M. Jahrgang Nr.ö9 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck11686Frankf./M. Samstag, 9. j Somtag, fv.März 194(0 »■■■ ä Samstag, 9,8 Gietzener Anzelger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhrdes Bormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf., Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse Mengenstanelö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. vrühlscheUniversttArdmSereiU. Lange General-AnzeigersürOberhessen -iehen^5chulstraße 7-9 Oie allgemeine Wehrpflicht Grundlage des deutschen Kampfes. Generaloberst von Brauchitsch zum 5. Jahrestag der Wehrfreiheit. Berlin, 9. März. (DNB.) Der Ober- bsfchlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat zum 16. März, dem fünfte n Jahrestag der deutschen Wehrfreiheit, folgende Ausführungen veröffentlicht, die wir einem Sonderheft der Jllustrirten Zeitung, Leipzig, entnehmen: Als vor fünf Jahren, am 16. März 1935, der Führer die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland anordnete, erfüllte er einen weiteren Punkt des nationalsozialistischen Programms. Mit berechtigtem Stolz blickt wohl am fünften Jahrestag der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht jeder Deutsche und insbesondere jeder Soldat auf das Geleistete. Es ist nicht nur möglich gewesen, wenige Monate nach der grundlegenden Verordnung den ersten Jahrgang für die militärische Dienstpflicht zu erfassen, auszu- rüsten und auszubilden, wozu viele Voraussetzungen zu erfüllen waren, die Aufstellung des dafür notwendigen Offizier- und Unteroffizierkorps, die Organisation der Erfassung und Musterung, die Anfertigung und Beschaffung von Bekleidung, Waffen und militärischem Gerät für viele hunderttausend Soldaten und die Herstellung von Kasernen, Lagern und Hebungsplätzen. Es ist darüber hinaus mit Hilfe der kurzfristigen Ausbildung gelungen, Millionen wehrtauglicher deutscher Männer mit dem Waffendienst vertraut zu machen sowie ihre Ausrüstung und Versorgung im Kriegsfall mit Waffen, Munition, Bekleidung und vielem anderen sicherzustellen. Wir besitzen heute nicht nur in vereinzelten Schaustücken, sondern in gewaltiger Zahl Waffen, die uns durch das Versailler Diktat verwehrt waren. Wir haben Tausende von Kampfwagen, Hunderte schwerer und schwerster Batterien, eine mächtige Luftwaffe, Schlachtschiffe und U-Boote. Der beste Beweis für unsere militärische Schlagkraft war der Siegeszug in Polen im September 1939. Im Rückblick auf das Geleistete verdienen zwei Tatsachen gewürdigt zu werden. Die Arbeit der Reichswehr und dos Wirken der Partei. Ohne die jahrlang in aller Stille durchgeführten waffentechnischen Versuche des 100 000 -Mann- Heeres, ohne das Festhalten an dem Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht und damit verbundene organisatorische Vorbereitungen und ohne den festen Willen aller seiner Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, das Diktat von Versailles zu zerbrechen, schließlich ohne ihren unerschütterlichen Glauben an Deutschlands Aufitieg wäre die Durchführung der Verordnung des Führers vom 16. März 1935 in der Art und Weife und vor allem auch in der Zeit, in der sie geschah, niemals möglich gewesen. Es bedurfte aber auch der Mobilisierung der Gei st er und Herzen, durch die Partei. Erst über den Nationalsozialismus gelangten wir wieder zur allgemeinen Wehrpflicht. Der Erziehungsarbeit ist darin unter allen Aufgaben der Bewegung der größte Wert beizulegen. Sie muß auf den militärischen Dienst vorbereiten und später an ihn immer wieder anknüpfen. Die Bereitschaft zum Wehrdienst ist die Voraussetzung für seine Erfüllung. Die militärische Dienstzeit ist das Kernstück in der Erziehung des'deutschen Menschen. So eindrucksvoll das äußere Bild der militärischen Organisation Deutschlands ist, so sind doch damit die Grundlagen unseres heutigen Kampfes und seiner Kräfte nur bedingt aufgezeigt. Erst wenn wir sehen, daß aus dieser Organisation bereits ein Organismus und damit etwas Ganzes geworden ist, begreifen wir die vollbrachte Leistung sowohl der letzten fünf Jahre wie des jetzigen Krieges. Es wurde das deutsche Volk mit allen seinen personellen, materiellen, geistigen und see- Geneval d>er Panzertruppe Guderian veröffentlicht zum fünften Jahrestage der deutschen Wehrfreiheit folgende Ausführungen: In den zwanzig Jahren zwischen den Kriegen verstrich kaum ein Monat ohne Auseinandersetzungen über die voraussichtlichen Leistungen von M o - tor und Pferd. Kein Wunder! Hing doch von der Beantwortung dieser Frage Gliederung und Fechtweise neuzeitlicher Heere ganz wesentlich ab. Mit ungeheurer Spannung sahen wir der Probe des Ernstfalles entgegen. Sie liegt hinter uns. Der Polenfeldzug führte uns in ein Gelärme ganz nach dem Herzen der Anhänger des Pferdes : Tiefe, weiche Sandwege in schier endloser Ausdehnung, wenige Straßen, wenig tragfähige Brücken, meist aus Holz, keine Werkstätten, keine Tankstellen, keine Ersatzteillager; dafür aber weite Ebenen, die Bewegungen zu Pferde abseits der Wege gestatteten, vorwiegend landwirtschaftliche Bebauung mit ausreichenden Futtermitteln; schließlich ein Umstand, der beiden Fortbewegungsmitteln zugute kam: gutes Wetter. Der Feldzug bewies, daß unsere Motoren den Schwierigkeiten d^s polnischen Kriegsschauplatzes im trockenen Herbstwetter des September hervorragend gewachsen waren; sie wurden spielend überwunden. Unsere Schnellen Truppen vermochten die Heeresbewegungen so zu beschleunigen, daß der Feldzug in wenigen Wochen beendet werden konnte. Das flotte Tempo führte zu starker Beanspruchung der berittenen und bespannten Einheiten, die zeitweise Mühe hatten zu folgen. Der Gegner glaubte, seine Armee der Eigenart seines Landes bestens angepaßt zu haben. Sie war vorwiegend pferdebespannt; der Feind besaß eine zahlreiche und gute Kavallerie. Seine motorisierten und gar gepanzerten Einheiten waren schwach und zudem verzettelt; von ihnen versprach er sich nicht viel. Der Gegner befand sich in einem grundlegenden Irrtum. Die Unterschätzung lischen Kräften erfaßt. Es entstand die neue deutsche Wehrkraft. Sie ist nicht nur in der Wehrmacht, in der Wehrwirtschaft und in der Wehrwissenschaft sichtbar, sondern auch in der Or- ganisatton des Staates und in der Lebensordnung des einzelnen deutschen Menschen. Von der allgemeinen Wehrpflicht ist so gut wie alles, was in Deutschland seit 1935 geschehen ist, mitbestimmt worden. Millionen deutscher Männer, die durch ihre Schule gegangen sind, haben körperlich und geistig- seelisch Kraft empfangen. Ihr Denken und Handeln hat für das weitere Leben Richtunggebung erfahren. Sie wußten am 1. September 1939, daß der Führer eine für die deutsche Zukunft notwendige Forderung gestellt hatte. Sie begreifen und vertreten, worum es im jetzigen Krieg geht und daß sein Ausgang für unser Volk bis in ferne Generationen entscheidend ist. Nur weil wir die allgemeine Wehrpflicht wieder besitzen, sind wir in der Lage, den jetzigen Kampf zu bestehen. Wir wissen, daß sich unser Sieg auf dieser Grundlage erhebt, auf der Bereitschaft des deutschen Mannes, sich zum Kampf für Volk und Vaterland zu stellen. der motorisierten und zumal der gepanzerten neuzeitlichen Einheiten unseres Heeres wurde fein Verhängnis. Vom zweiten Taae des Feldzuges an waren feine Fronten durchbrochen, feine Verbindungen gestört, seine Führung gelähmt. Die Kriegsgeschichte kenn! kaum eine vollständigere Niederlage, sie konnte auch durch den aufopfernden Einsatz der Kavallerie nicht aufgehalten werden. Im polnischen Feldzug hat der Motor entscheidend gesiegt! Für die Zukunft läßt sich mtt Sicherheit Voraussagen, daß die Entwicklung des Kraftzuges noch keineswegs abgeschlossen ist und daher eine gesteigerte Leistungsfähigkeit der motorisierten und gepanzerten Einheiten eintreten muß. Die Leistungsfähigkeit des Pferdes hingegen ift naturgegeben; hier ist ein Mehr nicht möglich. Während also bei den berittenen und bespannten Einheiten weder größere Beweglichkeit und Schnelligkeit noch besserer Schutz gegen Feuer zu erwarten sind, wird uns die Zukunft stärkere und zuverlässigere Motoren, bessere Laufwerke, festere Panzer, wirksamere Seh- und Verbindungs-Mittel und grö- ßere Kältebeständigkeit bringen. Der Wettstreit auf diesem Gebiet wird sobald nicht aufhören, zumal die Abwehr gegen die neuen Angriffsmittel wächst und zu immer neuen Anstrengungen zwingt. Die Taktik und die operative Verwendung der neuen Waffen gründen sich auf die Ueberlieferung der besten Lehren d-er Kavallerie. Kavallerie und Panzertruppen, Panzerabwehr und Schützen, motorisierte und berittene Aufklärung bilden im deutschen Heere die Schn ellen Trup p em In ihnen soll aus dem gleichen Geiste rücksichtslosen Draufgehens aus dem Streben nach Zufammenfaffen der Kräfte im entscheidenden Raum, aus dem Erfassen des richtigen Zeitpunktes, aus der geschickten Wahl des Geländes jene blitzschnelle Schlacht- und Kriegsentscheidung gesucht und gefunden werden, die wir zum Heile unseres Vaterlandes im Polenfeldzug herbeizuführen das Glück hatten. Motor und Pferd im modernen Krieg. Erfahrungen und Zukunstsaussichten der Schnellen Truppen. Durch Opfer zum Sieg. Das deutsche Volk aedenkt an diesem herben Märzsonntage seiner gefallenen Helden, der Toten des Weltkrieges, deren Gräber sich wie ein Wall rings um ihre Heimat ziehen, der Toten des Feldzuges in Polen, der Toten, die im Westen die Grenze schützten, der Toten unserer Luftwaffe und Marine, die im Kampf gegen England ihr Leben einsetzten, und all der Männer und Frauen, die mit heißem Herzen für Deutschland ihr Blut gegeben haben. Unser besond-erer Dank gilt diesmal auch den Helden deutschen Volkstums, die auf eine so entsetzliche