef, Generalissimus Franco, heute das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adl er in Gold, das der Führer dem spanischen Staatschef am spanischen Nationalfeiertag verliehen hatte, feierlich überreicht.* Der 54jährige Neuyorker Rechtsanwalt und Kinobesitzer Frank C. Walker wurde von Präsident Roosevelt zum G e n e ra l p o stm e i ste r (Post- minkster) als Nachfolger des kürzlich zuruckgetrete- nen James Farley ernannt. Gleichzeitig wurde der neue Landwirtschaftssekretär Claude R. Wickard als Nachfolger des zum demokratischen Vizepräsidenten nominierten Henry Wallace vereidigt. * Im Gebiet Groß-Prags werden für Zwecke der Hitler-Jugend besondere Heime errichtet werden, wofür bereits entsprechende Objekte gewählt sind. Die Stadtgemeinde Prag wird für diese Heimstätten die Miete bestreiten und die bauliche Ausstattung und die Inneneinrichtung besorgen. In der französischen Diplomatie ist ein neuer Diplomatenschub vor sich gegangen. Zwei neue Botschafter, de St. Quentin in Rio de,Janeiro und Jules Henry in Ankara, sind ernannt worden. St. Quentin war bisher Botschafter in Washington, Jules Henry, der bisher Botschafter in Rio de Janeiro war, wird Nachfolger Massigks in der Türkei. ♦ Von zuständiger amtlicher Stelle im Haag wurde mitgeteilt, daß für ganz Holland die Auflösung ber Freimaurerlogen angeordnet worden ist. Todes-Anzeige. Am 7. September d. J. verschied nach schwerer, mit großer Geduld getragener Krankheit der Kreiskriegerfechtwart im NS. Reichskriegerbund Kamerad Heinrich Zimmermann Wir verlieren einen treuen Kameraden und pflicht- bewußten Mitarbeiter. Das Andenken an sein vorbildliches Wesen und Wirken wird bei uns unvergessen bleiben. 0er Xreiskriegertübrer: Dr. Monnard. __________________________4009p 03026 Altersvereinigung 1883-1933 Abgeschlossene möblierte 3-Zimni.-Wohnung mit Küche in guter Lage, ab 15. 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Sept., 3.15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Es ist Pflicht eines jeden Kameraden, unserem treuen Mitglied die letzte Ehre Heinrich Zimmermann Steuer-Inspektor aus dem Leben geschieden. — Des verdienstvollen Kameraden werden wir stets in dankbarer Treue gedenken. Beerdigung: Dienstag, den 10. Sept., um 15% Uhr, Neuer Friedhof. 4005 D Unser lieber Alterskamerad Heinrich Zimmermann ist am Samstag sanft entschlafen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. September, tum 1514 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet DER VORSTAND. Am 7. September 1940 ist unser Mitglied 4006 D .Staatibad /dad ^cdyi&usen Genießen Sie die schönen Herbsttage in unserem ruhigen Badeort Werbeschrift und Auskunft durch Hessische Badedirektion Bad Salzhausen 4000D Ein heiterer Film mit glänzender Besetzung Heute Montag { Erstaufführung k' w £ ■ W / -L 5DM .... i ■■■ ' ' ft iw - PQLPST1 Giessen MARTE HARELL-OLLY HOLZMANN HANS MOSER - PAUL HÖRBIGER Spielleitung: Geza von Bolvary Bombenrollen für Moser und Hörbiger, dazu zwei schöne Frauen und ein Spielleiter, der den echten Wiener Ton trifft DIE NEUESTE U F A-TO N - WO C H E Täglich 3.30 5.15 5.45 7.45 3998 A Hauptfilm Woche Hauptfilm letzte Vorstellung Professor Soetbeer von der Reise zurück 4001 p VsMoVnbvot nach dem Simons -Verfahren, enthält unverändert alle Wert- j, Stoffe des Getreidekor- M nes, daher so nahrhaft w ra und bekömmlich. 40ogO Jgr Kräuterhaus M Fachgeschäft für voll- 'v wertige Lebensmittel, der St Gießen, in derMänsburg Professor Dr.Walther Frauenarzt verreist ab 9. September Praxisbeginn Dienstag, den 10. Sept Dr. Franz Deyer prakt, Arzt 03021 3997 D Junges MSN sucht Stellung im Haushalt. Schr. Ang. unt. 03019 a. d.G.A. | Verkäufe | EulßMilcIiziBge mitMutterlamm sowie verschied, land-und hauswirl- schallliche Geräte zu verkaufen in Eberstadt,Gam- bacher Weg 7. 9etten-3aörtaö mit guter Bereifung 8lnöei6ei(6en (Holz), neuwert. Herren-Taschenuhr zu verkauf. 03024 Näh. i. d. Gschst. des Gieß. Anz. Verschiedenes! Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Blaue Strickjacke a. Straßenbahnbank Wiesecker Weg liegen geblieben. 03025 Geg. Belohnung abzugeben Walltorstr. 10. o % lENNHUGO | PAUL HÖRBIGER Voll Humor und guter Laune mit Olga Limburg. Anian Poinlner, Fritz Odemar Ab heute Montag Lichtspielhaus Täglich 8.30, 5.30 und 7.45 Uhr. 3999 A Nr. AZ Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 9. September MV Volkstumsarbeit im Dienste der Gemeinschaft vgere Bronzezeit qt gerennzeicyner ourcg y Bestattungsform: die Toten werden nicht g> Hügelgräbern bestattet, sondern auf so eine neue mehr in Hügelgräbern bestattet, sondern In Obst stehen Zwetschen und Mirabellen ausreichend zur Verfügung. Die Mirabellenernte geht ihrem Ende entgegen. Aepfel und Birnen werden noch wenig angeboten, da die Ernte in unserem Gebiet allgemein erst später einsetzt. Daher erklärt , sich eine rege Nachfrage nach Trauben griechischer, holländischer und italienischer Herkunft sowie nach italienischen Pfirsichen. Gemüse ist in den der Jahreszeit entsprechenden Sorten ausreichend am Markt. An Kartoffeln ist das Angebot sehr groß. Die Haushaltungen sollten nicht, wie bisher gewohnt, mit ihrer Versorgung bis Oktober warten, sondern schon jetzt darangehen. Die jetzt geernteten pathische Züge, gewandt zeigte sie sich im tänzerischen Singen und Spielen, das Lied non der silbernen Flöte wäre durch mehr musikalische Anmut noch eindrucksvoller geworden. Im Widerspiel mit Harry Grüne ke, der den Kammervorsteher Pimpinelli zu einer Kabinettsfigur werden ließ und meist die Lacher auf seiner Seite hatte, erstand so ein kontrastierendes Paar zu Paganini und Maria. Ein würdevoller Fürst war Hans Albert Schewe; Heinz Müller charatterisierte den geschäftigen Jmpressario; Gustav Brunn verlieh dem buckligen Beppo treffliche Züge. All die vielen Einzelpersonen fügten sich gemäß dem Willen der Spielleitung organisch ein. Für die Schwierigkeiten der Geigensoli setzte Konzertmeister Franz Kerzis- nik sein ansehnliches Können ein. Das gutbesuchte Haus wurde stellenweise zu starker Begeisterung erregt. Dafür sprachen die verschiedentlich verlangten Wiederholungen. So wurde die Aufführung ein verheißungsvoller Anfang für die kommenden Gaben, die die Intendanz den Gießenern auserwählt hat. Dr. Hermann Hering. Dänemark. Die jüngere Bronzezeit ist gekennzeichnet durch Dornottzeri. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Wiener Geschichten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fräulein Frau. Ortszeit für den 10. September. Sonnenaufgang 6.51 Uhr, Sonnenuntergang 19.52 Uhr. — Mondaufgang 16.30 Uhr, Monduntergang — Annahme-Untersuchungen für Waffen-^ und Schutzpolizei. Am Dienstag, 10. September, um 7.30 Uhr in Gießern/ 83. Standarte, und am Mittwoch, 11. September, um 14 Uhr in Alsfeld, ^-Dienststelle, Lutherstraße, finden Aufnahmeuntersuchungen statt.' Angenommen werden Freiwillige für 1. -Verfügungstruppen (einschließlich Leibstandarte ff „Adolf Hitler). Mindestgröße 170 cm. 2. ff - Totenkopfstandarten: a) mit Dienstzeitverpflichtung (12 Jahre, Lebensberuf: Polizei oder Wehrbauer), Mindestgröße 168 cm mit 17 Jahren; b) ohne Dienstzeitverpflichtung (bevorzugt SA.-Männer und Parteigenossen. 3. Schutzpolizei: ungediente Männer. Geeignete Bewerber können sich bei der Annahmeuntersuchung als Freiwillige melden. * ** Feldpo st Päckchen. Die Mitteilung der Deutschen Reichspost, daß Feldpostpäckchen bis 1000 Gramm wieder zugelassen sind, gilt nur für den Verkehr von der Heimat nach dem Felde. In umgekehrter Richtung sind nach wie vor nur Feldpostpäckchen bis zum Höchstgewicht von 500 Gramm Gießener Gtadttheater. Franz Lehär: „Paganini." Die vielfachen Ehrungen, die der siebzigjährige Franz Lehar entgegennehmen konnte, gaben seinem reichen Schaffen verdiente Anerkennung. Der Widerhall der zahlreichen Aufführungen zu dieser Gelegenheit bestätigten die Volkstümlichkeit dieses Meisters der Operette. Die Entwicklung der Operette, die um die Jahrhundertwende zu verflachen drohte, erhielt durch ihn starken Austrieb, und von dem Welterfolg der „Lustigen Witwe" (1905) an bis in die Gegenwart kann er als der geistige Führer auf diesem Sonder- gebiet gelten. Sein Weg verlief allerdings nicht immer gradlinig; vielmehr ist es. ein verantwortungsbewußtes Suchen nach dem ihm als Ideal vorschwebenden musikalischen Lustspiel, das auf Posseneffekt verzichtet und zur musikalisch-lillustrierenden Vertiefung hinstrebt. Denn Franz Lehar ist zweifellos ein bedeutender musikalischer Könner, der sich ein äußerst solides Rüstzeug erworben und der ernsten Musik vollwertigen Tribut entrichtet hat. Es ist sicher kennzeichnend für seine Fähigkeit, daß Dvorak den angehenden Violinvirtuosen, auf Grund vorgelegter Proben seines Talents zur Komposition hinführt. Diese verantwortungsvolle Ernsthaftigkeit hat seiner fruchtbaren Arbeit stets einen beachtenswerten Grad an Vertiefung bewahrt; aufgeschlossen für die Entwicklung seiner musikalischen Umwelt hat er dem Stil der Operette Gegenwärtsnähe gegeben. Jebes Werk trägt bei ihm ein eigenes Gesicht, durch das Bemühen, das Milieu der Handlung in Echtheit em- zufangen. Unerschöpflich erscheint seine Erfindungsgabe, stets mit typischer Eigenart erfüllt, frisch und ursprünglich quellend; sein Orchester entwickelt farbigen Glanz, belebt durch die Vielfältigkeit m der Durchführung der Einzel- und Gegenstimmen dabei den Gefühlswert zu gesundem Ausdruck führend. Man hat zeitweilig Franz Lehar Sentimentalität vorqehalten; er selber betonte aber einmal, daß es in der Operette nicht immer nur lustig zuzu- gehen brauche. Für ihn ist der vom Textdichter. bestimmte Stofs nicht nur ein Vorwand, Musik dazu ZU geben, sondern er läßt die Handlung auf seine eigene Art musikalische Gestalt gewinnen und m Eindringlichkeit durchleben. , . „ ^Paganrnr" (1925) beginnt die Reste ferner Goethe und der Frankenwein. In einer reizvollen Plauderei über den Frankenwein, seine Landschaft und seine Menschen im Septemberheft von Velhagen & Klasings Monatsheften geht Philipp Gottfried Maler auf die liebenswürdigen Beziehungen ein, die Goethe mit dem Frankenwein, feinem Liebling, verbunden haben. So schreibt er z. B. an seine Frau: „Sende mir noch einige. Flaschen Würzburger, denn kein anderer Wein will mir schmecken, und ich bin verdrießlich, wenn mir mein gewohnter Lieblingstrank abgeht!" Der Würdige blieb bis zu den letzten Tagen seines reichen Lebens beim Frankenwein. Bald werden zwei, drei Eimer, bald wird ein Ohm (150 Liter) bestellt. „Da Besuche mancher Art den Vorrat dünn gemacht haben", fügt der Besteller manchmal begründend hinzu. Ja, die Frankenwein-Korrespondenz greift über des Dichters Tod hinaus. „Die von dem seligen Herrn Geheimrat noch bestellle Ohm Escherndorfer (offenbar handelte es sich diesmal um den Jahrgang 1828) ist vor einigen Tagen angekommen und ersuche ich Sie, mir mit nächster Post die Rechnung zu übersenden. Mit Hochachtung er- gebenst Rinaldo Dulpms." Zur zweiten Führung durch das OberheMche Museum am gestrigen Sonntagvormittag hatten sich wiederum erfreulich viele Besucher eingefunden, die