Nr. 7 Erstes Matt 190. Jahrgang Dienstag, Y.Zanuar W40 Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Btilogen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brüh Ische Univerfitätzdruckerei «.Lange in Gießen. Schristlettnng und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8st,Uhr des Dormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Leidgeprüftes Anatolien. Von unserem Or. He.-Korrespondenien. Ankara, Januar 1940. Das furchtbare anatolifche Erdbeben in den Weihnachtstagen, das heute schon von einigen als das größte in der Geschichte bekannte Beben in Kleinasien bezeichnet wird, hat im ersten Augenblick bei der an Erdbebenmeldungen gewöhnten und in Weihnachtsruhe versunkenen Weltöffentlichkeit nicht die Beachtung gefunden, die ihm seinein Umfange nach zustand. In Fachkreisen hatten aller- vings von Anfang an keine Zweifel über sein Ausmaß bestanden. Wie man jetzt in der Istanbuler Zeitung „Cumhuryet" liest, hat der Direktor der Erdbebenwarte in Jnstanbul noch am gleichen Tage, an dem die Apparate das Beben verzeichneten, er- Jzmir (Smyrna), Bursa (Brussa) und Manisa, also die Zentren des anatolischen Industrie- und Wirtschaftslebens. Smyrna, der größte, älteste und bedeutendste türkische Hafen am Aegäischen Meer, ist (nach einer Stattstik von 1935) mit seinen 170 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Türkei (nac§ Istanbul), größer als die Hauptstadt Ankara (124 000 Einwohner), Brussa (72 000 Einwohner) ist das Zentrum der türkischen Seidenindustrie und zusammen mit seinem am Marmara-Meer gelegenen Hafen Mudania ebenfalls eine uralte Handelsstadt. Einige Jahrhunderte vor Christt Geburt war es die Hauptstadt des Königreichs Brthynien. Hier starb als Flüchtting der karthagische Feldherr und große Gegner der Römer Hannibal. Später war Brussa die Hauptstadt des Türkenreiches unter Osman, der ebenso wie seine Nachfolger im Sultanat hier sein Grabmal hat. Ueberhaupt ist ganz Meinasien uralter Kulturboden. Nacheinander haben hier Assyrer, Lyder, Perser, Griechen, Römer, Araber und Sel- schukken mächttge Reiche besessen und große Kulturen errichtet; auch das Christentum hat hier seine besten und fruchtbarsten Anfänge gehabt. Dann hat der Mongolensturm unter Tamerlan dieses blühende Land so gründlich verwüstet, daß es sich heute noch nicht davon erholt hat. Die osmanischen Türken, die die Mongolen ablösten, haben nichts für Anatolien getan, sondern es in diesem ttostlosen Zustand belassen. Erst der modernen Türkei des großen Kemal Atatürk blieb es vorbehalten, sich in Anatolien das Kernland eines türkischen Nattonalstaates zu schaffen. Nach dem Rücktritt Höre Belishas. klärt: „Wenn das Zentrum des Bebens in einer unserer Städte geleaen ist, dann kann man nur mit Schmerz feststellen, daß in dieser Stadt kein einziges Gebäude, ja nicht einmal ein Baum stehengeblieben ist." Leider hat sich die Aeußerung eines Fachmannes nicht nur für eine einzige Stadt, sondern für ein ganzes, weites Gebiet von etwa 200 000 Quadratkilometer, also rund ein Sechstel der asiatischen Türkei (oder etwa zwei Drittel der Oberfläche Italiens bzw. Großbritanniens und Irlands) bewahrheitet. Nimmt man die Karte Anatoliens zur Hand, so sieht man, daß ungefähr durch die Mitte Kleinasiens (das etwa doppelt so groß wie die Pyrenäen-Halbinsel ist) der Kizil-Jrmak (der Rote Fluß) — der Hylos der Alten, der schon dem sagenhaften Lyderkönig Krösus zum Verhängnis wurde — fließt. Im nordwest-armenischen Hochland, nicht allzuweit von den Quellen des Euphrat entspringend, wendet er sich nach Südwesten, um dann bei Kayseri (dem alten Caesarea) nach Nordwesten zu biegen und schließlich in schön geschwungener Ellipse nord-nordöstlich sich zwischen den Hafenstädten Sinope und Samsun ins Schwarze Meer zu ergießen. Im Innern dieser Ellipse, im Südosten und Osten noch erheblich über sie hinausgreifend, liegt das Erdbebengebiet. Wenn man es nach Städten abgrenzt, so geht die Linie im Westen von der (östlich des Kizil-Jrmak gelegenen) Stadt Canti r i, die nach den Meldungen ebenfalls schwer gelitten hat, nordöstlich hinauf nach dem bedeutenden Schwarzmeerhafen Samsun, dann ungefähr der Küste entlang nach Osten über die Häfen Ordu, Giresun und Trapezunt, steil nach Süden hinunter bis in die Gegend zwischen Erzincan (sprich: Ersindschan) und E r z e r u m , dann südwestlich unterhalb von Sivas vorbei nach Kayseri, von da nordwestlich nach Dozgat und K i r f e f i r , von wo sich die Ellipse nordwärts in Richtung auf Can- kiri schließt. 10 von den 53 Vilajets (Verwaltungsbezirken) der kleinasiatischen Türkei sind von dem Beben betroffen. Die Gegend von Nozgat ist sogar am 2. Januar zum 'zweitenmal schwer 'heimgesucht worden. Um die Wirkungen der Katastrophe verstehen zu können, muß man wissen, daß die zerstörten Dörfer und Städte meist in sehr großer Höhe Kegen. Die Stadt Yozgat z. B. liegt 1800 Meter über dem Meeresspiegel, Erze rum sogar noch höher. In dieser Höhe sind Winter- temperaturen von 30 Grad unter Null keine Seltenheit. „Eumhuriyet" berichtete denn auch, daß zahlreiche Menschen, die dem Tod unter den Ruinen der Häuser entgangen waren, erfroren sind. Auch bei den Hilfs mann schäften hat das Beben auf diese Weife nachträglich noch Opfer gefordert. Die Zerstörung der Telefon-, Telegraphen- und sonstigen Verkehrsverbindungen, die Schwierigkeit, bei dem herrschenden Winterwetter Flugzeuge einzusttzen, haben die Hilfsmaßnahmen stark verzögert und so die Zahl der Opfer von Hunger, Kalte und Entbehrungen noch erhöht. Hier rächte sich zweifellos auch noch eine alte Schuld der Sultanherrschaft, die dieses Gebiet vollständig vernachlässigt hat. Es gab hier keine Eisenbahnen und keine Landstraßen. Erst der Kemalismus hat gute Aufbauarbeit geleistet, aber naturgemäß in 20 Jahren nicht die Unterlassungen von Jahrhunderten aufholen können. Vor kurzem erst wurde das letzte Stück Sivas—Erze rum jener transanatolischen Eisenbahnlinie, die die südöstliche Schwarzmeerküste mit dem Aegäischen Meer verbindet, dem Verkehr übergeben; auch sie ist durch das Erdbeben an verschiedenen Punkten erheblich zerstört worden. lieber die geologischen Ursachen des Bebens müssen die berufenen Fachleute sprechen. Es soll aber hier darauf hingewiesen werden, daß sich in Mittelanatolien, in der Nähe von Kayseri, das vulkanische Massiv des Erciyas bis zu einer Höhe von über 4000 Meter erhebt und daß der am Ostrande der Erdbebenzone über dem Dan- See bis zu 5150 Meter aufsteigende und bereits aus der Bibel bekannte Ararat ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist. Bereits im Jahre 1774 ist die Stadt Erzincan einmal durch ein Erdbeben vollständig Zerstört worden. Im übrigen ist ganz Kleinasien ein altes Erdbeben- und Dulkangebiet, die Geologen behaupten sogar, daß der ursprüngliche Landzusammenhang mit Europa erst in verhältnismäßig junger geologischer Zett durch solche Naturkatastrophen zerstört wurde. Um das Unglück der asiatischen Türkei voll zu machen, ist einige Tage nach dem Erdbeben, das in Mittel- und Ost-Anatolien rund 50 000 Menschenopfer forderte, über das westanatolische Küstengebiet infolge langanhaltender Regenfälle eine Ueberschwemmungskatastropye herein- gebrochen, die nach den letzten Meldungen auch etwa 1000 Todesopfer gefordert hat. Hier handelt es sich in der Hauptsache um die drei Vilajets Amsterdam, 8. Jan. (Europapreß.) Der Wechsel in der Leitung des Kriegsministeriums scheint sich sehr zum Leidwesen der Regierung zu einer inner politischen Krise erster Ordnung auszuwachsen. Die Verantwortung hierfür tragen zum weitaus größten Teil die populären Blätter aller politischen Richtungen. Jetzt erst zeigt sich, in welchem Maße der ausgeschiedene Kriegsminister es verstanden hat, sich zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten in den breiten Schichten der Bevölkerung zu machen. Mit Karikaturen, zahllosen Photographien, Leitartikeln, Sonderaufsätzen und teilweise recht rührseligen Geschichten über die Auswirkungen der von Hore-Belisha durchgeführten Armeereform geht die populäre Presse zum Angriff gegen die Regierung über. Die „Time s" und zum Teil auch der „Daily Telegraph" sind vergeblich bemüht, das Ausbrechen des Sturmes zu verhindern. Es hat übrigens den Anschein, als habe ein scharfer Leitartikel der „Times" Chamberlain veranlaßt, den Hauptschriftleiter der „Times", Geoffrey D a w f o n , während des Wochenendes über die tatsächlichen Hintergründe der Ministerkrise aufzuklären. Nur dadurch laßt sich der betont verständnisvolle Arttkel der „Times" vom Montag erklären. Immerhin geht aus diesem Aussatz hervor, daß Hore-Belishas Gegner nicht nur unter der Generalität, sondern auch im Kriegskabinett selbst zu suchen sind. Das Echo in Rom Rom, 9. Jan. (Europapreß.) Die römische Presse beschäfttgt sich sehr aufmerksam mit dem ßärm der englischen Presse über den Hinauswurf Hore- Belishas. Noch zeige sich kein Anzeichen, daß sich der Pressesturm gegen Chamberlain besänftigen wolle. Die Beherrschung der englischen Presse durch Juden oder ausgesprochene Parteigänger des Juden- tumes ist so weit fortgeschritten, daß sich ihr.keine einzige der sechs großen englischen Zeitungsgruppen entziehen kann. Beginnen wir mit der Herausgeberin des „D a i l y H e r a l d" (Auflage 2000000), der Gruppe der Odhams Preß. Diese Gruppe wird von Baron Southwood beherrscht, der bis vor kurzem noch den Namen Julius ©alter Elias hatte. Durch seine Vorsitzenden- oder Direktoren« posten in zahlreichen der Odhams Preß gehörenden Gesellschaften ist er Herr über 60 Zeitungen mit einem Jahresumsatz von 8,5 Millionen Pfund. Den außenpolitischen Teil des Arbeiterorgans „Daily Herald" bestimmt der Jude A. Eafter - man. Die zweite Gruppe, ein riesiger Trust, der vor allem den „Daily Expreß" (Auslage 2 500 000), dann den „Sunday Expreß" und „E v e n i n g Standard" (Auflage zusammen 2 000 000) herausgibt, hatte zu allen Zeiten in seinen Blättern sehr maßgebliche jüdische Mitarbeiter, so R. D. B l u m e n f e l d und A. E a st e r m a n. Zur dritten Gruppe, der Berry-Gruppe, mit dem immer besonders deutsch-feindlichen „Daily Telegraph", gehören etwa 30 Zeitungen. Sie ist im Besitz der Familie Berry, deren Haupt, Lord C a m r o f e, mit den Rothschilds verschwägert ist. Eigentlicher Beherrscher des „Daily Telegraph" rft jedoch Lord Burnham, dessen Vater, damals noch mit dem Namen Moses Levy-Lawson, die Zeitung arünbete. Die Berry-Levy-Gruppe zählte immer sehr einflußreiche Juden zu ihren Mitarbeitern. 1926 wurde der Jude Lord Reading Vorsitzender der Hauptgesellschast dieser Gruppe. Heute wird sie von den Juden Harry Kahn, Maurice Stern, Felix Rose beherrscht. Die versöhnliche Haltung der „Daily Mail", die dem Besitzer der „Daily-Mail"-Gruppe, R o «= thermere, gehörte, wurde jäh unterbrochen, als es dem Judentum gelang, auf dunklem Wege die Aktienmehrheit an sich zu reißen. Man vermutet hinter diesen Machenschaften, die nach außen durch eine Banktreuhändergesellschaft geschickt getarnt werden, einen der drei Juden Rothschild, I. M. Sief, einen Freund Edens, oder Sir John E l - lerman. — In der sechsten Gruppe, der Westminster Preß, besitzt der Halbjude Roseberry großen Einfluß. Durch sie werden 19 große Provinzzeitungsgesellschaften kontrolliert. Fast alle diese Konzerne sind, wie sich aus den wetteren Angaben von Peter Aldag in seinem außerordentlich interessanten Buch „Juden beherrschen England" ergibt, gegenseitig durch Uebergabe und Austausch von Aktien noch weitgehend mit- | (Er wüte in einem solchen Ausmaß fort, daß man den Eindruck gewinne, diese bescheidene Episode könnte sich im politischen Leben Englands zu einer inneren Krise auswachsen. Offensichtlich, so schreibt das „Giornale d'Jtalia", habe Chamberlain zu dem Beschluß, ganz unerwartet einen Mann ausscheiden zu lassen, der zu den Exponenten des englisch-fran- Izösischen Krieges gegen Deutschland zähle, seinen persönlichen Mut in beide Härtt>e genommen. Der Jude Hore-Belisha habe nicht unverdächtig^ bleiben können, durch den Krieg reichlich Wasser auf die Mühlen Israels ziehen zu wollen. Es sei verständlich, daß die englischen Frontkämpfer, die ihr Blut hergeben sollten und zum Leben im Schützengraben gezwungen seien, der Gedanke beschäftigen mußte, der Kriegsminister führe diesen etwas dunklen Krieg aus allzu persönlichen Gründen, die über die nationalen englischen Interessen hinausgriffen und mehr dem jüdischen Groll gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland Ausdruck gäben. Chamberlain habe die Verärgerung eines großen Teiles jener Kräfte in Kauf genommen, die sowohl in England als auch in Frankreich das Gerüst der politischen Parteien und der nationalen öffentlichen Meinung darstellten. Hore-Belisha habe die Vorbereitung und die Führung des Krieges in seinen Händen gehalten, ohne das Vertrauen und die Sympathien der wahren Kämpfer zu besitzen. Diesem Umstand habe Chamberlain Rechnung getragen. Das beweise die Tatsache, daß fein Entschluß, nach feiner Rückkehr von dem Frontbesuch in Frankreich erfolgt sei. Der nun in der englischen Presse und in der öffentlichen Meinung der Westmächte herrschende Sturm enthülle die Gefährlichkeit der jüdischen Solidarität, die weder Grenzen noch nationale Interessen achte und nicht einmal in den schwersten Stunden der Geschichte der Gaslländer schweige. einander verquickt. Die maßgeblichen Männer der gegenwärtigen englischen Regierung, besonders Eden und Churchill, von dem Volljuden Hore-Belisha ganz abgesehen, sind mit den einflußreichen Männern der englischen Judenpreffe auf das freundschaftlichste verbunden. Mit Hilfe dieser Presse fachte das äubentirm die Kriegsstimmung des englischen Volkes gegen Deutschland an. Englands wahre Absichten im Norden. Kopenhagens.Jan. (Europapreß.) Von englischer Seite wird versucht, die wahren Absichten der Westmächte bei ihren Httssaktionen für Finnland zu verschleiern, indem man den Korrespondenten neutraler Blätter Informationen gibt, die in krassem Gegensatz zu den neuesten Darstellungen der englischen Presse stehen. Gegenüber dänischen Pressevertretern in London wird neuerdings die lächerliche Version entwickelt, England und Frankreich hätten mit einer deutschen oder russischen Angriffslust im Norden zu rechnen. Im Gegensatz zu den scheinheiligen Beteuerungen, England wolle den Narben nicht in einen Krieg verwickeln, steht die Tendenz, die in dem letzten Leitarttkel von „S u n d a y Times" entwickelt wurde und die in Kopenhagen nicht ohne Beachtung geblieben ist, weil sie erkennen läßt, daß man in England den Angriff auf Deutschland von der skandinavischen Seite her als den „leichtesten Weg" erachtet. „Sunday Times" gibt offen zu: „Es besteht da ein Gesichtspunkt, auf den man bisher nicht genügend aufmerksam gewesen ist. Es ist zu Zeiten gesagt worden, daß es em Fehltritt wäre, etwas zu unternehmen, was dazu fuhren könne, Rußland zu unserem aktiven Feind zu machen, und daß wir, wenn wir es täten, die Kräfte von unserem Hauptziel ablenken würden, nämlich von Deutschlands Niederlage. Das aleiche Argument wurde während des Weltkrieges gebraucht, um unsere teuer erkauften Offensiven an der Westfront zu rechtferttgen, während an anderen Fronten die besseren Ergebnisse leichter hätten erziett werden können. Aber es ist eine grundsätzliche Regel, daß, wenn das gleiche Ergebnis auf zwei verschiedenen Wegen erreicht werden kann, bem einen schwierigeren — nämlich wo der Feind am stärksten ist — und dem anderen, leichteren Ausweg — wo der Feind am schwächsten ist —, so sollte die leichtere Methode vorgezogen werden." In Kopenhagen bezeichnet man diesen versteckten englischen Vorschlag, vom Norden her als der 3uhen