Donnerstag, 8.August MV Fcrnfvrelimnsckluk 2251 Druck und Verlag: Unioerfitätsöruderei 8. fange ttlmmbntc von Rnzctaen für die Mittagönummer uiöS'/vUbr dePBormittaaS Anzeigen-Preiser Anzeiaenteil 7 Nvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wtederbolnrlg Malstaffel I Slbfchlitffe si)icnnctiftrtff(?l B Plabvar schrift lvorbertae Vereinbarung) 25'7» mehr (90. Jahrgang Nr. ,8b W © von -W Gietzener Anzeiger infolge höherer Gewalt w General-Anzeiger für Oberhessen Gießen, Zchulstrahe 7-9 Der Führer beglückwünscht Dr. Krupp von Bohlen und Halbach. Lleberreichung des goldenen Ehrenzeichens der RGDAP. - Auszeichnung mit dem Adlerschild des Reiches und dem Kriegsverdienstkreuz Erster Klaffe. Essen, 7. August. (DNB.) Der Führer ftat- tete Mittwochvormittag Dr. Krupp von Boh. len u il b Halbach auf der Villa Hügel in Essen einen Besuch ab, um dem Führer der größten deut- schon Waffenschmiede persönlich feine Glückwünsche zum 7 0. Geburtstag auszusprechen. Dabei überreichte der Führer Dr. Krupp von Bohlen und Halbach in Würdigung seiner Der- Dienste um Volk und Reich das goldene Ehrenzeichen der NSDAP. — Reichsminister Funk überbrachte dem Jubilar die Grüße und Wünsche der Reichsregierung und überreichte ihm in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Wirtschaft im Auftrag des Reiches den Adler- f ch i l d des Reiches mit der Widmung: „Dem Deutschen Wirtschaftsführer". Reichsminister Dr. Todt überbrachte im Auftrage des Führers den, Jubilar das ihm in Würdigung seiner Verdienste um die Rüstung der deutschen Wehrmacht als er- st e m Deutschen vom Führer verliehene Kriegs verdien st kreuz Er st er Klasse. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß ließ Dr. Krupp von Bohlen und Halbach durch Reichsleiter Bormann eine Büste des Führers überreichen. Der Leiter der Reichswirtschaftskammer, Albert P i e tz s ch , übermittelte dem Jubilar die Grüße und Wünsche der deutschen Wirtschaft. Reichspressechef Dr. Dietrich, dessen Vaterstadt Essen ist, sprach Dr. Knipp von Bohlen und Halbach die Glückwünsche der Deutschen Presse aus. Anschließend besichtigte der Führer eine Reihe von Werkstätten der Kruppschen Fabrik. Uederall, wo man den Führer erkannte, wurde er von der Kruppschen Arbeiterschaft und der Bevölkerung der Stadt Essen stürmisch begrüßt. Sodann verließ der Führer wieder die Stadt Essen. * Reichsmarschall Göring ließ Dr. Krupp von Bohlen und Halbach durch seinen Chefadjutanten Major Gritz bad) seine Grüße und Glückwünsche übermitteln. „Pionier der Arbeit." Gine einzigartige Auszeichnung Essen, 7. Aug. (DNB.) Im Auftrage des durch seine Ostoberschlesien-Reise verhinderten Reichsleiters Dr. Ley hat Oberbefehlsleiter Marrenbach dem Chef der Kruppwerke Dr. Krupp von Bohlen und Halbach eine vom Führer unterzeichnete Urkunde überreicht, die die Ernennung Dr. Krupps v. Bohlen und Halbach zum „Pionier der Arbeit" aus- spricht. Gleichzeitig mit der Urkunde ist Dr. Krupp von Bohlen und Halbach das Ehrenzeichen hierzu in Gold verliehen worden. des Lhefs der Kruppwerke. Utber die Schaffung des Begriffes „Pionier der Arbeit" erklärte Dr. Ley: Nach dem nationalsozialistischen Prinzip, daß nur Vorbilder zu höheren Leistungen in wirtschaftlicher und sozialer Hin- ficht führen, hat die DAF. von Anfang an ihr Wollen auf sozialpolitischem Gebiet auf den Wettbewerb der Betriebe untereinander gestellt. Dieser Wettbewerb wird von der Mannschaft, der Betriebsgemeinschaft, durchgeführt, und an ihm haben Betriebsführer und Gefolgschaft den gleichen Anteil. Um Musterbetrieb zu werden, müssen die Betriebe zunächst einmal die vier Auszeichnungen für mustergültige Berufserziehung, für "Kraft durch Freude", für Siedlungs- und Wohnungsbau und für Volksgesundheit erworben haben. Und ebenso müssen sie sid) das Gaudiplom vorher errungen haben. Da aber auch die Mannschafts» leistung immer aus der Initiative und aus dem Willen des einzelnen strömt, hat der Führer je$t als Krönung dieses Leistungssystems die Auszeichnung „Pionier der Arbeit" geschaffen, um damit denjenigen Volksgenossen im Betrieb, ob Betriebsführer oder Betriebsobmann, auszuzeichnen, der den größten Anteil an der Erreichung eines nationalsozialistischen Musterbetriebes hat. Wir freuen uns, daß der Führer als ersten den verantwortlichen Betriebsführer des größten Rüstungsbetriebes Deutschlands, der auch einen gewaltigen Anteil an unserem Siege hat, Herrn Krupp von Bohlen und Halbach, auszeichnen konnte. Herr Krupp von Bohlen und Halbad) ist für uns Nationalsozialisten der Typ des verantwortlichen Betriebsführers aud) bei großen und größten Konzernen. Die Kruppwerke und alle die zum Hause Krupp gehören, beweisen damit, daß man bedenkenlos einen großen Konzern aufbauen kann, wenn die Verantwortlichen gewillt sind, die Verantwortung zu tragen. Herr Krupp von Bohlen und Halbach trögt für alle seine Werke hundertprozentig die volle Verantwortung. Das ist entscheidend. Dadurch unterscheidet sid) dieser Konzern grundsätzlich von den vielen anonymen Gebilden, die in der Inflation und in der liberalistischen Zeit der Verantwortungslosigkeit gebildet wurden. Wir beglückwiinsd)en Herrn Krupp von Bohlen und Halbach und wünsd)en der Gefolgsd>aft des Hauses Krupp, daß dieser verantwortungsfreudige Mann noch lange an der Spitze des Hauses stehen möge. LhessderZivilvewaltungeninLothnngen-ElsaßundLuxemburg Baldur von Gchirach zum Reichsstatthalter und Gauleiter in Wien ernannt. — Arthur Axmann Reichsjugendführer. Die Ablösung in der Aeichsjngendsnhrinig die militärischen Befehlsstellen von den reinen Schirach als Baldur von am rechten Berlin. 8. Aug. (DRV.) Die Prefseableilung der Relchsregierung und die Reichspreffestelle der NSDAP, teilen mit: Nach zwei Erlassen des Führers wird i m E l - faß und in Lothringen sowie in Luxemburg die gesamte Verwaltung im zivilen Bereich künftighin nicht mehr von militärischen Befehlsstellen, sondern von Chefs der Zivilverwaltung geführt, die dem Führer unmittelbar unterstehen. Die Ausübung der militärischen hoheitsrechte verbleibt auch weiterhin den militärischen Befehlsstellen. Der Führer hat für Lothringen den Reichsstatthalter und Gauleiter Josef V ü r ck e l, für das Elsaß den Reichsstatthalter und Gauleiter Robert Wagner, für Luxemburg den Gauleiter Gustav Simon zum Chef der Zi- vilverwaltung bestellt. Der Führer hat zugleich Gauleiter Bürckel auf feinen Antrag von dem Amt Schirach in Wien der rechte Mann Platze sein. Neun Jahre lang hat Baldur von des Reichsstatthalters und Gauleiters in Wien entbunden unter Vorbehalt anderweitiger Verwendung als Reichsslatthalter. Zum Reichs st atthaller und Gauleiter in Wien hat der Führer den Reichsleiter Baldur von Schirach ernannt und ihn von seinen Aemtern als Reichsjugendführer der NSDAP, und Jugendführer des Deutschen Reiches entbunden. Zugleich wurde Reichsleiler von Schirach unter Belassung in seiner Stellung als Reichsleiter für die Jugenderziehung der NSDAP, mit der Inspektion der gesamten Hitler-Jugend auch für den staatlichen Bereich vom Führer beauftragt. Zum Reichsjugend f-ührer der NSDAP, und zum Jugendführer des Deutschen Reiches hat der Führer den Obergebietsführer Arthur Axmann ernannt. Stabsführer Hartmann Lauterbacher ist zum Stellvertretenden Gauleiter ernannt worden. Gauleiter Baldur von Schirach. (Weltbild-M.) waltungsaufgaben zu befreien und mit diesen drei bewährte Gauleiter Westdeutschlands als Chefs der Zivilverwaltung zu betrauen. Es sind das die Gauleiter der Saarpfalz, Badens und des Gaues Koblenz-Trier, die nun die zivile Verwaltung in Lothringen, im Elsaß und in Luxemburg übernehmen werden. Da Gauleitor Bürckel, nach Abschluß seiner Arbeiten zur Eingliederung der Ostmark, nun also den Schwerpunkt seiner Tätigkeit wieder in den heimatlichen Westen zurückverlegt, wurde es erforderlich, das Amt des Wiener großes Aufgabengebiet kennenzulernen und sich in eine neue Führungsarbeit einzuarbeiten. Für die Aufgaben, die ihn in Wien erwarten, bringt er alle Voraussetzungen mit. Als Führer der Jugend, der sich im Kriege.ausgezeichnet hat, als politischer Mit- arbeiter des Führers seit seinem 21. Lebensjahre und als feinsinniger Künstler wird Reichsjugendführer Arthur Axmann. (Scherl-Bilderdienst-M.) denen feine Kompanie große Verluste erlitt, wurde Schirach wegen Tapferkeit vor dem Feind« zum Unteroffizier befördert. Sein Regiment wurde dann in der Flandernschlacht eingesetzt und nahm an der Verfolgung der Engländer von Westcapelle bei Bergues bis Dünkirchen teil. In der großen Schlacht in Frankreich ging Schirach in der Nähe von Amiens als Gruppenführer mit der Spitzenkompanie über die Somme und stieß dann im Verband feines Regiments ostwärts an Paris vorbei zusammen mit einer Panzerdivision bis zur Schweizer Grenze vor. Für seinen Einsatz an der Somme erhielt Schirach das Eiserne Kreuz II. Klasse und wurde zum Feldwebel befördert. Bei Abschluß des Waffenstillstandes stand er als Leutnant mit seiner Kompanie in Lyon. Er ist nun in die Heimat zurückgerufen worden, um hier auf Befehl des Führers eine neue große und schöne Aufgabe zu übernehmen. Mit der Jugend bleibt er auch weiterhin als Reichsleiter für die Erziehung der NSDAP., der zudem noch der Inspektion der gesamten Hitler- Jugend auch für den staatlichen Bereich beauftragt worden ist, aufs engste verbunden. Daß als sein Nachfolger in der Reichsjugendführung der Obergebietsführer Arthur Axmann vom Führer bestimmt worden ist, zeugt davon, daß es sich bei diesem Wechsel der Person um keinen Wechsel des Kurses handelt. Es ist vielmehr eine Ablösung, die einen Mann an die Spitze der Reichsjugendführung bringt, der bereits lange Jahre hindurch dem bisherigen Reichsjugendführer in enger Kameradschaft und Freundschaft verbunden war, während der langjährige Stellvertreter des Reichs- jugendführers Stabsführer Lauterbacher, der mit Reichsjugendführer der NSDAP, sich um die natio- nalsoziallstische Ausrichtung der deutschen Jugend und den Aufbau der nationalsozialistischen Jugendorganisation in höchstem Maße verdient gemacht. Er kam aus der Jugendbewegung der deutschen Hochschulen und hat aus dem Durch- und Gegeneinander der Bünde und Bewegungen die der nationalsozialistischen Jugend gemäßen Organisa- tipnsformen gefunden und der Jugendarbeit einen neuen Inhalt gegeben. Er hat klar gemacht, daß jugendliche Lebensfreude und Disziplin sich keineswegs ausschließen und hat erleben dürfen, daß sein Erziehungswerk in diesem Kriege sich bewährte. Der begeisterte Einsatz der deutschen Jugend im Felde und in der Heimat war die Frucht der von Baldur v. Schirach planvoll geleisteten Erziehungsarbeit, wobei nicht unerwähnt bleiben darf, daß der Reichsjugendführer selbst durch feinen persönlichen Einsatz im Kriege der deutschen Jugend Vorbild und Ansporn war. Er hat seine militärische Ausbildung beim In- fanterie-Lehr-Regiment Großdeutschland erhalten, kam dann im April 1940 an die Westfront, wo er anfangs als Gefreiter und Kompaniemelher am Feldzug in Frankreich teilnahm. In schweren Kämpfen auf den Höhen von Stone südlich Sedan, bei1 Nach Abschluß der Kämpfe in Frankreich und der l G a u I e i t e r s und Reichsstatthalters neu zu be- Wiederherstellung der Ordnung in den westlichen setzen. Der Führer hat dafür den bisherigen Reichs- Grenzgebieten warfnun der Zeitpunkt gekommen, jugendführer Baldur von Schirach ausersehen, tn.e.r-r-ri.