.Choffii Kisomatost .kärfdu vflierapetra■ Zrettag, 8. November 1940 190. Jahrgang Nr 265 Lmmbme von Au-eigen für die Mittagsnummer biS 8'/, Uhr deSVormittagS Au-etgen-Breiie r Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, LertteU 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenüreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/° mehr Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilage«: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat tmRild DieScholle MonatS-Be-ugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr.. * -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Dwhtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11 ßae ^rantt^M Gießener Anzeiger SrSHIsch« Unten fitatiD rederet R. lange General-Anzeiger für Oberhefsen des maßgeblichen Grie- in der Gegenwart, und Idrianopet"' Strumic Lemnos 3W1

s (abplia' Kythnos jÄykono5 Indr^önä^ipQl'S-".. Milos o$ «3 Psoro .9 Chios das Wort: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge!" Könnte hierzu nicht einmal ein nach Innen gerichteter Wille gehören? xWyd Athos MEEH E c> Hagiostrof) fypafisfiä' A erschütterlichen Wagemut! In grauer Vorzeit ist er schon in mehreren Wellen aus der nordischen Urheimat in Niederdeutschland nach Hellas gewandert. Sein Blut hat sich hier wie in Norwegen entwickelt: Meere und Länder umspannend! Die lich mit Getreide, Weinreben und Oliven bestanden ist. Der Getreidebau steigt sogar bis 1500 Meter Höhe hinauf. Im Innern Nordgriechenlands hingegen fehlen bereits infolge der Winterkälte die meisten immergrünerr Holzgewächse, ebenso in dem oft über 2000 Meter hohen Gebirge, wo die Sommerdürre schwindet und die Temperatur abnimmt. So sehen wir den Osten hinsichtlich des Pflanzenkleides benachteiligt, aber bevorzugt in bezug auf ein Verhältnis zum Meer. Am meisten- trifft dies ür die Landschaft Attika am Saronischen Meerbusen zu. Die Geschichte der Landeshauptstadt Athen ist dafür ein beredter Beweis. Bei Athen und seinem Hafen Piräus scheinen Land und Meer ein drittes Element zu formen, das dem wagemutigen Seemann, dem weit ausschauenden Händler die trefflichste Stätte bietet und dem Menschen gleich- am die Verpflichtung auferlegt, das dort Geschaf- ene einer weiten Umwelt mitzuteilen, zu der fast alle Gestade des östlichen Mittelmeeres gehören. Mit dieser Feststellung berührt man den Urquell griechischen Schicksals, wie es sich in Vergangenheit und Gegenwart aus .Boden und Klima gestaltet. Und dazu den nordischen Menschen mit seinem un- Frankreichs falsche Freunde. Zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten ist jetzt eine sehr ausgedehnte Diskussion über die Frage im Gange, ob und wie weit die verflossene französische Regierung sich auf amerikanische Zusagen verließ, als sie in den Krieg gegen die autoritären Staaten eintrat. Wohlgemerkt, es handelt sich darum: Haben hohe und höchste Persönlichkeiten der USA. zum Kriege gehetzt, haben ie Frankreich Unterstützung versprochen und haben ie ihr Versprechen gehalten? Aus den schwerwiegenden Veröffentlichungen der deutschen Weißbücher, vor allem des Weißbuches Nr. 6, ist der Personenkreis, der sich aus amerikanischen Mammonisten, den maßgebenden Juden in den USA., Frankreich und England und deren Subjekte wie Chamberlain und Churchill, Daladier und Reynaud zusammengesetzt, schon bekannt geworden. Der letzte Außenminister unter Daladier, Bonnet, hat jetzt von französischer Seite das Schweigen gebrochen und gesagt: „Es ist früher oft gesagt worden, und zwar von den höchstgestellten Persönlichkeiten, daß, wenn der Krieg ausbricht, Amerika sich sofort auf die Seite Englands und Frankreichs teilen werde, aber ich habe es niemals geglaubt." Luch der Botschafter Fernand de Brino n, also ein im Gegensatz zu Georges Bonnet noch amtierender hoher Diplomat, hat sich zu dem Thema geäußert. Er bestätigt aus seiner intimen Kenntnis der Dinge nicht nur die Aeußerungen Bonnets, sondern gibt Einzelheiten, die bisher unbekannt waren. Er sagt geradezu, das Frankreich Daladiers sei durch Druck von außen in diesen Krieg hineingestoßen worden, und fügt hinzu: ,Zch kann Ihnen Beweise dieses Druckes von außen geben, der selbst noch in diesem Augenblick ausgeübt wird." Von wem? Das ist die entscheidende Frage. Am 21. November 1938 berichtete der pvlnische Botschafter Graf Potocki aus Washington an den damaligen polnischen Außenminister Beck über eine Unterredung mit Roosevelts Pariser Botschaf- schafter B u l l i t t. Damals war das Protektorat noch nicht geschaffen, Polen hatte uns noch nicht direkt, und, wie wir jetzt wissen, im Vertrauen auf die Hilfe der Amerikaner, provoziert. Graf Potocki also berichtete über Bullitt: „Ueber Deutschland und Hitler äußerle er sich mit großer Vehemenz und starkem Haß. Auf meine Frage, wie er sich den kommenden Krieg vorstelle, erwiderte er, daß vor allem die Vereinigten Staaten, Frankreich und England gewaltig aufrüsten müßten. Erst dann, wenn der Augenblick günstig sei, wird man zu den letzten Entscheidungen schreiten können. Aust meine Frage, ob die Vereinigten Staaten an einem solchen Krieg teiknehmen würden, antwortete er: Zweifellos ja, aber erst dann, wenn England und Frankreich sich z u e r st rührten." ' Am 16. Januar 1939, also vor unserer Abrechnung mit Polen, berichtet dieser polnische Diplomat nach Warschau: „Die entscheidende Ansicht des Präsidenten Roosevelt sei, daß England und Frankreich jeder Kompromißpolitik mit den, totalitären Staaten ein Ende machen müßten. Man habe die moralische Versicherung bekommen, daß die Vereinigten Staaten bereit sind, im Falle eines Krieges aktiv auf Seiten Frankreich und Englands zu stehen." Der amerikanische Präsident Roosevelt und sein „Gehirntrust" jüdisch-plutokratischer Prägung also wollten den Krieg, sie hielten alle Bestrebungen der europäischen Mächte, sich friedlich zu verständigen, zurück. Es ist möglich, daß der französische Botschafter Comte de Brinon seine Beweise noch verstärkt, aber jetzt schon genügt seine Erzählung, wie Laval mit seinen Beschwörungen beim polnischen Botschafter Lukasiewicz, eine kluge und vorsichtige Politik zu treiben — es war im Frühjahr 1939 —, ab fiel und der polnische Botschafter ihm verächtlich erklärte: „W i r werden Sie zwingen, Krieg zu führen." Dieses „Sie" bezog sich auf die Franzosen, die unrettbar in die jüdisch-internationalen Fallstricke verwickelt, waren. Die Botschafter Roosevelts hattest eben in Warschau ganze Arbeit geleistet und in Paris und London auch. Erhärtet wird dieses Wissen um die Hintergründe durch ein zweites Faktum. Brinon erzählt, wie einige Tage vor Ausbruch des Krieges der englische Während eines feindlichen Anfluges auf den Flughafen von Valona ist ein feindliches Flugzeug brennend von unseren Jagdfliegern und ein weiteres von der Warine-Flak abgeschossen worden. Ein feindliches Flugzeug vom Typ Sunderland, das in Walla vor Anker lag, ist von unseren Jagdfliegern mit sichtlichem Resultat im Tiefflug beschossen worden. In O st a f r i k a hat der Feind unsere Positionen bei Gallabat angegriffen. Er wurde von der Garnison zurückgefchlagen. wobei er starke Der- luste erlitt, hat aber seine Angriffe nachträglich wiederholt. Die Aktion ist zur Zeit im Gange. Unsere Ftugwaffe hat mit den Truppen durch wiederholte Angriffe, in deren Verlauf unsere Jagdflieger sechs feindliche Flugzeuge vom Gloucester-Typ abschossen, zusammengewirkt. Vom soll bombardiert werden. Stockholm, 8. Nov. (Europapreß.) Die englische Regierung kündigt am Donnerstag an, daß englische Flieger in Zukunft Rom bombardieren werden. Vom parlamentarischen Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, Butler, wurde im Unterhaus erklärt, die englische Regierung habe von den italienischen Mitteilungen Kenntnis genommen, denen zufolge italienische Bombenmaschinen an den Angriffen auf London teilgenommen hätten. Sie behalte sich aus diesem Grunde die Freiheit vor, in bezug auf Rom die gleichen Schritte zu unternehmen. Stockholm, 7. Nov. (Europapreß.) An der albanisch-griechischen Grenze sind, wie Berichte der schwedischen Zeitung „Nya dagligt Allehanda" besagen, heftige Kämpfe im Gange, in deren Mittelpunkt die Schlacht um K o r i tz a steht. Der Berichterstatter des Blattes, der sich "bei den vormarschierenden italienischen Truppen befindet, kabelt weiter, daß die italienischen Truppen längs der gesamten Frontlinie oorrücken. Jetzt, da der Regen aufgehört hat und die Wege zu trocknen beginnen, gehe der Vormarsch bedeutend schneller vor sich als während der ersten Tage. Auf feiner ganzen Fahrt längs der italienischen Front bis nach Korfu habe er die Italiener üb er all im Vormarsch gesehen. Das Belgrader Blatt „Vreme" enthält einen interessanten Bericht über die Operationen in dem Nordsektor der italienisch-griechischen Front. Die heftigsten Kämpfe seien in den letzten Tagen im Marovo-Gebirge und am Fluß Devo- ris geführt worden, wo die Griechen vergeblich versucht hätten, die italienische Front zu durchbrechen. Alle ihre Angriffe seien aber zurückgeschlagen worden. Am Mittwoch in den frühen Morgenstunden flogen schwere italienische Bomber von Albanien aus in Richtung Florina. Alle Dörfer in einem Umkreis von 60 Kilometer sowie alle griechischen Stellungen wurden mit mehreren hundert Bomben belegt. In Florina selbst erfolgte der erste Angriff um 4 Uhr morgens. Er dauerte zwei Stunden. Der zweite Angriff begann um 10 Uhr 30 und dauerte etwa 20 Minuten. „Mornale d'Jtalia" weist auf die ungeheuren Schwierigkeiten bei dem italienischen Vormarsch hin, vor allem auf ben völligen Mangel an Straßen, was die italienischen Pioniere zwinge, ...... •vrondi:,* I E >i ’-w* KoHnfl E Antikythiro^ chentums im Altertum wie in der Gegenwart, und beidemal aus den gleichen geopolitischen Gründen, vom Heimatboden vielfach gelöst und in die weite Welt gerichtet. Sott es abermals zum Volksschicksal werden? — Bereits im Altertum prägte ein Grieche ieapolis ^PNpleat Kythira Heimat gestattete mit ihren Mitteln nur kärgliche Fristung' des Lebens, ihr mochte der Bescheidene sich widmen der Wagemutige griff zum Handel, zur Seefahrt, und er gewann Reichtum und Macht. Bloß sich in einen einheitlichen Staat zu finden, das fiel schwer. Ein überspanntes persönliches Frei» heitsbedürfnis stand dem im Wege. Lieber opferte man der Heimat von feinem Ueberfluß und gestaltete ihre Städte in Kunst und Schönheit: Das Athen des Altertums gelangte so zu Weltruhm, nicht weniger die Kultstätten in Olympia, Korinth usw. Das moderne Athen beruht in seinem märchenhaften Aufstieg gleichfalls auf der Leistungsfähigkeit 'der Auslandsgriechen, die sich in großer Zahl an den ~ '■ ‘ ' aber auch des Atlanti- Tirana P Elbosan • Kleinasien. Diese Feststellungen werden noch durch die klimatischen Verhältnisse und die durch sie bedingten Vegetationsformen unterstrichen. Dabei muß vorweg betont werden: Gebirge und Meer treten in Griechenland, wie sonst selten auf der Erde in gleichem Maße, in innigste Berührung, -LS™:______ ....x n Tlor ^«5 kKopru/ü j u Gas iXy i e n 'ins? mY oW Einwohnern. Das bedeutet eine Bevölkerungsdichte von 54 Menschen auf 1 Quadratkilometer, was im allgemeinen der Durchschnittsdichte auf der Balkanhalbinsel entspricht. Seiner Lage nach ist er der ausgesprochenste Balkanstaat. Allein so sehr er sich auch nach Süden verschmälert, so weist er doch hier wie im Norden, wo er mehr als doppelte Breite erreicht, eine gewisse Zwiespältigkeit auf. Es be-. steht auf der ganzen Linie ein Gegensatz zwischen Westen und Osten. Im Westen streichen Ketten von Norden nach Süden, die eine Fortsetzung der verkarsteten Dinarischen Alpen darstellen. Oest- lich davon erstrecken sich in westöstlicher Richtung, also senkrecht zu jenen, Gebirgszüge, die nach Norden zu offene Bögen bilden. Durch das Jneinander- reifen beider Richtungen entsteht eine Verkapse- ung der Landschaft, die im Altertum die viel beklagte griechische Kleinstaaterei bewirkte. Die beiden Stteichrichtungen der Gebirge sind auf der Inselwelt des Westens im Ionischen Meere wie im Osten des Aegäischen Meeres ihrer Richtung gemäß wiederzufinden, so daß auch hier die Zwiespälttg- keit gilt. Im Osten bringt das Meer in zahllosen Buchten tief in das Land ein. Inseln bilden von Festland zu Festland eine Riesenbrücke. Nirgends lassen sie beim Seefahrer die Angst vor der grenzenlosen Weite aufkommen, vielmehr machen sie das Meer zu der breitstraßigen Stätte des Verkehrs, wie es schon die Dichter des Altertums besungen haben. Die Westküste dagegen bildet einen hohen, fast unnahbaren Gebirgswall, der Land und Meer so streng von einander scheidet, daß auch vorgelagerte Nehrungsküsten dem Menschen nicht viel zu nützen vermochten und alle höhere Kultur sich auf die Jonischen Inseln zurückzog, die ihrerseits jedoch wieder zu klein waren, um ein zweites Athen erblühen zu lassen. Das war im Altertum bereits so und ist in den darauf folgenden Jahrhunderten nicht anders geworden: die Gegenküsten am Ionischen Meer, d. h. die Küsten Westgriechenlands und Südostitaliens, haben sich unmittelbar niemals viel zu sagen gehabt. Das bedeutet für Griechenland, daß es dem westlichen Mittelmeer seinen Rücken zukehrt, dem östlichen aber sein Gesicht. Wie die Geschichte dartut, ruht sein^Blick zunächst auf den wesensverwandten Gestaden des Aegäischen Meeres bis zu seiner Begrenzung in Poros Oas griechische Antlitz ^on unserem Or.