*1 ■ 1 - KU i mir sind ioÖen sin' ver- inter* as ja Mals o)le Kennt England den totalen Krieg? und Front gegen England Deutsche Panzerspähwagen aus Wacht an der nordfranzösisch-n Kanalküste. - !»*»,* • • • y *-**- •1 1 KngM, d« tzr NM A M WJUffl MMrM LyM stir LM tzr HM W Sw tzWMnnA WM dieMizen M Verbuch brachrr «,.^ ... vor uns waren drei Hügel — und zwischen den Hügeln mußte die Herde sein. Dort gab es Wasser und ausgezeichnetes Futter. Zuerst wollten wir direkt auf den Weideplatz zureiten, aber das Feuer kam uns zuvor. Der Wind war stärker geworden ... ganz links hatte das Feuer den Weideplatz bereits überflügelt — und rechts fraß sich das Feuer mit rasender Schnelligkeit vor ... war die Herde noch zwischen den Hügeln, gab es für sie nur einen Ausweg — nach Norden. Aber es war höchste Zeit ..." Der alte Heyde hielt sein Pferd an. „Haben Sie schon jemals eine Herde in Panikstimmung gesehen?" fragte er und schob seinen breiten Hut ins Gesicht. „Eine scheußliche Sache. So eine Herde rennt doch grundsätzlich nur dem Leitstier nach ... und wenn er in einen Abgrund rennt, so wird sie ihm folgen. Dagegen ist'nichts zu machen ..." Wir ritten jetzt, was das Zeug hielt und kamen etwas vorwärts — aber das Feuer schob sich zwischen uns und den Weideplatz und als wir endlich keuchend einen Aussichtspunkt erreichten, sahen wir die Bescherung. Einen Teil der Herde hatten die Schwarzen abgetrieben ... der Rest aber — gegen achthundert Stück — war noch in der Tiefe ... und diese achthundert Rinder rasten wie verrückt — im Kreise herum. Immer im Kreis — während sich der Feuerring immer mehr schloß ... Die Schwarzen hatten nämlich das Feuer kommen sehen und auf die Tiere eingehauen ... aber diese wollten nicht fort — oder sie konnten nicht fort ... weiß Gott — kurzum, eine Panik überfiel die Tiere und als der fieitftier im Kreis herumzurennen begann, rannten die anderen ihm nach ... und das Feuer kam immer näher. Kaaden war außer sich. Er wollte zur Herde und sie retten — aber er mußte ausbiegen. Dazu hatte er keine Zeit... So hielten wir auf der Höhe und warteten verzweifelt auf ein Wunder oder — auf den Untergang der Tiere... Plötzlich schrie Kaaden auf und zeigte nach Norden... Dort erschien jetzt ein einzelner Reiter — und als ich näher hinsah, da war es die kleine Trude. Sie ritt wie wahnsinnig und ihr großer, knochiger Gaul gab alles her was in ihm steckte... Sie sah uns nicht, obwohl Kaaden wie verrückt schrie ... sie ritt in vollem Galopp auf die Herde zu ... Eine kleine, zarte Frau ... Ich hatte einen Feldstecher mit und sah sie mir an — kleine Frau nicht. Sie hatte ihren Gaul fest in der Hand und ritt dem fieitftier nach ... dann erwischte sie ihn, warf ihm ein Seil um die Hörner und — zog ihn mit sich. Das heißt, der Gaul zog und zerrte ihn solange, bis er folgte und dem Ausgang zulief... Der kleinen Deffnung, die das Feuer noch gelassen hatte... Und die ganze Herde folgte ... „Wissen Sie", der alte Heyde faßte mich beim Rockknopf und beugte sich vor, „daß sie den Stier herausgeholt hatte, das war nichts besonderes ... das geht manchmal ganz leicht, wenn man ein gutes Pferd hat ... die größte Gefahr kommt aber erst, wenn man trachten muß, der rennenden Herde zu entgehen... Eine Kleingkeit kann einen grauenhaften Tod bringen... Und Trude ritt jetzt um ihr fieben. Sie sprach dem Gaul zu, sie gab ihm die Schenkel und er lief ... und hinter ihm donnerten die achthundert wahnsinnigen Rinder... Kaaden war jetzt nicht zu halten. Er jagte feinen armen Gaul durchs Feuer — er trieb ihn zu Schanden — aber er kam eben an, als Trude im Sattel wankte und er fing sie in seinen Armen auf. Im letzten Augenblick. Er riß sie zur Seite und die Herde donnerte vorbei . sie war gerettet. Später kam ich auch hin — da saßen die beiden jungen Leute beisammen und sprachen angelegentlich. Beide waren rot und sahen glücklich aus... „Trude", sagte ich und würgte die Worte heraus, „Sie haben eine verdammt gute Tat begangen ..." Aber sie wehrte lachend ab. „Heyde", sagte sie, „ich habe gar nichts getan. Daß der Gaul gut rannte, war seine Angelegenheit — er war auch in Gefahr ... und bas andere? Bitte sprechen Sie nicht mehr darüber ..." Der alte Heyde schlug sich mit der flachen Hand auf den Schenkel. „So war die kleine Frau", sagte er und seine Augen schimmerten verdächtig. „So war sie... Sie hat dann den jungen Kaaden geheiratet und die beiden sind glücklich ... aber wenn Sie ihr wieder begegnen, sagen Sie nichts, daß ich nicht dicht gehalten habe ..." Eine Woche später traf ich wieder Frau Trude — die kleine zarte Frau. Sie reichte mir lächelnd die Hand und ich führte diese kleine Hand eherbietig an die Lippen. Diese Hand, die einen Gaul in einen Ein Mädchen reitet... Don Alexander Keller. Ich lernte Frau Trude Kaaden in Daressalam kennen. Sie war eine zarte, kleine Frau — gar nicht „afrikanisch" — wie einige die Farmerfrauen bezeichneten. Ihr Mann hatte, wie sie sagte, eine Farm ganz im Westen des Gebietes hart an der Grenze von Kongo und sie war nach Daressalam gekommen um eine Freundin zu begrüßen und einige Dinge zu ordnen. Einen Monat später besuchte ich Frau Kaaden auf der Farm und sie empfing mich mit echt afrikanischer Herzlichkeit. Dort lernte ich einige der anderen Farmer kennen — darunter den alten Heyde. Am Nachmittag sahen wir im schattigen Garten und sprachen über vergangene Zeiten. Es waren Gespräche, die mit „Erinnern Sie sich ..." ober „Damals, als ..." begannen unb verloren uns bald in haltlosen Erinnerungen. Bis bie Schwarzen bie Rinber vorbeitrieben, bas Geschrei ber Reiter und das Blöken ber Rinber eine weitere Unterhaltung unmöglich machten. Ein Stier versuchte auszubrechen unb einige von uns ftanben auf — zu meiner Ueberrafchung blieb Frau Kaaben ganz ruhig fitzen, ich warf Heybe einen fragenben Blick zu. „Ah, bie hat keine Angst", sagte er lachenb, „wenn Sie wüßten ..." Er wollte noch etwas sagen, aber Frau Kaaben warf ihm einen bittenben Blick zu, unb er schwieg. Am nächsten Morgen, als ich mit bem alten Heybe über bie Felber ritt, kam ich auf biese kleine Episobe zurück. „Das ist so eine Geschichte", sagte Heybe unb kratzte feinen Kops. „Es weiß zwar jeher Hirte in diesem gesegneten Lande genau, wie es war, aber Frau Trude liebt es nicht, daß vor Fremden darüber gesprochen wird ... unb bas muß man eben respektieren." Er sprach noch eine Weile über belanglose Dinge, bann aber brachte ich ihn hoch dazu, die Geschichte ber kleinen Frau Trübe zu erzählen. „Ist ja keine, weiß Gott wie große Geschichte", sagte er, „aber immerhin ganz nett. Wissen Sie, bie kleine Frau ist nicht hier geboren. Sie stammt irgendwo aus bem Holsteinischen unb ist erst mit sieb- erstenmal sahen, ba zuckten wir bie Achseln. Sie war so klein unb so zart ... Herr — ich bachte, ber erste •Regen würbe sie mitnehmen. Aber bann machte sie sich. Nach einem Jahr war etwas kräftiger — so wie heute ... konnte sehr gut reiten unb schießen unb sprach Kisuaheli, als wäre sie in Afrika zur Welt gekommen. Unb um bie Zeit sah sie ber junge Kaaben. „Heybe", sagte er eines Tages, „ba ist bie Trübe ..." Er sprach eine Weile herum, wie es manche jungen Leute tun, bann aber platzte er heraus. Also er war verliebt. Ganz groß verliebt, aber — er hatte Angst. „Sie ist so schwach unb zart", unb eine Farm verlangt viel Arbeit... Wenn sie mir krank wirb unb bas Klima nicht verträgt und ich sie nach Hause schicken muß — was bann?" Das war eine kluge Bemerkung unb ich riet ihm, noch zu warten. Er war einverftanben. Unb bann — begann bie Steppe zu brennen. Zuerst brannte sie ganz unten, im englischen Gebiet, fuhr ber alte Heybe fort, als Kaaden zu mir kam. „Ich gehe hinunter", sagte er, „und will helfen. Engländer hin, Engländer her — hier sind wir alle nur Farmer. Ich habe auch meine Schwarzen hinübergeschickt ..." Das war nun unklug, denn so waren bie Herben des guten Kaaben ohne Aufficht, aber Kaaben ist einmal so... So bestieg ich auch meinen Gaul unb wir ritten nach Süben. Der Winb kam von Westen unb bas Feuer lief nach Osten. Zwei Tage lang. Unb bann — sprang ber Winb um unb bas Feuer raste nach Norden ... Ich hielt gerade auf einem Hügel, als Kaaden zu mir kam. Er war blaß und der Schweiß rann ihm in Strömen vom Gesicht. „Heyde", sagte er, „jetzt geht's mir an den Kragen. Heute nacht noch erreicht das Feuer meine Grenze. Ich muß sofort hmaus ... meine Herde — zweitausend Stück — ist noch draußen unb bas Feuer geht geraberoegs auf bie Herbe zu ..." „Dann los", sagte ich unb roanbte mein Pf erb ... Wir ritten, was wir konnten, aber wir waren den ganzen Tag im Sattel aemefen unb bie Pferbe waren mühe. Das Feuer hielt mit uns gleichen Schritt. Ununterbrochen sahen wir ben Feuerschein links von uns... Ah — Sie haben keine Ahnung, Daß „er Sitte )e le* !u- do in- bt. sie mg ich- ird her rofc [ter aß- wo Kämpfen geruhsame Siunden Soldaten bis «ns Marne-Ufer vorgegangen um ge- ttchee-Arealm “e„ SJfil.W &WlSw^Ä. >'*"«"«■ - Versorgung von der Front kommender verwundeter oder kranker SoDaten ist ebenfalls Sorge zu tragen. Und die vierbeinigen Kameraden, die Pferde werden nicht vergessen. Die persönliche Fürsorge jedes Offi- feitige Fbußufer absuchte, zwitscherten unvermutet Infanteriegeschosse dicht über die Köpfe der Gruppe hinweg, gleich darauf hallten auch die Abschüsse von drüben herüber. _ , Die Soldaten hatten sofort Deckung genommen, nur der Hauptmann blieb, das Glas vor den Augen, seelenruhig stehen. „Gib mal die Knarre , sagte er Die tägliche Zahnpflege - richtig betrieben - ist ein wichtiger Dienst an unserer Gesundheit. Oie Aufgaben desGtellvertretendenGeneralkommandos Offiziere des Führers. Das Vorbild des Weltkriegsoffiziers. - Bilder von der vordersten Front. Oslo, 8. Juli. (Europapreß.) Der große Plan zur Regulierung des G l o m m a - F l u f f e s des größten Flusses Norwegens, mit feinen Nebengewässern ist fertig, die Arbeit hat an ek^elnen Stellen bereits begonnen. Der Tlomma-Fluß verursacht im Frühjahr wie im Herbst viele Ueberschwemmun- gen Insgesamt sollen 50 000 Hektar landwirtschaftliches Areal mit Tausenden von Wohnhäusern und mit Partei und Behörden. Gerade hier in Berlin, sich die höchsten Dienststellen von Staat und Bestätigung. s . Frontoffiziere des Weltkrieges— sie bringen das köstlichste Gut aus jenen Jahren Mit, die der natto- nalsozialistischen Bewegung ihre innere Kraft gaben: Die b e d i n gun g s l o s e Eins a tz b e r e r t s ch a ft bis zur Selbstaufgabe, die unwandelbare Treue zu ihrem Volke, die selbstlose Kameradschaft, die eiserne Pflichtauffassung und den Willen zur alles umschließenden Gemeinschaft. Dieses durch den Führer zur gestaltenden Kraft erhobene I Gut das den Nationalsozialismus zum Durchbruch führte und den Ausstieg des deutschen Volkes env leitete, erfüllt auch Unsere stolze Wehrmacht. Hans HesHe. PK. Es war ein