«... . ( Der- Ihm ist damit die Möglichkeit gegeben, ein neues Duff Cooper. „Die Verbrechen, die ganz Deutschland in Schrecken versetzt haben, wurden nicht von einem einzelnen Mann oder von einer kleinen Gruppe von Verbrechern verübt: es sind die Verbrechen eines ganzen Volkes. Es ist zu gefährlich, zu glauben, daß wir einen Unterschied machen können zwischen der deutschen Regierung und dem deutschen Volk. Der Tag, an dem bas deutsche Volk sid) seiner Niederlage bewußt wird, wird nicht nähergerückt durch sanfte Worte und Versprechungen unsererseits. Wir müssen bas deutsche Volk im Kampf besiegen." Duff Cooper auf einem Bankett am 23. April 1940. Der Herkules, der zum Kampfe gegen das ganze , deutsche Volk auszog, ist derselbe Mann, der in diesen Tagen Hamburg „pulverisiert" hat. Seine Bankettrede vom 23. April und seine Pulyerisierung Hamburgs beweisen das gleiche: Duff Cooper ist der Mann der großen Worte, der kühnen Verheißungen, der summarischen Gesten. Nur wird der Krieg nicht mit großen Worten, kühnen Verheißungen, summarischen Gesten gewonnen. Irgendwie fühlt bas aud) Duff Cooper, der Jn- sormationsminister Seiner Britischen Majestät. Nur aus dem Gefühl seiner inneren Unsicherheit ist seine unbändige Aufregung darüber zu verstehen, daß der Führer 32 verdiente Heerführer durch besondere Aus. Zeichnungen vor dem versammelten Reichstag heraus- gehoben hat. Wie unangenehm ist bod) biefc Kontur- renz? Hier bellt bas Hündchen Wackerlos, genannt Duff Cooper, unb bort stehen 32 Felbmarfchälle, Generalobersten unb Kommanbierenbe Generale. Es ist menschlich sehr verstänblich, baß Duff Cooper In ben Ruf ausbricht, er hoffe, bie Namen dieser deutschen Generale „nie wieder zu hören". Duff Cooper agiert um so heftiger, als das britische ynformationaminifterium die öffentliche Meinung seines Landes nickst nur nicht für sich hat, sondern im Gegenteil selbst zum Zankapfel der m- ncnpoütifdicn Strömungen in England geworden ist. Etwas Schlimmeres kann einem Jnformationsmini- ftcr nicht widerfahren. Das ist genau so, wie wenn ein Lehrer seine yungens nicht hinter sich bekommt und Zud)t und Ordnung hält, sondern vielmehr die lustige Person in der Schule wird. Das Pech will es, daß Duff Cooper in die herumstehenden Fett- näpfchen der englischen Innenpolitik hineingetreten ist, weil er versuchte, aus seinem Jnformations- miniftcrium eine Organisation zu machen, die nicht nur im Kabinettsrat vertreten ist, sondern auf das Land unmittelbaren Einfluß übt. Der gute Mann hat sich nämlich im Schnellverfahren einige Taufend männliche unb weibliche Agenten engagiert ... etwa in der Art, wie eine Werbekolonne für ben Vertrieb eines neuen Staubsaugers ober eines anberen nützlichen Geräts zusammengestellt wird. Diese Werbekolonne ist Inun auf „Tour" geschickt worden und bringt in bie einzelnen Haushaltungen ein, um mit vielen beredten Worten den Engländern und ihren Baldur von Schirach etwa gleichaltrig ist, nunmehr ebenso wie dieser als stellvertretender Gauleiter in der politischen Arbeit der Partei führend tätig sein wird. Der neue Reichsjugendführer Arthur Axmann ist geborener Westfale, aber in Berlin ausgewachsen, wo er im Wedding das Problem der Arbeiter- fügend an seiner Wurzel kennenlernte. Hier, an der Stätte des härtesten innenpolitischen Kampfes, be- Srünbßte er 1928 die erste Gruppe der Hitler- ugenb, hier hat er als Fähnlein- unb Gefolg- chaftsführer feinen Mann aeftanben unb war mit einer tapferen Schar bem schlimmsten fommunifti- chen Morbterror ausgesetzt. Herbert Norkus, dessen Gefolgschaftsführer Arthur Axmann einst gewesen ist, leot in ber Hitler-Jugenb fort als Opfer bieses Kampfes. Als Axmann 1932 in bie Reichsleitung ber HI. gerufen würbe, ging er mit Tatkraft baran, bie Jungarbeiter in ben Berufsschulen unb Jugenb- betriebszellen äu erfassen. Er würbe Leiter ber sozialen Jugenoarbeit unb Schöpfer bes Reichsbe- rufswettkampses ber beutschen Jugenb. Die Einführung eines planmäßigen Gesunbyeitsbienstes, bis Neubelebung ber ArtamanewBewegung im Canb- bienft ber Hitler-Jugenb, die Vorbereitung eines neuen Jugendrechtes, die Freizeit-Aktion der Hitler- Jugend, das alles find Leistungen, die mit dem Namen Arthur Axmanns für immer verbunden fein werden. Auch Axmann hat, wie fein Vorgänger in der Reichsjugendführung, bereits im Felde sich bewährt. Vom Herbst 1939 bis zum April 1940 hat er tm Westen gestanden und an vielen Spähtrupp- Unternehmungen als Unteroffizier teilgenommen, bis er auf Befehl des Führers mit der Vertretung Baldur von Schirachs beauftragt wurde, dessen endgültiger Nachfolger der nun 27jährige geworden ist. Stellv. Gauleiter Lauterbacher. (Scherl-Bilderdienst-M,j uuputuiuiini ------------- ---- ------/. . r , rsx. e nerien von Haifa wird dem britischen Oberkom- I mando größte Schwierigkeiten bereiten, da in Haifa Italienischer Bombenangriff auf Haifa. Die neuen Chefs der Zivilverwaltung Oie „Nanziger" kehren heim. Vorkämpfer des deutschen Elsaß wieder in Straßburg. Von Kriegsberichter Ettighoser. u. a. auch Las Flugz - ugb - nzin si-r Las englische Heer im östlichen Mittelmeerraum hergestellt Mimischer Wehrmachtsberich». Rom, 7. Aug. (DRV.) Der ilalienlfche Wehr- machlsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Unsere Luftstreitkräfte haben zum drittenmal das Oelzentrum von Haifa bombardiert. Dabei wurden weitere Vrennstoffbehätter in Brand geworfen und die Hafenanlagen getroffen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Rachrichten aus zuverlässiger Quelle zufolge hat der beim ersten Angriff auf Haifa verursachte Brand mehrere Tage gedauert. Bei der zweiten Bombardierung wurde die Shell-Raffinerie zer- stört. 3n Rordafrika sind feindliche Zeltlager südlich von Sollum, sowie die Eisenbahnlinie Alexandrien — Marsa-Matruk mit Bomben belegt worden. Lin viermotoriges englisches Flugzeug vom Sunderland-Typ wurde von unseren Jagdfliegern bei Tobruk abgeschossen: die aus acht PK. Es hatten sich nur wenige Eingewechte tm Rathaushof der Stadt Sttaßburg eingefunden, als „die Ranziger" — so nennt sie die elsässische Bevölkerung — wiederkehrten. Man war voller Spannung und Erregung beim Anblick dieser Männer die alle bereits dem Tode, einem grausamen Hinrichtungstode in französischen Kerkern ms Auge geschaut hatten. Sie alle, die nach Rancy verschleppten Männer, hatten keinen Pfennig mehr für ihr Leben gegeben, nachdem die französischen Sadisten den Freiheitskämpfer Roos aemordet hatten. Aber der deutsche Sieg hat auch diesen Männern Leben und Freiheit roiebergegeben, und dies Leben werden sie nun ganz für Großdeutschland einsetzen und für den Führer, zu dem sie sich ohne Vorbehalt bekennen. Tiefes Mitgefühl erfüttte die Anwesenden, als die Gattin des gemordeten Helden Roos er« schien; auch sie hatten die Franzosen weggebracht und verschleppt. Kaum erkennt man noch viele dieser Männer, so sehr magerten sie ab in französischen Gefängnissen. Schall, Prof. Rosse, Stürme!, Keppi, Bickler, Mourer, Haus, Schlegel, Antony, Dr. Oster, Biber, Nußbaum, Lang und Meyer — alles Männer, die hundertmal in französischen Hetzblättern als „Verräter, Abtrünnige und Naziknechte hingestellt worden sind und unsagbare Leiden er« Gauleiter Simon. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Mann, darunter drei Offizieren, bestehende Besatzung wurde gefangengenommen. In O st a f r i k a wurden die Flug- und Seestühpunkte von Aden und Berbern wirksam bombardiert. Lin feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Unsere Kolonnen überschritten an verschiedenen Stellen die Grenze von Britisch-Sornali- l a n d. * lieber die Aktton der italienischen Luftwaffe aui Haifa gibt die Agentur Stefani ergänzende Einzelheiten. Wichtigstes Ziel dieses Angriffes war diesmal der Hafen von Haifa, wo die englischen Streitkräfte bedeutende Material- unb Le- bensmitteldepots angelegt frühen. Die bei Mittelmäßiger Sicht von den italienischen Flugz^ia- stützpunkten im Aegäischen Meer gestarteten Staffeln erreichten nach längerem Flug über offenem Meer Haifa, wobei sie Cypern im weiteii Bogen umflogen, um nicht vorzeittg von den englischen Horchposten gemeldet zu werden. Die Fliegerabwehr bei Haifa war überaus heftig gewesen. Die italienischen Flieger hatten den Eindruck, daß das englische Kommando um die wichtigsten Militärzonen der Stadt verstärkte Flakbatterien mittleren und schwe- ren Kalibers ausgestellt hatte. Die Bombardierung ist aber trotz der Ungünstigen Sicht auftragsgemäß durchgefichrt worden. Tonnen v o n h o ch b rt- santen Bomben sind abgewogen worden. Die Depots und wichttgsten Hafeneinnchtung-en haben Volltreffer erhalten. Die Brandbomben verursachten Brände und schwere Zerstörungen. Stesam erklärt sodann, daß auf Grund der inzwischen em- aeaangenen Informationen die beiden v o rh er- gegangenen italienischen Bombenangriffe auf Haifa die schwersten Schäden angenchtet hätten. So habe z. B. die Irak Pettolemn Company die Zufuhr des Oeles aus der Mosiul-Pipe- line in die Raffinerien unterbrechen munen, um zunächst zu versuchen, den entftanbenen Brand einzudämmen. Sämtliche O e l t a n k s w a r e n in Brand geraten, der Brand hat solange angedauert, bis die gesamten Petroleumvorrate ausgebrannt waren. Die Vernichtung der Oelraffr- ____n Vtci trvirtl h»m hritiifhPT! Oberk0M- Frauen klarzumachen, daß der liebe Herrgott nur einen Propheten hat, und daß dieser Prophet Duff Cooper heißt. Und dann werden den Engländern und ihren Frauen zahlreiche Fragen vorgelegt: etwa über die Zeitung, die sie lesen; oder wie sie sich im Luftschutzkeller unterhalten; oder ob sie genug Unterwäsche haben und dergleichen. Man kann sich die Wirkung vielleicht ausmalen. Auch bei uns erscheinen von Zeit zu Zeit Warnungen in der Presse an ; unsere Hausfrauen, sich von Agenten, die