beherrschen die englischenZeiiungskonzerne Vertuschung. Von unserer Äerliner Schristleiiung. Der plötzliche Rücktritt des britischen Kriegsministers Höre Belisha hat überall größte Ueber- raschung hervorgerufen, nicht zuletzt in England selbst, wo nun die Presse der Liberalen und der Arbeiterpartei Chamberlain heftig attackiert, weil er den Mann in die Wüste geschickt habe, der angeblich am stärksten für Demokratisierung des Heeres gesorgt habe. Der brittschen Regierung ist die Sache natürlich höchst peinlich, und man leitet nun em regelrechtes Vertuschungsmanöver ein, um möglichst wenig Staub aufzuwirbeln. Dazu find gewisse Parolen ausgegeben, die sich in der ganzen britischen Re gierungs presse wiederfinden. So soll Höre Delifha zurückgetreten fein, weil er mit dem britischen General st ab in einen unlösbaren Konflikt geraten fei. Es ist bekannt, daß Höre Be- lisha bei feinem Amtsantritt bereits einen Sturm der Entrüstung hervorrief, als er, unbekümmert um jede geheiligte Tradition, eine Anzahl älterer Offiziere in den Ruhestand versetzte und andere überging bet der Neubesetzung der höchsten Posten , des britischen Heeres. Auch sonst haben meitere Maßnahmen des jüdischen Kriegsministers, die nun I von ihm und seinen Anhängern in der Presst als besonders demokratisch bezeichnet werden, in Kreisen des britischen Offizierkorps größte Empörung hervorgerufen. Eine andere Version will wissen, daß Höre Belisha gegangen wurde, wett er keine Truppen nach Finnland schicken wollte, und wieder andere behaupten, daß seine Krttik an der englischen Flak-Artillerie seinen Sturz herbeigeführt habe. Das alles trifft jedoch keineswegs den Kern der Sache. Alle diese Parolen werden lediglich ausgestreut, um über die wahren Hintergründe des Rücktritts Höre Belifhas hinwegzutäuschen. Taffächlich hat schon vor einigen Wochen die Veröffentlichung einer niederländischen Zeitschrift über Herkunft und Vergangenheit Höre Belifhas in England das größte Aufsehen erregt. Es hatte sich nämlich herausgeftellt, daß Höre Belisha nicht nur einer jüdischen Familie entstammte, sondern auch marokkanischen Einschlag aufzuweisen hat. Noch heute sollen die Fremdenführer in der maroEfani« schen Stadt Mogador mit einem gewissen Stolz das Geburtshaus dieses seltsamen englischen Kriegs- mtnifters zeigen. Diese Abstammung ist Hare Belisha zum Verhängnis geworden, denn das Judentum empfand diese Herausstellung eines so polnischen Prototyps seiner Rasse mehr und mehr als bedenkliche Belastung und entschloß sich daher wohl oder Übel ihn zurückzuziehen. Dazu kam noch, daß das internationale Judentum mit einem kurzen Kriege und einem ebenso schnellen Siege der Plutokratien gerechnet hatte. Jetzt aber, wo es sich immer mehr herausstellt, daß der Krieg für England ein bitter ernster Existenzkampf wird, ist das Judentum nicht geneigt, bfe Verantwortung dafür in Gestalt eines jüdischen Kriegsministers zu tragen. Es war natürlich auch, je länger der Krieg dauert für das britische Offizierkorps um so schwieriger, den brittschen Truppen plausible Gründe dafür zu geben, daß an der Spitze der Kriegslettung ein Jude stehe, ber zudem noch durch eine Reihe höchst zweifelhafter Finanztrans- aKronen als übler Geschäftemacher bekannt tft Schließlich darf auch noch mitgesprochen haben, daß man von der marokkanischen Abstammung Höre Bettshas eine Belastung der britisch-französischen Freundschaft befürchten mußte. Ader sei bent wie ihm wolle, das Ganze ift Nichts anderes als ein Trick des Judentums, das in der gegenwärtigen Situation und unter den gegenwärtigen Umständen wünscht, einen allzu exponierten Rassegenosstn zurückzuziehen, um den taffächlich vorhandenen und auch künfti'ghin unverminderten jüdischen Einfluß auf das britische Kriegskabinet nach außen hin zu verbergen. „schwächsten Seite des Feinde" gegen Deutschland Morzugehen, als „interessanten englischen Finnlandkommentar". Evakuierte kehren nach Helsinki zurück. Helsinki, 8.Jan. (Europapreß.) Nach Schab zungen sollen in der letzten Zeit etwa 45 000 der evakuierten Einwohner Helsinkis in die finnische Hauptstadt zurück gekehrt fein, da die provisorisch errichteten Flüchtlingslager in den Wäldern bei der derzeitigen Kälte unbequem und teilweise unbewohnbar sind. Die Behörden sind nicht nur wegen der mit der Rückwanderung der Zivilbevölkerung verbundenen Gefahren beunruhigt, sondern auch wegen der wachsenden Ansprüche, die an die öffentlichen Werke, wie Elektrizitäts-, Gas- und Kohlenversorgungsanftalten usw., gestellt werden. Das finnische Versorgungsminifterium hatte erst kürzlich anordnen müssen, daß in den Miethäusern nur noch am 1. und 15. des Monats Warmwasser verteilt werden soll, und daß die Temperatur in den Häusern wegen des Kohlenmangels nicht mehr als 14 Grad betragen dürfe. Auch die Restaurants wurden wegen der Lebensmittelknappheit und der Transportschwierigkeiten aufgefordert, die Anzahl ihrer Gerichte einzuschränken und vereinfachte Speisen anzubieten. Nach dem finnischen Heeresbericht vom 8. Januar soll das Ziel der Kämpfe der letzten Tage im Suo- mussalmi-Abschnitt erreicht sein. Auf den anderen Frontabschnitten soll es am 7. Januar, abgesehen von üblicher Crkundungs- und Artillerietätigkeit, verhält nismäßig ruhig gewesen sein. Auch habe nur geringe Fliegertätiqkett geherrscht. In großer Anzahl werden an verschiedenen finnfsche» Kampfabschnitte» Auslandswissenschastliche Fakultät an der Universität Berlin. Schäferhunde zum Auffpüren und zu erster Hilfeleistung durch den Transport von Verbandzeug eingesetzt. Auch sind Hunderte von dressierten Schäfer- hmÄen als Meldehunde tätig, wenn die Verbindungen durch Feldtelephone abgebrochen sind und es zu gefährlich ist, Soldaten als Meldegänger durch den Kugelregen zu schicken. Die finnische Presse berichtet über einen Fall, wo ein Schäferhund, obgleich ihm ein Bein abgeschossen worden war, sein Ziel erreichte und der betreffenden Truppe wichtige Informationen überbringen konnte, wodurch* vielen Hunderten von finnischen Soldaten das Leben gerettet wurde. Roosevelts Flotten ausrüsiungsprogramm Alaska soll starke Flotten- und Luftbasis werden. Washington, 9.Jan. (DNB. Funkspruch.) Wie in militärischen Kreisen verlautet, schließt der von Roosevelt eingereichte Heereshaushalt für das kommende Steuerjahr 12 Millionen Dollar für den Dau eines großen Militärflugplatzes in Auch o r a ge auf der Sibirien gegenüberliegenden, 1867 von Rußland an die USA. abgetretenen Halbinsel Alaska ein. Außerdem soll D u t ch H a r b o r aus den Aleuten-Jnseln und Unalaska zu einer großen Flottenbasis ausgebaut werden. Auf K o - d i a k und S i t k a sind bereits Flughäfen im Bau befindlich. Die oberste Heeresleitung beabsichtige, so heißt es, Alaska in eine der am stärksten befestigten Zonen der Welt zu verwandeln. Associated Preß berichtet, Roosevelts vorgeschlagene neue Flottenaufrüstung zeige, daß dem Präsidenten eine Flotte vorschwebe, die innerhalb von 5 Jahren wesentlich st ärkeralsdiebritischeund doppeltso starkwie diejapanische werden soll. Zum zweitenmal innerhalb eines Viertel- jahrhunderts biete der Krieg den Vereinigten Staaten eine Gelegenheit, die Herrschaft d e r M e e r e zu übernehmen. Diesmal werde die USA,-Manne die Gelegenheit nicht versäumen. RumänienunddieBegegnung von Venedig. Bukarest, 9. Januar. (Europapreß.) Abae- sehen von dem Abendblatt „Semnalul" enthält sich die Bukarester Presse am Montag noch jeden Kommentars zur Begegnung von Venedig. „Semnalul" meint, der Widerhall, den dieses Treffen in der Weltöffentlichkeit geweckt habe, weise deutlich auf die Bedeutung hin, die der Donauraum neuerdings für die Weltöffentlichkeit gewonnen habe. Die feit dem September 1939 eingetretenen Derände- rungen ließen eine U e b e r p r ü f u n g der gesamten Lage für alle verantwortlichen Faktoren dieses Gebietes nützlich und zweckmäßig erscheinen. Es sei gewiß, daß das Durchdringen eines realisttschen Geistes wertvolle Ergebnisse für die Sicherheit und die Ruhe dieses Teiles von Europa zeitigen würde. Wenn die von Italien jetzt angebahnte Aktton des erforderliche Verständnis finden werde, dann werde für Europa eine neue Epoche beginnen, eine Epoche, in der die wirkliche Verständigung und die wahre Freundschaft der Staaten des Donaubeckens endlich zur Wirklichkeit werden würde. König Carol feierte das Fest der Heiligen Drei Könige in C h i s i n a u (dem früheren Kischinew), der Hauptstadt Bessarabiens, inmitten der Soldaten und der bessarabischen Bevölkerung. Der König traf in Begleitung des Großwoiwoden Michael ein und wurde begrüßt vom Ministerpräsidenten la« tarescu, dem Marineminister General Jlcus und weiteren Mitgliedern der Regierung. Unter dem Jubel einer großen Menschenmenge begab sich der König und sein Gefolge in die Kathedrale, wo er durch die hohe Geistlichkeit empfangen wurde und der traditionellen Weihe des Wassers beiwohnte. Nach den Ansprachen des Chefs des Armeekorps und der Vertreter der deutschen, ukrainischen und russischen Minderheiten hielt der König eine Rede, in der er auf die D e r b u n d e n h e i t B e s s a r a - biens mit Rumänien einging und die Loyalität der Minderheiten hervorhob. Berlin, 8. Januar. (DNB.) Am 15. Januar eröffnen an der Universität Berlin eine neue Fakultät und ein neues Institut ihre Pforten: die Aus - l a n d w i s s e n s ch a f t l i ch e F a k u l t ä t und das Deutsche Auslandswissenschaflliche Institut. Schon in den Jahren der Bismarck'schen Reichsgründung kamen Bestrebungen auf, der Kunde von fremden Völkern und ihren Sprachen und der Untersuchung der Außenbeziehungen des Reiches eine Forfchungs- und Lehrstätte zu schaffen und dabei besonders den mannigfachen Bedürfnissen nach außenpolitisch und cmslandstundttch ausgebildeten Fachkräften Rechnung zu tragen. Die erste, vom Altreichskanzler selbst angeregte Maßnahme in dieser Richtung war die Gründung des „Seminars für orientalische Sprachen" im Jahr« 1878, das 1936 in die „Auslandshochschule an der Universität Berlin" umgewandelt wurde. Unabhängig hiervon hatte sich die 1920 gemündete und 1937 neu konstituierte „Hoä) fchul« für Politik" allmählich von einer Anstatt mit betontem Volkshochschulcharakter zu einer wissenschaftlichen Anstalt eigener Art entwickelt, die neben der Lehre auch die Forschung pflegte und dabei mehr und mehr ihr Augenmerk den gleichen auslands- kundlichen und außenpolitischen Fachgebieten zuwandte, die an der Auslandshochschule der Berliner Universität gepflegt werden. Die neue Auslandswissenschaftliche Fakultät tritt zugleich an die Stelle der bisherigen „Auslandshoch, schule an der Universität Berlin" und der bisherigen „Hochschule für Politik" und führt deren reiche Tra- Der Leiter der Arbeitseinsatzorganisatton im Reichsarbeitsministevium, Staatssekretär Dr. Syrup, Nimmt im Reichsarbeitsblatt zu der günstigen Entwicklung des Arbeitseinsatzes in den ersten Kriegs- monaten Stellung. Im Gegensatz zum August 1914, wo die Hundertzahl der Arbeitslosen sprunghaft von 2,9 auf 22,4 stieg, war der Uebergang zur Kriegswirtschaft im September 1939 trotz der Umschichtungen von vielen Tausenden Arbeitskräften nicht mit nennenswerten Betriebsstillegungen ver- buNden und führte insbesondere nicht zu einer bemerkenswerten Arbeitslosigkeit. Im Gegenteil be- steht nach wie vor in fast allen Wirtschaftszwei- gen ein Mangel an Arbeitskräften. 128 000 Arbeitslose wurden im Gesamtreich im Dezember gezählt, nur 18 000 von ihnen waren voll einsatzfähig und ausgleichsfähig. Zum Vergleich fei bemerkt, daß im Dezember 1938 im Altreich 456 000 Arbeitslose gezählt wurden. Diese geringfügige Ar- beitslosigkett entfällt zur Hälfte auf die acht Großstädte Wien, Hamburg, Berlin, Köln, Breslau, Dresden, Leipzig und München. Wien steht mit 30 000 an der Spitze, Hamburg hat 10 000, Berlin knapp 8000. Unter den 128 000 Arbeitslosen beftn- Oie Regierungsbildung in China Tokio, 8. Januar. (DNB.) Gut unterrichtete Kreise glauben, daß die Bildung einer neuen Zen- tralregieruna in China jetzt rapide Fortschritte machen werd«. Di« Verbindungsmänner des China- ausfchusses werden am 11. Januar in Nanking zu- sammentreten, während Wang Tfching-wei, Wang Komnng und Liang Hung-tschih, die Chefs der Regierung in Peking und Nanking, am 15. Januar in Nanking oder Schanghai zusammentreten wer- den, um die Vorbereitungen für die Einsetzung der Zenttalregierung einen Schritt weiterzubringen. Der Sprecher der japanischen Regierung erklärte: lieber dttion fort. Gegenstand ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit sind die politischen, wirtschaftluben und kulturellen Auslandsbeziehungen des Reiches und das Gegenwartsleben fremder Völker und Staaten. Dazu gehören Grundfächer wie Außenpolitik und lhre Rechtsgrundlagen, Außenwirtschaftskunde, Kolomalgeschichte und Kolonialpolitik, politische Geographie und Geopolitik, Volkstumskunde und Volksgruppenfragen, Staats- und Kulturphilosophie usw. und die Fächer der speziellen Auslandswissenschaften, die sich mit Geschichte und Gegenwartsleben bestimmter Völker oder Volksgruppen befassen. Das Studium an der Fakultät kann als Haupt- studium oder als Ergänzungsstudium betrieben werden, es gibt dafür eine ganze Reihe von Möglichkeiten von kurzen Spezialkursen bis zum Erwerb eines Diploms und Doktors der Auslandswiffen- schaften. Das angegliederte Institut für Spra- chen-undDolmetscherwefen wird auch be- rufstätigen Volksgenossen für das Erlernen fremder Sprachen zur Verfügung stehen. Mit der vorläufigen Wahrnehmung der Geschäfte des Dekans ist der außerordentliche Professor an der Universität Berlin ^--Standartenführer Dr. Six beauftragt worden. Zugleich mit der neuen Fakultät wird das Deutsche Auslandswissenschaftliche Institut errichtet. In ihm werden die reichen Bestände der bisherigen Auslandshochschule und der Hochschule für Politik an Lehrmitteln und For- schungseinrichtungen zusammengefaßt; darunter ist eine über 100 000 Bände umfassende Svezial- b ü ch e r e i und ein Archiv, das heute schon über 45 000 Mappen enthält. den sich Angestellte, Gaststättenarbeiter, Verkehrs- arbeiter, Textil- und Bekleidungsarbeiter sowie Hilfsarbeiter, während in allen anderen Wirtschaftszweigen Freistellungen von Arbeitskräften gar nicht oder nur in geringem Umfange erfolgt sind. Eine frühzeitige vorbeugende Einschränkung der Konsumgüterindustrie bedeutet stets die Freistellung von Arbeitskräften. Aufgabe des Arbeitseinsatzes ist es, diese Kräfte in die Industrien einzugliedern, deren Ausweitung 'der Krieg fordert. Die Meldungen der Arbeitsämter von Ende November verzeichneten 237 800 Kurzarbeiter in 4949 Betrieben. Der Hauptanteil entfällt auf Textil- und Bekleidungsgewerbe. Die geringe Zahl erklärt sich aus der Tatsache, daß in allen Fällen nicht vorübergehender Kurzarbeit die Arbeitskräfte anderen Betrieben mit Arbeiterbedarf zugewiesen wurden. Die Landwirtschaft werde in diesem Jahr durch Hunderttausende von Arbeitskräften aus dem ehemaligen Polen entlastet. Die Landwirtschaft werde genügend Arbeitskräfte haben, die Wehrmacht werde dafür sorgen, daß in den Bestellungs- und Erntezeiten auch die Detrrebsführer und unentbehrlichen Facharbeiter zur Verfügung stehen. die Grundlagen der neuen Zentralregierung müsse China natürlich selbst entscheiden. Die neue Regierung müsse auf eigenen Füßen stehen. Die japanische Regierung werde dann Verträge mit ihr ab schließen. Einen Zeitpun kt über die Einsetzung der neuen Regierung könne man noch nicht angeben; sie werde jedenfalls in naher Zukunft erfolgen. Di« japanische Presse betont, daß der japanischen Wehrmacht in ihrer Zusammenarbeit mit dem Zentralamt für China bei der Durchführung des chinesischen Konfliktes weiterhin