den Ausführungen des Museumsdirektors Dr. Krüger aufmerksam folgten, als er, anknüpfend an die erste Führung vor einigen Wochen, zunächst noch einmal eine gedrängte Uebersicht über den Inhalt der ersten Führung — ältere und jüngere Steinzeit — gab, um dann überzuleiten zum Thema der zweiten Führung. . . Unterstützt durch ausgezeichnetes, meist originales Anschauungsmaterial, das in Vitrinen übersichtlich ausgestelll und mit erläuternden Beschriftungen versehen ist, behandelte Dr. Krüger dann die Bronzezeit deren wesentliches Merkmal die Verwendung von Geräten und Waffen aus Bronze ist, einer Legierung von Kupfer und Zinn. Dabei kommt unserem engeren Heimatgebiet besondere Bedeutung zu insofern, als Oberhessen zwischen den damals wirksamen drei Kulturkreisen, dem westeuropäischen, dem osteuropäischen und dem nordischen Kulturkreis, wie eine Brücke liegt, über die viele Wanderungen gingen ober der Austausch von Gegenständen sich' vollzog. So konnte der Vortragende an -einzelnen Stücken zeigen, wie die Bronze-Leute Oberhessens in der Zeit von etwa 2000 bis 800 v. Ehr. bas plumpe Kupferflachbeil über mehrere Stadien durch immer zweckmäßigere Form, bessere Schäftung und geringeren Metallaufwand entwickelt haben zum schlanken Bronze-Tüllenbeil, das übrigens gegossen wurde. .. Die Bronzezeit wird nach den Gebrauchen der Totenbestattung bzw. nach den bei Ausgrabungen gemachten Funden aufgeteilt in die Hügelgräberkultur (ältere Bronzezeit) und in die Urnenfelder- heutigen Zeit ganz besonders verurteilt werden muß. Die Bahnschutzpolizei ist angewiesen, schärfstens vorzugehen. Festgestellte Täter haben wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung und Diebstahls Gefängnis bis zu fünf Jahren zu gewärtigen, soweit nicht das Kriegssonderrecht noch schwerere Strafen vorsieht. Auch jugendliche Täter können keine Nachsicht erwarten, sondern müssen stets den Jugendgerichten zugefüyrt werden. Bestrafung von Preistreiberin Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregie- rung — Stelle für die Preisbildung hat gegen zwei Mitinhaber eines Sägewerkes wegen erheblicher grober Zuwiderhandlungen gegen die Holzpreisvorschriften Ordnungsstrafen von je 50 000 RM. verhängt. In beiden Fällen ist die Firma mit in An- spruch genommen worden. — Der Inhaber einer Lederfabrik wurde wegen grob-fahrlässiger Verfehlungen gegen die Lederpreisverordnung und die dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen sowie Preisrechnungsvorschriften im Unterwerfungsverfahren in eine Ordnungsstrafe von 15 000 RM. genommen. Die Bersorgungslage im Rhein-Main-Gebiet. dem Gebiete der kulturpolitisch so außerordentlich wichtigen Volkstumsarbeit immer mehr zur Geltung gebracht werden müsse. Er betonte ferner die starken ideellen Werte, die in der Sammlung heimatlicher Sach- und Kulturgüter zu erblicken sind, wobei aber das Sammeln nicht Selbstzweck sein dürfe. Als besonders wesentlich bezeichnete er auch das Erleben und immer tiefere Erfassen der heimatlichen Landschaft und die Sicherung unserer Volkstumswerte von der biologischen Seite her. In diesem Zusammenhang würdigte er mit warmen Worten der Anerkennung das von Landgerichtsrat Dr. Ha ns ult in Gießen erschienene und auch im „Gießener Anzeiger" besprochene Buch „Vogelsberg und Wetterau", ferner die Arbeiten der Hessischen Vereinigung für Volkskunde und ihre ausgezeichnete Zeitschrift unter Leitung von Professor Dr. Hepding i» Gießen sowie das Hessische Flurnamenbuch unter Leitung von Professor Dr. Götze in Gießen. Abschließend erinnerte er daran, daß auch im Wirken unserer Dichter und Künstler, der Wissenschaft und der Erzieher das Volkstum als lebenbig wirkende Kraft und als Bindeglied unserer neuen Zeit starke Geltung erlangt hat. Die gesamte Volkstumsarbeit bezeichnete er als steten Dienst für unser ewiges Volk und Vaterland, zu dem wir immer alle bereit sein müssen. Einen zweiten Vorttag mit gleichzeitiger Vorführung zahlreicher farbiger Lichtbilder hielt Rektor Dr. Klippel (Mainz) über das Thema „Blühende Berge am Wilden Kaiser". Der Vortragende machte durch die fesselnde Schilderung seiner Bergfahrten und durch die hervorragenden farbigen Lichtbilder mit den reichen Schönheiten der Alpenwelt und insbesondere auch der alpinen Flora bekannt. Er bot damit den gespannt folgenden Hörern ein Erlebnis, dessen sie sich noch lange gern erinnern werden. Nach den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vorträgen sprach Oberstudiendirektor Dr. R o l o ff ein kurzes Schlußwort, das zu dem Gruß an Heimat, Volk und Führer überleitete. In der Aula der Universität trat der Heimatbund ür Hessen und Nassau, Ortsverein Gießen, in Verbindung mit dem NS.-Lehrerbunb am gestrigen Sonntagvormittag mit einer Kundgebung an die Öffentlichkeit. Im Kreise der zahlreichen Teilnehmer weilten Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger im Kreise Wetterau, Beigeordneter Nicolaus als Vertreter des Oberbürgermeisters und der Stadt Gießen, Landrat Dr. Lotz als Vertreter des Landkreises Gießen, ferner Vertreter der Wehrmacht und des NS.