auf einfache Manier Geld verdienen wollen und von „Gemeinnutz" recht weit entfernt find, mit kniffligen Verträgen hineinlegen zu lassen. Unsere Rechtsprechung schützt weitgehend den Haushaltungsvorstand dagegen, daß mit der Schlüsselgewalt ihrer Frauen Mißbrauch getrieben wird. Wenn die Agenten des guten Duff Cooper nun den Hausfrauen auch keine Ware andrehen, so schwatzen sie ihnen doch die Ohren voll, bringen in das Familienleben ein Element der Unruhe und verschärfen so die Hysterie, zu der nicht nur die englische Frau, sondern — was manchmal übersehen wird — auch der angeblich so phlegmatische Engländer sehr erheblich neigt. Am schlimmsten aber ist es für Duff Cooper, daß er in der politischen Höhenregion, in der die gewandte Feder durch Formulierung von Nachrichten erhebliche Wirkungen erzielen kann, jammervoll ad gefallen ist. Die „Times" bestätigt ihm, daß es ihm ein um das andere Mal mißglückt sei, die Möglichkeiten einer Nachricht auf „farbige und zufriedenstellende Weise" auszunutzen. Das ist bitter für Duff Cooper-, Denn er ist hier in feinem empfindlichsten Punkt) in feiner Eitelkeit, getroffen. Duff Cooper gehört zu den reichen aristokratischen Engländern, die aus innerer Leere sich irgendeiner Kunst widmen, was dann den in England fo verbreiteten Typ des Dilettanten (im schlechten Sinn) schafft, — fenes Dilettanten, der nichts kann oder wenigstens nicht genug kann und berdoch Anspruch erhebt, ein Fixstern am Kunsthlmmel zu sein. Man nennt diesen Typ des englischen Dilettanten Snob. Duff Cooper hat sich die Schnft- stellerei ausgesucht. Er hat ein formales stilistisches Talent. Aber er hat nicht die Spannweite des Geistes und des Charakters, um wirkliche Große dar- zustellen. Er hat sich daher Talleyrand als Helden ausgewählt, sicherlich einen Meister der diplomo^ tischen Routine, aber auch cm „übles Subjekt, das Napoleon verraten und ihm den Stoß mtt dem vergifteten Dolch von hinten beigebracht frat 3m- merfrin: Duff Coopers Buch war flüssig geschrreben und hatte einen Erfolg. Um so peinlicher ist .es für feine Eitelkeit, dah ihm die ..Times die Fahrgkert abspricht, aus einer Nachricht herauszicholen, was in der Nachricht steckt. Und daher fchweukt iefct Duff Cooper zu den groben Mitteln ab und '.pulverisiert" Hamburg. n°- Gauleiter Bürde!. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Gauleiter Wagner (Baden). — (Weltbild-M.) dulden mußten, erleben jetzt die Krönung ihres tapferen Ausharrens. Nein, das Martyrium, das sie erduldeten, war nicht vergebens, denn s i e haben doch g e s < egt und betreten das Land ihrer Väter, das deutsche Elsaß, und jen$, die sie schmähten, sind weggefegt und verschwunden. Jener Mann, der mehr als zwanzig Jahre die Elsässer im Reich sammelte und ihnen Mut zusprach zum Ausharren, Dr. Robert Ernst, Major der Luftwaffe, meldete die Heimkehr der Ranziger dem R e i ch s st a 11 h a l t e r Robert Wagner. Dessen warme Worte sanden den Weg zu den Herzen. Man merkte es: Hier spricht ein Nationalsozialist, erfüllt von der groh- deutschen Idee. w , Die Dankesworte des Elsässers B i ck l e r waren oin ergreifendes, wundervoll und packend geformtes Bekenntnis. Droben auf dem Münsterturm weht die Hakenkreuzfahne im Sommerwind, der nom Jffias- gcnwald herüberstrich. Ein neuer Tag bricht an. Damals, nach dem Raub der Reichsstadt Sttaßburg durch Ludwig XIV., protestierten die Bürger und schickten dem deutschen Kaiser einen Treueschwur. Dieser Treueschwur ist nun erneuert durch viele heimgekehrte Elsässer, die das wahre Gesicht Frankreichs in Zuchthäusern und Gefängnissen kennen- Igrnten. wurde. Oie italienischen Erfolge in Ostafrika. Auch Englands Stellung in Südarabien gefährdet. Rom, 8. Aug. (DNB.) Zn einer Betrachtung zum Krieg in den Kolonien sagt Agenzra Stefam, die großsprecherische britische Propaganda habe früher oft genug behauptet, eine der ersten Folgen des Kriegseintritts Italiens werde der Verlust Abessiniens sein. Auch hier hätten sich die englischen Berechnungen als grundfalsch her- ausgestellt. Italien habe auch nicht einen Qua- br atme ter seines Imperiums eingebußt, wahrend England bis jetzt Caffala, eine bedeutend strategische Stellung im Suda», sowie Moyale in Kenia den Italienern habe überlassen müssen. Nun kündige man von englischer Seite einen harten italienischen Druck auf Britisch-So- m a l i an, um offensichtlich die öffentliche Meinung auf weitere Verluste vorzubereiten. Die englischen Streitkräfte seien bereits an der Sttaße von Zeilar geschlagen worden, und auch Gerbera erscheine gefährdet. Ferner verlaute, daß im (Gebiet von Hadramaut, an der Südküste der arabischen Halbinsel, viele Stämme im Aufstand gegen die britische Tyrannei ständen, was das britische Kommando hindere, sich des Stützpunktes Aden zur Verstärkung der i» einer äußerst schwierigen Sage befindlichen Truppen in Somali zu bedienen. Oie Gärung in Aegypten. Rom, 7. Aug. (Europapreß.) Die Spannung zwischen Ae-gypten und England wächst. „Giornale d'Jtalia" berichtet, ttotz schärffter Handhabung der Deutsche Soldatengräber zerstört Brutale Rücksichtslosigkeit englischer Truppen. Berlin, 7. Aua. (DNB.) Daß I«lbst Fried- Höfe vor der Zerstörungswut der britischen Luftwaffe nicht sicher sind, haben die Bombenwürfe der letzten Wochen auf Gottesäcker und Kirchen des deutschen Reichsgebietes eindeutig bewiesen. Nun wird ein weiteres Verbrechen bekannt, daß bet jedem anständig denkenden Menschen Entrüstung und Abscheu Hervorrufen muh. Dor kurzem wollte ein deutscher Offizier auf dem deutschen MMcn> friedhof St. Laurent-Blangy (Departement Pas de Calais) das Grab des im Wettkrieg gefallenen Bruders eines Angehörigen feiner Kompanie besuchen. Er mußte trabet jedoch die Feststellung machen, daß eine englische motori- fierte Batterie, die den Friedhof als Artille r i e st e l l u n g und den Baumbestand ap Fliegerdeckung benutzte, Hunderte vonGrä- b er n mitsamt den Grab kreuzen mit den Raupenschleppern umgefahren und zerstö rt hatte. Es konnte einwandfrei festgestellt werden, daß es sich um die 286. Batterie des 72. Feldartillerieregi- ments gehandelt hat. Diese Untat ist um so ver- werflicher, als die Engländer ihre eigenen auf französischem Boden gelegenen Kriegerfriedhöfe des Weltkrieges sorgfältig geschont haben. Aber was gehen die Engländer die Gräber gefallener deutscher Soldaten an? Der Fall St. Laurent-Blangy ist ein weiterer Beweis dafür, daß den Briten nichts heilig ist. Das erste Apotheken-Mseum der Welt. In F r a n k f u r t a. M. wird das erste Apotheken- Museum der Welt aufgebaut. In Verbindung mit dem neuen Museum wird ein „hortus medicus” angelegt, der eine genaue Rekonstruktion des ältesten medizinischen Gartens aus dem Jahre 800 aus St. Gallen jein wird. Gleichzeitig wird an der Universität Frankfurt ein „Lehrstuhl für Geschichte der Arzneimittel" errichtet. Kostbare museale Schätze werden in . dieser pharmaziegeschichtlichen Sammlung vereinigt, die eine geschichtliche Schau des Arzneimittelwesens darstellt, wie sie noch niemals bisher erreicht worden ist. Der rege Anteil der deutschen Apotheke an der kulturellen Vergangenheit unjeres Vaterlandes und die Taffache, daß die deutsche Apotheke die Keimzelle der weltumspannenden deutschen chemisch-pharmazeutischen In- dustrie ist, geben dem Museum seinen wissenschaftlichen und zugleich historische» Wert. Wertvolle Kunstaltertümer werden in den Mu- seumsräumen einem jahrhundertelangen Dornröschenschlaf in Obsoletenkammern, Kräuterböden, Speichern und unter den Dachsparren uralter Apothekenhäuser entrissen. Aus Regensburg ist eine vollständige Barockapotheke auf uns gekommen. Sie hat einmal dem modernen Biedermeierstil Platz machen müssen und war ein Jahrhundert lang zur Materialkammer degradiert. Der Renovator hat alle ihre Kostbarkeiten erhalten können, Rezepturentisch und Mörsersockel und die schöne Einlegearbeit der Holzteile. Prächtige alte Gefäße stehen in den Regalen dieser wunderbaren Apotheke, bunt bemalte Fayencen, Gläser, Töpfe aus Zinn, Holz und Kupfer. Mit einer Fülle alter Originalgeräte aus dem 17 und 18. Jahrhundert ist das Laboratorium ausgestattet, Destillatöfen und eine Esse ist eingebaut, „Mohrenköpfe" aus reinem Kupfer, Destillierhelme und Dunsthauben, Dekanttergesäße, Schmelztiegel, Reibschalen und Schneidemesser liegen dabei. Schier wie eine Giftküche mutet der mittelalterliche Gewölberaum an. Ein Mumienkopf mit Haaren ist im Museum ausgestellt; pulverisierte Mumie mar noch im 17. Jahrhundert ein probates Mittel gegen Magenbeschwerden. Menschenfett gehörte damals zu den kostspieligsten Medikamenten. Tierische Arzneimittel waren sehr beliebt. Fußleidenden wurde der gemahlene Huf des schnellen Elch verschrieben, die Asche verbrannter Haare gegen erfrorene Füße, pulverisierte Lunge sollte gegen Schwindsucht helfen, gebrühte Hasenknochen gegen Rheuma und Gicht. Der Physikus hielt Mücken- und Schlangenfett feil, Krebsaugen, Hechtzähne, Bocksblut und Eberzähne, Ziegenpanjen und Hasenhäute und sogar Kot vom Bock. Nach geheimer Mischung wurde ein ^Lebens- elixier" zusammengebraut, und selbst die „Goldmacher" konnten ihre Zutaten in der Apotheke kaufen. Daneben gab es Leckereien aus Wachs, Honig und Zucker. Alljährlich auf den beiden Frankfurter Reichsmessen trafen sich die Apotheker zum Einkauf neuer Arzneien. Das neue Museum wird unter Leitung von Dr. F. F e r ch l (Mittenwald) stehen, der als der beste Kenner der deutschen Apothekengeschichte gilt. In der angegliederten Bibliothek ist in mehreren hundert Nummern alte pharmazeutische Literatur zusammengetragen und schließlich ist ein besonderer Raum der Unterbringung der Stammbäume alter Apothekerfamilien vorbehalten. Die Apothekerzunft in Deutschland reicht bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Aus dem Jahre 1303 ist die „Grüne Apotheke" in Prenzlau urkundlich belegt. Aber erst im 16. Jahrhundert breitete sich das Apothekenwesen in Deutschland aus. —sch. Oer maustote Wasil. Don Max Kammerlander. Es war ein heißer Julitag, zum Einheuen grab das rechte Wetter. Große Wolken ballten sich hinter dem Wilden Kaiser auf, so blendend weiß, daß einem die Augen wehtaten, wenn man hinsah. Dorn Tal herauf strich manchmal ein leichter Windhauch über die Heumahd hin. Aber er brachte keine Kühle, er war schwül und trocken, als käme er aus einem Backofen. „Tuifl, Tuifl", dachte der Wastl, der junge Schwai- gerb au er, und wischte mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. „Wenn's in der Höll a amol so hoah ischt, nacher ischt's scho a rechte Schinderei!" Und er