eine entscheidende Rolle zufällt. Deshalb müsse die Wehrmacht darauf bestehen, daß die jetzt an einen entscheidenden Wendepunkt angelangte Chinapolitrk Japans von einem stärkeren Kabinett geführt werde. Wie verlautet, haben bisher 276 mm 466 Reichstagsabgevrdneten die EnftMetzung der Oppositionsgruppe unterzeichnet, dre den Rücktritt des Ministerpräsidenten Abe fordert. Oer Wehrmachtsbericht für Montag. Berlin, 8. Januar. (DNV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen wurde im Grenzgebiet westlich Merzig ein feindliches Spähtruppunternehmen unter Verlusten für den Feind abgewiesen. Deutsche Volksschulen im Generalgouvernement. Im Di st ritt Warschau konnten bisher 17 deutsche Schulen eröffnet werden. Die Eröffnung weiterer 25 Schulen steht bevor. Allem im Kreise Lowicz befinden sich sechs deutsche Schulen. Im Kreise Grojec haben fünf deutsche Schulen den Unterricht bereits ausgenommen, insgesamt sind in zwölf Ortschaften des Kreises deutsche Volksschulen in Aussicht genommen. Für den Kreis Skierniewize sind sechs Schulen vorgesehen, von denen zwei bereits den Unterricht ausgenommen haben, während die übrigen noch im lausenden Monat eröffnet worden. Im Kreis L y s ch k o w i tz befindet sich eine deutsche Volksschule, und ebenso ist in Zyrardow eine deutsche siebenklassige Volksschule eröffnet worden. Die deutsche Schule in W a r f ch a u, eines der schönsten Schulgebäude der ehemaligen polnischen Hauptstadt, wird in nächster Zeit durch einen Turnsaal und durch ein Schwimmbecken noch vervollständigt werden. Ein Amt für freiwillige Feuerwehren. Der Reichsminister des Inneren hat im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers dis Bildung eines „Amtes für freiwillige Feuerwehren" verfügt, das alle Fragen, die den inneren technischen Dienst und den Geschäftsbetrieb d«r freiwilligen Feuerwehren betreffen, einheitlich selbstän- d i g regelt. Das Amt für freiwillige Feuerwehren ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes mit dem Sitz in Berlin und aehört zum Geschäftsbereich des Reichsführers ff. und Chefs der deutschen Polizei, dem Hauptamt Ordnungspolizei angegliedert. Der Chef des Amtes für freiwillig« Feuerwehren wird vom Reichsminister des Inneren ernannt. Er ist für die Erfüllung der Aufgaben des Amtes dem Reichsminister des Inneren verantwortlich und untersteht feiner Dienstaussicht. Mit dieser Verordnung hat ein Zustand, der in der Praxis schon seit einiger Zeit bestand, und der im Rahmen der Gesamtorganisation der Polizei für die freiwilligen Feuerwehren die selbständige und für das gesamte Reich einheitliche Bearbeitung technischer Fragen vorsieht, seine gesetzliche Anerkennung gesunden. Pflichtjahr gehört zur Berufsausbilduna. NSG. Nach einer grundsätzlichen Entscheidung des Reichsfinanzministers wird die Teilnahme am weiblichen Pflichtjahr als Ausbildung für einen künftigen Beruf anerkannt. Dieser Grundsatz erhält auch für die Bere chnung des Schulgeldes Geltung, das für Geschwister von Pflichtjahrteilnehmerinnen beim Besuch höherer Schulen zu entrichten ist. Ein Kind, das das Pflichtjahr ableistet und desien Einkommen weniger als 40,— RM. monatlich beträgt, kann bei der Feststellung der Zahl der Geschwister berücksichtigt werden, nach der sich die Ermäßigung des Schulgeldes berechnet. Diese Entscheidung umfaßt jedoch nicht die Kinder, die das Landjahr besuchen das im Anschluß an die Volksschule absolviert werden kann. Gesundheitsschutz in der Zuqenderholung. Der Reichsinnenminister hat Durchführungsbestimmungen für die Richtlinien zur Verhütung übertragbarer Krankheiten in Kinderheimen erlassen. Danach haben di« Gesundhetts- ämter nicht nur die Kinderheime zu überwachen, sondern auch die Familienpflegestellen Oer Arbeitseinsatz in -en ersten Kriegsmonaten. Nur 128000 Arbeitslose im Dezember. Kleine Tragödie. Von Hans B. Wagenseil. Die Landstraße nach Pähl sttea im Walde so stark an, daß ich mein Rad schieden mußte. Als ich dann di« Höhe der Straße erreichte, endete auch der Wald. Auf der Höhe waren hier und da halb verborgen im Wipfelgrün, altersbraune Dächer des versteckten Dorfes zu sehen; nur ein einziges Haus lieh sich in seiner Einsamkeit ganz erblicken: der obere Wirt, bei dem ich ein kehrte. Ein paar Wespen schwirrten eifrig um eine auf dem Holztisch vergessene Bierflasche. Von der Keael- bahn her dröhnte manchmal das dumpfe Rollen der Kugeln; dort übten sich die Wirtsbuben in dieser handfesten Kunst. Sonst herrschte eine ungebrochene Stille. Bald verfiel ich denn auch neben meinem Bier in eine besinnliche Träumerei, als ich plötzlich folgendes sah: An einem der Fensterläden zu ebener Erde war kunstvoll ein riesiges, kreisrundes Spinnennetz angebracht. In dieses Spinnennetz fiel unvermutet aus dem Nichts ein ungewöhnlich großer Käfer. Ich weiß noch, daß mir zugleich mit einer Erinnerung an die Knabenjahre einfiel, daß es sich hier um ein seltenes Exemplar handeln müsse, eine Art Rosenkäfer, wenn ich mich nicht irre; fein Pan« 3«r schimmert grün und exottsch im Sonnenglast. Aber schneller, als ich alles das zu denken vermochte, schoß schon di« Spinne aus ihrem Gespinst — blieb aber dann plötzlich ratlos wie vor den Kopf geschlagen vor dem stämmigen Kerl stehen. Sie umkreiste den armen Schächer einmal wütend wie eine Tarantel, gab dann aber klein bei und huschte sichtlich verärgert in ihr« trichterförmige Röhr« zurück. Dort saß sie nun und sah vergrämt dem Schauspiel zu, das ich mit ehrlicher Freude verfolgt«. Der stramm« Kerl nämlich gab den Kampf nicht verloren. Er wehrt« sich ehrlich gegen die zähen Fäden, die immer wieder nach seinen schwarzbehaarten Beinen griffen, strampelte, schlug Purzelbäume, unb von seinem stattlichen Eigengewicht unterstützt, gelang es ihm, sich gleichsam stufenweise aus der Umklamemrung zu befreien. So fiel er in mehrfachen Sattis von einer Netzmaschin« in die andere, zappelte wieder und riß sich ruckweise abstürzend aus der gefährlichen Netzmitt«. Jetzt war er aus dem gröbsten heraus und verschnauft« ein wenig, während mir unleugbar der Atem schneller ging. Wird er es schaffen? Als wollte er mich beruhigen, gab sich der wackere Vierschröter einen verzweifelten Ruck, er überschlug sich dreimal ... das ganz« Netz schaukelte, er fiel .... verfing sich hing an einem Faden ... und siel mit hörbar schepperndem Chitinpanzer zu Boden. In diesem Augenblick dreht« eines der weißen Bauernhühner den Kopf. Es lief herzu, und Mit einem einzigen Schnabelhieb war mein .Rosenkäfer verschwunden. Adagio. Von Geno Ohlischlaeger. Um zwei Uhr rief die kleine tapfere Frau Carla noch einmal von ihrem Bett in der Klinik aus an. „Die Schwestern und die Aerzte sind-alle furchtbar nett zu mir", sagte sie, bemüht, ihrer Stimme die Aufregung nicht anmerfen zu lassen, in der sie sich befand. „Nebenan liegt eine Dame, die auch vor drei Tagen operiert worden ist. Sie sieht ganz vergnügt aus und hat schon ein Buch vor. Es soll wirklich nicht schlimm sein, diese Operation, das sagen sie alle." „Natürlich, Kindchen", antwortete Jürgen, feiner- feits bemüht, die Erregung zu verbergen, in die ihn dieser Anruf versetzte. „Wenn man so rechtzeitig hin geht wie du, und einen so guten Arzt hat, ist es wirklich eine Kleinigkeit; du wirft eingeschlä- fert, und wenn du aufwachst, ist alles vorbei, und du wirst schnell wieder gesund. Wann — wann wird es denn sein?" ,Heute abend, hat der Professor gesagt, so nach sieben, denke ich. Also, Jürgen, ich muß jetzt Schluß machen; ich wollt« nur noch einmal mit dir sprechen, damit du weißt, daß alles in Ordnung ist und du dir gar keine Sorge zu machen brauchst. Du weißt ja, der Professor wird dich anrufen, wenn die Operation vorüber ist. Also, leb' wohl! Und ängstig« ( dich nicht!" „Leb' wohl, mein« liebe Carla! Kopf hoch, das brauche ich dir ja kaum zu sagen. Leb' wohl!" Das Herz schlug ihm bis zum Hals, als er einhängte. Ich hätte ihr doch noch mehr Liebes sagen sollen, schatt er sich; aber dann schüttelte er den Kopf: nein, es war besser, daß er jede Sentimentalität vermieden hatte, um Carla das Herz nicht schwer zu machen; sie hatte sich ja auch so wacker gehalten bei diesem Anruf, der vielleicht — er mochte den Gedanken nicht zu Ende denken — das letzte Gespräch zwischen ihnen gewesen war. Denn darüber konnte alle Zuversicht, die er sich einredete und die sie offenbar auch besaß, nicht hinwegtäuschen: mochte die Kunst der Aerzt« heut« auch noch so groß fein, ihr Leben stand nun in Gottes Hand. Es war ein Glück, daß Jürgen nicht sehen konnte, wie Carlas Tapferkeit sie nach dem Amuf, für den sie all« Kräfte zusammengenommen hatte, plötzlich verließ, wie sie jetzt in ihre Kissen weinte und mit sich kämpft«, um ihre Fassung wiederzufinden. Jürgen empfand jetzt, was seine Mutter ihm einmal vor Jahren gesagt hatte, als er aus dem Urlaub wieder ins Feld zog: daß die Dual, um einen anderen bangen zu müssen, von dem man fern ist, i fast schlimmer sei als selbst Schweres durchzumachen. Er wußte kaum, wie er diese Stunden des Wartens verbringen sollte. An Ruhen oder gar Schlafen nach Tisch war überhaupt nicht zu denken. So setzte er sich an den Schreibtisch und versuchte zu arbeiten, aber es gelang ihm einfach nicht, sich zu konzentrieren. Da machte er sich daran, die Schubladen, in denen Ordnung zu machen war, aufzuräumen, und das lenkte ihn, weil er auf alte Briefe und längst vergessene Fotografien stieß, ein wenig ab. Aber nach einer Stunde war er damit fertig, und seine Unruhe wurde nun noch stärker. Ge- danken drängten sich vor, wie sie in solchen Stunden natürlich sind: Zweifel, ob er dem Menschen, den er verlieren konnte, auch genug Liebes angetan habe. Reue über Schlechtigkeiten und dumme Krachs, Vorsätze, die Liebe zu verdoppeln und Freuden auf sie zu häufen, wenn das Schicksal ihm ihr Leben wiederschenke. Dann schaltete er den Rundfunk ein; er horchte auf einen Dorttag, dessen Inhalt ihm sonst höchst interessant gewesen wäre. Er ttank jedes Wort in sich hinein und beschäftigte sich aufmerksam mit den Ideen des Vorttagenden. Aber er konnte einfach den Gedankengängen nicht folgen. Da nahm er sich ein Buch vor; es war ein Reisebuch mit spannenden Schilderungen von der Jagd auf Orchideen im Urwald an den Ufern des Amazonensttoms; doch durch die Bilder, die der Forscher mit dichterischer Leuchtkraft zeichnete, kam dennoch immer wieder Carlas Antlitz hervor, und er legte das Buch, weil es ihm auch nicht helfen konnte, das Warten leichter zu ertragen, beiseite. Fünf Uhr. Noch zwei Stunden und mehr, bis er Gewißheit über Carlas Befinden haben würde. Die Zeit würde ihm wie eine Ewigkeit vorkommen. Da kam ihm ein Gedanke: wenn er es mit der Musik versuchte? Er hatte lange nicht mehr Klavier gespielt, wohl Carla beim Singen begleitet und mal zum Tanz aufgespielt, wenn Gäste da waren; aber zur ernsten Musik war er lange nicht gekommen. War sie nicht die beste Freundin der Menschen, auch in schweren Stunden? Er holte die Beethoven-Sonaten hervor und blätterte di« „Pathötique" auf, die er immer gern gespielt hatte. Wuchtig schlug er das „Grave" an, und die feierlichen Klänge taten ihm wohl; beim „Allegro con brio“ mußte man höllisch aufpassen, und so verttefte er sich bald ganz in die Musik. Dann begann er das „Adagio cantabile“, das Carlas Lieblingsstück war. Er spielte es wie einen zärtlichen Gruß an sie und wollte alle guten Wünsche hineinlegen. Aber plötzlich hielt er mitten im Spiel an; eine schreckliche Unruhe hatte ihn befallen, feine Hände zitterten, und erkannte einfach nicht weiterspielen. Da stand er auf und setzte sich in einen Sessel und gab es auf, sich gegen die Gedanken, di« ihn bestürmen wollten, zu wehren. Ein« halb« Stunde darauf ging das Telephon. 1 Jürgen nahm den Hörer und meldete sich. | „Sie können beruhigt sein, Herr Hartwig", hörte er den Professor sagen, „es ist alles gut gegangen! Sie können Ihre Gatttn heute am späten Abend schon einmal kurz besuchen, wenn Sie wollen." „Herr Professor!" rief Jürgen, und die Freude ! erstickte ihm fast die Stimme. „Es ist alles gut gegangen? Ich bin überglücklich! Ich danke Ihnen vielmals für den Anruf. Aber sagen Sie mir nur eins: meine Frau ist schon operiert worden? Sie sagte mir doch, nach sieben er ft?" „Dann hat sie Ihnen die genaue Zeit nicht angeben wollen!" antwortete der Professor. „Sie ist kurz nach fünf Uhr operiert worden. Nun werden Sie auch erlöst fein. Also auf Wiedersehen!" „Ja, das bin ich!" sagte Jürgen. „Nochmalt vielen Dank und auf Wiedersehen!" Kurz nach fünf ist sie operiert worden, wieder» holte er dann noch einmal für sich, kurz nach fünf! Nun wußte er, warum er auf einmal das „Adagio" nicht mehr hatte weiter spielen können. auf ihre Eignung vom gesundheitlichen Standpunkt zu prüfen. Bedenken werden unverzüglich der NSV. mitg-eteilt. Es wird weiter klargestellt, daß sich die Richtlinien auf sämtliche Verschickungen im Rahmen der Jugenderholungspflege, auf die Entsendung von Kindern und Jugendlichen, erstrecken. Die zweimalige Untersuchung vor der Entsendung ist für sämtliche Entsendungen in Heime und Familienpflegestellen durchzuführen. Um die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten in Heimen zu beschränken, ist die Anhäufung der Kinder in großen Gruppen zu vermeiden. Die Kinder sind möglichst in kleineren Schlafräumen und nicht in Schlafsälen unterzubringen. Jedes Kind muß ein eigenes Bett haben. Schulkinder sind von Kleinkindern abzusondern. Eine Ueberbelegung von Heimen ist unzulässig, wie auch mangelhafte Einrichtungen nicht behelfsmäßig für die Jugenderholungspflege herangezogen werden dürfen. Trotz Rationierung gesunde Iugendernährung. Seit langen Jahren hat sich die Gesundheitsführung der Jugend auch mit der I u g e n d e r n ä h -- r u n g beschäftigt und die Grundsätze für eine zweckmäßige und gesunde Kost in den Verpflegungsvorschriften für die HI. im Lager, auf Fahrt, in Jugendherbergen, Landdienstheimen usw. niedergelegt. Daß diese Forderungen auch noch mit der heutigen durch die Lebensmittelrationierung bestimmten Ernährungslage voll üderein- stimmen, beweist eine Untersuchung, deren Ergeb- nisse das Amt für Gesundheitsführung in der Reichsjugendführung jetzt mitteilt. Man hat den Nahrungsbedarf eines I u n g e n im Lager mit dem Leben in frischer Luft, körperlicher Ausarbeitung ufw. mit 2600 Kalorien berechnet. Damit ist jede mengenmäßige Unterernährung ausgeschlossen und gleichzeitig eine Ueberfütterung mit ihren schädlichen Folgen verhindert. Die jetzige Lebensmitteloerteilung hat sogar diesen relativ hohen Kalorienoerbrauch als Grundlage und setzt beispielsweise für den Zehn- bis Vierzehnjährigen die gleiche Kalorienzahl wie für den erwachsenen Normalverbraucher fest. Darüber hinaus erhält der Jugendliche Vollmilch, Kakao und Kunsthonig. Die auf den Tag berechneten Rationen der Jugendlichen zusammen mit den kartenfreien Nahrungsmitteln, Kartoffeln, Obst, Gemüse und Magermilch erreichen mühelos 2600 Kalorien, wobei die Sonderzuteilungen an Eiern und Süßigkeiten noch gar nicht berücksichtigt sind. Auch in qualitativer Hinsicht werden die Mengen den Anforüchen des jugendlichen Körpers gerecht. Sie enthalten z. B. 78,6 g Eiweiß, während die Ernährungswissenschaft je kg Körper- gewicht 1 g Eiweiß in der täglichen Nahrung fordert. Auch 30 g würden schon den unbedingt nötigen Tagesbedarf decken. Die in der Lagerernährung an- gesetzte F e t t m e n g e betrug 0,5 bis 1 g Fett je kg Körpergewicht, also 40 bis 50 g täglich. Die zugeteilten Lebensmittel für den Jugendlichen enthalten täglich 47,4 g Fett. Es kommt hinzu, daß die noch wichtigere qualitative Ernährung von der Lebensmittelrationierung fast unabhängig ist. Schon immer wurde