Dienstag, 8. ®f (ober 1940 (90. Jahrgang Nr. 238 Gietzmer Anzeiger itnerte Erscheint täglich, anker Sonntnas und s>eienaas Beilagen: DieIUusl______ GiekenerZZamilienblätter Heimat nnBild DieScholle Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr des Vormittags Atuelgen-Preifer Anzeigenteil 7 Rvf. le mm bei 22 nun ^eilenbreite, Tertteil 50 Rvs. le mm bei 70 mm Beilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffelI Abschlüsse Mengenstaffel B Plavoorschrist l vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr MonatS-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. » -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschluk 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 116W^rankf. M Vrühlsche UniDcrfttälsömderei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen^Schnlstrahe 7-9 Britische Luftpiraten überfallen erneut die Reichshauptstadt. Wohngebäude und Krankenhäuser von Bomben getroffen. Berlin, 8.Oft (DJIB. Fuukfpruch.) 3n der vergangenen Nacht griffen britische Flugzeuge die Reichshauptstadl an und warfen an verschiedenen Stetten Spreng- und Brandbomben ab. Getrossen wurden iLd. zwei Krankenhäuser, darunter das bekannte Robert-Koch-Krankenhaus, mehrere Wohngebäude sowie Lagerhäuser und Bahnanlagen. Die entstandenen Brände konnten noch im Laufe der Rächt gelöscht werden. Mehrere Personen, die sich nicht in Schuhräumen aufgehalten hatten, sind als lote und Verletzte zu beklagen. Ein Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen. * Wieder klagen gemordete Frauen und Kinder Churchill und seine Luftpiraten an. Aus nächtlichem Himmel warfen sie ihre Bomben auf die Wohnviertel der Reichshauptstadt. Ein Wöchnerinnenheim und ein Kinderhospital wurden getroffen. Mehrere Tote und Verletzte sind zu beklagen. Zorn und Empörung packt jeden Deutschen, wenn er von diesen neuen Schandtaten hört. Auf Churchills Befehl überfällt die RAF. deutsche Menschen. Die Der- antroortung kommt auf ihn, und die Vergeltung der deutschen Luftwaffe kann nicht hart genug aus- sallen. Es kann kein Zufall sein, daß es Wohnstätten, Krankenhäuser, Kirchen und Schulen, geschichtliche Denkmäler und Kulturbauten sind, die heimgesucht werden. Dafür ist die Auswahl zu überlegt, die Zahl der Fälle zu groß. Auch in dieser Nacht haben die englischen Flieger mit Leucht- raketen ihr Ziel gesucht. Erst gestern ließ das englische Lügenministerium verbreiten, „der sorgfältig ausgearoeitete Plan", der den britischen Luftangriffen aus Deutschland zugrunde liege, werde in offiziellen Karten und durch Tatsachenmaterial veröffentlicht. Auf „lang vorbereiteten Plänen" seien diese Angriffe basiert, sozusagen „wissenschaftlich"' ausgearbeitet. Berlin hat in dieser Nacht wieder kennengelernt, wie es mit dieser „sorgfältigen Planung" bestellt ist. Es handelt sich um nichts anderes als einen tatsächlich sorgsam ausgeklügelten Mordplan gegen deutsche Frauen und Kinder. Churchill enthüllt 24 Stunden nach der Bekanntgabe einer solchen Heuchelei sein wahres Gesicht. Krankenhäuser und Wohnungen friedlicher Menschen, sie sind sein wirkliches Ziel. Was Berlin in dieser Nacht wieder erlebte, das ist die wirkliche Kriegführung dieses Verbrechers und seiner Mordwerkzeuge. Aber sie können gewiß feiif, daß die deutsche Vergeltung ihnen tausendfältig heimzahlen wird, was sie dem deutschen Volke angetan haben. Die deutsche Luftwaffe wird nicht nachlassen, um in immer neuen rollenden Angriffen, deren Wucht sich von Tag zu Tgg steigert, England auf die Knie zu zwingen. Bombentreffer auf Rüstungswerke und Dersorgungsbeiriebe, Bahnhöfe und Flugplätze. Der Wehrmachtsbericht vom Montag. Berlin, 7. Oktober. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: London und zahlreiche andere Ziele in 5 üb- engtand wurden' am 6. 10. und in der Rächt zum 7.10. trotz schwierigster Wetterlage wieder erfolgreich angegriffen. 3n London explodierte ein Großgaswerk mit nachfolgender starker Brandwirkung. Weiter gelang es, ein Wasserwerk stark zu beschädigen. Einzelne Flugzeuge griffen mehrere Rüstungsbetriebe in Südengland an und vernichteten Kesselhäuser, Montagehallen, Maschinen, Fertigsabrikate und Vorräte. Bomben schweren Kalibers trafen mehr- fach Bahnhöfe und Gleisanlagen. 3n- folge von Bombentreffern auf einigen Flugplätzen stürzten mehrere Hallen ein, zahlreiche Flugzeuge wurden durch Bombentreffer und MG.-Befchuß am Boden vernichtet. Angriffe auf verschiedene Truppenlager südlich von London hatten nachhaltige Wirkung. Zahlreiche Volltreffer in Baracken und Unterkünften konnten beobachtet werden. 3n Thameshaven und Port Victoria lösten Bombenexplosionen neue große Brände aus. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Süd- und Südostküste Englands. Zu Luftkämpfen kam es infolge der Wetterlage gestern nicht. An der dänischen Westküste versuchten feindliche Flugzeuge, zwei deutsche Vorpostenboote anzugreifen. Lin feindliches Flugzeug wurde abgeschossen, die übrigen zur Umkehr gezwungen. Bei den Angriffen auf Rüstungswerke in England zeichneten sich durch besondere Kühnheit aus: Oberleutnant Braun, Oberleutnant Biewer, Oberleutnant Kühn und Oberfeldwebel Dolf. London dem Untergang geweiht. Ein neutraler Diplomat berichtet über Genf, 7. Oft. (DNB.) ,Hn einigen Wochen wird es sinnlos sein, daß deutsche Flieger London weiterhin bombardieren, wenn bis dahin die deutschen Luftangriffe so intensiv fortgesetzt werden, wie das in den letzten Tagen meines Londoner Aufent- halles der Fall war. Die Zerstörung Londons wird alsdann wie der Untergang Karthagos in die Geschichte eingehen", erklärte ein neutraler Diplomat, der London am 23. September verlassen hat und nun in Genf angekommen ist. Es gebe in London und Umgebung kein Industrieviertel mehr, das nicht unter den deutschen Bombenangriffen gelitten habe. Kein vernünftiger Mensch könne mehr von einer normalen Wetterführung des Londoner Wirtschaftslebens sprechen. Jeder Wirtschafts- und Handelsverkehr diene nur noch dem Zweck, wichtige Rohstofflager in das Innere des Landes zu transportieren sowie das Maschinenmaterial wichtiger Londoner Kriegsindustrien vor der Zerstörung zu retten. Die Des- Organisation des Londoner Verkehrslebens hätten die Deutschen bereits erreicht. Die Versorgung der Londoner Bevölkerung mit Lebensmitteln sei zum heikelsten Problem der Behörden geworden, nachdem Tausenden obdachlos und brotlos gewordenen Menschen Massenspeisungen verabreicht werden müßten. So tapfer sich die Londoner auch bisher verhalten hätten, so könnten sie doch angesichts der schlechten Vorbereitung Londons auf die große deutsche Luftoffensive nicht bei guter Moral erhalten werden. Nur derjenige, der ein einziges Mal eine Nacht auf einem der Londoner U n t e r - gründ bahnhöfe verbracht habe, könne mit einigem Recht die Nervenprobe beurteilen, der die Londoner täglich seit Wochen ausgesetzt seien. Er werde nie die Panikstimmung vergessen, die er in Waterloo-Station erlebte, als für Sekunden der elektrische Strom durch Erschütterungen von in der Nähe emschlagenden Bomben unterbrochen wurde. Das zweite Mal befand er sich im Unter» qrundbahnschlacht von Piccadilly-Zirkus, als aus dem Tunnel der Bahnlinie plötzlich eine dichte Rauchwolke drang. Durch den leichtsinnigen Rus Gas" habe es unter der zusammengedrangten Menge eine furchtbare Panik gegeben. Was er dabei erlebte, gehöre zu den fürchterlichsten Eindrücken seines Lebens. Heber die angerichteten Schaden konnten sich die Londoner selbst kein Bild machen.^Die am meisten betroffenen Industrie- und Hafenviertel seien ab- die Wirkung der deutschen Lustangriffe, gesperrt worden. Die Journalisten europäischer Zeitungen könnten sich mir noch über amerikanische Kollegen einigermaßen über das ins Bild setzen, was im Verlauf der letzten Angriffe bombardiert wurde. Die offiziellen Mitteilungen enchatten in der Regel Angaben über Schäden, die a ch t Tage vorher angerichtet wurden und auch nur das, was nicht mehr verheimlicht werden konnte. In die City gelangt man nur noch, wenn man sich ausweisen könne, daß man in diesem Stadtviertel wohne oder beschäftigt sei. Seit dem 20. September könne der gewöhnliche Sterbliche weder die' St. Pauls-Kathedrale noch die Bank von England besuchen. Das Bewußtsein, daß die deutschen Flieger nur wirtschaftliche und militärische Objekte angreifen, gebe ihnen mehr Sicherheit als der Luftschutzkeller. Wenn es in der Absicht der deutschen Flieger gelegen hätte, Londoner Kunstbauten zu zerstören, so gäbe es wahrscheinlich heute weder ein Parlamentsgebäude, noch eine Westminster-Abtei, noch eine St. Pauls-Kathedrale mehr. Ein Wärter vom St. James-Palast habe ihm das durch eigene Beobachtung bestätigt. Er schilderte, wie ein deutscher Flieger dicht über dieTrafal- gar s ä u l e geflogen sei. Fast habe es ausgesehen, als ob er in Whitehall landen wollte, fö tief fei er plötzlich heruntergegangen, um dann dicht am Big- Ben-Turm über das Parlamentsgebäude zu fliegen. Alsdann habe er beobachtet, wie das deutsche Flugzeug in einer steilen Aufwärtskurve über d i e Themse geschwenkt sei, um dann seine Bomben auf das große Bürohaus einer Schiffahrtsgesellschaft zu werfen. Ein Kraterloch war etwa 200 Meter entfernt vom St. James-Palast auf einem freien Platz zu sehen. Die Bombe habe wahrscheinlich dem etwas weiter unten liegenden Gebäude der brittschen Admiralität gegolten. „Als in der Woche vom 17. bis 21. September der örtliche Londoner Po st verkehr zwei- mal unterbrochen war, verbreitete sich das Gerücht, daß das Londoner Hauptpostgebäude ebenfalls vernichtet fein müsse. In den letzten Tagen meines Londoner Aufenthaltes brauchte ein Brief von Bekannten aus Surditon, das von Waterloostatton mit der Vorortbahn in 25 Minuten zu erreichen ist, 10 Tage. Die Vororte Londons sind durch die deutschen Luftangriffe zu unerreichbaren Gegenden geworden, wie umgekehrt die meisten Bewohner der Vorstädte nicht mehr nach London fahren können. Das Eisenbahnnetz der Vorortbahn, namentlich der Linien, die in Waterloo-Station einlaufen und vom Surrey kommen, muß sehr gelitten haben. Von etwa 18 in Waterloo einlaufenden Linien sind drei völlig ausgefallen. Wenn ich daran denke, daß sich seit meiner Abreise die deutschen Angriffe auf London verdop - pelt haben, schließt der neutrale Berichterstatter, so scheint es mir unmöglich, daß man in nächster Zeit in London noch von einer Stadt sprechen rann, die in wirtschaftlicher oder strategischer Hinsicht eine nützliche Funktion für die britische Verteidigung ausüben kann". Am Mittag 22 Briten abaeschosien. Berlin, 7.Oft (DRB.) Am Montag griffen unfere Kampfflugzeuge zum Teil unter dem Schuhe von 3agbftiegern London und Ziele im Süden und Südosten der britischen 3nfel an. 3n London wurde fast pausenlos Fliegeralarm gegeben. Hafenanlagen, Rüstungswerke. Versorgungslager, Eisenbahnen, Flugplätze und andere wichtige Ziele erhielten Treffer, die Brände und Zerstörungen zur Folge hatten. An verschiedenen Stellen entwickelten sich Luftkämpfe, in deren Verlauf 22 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt. 3tolienifd)e Li-Boote passieren die Straße von Gibraltar. Stockholm, 7. Okt. (Europapreß.) Italienische U-Boote sollen nach einer Meldung der „Allehanda" aus London, die Straße von Gibraltar passiert haben. „News Chronicle" lyncht die italienischen U-Boote auch für die Versenkung zahlreicher englischer Schisse im Mittelmeer v-erantwortlich. Rund 15 Millionen Reichsmark in der ersten Reichsstraßensammlung. Berlin, 7. Oktober. (DBB.) Die am 21. und 22. September 1940 durchgeführte erste Reichsstra- hensammlung im zweiten Krlegs-Winter- h 11 f s w e r k 1940/41 erbrachte nach bisher vorliegenden Meldungen das Ergebnis von 14896404,18 Reichsmark, das find 19 Reichspfennig je Kopf der Bevölkerung. Kamps am Kanal. Don Konteradmiral a O. Täqert. Eine freundliche Einladung von hoher Stelle gab Gelegenheit, d i e Häfen Belgiens und der französischen Küste bis^hinab zur Loiremündung zu besichtigen. Eindrücke unvergeßlicher Art bringt eine solche Reise. Dem Berichterstatter war sie ganz besonders interessant, wett er den gesamten Weltkrieg bei den Marinekorps in Flandern mitgemacht hatte Admiral v. Schröder, „der Löwe von Flandern", führte damals das Kommando. Die Kriegsmarine hätte sich keinen