nahm sich vor, wenn nur irgend- möglich, ja nicht in des Teufels Selchkuchel zu geraten. Länger drüber nachzudenken, hatte er keine Zeit, denn eben führte die Kathl die zwei Ochsen weiter. und schwankend blieb das halb aufgefabene Fuder vor ihm stehen. Er stieß die Gabel in die rauschende Heuzeile und warf das Heu im Schwung auf den Wagen. — Er war das einzige Mannsbilo auf dem Hof, feit der Vater im letzten Herbst gestorben war, und deshalb hatte er es jetzt besonders streng. Die Kathl, die Urschl und die Thresl, seine drei Schwestern, waren wohl flink beim Zusammenrechen, aber zum Auflegen fehlte ihnen doch der richtige Schwung und das rechte Schmalz. Und die Muetter, die auch noch immer auf dem Feld herumkrabbelte, stand ohnedies mehr im Weg herum. Aber er wollte es den Nachbarn schon zeigen, daß man auch auf dem „Kittelhof", wie sie seine Heimat spottend nannten, das Heu unter Dach brachte! Obgleich ihm der Schweiß in dicken Tropfen übers Gesicht rann, stieß er die Gabel noch tiefer ins Heu und warf es hoch auf den Wagen. Die Weiberleut konnten mit dem Rechen kaum nachkommen, und die Mutter schalt zwischen ihrem zitternden, weißen Kopftüchl hervor: „Tua nit so wüascht, Bua, kannst di leicht über« lupfn!" Das war grab das rechte Stichwort für ihn. Immer schon hatte ihn die Mutter verhätscheln wollen. Das war ihm schon als kleiner Knirps in die tiefste Seel hinein zuwider gewesen, denn die Nachbarsbuben hatten ihm immer „Kittelschmecker" nachgerufen. Aber daß die Muetter auch jetzt noch mit ihm zärteln wollte, wo er doch ein erwachsener Bauer war, das machte ihn fuchsteufelswild. Ganz fuchtig gabelte er die Zeile auf, die die Weiberleut zusammengerecht batten und warf sie auf eins, zwei, drei hoch auf das Fuder. Dann jchrie er „hü" und schlug auch noch mit dem Gabelstiel auf die langsam anziehenden Ochsen. Die waren eine solche Behandlung nicht gewohnt und taten einen ungestümen Ruck. Knarrend und holpernd liefen die Räder. „Oeh, öh", schrie der Wastl. Aber die Ochsen wollten nimmer halten. Da ließ er die Gabel fallen und jprang zornig hinterdrein. „Oeh, öh", brüllte er, denn die blöden Ochsen rannten pfeilgrad in den [teilen Kartoffelacker hinein, daß das Fuder schon ganz schief hing. Mit einem Sprung kriegte er den Wagen grab noch am unteren Enbe zu fassen, mit aller Kraft stemmte er sich bagegen. Er hörte einen lauten Schrei hinter sich. Die Muetter. Die Ochsen aber nahmen diesen Schrei als neuen Ansporn, unb obgleich der Acker noch steiler wurde, zogen sie schnaubend weiter. Drohenb neigte sich der Wagen, die oberen Räber liefen in ber Luft, und bann — bann schlug er ben Hang hinunter, den armen Wastl unter sich begrabend. Ein entsetzter, vierstimmiger Weiberschrei, und wie aufgeschreckte Hennen stürzten sich die vier Kittel auf das umgeschmissene Fuder. Mit beiden Händen gruben und warfen sie das Heu hinter sich und riefen schluchzend Wastls Namen. Da erhob sich auf einmal ein riesiges Heugespenst vor ihnen, und ganz ruhig fragte Wastls Stimme drunter heraus: „Was frabt's denn? Was fchreit's denn so? Die Muetter, die sich als erste gefaßt hatte, riß Ihm das Heu weg, bis sie in fein Gesicht sah und daß ihm nichts geschehen war. „Mei Wastl", stammelte sie ganz glücklich, „bös war'so eppörs: wia leicht könnst jetzt bei Lebtag lang maustot sein!" Ein deutsches Schicksal in Dänemark. Zu ben bekanntesten Persönlichkeiten der dänischen Geschichte zähll ber deutsche Arzt Str u en- see, ber im 18. Jahrhunbert einen überraschenden Aufstieg nahm, bis er im Jahse 1772 auf dem Schafott endete. Die Reformen, die er in einem schlechtregierten Staat durchführte, waren in vieler Hinsicht ausgezeichnet unb haben noch nach seinem Tobe segensreich nachgewirkt. Wenn er trotzdem fiel, fo lag nach den Forschungen des Heidelberger Professors Dr. Willy Andreas im Augustheft von Velhagen & Klafings Mo natshef- t e n der Hauptgrund daran, daß dem Minister die Gabe fehlte, die Bevölkerung von der Notwendig- kett feiner Neuerungen zu überzeugen. Struensce hatte z. B. das gesunde Streben, die Ausgaben zu vermindern und die Einnahmen £U vergrößern. Doch feine Sparwut schoß übers Ziel hinaus. Die Verstopfung mancher bisher fließenden Gnadenquelle machte in dem kleinen Lande, wo viele sich an den Thron drängten, Unzufriedene, unb als ihr Mißmut einmal laut würbe, betete es ihnen bas Volk nach. Die Aufhebung ber Leibgarde und die Art, wie Struensee zahlreiche höfische Würdenträger und Pöstcheninhaber bis zum Küchen- und Stall- jungen mit dem Sparbesen hinausfegte, zog ihm in den bisher herrschenden Kreise» viele Gegner zu. 3enfur Habe die Bevölkerung Aegyptens dennoch von den systematischen und wirksamen Angriffen der italienischen Luftwaffe, der Marine und des Kolonialheeres erfahren. Die Kundgebungen, in denen die volle Unabhängigkeit von England gefordert würde, wiederholten sich immer öfter. Es werde eine unabhängige, von jeder unerwünschten Bevormundung Englands freie Politik Aegyptens gefordert. Eine große Anzahl evakuierter ägyptischer Familien hat den Rückweg nach Kairo und Alexandrien eingeschlagen. Nach einem langen und qualvollen Marsch durch die Provinz, während dessen sie weder Unterkunft noch Nahrung finden konnten, oder ihnen ihr neuer Wohnort als „Gefahrenzone" wieder entrissen wurde, beschlossen diese ägyptischen Flüchtlinge, den britischen Befehlen passiven Widerstand zu leisten und in ihren Wohnungen den Verlauf der Ereig- nisse abzuwarten. Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch. Deutsches Kriegsschiff versenkte 30 000BRT. in überseeischen Gewässern. Berlin, 7. Aug. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein deutsches Kriegsschiff hat 30 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraums in überseeischen Gewässern versenkt. Unsere Kampfflugzeuge griffen Flugplätze bei Tynemouth und St. Athan sowie die Flug- zeugwerke von Vickers-Armstrong in Chester und Anlagen der Rüstungsindustrie in Swansea mit Bomben an. Britische Flugzeuge, die in der Rächt zum 7. August in Holland und Westdeutschland in geringer Zahl einflogen, warfen an verschiedenen Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden an- zurichken. Innenpolitische Aufgaben der Slowakei. Preßburg, 7.Aug. (DNB.) Vor dem erwei- terten Parteivorstand der Slowakischen Volkspartei hlinkas nahm Staatspräsident Dr. T i s o als Parteivorsitzender zu den letzten politischen Ereignissen Stellung, wobei er hervorhob, daß das nationalsozialistische Deutschland als führender Faktor des neuen Europas nicht nur Schützer der slowakischen Selbständigkeit und ter- ritorialenJn. tegrität, sondern auch w o h l- meinender Helfer der Slowakei sei. Der Staatspräsident unterstrich die Aufbauarbeit der Volkspartei hlinkas im Kampf um die nationalen und sozialen Werte des slowakischen Volkes, unter deren neuem Geiste die Slowakei einen sozialen Staat unter Ausgleich aller Klassenunterschiede aufbauen wolle. Der Staatspräsident kündigte sodann Maßnahmen für eine gesunde Verteilung des Gewinnes des in Industrie und handel investierten Kapitals sowie weitere Maßnahmen zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit, zur Einführung angemessener Löhne und zur Arisierung an. Nach dem Hinweis darauf, daß Einsatz und Opferbereitschaft Sinn des neuen slowakischen Geistes sein müßten, erklärte Dr. Tiso, daß die Slowakei einig den höchsten sittlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen der slowakischen Nation unter dem mächtigen Schutz des Großdeutschen Reiches und seines Führers Adolf Hitler entgegengehen wolle. Innenminister Sano Mach hat im Rahmen der Maßnahmen zur Lösung der Iudenfrage in der Slowakei weiteren 41 jüdischen Rechtsanwälten d i e Praxis entzogen. In der letzten Zeit wurde außerdem 435 jüdischen Aerzten die Berufsausübung verboten. Die Bevölkerung nimmt diese Maßnahmen mit Befriedigung zur Kenntnis. „3(6 bin aus Alcaniz- Zaragoza, 7. August. (Europapreß.) Die aragonesische Stadt 21 Ijc a n 13 hat von dem deutschen Besatzungskommandanten in Frankreich einen Brief erhalten, in dem es hieß, das Museum des Louvre in Paris beherberge zur Zeit eine Statue aus Silber, worauf zu lesen ist „Ich bin aus Alcaniz". Der deutsche Besatzungskommandant teilt der Stadt Alcaniz mit, falls sie Besitzrechte auf diese Statue geltend machen könne, möge sie einen entsprechenden Antrag stellen. Offensichtlich stamme die Statue aus rotem Raub in der Zeit des Bürgerkrieges. Die Freude in Alcaniz ist besonders deshalb so groß, weil es sich um die Statue der Schutzheiligen der Stadt handelt, die verschleppt worden war. In Alcaniz fühlt man sich den deutschen Soldaten gegenüber zu Dank verpflichtet. Schon einmal hat man dort deutsche Soldaten gesehen, als die Legion C o n - d o r dort ihr Quartier einrichtete, um von dort aus den roten Durchbruch im Ebrobogen von Gandeza zu erkämpfen, der Alcaniz direkt bedrohte. Englands Kolonien werden für die Kriegswirtschaft emgespannt. Stockholm, 7. Aug. (Europapreß.) Die empfindliche Schwächung Englands durch den verschärften deutschen Handelskrieg kommt auch in dem Bestreben zum Ausdruck, die kolonialen Besitzungen Englands noch brutaler als bisher für die Kriegswirtschaft der Insel einzuspannen. Im Oktober soll in Delhi eine Konferenz unter dem Vorsitz des indischen Vizekönigs Lord Linlithgow stattfinden, an der sich alle englischen Kolonien, Mandate und Besitzungen sonstiger Prägung im vorderen Orient, in Afrika und Indien beteiligen müssen. Die Konferenz soll einen 2lusschuß einsetzen, der die kriegsindustriellen Lieferungen dieser Räume für England und die Ausbeutung vorhandener Naturprodukte steigern soll. Weiter soll der Warenaustausch innerhalb dieser Gebiete mit anderen Ländern gedrosselt werden, was der englische Nachrichtendienst in die Worte „plutokratischer Patriotismus." it 7- (Europapreß.) Unter der Ueberschrift „Ich klage an" geißelt -der frühere Hauptschriftleiter des „Daily herald", Francis W i I- liams, in der „Picture Post" die Gewinnsucht und den Mangel an Opferbereitschaft der englischen Großkapitalistenklasse und enthüllt damit ein ungemein anschauliches Bild des plutokratischen Regimes britischer Prägung. Williams, der die Schrift- leltung des Zentralorgans der Labour Party wegen Differenzen mit dessen kapitalistischen Hinterleuten erließ, zeigt das völlige Scheitern des Versuches, einen beträchtlichen Teil der Kriegslasten durch zinslose Darlehen an den Staat zu finanzieren. Die bisher auf diesem Wege aufgebrachte Gesamtsumme betrage nur zwölf Millionen Pfund, was „nicht einmal hinreicht, um die