gefordert, daß die Ernährung die für den jugendlichen Körper besonders wichtigen Auf- baustoffe enthält, weshalb von der Jugend der Verbrauch von 'Obst, Gemüse, Salaten, Milch und Vollkornbrot stark gefördert wurde. Wenn sich noch heute irgendwo Schäden infolge mangelhafter Ernährung zeigen, so sind sie einzig und allein auf Unkenntnis in Ernährungsfragen zurückzuführeru Zwei neue Großstädte. Unser Bild zeigt das alte Rathaus von Osnabrück, das tm 15. Jahrhundert erbaut wurde. Hier wurden die Verhandlungen für den Westfälischen Frieden geführt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Unmittelbar vor Jahresschluß ist Deutschland um zwei Großstädte reicher geworden: das alte Regensburg, das 1933 noch 82 000 Einwohner zählte, ist in die Reihe der 100000-Städte eingerückt und ebenso hat Osnabrück diese Rang? erhöhung erfahren. Sein Oberbürgermeister konnte mitteilen, daß ausgerechnet am 31. Dezember 1939 in der Stadt ein Kind geboren sei, das die Zahl von 100 000 Vollmacht. In beiden Fällen handelt es sich um altberühmte, in der deutschen Geschichte wiederholt her- oorgetretene Städte mit einem ausgesprochenen eigenen landschaftlichen und kulturellen Gesicht. Von 1644 bis 1648 fanden in Osnabrück die Verhandlungen zwischen dem damaligen kläglichen Deutschen Reich und den Schweden statt, während in Münster Parallelver- Handlungen vor allem mit den Franzosen geführt wurden. Natürlich spielte die „Wohnungsnot" bet dieser Teilung der Verhandlungen eine gewisse Rolle,mindestens ebenso wichtig war aber eine bizarre diplomatische Etikette-Frage, die dadurch gelöst wurde, daß die Schweden in Osnabrück und die Franzosen in Münster den damals oft und viel umstrittenen „Vortritt" hatten. Heute ist uns Osnabrück ein anderer Begriff mit feiner Textil-, Papier- und Metallindustrie. Regensburg war schon als Castra Regina eine römische Lagerfestung und hat als Reichsstadt die jammervollen deutschen Reichstage von 1663 bis 1806 gesehen. In den bayerischen Staatsverband trat die Stadt erst im Jahr 1810, wie es überhaupt eine wenig beachtete aber sehr wichtige Tatsache ist, daß die meisten bayerischen und ostmärkischen Bischofsstädte reichsunmittelbar waren und die Landesherren ihre Autorität nur sehr allmählich und sehr spät „stabilisieren" konnten. Regensburg geht durch den Rhein—Main—Donau-Kanal einer großen Zukunft entge-gen. Als Vorläufer dieser Entwicklung konnten unlängst im Regensburger Donau- Hafen zwei unter griechischer Flagge fahrende Donau-Dampfer mit den klassischen Namen „Agamemnon" und „Odysseus" beobachtet werden. Aus aller Welt des Körner, das der das rege Vortragstätigkeit aus. Kloster Ensdorf durch Großfeuer zerstört. Von einem schweren Brandunglück wurde Klostergebäude in Ensdorf bei Amberg in Oberpfalz betroffen. Durch ein Großfeuer ist 3n den Präsidlalrat der Reichsthealerkammer berufen. rich Bethge, der seit September an der Westfront steht, neben seiner Präsidialtättgkeit in der Reichsschrifttumskammer auch in den Präsidialrat der Reichscheaterkammer berufen, um die enge Verbundenheit der Bühnenschaffenden mit den Autoren hervorzuheben und den Autoren die Gewißheit zu geben, eine besondere Vertretung ihrer Interessen im Prasidialrat der Reichscheaterkammer zu besitzen. Deutsche Wissenschaftler in Moskau. Eine deutsche Abordnung von Geologen und Oelbohrungsfachleuten ist, wie die Stockholmer Zeitung „Aftonbladet" aus Moskau meldet, in der russischen Hauptstadt eingetroffen. Am Sonntagmorgen fand zu Ehren der deutschen Wissenschaftler ein Empfang statt. Ein Sprachgenie. Der berühmte Sprachgelehrte Dr. Ludwig Harald Schütz, der seit mehr als drei Jahrzehnten in Frankfurt lebt, begeht am 10. Januar seinen 7 6. Geburtstag. Er kann 290 Sprachen sprechen und schreiben. Selbstverständlich befinden sich darunter auch viele tote Sprachen und Dialektformen. Er hat zahlreiche Uebersetzungen aus dem Chinesischen und dem Sanskrit veröffentlicht. Viel beachtet ist sein Buch „Die deutschen Kolonial- sprachen" sowie sein Werk über die Hauptsprachen unserer Zeit und die wichtigsten Sprachen der Vergangenheit. Eingehend hat ei sich auch mit der Ein- Ein Lehrauftrag für Barnabas von Geczy. Der bekannte Geiger Barnabas von Geczy ist durch Reichsminister Rust mit der Abhaltung von Sonderlehrgängen für Violinspiel beauftragt worden, die im Jahre 1940 zurächst in der Zeit von Januar bis Februar und vom Juni bis Juli in der Staallichen Akademischen Hochschule für Musik, Berlin-Charlottenburg, stattfinden. Barnabas von Geczy, der in der Musikwelt und in weiten Kreisen der musikliebenden Bevölkerung als Repräsentant einer künstlerisch hochstehenden Unterhaltungsmusik bekannt ist, vollzieht damit den von ihm schon lange gewünschten 'Uebergang zu einer pädagogischen Tätigkeit, die seinem Wirken und seiner künstlerischen Laufbahn voraussichtlich eine neue Wendung geben wird. Reichsminister Dr. Goebbels hat auf Vorschlag Präsidenten der Reichstheaterkammer Ludwig ter, oen Dichter und Frankfurter stellvertteten- den Generalintendanten, Reichskulturfenator Fried - ganze Gebäude zerstört worden. Auch der Dachstuhl und der Turm der durch ihre Kunstdenkmäler weitbekannten Klosterkirche wurden sehr stark beschädigt. Schwere Hochwasserschäden in Smyrna. Die anhaltenden Regenfälle, die in Westan a t o l i e n riesige Ueberschwemmungen hervorgerufen haben, haben auch in der Stadt Smyrna und ihrer Umgebung große Schäden angerichtet. Zahlreiche Häuser finb eingestürzt. Die Hälfte der Stadt steht unter Wasser, und der Verkehr stockt vollkommen. Siebzig Arbeiter, die an einer Brücke arbeiteten, wurden von den Fluten überrascht und konnten erst nach achtundvierzig Stunden aus ihrer gefährlichen Lage befreit werden. In der Nähe von Brussa (Marmara-Meer) find fünfzehntau- send Stück Rindvieh vom Hochwasser eingeschlossen; es besteht Gefahr, daß die Tiere verhungern. Im mittelanatolischen Erdbebengebiet soll unter der Bevölkerung Typhus ausgebrochen sein. Vierjähriger besiegt einen Athleten.^ Die gewaltigen Kraftreserven, die in einem kleinen Kind wirken, sind jedem Vater und jeder Mutter bekannt, insbesondere aus vergeblichen Versuchen wohl aller Väter, den immerwährenden Spieltrieb des Sprößlings jemals zu befriedigen. Um so interessanter ist ein Experiment, das unter ärztlicher Aufsicht in Neuyort durchgeführt wurde. Es handelte sich um ein regelrechtes Kraftduell zwischen einem 30jährigen wohltrainierten Athleten und einem vierjährigen Knaben. Beide traten morgens um 8.30 Uhr auf einem Spielplatz an, der 30jährige Mannschaftsführer der Neuyorker Baseball-Mannschaft „Giants", Mell Ott, und der 4jäh- rige Johnny Decket. Beide schüttelten sich die Hand und betätigten sich dann während der nächsten drei Stunden in der gleichen Weise. Sie schaufelten beide Sand, sichre» mit einer Schiebekarre herum. geborenensprache Nord-, Mittel- und Südamerikas beschäftigt. Für einen Deutschen bezeichnete er als die schwierigsten Sprachen die Jndianersprachen, die Eskimosprachen, ferner Baskisch, Grusinisch, Ungarisch und Persisch. Seit Jahren hat Dr. Schütz in zallosen Fällen Behörden und Privaten wichttge sprachliche Auskünfte erteilt und übt heute noch eine „Sieh mal da feiert der Franzmann Silvester..." NSG. (PK.) Frischgefallener Schnee hat den Wald verzaubert, durch den drei Flaksoldaten bergaufwärts stapfen, um den auf der höchsten Stelle des Berges hier im Westen stehenden Deob- achtungsposten abzulösen. Der Weg nach oben schlängelt sich in vielen Wendungen, aber querfeldein auf den Wildwechseln können die Ablösungen noch nicht gehen. Der Franzmann wurde erst kürzlich aus der Stellung zurückgeworfen und hat vor seinem Abzug alle Hänge und Heinen Pfade mit Minen belegt. Mondhell ist es in dieser letzten Nacht des alte>n Jahres. Die Sterne blinken vom matthellen Himmel, der sich wolkenlos über dem Talbecken, in dem her Berg mit seinem Beobachtungsposten die westliche Grenze bildet, wölbt. Kein Laut ist zu hören, der Atem der drei Männer flattert wie eine kleine Fahne vor ihnen her. Kurze Rast auf halber Höhe, ein letzter Blick zurück ins Tal, dann führt der Weg durch niederen, dichten Tannenwald. Die letzten paar hundert Meter sind rasch bezwungen, schnell ist der Standpunkt des Beobachtungspostens erreicht. Hier, weit vor dem Westwall, steht auf einsamer Wacht der Flak- b eob achtungsposten. ©er Marsch ins neue Jahr. Einfach und doch gemütlich haben sich die Flaksoldaten eingerichtet. Stühle und Tische gibt es zwar nicht, aber dafür tun roh gezimmerte Kisten, mit etwas Stoff befoannt, auch ganz gute Dienste. Wie die Weihnachtsmänner werden die drei Mann, die chre Kameraden ablösen wollen, ange- ftaunt. „Ähr kommt ja doch in diesem Jahr nicht mehr ins Quartter, es ist ja schon gleich 11 Uhr, und bis Ihr unten seid", beginnt einer der An gekommenen, „ist Eure Post uralt! Deshalb haben wir tue Grüße für Euch gleich mitgebracht." Briefe und Karten werden ausgeteilt, und noch ehe die drei, die jetzt abgelöst sind, sich auf den Weg nach unten machen, wird schnell mal nachgesehen, wer die Neujahrsgrüße geschickt hat. Dann machen sich die Soldaten auf den Weg, der sie von 1939 nach 1940 bringen soll, denn der Marsch zurück durch all die vorgeschobenen Stellungen wird bis nach Mitternacht dauern. Der erste Posten ist aufgezogen, den Mantelkragen hochgeschlagen steht er da, den Blick zum Feind gewand, der nur einige hundert Meter weiter vorn am Hang liegt. Denn auch das Niemandsland ist besetzt, wenn auch nur von Spähtrupps und Vorposten. Hin und wieder flackert mal Gewehrfeuer auf, wenn irgendwo zwei Patrouillen aufeinander gestoßen sind; im Niemandsland sind deutsche und feindliche Trupps unterwegs ... Glocken läuten von weit, weit her. Der schwere Postenmantel, der den Mann einhüllt und gegen Wind und Wetter schützt, gibt der Gestalt ein gespenstiges Aussehen. Wie ein vermummter Geist steht die Silhouette am Haren Nachthimmel ab gezeichnet, ein dickes, schwarzes Etwas vor der Brust, das in Wirklichkeit ein ganz harmloser Feldstecher ist, neben sich einen schwarzen Kasten, das Feldtelephon zu den Geschützen der Kompanie. Es geht auf Mitternacht. Gleich wird das alte Jahr vorüber fein, ein neues, siegreiches Jahr wird kommen. Unten, im Aufenthaltsraum der Posten fitzen die beiden dienstfreien Soldaten. Sie haben die Kerzen des kleinen Tannenbäumchens noch einmal angezündet. In Gedanken sind die beiden daheim. Sie sollen ungestört sein. Leise gehe ich wieder hinaus und lasse die beiden Soldaten allein. Die Bilder von Frau und Kind liegen vor ihnen auf dem Tisch. Von weither klingt Glockenläuten über das Land. Mitternacht. Das neue Jahr beginnt. Der Posten steht unbeweglich, er wacht auch in dieser Nacht, daß — wie es im Weltkrieg oft war — der Feind nicht die Stimmung an diesem Abend ausnutzt. Neujahrsläuten aus demNiemandslond Einige hundert Meter vor uns im Niemandsland liegt ein französisches Dörfchen, den einen Tag sind französische Spähtrupps drin, den anderen Tag kundschaften deutsche Trupps die Gegend aus. Heute nacht find deutsche Soldaten nach vorne gegangen, sagt mir der Posten, sie wollen die Glocken des Dorfkirchleins läuten. Ob sie Feuer bekommen werden? Ein kleines Glöckchen beginnt zuerst, dann fallen zwei etwas größere Glocken ein, und auf einmal hallt friedliches Glockenläuten zu uns herauf. Dort, wo täglich der Tod in jedem Haus, hinter jedem Baum lauert, stehen deutsche Soldaten im Turm eines französischen Kirchleins und läuten die Glocken, grüßen ihre Kameraden und senden ihre Wünsche auf diese Weise. Kein Schuß fällt, obwohl auch die Franzosen, deren Spähtrupps im gleichen Dörfchen unterwegs find, das Läuten hören müssen. Noch eine Bedeutung hatte das Glockenläuten. Es war die Meldung zur Ausgangsstellung, daß der Erkundungsauftrag erfüllt war. Still ist es wieder geworden. Nur ganz von ferne hört man noch Glocken, die ihren Klang weither über die Berge senden. »Der Franzmann tanzt vor seinem Bunker/' Der Posten gibt mir sein Glas. Er hat einen Lichtschein gesehen, der unten am Hang, dicht vor den französischen Stellungen auf den Weg fiel. Der Mann neben mir lacht und zeigt nach Dame: „Sieh' mal, da feiert der Franzmann Sil- v e st er!" Lch mag das Glas gar nicht absetzen, denn was ich da sehe, ist so interessant. Es ist zwar ziemlich weit bis zu den französischen Stellungen, aber man farm mit dem Glas einwandfrei französische Soldaten erkennen, die aus Unterständen und Bunkern herauskommen. Einer hat eine Flasche in der Hand, Zwei umarmen sich vor der Tür einer Holzbude. Anscheinend tauschen sie ihre Neujahrswünsche. Ein anderer tanzt in tollem Wirbel von einem Unterstand zum andern. „Sie ühlen sich unbeobachtet, die Herren Fran- zosen", sagt der Posten neben mir, „aber es ist ja bekannt, daß die Franzosen viel ausgelassener Silvester feiern als wir. Und dann werden sie beim Trinken vergessen haben, daß es heute nacht sehr klar ist und daß der Mond so hell scheint. Ihre Bunkertüren lassen beim Oeffnen auch genug Licht durch. Aber an diesem Abend herrscht ja überall Ruhe. Deshalb fühlen sie sich so sicher." Ein paar Leuchtkugeln gehen drüben hoch, sogar ein Feuerwerkskörper zerknallt vor den feindlichen Bunkern. Plötzlich knattert aus dem Dors Gewehr- feuer. Scheinbar sind zwei Patrouillen auseinander gestoßen. Mit einem Male verschwindet der Spuk vor den ftanzösischen Bunkern. Nacht ist wieder überall. Ganz hinten im deutschen Land läutet noch eine Glocke... Hans Hirsch. erkletterten Leitern, rannten und sprangen und fuhren auf einem Dreirad, und dies alles geschah nicht nur ohne Uitterbrechung, sondern auch mit lebhaftem Tempo. Dem Heinen Johnny war es aber dennoch zu langweilig. Um 11.30 Uhr rief er seinem athletischen Spielgefährten zu: „Ach komm, wir wollen fetzt endlich mal ein bißchen Ball spielen". Da gab Ott das Rennen auf. Der Vierjährige war Sieger geblieben. Nach Ansicht des beobachtenden Arztes Dr. Nach von der Neuyorker Uniroer- srtät ist das Ergebnis darauf zurückzu'führen, daß das Kleinkind, das dauernd in Bewegung ist und dessen Muskeln sich in fartgefetzter Weiterentwicklung befinden, verhältnismäßig etwa zehnmal so viel Kraftreserve entwickeln kann wie ein Erwachsener. Kleine politische Nachrichten. Professor Richard K l e i n, der bekannte Münchener Künstler, der besonders durch die Schöpfungen der Reichsparteitagsplaketten bekannt geworden ist, beging am 6. Januar feinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlaß ließ ihm der Führer fein Bild mit Widmung überreichen. ♦ Nachdem der bisherige anhalttsche Staatsminister Freyderg das Amt als Oberbürgermeister der Reichsmessestadt Leipzig endgültig übernommen bat, hat der Führer den Reichsstatthalter in Braunschweig und Anhalt, Gauleiter Jordan, mit der Führung der Landesregierung von Anhalt beauftragt. * Das britische Handelsschiffahrtsministerium hat sechs amerikanische Handelsschiffe gekauft. Der Verkauf bedarf noch der Genehmigung durch den amerikanischen Schiffahrtsausschuß. ♦ Der britische Dampfer „C e d r i n g t o n Court" (5160 Bruttoregistertonnen) ist nach einer Explosion an der Südostküste innerhalb von zehn Minuten gesunken. Die Schiffsbesatzung ist gerettet worden. Der Schiffsjunge war durch die Explosion sieben Meter hoch in die Luft geschleudert worden, konnte aber gerettet werden. Die britische Admiralität meldet den Verlust des Dorpostenschiffes „K i n g st o n" (450 Tonnen) infolge Zusammenstoßes mit dem französischen Dampfer „Chella" in der Meerenge von Gibraltar. Der französische Dampfer wurde am Achterschiff leicht beschädigt. Die 17 Mann der Besatzung der „Kingston" sind ertrunken. Der englische Dampfer „Townsley" (2888 Bruttoregistertonnen) ist an