harter, verzweifelter Kampf um den Höhenzug. Der Franzose, ein Meister m der Verteidigung, hatte weitverzweigte Befestigungsanlagen geschaffen. Sie waren gespickt rmt Maschinengewehren und dicht besetzt mit Scharfschchutzen, die m granatsicheren Stollen immer wieder volle Deckung fandet wenn unsere Artillerie versuchte, die Hohe > sturmreif zu trommeln. Verbissen und ttotzig klammerten sich unsere Stoßtrupps an jedes Meter Er^e, das sie sich erarbeitet hatten. Aber immer wieder mußten sie untätig liegen bleiben m der surcht- ! baren Feuerwalze, die Oer Feind als Sperre vor seine Werke legte. . Heiß brannte die Sonne, dörrte die Kehlen aus, machte müde unt) Mass. Wieder und wieder rtz en die Stoßttuppführer ihre Manner vor. Unaufhörlich jaulten die Granaten heran und krepierten krachend zwischen den einzelnen StoßtriAps und Zugen. Die Maschinenpistolen bellten, die MG.s ratterten. Einzelnen Männern gelang es zwar, bis auf Wurfweite an die Werke vorzudringen. Ihre Handgranaten zerfetzten zwar die Schießscharten, aber ungehindert sprühten daraus die todbringenden Garben. Verzweifelte Wut im Herzen, blickten die jungen Soldaten nach vorn. Es war nicht möglich, heran-- ''“'Se Plötzlich, halb laufend halb kriechend, eine Gestalt auf, warf sich neben den Staßttupp- führer, einen Leutnant, zu Baden und ritz, fchwer- atmend, das Glas vor die Augen. Zum Donnerwetter", rief die Gestalt (es war der Bataillons k ommand eur, ein nut dem E K I des Weltkrieges geschmückter Major), „es muß' doch möglich sein, das Werk vor uns zu nehmen. Don dort aus könnten wir das ganze System ^^De^Major blickt sich um. Hinter ihm, dicht an den Boden gepreßt oder in Trichter geschmiegt, '■mcm die Infanteristen. Der größte Teil von ihnen Neuorientierung in Schweden. Stockholm, 8.Juli. (EuropapreßO Schweden hat sich von der sogenannten Genfer Volkerbunds- politik abgewandt, so erklärt dieStockholmer Zeitung Folkets Dagbladet" in einem Artikel, der sich mit einer Rede des schwedischen Ministerpräsidenten Hanflou befchästigt. Die Rede Hanffans, m der er darauf hinwies, daß die europäische Lage s i ch verändert habe, nachdem sieben Staaten von Deutschland ganz oder teilweise besetzt worden seien und Frankreich mit Deutschland einen Waffensttll- stand abgeschlossen habe, habe nun Klarheit über den außenpolitischen Kurs «Schwedens geschaffen und die Sandlersche Periode, den Zeitabschnitt des ehemaligen sozialdemo- kratischen Außenministers abgeschlossen Schweden habe nun die Konsequenzen aus den letzten großen Ereignissen gezogen. — Die derzeitige Politik der Regierung wird von dem Blatt als Anpas- sungspolitik bezeichnet. Gin großer Flußregulierungsplan in Norwegen. war zum erstenmal im Feuerzauber und blickte dem Major unverzagt in die Augen. „Wollen wir es wagen, Jungens?" . „Jawohl, Herr Major." Es gab nur diese eine Antwort. Der Major hob den Arm. In einem einzigen Satz war der Stoßtrupp auf den Beinen. Neben dem Major stürmte der Leutnant vor, eine MP. in der Hand. Rasend hämmerten die MG.s den Stürmern ihren stählernen Hagel entgegen. Die ersten die zu Boden sanken, waren der Major und der Leutnant. Aber für die Männer gab es nun kein Halten mehr. Wenn auch dieser und jener fiel — sie waren heran. Handgranaten sausten m die Scharten, in die Stolleneingänge, Spaten Gewehrkolben krachten, und einzelne Pistolenschüsse peitschten dazwischen. In wenigen Augenblicken war das Werk genommen. Auch die anderen Stoßtrupps stteßen nach — Der Sturm ging weiter. Die Höhe war unser. Während sich die Kompanien in den genommenen Stellungen der Höhe sammelten, bewegte sich eine kleine, stumme Gruppe rückwärts. Vier Manner trugen eine Zeltbahn. In ihr lag der Major. Er war tot. Seine Soldaten hatten ihm die Augen zu- gedrückt. Um seinen Mund lag ein harter Zug — es war wie ein letzter Abglanz jener Minuten in denen er mit der Verbissenheit des alten Grc^en- kämpfers aus dem Weltkriege das Gesetz des Handelns an sich gerissen hatte. Grau schimmerten seine Schläfen unter der Feldmütze hervor. Ganz .angsam und behutsam trugen ihn die jungen Soldaten zurück — ihn, der dem Alter nach ihr Vater hatte fern können und der ihnen bis zum letzten Atemzug leuchtendes Beispiel gewesen war ... Ein anderes Bild. Ein Hauptmann, Frontkämpfer des Weltkrieges, war mit einigen Das ist englische Gitte. Zur Begründung ihrer Ueberfälle auf die französischen Kriegsschiffe hat die Regierung Churchill es durch den amerikanischen Pressejuden Knickerbocker so hinstellen lassen, als habe Deutschland ungeachtet des Punktes 8 der Waffen- stillstandsbedingungen die Auslieferung der französischen Flotte dadurch erpressen wollen, daß es die FrauenundKinderder französischen See- Offiziere und Matrosen in K o n ze n t r a t i on s - lager bringen lieh. Wir überlassen der Welt- öffentlichkeit gern das Urteil darüber, was man von einer englischen Regierung zu halten W, die schon so weit heruntergekommen ist, daß sie sich eine der verrufensten Gestalten der jüdischen Revolverpresse als Eideshelfer holen mußte. Wir brauchen hier zur Sache selbst nur darauf hinzuweisen, daß jene Sorte von Erpressung, die brutale Verschleppung wehrloser Frauen und Kinder in Konzentrationslager eine rein englische Erfind u u g und Gepflogenheit ist, die in Deutschland unmöglich ist. Wir erinnern nur an jene Massengräber in S ü d - asrika, die Ueberreste der in die Konzentrattonslager verschleppten Burenfrauen und Burenkinder enthalten. Die Engländer ließen diese m Stacheldrahtverhauen langsam verhungern,, verdursten oder an Krankheiten ein gehen. Wir erinnern an ähnliche scheußliche Methoden Englands in Palästina und in Indien. Familienmitglieder als politische Geiseln gefangen zu nehmen und in der scheußlichsten Weise zu quälen, ist von jeher ein Merkmal englischer Brutalität gewesen — ebenso aber auch die Gepflogenheit, politische Gegner Englands grundsätzlich solcher Verbrechen zu beschuldigen, die England-selbst gewohnheitsmäßig I begeht. . . übrigen ist es schlechterdings borniert, Deutschland die Absicht zuzuschreiben, daß es den Franzosen ihre Flotte abpressen will, nachdem dasselbe Deutschland diese Flotte dem bisherigen- I Kriegsgegner eben erst in der feierlichen Form der Waffenstillstandsbedingungen unter den bekannten I Voraussetzungen gelassen hat. Aber Vertragsbruch list für englische Regierungen etwas so Gewohntes, daß sie dergleichen auch bei anderen als selbstverständlich voraussetzen. zum Leben durchzusetzen. Dann kam plötzlich die Entspannung nach den vielen schweren Tagen. Das haute uns hin. Der Schlaf überftel uns, jeden Mann, den Schutzen wie den Fahrer vom Gefechtswagen, den Kompame- führer wie den Stabsoffizier. Ins Uferlose schlafen! dann zu einem der Landser. Sorgfältig, wie auf dem Schießstand, legte er stehend freihändig an. „Drüben, im weißen Haus, zweites unteres Fenster von rechts, sitzt der Schütze", erklärte er fachlich rote beim Unterricht. „Aber nicht mehr lange. Nun drückte er ab, und noch einmal. Im Haus am jenseitigen User gab es einen leisen, kaum wahrnehmbaren Krach und eine heftige Bewegung. Dann war alles ruhig. Sein Schuß fiel als Antwort von drüben. Noch einige Minuten wartete der Hauptmann, dann gab er Dem Solda^n das Gewehr wieder zurück. „So, nun kommt, Kinder , und ging weiter, als fei nichts gewesen ... Wahllos wurdeO hier zwei Beispiele herausgegnf- fen, um das Gesicht des alten Weltkriegs Offiziers aufzuzeichnen, der auch jetzt wieder den grauen Rock I angezogen hat, um unter dem Führer für unseres Volkes Größe und Freiheit zu kämpfen. Ewiges wuqurc» ... r.™ den Wettkriegsoffi- I zieren, die heute als Offiziere unseres Führers in verantwortungsvollen Stellungen und in der Fronttruppe unsere Soldaten gemeinsam mit ihren jungen Kameraden zum Siege führten, seine eindrucksvolle Unser ganzes Regiment kannte fast nur noch diesen I einen Wunsch. Um so mehr Dank jenen von uns, bie dennoch Stunde für Stunde Wache standen, die Ordnung aufrecht erhielten, für Essen und Xnnfen I sorgten, für alle jene, die, während wir schliefen, Befehlen gehorchend wach und tätig sein mußten. Jetzt haben wir Ruhe. Wir liegen an der Demarkationslinie und sorgen dafür, daß das Leben wei-1 tergeht, für uns und für die Franzosen. Ordnung und Sicherheit sind unsere Aufgaben. Langsam ebbt die Spannung aus den Kämpfen und Märschen ab.1 Aber schon fängt die deutsche Disziplin alle an sich nur zu natürliche Lockerung auf. Das Deuten an sich selbst mündet schon-wieder in das Sich- bereit machen. Die große Ueberholung geht vor sich in geordneten Dienst. Mann um Mann, Vier um Tier, Waffe um Waffe, Fahrzeug um Fahrzeug, Gerät um Gerät erleben ein großes emsiges Reinemachen und Wiederherstellen. Die Franzosen staunen. So etwas nach einem solchen Sieg, so etwas nach schweren Kämpfen und verzehrenden Anstrengungen! Ja, diese Deutschen ... Welch em Wasserverbrauch zum Waschen. Bürsten und Putzen, Hämmern und Flicken überall. Verlorenes und Unbrauchbares wird so schnell wie möglich ersetzt. Langsam beginnt alles wieder wie aus dem Ei gepellt aüszusehen. Baden, Rasieren und Haarschnei- den Alles Lederzeug wird wieder schwarz und ___v.„.v. braun unp bekommt Glanz. An die Lieben daheim Soldatentum findet in wird gedacht, lesen, schreiben, antworten. Im udn-' ■ *• * - gen immer wieder: Hausputz im soldatischen Sinne. Kein Werkzeug wird kalt. Wir haben jetzt Ru^. Und in der Ruhe wächst das, was uns keiner nachmacht: das svldattsche, menschliche und technische Be- reiHein, jeden Augenblick jedem Befehl nachkommen zu können. Wilhelm Fr. Droste. ben gegangen. Keuchend und durstig, nah vom Schweiß oder Gewitterregen, mit müden Knochen und wehen Füßen führten wir den Befehl zur Verfolgung aus. Tag um Tag, Nacht um Nacht. Von Fluß zu Fluß, von Berg zu Berg, von Dorf zu Dorf. Und fast jedes Dorf, fast jeder Fluß und jeder Berg mußte kämpfend .gekommen und überwunden werden. Wir haben es geschafft, i Wir trieben den sich zurückziehenden Feind in regellose Flucht. Wie ein Sturmwind eilten mir nach Süden, bis zu der Stunde, als Frankreich zerbrach und der Waffenstillstand und die Waffenruhe folgten In dieser Stunde hat keiner von uns gejubelt. Schon darum nicht, weil wir durch die schweren Kämpfe und die kräfteverzehrenden Anstrengungen zu hart geworden waren. Dor allem aber deshalb nicht, weil wir nicht um den Ruhm an sich gekämpft und unser Letztes gegeben haben sofern weil uns der Wille beherrscht, unser deutsches Recht Partei befinden, sind in dieser Hinsicht besondere Aufgaben gegeben. Das Auftreten der Wehrmacht bei großen Veranstaltungen (Heldengedenktag, Tag der Wehrmacht, Staatsakte usw.) regeln die Stellvertretenden Generalkommandos auf höhere Weisung im Einvernehmen mit Regierungsstellen, $arteifor- mationen und Polizei. Die militärische Zensur im Wehrkreis, die Leitung der Presse, soweit sie sich mit Militärischem befaßt, ist ebenfalls eine Ausgabe der Stellverttetenden Generalkommandos. Schon diese allgemeinen Andeutungen, die nur einen Bruchteil der Einzelaufgaben berühren, lassen erkennen, wie umfassend, vielseitig und arbeitsreich die Tätigkeit eines Stellverttetenden Generalkommandos ist. Sie gipfelt darin, der Front das zu geben, dessen sie für den Endsieg bedarf. Deutsche Soldaten füttern auf dem Marktplatz einer französischen Stadt die Tauben, und Die Einwohner Ruhetage au der Demarkationslinie. PK.....Fast 14 Tage sind seit dem höllischen Feuerschlag vergangen, nach dem wir Infanteristen zum Angriff auf die Aisne unddenAr- dennenkanal angesetzt hatten. Fast zwei Tage lang kämpften wir damals gegen die starken französischen Brückenköpfe dieses für den weiteren Kriegsverlauf wichtigen Tells der Weygand-Lmle an. Und wir rannten den Gegner nieder, roetl sich xamprer rur vu» —-----------i-.