Weise Opfer des von den Polen organisierten Massenmordes geworden sind. Wo auch immer sich über ihrem Leib die Erde wölbt, und mag auch kein Kreuz und kein Stein ihre letzte Ruhestätte künden, mögen sie schlafen auf dem Grunde des Meeres oder im Sande der Wüste, sie alle sind durch ihre Taten unsterblich geworden, sie alle stehen unvergessen in der Erinnerung ihres Volkes, das heute voll Dankbarkeit und Ehrfurcht erhobenen Hauptes an ihre Gräber tritt, weil es weiß, daß feine Helden nicht umsonst ihr Leben dahingegeben haben, daß sie und ihr Volk eine große innige Kameradschaft eint, von der einst der Dichter und Frontsoldat Heinrich Lersch mit den schönen Worten gesprochen hat: „Wenn die letzten Strahlen der finkenden Sonn» über das Kampffeld streichen, steigen aus Gräbern und Lüften die toten Soldaten herauf, aus Gräbern in Wäldern und Schluchten, aus Gräbern in Heide und Sand stehen sie vor ihren Hügeln betend, der Heimat zugewandt? Wie ihr letzter Gedanke der Heimat gatt, die sie mit ihrem Opfer davor bewahrt haben, Kriegsschauplatz zu werden, so fühlen wir uns heute und immerdar mtt ihnen innig verbunden. Denn aus ihrem Opfer wurde Deutschlands Auferstehung. Aus der Fro-ntkameradschaft des Großen Krieges wuchs den Besten unseres Volkes der Glaube an ein neues Reich und die Kraft, im Geist der gefallenen feldgrauen Kameraden den Kampf für eine deutsche Wiedergeburt auf sich zu nehmen und durchzustehen. Aus ihren Händen haben wir als teures Vermächtnis die hohe Verpflichtung übernommen, uns ihres Opfers würdig zu erweisen, wohin uns auch immer der Befehl des Führers gestellt haben mag, in außerdem innerhalb des Oberkommandos des Heeres den Ausbau der Schnellen Truppen und die Motorisierung der gesamten Wehrmacht. Er war maßgeblich beteiligt an der Entwicklung der Schnellen Truppen, die im siegreichen Polenfeldzug ihr Können unter Beweis gestellt haben. Die Vereinigung der verschiedenen Aemter bietet die Gewähr einheitlicher Zielsetzung und Durchführung in der Mo torisierung von Wehrmacht und Wirtschaft. Ein Ansporn. Der fünfte Opfersonntag brachte mehr als 13 Millionen. Berlin, 9. März. (D3tB.) Der am 10. Februar 1940 durchgeführle 5. Opferfonntag des Kriegs- winlerhilfswerkes erbrachte mit 13 337 776,22 RM. einen durchschlagenden Beweis für die Opferbereit- Generaloberst von Brauchitsch Bei den Krontarbeitern. ...... 9. März. (P. K.) Im erneut winterlichen Schneewinde blähen sich die Fahnen. Am Fuße der Masten haben sich im offenen Viereck die Frontarbeiter des Westwalles aufgestellt. General- von Brauchitsch, der Oberbefehlshaber des Heeres, spricht zu den Männern, die im Feuerbereich der Geschütze des Gegners unter den schwersten äußeren Bedingungen, unter einem ungewöhnlichen körperlichen Einsatz, unter Verzicht auf viele Angenehmlichkeiten des äußeren Lebens, Bunker, Stellungen und Sperren bauen. Der Generaloberst würdigt diese Arbeit und legt den Männern dar, wie notwendig gerade eine solche Leistung sei. Sie gebe den Soldaten die Möglichkeit, die Heimat zu verteidigen, sie zeige dem Gegner, wie ein Volk sich gegen jeden Angriff zu sichern wisse. In den vergangenen Monaten des Krieges habe die deutsche Wehrmacht gemeinsam mit dem deutschen Arbeiter und der deutschen Frau der uns feindlichen Welt gezeigt, wie das heutige Großdeutschland einen gegnerischen Angriff bekämpfe. Darum auch verdienten Soldat und Arbeiter stets zusammen genannt zu werden, darum auch spreche er im Namen der Soldaten des Westens den Frontarbeitern feinen Dank für ihren Einsatz aus. Dann trat der Oberbefehlshaber, begleitet von Dr. Todt, auf die Frontarbeiter zu und Übergab den Männern, die die längste Zeit am Westwall ihren Dienst tun, das Schutzwallehrenzeichen. Mit jedem sprach der Generaloberst, erkundigte sich nach seiner Arbei^ Er schüttelte den Männern die Hand und dankte jedem. Ein Westwallarbeiter dankte dem Generaloberst für fein Kommen und versprach für seine Kameraden, wie bisher ihre Pflicht zu tun. Bei den Soldaten. Im dichten Schneetreiben setzte der Oberbefehlshaber die Fahrt fort. Er besichtigte die Hebung eines Infanterieregiments Mischen den Bunkerstellungen, er besprach sich mit seinen Generalen, und während er die Hebung verfolgte, bei diesem oder jenem Soldaten verhielt und mit ihm sprach, erinnerte sich das Wetter besserer Pflichten, und wärmend kam die Sonne. Der Wmd trug leisen Kanonendonner von der Front herüber und deutete an, daß diesen Hebungen ein ernster Hiw tergrunb geboten war. Nach der Hebung sprach h-x Generaloberst itt eindringlichen Worten zu den. Offizieren über die schweren Aufgaben der Zukunft I und erinnerte immer wieder an die Festigkeit des! soldatischen Einsatzes, indem er schloß: „Immer nur voran sehen und immer nur voran gehen, ohne darauf zu achten, was zur Rechten oder zur Linken geschieht!" In schneller Fahrt begann die Besichtigung der Stellungen und F r o n t a r b e i t e n , der Pioniere, immer wieder wurden Besonderheiten der Bauten und der Stellungen erläutert und erklärt. In allen Dörfern in den geräumten Gebieten, an den Stellungen längs der Straße standen die Soldaten, grüßten die Frontarbeiter. In rascher Fahrt ging es zur luxemburgischen Grenze. Still lag die Mosel, still lagen die Häuser „drüben", ein paar Zollbeamte waren zu sehen, konst alles still. In der hellen, strahlenden Sonne lagen „drüben" an der Dreiländerecke bereits die gegnerischen Stellungen. Die Nähe der Front wurde offenbar: die ersten zerschossenen Häuser, ausgebesserte Granattrichter am Straßenrand, verstärkter Stellungsbau, Feldkabelleitungen, Batteriestellungen, deren getarnte Geschütze kaum erkennbar waren. In einem Dorf ein Halt: Es beginnt ein neuer Divisionsabschnitt. Der Divisionskommandeur meldet sich und meldet zugleich vier Soldaten zur Verleihung des Eisernen Kreuzes. Der Oberbefehlshaber überreicht jedem mit Worten des Dankes die Auszeichnung: Zuerst einem Pionierhauptmann für den Einsatz seiner Kompanie, einem Hnter- offizier und zwei Gefreiten für tapferes Verhalten in einer Vielzahl von Spähtruppunternehmungen. Inmitten der Frontarbeiter läßt sich der Oberbefehlshaber von den Pionieren und Bauführern die Stellungen zeigen. Er gibt Anregungen und trifft Anordnungen, und während er mit seiner Hingebung auf der Höhe steht, strömen Frontarbeiter und Soldaten herbei und stehen in weitem Halb- kreis umher. 3m Vorfeld. Es ist immer das gleiche, grüßende und winkende Menschen. Dann aber wird es einsamer, als der Generaloberst in das Vorfeld fährt: Erstaunt und überrascht stehen die Posten an den Schrankensperren, als der General an ihnen vorüberfährt. Soweit es mit dem Wagen nach vorn geht, so weit auch wird gefahren. Inmitten der verlassenen französischen Stellungen hart hinter dem vordersten Posten besieht sich der Generaloberst das Vorfeld» an der Krönt. Eine zerschossene Kapelle, aus gebaute Stellungen, die von wett vorgeschobenen MG.--Posten besetzt sind, verfallene ftanzösische Stellungen, im Oktober vom Gegner verlassen. Hier besichtigt und vergleicht der Generaloberst die Vorfeldstellungen. Der Gegner schießt auf den Schneeberg, etwa 2 Kilometer zur Rechten, dort wo die Sonne, bereits sich neigend, wie ein glühender Teller steht. Dumpf die Abschüsse, summende Flugbahn, dunkel die Einschläge — der Atem des Krieges. Am Grabe der Gefallenen. In der abendlichen Stunde des sich neigenden Tages besuchte der Oberbefehlshaber einen Friedhof, der die Gefallenen des Abschnittes birgt. Die Schlichtheit, mit der der deutsche Soldat seine gefallenen Kameraden ehrt, ist rührend. Schmale Holzkreuze nennen die Namen, kleine Tannen schmücken den Totenacker, Blumen künden die Dankbarkeit der Kameraden. Ein großes Kreuz aus weißer Birke hebt sich hoch hinauf, eine Kriegsflagge weht im Wind, und die rotleuchtende Abendsonne gibt die letzten, versöhnenden Strahlen. Der Oberbefehlshaber legt, während ein Ehrenzug das Gewehr präsentiert, an einem Grabe für alle Toten einen Kranz nieder. In diesem Toten ehrt er seine gefallenen Kameraden, die ihr Leben für ihr Vaterland gaben. Vor den Toten einer Division ehrte der Oberbefehlshaber des Heeres über dem Grab des Unteroffiziers Joseph Dollendorf die Toten des Westens und die Toten in Polen, er dankte den Toten dieses'Krieges für ihr Opfer und er dankte zugleich für alle Soldaten feines Heeres. Dr. Joachim Fischer. Generalmajor von Schell llnterstaats- sekretär im Neichsverkehrsministerinm. Berlin, 8. März. (DNB.) Der Führer hat den Generalbevollmächti Aen für das Kraftsahrwefen im Vierjahresplan, Oberst des Generalstabes von Schell zum Generalmajor ernannt. Gleichzeitig ist Generalmajor von Schell unter Verleihung der Dienstbezeichnung Unterftaatefetretär als Abteilungsleiter in das Reichsverkehrs- minifterium berufen worden. Das Aufgabengebiet des Unterstaatssekretärs umfaßt den gesamten motorisierten Verkehr und den allgemeinen Straßenverkehr. Generalmajor pou Schell bearbeitet schäft des deutschen Volkes. Von dieser Summe zeichnete erstmals in der Geschichte des WHW. der Gau Wartheland 72000 RM. Mit einer Mehrsumme von 5 316 477,67 RM. erhöhte sich das Ergebnis gegenüber dem gleichen Eintopfsonnlag des Vorjahres um 66,28 v. h., womit sich der Durchschnitt je Haushalt von 36,33 Rpf. auf 57,68 Rps. steigerte. Angesichts des morgigen lehtenOpfer- sonntags im diesjährigen Winterhilfswerk erfahren gerade diese Zahlen eine besondere Bedeutung. Das deutsche Volk opferte an den fünf bisherigen Opfersonntagen allein weit mehr als 60 Millionen RM., so daß zu erwarten ist, daß aus den sechs Opfersonntagen dieses KWHW. mindestens 75 Millionen RM. aufgebracht werden. In welchem Maß die Opferbereitschaft des deutschen Volkes angestlegen ist, ergibt sich am besten aus einem Vergleich mit dem Ergebnis der sechs Eintopfsonntage des ersten WHW. 1933/34, die damals etwas mehr als 25 Millionen RM. erbrachten. Auch der bevorstehende Opfersonntag wird den Beweis dafür erbringen, daß das deutsche Volk sich darüber klar ift, daß der Sieg nur hinter Opfern sieht. Oer Wehrmachtsbericht. Berlin, 8. März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront außer örtlicher Artillerietätigkeil keine besonderen Ereignisse. In der Nacht vom 6. zum 7.3. und vom 7. zum 8.3. fanden wiederum erfolgreiche Vorstöße der Luftwaffe gegen die britische Ostküste statt, hierbei wurden trotz starker Gegenwehr insgesamt 11 im britischen Geleit oder abgeblendet längs der britischen Ostküste fahrende Handelsschiffe ver» senkt oder schwer getroffen. Alle deutschen Flugzeuge, die zu dieser Unternehmung eingesetzt waren, kehrten ohne Verluste zurück. Ein zur Aufklärung gegen Nordschotlland eingesetztes Flugzeug wird vermißt. In der Nacht vom 6. zum 7. 