besseren Vertreter wünschen können. Seine Aufgabe war nicht leicht. Mit neu zusammengestellten Formationen galt es den langen Küstenstreifen von der holländischen Grenze bis zum Jserkanal, gleichzeittg das nördlichste Stück der Landfront zu sichern. Schwere Angriffe der Engländer waren abzuweh- ren. Diesen lag alles daran, die verhaßten Unter» seebootnester Ostende, Zeebrügge in Besitz zu bekommen. Der Admiral hat alle diese Angriffe zu' vereiteln gewußt. Aber das, was wir alle im März 1918 von der großen Frühjahrsoffensive erwarteten: ein weiteres Vordringen längs der Küste bis nach Boulogne und Calais, das ist uns nicht beschieden gewesen. Anders heute, da ein Feldzug ohnegleichen die gesamte Nord- und Westküste Frankreichs in unsere Hand gebracht hat. Die Häfen von Ze e b r ü g g e und O st e n d e, die wir nur flüchtig besuchten, sind jetzt von sekundärer Bedeutung. Auch das starke Dünkirchen, der Hattpt- ausstihrhafen der gewerbereichen Picardie, im Weltkriege ein ersehnter strategischer Punkt, hat nicht mehr den einstigen Wert. Boulogne und Calais sind naturgemäß die Hauptorte unserer Stellung an der französischen Nordküste. Unvergeßlich der Blick vom ururalten Leuchtturm des Kaps Gris Nez, das westlich von Calais seine „Graue Nase" in die See steckt: Drüben liegen in leichten Dunst gehüllt die Umrisse der englischen Küste. Nur 35 Kilometer breit ist hier der engttsche Kanal. Die stolzesten Erinnerungen Englands knüpfen sich an die Erfolge, die feine Flotten einst in dieser Seestraße daoontrugen. Im Weltkriege blieb der Kanal fest in feindlicher Hand. Mehr als 150 000 Handelsschiffe haben während seiner Dauer die Straße von Dover passiert. Auch im jetzigen Kriege, noch vor wenigen Monaten, bestand drüben in den Downs, der südlich der Themsemündung liegenden Außenreede, die gefürchtete Kontrollstatton, die jedes hier LowerbendiebrilischenLustverbrechenvergollen. ff M Unser Bild gewährt einen Blick in eine Geschäftsstraße in unmittelbarer Nähe der Londoner Docks, die von den Vergellungsangriffen der deutschen Luftwaffe, die diesen militärischen Anlagen galten, schwer betroffen wurde. Die Ausnahme wurde telegraphisch von London nach Neu» york übertragen und von dort durch Luftpost wieder nach Europa befördert. — (Scherl-Bilderdienst-M.) London unter ständigem Lustalarm. Stockholm, 8. Okt. (Europapreß.) London hat in den frühen Morgenstunden des Montags fünf Luftalarme erlebt Jedesmal konnte man selbst in der City das Dröhnen der deutschen Flugzeugmotoren hören oder die Detonationen deutscher Bomben vernehmen. Es wird nicht bestritten, daß sich die deutschen Maschinen trotz heftig st er englischer Boden- und Luftabwehr ihren Weg bis zum Herzen der Hauptstadt bahnen konnten, um dort Bomben abzuwerfen. Die Grafschaft Kent kommt in des Wortes wahrster Bedeutung aus den Luftalarmen nicht mehr heraus, wett die deutschen Maschinen an dieser Stelle meist die Küste überfliegen, um ihren Kurs nach London fortzusetzen. Küstenorte dieser Grafschaft und wichtige Punkte an der Südostküste wurden auch am Montag wieder bombardiert. Bei den Einflügen in den englischen Luftraum handelt es sich nach englischen Darstellungen um Aktionen großer deutscher Formationen, die von Jagdflugzeugen stark geschützt waren. Auch die Ballonsperren von Dover sind im Lause des Montags zweimal angegriffen worden. Die englischen Zensurmaßnahmen scheinen am Montag wieder vers ch ä r f t worden zu sein. Die schwedische Zeitung „Astonbladet", die einen eigenen Korrespondenten in London unterhält und ihre Setten täglich mit langen Spalten eigener Berichte füllt, enthält am Montag nicht einen einzigen davon. In Schweden macht man außer- dem die Feststellung, daß der Nachrichtendienst des englischen Rundfunks mit jedem Tage ärmer wird. Am Montagvormittag war in Schweden nur der für die Vereinigten Staaten bestimmte Nachrichtendienst zu hören. Die Nachrichten waren bereits in der Nacht zum Montag in London verfaßt worden. Sie wurden in den Vormittagsstunden von Wachsplatten auch im europäischen Programm gesandt. Das Geschäftsleben an der Londoner Börse verläuft nach neutralen Darstellungen nicht mehr normal. So berichtet „Astonbladet" am Montag, daß sich viele Geschäftsleute des Telephons bedienen. Man wagt nicht mehr in die City zu fahren und will offensichllich seine Geschäfte durch Fernschreiber von der Provinz aus abwickeln. An eine Evakuierung der Börse ist man noch nicht gegangen, weil man die gewaltigen Er» schütterungen des Börsenverkehrs vermeiden will, die eine solche Maßnahme mit sich bringen müßte. Pläne für eine Evakuierung des Börsenverkehrs wurden bereits im Juli fertiggestellt. vordeikommende Handelsschiff anlaufen mußte. Und heute? Auf der ganzen Seestraße ist auch nicht eine einzige Mastspitze zu erblicken. Unsere Marineartillerie, unsere glänzend geführten Schnell- boote haben im Verein mit den stets bereiten Flugzeugen dafür gesorgt, daß lediglich des Nachts und bei unsichtigem Wetter noch vereinzelte Schiffe ängstlich längs der englischen Küste dahinschleichen. Hier in dieser Gegend liegt, wie der Seemann sagt, „allerhand an". Kriegsmarine, Heer und Luftwaffe wirken, von Kolonnen einsatzbereiter Arbeiter unterstützt, in unverzüglichem Einvernehmen, Die Hindernisse, die unsere abziehenden Feinde in den Häfen hinterließen, werden in raschestem Tempo beseitigt. Aufgeräumt ist die unermeßliche von der fliehenden englischen Armee zurückgelassene Beute. Die ausgefahrenen Straßen sind wieder in gutem Zustande. Von Feindwirkung war wenig zu spüren. Es war charakteristisch, daß in den beiden Nächten, die wir in B o u l o g n e zubrachten, nur zwei unwesentliche Flugzeugangriffe vorkamen. Die Bevölkerung kann ungestört ihre Tätigkeit ausüben. Durch die fruchtbaren Gefilde der Normandie geht unsere weitere Fahrt. Bei Abbeville war das Ziel der Frühjahrsoffensive 1918. Mit seiner Besetzung wäre das englische Heer in Flandern isoliert und dem Verderben preisgegeben worden. Trotz furchtbarster Kämpfe ist dieses Ziel damals nicht erreicht worden. Im jetzigen Kriege wurde Abböville durch kühn vordringende Panzerforma- tionen gleich im ersten Ansturm genommen. Jämmerlich war in dem altertümlichen Rouen der Anblick des von den zurückgehenden Engländern völlig zerstörten Hafenviertels. Bis dicht an die weltberühmte Kathedrale hat sich eine verheerende Feuersbrunst erstreckt. Mit Lebensgefahr sich einsetzende deutsche Pioniere retteten das ehrwürdige Gotteshaus, wie der schriftliche Dank des Erzbischofs ausdrücklich bestätigte. Auch in Rouen sind deutsche Märinebehörden tätig, ebenso in dem in der französischen Marinegeschichte vielgenannten St. Malo, dem Haupthafen des gleichnamigen malerischen Meerbusens. In der Umgebung besin- den sich vielgenannte Badeorte, die auch unseren im Binnenlands stationierten Besatzungstruppen in bestimmter Wechselfolae zugänglich gemacht werden. Begeistert über den Anblick der See äußerten sich Südbayern und Ostmärker, die wir hier antrafen. Erwähnt sei die tadellose Disziplin unserer Soldaten, deren korrektes Verhalten auch von französischer Seite überall anerkannt wurde. Die Weiterfahrt bringt uns in die Bretagne, die Stätte unzähliger Erinnerungen und Sagen, die Heimat uralter Städtchen und Sitten. B r e st, der große Kriegshafen an der hier von den Flutwellen tief angezackten atlantischen Küste, ist unser nächstes Ziel. In der Präfektur, in der wir empfangen werden, hängen Tafeln, auf denen die hier seit 1560 kommandierenden Admirale verzeichnet sind, manch Name von hohem Klang ist darunter. Brest hat sich oft jahrelang gegen große englische Blockadeflotten zu verteidigen gewußt. Und um so peinlicher war es für die französische Marine, daß der letzte Stationschef die berühmte Stadt dem höchst energisch auftretenden Führer einer kleinen deutschen Panzerabwehrabteilung kampflos übergab. Deutsche Marineangehörige halten fetzt die wieder arbeitende große Werft, die ausgedehnten Küstenbefestigungen besetzt. Auch die wichtige Insel O ue s- sant nördlich des Hafens hat deutsche Besatzung. Ihre berühmten Leuchttürme, die Eingangslichter für den südlichen Teil des Kanals, brennen jetzt nur noch auf deutsches Geheiß. Auch die letztgenannten Atlantikhäfen, beide mit sehr leistungsfähigen Werft- Einrichtungen versehen, find für uns von großer strategischer Bedeutung. Wie der Wehrmachtsbericht oes öfteren mitteilte, find von der französischen Westküste aus unsere Unterseeboote mit steigendem Erfolge tätig. Sie brauchen jetzt nicht mehr wie im Weltkriege die mühselige lange Ausfahrt aus dem „nassen Dreieck" der Nordsee zurückzulegen. In wenigen Stunden haben sie die jetzigen südlichen Weae Der noch übrig gebliebenen englischen Handelsschiffahrt erreicht und schon manche wertvolle Prise mit willkommener Ladung einge- bracht. Ihre unheimliche Tätigkeit hat den Schiffsverkehr nach England, der einst die Gewässer dieser Küsten belebte, weit hinausgedrängt in den Ozean. Noch im Frühjahr wurde von London aus stolz berichtet, daß die Zufuhren Englands aus dem Südatlantik in regelmäßiger Folge einträfen. In Dakar, dem großen Hafen von Französisch-West- afrika, wurden Geleitzüge zusammengestellt und unter starkem Schutz von Kriegsschiffen in die Heimathäfen geführt. Dakar, gerade jetzt nach dem brutalen Bombardement der britischen Flotte viel genannt, ist heute den Engländern verschlossen. Auch die Deckung der Geleitzuae ist nach den schweren Verlusten der englischen Kriegsmarine nicht mehr so stark wie früher. Vorsichtig tasten heute diese Transporte nach Norden. Der Kanal, die Südeinfahrt der Irischen See, alles ist zu unsicher geworden. Bis au den Hebriden hinauf führt heute überall die gefährdete Reise, dann suchen die einzelnen Schiffe die wenigen Häfen Norvenglands auf, die noch einigermaßen sicher sind. Unsere Besetzung der gesamten französischen Nord- und Westküste hat eben den englischen Schiffsverkehr in einer Weise getroffen, wie sie die Geschichte des Landes noch nicht gekannt hat. Fortdauernde Angriffe von Nordfrankreich aus, immer stärker werdender Einsatz unserer Seestreitkräste im Kanal und Atlantik müssen auf die Dauer derart zermürbend wirken, daß auch der zäheste Widerstandswillens unserer Feinde sich beugen wird. Geleiizug im Roten Meer bombardiert. Der italienische Wehrmachtsbericht. Rom, 7. Oft (DKB.) Der ttattenlsche wehr- machlsberlcht vom Montag Hal folgenden Wortlaut: Die im gestrigen Wehrmachtsbericht erwähnte Schnellboolflottllle hat ein weiteres feindliches U-Boot versenkt Im Roten Meer wurde ein feindlicher, von Kreuzern und Zerstörern begleiteter Geleit- zug von unserer Luftwaffe mit Bomben belegt 3n 0 ff a f r i f a Patrouillentätigkeil jenseits von Lassala und in der Umgebung von (El Zuan (westlich von Om Age). Die feindliche Luftwaffe hat G a l l a b a l bombardiert wobei vier Askaris getötet und sechs verletzt wurden. Weitere Luftangriffe auf Otumla (Maffaua) und M e t e üi m a haben drei Tote und zwei verletzte unter den (Eingeborenen zur Folge gehabt (Einige Hütten wurden zerstört (Ein feindliches U-Boot, das in der Rahe von Savona aufgetaucht war, hat einige fianonen- fchüffe auf die Stadt abgefeuert (Es wurden einige Privathäufer getroffen, wobei es unter der Bevölkerung einen Toten und fechs Verwundete gab. Leichter Sachschaden. Oer „New ffork Times"- Korrefpondent aus Italien ausaewieien. Rom, 7. Okt. (Europapreh.) Wie amtlich mit- geteilt wird, ist der nordamerikanische Journalist Herbert M a 11 e w s auf gefordert worden, Italien zu verlassen, weil er an die „New Port Times" eine Meldung gegeben hatte, in der er fälschlich behauptete, Italien und die Achse mischten sich in die nordamerikanischen Präsidentschaftswahlen ein. Damit habe Mattews versucht, die Beziehungen zwi- chen den beiden Ländern zu stören. Gayda schreibt im „Giornale d'Jtalia", dies sei ein Akt sauberer Klarstellung der italienischen Politik und ihrer Beziehungen zu den USA. Es sei schon gesagt worden, daß es Italien nichts angehe, ob Roosevelt gewählt werde oder nicht, ob er der Mann des Krieges oder des Friedens sei. Italien wisse ebenso wie Deutschland, daß es den Krieg gegen England gewinnen werde unter allen nur er« Deutlichen Bedingungen. Es, habe keinen Anlaß, um die Haltung anderer Länder und um die Möglichkeiten neuer Bündnisse Englands besorgt au fein. Aber Italien geftatte nicht, daß auf Kosten seiner klaren Politik, und sei es auch zugunsten eines Wahlfeldzuaes, dunkle Manöver geschaffen würden. Italien mische sich nicht in die innere Politik der USA. ein. Es verlange aber auch, daß die USA.