-j- i jeher mit seinem Leben voll einsetzte. Und dennoch, Reich ein ganz besonderer Wert gelegt. Denn alle ti[5 nach dem opferwilligen Kampf der Befehl kam, Ausbildungsarbeit und alles Können müssen Stück- fcen Gegner zu verfolg en, da waren mir Da, werk bleiben, wenn nicht bei jedem Mann volle a[5 wären wir nicht eben durch Tod und Berber- Klarheit besteht über das Warum und die Notwen- f digkeit militärischer Disziplin und militärischen Ge-1 < horsams. Und diese Ausbildung erfordert mcht nur , tüchtge Ausbilder, feste und zielklare Charaktere, j sie fordert auch Entsagung. Denn wenn auch das - Lehrpersonal wechselt, so herrscht doch überall der - Wunsch, möglichst bald „heraus", das heißt zu den - an der Front kämmenden Kameraden zu kommen. Es ist ein Zeichen des gesunden Geistes der Ersatztruppenteile, daß dieser Wunsch überall austtitt. Im Interesse der Ausbildung kann ihm aber mcht immer sofort entsprochen werden. Alles in allem liegt es auf der Hand, daß die Bedeutung des Dienstes bei den Ersatzttuppenteilen gar nicht überschätzt werden kann. Dafür, daß dieser Dienst so geleitet und durchgeführt wird, wie die Front es erwarten kann, für die gesamte Ausbildung ist das Stellverttetende Generalkommando verantwortlich. Wie die Front mit der Heimatttuppe fest verknüpft ist, so ist die Ersatztruppe mit der B e v o l° k e r u n g auf das engste verbunden. Dies zeigt sich vornehmlich überall da, wo gelegentlich Notstände eine Hilfe der Wehrmacht erfordern. Großzügig und ohne bürokrattsche Hemmungen haben die Stellverttetenden Generalkommandos in unserem wie in anderen Wehrkreisen Zehntausende von Soldaten und Tausende von Pferden als Erntehilfe eingesetzt. Ebenso wurden in diesem kalten Winter Transport-1 mittel des Heeres für die Beförderung von Kohlen und Kartoffeln zur Verfügung gestellt. Pioniere und andere Truppenteile haben drohende Hochwafier-I fchäden verhindert. Aehnliche Maßnahmen wurden für die Frühjahrsbestellung gettoffen. Auch der Ein-1 satz vieler zehntausender Gefangener, die vorwiegend in der Landwirtschaft arbeiten, bedarf I Sorgfältiger Planung und andauernder Ueberpru- fung. Freiwillig hilft die Wehrmacht nicht nur, durch zeitweilige Inanspruchnahme von Quartieren muß sie auch manches Opfer von der Bevölkerung fordern, das im Gedanken an die große gemeinsame Ausgabe gern und willig getragen wird. Weiter haben die Stellverttetenden Generalkommandos ununterbrochen N e f o r m a t i o n e n aller Art aufzustellen. Ähre personelle Ausstattung, die Ausrüstung mit Pferden und Fahrzeugen, mit den verschiedensten neuartigen Waffen, die Schulung dieser neuen Verbände auf den Truppenübungsplätzen stellen die Stellvertretenden Generalkommandos vor immer neue und fesselnde Aufgaben. Einige besondere Arbeitsgebiete seien noch kurz angedeutet. Unterbringung, Verpflegung, Bekleidung und Geldwesen sind zu regeln und sicherzustellen. Die Fürsorge und Versorgung entlassener Wehrmachtsangehöriger oder ihrer Hinterbliebenen ist gleichfalls ein Verwaltung-gebiet der Stellvertretenden Generalkommandos. Das Nachrichtenwesen bedarf sorgfälttger Pflege, damit Funkanlagen und das umfangreiche Fernsprechnetz in den Wehrkreisen stets betriebssicher zur Derfüaung stehen. Den Stellvertretenden Generalkommandos untersteht auch das gesamte militärische Transportwesen auf der Reichsbahn-, Auto-, Land- und Wassersttaßen. Mancherlei Spezialabteilungen, z. B. für Dermessungs- und Kartenwesen, für alle Fragen und Aufgaben, die die Motorisierung des Heeres mit sich bringt, für Spionageabwehr und vieles andere vervollständigen den feingegliederten Aufbau'des großen Stabes von Offizieren und Beamten eines Stellvertretenden Generalkommandos. Selbstverständlich wird der Gesundheitszustand bei den Ersatztruppenteilen ständig überwacht. Für die Aufftellung von Reservelazaretten und die Bereitstellung d:. Einrichttrngm zur NSG. Schon mancher mag sich gefragt haben, mit welchen Dingen und Arbeiten sich das Stellverttetende Generalkommando beschäftigt, das mit Krieasbeainn eben „an die Stelle" des aktiven....^,. — -- । « ,-. Generalkommandos trat. Diese Frag« kann mit ziers fiir sein« Leute mmd ergänzt durch den Ern- ®nem kurzen Satz beantwortet werdens Die Haupt- satz von Drldungs- und Unkrhaltungsmogltchkeüen aufgab' bes Stellverttetenden Generalkommandos wie Theater, F.lm, Radw Konzert Zeetungen und ist es nach Weisung des Chefs der Heeresrüftung Zeitfchnften, Büchereien ufw. Natürlich hasten d>e Jnb Befehlshabers des Erfatzhe-r-s für di- Srout SkUDertreknbCn einen feldbtauchbaren Ersatz auszubilden h—- 1”-i- und bereitzustellen. Zugleich ist der Kommandierende l i General, der an der Spitze eines jeden Stellvertretenden General - Kommandos (Wehrkreiskom-1 mando) steht, der Befehlshaber im Wehrkreis. Als solcher hat er die gleichen territorialen I Aufgaben wie in Friedenszeiten; d. h. er regelt und I ordnet alle die Wehrmacht berührenden Fragen und dienstlichen Angelegenheiten im Wehrkreis, die den I Dienst bei der Truppe nicht unmittelbar berühren. I Jeder Deutsche, der heute „gemustert" und als dienstfähig beurteilt wird — alle E rs a tz d i e n st -1 stellen von der Wehrersatzinsvektton an bis zu I den Wehrmeldeämtern unterstehen den Stellver-1 tretenden Generalkommandos — erhält seine erste I Ausbildung in einem Ersatztruppenteil. Hier wird ihm die Grundlage soldatischen Könnens I und Wissens, soldatischer Haltung und soldatischen Geistes vermittelt. Gute Grundlagen sind wie bei I jeder Schulung von entscheidender Bedeutung für die ganze soldatische Entwicklung. Die Stellverttetenden Generalkommandos verfügen über zahlreiche Ersatztruppenteile all der Waffen, die e*tn neuzeitliches Heer benötigt. Es fehlen nicht die klein- ften Spezialeinheiten und es fehlt nicht die schwerste Artillerie. Jeder Ersatztruppenteil also stellt den Ersatz für bestimmte Feldtruppenteile. Eine stete innere Verbundenheit zwischen Feld- und Ersatztruppenteil ist damit gewährleistet. Der Ersatztruppen-1 teil führt kein Eigenleben. Sein Denken und Handeln gilt der Front. Ebenso weiß die Front, daß die Ersatztruppe Geist von ihrem Geist sein muß, Damit diese jederzeit, auch nach Verlusten, ihre bewährte Schlagkraft durch neuen Zustrom von Kampfern sicherstellen kann. Deshalb wechseln auch Offiziere und Unteroffiziere, das sogenannte Lehr- und Stammpersonal, in gewissen Zeitabschnitten zwischen Front und Ersatztruppenteil. Es gilt Die an Der Front gemachten Erfahrunge n bei Der Ausbildung des Ersatzes zu verarbeiten. Auch die von Der Verwundung Genesenen kommen nach Wiederherstellung zum Ersatzttuppenteil ihres Der- banDes, um von hier aus wieder zu ihrem Feldtruppenteil, in ihre militärische Heimat zu gelangen. | Für Die Ausbildung leisten in enger Fühlungnahme mit den Stellvertretenden Generalkommandos verschiedene Gliederungen Der Partei schon wertvolle Vorarbeit. Es sei erinnert an Die vormilitärische Ausbildung in Der Hitler-Jugend und Der SA., an die Tätigkeit Der SA.-Nachrtchten- ftürme, Reiterstürme, Pionierstürme, Ausbildung von Kraftfahrern durch das NSKK. usw. Andererseits wird im Rahmen der Ausbildung beim Ersatztruppenteil auf Die Erziehung zum soldatischen Kämpfer für Das großDeutfche, nattonalsozialisttlche ! Die Lyrenaika, ein afrikanischer Kriegsschauplatz. Der Heldentod des Marschalls Balbo hat das Interesse in besonderem Maße auf die italienische Ueberseeprooinz Libyen in Nordafrika gelenkt, an deren Ostgrenze sich der Kampf gegen die englische Macht, die sich auf den ägyptischen Hafen So I um stützt, abspielt. Der Osten von Libyen wird von dem übrigen Teil durch den Meerbusen der Großen Syrte geschieden, der die C y r e n a i - ka als stumpfe Halbinsel heraustreten läßt. Diese Umspülung durch das Meer hat ihr von alters her eine bevorzugte Stellung an der nordostafrikanischen Küste gegeben, wo im allgemeinen sonst die Wüste bis unmittelbar an die Salzfluten tritt. Den Namen Cyrenaika trägt die Landschaft nach der Stadt Cyrene, die griechische Auswanderer im 7. vorchristlichen Jahrhundert an der Stelle gründeten, wo unfern der Küste eine reichlich strömende Quelle mit dem Namen Cyre zutage trat. An sich bildet die Halbinsel die Fortsetzung der Libyschen Wüstenplatte und erhebt sich von ihr sanft gegen Nordwesten, um von der Firstkante des auf drei Seiten von Brüchen umschnittenen Plateaublocks in Staffeln und Terrassenstufen nach Norden zum Mittelläirdischen Meer steil abzufallen, so daß sie von diesem aus wie ein stattliches Gebirge aussieht. Der Boden besteht aus tertiärem Kalk unt) besitzt eine Durchschnittshöhe von nur 250—400 m. Allein der an der Küste gelegene D s ch e b e l A ch- dar (grab. „Grüne Gebirge") steigt höher an. Daher vermag er die regenbringenden winterlichen Seewinde aufzuhalten, die ihm Über 500 mm Niederschläge spenden, wodurch die Landschaft vollständig verändert wird. Während in dem verkarsteten Binnenland die Flüsse nur unterirdisch fließen und sich vielfach Tropfsteinhöhlen vorfinden, wobei nur im geschützten Becken auf angewehtem Staublehm Ak- kerbau möglich ist, zeigen sich die Hänge zum Meer hin als quellenreich, von vielen Schluchten zerrissen, bedeckt mit Wäldern oder Büschen van Pinien, Zypressen, Wacholder und Steineiche. Erst unmittelbar vor den Gestaden tritt dann noch das von Korsika ,her bekannte Buschwerk, die Macchie auf. Die in diesem Gebiete siedelnden dorischen Griechen haben es zu hoher Blüte gebracht. Es entstand hier eine Pentapolis, ein Fünfstädtebund, der es sogar wagte, mit dem meerbeherrschenden Carthago den Kampf aufzunehmen. Entscheidender jedoch war seine Einbeziehung in die Schicksale des benachbarten ägyptischen Reiches, das nacheinander den vorderasiatischen Großreichen zum Opfer fiel, bis es nach der Episode unter Alexander dem Großen durch die Ptolemäer noch ein paar Jahrhunderte der Selbständigkeit genoß, um endlich i m Römerreich aufzugehen. Diese Entwicklungsgänge haben die Pentapolis der Cyrenaika wohl