der Siwostküste Englands auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die Mannschaft konnte gerettet werden. ♦ Die Ausfuhr der USA. für 1939 hat trotz der erhofften Kriegsaufträge einen Rückgang auf« zuweilen. Die .Gesamtausfuhr im vergangenen'Jahre betrug 3,1 Milliarden Dollar, während sich die Gesamteinfuhr auf 2,3 Milliarden belief. Damit ging die aktive Handelsbilanz der USA. von 1100 Millionen Dollar im Jahre 1938 auf 800 Millionen Dollar im Jahre 1939 zurück. ♦ 3n Italien sind die Kokereien und Gasgesell- schäften in Zukunft verpflichtet, über ihre Normalbestände hinaus eine besondere für drei Monate Normalbetrieb reichende Kohlenreserve anzu» legen» die als eiserner Bestand gilt. Vermischtes. ©er Norden wird wärmer. Der norwegische Forscher Adolf H o e l, der sich mit der Beobachtung und Messung der nordischen Gletscher beschäftigt, bestätigt in der Zeitung „Af- tenpoften" die von vielen Seiten beobachtete Tatsache, daß die Gebiete im Nordvolar- kreis von Jahr zu Jahr wärmer werden und daß infolgedessen die Gletscher abschmelzen und immer kürzer werden. Die Verkürzung der norwegischen Gletscher durch Ab schmelzen beträgt in den letzten dreißig bis vierzig Jahren schon fünf bis sechs Kilometer. Wichtiger noch als die Verkürzung ist aber die abnehmende Stärke der Gletscher. Je dünner so ein Gletscher wird, um so schneller schmilzt er ab. Der Talgletscher in Jotucheim wird bei Fortdauer der bisherigen Entwicklung in ab« sehbarer Zeit ganz verschwinden. Auffallender noch als in Norwegen machen sich die Folgen der Jahr um Jahr zunehmenden Erwärmung in Spitzbergen, Grönland und Alaska bemerkbar. Die Eisgrenze des Nördlichen Eismeeres rückt ständig weiter nach Norden hinauf. Spitzbergens Küsten kann man jetzt vollständig mit einem Motorboot umfahren, ohne selbst im Norden durch Eisbarrieren aufgehalten zu werden, wie dies noch vor einem Menschenalter der Fall war. In Nordost-Grönland bedroht die Klima-Veränderung die Existenz der dort bisher heimischen Tierwelt. Die Schneehühner, Schneehasen und Moschusochsen finden keine Lebensmöglichkeiten mehr, seitdem in diesem Gebiet tm Gegensatz zu früher ausgedehnte Regenfälle vorkommen. Nach dem starken Herbstregen wird das Land von Glatteis bedeckt, das den Tieren den Zugang zum Futter wirksamer versperrt als die Schneedecke. Das Wild verläßt sein bisheriges Wohngebiet und versucht, über das Eis weiter nach nördlicheren Inseln zu wandern. In diesem Jahre wurden auf der Jackson-Insel und auf der Geographical-Society- Jnsel Moschus-Ochsen gesehen, die früher dort nie gelebt haben. Man stieß auch im Treibeis weitab von den Küsten auf verendete Moschus-Ochsen. In Nordostland hat ein Gletscher, der sonst am Meeres- ufer „talbt", unter dem starken Schmelzprozeß seine Struktur so verändert, daß sein ganzes Endstück als riesige Eismasse ins Meer hinabglitt. Ein moderner Expedittonsdampfer brauchte sieben Stunden, um dieses im Wasser schwimmende Eisgebirge zu um- fahrens Nd& B ■ Bi Dienstag SJi.-'fVOTt Die Geschäftsräume Flieder Heinz Volk im blühenden Alter von 20 Jahren. (Gesellschaftsverein). - Der Speisungsbetrieb eröffnet am 12.1.1940. Gießen (Walltorstraße 73), den 8. Januar 1940. 124D lUCDRC DRUCKSACHEN VV CnDC Brühl. Gießen im 75. Lebensjahr. Dortmund (August-Hassler-Straße 52). den 3. Januar 1940. 121D alteretmonn MligesH geben. 076 zeigen in die Hei- BMmrAueiau Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 10. Januar, nachmittags 2.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. sucht leichte dauernde Beschäftigung. Schrift!. Angeb. unt. 065 an den Gießen. Anzeig. Die Einäscherung erfolgt in Dortmund. - Die Trauerfeier findet in der Kapelle des Neuen Friedhofes in Gießen statt 20 bis 22.45 Uhr 14. Dienstag -Miete Cavalleria rusticana Der Bajazzo Preise: KM. 1.20—4.10. [123d In tiefer Trauer: Gretel Gussone, geb. Dienst Leo Gussone. Oberingenieur Margrit Gussone. •) Für 10 Pfennig überall tu haben bei Zeitung»- und Zeitschriften- händlcrn, in Buchhandlungen und Papierhandlungen des Studenten werk Gießen, der Studentenführung der Universität und des NSD.-Studentenbundes, sowie der studentische Speisungsbetrieb mit Lese- und Aufenthaltsraum befinden sich ab 10.1.1940 im Hause Sonnenstraße Nr« 19 Studentenführung NSD.=Studentenbund neue Telephon-Nr. 3304, Keine Zeugnisse in Urschrift 1 äußern nm Zeugnisabschriften Dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunter- Vgen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite R» »en und Anschrift Dti Bewerbers trauen* Am 5. Januar verstarb in einem Luftwaffen - Lazarett nach kurzer, schwerer Krankheit unser geliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel In tiefer Trauert Lina Obmann, geb. Volk und Angehörige. Studentenwerk Gießen Dienstst d. Reichsstudentenwerk öffentl. rechtl. Anstalt / Tel. 4233. ______________________________13QD Gesichtshaare, alle lästig. Haare werd, nur durch d. von mir angew. einzig sichere Meth. unt. Garant, für immer mit d.Wurzel entfernt Frau B.Grulden, seit35 Fr.W.Henkel Sprechstunden jeden Mittwoch: Gießen, Am Riegelpfad 32, 9-18l/2 Uhr. M6D Iwanssvevsteigevung Dienstag,den9.d.M..nachmittags 2 Uhr, sollen im Verkaufslokal Hartmetr, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe ui ob. Lokal) zwangsweise geg. sof. Barzahlung versteigert werden: Buchhalter (bilanzsicher) tage- oder halbtageweise gesucht. Schriftliche Angebote mit Gehaltsansprüchen unten 112D an den Gießener Anzeiger. Schavman« Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesenstrabe 2 Telefon 3108. 34. Landes-Bibelkurs der oberhessischen Pilgermissionsarbeit von Sonntag, den 14. bis Mittwoch, 17. Januar 1940 vormittags 10, nachmittags 2.30 und abends 8 Uhr, im Stadtmissionssaal, Löberstr. 14. Jedermann ist herzlich eingeladen. 122D WM- unö VelnslMen jede Menge, frei Hof, zu kaufen gesucht. 126Ü Chr. Nnderthal Gießen Seltersweg 55 Fernruf 3973. 0:0; DfR. Schweinfurt — FSV. Nürnberg 0:0; VC. Augsburg — Bayern München 1:1. Südwest: Eintracht Frankfurt — Opel Rüsselsheim 2:1; Union Niederrad — FSV. Frankfurt 2:5; Kickers Offenbach — SV. Wiesbaden 4:2. Eiskunstlauf-Meisterschaft der Krauen. Mit den Titelkämpfen der Frauen werden die Kriegsmeisterschaften im Eiskunstläufen 1940 am Wochenende in München abgeschlossen. Zehn Bewerberinnen wollen den Titel erringen, den die Münchnerin Lydia Beicht zu verteidlgen hat. -jn erster Linie hat es die Meisterin nut den sechs Wienerinnen zu tun, die von der neuen Ostmarl- Meisterin Hanne Niemberger geführt werden. Aber auch Emmy Wurm-Puzinger, Hertha Wachtler Martha Musilek, Emmy Pollack und Grete Belty wollen erst geschlagen sein. Die Reichshauptitadt wird vertreten sein durch Gudrun Olbricht und Edity Schwabe. Münchens zweite Waffe ist Inge Jell. -Jn erster Linie ist natürlich mit einem Zweikampf Lydia Beicht — Hanne Niemberger zu rechnen. Kreis 11 bei den Kreismeisterschasten. Langlauf, kreis 11: Allgemeine Klasse: 1. Kari Bugay, HI. 116, Dortelweil, 1:23,3; 2. Friedel Koch, Schizunft Bad-Nauheim, 1:32,19; 3. Lothar Mületzke, Schi- zunst Schotten, 1:43,40. Jungmannen:1. Friedhelm Ortmann, Schl- klub Friedberg, 1:24,10; 2. Paul Breuer HJ 254, Schizunft Schotten, 1:28,57; 3. Wcklter Kaltenhauser, HI. 254, Schizunft Schotten, 1:33,33; 4. Ludwig Mö-bus, HI. 254, Schizunft Schotten, 1:36,32. Jugend: 1. Wilhelm Vierheller 32,12 Min.; 2. Helmut Eise 32,53; 3. Erwin Spumer 32,53; 4. Erich Breumg 33,07 ; 5. Karl Moser 33,10; 6. Fritz Mayer 33,50; 7. Eugen Straub 42 Mm. (Sämtliche Teilnchmer dieser Klasse gehören der Gefolgschaft 19/254 der Hitler-Jugend (Schotten) an. Aeltere Stütze für 4-Personen- Haushalt sofort gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 079 Heute nacht entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber, stets treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, unser lieber Schwager und Onkel Wilhelm Dienst Haus-, Laden- unö Büromöbel aller Art, Klaviere, Radios, 1 Herr.- Fahrrad, 1 Ausputzmaschine, Näh- maschin., Vervielfältig.-Avvarate, Uhren, 1 Auto, Kassenschränke, 1 Kaffeeröster, 1 Gasherd, Schreibmaschinen, Warenschränke, Additionsmaschinen, Adressiermasch., 1 Waschtisch mit Spiegel. Großes, Helles meiM mit Nebenzimmer seit Jahren Metzgerei-Filiale fofottooetWOfeuuoetmlelen Jakob Maternus Frankfurter-Ecke Klinikstraße 127D Deutscher 7:0-Ningersieg über Dänemark. Mit dem Rekordergebnis von 7:0 gewann die deutsche Ringerstaffel den neunten Länderkampf im griechisch-römischen Stil gegen Dänemark, so daß nunmehr den drei dänischen Siegen sechs Erfolge der deutschen Ringer gegenüberstehen. Die Gesamtbilanz der deutschen Ringerländerkämpfe wurde auf 45:19 Siege weiter verbessert. Unser Federgewichtsmeister Ferdinand Schmitz (Köln) und natürlich Doppeleuropameister Fritz Schäfer (Ludwigshafen) im Weltergewicht erkämpften dabei entscheidende Siege. Die übrigen Begegnungen endeten mit einwandfreien Punkterfolgen unserer Ringer, denen in der Kopenhagener Sporthalle ein überaus herzlicher Empfang und Beifall zuteil wurde. Ergebnisse der IV. Schlußrunde der Tschammer-Pokal-Spiele. Favoritensiege gab es bei der IV. Schlußrunde um den Tschammer-Pokal. Der Pokalverteidiger Rapid Wien siegte in Berlin gegen den brandenburgischen Meister Blauweiß Berlin 7:1 (4:0). In glänzender Form befand sich der SV. Waldhof, der in Mannheim den Hamburger SV. 6:2 (2:1) ausschaltete. Der , Club" fertigte zu Hause Fortuna Düsseldorf 3:1 (2:1) ab, und Wacker Wien bezwang auf eigenem Platze die WKG. Neumeyer Nürnberg 7:4 (4:1). Die vier Sieger bestreiten am 28. Januar die Vorschlußrunde. Fußball-Ergebnisse der Gauliqa-Mannschasten. Gruppe Süd: 1860 Hanau — Kewa Wachenbuchen 5:2; Borussia Fulda — Dunlop Hanau 2:1. Gruppe Nord: Kurhessen Kassel — SpV. Kassel 2:2; Sport Kassel — Hessen Hersfeld 1:4. Bayern: Jahn Regensburg — 1. FC. 05 Schweinfurt 3:0; 1860 München — SpVg. Fürth Sofort Torfmull (Florafeintorfmull) zu kaufen gesucht. Angebote mit Angabe des Liefertermins an Stadtwerke Gießen Gartenstraße 3. noA Heller. Koilmoni z. Z. in hiesigem Baugeschäft, firm in sanitär. Einrichtungen, Kenntnisse in allen Röhrenarten, Fittings, Armaturen für Gas, Wasser und Dampf, sucht sich sofort zu verändern. Schriftl. Angebote unter 081 an den Gieß. Anzeig, erbet. Wo?sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinan- Sind eingeerntete Feldfrüchte wildschadenersatzpflichtig? lieber die Gesetzeslage bei Wildschäden bestehen in landwirtschaftlichen Kreisen vielfach noch Zwei'ffl darüber, ob Wildschaden an eingeernteten Feldfruchten ersatzpflichtig ist oder nicht. Diese Frage liegt jedoch — gemäß Reichsjagdgesetz — völlig klar, denn für Wildschaden, der z. B. an Kartoffelmieten, Rübenmieten, Getreideschobern, Kleereutern usw. entsteht, kann kein Schadenersatz verlangt werden. Derartige Feldfrüchte gelten als eingeerntet, da sie bereits von der Fläche, auf der sie gewachsen stnd, durch die landwirtschaftlichen Maßnahmen getrennt wurden. Dieser Passus ist absichtlich vom Gesetzgeber eingeschaltet worden, damit jeder selbst auf seine eingeernteten Feldfrüchte achtet und nicht — wie es auch schon vorgekommen ist — landwirtschaftliche Besitzer ihre eingeernteten Feldfrüchte übermäßig lange draußen lassen, um dann später Wildschadenforderungen zu stellen! Eine Bereicherung auf Kosten Dritter ist somit ausgeschlossen. Mieten mit eingelagerten Feldfrüchten können fraglos ohne große. Schwierigkeiten vor Wildschaden geschützt werden, denn bei Niederwild (Rehwild usw.) genügt schon als Schutz die wintermäßige Isolierschicht zum Fernhalten, während bei Hochwild, insbesondere Rot- und Schwarzwild, rechtzeitig scheuchende, weiße, wehende Lappen auf den Meten angebracht werden. Sobald die Feldfrüchte also von ihrem ursprünglichen Standort getrennt sind und eingemietet werden, gelten sie — auch wenn sre z. B. auf demselben Feldstück eingemietet werden, auf dem sie gewachsen sind — nicht mehr als wildschadenersatzpflichtig! Von Kartoffel-, Körnermaisfeldern Usw. hält man das Schwarzwild durch Spannen von Lappenschnüren und Stolperdrähten fern, desgleichen die Fasanen durch das Absperren mit einer einfachen Lappenschnur, an der Stanmol- blechstreifen freischwebend befestigt werden. Wichtig hierbei ist, daß die Scheuchmaßnahmen rechtzeitig vorgenommen werden, ehe sich das zu Schaden gehende Wild an die Leckerbissen auf den Feldern gewöhnt hat. Mannschaftspatrouillenlaus »1. EWk lein 3/116 1:05 Std. Torlauf kreis 11: __ Allgemeine Klasse Männer: 1. Erwin Btad Schizunft Bad-Nauheim, 3,49,0 Min. (U>9,5 bis 158^Z; 2. Karl Bugay, Dortelweil, 3:53,9 Min. (156 3 — 1,57,0); 3. Erich Schilling, Friedberg, 3:59,3 Min. (1,57,4 - 2,019). Jungmannen: 1. Erwm Konrad, Schotten, ^AH entlasse 1: 1. Kuno May, Bad-Nauheim 3:34,0 Min. (1,45,4 - 1,48,9); 2. Helmut Schilling, Friedberg, 2:28 Mm. Frauen: 1. Frl. A. Steinhäuser, Friedberg, 2:05,5 Min.; 2. Marianne Fischer, Schotten, 2:19,5 Torlauf HI., Klasse A: Klasse A: 1. Wilhelm Erk (254), 1:50,8 Mm.; 2. Karlheinz Boreen (304), 2:13,2 Min.; 3. Wilh. Braunwell, M.-HI. 2, 2:31,5 Min. Klasse B: 1. Wolfgang Schwarz, Friedberg 1-55 3 Min.; 2. Walter Braunewell (Flieger.-HJ.) 2:03^9 Min.; 3. Fritz Karl Beller (Lehr-HJ.) 2:12,1 Min. Iranksurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 9.Januar. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Es kosteten etwa 50 kg Lebendgewicht: Kälber 30 bis 65 RM., Hammel 35 bis 51, Schafe 25 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM. — Marktverlauf: Der heutige Markt war gut beschickt. Sämtliches Vieh wurde zugeteilt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder- Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sportt Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur 3eit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gümg. JungesEbebaar in gesichert. Verhältnissen, sucht schöne 3-ZinioiÄ möglichst mit Kammer.in Gießen oder Wieseck für sofort 0. spät. Schr.Angeb.unt. 069 andenG.A. Kaulm. Angestellter mit einem Kind sucht alsbald tie-Mio. Schr.Angeb.unt. 077 an den G. A. Kleines, leeres Zimmer gesucht. Schr.Angeb.unt. 070 andenG.A. Achtung Hausfrauen! «0« Diensteg bi» einschlledttch greitag dieser Woche zeigen wir Ihnen vraktifch in unserer 3u[dineiöe=Vocfühtun9 vorm. 11 M und nachm. 4 Llhr rijgjw Hotel Köhler Sorst-Wessel-Wall 35 wie Sie zweckmäßig, wirtschaftlich enb aekd- ( J M sparend Ihre geßmüe Garderobe und Wasche N "*1 spielend leicht selbst znschneideu fdrtnm. 1 -J einmaliger Besuch genügt, und Sie können \ J ohne Ikursu« oder Unterricht alles Einfache und Modernste sofort selbst arbeiten und jTJMp vor allem Neuesausstitemmachen! Ein Gebot der Stunde ist jetzt die HcmS- I \ schneideret und die Verwertung alter l ■ oder unmoderner «varderobe. 