Alle deutschen Kriegsgefangenen ausgeliesert straft." * den im feldarauen Rock - die Äugend und die Feldherrn Adolf Mer in den fahnenübersäten Alten^ die Männer und die Frauen am Rande des 1 Straßen auftnarschieri, füllt fuh auf dem Anhalter ten und die internationale Gerechtigkeit in den Beziehungen der Völker untereinander zur Grundlage haben werde. Die letzten Widerstände würden überwunden werden zum Besten der ganzen Menschheit, die in dem Führer und im Duce die Vorkämpfer und Erbauer einer neuen Zivilisation begrüßen werden. „Popolo di Roma" hebt hervor, daß der Besuch Cianos nicht zufällig mit der Rückkehr des Führers zusammenfalle. Die Fühlungnahme erfolge zu einem Zeitpunkt, in dem die europäischen Demokratien geschlagen und völlig diskreditiert seien, während der Stern der totalitären Staaten im Zenit der Macht stehe. Bald werde Europa auch erkennen, daß vom siegreichen Nationalsozialismus und Faschismus eine neue glänzende Aera geboren werde. Das Zusammentreffen in Berlin werde eine neue Epoche des gewaltigen Werkes markieren, das die Geschichte den beiden Völkern zugewiesen habe. und Mannschaften, unter denen es Tote und Verwundete gab. „ In französischen Kreisen wird erklärt, daß diese Vorfälle bezeichnend seien für die wirklichen Absichten der englischen Regierung hinsichtlich der französischen Flotte. Die in die englischen Häfen geflüchteten französischen Kriegsschiffe konnten nicht die gering st e Gefahr für England darstellen. Wie in Oran war der Zweck der englischen Regierung nicht die Bekämpfung einer Gefahr, die im übrigen imaginär war, sondern der Zugriff !auf die französischen Kriegsschiffe. enger zusammenrückt und desto gläubiger wird, je härter die Not und die Forderungen sind, meistert ihr Schicksal aus eigener Kraft, weil die göttliche Gerechtigkeit den ehrlichen Kamps dieser Nation um Leben und Freiheit segnet. Berlin, 6. Mi. (DNB.) Während das schaffende Berlin zur Feier der Heimkehr des siegreichen Der Waaen des Führers fährt durch die Wilhelmstraße vorbei an dem Reichsluftfahrtministerium. " ö U ' (jj-PK. Pleisser — Scherl KG.) Berlin, 7. Juli. (DRV.) Am Sonntagvormittag um 11.15 Uhr traf der italienische Minister des Aeußern Graf Ciano diEortellazzo, begleitet von Botschafter B u t i, dem Ehef des Protokolls, Gesandten Geißer di Eelesia, sowie weiteren Beamten des italienischen Außenministeriums, zu dem angekündigten mehrtägigen Aufenthalt in der Reichs Hauptstadt ein. Der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop begrüßte den Minister auf dem Anhalter Bahnhof. Botschafter Alfieri und die Mitglieder der Botschaft, Vertreter des Fasclo und der italienischen Kolonie hatten sich auf dem Bahnsteig eingefunden, ferner die Staatssekretäre des Auswärtigen Amtes, Freiherr von Weizsäcker, Keppler und V o h l e, der Stadtpräsident und Oberbürgermeister von Berlin, Dr. Lippert, der Kommandant von Berlin, Generalleutnant Seifert, Reichssportführer v. Tschammer und Osten, ^-Obergruppenführer Lorenz und Polizeipräsident Graf helldorf. Rach der Begrüßung schritten Außenminister Graf E i a n o und Reichsaußenminister v. Ribbentrop die Front der Ehrenkompanie ab. Anschließend geleitete der Reichs- auhenminister den Gast in das Schloß Bellevue, wo Graf Eiano von dem Ehef der Präsidialkanzlei Das Kriegsgericht der 17. Region in Toulouse hat den Exgeneral de Gaulle, der sich gegenwärtig in England aufhält, zuvierJahrenGefäng- n t s verurteilt wegen Gehorsamsverweigerung und Anstiftung von Mlitärpersonen zum Ungehorsam. Haftbefehle wurden gegen die Journalisten Pertinax, Madame Tabouis und Henri de Serinis erlassen, da diese falsche Nachrichten verbreitet haben. Wiesbaden, 8. Juli. (DRV.) Die französische Abordnung bei der Waffenstillstandskommlssion Hal mitgeteilt, daß sämtliche deutschen Kriegsgefangenen, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, soweit sie in Lagern interniert waren, an der Demarkationslinie bei St. Matire und bei St. Elaud den deutschen Truppen ü b ergeb e n würden. Eine deutsche Kontrollkommission wird in den nächsten Tagen ins besetzte Gebiet reisen zur Prüfung der französischen Angaben. Kein Franzose darf gegen Deutschland und Italien kämpfen. Bern, 7. Juli. (DNB.) havas meldet aus Vichy: „Eine Mitteilung des französischen Verteidigungsministeriums besagt, daß auf Grund des Waffen- Unsere Aufnahme zeigt die beiden Außenminister im Wagen auf der Fahrt zum Schloß Bellevue. 1 (Scherl-Bilderdienst, Berlin.) Graf Cianoe Deutschland-Besuch. Herzlicher Willkomm in der Zieichshauptstadt. - Unterredung mit dem Führer. Churchill bemächtigt sich der französischen Kriegsschiffe in britischen Häfen. OerfranzösischeAdmiralverhastet.-Hinterhältigerlleberfallauf die Besatzungen Berliner Seelenamt für Lufimarschall Balbo. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Zu Ehren des am 28. Juni im Luftkampf gefallenen Luftmarschalls Jtalo Balbo fand tn der St. Hedwigs- Kathedrale ein feierliches Seelenamt statt, das vom Apostolischen Nuntius Erzbischof O r s e n i g o unter Assistenz des Dompropstes Lichtenberg und der Prälaten Weber und Banasch zelebriert wurde. An dem mit Grün und Blumen geschmückten Katafalk hielten vier italienische Offiziere die Ehrenwache. Das Diplomatische Korps war fast vollzählig Berlin huldigt dem siegreichen Feldherrn. Oie Reichshauptstadt bereitete -em Führer bei seiner Rückkehr einen triumphalen Empfang Den Führer empfangen zu dürfen, war der große Lohn für die Pflichterfüllung und die Treue der Heimat, und mit dem Führer dankte die Gemeinschaft gleichzeitig ihren heldenmütigen Soldaten und gedachte trotz der Maßlosigkeit des Glückes in Ehrfurcht all derer, die für diese Stunde des Sieges bereit und treu ihr Blut und Leben gaben. Das ganze schaffende Berlin, das aus den gewaltigen Arbeitsstätten auf die Straßen geeilt war, die dura; Befehl und Pflicht in der Heimat verbliebenen Männer der Partei, die Abordnungen der Wehrmacht und in den ersten Reihen die verwundeten Kamera- Triumphweges waren als Bild und Symbol eine Einheit, lieber ihr aber stand der Führer im feldgrauen Rock, das Eiserne Kreuz des Weltkrieges an der Brust, den Arm zum Gruß seiner Gefolgschaft gereckt. Jeder empfand es als leuchtendes Bekenntnis dieses Tages und tragt es mit sich in die kommenden Wochen des Kampfes und der Pflichterfüllung: Der Führer vor uns! Hinter ihm ein Volk in der stärksten Entfaltung seiner Kraft, gewlllt, unter den Bannern der siegreichen Idee jedem seiner Befehle zu folgen und damit den endgültigen Sieg über den letzten und brutalsten der Gegner zu erringen. Der Empfang. stillstandsvertrages die französische Regierung die Verpflichtung übernommen hat, ftanzösischen Staatsangehörigen zu verbieten, geaen Deutschland und Italien Kriegsdienste in den Armeen solcher Lander zu leisten, die sich noch im Kriege befinden. Verstöße geg^n dieses Verbot werden mit lebenslänglicher Zwangsarbeit oder mit dem Tode be- Montag. 8. Juli V>40 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desVormittags Anzeigen-Vreife: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel8 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr des Führers, Staatsminister Dr. Weihner, empfangen wurde. Die Bevölkerung Berlins, die in dichten Reihen die Anfahrtsstrahen säumte, bereitete ! Graf Eiano einen begeisterten Empfang. Der Führer empfing am Sonnlagmittag in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen v. Ripp ent rop den Minister des Aeußern Graf Eiano zu einer längeren Unterredung. — An dem Empfang nahmen Botschafter Alfieri und der deutsche Botschafter in Rom v. Wacken- fen teil. Zu Ehren des italienischen Außenministers gab der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop am Sonntagmittag einen Empfang im kleinen kreis, an dem außer Vertretern von Staat, Partei und Wehrmacht die Begleiter Graf Eianos und Witgtieder der italienischen Botschaft teilnahmen. Außenminister Graf Eiano reiste Sonntagabend lm Sonderzug zu einem Besuch der besetzten Gebiete im Westen ab. Die Reise wird vor- aussichtlich zwei Tage dauern und führt durch die wichtigsten Abschnitte der ehemaligen Westfront. Das Echo in Rom. Rom, 8. Juli. (Europapreß.) Die römischen Sonntagsblätter berichten in großer Aufmachung über die Rückkehr Adolf Hitlers nach Berlin und den überwältigenden Empfang, den die Bevölkerung der Reichshauptstadt dem Führer bereitete. Die Presse bringt den Besuch des italienischen Außenministers Graf Ci a n o in direkten Zusammenhang mit der Rückkehr des Führers. In diesem Augenblick erscheine ein de u t sch - i.t a l i e - nischer Meinungsaustausch im Rahmen der ständigen Fühlung zwischen den beiden Achsen- Mächten angebracht und für die weitere Entwicklung der politischen und militärischen Lage äußerst nützlich. „Giornale d'Jtalia" schreibt, es sei selbstverständlich, daß in einem für den Ausgang des Krieges und die europäische Geschichte so wichtigen Augenblick eine deutsch-italienische Zusammenkunft stattfinde, in der Pläne, Jnittativen und Akttonen vervollständigt und aufeinander abgestimmt werden. „Messaggero" sieht in der Berliner Zusammenkunft eine feierliche Bekräftigung der Solidarität zwischen den totalitären Staaten. Diese politische, militärische und moralische Solidarität der Achsenmächte, die bereits die bisherigen Erfolge ermöglicht habe, bilde die sichere Gewähr für die neue Ordnung, die die soziale. Gerichttgkeit im Innern der einzelnen Staa° B e r n, 8. Juli. (DRV.) havas meldet aus Vichy: i Am Tage des Angriffes auf Oran hat die britische ' Regierung einen Handstreich ausgeführt, um sich der französischen Kriegsschiffe zu bemächtigen, die n a ch Plymouth, Portmouth und South- 1 ampton geflüchtet waren. Der Ueberfall war forgfältig vorbereitet und wurde überraschend aus- geführt. Der französische Admiral de V i l l e i n e ; wurde bei Tagesanbruch verhaftet und von seinem Stab getrennt. Die e n g l i s ch e n Streitkräfte, die, wie Churchill selber sagte, zahlenmäßig in der Uebermachl waren, brachen den Widerstand