« Staatsbürger sich nicht in seine Angelegenheiten mischten und ihm mit bewußter Lüge Vorsätze und Pläne zuschrieben, die es nicht hege. Englische Wunschträume. Churchills Ittusionspropaganda hält vor der Wirklichkeit nicht stand. Stockholm, 7. Okt. (DNB.) Während die deutsche Luftwaffe mit gewaltigen Harnrnerschläaen pausenlos die militärischen und wirtschaftlichen Kraftzentren der britischen Insel zermalmt, nehmen die in die Enge getriebenen plutokratischen Kriegsbrandstifter zu immer groteskeren Jllusions- manövern ihre Zuflucht. So berichtete der Londoner Nachrichtendienst am Montag, daß am Samstagabend in London ein Schriftstück veröffentlicht worden fei, das Einzelheiten der „großen englischen Luftangriffe gegen Deutschland" enthalte. Dieser größte Offensivplan der Weltgeschichte sei von dem neuen Luftmarschall Portal ausgearbeitet worden. Das Schriftstück, das 29 Seiten umfasse, zeige, wie Großbritannien ystematisch die deutsche Kriegsmaschine von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze und von der Ostsee bis über Berlin hinaus sowie bis Süddeutschland zertrümmern werde. Schon heute seien die Zerstörungen sehr groß (!). Kein Zweig der lebenswichtigen deutschen Rüstungsindustrie sei vergessen worden. Diese lächerlichen Vorschußlorbeeren für den neuen Generalstaoschef der RAF. werden noch durch einen Artikel des „Daily Telegraph" ergänzt, der den anmaßenden Titel „Der Weg zur Luftherrschaft" trägt. In diesem wird ebenfalls mit allen möglichen Wunschträumen jongliert, so u. a. mit der Lüge, daß 90 v. H. der deutschen synthischen Oelerzeugung „ununterbrochen bombardiert würden". (!) Das deutsche Volk ist durchaus im Bilde, w i e die Ziele aus sehen, die die britischen Bomber bei ihren nächtlichen planlosen Einflügen nach Deutschland gesucht und getroffen haben. Es sind Arbeiterwohnungen, Schrebergärten, Kirchen und Krankenhäuser. „Bombardiert Berlin, damit London gerettet wird!" ist die Parole des britischen Informations- Ministeriums, die an allen noch stehenden Gebäuden am Montag angeschlagen ist Unter dieser Ueberschrift befindet sich eine große Landkarte von Europa, auf der die von der britischen Luftwaffe angegriffenen Städte Deutschlands und der besetzten Gebiete verzeichnet sind. Es wird behauptet, daß. insgesamt 200 verschiedene militärische Ziele bombardiert worden seien. Auf der Landkarte sind die Distrikte Westdeutschlands sowie die Häfen, die angeblich für die Zusammenziehung deutscher Truppen an der holländischen, belgischen und französischen Küste in Frage kommen, vermerkt. Diese Karte soll den Engländern die ,^roße britische Offensive gegen Deutschland" verdeutlichen und sie mit iyren phantastischen Angaben über die Leiden des Luftkrieges im eigenen Lande hinwegtäuschen. Ein etwas Dürftiges Ablenkungsmanöver und ein billiger Trost, sich an den Illusionen einer phantastisch herausgeputzten Karte angeblicher Siege der Royal Air Force zu berauschen, während man Tag und Nacht in Kellern und Untergrundbahnhöfen die rollenden Angriffe der deutschen Bombengeschwader über sich hinwegbrausen hört. Der Versuch dieser Irreführung erscheint uns zu primitiv, um nicht selbst den Engländern auf die Nerven zu fallen. 3n einem denischm „tzeckenspringer" über England. A '„i Für ihre wagemutigen Tiefangriffe auf die militärischen Ziele in England haben die deutschen Kampfflieger den Beinamen „Heckenspringer" erhalten. Hier geht es im Tiesflug über einen britischen Flugplatz. Der Angriff der „Do 17" kam so überraschend, daß die englischen Jäger nicht einmal mehr Zeit hatten, zur Abwehr aufzusteigen. Im Hintergrund verrauchen die Bombeneinschläge der vorausfliegenden Kameraden. Hinter der Trennmauer ist gerade eine Bombe betoniert, die ein Jagdflugzeug gefaßt hat. Ein startbereit ausgestellter Jäger vom Typ Hurricane steht innerhalb der Umwallung, die gegen Bombensplitter schützen soll. Im Vordergrund ist die Verkleidung des rechten Motors zu erkennen. — (PK.-v. Pedal. — Scherl°M.) Hauptmann Wicks 41. Luflsieg. Don Kriegsberichter Oskar Lachmann. Hauptmann Helmut Wick, Kommandeur einer Jagdgruppe, wurde anläßlich feines 40. Luftsieges vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. (Scherl-Bilderdienst- jOKW.-j M.) * DNB.....7. Oktober. (P. K.) Nach einem trüben Regentag scheint heute hell und warm die Herbst- fonne. Frisch getankt stehen die Maschinen einer deutschen Jagdgruppe auf dem Flughafen. Schon wird gestartet. „Freie Jagd!" lautet der Befehl. Hauptmann Wick fliegt wie immer an der Spitze feiner Jagdgruppe! Fast in gleicher Höhe mit unteren Jägern fliegt eine Staffel enalischer Hur- ricane-Mafchinen. Ziemlich dicht aufgeschlossen nehmen sie ihren Kurs. Da greift Hauptmann Wick an: Unsere Jäger sind etwa 500 Meter näher herangekommen,. Mit einer einzigen Feuergarbe hat er den zuletzt fliegenden Briten zerschmettert. Eine starke Rauchfahne nach sich ziehend, geht er sofort in die Tiefe. Hauptmann Wick schießt in Bruchteilen von Sekunden den zweiten feindlichen Jäger aus der Mitte heraus. Mit brennender Maschine saust auch dieser der Erde zu. Nun haben die Briten das Unheil bemerkt. Der erste Jäger, den Hauptmann Wick ins Visier bekommt, macht im gleichen Augenblick einen Abschwung. Sofort türzt er mit seiner Maschine nach, und während )es rasenden Abschwunges trifft er den Briten mit einer tödlichen Feuergarbe. Mit einer Riefenfahrt ind die anderen deutschen Jäger herangebraust; für die Engländer besteht keine Möglichkeit einer Net- tung mehr. Feldwebel E. allein befördert nacheinander auf die gleiche Art drei englische Jäger in den Tod. Noch weitere sechs englische Maschinen werden von den deutschen Jägern ohne langen Kampf abgeschossen. Die gesamte englische Staffel wurde in wenigen Minuten re st los vernichtet. Die deutsche Jagdgruppe aber landet ohne jeden Verlust. Noch während Hauptmann Wick mit seinen Flugzeugführern die Kampfbesprechung abhält, wird er an das Telephon gerufen. Der Reichsmarschall spricht ihm und der Gruppe feine Anerkennung für den großen Sieg aus. Der erfolgreiche Gruppenkommandeur hat feinen 39. Luftsieg errungen. Schnell sind die Mesferschmittmaschinen neu getankt. Der zweite Einsatz geht wieder über Englands Küste. Südlich von P. zeigen sich die englischen Jäger. Sie sind noch, erheblich unter unseren Illusionen. Vvn jeher war es britische Methode, Niederlagen wenigstens propagandistisch in Siege umzufälschen, und in der gleichen Linie liegt es auch, wenn man die Kaltstellung des Ehefs der Royal Air Force als eine Beförderung herausftaffiert, um das eigene Volk und die Weltöffentlichkeit über das Peinliche eines Pferdewechsels mitten im Strom hinwegzu- täuschen. Ader die Depression in England ist doch zu deutlich, um nicht dem Jnformationsministerium Sorgen zu machen. So muß die Jllusionsmaschine Duff Coopers auf höchste Touren gebracht werden. Den Gipfel erreicht die Phantasie dieser Herren in einer vom englischen Nachrichtendienst verbreiteten „genauen Beschreibung der seit Kriegsausbruch auf Deutschland unternommenen Bombenangriffe bis Ende September 1940". Was hier von der fyste« matifch zerschmetterten deutschen Benzinproduktion, von schweren Beschädigungen deutscher Ölraffinerien, von Vernichtung deutscher Transportwege und Dockanlagen zurechtgelogen wird, läßt sich nur aus dem Bestreben erklären, die durch die rollenden Angriffe der deutschen Bombengeschwader täglich mehr zermürbte Bevölkerung Englands über den tödlichen Ernst der Situation Hinwegtäuschen. 700 Schläge, so rühmt sich Churchill, seien auf diese Weise gegen Deutschland geführt worden, ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan habtz den Erfolg garantiert. Wie dieser Erfolg in Wahrheit aussah, haben bfe Bewohner der Reichshauptstadt wiederum in der letzten Nacht feftftellen können, wo sieh die britischen Luftpiraten nach dem „wohlvorbereiteten Plarn ihre Ziele in den Wohnvierteln und unter den mit dem Roten Kreuz weithin gekennzeichneten Anstalten der Kranken- und Wohlfahrtspflege ausgesucht haben. Aber wenn dem wirklich so wäre. Sind Sie erkältet? Dann achten Sie darauf, daß nicht durch Vernachlässigung unliebsame Folgeerscheinungen auftreten. Sorgen Sie für rasche Wiederherstellung Ihrer Gesundheit. Nehmen Sie vor dem Schlafengehen ober im Bett Klosterfrau-Melissengeist nach folgendem Rezept: 1—2 Eßlöffel Klostersrau-Me» liffengeift und 1—2 gestrichene Eßlöffel Zucker, mit etwa der doppelten Menge kochenden Wassers gut verrührt, möglichst heiß trinken und dann schwitzen. Zur Nachkur und um Rückfällen entgegenzuwirken, noch einige Tage, und zwar 2—3mal täglich einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist in einer Tasse Pfefferminz- oder schwarzem Tee. Am besten besorgen Sie sich sofort Klosterfrau-Melissengeist. Ihr Apotheker oder Drogist hält ihn in der blauen Originalpackung mit den drei Nonnen in Flaschen zu RM. 2,80, 1,65 und 0,90 (Inhalt 100, 50 und 25 ccm) vorrätig. 4501V wie es Herr Churchill seinen Engländern vörphan- tafiert, wenn wirklich die Royal Air Force auch nur irgendwie beachtliche militärische ober wehrwirtschaftliche Ziele in Deutschlanb erfolgreich hätte mit Bomben belegen können, warum dann, so wird sich alle Welt fragen, der plötzliche Wechsel im Oberbefehl dieser so vortrefflich geführten britischen Luftwaffe. Da stimmt also etwas nicht, und es ist nur allzu deutlich, wo hier die Rechnung Churchills ein Loch hat. Selbst in England, dessen Bevölkerung man jede Möglichkeit nimmt, sich selbst über die von den deutschen Bombengeschwadern angerichteten Schäden zu informieren, selbst in England werden diese plumpen Jllusionsmanöver Churchills und seiner Helfershelfer eines Tages durchschaut werden. Aber heute glauben die britischen Jllusionspropagan- biften anscheinend noch, dem englischen Volk die dümmsten Märchen ungestraft vorsetzen zu können. Dazu gehört ein Bericht des militärischen Reuter- Korrespondenten, der allen Ernstes mitteilt, daß die „leitenden Köpfe" der britischen See-, Land-- und Luftstreitkräfte nunmehr an den Krieg aus dem Gesichtswinkel des E i n f a l l es in Deutschland dächten. Ein militärischer Angriff auf das europäische Festland setze jedoch eine derartige Überlegenheit der angreifenden Streitkräfte zu Wasser und in der Luft voraus, daß sie auf dem Festland einen tiefreichenden Brückenkopf anlegen könnten und den Nachschub zur See und in der Luft gewährleisteten. Man könne annehmen, daß künftighin einmal der S ü b 0 ft e n bes Reiches von ber Abria her über Triest angegriffen werde, obwohl dies nur einer ber vielen Pläne fei, bie man angesichts der britischen Bewegungsfreiheit zur See ins Auge fasse. So etwas tischt bie amtliche englische Nachrichtenagentur bem Volk in einer Zeit auf, in ber bie eigene Insel unter dem verheerenden immer dichter auf Versorgungsbetriebe, Rüstungswerke, Hafen- anlagen und Flugplätze herniederprasselnden Bombenhagel ber deutschen Luftwaffe liegt, in der die englische Heimatflotte sich in ihre äußersten Schlupfwinkel verkriecht, um nicht vvn deutschen U-Booten und Bombern aufgespürt zu werden, in ber Geleitzüge mit dringend notwendigen Lebensmitteln und Rohstoffen nicht einmal unter der Kanalküste entlang ungehindert vom Feuer der deutschen Küstenbatterien passieren können, in ber auch bie britische Mittelmeerflotte nicht in der Lage ist, ben italienischen Stoß gegen Aegypten wirkungsvoll zu parieren. Wahrlich, den Kriegsmachern in London muß das Wasser bis zur Kehle stehen, wenn sie zu derartigen Propagandatricks schreiten müssen, bie mit ihren reinen Illusionen keiner Wirklichkeit standzuhalten vermögen. Maschinen. In einer großen Rechtskurve kreisen die deutschen Messerschmittjäger über den Briten. Auch diesmal gibt es kein langes Warten. Hauptmann Wick ist wieder der erste. Im schneidigen Angriff packt er ben ersten britischen Jäger. Ein Feuerstoß genügt! Mit Stichflamme und langer Rauchfahne saust auch bieser Engländer in großen Kurven ber Erbe zu. Noch einmal greift Hauptmann Wick an. Im Augenvlick hat ber Zweikampf begonnen. Der (Engländer ist aber bem kampferprobten deutschen Angreifer nicht gewachsen. Er hat eine mächtige Labung in seinen Rumpf erhalten. Dann kippt er ab, trudelnd und brennend geht auch er nach unten. Schon ist ber übrige Haufen englischer Jäger verschwunden. Die deutschen Jäger suchen nach neuen Gegnern, aber bas Revier ist frei. Keine feinbliche Maschine läßt sich mehr sehen. Im Heimathafen hören wir bas Ergebnis: Hauptmann Wick hat noch zwei Maschinen vernichtet und am heutigen Tage mit insgesamt 5 Abschüssen ben 41. Luftsieg errungen! 