äußerlich umgestaltet, aber ihren Kern doch verhältnismäßig wenig berührt. Ob als Monarchie oder als Republik, sie besaß eine wirtschaftliche Grundlage, welche ihr eine Selbständigkeit gewährte, die bis weit in die Römerzeit hinein andauerte. Diese bestand in der Erzeugung einer Heilpflanze mit dem Namen Silphium, die nur hier vorkam. Aus deren Wurzelsaft gewann man em Heilmittel wahrscheinlich gegen Magen- und Darmkrankheiten, das im alten Rom mit schwerem Silber -ausgewogen wurde. Näheres über die Pflanze läßt sich nicht sagen, da sie seitdem verschollen ist und anderswo nicht wieder aufgefunden werden konnte. Vermutlich ist sie einer Klimaverschlechterung erlegen, die dann auch die Hauptursache für den politischen und wirtschaftlichen Niedergang der Cyrenaika wurde, der sich aus dem Zerfall des Römischen Reiches ergab, sowie aus dem Aufkommen der mo- hammedamfchen Mächte, für welche die Halbinsel abseits vom Wege lag und infolgedessen nicht viel Interesse beanspruchte. Ein tragisches Geschick, wenn man bedenkt, daß eine Stadt wie Cyrene Männer hervorbrachte wie Eratosthenes, den Begründer der wissenschaftlichen Erdkunde und Zeitrechnung, den Philosophen Aristippos und den Dichter Kallimacho. Zu neuem Leben erwachte das Land erst wieder, nachdem es 1911 indenBesitzJtaliens kam. Damals gelangte der durch den Tod Balbos bekanntgewordene Hafen Tobruk aus dunkler Vergessenheit wieder ans Licht. Er liegt an einer vier Kilometer langen Bucht, die ein untergetauchtes Tal- stück darstellt und eine gute und tiefe Hafenanlage bietet. Dieser Vorzug wird noch verstärkt dadurch, daß sie nur nach Osten geöffnet ist, also geschützt gegen die herrschenden wesllichen Wüstenwinde. Von dem Hafen Antipyrgos aus dem Altertum war nicht mehr viel zu finden. Nur eine Kornverladeftelle hatte sich erhalten, die dann bald zu einem starken militärischen Stützpunkt ausgebaut wurde. Ihren vollen Wert erhielt jedoch Tobruk wie überhaupt die Cyrenaika erst, als der Faschismus sich mit der ihm eigenen Tatkraft des Landes annahm. Liegen auch die Verhältnisse heute längst nicht mehr so günstig wie einstmals im Altertum — die Abholzung der Wälder, hauptsächlich in türkischer Zeit, hat hier wie überall am Mittelländischen Meer die schon genannte Klimaverschlechterung teils bedingt, teil erheblich verschärft — so läßt sich doch bei Aufbringung der notwendigen Geduld wie der allerdings nicht geringen Mittel hier Siedlungsland für Hunderttausende schaffen. Marschall Balbo hat einen viel verheißenden Anfang gemacht. Und schließlich rechtfertigt die bedeutende Vergangenheit des Landes auch die größten Anstrengungen. 25 Kilometern sind in die Plane einbegriffen. Auch nicht weniger als sechs Wasserfälle sollen gesenkt werden, damit die Wassermassen einen leichteren Abfluß erhalten. Ein neues dänisches Kabinett Kopenhagen, 8. Juli. (Europapreß.) Die Ministerliste der neuen dänischen Regierung ist nach der Vorlage in Schloß Amalienborg durch Ministerpräsident Stauning in den Mittagsstunden des Montag veröffentlicht worden. Staatsminister bleibt Theodor Stauning (Sozialdemokrat), Außenminister wird Eric Soavenius (unpolitisch) an Stelle Munchs, Innenminister Knut Christen- s e n (Venstre Bauernpartei) an Stelle Dahlgards, Verteidigungsminister B r o r s o n (Venstre Bauernpartei) an Stelle Andersens. Damit sind in der neuen Regierung nur noch vier Sozialdemokraten vertreten. Die zwölf Ministerposten sind nicht, wie bisher, auf Vertreter der beiden größten Reichstagsparteien, sondern aller vier Parteien zuzüglich zweier Nichtpolitiker verteilt. Soavenius ist Außenminister während des Weltkrieges, später dänischer Gesandter in Stockholm und ferner Bevollmächtigter des Außenministeriums bei der Regelung internationaler Fragen gewesen. Im Folketing sagte Ministerpräsident Stauning: Die schwierigen Zeiten, die wir durchlebten, erforderten eine bedeutende Entschlußfähigkeit von der Leitung des Staates. Oberstes Ziel müsse es sein, die Arbeitslosigkeit zu beschränken und das System der Unterstützungsleistungen durch zeitent- sprechende Maßnahmen abzulösen. Rohstoffe und Kohle vom Auslande für die Industrie zu beschaffen, fei ein wichtiger Schlüsselpunkt hierzu. Der Ministerpräsident gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß ein verändertes Europa möglicherweise schon recht bald aus diesem Kriege hervorgehen werde. Mit einer Sympathie-Erklärung der dänischen Nation an das deutsche Volk schloß Minister- -präsident Stauning seine Ausführungen. De britischen Kriegsschiffe verlassen Gibraltar und Tanger. Genf, 8. Juli. (DNB.) Aus La Linea wird berichtet, daß beim Bombenangriff auf Gibraltar durch französische Flugzeuge an den Befestigungen und auf den im Hafen liegenden englischen Schiffen Beschädigungen hervorgerufen mürben. Die französischen Bombenflugzeuge haben sich ohne Verluste entfernen können trotz der heftigen britischen Luftabwehr. Lllle britischen Kriegsschiffe haben den Hafen von Gibraltar verlassen. Aus Tanger wird berichtet, daß auch dort alle noch im Hafen liegenden englischen Schiffe die Flucht nach dem offenen Meer ergriffen haben. Kleine politische Nachrichten. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, muß es in der gestrigen Meldung „Sämtliche deutschen Kriegsgefangenen ausgeliefert" in der vorletzten Zeile richtig heißen, daß eine deutsche Kontrollkommission sich in das unbesetzte Gebiet begeben wird. ♦ Der Führer hat dem Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Preußischen Stacltsrat Hanns I o h st, aus Anlaß der Vollendung feines 50. Lebensjahres in Würdigung feiner Verdienste um das deutsche Schrifttum die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Eine Würdigung des Dichters fanden unsere Leser in. ben Gießener Familienblättern vom 6. Juli. * Zwischen der deutschen Wasfenstlllstanbskonnnis- sion und der französischen Abordnung wurde ein lieber ein kommen getroffen, wonach alle Haft- und (Strafgefangenen, die wegen einer Tat zugunsten des Deutschen Reiches von den Franzosen fe st genommen oder verurteilt wurden, auf freien Fuß zu setzen sind, und zwar unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, also auch Elsässer. * * Nach einer Fahrt durch West- und Mitteldeutschland ist jetzt der historische Wagen aus Compiegne in der Reichshauptstadt eingetrof- fen. Bis zur endgültigen Regelung seiner Aufftel- lung hat er ausdem Anhalter Güter b ah n- hof einen vorläufigen Standplatz erhalten. * Der französische Ministerpräsident gibt eine D e - mobilmachungsverordnung bekannt, nach der die Demobilmachung schnellstens vor sich gehen und zunächst die Jahresklassen 1914 und 1915 erfassen soll. Die weiteren Entlassungen werden in einander folgenden Jahrgängen zur Durchführung kommen. ♦ Der englische Rundfunk gibt bekannt, daß alle Deutschen und Italiener, die in Daressalam (Deutsch-Ostafrika) interniert waren, nach Ueberfee abtransportiert worden sind. Wohin, wird nicht gesagt. * lieber hundert japanische Bombenflugzeuge griffen am Montag die westlichen Vorstädte von Tschung- k i n g an. Die Maschinen kamen in mehreren Wellen an. Es heißt, daß chinesische Jagdflugzeuge die japanischen Bombenflugzeuge angriffen. Ein großes Luftgefecht habe sich entwickelt, über dessen Ausgang noch nichts bekannt fei. Oie Weilnar-Iestspiele der deutschen Lugend. Die Weimar-Festspiele der deutschen Jugend, die auch im Kriegsjahr 1940 durchgeführt werden konnten, sanden ihren Abschluß. Etwa 4000 Jungarbeiter, Jungbauern und Schüler aus allen Teilen des Reiches haben sich den Aufführungen der Werke Goethes, Schillers, Richard Wagners und Kleists hingegeben. Bei der Abschlußkundgebung betonte der Sonderbeauftragte für die Festspiele, K.-Gebiets- führer Dr. Studentkowski, daß jeder Teilnehmer in diesen Wochen etwas von dem verspürt habe, was wir das ewige Deutschland nennen. Der Weltfeind Materialismus stehe in diesen Tagen dem deutschen Idealismus gegenüber und werde von dem deutschen Schwert bezwungen. Er danke dem Begründer der Weimar-Festspiele, dem Altmeister der völkischen Literatur, A d o l s Bartels, sowie dem langjährigen Vorsitzenden des Deutschen Schillerbundes, Prof. Eduard Scheidemantel, dafür, daß sie sick in den drei Jahrzehnten des Bestehens der Festspiele so tatkräftig für diesen Gedanken eingesetzt haben. Dann gedachte er des an der Front befindlichen Reichsjugendführers als Schirmherrn der Weimar-Festspiele und legte einen Kranz an dem Doppelstandbild Goethes und Schillers nieder. Die Weimar-Festspiele hatten in diesem Jahre noch eine besondere Bedeutung durch die Teilnahme von 25 italienischen Jugendführern und -führevinnen. Reges Kulturleben in Deutschland. Im Reich waren im Spieljahr 1939/40 nach dem neuen Heft von „Wirtschaft und Statistik" 332 Theater mit 281 418 Plätzen und 129 Freilichtbühnen mit 236 800 Plätzen vorhanden, in denen in der Spielzeit 1939/40 Vorstellungen stattgefunden haben, außerdem 182 Wanderbühnen, Gastspielbühnen und ähnliche Einrichtungen. Die Staats-, Landes- und Stadttheater find zum größten Teil vor 1900 gegründet worden, mehr als 14 v. H. der Theater sind feit 1933 entstanden. Von den Bühnenmitgliedern, die für 259 Theater verschiedener Gattungen ermittelt wurden, gehören allein 93,1 v. H. den Theatern der öffentlichen Hand an, die auch im Durchschnitt je Theater die höchste Zahl an Beschäftigten aufweisen. Unter den Bühnenmitgliedern übertrifft die Berufsgruppe der technischen Mitglieder mit einem Anteil von 31,7 v. H. alle anderen; die männlichen und weiblichen Bühnenkünstler machen zusammen nur 18,3 v. H. aller Bühnenmitglieder aus. Von 281 Theatern, bei denen die Spielzeiten untersucht werden, erreichten diejenigen mit ganzjähriger Spielzeit mit 44,9 v. H. den höchsten Anteil; sie sind überwiegend Staats-, Landes- und Stadttheater. Ab ^.August Futtermittelschein für Hunde. Die bisherige Zuteilung von Futtermitteln für Hunde durch Anrechtsscheine des Reichsverbandes für Hundewesen hat zu Schwierigkeiten geführt. Der Reichsernährungsminister hat daher angeordnet, daß vom 1. August 1940 ab die Ernährungsämter, die bereits die Futtermittelscheine für Pferde und Schweine ausgeben, auch bei der Ausgabe für Hunde n Die große Sensation! „ Wir bitten um zahlreichen Besuch DIE DIREKTION Mehr Freude an der Natur durch Vermühler-Bücher! Wunder-Elefant NELLY tanzt, rechnet, musiziert iiiiiHiiiiiiiiiniiiiiiiiiimimiiiiHiiiiiHiiimiiiniiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiimmiiimmiim,,, in jeder Vorstellung: Die fliegenden Menschen Das Zuschauerzelt ist auf das aUerbequemste eingerichtet. Alles zum Sitzen. Das Hauptzuschauerzelt faßt etwa 2000 Personen. Der Circus besitrt zu seiner Beförderung eigene Last- und Zugmaschinen. Eigene Lichtzentrale. 