der französischen Offiziere| anwesend. Die Reichsregierung war vertreten durch Staatsminister Dr. Meißner als persönlichen Vertreter des Führers, durch Generalseldmarschall Göring in Flieaerumform mit der Orüenskette und dem Stern des Annunziatenordens, durch Staatssekretär Generaloberst Milch, Reichsjusttz- minister G ü r t n e r, Reichsemährungsmlmster Darre und Staatssekretär von Weizsäcker als Vertreter des Reichsa-ußenministers. Ferner sah man Vertreter der drei Wehrmachtsteile, der Partei und der Stadt Berlin, eine Abordnung des Berliner Fascio mit Fahne und zahlreiche Angehörige der italienischen Kolonie. Führer und Volk. NSK. Berlin, 6. Juli. Im Namen des 80-Millionen-Volkes empfing die Reichshauptstadt den Sieger, den Führer des Volkes und Feldherrn der nationalsozialistischen Wehrmacht. Die Viertelstunde des ttiumphalen Einzuges des Führers vom Anhalter Bahnhof bis zur Reichskanzlei offenbarte vor den Augen der ganzen Welt den Stolz, das Glück und den Glauben — vor allen Dingen aber den unaussprechlichen Dank, den das deutsche Volk im Herzen trägt. Was keiner aus uw serer Gemeinschaft in Worte fassen kann, das sprach aus dem Brausen des Jubels, aus den leuchtenden Augen, aus den vielen hunderttausenden geschwungener Fähnchen und aus der wogenden Brandung der unzählbaren Menschenmassen unter Bannern, Girlanden, goldgleihenden Bändern und sommer- leuchtenden Blumen. Dem Sieger über Frankreich, dem Ueberwinder von Versailles, dem Triumphator über die jüdisch-kapitalistischen Dernichtungspläne und dem Verkörperer machtvollen deutschen Soldatentums bot die Heimat einen Willkomm dar, der geschichtlichen Größe der Stunde würdig. Wer das Glück hatte, in dieser Stunde des Triumphes dem Führer nahe zu sein, und wer mit ihm durch die festlich geschmückten Straßen und über den Blumenteppich, den die Liebe des Volkes gelegt hatte, fuhr, der Hut dem deutschen Volk ms Herz gesehen. Als wir gebannt von den jagenden Eindrücken die Autokolonne des Führers am menschenmassenerfüllten Wilhelmsplatz verließen und mitten in dem beispiellosen Gewoge und Gedränge dem Führer noch einmal zum Balkon der Reichs kanzlei hinauf den Gruß entboten, da zwang sich uns eindringlich wie nie die Gewißheit auf, die das deutsche Schicksal bedeutet: daß Führer und Volk unzertrennbar sind und daß, je großer die Aufgabe, je härter die Opfer, desto flammender unser gemeinsamer Wille und Glaube ist, durch den uns der Führer zu den Siegen über alle Feinde Deutschlands auf dem europäischen Konttnent ge- ^Wer könnte sich angesichts dessen, was sich an Bildern des Glücks, Dankes und Stolzes m diesen sonnenüberglänzten Stunden in Berlin abspielte, daran erinnern, daß es die Hoffnung und die Absicht unserer plutokrattschen Feinde war, das nationalsozialistische Reich dadurch auf die Knie zu zwingen, daß sie Führer und Volk, Partei und Gemeinschaft trennen könnten. Was für sie bis zum heutigen Tage unverständlich blieb, das ist die große Lehre des gemeinsamen Kampfweges von Partei und Volk mit dem Führer und die schicksalsmächttge ; Erkenntnis dieses Tages des Führerempfangs: eine - unüberwindliche Gemejnjchaf^ die desto üüpkvnvr ÄmLiüLr WWM XJlvIlVllVl auch bei Nichterscheinen ESS Oeneral-Aineiaek füt Oberhessen sächÄuössÄankf^M Brühl sch e Univ erfitatrdruckerei R. lange v Bahnhof der Bahnsteig, auf dem der Führerzug einlaufen wird, mit den Ehrengästen. Das Grau und Blau und Braun der Uniformen beherrscht das farbenfrohe Bild. Der Bahnsteig, der an der Frontseite mit langen, von der Decke der hohen Halle herabwallenden Hakenkreuzfahnen und frischem Grün geschmückt ist, trägt einen durchlaufenden roten Teppich, die rechte Stirnseite ist mit einem riesigen Eisernen Kreuz verkleidet. Es wird flankiert von Hakenkreuzbannern mit langen goldenen Bändern. Die Treppe ist ebenfalls mit einem roten Teppich belegt. Rechts und links ziehen sich Gewinde von Eichenlaub Die Stufen herab. Aus großen irdenen Schalen leuchten Hortensien und Fuchsien zwischen Sträuchern aus.frischem Birkenreis. Auf dem jenseitigen Bahnsteig hauen HI. und BDM. Aufstellung genommen. NS.-Schwestern betreuen die Kleinsten. Gesang- und Marschmusik erfüllen die Wartehalle. Zehn Minuten vor 15 Uhr treffen Generalfeldmarschall G ö r i n g, der S t e l l- vertreter des Führers und Reichsmrms^r Goebbels ein. Immer wieder branden Heilruse auf. Die Spannung hat ihren Höhepunkt erreicht. Dann ist der Augenblick da: Langsam fährt der Zug des Führers in die halle ein. Fanfaren der hitler-Iugend erschallen. Sie klingen aus in die Takte des Badenweiler Marsches. 