14 Abschüsse konnte die erste Gruppe des Geschwaders an diesem Wochenende für sich buchen. Stabschef Luhe bei der Nordsee-SA. Bremen, 6. Okt. (DNB.) Bremen stand am Sonntag im Zeichen ber SA. unb ihrer Wehrmannschaften. Aus einer Kundgebung auf dem Marktplatz schil- 3m französischen Jndochina .Pousses" — in Jndochina als an- zunächst die Abschaffung des Achtstundentags für die Aufbauarbeit des Landes hinderlich kündigte. nun der gesamte Arbeitsmarkt der Kontrolle der neuen norwegischen Regierung unterliegt. Die Umbildung der Gewerkschaften in eine der Deutschen Arbeitsfront ähnliche Organisation wird vorbereitet. Die Festsetzung der Arbeitslöhne und der Arbeitszeit untersteht ausschließlich dem Sozialminister, der Regierungsbaute'n gemahnten mich an Frankreich, aber das andere war echt orientalisch. Die zierlichen werden die Rickschas Neuer Gchwertadel. Als der Führer am Tage des Kriegsbeginns von der Möglichkeit einer Nachfolgerschaft in der Führung des deutschen Volkes und Reiches sprach, nannte er zuerst Hermann Göring und Rudolf 5) e ß und fuhr dann fort: „Für den Fall, daß auch Parteigenossen Heß etwas zustoßen sollte, werde ich durch Gesetz nunmehr den Senat berufen, der dann den Würdigsten, das heißt, den Tapfersten, aus seiner Mitte wählen soll!" Würde ist also dem Führer gleichbedeutend mit Tapferkeit. Würde entsteht nicht durch ein imponierendes Aeußere, durch Kleidung, Beruf, Herkommen, Stand und Besitz, sondern Würde ent-" steht nur durch den vollen Einsatz der eigenen Person für ein hohes Ideal. Auf dieser Erkenntnis beruht das nationalsozialistische Füh- »erprinzip, und auf der Anwendung dieses Prinzips beruht der Erfolg des Kampfes, den die nationalsozialistische Bewegung um die Macht im Staate geführt hat, ebenso wie der einzigartige Siegeszug der deutschen Wehrmacht im gegenwärtigen Krieg. Indem die Tapfer st en ohne Rücksicht auf ihre sonstigen Lebensverhaltnisse vor die Front gestellt und ausgezeichnet wurden, ritz ihr Beispiel die übrigen Kämpfer mit sich fort und schuf jene unerhörte Gesamtleistung, welche die Welt heute bewundert. Gerade in den letzten Tagen haben wir wieder die Namen von Männern kennengelernt, die, ohne zum Offizierkorps zu gehören, mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurden. Das ist durchaus ein revolutionärer Vorgang, denn wenn auch das Wort „Freie Bahn dem Tüchtigen" in der liberalistischen Aera viel gebraucht wurde, so fand es seine Anwendung doch nur auf die bedenkenlosen Egoisten im Wirtschaftskampf, nicht aber auf das soldatische Leben. Noch in seiner letzten Rede hat der Führer diesen Unterschied hervorgehoben, als er sagte: „Ich weiß nicht, wie oft man auch früher das napoleonische Wort aussprach, daß jeder Soldat den Marschallstab im Tornister trage. Das war damals nicht wörtlich zu nehmen. Denn es war ja einst normal für einen Soldaten gar nicht denkbar, diesen Weg zu beschreiten. Das alles hat sich heute geändert, bis nach oben hinauf. Wenn einst der höchste Orden nur einem Offizier gegeben werden konnte, dann kann ihn heute ein tapferer Unteroffizier oder Mann genau so tragen!" So entsteht heute ein neuer Schwertadel, der Durch sein vorbildliches tapferes Leben auf Generationen hinaus den Geist der Wehrhaftigkeit im deutschen Volke erhalten wird. H. Ev. Nachwuchslenkung. „Pousse-pousse" oder kurzweg „Pousse" genannt — die von flinken braunen Kuns in weißen Anzügen gezogen wurden, und die mit anamitischen Ponys bespannten verdeckten „Malabars", die in Saigon die Stelle der Droschken vertreten, die fliegenden Speisehändler mit ihrem monotonen Ruf: ,jNebo! oh! Nebo! oh!”, das bunte indochinesische Men- schenaewimmel, die Tamarindenbäume, die die Straßen flankieren, die Palmenhaine und die tropische grelle Blumenpracht, dazu der rote Latent- Boden, der einen reizvollen Gegensatz zu der üppigen Vegetation bildet, erschienen mir wie ein Märchen aus Tausend und eintr Nacht. Die Franzosen nennen die Hauptstadt von Cochinchina „die Perle des fernen Ostens", aber es herrscht eine infernalische Hitze, die von 11 bis 3 Uhr jeden Verkehr lahmlegt und die Stadt wie ausgestorben erscheinen läßt. Die Mittagsmahlzeit fällt schon auf 11 Uhr, nach derselben versinkt die ganze Stadt in einen schweren Tiefschlaf. Es wird still auf den Straßen wie in der zweiten Hälfte der Nacht. Die Fenster sind geschlossen. Die Läden aller Fenster, die keine Glasscheiben besitzen, hat man zu- gezogen gegen die Sonnenstrahlen. Jedermann streckt |id) im Dämmerlicht des Hausinnern auf fein Lager. Draußen flimmert die Glut eines tropischen Mittags in der Leere der Straßen und Plätze. Der Ort hat etwas Verzaubertes. Der Franzose, besonders der Pariser, ist kein erpichter Auswanderer, aber verläßt er die Heimat, dann bleibt er seinen alten Gewohnheiten treu und will das traditionelle heimische Leben nicht missen. So hat sich auch unter der brennenden Sonne und den Palmen Hinterindiens das typische französische Leben eingebürgert. Vom Absinth bis zum Champagner, vom Cafä Chantant bis zur Oper, von der pettte Fille bis zur grande Cocotte. Das konnte man beobachten, wenn man in den kühleren Abendstunden durch die Rue Catiant, die Hauptverkehrsader, bummelte oder dem interessanten Korsoleben auf dem Boulevard Noredom, der „Tour de l'Jnspec- tion", wie es in Saigon heißt, seine Aufmerksamkeit schenkte. Da gab sich ganz Saigon ein Rendezvous und bot Gelegenheit, die Creme der anamitt- schen BautSe's in prächtigen Toiletten und Gespannen zu beobachten. Wie in allen tropischen Ländern, so spielt sich das Hauptleben in Saiaon erst in den frühen Nachtstunden ab. In den zahlreichen Restaurants und Caf6s herrscht bis nach Mitternacht reges Leben und Treiben. F. Baumann. Partei und Staat sind mit dem Problem beschäf. tigt, angesichts des Rückganges der Zahl der Schul- entlassenen und des gleichzeitig steigenden Kräfte- bedarfs der Wirtschaft eine totale Nachwuchs» Planung für 1941 durchzuführen. Der Geburten- rückgang der Jahre 1920 bis 1933 führt 14 Lahre später, also 1934 bis 1947, zu einem Rückgang der männlichen Schulentlassenen von 620 000 in 1934 auf 440 000 in 1947. 1940 hatten wir noch 550 000 männliche Schulentlassene, 1941 sind es nur noch 530 000. Dazu kommt die einseitige Zusammenballung der Berufswünsche unserer Jugendlichen auf einzelne Modeberufe; so wollten z. B. 1939 über 100 OOOJugendliche mehr in die beliebten Berufe der Metallwirtschaft und der kaufmännischen Büroangestellten hinein, als überhaupt Ausbildungsstel- len zur Verfügung standen. All dies zwang zur Nachwuchslenkung. Der Krieg hat keinen Rückgang in der Berufsausbildung gebracht. Während die Zahl der besetzten männlichen Lehr- upd Anlernstellen 1939 rund 430 000 betrug, ergibt sich für 1940 eine Zahl von rund 423 000. Der Rückgang entspricht dem der Schulentlassungen. Nachwuchsverteilung 1941 macht der Referent für die wichtigsten Berufe: Wegen des Mangels landwirtschaftlicher Fachkräfte muß eine Steigerung des Nachwuchses für landwirtschaftliche Dauerkräfte angestrebt werden. Auch im Bergbau muß der Zustrom erheblich gesteigert werden, ebenso im Beruf des Maurers. Auch hier wird darauf zu achten fein, den Nachwuchs für den selbständigen Kaufmann zu sichern. Neben der Wiedererweckung des alten Brauches im Handwerk, den Lehrling in Kost und Wohnung zu nehmen, ist eine Schaffung von Lehrlingsheimen notwendig. Je stärker der Nachwuchsruck- gang ist, um so wichtiger wird die Güte der Aus- 6ilbung. Schwierigkeiten entnstehen aber oft bei namentlichen Anforderungen durch die Betriebe. Es erscheint nicht angebracht, die Eignung eines 14jährigen durch behördlichen Stempel zu bestimmen. Deshalb sind die Arbeitsämter angewiesen, die Zustimmung bei namentlichen Anforderungen auch -dann nicht zu verweigern, wenn das Arbeitsamt die Eignung an sich nicht für gegeben hälE Das Arbeitsamt teilt feinen Standpunkt dem Betriebsführer mit. Verbleibt er trotzdem bei der Absicht der Einstellung, so kann er bei späterer Nichteignung, wenn der Lehrvertrag gelost werden muh, schadenersatzpflichtig fein. Landjugendaustausch mit acht Ländern. Die Einrichtung des Landjugendaustauschs soll es Jungbauern und Jungbäuerinnen ermöglichen, sich auf fremden Höfen im In- und Ausland zu unterrichten. 1939 wurde der Landjugendaustausch mit Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Lettland, Holland, Italien unb Ungarn durchae- fiihrt. Nach der Schweiz konnte 1939 nur ein emsiger Austausch vermittelt werden. Von den Ausge- tauschten waren rund 24 v. H. Sieger im Reicys- berusswettkampf. Alle waren Angehörige der HI. Es findet auch eine Vermittlung von Volksdeutschen und Ausländern in das Reich statt. Ein großer Tell setzte sich aus Junggärtnern zusammen. Im innerdeutschen Austausch zwischen den Landesbauernschaften ist die Zahl der ausgetauschten Jungbauern und Jungbäuerinnen, Kindern von Landarbeitern, Gärtnern usw. von 22 im Jahre 1933 auf 902 im Jahre 1939 gestiegen. Innerhalb der einzelnen Landesbauernschaften ist der Austausch von berte Stabschef Lutze den Kampf der SA. Der deutsche Mensch sei nur durch Aufklärung und Ueberzeugung für den Führer gewonnen worden. Der SA.-Mann lege durch Marschieren sein Bekenntnis zum Führer ab. Opferbereit, wehrbereit, stillschweigend erfülle er seine Pflicht. Seinen starken Glauben müsse er auf alle Volksgenossen übertragen. Der SA.-Mann und der SÄ.-Wehrmann, der freiwillig den Dienst der vormilitärischen Ausbildung auf sich genommen habe, helfe dem Führer am Aufbau des neuen Deutschlands. Der Franzose nennt gana Hinterindien Jndochina, doch umfaßt bas französische Jndochina, das jetzt einer japanischen Besatzungsarmee geöffnet worden ist, nur fünf Gebiete: Tongkin mit der indochinesischen Hauptstadt Hanoi, A n n a m tnit der Hauptstadt Hus, Cochinchina mit der Hauptstadt Saigon, C a m b o d j a mit der Hauptstadt Phnompenh und Laos mit der Hauptstadt Lao- kay/Dazu kommt das am 10. April 1898 von China an Frankreich abgetretene Gebiet von Kuang- t s ch u - w a n mit den Inseln Tonhei, Jsle des Aigret- tets (Silberreiher-Jnsel) und Nao-chou. Insgesamt umfaßt das französische Jndochina 720 000 qkm, also eineinhalbmal den Umfang Frankreichs selbst. Was seine Produkte und Nutzbarkeit betrifft, bildet es einen ungeheuer wertvollen Besitz, denn außer dem Reis, dem wichtigsten Artikel, kommen Mais, Pfeffer, Tee, Kaffee, Zuckerrohr, Baumwolle, Seidenzucht, allerlei für die Oelindustrie wichtige Pflanzen (Kokospalme) und der Kautschuk-Baum in Betracht. Cochinchina war der erste Teil in Jndochina, auf welchen Frankreich die Hand legte. Den Weg dazu hatte schon vor der französischen Revolution der Missionsbischof Pigneau de B6- thaine gebahnt, dessen Verdienste ein Denkmal in Saigon verewigt. Er veranlaßte den Prinzen Nguyen-anh (den späteren Könia Goa Song), sich zur Erlangung des Königsthrones 1787 an Frankreich anzulehnen. Frankreichs Hilfe verpflichtet den Schützling natürlich, und man würde es nicht schwer gehabt haben, diese Verpflichtung weiter auszunutzen, wenn nicht die Reoolutton und die Oie Stabilisierung Ostasiens. Matsuoka über die Stellung der Westmächte zum Chinakonslikt. T o H o , 7. Oktober. (DNB.) Der japanische Ministerpräsident Fürst Konoye gab den Provinzgouverneuren Richtlinien für die Stärkung der inneren Front und für die neue nationale Struktur. Das japanische Volk sei schrittweise vorzubereiten, allen kommenden Schwierigkeiten geschlossen entgegenzutreten. Die Regierung wende dafür sorgen, daß das Land in den höchsten nationalen Verteidigungszustand gesetzt werde. Außenminister Matsuoka stellte fest, daß bisher gewisse Staaten immer wieder versucht hätten, Japans