3166d Der Wagenpark besteht aus ca. 30 Wohn-, Büro- und Transportwagen. In etwa 3 Stunden ist der Circus vollständig auf- gebaut. Eigene 10 Mann starke Blas- und Streichkapelle. | Besucht den gnten deutschen Circus! | Circus Holzmüller -Biegler Giefoen, Oswaldsgarten Eröffnungsvorstellung: Samstag, 13.Juli, 7.30Uhr Weitere Vorstellungen: Sonntag, 14. Juli 1940 \ - on Diontag, 15. Juli 1940/4 Uhr u. 7.30 Uhr Vorverkauf Circuskasse Wir bringen ein Aufgebot mit Menschen und Tieren: 60 Personen 25 Pferde Künstler und Künstlerinnen Reiter und Reiterinnen Luft- und Parterre-Akrobaten 3162Ö Karl Küchel Nachf. Likörfabrik, Gießen, Hinden- burgwall 10. Suche Tages- ort. Kalbt. Beschäftig. i.Hausb./imNäy. gew.,Musik,engl. Svr., a. als Ge- schäftsbilf. geeignet, m. erst. Ref. Schr.Angeb.unt. 02380 Gieß.Anz. [Stellenangebote] Wir stellen noch einige Arheilerinoen | Vermietungen"] Kleine Wolinnng in schöner Lage am liebsten an alleinsteh.Person ab 1.8. au verm. Herd müßte gestellt werd. 02381 Anzuseh. nachm. von 4 vis 7 Uhr Bergstraße 3V. iieriotang 2 Zimmer und Küche zu verm. Löwengasse 23. eingeschaltet werden. Da die Erfassung des für die menschliche Ernährung unbrauchbaren Fleisches für Futterzwecke bereits geregelt ist, sollen für Hunde nu? pflanzliche Futtermittel zur Verteilung kommen. Zur bevorzugten Versorgung mit pflanzlichen Futtermitteln wird ein Futtermittelschein eingeführt für Diensthunde der Polizei, Reichsbahn, Finanzoerwaltung und anderer Behörden, Hunde, die für den Heeres- oder Polizeibedarf gemustert sind, Blindenhunde, Rassezuchthunde, die in Zuchtzwingern gehalten werden, Diensthunde der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände und Hunde, die in Tierheimen geholtem werden. Die Besitzer dieser Hunde bekommen auf Antrag in der Kartenstelle den Futtermittelschein. Hundehalter, die keine Futtermittelscheine erhalten, haben die Möglichkeit, sich am freien Markt mit Futtermitteln einzudecken. Die Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft wird zu diesem Zweck besondere Mengen Hundefutter in den Verkehr bringen. Aus aller Welt. hingerichkeL Am 6. Juli 1940 ist der am 8. Januar 1919 in Zweibrücken geborene Wilhelm Herr hingerichtet worden, den das Sondergericht Saarbrücken als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Der wegen Diebstahls vorbestrafte Herr hat im freigemachten Gebiet in erheblichem Umfange geplündert. Ferner ist am 6. Juli 1940 der am 3. März 1920 in Schwenningen am Neckar geborene Alfred Quattländer hingerichtet worden, den das Sondergericht Stuttgart wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Quattländer hat Anfang Mai 1940 in Schwenningen seinen Schwager heimtückisch ermordet. Schließlich ist der am 13. März 1914 in Ichenhausen (Landkreis Günzburg) geborene Bernhard Rommel hingerichtet worden, den das Sondergericht München als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat. Rommel, ein vielfach vorbestrafter gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, beging nach feiner Flucht aus dem Zuchthaus von neuem Diebstähle und bedrohte feinen Verfolger mit dem Messer. Ehrenkreuz für die Mutter und drei Töchter. Drei goldene Ehrenkreuze für Mütter und eins in Silber konnten einer Mutter und ihren drei Töchtern verliehen werden, die 32 Kindern das Leben schenkten. Die im 70. Lebensjahr stehende Witwe Anna Neckenrodt, Niedersachswerfen (Prof. Sachsen) schenkte acht Kindern das Leben. Ihre Tochter Auguste Dünhaupt, die in Ilfeld (Prov. Sa.) verheiratet ist, hat acht Kinder, eine weitere Tochter, Frau Marie Etzrodi, Niedersachswerfen, zehn Kinder, und Frau Anna Reichavdt, Ilfeld, wurde als älteste Tochter mit dem silbernen Ehrenkreuz ausgezeichnet. Hauvsschriftleiter: Dr. Friedrich SBilfjelm Lange. Stellvertreter b Wochen altes Weil zu verkaufen. Wilh. Lenz, Lützellinden bei Gießen. Schwarze Wildleder-Schuhe Größe 40/41, und Damen-Gummimantel fast neu, zu verk. Zu erfr.in d.Ge- schäftsst.desG.A. Verschiedenes Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr.lndustrle und Bewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen, Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Nr. 160 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeigrr für Gberheffen) Dienstag, 9. Zull bert Hübner, Walter Werner und Alfred Maack eindringlich und charakteristisch vertreten. Der Film, der um das Jahr 1900 spielt, erscheint uns in seinem Zeitkolorit ausgezeichnet getroffen. In der Photographie überraschen hervorragende Bilder von der Herrlichkeit eines viermastigen Segelschiffes und dem Leben an Bord. Heinrich Ludwig Neuner. Büchertisch. — Ernst Moritz Arndt: Erinnerun«" gen aus dem äußeren Leb en. Preis in Leinen geb. RM. 5,80. Verlag Wilh. Gottl. Korn in Breslau. — (33) — Arndt gehört zu den Männern der deutschen Geschichte, die zwar viel genannt werden, aber wenig gekannt sind. Als der große Patriot und Dichter viel gesungener Freiheitslieder lebt er im Gedächtnis seines Volkes und wird als solcher gern und oft zitiert, aber seine weit über den Gesichtskreis seiner Zeit hinausgreifenden politischen 'Erkenntnisse, die uns heute so „aktuell" anmuten, gehen uns erst bei näherer Beschäftigung mit Persönlichkeit und Werk dieses Mannes auf, dessen Lebensgang es schon lohnt, ihm nahe zu form men. Schlicht und bescheiden, mit einer bestrickenden Aufrichtigkeit erzählt Arndt selbst über seine menschliche und politische Entwicklung, und sein Bericht wird zugleich ein ungemein fesselndes Bild der großen Zeit, in der er als Freund und Vertrauter so vieler führender Männer des deutschen Befreiungskampfes eine bedeutende Rolle zu spielen berufen war. Die schöne, mit interessanten Bildern ausgestattete Ausgabe, die der Verlag I. G. Korn für seine „Kornkammer" veranstaltet hat, verlockt wieder zum wirklichen Lesen dieser Erinnerungen, man wird sehen, daß dieser Mann in seiner lebendigen Vielseitigkeit wenig dem billigen Klischee entspricht, wie es in unserer Vorstellung steht. Dr. Fr. W. Lange. — Karussell des Lebens. Heitere und nachdenkliche Geschichtchen von Horst Schöttler. Verlag Philipp Reclam jr., Leipzig. Preis: Kart. 50 Rpf. Das Büchlein enthält mehr als 100 Plaudereien, die den Leser ergötzen und zum Nachdenken anregem Meldet zum Blumenschmuck-Wettbewerb! Aus der Stadt Gietzen. Erntemonat Zuli. Auf den Kornfeldern vor der Stadt reifen die Aehre. Wenn der Wind über sie hinstreicht, zittern sie leise, als ahnten sie schon die kommende Mahd. Dieses Bild der reifenden Felder ist unvergleichlich schön. Es zeigt die segenspendende Fülle des Sommers, die schöpferische Kraft seines wohltätigen Wirkens. Juli bedeutet für den Bauern die Zeit rastloser Tätigkeit. Das ländliche Jahr hat seinen Höhepunkt erreicht, wo es gilt, den Erfolg zu bergen, dem die Dtühe des ganzen Jahres gegolten hat. Lang ist deshalb der Arbeitstag des Bauern, fast so lang wie der Tag selber, der nur von einer kleinen nächtlichen Zeitspanne unterbrochen wird, die aber so kurz ist, daß nach astronomischer Rechnung von einer eigentlichen Nacht keine Rede mehr feilt kann. Dieser ausgedehnte Tag hat indessen den Vorzug, daß recht viel unter Dach und Fach gebracht werden kann, was für den Bauern und für die ganze Nation von größter Wichtigkeit ist. Seinem Namen hat der Juli von Julius Cäsar. Jener Römer war es ja auch, der eine Kalenderreform schuf, die Julianische, aus der wiederum auch unser Kalender entstanden ist. Im Juli erreicht die Soune das Tierkreiszeichen des Löwen, was er- sahrUngsgemäß für Europa die Zeit der größten Hitze bedeutet. „Wenn die Sonne in den Löwen geht (23.), die größte Hitz' alsdann entsteht." Zeitlich fällt damit auch zusammen der Beginn der Hundstage, die ja im Grunde nichts anderes sind als jene heißen Wochen, während der sich die Sonne im Zeichen des Löwen aufhält. Ein solch heißer Tag im Juli kann auch eine gewisse Romantik offenbaren. Wenn zur Mittagszeit die Sonne ihr Feuer über den Feldern lodern läßt, und wenn die Luft flirrend über dem Boden liegt, dann steigen bei einer Rast am Wegrgnd sehr leicht Gedankenbilder auf, die geradewegs aus den mit bunten Blumen geschmückten Kornfeldern zu kommen scheinen. Die Wärme und die atmende Stille der Felder bewirken ein lebhaftes Spiel der Phantasie und es ist deshalb kein Wunder, wenn alte Geschichten davon-berichten, daß es eine Roggenmuhme gibt, die während der Mittagsstunde umgeht, und daß Kobolde und Kornmännlein zwischen >den Halmen ein zauberisches Wesen treiben. H. W Sch. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): ,Kennwort Machin". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Fahrt ins Leben". (Hastspiel Rostta Gerrano. Die NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hatte für den gestrigen Abend zu einer nicht alltäglichen unterhaltsamen Veranstaltung ein- gelad4n. Rosita S e r r a n o , vom Rundfunk und von zahlreichen Schallplatten her längst bekannt, gab gestern abend im Gloria-Palast ein Gastspiel und damit die Gelegenheit zu persönlicher Bekanntschaft. Diese Gelegenheit nahmen viele Volksgenossen wahr. Der Gloria-Palast war dis aus den letzten Platz besetzt, und zahlreiche Besucher gaben sich mit einem Stehplatz zufrieden. Die Künstlerin, schlank, elegant, gekleidet in leuchtendes Rot und glänzende schwarze Seide, wurde von den vielen Verehrern ihrer Kunst auf das herzlichste begrüßt. Zunächst und unter der andächtigen Auftnerksam- feit der vielen Zuhörer und Zuhörerinnen, hörte man Volkslieder aus Argentinien und Uruguay, aus Chile, Cuba und Mexiko, vorgetragen mit unpathetischem Ernst, der glauben ließ, daß diese und viele andere solcher Lieder zu abendlichen Stunden auf mancher einsamen Hazienda gesungen werden. Wenn auch nicht zu wissen, so war doch zu erfühlen, daß diese Lieder (die die Künstlerin sehr sorgfältig und sichtlich mit innerer Anteilnahme vortrug), tief in völkischer Eigenart verankert sind, in ihrer letzten Sinnausdeutung von uns aber wohl kaum erschlossen werden können, ebenso wenig, wie vielleicht ein inniges deutsches Volkslied in Mexiko, in Chile oder Argentinien verstanden und gefühlsmäßig voll erfaßt werden könnte. Die Künstlerin gab die Lieder, die ihr selbst wohl am nächsten sind, mit allem Ausdruck ihrer modulationsfähigen und souverän beherrschten Stimme. Die fremden Sprachen taten ein übriges, um den Charakter des Fremdländischen zu betonen.