-Lehrerbundes. Der stellvertretende Ortsringleiter, Oberstudiendirektor Dr. R o l o f f, leitete die Kundgebung mit herzlichen Grußworten ein und stellte dann die große Bedeutung des Heimatgedankens und den tie- en Gehalt des Begriffes „Heimat" in den Vordergrund. Damit verband er die Kennzeichnung der hohen Aufgabe des Heimatbundes im Dienste der Heimat und der Volksgemeinschaft. Anschließend sprach Studienrat Dr. v o n d e r A u (Darmstadt) über das Thema „Volkstumsarbeit als Kulturarbeit". Einleitend wies er auf die Bedeutung des Stromes völkischer Ueberlieferungen hin, der für unser Volkstum erhalten werden müsse. Dann legte er die Bindungen dar, die sich aus der Volkstumsarbeit unserer Tage ergeben und die zu der großen Aufgabe der Wiederverwurzelung des deutschen Menschen in Vdlkstum und Heimat führen. Der Weg zu diesem Ziel aehe über eine musische Gesamterziehung des deutschen Menschen. Eingehend schilderte der Redner hieraus die großen Nachteile, die sich in früheren Jahrzehnten aus der Entfremdung weiter Bevölkerungsschichten von den hohen Werten des Volkstums und der Heimat ergeben hoben und die wir mit dem Schlagwort „Proletarisierung" als Kennzeichen für die geistige und seelische Entwurzelung deutscher Menschen bezeichnen können. Dieser bedauerlichen Entwicklung stellte er die großen Werte der heutigen Volkstumsarbeit gegenüber. In diesem Zusammenhänge schilderte er Oie vom Sudetenland ausgegangene,musikalische Erüeuerungsbewegung und besonders das tiefe Erlebnis von Singwochen. Dann stellte er die Forderung auf, daß der Totalitätsgrundsatz auch auf fogenannten großen Operetten, die sich von der Wiener Tanzoperette abkehren und bewußt eine charakteristische Figur, meist ist es der führende Tenor, in den Vordergrund rücken. Hier ersteht die Persönlichkeit des legendenumwobenen Geigers, mit feinem an Liebesabenteuern reichen Leben plastisch vor uns und erfährt zumal als König feines Instruments durch Lehar feine musikalische Verklärung. Der Entstehungszeit des Werkes entsprechend, wählt Lehar Ausdruckswerte, die namentlich in harmonischer Beziehung neuartig sich für das Ohr auswirken. Stellenweise erhebt er sich zu höchster dramatischer Kraft im Sinne der Oper. Die Aufführung erfuhr durch Harry ©rünete eine lebensvolle Durchbildung der Bühnenhandlung, wohlbedacht in den einzelnen Zügen wie auch in den Massenszenen, besonders in dem Realismus des letzten Aktes. Die Bühnenbilder Karl Löfflers waren milieukräftig und im zweiten Akt (Schloß) prunkhaft repräsentierend. Geschickte Lichtfuhrung (R. Konen) ließ besonders das Geiaenspiel des Titelhelden im magischen Schimmer erscheinen. Als musikalischen Leiter lernten wir Otto Söll- n e r kennen, der die Partitur mit musikalischem Empfinden in ihrem wechselvollen Ausdruck zum Erklingen führte, jedoch bei der Begleitung der Sänger viel mehr den ihm noch nicht geläufigen akustischen Verhältnissen Rechnung tragen und leichte Schwankungen zwischen Bühne und Orchester ausgleichen konnte. Die Ehöre (Arthur Apelt) waren geschlossen und erhoben sich im letzten Akt zu schwungvollem Erklingen. Das Tänzerische (Irmgard Trömel) erhielt seine Verttefung durch das Ballett im zweiten Akt und im Menuett des konzertes"; tanzende Genien verdeuttichten das Spiel des „Teufelgeigers". Christoph Reuland verlieh dieser Titelrolle eine individuelle Verkörperung bei feinsinnigem Eindringen in die Gegebenheiten der Situation und Einsetzen starken seelischen Anteils. Fernab von reißerischem Geltenwollen ließ er gerade das vielgehörte „Gern hab' ich die Frau'n geküßt" mit dem Zuge innerer Besinnlichkeit wachwerden; ein Schönsänger, der seine Aufgabe mit einem ganzen Menschen füllte, als Primo nomo im besten Sinne. Gabriele Possinke war als Anna Elisa, Fürstin von Lucca, Mensch und hoheitsvolle Fürstin zugleich bemüht, ihrem Empfinden Kündung zu geben und mit ihren beachtlichen stimmlichen Mitteln zu stützen. Der Bella Giretti gab Gertt Vogt sym- ZweiteMrung durch das Oberhessische Museum Eine Veranstaltung der AS.-Gemeinschast »Kraft durch Freude". Zeitschriften. — Das reizvolle Bild einer Dajak-Schönheit aus Zenttalborneo schmückt das Titelblatt des Septemberheftes von „Freude am Leben", der oielfeitigen Bilderzeitschrift.des Reichsbundes für Biologie, die Dr. Walter ©reite im Hugo Bermüh- 1er Verlag, Berlin-Lichterfelde, herausgibt. Das Bild gehört zu einem Reisebericht Dr. Karl Hel- bigs über Goldbergwerke der Dajak in Zenttalborneo, die diese von einer in Konkurs geratenen holländischen Gesellschaft übernommen haben, sicher ein einzigartiger Fall, zumal die eingeborenen Bergleute dabei ihren guten Verdienst haben und zu den wirtschaftlich höchstentwickelten der Insel gehören, lieber die namentlich in Schlecht-Wetter-Jahren immer wieder diskutterte Frage über den Zusammen- Hang von Sonnenflecken und Witterung gibt Professor Plaßmann-München sachkundig Auskunft. An Hand einer Reihe von Bildern untersucht Dr. I. Helm-Dresden den Aufbau der Säugetterhaare. Auf allergrößtes allgemeines Jntereffe wird auch das Ergebnis der Untersuchung stoßen, die Dozent Dr. R. Engel-Berlin über Lebensaussichten bei erhöhtem Blutdruck angestellt, und die Folgerungen, die er daraus für die Lebensführung zieht. Er mahnt, eine gewisse Rhythmik in der Lebenshaltung innezuhalten und vor allem die Ruhe- und Erholungspausen nicht zu vergessen, die zum Neuaufbau der oft überbeanspruchten Reservekräfte notwendig sind. Auch für die Gestaltung unserer Ernährung gibt er wichtige Hinweise. Professor Dr. Hase von der Biologischen Reichsanstatt berichtet sehr fesselnd über zwei auch den Menschen angreifende Lausfliegen. Einen zusammen fassenden, reich bebilderten Aufsatz über den heute in vielen Gebieten Deutschlands mit Erfolg betriebenen Seidenbau hat Dr.