-Äerichierstatter. Festland 1261 und in Patras auf dem Peloponnes 678. Die entsprechenden Orte im Westen verzeichnen Larissa 504 und Athen nur 343 mm. Bei solcher Sachlage rauschen, besonders rm Westen, auf Bergeshöhen noch prächtige Hochwälder von Eichen und Kiefern, im allgemeinen aber tleibt die Pflanzenwelt so weitständig, daß ias Land von weitem überwiegend kahl und ode rrscheint, besonders im Osten. Dazwischen bilden Heine, wohlbewässerte Ebenen üepige Gartenoasen, in denen Südfrüchte und vielerlei Gemüse gedeihen, vährend sonst das trockene Kulturland Hauptfach- Durchdringung und Wechselbeziehung. Der Gegensatz zwischen den verzweigten tiefblauen Meeresbuchten, die zwischen den farbenglühenden, nackten Bergwänden in das Land eindringen, verleihen der Landschaft einen Reichtum an eigenartiger Schönheit. Zugleich aber bringt diese Gestaltung aber auch eine nahe Verbindung klimatischer und kultureller Gegensätze mit sich. Kann man doch in einer Tageswanderung von den subtropischen Oelwäldern der Küste durch alle Klimastufen Europas zur alpinen j Region aufsteigen, wo nur wenige Wochen des Jah- s res der Schnee völlig schwindet. Das Klima des allerdings nicht sehr ausgedehnten Tieflandes bis itroa 600 Meter über dem Meeresspiegel ist echt mittelmeerisch, d. h. mit viermonatiger heißer Dürre ij im Sommer, welche die meisten Flüsse zum Ver- !> liegen bringt, und niederschlagsreichen Wintern mit sehr wechselndem Wetter, starken Stürmen, gelegent- liehen schwachen Frösten unb Schneefällen, meist I tber warm genug, um die Pflanzenwelt vor dem I Erliegen zu bewahren. Dabei wiederholt sich der | schon mehrfach betonte Gegensatz zwischen West und Ost: die den Regenwinden ausgesetzte Westseite ist erheblich regen- und wasserreicher als die Ostseiie. So betragen die Niederschlagsmengen j während eines Jahres im Durchschnitt auf Korfu 1357 mm, in Janina auf dem gegenüberliegenden x/ A^'-sKaWHo' i?3O'rfdho# J2 CVn {XPortoJßgos vzx*-4l«ondro| „ / Paros Serlphos LJ O Z? Siphnos^) o *** .J O «05> in unermüdlicher Arbeit Wege und Maultierpfade in Fahrstraßen umzuwandeln, wie sie für den Äor- marsch moderner Kolonnen notwendig sei-en. Der Bewegungskrieg, der an dieser Front auf einem schwierigen zerklüfteten und sehr verschiedenem Gelände vor sich gehe, erfordere für jeden Angriff eine ins öeinfte gehende Organisation. Der Kalamas - Fluß führe immer noch Hochwasser, er sei an eini- genStellen über 70 Meter breit und habe eine Geschwindigkeit von sieben Metern in der Sekunde. Kein Hindernis habe jedoch die italienischen Truppen aufzuhalten vermocht. Der Kalamas-Fluß Übertritten. Rom, 7. Nov. (DNB.) Der italienische Wehr- machlbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: Der Kalamas-Fluß ist von unseren Divisionen überschritten worden. Unsere Luftwaffe hat an den Operationen des Heeres durch WG.-Beschießungen und Bombardie- rungsaktionen feindlicher Stellungen längs der Fahrstraße Janina — kalibaki, in der Zone von Florina und beim Presba-See teilgenommen. Unsere Luftverbände haben außerdem die Hafenanlagen von V o l o s und Patras, den Flughafen und den Bahnhof von Larissa, militärische Ziele in IMssolungi, Zakintos und 2Ue- thom sowie den Bahnhof von Florina bombardiert, wo große Brände entstanden. Alle unsere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Ein feindliches Flugzeug ist abgeschossen und ein weiteres wahrscheinlich abgeschossen worden. Samos"\ ❖ JkoHa Jagoro Nördl , , SporadeV^ . Skopelos • T'.j(Kon)n&=}. \Molai I i—. 6. 6ythi.orb*~\* vt> Y £ cL ' PyrgoW * 7 / £ T • L * Kythira*- Thiro’2) Anon KRETISCHES x—X / x»'iboljirali- SamothrakiX// G° 2/ fs 300km _________________Q- iKarpA^ato ’.echana'? "Xi > ’ostuni Lanka^ia,'i9^*’*^ 6 Ak . (j Skyros Chalkis 'z Q x fo/affl i^p| J|*hglkidike' k^oiygyros"1') — ('Kastorio '<-:J(0öBßia — --\Erie^?S—V\T fi'/!!i<^7dopistai^^K2z^ii K‘trosn fykasfetzx0fä Sgrftärino ) W:=/ * ubrarito^ ^omtspßi^i vottd^ l&Üälb* % Mk» p /| ^%Philiafäs 2 MS.MosP^KdapokaCIIy^ 2yX- \ Paramythid | WÄ XOr9° । »Debar 5 \ X>. i 1 *''',2Prileß 1 \ f, Qchndp X f Wr 5>Mo6bstiM Botschafter in Berlin, Neville Henderson, vom Führer einen Plan erhielt, über den sich dann das englische Kabinett zwei Tage lang beraten habe, und zwar schien eine positive Antwort zu erfolgen, wenn nicht — die Polen lamentiert hätten. Brinon glaubt auch hier den Einfluh „einer hohen amerikanischen Persönlichkeit" zu entdecken, und wir nahmen an, daß er nicht nur glaubt, sondern es weiß, woran die Friedenspläne Adolf Hitlers scheiterten, weshalb die Chamberlain und Daladier den Krieg wählten. Weil sie Amerika vertrauten. Die ungeheuerliche Tatsache also besteht, daß Frankreich gegen den eigenen Willen, durch die internationalen, nach Washington gehenden und von dort gelenkten Beziehungen der Freimaurer und Juden gebunden, um der Polen halber uns den Krieg erklärte. Das wäre niemals möglich gewesen, wenn nicht in Frankreich und England die amerikanischen Kriegstreiber Helfershelfer gehabt hätten, die den jüdischen ,Kreuzzug" gegen uns wollten. Nun ist die furchtbare Enttäuschung da, nun sind die Dorfechter dieser Kreuzzuasprediger ins Unglück gestürzt worden. Denn die USA. konnten nicht helfen. Der angesehene amerikanische Journalist Karl von Wiegand schreibt im „New Port Journal", Roosevelt wolle nur den Krieg zwischen England und Deutschland verlängern, während Marcel D 6 a t, früher französischer Minister, an Hand von Zahlen die ungeheure Illusion klarlegt, die man sich von der amerikanischen Waffenhilfe versprochen habe. Auch jetzt noch stände die amerikanische Armee nur auf dem Papier, weder die amerikanische Luftwaffe noch Flotte seien auf der Höhe. Daß aber diese Kriegshetzer heute noch, wie Brinon sägt, einen Druck auf Frankreich aus- üben, daß die französischen Staatsmänner gegen diese Unanständigkeit, um kein schärfer treffendes Wort zu gebrauchen, sich wehren müssen und das Recht Frankreichs, seine Zukunft selbst zu bestimmen, gegenüber Amerika verteidigen müssen, das ist ein Skandal, begangen von der Regierung eines Landes, das sonst immer seine Unverletzlichkeit und die seiner Hemisphäre" heroorhebt, während es Überall in der Welt gegen Deutschland und damit gegen Europas Frieden auf das Schwerste sich vergangen hat. E. S. Französische Ausbürgerungen Paris, 8. Nov. (Europapreß.) Die jetzt erschienene neue Ausbürgerungsliste gibt wieder einmal den Blick auf die Hintergründe der Politik der Kriegshetzer frei.' Man findet auf ihr vor allem den Namen des langjährigen Generalsekretärs des Außenministeriums, Alexis Läger, der hinter den Kulissen meirtst viel mä eß tiger war als der jeweilige, aus dem Parlament gekommene Außenminister, er hat der französischen, im Fahrwasser Englands segelnden Außenpolitik seinen Stempel ausgeprägt. Weiter enchält die Liste den Namen des jüdischen Bankiers Jacques Stern, der fick) im Parlament einen Sitz erobert hatte. Stern gehörte sogar zeit- wellig der Regierung als Unterstaatssekretär, an. Don unheilvollen jüdischen Kriegstreibern findet man weiter den Namen des früheren Besitzers der „Agence Economique et Financiöre" und der „Agence Fournier", Georges B o l l a ck. — Auch der frühere Bürgermeister von Orleans, Claude L 6 vy , ist ausgebürgert worden. Weiter der Jude Andre Meyer, der der Direktion der jüdischen Bank Lazard Freres angehörte, welche an vielen Operationen der Regierung auf dem Gebiet der Währung, bei Vergebung von Regierungsaufträgen in Jndochina usw. viel Geld veMent hatte. Auch der AnwÄt Henry T h o r ö s, der ein Freund der Volksfront war und in vielen Strafprozessen als Verteidiger auftrst, ist ausgebürgert worden; weiter der Flugzeug-Industrielle Paul-Louis Weiler, der sich schon in Schutzhaft befindet; der Journalist Pierre Lazar e ff, einer der früheren Hauptbe- sitzer des „Paris Soir", und das frühere Mitglied der Comädie Fran^aife, die Schauspielerin Dera K o r ä n e. Ruhepause in LtGA. Neuyork, 7. Nov. (Europapreß.) Die Stimmenzählung für die Präsidentschaftswahl ist zwar noch nicht endgültig abgeschlossen, aber es trat nach dem leidenschaftlichen Wahlkampf die ersehnte Ruhe ein, sobald datz Ergebnis im großen und ganzen feststand. Die Presse fordert dazu auf, die innerpolitischen Gegensätze zu vergessen, weist jedoch darauf hin, daß Roosevelts Stimmenmehrheit die geringste seit Wilsons zweiter Wahl sei, und daß ein unterlegener Präsidentschaftskandidat nie eine so hohe Stimmenzahl aufgebracht habe, wie Willkie. Innenminister Ickes reichte dem Präsidenten heute seinen Rücktritt ein. In der Pressekonferenz erklärte er, daß er Roosevelt die Möglichkeit für eine Umbildung des Kabinetts geben wolle. Wie verlautet, werden die Demokraten im Repräsentantenhaus nach den bisher vorliegenden Ergebnissen 223 von insgesamt 435 Sitzen erhalten. Die Republikaner haben bis jetzt 115 Sitze errungen, wobei der in verschiedenen Staaten erzielte Stimmengewinn den Verlust an Stimmen wieder ausgleicht. Im Senat dürften die Republikaner etwa einen bis zwei Sitze gewinnen. Im großen und ganzen kann gesagt werden, daß die Mehrheit der Demokraten in beiden Häusern, also sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus, u n b er ü h r t bleibt. Japan zur Wiederwahl Roosevelts. Tokio, 7. Nov. (Europapreß.) Roosevelts Wiederwahl hat in Japan wenig Ueberraschung hervorgerufen. Man war auf diesen Ausgang vorbereitet und betont, daß die japanische Politik hiervon nicht berührt werde. Die gesamte Presse hebt Japans unerschütterliche Entschlossenheit hervor, die Neuordnung Ostasiens im Bunde mit den Achsenmächten durchzuführen und nordamerikanische Einmischungen in Zukunft ebenso wenig zu dulden wie bisher.' Im Einzelnen schreibt „Asahi", es sei anzunehmen, daß Roosevelt seine Politik der Unterstützung Englands und Chinas noch verstärken werde, wenngleich manche seiner gegen Japan ergriffenen Maßnahmen offensichtliche W a hl- ma n ö v e r gewesen seien, um der japanfeindlichen Stimmung der Wählermassen zu schmeicheln. Washington sollte aus zahlreichen japanischen Erklärungen wissen, daß es kaum eine einzelne Frage gebe, die zwischen USA. und Japan nicht auf diplomatischem Wege lösbar wäre. Trotzdem bestehe kaum Grund zu der Annahme, daß Roosevelts Wiederwahl eine gütliche Lösung der Stteit- fragen nähergerückt habe. In japanischen Wirtschaftskreisen wird betont, der Wahlausgang bestätige die Richttgkeit der von Japan seit Jahr und Tag vorgenommenen Umstellung mit dem Ziele, sich vor einer wirtschaftlichen Abhängigkeit von USA. und England zu befreien. Nur so könne sein Kampf um die zukünftige Selbständigkeit der-Völker Asiens erfolgreich sein. Japanischer Erfolg in Westhnpeh Schanghai, 8. Nov. (Europapreß.) Die Einnahme von Nantsinkwan in dem gebirgigen Gelände im Westen der Provinz Hupeh (Mittel- chlna) nördlich der Stadt I t s ch a n g gelang den japanischen Truppen im Laufe eines zehnstündigen Kampfes. Mit Unterstützung von Artillerie und Sturzoombern verachten die japanischen Truppen die chinesischen Linien zu durchbrechen. Nantsinkwan wird als eine wichtiges chinesisches Versorgungszentrum Westhupehs bezeichnet. Japanische Bombenangriffe auf Tschungking-Truppen haben in Fantschang in Süwestkwantung und in den Bergen Südwantungs, der südlichsten Küstenprovinz, stattgefunden. Versenkungen! 13on innerer Beniner (Schufsteiiung. „Furchtbar!" sagte Churchill in öffenllicher Sitzung des Unterhauses, und in der nachfolgenden gehei- men hat er wohl noch offener über die Wirkungen der deutschen Seekriegführu n g gegen die englische Schiffahrt gesprochen. Dabei wandte Churchill das Mittelchen der Kurpfuscher an, nur Teilgefahren festzustellen. Er sprach ausdrücklich von der Furchtbarkeit der deutschen U - B o o t g e f a h r, die im kommenden Jahr nach einer Ansicht noch zunehmen werde, unterließ es aber, die Auswirkungen unserer anderen Waffen,- unserer U e b e r s e e st r e i t k r ä f t e und unserer Luftwaffe zu kennzeichnen. Diese bewußte Um terlassungssünde hat am nächsten Tage der OKW.- Bericht deutlich gemacht. Er gab eine Ausstellung, wonach unsere U-Boote allein in den Monaten September und Oktober 946 000 BRT., andere Streitkräfte 351400 BRT., zusammen also 1 308 000 BRT. versenkten. Seit Kriegs. beginn haben die feindlichen Handelsflotten, also hauptsächlich die Engländer, insgesamt 7,1 Millionen BRT. verloren, davon durch Ueberwasserstreitkräfte 1 810000, durch U-Boote 3 714 000, durch die Luftwaffe 1 638 200. Dabei sind nicht einmal die Verluste durch schwere Beschädigungen sowie der neutralen, ür England fahrenden Schiffe mitgerechnet. Nun hatte England 1939, als der Krieg ausbrach, eine kleinere Flotte als zu Weltkriegsbeginn. Bis jetzt ist gut ein Drittel dieser englifchen Handelsflotte versenkt worden! Oder, um einen an» deren Vergleich zu wählen: eine Flotte, so groß wie die Handelsflotten von Frankreich, Schweden, ©rie- chenland und Dänemark zusammen ist seit Kriegs- beginn versenkt worden, oder wie die Japans und Frankreichs oder die Deutschlands und Italiens. Für die Rohstoff- und Lebensmittelversorgung Englands ist dieser gewalttge Verlust im Kriege un wider, bringlich, da die englischen Werften, die übrigens unter deutschem Bombardement liegen, nicht in der Lage sind, diesen Verlust zu ersetzen. Sie sind, wie kürzlich ein schottischer Schiffsbauer im Londoner Rundfunk erzählte, „voll von beschädigten Schiffen"! Waren im Gewichte von mindestens 8,5 Millionen Gewichtstonnen, jede Tonne zu tausend Kilo, fin^ mit diesen Schiffen vernichtet worden. Man macht sich von dieser versenkten Menge einen Begriff, wenn man annimmt, daß es sich hier nur um Butter handele. Die Menge Butter hätte genügt, um vierundvierzig Jahre lang jedem Berliner, er sei Mann, Frau oder Kind, täglich ein Viertelpfund Butter zu verabfolgen! Kein Wunder, wenn jetzt sogar englische Amtsstellen auf die Lebensrnittel- oerknappung Hinweisen. Hier haben wir eben einen der vielen Punkte getroffen, wo England höchst empfindlich ist. E. S. auch weiterhin dazu berufen, den Sowjetstaat zu schützen. An der Parade nahmen Verbände aller Truppen- gattungen in guter Haltung und Ausrüstung teil. Zum ersten Mal beobachtete man die neuen prächtigen Uniformen der sowjetischen Generale sowie die gleichfalls neu eingeführten Fellmützen bei den Truppen (an Stelle der bisher üblichen Tuchhelme). Den Vorbeimarsch begannen Abteilungen der Moskauer Krieasschulen und Akademien sowie Truppen des Grenzschutzes, des inneren Schutzes und der Kriegsmarine. Es folgten Infanterie in feldmarschmäßiger Ausrüstung, Kavallerie und motorisierte Infanterie auf Krafträdern und Panzerautos. Der Nachdruck bei der diesjährigen Parade war auf die schweren und schwersten motorisierten Waffen gelegt. Man sah Scheinwerfer, Flakgeschütze aller Kaliber, darunter eine neues leichtes 2-cm- Flakgeschütz, Pak-Geschütze, Minenwerfer, leichte, schwere und schwerste Feldartillerie. Zum ersten Male bemerkte man ferner schwerste Langrohrge- schütze und Mörser von modernster Bauart. Es folgten etwa 2 5 0 Tanks aller Gruppen, darunter 10 schwerster Bauart. Zum Schluß überflogen einige hundert Bomben- und Jagdflugzeuge verschiedener Typen den Platz. An die Militärparade schloß sich die übliche Massenkundgebung an, in deren Verlauf mehrere hunderttausend Menschen mit Fahnen, Transparenten und Porträts der sowjetischen Staatsmänner über den Roten Platz zogen, während Stalin und seine Umgebung auf den Stufen des Lenin-Mausoleums vor dem Kreml ihre Huldigungen entgegennahmen. 