3. flogen einzelne englische Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Bis auf ein Flugzeug traten alle übrigen noch vor Erreichen der deutschen Küste den Rückflug an. Bei feindlichen Einflügen nach Nord- und Westdeutschland in der Nacht vom 7. zum 8.3. wurde dänisches und luxemburgisches Hoheitsgebiet verletzt. Klare Sprache. Kam weist Provokationen der englischen presse zurück. Rom, 9. März. (Europapreß.) „Daily Sketch" verwies darauf, daß unter allen europäischen Staaten I t a l i e n zur See und in der Luft a m l e ich - testen verwundbar sei. Das Blatt knüpft daran mit mysteriösen Mahnungen die Andeutung der Möglichkeit, „daß sich in den nächsten Tagen eine heikle Lage ergeben tonnte"; Diese provozierende Auslassung, bemerkt hierzu das halbamtliche Blatt „Giornale d'Jtalia", erreiche ihren Zweck keinesfalls. Denn die italienische Nation bewahre ihre Ruhe. Bielleicht wolle der „Daily Sketch" nur die Ungereimtheiten des gegenwärtigen Mittelmeersystems in Erinnerung bringen und damit das oute Recht Italiens bestätigen, im Namen der Freiheit und der Gerechtigkeit dessen Revision zu fordern. Die Streikräfte Italiens seien vollauf bereit. Ihr Geist sei wie jener der ganzen Nation stolz und wagemutig. Die Streitkräfte stützten sich auf Positionen, die nicht nur unverwundbar seien, sondern auch äußerst offensiv werden könnten. — Das Blatt bringt dann die außerordentlich günstige seestrategische Lage Italiens im Mittelmeer in Erinnerung, die England bereits zur Aufgabe jeder Verteidigung des Mittelmeeres bestimmt habe. „News Dhronicle" hat festgestellt", schreibt „Po- pvlo d'Jtalia", daß England im Kriege sei und deshalb sich nicht mit halben Mitteln be- genügen könne. „Dieses Blatt spricht klar", bemerkt das Organ Mussolinis. „Es bestätigt, ,daß mit allen möglichen Mitteln' verhindert werden solle, daß sich Deutschland Auslandsdevisen beschaffe auch mit Mitteln, die aus dem Rahmen der internationalen Gesetze herausfallen. Auch mir sprechen k l a r", fährt „Popolo d'Jtalia" fort. „und sagen, daß Italien diese schmutzige Moral der nützlichen und unnützlichen Belästigungen nicht an nimmt. Wir sagen, daß dieses unmoralische Gesetz, das dem anderen die Luft wegnimmt, wenn diese Luft auch dem brutalen englischen Egoismus dienlich ist, verschwinden muß. Und wir sagen schließlich, daß Italien keine bevorzugte Behandlung verlangt hat, noch jemals verlangen wird. Niemand hat im abessinischen Krieg verlangt, daß die Home Fleet nicht schießen solle. Wenn ihre Kanonen geschwiegen haben, so ist dies geschehen, weil es nützlich war für England, daß sie schweigen! Oer Reichsaußenminister fährt nach Rom. Berlin, 8. März. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop wird sich am Samstag, 9. März, vormittags, zu einem kurzen Aufenthalt nach Rom begeben. „Popolo di Roma"' betont, daß „dieser Besuch in der anormalen internationalen Situation e i n völlig normales Ereignis darstelll", um so mehr, als die Abkommen der Achse den Austausch der Ansichten zwischen den leitenden Persönlichkeiten der beiden Nationen vorsehen und vor allem dann, wenn sich bedeutsame Probleme bieten, die beide Telle interessieren. „Messaggero" unterstreicht die Uebereinstimmung der Ideale der beiden befreundeten Nationen sowie die Tatsache, daß der Besuch zu einem Zeitpunkt vor sich gehe, da Italien energisch für seine Rechte eintrete, die eine andere Macht zu beschneiden versuche. zäher, harter Arbeit, in eiserner Disziplin, in ernster Bereitschaft, und wenn die Stunde es von uns fordert, in Kampf und Tod es ihnen gleichzutun, auf daß Deutschland lebe und das Werk nicht vergehe^ für das sie einst gestritten und gelitten haben. Ohne Bitterkeit dürfen wir heute des Opfertodes unserer gefallenen Kameraden aus dem Großen Kriege gedenken, mag es auch einst eine Zeit gegeben haben, wo viele, die den Gatten, den Sohn, den Baler, den Bruder verloren hatten, wähnten, daß ihr Opfer umsonst gebracht worden sei. Der Geist des Frontsoldaten, der niemals verzagend, niemals entmutigt, immer das letzte Ziel vor Augen, das deutsche Volk wieder empvrriß und das neue Reich schuf, hat sich niemals überzeugender und erschütternder offenbart als in den letzten Tagen des Krieges, als alles zusammengebrochen zu sein schien. Heber diese Tage, die der Feind von damals, der auch wieder unser Todfeind .von heute ist, überheblich als seinen Sieg bezeichnet, schrieb der Schweizer Hermann Stegemann in seiner „Geschichte des Krieges": „Als die Kanonen schwiegen, war die deuffche Front, rückwärts schreitend, vor der Maas-Linie angekommen, aber nirgends von Panik erfaßt, nirgends gebrochen. Dieses von allen Glücksgöttern verlassene, der obersten Leitung entbehrende, auf sich selbst gestellte Heer focht unter der Führung des auf seinem verlorenen Posten aus- harrenden Feldmarschalls yon Hindenburg bis zum letzten Augenblick in verbundener Front und setzte seinen Rückzug in Staffeln fort,' ohne dem Feind den Rücken zuzuwenden und ohne ihm den Weg in seine Flanken freizugeben. Es bleibt dem deutschen Heere der Ruhm, unter den schwierigsten Umständen, vor sich den Feind, hinter sich die Revolution, von den Bundesgenossen verlassen, aber s i ch selbst getreu und seiner unsterblichen Taten eingedenk, bis zum letzten Augenblick gefochten zu haben, ohne die Grenzen des Vaterlandes zu öffnen. Die Kriegsgeschichte wird ihm, ob Deuffchland auch den Krieg verlor, zu allen Zeiten und vor allen anderen Armeen den Lorbeer reichen." „Sich selbst getreu", auch in dunklen Stunden, die im Leben des einzelnen wie in der Geschichte eines Volkes nicht ausbleiben, das ist letzte und höchste Bewährung. Aus diesem Gefft kamen die Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, deren Glaube an ein neues Deutschland der Ehre und Freiheit die Brücke schlug zu einer neuen Zeih in der das Opfer der feldgrauen Kameraden des Weltkrieges ihren Sinn und ihre Rechtfertigung erhielt. Und der Geist, der in jenen dunklen Novembertagen des Schicksalsjahres 1918 das deutsche Heer zusammengehalten und unter schwersten Umständen zu höchsten Leistungen befähigt hatte, dieser Geist war es, der auch in den Jahren der Schmach und Erniedrigung den Gedanken des „Volkes in Waffen" als teuerstes Vermächtnis des stolzen alten Heeres hinüberzuretten gewußt hat in eine Zeit, die sich wieder auf die Werte besann, die einst Deuffchland groß und stark gemacht hatten. Der Führer selbst hatte, als Frontsoldat des Weltkrieges klar durchschaut, was die allgemeine Wehrpflicht, die als nationaler und sozialer Kitt Stände und Stämme zur großen Einheit des feldgrauen Heeres band, für unser Volk bedeutete. Und auch unsere Feinde hatten gemeint, das deuffche Volk nicht harter treffen zu können, als durch das Verbot der allgemeinen Wehrpflicht, die es Deutschland ermöglicht hatte, gegen eine Welt von Feinden AXA Jahre standzuhalten. Aher was die kleine Reichswehr unter den widrigsten Verhältnissen treu bewahrt hatte, wurde nach dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution durch die kühne Tat des Führers zum Kern der neuen groß- deuffchen Wehrmacht, die auf den Schlachtfeldern Polens, im Vorfeld des Westwalls, auf und über der Nordfeee ihre erste Bewährungsprobe bestanden hat. Arn 16. März werden fünf Jahre vergangen fein feit jenem Tage, an dem der Führer durch die Wiederherstellung der allgemeinen Wehrpflicht wieder anknüpfte Die Zunahme der Schiffsverluste hat die englische Regierung veranlaßt, sich in verstärktem Maße um den Ankauf ausländischer Schisse zu bemühen. Die Tatsache, daß London für ausländische Schisse fast jeden Preis zu zahlen gewillt ist, wird in skandinavischen Kreisen als Zeichen dafür angesehen, daß man in England größere Tonnagesorgen hat, als man zugeben mochte. Stellemveffe liegen die von England gezahlten Preise um 400 Prozent über dem Friedenssatz. Ein 63 Jahre altes estnisches Schiff mit 2400 Brt. wurde zum Beispiel mit 21000 Pfund bezahlt, ein im Jahre 1913 gebauter finnischer Frachtdampfer mit 80 000 Pfund Sterling, obwohl der englischen Regierung bekannt war, daß dieses Schiff neu nur 21 750 Pfund Sterling gekostet hat. Ein neutraler Staat kaufte im März vergangenen Jahres ein 8500 Brt. großes Schiff für 16 000 Pfund Sterling; London zahlte später 55 000 Pfund für den gleichen Dampfer. Amerika will dem Kriege fernbleiben. Neuyork, 9.März. (Europapreß.) Die amerikanischen Zeitungen veröffentlichen Erklärungen, die der Botschafter der USA. in London, Kennedy, bei seiner Rückkehr auf seinen Posten gemacht hat. „Aber, wenn man sie ein wenig ab lenken kann —?" Der Doktor rechnete fieberhaft: Sieben Mark fünfzig, acht Mark dreißig — neun Mark und ein paar Pfennige