Politik und seine zwangsmähigen Aufgaben innerhalb Ost-Asiens zu unterdrücken. Japan wolle keine Annektierung von Gebieten, keine Unter» nunb Aussaugung der Völker Ost-Asiens, wie rüge europäische und amerikanische Staaten getan hätten. Japan wolle vielmehr die Völker st-Asiens von diesem Druck befreien, und mit ihnen auf der Grundlage gemeinsamer Wohlfahrt zusammenarbeiten. Der Zusammenstoß in China zeige zwei verschiedene Auffassungen: Japan wolle die Stabilisierung Ostasiens durch friedliche Zusammenarbeit, während Tschiangkaischek die Sta- bflisierung mit der Front gegen Japan zum Ziele habe. Solange der Chinakrieg dauere, seien die Interessen fremder Mächte unvermeidbar berührt, besonders, wenn diese Interessen den japanischen Operationen im Wege stünden. Wenn daher fremde Mächte ihre Interessen zu schützen wünschten, dann sollten sie an einer baldigen Beilegung des Konfliktes interessiert sein. Doch immer noch unterstützten fremde Mächte Tschiangkaischek, um den Krieg zu verlängern. Die japanische Regierung verfolge jetzt mit größtem Interesse, ob England die Straße durch Burma wieder öffnen werde. Japan wolle mit keinem Lande Streitigkeiten, müsse aber jeden Versuch entschieden zurückweisen, den Frieden Ostasiens zu stören, was zur Kriegsverlängerung beitrage. Zu den japanisch- russischen Beziehungen stellte der Außenminister fest, daß es bei der heutigen Weltlage falsch wäre, wenn sich beide Mächte im Fernen Osten streiten würden. Die Mißverständnisse sollten daher sofort beseitigt und die schwebenden Probleme geklärt werden. Es gelte auf ein großes Ziel zusammenzuarbeiten. Günstige Ernährungslage Italiens. Rom, 7. Okt. (Europapreß.) „Baltimore Sun", „Times" und „News Chronicle" hatten in Betrachtungen über die italienische Ernährungslage düstere Voraussagen gewagt. Daß solche Betrachtungen in keiner Weise gerechtfertigt sind, können alle bestätigen, die in Italien leben. Wie jetzt Professor Lass r z a, Ordinarius an der Universität Catania, vor der Auslandspresse ausführte, ist die Ernährungslage Italiens auch nach der verringerten dies- jährigen Weizenernte und nach der vorsorglichen Fettrationierung durchaus günstig. Der Ausfall an Weizen wird durch die Mehrernte an Mais, Reis und Kartoffeln mehr als ausgeglichen. Die Rationierung für einzelne Lebensmittel erfolgte, um auch den ärmeren Volksschichten eine ausreichende Kalorienzahl zu sichern. Anderseits galt es, den erhöhten Bedarf der Wehrmacht zu befriedigen und Reserven für künftige Zeiten anzuhäufen. Jede andere Interpretation der Ernährungslage Italiens läßt bewußt die Tatsachen außer Acht. _____________________________________________ Entfernung der Juden aus der holländischen Verwaltung. Amsterdam, 7. Oktober. (DNB.) Der Generalsekretär im holländischen Innenministerium hat im Auftrage des Generalkommissars für Verwaltung und Justiz verordnet, daß den holländischen Verwaltungsorganen sowie öffentlich-rechtlichen Körperschaften in Zukunft keine Personen mehr angehören dürfen, die Mischer Abstammung sind. Das gleiche gilt von allen privatrechtlichen Vereinen und Stiftungen, an denen der Staat, eine Provinz, eine Gemeinde ober eine andere öffentliche Körperschaft beteiligt ist. Diejenigen Personen, die ganz ober teilweise Mischen Blutes find, bürfen in Zukunft keine amtlichen und auch keine ehrenamtlichen Stellungen bekleiben. Als Nichtjuben werben biefer An- orbnung zufolge biejenigen Personen angesehen, von benen keiner der vier Großeltern Mitglied ober auch nur vorübergehenb Mitglieb einer Mischen Gemeinbe war. Gleichzettig hat ber General- jefretär bie hollänbischen Prooinzialverwaltungen aufgeforbert, eine Liste ber noch in ihren Diensten stehenben jübischen Beamten einzureichen. kapelle, roanbelt unter Palmen und Bananen, lacht, plaubert und scherzt. Den Hintergrund hübet bie an die Pariser Notre Dame erinnernde Kathedrale. Interessante Stätten sind auch bie am Großen See gelegene Pagode des mächtigen Bubdha mit dem Götzendenkmal uni) bie „Pagode ber Raben" sowie ber Tempel „Wab-mien". Im Tempelhof befindet sich eine Anzahl großer steinerner Schildkröten mit 82 Gedenktafeln, die den Namen bedeutender anamittscher Schriftgelehrten tragen. In der Umgebung erregt noch eine Pagode Aufmerksamkeit: die der beiden Schwestern Tung, die als die Ton- kinesischen Jungfrauen von Orleans bezeichnet wer- den, weil sie im ersten Jahrhundert bie Chinesen besiegt haben. Der Hauptverkehr spiell sich in ber Rue be Frame unb auf ber längsten Straße, bem Boulevard Gam- betta, auch in der nach dem ersten Zivilgouverneur Tontins und in Hanoi verstorbenen Politiker und Gelehrten Bert benannten Rue Paul Bert, die mit ber Rue be la Paix in Paris verglichen wirb, ab. Originell ist die (Einteilung der Straßen in Berufsbezirke. Sv gibt es eine Bambusmattenstraße, eine Hutstraße, eine Fächer- und eine Kupferstrabe. Die Stabt setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem Quartier Frankens, ber Cits Jnbigene (Eingeborene nst ad t) und ber Zitabelle. Am interessantesten ist natürlich die Eingeborenenstadt, wo die Anamiten unb Chinesen hausen. Hanoi ist Landeshauptstadt, aber es wird von Saigon bei weitem übertroffen. Die blau-weißroten Farben, das verschlungene R. F. (Röpublique Frangaise) sowie das Militär und die pompösen Aufmarsch derEisernenGarde in Bukarest. Bukarest, 7. Okt. (Europapreß.) Die rumänische Hauptstadt stand am Sonntag im Zeichen des Aufmarsches ber Eisernen Garde vor bem Ministerpräsidenten General Antonescu. Reiche Beflaggung gab ber Stabt ein festliches Gepräge. Neben der rumänischen Flagge sah man bie deutschen, italienischen, spanischen unb japanischen Farben. Der beutsche unb ber italienische Gesandte sowie ber japanische und ber spanische Geschäftsträger waren anroefenb. Auch Abordnungen der Auslandsorganisation der NSDAP., des Fascio unb der spanischen gelange waren vertreten. Die Kunbgebung auf bem Patriarchatsplatz würbe eingeleitet durch eine Rede des Führers ber Eisernen Garde, Horia Sima. Er führte aus, General Antonescu, ber heute bas Grünhemb zum ersten Male angezogen habe, trüge es schon seit langem in seinem Herzen. Er habe mit ber Garde Gelitten, besitze denselben Opfergeist und das gleiche Lauterkeitsgefühl und habe wie sie an den Sieg der Wahrheit geglaubt. Zum Schluß versicherte j)oria Sima den Ministerpräsidenten ber unverbrüchlichen Treue einer Million Grünhemden. General Antonescu erklärte, das ganze Volk müsse sich in den neuen Ideen ohne Haß unb Rache zusammenfinden. Antonescu nahm den Gardisten den Schwur ab, im Geiste (Eobreanus zum höchsten Opfer bereit zu sein, um bie Einheit bes Volkes unter bem angestammten Königshause und ber Führung des Ministerpräsidenten zu gewährleisten. Dann nahm General Antonescu vor bem Denkmal Michaels des Tapferen den Vorbeimarsch von etwa vierzigtau- fenb Garbisten aus bem ganzen Lande ab. napoleonische Zeit all dergleichen in den Hintergrund gedrängt hätten. Erst 1858 ging Frankreich von neuem vor. Die Handlungen des damaligen einheimischen Fürsten T u d u c boten bie Handhabe. Durch Den Vertrag von 1862 wurde ein vorläufiges Einvernehmen erzielt, doch kam ber definitive Abschluß erst mit der völligen Annexion im Jahre 1867 zustande. Die Provinz T o n f i n, auf die China 1885 verzichten mußte, war lange Zeit das Schmerzenskind Frankreichs. Die berüchtigten „Pavillons noirs”, die „Schwarzflaggen" genannten chinesischen Rebellen, die Anhänger der Taipina-Revolutton gewesen und sich später auf anamitisches Gebiet und in bas Gebirge der Provinz Aun-nun geflüchtet hatten, machten den Franzosen arg zu schaffen. In Frankreich hieß es damals, bas Land sei beruhigt, unb nur kleinere Banben, bie in ben französischen Zeitungen als „Voleurs de vaches” charakterisiert wurden, riefen dort Unruhen hervor. In Wirklichkeit war es um die Sicherheit des Landes fo schlecht bestellt, daß bie „Kuhbiebe" wagen konnten, ihre Raubzüge bis in die unmittelbare Nachbarschaft Haiphongs auszudehnen. Als sich diese Vorgänge wiederholten und in Frankreich bekannt wurden, begann den Franzosen die Wahrheit zu dämmern. Schließlich kam es soweit, daß Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre der Name Tonkin in Frankreich überhaupt nicht mehr genannt werden durfte. Jules F e r r y kam über den Tonkin-Stein zu Fall, unb seine Gefühle für das Land trugen ihm ben Spottnamen „Le Tonkinois" ein. Die Franzosen konnten die 15 000 Mann nicht vergessen, die in den Jahren 1883 bis 1885 in Cyina zugrundegegangen waren. Die Tonkinfrage hatte einen Rattenkönig von Ministerkrisen zur Folge. Aber trotzdem, und obwohl das Volk schon die Freigabe des Landes forderte, trat bald ein Umschwung in der öffentlichen Meinung ein. Heute steht in Haiphong ein Standbild Ferrys, auf dem die Worte zu lesen sind: „Je revendique fierement le titre de Tonkinois“ (Ich beanspruche stolz den Titel ,-der Tonkinese"). In der am Roten Fluß gelegenen Hauptstadt Hanoi. Der schönste Punkt Hanois ist ber am Bert-Platz gelegene „Petit Lac". Mitten im See auf ber Jabe-Jnsel steht eine kleine Pagode, die ein Wallfahrtsort der anamitischen Gelehrten ist. Am Eingang erhebt sich ein großer Obelisk mit einem Pinsel aus Stein und einem Tintenfaß. Um den See ziehen sich die Regierunasbouten hin. Der „Place Paul Bert" bildet das Rendezvous der Elite Hanois. Man lauscht den Klängen der Militär- Erntedankfest der Deutschen in Norwegen. Oslo, 7. Okt. (Europapreß.) Dor der Universität in Osld fand bas Erntebankfest ber Deutschen in Norwegen statt. Vertreter aller Wehrmachtsteile, Abteilungen bes Reicbsarbeitsbienstes, bie Deutsche Kolonie in Oslo, mehrere norwegische Staatsräte unb Tausenbe von Norwegern wohnten der Feier bei. ßanbesfreisleiter Spanaus wies auf bie Be- beutung der Arbeit des Landvolkes in Deutschlands Existenzkampf hin und ließ Reichskommissar T e r- b o v e n das symbolische Erntegeschenk überreichen. Der Reichskommissar zeigte in seiner Ansprache, welche entscheidende Rolle die landwirtschaftliche Eigenerzeugung eines Landes in ber Behauptung feiner Freiheit unb Ehre spielt. Jede Tonne Getreide, Kartoffeln ober Gemüse sei ein Blockabe- brecher gegen (Englanb. Der beutsche Bauer* habe bah er großen Anteil am Endsieg über bas Pluto- kratische System Englanbs, nach besten Untergang bie Völker Europas in einer gerechten Verteilung der Güter leben würden. — Die Feier, in deren Rahmen auch Darbietungen bes Reichsarbeitsbien- stes unb des Balletts ber Hamburger Staatsoper stattfanden, machte auf Deutsche wie auf Norweger einen tiefen Eindruck. Eine Arbeitsfront in Norwegen. Kopenhagen, 7. Okt. (Europapreß.) Nach der Eingliederung der norwegischen Gewerkschafte n in bas neue Staatsfystem haben auch bie norwegischen Arbeitgeberverbänbe sich ber Regierung Quisling zur Verfügung gestellt, so baß OSRAM- Gutes Licht macht zufriedene Mitarbeiter Neben guter Allgemeinbeleuchtung des Arbeitsraumes gehört an jeden Werkplah eine Sonderleuchte mit einer bO-Watt-Osrarn-M-Larnpe. Erhältlich für O 40,60,75 unb 100 Watt. 19 52 in 1933 auf 810 in 1939 angestiegen. Auch im Kriegsjahr 1940 ist der Landjugendaustausch gut an- gelaufen, allerdings wurden begreiflicherweise weitaus in der Mehrzahl Mädel ausgetauscht. 