'Der japanische Außenminister beim Empfang desSowjetbntschaff rS. Tokio, 7. Nov. (DNB.) Der Sowjetbotschcrfter in Tokio, S m e t a n i n, veranstaltete anläßlich des russischen Nationalfeiertages einen Empfang, dem neben dem Diplomatischen Korps zum erstenmal wieder Außenminister M a t s u o k a , Kriegsminister T o j o, Marineminister Ottawa, Landwirtschaftsminister I s h i g u o, Eisenbahnminister Ogana und andere japanische Diplomaten beiwohnten. „Tokio Nitschi Nitschi" stellt fest, daß der Empfang in der Sowjetbotschast im Hinblick auf die sapanisch-rulsst- schen Beziehungen darum große Bedeutung hat. Englands Staub baltischer Schiffe. Stockholm, 7. Nov. (Europapreß.) Die Requirierung „Don insgesamt 24 ehemals lettischer, estnischer und litauischer Dampfer in englischen Häfen ist, wie bereits der parlamentarische Unterstaatssekretär im Londoner Auswärtigen Amt, Butler, im Unterhaus mitteilte, Gegenstand eines englisch-russischen „Gedankenaustausches" geworden. Butler erklärte, die ganze Frage sei von komplizierter technischer Natur, England hoffe, mit Rußland zu einer Regelung zu kommen. Er deutete an, daß auch andere Fragen (u. a. die Auslieferung der baltischen Guthaben bei der Bank von England an die Russische Staatsbank) Gegenstand der Diskussion seien, und mußte abschließend einräumen, daß die englisch-russischen Handelsvertragsverhandlungen nach wie vor e r g e b n i s • l o s geblieben seien. # Churchills Echo in Irland. Stockholm, 7. Nov. „Mit „Eiseskälte hat man in Irland die Anspielungen Churchills, irländische Häfen für den Krieg gegen deutsche U* Boote zu benutzen aufgenommen", schreibt der Korrespondent des „Aftonbladet" am Donnerstag aus London. Das schwedische Blatt gibt einen Leitartikel aus der in Dublin erscheinenden „Irish Times" wieder, in dem es heißt: „Churchill steht vor einem unvermeidlichen Dilemma, denn der Irische Freistaat wird an seiner Neutralität f e st h a l t e n. Wir bedauern die lockeren Worte über Irland, die gelegentlich den englischen Par- lamentsreden entschlüpft sind. Das irische Volk billigt die Neutralitätspolitik, die die irische Regie- Erfolgreiche Luftangriffe auf mehrere Geleiizüge. Berlin, 7. Nov. (DNB.) Am heutigen Tage erzielte die Luftwaffe wiederum nachhaltige Erfolge gegen Großbritannien. An mehreren Stellen des Seegebietes vor der englischen Insel wurden G e - leitzüge erfolgreich angegriffen. 3 m Seegebiet vor der Grafschaft Norfolk wurde ein Handelsdampfer versenkt und ein anderer in Brand geworfen. Südlich davon wurde ein Handelsschiff von 6000 BRT.' von zwei Bomben eines Kampfflugzeuges getroffen und so beschädigt, daß es in große Dampfwolken gehüllt hinter dem Geleitzug Zurückbleiben mußte, im Seegebiet von Harwich griff ein anderes Kampfflugzeug einen Frachter von 5000 BRT. an. Das Schiff erhielt Schlagseite und blieb gestoppt liegen. Ein Verband von Sturzkampfflugzeugen griff einen Geleitzug, der unter dem Schuhe der Deckung bietenden Wetterlage in den Londoner Hafen einzulaufen versuchte, besonders erfolgreich an. Vergeblich bemühten sich zahlreiche Bewachungsfahrzeuge, die deutschen Angreifer durch ihr Abwehrfeuer am Bombenwurf zu hindern. Lin Kreuzer wurde getroffen und schwer beschädigt. Starke Explosionserscheinungen waren das weithin sichtbare Zeichen der nachhaltigen Bombenwirkung. Lin Handelsschiff von etwa 10000 BRT. erhielt von den Sturzkampfflugzeugen einen Volltreffer auf das Vorschiff und blieb mit Schlagseite liegen. Lin Frachtdampfer von etwa 5000 BRT. wurde gleichfalls durch einen Volltreffer zum Stoppen gebracht und in Brand gesetzt. Lin drittes Handelsschiff von gleichfalls etwa 5000 BRT. fank unmittelbar nach einem Volltreffer unter starken Explosionserscheinungen. Die deutschen Flugzeuge kehrten ohne eigene Verluste zu ihren Linsahhöfen zurück. Der Wevrmachlbericht vom Donnerstag. Berlin, 7. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Kampffliegerverbände fehlen die V e r g e l - lungsangriffe auf London bei Tage und besonders bei Nacht mit starken Kräften fort und Weite Teile der unter deutschen Stockholm, 8. Nov. (Europapreß.) Die deutschen Luftangriffe gegen London haben im Laufe .des Donnerstags einen überaus umfassenden Charakter angenommen. Abgesehen von zahlreichen großen Operationen bestätigt London die ständigen Einttüge kleinerer Formattonen in den englischen Luftraum und erneute Angriffe aus London. Eine Stadt im Süden erlebte eine Anzahl Angriffe deutscher Maschinen. Südvststädte wurden heftig bombardiert. Die mittelenglischen Grafschaften und Mersey-Städte waren wiederum besonders heftigen Angriffen ausgesetzt. Neben London, den Midlands, Südostengland, Westschottland, Südwales und East- Anglia war in der Nacht zum Donnerstag auch die Grafschaft Yorkshire deutschen Luftangriffen ausgesetzt. Eine Stadt an der Ostküste wurde von deutschen Bombern im Tie ff lug angegriffen. Englische Berichte sprechen davon, daß die Maschinen bis zu hundert Meter niedergingen, um ihre Bombenlast abzuwerfen. Das englische Königspaar fetzte am Donnerstag die Desichttgungsreise durch die Mersey- Städte fort; es weilte u. a. in Liverpool, wo — wie der britische Nachrichtendienst mitteilte — es vier Stunden lang die zerstörten Stadtteile durchfuhr. In diesen vier Stunden wurde die Stadt dreimal von deutschen Maschinen angegriffen, so daß die Besichtigung dreimal wegen Lustalarms unterbrochen werden mußte. Bei der Mitteilung über diese Besichtigungsreise entwich dem englischen Nachrichtendienst das Eingeständnis, daß die deutschen Bomben entgegen den bisherigen Behauptungen Eisenbahn st recken 3er ft ort haben. Es wurde nämlich erklärt, daß das Königspaar der Ausbesserung von Signalposten unb Schienensträngen zugesehen habe. 6800 der militärischen Hilsso-rganisattonen und 3000 Mann der regulären Streng neutral. Moskau, 7. Nov. (DNB.) Am Mittwochabend fand im Moskauer großen Theater anläßlich des 23. Jahrestages der bolschewistischen Revolution wie alljährlich ein Staatsakt statt in Anwesenheit Stalins, der Sowjetregierung und der Marschälle der Sowjetunion. Der Vorsitzende des Präsidiums des Obersten Sowjet der UdSSR., Kalinin, behandelte die wirtschaftlichen Leistungen der Sowjetunion während des letzten Jahres. Er hob hervor, daß die gesamte Produktion der Sowjettndustrie (ohne die neuerworbenen Gebiete) während dieses Jahres um 11 v. H. die Erzeugung des Vorjahres übersteige, was 13 Milliarden Rubel ausmache. Insbesondere sei auf dem 'Gebiete der Metallgewinnung, der Kohlenförderung usw. ein erheblicher Zuwachs zu verzeichnen. Die Ernte sei im lausenden Jahre gut ausgefallen. Man rechne mit einem Bruttoertrag der Getreideernte von 7 Milliarden Pud (1 Pud gleich 16 Kilogramm). Nachdem Kalinin die Leistungen der Sowjetarmee im finnischen Konflikt gewürdigt hatte, kam er auf die Angliederung der neuen Sowjetrepubliken zu sprechen (wobei u. a. erstmalig erwähnt wurde, daß die Armeen der baltischen Republiken in die Rote Armee ein- gegliedert sind), sowie auf den Anschluß aber Kalinin über die Stellung Rußlands zum Kriege. belegten auch sonstige kriegswichttge Ziele erfolgreich mit Bombern 3n den Dockanlagen und Lagerhäusern von Southampton und an anderen Stellen Süd-Englands brachen Brände aus. Erfolgreiche Rachlangriffe richteten sich ferner auf Eoventry, Birmingham und Liverpool. Hallen und Unterkünfte der Flugplätze von Great Driffield, Leeming und Rum wurden in Brand gefetzt, Flakbatterien durch rNaschlnenge- wehrfeuer zum Schweigen gebracht. Au der Kanalküste schossen Jagdflieger wiederum 9 britische Jäger ab. Fernkampfbatterien des Heeres bekämpften den Hafen von Dover sowie einige feindliche Schiffe südostwärts davon. Eines dieser Schiffe wurde so schwer getroffen, daß es feine Fahrt nicht fortsehen konnte. 3m Atlantik, 500 km westlich von 3rland, griffen deutsche Kampfflugzeuge einen Geleit- zug an und trafen drei Frachter von je 6 0 0 0 BRT. so schwer, daß mit ihrem Verlust gerechnet werden muh. Südlich der Orkneys wurde ein handelsschisf von 8000 BRT. mittschiffs getroffen und versenkt, ein zweites schwer beschädigt. Ein weiterer Frachter wurde an der britischen O st k ü st e mit Bomben belegt. Bei den Angriffen auf den Hasen Kinl-och-Eastle an der Westküste Schottlands erhielt ein großes Handelsschiff zwei schwere Treffer, Lagerhäuser wurden in Brand gesetzt. Auch gestern wurden britische Häfen vermint. Nächtliche Bombenwürfe des Feindes trafen im Reichsgebiet in der Mehrzahl freies Gelände und verursachten nur Flurschäden. Nur in zwei Fällen griffen feindliche Flugzeuge 3udustrieanlagen an. Sie beschädigten dabei unerheblich ein Kesselhaus und eine Laderampe. Bei weiteren Angriffen auf Wohnviertel sind mehrere Tote und Verletzte zu beklagen. 3n Westdeutschland erfolgte ein Angriff auf ein mit dem Roten Kreuz kenntlich gemachtes Krankenhaus. Die Verluste des Gegners betrugen gestern insgesamt 9 Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt. britischen Insel Lustangriffen. Armee sollen sofort nach London entsandt werden, um die zur Zeit etwa 12 000 Mann starken Räumungskommandos zu verstärken und zu unterstützen. .Außerdem sollen BauspezialiÜen eingeifert werden. Die Regierung gab bekannt, daß sie keinerlei G l a s b e st ä n d e zur Ausbesserung zerschlagener Fensterscheiben zur Verfügung stellen kann. Wohnungen, denen Fensterscheiben zerstört wurden, sollen durch Holz und Pappe vor ungünstigen Witterungseinflüssen geschützt werden. Die inner politischen Spannungen haben in der letzten Zeit beträchtlich zugenommen. Die gereizte Dienstagssitzung des Unterhauses ist, wie der Londoner Korrespondent von „Göteborgs Handels- und Schiffahrtszeitung" mitteilt, nicht das einzige Anzeichen einer inneren Unzufriedenheit. Der schwedische Beobachter will vielmehr festgestellt haben, daß sich immer weitere Kreise der englischen Oeffentlichkeit gegen die Vertreter des Hochkonser- vattvismus wenden. Im Zusammenhang mit der Rückkehr des englischen Botschafters in Washington, Lord Lothian, nach London sollen die wildesten Gerüchte aufgetaucht sein, über die sich das Blatt jedoch nicht aussprechen kann. Es heißt lediglich: „Ein gewaltiges Unwetter wird sich in der nächsten Zeit entladen, wenn es Lord Lothian und Lord Halifax nicht gelingt, das Volk davon zu überzeugen, daß die Regierung es ernst meint. Das englische Volk hat seine Opfer gebracht und ist zu neuen Opfern bereit. Es will den Krieg bis ■gum Siege führen und duldet nicht mehr das dumme Zeug der Tories. Vielleicht verstehen diese den Wink, aber vielleicht versuchen auch einige in ihrer Klassenblindheit, sich wieder einzubilden, daß der Krieg ohne große Umstürze gewonnen werden kann." nicht gleichgültig. Bessarabiens, der ein historisches Unrecht wieder gutgemacht habe. Die Sowjetunion, die am gegenwärtigen Kriege nicht beteiligt sei, beobachte ftrenge Neutralität. Freilich könne kein Land ganz von den Kriegsereignissen unberührt bleiben, was z. B. für das Gebiet des Seehandels gelte.- Daß die Sowjetunion vom Krieg verschont geblieben sei, sei bedingt durch ihre Erfolge ihrer Führung, die in wirtschaftlicher, militärischer und außenpolitischer Hinsicht in den Händen Stalins ruhe. Die internationale Lage gebe der Sowjetunion nicht das Recht, die Rolle eines gleichgültigen Beobachters zu spielen. Es sei vielmehr die Pflicht jedes .Sowjetbürgers, zur Stärkung der wirtschaftlichen und militärischen Macht der Sowjetunion beizutragen. Auf dem Roten Platz in Moskau fand die große Truppenparade statt in Anwesenheit Stalins und Molotows, Kriegskommiffar Timojchenko eröffnete die Parade mit einer kurzen Ansprache. In Verfolg ihrer Interessen und der Sicherheit ihrer Grenzen habe die Sowjetunion im letzten Jahre ihre Grenzen an den Finnischen Meerbusen, an die Ostsee und an die Donau vorgeschoben. Die Rote Armee sei Die Ausstellung „Deutsche Größe" in München liege und «L der den der den Stu- in Angriff genommenen Straßenbauten in Slowakei. zeigt durch eine Karte und Bilder die Geburtsorte der deutschen Geistesgrößen. Dem „Bismarck- reich und seinen Bundesstaaten" reiht sich der Raum der deutschen Kolonien an, in dem die großen deutschen Kolonialpioniere im Bild erscheinen. Den geschichtebildenden deutschen Männern ist ebenfalls ein eigener Roum gewidmet. Ueberaus imposant wirkt ein Panorama des Weltkrieges, über dem die große Soldatentradition steht. Die mit dem November 1918 einsetzende Zeit deutscher Schwäche fehlt selbstverständlich in den Darstellungen dieser Schau, die allein den Zweck hat, Deutschlands Stärke und Größe zu zeigen. Die Zeit deutscher Schmach ersetzt eine Reihe von Räumen, die unter dem Geleitwort „Los von Versailles" stehen. Dann aber öffnet sich, umweht von einem roten Flaggenmeer, der Blick dem deutschen Aufstieg seit 1933, uni), der letzte Raum mit der Büste des Führers im Mittelpunkt, gibt auf Tafeln noch einmal einen Ueberblick und zeigt den Führer als Staatsmann, Gesetzgeber, Baumeister und Feldherrn. Kartenskizzen, Bilder, Dokumente, Waffen, Büsten, Arbeiten erster Künstler und Spitzenleistungen der Darstellungs- und Nachbildungskunst — so sind beispielsweise die Dokumente nicht etwa phototechnisch reproduziert, sondern auf echtem Pergament nachgeschrieben worden — geben den verschiedenen Epochen deutscher Geschichte einen lebendigen und nachhaltigen Eindruck. So ist diese in ^jähriger Arbeit mitten im Kriege unter Verwendung einfachsten Materials geschaffene und pünktlich fertiggestellte Ausstellung würdig der Größe des Reiches. Anläßlich eines Vortrages über Schweden, Sven He bin in München hielt, überreichte Dor vier Jahren übernahm Dr. G u st a v A d o l s Scheel die Leitung der Reichsstudentenführung. Führungsmäßig vereinte er damit die Deutsche Studentenschaft, der alle deutschblütigen Studenten angehörten, und den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund, der eine Gliederung der Partei ist und die Aufgaben der Partei im Studenten- und Hochschulleben durchführt. Der Nationalsozialistische Alt Herrenbund der deutschen Studenten setzte an die Stelle vieler Korporationsfahnen die Fahne des Nationalsozialismus. Der Nationalsozialistische Altherrenbund, der eine Brücke zur Tradition der alten waffenstudentischen Verbände bildet, stellt in den einzelnen Altherrenschaften den Kameradschaften des NSD.