darüber ... Es war nichts zu machen und blieb dabei. ,Ablenkung ist die Hauptsache!" äußerte er laut. „D.arf ich Ihnen diese Puppe schenken?" Der kühne Räuber Kasimir blinzelte den Doktor an. Ich bin ans freie Leben gewöhnt, schien er zu sagen, und, weiß der Teufel, hier riecht es verflucht nach Krankenhaus! „Auf keinen Fall!" widersprach der Doktor störrisch. „Das kommt gar nicht in Frage! Nein, nein, nein! Ich habe doch gar keine Möglichkeit, mich für dieses Geschenk--" „Bitte, Herr Doktor, nehmen Sie ihn! Ich wäre ja nie auf den Gedanken gekommen, Ihnen solch einen lächerlichen kleinen Burschen anzubieten ... Aber Ähre Freude ..." Der Doktor verdrehte geradezu kunstvoll den Hals. „Also dann —?" brachte er schließlich heraus und streckte zögernd eine Hand vor. „Ich danke Ihnen, Fräulein Naumann! Wie gesagt: Ich danke Ihnen!" Er spürte einen kurzen, festen Druck in seiner Hand und hörte einen raschen Abschiedsgruß ... Und dann stand er allein im Wartezimmer, breitbeinig, nomübergeneigt und mit leicht geöffnetem Mund, als ob er jemand zurückrufen wolle. Und nach einer Weile ging er langsam in fein überhelles Sprechzimmer zurück. „Also, Kasimir", sagte er zu dem kleinen Mann in seiner Hand, „die Sache wird jetzt etwas leichter und nicht ganz so langweilig sein, wenn wir beide auf Patienten warten." Die Kanzlei der Anwälte Waffon, Watson & Dones lag zwischen Maysair und Soho in einem jener steifen Hauser aus der frühviktvrianischen Zeit, an denen sogar die Karyatiden bis zum Halse hinauf geschlossene Gewänder trugen und auch unter den Gewändern nichts von jenem üppigen Formenreichtum durchschimmern ließen, durch den sich diese steinernen Jungfrauen sonst auszuzeichnen pflegten. Es war ein Haus, dessen Lust so von Rechtlichkeit und strengen Grundsätzen gesättigt war, daß Allan Parker oftmals befürchtete: Roch ein Teelöffel Ehr- Kennedy betonte, die Bereinigten Staaten wünschten mehr denn je dem Konflikt sernzublei- den. Niemand habe die amerikanische Oeffentlich- kett davon Merz engen könnten, daß Amerika den geringsten Vorteil von einer Teilnahme am Kriege hätte. Die Amerikaner wollten keinen Krieg führen. Dieser Wunsch nach Isolierung habe durch die Be- fchla-gnahme der amerikanischen Post und das^ Anhalten amerikanischer Schifft durch die Engländer zugenommen. Engländer, die glaubten, Amerika werde mitmachen, wenn es den Alliierten schlecht gehe, begingen einen großen Irrtum. Es habe keinen Sinn, wenn man sich in England darüber aufrege, dadurch würde nichts besser. Die täglich widersprechenden Krtegsbericyte machten das ame- rikattische PMlikum konfus und verstärkten nur die isolationistische Tendenz. Eine Frankfurter Arbeitstagung der Partei. NSG. Auf einer Arbeitstagung der G a u a m t fr- leiter und Kreisleiter in Frankfurt ent- wickette der Gauleiter an Hand der Erfahrungen der vergangenen Monate und neuer Aufgabenstellungen den weiteren Einsatz der volksführenden Arbeit der Partei. Er hob die opferfreudige und siegeszuversichtliche Hattung der Bevölkerung unseres Gaues besonders hervor und kennzeichnete sie als den wertvollsten Erfolg des bisher Geleisteten. Referate über die wirtschaftliche und ernährungswirtschöstliche Situation gaben zu- sammensassende Ueberblicke, die die starke unüberwindliche Stellung des Reiches auch in dieser Hinsicht feststellten. Milcherzeugungsschlacht. In Berlin fand unter dem Vorsitz von Reichs- Minister Reichsbauernführer D a r r 6 eine Tagung der Landes, und Provinzial-Ernäh- rungsämter statt, an der als Leiter dieser Aemter sämtliche Landesbauernführer teilnahmen. Die Tagung diente der Sicherung der Frühjahrs- bestellung und der Mobilisierung der in der deutschen Milchwirtschaft noch vorhandenen Pro- duktionsreserven. Die Landwirtschaft wird im Kampf geehrt die Fettblockade zur Milcherzeugungsschlacht aufgerufen. Zu ihrer Durchführung ordnete der Reichsbauernführer die Bildung von Milchleistungs-Ausschüssen und -men allgemeinen Milchleistungswettbewerb der Landwirtschaft an. barkeit mehr, und die Atmosphäre würde zu einem gräßlichen Brei von erstickender Zähigkeit erstarren ... Die Brüder Waffon, zwei knochige, asketische Herren von galliger Gemütsart, und ihr Tetthaber Bones, der so aussah, als ob er der dritte Bruder wäre, genossen als Anwälte einen Ruf, der nur noch von der Höhe chrer Einkommensteuer übertroffen wurde. Ihre männlichen Angestellten zeichneten sich mit zwei Ausnahmen dadurch aus, daß sie, je länger im betriebe, ihren Chefs in der Lauterkeit des Charakters und leider auch in den äußeren Körpermerkmalen immer ähnlicher wurden. Die weiblichen Hilfskräfte hielten, ob nun lange ober kurz im Betriebe, in allen Büros der Vereinigten Königreiche und des Kaiserreiches Indien den Rekord des höchsten Durchschnittsalters. Die beiden Ausnahmen waren einmal der zett- wettig mit Erstickungsanfällen kämpfende Allan Parker, der vor wenigen Wochen feinen dreißigsten Geburtstag gefeiert hatte, und dessen.heitere Wesensart in diesem Hause wie eine Herausforderung wirkte, und zweitens Spike, von dem niemand wußte, ob das fein Vorname oder fein Nachname war. Dieser Spike war ein rothaariger Knabe von etwa fünfzehn Jahren, dem die Natur neben pfenniggroßen Sommersprossen auch noch ein Paar fledermausartiger, säst durchsichtiger Ohrmuscheln geschenkt hatte und der es wahrscheinlich aus Naschsucht vorzog, Briefmarken zu belecken, anstatt sie in dem für diesen Zweck bereitstehenden Schwamm- fchälchen anzuftuchten. Allan Parker, der nie davon sprach, mußte es um so häufiger hören, daß er seine — übrigens nicht übermäßig hoch bezahlte — Stellung als Privatsekretär der drei Anwälte nur dem Andenken an die arme, irregeleitete Mary verdankte, seine gute Mutter, die in seinen Augen makellos gewesen war und ohne Fehler — bis auf einen einzigen: daß nämlich die Herren Jeremias Waffon und Nathanael Waffon ihre Brüder gewesen waren. Die Brüder Watson ihrerseits gestanden und billigten ihrer Schwester alle weiblichen Tugenden zu — bis auf eine: daß sie nämlich den Vater Allans, Herrn William Parker, vor nunmehr fünfimddreißig Jahren aeheiratet hatte. Als William Parker feine Mary heimführte» Großer Erfolg der Leipziger Frühjahrsmesse. Leipzig, 8. März. (DNB.) Die Leipziger Frühjahrsmesse hat die Erwartungen der Aussteller weit übertroffen. Die durch den Krieg bedingten Produktionsumlagerungen machten sich in einer starken Kauflust der in- und ausländischen Einkäufer bemerkbar. Insbesondere wurde nach Ausweichmöglichkeiten von einer Mangelware auf eine andere greifbare Ware gesucht. Daß gerabe die erste deutsche Kriegsmesse mit ihrem einzig da- stehenden Angebot aller in Frage kommenden Firmen hier vorbildliche Arbeit geleistet hat, wurde allgemein anerkannt. Kleine politische Nachrichten. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der UdSSR, und Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Molotow, feiert heute feinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlaß hat der deutsche Zer Optiker am Sahnhof | Botschafter in Moskau, Graf von der Schu - l e n b u r g, Herrn Molotow die Glückwünsche der Reichsregierung zum Ausdruck gebracht. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Rio- b e n t r o p, hat an Herrn Molotow ein Glückwunschtelegramm gerichtet. In Berlin traf eine Kommission des Außenhandelskommissariates der UdSSR, ein. Sie steht, wie die des Vorjahres, unter der Führung des Volks- kommissars I. F. T e w o s s j a n. Der Besuch dient dem Zwecke, mit deutschen Firmen über die Lieferungen zu verhandeln, die in dem deutsch-sowjetischen Wirtschaftsabkommen vorgesehen sind. In England wurden aus Mangel an Futtermitteln 21 Millionen Federvieh abgeschlachtet, nachdem alle Bemühungen, genügend Futter herbeizuschaffen, fehlgeschlagen waren. Dieser sich aus der stetig abnehmenden Zufuhr nach England erklärende Eingriff wird sich bald in der englischen Ernährungs- läge bemerkbar machen. Die japanischen Truppen haben die Stadt Tschungschan am Westufer der Kwangtung- Bucht, die Geburtsstadt Sun Hat Sens, besetzt. Damit ist die Stadt zum zweiten Male in japanische Hände gefallen. Aus aller Wett. Schweres Vergwerksunglück in Chile. In der Kohlengrübe von San Pedro-Coronel erfolgte eine außerordentlich heftige Explosion; ein ausgedehnter Brand erfaßte dte gesamte (3rube. 500 Bergleute befanden sich in den Schächten. Etwa hundert konnten sich retten-. 