3n diese klänge mischt sich der Jubel der Jungen und Mädel, dröhnen von draußen her die schweren Schläge der Glocken. Der Zug steht. Die Tür zum Führer- wagen öffnet sich. Auf dem Bahnsteig steht jetzt der Führer! Hermann Göring tritt an den Führer heran. Der Führer schüttelt ihm beide Hände. Ein kurzes Gespräch. Dann treten Großadmiral Rae der und Generaloberst von Brauchitsch an den in seine Hauptstadt von der Front zurückkehrenden siegreichen Feldherrn heran. Auch sie und die Reichsminister Heß und Dr. Goebbels begrüßt der Führer mit Handschlag. Dann geht der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht an den in der Reihe ausgestellten Generalobersten des Heeres und der Luftwaffe, den Generaladmira- len der Kriegsmarine, Reichsministern und Reichsleitern, Generalen und Admiralen, Gauleitern und Staatssekretären sowie an weiteren führenden Männern aus Wehrmacht, Staat und Partei vorbei zum Ausgang. Jubel und immer neuer Jubel stürmt durch die Halle. Sobald der Führer den Bahnhof verlassen hat und auf der Straße sichtbar wird, brandet ihm auch hier der Jubel des Dankes und der Freude entgegen. Vor dem Anhalter Vahnhof. Grandios war das Bild, das der weite Vorplatz des Anhalter Bahnhofes im Schmuck feiner Fahnen und goldbebänderten Girlanden bot. Mit frischem Eichenlaub und Tannengrün waren die Masten und Fensterbrüstungen umkleidet. Es gab kein Fenster, Las nicht den Schmuck frischer Blumen und der Farben des Reiches trug. Hinter der Absperrung aber staute sich, soweit das Auge reichte, Berlins begeisterte und erwartungsfreudige Bevölkerung. Musikzüge aller Formationen, die an der Absperrung Anteil hatten, vertrieben den Wartenden die Zeit. Während die Anfahrtstraßen mit Blumen besät wurden, verteilten freundliche Helfer Millionen kleiner Fähnchen, die vor allem van der Jugend mit großer Freude in Empfang genommen wurden. Gegen 14 Uhr marschierte das Ehren- b a t a i 11 o n unter dem Kommando von Oberstleutnant Boguslawski in der Saarlandstraße auf. Die Kompanie der Kriegsmarine war aus der Besatzung zweier Zerstörer, die an den Kämpfen in Narvik teilgenommen hatten, gebildet. Kurz vor 15 Uhr erschien mit der Fahne das Berliner Fascio. Die ersten Glockentöne verkünden, daß der Führer gekommen ist. Kommandorufe ertönen, das Ehrenbataillon präsentiert. Dann verschlingt alles ein einziger Jubelruf, der den Führer empfängt, als er unter das Portal tritt und lächelnd nach allen Seiten dankt. Er grüßt die Schwerkriegsverletzten, die hier einen Ehrenplatz erhalten haben und schreitet dann mit den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile und dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht die Front des Ehrenbataillons ab. Triumphfahtt durch Veriin. Nun beginnt der denkwürdige Einzug des Führers in die Hauptstadt. Immer wieder grüßt der Führer die jubelnde Menge und dankt für den Empfang. Im Schritt-Tempo geht die Fahrt des Führers die Saarlandstrahe entlang. Im Wagen des Führers haben Platz genommen der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, der Chefadjutant der Wehrmacht beim Führer Oberst Sch mund t und der Adjutant des Führers, Gruppenführer Schaub. Es folgen zwei Begleitwagen mit Obergruppenführer Brückner. In dem nächsten Wagen folgen die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile, Generalfeldmarschall Göring, Großadmiral Rae der und Generaloberst v. Brauchitsch. In den weiteren Wagen sieht man den Stellvertreter des Führers R u d o l H e ß und Gauleiter Reichsminister Dr. G o e b * bels, Reichsminister des Auswärtigen v. Rib - b e n t r o p und Reichsführer ^Himmler, Reichs- Minister Dr. Lammers, Reichsleiter Bormann und Reichspressechef Dr. Dietrich, den Chef des Wehrmachtsführungsamtes Generalmajor I o d l sowie die militärischen und politischen Mitarbeiter des Führers aus dem Führerhauptquartier. Die Saarlandstraße und die Hedemannstraße haben in ihrer Ausschmückung gewetteifert. Herrlich ist. das Bild, das die Wilhelmstraße mit den goldbebänderten langen Fahnentüchern, den weißen, girlandeumsponnenen Masten bildet. Die Absperr- mannschaften haben ttotz zwei und dreifacher Ketten alle Mühe, die Menge zurückzuhalten. Großzügig haben sie der Jugend gestattet, zu ihren Füßen Platz zu nehmen, und in muftergültiger Disziplin halten die Jungen und Mädel diesen Platz auch inne, ohne ihn zu verlassen. Dann tut sich der Wilhelmsplatz vor uns auf, hier erst erreicht der Willkommensgruß seinen wahren Höhepunkt. Aus dem Wilhelmsplatz. Dort, wo man noch vor Minuten zu Tausenden und aber Tausenden die Menge Kopf an Kop stehen sah, ist plötzlich alles verdeckt durch einen Wald von kleinen Fähnchen. Wie eine Welle schwingt es vorn Luftsahrtministerium bis hinau zum Propagandaministerium. Die Menschen rufen all ihren Jubel, ihre Begeisterung, Liebe und Darrt» bar feit laut dem Führer entgegen. Langsam rollt der Wagen, in der der Führer steht, direkt an der Hunderttaufende säumten die Straßen, durch die der Führer vom Anhalter Bahnhof zur Reichskanzlei fuhr, eine nach LehnEaufenden zahlende Menge empfing Adolf Hitler bei der Ankunft auf dem Wilhelmsplatz mit unbeschreiblichem Jubel. — (Scherl-Bilderdienst.) ,1 vor der Reichskanzlei aufgestellten Ehrenkompanie der Leibstandarte entlang, die unter den Klängen des Deutschlandliedes das Gewehr präsentiert. Auch hier ist die Straße und der Bürgersteig vor dem Garten der Reichskanzlei — der einzige in diesem Augenblick noch