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Dabei ist es nebensächlich, ob es sich um kleine oder große Summen handelt. Vielleicht sagt da einer: „Ach, bei meinen paar Kröten lohnt es sich bestimmt nicht, ich komme doch zu nichts!" Diese Einstellung geht nicht nur von falschen Voraussetzungen aus, sondern ste zeugt von Verantwortungslosigkeit und unproduktiver Trägheit. Derselbe Mensch, der gedankenlos so etwas hinsagt, ist oft leicht geneigt, an einem vergnügten Abend mehr auszugeben, als es wirklich fernen Verhältnissen entspricht. Es ist eine alte Wahrheit, daß diejenigen, die sich „etwas leisten" könnten, bescheidener leben als die anderen. Aber auch die, die über weniger Geld verfügen, könnten sich schöne Dinge kaufen, wenn sie es gut einteilen und nicht an unzweckmäßiger Stelle ausgeben würden. Sogar eine richtiggehende Pfennig- wirtfchaft ist keineswegs eine schändliche Angelegenheit: sie führt vielmehr oft zu erstaunlichen Ergebnissen. Manchmal wird es sich machen lassen, einen Weg zu Fuß zu gehen, statt die bequeme Bahn zu benutzen, nicht in mehreren Zimmern gleichzeitig das elektrische Licht brennen zu lassen; die Kleidung mehr zu schonen und dadurch ihre Lebensdauer zu erhöhen. Wichtig ist dabei allerdings, über alle, auch die kleinsten Beträge Buch zu führen; nur auf diese Weise ist es möglich, sich selbst zu überprüfen und zu vergleichen, wo man vielleicht noch etwas einsparen könnte. An unrechter Stelle ausgegebenes Geld ärgert einen nämlich sehr, wenn man es bei dieser Aufstellung aufschreiben muß. Beim nächsten Mal wird man nicht mehr ganz so leichtsinnig sein. Dieses psychologische Moment ist sehr entscheidend bei einer solchen Selbsterziehung. Und wenn mit einer noch so geringen Summe, dafür aber um so ernsthafterem Willen erst einmal der Anfang gemacht ist, erwacht der Ehrgeiz zum Sparen. Der Sinn der Sache ist allerdings nicht der, das Geld gleich wieder auszugeben, wenn sich etwas angefammelt hat. Genau genommen macht es auch viel mehr Spaß, zu überlegen, was man sich kaufen könnte, als wirklich ZU kaufen. Dazu ist es ein besonders angenehmes Gefühl, eine langsam anwachsende Summe auf der Sparkasse zu wissen. Wenn sich dann zum Jahresschluß noch Zinsen da- zugesellen, so ist dies auch keine betrübende Nach- richt; und je größer die Summe wird, um so größer werden die Zinsen. Abgesehen davon macht auch das Bewußtsein einer gewissen geldlichen Rückversicherung in vielen Lebenslagen freier und unab- bängiger. Zudem weiß man ja nie, was das Leben an tückischen Dingen aufbewahrt und wie man im Notfall schnell eine Summe flüssig haben nruß. Wenn nun einer sagt: „Ja, in Friedenszeiten...! Da hätte das alles Sinn und Verstand! Aber fetzt!?", so ist das keineswegs ein überzeugender Gegenbeweis. Schließlich ist auch dieser Krieg einmal vorüber und das Leben geht in seinen gewohnten Bahnen weiter. Gerade im Kriege ist es aber von unschätzbar großer Wichtigkeit, in jeder Beziehung das friedensmäßige Denken beizubehalten. Bei einer großen Maschine darf sich keine, auch nicht die unscheinbarste Schraube lösen, ohne einen unheilvollen Einfluß auf das Ganze zu haben. Die innere Einstellung des Volkes ist aber keineswegs die geringste, sondern mit eine der wichti^b-n Schrauben in dem Gefüge des Staates. H. K. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Cavalleria rufticana" und „Der Bajazzo". — Gloria-Palast (Seltersweg) „Der singende Tor". — Lichtspielhaus lBahnhofstraße): „Das Gewehr über". Stadttheater Gießen. Am heutigen Dienstag werden die Opern „Cavalleria rusticana" von Pietro Mascagni und „Der „Bajazzo" von Ruggiero Leoncavallo wiederholt. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Spielleitung: Bernhard Schmitz. Bühnenbild: Karl Löffler. Chöre: Richard Boeck. 14. Vorstellung der Dienstag-Miete. RSG. Rach der Durchführung der Reichsapbsits- dienstpflicht der weiblichen Jugend Anfang September sind inzwischen auch die Pflichten und Rechte der weiblichen Angehörigen des Reichs- arbeitsdienstes geregelt und die Rechtsstellung der Reichsarbeitsdienstfuhrerinnen festgelegt worden. Die Reichsarbeitsdienstführerinnen bilden jetzt zusammen mit den Reichsarbeitsdienstführern eine neben den Offizieren und Beamten stehende Gruppe von Staatsdienern. Die neue Verordnung baut die Rechtsstellung der weiblichen Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes dadurch weiter aus, daß im Falle einer Erkrankung nicht nur während der Dienstzeit, sondern darüber hinaus — ohne Versicherung — gesorgt wird, solange eine Betreuung notwendig ist. Neben der umfassenden Heilfürsorge wird ein Dersehrtengeld gegeben. Zu der allgemeinen Betreuung bei der Uebersührung in einen anderen Beruf tritt wäh- Gfs. Auch im Monat Dezember fanden in den einzelnen Ortsgruppen die Gemeinschaftsabende der NS.-Frauenschast statt. Die Ortsfrauenschaftsleite- rinnen waren vor allem bemüht, wieder neue Worte der Stärkung und der Aufrichtung für ihre Frauen zu finden. Auch der stets wiederkehrende Gedanke der Lichtwende und des Sieges des Lichtes über die Finsternis, die leuchtenden Tannen- kränze als Symbol des immer sich wieder erneuerten Lichts trugen viel zur inneren Erhebung der Frauen bei und ermahnten zu neuer Tatkraft. Die Jugendgruppe mußte ihre Sonnwendfeier in den Saal des UC. verlegen. Aber es gelang, sie auch hier zu einer erhebenden Feier des Lichtes zu gestalten. Die Kindergruppen im ganzen Kreis Wetterau hielten vor Weihnachten ihre Elternnachmittage ab, die den Eltern Einblick in die Jahresurbeit der Kinder gaben. Neben allerhand kleinen Bastelarbeiten aus Papier, Holz oder Bost waren sogar I warme, bunte Soldatendecken ausgestellt, die von l den eifrigen kleinen Händen aus vielen Vierecken' Bei der Niederlegung des Torhäuschens am Selterstor wurden das Reisebüro und die Städtische Oeffentliche Lesehalle ausquartiert. Die Lesehalle ist einstweilen — bis das neue Gebäude im Zuge der Umgestaltung des Selterstores errichtet ist — in dem Liebigbau (Liebigstraße) untergebracht worden, wo sie im Erdgeschoß des linken Flügels einen stattlichen Raum erhalten hat, in dem Platz für sechs große Tische und 24 Stühle ist. Täglich ist die Lesehalle von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Ein großer Ofen steht im Raum und verbreitet eine gleichmäßige, behagliche Wärme, so daß es sich dort gut aushalten läßt. Es ist interessant, einmal eine Stunde in der Öffentlichen Lesehalle zu verbringen und dabei die Aufmerksamkeit nicht nur den Zeitungen zuzuwenden, sondern auch den Gästen, die sich zwanglos hier einfinden. Meist find es ältere Männer, die von dieser zweckmäßigen Einrichtung Gebrauch machen, die schon bei ihrem Eintritt nach dem Zeitungshaken gucken, um zu sehen, ob ihr Lerb- und Magenblatt „frei" ist oder ob es gerade gelesen wird. Mancher dieser regelmäßigen Besucher sitzt mit Beharrlichkeit über sein Blatt gebeugt, und es hat den Anschein, als lese er die Zeitung vom Anfang bis zum Ende. Nur das Rascheln der Zeitungsblätter ist in dem Raum zu hören, und wenn ein neuer Gast ankommt, so setzt er sich still auf einen Stuhl, ohne etwa durch einen Gruß die rend einer Umschulung eine Uebergangsunter- stützung. Bei starker Versehrtheit wird neben anderen besonderen Hilfen laufende Rente mit weiteren Zulagen unter Berücksichtigung des Dienstgrades gegeben. Wenn Reichsarbeitsdienstführerinnen ausscheiden, um zu heiraten oder um einen Beruf auszuüben, tritt neben die allgemeine Betreuung eine laufende Unterstützung und eine einmalige Ueberganashstfe, die sich nach der Zahl der Dienstjahre im Reichsarbeitsdienst richtet. Die bevorzugte Eingliederung in ein Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst oder in ein Beamtenverhältnis vermitteln ein „Angestelltenschein für Reichsarbeitsdienstführerinnen" und ein „Reichsarbeitsdienstschein". Reichsarbeits- dienstführerinnen, die früher Lehrerinnen, Beamte oder mit entsprechender Aussicht im öffentlichen Dienst waren, erhalten Ruhegehalt oder sonstige Versorgung wie Beamte. hergestellt waren. In kurzen Stegreifspielen traten liebe, alte Märchenfiguren lebendig vor die Augen der Zuhörer. Auch Volkstänze und Flötenspiel legten Zeugnis ab von dem schönen Zusammenarbeiten unter den Jüngsten im Deutschen Frauenwerk. Bei Lichterschein und volkstümlichen Weisen kam der Julklapp und hatte manch' schöne Ueberraschung für die kleinen Kameraden. Die Abteilung Volkswirtschaft - Hauswirtschaft brachte Rezepte für die Weihnachtsbäckerei, wies auf die Verbrauchslenkung hin und hielt die dritte Leistungsprüfung für Haushaltslehrliinge ab. Von den schönen Wolldecken der Frauen des Deutschen Frauenwerkes wurde schon an anderer Stelle berichtet. Es konnten nun 260 Decken ihrer Beistimmung zugeführt werden. Auch die hübschen Puppenbettchen brachten an Weihnachten viel Freude. . Viele, viele Hände sind ständig an der Arbeit, aber noch viel mehr Hilfskräfte werden benötigt für den Ernst der Zett. So hilf auch Du noch mit im Deutschen Frauenwerk! bereits Anwesenden zu einer Antwort herauszu- fordern und damit in der Lektüre zu unterbrechen. Leise wirb die Tür auf- und zugemacht, auch wird nicht lange mit dem Stuhl gerückt; so bestimmt das ungeschriebene Gesetz der Lautlosigkeit den Publikumsverkehr in der Lesehalle. Willig fügt sich jedermann gerne in diese Drbnuna ein, von der alle gleichmäßig Vorteil haben. Auch Unterhaltungen werden hier nicht gepflegt. Unter den Alten Herren, die hier manche Stunde chres Ruhestandes verbringen, begegnet uns manches markige Gesicht, aus dem das lebhafte Interesse an den Ereignissen der Gegenwart spricht. Der Lesestoff, den man jeden Morgen neu in der Lesehalle antrifft, ist gut und reichlich. Berliner, Münchner, Frankfurter, Mainzer, Darmstädter und Gießener Zeitungen liegen aus, d.h. sie hängen in Haltern und an Haken, die mit entsprechenden Schildern versehen sind. Ordentlich werden die Zeitungen von jedem der Leser wieder an ihren Platz gehängt. Selbstverständlich fehlen auch die Blätter unserer oberhessischen Heimat nicht. Wer von den Lesern aus Nidda, Schotten, Grünberg, Hungen, Friedberg oder Butzbach gebürtig ist, wirb immer auch die Blatter dieser Städte vorfinden und auf diese Weise enge geistige Verbindung mit seinem Heimatsort haben können. Auch manche illustrierte Zeitschrift liegt aus, und in einem vielfach unterteilten Regal findet man in festen Mappen auch die Zeitschriften mancher Organisation, die hier ebenfalls ihre Leser finden. Am Abend erhellen vier große Kugellampen mit gleichmäßigem, weichem Licht den Lesesaal. Einige Bilder schmücken den Raum. Es herrscht hier eine angenehme Stimmung, die einer geruhsamen Stund- entgegenkommt. , N. BOM.-Llutergau 116 Gießen. Velr.: Führerinnenschulung. Die Schulung für die Führerinnen des BDM> Werkes Gießen findet am Mittwoch, 10. 1., um 19.30 Uhr im Moeser-Heim statt. Die Schulung für die Führerinnen der Gruppen 1/116 bis 5/116 findet am Freitag um 19.30 Uhr im Moeser-Heim statt. Dachböden müssen entrümpelt sein. Bei Kriegsbeginn waren die Dachböden von allen entbehrlichen Gegenständen weitgehend aeräumt Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es den gegebenen Bestimmungen widerspricht, wenn nach und nach wieder eine Belegung der Dachböden, z. B. mit Möbeln, stattfindet. Es muß daran erinnert werden, daß nicht entrümpelte Dachböden bei Luftangriffen eine ernste Gefahr für die Hausbewohner und die benachbarten Häuser darstellen und die Arbeit der Hausfeuerwehr unnötig erschweren. Dachfenster und Küche sorgsam verdunkeln. Noch immer kann beobachtet werden, daß die Verdunkelung der Dachfenster, die besonders wichtig ist, an manchen Stellen nicht mit der nötigen Sorgfalt vorgenommen wird. Die gleiche Beanstandung ist hinsichtlich mancher rückwärtiger, insbesondere Kü- dienfenfter zu machen. Es muß deshalb erneut darauf aufmerksam gemacht werden, daß früh morgens die Verdunkelungsvorrichtung erst entfernt werden darf, wenn der Bewohner das Zimmer verlassen will und vorher das Licht ausgeschaltet hat, damit kein Lichtstrahl nach außen fällt. Umgekehrt darf abends das Licht erst dann eingeschaltet werden, nachdem die Verdunkelungsvorrichtung wieder angebracht worden ist. Gleiches gilt bei der Benutzung der Küche. Ehestandsdarlehen und Familienunterhalt. Um Zweifeln zu begegnen, fei darauf hingewiesen, daß die Rückzahlung der Teilbeträge für Ehestandsdarlehen solcher Familien, deren Ernährer zum Heeresdienst einberufen ist, bis jetzt nicht auf den vom Staat gewährten Familienunterhalt an- gerechnet werden kann. Es empfiehlt sich, in diesen Fällen einen Stundung santrag bei dem Finanzamt zu stellen, von. dem das Ehestandsdarlehen ausgezahlt wurde und an das die Teilbeträge bis-- her zurückzuzahlen waren. Bei einem derartigen Antrag sind die Familienverhältnisse kurz darzulegen, auf die Einberufung des Ehegatten ist hinzuweisen, ferner ist die Höhe des gewährten Familienunterhaltsgeldes anzugeben. Es ist damit zu rechnen, daß großzügig verfahren und in allen begründeten Fällen die erbetene Stundung gewährt wird. Damit wäre dem Wunsche der in Betracht kommenden Familien bis zu einer endgültigen Regelung durch die Reichsregierung Rechnung getragen. Kameradschaft ehem. 115er. Unter Leitung des derzeitigen Kameradschastsfühi rers, Kriminal-Obersekretär Oehlenschlager, hielt die Kameradschaft ehemaliger Hess. Leibgar- disten (115er) im „Schipkapaß" ihren Monatsappell ab. Wie Kamerad O e hle n s chl ä g e r mitteilte, ist der stellvertretende Kameradschaftsführer Kam. Stein nach Großen-Buseck verzogen. Dadurch kann er sich nicht mehr in gewohnter Weife für die Kameradschaft einsetzen. Kamerad Oehlenschläger sagte ihm Dank für die Förderung, die die Kame- raschaft durch ihn erfahren hat. Die Monatsappelle werden wieder regelmäßig durchgesührt. Dom Karn e r ad sch afts führer, Krei shandwerksmeister Stüh- Viele Hände ständig an der Arbeit. Oie Tätigkeit der NS.-Frauenschast in den letzten Wochen. Geruhsame Stunde in der Gießener Lesehalle. I Nas Meisje. Von Richard Euringer. Zur Zeit da die Holländer anfingen, Leghühner zu züchten, wurden die Eier nicht etwa billiger, sondern teuer. Alles ließ brüten. Da also wenig auf den Markt kam, zogen die Preise entsprechend an. Nun stand da auf dem Markt zu Utrecht eine dralle junge Deem, die nach wie vor ihre Eier feilhielt. Unter Gemüse- und Blumenhändlern, rechts einen Korb, links einen Korb, stak sie in ihren heftigen Holzschuhen, ein blankes Schürzchen um die Hüsten, ein Mieder um die junge Brust, das Flachshaar durch ein Häubchen gefaßt. So entdeckte sie ein junger Fant aus Gekderiand, der zu dem Zweck nach Utrecht gekommen, um dort Ge« schäfte anzuspinnen. Nie, meinte er, ein so gesundes Geschöpf, zwei so erquickliche Weiberarme ut& solch ein Hälschen gesehen zu haben, das unter keuschem Busenlatz noch zartere Schätze ahnen ließ. Er entbrannte denn sogleich und versuchte auf mancherlei Art, sich dem schönen Kind zu nähern. jßXi da gab es nichts zu nähern. „Wieviel?" war bas einzige, was das Meisje als Antwort gab, wenn er, statt ihre Eierkörbe, die Händlerin zu bewunöern anfing. Dann mußte er sagen: „Zwei" oder „vier" oder „ein Dutzend", ob ihm auch gar nicht danach der Sinn stand; denn außer Eiern — er sah es bald ein — wurde hier nichts feilge- boten. Nun konnte es nicht fehlen, daß der Fant den jungen Leuten, mit denen er umging, eines Tages gestehen mußte, warum er, der beim Wohnwirt aß, immer wieder Eier kaufte, obschon er kaum wußte, wohin damit. Während er sie denn verschenkte, sang er seiner Liebsten Lob samt dem Kummer, daß sie taub sei für sein Flehen. Da fehlte es nicht an Gelächter, Spaß und Spott und gutem Rat. Ja, einer der herzhaften Herrchen verwettete auf einen Kuß, den er der Spröden rauben werde, gleich fünf Gulden. Wer fo zerbrechliche Ware handelt, der muß doch — und er auf den Tisch — im rechten Moment noch zu küssen sein! ... „Fünf Gulden! Wer wettet? Wo steht die Kleine?" Ihr Liebhaber wußte, wo sie stand. Aber es ging ihm ja nicht um fünf Gulden, noch darum, daß sie einer küsse; es sei denn, daß er selbst sie küsse. Also schlug er die Wette aus. Nicht freilich schlug er den guten Rat aus. Inzwischen hatten die Eier preise dermaßen ärgerlich angezogen, daß die besten Kunden schimpften. Schon räumten die Blumenhändler den Markt, schon karrten die Gemüsehändler ihre leeren Kisten heim, und immer noch, mit gefüllten Körben, stand das Meisje auf dem Plan. Das taugte dem Fant. Einsam wanderte er heran, grüßte mit seinem freundlichsten Gruß, fragte so nebenhin nach dem Preis und begann sogleich die Eier, die er wünsche, auszusuchen. Das