-Studentenbundes seine Hilfe mit Rat und Tat zur Verfügung. Der Grundsatz der st u d e n t i - schen Selbsterziehung und Selbstführung ist aber geblieben. In den Kameradschaften wird diese politische Erziehungsarbeit geleistet. Die Kameradschaften sind an die Stelle der früheren Korporationen getreten und haben an Stelle des unpolitischen Erziehung'sideales ein nationalsozialistisches Erziehungsideal gesetzt. Der nationalsozialistische Student, der immer da seinen Platz sucht, wo er besonders notwendig mit seinem Einsatz gebraucht wird,'wird später im Leben nicht nur auf seinen Beruf vorbereitet sein, er wird auch als politischer Mensch im Lebensbereich des Volkes seinen Mann stehen. Don besonderer Bedeutung bei dieser Arbeit aber ist es, daß sie sich nicht nur aus die erstrecken will, die sozusagen automatisch nach Absolvierung der höheren Schule und nach Ablegung der Reifeprüfung an die Hochschule kommen. Im deutschen Volke schlummern viel mehr Talente und Kräfte, die durch die Ausbildung der höheren Schule allein und durch die Reifeprüfung nicht erfaßt werden. Für diese begabten hingen Menschen ist das Langemarck- Studium der Reichsstudentenführung geschaffen worden. Durch die Gründung des Langemarck- Studiums ist der sozialistische Wille des deutschen Studententums erneut unterstrichen worden. Er lebt auch in der Arbeit des Reichs st uben- t e n w e r k e s , das durch den Berufsberatungsdienst, durch den Gesundheitsdienst, durch die Reichsförderung und durch die Hochschulförderung dem einzelnen Studenten das Fortkommen ohne Rücksicht auf Herkunft, Stand und Finanzkraft ermöglicht. Die Fachschafts- und Wissenschaftsarbeit zeigt besonders den politisch-weltanschaulichen Willen. Die Reichsstudentenführung hat der studentischen Wissenschaftsarbeit dadurch eine neue Präsident der Deutschen Akademie, Ministerpräsident Siebert, dem berühmten Forscher und bewähr» idee zur europäischen Kontinentalidee." Der Kriegsleistungskampf stellte den Studenten Themen und Fragen zur Bearbeitung, die "heute im geistigen Kampf gegen unsere Feinde gelöst und beantwortet werden n-üssen. Die Kriegsschriftenreihe der Reichsstudentenführung legt Zeugnis dafür ab, wie gründlich die hier geleistete Arbeit der Studenten ist. Auch an verschiedenen großen Werken, die vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda herausgegeben worden sind, hat das Studententum im Rahmen des Kriegsleistungskampfes mitgearbeitet. Hier kann besonders das Dokumentenwerk über „Die englische Humanität" erwähnt werden. Die Ausbildung guter Fachkräfte ist gerade im Krieg mehr denn je notwendig, damit keine Lücke im Äusbildungswesen entsteht. Aus diesen Ueberlegungen heraus verdreifachte das Lange- marckstudium der Reichsstudentenführung im Kriege die Zahl seiner Lehrgänge und gab damit wertvollem Nachwuchs Gelegenheit zu guter und schneller Ausbildung. Durch' die st u d e n t i s ch e Dienst- pflicht wurden alle deutschen Studenten heben ihrem Studium, das sie gewissenhaft betreiben mußten, für Kriegsaufgaben bereitgeftellt und von Fall zu Fall bei besonderen Kriegsarbeiten eingesetzt. Dr. Scheel wies darauf hin, daß nach dem Krieg für das deutsche Volk eine große Aufbauzeit komme. Hier wolle das deutsche Studententum mit aller Kraft mitwirken. Deshalb sei ein großer Ausbau aller studentischen Arbeitsgebiete geplant. Bei dem Aufbau neuer deutscher Universitäten arbeite das deutsche Studententum intensiv sprach ’Me. t'Un. eHunq nnbere Ürie'ji durch durch Mfle-.j Verluste - ^alen, 9 aus« bsffinn. Blchei, ■ I ien an..' wir ।, fyUhft Mei. tun. staat zu • Gruppen, ing teil), n prcich. । ie sowie ü bei den chhelme). er Mos- Truxpen und der dmarsch- torifierte ] tos. Der ' auf die n Was- kgeschühe es 2-cm- , leichte, n ersten igrohrge- Es folg« darunter! ;en einige gzeuge । Militär- ndgebung mb Men- rtrats der ten Platz bung au i m Kreml rung verfolgt, und wird diese Politik weiterhin unterstützen. Wir möchten annehmen, daß alles Gerede über Versorgung von U-Booten an der irischen Küste jei>er Grundlage entbehrt." tenau»' di- «tut, « 'S 55- Die W itifä'?' ipi”.' Oestliche Schiffahrtsstraßen. Dieser Tage wurde gemeldet, daß die ersten Tankschiffe vom Schwarzen Meer über den sich weit nach Osten schlingenden Dnjepr und dann den Pripet nach Brest-Litowsk abgefahren sind, um hier chre Erdölfracht auf deutsche Eisen» bahnwaggons umzuladen. In dem kürzlich abgeschlossenen russisch-ungarischen Handels» vertrag hat Rußland außerdem zusätzliche Schiffe in Budapest bestellt, die (wie die größeren Dampfer auf dem Unterlauf der Donau) sowohl auf dem reichlich stürmischen Schwarzen Meer, wie auf den großen russischen Strömen fahren können. Schon früher, kurz nach dem sowjetrussischen Einmarsch, ließ die Moskauer Regierung verkünden, daß sie das auch zur Zarenzeit an sich bestehende, aber unter polnischer Herrschaft verlotterte K a n a l n e tz des Pripet unter Einsatz starken Arbeitskommandos und materieller Hilfsmittel rasch au^bauen werde. Dieser Ausbau ist ihr, wenigstens provisorisch, auch gelungen, und wir begrüßen vorbehaltlos die Vollendung dieses Werkes, das, wie das Beispiel der Erdöltransporte zeigt, den Warenaustausch Deutschlands mit Südrußland, Krim und Transkaukasien wesentlich erleichtern und verstärken kann. Sinngemäß schließt sich an dieses russische Kanalnetz die Umwandlung oer Weichsel und des Bugs zu einer Großschiffahrtsstrahe im deutschen Herrschaftsraum. Wenn vorläufig die russischen Waren „per Achse" übernommen und weitertransportiert werden, so ist das nur ein Behelfsmittel. Brest-Litowsk liegt am Bug, dem wichtigen rechten Nebenfluß der Weichsel, in die er nach der Bereinigung mit dem Narew bei Modlin mündet. Wenn aber die Russen das Dnjepr-Kanalnetz schon in den früheren Jahren modernisieren konnten, so haben die Polen die Weichsel Überhaupt nicht gepflegt. Auf ihr können mit knapper Not Flöße bewegt werden und vielleicht auch auf kurze Strecken flach- gehende Dampfer zum Einsatz kommen. Aber alles, was in dem zaristischen Kongreß-Polen und noch viel mehr in den deutschen Ostprovinzen vor dem Weltkrieg für die Weichseiregulierung getan worden war, ging unter polnischer Verwaltung vor dis Hunde. Die Polen erklärten zwar im Jahre 1919, daß das, was die Russen und die Deutschen für die Weichsel getan haben, nur erbärmliches Stückwerk ist, „ausgezeichnet geschulte" polnische und franzö- fische Wasserbautechniker würden die Weichsel zu einem östlichen Rhein machen. Aber bei diesen Worten blieb es auch, und einige Seeschlepver und Kähne, die die Polen gekauft hatten, wurden nach — Hamburg verkauft. Die Weichsel ist technisch nicht leicht in Ordnung zu bringen, weil Uferbefestigungen fehlen und der träge dahinfließende Strom zu großen Versandungen neigt. Der Schiffahrtsverkehr auf der Weichsel war bis jetzt -kleiner als auf der Weser und machte nur ein knappes Zwölftel des Flußverkehrs auf der Elbe bei Wittenberg oder auf dem Rhein bei Köln aus! Trotzdem wird von deutscher Seite die Weichsel so ausgebaut werden, daß die Verbindung der Ostsee zum Schwarzen Meer — ein Jahrhunderte alter Traum — bald volle Wirklichkeit wird. ' Dr. Ho. 125 Jahre Wiener Technische Hochschule. Wien, 7. Nov. (DNB.) Die Wiener Technische Hochschule, die älteste dieser Art in ganz Europa, beging die Feier ihres 125jährigen Bestehens. Die Reichsminister Dr. R u st, Dr.-Jng. Todt und Dr. Dorpmüller waren gekommen, um die herzliche Anteilnahme des Reiches zu bekunden. Allgemein habe sich heute, so führte Reichsminister Rust aus, die Erkenntnis durchgesetzt, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht nur ein Freund der freien Forschung sei, sondern daß sie sich aus ihrem eigenen Wesensauftrag heraus aufs tiefste verbunden fühle mit jenen hohen Geistern der Ver- Iaangenheit, denen die deutsche und europäische Wissenschaft ihre Entstehung verdanke. So wie in der kommenden Wissenschaft ein lebendiger Geist sich aktiv entfalten und gestalten werde, so werde auch die Reichsuniversität der Zukunft als eine Form unserer neuen Lebenswirklichkeit zum höchsten Ausdruck der Idee des Deutschen Reiches werden. Reichsminister Dr.-Jng. Todt als Leiter des Hauptamtes Technik der NSDAP, übermittelte die Glückwünsche der NSDAP, und der deutschen Ingenieure: Erziehung nicht nur zu, fachlichen hervorragenden Ingenieuren, sondern'vor allem zu hervorragenden nationalsozialistischen Ingenieuren. Das größere Deutschland braucht auch größere Menschen! Der Minister schloß: „Erziehen Sie in den nächsten Jahrzehnten für dieses größere Deutschland den genialen großzügigen Ingenieur, der zusammen mit allen anderen Arbeitern am großdeutschen Werke die vom Führer gestellten gewaltigen Aufgaben so erfüllen wird, wie ein fanatischer Glaube an Adolf Hitler und unser großes deutsches Land sie fordern." Abwanderung in das Altreich, vor allem in die Gebiete ,mit starkem Industrie ausbau, eine Rolle gespielt. Ein bedeutendes Abwanderungsgebiet war auch der preußische Osten und die Bayerische Ostmark. Für Gumbinnen, Allen- ftein, Köslin und Grenzmark sowie Schlesien ergibt sich zuisaimmen ein Wanderungsverlust von einer Viertelmillion Menschen, das sind drei Fünftel des verhältnismäßig hohen Geburtenüberschusses. Die Bayerische Ostmark hat mit rund 46100 Menschen zahlenmäßig nahezu die Hälfte ihres Geburten- Überschusses an die anderen Reichsteile verloren. Wissenschaftlicher Senat für das Heereösani^ätswesen. Dor kurzem trat der Wissenschaftliche Senat für das Heeressanitätswesen unter dem Vorsitz des Heeressanitätsinspekteurs, Generaloberstabsarzt Professor Dr. Waldmann, in Berlin zusammen. Die Verhandlungen hatten eine der gefährlichsten Kriegsiseuchen, den Gasbrand, zum Gegenstand. In einleitenden Referaten sprachen u. a. Zeißler (Hamburg), Orator (Duisburg), Domagk (Elberfeld), Schreus (Düsseldorf), Schloßberger (Berlin), Guleke (Jeno), Gehrbrandt (Berlin), Gutzeit (Breslau) über die Behandlung des Gasbrandes mittels chirurgischer Wundbehandlung, mit Gasbrandserum und mit chemischen Mitteln. Hieran schloß sich eine Aussprache, in der besonders die Erfahrungen an der Front zur Sprache kamen. In feinem Schlußwort betonte der Heeressanitätsinspekteur, daß die Erfahrungen über die Behandlung des Gasbrandes, der bisher glücklicherweise nur in wenigen Fällen aufgetreten ist, durch neue wertvolle Ergebnisse bereichert worden'seien. Dienstverpflichtung entlassener oder beurlaubter Soldaten. Der Reichsarbeitsminister hat die Arbeitsämter angewiesen, von der Dienstverpflichtung aus dem Wehrdienst entlassener Kriegsteilnehmer in Zukunft grundsätzlich Abstand zu nehmen, um ihren Rechtsanspruch auf Rückkehr in ihre alte Arbeitsstelle nicht zu beeinträchtigen. Ausnahmen find nur aus unbedingt zwingenden Gründen der Reichsverteidigung zulässig. Bei Kriegsteilnehmern, die aus dem Wehrdienst zum Zwecke der Arbeitsaufnahme in der Wirtschaft zeitweilig beurlaubt werden, werden die Arbeitsämter mit einer Arbeitsaufnahme im alten Betrieb einverstanden sein, wenn die Erfordernisse dies gestatten. Wenn aber z. B. der alte Betrieb ausreichend mit Arbeitskräften versorgt ist oder seine Ausgaben nicht vordringlich sind, so wird das Arbeitsamt den Urlauber für einen anderen Betrieb Verpflichten, wo verheiratete Urlauber bei ihrer Familie bleiben können. Eine aufschlußreiche deutsche Wanderungsbilanz. In den 90 Jahren von 1843 bis zur Machtübernahme durch den Nationalsozialismus 1933 hat das Reich mangels ausreichenden Lebensraumes erhebliche Telle seiner anwachsenden Dolkskraft hergeben müssen. Es entstand ein Wanderungsverlust von rund 4,9 Millionen Menschen. 