Staatsausgaben nach dem gegenwärtigen Stande für anderthalb Tage zu decken". Diese Summe gibt aber ein noch zu günstiges Bild der wahren Sachlage, da ein erheblicher Teil nicht von Kapitalisten, sondern von den Gewerkschaften stammt. Beispielsweise sei eine Diertelmillion Pfund allein vom Transport- arbeiterverband gegeben worden. „Wo sind", so fraat Williams, „die großen Betröge der reichen Kapital-Gesellschaften und der privaten Kapitalisten der Londoner City?" Von wenigen patriotischen Ausnahmen abgesehen, existierten sie nicht. Der Aufruf zur Zeichnung sei unbeantwortet geblieben, und die Männer mit Geld seien nur bereit, dieses Geld gegen Gewinn der Nation zu leihen, damit sie gegen den Nationalsozialismus kämpfe, der sie vernichten wolle, aber sie seien nicht bereit, dieses Geld zinsfrei zu leihen. Wie ungerecht der Reichtum der britischen Pluto- kratie verteilt ist, erläutert Williams im einzelnen: Von einem Gesamtprivatkapital von mehr als 25 Milliarden Pfund gehörten 14 Milliarden nur einem Prozent der Bevölkerung! Da die Großkapitalisten freiwillig die Notwendigkeit der sozialen Gerechtigkeit in Kriegsze'lten nicht einsähen, fordert Williams eine ehrliche Kapitalabgabe, damit nicht, wie im vorigen Kriege, die Kapitalisten durch „das System einer legalisierten Bestechung" Profite einstreichen.' Daß sich wohlhabende Kreise in England nichts abgehen lassen, stellt auch die Zeitung „Daily Sketch" fest. Sie berichtet, daß in den eleganten Damenmoden-Geschäf- ten in diesem Sommer bemerkenswert viel Geld ausgegeben sei. Auch die Luxus-Restaurants seien überfüllt. Beispielsweise seien von vier Clubs, „wo die Politiker und Militärs abends zusammenzutreffen pflegen", in der letzten Woche seit den letzten acht Jahren Rekordeinnahmen erzielt worden. kleidet, der Warenaustausch solle „auf eine autarke Form gebracht werden". Vorbildliche Arbeit der Zentralauskunftstelle für Kriegsgefangene. Berlin, 6. Mufluft. (DNB,) Der GesckMsfüh- rende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, ff- Brigadeführer Dr. Grawitz, hielt sich, einer Einladung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz folgend, einige Tage in Genf auf. Er besichtigte die vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in Genf geschaffene Zentralaus- k u n f t s st e lle für Kriegsgefangene und Zivilinternierte, die einzige in der Welt, die während eines Krieges in Zusammenarbeit mit den einzelnen nationalen Rotkreuz-Gesellschaften in der Lage ist, einen Nachrichtenaustausch über Kriegsgefangene und Vermißte zwischen den kriegführenden Mächten zu vermitteln. Dr. Grawitz konnte sich von der vorbildlichen Arbeitsleistung dieser segensreichen Einrichtung erneut überzeugen. Das Ende eines unsinnigen Gerüchtes. Die Iustizpressestelle Darmstadt teilt mit: In Bensheim und vielen anderen Orten ging im Juni d. I. das Gerede, Mitglieder des Hauses Erbach hätten sich der Spionage schuldig gemacht und sich nach Entdeckung ihrer Tat erschossen. Bei dem Gerücht, das in verschiedenen Abwandlungen auftrat und bald die eine, bald die andere Linie des Hauses Erbach verdächtigte, handelte es sich um völlig aus der Luft gegriffene, jeder tatsächlichen Grundlage entbehrende Schwätzereien. Gleichwohl fanden sich immer wieder Leute, die es gedankenlos weitererzählten und so zu seiner Verbreitung beitrugen. Wegen des Vergehens, sich an dieser Verbreitung beteiligt zu hoben, standen am Dienstag vier Einwohner aus Bensheim vor dem Strafrichter des Amtsgerichts Darmstadt. Da sie sich inzwischen von der Haltlosigkeit und Unsinnigkeit des Gerüchts überzeugt hatten und nicht anstanden, einem Der- treter des Hauses Erbach gegenüber eine entsprechende Ehrenerklärung abzugeben, fand sich gegen Zahnsteinansatz, zahnfleischkräftigend, mikrofein, mild aromatisch, - und so preiswert! ix» 4UPf. die große Tube die kleine Tube 25" dieser bereit, den Strafantrag zurückzunehmen. Eine Bestrafung blieb den Angeklagten zwar auf diese Weise erspart, doch mußten sie die Kosten des Verfahrens und die der Veröffentlichung ihrer Ehrenerklärung tragen. Kleine politische Nachrichten. Die dem Führer um die Jahreswende geschenkte Villa Zirio in. San Remo, deren Nutzung und Betrieb er dem Deutschen Kriegerkurhaus in Davos-Dorf übertragen hat, wird am 1. OlMber d. h. erholungsbedürftigen Kriegsbeschädigten und Angehörigen oes öffentlichen Dienstes geöffnet werden. Einst wohnte hier Kaiser Friedrich während seiner schweren Erkrankung 1888. Durch eine belgische Verordnung ist der ehemalige Professor' der Augenheilkunde an der Universität Gent S p e l e e r s , der 1918 ohne Rechtsgrund von der damaligen belgischen Regierung wegen seiner flämischen Gesinnung seines Amtes enthoben worden war und seitdem in Holland lebte, wieder auf seinen alten Lehrstuhl zurückberufen worden. Mit Rücksicht auf den unbefriedigenden Stand der Kohlenzufuhren muß in dem am 6. Oktober 1940 in Kraft tretenden Winterfahrplan der schweizerischen Bundesbahnen eine Einschränkung auf den mit Dampf betriebenen Linien durchgeführt werden. 1 * In Moskau trat die Zweite Kammer des Ober- sten Sowjets, der Nationalitätenrat, zu einer abschließenden Sitzung zusammen und bestätigte, wie vorher der Bundesrat, die durch den Anschluß der vier neuen Bundesrepubli- k e n an die Sowjetunion erforderlichen Verfassungsänderungen sowie die im Zeitraum zwischen der 6. und 7. Session des Obersten Sowjets erlassenen Gesetze und Verordnungen. Damit ist die 7. Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR, beendet. * Der zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten seit 1937 bestehende Handelsvertrag wurde durch Notenaustausch zwischen dem Volkskommissar für den auswärtigen handel der UdSSR., Mikojan, und dem amerikanischen Geschäftsträger um ein weite- Molotow spricht vor dem Obersten Sowjet. Unser Bild zeigt den Regierungschef und Außenkommissar der Sowjetunion, Molotow, bei seiner Rede über die außenpolitischen Beziehungen der Sowjetunion auf der 7. Tagung des Obersten Sowjets. — Auf der Seitentribüne sieht man (ganz rechts in der Ecke) Stalin und (ganz links am äußeren Bildrand) die Marschälle Budfenny und Timoschenko. — (Scherl-Bilderdienst. — Taß-M.) Ä 3 - ■ W: . Die schone Melusine Roman Son HanS Richter 21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Tildes erstes Gefühl, als sie mit Agnes Sprenger spricht, ist etwa dem zu vergleichen, das man hat, wenn man unerwartet kalt geduscht wird. Eigentlich spricht Agnes allein. Sie trägt ein fabelhaftes Kostüm und wirst angenehm bestiedigte Blicke nach dem von Deetjen respektlos „Kommerzienratsarche" getauften, weißen Motorboot hin. „hübsch, daß Sie da sind, Fräulein Rohloff", sprudelt sie. „Also, ich muß Ihnen erzählen, na, Sie werden Bauklötzer staunen. Daß ich nicht mehr im Reisebüro bin, wissen Sie? Nein, na, jetzt wissen Sie's. Kam ja für die Dauer für mich auch nicht in Frage. Das ist hier ganz etwas anderes. Ich habe gleich gesagt, Hellwig, hab' ich gesagt, telephonieren Sie die Rohloff an, die hat so was bestimmt noch nicht gesehen." Tilde ist unter dem Wortregen hindurch an Land gestiegen und steht nun auf der Brücke. „Was soll ich noch nicht gesehen haben, liebe Sprenger?" „Filmaufnahmen, so richtig, wie sie gemacht werden. Bobby, komm doch mal her", sie winkt dem dritten Herrn, der sich langsam in Bewegung gesetzt hat. Denn das war ihre neueste Tour; sie wollte Hellwig mit Bobby ärgern. „Also das ist Bobby Verend, Aufnahmeleiter bei Kolossalfilm, hier das ist Tilde Rohloff, Bobby, die kann dich beruhigen, voll und ganz, nicht wahr? Siehst ja, wie sie aussieht, echte Kajakfrau, goldecht. Also die wird dir aus eigener Erfahrung erzählen können, daß hier alles so ist wie in Ostpreußen." „Jetzt sind wir doch auch schon alle hier", kaut Bobby pomadig. Aber dann rafft er sich auf. „Den Ton bringen wir aufs Boot, montieren könnt ihr unterwegs. Ach was, heute am Abend könnt ihr montieren. Geh mal rauf ins Schloß, Agnes, und bestell' Mittag für zwanzig Leute. Ach so, der Ton ist auch da, für fünfundzwanzig. Bißchen rasch, bißchen hurtig, und sag in den Garderoben, die Schauspieler sollen sich fertig machen.^Wir nehmen gleich alles mit. Vielleicht regnet's morgen." Damit hat er sich genug erregt und versinkt wieder in Nachdenken. Die Sprenger läuft davon, und endlich kann Tilde mit Hellwig ein vernünftiges Wort reden. „Nun sagen Sie mir bloß, Herr Hellwig", fragt sie, „was hier eigentlich gespielt wird?" Der steht ein bißchen da wie ein begossener Pu- del. „Sehen Sie, Fräulein Tilde", fängt er an. „Also zuerst mal sind wir heute mit dem Straßenbummler hier. Straßenbummler ist für die nächsten acht Tage fest an Kolossalfilm vermietet und soll die Filmexpedition herumfahren. Das hat natürlich nichts mit „Sommernachtstraum" zu tun. „Sommernachtstraum" ist ausverkaust und fährt am Samstagmittag hierher." „Und die Filmleute bleiben auch hier?" „Ja, die bleiben hier in Schloß Lüchow." Tilde muß lachen. „Und ausgerechnet mich hat der Mann von Lüchow beinahe an die Lust gesetzt. Aber steht denn nun schon fest, wo die Aufnahmen gemacht werden?" „hier in der Nähe, soll eine Insel sein. Warten Sie mal, der Berend hat sie mir auf der Karte gezeigt, sie liegt weiter oben am Endsee." - hölzernen Matratzenrahmen betropft man das Holz mit ein wenig Del, wenn es zumel Geräusch macht Sind Motten in die Federn gekommen, so füllt man sie aus dem Inlett in einen großen Waschkessel und erhitzt sie daran langsam und vorsichtig. Beginnen die Federn sich zu heben, dann rührt man ganz langsam mit einem Stock um. Inzwischen wird das Inlett gewaschen und getrocknet. Ehe man die'warmen Federn aus dem Kessel nimmt, legt man auf dem Trockenboden an einer Stelle, wo kein Luftzug stört, ein Laken aus, nimmt vorsichttg mit beiden Händen die Federn aus dem Kessel, breitet- sie auf dem Laken aus und läßt sie hier abkühlen. Gertrud Abel. Vom Obff- und Gemusetroünen. Sehr unberechtigter Weise ist die schöne und einfache Urform her Haltbarmachung für Obst und @e- »rnüse, das Trocknen, fast gänzlich verschwunden; doch gerade Trocknen ist ein Vorgang, bei dem weder durch chemische Zusätze, noch andere Verfahren dem eigentlichen Nahrungsgut etwas an Nährwerten und Aroma entzogen wird. Außerdem ist das Trocknen durch seinen völligen Feuchtigkeitsentzug und damit einsetzendem gänzlichen Fehlen jeder Lebensmöglichkeit für die verschiedenen Bakterien tatsächlich eine Vorratshaltung, die jeden Verderb des Trockengutes ausschaltet. Auch ist Trocknen ein äußerst billiges Verfahren. Wir benötigen nichts anderes