Meisje hielt gehorsam die Hand auf, erst die rechte, dann die linke. Das Aussuchen aber nahm kein End. Da die Hände nicht mehr reichten, beugte er sie ihr auf den Arm, erst den rechten, bann den linken. Sie drückte den Ellbogen an den Leib, aber der Segen hörte nicht auf; nah der Achsel war noch ein Plätzchen, und um’s Büs'chen war noch Platz. Das Meisje aber hielt still und zählte „zweiundzwanzig, dreiundzwanzig", bis bei „fünfundzwanzig" Schluß war. „So, für heute, meine ich, genügt’s", sagte der Fant, lachte sie an, machte aber keine Miene, ihr die Last wieder abzunehmen. Da wußte das Meisje, wieviel es geschlagen. Aber statt Zeter und Mordio zu schreien, sagte sie nur: „Die schönen Eier! ... Das feine Wams! ... Und Eure Strümpfe! ... Wißt Ihr auch, Herr, daß die Flecken nicht wieder herausgehen?" Da jagte der Fant: „Ach, Meisje, mein Meisje, wie denn joll ich dich sonst küssen?" „Nehmt erst die Eier, die Ihr gekauft habt, und bezahlt sie, daß wir damit im reinen sind", beharrte das Meisje, stopfte ihm alle Taschen voll und zählte den Rest ihm in den Hut, „so will ich Euch sagen, wie Ihr es anfangt: Geht heim und schreibt auf ein sauberes Blatt, wer Ihr seid und was Ihr seid, wo Ihr herkommt, was Ihr verdient, und was Ihr die letzten Jahre verdient, habt, dazu, daß Ihr kerngesund seid! Damit kommt hinter die Buurkerk, nächsten Sonntag, nach der Predigt! Aber sprecht beileibe nicht mich an, sondern folgt meinem Vater ins Haus! Ihr braucht nicht zu reden, tretet nur mit ein, wenn er sich an den Kamin setzt, und wenn er nicht fragt, so antwortet nicht! Lädt er Euch ein, ein Schnäpschen zu trinken, so langt zu, und wenn Ihr geht, so erwartet nicht, daß er Euch einlädt, wiederzukommen. Laßt aber jedenfalls das Blatt da, so als habet Jhr's vergessen! lieber zwei Wochen möget $)r bann nach der Predigt wieder herein- schauen, und dann nach drei Wochen wieder, ob sich allmählich etwas anspinnt. — Geht alles gut, jo mag übers Jahr schon Hochzeit sein. Geht es nicht gut, so war es besser, daß Ihr mich nicht erst geküßt hckbt." Da kratzte der Fant sich Hinterm Ohr, zahlte ünf Gulden und ging mit dem Hute in der Hand heim, sich sagend: „Das war ein ernster Scherz." Sich fragend: „Was sagst du nun, mein Herz?" Oer kluge Hund. Von Karl Robert Popp. Beim Loisl hatte ein Spitzbube in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag den Hühnerstall ausgeräumt unb die kleine, schwarze Henne zurückgelassen, die ohnehin nicht legen wollte. Der Hallodri hatte ihr, um den Schimpf zum Schaden zu fügen, obendrein einen Zettel an den Hals gehängt und darauf geschrieben: „Ein Jahr zurückgestellt." Der Loisl raste vor Wut über den frechen Diebstahl unb die Anzüglichkeit, aber schon am Freitagabend rieb er sich die Hände, denn da hatte der Polizeihund vom Amt den Mauskopf gefunden und gestellt. Unb deswegen feierte der Loisl am Samstag hn „Bären" die Spürnase jenes Schäferhundes, und er fang so lange in so hohen Tönen das Lob des vierbeinigen Kriminalisten, daß der Förster endlich - ärgerlich auf den Stammtisch hieb und brummte, was so ein Polizeihund könne, das könne sein Waldi, der schwarze Dackel, schon lange. Da er aber einmal bei diesem Thema war, begann er, von seinen Hunden zu erzählen, und Waldi, der unter dem Tische lag, knurrte zustimmend dazu oder schwieg beschämt, wenn die Taten jeiner Vorgänger die eigenen überschatteten. Der Förster erzählte von seinem „Treff", einem Vorstehhund von unerreichten Gaben, der ein Opfer feines Berufes wurde, als sein Herrchen nach der Stadt gerufen wurde, während er eben an der Waldecke einen Hasen stand. Der Förster, der nach acht Tagen zurückkehrte und seinen Treff nicht mehr sand, erinnerte sich plötzlich jener Waldecke und eilte atemlos zu ihr hinaus. Er fand aber nur zwei Leichen: Die des Hafen und die seines treuen Hundes, der noch im Tode den Vorderlauf erhoben hatte und so das Stehen markierte. Der Forster schneuzte sich bei dieser Erinnerung geräuschvoll, aber der Vorsteher hustete. Er hustete Nicht mehr, als Waldi langsam aufstand, zu ihm hinging und ihn, die Zähne zeigend, scharf ansah. Der Forster aber gedachte noch weiterer, wunderbarer Hunde und kam endlich auf den Großvater Waldis zu sprechen, indem er seinen Rock aufknöpfte und auf die Weste darunter zeigte. Die sei aus Haut und Haaren dieses Dackels gegerbt, sagte er mit leiser Wehmut, und er brauche einem Fuchs oder einem Hasen nur auf hundert Schritte nahe zu kommen, dann sträube diese Weste noch heute die Haare. An dieser Stelle lachte der Lehrer laut auf und fluchte anschließend herzhaft, denn Waldi hatte des geschändete Andenken seines Ahnen gerächt. „Ist recht, Waldi ..." meinte sein Herr und liebelte ihn ab, während der Lehrer wütend auffuhr: „Na hören Sie mal ..." Aber der Loisl schnitt ihm alle weiteren entrüsteten Worte mit einer Handbewe- gung ab unb kam zum Thema zurück. „Alsdann, hier ist mein Trauring. Den versteck' i brausten im Hof, unb wann Dein Viech, Forster, soviel Gchirn hat als wie der Polüzeier, nachher zahl' i eine Runde Bock." Das war ein Manneswort, und der Forster schlug sofort ein. Der Loisl entfernte sich, um feinen Ring zu verstecken, unb als er nach einer Weile zurück kam, sagte er spöttisch zu dem nur mäßig interessierten Waldi: „Na! Jetzt geh zua und heb bie Pfot, wann du ihn gefunden hast, den Ring!" Aber da erhob der Förster Einspruch und rief, man könne von keinem Hunde der Welt verlangen, daß er etwas Verlorenes roieb erb ringe, ohne vorher Witterung zu nehmen. „Waldi", sagte er fast zärtlich zu seinem Dackel, „geh und riech' dem Loisl da in die Pfot!" Der Loisl hielt ihm lachend die offene Rechte hm, Waldi stand etwas steifbeinig auf, nahm sich eine Nase voll, warf einen überaus Mißbilligenden Blick auf den Träger dieses Geruches und schlich bamt mit eingeklemmtem Schwanz zur Tür hinaus, während ihm der Förster kopfschüttelnd nachsah. Nach fünf Minuten atemlosen Wartens kam Waldi zurück. Als sie ihn sahen, erhoben sich die Männer am Tijch und brachen in ein brüllendes Gelächter aus. Der Loisl aber wurde, blutrot und knirschte ein „Mistviech!" nach dem anderen durch die Zähne. Der brave Waldi aber trottete, völlig unberührt von solchen Kundgebungen auf ihn zu, schielte aus jeinen listigen Dackelaugen belustigt und ironisch zugleich an dem Loisl empor und wartete dann vor ihm auf. Zwischen seinen Zähnen hielt er behüt» jam ein Stück Seife. durch kaum bewohntes Land. Kein Mensch ist zu sehen. Nur Berge sind ba, Täler, weite Moore. Es fängt an zu regnen, die Luft ist grau und schwer. Die kahlen Gipfel der Berge find in wehende Nebel- schleier gehüllt. Schafherden Haden sich an die Berglehnen geschmiegt, sie sehen kaum auf, e« ist ihnen einerlei, wer da vorüberfährt, ihr kärgliches freies Leben hat mit diesen gelbblauen Vögeln nichts zu tun. Ruhig liegen sie aneinandergeduckt, ihre Kiefern bewegen sich langsam und mahlend. Und an allen Hängen blähen wundersam zarte dunkelrote Striche. Welch eine herbe, kaum spürbare Schönheit. Der gelbe Weg steigt und fällt, die schroffen Felswände und abgeplatteten Vorsprünge, ja die allerkleinsten Vorsprünge sind mit rotvioletten Blüten bedeckt. Im ersten Wagen hat jemand, der diese Schönheit verspürte uüd von ihr angerührt wurde, den Vorschlag gemacht, eine Weile zu rasten. Und nun gehen die vielen Menschen über das unberührte Land. Sie stehen beieinander und wissen nicht recht, was mit sich und der merkwürdigen Gegend anfangen sollen. Sie pflücken Blumen und rufen: „.Oh, das ist ja Heidekraut, aber ganz anders als bei uns." Doch Anne und Christian klettern in den Felsspalten umher. Dieses Land ist ihr Land, es ist ihnen nicht fremd. „Rosmarienheide", sagte er und erklärt, daß er eigentlich aus einem Moorhos stammt, ja, aus einem großen Hof in der Heide. Sein Vater war der dritte Sohn, er wurde Landbriefträger, weil er nicht Knecht werden wollte, aber er selbst ist wieder zum Bauernstand zurück- gekehrt. Als Kind hütete er beim Onkel die Kühe, und immer schon hat es ihm das Moor in seiner vermeintlichen Unfruchtbarkeit angetan. „Wie kann ein Land unfruchtbar sein, das seit Bestehen der Welt vielleicht brach liegt? Es muß nur entsäuert werden, muß fruchtbar gemacht werden. Die Moorkultur ist eine der interessantesten Aufgaben unserer Zeit." Anne kniet und pflückt Heide. „Sie riecht wie junger Wein, die Rosmarienheide, ich habe mich zu Hause manchmal mitten hineingelegt. Sie blüht im Frühling und im Herbst, aber bei uns sind die Glöckchen blasser." Zwei junge Leute sind sie, die sich vor wenigen Tagen noch nicht kannten, aber sie merken jetzt, daß sie eines Sinnes sind, denn sie lieben das gleiche Land. Sie sind auch hier nicht fremd, hier auf den schottischen Hochmooren, Sie könnten durch das Land wandern und in der Einsamkeit leben so, wie es ihre Vorfahren taten, die auf ihren Höfen sahen und wochenlang keinen Fremden zu Gesicht bekamen. ,Lch kann mir den- ken, daß allen Menschen, die aus diesem Landstrich stammen, so herbe sind wie ihre Berge und daß sie dieses Land lieben wie kein anderes auf der Welt." Anne hält ihrem Begleiter ein Heidesträußchen hin. Christian Schwertfeger nimm die Brieftasche heraus und legt die Blüten sorgfältig hinein. „Ja", sagt er, mehr nicht, aber er greift nach ihrer Hand. Hand in Hand klettern sie einen kleinen Abhang hinauf und stehen dann wieder auf der Straße vor den Wagen. Margot und Willem sind auch da. Sie wissen hier genau so wenig anzufangen, wie es die meisten wissen. Margot sagt zwar: „Merkwürdig ist es hier, ich möchte da ein paar Wochen arbeiten. Sehen Sie, wie sich da die Berge kahl und immer höher als Kulisse für den niedersinkenden hellen Strich der Straße aufbauen. Diese Straße ist aber auch das einzige, was der Mensch hier an den Jahrhunderten änderte. Ich habe Blumen gepflückt und habe sie in die Brötchentüte gesteckt, sehen Sie, wie ent- zückend! Flora der schottischen Hochmoore in der Lloyd Käsetüte." Sie lacht, sie denkt, daß sie sehr klug geredet hat und lacht. Auch ein paar stehende lachen und nicken Margot zu. Ihre Al find jetzt nicht wild und ärgerlich, sie ist freun und fragt Anne, wie ihr die Fahrt gefällt und kommt. Margot kann sehr liebenswürdig sein. D ist ihr Gesicht nicht angespannt und ihre Liv>§^ sind nicht schmal, dann ist sie weich und gut, fein Malerin mit großer Zukunft und so, sondern eine junge Frau, die ihrem Freund die Hand entgegen« streckt, sich an seine Schulter lehnt und sagt. „Wil- ling, wie ist das hier oben schön, weit über allem Aerger." Aber es fängt wieder an zu regnen, vielleicht nur ein kurzer Schauer, doch die Menschen streben in die Wagen. Also-doch ein unfreundliches Land. Und wieder fliegen sie dahin. Die große Einsamkeit breitet ihre Stille über sie aus, und plötzlich liegt am Wege ein Zelt. Nichts als dieses Zelt. Weit und breit ist kein Haus zu sehen und kein Hof. Ein offenes Zelt ist da, in dem zwei Menschen liegen, eine Frau und ein Mann. Auch ein Hund ist da, aber er macht es wie die Schafe, er hebt kaum den Kopf. Die Frau aber richtet sich auf, lehnt sich auf «men Arm, und ihre erstaunten Augen folgen den Wagen. Vielleicht sind es Hirten, vielleicht' Zigeuner, keiner weiß, wer sie sind, keiner kennt ihr Ziel ja, haben sie überhaupt ein Ziel? Anne wendet den Kopf, doch ist von der Frau nichts mehr zu Üben, sie hat sich wohl wieder an die Seite ihres Mannes gelegt und schläft, was sind ihr die Fremden? (Fortsetzungfoh**v Aus der engeren Heimat Mer gedenke deines Wildes! Wirtschaft Justizpersonalien. Gerichtsafsessor Herbornseelbach wegen erns zu er« gerichtsrat Bauermann vom Amtsgericht Schotten an das Amtsgericht in Alsfeld versetzt. in Urteil der ersten Instanz mit Lpd. .Frankfurt a. M., 8. Jan. Der 46jährige werden könn-en, durch ärztliche werden. der Angelegenheit. Bei vier Angeklagten wurde das Gefängnisstrafen von neun Monaten bis zwei Jahren bestätigt. Bei dem Hauptangeklagten wurde die Strafe von einem Jahr sechs Monaten auf ein Jahr neun Monate erhöht. Dem Angeklagten, der die Waffen geliefert hatte, Wenn man Soldaten bestiehlt Schwere Zuchthausstrafe. Rundsunkvrogramm Mittwoch, 10. Januar. 6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzeü. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Land- volk, merk' auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Kleine Rat- schläae für Küche und Haus. 9.30: Frohe Weisen. 11: Orchesterkonzert. 11.50: Mikrofon unterwegs. 12: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Mittagskonzert. Es spielt das große Orchester Pfandbriefe weiterhin scharf rationiert werden mußten. Im Verlaufe war die Haltung überwiegend schwächer, besonders die später notierten Papiere zeigten Rückgänge. Am meisten verloren Scheideanstalt, nämlich 8 v. H. auf 232, ferner gingen Rhein. Braunkohlen um etwa 6 v. H. auf 254 und Mansfeld um 4 v. H. auf 188 zurück. Im übrigen betrugen die Einbußen etwa 0,50 bis 1,50 v. H. Höher waren Dt. Linoleum mit 133,50 (130) und Feinmech. Jetter mit 106 (104). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Januar. Die Ankeserun- gen in Brotgetreide hielten sich tm bisherigen Umfange, im ganzen gesehen haben sie jedoch nachgelassen, da die Landwirtschaft des hiesigen Bezirks nur noch Restmengen zum Verkauf stellen kann. Die Nachfrage der Mühlen bleibt lebhaft. Durch den erhöht vorgenommenen Drusch kam Braugerste in größeren Partien heraus, die in der Hauptsache an die RfG. gehen. Jndusttiegerste bleibt gefragt. In Futtergerste erfolgten Zuteilungen durch die RfG. Das Angebot an Futterhafer ist gut und wirb im wesentlichen von der Heeresverwaltung aufgenommen. Das Mehrlgeschäft bewegt sich in ruhigen Dahnen. In ölhaltigen Futtermitteln beginnt die Abwicklung der Amidmischfutterzuteilung. Die etwas gebesserten Rauhfutteranlieferungen gehen hauptsächlich an die Wehrmacht. Die Preise blieben gegen den letzten Markt unverändert. Mirragsronzert. tzs jpteit bas große Orchester wurde die Straft von zehn Monaten auf acht des Reichsjenders Breslau. 14: Nachrichten. 14.15: Monate berabaelekt 'TVr frnhiirK» iß. -Utonoie geraogqegt. ihnen die Ehrennadel des Vereins aushändigen. Die Auszeichnung wurde Gg. Burger und dem seit 21 Jahren als Schriftführer tätigen Karl Schneid« müllet III. zuteil, der sich um die Sache des deutschen Liedes sehr verdient gemacht hat. Der Vereinsführer würdigte auch besonders die Verdienste des Schriftführers um die Sache des Vereins. Don der Abhaltung weiterer Singstunden fall zunächst Abstand genommen werden, man hofft aber zu gegebener Zeit um so eifriger damit beginnen zu können. Ferner wurde bekanntgegeben, daß aus Mitteln der Dereinskasse 31 Mitglieder, die im Felde stehen, je ein Feldpostpäckchen zugefandt erhielten. Mit Freude nahm der Vorstand davon Kenntnis, daß sich die Ehrenmitglieder, die Sänger und auch die Heranwachsende Jugend bereiter Harten, durch freiwillige Spenden dazu beizutragen, daß auch in Zukunft die Angehörigen des Vereins, soweit sie das graue Ehrenkleid tragen, mit Liebesgabensendungen bedacht werden können. Die Versammlung nahm davon Kenntnis, daß der Vorstand auch weiterhin in seinem Amt bleibt. Otto Häuser übernimmt vertretungsweise das Amt des Vereinsführers auf Kriegszeit. Nachdem unter Leitung von Chormeister Schleuse noch einige Lieder zu Gehör gebracht worden waren, wurde die Derfamnr« lung mit dem Treugelöbnis zum Führer geschloffen. Kreis Marburg. <£ Nordeck, 8. Januar. Spaziergänger sahen gestern mittag im hiesigen Wald ein Stück Muffelwild. Das Tier konnte aus nächster Nähe beobachtet werden. Mit Freude wurde festgestellt, daß es gut genährt und in bester Verfassung erschien. Hoffentlich bleibt das schöne Wlld unseren Wäldern erhalten. deutsche Lied gepflegt hat. Der Verein veranstaltet« ein wohlgelungenes Silcher-Konzert und trat bet den verschiedensten Anlassen öffentlich in Erscheinung. Rechner Lecke erstattete Bericht über die Kassenverhältnisse, die als geordnet angefehen werden können, obwohl das abgelaufene Jahr große Anforderungen an die Kasse stellte. Nach der Prüfung der Rechnung wurde dem Kassenführer Entlastung erteilt. Sodann konnte der stellv. Dereins- führer Häuser zwei Sänger für 25jährige treue Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernennen und heblichen Gefängnisstrafen verurteilt. Sie hatten von 1919 ab bis zum Jahre 1936 im Herbornseel- bacher Jagdgebiet, sowie den umliegenden Jagdbezirken gewildert. Die Beute war erheblich. Gegen das Urteil des Herborner Gerichts hatten alle Angeklagten Berufung eingelegt. Jetzt befaßte sich die Große Strafkammer in Siegen, die in Herborn tagte, mit Iahlestagung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Lich. Z Lich, 8.Jan. Im Park-Hotel hielt der Verkehrs- und Verfchönerungsverein feine 18. Hauptversammlung ab. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Vereinsführers, Lehrer H i l d , der feit über zehn Jahren den Vorsitz fuhrt, sprach er über die Fremdenverkehrsarbeit im allgemeinen und speziell über die Arbeit innerhalb des Vereins. Er erwähnte, daß die Fremdenverkehrsarbeit bis zur Machtübernahme nur als eine wirtschaftliche Angelegenheit angesehen wurde, während die nationalsozialistische Führung dieser Arbeit vor allem auch politische Aufgaben zugewiesen habe. Auch jetzt im Krieg laute die Parole: „Großdeutschland, gastliches Reiseland." Sodann kam der Redner auf die Arbeiten innerhalb des Gebietes Oberhefsen zu sprechen und streifte dabei die Tagungen in Nidda und Schotten sowie die Ausstellung „Wille und Tat" in Wiesbaden. Bei der Werbearbeit des Vereins konnte man erfreuliche Ergebnisse feststellen. In der Zeit vom 1. Oktober 1938 bis 30. September 1939 wurden hier gezählt: An Besuchern mit kurzem Aufenthalt 34 000 Personen, an Uebernachtungen, z. B.' in den Monaten Mai, 400, Juni 470, Juli 600. Mittag- und Abendessen wurden hier allein in einem Monat an rund 3000 Fremde ausgegeben. Es konnten wieder verschiedene Verschönerungen m der Stadt durchgeführt und verbesserte Bahnoerbindun- rren erreicht werben; für das Schwimmbad wurden Bildbandkarten angeftrttgt. Am Schlüsse feiner Ausführungen dankte der Vereinsführer allen Mitarbeitern, insbesondere Bürgermeister Geil für die Unterstützung im verflossenen Jahre und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das gute Einvernehmen auch im neuen Jahre bestehen bleiben möge. Nach der Rechnungsablage mußte Lehrer Hild leider davon Kenntnis geben, daß der seitherige Rechner Hermann Walz infolge Arbeitsüberlastung fein Amt zur Verfügung gestellt habe. An dessen Stelle wurde K. Säuberlich als Rechner besttmmt. Bürgermeister Geil dankte dem Vereinsführer für seine rastlose, nur dem Gemeinwohl gewidmete Arbeit und gab auch seinerseits einen Rückblick über die Arbeit im vergangenen Jahre. Er versicherte, daß die für den Sommer geplanten großen Arbeiten nicht aufgehoben, sondern nach Kriegsende sofort zur Durchführung kommen würden. Nach verschiedenen Anregungen aus der Versammlung führte Lehrer Schnrerle seinen Farbenfilm vor, der den prachtvollen und dieffarbigen Blüten- und Blumenschmuck in den Vorgärten und an den Häusern unserer Stadt zeigte. Sodann schloß der Vereins führer, Lchrer Hild, die Versammlung in üblicher Weift. Schwere Strafen für Wilderer. Lpd. Dillenburg, 8.Jan. Im Oktober wurden vom Amtsgericht Herborn sechs Einwohner aus Der fröhliche Lautsprecher. 16: Von Köln: Nachmittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Köln. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Was bringen die Theater in unserem Sendegebiet? 18.25: Bilder und Klänge aus Moselfranken (VIII.). Späße und v_____,________, ___ Lieder. 19: Unterhaltungskonzert. Es spielt das Or- Friedrich Werkmeister hatte sich bisher gut geführt, chester Otto Dobrindt. Dazwischen: 19.10: Berichte, wurde aber plötzlich ein gemeingefährlicher Ein- 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: Nachrichten, brecher, als er seiner Stelle verlustig ging. Die An- 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender: Da-' regung, kriminell zu werden, gab ihm vielleicht ein zwischen: 22 bis 22.15 und 24 bis 0.15: Nachrichten, j Sperrhaken, den er schon lange im Besitz hatte und Rhein-Mainische Börse. Tendenz zurückhaltend. Frankfurt a. M., 8. Januar. Stärkere Zurückhaltung der Kundschaft und der Kulisse gaben der Börse zum Wochenanjang das Gepräge, lieber» wiegend setzte sich zwar die Anlagetättgkeit fort, sie hatte aber keinen besonderen Umfang, so daß an den Aktienmärkten keine größeren Umsätze zu verzeichnen waren. Da auch weiterhin einige Glattstellungen vorgenommen wurden, war die Kursentwicklüng wiederum uneinheitlich, wobei aber im allgemeinen nur geringe Abweichungen vorlagen. Eine Ausnahme bildeten nach Pause Demag mit 147,90 (145) und andererseits Ilse Genuß mit 161,50 (163,50). Leicht befestigt waren IG.-Farben auf 169,50 (169), Metallgesellschaft auf 130,75 (130,50) und Heidelberger Zement auf 150,50 (149,50), dagegen ließen Verein. Stahl auf 105 (105,50), Hoesch auf 110,75 (111,50), Adlerwerke auf 103,50 (104) und Rheinmetall auf 128,75 (129) nach. Am Rentenmarkt suchte das Kapital hauptsächlich in Pfandbriefen und Kommunal-Obligatio- nen Anlage, jedoch bestand auch nach den übrigen Titeln Interesse. Weiter fest verkehrten Reichsalt- befitz mit 139,90 (139,60), ferner gewannen Reichsbahn-VA. 0,25 v. H. auf 125,25. Industtie-Obligatio- nen und Stadtanleihen wenig verändert. Länder- Anleihen lagen vielfach etwas höher, während I u n g, der vor kurzem vom Amtsgericht in Schotten an das Landgerickt in Gießen versetzt wurde, ist jetzt erneut an das Amtsaericht in Schotten als Behördenleiter versetzt worden. Ferner wurde der Amts- mit dem er früher einer Verwandten Dienste leistete. Jetzt fiel ihm das Ding zufällig wieder in die Hande und er feilte daran herum, bis es ihm gelang, die Mansarde einer auf dem gleichen Flur wohnenden Mitbewohnerin zu öffnen. In der Mansarde bewahrte die Frau Gegenstände ihres im Feld weilenden Bräutigams auf. Werkmeister wußte, daß der Mann bei der Wehrmacht war und scheute sich trotz- dem nicht, sich eine Reihe von Gegenständen anzueignen. Als die Braut, die tagsüber arbeiten ging, den Einbruch merkte, teilte sie dem W. schreckerfüllt bas Ereignis mit. „Der Gauner, der Sie bestohlen hat, dem gehört der Kopf runter", meinte mit geheuchelter Entrüstung der Täter, der im übrigen im gleichen Haus noch andere Diebstähle begangen hatte. Werkmeister hatte sich jetzt wegen der Serie der von ihm im August und September v. I. ausgeführten Diebstähle vor dem Sondergericht in Frankfurt zu verantworten, wo er des Verbrechens gegen § 4 des Gesetzes gegen Volksschädlinge angeklagt war. Es war dem Angeklagten bekannt, daß er bei dem Mansardeneinbruch einen Soldaten bestahl; es liegt aber die Möglichkeit vor, daß die Tat schon kurz vor Erlaß des Gesetzes gegen Volksschädlinge begangen wurde, und deshalb konnten hier die schärferen Bestimmungen nicht Platz greifen. Der Angeklagte hatte aber Ende September auch einen Einbruch bei einem weitläufigen Verwandten, der Soldat ist, begangen. In diesem Fall galt der Angeklagte des Verbrechens nach § 4 überführt. Er wurde außerdem wegen fünf schwerer Diebstähle verurteilt und erhielt eine Gesamtstrafe von fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Landkreis Gießen. s. ßang-Oöns, 9.Jan. Am heutigen Dienstag, 9. Januar, feiert unser Mitoürger Konrad Spies, Niederhofenstraße, seinen 83. Geburtstag. Der alte Herr ist körperlich und geistig noch recht rüstig. Dem Jubilar gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche. * Watzenborn-Steinberg, 8. Jan. Der Gesangverein Jugendfreund" Watzenborn-Steinberg hielt in seinem Vereinslokal „Zur Krone" feine Jahreshauptversammlung ab. In Vertretung Des zum Heeresdienst einberufenen Vereinsführers Haas erstattete Otto Häuser den Jahresbericht. Aus dem Bericht ging hervor, daß der Verein auch im vergangenen Jahre mit Eifer das (er, der als Feldwebel im Westen steht, waren Grü^e zum Jahreswechsel eingegangen, mit denen .er du» Hoffnung verknüpfte, daß die in der Heimat gebliebenen Kameraden auch weiterhin treu zusammenstehen mögen. Der Rechner, Kamerad Tele- grapheninspektor Strack, gab einige Feldpost- grüße bekannt und berichtete über den Versand der Weihnachtspäckchen. Die Kameraden wurden ersucht, die genauen Feld Postanschriften der einberufenen Kameraden zu ermitteln. Kameradschaft sführe r Oehlenschläger berichtete über die Arbeitstagung des Kreisverbandes Gießen des NS.-Reichs- kriegeÄuNdes, bei der u. a. ein Vortrag von Kame- rab Kreispropagand awart Diesel gehalten wurde. Außerdem wurde auf das Schießen des Ehren- falutes hin gewiesen. Anschließend wurden die Dienst- befehle verlesen und noch einige organisatorische Fragen besprochen. Oie Jlafc schützt vor Krankheiten. Der menschliche Körper besitzt einen Selbstschutz gegen schädliche Einwirkungen der Außenwelt. Ein wichttges Organ dieses Selbstschutzes ist die Nase. Gerade die Nase hat wichtige, für die Gesunderhaltung des menschlichen Körpers notwendige Funk- tionem zu erfüllen. Die Nase stellt den obersten Teil unseres Atmungsapparates dar und hat die Auf- gaoe, zunächst einmal die kalte Außenlust für den Zugang zum Körperinnern zu erwärmen und sie dann mit Wasserdampf zu sättigen. Würde die kalte Lust unerwärmt in die Luftröhre und in die ßunae bringen, wie das bei der Mundatmung geschieht, so wäre eine Erkältung und somit eine Erkrankung dieser Organe die unausbleibliche Folge. Das Innere der Nase besitzt einen samtartigen, mit feinsten Härchen versehenen Bezug, der sich in dauernder Bewegung befindet. Diese Flimmerbe- roegung ermöglicht es, aus der Luft kommende Fremdstoffe, Krankheitserreger usw. vom Eindringen in den Körper fernzuhalten. Der Schleim, den bis Jnnenhaut der Nase hervorbringt, ist ein wichtiges Schutzmittel, denn er macht eine große Reihe von Krankheitserregern für den Körper unschädlich. Man achte besonders beim Niesen darauf, daß man di« für den eigenen Körper unschädlich gemachten Stoff« nicht andern Personen ins Gesicht schleudert. Deshalb hatte man sich beim Niesen stets ein Taschentuch vor. Schließlich sei auch nicht zu vergessen, daß uns die Nase als Vermittler des Geruchs vor der Ein« atmung schädlicher Stoffe schützt. Wer also das wertvolle Werkzeug schützen will, das chm die Natur in der Nase verliehen hat, der atme stets nur durch die Nase ein und sorge dafür, daß etwaige Behinderungen der Naftnatmung, wie sie durch Wucherungen, Entzündungen usw. hervorgeruftn Hilfe beseitigt MnMMlWkMmW Roman Don$riöaficttclöi!(f CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 86 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Das nun wieder nicht. Ich habe nie ein Pferd besessen, aber ich weiß es trotzdem, denn wenn der Tau wie zarte Spitzen um die drei geteilten Blätter des roten Futterklees stand, trieb ich die Kühe meines Verwandten auf die Weide. Dann fliegen die Wiesen gerade aus dem Nebel, und manchmal sah ich meine Tiere nur wie dunkle Striche vor mir. Wenn sich bann die ersten Sonnenstrahlen im Tau brachen, war das Wunder der Schöpfung vollkommen.^ Anne mochte mehr Horen, sie möchte viel mehr hören. Don dem kleinen Hütejungen und seinen Gedanken und seinen Tieren. Und wie es bann weiterging, bis zum grünen Tisch — eigentlich mochte sie alles wissen. Doch hinter ihnen wird „Einsteigen, einsteigen" gerufen. Bitte sehr, man tft ja in Schottland, im Inserreich, das so umkämpst war und. das immer noch von Stürmen umbraust ist. Schnell, schnell in den Wagen, es ist spät, man kann sich nicht darum kümmern, daß man zwei junge Menschen aus der Verzückung einer Stunde reifet Es sind gerade noch zwei Plätze da. Für Anne hinten Im Wagen, für Christian dickt beim Fahrer. Da sieht sie ihn vor sich, sieht den starken, kanttgen Kopf. Und sie denkt, bafe er doch ihrem Ahnen ähnelt, dessen Bild sie so oft angelacht hat, wenn Klarifsa ihre wahre ober erfundene Begebenheiten aus dem Leben des Bären vorn Birkenhof erzählte. Ja, sie ähneln sich, nicht äufeerlich, sicher nicht, aber in der Art, wie der Kops auf den breiten Schultern fitzt Sie sind ja beide Bauern, Sohne eines Landes. Wie gut, bafe Christian Schwertfeger Bauer ist! Man fährt in zwei Gruppen. Es stehen für die Reisenden Extrazüge bereit, die nach verschiedenen Richtungen fahren. Anne und Christtan Schwert- ftger sitzen sich gegenüber. Sie sind allein, sie haben Margot Wenzien und Willem Schönemann aus den Augen verloren. Wenn schon! Sie sind nicht weiter um Gesellschaft verlegen. Sie sind zwei Menschen, die sich noch viel zu erzählen haben. Denn an den wenigen Worten haben sie gemerkt, bafe sie eigentlich nichts voneinander wissen. Gestern haben sie nur wenig gesprochen, gestern sind sie über das Meer gefahren, haben nebeneinander m ihren StWen gelegen und geträumt. Sie haben beide die Sttlle wie eine Gnade empfunden, es war ihnen nicht nach Plaudern zumute. Aber jetzt fliegen sie durch ein frentdes Land, und es ist fast wie am ersten Tag ihrer Bekannschaft. Wie lange ist das her, jahrelang? Mal nackrechnen! Christian lehnt sich über den breiten Tiscy, der zwischen ihnen ist: „Geben Sie mir Ihre Hand, Anne." „Warum?" Wie blüht dieser Mädchenmund! Es ist gut, bafe Christtan die Augen auf ihre Hände senkt. Aber wie braun, schlank und gesund finb sie. Zärtliche Hände. Seine Stimme ist ein bißchen gedrückt, als er mit dem Daumen anfängt: „Heute haben wir den 22., am 21. waren wir auf See, am 20. nachmittags saßen sich Anne Wegner und Christtan Schwert- feger zum ersten Male im Zuge gegenüber. Da haben Sie es, zwei ganze Tage und keine kleine Ewigkeit Man lebt in dieser Zeit konzentriert, man ist so ganz und gar aus dem Alltag gehoben, daß sie einem unendlich lang vorkommt." Anne ist nicht bei seinen Worten, dieses Mal nicht, nein. Sie mufe plötzlich an einen Menschen denken, den sie schon ganz und gar aus ihren Gedanken gestrichen hat, an den Studenten Horst Niel- ien. Er nahm auch ihre Finger, einen nach dem an» eren. Es war nicht schlimm, nichts dabei, aber er küßte ihren Daumen, und da erschrak sie. Christian Schwertfeger küßt ihren Daumen nicht, er ist zurückhaltend, ein Bauer, ein zurückhaltender Mann. Es ist richttg so, sie braucht bei ihm nicht zu erschrecken. Sie kann ruhig diese Reife mit ihm machen, kann ihm gegenüberiitzen und neben ihm stehen, kann sich erzählen lassen, wie die Strahlen der Morgensonne Nein«, heitere Orgien in einem Kleefeld feiern. Sie kann es unbesorgt. Er wird ihr nicht zu nahetreten. Vielleicht hat er eine Braut, die ihn abholt, wenn er abeüds aus dem Dienst kommt. Darum wird er nie daran denken, auch nur einen ihrer Finger zu küssen ... Welch ein Glück, daß sie einen Reisekamerade« wie Christtan Schwertfeger fand. Ja, sie hat wirklich Glück, und ihre Augen muhten daher noch Heller strahlen. Aber das tun sie nicht, es legt sich vielmehr wie ein Schleier über die Goldpünttcken in her lallen Iris. Christtan sieht es. Er mochte wohl wissen, woher das plötzlich kommt, er hält Anne Wegner nicht für launisch, bewahre, aber welchen Grund diese Heine Traurigkeit Haden kann, ahnt er nicht. Die Fahrt geht am alten Sttrlingsschloß vorüber, und nachdem die Reisenden den Zug in Aber- foyle verlasien haben, wirb der Weg über die schot» tischen Hochmoore im Autobus fortgesetzt. Welch ein Weg! 2>ie großen blau-gelben Wagen fliegen