-Jng. Dierkes beigesteuert. Manch interessanter Hinweis findet sich auch in der Zeitschriftenschau, so der auf die scharfe Auslese, die der mittel- und nordeuropäische Mensch durch die Vereisung ausgesetzt war, oder der auf die Notwendigkeit, bei der Beurteilung von Kulturüberresten des Altsteinzeit-Menschen zwischen den Spuren des prähistorischen Menschen und Fraßresten eiszeitlicher Raubttere wie der Höhlenhyäne sorgfältig zu unterscheiden, oder der Hinweis über die außerordentliche astronomische Begabung der mittelamerikamschen Maya. Wie diese Grenzgebiete so finden auch alle Zweige der Bio- I lvgie stete Berücksichtigung. Eine interessante Preisfrage schließt auch dieses Heft der lehrreich und fest Ifeliä) gestatteten Zettschrift ab. Dr. Fr, W. L kuttur (jüngere Bronzezeit). Als früheste neue Formen der Bronzezett, durch neues Material geschaffen, kennen wir das Kupferbeil (zwei Stücke find in Oberhessen gesunden worden), dessen Weiterbildung wir oben besprochen haben, und den Kupser- dolch (Fundstätte am Trieb), mit Nieten am Holzgriff befestigt, als Vorläufer des Bronzeschwertes mit festem Handgriff, auf dem die entbehrlichen Nieten zu Schmuckornamenten ausgebildet find. Der Dolch ist entwickelt worden aus dem nordischen Feuersteindolch und hat als Handelsware in ganz Deutschland Verbreitung gefunden, während das nordische Schwert hier nicht weitergebildet worder ist. (Ein Griffzungenschwert wurde bei Langsdor ausgegraben.) Um etwa 1200 v. Ehr. müssen wir den Schluß der Hügelgräberzeit annehmen und zugleich das erste Einsttömen germanischen Blutes ins Fuldaer Becken und in die 2B etter au. Die Menschen der Bronzezeit kannten aber nicht nur den Gebrauch ihrer Mafien und Geräte, sondern trugen bereits gewebte Leinen- und Woltt gewänder, die freilich nicht genäht, sondern als fertige Formen gewebt, mit Metallspangen zusammengehalten wurden, und wohnten in sog. Straßendörfern; ihre Tongefäße aber waren, im Gegensatz zu früheren Epochen, mit reichem keramischen Zierat, schlicht in der Form und schmucklos. Aus der Hügelgräberkultur in der 2ß etter au wissen wir, daß die Männer Waffen trugen; die Frauen schmückten sich mit Radnadeln und Bernsteinketten aus nordischen Gebieten, etwa Schleswig-Holstein und Aus der Stadt Gießen. Spätsommer. Wie blüht es noch im Garten, sommerlich voll und bunt, alles ist da und will uns erfreuen: die schlanken Gladiolen, in lachsrosa und gelb, Die runden Dahlien in leuchtendem Rot oder Bischofsliia. Die Goldrute hat ihre lichten Blütenzweige aufgesteckt, hell- und dunkelgelb wuchern die Ringelblumen auf den Beeten. Die letzten roten Rosen glühen in der Sonne an den Büschen, und bunte Zinnien, jede ein kleines Blumenbeet, stehen steif und wohlgeordnet da. Wie entzückend sind die feinen Farben der Astern! Das Unkraut ist während unserer Ferienabwesenheit mächtig in die Höhe geschossen. Aber interessant ist es doch, mal zu sehen, was daraus wird, wenn man es nicht immer gleich ausrupft! Ja, nun müßte ich also jäten. Und Strümpfe zum Stopfen habe ich mir auch mitgebracht, sogar Briefpapier für einen eiligen Brief an Tante Dora. Alles liegt fein säuberlich auf dem Tisch und — wartet. Inzwischen lockt der Liegestuhl zu einer kurzen Rast. Mein Blick schweift über die vollen Beete, alles steht prächtig. Riesenköpfe von Rotkraut und Weißkraut hat es gegeben, die Tomaten mußten gestützt werden, um die Trüppl^in roter Früchte tragen zu können. Ein Zitronenfalter schaukelt eben Drüber hin. Jetzt folge ich mit den Augen einem Paar Rotschwänzchen, die pfeilschnell hintereinander von Baum zu Baum fliegen. Aber da ist ja noch ein Drittes. Also Eifersucht! Aber schließlich ist der lästige Bewerber aus dem Feld geschlagen. Die Hasen drücken die rosa Schnäuzchen an das Gitter ihres Stalles, dann höre ich sie an einem saftigen Stengel knuspern. Später sitzen sie da, mit zurückgelegten Ohren, ein Bild satter Zufriedenheit. . Nun sehe ich einem großen grünen Grashüpfer zu, komisch sieht er eigentlich aus. Ich glaube, er müßte lachen, wenn er sich im Spiegel sähe. Hopps, da ist er fort. Das wäre eine feine Sache, wenn wir Menschen das auch könnten, nicht wahr? Vor allem für uns Hausfrauen wäre das „prie-mah", wie man so schön und bezeichnend in Gießen sagt. Hopps! Und ich wäre bei meinem Metzger: „Bitte, drei Pfund Kalbsfleisch ohne Knochen!" „Dante schön, auf Wiedersehen!" Hopps! Und ich wäre bei meinem Schuster: „So, die Schuhe sind schon lange fertig, Das ist ja fein!" Hopps! Halt, da bin ich ja ein Stück zu weit gehoppst. Da Drüben ist och Der Laden, wo es Einmachgläser gibt. Ja, das wäre wirklich schön. Aber, was nicht ist, ist nicht. Es kommt alles wieder. E. L. St. Scheiterhaufen verbrannt und Die Reste in riesigen tönernen Urnen, bis zu 73 Zentimeter Höhe, auf- bewahrt mit mehreren Beigefäßen für Speise und Trank. Im Gegensatz zur Hügelgräberkultur zeigt Die UrnenfelDertuItur nur wenig Schmuck, Dafür aber reiche Keramik. Von SüDosteuropa kommen über Böhmen nach MittelDeutschlanD als Gebrauchs- gegenftänDe Die Sichel und Das Messer, Zeichen bäuerlicher Kultur mit hochentwickelter Arbeitsweise. Theaterabend bei KdF. Am Samstagabend fand Der Theater-Sommer- ring Der NSG. „Kraft durch Freude" im Stadttheater mit Der Aufführung Des vierakttgen Schau- Ms „Johannisfeuer" von Hermann SuDermann einen Abschluß. Die Vorstellung sand vor stark be- etztem Hause statt, Das außerordentlich beifallsfreu- Dig war. Mit Dieser Aufführung kann Die NSG. „Kraft Durch Freude" auf einen wohlgelungenen Veranstaltungs-Zyklus zurückblicken, Durch den sie vielen Volksgenossen dankbar empfundene Stunden der Freude und Erholung bereitet hat. Oie Reichsbahn warnt. In letzter Zeit wurden wiederholt Vorhänge, Fensterriemen und andere AusstattungsgegenstänDe von