als einige Garnfäden, eine lange dünne Stopfnadel oder — einige überall käufliche oder selbstgebastelte Horden. Alle Früchte und Gemüse, die für das Trocknen bestimmt sind, dürfen nicht etwa restlos ausgereift, sondern eben nur reif geworden sein. Sie werden entsprechend Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS KINDERKLEIDER AUS UiUPH-V' i \ v <*i V \ ’ V , a * Kinderkleider aus Leinen, Musseline und Waschseide haben wir heute skizziert. Das Kleidchen rechts mit der Faltenpartie am eingelesenen Vorderteil und den kleinen Puffärmeln ist aus kleinkarierter Waschseide. Aus hellblauem Leinen mit dunkelblauem Leinengürtel ist das Falten- kleid links oben. Die Aermelchen sind dem Passenteil mit der Vorderbahn angeschnitten. Das Musselinkleidchen links unten mit den eingestickten Tupfen ist weiß und wird über einem hellblauen Unterröckchen getragen. S ch w a r z e s S a m t b a n d ist als Gürtel durch das Kleid gezogen und seitlich zu kleinen Schleifen gebunden. H. halbiert, geviertelt oder in Streifchen oder Scheiben geschnitten, notfalls entsteint und dann je nach Art auf die Fäden gezogen oder auf Horden lose und dünn ausgebreitet. Die schönste Art des Trocknens ist die in warmer Luft, aber nicht etwa in praller Sonne! Doch müssen wir bei uns aus klimatischen -Gründen meistens darauf verzichten und sind auf die Mithilfe der — Ofenröhre angewiesen. Hierbei müssen wir auf sehr allmähliches Ansteigen der Wärme bis auf 50 Grad und auf genau so langsames Absinken ^bedacht sein. Das Trockengut wird häufig gewendet. Nach resttosem Trocknen und vollkommenem Auskühlen bewahren wir unsere kostbaren Vorräte am besten in weißen Mullbeutelchen, die wir im trockenen Raum aufhängen. — Alle getrockneten Gemüse und Früchte werden vor Gebrauch eingeweicht und dann genau wie frische Gemüse und Früchte mit dem Einweichwasser Der- verwendet. S. Schall. Rezepte. Obstsuppe. 500 g Obst, Zucker nach Geschmack, % Liter Wasser, 40 g Kartoffelmehl oder 40 g Sago, Salz. — Das gewaschene, geputzte und zerkleinerte Obst wird eingezuckert, den entstandenen Saft kocht man mit dem Wasser auf, gibt das angerührte Kartoffelmehl hinein und kocht gut durch. Je nachdem wird das Obst noch mitgekocht, sonst gibt man die heiße Suppe über das Obst und richtet sie warm oder kalt an. Rhabarbersuppe: 500 Gramm Rhabarber, 25 Gramm Kartoffelmehl oder Grieß, IV« Liter Wasser, Zucker oder Süßstoff. — Der vorbereitete Rhabarber wird in kleine Stückchen geschnitten, mit dem Wässer gargekocht und dem angerührten Kartoffelmehl gedickt, dann schmeckt man mit Zucker oder Süßstoff ab. Marmelade aus reifen Stachelbeeren: 1 Kilogramm Stachelbeeren, 300 Gramm Zucker; auf 2V2 bis 3 Kilogramm Masse evtl. V2 Liter roter Johannisbeersaft. — Die Stachelbeeren werden von Stiel und Blüte befreit, >dann gewaschen und durch die Maschine gedreht. 20 Minuten läßt man sie kochen, gibt dann Zucker uni) Johannisbeersaft dazu und kocht bis zur Marmeladenprobe, dann in Gläser füllen, und verschließen. Rhabarbermarmelade: Man rechnet auf 4 Kilogramm Rhabarber 1 Kilogramm Zucker. Den gewaschenen Rhabarber in Stücke schneiden und gut abtropfen lassen. Den Zucker in einem Topf bis kurz vors Karamelisieren bringen, die trockenen Früchte dazugeben und 20 Minuten kochen lassen, in die Gläser füllen und zubinden. Pommersches Gurkengemüse: -2 bis 3 Gurken, Dill, Zitronensaft, 40 Gramm Fett, 2 Eßlöffel Mehl, xh Liter Buttermilch, Bier- ober Jagdwurst in beliebiger Menge. Die Gurken werden geschält, entkernt, in Würfel geschnitten und in leichtem Salzwasser mit etwas Dill und Zitronensaft gargeschmort. Butter und Mehl werden leicht angeröstet und mit Gurkenkochwasser und Buttermilch zu gleichen Teilen zu einer sämigen Tunke verkocht, die mit Salz, Zitronensaft und reichlich gehacktem Dill abgeschmeckt wird. Darin läßt man die Gurkenstücke noch ein paar Minuten ziehen und richtet das Gemüse dann mit würfelig geschnittener Bier- oder Jagdwurst an. Man reicht Salzkartoffeln dazu. Saure, dicke und — Buttermilch. In warmen Sommertagen kommt es häufig vor, ddß die Milch säuert. Das ist nicht schlimm! Ihr Wert als Nahrungsgut und die Möglichkeit 3Ur vielseitigen Verwendung ist dadurch in keiner Form beeinträchtigt. Im Gegenteil — eine Schüssel dicke Milch mit Zucker und zerbröckeltem Schwarzbrot ist ein ganz besonders nahrhaftes, wohlschmeckendes Abendessen. Ebenfalls schmeckt derbes Pollkornbrot ausgezeichnet zu einem recht kalt angerichteten Glas verquirlter saurer Milch oder dicker Milch, die wir mit Zucker, beliebigem Fruchtsaft oder Kompott vermischen. Wollen wir auch einmal Buttermichsuppe versuchen? Unter ständigem Rühren bringen wir die Buttermilch zum Kochen, geben kalt angerührtes Mehl dazu und würzen nach Geschmack mit Zucker oder Vanillezucker oder salzen mit Soßenwürze, geraspelten angerösteten Gemüsen, abgezogenen und zerdrückten Tomaten und anderem. Ein delikates Morgenfrühstück sind Haferflocken, die wir uneingeweicht mit Buttermilch oder saurer Milch verquirlen und ebenfalls salzig oder süß abschmecken. Vorzüglich schmeckt ein überladener Buttermilchauflauf, den wir ebenfalls süß oder salzig zubereiten können. Für den ersteren weichen wir Zwieback oder alte Brötchen in saurer oder Buttermilch ein, füllen die später ausgedrückte, mit Zucker und etwas frischem Obst verrührte Masse in eine gefettete Auf- lau fform und begießen sie mit folgender Tunke: Unter ständigem Rühren bringen wir Buttermilch zum Kochen, geben kalt angerührtes Mehl daran und ziehen unter die sehr sämige süßabgeschmeckte Tunke Mileischnee, ehe wir sie löffelweise über die Auflaufmasse füllen. Der Auflauf wird bei mittlerer Hitze goldbraun gebacken. Die gleiche Tunke kann auch salzig recht pikant abgeschmeckt und über die ebenfalls in gefettete Form gegebenen fyilb gar gedämpften verschiedensten Gemüse gefüllt werden. Dieser salzige Gemüseauflauf ist äußerst wohlschmeckend und kann sowohl heiß als kalt zu Pell- kartoffeln als sättigendes Mittag- oder Abendessen gereicht werden. Saure, dicke oder Buttermilch läßt sich vorzüglich zum Backen und Herstellen der beliebten „Sahnentunke" verwenden. Ebereschengelee: 2 Kilogramm Ebereschen, auf 1 Liter Saft — V2 Kilogramm Zucker. — Beeren von den Stielen abstreifen und knapp mit Wasser bedeckt weichkochen. Man läßt sie zweckmäßig einige Stunden mit dem Saft stehen. Der durchgelaufene Saft wird mit dem Zucker aufgekocht und abgeschäumt. Wenn bei der Geleeprobe der Tropfen fest wird, füllt man das Ganze in heiße Gläser und verschließt sofort. Kleingeschnittene Apfelschalen erhöhen den Wohlgeschmack. — 1 Kilogramm Ebereschen und 2 Kilogramm Aepfel ergeben nach obigem Rezept verarbeitet auch ein wohlschmeckendes Gelee. Kartoffelrolle mit Fleischfüllek 1 Kilogramm gekochte, geriebene Kartoffeln vom Tage vorher, etwa 125 Gramm Mehl, 1 Ei oder Milei, Salz, evtt. gehackte Kräuter, 125 Gramm Hackfleisch und etwas Fett. — Kartoffeln, Mehl, Ei und Gewürz verarbeiten wir zu einem glatten Teig, den wir etwa einen halben Zentimeter dick rechteckig ausrollen. Das Fleisch wird in der Pfanne leicht angebraten und gewürzt. Dann verteilen mir die Fülle über den Teig, rollen ihn zusammen und backen auf gefettetem Blech etwa eine halbe Stunde. Was könruui wir backwi mit sogwund Qusttn-Keks für Kinder 50 g Butter (Margarine) 125 g Zucker, 1 Päckchen Dl Oetker Danillinzucker. 1 6. 5 Eßlöffel Milck. Man rührt das fett gesckmeidig und gibt etwas Zucker, Öen Danillinzucker, Öanft das Ei und nadi und nach den Reft des Zuckers sowie abweckselnd mit der (Tlildi 2/3 des mit »Dustin" und .Bachin" gemischten und gesiebten Mehls hinzu. Den Rest des Mehls scküttet man auf ein Backbrett, gibt darauf den Teigbrei und verknetet ihn mit dem Mehl zu einem weichen leig. Sollte er hieben, gibt man noch etwas Mehl hinzu. Der Teig wird dünn ausgerollt und mit rechteckigen oder runden 250 g Weizenmehl, 150 g Dl Oether »Dustin", fr formen ausgestocken. Man drückt in die Plätzchen mit einer Reibe Oertiefungen oder stickt sie mehrmals mit einer Dabei ein, dann legt man sie auf ein gefettetes Bad^lyb lößf ß? goldgelb bachtzy. Badnejt: Etwa 10 Minuten bei starker Hitze. Bitte ausfehnoibon! den Fortfall der alten Treppe wurde ein breiter (Beaus ihm eine bisher zahlte Wirtschaftsbeihilfe zur I schlaaes ' Schaltung des Betriebes in jedem Falle, sonst aber 1360 RM. SJ.Jporl Einzigartiges Schauspiel am Sternenhimmel. Die Stadt Gießen und die Ludwigs-Universität haben sich von jeher als eine untrennbare Einheit irtschasts- und Familienhilfe nach der Entlassung aus -er Wehrmacht. diesem Podest führen drei Stufen zu dem Skulpturensaal empor, der 16,50 Meter lang, 7 Meter breit, 4,50 Meter hoch und über die ganze Länge mit Oberlicht ausgestattet ist. In diesem Raume werden die Skulpturen eine würdige Stätte finden und, da der Blick der Eintretenden von den Türen der Eingangshalle unbehindert durch den Raum gehen kann, zugleich auch eine* schöne Augenweide darbieten. Heber dem Oberlicht wird noch eine künstliche Beleuchtungsanlage geschaffen, damit auch abends der Skulpturenfaal ein würdiges Bild zeigt. Don dem Podest vor dem 'Skulpturensaal gelangt man über breite Treppen, die beiderseits des Treppenhauses neu geschaffen wurden, zum ersten Obergeschoß. Hier entsteht in dem Raume der früheren Kleinen Aula die Ehrenhalle für die Gefallenen der Universität. Darin wird auch die Ehrentafel mit den Namen der im Welt- Die Neugestaltung des Vorlesungsgebäudes unserer llniversität Ein würdiges Stück guter deutscher Raumkunst. krieg 1914/18 gefallenen Angehörigen der Universität, die bisher im Dorraum (Garderobe) der Aula ausgestellt war, ihren dauernden und würdigen Ehrenplatz finden. Der Fußboden wird in farbiger und dekorativer Gestaltung in Marmor ausgeführt. Die durch Unterzüge abgefangene Decke der oberen Aula trägt auch die großen Lichtkästen für die würdige Beleuchtung des Raumes. Zu dem nach der Straße hin vorgelagerten breiten Balkon werden doppelte Glastüren in moderner Gestaltung führen. In der Mitte der einen Querwand der Ehrenhalle wird die Ehrentafel mit den Namen der Gefallenen von 1914/18 ihren Platz finden, anschließend wird ein Marmorsockel rund durch den ganzen Raum zur gegenüberliegenden Wand führen, die für eine spätere Totenehrung vorgesehen ist. Dom ersten Obergeschoß ab bleibt das Innere des Gebäudes unverändert wie bisher bestehen. Die Neugestaltung durch die repräsentative Eingangshalle mit dem breiten Durchgang zur Aula, dem im Mittelgeschoß entstehenden Skulpturensaal mit vorgelagertem Podest, die neue Anordnung der Treppenaufgänge mit leichtem schmiedeeisernen Gitterwerk und die würdig ausgestattete Ehrenhalle werden das Vorlesungsgebäude um ein schönes Werk gediegener Raumkunst bereichern und damit ein besonderes Schmuckstück für unsere Alma mater Ludo- viciana bilden. B. Aus der Stadt Gießen. Urlaub im Sattel. Es war nicht gerade im Sattel eines stolz trabenden Pferdes, aber es war doch immerhin im Sattel. Und wenn ein Pferd feinen Reiter unverdrossen über Täler und Höhen, über Stock und Stein trägt, so tut es das Stahlroß nicht minder. Ja, man kann sagen, daß das Stahlroß dem Pferde in gewisser Hinsicht sogar überlegen ist, wenn auch sonst gegen die edlen Rösser natürlich nichts eingewendet werden soll. Jedenfalls kam der Gedanke, diesmal den Urlaub im Sattel bes, Fahrrades zu verbringen, wie von ungefähr, als die Möglichkeiten erwogen wurden, die sich in den gegenwärtigen Zeiten für eine Ferienfahrt ergeben. Der Gedanke zündete. Nur mein Freund wollte Gießener Vochenmarktpreise. * Gießen, 8. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Npf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, % kg 7 Rpf., 5 kg 68 Rpf., Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 13, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 16 bis 22, gelb, 22, Erbsen 25, Tomaten 25, Zwiebeln 14, Rhabarber 10, Pilze 50, Frühäpfel 40, Falläpfel 10 bis 12, Birnen 25, Himbeeren 40, Pflaumen 35, Zwetschen 35, Mirabellen 20 bis 35, Renekloden 30, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 40, Ein- machgurken 1% bis 4, Endivien 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Rpf. * ** Ausgezeichnet und befördert. Der Schütze in einem Panzerregiment Karl Schott, Asterweg 69, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde anläßlich eines Panzerangriffes mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet und zum Ge- reiten befördert. Bereits am 30. Mai hatte er "bas l Zanzer-Sturmabzeichen erhalten. Beim Obstpflücken tödlich verunglückt. * Nidda, 7. Aug. Der 60 Jahre alte Landwirt Hermann Wenzel in dem benachbarten Michelnau stürzte beim Pflücken von Birnen so Unglück- lid) von dem Baume ab, daß er mit schweren Verlegungen in das Krankenhaus in Schotten eingeliefert werden mußte. Dort ist er an feinen schweren Verletzungen g e ft o r b e n. Beinahe in der Badewanne ertrunken. LPD. Frankfurt a. M., 7. August. Eine Frau im Stadtteil Höchst wollte in ihrem Badezimmer ein Bad nehmen. Als sie ins Wasser stieg, rutschte sie aus und verletzte sich so schwer am Arm, daß sie sich nicht wieder erheben konnte und in der gefüllten Wanne liegenblieb. Nur unter großen Anstrengungen gelang es ihr, ab und zu den Kopf aus dem Wasser zu strecken und um Hilfe zu rufen. Schließlich wurde ihr im Garten arbeitender Mann auf die Hilferufe aufmerksam. Er mußte iedoch zunächst einen Schlosser herbeiholen, der die Badezimmertür öffnete. Als man die Frau endlich aus ihrer gefährlichen Lage befreite, war sie völlig erschöpft, und sie wäre er- trunken, wenn die Hilfe nur einige Minuten später gekommen wäre. der Familienunterhalt für die Dauer von zwei Wochen weiter gezahlt. Wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, kann die Wirtschafts- beihilfe ober der Familienunterhalt auch weiterhin, jedoch höchstens bis zu einem Monat naä) dem Enttassungstaae gewährt werden. Ist dann die Fortführung des Betriebes oder der Lebensbedarf der Famitte noch nicht gesichert, so ist die Wirt- schaftsbeihilfe ober bet Familienunterhalt für einen weiteren Monat zu zahlen. Heber bie Wirtschaftsbeihilfe für einberufene Bauern unb Landwirte ist das Landvolk im allgemeinen nur unvollständig im Bilde. Darum fei auf das Wesentliche der einschlägigen Bestimmungen Am die Erdal-Blechdosen mehrmals verwenden zu können, gibt es nun auch Erdal-Nachfüllpackungen. Das Nachfüllen ist eine einfache, saubere und schnelle Sache. Deckel abnehmen und das gefüllte Unterteil in die leere Erdal-Dose sehen. Das ist alles! Auf diese Weise läßt sich die Erdal-Blechdose lange Zeit Der- wenden, und man hat immer Erdal, das altbewährte Erdal! 3484V Verwaltung eine seiner wichtigsten Aufgaben darin, auch jetzt im Kriege der Universität alle tatsrohe Förderuna durch die Stadt zuteil werden zu lassen. Eines dieser Förderungsmittel ist der gegenwärtige großzügige Umbau im Vorlesungsgebäude der Uni- oerfität, Der den Zweck verfolgt, in diesem Mittelpunkt des Universitätslebens eine würdige Repräsentation für unsere Alma mater zu schaffen. Diese Um- und Neugestaltung soll voraussichtlich noch im Laufe des kommenden Oktober abgeschlossen werden, o daß vom Beginn der nächsten Winter-Veranstaltungen in der Aula den Besuchern beim Eintritt in oas Vorlesungsgebäude ein würdiges repräsentatives Bild sichtbar werden wird. Die Umgestaltung nach den Plänen des Stadt- bauamts Gießen tritt zunächst in der Eingangs- Halle grundlegend in Erscheinung Van den früheren zahlreichen Säulen in der Halle sind einige ent- ernt worden, so daß der Blick über den Raum nun viel freier umherschweifen kann. Die bisherige breite Treppe in der Mitte der Halle ist beseitigt worden, dafür sind neue Treppen über den bisherigen Durchgängen zur Aula entstanden. Durch Stadtmannfchast-Lustwaffe 7:1 (2:0) geftrigen Mittwochabend trat die Stadtmann- schäft Gießen gegen eine Elf der Luftwaffe an. Das Spiel wurde reichlich hart geführt. Die Stadtelf erwies sich den Gästen erheblich überlegen, zeigte eines ihrer besten Spiele und bewies damit eine erneute Forrnverbesserung. Der Kampf endete mit dem eindeutigen Ergebnis von 7:1 Toren für die Stadtmannschaft. Zur Halbzeit stand das Spiel 2:0. (Bericht folgt.) Nr noch eingegangen. Das Ziel der Wirtschafts- bechilfe ist die Erhaltung der intensiven Bewirtschaft tung auch der landwirtschaftlichen Betriebe, in denen kerne Ersatzkraft für den Einberufenen eingestellt werden kann. Es soll gelingen, den aus dem Betrieb zu gewinnenden laufenden notwendigen Lebensbedarf der Angehörigen und den zur Siche- rung der Ernährungswirtschaft erforderlichen Anteil des Betriebes an der Erzeugung zu erhalten. Die Wirtschaftsbeihilfe wird daher mit der Auferlegung der Pflicht gewährt, sie zur ordnungsmäßigen Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Betriebes zu verwenden. Die Auszahlung erfolgt in Form einer Pauschalsumme, die sich aus dem Grundbetrage, einem Kinderzuschlag und einem Lastenzuschlag zusammensetzt. Der Grundbettag wird nach dem Einheitswert des Betriebes berechnet, der Kinderzuschlag beträgt monatlich 5 RM. für jedes Kind. Ist das Grundstück mit Zins- und Tilgungsleistungen belastet ober sind Realleistungen erfüllen, die jährlich 2,5 v. H. des Einheitswertes übersteigen, so erhöht sich der monatliche Staffel- satz. Wenn ein Grundstück mit einem Altenteil belastet ist, so wird zur Berechnung des Lastenzu- als jährlicher Aufwand ein Betrag von -t. für jeden Altenteiler eingesetzt. Am frühen Morgen holten mir stets unser Stahlroß aus dem Stall, ließen es eine gute Weile laufen und rasteten erst wie-der, wenn sich eine Waldschneise mit besonders schönem Ausblick öffnete, oder wenn wir sfroa in einem malerischen Talgrund anlangten. Mittags sahen wir uns irgendein Städtchen an, erholten uns ein wenig im Freibad und verbrachten die Nachmittagszeit in schattigen Wäldern oder auf reizvollen Fluren. Eine bescheidene Herberge ließ sich am Abend immer finden. Eine Woche lang durchfuhren wir so schönstes deutsches Gebiet und hatten dabei prächtige Eindrücke. „Es war wirklich eine herrliche Sache", stellte mein Freund abschließend fest, als wir wieder die heimatlichen Gefilde erreichten. Nennenswerte Reparaturen hatte es nicht gegeben, Störungen waren nicht aufgetreten, so daß das Gefühl reftfofer Befriedigung alle beherrschte. Der Urlaub im Sattel erwies sich jedenfalls als ein äußerst beglückendes Erlebnis, dessen nachhaltige Wirkung noch jetzt den Alltag verschont. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Mädchen im Vorzimmer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Waldwinter". Rolizen für den 8. August. Sonnenaufgang 5.30 Uhr, Sonnenuntergang 20.40 22^38 Uh Mondaufgang 11.36 Uhr, Monduntergang BNM. — Werkgruppe 2a/116 Heute, Donnerstag, 8. 8., tritt die Gruppe um 20 Uhr an der Gummifabrik, Leihgesterner Weg 35, zur Heilkräutersammlung an. Mitzubringen sind Schere, Korb ober Tasche. Bei schlechtem Wetter findet ber Dienst im Möserheim statt. 122180 2R 91. für das Kriegshilfswerk des Deutschen ZRoten Kreuzes. Die jüngste Listensammlung für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes gestaltete sich wieder zu einem schönen Zeugnis der Opferbereit- fchaft der Heimat. Im Kreis Wetterau wur- den Insgesamt 122 180,58 RM. gezeichnet und damit das höchste Ergebnis aller bisherigen Sammlungen erreicht. Auf öle Stadt Gießen entfielen allein 26 031,50 RM. Die Heimat erweist sich des Opfers der Front würdig! •(^aufalenöer 1941 NSG. Wie in jedem Jahre, so gibt die (Bauleitung der NSDAP. Hessen-Nassau auch für 1941 wieder einen Gau kniender heraus. Der Gaukalender 1941 wird ein Kriegskalender sein. In vielen künstlerischen Bildern wird ein Ausschnitt aus dem Kriegseinsatz unseres Gaues auf allen Gebieten gebracht werden. Mit seiner geschmackvollen Ausstattung, seinem Reiä-tum an interessanten und schönen Fotos wird der neue Gaukalender nicht nur ein schöner Wandschmuck, der das Gesicht der Rhein- Mainischen Landschaft widerspiegelt, sondern auch eine dauernde Erinnerung an den Krieaseinsatz Hessen-Nassaus sein. Bestellungen werden schon jetzt vom Gauprssseamt Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Adolf-Hitler-Haus, entgegengenommen. Liebesgaben ans dem Heide. Wie das Reichspostministerium mitteilt, hoben die zuständigen Weyrrnachtstellen und das Reichsfinanz- Ministerium hinsichtlich der Zollbebandlung von Post« sendungen von Wehrmachtangehorigen aus den besetzten Westgebieten folgendes bestimmt: Jeder Angehörige der Wehrmacht und der in den besetzten Westgebieten im Interesse der Wehrmacht eingesetzten Verbände (NSKK., RAD., NSV., Org. Todt) und jeder Beamte und Angestellte deutscher Dienststellen darf im Monat bis zu vier Päckchen im Höchstgewicht von je 500 g abgabenfrei in die Heimat schicken. Die Führer der Truppeneinheitett und die Vorgesetzten der Dienststellen, denen der Absender angehört, überwachen diese Vorschrift. Hierzu bestimmt das Reichspostministerium, daß das Höchstgewicht der Feldpostpäckchen vom Felde nach der Heimat 500 g betragen darf: Gewichtsüberschrei- tunflen bis zu 10 v. H. sind jedoch nicht zu be- anstanden. Bon Wehrmachtangehörigen