93 wurden verletzt, die restlichen erstickten. Ms Donnerstagmitternacht wurden 284 Leichen geborgen. Wieder Winter in Rumänien. lieber Nacht ist es in Rumänien wieder Winter geworden. Seit mehr als 24 Stunden wütet ein heftiger Schneesturm. In der Bukowina, in Bessarabien und der Moldau sind die meisten Eisenbahnstrecken verschneit. In Siebenbürgen, in der Gegend von Bistritz ist das Thermometer auf achtzehn Grad unter Null gesunken. — lieber dem westlichen Schwarzen Meer wütet ein starkes Unwetter; die Schiffe haben die schützenden Häfen ausgesucht, so daß der Schiffsverkehr vollkommen ruht. In der Gegend von Turn-Severin ist die Donau immer noch mit einer vier Meter dicken Eisschicht bedeckt. glaubte er sich zu der Gründung eines Hausstandes durch die Erfindung einer Patentgeldbörse be, red>tigt Wenige Tage nach der Hochzett schickte ihm das Patentamt seinen Entwurf, auf den er so viele Hoffnungen gesetzt hatte, als längst vorhanden wieder zurück. Bei Allans Geburt nach fünfjähriger Ehe hatte es fein Vater zwar schon seit langem auf gegeben, sein Glück als Erfinder zu versuchen. Dafür pfändeten die Gerichtsvollzieher am Tage des freudigen Ereignisses die Möbel, weil William Parker, von den Möglichkeiten eines neuen Traums geblendet, als Spielleiter, Dramaturg, Drehbuchverfasser, Operateur, Besitzer und Vorführer eines der ersten Londoner Bioskope in Konkurs geraten war. Ein späterer Versuch, Brieftauben zu züchten, endete nicht erfolgreicher als das Vorhaben, in Nordschottland eine Pelztierfarm aufzubauen. Aber als William Parker und seine tapfere Frau Mary während des Krieges in der gleichen Nacht in die Ewigkeit abberufen wurden, da rafften nicht etwa Mutlosigkeit und Verzweiflung sie hinweg, sondern es war eine Grippeepidemie nötig, um ihre Herzen, die voller Zärtlichkeit füreinander und in ungebrochener Heiterkeit und Zukunftshoffnung schlugen, zum Stillstand zu bringen. Damals stand Allan im Aller seines augenblicklichen Freundes und Kollegen Spike. Er hatte bis du. diesem Zeitpunkt nicht die Ehre gehabt, dem mütterlichen Zweig seiner Verwandtschaft vorgestellt zu werden; und vom väterlichen hatte sein eigener Vater eingestanden, daß es sich nicht verlohne ... Als wenige Tage nach der Beerdigung seiner Eltern zwei Herren unter stumpfen Stichelhaarzylindern imfc in schwarzen Zwirnhandschuhen zu ihm kamen, war Allan in völliger Verkennung ihrer Absichten unklug genug, den beiden zu erklären, daß die Leichenbestattung bereits von einem Konkurrenzunternehmen durchgeführt worden sei. Die Herren Jeremias und Nathanael Waffon hat- ten sich die vorlaute Frucht der Ehe chrer Schwe- ster mit dem „Scharlatan" und die nicht gerade fürstlich aufrgeftattete Wohnung in eisigem Schweigen angesehen, sich daraus Allan als feine Onkel vorgestellt und ihm besohlen, den Hausverwalter zu rufen. Von diesem erfuhren sie, daß das Ehe- paar Parker dem Patron noch die Mete für das letzte halbe Jahr schulde. (Fortsetzung folgt) Generalversammlung der Volksbank in Gießen 995D FürFrauen: ntufotmüZefwnk«^ Höchst bewährt sind seine Nähr- u. Pflegemittel für Mutter und Kind. liMeineliiW M Stolt öattij Sreuöe Achtung! Ä b J.- Spott Sporkamt Wetterau, Schanzenstraße 18. einfallsreiche Bühnenbilder trafen gut das Milieu der Pariser Lebewelt. Herr B o e ck brachte mit dem Orchester die musikalischen Glanzstücke mit viel Verve brillant heraus und fühlte sich gut ein in die Untermalung des Bühnenspiels. Thea Maaß hatte ansprechende Tanzeinlagen einstudiert, die hübsche, mit viel Passion getanzte Mazurka und der originelle Auftritt der Hotelpagen fanden verdienten Beifall. Die Titelrolle sang Christoph Reuland geschmackvoll und sicher mit angenehmer Stimme und dem nötigen Schuß Sentiments. Eva Eckert war in Kostüm und Haltung ganz große Dame von Temperament und Chärme, die mit ihren bedeutenden gesanglichen Mitteln den Bravourstücken der ersten beiden Akte zu vollem Erfolg verhalf. Friedel F o r n a l l a z und Harry Grüneke machten frisch und keß mit munterer Drolerie das zweite Paar. Der erstaunlich wandlungsfähige Herr Geiger zeigte sich höchst brauchbar als erheblich vertrottelter Fürst, dessen Ulk sehr zur angeregten Stimmung beitrug. Fräulein W i n h o l d schließlich brachte sehr nett ihr Chan- son, dessen lokaler Einschlag besonderen Applaus fand. Das ausverkaufte Haus zollte stürmischen Beifall und erzwang mehrfach Wiederholungen der beliebtesten Partien. Dr. Fr. W. Lange. in magischem Wechselspiel das erweiterte, vertiefte, zu geschichtlicher Zeugung emporgewachsene Leben ihres Voltes beispielhaft durchwalteten und durchleuchteten. Denn ein tapferes Leben vollzieht sich nicht nur in sich selber. Es ist vielmehr das geschichtlich zeugende Leben schlechthin und wirft seine Liebesstrahlen bis in die letzten und unscheinbarsten Zellen des Volkeleibes hinein. Die tapferen Menschen sind die sichtb iren oder unsichtbaren Sonnen des mensch- lichen Alls, die Knoten des Wachstums für die Völker und die geheimen Bürgen seiner Größe. Ein Volk ist um so größer, je mehr tapfere Menschen es besitzt, tapfere Krieger, tapfere Arbeiter, tapfere Frauen. Denn hier ist kein Unterschied. Der Soldat, der die Furcht überwindet und den Feind angeht, der Arbeiter, der seinen ganzen Willen in sein Werk hineingießt, die Frau, die sich dem fressenden, stau- bigen, kleinen Alltag stellt, das ganze Volk, das auf Monate und Jahre hinaus die Blüte seiner Fugend abstreift und sie in den Sturm des Schicksals wirft: alle haben den gleichen Anteil am tapferen Leben und damit an der Größe ihrer Zukunft. Freilich ist das Heldenlied der Arbeit im Großen noch nicht geschrieben, ebensowenig wie das Epos der sorgenden und schaffenden Frau. Der Dichter liebt das Ungewöhnliche und wendet sich daher mit Vorliebe den Ausnahmezuständen des Daseins zu, wie sie der Zusammenprall der Völker im Kriege bietet Wenn er den Kampf darstellt, braucht er zwei sichtbare Gegner, und der Kampf der Arbeiter und der Frau spielt sich ja mit den tückischen kleinen Sorgen und mit Metall, Gestein unter und über Tag oder an den Maschinen ab. Es ist ein stummer, verbissener Kampf, den die Heimat führt. Aber wenn wir dereinst unser deutsches Siegesdenkmal aufrichten, werden im Sockel auch die treuen Bilder der Mütter und Frauen und aller Schaffenden der Heimat sich wölben und Zeugnis ablegen für die junge, erst jetzt völlig erkannte Gemeinschaft des ganzen Volkes. Denn die Tapferkeit hat viele Gesichter. Tapfer ist nicht nur der Mann der Tat, obwohl er weithin sichtbar vor allem Volke steht: tapfer ist auch der gerade der unbeirrbare Mensch, der aufrecht seines Weges' geht: tapfer ist der wahrhaftige, der aufrichtige Mensch, der unter keiner Bedingung die Wahr- heit verrät; tapfer ist der zähe Mensch, der sich auch durch scheinbare Mißerfolge nicht aus der Bahn werfen läßt. Und welches Maß von Tapferkeit bringt erst jener Mensch auf, der trotz unverschuldetem Mißtrauen seine Pflicht tut und schweigt. Tapfer ist endlich auch der unentwegt fröhliche Mensch, dem es wahrhaftig manchmal ganz anders um dos Herz ist, und der dennoch ein unverdrossenes Gesicht zeigt, um den frohen Sinn seiner Mitmen- schen zu heben. Ja wir wollen ganz zuletzt auch den tapferen Komiker nicht vergessen, der im Grunde seiner Natur vielleicht ein unheilbarer Melancholiker ist: die Geschichte der Bühnenkunst, ja der Kunst überhaupt hat genug Beispiele solch tapferer Menschen, die aus der Misere des Lebens eine Fundgrube des Lachens zaubern, vom Clown bis zum Lustspieldichter der Weltliteratur. Und wer die Tierwelt kennt, der weiß, daß der Zug froher Tapferkeit durch die ganze Schöpfung geht und daß auch der stumme Kamerad Tier aiügerufen ist, der schwankenden Umwelt ein Beispiel zu geben. So weit also spannt sich der Bogen der tapferen Wesen, und über ihm ziehen die Geisterheere der vergangenen Jahrtausende. Dem Tapferen gehört die Welt; jeder von uns weiß, was er dem Vor stoß dieser beherzten Tugend verdankt und da auch unser begrenztes Dasein einst als helle Strophe in dem ewigen Heldenlieds unseres Volkes mitklingen wird. Das Schicksal hat uns in die Mitte der Welt gestellt, es bleibt uns keine andere Wahl als tapfer zu fein. Vor Gott und der Welt werden wir auch diese Probe bestehen, freudiger als jemals, weil nun auch die kleinste tapfere Arbeit bewußt in die Gesamtleistung des ganzen Volkes einbezogen ist. Jeder Hammerschlag des Arbeiters, jeder Schritt der Bauern auf dem Acker, jeder Handgriff der Hausfrau, jeder Federstrich der Angestellten, jeder kühne Gedanke des Erfinders, ja, jedes einzelne Wort, das wir sprechen, ist auf das Ganze gerichtet und soll daher den tapferen Geist stärken, de? uns bis zu dieser Stunde geführt hat. Alles was wir nun tun, steht im hohen Lichte der Geschichte. Ebenbürtig den höchsten Leistungen der Vergangenheit, würdig der Zukunft, die uns einst richten wird, laßt uns das Antlitz der Gegenwart prägen: gläubig im Herzen, klar im Wesen und tapfer in der Tat. Donnerstags. 20.30 bis 21 JO Uhr, Schillerstrahe. Jür Männer und Frauen: Hallensport (insbesondere Hallenspiele) seht Mittwochs, 20.30 bis 21.30 Uhr, Goetheschute. Nicht wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr. Linder-Gymnastikkurs ist an einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sportamt. Neu! Für Frauen und Männer: Schwimmen von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr. Bullen- und Eber-Lersteigerung in Gießen. Die Zuchtviehversteigerung der Gruppe für Fleckvieh des Landesverbandes der Rinderzüchter und des Landesverbandes der Schweinezüchter in der Rhein ■ Main - Verfteigevungshalle nahm bei zahlreichem Besuch und großer Nachfrage einen lebhaften Verlauf. Zum Auftrieb gelangten 44 Bullen des Hessischen Fleckviehs und 52 Eber des veredelten Landfchweines. Von den Bullen wurden in der Abteilung A lherdbuchfähig) 15 der Wert- klasie II und 7 der Wertklasse III, in der Abtei- tung B (nichtherdbuchfähig) 1 Bulle der Wert- klasse II und 21 der Wertklasse III zugeteilt. Die Bullen wiesen durchweg gute Durchschnittsleistungen auf. Von den Ebern waren 2 Wertklasse I, 22 der II. und 28 der III. Wertklasse zugeteilt. Die Versteigerung unter der Leitung des Direktors des Tierzuchtamtes Oberhessen, Landwirtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen), erbrachte bei starker Nachfrage einen restlosen Umsatz der Bullen und einen nur geringen Ueberstand bei den Ebern. Bei den Bullen erzielte den Spitzenpreis der Züchter Julius Seipel (Zeilbach) für ein Tier der II. Wertklasse, bei den Ebern der Züchter Kurt Eurich (Hutzdorf) für ein der I. Wertklasse zugeteiltes Datertier. Der Bulle wurde von der Stadt Lich, der Eber von der Freiherr!. Riedeselschen Gutsverwaltung Eisenbach gekauft._________________ Von Der Tapferkeit. Von Josef Magnus Wehner. Keiner anderen menschlichen Tugend gewähren Dichtung und Geschichte, Sage und Erzählung soviel Raum und Ruhm wie der Tapferkeit. Die Jugendzeit aller Völker hallt wieder von