Eisenbahnwagen mutwillig beschäDigt und sogar entwendet. Es bedarf keines besonderen Hinweises darauf, daß solche nutzlose Vernichtung oder Beseitigung wertvoller Werkstoffe gerade in Der Leiden Gie unter Nervosität und damit zusammenhängenden Beschwerden, wie Schlaflosigkeit, nervösen Herz - oder Magen - beschwerden oder nervösem Kopfweh? Danmmachen Sie einmal einen Versuch mit Klosterfrau-Melissengeist, der erfahrungsgemäß eine überaus berulngenoe Wirkung auf das Nervensystem „ausubt. Trinken Sie 2—3mal täglich einen Teelöffel Klosterfrau- Melissengeist mit der doppelten Menge Wasser verdünnt. Bei regelmäßiger Anwendung werden Sie immer wieder mit Befriedigung eine wohltuende Wirkung feststellen. . Besorgen Sie sich noch deutenden bekannten Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Packung mit den drei Nonnen bei.Ihrem Apotheker oder Drogisten. Sie erhalten ihn in Flaschen zu RM. 2.80 und 1.65 (Inhalt: 100 und 50 ccm)._________4007V 1:1.13 Punkten gegen Schweden. Schweden kam schließlich noch gegen Finnland mit 111:103 Punkten zum Sieg. Die Ergebnisse des zweiten Tages: HO Meter Hürden: 1. Lid man (S.) 14,4, 2. Suvivuo (F.) 14,9, 3. H. Nilsfon (S.) 15,3, 4. Leitner (D.) 15,4; 5. Iussila (F.) 15,4; 6. Becker (D.) 15,5. Stabhochspruig: 1. Lahdesmäki (F) 4,00; 2 Glötzner (D.) 4,00, 3.. Reinikka (F.) 3,90, 4. Gu° stavsson (S.) 3,90, 5. Dästberg (S.) 3,80, 6. Haun- zwickel (D.) 3,60. 800 Meter: 1. Harbig (D.) 1:52,8, 2. L. Nils- fon (S.) 1:54,1, 3. Brandscheit (D.) 1:54,6, 4. Kam- lauri (F.) 1:55,4, 5. Jonsson (S.) 1:56,1, 6. Lehtt (F.) 1:58,1. Diskuswerfen: 1. Berah (S.) 47,91, 2. Trippe (D.) 47,45, 3. Wotapek (D.) 47,25, 4. Red- vall (S.) 45,98; 5. Hännisson (F.) 44,94; 6. Nyqvist (F.) 44,06. 200 Meter: 1. Mellerowicz (D.) 21,8, 2. Strandberg (S.) 21,9, 3. Kronqvftt (F.) 22,0, 4. Scheuring (D.) 22,1, 5. Tammisto (F.) 22,3, 6. I. N l*0°0 0 0 Meter: 1. Hellström (S.) 30:41,2, 2. Syring (D.) 30:41,4, 3. TuoMinen (F.) 30:43,2, 4. Heinstrürn (F.) 30:44,6, 5. Oestbrink 30:45,0, 6. Haushofer (D.) 30:53,0. Dreisprung: 1. Rasasaari (F.) 15,42, 2. Hallgren (S.) 15,10, 3. Nor6n (F) 15,02, 4: Andersson (S.) 14,47, 5. Mähnert (D.) 14,35, 6. Gleim (D) 13 93 Speerwerfen: 1. Iärvinen (F.) 73,79, 2. Nikkanen (F.) 68,95, 3. Tenstedt (S.) 65,10, 4 Berg (D.) 64,39, 5. Pettersson (S.) 62,62, 6. Loose (D.) 59,02 Meter. . . no , 3000°Meter°Hindernis: 1. L. Larsson (S.) 9:16,0, 2. Arvidsson (S.) 9:16,4, 3. Seidenschnur (2).) 9:18,5, 4. K. Tuominen (F.) 9:20,0, 5. Kaindl (D.) 9:20,2, 6. Pekuri (F.) 9:40,4 4 X 400-Meter-Staffel: 1. Deutschland (Ahrens, Wieland, Linnhoff, Harbig) 3:12,3, 2. Schweden 3:18,2, 3. Finnland 3:19,8 Mm. Endstand: 6. Mayr (D.) 55,8. Weitsprung: 1. Glötzner (D.) 7,37; 2. Ha- kansson (Schw.) 7,21; 3. Lindberg (F.) 7,16; 4. Teivonen (F.) 7,03; 5. Stenqvist (Schw.) 7; 6. König (D.) 6,76 Meter. H o ch s p r u n g: 1. Nicklen (F.) 1,96; 2. Dedmark (Schw.) 1,93; 3. Kalima (F.) 1,90; 4. Duregaard (Schw.) 1,90; 5. Nacke (D.) 1,85; 6. Schlegel (D.) 1,85 Meter. Kugelstoßen: 1. Wöllke CD.) 16,06; 2. Trippe (D.) 16,03; 3. Berah (Schw.) 14,97; 4. Bärland (F.) 14,63; 5. Lehtilä (F.) 14,57; 6. Fernström (Schw.) 14,47 Meter. H a m me r werfen: 1. Storch (D.) 57,31; 2. Veirilä (F.) 55,40; 3. Blask (D.) 52,41; 4. Hannula (F.) 50,98; 5. Thyrvelli (Schw.) 49,63; 6. Backlund (Schw.) 48,16 Meter. 4X100-Meter-Staffel: 1. Deutschland (Scheuring - Mellerowicz - Bänecke - Kersch) 41,8; 2. Schweden 42,2; 3. Finnland 42,5. Im Länderkampf gegen Schweden führt Deutschland mit 54:53 Punkten und gegen Finnland mit 57:50 Punkten. Schweden hat in der Wertung gegen Aus der engeren Heimat. ( Eine Neunzigjährige. । I cs3 Langdorf, 9.Sept. Am heuttgen Montag i feiert die älteste Einwohnerin unseres Dor- ; fes, Frau Margarete Kuhl, geb. Roth, die Voll- < endung ihres 9 0. Lebensjahres. Nachdem sie tn , ihren mittleren Jahren viel an Krankheit gelitten , hatte, ist sie im hohen Greisenalter von großer Ru- ; stigkeit des Körpers und des Geistes. Nur ihr Gehör ; hat gelitten. Sie entstammt einer unsrer ältesten Bau- : ernsippen, die in unserer Gegend seit Anfang des 15. Jahrhunderts, also seit rund 550 Jahren, urkundlich nachweisbar ist. Ihr Gatte, der den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 mitgemacht hatte, ist ihr schon lange Zeit im Tode vorausgegangen. Ihr Sohn erlebte bei dem Landwehr-Jnfanterie-Regi- ment 116 den Weltkrieg, ihre Enkel erleben aktiv den gegenwärtigen Krieg. Die Nachkommen der Jubilarin sind zum Teil im bodenständigen Bauern- - tum geblieben, zum Teil in das städtische Bürgertum ; übergegangen, zum Teil Beamte geworden. Wir wünschen der würdigen Frau, die unter uns sehr ■ beliebt ist, noch einen langen und friedlichen Lebens- abend wie seither. lleberwiegend befestigte Börsen. F r a n k f u r t a. M, 7. September. Die Berichts- zett war an den Börsen überwiegend durch Festigkeit gekennzeichnet, die nur vorübergehend durch den Ultimo und den Steuertermin unterbrochen wurde. Vor allem standen Aktien im Mittelpunkt einer starken Nachfrage, der gegenüber kaum nennenswertes Angebot vorlag. Die Kurse der führenden Werte vermochten daher teilweise sehr erheblich zu steigen. Bevorzugt wurden Anleihestockpapiere und Werte, die man noch als unterbewertet ansehen zu müssen glaubte. Neben Montanwerten, von denen 23er. Stahl inzwischen den Stand von 130 erreichten, wurden Bauaktien, so Zement Heidelberg und- Holzmann, einige Chemiewerte, wie Scheideanstalt, Metallgesellschaft und IG. Farben, zahlreiche Elektrowerte bevorzugt. Konti Gummi setzten ihre Aufwärtsbewegung fort und lagen vorübergehend bei 300, im Verlaufe jedoch gab der Kurs nach auf zirka 297. Auch Scheideanstalt, die bis zu 273 v. H. notiert hatten, gaben ebenfalls wieder etwas her, um zum Schluß wieder erneut anzuziehen. Die VDM.