1933 hat diese Entwicklung auf gehört. Deutschlands Wanderungsbllonz 1933 bis 1939 schließt mit einem Wanderungsgewinn von rund 93 QOO Personen ab. In dieser Zahl nicht enthalten sind die gewaltige Anzahl von Volksdeutschen, die erst nach der Volkszählung 1939 zur Besiedlung des neuerworbenen deutschen Lebens- raumes aus dem Baltikum, Ostpolen usw. zurück- geführt wurden. Ferner muß berücksichtigt werden, daß etwa 400 000 Juden das Reichsgebiet verlassen haben. Hinzu kommt eine beträchtliche Zahl tschechischer Dolkszugehöriger, die aus dem Sudetenland in das Protektorat zurück gekehrt sind. Mittel- und Nordwestdeutschland hat einen Wanderungsgewinn von rund 900000 obet 3,9 v. H. der Bevölkerung in 1933 erzielt. In dem Regierungsbeizirk Potsdam mit der Reichshauptstadt sind über 300 000 Menschen mehr zugezvgen als fortgezogen. Durch starken Wanderungsgewinn heben sich weiter Mecklenburg (6,7 v. H. der Bevölkerung von 1933), Schleswig-Holstein (6,8 v. H.), Oldenburg (8,5 v. H.), Bremen (8,7 v. H.), Lüneburg (7,4 v. H.), Braunschweig (11 v. H.) und Anhalt (13,6 v. H.) hervor. Weiter ergeben sich größere Wanderungsgewinne vor allem für den Regierungsbezirk Königsberg (36 700 Personen), für Oberbayern (124 800 Personen) und Württemberg (75 000 Personen). Unter den Gebieten mit W a n- derungsverlust heben sich vor allem der Reichsgau Sudetenland (— 8,3 v. H.) und die ost- märkischen Gaue Wien (— 4,2), Niederdonau (— 2,8) und Steiermark (— 1,8 v. H.) hervor. Dieser Raum hat rund 419 000 Menschen durch Wanderung verloren. Neben der Rückwanderung von tschechischen Volkszugehörigen und der Auswanderung von etwa 93 000 Juden hat hier wahrscheinlich die München, 8. Nov. (DNB Funkspruch.) Im Bibliocheksgebäude des Deutschen Museums wird heute nachmittag mit einer Rede des Reichsleiters Rosenberg die parteiamtliche Reichsausstellung „Deutsche Größe" eröffnet werden. Die Ausstellung soll zeigen, zu welchen Leistungen das deutsche Volk fähig ift In ihrem Darstellungsbereich von Armin dem Cherusker bis in die Zeit des jetzigen, dem Großdeutschen Reich aufgezwungenen Kriege reichend, ist die Schau streng chronologisch geordnet. Jede Zeit hat ihren besonderen Raum und jeder Raum ist architektonisch im Stil seiner Zeit gehal- ten.Jm Vorraum zeigen neun Adler die Wandlung des deutschen Wappentieres. Im ersten Raum gewähre» eindrucksvolle Karten einen Ueberblick über die räumliche Entwicklung der deutschen Geschichte. Dem Zeitalter Armins und Theodenchs folgen in den Ausstellungsräumen die Zeit Karls des Großen- die Zeit der Sachsen, Salier und Staufen. In einem naturgetreu nachgebildeten Burg-Trifels- Gewölbe sind die Reichskleinodien aufbewahrt. Der Raum „Der deutsche Osten" läßt die Zeit der Hanse und des Deutschen Ritterordens lebendig werden. Im Kaisersaal zu Nürnberg erlebt man bann den Uebergang zu Deutschlanbs schwerster Zeit, bem 30jährigen Krieg, bes- sen Schrecken ber nächste Raum aufzeigt. Zwei weitere Säle sinb ben Problemen „Preußen u n b Reich" unb „Oesterreich und das Reich" gewidmet. Im Raum „Der Befreiungskrieg" schreitet man durch den massigen Säulengang der Schinkelschen Wache. Ein Raum mit Die mannschaftsmäßige Durchformung des gefaulten deutschen Studententums werde bei der zukünftigen Arbeit mehr- denn je im Vordergrund stehen, damit das deutsche Studententum jederzeit chlagkräftig und arbeitsfähig fei .Hetzt aber", so führte Dr. Scheel zum Schlüsse aus, „stehen wir im Krieg. Der deutsche Student ist zuerst Soldat. Das deutsche Studententum hat in diesem Krieg bis jetzt seine Pflicht getan. In Heer, Marine und Luftwaffe stand es seinen Mann. Die Langemarck-Kämpfer von 1914 fanden die Er- Üllung chres Kampfes durch den Sieg der Kämper von 1940, in deren Reihen auch wieder Studenten ihre Pflicht taten. Leuchtend stehen hier voran die Namen der beiden Ritterkreuzträger, die au? den Reihen des deutschen Studententums hervorgegangen sind und die beide in ber Kamerabschafts- erziehüng bes Nationalsozialistischen Deutschen Stu- bentenbunbes als Führer geftanben haben. Es sind dies die Kameraben Oberleutnant Etzolb unb Oberleutnant Ringler. Sie sollen für alle Zeiten den Geist bes beutschen ©tubententums verkörpern. Für bie großen Ausgaben, bie nach bem Krieg kommen, wollen wir aber bereits jetzt bas beutsche Stuben-- tentum vorbereiten." Oer Schweizer Bundesrat gegen die Hamsterei. Bern, 7. Nov. (Europapreß.) In einem Rundschreiben des Bundesrates an die kantonalen Regierungen wird dargelegt, daß sich die Wirtschaftslage der Schweiz als Folge des Krieges weiter verschlechtert hat. Die Behörden seien daher gezwungen gewesen, eine Reihe neuer einschneidender Vorschriften auf dem Gebiete der Rationierung von Lebens- unb Futtermitteln, sowie hinsichtlich der DerwclltuN'g von festen und flüssigen Kraft- und Treibstoffen sowie von Gas und Elektrizität zu erlassen Schließlich seien auch neue'Verfügungen über'bie Ko sten ber Lebenshaltung und den Schutz der regulären Marktversorgung nötig gewesen, um spekulative Preiserhöhungen unb sinnlose Hamstereien unterbinben ,zu können. All diese Einschränkungen seien jedoch bescheiden im Vergleich zu den Schicksalsschlägen unb Entbehrungen, bie Völker anderer Länder durchmachen müßten. Oer Trennungskanal Gibraltar—Festland. Madrid, 7. Nov. (Europapreß.) Der Verbindungskanal vom Atlantischen Ozean nach dem Mittelmeer, der Gibraltar vom Festlande trennen soll, ist nahezu fertiggestellt. Es handelt sich um die Verwirklichung eines Planes, den Oliver Cromwell bereits anregte, um Gibraltar „in eine Insel zu verwandeln". Cromwell wollte bereits in Gibraltar einen Marinestützpunkt einrichten. Unter heutigen Verhältnissen stellt der Kanal einen ohnmächtigen Versuch bar, Englanbs Besitztitel auf Gibraltar gegenüber ben Ansprüchen Spaniens einen Schein von Berechtigung zu geben. Meine politische Nachrichten. Der Generalinspekteur für bas beutsche Straßenwesen, Reichsminister Dr. Tobt, besichtigte bie gemeinsam mit ben zustänbigen slowakischen Stellen Allgemeingut ber Truppe werden. Mann unb Roß, Waffen unb Gerät müßten überholt werben. Durch bie hohe Schule bes Exerzierens würben alle Kräfte aufs neue in Form gebracht, burch ständige Uebung die körperliche Leistungsfähigkeit unb Spannkraft bes Willens von neuem gefestigt unb weiter gesteigert, burch geistige Führung unb seelische Betreuung ber Truppe auch bie innere Spannkraft erhalten. Wir dürften auch nicht vergessen, daß bas Heer allein burch sein Vorhanbensein, burch seine Bereitstellung von Kirkenes bis Biarritz, von Warschau, tief gestaffelt im Reichsgebiet, bis nach Hollanb hinein bie Voraussetzung für die erfolgreiche Tätigkeit der anderen Wehrmachtteile gebe. Der Einsatz unserer Luftwaffe und unserer Kriegsmarine, der einer riesigen Organisation und weitgespannten Operationsbasis bedürfe, wäre gefährdet und vielleicht unmöglich, wenn nicht das „Dasein" des Heeres die Gefahren feindlicher Einwirkungen au?schalten würde. Darüber hinaus wisse man nicht, welches ber weltgeschichtliche Auftrag sein werbe, ben ber Führer seinem Heer in ber kommenben Zeit stellen werbe. Wir wüßten aber, baß bas Heer für jede Aufgabe bereit sein müsse. Das Heer nicht in friberizianischen Winterquartieren warte auf Befehle: bas Heer arbeite. Wn r na* es ns. Für.1 \fllanbs iber. origens ■' in ber nb, wie )nboner Wen"! illionen ** lo, siich i macht Degriss, tur um; genügt, tner, er telpfunb nn jetzt ismittel« n einen WS Aus aller Wett. der Kür müde Küße 5)er frfolg gemeinsamer Jtifeeit! 43000 KM StücftverStitimö Salti. 5014 D Frau Anna Brückel, geb. Krämer. Darmstadt, den 6. November 1940. 5020 D Ordentlicher sagen, schriftlich eine Kleinanzeige sagen Sie e§ allen Gießen lKaiserallee 49), den 7. November 1940 5024 D Sonne enthält Gießen, den 7. November 1940 300 03768 Gießen - Bahnhofstraße 49 - Ruf 3941 Burnus** der Schmutzlöser mit der Doppelwirkung I P-4* Stadttheater Mündlich können Sie e§ nur wenig en Dann lassen Sie sich bei mir vormerken, damit ich Ihnen sofort Bescheid geben kann, wenn der betreffende Apparat hereinkommt werden ab Montag, den 11. 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Branimherr- SlussteUung im „Burghofs zu Gießen Samstag ab 15 Uhr geöffnet Sonntag von 9-18 Uhr 6oiöD Zum Betuche ladet ein Kaninchenzuchwerein Gießen Die Ausstellungsleitung. Telefon 2676. 0373s *• uiellDerlihmie _ M Williger- ExlepäDi ..... graue Haare Ist wasserfrei! leichteste Anwendung. unschädL Durch seine Güte Weltrut erlangt. Verlangen Sie wo- verbindLu.portofr.Gratisprospefcl Exlepäng GmbH.. Berlin SW 41/176 Durch eine Verordnung wurde bestimmt, daß der 11. November, der Waffenstillstandstag von 1918, in Belgien nicht mehr gefeiert wird. Statt dessen ist der 15. November, der Namenstag des Königs Leopold, als der „Tag d e s K ö n i g s" zum Festtag erhoben worden. An diesem Tage bleiben auch die Schulen geschlossen. Ralhausräume für die Universität kiel. Als Abschluß des 275jährigen Jubiläums Kieler Universität fand ein Kameradschaftsabend statt, auf dem der Oberbürgermeister mitteilte, daß die Stadt Kiel der Universität als Geburtstagsgabe die freien Räume des alten Rathauses zur Benutzung überlasse. Die Stadt P- Forts? »Reizet Wer in« 'Nen ba h. Leri Wollt dem die ** ihre/ Jf die Malte Uen Ai. Nanei tö Nen. -Mo if| Hin: -,Ahg > lieb 7" Si 8i Mb,, K? ein= * Mich i« ii?Ai t* ä'ieli r der - ^«ichi Major Murawski vom OKW. gab im Rundfunk die Erläuterungen zu den Wehrmachts- Berichten. Sein Buch OirDurcbMiniMeii Chronik des französischen Zusammen bruchs ist soeben erschienen! Erhältlich für RUI. 4.80 (geb.) bei Kurt Holderer. Dniv.-Bachliandlg. Selters weg 75.5021D 18.30 Uhr bis 21.00 Uhr 8. Freitag-Miete Die Macht des Schicksals Oper von Verdi Preise: 1.20 bis 4,10 RM. 49eaD übernimmt ferner die Kosten für die würdige Dn- standsetzung der Räume. Um dem akademischen Leben wieder den Boden zu bereiten, wird die Stadt auch ein weiteres Kameradschaftshaus zur Verfügung stellen. Schließlich wird sie sich an der Aufbringung der Mittel für den Bau von Studentenwohnungen beteiligen. Bonn schafft eine Ernst-INorih-Arndl Medaille. Der Senat der Universität Bonn hat beschlossen, eine Ernst-Moritz-Arndt-Medaille au schaffen für hervorragende wissenschaftliche Aroeiten, die die Kenntnis des westdeutschen Raumes grundlegend erweitern und vertiefen. Die Medaille sollen ferner solche Persönlichkeiten erhalten, die durch ihren per- sörilichen Einsatz das Ansehen und die Würde der Universität Bonn wesentlich gefördert haben. Ferner soll ein Ernst-Moritz-Arndt-Kreis ins Leben gerufen werden. ten Freund Deutschlands das Große Ehrenzeichen der Deutschen Akademie, das damit Sven Hedin als erstem Ausländer verliehen wurde. Zu den bereits in Deutschland befindlichen 40 000 italienischen Arbeitern kommen nurt noch weitere 20 000 italienische Industriearbeiter hinzu. Der faschistische Verband der Industriearbeiter hat in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront eine großzügige Betreuungsorganisation vorbereitet. * Auf Anordnung des Militärbefehlshabers für Belgien und NordFrankreich werden am 12. November' die belgischen Hochschulen in Brüssel, Lüttich, Gent und Löwen wied er eröffnet werden. Gleichzeitig ist ein Austausch von deutschen und belgischen Professoren vorgesehen.___________________ KL sheiin 1° iS heiliges IfittM- Sie vie Ast, rf"1 Lohnt t viadch Ähidsals' <. fcrr tm '...Hansel u ,$om Bö Am hei Wdi „D nufifalifd eitung 3i lilber sta Ünni Ass Gustav B )urjt, L Rahme ( (eitung: Am D Um Stab ftertringe ftonyrti . Tireube" ■ Leitung । Hovens flhruno °oas Bi 7. bekannte i lVas Ko: Mer 6 in günstiger Lage Gießens,auch als Verwaltungsgebäude geeignet, zu kaufen gemcht. 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Wie aus Tacoma im Staate Washington gemeldet wird, ist die Hängebrücke über die Ta- comabucht infolge eines heftigen Sturmes tn bte Tiefe gestürzt. Menschen kamen bei dem Unglück nicht ums Leben. Die Brücke, die in 60 Meter Höhe über den Pegetsund verlief, war erst im Juli eingeweiht worden. Mit einer Spannwelle von 854 Meter zwischen den Pfeilern war sie die drittlängste Hängebrücke der Welt. Bald nach der Eröffnung zeigten sich bereits eigenartige Schlingerbewegungen. ______________________ Haupnchrtftletter: Dr. Friedrich WUdetm Lange. Stellvertrerel bei Hauptfchrittleiters: Ernst Blumfchetn. Verantwortlich für Politi, und BÜder: Dr. ^r. W. Langem für das Feuilleton: Dr. Hans ThyriotZ für Stadt Gießen, Provtm, Wirtichau u. Sport: Emst «mmfchem. Dmct uno Verlag Brühlfche Univevttätrvruckeret R. Lange fi. G. Bertagsletter: Dr..J»g. Erich Hamann- Ameigenleiter' Hans Beck. Berantwortstch >ürden Inhalt derAn'eiaen: DoeodorKümmel PI.Nr.6. 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November werden an den Mordstellen und an den Ruhestätten der Gefallenen Ehrenwachen Aufstellung nehmen. Die Partei und Ihre Gliederungen werden die Toten der Bewegung außerdem durch Kranzniederlegung an den Grab- tätten ehren. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen des 9. November steht eine Gedenkfeier in der Gauhauptstadt im großen Saal des Saalbaues mit einer Ansprache des Gauschulungsleiters Ruder. Außer- herrliche Wehrmacht find. Gemessen an der Größe der Leistungen unserer Soldaten im Kampfe gegen den Feind, aber auch dem finden in allen Ortsgruppen des Gaues Gedenkfeiern mit Ansprachen der Hoheitsträger statt. In stolzer Dankbarkeit gegenüber den Männern, die ihr Leben für die Größe wib die Freiheit Großdeutschlands gaben, und im unerschütterlichen Sie- geswillen vereinigt sich die BerNilkerung des Gaues im Gedenken an die Toten der Bewegung, die Ge- fallenen des Weltkrieges und des Freiheitskampfes, in dem wir stehen. v m . In Gießen wird die Feier ot\n der Porter und ihren Gliederungen am morgigen Samstag. 9. November, 20 Uhr, als eine schlichte G e - denk stunde im Stadttheater begangen werden. Da die Raumverhältnisse beschränkt sind, werden Eintrittskarten zu der Feier nur von den Ortsgruppen ausgegeben. Die Gedenkrede wird Kreisleiter Backhaus halten. Jlfo frisch ans Werk! Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Den kommenden Sonntag begeht unser Volk wieder als einen Opfersonntag für das K r i e g s - W i n t e r h i l f s w e^r k. An diesem Tage haben alle Volksgenossen ni Stadt und Land Ge- legenheit, mit ihrer Opferspende ihr Bekenntnis zu Führer, Volk und Vaterland, ferner den Dank an unsere Soldaten für ihr unvergleichlich großes gemessen an der bisherigen gewaltigen und dankenswerten Arbeit des Kriegs-WHW. und der NSV. als Repräsentanten der Partei auf dem Felde der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt darf und kann es bei der Bemessung der Opfergaben keine engen oder gor kleinlichen Gesichtspunkte gebens es darf nicht der Blick auf die Spende des Nachbarn oder des Berufskameraden, auch nicht ein Hinweis auf den im Winter beim Kriegs-WHW. üblichen bescheidenen Abzug vom Arbeitsverdienst zugunsten des Kriegs-WHW. bemerkbar werden. Jedermann zeige Großzügigkeit im Opfern bei seiner Spende am Opfersonntag und bei den übrigen Sammlungen für das Kriegs-WHW.! Wer so handelt, bekundet seine verständnisvolle und dankerfüllte Haltung gegenriber dem Führer und seinem Aufbauwerk. Er bekennt sich zur opferfreudigen deutschen Gemeinschaft und ist ein wertvoller Mitkämpfer für das neue größere und schönere deutsche Vaterland, das wir olle unter der Führung Adolf Hitlers schaffen und sichern wollen! Jeden Freitag kindergymnastik 16 bis 17 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße. unnötig, sondern lege nur grundsätzliche Fragen zur Entscheidung vor. Eine Neunzigjährige. Zehn Gebote für Absender von Briefen nach dem Ausland. 