___________ ,________ Auch in diesem Jahr ruft der Verkehrs- und Verschönerungsverein die Bürgerschaff zum Blumtzn- schmuck-Wettbewerb auf. Man könnte vielleicht meinen, daß diese herkömmliche, von Vielen begrüßte Einrichtung als Fremdenwerbung gedacht, ihren Zweck verfehle, denn wer heutigentags nicht unbedingt reisen muß, bleibt am besten daheim. Wer aber aufmerksamer beobachtet, 'wird zugeben müssen, daß gerade während der Kriegszeit mehr Menschen aus allen Teilen des Reiches auf dem Zuge nach Westen 'und in umgekehrter Richtung unsere schön gelegene Stadt berühren oder einen mehr oder weniger langen Aufenthalt bei uns nehmen, als das jemals zuvor in gleicher Weise der Fall war. Gießen bleibt für viele, die kommen und gehen, mehr als ein geographischer Begriff. In richtiger Würdigung dieses Umstandes versäumt die Stadtverwaltung diese Gelegenheit zur Werbung in die Ferne in keiner Weise. Wir sehen Erweiterungs- und Verschönerungspläne Wirklichkeit werden, wie sie großzügiger von einem Gemeinwesen von der Größe Gießens kaum denkbar In der Wirtschaft von Fritz Weller fand am Samstagabend die Jahreshauptversammlung der Spar- und Darlehnskasse Klein-Linden statt. Bürgermeister Heinrich Fischer als Vorsitzender des Aufsichtsrats eröffnete die gut besuchte Generalversammlung. Sodann trug Direktor Wilhelm Feh als stellvertretender Kassenrechner die Jahresrechnung und Bilanz des verflossenen Geschäftsjahres vor. Dem Bericht ist folgendes entnommen: Der Umsatz betrug auf einer Hauptbuchsgjte 1358316 Mk. Der Stand der Spareinlagen belief sich auf 316508 Mk. und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 30000 Mk. vermehrt. Die Kleinspareinlagen, bestehend aus Sparkartenverkauf und dem Betrieb der Schulsparkasse, erbrachten im Berichtsjahr den Betrag von 9576 Mk. Der Stand der festbefristeten Darlehen betrug am Bilanztag 171063 Mk., das ist gegenüber dem Vorjahr ein Mehr von 18357 Mk. In laufender Rechnung waren am Bilanztag vorhanden: Forderungen: 74624 Mk., gegenüber dem vorhergehenden Jahr 10832 Mk. weniger, Einlagen: 27148 Mk. Bei der Volksbank und der Landesbauernkasse hatte bie Genossenschaft am Bilanztag ein Guthaben von 92340 Mk., das sind 20235 Mk. mehr als im vorhergehenden Jahr. Die Kasse, war mit einem Betrag von 1000 Mk. bei der Landesbauernkasse beteiligt. Bei den Erträgen hat sich der Zinsenüberschuß gegenüber dem Vorjahr um 374 Mk. erhöht. Der Gewinn des Geschäftsjahres beläuft sich auf 1057,19 Mk. Die Mitgliedcrzahl, die sich am Ende des vorhergehenden Jahres auf 250 belief, .hat sich um 11 neue Mitglieder auf 261 Mitglieder mit insgesamt 27 t Geschäftsanteilen erhöht. Sämtliche Zahlen geben ein deutliches Bild von der weiteren Aufwärtsentwicklung der Kasse. Dem Geschäftsbericht, wiedergegeben von Direktor Fey, ist folgendes zu entnehmen: Das verflossene Im zweiten Teil des Programms fang sie zum größten Teil Tn deutscher Sprache, die sie in Klang und Aussprache erstaunlich gut beherrscht. So war es verständlich, daß Rofita Serrano nun ihrer Zuhörerschaft sehr viel näher rückte, als es anfänglich möglich war. Die Chansons „Ich bin glücklich, aber traurig", „Der kleine Liebesvogel", „Charly" usw. waren auf einen teils elegischen, teils heiteren Ton gestimmt. Sie gaben ihr Gelegenheit, mit ihrer Stimme zu brillieren, wie e>i>M Taube zu gurren, wie ein Vogel zu zwitschern, zu pfeifen, zu sprechen, mit dem Publikum kurze Zwiesprachen zu halten, mit den Musikern, die sie begleiteten, zu plaudern, singend zu telephonieren, Randbemerkungen zu machen und ihre Darbietungen mit einer eigenwilligen Mimik zu untermalen. Immer wieder bewunderte man ihre Gabe der Improvisation, ihren persönlichen Charme, ihre silberne Stimme, ihre eminente Musikalität, und so war es nicht weiter erstaunlich, daß die Zuhörerschaft lebhaft und aufmerksam mitging und sich einige Zugaben erzwang. sind, sehen, wie Straßen und Plätze sich erweitern und in der geschmackvollen Verwendung von frischem Grün und Blumenschmuck Vorbildliches geleistet ist. Alles das verpflichtet zur Nacheiferung der Haus- und Gartenbesitzer, damit durch gemeinsames Zusammenwirken die Bausünden einer früheren Zeit unter Blumenschmuck mehr und mehr verschwinden und jeder Fremde, der hier weilte, den Eindruck mit fortnimmt, daß Gießen eine freundliche, im Aufstreben begriffene Stadt sei. Man mähe das Gras in den Vorgärten öfter, dulde an der Straße keine Unkrautbeete, dünge vor allem jetzt die Balkon- und Fensterkästen in flüssiger Form. Auch die Topfgewächse am Fensterbrett haben überall Hunger und verdoppeln ihre Blühwilligkeit nach jedem gereichten Dungguß. Den Lohn für die Arbeit und Mühe spenden die Pflanzen ihren Pflegern selbst, darüber hinaus aber auch der veranstaltende, gemeinnützige Verein durch Zuerkennung eines Preises. Nur darf man nicht versäumen, sich rechtzeitig, d. h. bis zum 15. Juli, anzumelden. Jahr war ein denkwürdiges Jahr in der Geschichte der hiesigen Genossenschaft. Infolge der Einberufung des seitherigen Kassenrechners zum Heeresdienst erklärte sich Direktor Fey bereit', die Kassengeschäfte selbst zu führen. An Sitzungen wurden gehalten: 8 gemeinsame von Vorstand und Aufsichtsrat, ferner noch eine und fünf getrennte Sitzungen. 19 Gesuche mit einem Gesamtleihbetrag von 34200 Mk. fanden ihre Genehmigung. Die Kasse arbeitet nur mit eigenem Geld. . . \ Den Revisionsbericht erstattete Aufsichtsratsvorsitzender Fischer. Aus dem Bericht ging hervor, daß Beanstandungen nicht festgestellt wurden und die Kassenführung in Ordnung befunden wurde. Der Reingewinn soll auf folgende Weise verteilt werden: Auf die eingezahlten Mitgliederbeiträge werden, wie in den Vorjahren, 5 v. H. Dividende ausbezahlt. Ferner werden 50 Mk. dem Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes, 20 Mk. der hiesigen Kleinkinderschule und 10 Mk. der Gemeinde- Volks- und Schülerbücherei überwiesen. Der Rest 'soll je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage zugeführt werden. Dem Vorstand und der Kassenführung wurde Entlastung erteilt. Die-satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsrats- bzw-. Vorstandsmitglieder Heinrich Bechtold, Heinrich Weigel, Heinrich Ufer und Wilhelm Volkmann würden wieder in ihre Aemter berufen. Die in. der Versammlung anwesenden Genossenschaftsmitglieder stifteten auf einstimmig angenommenen Vorschlag des Aufsichtsratsvorsitzenden je 1 Mk., insgesamt 86 Mk., zum Besten der Arbeit des Kriegshilfswerks des Deutschen Roten Kreuzes. Zum Schluß dankte Bürgermeister Fischer allen Mitarbeitern der Genossenschaft für ihre uneigennützige Gemeinschaftsarbeit. Kurt Hohenb >erger unfo feine Solisten begleiteten die Sängerin mit aller Sorgfalt und trugen auch ihrerseits mit mofrerner Musik zur Abwechslung im Programm bei. N. Gießener Wochenmarktpreise. ♦ Gießen, 9. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Eier, ausländische 8%, Kartoffeln, alte, Vi kg 05 Rpf., 50 kg 4,15 RM., neue, kg 12 Rpf., Wirsing, grün 18 bis 20, Weißkraut 20, Gelberüben 30, Roterüben, das Bund 15, Spinat, kg 20, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen, grün 40 bis 55, gelb 40, Erbsen 25, Mischgemüse 15, Zwiebeln, das Bund 15, Rhabarber, kg 20, Pilze 45 bis 50, Himbeeren 45 bis 60, Kirschen 50, Heidelbeeren 42, Stachelbeeren 25 bis 35, Johannisbeeren 25, Erdbeeren 50, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salat- gurken 30 bis 60, Oberkohlrabi 10 bis 15, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund, 10 Rpf.___________ Wreshaupiveksammlung der Spar- und Darlehenskaffe Klein-Linden. Erbprinz Hermann Otto zu Solms-Hohensolms Lich f. Der Oberleutnant in einem Jagdgeschwader Dr. Hermann Otto Erbprinz zu Solms-Hohen- solms-Lich ist am 3. Juli im 38. Lebensjahr im Felde tödlich verunglückt. Dr. Hermann Otto zu Solms-Hohensolms-Lich wurde in Potsdam geboren Er studierte in Göttingen und Gießen, promovierte zum Dr. phil. und wandte sich dann vorwiegend der Landwirtschaft zu. Als landwirtschaftlicher Sachverständiger arbeitete er einige Zeit in der Ent* schuldungskommission in Königsberg in Ostpreußen mit, übernahm aber im Jahre 1932 dann die Bewirtschaftung des eigenen Hofgutes in Lich. Neben seiner Tätigkeit in der Landwirtschaft galt sein lebhaftes Interesse der Fliegerei. Bereits im Jahre 1930 bestand er das Pilotenexamen und beteiligte sich in der Folge an zahlreichen Wettbewerben nationaler, wie auch internationaler Art. Fünfmal nahm er am Deutschlandflug mit gutem Erfolg teil.- Bei einem bayerischen Flugwettbewerb im Höhenflug wurde er Sieger. Seit 1933 gehörte er der SA. an. Er war tätig im Deutschen Luftsport-Der- band und hielt in den Jahren 1933 und 1934 zahlreiche Vorträge in unserer engeren und weiteren- Heimat zur Förderung der Fliegerei. Nach der Ablösung des Deutschen Luftsport-Verbandes durch das NS.-Fliegerkorps widmete er sich auch dieser Organisation, war vom Dezember 1934 bis zum Frühjahr 1937 Sturmführer im Gießener NSFK.« Sturm 6/75 und erwies sich dabei als ein ausgezeichneter Kamerad. Als Oberleutnant d. R. der Luftwaffe nahm er sowohl am Feldzug in Polen, wie auch im Westen teil. Erbprinz Dr. Hermann Otto war in Lich wie auch in Gießen eine gern gesehene und beliebte Persönlichkeit. Sein Heimatstädtchen Lich hat er in vielfacher Weise gefördert. Die deutsche Fliegerei verliert in ihm einen Mann, der nicht nur im Frieden, sondern auch im Kriege begeistert zur Fliegerei stand. Das Andenken an seine Persönlichkeit wird in vielen Herzen bewahrt bleiben. * ** M i t dem Eisernen Kreuz ausge-. zeichnet. Der Assessor Ludwig Heymann, Gefreiter in einem Infanterie-Regiment, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Aus der engeren Heimat. Mitgliederversammlung der Bezirkssparkaffe Alsfeld. Alsfeld, 8. Juli. Am vergangenen Samstag fand die Mitgliederversammlung der Kasse unter dem Vorsitz des stellvertretenden Leiters der Kasse, Bürgermeister Dr. D ö l s i n g , statt. Der Vorsitzende legte die Gründe dar, welche die Abhaltung einer Mitgliederversammlung im Jahre 1939 unmöglich machten. Infolgedessen gelangten nunmehr die Rechnungen und die Geschäftsberichte für die Jahre Schon wieder zu spät zum Dienst! L ELASTOCORN Eine unangenehme Geschichte, b» sonders dann, wenn immer „nur* das Hühnerauge schuld war. Was wacht man da? Elastocorn mif den» Filzring drauflegen! Gleich kant» man wieder laufen, und in einpaae Tqgen ist das Hühnerauge weg. 1938/1939 zusammen in Vorlage. Aus den einleitenden Ausführungen des stellvertretenden Direktors zu den Geschäftsberichten war zu entnehmen, daß der wirtschaftliche Aufschwung in den Jahren 1938/1939 auch bei der Kasse sich in einer Konten- Vermehrung und in einer starken Zunahme der Guthabenbestände bemerkbar machte. Es konnte festgestellt werden, daß die Sparer bei Kriegsausbruch vollkommene Disziplin bewahrten. Jnnenrevisor M a d e s gab einen Ueberblick über die hauptsäch- liehst en und wichtigsten Angaben der vorliegenden Geschäftsberichte. Daraus war zu entnehmen, daß der Bestand an Spareinlagen am Ende des Jahres 1938 RM. 8 653 711,—, Ende des Jahres 1939 RM. 9 398 931,— betrug und am 30. Juni 1940 RM. 10 350 199,— beträgt. Den gesetzlichen Bestimmungen über die Bar- und Gesamt-Liquidität konnte „Kennwort Machin." Ein Ufa-Film Erich Waschnecks. „Wer kennt schon seinen Nebenmenschen wirklich?" So ungefähr sagt der Prokurist Borb einer großen Hamburger Versicherungsfirma auf einem Betriebsausflug, als ihm für eine Minute der Alkohol die Zunge