-Aktie ging auf 210 hinauf. Unter den Bankaktien fiel die Festigkeit der Braubank auf, die am Mittwoch plötzlich 5 o. H. höher gesucht wurden. Der Renten markt hatte demgegenüber em verhältnismäßig sehr ruhiges Aussehen. Das Interesse konzentrierte sich auf die neuen 20jährigen 4 v. H. Reichsschatzanweisungen. Altbesitzanleihe schwankte zwischen 152 und 154, auch Reichst) ah n- vorzüge uneinheitlich. Für Stadtanleihen zeigt sich laufend Interesse; die Kurse haben jetzt durchweg den Stand von 101 v. H. bereits überschritten und liegen teilweise bei 102 v. H. Jnduftrieobligationen wurden vernachlässigt und lagen sehr still. Unverändert besteht die Nachftage nach Pfandbriefen. Steuergutscheine I gut behauptet und gefragt. Im Freiverlehr der Aktien lagen die Kurse durchweg fest bei allgemeiner Nachftage. Vor allem sind Sektaktien gefragt, eine Auswirkung der guten Aussichten, wie sie auch in der Kapitalserhöhung der Kupferberg Sektkellerei zum Ausdruck kommt. Veithwerke, die ein Bezugsrecht 5:1 ju 105 v. H. gewähren, nannte man mit zirka 135 v. H. Der K a f s a m a r k t ähnelte in vielem der Haltung der führenden Werte. Hier sind vor ollem Brauereiaktien bei kleinem Angebot gefragt und vielfach gestrichen Geld. Der erste Tag. Der in der ganzen Sportwelt mit riesiger Spannung erwartete Leichtathletik-Dreiländerkampf zwischen Deutschland, Schweden und Finnland in Helsinki brachte der deutschen Mannschaft am ersten Tage mit 75 Punkten die Führung vor Schweden mit 69 und Finnland mit 67 Punkten. 23on den zehn Wettbewerben des Samstags gewann Deutschland sechs, während Schweden und Finnland ,e Mei Siege errangen. Die Ergebnisse vom Samstag. . 100 Meter: 1. Mellerowicz (D.) 10,7; 2. Strand- berg (Schw.) 10,8; 3. Krongvist (Fi.) 10,9; 4. Bänecke (D.) 11,0; 5. Nilsfon (Schw.) 11,0; 6. Vanne ^Vo'Meter: 1. Harbig (D.) 47,9; 2. Linnhoff (D.) 48,4; 3. Storskrubb (F.) 49,1; 4. Tammisto (F.) 49,1; 5. Ljunggren (Schw.) 49,8; 6. Eriksson (Schw.) 49,9. 1500 Meter: 1. A. Jansson (Schw.) 3:52,4; 2. Anderslon (Schw.) 3:53,4; 3. Sarkama (F.) 3:54,8; 4/Kaindl (D.) 3:57,8; 5. Pekuri (F.) 3:58,6; 5000 Meter: 1. Hägg (Schw.) 14:38,2; 2. Kä° larne (Schw.) 14:38,4; 3. Eitel (D.) 14:38,6; 4. Tuominen (F.) 14:39,6; 5. Maki (F.) 14:47,2; 6. Eberlein (D.) 14:47,6. (Nachdruck verboten.) 17. Fortsetzung. Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München Darauf schüttelt er den Kops und sagt leise, aber mit einer eigentümlichen Heftigkeit: „Das tue ich nicht, Marta!" _ , Sie sieht rasch auf und lächelt ihn an. Dann beginnt sie zu erzählen. Sie ist in einer kleinen Stadt aufgewachsen, wo ihr Vater einen Posten als Magistratsschreiber hatte. Noch einen Bruder hat sie gehabt, der sechs Jahre älter war als sie. Er hatte ziemlich früh das Elternhaus verlassen, weil er sich nicht so wie sie in des Vaters grämliche, unfrohe Art schicken konnte, und weil er auch etwas lernen wollte. Er war nach Amerika gegangen, und die Familie hatte nie mehr etwas von ihm gehört. noch ein recht albernes Ding — aber doch auch wie »tn eingesperrter Vogel. Ach, und so dumm war ich, ms! Ich begreife heute noch nicht, wie ich so chterlich dumm sein konnte. Es lag wohl auch __ran, daß ich die Mutter so früh verloren hatte. Hnd dann war ich immer so sehr abgesondert, kam ast gar nicht unter Menschen. Mit Freundinnen zu verkehren, erlaubte mir mein Vater nicht. Ja, wenn ich damals nicht so ahnungslos gewesen wäre, wäre mir das gewiß nicht geschehen, dazu hatte ich viel zu große Angst vor dem Vater! „Unsere Mutter war sehr gut und auch heiterer und gemütlicher als der Vater, der es wohl auch auf feine Art gut mit uns meinte", erzählt sie. „Ader er war immer so streng und verdrossen, er war wohl auch ein bißchen engherzig. Er hatte eine sehr traurige Kindheit gehabt und konnte es nicht leiden, wenn wir lachten und Dummheiten anstellten. Er kränkelte auch oft. Und dann hatte er viel unter Neid und Mißgunst seiner Kollegen zu leiden — wenigstens sprach er oft davon und war immer so erbittert. Wir litten alle darunter, besonders meine Mutter. Sie wurde auch nicht alt. Ich war erst drei- zehn Jahre alt, als sie starb. Von da an besorgte ich den Haushalt, so gut es ging. Mein Bruder Erich war damals schon nicht mehr bei uns. Als ich sechzehn Jahre alt war, kam mal bei unseren Nachbarsleuten, die mit im gleichen Hause wohnten, ein Neffe zum Besuch. Der studierte an der Technischen Hochschule und verlebte einmal seine Ferien bei den Verwandten in der kleinen Stadt. Er war so 'n kraushaariger Schwarzkopf und ein übermütiger Bursche. Ei konnte hübsch Mandoline spielen und lustige Lieder fingen. Wenn der in meiner Nähe war, gab es ein Lachen ohne Aufhören, denn ich war damals Später, als der Felix lange wieder fort war, agte mir unsere Nachbarin auf den Kopf zu, was mit mir war. Dann kam eine schreckliche Zeit. Mein Vater war wie von Sinnen, als er es erfuhr. Er meinte, er sei entehrt und bloßgestellt vor seinen Kollegen und Vorgesetzten, vor allen Bekannten und der ganzen Stadt; er könne das nicht überleben und werde sich erhängen. Ich kam beinahe um vor Angst und traute mich nicht mehr zu schlafen. Immer führte er so schreckliche Reden. Einer von uns beiden müsse aus der Welt, sagte er, und ich begriff schließlich, was er im Sinne