aus dem übrigen Zollausland, z. B. aus Norwegen, im Generalgouvernement und aus Zollausfchlüffen, z. B. dem Protektorat, an Angehörige im Zollgebiet geschickte Feldpostsendungen werden allgemein' von der Beifügung einer Zollinhaltserklärung befreit, sie sind jedoch den ZollsteNen zu gestellen, soweit sie nicht als Sendungen bis zum Gewicht von 250 g nach der Post-Zollordnung von der Gestellung befreit find nicht viel von der Sache wiffen. „Das wird eine ziemliche Anstrengung", sagte er, „und außerdem werden wir fortwährend mit Reparaturen zu tun haben." Ich hielt ihm vor, daß er als Büromensch ja schließlich ein bißchen körperliche Bewegung ganz gut gebrauchen könne, und was am Rade zu flicken sei, würde schon zu machen sein. Mit einigem Widerstreben gab er schließlich seine Einwilligung. Es hat ihn nicht gereut. An ihm wurde vielmehr jene Verwandlungskraft sichtbar, die bereits in grauen Zeiten aus einem Saulus einen Paulus werden ließ. Die Serienreife wurde in jeder Hinsicht zu einer prächtigen Fahrt. Nicht daß es uns auf Kilometerlängen angekommen wäre. Darauf hätten wir schon der Reifen wegen verzichtet. Aber gerade das gemächlichere Vorwärtskommen bot unendliche Reize. Schon kurz nach dem Start in der heimatlichen Hm weit spürten wir den Genuß, den das unbeschwerte Dahingleiten durch die schöne Natur verursacht. Wir waren drei Kameraden, doch jeder von uns hatte seine uneingeschränkte Freude an den Bildern, die die Landschaft in wechselnder Folge vermittelte. Dazu atmeten wir die köstlich freie Luft ber Urfaubstage, die Herz und Gemüt gleichsam aufschloß für die vielfältigen Erscheinungen rings umher. üsmaß an dem geistigen Leben der Alma mater Ludoviciana teilnehmen zu lassen. Diese bewährte Gemeinschaft zum Nutzen beider Teile immer mehr zu vertiefen und immer enger zu gestalten ist das Ziel, dos auch jetzt im Kriege von der Stadtverwaltung und der Hniversität für die Gegenwart sowohl, als auch für die Zukunft unermüdlich erstrebt wird. Die Veranstaltung der zahlreichen öffentlichen Vorträge der Hniversität, in denen wichtige Probleme und Fragen der Kriegszeit und der Aufbauarbeit nach dem Kriege behan- oelt werden, legen seitens der Hniversität Zeugnis ab für den starken Arbeitswillen im Dienste der Wissenschaft und der Volksaemeinschaft, damit auch zum Besten der Gießener Bevölkerung. Anderseits sieht der Oberbürgermeister als Leiter der Stadt- Radländerkampf Deutschland — Ungarn 30:14 p. Den deutschen Radsport-Ama teuren ist es am Sonntag auf der Rennbahn am Reichelsdorfer Kel- ler in Nürnberg gelungen, das kürzliche Hnentfchie- den im Landerkampf gegen Ungarn schnell zu be- richtigen. Mit 30:14 Punkten siegte unsere Mann- schäft diesmal ganz überlegen. Sie gewann alle vier Wettbewerbe. Den umrahmenden Großen Bayernpreis der Steher gewann Metze vor Hm- benhauer, Wengler und Scho». Kurze Gportnottzen. Den Ergebnissen des Altersturnens ist nachzutragen, daß in der Altersklasse II (41 bis 50 Jahre) un Dreikampf Baldauf vom Tv. 1846 Gießen mit 61 Punkten 1. Sieger und Jürgens vom gleichen Verein mit 57 Punkten 2. Sieger wurde. Der lehtenaffauifche Postillon gestorben LPD. Wallmerod (Westerwald), 7. August. Hier starb der älteste Einwohner Johann Göbel im Alter von 91 Jahren. Im Jahre 1863 kam er in den Postdienst der damals Thurn- und Taxisschen Post als Postillon auf der Strecke Limburg—Wall- merod—Freilingen. Als 1866 mit der Annexion Nassaus auch die Post in preußische Hände überging, wurde er mit übernommen. An Wehrmachtangehörige unter Feldpostanschrift, d. h. mit Feldpostnummer, eingehende Postsendungen aus dem Zollausland und aus Zollausschlüssen werden, soweit sie nicht zollfrei sind, aus Billigkeitsrück- ichten abgabenfrei gelassen. Sie sind von der ~ tellung durch die Reichspost befreit. Rach 260 Jahren wieder einmal die „Weisen dem Worgenlande". LPD. Am nächtlichen Himmel hat im diesen Tagen ein einzigartiges Schauspiel begonnen. Das Gestirn der „Weisen aus dem Morgenland" oder der „Heiligen drei Könige" ist wieder in unserer Gesichtskreis gekommen. Der vor fast 2000 Jahren die Magier aus dem Morgenland nach Bethlehem hinziehende Stern ist nur alle 260 Jahre für die Menschen unserer Halbkugel sichtbar. Diese Pia- netenkonstellativn hat während des ganzen Mittelalters die Phantasie der Menschen beschäftigt. Es 1 ind zwei Sterne, die am Himmel erscheinen, die sich aber durch ihre Stellung am Himmel zur Erde und Sonne zu einem prächtig leuchtenden Sternbild formen. Es sind Jupiter und Saturn. Man hat berechnet, daß die Konjunktion dieser beiden Planeten ich im Jahre 7 vor unserer Zeitrechnung abgespielt haben muß. Wenn die Konjunktion der beiden Sterne an sich auch alle 20 Jahre eintritt, so ist ihr Sichtbarwerden doch nur alle 260 Jahre möglich. Das letzte Mal war dies im Jahr 1682. 1940/41 wiederholt sich nun dieses Schauspiel. Die Annähe- rung der beiden Planeten hat bereits begonnen. Kurz vor Mitternacht tauchen sie am östlichen Himmel auf. Mehrere Monate lang dauert die Er- scheinung. Am 15. August wird sie am vollendetsten ein. Im Oktober und Februar 1941 erreichen die beiden Planeten nochmals größte Annäherung. Für den nichtselbständig Beschäftigten in der Landwirtschaft, ganz gleich, ob er als Landarbeiter oder als Gutsverwalter tätig war, gilt die allgemeine Bestimmung, daß das bestehende Beschäftigungsverhältnis durch die Einberufung nicht gelöst wird. Dementsprechend ist der Entlassene verpflichtet, spätestens zwei Wochen nach seiner Entlassung die Arbeit wieder aufzunehmen. Innerhalb dieser Frist wird der durch die Gemeinde zur Auszahlung gelangende Familienunterhalt auf jeden Fall gewährt, Darüber hinaus auch noch bis zum Tage der ersten Lohn- oder Gehaltszahlung, längstens aber für einen Monat nach dem Entlassungstage. Die gleichen Fristen gelten für den Entlassenen, der erwerbslos ist. Dauert seine Arbeitslosig- feit länger als einen Monat, so kann ihm der Fa- milienunterhalt bis zu ihrer Beendigung, längstens jedoch für einen weiteren Monat gezahlt werden. Dieser. Fall dürfte in landwirtschaftlichen Verhältnissen kaum eintreten. Liegt er aber doch einmal vor, so ist beim Antrag auf Auszahlung des Fa- milienunterhalts für den zweiten Monat eine Be- scheiniaung des Arbeitsamtes für die unverschul- bete Erwerbslosigkeit beizubringen. Auf die Dauer von 14 Tagen zahlt die Wehrmacht dem entlassenen Soldaten feine Wehrmachts- aebührnisse weiter. Für diese Zeit kann ber Ent- loffene für sich selbst keinen Familienunterhalt beanspruchen. Nach Ablauf der zwei Wochen steht ihm die Hnterhaltszahlung ebenfalls zu, sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen. , Ist der Entlassene Bauer ober Lanbwirt, so wirb Daubringen 1. Jugend — 1900 1. Jugend 5:0 (3:0). Am vergangenen Sonntag stand die 1. Jugend der Spielvereiniauna 1900 der körperlich überlegenen Jugendmannschaft von Daubringen in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Trotzdem bie Gießener in ihrer zur Zeit stärksten Aufstellung antraten, war eine Nieberlage nicht zu oermeiben. Während bie Nertei- bigung unb bie Läuferreihe stets auf bem Poften waren, versagte ber (Stifrm vollständig. Das Spiel begann mit schön oorgetragenen Angriffen ber 1900er, Torerfolge blieben jedoch aus. Dann übernahm Daubringen bas Spielgeschehen, das cs auch nicht mehr abgab. Sie gestalteten das Spiel teilweise überlegen und konnten einen verdienten Sieg von 5:0 erringen. Weg vom Eingang her zur Aula geschaffen, der nicht nur die Verkehrsabwicklung wesentlich flüssiger als bisher möglich machen läßt, sondern auch in gerader Linie einen schönen Durchblick durch die Eingangshalle zur Aula gewährt. Der Fußboden, die Säulen und die Wandpfeiler der Eingangshalle sollen mit Lahnmarmor verkleidet werden, die Decke wird in Hellen Stuckprofilen mit Leuchtschalen für eine würdige Beleuchtung gehalten sein. An beiden Seiten der Halle werden acht flache Nischen geschaffen, in denen die Aushängekästen für die Be- kanntmachungsanschläge der Uninerfität und ihrer Institute Platz finden sollen. Unmittelbar anschließend an den breiten Durchgang zur Aula werden, wie bisher, rechts unb links bie (Barberobeablagen sein, benen sicy ebenfalls rechts unb links die Toiletteanlagen in vollkommen neuer und erweiterter Gestaltung zugesellen werden. Der Garderobe- raum vor der Aula, der früher ovales Oberlicht hatte, wird künftig eine glatte Stuckdecke aufweisen. Rechts von der Eingangshalle wird der Raum, der bisher einen Teil der Modelle griechischer Kunstwerke enthielt, einer völlig neuen Bestimmung zugeführt. Hier wird im Anschluß an einen kleinen Vorraum mit Garderobe ein Sitzungssaal f ü r den Senat in würdiger und künstlerischer Art geschaffen, der auch für besondere Empfänge bei festlichen Gelegenheiten Verwendung finden wird. Auf der gegenüberliegenden Seite, also von der Eingangshalle links, wird eine Frühstücks- ftube f ü r die Studierenden mit Anrichte erstehen, die mit Möbeln in altdeutscher Art, die vom Deutschen Heimatwerk in Düsseldorf geliefert werden, ausgestattet sein wird. Die Zugänge zu diesen beiden Räumen werden nicht von der Ein- aangshalle her sein, sondern unmittelbar vor den Aufgängen zu den beiderseitigen Flügeln im Erd- geschah liegen, damit die Geschlossenheit der Halle gewahrt bleibt. Heber zwei Treppen gelangt man zu dem im Mittelgeschoß über bem Garberobenraum neugeschaffenen Skulpturensaal, ber nach ber Eingangshalle hin burch fünf große Deffnungen völlig frei liegt unb bem ein breites, über ben ganzen Raum quer oerlaufenbes Pobest vorgelagert ist. Von NSG. Wer zur Wehrmacht einberufen wirb, nimmt bie Sicherheit mit, baß für ben Unterhalt feiner Familie gesorgt ist. Jeber zum Lanbvolk gehörige Solbat weiß auch, baß bem nichtselbstänbig Beschäftigten seine Arbeitsstelle bleibt, währenb den einberufenen Bauern unb Lanbwirten bie wirtschaftliche Sicherung ihres Betriebes gewährleistet wird. Gleich gut soll aber ber Solbat, sollen seine Angehörigen über Familienunterhalt unb Wirt- schaftshilfe nach ber Entlassung vom Wehrmachtsdienst unterrichtet fein. Die darüber ergangenen Vorschriften der Reichsbehörden sind jetzt, zugleich mit den der Verbesserung der Versorgung dienenden Ergänzungen, zusammengefaßt worben. Sie gestalten es jebem, sich über feine Ansprüche genau zu unterrichten. betrachtet unb erwiesen. Von ber Stabt würbe stets alles getan, um bie Hniversität überall zu förbern, wo es mit ben Kräften unb Mitteln ber Stabt möglich war. Die Hniversität sah immer ihre besonbere Verpflichtung batin, bie Bevölkerung von Gießen in weitem A