freie Fleck auf dem großen Viereck des Wilhelmplatzes — mit bunten Sommerblumen übersät; wie ein Samtteppich breitet sie sich vor dem daherrollenden Wagen aus. Alles'ist wie im Taumel. Die Mütter heben ihre Kinder empor, die HI. wirft ihre Mützen in die Höhe, alle wollen sie irgendwie ihre Begeisterung zum Ausdruck bringen. Unter der Menge auf dem Wilhelmsplatz waren etwa 2 5 0 verwundete Soldaten von allen Fronten und allen Waffengattungen, die in Berliner Lazaretten ihrer Genesung entgegengehen. Der Führer ließ nach seiner Ankunft in der Reichskanzlei die Verwundeten in den großen Ehren- Hof der Neuen Reichskanzlei führen, wo er sie begrüßte und einige herzliche Worte an sie richtete, die von den Soldaten mit einem beaeifterten Sieb- Heil ausgenommen wurden. Anschließend waren sie Gäste des Führers bei einer Kaffeetafel. Der Führer grüßt vom Valkon das dankbare Berlin. Nur wenige Augenblicke dauert es. Der Wagen des Führers ist gerade in der Reichskanzlei, auf der nun wieder die Führerstandarte weht, ver- schwanden, als sich auch schon die Türen 3um Balkon auftun und der Führer mit feiner Begleitung heraustritt. An feiner Seite stehen die Oberbefehlshaber der siegreichen Truppen, General- ftldmarschall Göring, Großadmiral Dr. h. c. Raeder und Generaloberst von Brauchitsch sowie Generaloberst Keitel, die Reichsminister Heß, Ribbentrop und Goebbels. Und nun gibt es kein Halten mehr. Die Absperrketten, die von der Bevölkerung in mustergültiger Disziplin bisher ein- aehalten waren, werden nun, als der Führer in der Kanzlei ist, durchbrochen. Eine riesige Welle ergießt sich zum Balkon hin, und noch einmal erleben wir einen Begeisterungssturm ohnegleichen. Die Bevölkerung Berlins brachte ihre ganze Liebe für den Führer zum Ausdruck. Nachdem der Führer den Balkon wieder verlassen hatte, harrten die Massen noch lange Zett vor der Reichskanzlei aus, und immer wieder brandeten die Heilrufe empor, erklangen die Lieder der Natton und das England- lied. Nur langsam begeben sich die Berliner wieder heimwärts, um in freudiger Stimmung das Wochenende zu begehen, das für die Bewohner der Reichshauptstadt einen so erhebenden Auftakt genommen hatte. Das Ritterkreuz für verdiente Angehörige der Luftwaffe. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen: dem Generalmajor Wolf von Stutterheim, dem Generalmajor Stefan Fröhlich, dem Oberst Alfred Bül 0 vius, dem Oberst Alois Stöckl, dem Unteroffizier Herbert Nelke. ♦ Generalmajor von Stutterheim hat als Geschwaderkommodore sowohl in Polen wie auf dem westlichen Kriegsschauplatz alle Einsätze persönlich mitgeflogen. Am 15. Juni wurde sein Flugzeug von drei französischen Jagdfliegern angegriffen. Im Luftkampf wurde eine Maschine sicher, eine andere wahrscheinlich abgeschossen. Auch die deutsche Führungsmaschine geriet in Brand und mußte zur Notlandung ansetzen. General von Stutterheim gab, nachdem der Bordfunker gefallen und er selbst schwer verwundet war, den Befehl zum Absprung. Beobachter und Bordmechaniker sprangen daraufhin ab. Der Kommodore wollte auch das Leben des Flugzeugführers retten. Er gab diesem wiederholt den Befehl, ebenfalls abzuspringen, um selbst das Steuer zu übernehmen. Dieser blieb jedoch am Steuer und brachte die brennende Maschine zu Boden. General von Stutterheim erlitt dabei noch einen doppelten Oberschenkelbruch. Er hat außer feiner hervorragenden Tapferkeit das höchste Beispiel von Kameradschaft und Selbstaufopferung gegeben. Generalmajor Fröhlich ist tn Angriff und Einsatzfreudigkeit allen Besatzungen seines Geschwaders ein Vorbild. Zahlreiche Einsätze des Geschwaders, vor allem Tiefangriffe auf Flugplätze von Paris, wurden unter feiner persönlichen Führung geflogen. — Oberst Bülovius hat an den Feindflügen seines Geschwaders selbst teilgenommen. Besondere Erfolge erzielte das Geschwader bei den Angriffen auf englische Transportschiffe in Norwegen und vor der französischen Küste, auf militärische Ziele bei Amiens und an der Lotte, sowie die Häfen von Dliffingen, Dünkirchen und Boulogne. — Oberst Stöckl hat fein Geschwader unter hervorragendem persönlichen, tapferen Einsatz auf Angriffsflügen auf feindliche Flugplätze und rückwärtige Verbindungen des Gegners zu großen Erfolgen geführt. — Unteroffizier Nelke war bei Saumont mit feinem Geschütz zur Abwehr feindlicher Panzerangriffe als nächtliche Sicherung vor die eigene Infanterie vorgeschoben. In der Nacht tauchte plötzlich im Rücken des Geschützes eine größere Marschkolonne von Engländern und Franzosen auf. Nach kurzem Handgemenge gelang es chm uxb seiner Geschützbedienung, durch schneidigen Angriff 97 Franzosen und 20 Engländer unter Führung eines französischen Hauptmanns gefangen zu nehmen. Berichtigung. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, ist in dem Artikel von Reichspressechef Dr. Dietrich über das Führerhauptquartier bei der telephonischen Uebermittlung ein sinnentstellender Fehler entstanden. Es mutz richtig heißen: „So ist das Führerhauptquartier die xommandoftelIß der totalen Führung im Kriege, gleichsam ist hier Beobach, tungsturm und das Schaltwerk der zentralen Befehlsgebung." (Also: Kommandoftelle und nicht Kontrollstelle.) Lieber 60000 BRT. von Kapitänleutnant Prien versenkt. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Kapitänleutnant Prien hat mit seinem ll-Boot auf der soeben beendeten Fahrt gegen den Feind insgesamt 6 6 5 8 7 B RT. feindlichen handelsschiffsraumes versenkt. Dies ist das bisher höchste Ergebnis einer einzigen Feindfahrt. Unsere Kampffliegerverbände griffen wiederum in Süd- und Ulittelengland Flugplätze, Hafen- und Bahnanlagen sowie Tanklager mit gutem Erfolg an. Erdöllanks bei Plymouth wurden in Brand gesetzt und explodierten. Weitere wirkungsvolle Angriffe richteten sich gegen britische Kriegs - und Handelsschiffe. In der nördlichen Nordsee gelang es Flugzeugen vom Wüster Arado 196, ein feindliches U-Boot zu versenken und ein weiteres schwer zu beschädigen. Im Kanal wurde ein feindliches Handelsschiff von 8—10 000 BRT. versenkt, zwei we.iere Handelsschiffe mit insgesamt 8000 BRT. trugen Beschädigungen davon. An verschiedenen Stellen der belgischen und holländischen Küste sowie in Hord- und Westdeutschland richteten vom Feind abgeworfene Bomben keinen nennenswerten Sachschaden an, töteten jedoch wiederum einige Zivilpersonen. Durch unsere Jagdflieger wurden fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen, zwei weitere durch Flakartillerie bei Rächt zum Absturz gebracht. Eine Flakbatterie der Kriegsmarine schoß außerdem an der Westküste Schleswig-Holsteins ein britisches Flugzeug vom Typ Handley-Page ab. Lin eigenes Flugzeug ging verloren. Schwere Treffer auf britische Kriegsschiffe. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bei der Insel Wight versenkte ein deutsches Schnellboot einen Dampfer von 6000 BRT. Kampfverbände der Luftwaffe setzten ihre Angriffe gegen militärisch wichtige Ziele in Südengland erfolgreich fort. Im Hafen von Fol- m o u t h gelang es, ein Handelsschiff von 8000 BRT. durch einen Volltreffer mittleren Kalibers in Brand zu sehen. In der mittleren Nordsee griffen unsere Kampfflieger einen Verband britischer See- ft reif tröffe an. Zwei Zerstörer erhielten so schwere Treffer, daß mit ihrem Tofalverlust zu rechnen ist. Einem 10000-Tonnen-Kreu- zer wurden 'starke Beschädigungen bei- gebrachf. Im Kanal gelang es, ein Hilfskriegsschiff und einen Bewacher zu versenken. Das am Vortage durch Flugzeuge vom Wüster Arado 196 schwer beschädigte feindliche U-Boof ist inzwischen gleichfalls gesunken, die Besatzung durch deutsche Vorpostenboote und Flugzeuge ausgenommen worden. Nächtliche feindliche Bombenwürfe in Norddeutschland verursachten nur unbedeutenden Schaden. Britische Flieger haben dänische Fischerboote mit Bomben und Waschinengewehrseuer erfolglos angegriffen. Ein unbewaffneter norwegischer Dampfer ist durch einen britischen Bombentreffer an Deck getroffen worden. Einige Witglieder der Besatzung wurden getötet. Die feindlichen Ve r l u ft e betrugen gestern insgesamt 10 Flugzeuge, davon je drei in Luftkämpfen und durch Flak sowie zwei am Boden zerstört. Zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Verbände der Kriegsmarine abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. AeueBombenangriffe aus Matta. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Rom, 7. Juli. (DNB.) Der italienische Wehr- Machtsbericht hat folgenden Wortlaut: Unsere Bomberformationen haben gestern in kurzer Aufeinanderfolge ihre heftigen Angriffe gegen die Luft- und Flottenstützpunkte von Walta erneuert Alle Ziele wurden mit präziser Treffsicherheit mit Bomben belegt, wodurch in der Zone des Arsenals weithin sichtbar große Brände verursacht wurden. Unsere Jagdflieger haben englische Jagdflugzeuge nach einem Kampf in die Flucht geschlagen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt In Nordafrika find die Flugplätze von Tis- nidda, Biremba und Warfa-Walruh mit stärkstem Erfolg mit Bomben belegt worden, wobei Flugzeughallen, Treibstofflager und sechs am Boden befindliche englische Flugzeuge getroffen wurden. Außerdem wurden motorisierte Kolonnen in der Gegend südöstlich von Sollum bombardiert Alle unsere Flugzeuge find zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. In Ostafrika hat unsere Luftwaffe, während die Verstärkung und Besetzung von Lassala fortgesetzt wird, Erkundungs- und Bombenflüge ausgeführt. Ein feindlicher Apparat wurde auf dem Flugfeld von Aroma zerstört, sieben auf dem Flugfeld von Goz Regeb. Darüber hinaus wurde an den Anlagen erheblicher Schaden angerichtet. Der Gegner hat einen Luftangriff auf den Flughafen von Tobruk durchgeführt, bei dem durch die Luftabwehr der Warine drei Flugzeuge ab - geschossen wurden. Zwei vollbeladene Handelsschiffe find getroffen worden. Fort B a r d i a ist von englischen Warine-Linheilen angegriffen morden, die nur ganz leichten Schaden an den militärischen Anlagen anrichteten. Unsere Luftwaffe hat sofort eingegriffen und eine feindliche Einheit mit Bomben getroffen. Oer italienische Heeresbericht vom Gamstag. Rom, 6. Juli. (DNB.