1OOOOO neue Arbeitsmaiden. Ende September sind 100 000 Arbeitsmaiden nach Ableistung ihrer Dienstpflicht entlassen worden. Für sie sind 100 000 neue Arbeitsmaiden in die Laaer eingerückt. Die Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend enthalten normal 48 Arbeitsmaiden. Lager mit mehr als 72 Arbeitsmaiden gibt es nicht mehr. Die Zahl der Gemusterten übersteigt das augenblickliche Fassungsvermögen der vorhandenen Lager. Daher wurden die kriegswichtigen „Unabkömmlichen" zurückgestellt, z. B. die Hausgehilfinnen. Die Sorge für Gesundheit und Wohl der anvertrauten Gefolgschaft ist in den Lagern des RAD. nicht geringer als an irgendeiner anderen Stelle im Reich. Durch Luftangriffe in den mehr als 2000 Lagern ist nicht ein einziger Personenschaden entstanden. Für oen Winter ist auch genügend Bekleidung, gute Verpflegung und Gesundheitsfürsorge vorhanden. Die entlassenen Arbeitsmaiden sind die besten Zeugen für den guten Gesundheitszustand. Allerdings ist der Anfang auch im Reichsarbeitsdienst schwer. Aber nur, was schwer errungen wird, ist wertvoll. Oie Betreuung jugendlicher Strafgefangener. Um die Fürsorge für die strafentlassenen jungen Gefangenen vorzubereiten, ist die Aufnahme in ein Jugendgefängnis dem Jugendamt, der Gauleitung der NSDAP. (Amt für Volkswohlfahrt, Stelle Jugendhilfe) und, um Gefangene unter 18 Jahren, auch der Gebietsführung anzuzeigen. Einige Wochen vor der Entlassung übersendet das Jugendgefängnis der Betreuungsstelle einen Schlußbericht, der eine charakterologische Beurteilung des Gefangenen, eine Darstellung seiner Fähigkeiten und Kenntnisse sowie Vorschläge für seinen Arbeitseinsatz und seine weitere Betreuung enthält. Sofern der junge Gefangene nicht bereits durch die Anstaltsfürsorge in eine Arbeitsstelle vermittelt ist, übernimmt die Betreuungsstelle zusammen mit dem Arbeitsamt die Vermittlung. Ausgabe für die Betreuungsstelle ist es, den entlassenen jungen Gefangenen vor neuen Straftaten zu bewahren und ihn in die Volksgemeinschaft Mrückzugliedern. Nach einem halben Jahre, sodann nach einem Jahre und nach einem weiteren Jahre berichtet die Betreuungsstelle an das Jugendgefängnis über die Führung des entlassenen Gefangenen. Bei den Ermittlungen und bei der Betreuung sind Maßnahmen zu vermeiden, die das Fortkommen des jungen Gefangenen oder Entlassenen gefährden. Ist das Elternhaus einwandfrei, so ist die' Betreuung mit besonders großer Zurückhaltung durchzuführen. Studenten als Lehrer für den Osten. Die Reichsstudentenführung hatte bis zum 15. Sep- zember 194E 100 Studenten und Studentinnen der Hochschulen für Lehrerbildung in neubesiedelten Gebieten des Regierungsbezirks Litzmannstadt eingesetzt. Damit wurden gleichzeitig 10 0 neue beut» s ch e Schulen im Warthegau begründet. Die Volksdeutschen aus Wolhynien und Galizien und die zurückgesiedelten Volksgenossen besitzen mit diesem Zeitpunkt wieder die notwendige Anzahl deutscher Elementarschulen. Da für die Hochschulen für Lehrerbildung das Semester wieder beginnt, müssen nun Studenten aus anderen Fakultäten und vorwiegend Studierende der Philologie, die früher zwei Semester an einer Hochschule für Lehrerbildung waren, in diesen volksdeutschen Schulen als Ablösung der Lehrer-Studenten eintreten. Der Einsatz ist freiwillig, da nur Begeisterung und Opferwille diese Arbeit zu tragen vermögen. Gasschlepper für die Landwirtschaft. Der Generalbevollmächtigte für das Kraftfahrwesen, Unterstaatssekretär im Reichsverkehrsministerium Generalmajor v. Schell, erklärt im „Dier- jahresplan", der Einwand, daß Deutschland ein Holzeinfuhrland sei und eine große Zahl von Holzgasgeneratoren die vorhandenen Bestände bald verbraucht haben werde, habe sich nicht als stichhaltig erwiesen. Man habe nur die riesigen Handwerk Eine Unterredung mit V Der Leiter des Fachamtes der DAF. „Das Deutsche Handwerk", Reichsamtsleiter S e h - nert, schilderte in einer Unterredung die soziale Lage des deutschen Handwerks und zeigte, auf welchem Wege die Deutsche Arbeitsfront einen Beitrag zur Sicherung des deutschen Handwerks und zur Entfaltung feiner Leistungsfähigkeit geben will. Vor wenigen Jahren noch stand das deutsche Handwerk vor einem Abgrund. Begünstigt durch den liberalistischen Gedanken der Gewerbefreiheit hatten hinzugekommene Berufsfremde durch ihre Pfuscherarbeit den guten Ruf handwerklicher Leistung untergraben. Das Handwerk selbst, ohne Selbstbewußt- sein und Vertrauen auf seine Kraft, hatte bei den verschiedensten politischen Parteien vergeblich Hilfe und Anlehnung gesucht. Wenige Jahre nationalsozialistischer Führung haben genügt, um die Lage des deutschen Handwerks von Grund auf zu ändern. Die Teilnahme deutscher Handwerker an der Errichtung des Westwalles und ihr Einsatz im Kriege verdeutlicht diesen Wandel. Bereits jetzt aber zeichnen sich in groben Umrissen die Aufgaben ab, vor deren Lösung die deutsche Wirtschaft in' den kommenden Friedensjahren gestellt sein wird. Auch das Handwerk ist zur Mitarbeit berufen. Und es wird um so mehr und besser aufbauende Arbeit zu leisten vermögen, je intensiver es bereits jetzt an der Kräftigung seiner Leistungsfähigkeit arbeitet. Nicht allein wirtschaftliche Maßnahmen, die die betriebliche Sachwelt betreffen, sondern vielmehr eine Synthese wirtschaftlicher Gestaltung und sozialer Arbeit am Menschen führt zur höchsten Leistungsentfaltung und Einsatzbereitschaft und damit auch zum sozialen Aufstieg. Heute, so führte Reichsamtsleiter Sehnert aus, ist es eine der dringlichsten Aufgaben, das deutsche Handwerk bis zum letzten Handwerksmeister a n die Quellen seiner Leistungskraft zurückzuführen. Diese aber sind nicht Organisationen, ständisches Bewußtsein ober überkommene Traditionen, welche m Wahrheit nur Mittel zum Zweck sind. Die Quelle vielmehr ist bie Verwurzelung im beutschen Volkstum und seiner Weltanschauung unb das Bewußtsein der großen Verpflichtung der Volksgemeinschaft gegenüber. Nur so kann das Handwerk seiner Aufgabe, ein deutscher Kulturträger zu sein, gerecht werden. Aber Mengen von Abfallholz zu erfassen brauchen. Der Einsatz von Generatoren werde nicht nur bei Lastkraftwagen und Zugmaschinen, sondern auch bei der Binnenschiffahrt, in Schienenfahrzeugen, ortsbeweglichen Arbeitsmaschinen und stationären Anlagen erfolgen. Insbesondere sei damit zu rechnen, daß die Landwirtschaft durch die Entwicklung von Gasschleppern schon im nächsten Jahr über eine beachtliche Zahl landwirtschaftlicher Gasschlepper verfügen werde. — An der gleichen Stelle teilt der Direktor der Gesellschaft für Tank- holzgewinnung und Holzabfalloerwertung, Kniese, mit, dgß ein Holzgasgeneratorfahrzeug jährlich durchschnittlich 80 Raummeter Generatorholz braucht und daß bei der steigenden Zahl neuer Generatorfahrzeuge allein für die nächsten 8 bis 9 Monate über 100 000 Raummeter Holz sicherzustellen sind. im Ausstieg. eichsamtsleiter Schmeri. auch nur auf dem Wege, daß es alle Pflichten so- woyl in seiner Lebensführung als auch in seiner Arbeit getreulich erfüllt, kann es zu einem wohl fundierten Selbstbewußtsein gelangen. Wir fordern vom Handwerk nicht nur, daß seine Werkstatt und seine Arbeit mustergültig sind, wir fordern von ihm, und das geht dem eben Gesagten voraus, daß sein Familienleben mustergültig ist. Es ist schlecht bestellt um die Zukunft des deutschen Handwerks, wenn in der Handwerkerfamilie, wie es leider hier und da zu beobachten ist, d e r W i l l e zum Kinde und damit der Wille zur Erhaltung der Art fehlt. Und wie kann andererseits der Handwerker darüber klagen, daß es dem Handwerk an Nachwuchs fehlt, daß der Jugendliche lieber in die Fabrik als in die Werkstatt des Handwerkers geht, der selbst noch der Auffassung ist, daß seine eigenen Kinder etwas „Besseres" werden müßten unb zu schabe für bas Handwerk seien. Im Fe st halten an b e r Trabition sieht Reichsamtsleiter Sehnert zugleich eine Stärke unb eine Schwäche bes Handwerks. Eine Stärke insofern, als bas Bewußtsein bes Wertes früher geleisteter Arbeit Kraft zu neuer Arbeit zu geben vermag. Aber das Festhatten wird zu einer katastrophalen Schwäche, wenn stures Festhalten am Alten die Beweglichkeit unb bie Anpassung an bie Forderungen ber Gegenwart und ihre Nottvenbig- feiten hemmt. Die Durchführung zweier Aufgaben bezeichnete ber Leiter bes Fachamtes „Das Deutsche Hanbwerk" als besonders vordringlich. 1. Das Handwerk muß sich, sobald die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind, weitgehend aller Hilfsmittel der Technik bedienen. Es muß sein Ziel sein, mit dem geringsten Aufwand menschlicher Arbeitskraft ein Optimum an Leistung zu vollbringen. Auf diesem Wege kann es ebenfalls der Nachwuchssorgen Herr werden. 2. Die Vielgestaltigkeit des Handwerks darf nicht das Bestehen von Zwergbetrieben rechtfertigen. Diese Forderung kann leicht mißverstanden werden. Sie wendet sich keineswegs gegen den kleinen Einmannbetrieb. Sie wendet sich vielmehr in einer Zeit der Anspannung aller Kräfte dagegen, daß im Handwerk die Arbeitskraft wie auch die betrieblichen Anlagen keine volle Nutzung erfahren. Die Neuordnung der deutschen Welt, vor allem der Aufbau im Osten, stellt auch dem Handwerk neue Aufgaben. Jy ber Bodenständigkeit bes Hanbwerks sieht Reichsamtsleiter Sehnert die Sicherheit des Handwerks begründet. Die Seß- haftmachung deutscher Handwerker im wie- bergewonnenenOsten betrachtet er neben ber bäuerlichen Ansieblung als den zweiten aroßen Faktor der völkischen Wiedergewinnung dieser von den Polen systematisch entbeutschten Gebiete. Diese Volkstumsaufgabe kann nur von den besten, lei- siunastüchtigsten Hanbwerkern erfüllt werben. Das Gesellenwanbern, bas bie Deutsche Arbeitsfront nach bem Kriege erneut fördern wird, stellt einen Weg bar, Erfahrungen bes Hanbwerkers zum Allgemeingut zu machen. Des weiteren wirb die Deutsche Arbeitsfront bas Werkstattwanbern förbern. Das bebeutet, daß der Handwerker, insbe- sondere der aus ben metallverarbeitenden Berufen, auch einmal in einer inbuftriellen Werkstatt gearbeitet haben soll. Nicht ein Gegeneinander von Industrie unb Hanbwerk, sondern ein Nebeneinander unb wechselseitiges Ergänzen ist ber. Zukunft ber deutschen Wirtschaft dienlich. Der Handwerker aber wird um so mehr bie Grenzen und auch die Möglichkeiten jeines Handwerks kennen, wenn er mit den Arbeitsmethoden und Aufgaben der Industrie vertraut ist. Ihr besonderes Augenmerk wird die Deutsche Arbeitsfront auf die Verwirklichung wcchren sozialen Gemeinschaftsgei st es im Handwerk richten. Der Gemeinschaftsgedanke lebt seit jeher im deutschen Handwerk. Bislang ist er im allgemeinen wenigstens darauf abgestellt gewesen, Handwerker zu einer Risikogemeinschaft zusammenzuschließen. Das Handwerk muß heute dahinkommen, die Gemeinschaften als Ausgangspunkt einer regen Aktivität zu betrachten. In wirtschaftlicher Hinsicht ist dies bereits in Arbeits- und Liefergemeinschaften geschehen. Jetzt muß der Gedanke der sozialen Gemeinschaft, verwirklich in Sozialgewerken, zum Durchbruch kommen. Den Zusammenklang von Bestgestattung bes Arbeitsplatzes und bester Menschenführung im Vertrieb unb im privaten Leben bezeichnet Reichsamtsleiter Sehnert als die Grundlage der das Handwerk kennzeichnenden meisterlichen Werkarbeit. Kleine politische Nachrichten. In Berlin traf der bulgarische Landwirtschafts- mimfter Baarianoff ein. Zu seiner Begrüßung hatte sich auf bem Bahnhof Reichsminister Darr6 eingefunden. Bagrianoff nahm als Freiwilliger am Weltkrieg teil, ben er eine Zeitlang als Batteriechef an der Westfront auf deutscher Sette mitmachte. Er kennt Deutschland auch aus ben Jahren seines landwirtschaftlichen Studiums in Deutschland. * Die britische Admiralität teilt mit, daß das Hilfsschiff „C o m e t" durch eine feindliche Mine gesunken ist. ♦ Wie die Pressestelle ber deutschen Volksgemeinschaft in Rumänien mitteilt, werden durch die Um» sieblungsverhanblungen, bie am 8. Oktober zwischen ber beutschen unb ber rumänischen Regierung über die Umfieblung ber Deutschen aus ber Süd» bufomina beginnen, 45000 Volksgenossen betroffen. HaupUchcistleller: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter der HauptschrütteiterS: Ernst Blumschein. Berantwortlich sür Politii und Silber: Dr. Fr. W. Lange: fftr da» Feuilleton: Dr. HanS Thhriot; für Stadt Gießen, Provin?, Winichaft u. Sport: Ernsi Bmmschem. Druck und Verlag Brühljche Unioertitairdruckeret R. Lange K.G. Vttlagsletter: Dr.-Ing. Erich Hamann- Anzeigenleiter' Han? Beck. iPer(mftoorti'"rfi ür den Inhalt der Arn einen- 5'beobnrfi’ümmpi VI.Nr.g. 03 04 Am Sonntagabend ist unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit unsere liebe Margrit im Alter von 16 Jahren von uns gegangen. In tiefer Trauer: Familie Franz Kalesky und Angehörige. Gießen, Mannheim-Neckarau, den 7. Oktober 1940. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 9. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. |steliengesuche| Heizer sucht Stellung. Schr. Ang. unt. 03407 a.b.G.A. | Verkäufe~| Gebr. weißer MtaMi zu verkauf, omoi Cranachstr. 3. 2 Herr.- Anzüge (Größe 52) getragen, zu verkaufen. 03402 LicherStr.77Hl. e 8 ! 