gelöst.hat. Er ist ein pflichtgetreuer, genauer Angestellter, wegen seiner Unliebenswürdigkeit von seinen Mitarbeitern nicht sehr geschätzt, ober im Besitz des vollen Vertrauens feiner Vorgesetzten, die ihm zwar menschlich nicht näher zu kommen vermögen, aber seine Leistungen anerkennen müssen, und ihm großzügig Blankovollmacht erteilen. Allzu großzügig, wie sich eines Tages Herausstellen soll. Denn Herr Bord ist nicht das, was er scheint. Der in seinem Aeuheren und Gehaben durchaus kleinbürgerliche, in seiner Lebenshaltung bescheidene kleine Buchhalter ist in^ Wahrheit eine Verbrechernatur, die mit der peinlichen Akribie, die ihr in seinem bürgerlichen Beruf so viel Anerkennung und Vertrauen eingetragen hat, einen großen Schlag vorbereitet, der ihr die Mittel verschaffen soll, ihren Traum von einem mondänen Leben in der verlockenden Atmosphäre der Tropen zu verwirklichen. Er ist in den Ganovenkreisen des Hamburger Gängeviertels, das inzwischen von der Spitzhacke nationalsozialistischer Altstadtsanierung beseitigt worden ist, kein Unbekannter. Gerade das wird ihm zum Verhängnis, denn die Zünftigen ü er pfeifen ihn, als er in den Verdacht gerät, einen ihrer Kumpane, der allzu neugierig war, „umgelegt" zu haben. Die Unterschlagung glückt zwar noch, auch noch der Sprung nach Amerika, denn seine Firma sucht in falsch angebrachter Scheu vor der Oeffentlichkeit die peinliche Sache zu vertuschen und gibt damit dem Defraudanten einen beträchtlichen Vorsprung. Doch dann ist die Kriminalpolizei ihm schnell auf der Spur. Mit der feinen Witterung für mulmige Charaktere hat ein internationales Hochstaplerpaar sich an ihn herangemacht. In dem raffinierten Kampf um die Beute sieht er sich unmittelbar vor dem Ziel, als die Kriminalpolizei ihn stellt. — Dieser Stoff ist, obwohl er einem Roman C. V. Rocks entnommen ist, für den Film wie geschaffen, denn nur dieser vermag dank seiner technischen Mittel alle Möglichkeiten einer Doppelrolle voll auszuschöpfen. Ein Spielleiter wie Erich Wasch- neck begnügt sich dabei nicht, mit aller Routine einen in allen Phasen ungeheuer spannenden Kriminalfilm in Szene zu setzen, der in buntem Wechsel die verschiedenartigsten Milieubilder mit großer Sicherheit trifft und liebevoll ausmalt, ohne auch nur einen Augenblick den Faden der Handlung zu verlieren — nur die ein gesponnene Liebesgeschichte hätte vielleicht etwas knapper gehalten werden können. Waschneck sucht vielmehr in die seelischen Abgründe eines so gefährlichen Charakters vorzudringen, der auf der Brücke zwischen Traum und Wirklichkeit zum skrupellosen Verbrecher wird, ohne steilich, nachdem er die Welt bürgerlicher Wohlanständigkeit hinter sich gelassen hat, in der Welt der Verbrecher nun die Ueberlebenheit zu haben, um es mit Hochstaplern von Berus aufnehmen zu können. Paul Dahlke sucht diesen Zwiespalt, diese innere Unsicherheit zu überdecken, indem er nut Maske und Anzug gleichsam auch den Menschen wechselt. Der schroffe, unzugängliche kleine Angestellte mit Drille, dunklem Anzug und Hut wird auf feiner Flucht in der Maske des versierten Lebemannes zum liebenswürdigen Causeur und Verehrer schöner Frauen, wobei er freilich sehr schnell einer Circe in die Arme fällt, die ihm an Gerissenheit überlegen ist. Das Doppelspiel an Bord des Schiffes, das der Verwischung seiner Spur dient, ist von Dahlke großartig angelegt. Im Kampf mit den Hochstaplern, die ihm seinen Raub abjagen möchten, bleibt ihr wahres Verhältnis im erregenden Zwielicht. Dahlkes Charakterstudie ist ungemein sorgfältig ausgeMt und fesselnd durchgeführt. Hilde Meißner, von lässiger Kühle und jenem Hautgout, das Männer wie Borb-Machin unwiderstehlich anzieht, und Harald Paulsen, der Gangster als Gentleman, elegant, geschmeidig, skrupellos sind das Hochstaplerpaar internationalen For- I mats. Albert Hehn, frisch, offen und natürlich als Kriminalkommissar, erlöst Viktoria von Bal- Hasto, sehr zart und liebreizend, aus einer verzwickten Situation. Eine Reihe scharf gezeichneter Typen der Hamburger Unterwelt, Will D o h m und Ernst D u m ck e als betrogene Direktoren, schließlich zwei redelustige Zimmerwirtinnen vervollständigen das gut auseinander abgestimmte Ensemble. Dr. Fr. W. Lange. „Fahrt ins Leben." Der Film, der seit gestern im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, gezeigt wird, führt im wesentlichen junge Menschen vor Augen, die in einem an Spannungen reichen Verhältnis zueinanderstehen, die sich auseinanderstreben und doch beisammenbleiben müssen in eiserner Disziplin, weil sie als Kad-stten eines Schulschiffes Kameraden sein müssen. Aber erst nach mancher Wirrsal und nach manchem Zweifel finden sie zueinander. Es geht oftmals hart auf hart, es gibt manche Auseinandersetzung nicht nur mit Worten, sondern auch mit Tätlichkeiten, es gibt manchen Disput um Ehre und Ehrbegriff. Besonders dramatisch wird das Geschehen dadurch, daß als das belebende Element heiß und ernst aenom- mene Liebe mit hineinspielt und eine leidige Geldgeschichte Komplikationen hervorrüst. Erst allmählich lösen sich nach einer heftigen Gewalttat die Konflikte, werden die Fronten klar und als das Schulschiff auf große Fahrt geht, kristallisiert sich die Kameradschaft der vier Kadetten. Der Bavaria-Film, unter der Regie von Bernd Hofmann entstanden, bemüht sich, die an sich komplizierte Handlung in klaren Szenen zu fassen und das Handeln des einzelnen motiviert erscheinen zu lassen. Die Darsteller Karl Ludwig S ch r e i b e r, Ernst Schröder, Karl John und Joachim S ch a u f u ß sind als Kadetten lebhaft um eine Veranschaulichung ihrer seelischen und geistigen Konflikte bemüht. In Ruth Hellberg und Ursula Herting bringt der Film zwei liebreizende Frauengestalten, die nicht schuldlos am Rande der Ereignisse stehen, in die Entscheidungen zwischen den Kadetten aber nicht eingreifen können. Die ältere Generation steht in wirkungsvollem Gegensatz zu den jungen 1 Menschen und ist durch Hedwig Bleibtreu, Hey- ST. j? her KariVs feit L f = r'mif f e n und Aussen M Rur %6V# Ä SÄ» «jhsSÄ"* Sart°ffet' im»TwSub Nahrungsmittel sind die Blätter d-rAartosfelpslanze. gegen den K-rtoffelkafer. 9unj Aeußerst flugtüchtig! Legt Strecken bis zu 50 Kilo°| Kürsprin öJ.Jpor< 22:4 (10:2: 6:8 (4:2) Tv' Holzheim — W.-Niedergirmes, W.-N. nicht angtr. (Nachdruck verboten!) 87. Fortsetzung. Mch tat das gleiche Jhre^ Schultern stießen gegen- den. Verdammt, warum weinen Sie jetzt?/ „Wollen Sie ausfahren bei der Kälte? Heute ist ja Gott sei Dank kein solcher Wind mehr wie ge- tern. Die Sturmzeichen sind auch schon eingezogen worden. Aber kalt ist es noch, sehr kalt. Drüben an der Schönborner Küste sollen zwei Fischerboote gekentert sein." „Ja, ich habe es gehört. Machen Sie rasch! Schon wölbte sich das Segel im leichten Abendwind. Die untergehende Sonne warf goldene Dreiecke auf die Wellen. Ein Fischerkutter zog an ihm vorbei mit stampfendem Hilfsmotor und einem rostroten Segel, das in der Abendsonne apfelsinen- farbig wurde. Aber das Haus des Malers Hauck, draußen am Strand, war leer. Leer und verschlossen. Sibylle war nicht da und auch nicht der Kahn. Kein Zeichen weit Kuns., bringen: außer Konkurrenz: HemZ HI. (Gieß. SchwV.) = 93,53 Punkte S^ger: Sie wurde blaß. Das war alles. „Vergessen Sie ihn endlich", sagte Huith trotzig. „Hören Sie. Wenn niemand Ihnen das sagt, dann muß ich es tun. Heiraten Sie den Ingenieur da aus der Stadt. Dann haben Sie bestimmt ein gutes Le- Keine Spur von Hauck Roman von Lharlotte Kaufmann. Gegen den Kartoffelkäfer 6in Wort an die Jugend. ,Ach weiß noch etwas. „ „Sie sagten" vorher, Sle wußten gar nichts. „Der Lehrer Karsten Huith wird einmal Gesine Wi'ng heiraten." Obo" rief er und bekam einen roten Kopf. „Gesine.'., die Leute sollen sich um andere Dinge kümmern als um Gesine Wing. Sibylle lächelte. Das Meer zu ihren Füßen war grau. Im Westen blitzte das Ufer von Strandorp und Bülk wie Metall. Wie ein Streifen Aluminium lag die Küste. Von Norden her^ von draußen, kam ein Dampfer, em kleines schiff. Es waren immer nur kleine Schiffe, die hier über die Ostsee kamen, von Schweden herunter, von Finnland, von Dänemark und Litauen. Sibylle sah auf das näherkommende Schiss, uno Feldbergfest färlt aus. Wie der Feldbergfestausschuß mitteilt, wurden die Vorarbeiten für das 87. reichsoffene Feldbergfest vorerst eingestellt. Es muß damit gerechnet werden, , daß die beabsichtigte Durchführung des alten volks- £ und heimatverbundenen Bergfestes m diesem Jahre unterbleibt. Tv. 1846 weiter im Faustball an der Spitze. Die Spiele zur Bereichsmeisterschaft im Faustball wurden am letzten Sonntag wiederum em gutes Stück weiter gefördert. In der Vorentscheidung zwischen den Bezirken Gießen, Limburg und Wester- , wald wurden, wie nicht anders zu erwarten, die beiden letzteren vom Turnverein Gießen ohne besondere Anstrengung ausgebootet. Auch frei diesen Spielen kamen wieder fast „astronomische" Ergebmfle zustande. Die schwächste Mannschaft stellte der Wester- wald mit dem Turnverein Höhr-Grenzhausen. Wahrend sie im Spiel gegen Mühlen/Limburg noch einigermaßen mithielt unb gegenüber 56 Verlustpunkten noch 37 Pluspunkte buchen konnte, ging sie gegen Gießen mit 63:14 (Halbzeit 31:6) fang- unb klanglos ein. Auch ber Vertreter bes Bezirks Lmchurg hielt mit Gießen nur .nben ersten Minuten Schritt, was bas Zwischenergebnis von 9:8 anbeutet. Aber bann war bas Pulver verschossen, und je großer der Punktunterschied wurde, umso mehr zerfiel die Mannschaft, so daß nach einer Halbzeit von 14:27 der Endstand mit 25:60 recht klar die Ueberlegenheit der Gießener widerspiegelt. Bedauerlich bleibt nur, daß die heimische Mannschaft (Dr. Nohl, ^I^nger, Becher, Trapp, Pfeffer) bis jetzt noch lerne Gelegenheit hatte, sich an größeren Aufgaben M erproben. . Es ist jedoch anzunehmen, daß m der Schlußrunde ' im Sportgau Hessen-Nassau die Bezirke Friedberg und Hanau stärkeren Widerstand leisten werden. ; Gegen sie also wird Gießen den Endkampf bestreiten. : Die Ergebnisse der Schwimm- wetikämpfe der Hitler- Jugend. - Am vergangenen Sonntag wurden im Schwimm- - bad zu Klein-Linden die Schwimmwettkampfe der Hitler-Jugend des Bannes 116, sEe des BdM.° - Untergaues 116 durchgefuhrt. Die Wettkampfe über , die wir bereits gestern kurz berichteten, hatte folgende Ergebnisse: _______ „Oh, erstens", Huith sprach laut und Mit gemachter Fröhlichkeit... „als erstes, meine Hilfslehrerm, Fräulein Hauck, wird demnächst heiraten. Sibylle blieb stehen. „Huith, warum sagen Sie so etwas. „Die Bettina hat es mir erzählt." Seine Stimme wurde leiser, natürlicher. „Die Bettina erzählte es mir. Sie werden sich scheiden lassen. Nun, das habe ich Ihnen immer geraten. Immer. Seit drei fahren. Es ist gut, daß Sie endlich so weit sind. „Ach, Huith..