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: In N o r d a f r i k a ist Tätigkeit motorisierter Kolonnen und der Luftwaffe zu verzeichnen. Zwei starke feindliche Angriffe auf bas Fort La- pvzzo und Bit Sleman sind abgewlefsn übrigen französischen Presse. freit zu werden. und Kakao. worden. Vier unserer Jagdflugzeuge sind nicht zurückgekehrt. In Ostafrika ist unsere Besetzung von Lassala weiter ausgebaut worden. Lin feindlicher Angriff auf den Stützpunkt Lugh A e r - randi hat keinerlei Schaden angerichtet. Lin englischer Luftangriff auf die Alottenbasis von A u g u st a ist durch die rasche Luft- und Ilak- abwehr vereitelt worden, infolge deren die feindlichen Flugzeuge ihre beabsichtigte Aktion aufgeben mutzten. Ein weiterer Luftangriff auf Palermo ist ebenfalls vereitelt worden. Feindliche Flugzeuge haben einige Bomben auf den Flughafen von Catania abgeworfen, wobei ein leerer Schuppen getroffen, und einige Opfer unter dem Bodenpersonal verursacht wurden. zurückgeben. Die Reform werde gekennzeichnet sein durch das Verschwinden der politischen Parteien, an deren Stelle eine einzige Partei trete. Der in Grenoble erscheinende „Pent Dauphi- nois" schreibt: „Die Nationalversammlung wird Marschall Pstain die folgende hohe Ausgabe übertragen: Die zerstreuten Gebiete des Territoriums zu vereinigen, ein Aufbauprogramm aufzu- stellen und zu zeigen, daß Frankreich einer solchen Wiederaufrichtung fähig ist, daß es in dem friedlichen Rahmen des Europas von morgen feinen Platz haben wird. Denn ohne seinen konstruktiven Beitrag müßte alles in Ruinen und Unordnung verbleiben." Starke Worte des Willens zur Mitarbeit an einem neuen Europa finden sich auch in der Frankreichs Verfassungsreform. Vor der Tagung der französischen Nationalversammlung in Vichy. die aber tn Wirklichkeit sehr schwach und zerbrechlich ist, weil sie ihren gefährlichsten Feind in sich selbst trägt, wird es fein unendlich großes Imperium wie ein Kartenh aus zusammen fallen sehen, bis zu dem Tage, an dem sich die ironische Prophezeiung er- Men wird, die ich im ersten Teil dieses Buches als Warnung verkündete: Es wird überall Engländer geben, aber kein England mehr." Wahrlich, der Mann hat Recht,. Eine Flotten- macht, die sich nicht mehr zum offenen Kampfe teilt, sondern in feigen Ueb^rfällen auf wehrlose oder unterlegene Schiffe ihre „Sieghaftigkeit" beweisen muß, ist in der Tat innerlich krank und reif zum Untergang. Das mag den Franzosen, die allzu willfährig mit dem Verräter gemeinsame Sache machten, ein Trost sein. Kleine politische Nachrichten. Die 4. Haussammlung des Kriegshilfs- w er k s für das Deutsche Rote Kreuz ergab inder Reichshaupt st adt wieder ein Rekordergebnis von 2 230 000 RM. Das bedeutet einen Durchschnittsbetrag für jeden Berliner von über 50 Rpf. völkerung" an England übergeben worden sei! Dem italienischen Kultureinfluß gelang es allmählich, Italienisch in der höheren Schicht der Malteser als Sprache der Bildung einzuführen. Auch die zum Teil in Italien gebildete höhere Geistlichkeit sym- pachisierte mit der These, die Malteser seien eigentlich National-Jtaliener. Den Engländern war das ärgerlich; sie strichen das Italienische als Unter» richtsgegenstand in den öffentlichen Schulen, und als ich 1935 Malta besuchte, war eben die maltesische „Volksvertretung" — es gibt etwa eine Vier» telmillion Malteser — aufaehoben und em autokratisches Regime des englischen Gouverneurs em- hingen. , Malta wurde von Napoleon auf ferner Fahrt nach Aegypten besetzt. Der Orden früher, das „tapferste Schwert der Christenheit", war greisenhaft geworden. Er trug zwar immer noch eine gemalte Rüstung und stellte Kanonen auf seine Festungs- ! werke, ja zum kriegerischen Prunk sogar vor seine Kirchen, aber es gab keinen Feind mehr, den er hätte bekämpfen sollen. Der letzte Großmeister, zugleich der erste Deutsche, der zu dieser Wurde gelangte, ein Freiherr Ferdinand v. Hompesch, aus Bollheim bei Düsseldorf, dankte 1797 ab. Darauf wählte der Orden zum Großmeister den Zaren Paul von Rußland, obwohl dieser nicht zur römisch- katholischen Kirche gehörte. Mit der Ermordung Pauls, 1801, wurde der russische Anspruch auf die Großmeisterwürde begraben. . Die Franzosen waren nur kurze Zeit un Besitz der Insel. Schon nach wenigen Jahren wurde sie ihnen vo? den Engländern abgenommen, und an I Englands xvrigerung, Malta wieder herauszugeben, entzündete sich, nach dem 1802 zwischen Frankreich und England geschlossenen Frieden von Amiens, schon ein Jahr später der englisch-französische Krieg von neuem und dauerte bis zum endgültigen Sturz Napoleons. An der Hauptwache in La Valetta, gegenüber dem Großmeisterpalast, meldet eine lateinische. Inschrift, daß Malta „burd) das Vertrauen Europas und auf den Wunsch seiner dankbaren Be- Besuch auf Malta Von Or. Paul Rohrbach Genf, 6. Juli. (Europapreß.) Das französische Parlament tritt am Dienstag in