44B6Ä früheren Bohnerwachs Versuchen Sie । Ihr Fachdrogist < Endlich wieder einen ansidndiOenFiiBboden Mit WinterhoHs Pulver* wachs in weiß, braun u. rotbraun, V2-kg-Beutel M. 1.50 1/4-kg-Beutel M. 0.75 Der Fußboden bekommt eine hochglänzende Wachsschicht, die Treppen und Steinholzböden gleichzeitig eine dauerhafte Farbe. Also genau dasselbe wie beim DrAfSon Kreuzplatz 10 ivrugen Fernruf 3153 Elche zwischen Meer und Memel von Marlin Kahles dnsaesarnt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. □n Leinen gebunden RM. 3,60. Aus dem Inhalt: Parade im Frühlinq - Ein Elchhalb torkelt ins Leben-Jin Sommerglühen - Elk, der Schaufler vom Meer — Die hohe Zeit — Der Kapitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolchendige-Auf der Hochdüne-Elche im Schnee. Der Verfasser ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elckkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft aus der Kurischen Nehrung und im nördlichen Teil der Memelniederung beobachtet und bietet nun aus seiner umfangreichen Lichtbildsammlung die schönsten Erge.niss« keiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Dah er aber nicht nur einer unserer besten Natur- lichtbildner, sonoern auch ein außergewöhnlich begabter Schrift- steller ist, der seine Erlebnisse spannend und unterhaltsam zu berich- ren weiß, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln Alle Jager unb Freunde der Natur müssen dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen, fiugo Bermühler Verlag, Berlin-W"' Gießen, den 8. Oktober 1940. 4503 D Für die überaus zahlreichen Beweise innigster Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. , Carl Bourgeois Minna Bourgeois. leine Ursprünge» seng niese, um dem nur Zeugnisabschriften bem Be werbungSschreiben beilegen I - Lichtbilder nndBewerbungsunte» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Name, und Anschrift bet Bewerber» tragens Stenotypistin sofort gesucht. Reichsaulobahneo Bau ab t. Gießen Brandplatz 1. Die neue MMAKMOMK ist da.... Jetzt können die Wünsche für Herbst und Winter erfüllt werden. — Unsere stattliche Auswahl in Kleider-, Anzug- und Mantelstoffen Aussteuer-Artikeln sowie Herren- und Damen-Fertigkleidung wird Ihnen bei der zweckmäßigen Verwendung der Punkte dienlich sein. In allen Punkt- und Bekleidungsfragen beraten wir Sie gerne HJfaessMacM INH: WILHELM HO AN UND SOHN Kreuzplatz 15 GIESSEN Kreuzplatz 15 V 4498A _ Oie Geburt ihrer Tochter Heide geben bekannt Heeresforsimei'ster Moos und Frau £ulu, geb. Klein All entsteig/Nied.-Oonau, den 30. September 1940 Hindenburgallee 29 4502 d Oie glückliche Geburt unseres Sohnes Wolter zeigen wir in dankbarer Freude an Elisabeth Freifrau von Tiesenhausen geb. Köch-Grünberg Berend Freiherr von Tiesenhausen Athen (Nlkltara 14), ben 30. September 1940 ' _______________________________03408 Saln.-Sllirelvm Nutzb., 17 Mk., Gas SeizWen m.Schlauch,6M. zu verk. Hoos, Danziger Str. 5. | Kaufgesuche | Eine gut erhalt. BMine zu kauf, gesucht. Schr. Angeb. u. 03409 Gieß.Anz. Verschiedenes Schneidenn für Kinderkleid, einige Tage ins Haus gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 03403 an d. Gießen. Anzeig. Junge Frau, 33 Jahre, sucht ordentlich., solid, Herrn zwecks späterer Heirat Schr. Ang. unt. 03406 a.d.G.A. Kaufe ständig gut genährte 4500 D Bei Notschlachtung Transportauto zur Verfügung Roßschlächterei Schilling Gießen, Wetzsteingasse 10 Telephon 2186 Junger Mann, 38 Jahre, sucht Bekanntschaft mit einer ordentlich. Frau zwecks heirat Schr. Ang. unt. 03405 a.d.G.A. Vornehm! Geschmackvoll! Persönlich / Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Dletet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Stadttheater 4» Damenbart Gesichtshaare, alle lästig. Haare wero. nur durch d.von mirangew.einzig sichereMeth. unt. Garant für immer mit d.Wurzel entfernt Frau B.Gulden, seit35 Fr.W.Henkel Sprechstunden jeden Mittwoch: Gießen. Am Riegelpfad 32, 9-17 Uhr. „oD Dienstag 19.30 bis nach 22 Uhr 4, Dienstag-Miete l Paganini Operette in 3 Akten von Franz Lehär. Preise von RM. 0.90 bis RM. 3.60. Nr. 238 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstags. Oktober 194V Ein Aeunziaiähriaer. „Groß w i e Pfalz". Sladklheaker Gießen. 406» Die reichhaltige neue Wochenschau bringt u. o< Der den sere und nahmen stammen von Bruno Mondi. — Film, seit gestern im Gloria-Palast, ist mit höchsten Prädikaten ausgezeichnet worden. Der e47ir Haut-Creme Haut - Kunktionsöl Die Hausfrau und ihre Gehilfin Ein Appell an die Verständnis- und Hilfsbereitschaft beider. erinnern, daß er beispielsweise den Wallenstein und den Gneisenau gespielt hat, um zwei seiner berühmtesten Rollen zu nennen. Welch ein Abstand zu diesem Loew, und welch eine unheimliche Kraft dec Einfühlung und Verwandlung in einen kleinen, häßlichen, eifernden Rabbi, der, ein kaftanumwallter^ bärtiger Mephisto aus dem Getto, mit heiserem Ge- mauschel den „Gojirn" aus dem Talmud ihr Urteil zu sprechen wagt. Die Spielleitung hatte Veit Harlan, der selbst auch mit dem Dramatiker und Lyriker Eberhard Wolfgang Möller und Ludwig Metzger Zu- Der Eindrucks welcher von diesem Film ausgeht, beruht ferner sehr wesentlich auf der Darstellung. Es ist hier eine Besetzung zusammengebracht worden, die außerordentlich genannt werden darf. Ferdinand Marian spielt den Süß. Man kennt ihn aus manchen früheren Filmen, aber man wird sich keiner so großartigen Leistung entsinnen, wie sie Marian hier gelingt. Er gibt den Juden in einer bestechenden Maske, die in der nicht einmal sehr einschneidenden Verwandlung des Gesichtsbildes von einer Szene zur andern schon den Weg aus der Frankfurter Judengasse in die Stuttgarter Residenz andeutet. Marians Oppenheimer ist in seiner Gerissenheit, Verschlagenheit und berechnenden Geschmeidigkeit, seiner Geld- und Machtgier, den entfesselten Instinkten des sadistischen Lüstlings und des erbarmungslosen Dolksverderbers, der seine Herkunft weder verleugnen noch vergessen kann, ein Repräsentant seiner Rasse. Uebrigens war der Darsteller klug und geschickt genug, in einem aus Sprache, Mienenspiel und Haltung vollendet zusammengesetzten Charakterbilde alle übertreibenden oder bloß karikierenden Züge zu streichen, die den Eindruck nur abgeschwächt hätten. — Hinter ihm, neben ihm, erst geduckt, dann gefährlich hochgereckt erscheint wie ein huschender Schatten die Gestalt des Rabbi Loew, späteren Stuttgarter Sekretärs Levy — gespielt von Werner Krauß. Man sieht ihn selten im Film, aber immer, wenn er auftaucht, sind seine Menschen von suggestiver Wirklichkeit, Mn muß sich daran aktuelle Bilder vom Abschluß des Dreimächtepaktes, vom Wiederaufbau in Elfaß-Lothringen und Norwegen, von den Leistungen unserer U-Boot-Waffe, von der Arbeit unserer Flak und von den rollenden Angriffen unserer Bomber gegen England. Hans lUxriot, als den Regisseur großer und erfolgreicher Filme — wir erinnern nur an den „Herrscher" und das Abermals rief der Führer das deutsche Volk zum Winterhilfswerk auf. Dem zweiten Kriegswinterhilfswerk sind neben den bekannten Aufgaben zur Betreuung von Hilfsbedürftigen weitere und größere Leistungen zugedacht. Es gilt, alle diejenigen Volksgenossen besonders zu betreuen, die durch irgendwelche Kriegsauswirkungen in Not geraten sind. Erinnern wir uns dabei der Not, die wir bei den Volksdeutschen in den nunmehr befreiten Ostgebieten vorfanden und die auch heute noch nicht überall und restlos beseitigt ist. Denken wir an die Rückkehr der Balten- und Wolhynien- deutschen, an die Heimkehr der Volksgenossen in die westlichen Gaue, die teilweise ihre Ortschaften von französischen Granaten zerstört oorfanden. Vergessen wir auch nicht das Elend, das unsere Volksgenossen im Elsaß und in Lothringen erleiden mußten. Ihnen allen soll unser Opfer im Kriegswinterhilfswerk gelten! Darüber hinaus wird das Kriegs-Winterhilfswerk aber auch, wie bisher schon, volkspflegerische Arbeiten finanzieren, wie die Errichtung und Unterhaltung von Hilfs- und Beratungsstellen des Hilfswerkes „Mutter und Kind", von NSV.- Krieaswinterhilfswerk 1940/41: „Groß diese Zeit muß unser Opfer fein!' Kindertage st ätten und Hilfskindergärten, von N S.° S ch w e st e r st a t i o n en und NSV.- Bahnhofsdienststellen. In diesen Einrichtungen der NSV. werden Arbeiten geleistet, die in die Zukunft weisen und von höchstem Einfluß auf die feelische und geistige Haltung der Familie sind. Jeder Volksgenosse weiß, daß er heute in einem Staate lebt, der nicht nur fordert, sondern sich auch um das Wohl der Familien sorgt, und daß es Aufgabe der Partei und ihrer Einrichtungen ist. Über dieses Wohl zu wachen. Unsere Kinder, aus der Stadt kommen aus ihrer Umgebung, aus ihrer gewohnten Lebensform heraus in engste Berührung mit der Natur, deren ewige und gesetzmäßige Ordnung sie so kennenlernen. So werden durch die Kinderlandverschickung der NS.- Volkswohlfahrt Stadt und Land näher gebracht und wesentlich zur gegenseitigen Verständigung beigetragen. Mütter, die die Sorgen um zahlreiche Kinder müde zu machen drohen, werden von der NSV. in Müttererholungsheime geschickt, wo sie unter liebevoller Betreuung die Sorgen des Alltages vergessen können, während eine Haushaltshilfe der NSV. daheim ihr Hauswesen getreulich versorgt. Landfrauen, um die sich früher kein Mensch gekümmert hatte, können während der Wintermonate ebenfalls in NSV.-Müttererholungs- heimen Aufnahme finden, und schon in vielen Gemeinden unseres Gaues sorgen und betreuen un- NS.-Schwestern Gesunde und Kranke, Alte Junge, dje ihrer Hilfe bedürfen. Kaum eine Gemeinschast der Tat. Aufgaben des zweiten Kriegswinterhilfswerkes im Gau Hessen-Nassau. schadhafte Stelle unseres Volkskörpers bleibt den Mitarbeitern der NS.-Volkswohlfahrt unbekannt. Sie wissen um die Verhältnisse der einzelnen Familien in den Stadtteilen der Großstädte, der Notstandsgebiete der Industriezentren, in den Kleinstädten, wie auch in den kleinsten Dörfern. Die Hilfe des Winterhilfswerkes und damit auch der NSV. fetzt überall ein, wo sie erforderlich ist. Man erkennt heute die biologischen Notwendigkeiten der Volksgemeinschaft, man weiß heute, daß jedem Menschen geholfen werden muß, der deutschen Blutes ist und sich der sozialen Ordnung der Volksgemeinschaft unterordnet. Wir wollen die Bereitschaft zum Opfer, zum wirklichen Opfer als nationale Pflicht. So ist das Winterhilfswerk im tiefsten <5inpe Aufbau einer im deutschen Sozialismus solidarischen Nation, die infolge ihrer inneren Gesundheit, ihrer Kraft und Hingabefähigkeit nicht niedergebeugt werden kann. Wie in den vergangenen Wintern erfolgt die Erfassung der Lohn-, Gehalts-und Firmenopfer. Jeweils am zweiten Sonntag der Monate September 1940 bis März 1941 finden Haus- fammlungen zum Opfersonntag statt. In sieben Reichs st raßensammlungen wird Gelegenheit gegeben, dem Soldaten an der Front zu beweisen, daß auch die Heimat zum größten Opfer bereit ist. Im Januar 1941 wird eine Gau- st raßen sammlung durchgeführt. Der „T a g der nationalen Solidarität", der „T a g der Wehrmacht" und der „T a g der Polizei" werden noch bekanntgegeben. W HW.-Lose und WH W.-Briefmarken werden wieder vertrieben und Opferbücher können ausgelegt werden. Für die Betreuten können wie im Vorjahre natürlich keine Sachwerte, sondern lediglich WHW.