hatte: Ich sollte ins Wasser gehen, meinte er! Aber ich fürchtete mich so entsetzlich! Mir graute vor dem falten dunklen Wasser und dem Tod. Ich war ja noch ein halbes Kind und verstand damals noch nicht, daß das Sterben manchmal leichter ist als das Leben. Aber wie ich das alles ertrug, weiß ich heute noch nicht, denn ich konnte nichts mehr essen und auch nicht schlafen. — Ach, ich will das nicht alles so ausführlich schildern. Aber ich muß es schon, wenn Sie verstehen sollen, wie sich alles so gefügt hat. Ich kam zu einer Schwester meiner verstorbenen Mutter; da wurde mein kleines Mädel geboren. Es war recht schwach, denn ich war ja auch sehr elend damals. — Es ist nur drei Wochen alt geworden." Marta Ellrich lehnte ihre Stirn gegen den Hals des Schecken. Die kleinen Haarringel unter dem dicken Zopf in ihrem Nacken zittern leise. Klaus sieht das. Er fühlt einen pressenden Druck um die 23ruft „So, nu is nicht mehr viel zu erzählen", sagt Marta und hebt Den Kopf. Ihre Finger strählen weiter die Mähne des Schecken, wie sie es während ihres Erzählens getan haben. „Ich ging nach Berlin in Stellung und hatte es ganz gut und konnte mir was sparen. Mein Vater beantragte dann auch feine Versetzung hierher. Er ertrug Das Leben in der kleinen Stadt, wo ihn alle kannten, nicht mehr. Ich lernte nähen und besorgte wieder unfern Haushalt. Es wurde auch fchlimmer mit feinem Leiden. Er hat es mit der Galle und oft auch solche bösen Gichtanfälle. Aber ehe er sich pensionieren lieh, hat er noch einmal geheiratet. Ich wäre ja nun lieber wieder in Haushaltstellung gegangen, aber die Frau kommt mit der Pflege nicht so zurecht, und auch dem Geschäft ist sie nicht mehr gewachsen. — Sehen Sie, Klaus, nun reden manchmal die Menschen so komisch, besonders die, die es gut mit mir meinen — wie Pahls. Sie sagen, ich sei dumm, wenn ich bei den beiden Alten aushielte und feste arbeitete. Ich würde mal keinen Dank dafür haben! Als ob ich's deswegen täte! Man tut, was man muß. Mein Vater ... Na ja, es hat bei ihm wohl an dem richtigen Verständnis gefehlt. Er hat auch nie gefragt, wie's mir zumute war all die Jahre, wo man jung war und Sehnsucht hatte. Ach, es ist ja egal jetzt! Auch er hat viel durchgemacht, und ich war es, die ihm schweren Kummer bereitete. — So, Klaus, jetzt habe ich Ihnen alles erzählt, und mir ist ordentlich leicht Mir ist so, als müßten Sie mich nun besser verstehen als die andern alle." Er nickte. In seinen Zügen, die wie versteinert waren im Leide der vergangenen Jahre, arbeitete es. Stumm stehen sie sich gegenüber und sehen sich in die Augen. Der warme Brodern des Stalles beengt ihnen den Atem; das Blut beginnt stärker in ihren Adern zu pochen. Marta aber entringt sich der Beklommenheit, seufzt auf und sagt: ,Lch muß jetzt nach Hause; will bloß noch Vater Pahl gute Nacht sagen!" e u „Ich komme ein Stück mit Ihnen", sagt Klaus. Sie verlassen den Stall und begeben sich in Die Stube zurück. Wenig später gehen sie nebeneinander die dunkle Straße entiang. Schneeflocken taumeln sacht herab und berühren kühlend ihre heißen Gesichter. Erst gehen sie schweigend. Dann sagt Klaus: „Ich kann Ihnen jetzt nichts erwidern, Marta! — Sie warten darauf, ich fühle es. Aber ich muß das erst in mir verarbeiten." ..Sie brauchen mir nichts zu erwidern, Klaus!" sagt sie rasch. „Aber ich mußte Ihnen das einmal sagen. Nun sprechen wir nicht mehr davon, nicht wahr?" Er tastet nach ihrer Hand. ,Letzt nicht. Später vielleicht wieder. Aber Sie sollen wissen, Marta, daß mich das beinahe umwirft! Hnd doch ist mir Ihr Vertrauen so etwas Wunderbares! Ihnen danke ich ja, daß ich — überhaupt noch lebe, und daß ich jetzt wieder Kräfte in mir wachsen fühle. Sie sind so gut zu mir gewesen wie nie zuvor ein Mensch, seit meine Mutter gestorben ist. Sie haben selbst die Härte und Grausamkeit des Lebens und der Welt so bitter gefühlt und lehrten mich doch wieder an das Gute glauben. Das mußte ich Ihnen einmal sagen, Marta!" Sie bleiben stehen. Im Laternenlicht sieht er ihr Gesicht emporgerichtet. „Lieber Klaus", flüstert sie und lehnt ihren Kopf an feine Schulter. Sie sind allein in der dunklen Straße. Glockengeläut klingt von der Stadt herüber; von allen Türmen fingen die gewaltigen metallenen Stimmen. Ihre dunkle schlichte Melodie trägt und wiegt das schmerzlich-innige Glück zweier Menschenherzen, die sich in Not und Vertrauen zueinandergesunden haben. 9. Kapitel. Am Wochenbeginn nach jenem Sonntage, an dem Hans Bergholz einen ersten Besuch bei Dietmuthe Röhl gemacht hatte, reißt er sich zusammen. Vielleicht finden feine Patienten ihn weniger liebenswürdig oder um einige Grade gleichgültiger gegen ihre Leiden als sonst. Sonst merken sie nichts. Die tiefe Verstimmung des gestrigen Abends wirkt nach. Aber die Arbeit verhindert ein fortwährendes Grübeln darüber, womit ja auch schließlich ein bestehender Zwang nicht zu beseitigen ist. Erste Notwendigkeit dünkt es ihn, von dem Aben- teuer wieder loszukommen, das ja eigentlich noch keines war, wozu er aber eine bedenkliche Geneigtheit verspürt hatte. Wie auch sonst alles andere sein mag — dieses Abenteuer ist auf keinen Fall etwas für ihn; es kann nichts Gutes Dabei herauskommen; er ist sich der eigenen Verletzbarkeit zu sehr bewußt. Nachmittags will Dietmuthe zur Behandlung kom- men. Er hat Angst davor. Weil sich das nicht weg- leugnen läßt, ist er peinlich um die äußere Haltung bemüht Er gibt Auftrag, ihm ihr Kommen sogleich zu melden. Das soll die einzige Ausnahme fein, die er mit ihr machen will. (Fortsetzung folgt.)