Heldenliedern; selbst die Götter ziehen in den Kampf, die Walküren wählen ihre Helden und kein Tod wird höher gepriesen als der Tod vor dem Feinde, wobei es sogar unerheblich ist, ob der Held siegreich fällt oder ob seine Sache unterliegt: in beiden Fällen wird sein Tod zum Beispiel und Sinnbild, und der Lorbeer senkt sich aus den Unsterblichen herab. Das tapfere Leben ist für alle jungen Völker zugleich auch das höchste Leben. Welch denkwürdiger Einblick in das Menschenwesen eröffnet sich, wenn wir sehen, wie nicht nur einzelne Vorkämpfer, sondern ganze Stämme und Völker ausziehen, um dieses höchsten Lebens teilhaftig zu werden. Nicht nur der Wunsch nach Beute, Abenteuern, fremdem Lebensraum, treibt die Heerscharen der Völker auf das Feld der letzten^ Bewährung. Wenn wir die todesmutigen Goten am Vesuv kämpfen sehen, einsgeworden mit der Flammenlohe, die aus dem Schoße der Erde dringt, so spüren wir die Uebergewalt eines unaussprechlich tiefen Mutes, der die Grenzen des Daseins ingrimmig sprengt und sich singend dem Schicksal stellt. Die über» menschliche Wucht eines Willens, der über sich selbst hinauswächst, alle Gewohnheit verbrennt und fallend den Adel des Ungeheuren empfängt, zeugt von einem Einbruch der Lebensmächte selber in die begrenzte menschliche Natur, und diesen Einbruch des Uebermenschlichen, wenn auch nur in einem einzigen Augenblicke der Vermählung zu erleben und damit die eigene Begrenzung zu vernichten, bedeutet für die Helden der Frühzeit eben die Hohe des Lebens, lieber jeden menschlichen Begriff h^aus» gehoben, änderte ihr Tod das Angesicht der Welt und schuf eine neue Wirklichkeit und eine neue Beruhigung. Und die Völker, die wieder einmcu gefühlt hatten, wessen sie fähig seien, traten nach solchem Opfer wieder in den Frieden zuruck; sie verklärten ihre Helden im Liede zu Halbgöttern, bauten ihnen Altäre, gossen ihnen Standbilder oder versetzten sie unter die Sterne, von wo herab sie nun Gießener Giadttheaier. Franz Lehär: „Der Graf von Luxemburg" Seitdem vor einem Menschenalter der „Graf von Luxemburg" Franz Lehars Ruhm auf der Operettenbühne begründen half, ist diese Geschichte von dem lustigen Grafen Rens, der all sein Geld im Fasching verjuxt, um dann durch eine Scheinehe sich wieder zu sanieren, aber Feuer fängt und aus der Episode Ernst macht, eines der Zugstücke des Operettenrepertoires geblieben. Das verdankt ie den einschmeichelnden Melodien des ersten und zweiten Aktes, die auch in der gestrigen Aufführung vor ausverkauftem Haufe ihre oft erprobte Popularität erneut bewiesen, während der dritte Akt, vom Komponisten stiefmütterlich bedacht, merklich abfällt. Die Regie Harry Gr ü n e k e s hatte ür farbiges Spiel und flottes Tempo geforat und den Geschmack dezent bewahrt. Herrn Löfflers fitzende berichtete kurz über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung, die keine nennenswerten Bean- ftandungen ergab. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die statutgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Grieb (Gießen) und die Aufsichtsratsmitglieder Becker (Kesselbach), Dem (Leihyestern) und Stein (Beuem) wurden einstimmig wiedergewählt. Die Höchstgrenze für den Aktiv- und Passiv- kredit wurde neu festgesetzt. Die Generalversammlung nahm einen harmonischen Verlauf und zeigte roieoer das gute Einvernehmen der Mitglieder aus Stadt und Land. ralverfammlung der Volksbank statt, die stark be-1 sucht war. 244 Mitglieder waren erschienen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Rechtsanwalt Zimmer (Gießen) sprach kurz zur allgemeinen Lage und stellte mit Befriedigung die günstige Entwicklung der Dolksbank fest. Die 7 verstorbenen Genossen des letzten Jahres wurden geehrt. Direktor Hartmann erstattete den Geschäftsbericht. Dieser zeigte in allen Sparten mit Ausnahme des Wechfelgeschäftes Umsatzsteigevungen. Der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches betrug 57 Millionen RM. gegenüber 48 Millionen RM. m 1938 und gegenüber 8,5 Millionen RM. in 1932. In diesen Zahlen spiegelt sich deutlich der gewaltige Aufstieg der deutschen Wirtschaft, seit der Machtergreifung. Die Bilanzsumme beträgt 2 367 106,— .RM. Hier beträgt die Steigerung gegenüber dem Vorjahre 35 v. H. und gegenüber 1932 annähernd das Dreifache. Die gesamten Einlagen sind in dem Geschäftsjahr 1939 um 626 000 RM. gestiegen und betragen jetzt 2155 845 RM. Das Kreditbedürfnis der Genossen wurde voll befriedigt. Es wurden 55 neu Kredite im Gesamtbeträge von rund 142 000 RM. bewilligt. Die Forderungen an die Genossen sind gegenüber dem Vorjahre um rund 40 000 RM. zurückgegangen und betragen 865 773 RM. Diese Summe setzt sich aus 512 Posten zusammen, von denen 258 unter 1000 RM. und 2 über 10 000 RM. liegen. Der Wechselbestand ist gegenüber dem Vorjahre um annähernd die Hälfte zurückgegangen. Er beträgt jetzt 50 209 RM. Die Bankguthaben betragen 698 236 RM. Die Barreserven betrugen am Jahresschluß 87 945 RM. Der Scheckbestand belief sich auf 14 629 RM. Die eigenen Eeffekten stehen mit 605 990 RM. zu Buch. Die gesamten 51m frankfurter Hof" fand die ordentliche Gene-s flüssigen Mittel betragen 1,4 Millionen RM., das - - - '*' *• * * » ''- 'sind 64 v.H. der gesamten Verbindlichkeiten. Setei» ligungen, Grundbesitz und Geschäftseinrichtung zeigen unwesentliche Veränderungen auf. Die gesetzlichen Rücklagen betragen 38 500 RM An außerordentlichen zweckgebundenen Rücklagen weist die Bilanz 15 000 RM. aus. Die Bilanz schließt mit einem Reingewinn von 9653 RM. ab. Die Zahl der Genossen beträgt 703. Die Genossen haben 731 Geschäftsanteile übernommen und haften mit insgesamt 438 600 RM. Das Institut besteht erst seit 1924 und hat in den abgelaufenen 16 Jahren eine außerordentliche günstige Entwicklung aufzuweisen. Direktor Hartmann dankte dann der Gefolgschaft für treue Mitarbeit, widmete dem in den Ruhestand getretenen Kassenboten Wilhelm Haas anerkennende Worte und gedachte der zu dem Heeresdienst eingezogenen Arbeitskameraden. Der Ge. schäftsbericht und die Bilanz wurden einstimmig genehmigt. Aus dem Reingewinn werden 3500 RM. den gesetzlichen Rücklagen überwiesen und 5v. H. Dividende an die Genossen ausgeschüttet. Der Vor- ♦* Neuer Fahrplan bei her Reichsbahn. Nach Abwicklung des Winterverkehrs wirb am 1. April bei her Deutschen Reichsbahn ein neuer Fahrplan für ben Rerfezugverkehr in Kraft treten. Keine pachierhöhungen während des Krieges. Um den Kriegsverhältnissen Rechnung zu tragen, hat der Reichsernährungsminister für d i e Staatsgüter verfügt, daß Pachtpreiserhöhun- gen, die vom Pachtjahr 1940/41 an in laufenden Verträgen vereinbart ober in neuen Verträgen in Aussicht genommen sind, zunächst unterbleiben und bis auf weiteres der bisherige Pachtpreis erhoben wird. Eine Ausnahme von dieser Regelung sollen nur die Fälle bieten, in denen die bisherigen Pachtpreise derart aus dem Rahmen fallen, baß ihre Beibehaltung einen gerade in Kriegszeiten nicht ZU rechtfertigenden Gewinn einzelner zum Schaden der Dolksgesamtheit bedeuten würde. Anträge auf Pachtpreiserhöhungen sind im übrigen bei den Preisbildungsstellen nicht mehr ein» zureichen. Bei neuen Pachtverträgen oder Pachtverlängerungen finden zwar die Ermittlungen nach einem gerechten Pachtpreis weiterhin statt, es wird aber gleichwohl im Regelfall von der Ein- ziehungen eines erhöhten Pachtpreises Abstand genommen. Ausbildung von Schulhelfern. Zur Behebung des Mangels an Dolksfchullehr- krüften beabsichtigt der ReichserAiehungsmin'ister an ben Hoch'chulen für Lehrerbildung in Hirschberg (Mesengebirge) unb. ßeuenburg (Pommern) Lehr- gänge zur Ausbildung von Schulhelfern einzurichten. Für jeden Lehrgang sind etwa drei Monate vorgesehen. Der erste Lehrgang wirb Mitte April beginnen. Zur Ausbildung werden Bewerber unb Bewerberinnen zugelassen, die mindestens 19 und nicht über 30 Jahre alt find, das Abschlußzeugnis einer Mittelschule ober ein entsprechendes Zeugnis einer anderen Schule besitzen unb bei einer Aufnahmeprüfung ausreichende Kenntnisse Nachweisen. Außerdem ist die Zulassung von Abiturienten unb Abiturientinnen, die den Arbeitsdienst ab geleistet haben, möglich. Nach der Ausbildung werden die Schulhelfer unter Anleitung erfahrener Lehrer im Dolksschuldienst eingesetzt. Sie erhalten dafür eine Vergütung. Diejenigen Schulhelfer, die sich ein bis zwei Jahre im Schuldienst bewährt haben, sollen nach einjährigem Besuch einer Hochschule für Lehrerbildung die erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen ablegen und damit beamtete Volks- schullehrer werden können. Die Ausbildung ist kostenlos. Während des Lchraangs erhalten die Teilnehmer Beihilfen, die für den Lebensunterhalt ausreichen. Gießener Wochenmarktpreise. ♦ Gießen, 9. März. Aus dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 RM., Matte 25 Rps., Käse, bas Stück 6 bis 10, deutsche Eier 12 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 3,70 bis 3,90 RM., Wirsing, gelb, XA kg 15 Rpf., grün 15, Weißkraut 10 bis 11, Rotkraut 12, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 34, Unterkohlrabi 8, Zwie» beln 12, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 35, Aepfel 15 bis 35, Blumenkohl, das Stück 45, Endivien 25, Lauch 5, Sellerie 10 bis 25 Rpf. Hauptfchriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. Ein 'Ifateit von vielen Das mir empfohlene Hustenmittel Husta-Glycin war von ganz außerordentlicher Wirkung. Ich bin direkt begeistert davon, denn ich verlor dadurch meine Bronchitis, wogegen ich schon alles mögliche versucht hatte. Auch bei meinem 5jährigen Töchterchen hat es bei hartnäckigem Halsschmerz durch Gurgeln ebenso hervorragend gewirkt. Husta-Glycin wird nie in meiner Hausapotheke fehlen. t Baronin, Inge von Schilgen, Berlin-W., Admiral - von - Schröder-Straße 10, 4. Oktober 1934. - Tausende ähnliche Urteile liegen vor. Husta-Glycln hilft auph Ihnen. Erhältlich in Flaschen zu 1.00 RM. in Apotheken und Drogerien. 