1. Unterlasse jeden mittelbaren oder unmittelbaren Nachrichtenverkehr mit dem feindlichen Aus- lanb. . 2. Schränke nach dem nichtfein blichen Ausland die Nachrichtenübermittlung aufs äußerste ein. Hüte dich vor Aeußerungen über die militärische, wirt- schastliche ober politische Lage zum Nachteil bes eigenen Vaterlandes ober befreundeter Staaten. 3. Versende als Privatmann nur Postkarten ober Briefe. Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben und Mischsendungen sind nur im Geschäftsverkehr zulässig. Zeitungen und Zeitschriften dürfen nur unmittelbar von den Druckereien, vom Verlag oder von Buchhandlungen versandt werden. 4. Verschicke keine Ansichtskarten, keine aufgeklebten Photographien, keine Rätselausgaben. 5. Schreibe deine Briefe und Postkarten deutlich und leicht lesbar. Verwende keine Geheimsprachen. Bediene dich nicht der Kurzschrift. Schreibe nicht mehr als vier Seiten, höchstens im Format eines gewöhnlichen Briefblocks. Benutze keine gefütterten Briefumschläge. Schreibe Geschäftsbriefe nur mit der Schreibmaschine. 6. Vergiß die vollständige Absenderangabe nicht. Bist bu auf Reisen, so gib neben bem Aufenthaltsort beinen ständigen Wohnsitz an. Beabsichtigst bu, bie Sendung nicht selbst beim Postschalter einzuliefern, so vergiß nicht, auch die Anschrift der von dir mit der Einlieferung Beauftragten (Hausangestellte, Lehrling usw.) anzugeben. 7. Klebe keine Freimarken auf. Erst der Schalterbeamte frankiert die Sendung. 8. Wirf deine Sendungen nicht in den Briefkasten. Liefere sie nur am Postschalter ein. Vergiß nicht, zur Auflieferung einen Ausweis mit Lichtbild mitzunehmen. 9. Bedenke: Jeder Verstoß gegen die vorstehenden Bestimmungen führt dazu, daß bu beine Sendung zu rückbekommst. , 10. Wende dich in Zweifelsfällen notfalls an bie Abwehrstelle, bie für bein Wehrkreiskommando zuständig ist. Belästige aber die Abwehrstelle nicht Opfer zum Ausbruck zu bringen. Dabei kommt es ( nicht etwa nur auf bie Tatsache einer Spende an l ich an, sondern vielmehr darauf, ob der Betrag < wirklich im rechten Verhältnis zur Höhe des Ein- ! kommens und Besitzes des Spenders steht und des- i en freiwillige echte Opferfreudigkeit dokumentiert. » Bei der Eröffnung des zweiten Kriegs-Winter- 1 Hilfswerks 1940/41 hat der Führer in feiner großen ' Rede betont, die vom Winterhilfswerk benötigten Summen könnten zwar ohne weiteres durch Steuern aufgebracht werden, jedoch werde von dieser Möglichkeit kein Gebrauch gemacht Es gilt hier also der Grundsatz, daß in der Freiwilligkeit und in der Höhe der Opferspende für das Winterhilfswerk ein Bekenntnis jedes einzelnen zur deutschen Volks- und Schicksalsgemein- schäft zum Ausdruck kommen und damit die innere Haltung, kurz gesagt die Gesinnung, unter Beweis gestellt werden soll. Selbstverständlich sind vom WHW. und von fren Betreuten bie bisherigen Spenden stets mit Dank vermerkt worden. Dieser Dank wird aber noch herzlicher und tiefer fein als bisher, wenn bie Spendefreudigkeit in Stadt und Land immer noch mehr an wächst — was nach den Wahrnehmungen unterrichteter Stellen bei zahlreichen Volksgenossen ohne Unbilligkeit noch möglich wäre — und dadurch die Grundlage des Kriegs- WHW. für feine schwere Winterarbeit eine weitere dringend notwendige Verstärkung erfahren würde. Wo das „viele Geld des WHW." hinkommt, offenbart schon ein kurzer Blick auf das sehr große Aufgabengebiet, das gerade von dem Kriegs-WHW. zu betreuen ist. Neben den bisherigen Obliegenheiten der Betreuungsarbeit für die wirtschaftlich schwachen und der Gemeinschaftshilfe dringend bedürftigen Familien sind die Arbeiten für „Mutter und Kind", für die Kinder-Landversckückung, aber auch für die Verschickung erholungsbedürftiger kinderreicher Mütter für drei bis vier Wochen in ein Mütter-Erholungsheim gerade jetzt im Kriege dringender notwendig als je zuvor. Daneben stehen die nicht minder wichtigen, ja sogar noch viel drängenderen Verpflichtungen, den aus fremden Ländern in das Reich und damit in die deutsche Polksgemeinschast heimgekehrten Volksdeutschen und den von der Wehrmacht entlassenen Soldaten mit wirtschaftlicher Hilfe beizustehen und ihnen auf diese Weise einen Teil des Dankes unserer Volksgemeinschaft zu bekunden, auf den sie berechtigten Anspruch erheben können. Die Betreuung der im Arbeitseinsatz stehenden Jugend erfordert naturgemäß auch erhebliche Geldmittel, wenn die hier für die Gegenwart und für die Zukunft erwachsenen Verpflichtungen im Dienste des Ganzen so umfassend und sorgfältig er» füllt werden sollen, wie es notwendig ist. Nicht zuletzt ist das WHW. mit seinen finanziellen Möglichkeiten auch immer wieder bestrebt, unseren verwundeten Soldaten in den Lazaretten oder in den Erholungsorten den Beweis dafür zu liefern, daß die Volksgemeinschaft ihrer mit Dankbarkeit gedenkt. Zu all diesen Erfordernissen müssen die entsprechenden Geldmittel bereitgestellt werden, wenn die Ausgaben in der richtigen Weise im Geiste und nach > dem Wunsche des Führers erfüllt werden sollen. 1 Auch in unserem Kreise We11erau ist es : erforderlich, die finanzielle „Munition" für die Auf- • gaben des Kriegs-WHW. über bas bisherige : Ausmaß hinaus noch zu steigekn. Dabei • sei nicht übersehen — und hier mit besonderem Dank vermerkt! —, daß weite Kreise unserer Volks- I gemeinschaft in Stadt und Land ihre moralische I Verpflichtung bei der Bemessung der Opferspenden richtig erkannt und entsprechend gehandelt haben. Mit besonderer Anerkennung sei unserer Landbevölke- i runq gedacht, die bisher schon immer neben ihren Geldopfern auch noch ansehnliche Sachspenden an Lebensmitteln (Kartoffeln, Obst usw.) gegeben hat: > ebenso rühmlich war bisher durchweg die Haltung vieler sog. „kleiner Männer", die von ihrem Ar- ■ beitsverdienst dem Kriegs-WHW. wirklich Opfergaben darbrachten. Wenn diese vorbildliche Haltung vieler Volksgenossen in Stadt und Land sich vom nächsten Opfersonntag ab noch weiter ausdehnt und dazu führt, daß alle Schichten unserer Volksgemeinschaft mit ihren Opferspenden über bas bisherige Maß hinauswachsen und damit den richtigen Maßstab Herstellen, bann wird sich zweifellos der Ertrag der Sammlung an den Opfersonntagen bedeutend erhöhen. Dann wird die Summe der Opfergaben in Stadt und Land der Größe der gewaltigen Aufbauarbeit unseres Führers gerecht werden, und sie wird vor allem auch beweisen, daß die Spenden für das Kriegs-WHW. eine Herzenssache jedes einzelnen, zugleich ein sichtbares Zeichen des unauslöschlichen Dankes für den Führer und unsere Stadttheater: 18.30 bis 21 Uhr „Die Macht des Schicksals". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Traum- musik". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Herr im Haus"; um 14 Uhr Märchenvorstellung Hänsel und Gretel", „Die verlorene Königskrone", Vom Bäumlei-n, das andere Blätter hat gewollt". Sladttheater Gießen. Am heutigen! Freitag wird die große Oper von Verdi „Die Macht des Schicksals" wiederholt. Die musikalische Leitung hat Otto Söllner, die Spielleitung Intendant Hans Walter Klein. Die Bühnenbilder stammen von Karl Löffler. Es wirken mit: lnni Affion, Isabelle Th. Richter, Ilse Winhold. 3ustav Bley, Kurt Bosny, Gustav Brunn, Heinrich Dürft, Ottmar Mayr, Bernhard Schmitz. Chöre: Kabine Galla. Extra-Singchor: Otto Söllner. Tanz- eitung: Irmgarb Trömel. 8. Freitag-Miete. Gießener Konzertring 1940/41. Am Donnerstag, 14. November, 19.15 Uhr, findet m Stadttheater das 4. Konzert des Gießener Kon- ertringes 1940/41 (Arbeitsgemeinschaft: Gießener ^onzertverein, Stadttheater, NSG. ,Kraft durch Freude") statt. Dieses Orchesterkonzert, das unter der Leitung von Otto Söllner steht, wird als Beet- oven-Abend veranstaltet. Es kommen zur Auf- mhrung: Ouvertüre zu König Stefan, Werk 117, las Violin-Konzert in D-dur, Werk 61, und die 1. Symphonie in A-dur, Werk 92. Solistin ist du bekannte Münchener Geigerin Elisabeth Bischoff. Vas Konzert wird ausgeführt vom städtischen Or- Hester Gießen. Vormiete-Konzert: Gruppe B Nr. 2. Ortszeit für den 9^November. Sonnenaufgang 7.37 Uhr, Sonnenuntergang 16.40 llt)r. — Monduntergang 1.18 Uhr, Mondaufgang 14.39 Uhr. U-SeMiilWsl SS krall öatfli Stenöe Aus der Stadt Gießen. Frühmorgens... „Uuuaahhh! Verflucht und zugenäht." Wie schön s im Bett ist, das merkt man erst, wenn man auf- tehen muß. Aber es hilft alles nichts, die Arbeit uft Schließlich muß man doch raus Die Kaffee- anne dampft schon auf dem Tisch. Schnell wird ber tundfunkapparat eingeschaltet. Die letzten Minuten Kiheim sollen doch noch mit Musik verschönt werden. Aber nach dem ankündigenden Summen ertönt oohl flotte Klaviermusik aus dem Lautsprecher, sie oirb jeboch begleitet von bem Zählen unb Erklären es Runbfunkfportlehrers. Die Morgengymnastik! Heiliges Kanonenrohr! So ein Blöbstnn! Da hört 'och kein Mensch zu. Den Mann möchte ich sehen, er bie Verrenkungen mitmacht, bie ber Sportlehrer cmmanbiert." — Ratsch! wirb ber Lautsprecher ab- reftettt Wie viele Leute machen es so. Sie b ent en nicht mran, baß es vielleicht auch ganz gut für ihr Bäuchlein wäre, wenn sie selbst ben Frühsport mit» vachen mürben. Lohnt es sich benn nicht, zehn Minuten früher di u teuft eben, bie Fenster aufzureißen unb bie Moriengymnastik bes Rundfunks mitzumachen? Der Kaffee schmeckt boch bann noch mal so gut, unb ’iel elastischer unb frischer kann man sich an bie Ar- cit begeben. Man braucht ja keine schweren Hebun- jen zu machen. Man macht eben nur bie leichte Lockerungsübung mit, bie ber Turnlehrer erklärt. J.iegt uns bie Gymnastik bes Runbfunks zu früh ober zu spät, bann machen wir eben für uns einige Freiübungen. Jeder kann doch einige Hebungen auswendig. Es gibt so viele schöne, gesunde und och leichte Hebungen, Rumpfbeugen und Rumpf- 'rehen, Armkreisen unb Stoßen, wie Kniebeugen mb Atemübungen. Hat man erst an gefangen mit Frühsport, bann omiut man so schnell nicht mehr davon los. Dann ich> man erst, wie frisch bas macht. Den ganzen iLag fühlt man sich wohler unb unbeschwerter. Da- iir kann man bestimmt 10 Minuten Schlaf opfern. ♦ Lang-Göns, 6. Növ. Am Sonntag, 3 November, feierte im größeren Kreis ihrer Kinber, Enkel unb Urenfel Frau Emilie Wahl, geb. Clotz, Witwe bes im Jahre 1902 verstorbenen Dekans Wenn Ihr Haar zu /// /- u / schnell fettig wird, Z7 / / • IrW/Zf Ü dann beruht das * haut befindlichen Talgdrüsen. Abhilfe schafft regelmäßige Pflege des Kopfes mit milden Mitteln, die kein Alkali und keine Kalkseife im Haar zurücklassen, also mit 3000Kilometer Steie Roman von Olly Boeheim 22. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) „Reizend", schrie Peter dem verblüfften Buchhalter ins Gesicht. „Ueberaus scharmant! Da wirb Ihnen bald bekannt sein, baß Sie pleite gehen werden. Vermutlich sitzt ber geschätzte Herr Ohlsen in Stockholm in seinem Klubsessel unb stellt sich tot, Menn bie Gläubiger sich bie Finger wundklopfen unb ihren letzten Oere vertelephonieren." Er hieb aut bie Tischplatte, baß der Stier zitterte; der Buchhalter zog sich vorsichtig zurück. Seine ängstlichen Augen musterten entsetzt den blindwütigen Germanen. Da er von seinen Landsleuten nur Bedächtigkeit gewohnt war, fürchtete er, dieser junge Mann könnte ihm jeden Augenblick an den Hals springen. „Wo ist Herr Ohlsen?" fragte Peter eindringlich. „Sein Aufenthalt soll geheim bleiben." „Aha, unb mein Gelb unsichtbar. Nein, nein, Mein lieber Freund. Peter Renz fährt nicht nach Stockholm, um sich so billig abschütteln zu lassen. Geben Sie mir sofort bie Abresse!" Der Buchhalter hatte sich bereits in ben äußersten Winkel bes Zimmers geflüchtet. „Die Abresse von Herrn Ohlsen, ober ich schlage len ganzen Laben kaputt." Der Buchhalter schien anzunehmen, baß ber letzte Satz eine körperliche Drohung bebeutete, bie gegen ihn gerichtet war. Er bachte nach, schließlick) schrieb ti einen Zettel aus unb reichte ihn Peter Renz. „Am Siljansee hinter Rättvik — ganz hübsche Steife", sagte Peter, seine Karte ausbreitend. „Sie wollen boch nicht etwa hinfahren?" rief der Buchhalter fassungslos. „Hnd ob ich will", erklärte Peter, „ich habe doch i meine neuüberholte Rennmaschine unten. Wieder- sshen!" Es war schon tief in ber Nacht, als Peter Renz rach vielem, meist ergebnislosem Gefrage — benn riemanb kannte einen Herrn Ohlsen — schließlich Tor ber Hütte am Siljansee landete. Arne Ohlsen Ium ihm entgegen. Er schien trotz ber späten Stunde noch nicht geschlafen zu haben. „Sie sind wohl vom Weg abgekommen, junger Mann?" fragte er nicht gerade liebenswürdig, „llvenn Sie nach Rättvik wollen —" „Oh, im Gegenteil", erklärte Peter Renz. „Ich suche Herrn Arne Ohlsen." „In welcher Angelegenheit?" „Werden Sie gleich erfahren. Ich nehme Ihre freundliche Einladung, einzutreten, an." Ohlsen mußte lächeln. Peter Renz zog feinen Mantel aus, sah sich um und stürzte auf die Angel zu: „Patentes Ding, das." 2frne Ohlsens Gesicht erhellte sich: „Verstehen Sie was vom Angeln?" „Na und ob", rief Peter. „Sehr nett; aber ich nehme an, daß Sie nicht nur die Anglerleidenschaft zu mir geführt hat." „Sehr richtig, Herr Ohlsen. Mein Name ist Peter Renz. Ich habe für Ähr Puddingpulver ein Reklameschild gemalt." „Mein Puddingpulver!" rief Arne Ohlsen, als tauche eine längst vergessene Welt plötzlich auf. „Ja, Ihr Puddingpulver, Herr Ohlsen. Wissen Sie, der kleine Junge, der sich das ganze Gesicht mit Schokolade beschmiert hat. Na, Sie scheinen sich ja nicht besonders für Ihr Geschäft zu interessieren." „3d) habe mich nie dafür interessiert, junger Mann." „Schlimm genug. Warum machen Sie benn Überhaupt Puddingpulver?" „Weil mein Vater Puddingpulver