-" „Nein, nein, sagen Sie nichts. Es ist gut, daß Sie so weit sind. Und ich, ich... na, ich wünsche Ihnen das Beste, das wissen Sie. Und dann nein, sagen Sie nichts ... dann die zweite Neuigkeit. Er sprach nun wieder rasch. „Die Bettina hat mir den Dienst aufgesagt. Sie zieht in die Stadt. Sibylle schob ihr Rad wieder an. Ganz nah gingen sie nebeneinander, um nicht über die Steil- wand zu fallen oder gar in die winterlichen Aecker zu treten, lieber ihnen brach die Sonne durch den Dunst. „Ist das alles?" f „Genügt es nicht? Äst es nicht viel auf einmal? Nicht eine Menge Neuigkeiten für vier Tage? 4 1^0-Meter-Brustschwimmen: 3 SM ■ —'j Runk, 2/116 (Gieß. SchwV.) - laetow, 31/116 (Bad-Nauheim) = Wie oft habt ihr von Blut und Boden, vom täglichen Brot und von der Ernährungsfreiheit unseres deutschen Volkes gehört und gelesen. Das ist gerade in Kriegszeiten poch wichtiger als es m Friedenszeiten schon war und hier„könntauch ihr eure junge Kraft zur Verfügung stellen und wichtige Arbeit leisten. Ähr wißt sicher, wie ungeheuer wichtig unsere Kartoffeln für die deutsche Ernährung sind und ihr selbst könnt euch den Mittagstisch kaum ohne Kartoffeln vorstellen. Da ist nun ein Käfer in unseren deutschen Gauen, der gerade die Kartoffeln sich als Lieblingsspeise ausgesucht hat. Gegen den richtet sich ein groß angelegter und au- Herst notwendiger Krieg, m dem ihr, Jungens, Soldaten sein könnt und sollt. Der Bauer allem, der schon an und für sich eine ungeheure Menge an Arbeit Tag für Tag zu lösten hat ist Nicht m ber Lage, diesen Kampf auch noch zu fuhren. Deshalb deutsche Jugend heran! Es gilt an erster Stelle zu wissen wo der Feind ist Daher müssen wir sorgfältig und regelmäßig jedes Kartoffelfeld absuchen. Jede Woche mufc bie Suche nach diesem äußerst gefährlichen Feind beut* scher Ernährung durchgefuhrt werden. Aber ich glaube, mancher von euch weiß noch gar nicht, wie eigentlich der Feind aussieht. Deshalb paßt auf, a . v ...... fnfiir m i t 1 P tl zier, ist gefallen...". „Es ist ja schon gut", sagte seine Mutter resigniert. „Es ist ja schon gilt. Wenn du es willst!" ',^ch werde sie euch morgen bringen. Ja, Mutter, und sie wird dir gefallen. Besser gefallen als das Mädchen Jngeborg." Er lächelte unb feine Mutter lächelte zuruck. „Ach Gott, Jngeborg. Ja, Du hast sie sehr gekränkt durch deine Kälte und Abweisung. Habe ich dir schon erzählt, baß sie mir heute eine Karte geschrieben hat? Aus Köln? Sie will bort ben Karneval mitmachen. Ja, ich glaube jetzt selbst, baß sie nicht zu dir gepaßt hätte, nachdem ich dich erst wieder einmal lange genug um mich gehabt habe." Wieder zog sich an diesem Tag die Arbeit in ber Werft lange hin. Joachim kam spät von Gulden herüber und mußte zu seinem Aerger sehen, daß eben der Dampfer abgefahren war. In fünfundvierzig Minuten fuhr ber nächste. Langweiliger Winterfahrplan, bachte Joachim. Er nahm ein Taxi und fuhr zum Seglerhafen hinaus. „Rasch, rasch", rief er dem Bootswächter zu. „Helfen Sie mir, mein Boot fertigmachen!" Er riß die Persenning vom Verdeck. ließ." „Gleichgültig?" _. „Na ja, man muß Ihnen bas sagen, damit Sie sich endlich einmal entschließen. Oder glauben Sie, daß Ihr Mann Sie aus Liebe so allein laßt? „Vielleicht ist er weit weg... vielleicht kann er nicht kommen." „Weit weg", sagte Huith. „Weit weg? Weihnachten war es mir, als hätte ich ihn gesehen. In ber Stadt." ^Huith!" „Er ging in ein Haus im Krautweg. 78 mar die Nummer..." Pimpfe. Kunstspringen, und zwar Pflicht- Kürspringen: 3 Teilnehmer: 1. Hans ^Lum 4/116 = 18,93 Punkt«; 2. Heinz Braun, W. 4/116 — 17,73 Punkte; 3. Waldemar Schaffner, Fhl. 2/116 ftattgefunben. . Landkreis Gießen. '4- Saubringen, 8. Juli. Der Gesangverein „Sängerluft" 2) au bringen ver- anftaltete am Sonntag auf dem Friedhof eine Ge- . dächtnisseier für die im Kampf für Großdeutschland ; gefallenen Sangesbrüder. Als Zeichen der äußeren , Ehrung wurde für die beiden gefallenen aktiven Sangesbrüder Heinrich Spper und Emil W al t h e r ein Kranz niedergelegt. Der Vereinsfuhrer hielt eine Ansprache. Der Chor des Vereins ang 'drei Lieder. Die Feier nahm einen würdigen Verlaus. = Mainzlar, 8. Juli. Der Gefreite Wun- derlich von hier wurde für seine Tapferkeit vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt außerdem der Obergefreite Rosmer, der sich als Krankenträger um seine verwundeten Kameraden verdient machte. _ Nach 25 wahren noch voll explosionsfähig. Lvd Herborn, 8. Juli. Ein Kind sand hier eine aus dem Weltkrieg stammend- 7,7-mm-Granate, die zweifellos von Artillerieformatwnen auf ihrem Rückmarsch in die Dill geworfen worden war. Die Polizei nahm den gefährlichen Fund in Verwahr und veranlaßte, daß die Granate schadlos gemacht wurde. Trotzdem die Granate 25 Jahre im Wasser q-legen hatte, war sie noch voll explosionsfähig. Dieser Fall zeigt wieder, wie vorsichtig man beim Fund von Explosionskörpern das Geschoß liegen und benachrichtigt die Polizei, die das weitere veranlaßt. (Strenge Bestrafung der Schwarzhörer Rundfunkhörer, die ihren Apparat wahrend des Urlaubs usw. außerhalb ihrer Wohnung betreiben wollen, müssen shre Rundfunkgenehmigung und den letzten Empfangsschein über Rund, unk gebühren mit- nehmen, damit sie nicht des Schwarzhorens verdächtigt werden. Bei längerer Abwefenheck vergesse man nicht, vor dem Weggang die in dieser Seit fällig werdende Rundfunkgebühr zu bezahlen, An- tenne, Netzanschluß oder di- Batterie abzaschalten. Wenn ein Rundfunkhörer im Ausnahmefall vorübergehend auf die Empfangsgenehmigung verzichten will — was nur zum Ablauf eines Kalender- Monats zulässig ist - muß er spätestens zum 26. des betreffenden Monats bei seinem Postamt kundigen und sich bei seiner Rückkehr von neuem an- melden. , einander, ihre Arme berührten sich. Sie gingen nebeneinander, als gehörten sie zusammen. Und doch würde ihr Weg sie schon bald ausein- anderführen, weit auseinander. Vielleicht würde sich Huith versetzen lassen. Hinein in die Heide, in die Heimat, zu den moorigen Tümpeln und schillernden Weiden. Manchmal träumte er bas. Vielleicht würde er aber auch hier bleiben und Gesine Wing heiraten, so wie die Leute es wollten. Sibylle jedenfalls würde wegziehen aus dem Haus am Strand. Und dann wurde er vergessen daß er sie geliebt hatte. Dann würde es endgültig vergehen. Er wartete darauf, baß alles vergehen sollte, all die Unruhe seines Herzens, die diese Frau über ihn brachte. Sie würde sich also jetzt scheiden lassen von ihrem Mann, der... wie hatte er noch gesagt?... her em Phantom geworden war. frören Sie, Frau Hauck", sagte er, „es fallt mir gerade ein. Wenn Sie vielleicht einen Zeugen brauchen. Sie können immer auf mich zählen. Fäh blieb Sibylle stehen. „Sie haben mir immer geholfen, ich weiß." Sie sah ihm in die Augen. „Immer, Huith, ohne daß ich Ihnen danken konnte. Aber nein, das ist es nicht, was ich sagen will. -Ja) muß Sie fragen. Antworten Sie mir, Huith, sagen Sie mir, was ich tun soll." Das habe ich Ihnen doch schon seit drei Jahren gesagt. Ich verstehe Sie nicht. Wie können Die nur immer zögern und zögern. Ihr Mann, ber Maler Hauck... Sie müssen ihm sehr gleichgültig sein, nachbem er drei Jahre lang nichts von sich Horen Bbllt, Klasse L 200-Meter-Bru st schwimmen: 3 Teil« nebmer 1 Ilse Runk,' 2/116 (Gieß. SchwV.) = ? 36 5 2 Ilse Paetow, 31/116 Bad-Nauhemi) - 3:46,3; 3. Älo Pfeifer, 1/116 (Gieß. SchwV.) = „Ich meine nicht, Huith. Sie täuschen sich." Und Sibylle lächelte. „Sie haben es immer so gut mit mir gemeint. Seit Jahren. Immer. Ich danke Ihnen ehr. Der Dampfer war nahe gekommen. Steil ragte feine Rauchfahne über die Kimm. Aus Stollens Kartoffelacker erhoben sich kreischend sieben Krähen. „Sie müssen umkehren, Huith, sonst kommen Sie zu spät zum Mittagessen." Huith lachte trotzig auf. „Die Bettina... na ja. Leben Sie wohl, Sibylle." Er sagte ihren Vornamen, zum ersten Male, weil es ja doch wie ein Abschied war, dieser kleine Spaziergang zwischen Meer und Land. Joachim Keit sprach mit seinen Eltern. Er sagte, daß er heiraten würde, sobald die Frau, die er sich ausgewählt hatte, durch das Gesetz frei geworden sei. Er sagte, daß er wegziehen würde aus feinem kleinen Jungenzimmer, daß er sich von dem Vermögen, das ihm selbst gehörte, ein Haus bauen wollte. „Sie ist Kunstmalerin, ja. Künstlerin, sagt ihr. Aber über die veralteten Ansichten von früher.könnt ihr euch wohl hinwegsetzen. Sie ist ein gebildeter Mensch, wenn man schon darüber sprechen muß. Sie ist auf der Akademie gewesen. Ihr Vater war Dffi= mal im Sommer. . , ,. Nun weiß jeder von euch, men er juJucfjen hht. Während eure Väter und Brüder da draußen tm Kampfe gegen untere Feinde sichen, sollt ihr nun helfen diese schwarzgelbe Gefahr aufzufinden und zu vernichten. Hier seid ihr Soldaten, und wie wir -------------- alle uns auf unsere Front dadraußen verlassen Teilnehmern Ursula Dinslage, Gretel Kirstein, und breit. . Er suchte, was sehr unsinnig war, den Strand entlang. Es war niemand zu sehen, nur ein paar Möwen schaukelten sich-auf dem Wasser. Er kreuzte die Küste entlang, schwenkte über ine Ducht, kam bis zum Rübsam-Hof. ,/grau Hauck? Ach so, die Malerin da drüben. Nein, die haben wir nicht gesehen. Schon seit Wochen nicht mehr." • „ Er fuhr zurück nach Stein. „Frau Hauck? Ach ja, ihr Kahn ist heute nacht vom Wasser mitgenommen worden. Vielleicht ist sie in die Stadt gefahren, um nachzufragen, ob etwas in ber Hörn angetrieben wurde." Niemand hatte eine Ahnung, wo sie sein könnte. Nur in der Wirtschaft erzählte man ihm, daß sie heute morgen angerufen worden sei. Ein Mann habe telephoniert und sie aufs Postamt gerufen. Sie hatte die Nummer 77 832 anrufen müssen. Die Nummer kam ihm bekannt vor. „Wo kann ich hier telephonieren?" z Er stand in ber kleinen Postttube bes Dorfes Stein, neben bem Tisch, auf oem eine grüne Schreibunterlage mit Reißstiften befestigt war. Die Nummer 77 832. Es melbete sich niemand. „Wie spät ist es jetzt?" Er sah auf die Uhr. Sieben gleich. Vielleicht war sie nur eintaufen gegangen unb inzwischen zurück. Vielleicht war sie auch nur in der Schule. Aber man erklärte ihm, daß in Dörup heute abend keine Schule abgehalten würde. Er verließ die Post, lief zum Strand, auf dem I nun die Nacht lag, kreuzte zurück zu Sibylles Haus. Es war verschlossen wie vorher. Dunkel. Kem Licht. 1 (Fortsetzung folgt.) Ich hatte eine erhebliche Bronchitis u. Angina, die ich mit Karlssprudel in heiß. Milch bekämpfte. Die Wirkg. trat in kurzer Zeitein. Die schnelle Heilung verdanke ich Ihr. Karlssprudel. J.Wild, Oberstfeldmstr., Zehdenick H.,Liebenw.Str. 10.8.37- 2o grofje Flai . (Gieß. SchwB.) = 1:37; 5. Heinz Tfchammer, Mar.. Handball-Entscheidungsspiele ^z'ooetzen-Mitte = 3.09,8 mit Larven in die Erde, verpuppen sich unb nach kurzer---------—------\ Zeit schlüpft der sertige Jungkäfer «u-. W°n>g- Mandelentzündung Tage nach dem Ausschlupfen sind bie Sungtc erl schon fähig, sich weiter zu vermehren. Dieser Kreis lauf in ber Entwicklung wiederholt sich dis zu drei-