892V Drog. WinterhoH, Kreuzplatz 9; Drog. Pierenkemper, Seltersweg 69; Drog. Barnemann, Bahnhofstraße 17; Drog. Elges, Seltersw. 66; Drog. 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Hengste (Klopp- oder Spitzhengste), 2. Pferde, die auf beiden Augen blind sind, 3. Pferde unter 135 cm Stockmaß, 4. Pferde, die wegen Erkrankung nicht marschfähig sind oder an einer übertragbaren Krankheit leiden, bzw. einer solchen verdächtig sind (amtstierärztliche Bescheinigung ist vorzulegen), 5. Pferde, die in Bergwerken dauernd unter Tag arbeiten, 6. hochtragende Stuten, die in 4 Wochen abfohlen, 7. sämtliche Hauptstammbuchstuten. b) Sämtliche vorhandenen Kastenwagen (d. h. alle Fahrzeuge, die mit Seiten- sowie Vorder- und Hinterbrettern versehen, bzw. dazu eingerichtet sind) mit einer Nutzlast von etwa 15 bis 24 Ztr., Platten- oder Tafelwagen (auch Gummibereifung). c) Alle vorhandenen Wagenplane. Die Pferde sind frisch geputzt, ohne Geschirr und ohne Decke, mit Zaumzeug oder Halfter mit Gebiß vorzuführen. Die Hufe sollen, auch an der Sohle, sauber, aber nicht gefettet oder geteert sein. Die Vorführung hat durch geeignete Männer, keinesfalls durch Kinder zu erfolgen. Die vorhandenen Bespannfahrzeuge und Wagen- plane, sowie die nach den Bestimmungen befreiten Pferde^sind im Laufe des Montag (11. Mörz 1940) im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 30, zur Eintragung in die Vorführungsliste von den Besitzern persönlich oder fernmündlich, Ruf 2851, anzumelden. Zuwiderhandlungen werden nach §34 des Reichs- leistungsgesetzes geahndet. Gießen, den 9. März 1940. 1196C Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. I. V.^ Nicolaus. Tüchtiges MW für Küche und Haus in 2-Per- sonen - Haushalt sucht nseD Ernst Balser, Mäusburg 11 In kl. Haushalt Gairt.8* lagsmlta für 1. April oder später ges. [0874 Reichert, Marb. Straße 13 Staat!, gepr. Mnöer- pflegerin sucht Stellung in gutem Hause. Näheres bei Luft, [0858 Wartweg 95. Betr.: Hundesteuer 1940. Bekanntmachung. Ich mache darauf aufmerksam, daß diejenigen hiesigen Einwohner, die im Laufe des Rechnungsjahres 1939 (1. 4. 1939 bis 31. 3. 1940) Hunde ab- geschafft, aber noch nicht abgemeldet haben, dies spätestens bis zum 31. TNärz 1940 entweder schriftlich oder mündlich auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 24, während der üblichen Dienststunden anzeigen müssen. Vordrucke für diese Abmeldungen sind bei der bezeichneten Stelle erhältlich. Die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundesteuer dauert bei Nichtabmeldung auch 'im folgenden Jahr, und zwar so lange fort, als die entsprechende Anzeige versäumt wird. Gießen, den 6. März 1940. 1192C Der Oberbürgermeister: Ritter. Bekanntmachung. Kundenlisten für entrahmte Frischmilch. Um eine gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit entrahmter Frischmilch sicherstellen zu können, werden bei den Milchkleinverteilern Kun- denlisten eingeführt. Bei der Anmeldung haben sich die Verbraucher bei einem Milchkleinverteiler unter Vorlage der jetzt mit Gültigkeit vom 11. März bis 7. April ausgegebenen Lebensmittelkarten in die Kundenlisten einzutragen und ihre Anmeldung auf der Rückseite der Reichskarten für Marmelade und Zucker vermerken zu lassen. Eine Berechtigung, entrahmte Frischmilch an Verbraucher abzugeben, besteht nur für diejenigen Milchoerteiler, in deren Kundenliste die Verbraucher eingetragen sind. Die Eintragung erfolgt unter gleichzeitiger Angabe der Personenzahl des Haushaltes und der entsprechenden Vermerke auf allen Reichskarten für Marmelade und Zucker. Durch diese Regelung wird erreicht, daß die auf den Markt kommende entrahmte Frischmilch entsprechend der eingetragenen Kundenzahl gleichmäßig auf alle Verteiler oerteill werden kann. 11840 2 Röhren, preiswert z. verk. osss Marb. Str. 30. Elektrischer Warmwasserspeicher 80 Liter Inhalt (neuwertig) zu verkaufen. [o8?o Marb. Straße 7 Am Montag, dem 11. März, sind in der Zeit von 15-17 Uhr im Hause Sicher Str. 57 (Laden) gut erhaltene Ladeneinrichtungs- gegenstande preiswert zu verk. [12230 Göelmatöet- M fertig gearbeitet, z.verk.Zuerfrag. i. b. Geschäftsst. b. Gieß. Anz.0838 2 Herren-Anzüge (Maßarbeit) 1 Hera-Mel zu verk. [0854 Tammstr. 48 P. 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Es geschieht vielen, die, noch ganz gefangen vom Tempo und der eigenen Konzentration auf den regen Verkehr, auf der Straße von Frankfurt nach Gießen fahren, daß sie sich angevufen fühlen, wenn sie die ersten Häuser von Klein-Linden, dem neuen Vorort unserer Stadt, passiert haben. Ganz plötzlich, und wenn auch nur für kurze Augenblicke, rückt ein Ehrenmal in das Blickfeld, einen Soldaten darstellend, überlebensgroß und in Stein gehauen — eine lebendige Mahnung an die Opfer des Weltkrieges. Es hat den Anschein, als sei das Denkmal nicht nur als Mahnmal für die Klein-Lindener geschaffen. Hunderte, ja Tausende fahren täglich daran vorbei, sehen das klare StandbiD, und wohl die meisten werden daran erinnert, daß hier eine Gemeinde ihrer gefallenen Söhne gedenkt. Und viele Nie Illustrierte des Gietzener Anzeigers fällt heute aus als Folge von Güterverkehrseinschränkungen. Sie können nicht ohne Einfluß auf die Papierbeschaffung sein, so daß die Illustrierte vorübergehend einmal nicht erscheinen kann Die Bezieher werden um Verständnis gebeten für diese besondere Lage, die nur von kurzer Dauer sein wird. Verlag des Gießener Anzeigers von denen, die hier täglich und gerade jetzt, in einer Zeit der Entscheidungen, vorbeisahren, bemerken auch jenen großen Zug der kämpferischen Entschlossenheit, der sich in der Haltung dieses steinernen Soldaten ausdrückt, der am Strome des Verkehrs steht und mahnt, eines großen Opfers eingedenk zu sein * Es gibt aber auch ein Kriegerehrenmal in unserer Heimat, das wohl in gleichem Gedanken wie jenes Ehrenmal in Klein-Linden, so doch auf ganz andere Art zu uns spricht. Hoch oben auf der Herchenhainer Höhe, umrauscht von niedrigen Kiefern, im Sommer umwogt von hellroten Weideröschen, steht das Ehrenmal, das der Vogelsberger Höhenclub seinen Kameraden gewidmet hat. Kaum je unterbrochene Stille herrsch um dieses Ehrenmal, kaum ein Motor beeinträchtigt den Frieden, der dort oben herrscht, nur das Jubilieren der Vögel ist um die Steine, die, aus dem heimischen Boden gewonnen, roh behauen, fast zyklopisch, den gefallenen VHC.ern zum Ehrenmal aufgerichtet wurden. In ernster und ungestörter Besinnlichkeit widmet man hier manchen Gedanken dem Opfer der Söhne unserer Heimat. Alljährlich einmal finden sich die VHC.er an diesem Ehrenmal zu einer Feier ein und gedenken ihrer gefallenen Kameraden. In unserem kleinen Nachbarstädtchen Lich steht das Ehrenmal aus hellem, grauen Stein vor den dunkel aufragenden Stützpfeilern der Marienstiftskirche. Im Frühling und im Sommer, wenn die Bäume auf dem Kirchenvorplatz belaubt find, zittern Sonnenkringel über den Stein mit feiner etwas bizarren Ornamentik und dem Ritter Georg, der hier als Symbol des Kampfes gegen einen heimtückischen Feind dargestellt ist. Immer sind Kinder um das Denkmal, denn aus dem stillen Platz vor der Kirche ind sie ferne den Gefahren des Verkehrs. Hier betreiben sie ihre mancherlei Spiele. Um das Denkmal bekümmern sie sich dabei weniger, denn es ist ihnen vertraut und eben gewohnte Umgebung. Und doch würde manches der Kinder, wollte es die Namen der Gefallenen von Lich zusammenbuchstabieren, vielleicht gar den Namen finden, den es selbst trägt.. Das Denkmal steht schön in seiner Umgebung. Alte Häuser säumen den Platz. Gegenüber dem Ehrenmal steht das Textorsche Haus mit seinen reichen Schnitzereien und kündet deutsche Geschichte. Auch das Ehrenmal bedeutet Geschichte, und zwar große deutsche Geschichte einer nahen Vergangen- heit. Don einem neuen Ehrenmal wäre vielleicht noch zu sprechen. Unter Gewitterschauern und Sonnenschein wurde es im Sommer des vergangenen Jahres eingeweiht: das Ehrenmal von Krofdorf-Gleiberg! Es steht am Weg zur Burg Gleiberg, und wer dem Mal einige Minuten der Betrachtung widmet, wird sich seiner Eindrucksgewalt nicht entziehen können. Ein Soldat steht da, den Stahlhelm in der Hand, leicht geneigten Hauptes, so, als stehe er am Grabe eines Kameraden, und mit einem Ausdruck in den Zügen, der Trauer und Entschlossenheit zugleich ist, jene Entschlossenheit, die sagen will, daß er im nächsten Augenblick den Helm aufsetzen und fester binden wird, daß er weiterkämpfen wird für Freiheit und Ehre des Reiches. Das glles verstehen wir heute besonders gut. — Der Künstler, der das Ehrenmal schuf, steht so, wie viele andere, an der Front und erlebt das, was er im Ehrenmal gestaltete, mit vielen Kameraden selbst und unmittelbar. N. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 Uhr Tanzgastspiel Manon Ehr- fur und Rolf Jahnke. — Gloria-Palast, Selters- weg: „Angelika". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Feldzug in Polen". — Oberhessischer Kunst- vercin: Ausstellung im Stadttheater von 17 bis 18 Uhr. — Alterskameradschaft 1883 bis 1933: Jahreshauptversammlung im „Bayerischen Hof". Tageskalender für Sonnlag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Tosca". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Angelika". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Feldzug in Polen". — Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung im Stadttheater von 11 bis 13 Uhr. Tanzgastspiel im Stadttheater Gießen. Am heutigen Samstagabend findet ein einmaliges Tanzgastspiel der Solotänzer der Staatsoper Berlin statt. Manon Ehr für ist einem Teil des Gießener Publikums bereits bekannt. Sie hat im vergangenen Jahre beim festlichen Abend des Goethe- bundes mit großem Erfolg getanzt. Nun kommt sie mit ihrem Partner Rolf Jahnke. Das Tanzpaar wird Einzel- und Duotänze zeigen. Am Flügel Maria Karamkarian, eine Pianistin, die jahrelang den russischen Sänger Schaljapin begleitet hat. Außer Miete! Anfang 20 Uhr. Ende 22 Uhr. Neue Ausgabestellen für Volksgasmasken. Der sich täglich steigernde Absatz an Volksgasmasken hat die Einrichtung weiterer Derpassungs- stellen notwendig gemacht. Neben der Verpajsungs- stelle im Lager „Einhorn", Lindenplatz, sind noch folgende Stellen geschaffen worden: Liebig st raße 19, in den Räumen des RLB. K a i s e r a l l e e 3 4, in den Räumen des NSV.- Ortsgruppenamtes. Dort werden jeden Montag- und Donnerstagnachmittag von 15 bis 17 Uhr Gasmasken verpaßt. Die Bevölkerung wird gebeten, ab Montag, 11. d. M., diese Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Auch Gasmasken können gekauft werden, jedoch müssen Unterlagen über Einkommensverhältnisse usw. zur Hand sein. Die Einrichtung weiterer Gasmasken- Ausgabestellen ist in Aussicht genommen. * ** Standesamtliche Fortbildungskurse in Gießen. In den nächsten Tagen werden wieder in den verschiedenen hessischen Kreisen Fortbildungskurse für Standesbeamte durchgeführt, die sich bis in den Anfang Mai hinein erstrecken. Die Lehrgänge, die von der Verwaltung des Gaues Hessen des Reichsbundes der Standesbeamten durchgeführt werden, finden der Reihe nach in Erbach i. O., Bensheim, Darmstadt, Offenbach, Dieburg Wvrms, Mainz, Alzey, Friedberg, Gießen, Lauterbach, Alsfeld und Nidda statt. Zur Besprechung steht die Dienstanweisung für die Standesbeamten und ihre Aufsichtsbehörden. Aufruf! NSG. Das erste Winterhilfswerk 1939/40 geht zu Ende. Dem opferfreudigen Einsatz jedes Volksgenossen, sowie der unermüdlichen Bereitschaft aller Helfer ist es zu verdanken, daß dieses Werk der Gemeinschaft als Zeichen des entschlossenen Willens zum Siege in der Geschichte des deutschen Volkes fortleben wird. Der letzte Opfersonntag, am 10. März 1940, erwartet noch einmal von jedem Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau die höchste Opferbereitschaft. England hat diesen Krieg gewollt. Wir werden ihm am Sonntag wieder einen Beweis her Haltung unseres Volkes geben, an dem es erkennt, daß es diesen Krieg nie gewinnen kann. Heil Hitler! gez. Haug, Gaubeauftragter für das Kriegs-Winterhilfswerk im Gau Hessen-Nassau. Grün-Weißen stellen eine Elf, in der nur der Sturm aus Spielern der ersten Mannschaft besteht. Dis übrigen Spieler werden teilweise erstmalig eingesetzt. Da die Platzmannschaft über gute Kräfte verfügt, den Grün-Weißen der schmale Platz nicht zusagt, ist der Ausgang des Spieles nicht vorauszusagen. Möbelhaus Tv. Londorf 1. Jugend — VfV.-R. 2. Jugend. Die Jugendlichen fahren nach Londorf, um sich dort im Bannmeisterschaftsspiel den Londorfer Spielern zu stellen. Die Platzherren, die körperlich stärker sind, werden den Gießenern keinerlei iSegesaus« sichten einräumen. Fußball um die Kriegsmeisterschast. Für den morgigen Sonntag sind folgende Spiele vorgesehen: Ehringshausen — Sportfreunde Wetzlar Naunheim — Rodheim 05 Wetzlar — Steinberg. Das Treffen Ehringshausen — Sportfreunde Wetzlar ist als Lokaltreffen zu werten. Beide Gegner sind gleichwertig. — Rodheim fährt nach Naunheim und wird dort um eine Niederlage nicht herumkommen. — Das bedeutendste Spiel ist die Begegnung 05 Wetzlar — Watzenborn-Steinberg. Die Wetzlarer sind auf eigenem Platze gefürchtet. Der Ausgang dieses Spieles ist offen. — Die Burg- folmser sind ausgeschieden. Wehrmachtelf — VfB.Reichsbahn Auswahlelf. Die Grün-Weißen benutzen den spielfreien Sonntag, um in einem Freundschaftsspiel in Alten-Buseck gegen eine Soldatenmannschaft anzutreten. Die Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 1. Jugend — Heuchelheim 1. Jugend. Am morgigen Sonntag treffen sich auf denk Sportplatz der Blauweißen beide Jugendmann- schäften zum fälligen Bannmeisterschaftsspiel. 1900’6 Jugend, die am vergangenen Sonntag einen hohen Sieg eringen konnte, wird es diesmal nicht leicht haben, einen Sieg über den Tv. Heuchelheim zu erringen, denn Heuchelheim hat seine alte Mannschaft zur Stelle. 1900’5 Jugend wird in derselben Ausstellung antreten, wie am letzten Sonntag. Dec Ausgang des Spieles wird erst mit dem Schlußpfiff entschieden sein. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen I «SB*»*8“ Todesanzeige. Gießen, den 9. März 1940. MB7 Watzenborn-Steinberg, den 9. März 1940. sofort lieferbar fabrikneu Statt Karten. 1232D Annerod (Anneröder Mühlchen), den 8. März 1940. 0865 kaufen Sie bei Gießen (Am Kugelberg 52), den 8. März 1040. 0859 Erleichterung bei fuß, Maßei^ Beachten Sie auch immer-? Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 604a Frau Marie Will Familie Ludwig Schäfer. 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Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Tode meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir unseren aufrichtigsten Dank. - Insbesondere danken wir allen für die ehrenden Nachrufe an seinem Grabe. Achtung! KaufenSieeinen Staubsauger? Wenn ja, dannein.Vorar- Universalavva- rat. Monatsrate v. 6 RM. auftv. Unverbindl.Vor- fübrung, auch außerhalb, durch Generalvertrtg. August Wagner, Kaiserallee 141. Unser Hans-Jürgen ist heute im zarten Alter von 9 Wochen für immer von uns gegangen. Pianohaus R. Schönau Bahnhofstr. 76 Hochparterre Kein Schaufenster! 1190d Bekanntmachung. Sämtliche Rechnungen, die durch Lieferungen und Arbeitsleistungen im Rechnungsjahr 1939, d. h. in der Zeit vom 1. April 1939 bis 31. März 1940, ent- standen sind bzw. noch entstehen, sind sofort, spätestens jedoch am 22. März 1940, bet den unterzeichneten Verwaltungen einzureichen. Bei späterer Einreichung der Rechnungen ist mit einer erheblichen Verzögerung der Bezahlung der Rechnungen aus technischen Gründen zu rechnen. 1136D Verwaltung der klinischen Universitäts-Anstalten. Verwaltung der veterinärkliniken und Institute. ST1EIIMWAVY (der echte Steinway) SALON - KONZERTFLÜGEL von ganz hervorragender Tonqualität Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, sowie für die vielen Kranzspenden und die trostreichen Worte beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sprechen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Eisenhuth und Kinder. Generalvertrieb ßaoms&Mii Gießen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700 mA Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GleßenerAnzeiger Obstbäume in allen Arten und Formen Beerenobst,Rosen Ziergehölze, Heckenpflanzen, Koniferen- Stauden u. alle anderen Im Namen aller Hinterbliebenen: Dr. med. A. Heil, prakt. Arzt. Johannette Feiger Wwe., geb. Gehrke und Kinder. Nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied gestern früh im Alter von 41 Jahren meine liebe Frau, die gute Mutter meines Kindes, unsere Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem schweren Verluste unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen danken auf diesem Wege aufs allerherzlichste Die Beisetzung findet auf Wunsch der Verstorbenen am 10. März in ihrer Heimat statt Frau Clementine Heil geb. Hartung. 0850 . tdenn rüßling trotz, allem und Moden, die gefallen das beweist Beachten Sie bitte meine neuen Auslagen 1177 A %&////, Modehaus Car! Nowadc Gießen, Selters weg 81 Öffentliche stunden über die Finanzierung Ihrer Eigenheimwünsche durch das Neue Bausparen am Samstag, dem 9. März nachm. von 15.30 bis 19 Uhr abds. Sonntag, dem 10. März morgens von 9.30 bis abds. 19 Uhr im Rest. „Zum Burghof“ (vorm. 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Gutes Deutsch (Orthographie, Satzzeichen, Stilkunde).. 20 RM. 8.50 5 .Fachzeichnen, Fachrechnen für Metallarbeiter.........20 Doppelstunden RM. 10.50 6 .Elementare Mathematik . 20 « „ 8.50 7 . Vorbereitungslehrgang für den Besuch einer Maschinenbau- und Baugewerbeschule .. 30 „ „ 18.50 Die Anmeldungen sind iofort, svätestenS bis SV. März 1940, in der Dienststelle der DAF., Kreiswaltung Wetterau, Abteilung für Berufserziehung u. Betriebsfübrung, Gießen, Schan- zenftr. 18, Zimmer 6, abzugeben. Daselbst auch Auskunft und Beratung. Mit der Anmeldung ist die Teilnehmergebühr zu zahlen. Nach Beginn ist Anmeldung nicht mehr möglich. [1147D Habe mein Geschäft mmi „tos SW“ wieder selbst übernommen. H. Rusch 0886 Gießen, Bahnhofstraße. 767p 515 A U/FDRC DRUCKSACHEN n Brühl, OMen Zweijährige Handeiskiasse für Schulentlassene mit 8 jäh riger Schulbüdg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits am 8. März stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. 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Soosten Metzen 0881 11820 Kommen Sie mit Ihrer Kleiderkarte, wir beraten Sie unverbindlich ■ iei ■ ■ ui ■ ■ ibi ■ Peter Olyschläger, llntervetennär Marlen Olyschlager, geb. Kaufmann Gießen Graberistrahe 4 p. Gießen, Plockstraße 14-16 ' ______________ 1201A Gießen, Frankfurter Straße 5 9. März 1940 3semestrige Fachschule f. Hochbau, Maschinenbau und Elektrotechnik. Staatliche Abgangsprüfung. Semesterbeginn 15. April 1940. Jacken- und Kostümstoffe in gewohnt großer Auswahl zu unseren bekannt niedrigen Preisen STOFFSPEZIALHAUS Bernard&Sohn Hermannstein bei Wetzlar Falterstraße 242 io. März 1940 Achtung!Un8er Geschäft Marktplatz 2 wird am 80. März 1940 geschlossen. Wir bitten unsere werte Kundschaft, bis zu diesem Termin ihre Schuhe abholen zu wollen. Willy Hofmann Erna Hofmann, geb. 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