gemacht hat." „Hnd Sie hatten das unglückliche Schicksal, den Laden zu erben?" „Ja, ich übernahm die Fabrik nach dem Tode meines Vaters." „Unb da sitzen Sie hier und angeln?" „Wie Sie sehen. Wollen Sie nicht Platz nehmen?" „Danke!" Peter streckte seine Füße an den Kamin. „Lausig kalt, diese nordischen Frühlingsnächte. Ich habe leider keine Heizung in meinem Wagen." .Darf ich Ihnen etwas Warmes anbieten?" „Das ist ein Wort! Ich fürchtete schon. Sie würden schlafen. Es ist ja fast Mitternacht." Arne Ohlsen erhob sich und goß Arrak in die Gläser. „Ich schlafe nicht gut", sagte er schwer. „Aha, schlechtes Gewissen!" „Erlauben Sie mal!" „Na, hören Sie! Wenn Sie noch einen Funken von Verantwortungsgefühl haben, bann müssen Sie ein schlechtes Gewissen besitzen. Denken Sie doch, Ihr alter Herr brachte bie Fabrik hoch. Ohlsen ist schließlick) ein bekannter Name — unb Sie, Sie lassen fünf gerabe sein. Was glauben Sie, wie es in Ihrem Bau zugeht? Ihr Buchhalter hat Motten im Baxj, das Tippfräulein legt Patiencen, und ber Botenmeister löst Kreuzworträtsel." „Hoffentlich löst er sie richtig." „Zeit genug hat er bazu", sagte Peter Renz. „Vor- ausgesetzt, baß ber Laben nicht in ber nächsten Zeit pleite geht." Arne Ohlsen betrachtete amüsiert feinen jungen Gast unb reichte ihm das Grogglas. Peter Renz blies mit vollen Backen in bas heiße Getränk. „Danke!" „Oh, ich habe zu banken, Herr ... Renz war wohl Ihr Name?" „Richtig!" „Für Ihre reifen Vorschläge." „Reif ober nicht", sagte Peter Renz. „Ich bin nur gekommen, um mein Gelb zu kassieren. Ihre Fabrik geht mich nichts an. Auch nicht Ähr Leben, wenn es mir auch vollkommen sinnlos erscheint." „Was wissen Sie vom Leben!" lächelte ber Gastgeber schwermütig. „Ach, lassen Sie gut fein — ’ne ganze Menge." „Ach, unb von ber Liebe wohl auch?" Peter Renz trank mit Genuß fein Glas aus. „Äa, die Weiber", sagte er mit lässiger Gebärde, „die muß man eben zu nehmen wissen." „Vielleicht geben Sie mir aus dem reichen Schatz der Erfahrungen Ihres — ich schätze ungefähr zwanzigjährigen — Lebens etwas zum besten." „Bitte, ich bin fünfundzwanzig. Außerdem habe ich mordsmäßigen Hunger." „Dem kann abgeholfen werden." Nachdem Peter gesättigt war, lehnte er sich in die Kissen zurück und sagte: „Also, scheinbar hat Sie eine Frau in bie Einsamkeit getrieben. Wie romantisch! Mir könnte bas nicht passieren!" „Sie finb sehr selbstsicher." „Sonst säße ich nicht hier." Er gefällt mir, bachte Ohlsen, es ist gut, daß er gekommen ist. „Äch freue mich, daß Sie hier sind", sagte er bann laut und sehr ernst. „Die letzten Tage waren schrecklich, unb bie Nächte noch schlimmer." Ohlsen machte wieber eine Pause. Es tat ihm wohl, non bein zu sprechen, was ihn quälte. Dieser junge Mann ba vor ihm hatte eine Art, bie Dinge zu sehen, die Ohlsen bas Reden leicht machte. „Sie ist Ihnen wohl ausgerückt?" fragte Peter Renz in bie nachbenkliche Stille hinein. „Äch habe sie selbst vertrieben", sagte Arne Ohl» fen. „Wissen Sie, es gibt Augenblicke, wo einem bie Einsamkeit verteufelt auf bie Nerven fällt. Dabei suchte ich Einsamkeit. Woraus bieser Tick entsprang, darüber möchte ich lieber nicht sprechen. Sehen Sie, mir geht es feit einigen Tagen wie Leuten, die bie Lappenkrankheit haben." „Was ist benn das?" „Das ist eine regelrechte Krankheit. Ein Gegenstück zum Tropenkoller, wenn Sie wollen. Die Einsamkeitskrankheit. Ich habe einmal ein junges Mädchen gekannt, eine Lehrerin, die kam aus Lappland. Sechzig Kilometer waren es bis zur nächsten Bahn- ftation. Das/arme Ding! Zwölf Jahre hat sie dort ausgehalten in bem winzigen Dorf, unb schließlich war sie so verstört wie ein Mensch, ben bie Großstabt fertiggemacht hat. Sie mußte immer reben, reben unb reben. Sie war bie Freunbin meiner Frau." „Ach, Sie finb verheiratet?" „Gewesen, mein Lieber. Also, wie gesagt, bie kleine Lehrerin aus Lappland stürzte sich auf alle Errungenschaften ber Zivilisation. Sie babete brei« mal am Tage in gerabezu kinblicher Freude am heißen Wasser unb in bem gekachelten Babezimmer. Sie lief viermal täglich ins Kino, abends ins Theater und bann noch in ein Kabarett. Sie wollte alle verlorenen Jahre einholen. Dann kam sie schließlich in eine Nervenheilanstalt." „Wie schrecklich!"' „Ja, bie Einsamkeit, bie in vielen Fällen als Heilmittel einer kranken Seele gilt, wandelt sich oft ins Gegenteil. Aber ich komme vom Hundertsten ins Tausendste. Trinken Sie, junger Freund, Sic haben gute, klare Augen. Sie gefallen mir. Das will viel heißen Vor wenigen Tagen hätte ich Ihnen die Tür vor der Nase zugemacht." Arne Ohlsen füllte erneut die Gläser. „Hnd jetzt drängt es Sie, zu reden?" fragte Peter Renz. (Fortsetzung folgt) SCHWARZKOPF^ (Sari Wahl zu Hausen, ihren 9 0. Geburtstag. Die Jubilarin, bie ihren Vater im 93 Jahn seines Lehens verlor, hatte sechs Kinder, von denen noch vier mit 18 Enkeln und 15 Urenkeln am Leben sind. Sie ist Trägerin des goldenen Ehren- krcuzes der deutschen Mutter und erfreut sich im großen Kreiise ihrer Familie hoher Wertschätzung bei erstaunlicher geistiger und körperlicher Frrsche. So konnte auch die Feier außerhalb ihrer Wohnung, im Hotel Hindenburg, stattfinden. Seit 1885 ist die Jubilarin mit einer nur kurzen Un- terbrecyung eifrige Leserin des „Gießener Anzeigers". Wer hat die leerstehende Wohnung zu verdunkeln? Es ist wiederholt beobachtet worden, daß nach Eintritt der Dämmerung Handwerker bei Beleuchtung in leerstehenden Wohnungen arbeiten, ohne daß die Fenster verdunkelt waren. Im soeben erschienenen Heft der „Sirene" wird auf eine Anfrage darauf hingewiesen, daß selbstverständlich alle Räume, in denen Licht gemacht wird, verdunkelt sein müssen und daß in einer noch nicht bezogenen Wohnung der neue Mieter für die Verdunklung verantwortlich ist. Ist die Wohnung noch nicht vermietet, so ist der Hausbesitzer für die Verdunklung verantwortlich. — Das neue Heft der „Sirene" bringt außerdem einen großen Bildbericht über den Einsatz der deutschen Frau im Luftschutz, sowie Verträge über den Einsatz des Berliner Selbstschutzes. Die Mitteilungen des RLB.-Präsidiums und Nachrichten der RLB.-Gruppen beschließen das Heft. Aus dem Siebener Handelsregister. In das Handelsregister A des Amtsgerichts Gießen wurden folgende Eintragungen gemacht: Firma Textllhaus Bensberg & Co., Gießen, offene Handelsgesellschaft: Die Gesellschaft hat am 1. September 1940 begonnen, persönlich haftende Gesellschafter sind Wilhelm Bensberg, Kaufmann in Gießen, Günter Venecke, Kaufmann in Berlin. — Firma Emil H. Müller, Holzwarenfabrik in Gießen: Seit 1. Januar 1940 Kommanditgesellschaft. Persönlich haftender Gesellschafter Carl Müller, Kaufmann in Gießen. Neu eingetretene Kommanditisten: 3. Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der persönlich haftende Gesellschafter ermächtigt. .Einzelprokura ist erteilt der Karl Müller Ehefrau Emilie, geborene Henopp, dem Karl Ludwig Müller und dem Emst August Müller, sämtlich in Gießen. — Firma Tapetenhaus Heinrich Kreiling, Gießen: Die Prokura der Gretel Kreiling in Gießen ist erloschen. Dem Berthold Dreher in Gießen-Wieseck ist Einzelprokura erteilt. — Firma Carl Keil, Gießen: offene Handelsgesellschaft seit 1. Januar 1940. Der Kaufmann Heinrich Keil ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Zur Vertretung der Gesellschaft ist jeder Gesellschafter allein ermächtigt. — Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke, vormals Fernie, m Gießen: In der Gewerkenoersammlung vom 23.9.1940 wurde folgendes beschlossen: An Stelle des durch Tod ausgeschiedenen seitherigen Vorsitzenden, Direktors Arthur Klotzbach in Gießen, ist der Direktor Alfried von Bohlen und Halbach zu Essen zum Vorsitzenden des Grubenvorstandes und als stellvertretender Vorsitzender der Bergwerksdirektor Dr. Erich Böhne zu Betzdorf bestellt worden. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Grubenvorstandes, Bergwerksdirektor Dr. Gustav Einecke zu Weilburg, ist zum Mitglieds des Grubenoorstandes bestellt worden. Dem Bergassessor a. D. Dr. Helmut Schiele in Weilburg ist Einzelprokura erteilt. punktfreie Kinderkleidung. Gfs. Gehen Sie in die Stadt? Schauen Sie sich doch einmal das Schaufenster der Beratungsstelle des Deutschen Frauenwerks unter den Marktlauben am Lindenplatz an. Dort können Sie sehen, wie man mit viel Liebe und Erfindergeist aus allem, was in unseren Haushaltungen sich immer noch findet, unsere Lieblinge anziehen kann. Alles, was Sie hier sehen, soll Ihnen eine Anregung geben, nachzueifern und alles, was vorhanden ist, so nett und praktisch wie möglich zu verwerten. Auf diese Weise schonen Sie nicht nur ihre Punktkarte, sondern auch ihren Geldbeutel, und beides ist doch zu begrüßen. Auf keinen Fall sollen wir aber auf die Freude verzichten, unsere Kleinsten so nett als irgend möglich anzuziehen, sind ffie doch unsere Freudenbringer. Gpielschar des Gebiets und Obergaues Hessen-Nassau auf Frankreichfahrt. 45 frische Jungen und Mädel aus allen Teilen unseres Gaues haben am Montagmittag eine 14- tägige Fahrt durch das besetzte Frankreich angetreten, um den dort als Besatzungstruppe stehenden Soldaten die Grüße der Heimat zu überbringen. Die kleine Gruppe aus besonderen Könnern, in zwei Vorbereitungslehrgängen zusammengestellt, wird unseren Soldaten in Volks- und Soldatenliedern, Volkstänzen und bunter Volksmusik sowie kleinen Theaterstücken und Schwänken ein Stück Heimat vermitteln. Die Jungen und Mädel werden sich mit Begeisterung ihrer Aufgabe widmen, davon / y M « f Die Unfallverhütung ist während des Krieges als eine wichtige Aufgabe der Landesverteidigung anzusehen. Wirkungsvolle Unfallverhütung fchaftt Betriebssicherheit und gesteigerte Arbeitsleistuna. Folgenden Erfordernissen kommt nach den Feststellungen der gewerblichen Berufsgenossenschaften jetzt erhöhte Bedeutung zu: Planmäßige Durchführung des Unfallschutzes durch den Betrieb selbst, durch Betriebsführer, Meister, Unfalloertrauensmänner, Arbeitsschutzwalter und deren Zusammenwirken. Der Mangel an geschulten Aufsichtspersonen Und die vorübergehend unterbrochenen Sonderschulungen geeigneter Personen für diese Aufgaben müssen durch Auswertung innerbetrieblicher Erfahrungen ersetzt werden. Belehrung der neueingestellten, zum Teil berufsfremden, insbesondere auch der fremdsprachigen Arbeitskräfte über die Unfallgefahren im Betriebe, ein bloßer Hinweis auf die Unfallverhütungsvorschriften genügt nicht! Beschäftigung der Frauen nur mit ihrer Anlage entsprechenden Arbeiten, richtige Arbeitskleidung, eng anliegende Kleider, u. U. auch Arbeitsanzüge und Hauben. Ansetzen von Jugendlichen zur Arbeit an Maschinen nur bei besonders gutem Maschinenschutz Aus der eng Das Vermögen im Bett versteckt. + Grünberg, 7. Nov. Dieser Tage verstarb hier im Alter von 72 Jahren eine in ärmlichen Verhältnissen lebende ledige Frau ohne nähere Anverwandte, die ihren Unterhalt mit Putzarbeit verdiente. Bei der Sichtung des Nachlasses machte man nun die merkwürdige Entdeckung, daß die Verstorbene, die neben ihrer Invalidenrente noch Hinterbliebenenrente für ihren im Weltkrieg gefallenen Sohn bezog und auch von der NSV. betreut wurde, über ein ansehnliches Vermögen verfügte. Anstatt ihr Geld zur Kasse zu bringen, um es zinstragend anzulegen, hatte sie die Aufbewahrung in der Weise unserer Voreltern vorgezogen. In Zigarrenkisten, Schachteln, Kartons, in Lappen eingewickelt, im Bett und an anderen Stellen versteckt, fand man einen Geldvorrat von fast 10 0 0 0 M k. U. a. waren dabei Goldstücke im Betrage von knapp 1400 Mark, ferner alte Silbermünzen aus der Zeit vor dem Weltkriege im Werte von mehr als 1000 Mark, heute noch gültige Münzen und Geldscheine im Betrage von über 4000 RM. und über 3000 Mark Geldsorten aus der Zeit nach der Inflation, die aber inzwischen durch Einziehung ihre Gültigkeit verloren haben. Ein Karton von ziemlichem Gewicht enthielt eine große Menge von den jetzt in Umlauf befindlichen 10- und 5-Pfennigstücken. Neben dem Hamstern von Geld hatte die Verstorbene aber auch Lebens mittelvorräte in größeren Mengen angehäuft, u. a. beinahe 8 Pfund Bohnenkaffee, der schon verschimmelt war. Ob sich entfernte Verwandte finden werden, ist fraglich, da die Verstorbene als uneheliches Kind im benachbarten Lauter zur Welt gekommen war. Landkreis Gießen. <£ Lich, 6. Nov. Der Oberleutnant in einem Landesschützen-Bataillon Karl Ott, Führer des SA,-Sturms 26/116, wurde zum Hauptmann befördert. — Unteroffizier Hermann R au, wohnhaft legte die von jedem einzelnen betriebene Vorbereitung Zeugnis ab. ** Vom Untergau Wetterau (116). Die Abschlußprüfung des Sanitätskurses für das ßei= stungsabzeichen findet am Freitag, 8,11., pünktlich um 19.30 Uhr im Mveserheim statt. ** Goldene Hochzeit. Am morgigen Samstag 9. November, begehen die Eheleute Heinrich B e n d e r o t h und Frau, geb. Luh, Am Riegelpfad Nr. 44 wohnhaft, das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaar, das seit nahezu 40 Jahren zu^dem treuen Bezieherkreis des „Gießener Anzeigers" gehört, bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch zur goldenen Hochzeit und für einen schönen Lebensabend dar. ng im Kriege. und unter Beachtung der in den Unfallverhütungsoorschriften vorgeschriebenen Altersgrenzen. Schaffung von geeigneten Arbeitsplätzen für eingesetzte Kriegsbeschädigte. Nach Möglichkeit Abstellung der Vorrichtungen an den Maschinen auf die körperliche Behinderung der Kriegsbeschädigten und besondere Sorge für guten technischen Unfallschutz. An besonders gefährdeten Arbeitsstellen nur Einsatz von Personen, die die erforderliche Eignung und Kenntnis besitzen. Einarbeiten von Neulingen unter Aufsicht eines Meisters ober erfahrenen Vorarbeiters mit Unterrichtung über die mit der Beschäftigung verbundenen Unfallgefahren. Bei Umstellung des Betriebes, Aenderung der Arbeitsweise und Verwendung neuer Werkstoffe besonders strenge Beachtung der von den gewerblichen Berufsgenossenschaften ausgegebenen Unfallverhütungsvorschriften und Merkblätter. Vorsicht bei Arbeiten während der Verdunkelung! Gute Ordnung auf den Betriebsanlagen! Verkehrswege stets freihalten! Abdeckung yder Kenntlichmachung von Vertiefungen, wie Gruben, Schächten usw. Langsame Anpassung der Augen an die Dunkelheit beim Verlassen hellerleuchteter Räume. Die Erkenntnis der Notwendigkeit unfallsicheren Arbeitens und der webrwirtschaftlichen Bedeutung der Unfallverhütung wird zur Erhaltung und Stärkung der Front der Arbeit beitragen. ?ren Heimat. Bahnhofstraße 10, wurde zum Feldwebel befördert. — Obergefreiter in einer Sanitäts-Kompanie Karl Buß wurde zum Unteroffizier befördert. = Steinbach, 8. Nov.