° Wertscheine ausgegeben werden. Wie immer, wenn der Führer ruft, sind wir zur Stelle! Wir haben erfahren, wie in den Zeiten des Einsatzes die Toten unserer Wehrmacht Blut und Leben opferten, wie jeder zum äußersten Einsatz bereit war; und weil sie alle zu diesem größten Opfer bereit waren, durften wir leben. Das Geschenk dieses Lebens aber verpflichtet. Unserer Opferbereitschaft ist die Zukunft unseres Volkes anvertraut. Legen wir auch im kommenden Winter Zeugnis davon ab, daß wir nicht eine Gemeinschaft des Wortes, sondern der Tat bilden, daß wir bereit sind, Sorgen und Siege gemeinsam zu tragen und zu erleben! Deshalb steht als Leitgedanke über dem George ist der Herzog, ein Koloß unter der! Rokokoperücke, dennoch nur schwächliches Miniatur« bild eines absolutistischen Sonnenkönigs, ausruhend auf den vergilbten Lorbeeren von Peterwardein und der Vlgraber Statthalterschaft; bequem und genußsüchtig geworden, verstrickt er sich unmerklich immec tiefer in die Abhängigkeit von seinem höfisch eie- ganten und beflissenen Ratgeber; den Ausbrüchen seines Zornes fehlt die elementare Kraft, und man spürt in Georges Darstellung sehr wohl, wie diesec Karl Alexander (der in manchen Zügen an den späteren Karl Eugen Schillers erinnert) zusehends das willenlose Werkzeug dessen wird, der, aus namenlosem Dunkel auffauchend, seip getreuer Dienefl zu werden schmeichlerisch versprochen hatte. Von gleicher Leibesmächtigkeit, aber in Gerad« heit, patrizischer Ruhe und ungebrochener Kraft, mit sonorem schwäbischem Sprachklang, erhebt sich gegenüber die bäurisch schwere, väterlich gütige Gestalt des Landschaftskonsulenten Sturm, wie Eugen Klöpfer ihn darstellt. Einen rührenden Kontrast zu ihm wie zum Herzog, vor allem zum Süß ist die Dorotha der Kristina Söderbaum, die, zart und blond, aus jungem Liebesglück in Todesangst und Verzweiflung getrieben, dem Volksverderbec zum Opfer fällt und mit ihrem Tode die Volkserhebung entflammt. — Von den vielen anderen seien Malte Wagner, der fanatische Aktuar Faber, die derbe Soldatenfigur des Herrn von Roedec (Albert F l o r a t h), Theodor Loos und Hilde von Stolz genannt. — Die sehr prägnanten Auf„Unsterbliche Herz" — und man wird sich der künstlerischen Vitalität erinnern, mit der er diese grundverschiedenen Stoffe anariff; die merkt man auch diesmal, aber vor allem Drängt sich die Wahrnehmung auf, wie der Spielleiter hier das Anschauliche aus dem Weltanschaulichen entwickelt, wie er von der politischen Bedeutung des geschichtlichen Stoffes ergriffen wurde und dies mit allen ihm zu Gebote stehenden optischen und akustischen Mitteln auf den Zuschauer zu übertragen bemüht war. Man spürt aus seinen großen Szenen das Temperament und die kühle Leidenschaft, mit der sie konzipiert und gedreht wurden. Harlan läßt das Grundsätzliche uns das untergründig Weiterwirkende der an sich lange abgeschlossenen, Dielfad) unbekannten oder vergessenen Episode aus dem schwäbischen Rokoko deutlich werden und schreckt dabei nicht vor Wirkungen zurück, die schon fast die Grenze des Darstellbaren streifen. Der Nationalsozialistische Gamdienst der Gaule!- tung Hessen-Nassau schreibt: Das Problem des Hausgehilfinnen-Mangels ist seit geraumer Zeit zur Genüge bekannt. Die anhaltenden Anforderungen von weiblichen Arbeitskräften zum Einsatz auf dem landwirtschaftlichen, industriellen und wirtschaftlichen Sektor machten die Hausgehilfinnen rar. Was Wunder, daß diese in ben Städten einen ausgesprochenen Seltenheitswert mit all jenen Mängeln bekamen, die eine derartige Situation nun einmal mit sich bringt. Der erste dieser Mängel bestand darin, daß man — dieses „man" sind jene Kreise, die es sich leisten konnten — die Hausgehilfinnen überbezahlte, um sie überhaupt zu bekommen, (Gesetze vermochten dagegen so gut wie garnichts auszurichten!), der zweite ergab sich aus der Tatsache, daß die Hausgehilfin sich selbst jene Stellung aussuchte, die ihr bei möglichst gutem Lohn auch die größten An- Aus der Stadt Gießen. Das Bild in der Wohnung. Als ich kürzlich bei einer Freundin zu Besuch war, ist mir eines besonders aufgefallen: der Bild- schmuck. Im Wohnzimmer und auch im Schlafzimmer hingen sog. „Elfenreigen". Also Bilder, die bar des echten Lebensgefühls sind. Ich habe meiner Freundin erklärt, daß mir diese Bilder nicht gefallen und habe ihr klargemacht, daß sie doch keine innere Verbindung zu diesen Darstellungen hat, die im letzten unwahr sind, weil sie eine Welt der Schönheit vorspiegeln wollen, es aber mit so unzulänglichen Mitteln und aus einer so unmöglichen Lebenseinstellung heraus tun, daß man sich eines peinlichen Gefühls nicht erwehren kann. Wir haben uns dann über diese Frage ausgesprochen. Auch meine Freundin, die ihre Kleider selbst schneidert, ihre Kleinen entzückend geschmackvoll anzieht, die nie vergißt, die Zimmer mit Blumen zu schmücken, hat bald eingesehen, daß solche Wandbilder tatsächlich nicht ihrer klaren, schlichten Lebenshaltung entsprechen. Und sie hat es sofort verstanden, daß es stören muß, wenn irgendwo (und hier war es durch die Bilder) die klare Linie des guten, deutschen Geschmacks durchbrochen wird. Angeregt haben wir uns dann über die Möglichkeit guten Bildschmucks unterhalten. Sie selbst war sogleich auf dem rechten Wege, als sie vorschlug, sie wolle von ihrem schöngelegenen Elternhaus eine schlichte Zeichnung aufhängen, die ihr eine kunst- gewandte Freundin vor einigen Jahren geschenkt hatte. Es war nur ein kleiner Schritt zu dem Gedanken, gute Photos aus der Heimat, Lichtbilder, bei Ferienfahrten durch die deutschen Gaue ausgenommen, aufzukleben und im Zimmer aufzuhängen, eine ständige Erinnerung an schöne Stunden. So war schon der Anfang in bester Weise gemacht, und ich bin überzeugt, daß in einiger Zeit auch Geld vorhanden sein wird für einen wirklich guten Druck. Es ist nicht wahr, daß das in erster Linie Geldfragen sind. Es sind Fragen des Geschmacks. Ich habe in einer Familie eine ausgezeichnete Wiedergabe der Dürerschen „Mutter" gesehen, sie war sauber auf Karton ausgezogen und schlicht gerahmt. Es war der wirkungsvolle Plakataushang, den die Nann muß ich deutlicher werden, Herr Heidenreich! Es ist durch Zeugenaussage festgestellt, daß Sie gleichzeitig mit Doktor Bergholz in der Wohnung der erschossenen Künstlerin gewesen sind. Das Hausmädchen hat Ihren Mantel und Hut sowie Ihr seidenes Halstuch an der Flurgarderobe hängen sehen. Ihre dunkelgrauen Wildlederhandschuhe lagen auf dem Spiegeltischchen. Das Mädchen gibt an, öie Sachen, die sie Ihnen oft abgenommen hat, genau zu kennen. Ferner hat der Hauswart Ihr Auto, dessen Nummer er kennt, um die gleiche Stunde auf der Straße stehen sehen. Wo befinden sich hier Ihre Ueberkleider? Lassen Sie bitte die Sachen herausnehmen. Wir werden versuchen, auch diese Zeugin des Vergleichs wegen heranzuholen." Heidenreich bekommt einen Schwächeanfall. Das Verhör muß unterbrochen werden. Der mit anwesende junge Kriminalassistent holt ein Glas Wasser. ^_?Cr-J^lminaIrat eine schmale Schachtel vom Schreibtisch genommen und geöffnet. Ein kleines rohrenartiges Instrument liegt darin, das in einer fernen nadelspitzen Kanüle ausläuft. Er wendet sich zu dem im Sessel Zusammengesunkenen. „Sie sind ... Morphinist, Herr Heidenreich?" „Ja", erhält er kaum verständlich zur Antwort. '^r deshalb fühle ich mich augenblicklich unwohl." Der Krimmalrat wartet noch ein paar Minuten ms sich Heidenreich anscheinend wieder besser fühlt fahrt er zu fragen fort: „Sie haben mit Ihren Aussagen — ähnlich wie Fräulein Springer — den nm gen an die Zeiten wachgerufen, in denen bereits der Gemeinschaftsgeist im Mtv. in hoher Blüte stand. Die Urlauber dankten dem Vereinsführer Müller für feine Arbeit und vor allem für die rege Tätigkeit, durch die er die Kameradschaft zwischen den Soldaten und der Heimat tn bester Weise aufrechterhalten hat. Dffobertoanöerung des VHC. Gießen. In einen der schönsten Teile unserer engeren Heimat, in das Gebiet um den Dünsberg, führte am Sonntag die Oktoberwanderung des VHC. Gießen. Dom Ausgangspunkt Bieber ging es durch das anmutige Biebertal, um hinter der Obermuhle einen Heckenweg einzuschlagen, der reizvolle Blick auf das burggekrönte Königsberg gewährte. Gegenüber der ehemaligen Oberförsterei Strupbach wurde die schwarze Punktmarkierung erreicht, die die nahezu 40föpfige Wanderschar zum bewaldeten Helf holz führte. Unterwegs boten sich prächtige Blicke auf das malerisch gelegene Königsberg, auf den Dünsberg, den Jfselscheid und später auf die Westerwäl- der Höhen. In langsamer Steigung ging es an der Philippstanne vorbei aufwärts über den mit alten Bäumen und mächtige« Bäsaltblöcken bestandenen Marktplatz, Hals genannt, an dem hochragenden Schloß vorüber nach Hohensolms, wo Mittagsrast gehalten wurde. Der, weitere Weg führte auf der zum Teil von 600jährigen Linden umsäumten Land- sttaße nach dem von einem Turm überragten Altenberg, von wo max bei der klaren Sicht wiederum entzückende Blicke, vor allem auf die in den schönsten Farben der Herbstes prangenden Wälder genoß. Ein großes Stück auf dem alten Rennweg gehend, kam man, stets auf aussichtsreichen Wegen, über den Großen Rothenberg nach dem Endziel Bieber, von wo nach einem Schlußtrunk die Heimfahrt erfolgte. Gießener DochenMarktpreise. * Gießen, 8. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Y kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10 ausländische Eier 12, Kartoffeln, kg 4, 5 kg 40, Weiß- fraut, kg 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 8, rote erreichbare Hausgehilfin gibt es nämlich in Frankfurt a. M., wie auch in den anderen Städten des Gaues, eine große Anzahl von Haushalten ohne Kinder unter 14 Jahren, die nicht nur eine oder zwei, sondern drei und vier Hausangestellte in Anspruch nehmen. Sicher ist die Zahl dieser Hausangestellten oft durch den Umfang der zu bewältigenden Arbeiten bestimmt — wobei man sich vorstellen kann, daß dieser Umfang durch wenige räumliche Aenderungen sowie Einschränkungen auf dem Gebiete der Bequemlichkeit und Repräsentation erheblich verringert werden kann — sehr oft aber reicht selbst diese Begründung dafür nicht aus. Hier allein liegt folglich noch eine Möglichkeit, wenigstens in den dringendsten Fällen helfen zu können. Sie wird, wie bereits ausgeführt, auf dem Wege gesetzlicher Bestimmungen nicht genutzt, sie muß aber durch die Verständnis- und Hilfsbereitschaft der Beteiligten selbst zum Einsatz gebracht werden. Von den Frauen dieser Haushalte darf man daher mit Recht erwarten, daß sie dem Arbeitsamt ihre nicht unbedingt „lebensnotwendige" Hausangestellte wenigstens für einen befristeten Einsatz im Haushalt einer kinderreichen Familie melden. Von den betreffenden Hausangestellten aber soll man annehmen, daß sie sich einem solchen Dienst an der Gemeinschaft gern und freudig unterziehen. Sicher wird die Hausfrau, die auf diesen Ruf ihre Hausangestellte abgibt, nun in der Wirtschaft auch einmal selber zupacken müssen und die Hausangestellte ein anstrengenderes und vielleicht auch geringer bezahltes Arbeitsgebiet zu übernehmen haben, doch beide werden sich zu dieser Hilfe verpflichtet wissen. Angesichts der in diesem Kriege bereits gebrachten und noch zu bringenden Opfer ist dieser Beitrag nicht meßbar und kaum des Aufhebens wert, in feiner Auswirkung jedoch beseitigt er eine Dissonanz in unserem Gemeinschaftsleben und macht sich damit verdient. Wir wollen annehmen, daß es nur dieses hinweisenden moralischen Appells bedurfte, um auch in dieser Hinsicht die Kameradschaft der Heimat wirksam zu wissen. fl5-WiW M kraft öarm Sreaöe Achtung! Achtung! Sportamt KdA. Neuer Schwimmkurs! Am Dienstag, 8.10.1940, beginnen wir wieder mit unseren Dienstag-Schwimmstunden! Jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr. Die Freitag-Schwimmstunden bleiben wie bisher von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr. Alle Stunden auch für Anfänger. 4491V Ein auswärtiges Urfeil zum Gießener Konzertwinter. »Ulan kann wirklich Gießen beglückwünschen Ein Musikfreund in Gießen hat das Programm des Konzert-Rings 1940/41, das vom Gießener Konzertverein, dem Stadttheater und der NSG. „Äraft durch Freude" als Gemeinfchasts-Deranstal- . tung im Winterhalbjahr 1940/41 den Gießener Mu- sikfreunden geboten wird, einem Musikfreund in München übermittelt. Daraufhin ift bei dem Gießener Musikliebhaber ein Brief seines Münchener Bekannten eingegangen, der sich über das Gießener Konzert-Programm für 1940/41 sehr anerkennend äußerte. In dem Briefe ist u. a. folgendes zu lesen: „Mit großem Interesse entnahm ich aus dem reichhaltigen und mit großem Geschmack zusammengestellten Programm, daß sich unter den Solisten Ihrer Konzerte Künstler von internationalem Ruf befinden, wie Wilhelm Backhaus, Erna Berger und Vasa Prchoda. Aber auch mit manchem anderen Namen verbindet sich bei mir die Erinnerung an starke musikalische Eindrücke. Vor Jahren horte ich in München in einem Orchefterkonzert ein Konzert von Johann Sebastian Bach für drei Klaviere; einer der Solisten, die neben Meister Edwin Fischer das herrliche Werk zu gewaltiger Wirkung gestalteten, war Konrad Hansen/ der Solist Ihres ersten Konzertes. Aus jüngerer Zeit stammt meine Bekanntschaft mit dem Stroß-Quartett, dessen Konzerte in Müncken schon seit ein paar Jahren einen besonderen Anziehungspunkt für Freunde der Kammermusik bilden. Die Konzerte, die ich von dieser jungen Vereinigung härte, bestätigten den Ruf, daß sie heute eine der ersten deutschen Ouartettver--