- Dem Feldwebel Ludwig Gerhard von hier, der kürzlich wegen Tapferkeit mit dem E. K. II ausgezeichnet und zum Feldwebel befördert worden war, wurde nun auch noch das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. G.A^Gport. Vorentscheidung im Tschannner-Pokal. Fortuna-Dusseldorf—1. FC. Nürnberg und Dresdner SC.—Rapid Wien. Der Fußball-Wettbewerb um den Tschammer- pokal nähert sich feinem Höhepunkt und Abschluß. Am kommenden Sonntag steigen in Düsseldorf und Dresden die beiden Spiele der Vorschlußrunde,- und schon am 1. Dezember stehen sich im Berliner Olympiastadion die beiden Sieger im Endkampf um den Wanderpreis des Reichssportführers gegenüber, den der traditionsreiche 1. FC. Nürnberg zu verteidigen hat. Vier Klassemannschaften bestreiten am Sonntag die beiden Treffen der Vorschlußrunde. Im Düsseldorfer Rheinstadion sind Fortuna Düsseldorf und der Pokalverteidiger 1. F C. Nürnberg die Gegner, während im Dresdner Ostragehege Sachsens Meister Dresdner SC. und die Ostmarkmannschaft Rapid Wien antreten wenden. Der „Club" ist sechsfacher deutscher Meister und zweimaliger Gewinner des Tschammerpokals, Fortuna Düsseldorf gewann 1933 die deutsche Meisterschaft und zählt feit einem Jahrzehnt zu den ffüh- renben Mannschaften des Reichs, Rapid Wien gllt als die erfolgreichste Mannschaft der Ostmark und gewann 1939 im Kampf gegen den FSV. Frankfurt den Tschammerpokal, und der Dresdner SC. ist oft. maliger sächsischer Meister und der letzte Endspiel» gegner Schalkes beim Kampf um die großdeutsche Meisterschaft. Terminliste der 2. Klaffe Gießen s geändert. 10.11.: Hungen — Saubringen. Steinbach — VfB.-R. Gießen. Klein-Linden — Lollar. Wißmar — Rodheim. 17.11.: Daubringen — Rodheim. Lollar — Steinbach. DfB.-R. — Hungen. Wißmar — Klein-Linden. 24.11.: Hungen — Klein-Linden. Rodheim — Lollar. , Daubringen — DfB.-R. Steinbach — Wißmar. 1.12.: Steinbach — Hungen. Klein-Linden — Daubringen. VfB.-R. — Rodheim. Lollar — Wißmar. 8.12.: Rodheim — Hungen. Klein-Linhön — Steinbach. Lollar — VfB.-R. Wißmar — Daubringen. 15.12.: Rodheim — Steinbach. VfB.-R. — Klein-Linden. Daubringen — Lollar. Hungen — Wißmar. 22.12.: Wißmar — DfB.-R. Durch die Neuhereinnahme von VfB.-R. II. und Wißmar war eine Neuausstellung der Terminliste notwendig. Es spielen also am nächsten Sonntag die obengenannten Mannschaften. Die Daubringer werden in Hungen auf einen Gegner stoßen, der die Punkte behalten will und sie auch auf Grund seiner Spielstärke behalten kann. Die II. Mannschaft des VfB.-R. spielt nach halbjähriger Pause wieder. Gegen den Meister dürfte es zu keinem Erfolge langen. Schon ein Unentschieden wäre eine Ueberraschung. Erst das Abschneiden von Rodheim und Wißmar gibt die Möglich» feit einer Beurteilung der Spielstarke bvi'der Mannschaften. Spielen VfL. 1860 Marburg und Germania 08 Marburg in der Vezirksklasse Gleßen/Wehloir? Schon vor Jahren waren Bestrebungen im Gange, die sogenannte Lahnliga zu bilden. Diese Bestrebungen scheiterten damals. Wie wir hören, sind in dieser Richtung erneut Verhandlungen ausgenommen worden. Vielleicht erfährt der frühere Plan jetzt seine Umsetzung in die Tat. Vom spielerischen Standpunkt wäre die Einreihung dieser Mannschaften zu begrüßen. Schwerathletik beim Hallensportfest des BfB.-Aeichsbahn. Im Rahmen des Hallsnsporffestes am kommenden Sonntag in der Turnhalle am Aulweg tritt auch die Schwerathletik-Abteilung des BfB.-Reichs- bahn vor die Oeffent-lichkeit. Zunächst wird die Ringermannschaft ge-gen Reichsbahn Hanau mit einer fast friedensmäßigen Mannschaft antreten. Folgende Ringer vom Bantam bis Halbschwergewicht starten: Rabow, Dem, Alois Funk, Uffz. Eder, Gefr. Becker und Klotz. Das Schwergew'cht fällt aus. Dann werden noch verschiedene Jugend* kämpfe gezeigt. Der vorjährige Gamnsister, Reichsbahn Hanau, ist zwar nicht mehr so kampfstark wie früher, denn drei Ringer der 1. Mannschaft sind auf dem Felde der Ehre geliehen. Der Hanauer Verein verfügt aber über tüchtige Nachwuchsrm- ger, so daß schöne Kämpfe zu ern>arten sind. Im Gewichtheben will der Schwergewichtler Gary (Marburg) eine neue Gaubestleistung im einarmig Reißen aufstellen. Erstmals wird auch Dr. Luh als Gewichtheber auftreten, denn auch als Heber zeigt Luh sehr gute Leitungen, und man erwartet z. B. im beidarmig Stoßen eine Leistung von 240 Pfund nach den bisher gezeigten Trainingsleistungen. Sprechstunden der Redaktton. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach» mittags geschlossen. Gesang des Herbstes. Von Hedwia Forstreuter. Die Luft kommt rein und frisch von den Feldern her, sie riecht nach Wiese' und Vieh, nach Laub und Kartoffelkraut. Von den kleinen Feldstücken am Dorf steigt Rauch auf, Kinder werfen immer aufs neue Kraut in die schwelende Glut. Sack an Sack steht in den Furchen gereiht, gebückte Frauen lesen Kartoffeln aus der Erde. Ich grüße herüber, und sie rufen zurück. Dann muß ich vom Rade springen und den jungen langhaarigen Jagdhund am Halsband halten,' denn ein Lastzug kommt uns entgegengebraust, und der Hund in seiner Tapsigkeit, . eben noch artig an meiner Seite, würde es fertig bekommen, im letzten Augenblick über die Chaussee zu laufen, den Autos vor die Kühlerhauben. Die Fahrer winken uns verständnisvoll zu, dann sausen tpir wieder weiter, die schöne, baumbestandene -- Chaussee entlang, über die Ebereschen ihre korallenroten Früchtebüschel zierlich halten. An Der rechten Wegseite steht Wald, von schmalen Wiesenstreifen unterbrochen, links ziehen sich Felder bis zu einer Hügelkette, die mit zart verblauendem Schattenriß den Horizont abschließt. Aus de.r Ferne kommt das dumpfe Surren eines Motors: der Trecker arbeitet auf den Kartoffelfeldern des Gutes. Ein Vorwerk taucht auf; breite weiße Stallungen mit niedrigen tiefgezogenen Dächern. Ein Haus unter Bäumen, windverbogene Kiefern als Wahrzeichen neben Scheunen. Eine Kirschallee, die noch prangt im leuchtenden Bunt ihrer Kronen, führt in leichter Biegung hügelan in die Felder. — Das Geräusch des Treckers wird stärker, und da werden auch schon langgestreckte Mieten sichtbar und Menschenreihen, die sich im Takt der Arbeit bewegen. Wir sind angelangt. Der Hund Strupp kann es nicht erwarten, daß ich mit ihm über das Feld gehe. Seine junge Herrin, die Tochter vom Gut, arbeitet dort unter den Frauen und Mädchen, und er ist außer sich vor Freude, als sie ihn ruft. Alle Gesichter wenden sich Dem heranstürmenden Hunde zu, die Kinder rufen seinen Namen, aber er nimmt kaum Notiz davon, läßt nur einmal kurz die Ohren spielen und wendet sich pneber ausschließlich zu der jungen Herrin, die mit leisen Worten zu ihm spricht. Dann ist Pause. Wir sitzen auf Säcken im Schutz einer Miete. Bei heißem Tee, Broten und dem Bericht der Morgenerlebnisse ist die Frühstückszeit behaglich. — Wir sehen von unserem tiefen Sitz auf zu dem zartblauen Herbsthimmel, an dem weiße Wolken wie die Rücken von Gebirgen stehen, fonnbeglänzt, als leuchte da oben ewiger Schnee. Die Landschaft ruht still und selig unter diesem Himmel. Baumreihen verlieren sich zum Horizont hin, lesre Felder schwingen in fünften Bogen in die Ferne. Der Pflug ging schon über sie hin, und die dunkle Scholle glänzt. Ehe wir ins Träumen kommen, schrillt die Pfeife des Vogtes und läßt uns aufspringen. Die Arbeiter gehen wieder an das Zuschüßen der Mieten, das sehr sorglich geschehen muß: erst gute Lagen Stroh, dann Erde und noch einmal Stroh, das mit Erde zugeschüttet und so befestigt wird. Gegen Frost und Feuchtigkeit muß die Kartoffel geschützt sein. Etwas entfernt von den Mieten sind die Frauen und Kinder dabei, die Kartoffeln aufzulefen, die der Trecker aus der Erde holte. Hellgelb, glänzend, groß und regelmäßig liegen die Knollen in dem braunen, lockeren Grund, und viele arbeitsrauhe Hände greifen nach ihnen, um die Körbe zu füllen, die dann in Säcke ausgeleert werden. Für jeden Korb, der beim Wagen abgeliefert wird, gibt es eine Marke, diese Kennmarken werden dann beim Löhnen verrechnet. Die Tochter vom Gut gibt die Marken aus, wenn sie nicht selbst unter den Leserinnen ist. Sie kennt also wie die Arbeiterinnen das mühselige Stapfen durch den weichen aufgerissenen Acker und das Bücken und Wiederaufrichten beim Lesen, das in den ersten Tagen der Arbeit ausgiebigen Muskelschmerz schenkt. Aber schön ist die Ernte, und alle haben den Ehrgeiz, recht viel zu schaffen, nicht allein des klingenden Lohnes wegen. Sie wissen: das gute Wetter muß ausgenutzt werden; es sind noch viele Aecker abzuernten, ehe im November die Rübenfelder drankommen. Und bei feuchter Witterung arbeitet es sich so viel schwerer. Strupp treibt sich unter den Kindern herum, bis die Herrin in wegpfeift. Dann muß ich ihn am Halsband nehmen und ein Stück fortführen, damit er folgt, der Abschied fällt ihm schwer. Wenig später trottet er zufrieden neben dem Rade die Landstraße herab, stöbert Vogel- schwärme auf und verfolgt einen flüchtigen Hasen. Das Stampfen des Treckers klingt noch aus der Ferne wie das Lied der Ebene selbst, eintöniger Gesang des Herbstes. Sloria-Paiast: „Traummusik/' „Traummusik" ist ein Itala-Film der Tobis. Er schildert den dornenreichen Weg eines jungen ehrgeizigen Musikers zum großen Erfolg. Der junge Mann hat eine Oper „Die Heimkehr des Odysseus" geschrieben, er ist von seinem Können überzeugt, und auch eine junge Sängerin, die er liebt, und die ihn liebt, glaubt an fein Talent und an seinen Aufstieg. Aber während ihr das Glück des Ruhmes beim ersten Versuch in den Schoß fällt, hat der Komponist mit seiner Oper Schwierigkeiten; da er überdies die ehrlichen Bemühungen seiner erfolgreichen Freundin, auch ihm zu helfen, verkennt, weil er auf den Generalmusikdirektor eifersüchtig ist, entfremden sich die beiden. Der junge Mann entdeckt, daß der große Erfolg bei der Revue leichter zu haben ist als bei der Oper: er stellt sich um, tauft sich um, pfeift auf das Mädchen und ihren Mäzen und verschrottet seinen „Odysseus" portionsweise zu munteren Schlagern einer knalligen Revue unter dem Titel „Traummusik". Das Mädchen aber liebt ihn noch immer, sucht ,üm, findet ihn und kommt gerade noch zurecht, um ihn zu bekehren und seiner wahren Bestimmung zurückzugeben. Er erfährt zu seiner Ueberraschung, daß der „Odysseus" (hinter seinem Rücken sozusagen) endlich doch aufgeführt werden soll, und die geliebte Freundin wird sogar die Penelope darin fingen, wie sie es sich in ihren überschwänglichen, aber anonymen Anfängen immer ausgemalt haben. Da bläst er die „Traummusik" noch auf der Generalprobe ab (er kann es sich leisten, denn er hat ja mittlerweile mit seinen Schlagern Geld verdient wie Heu), und der „Odysseus" wird ein großer Erfolg, noch dazu vom Glück zweier jungen Paare gekrönt, wohingegen Der Generalmusikdirektor leider leer ausgeht. — Das Drehbuch schrieben Georg Klaren, I. B. Malina und, erstaunlicherweise, Richard B i V- l in ger, der als Lyriker und Dramatiker well bekannter wurde. Die Vertonung wurde, den heterogenen Elementen der hier gespielten Musik entsprechend, zwischen dem italienischen Opernkomponisten Z a n D o n a i und Peter Kreuder gerecht geteilt. Der Spielleiter Geza von B o l v a r y arbeitete die krassen Gegensätze heftig heraus und sparte nicht mit üppiger Ausstattung. Gigli spielt I sich selber: er erscheint nur in zwei kürzest Szenen, aber das genügt, um ihn die blühende Fülle seiner berühmten Stimme entfalten zu lasten. Werner Hinz ist der Komponist: etwas überraschend nach dem, was er früher gespielt hat, aber das Spröde, Abweisende, Verbitterte und Zynische dieser Figur scheint feiner Ausdrucksart zu entsprechen. Marte H a r e 11, sehr hübsch, sehr zärtlich und hingebungsvoll, mit einem hohen Koloratursopran, ist die Sängerin Carla; Lizzi Wo Id mü Iler wirkt neben ihr in der Soubrettenrolle der Odelle heller und unbeschwert; Schönhals behandell den nicht besonders sympathischen Generalmusikdirektor mit taktvoller Zurückhaltung; Axel von A mb ess er, Elsa Wagner und Walter Ladengast seien vom Ensemble noch genannt. — An der Kamera stand Friedl Behn-Grund. Hans Thyriot Oer lockende Urwald. Der seit drei Jahren im bolivianischen Urwald lebende Schwede Larsen Lundström führt als Fellhändler und Orchideenjäger ein ziemlich abgeschlossenes Dasein. Kein Wunder, wenn er endlich auch einmal ein weibliches europäisches Wesen um sich sehen wollte und deshalb in einem heimffckM Blatt durch einen Stockholmer Freund ein Heiratsgesuch aufgeben ließ. Eine, so meinte er, werde sich schon finden, die zu ihm passe und das wilde Leben mit ihm teilen wolle. Nach einiger Zeit, es mögen zwei bis drei Monate Darüber verflossen sein, machte sich Larsen zu Der Poststation auf, um nachzusehen, ob sein Inserat Erfolg gehabt habe. Er fiel fast auf Den Rücken vor Ueberraschung, als bei seinem Eintritt Der Postagent auf einen kleinen' Berg von Postsachen wies, Der Dort in Der Ecke Des Raumes lagerte. „Alles für Sie, Senor!" meinte er. Und tatsächlich waren es — sage und schreibe — genau 742 Briefe, Die von heiratslustigen Mädchen an den einsamen Urwaldmenschen gerichtet worden waren. Er mußte sich noch einen Sack borgen, um Den „Segen" mit in seinen Rancho nehmen zu können, lieber einen Monat tat Larsen gar nichts weiter als Briese sortieren und prüfen, um die geeignete Ehefrau zu finden. Ob er „auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" zur Richtigen gekommen ist, wurde bis jetzt nicht bekannt; es ist aber anzunehmen.