Vichy zusammen. Der Saal des großen Kasinos von Vichy wird ihm als Versammlungsort dienen. Der Nattonalversamm- hing werden die getrennten Sitzungen des Senats und der Deputiertenkammer vorausgehen. Havas erklärt, Minister Laval habe die Initiative ergriffen, durch eine Nationalversammlung die parlamentarische Regierungsform aufheben und Marschall P6tain Vollmacht geben zu lassen, eine neue Verfassung zu verkünden. Frankreich müsse seine neue Regierungsform der der totalitären Staaten ungleichen, damit eine normale Zusammen a r b e 11 mit diesen zustande komme. Di- neue Verfassung solle keine Nachahmung sein, sondern dem französischen Cha- rakter Rechnung tragen. Sie solle sozialen Fortschritt ^Was" die strategische Bedeutung Maltas, insbesondere der Häfen von La Valetta, angeht, so genügte mir ein Blick von der Höhe der Festungswerke, um zu zeigen, daß La Valetta im Zeitalter einer Kriegführung von der Luft aus ein- fach eine Mausefalle für eine dort liegende Kriegsflotte ist. Während des abessinischen Konflikts wurde daher Malta schon seiner Bedeutung als Hauptbasis der englischen Mittelmeerflotte entklei- bet. Die größte Merkwürdigkeit auf Malta wie auf Gozzo sind die Bauten aus der Steinzeit, die teils ober-, teils unterirdisch angelegt sind und zwischen vier- und fünftausend Jahre alt sein mögen. Zu Anfang dieses Jahrhunderts baute sich ein Malteser in Hal Saflieni dicht bei La Valetta ein Haus. Als er die Ktzsieranlage im Felsboden aushauen wollte, fiel er plötzlich durch ein sich öffnendes Loch in die Tiefe, und man fand, in drei Stockwerken übereinander, eine Menge von Räumen, Gängen, Treppen, Grabkammem und Kult-Nischen in den Felsen eingearbeitet. In einem Raum liegt noch eine ungeheure Menge zerfallener menschlicher Knochenreste, schätzungsweise von 7000 Individuen. In einer der Kammern sah ich eine tief hinabreichende Höhlung in die Wand gehauen und erprobte die Anweisung des Führers, daß wenn man hier etwas hineinruft, ein hin und her schwingendes, dumpfes Geheul aus der Tiefe antwortet. Diese Stelle wird die Orakelkammer genannt. . ... Das Hypogaeum von Hal Saflieni ist die einzige bisher bekannt gewordene Anlage dieser Art auf Malta. Viel zahlreicher sind die oberirdischen Bauten. Am interessantesten habe ich die von Hagiar Kim und Mnaidra gefunden, die beide angesicht des Meeres an der Südküste liegen. Außer den Höfen und Korridoren sind ihnen eigentümlich zwei gegen- überliegende Apsiden, die offenbar irgendeinem Kultus gedient haben. Darauf deuten auch tischförmige Altäre. Die hineinverbauten Steinmassen sind gewal- ttg, es finden sich Blöcke von über 7 Meter Lange! In Hagiar Kim sind seltsame Statuetten gefunden worden, die teils halb, teils gar nicht bekleidete Frauen von einer ungeheuerlichen Fülle der unteren Gliedmaßen darstellen. Man hält sie für Ahnenbilder und die ganzen Anlagen für Stätten des Seelenkultus. Jetzt dröhnen über der Insel, die nacheinander Phönizier, Karthager, Römer, Germanen, Araber, den internationalen Ritterorden, Franzosen und Engländer gesehen hat, die italieni- schen Flugzeuge. Sie reden eine neue Sprache, die England Vesser zu verstehen gelernt hat, als je eine zuvor, und den Maltesern mag jetzt die Hoffnung winken, von der verhaßten englischen Herrschaft be- Jch war vor einigen Jahren auf Malta, und viel- i leicht könnte es jetzt, wo die Insel in den Mittel- i punkt der Ereignisse gerückt ist, von Interesse sein, - einiges von ihr zu hören, was nicht Gemeingut der üblichen Darstellungen ist. „ Man kann Malta eine „Insel der Kulturfolgen nennen, denn Malta selbst mit der großen Neben- l insel Gozzo war schon in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt, und seine prähistorischen Denkmäler gehören zu den merkwürdigsten der alten, vor-indogermani- schen Mittelmeerwelt. Zu Beginn der geschichtlichen Zeit gehörte Malta den Phöniziern und darnach den Karthagern. Später wurde es römisch. Der Dandalenkönig Geiserich und Theodorich der Ost- I gote waren auch Herren von Malta. Ihnen folg« Iten Byzantiner und Araber. Das lebendige Denkmal der Araberherrschaft ist die heutige Sprache der Be- I völkerung: ein arabischer Dialekt mit vielen itahem» I schen Lehnworten. Gegen Ende des Mittelalters verödete die Insel. Karl V. betrachtete sich auch als Iben Herrn von Malta und gab die aanze Inselgruppe dem Johanniterorden zum Lehen, als die Ritter sich vor dem Ansturm der Türken nicht länger auf Rhodos halten konnten. Formell wurde Malta damit ein Lehen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Natton. . Die Hauptstadt La Valetta hat ihren Namen von dem Johanniter-Großmeister Jean de la Palette, der den furchtbaren Angriff der Türken tm Jcchre 1565 siegreich abwies. Sultan Suleiman der Prächtige schickte eine gewaltige Flotte mit einer i Unzahl von Kanonen aus, um Malta, koste e’s, was es wolle, zu nehmen. Für das christliche Eu- ; ropa wäre es damals eine große Gefahr gewesen, - wenn Malta mit seinen mächtigen Festungswerken - ein türkischer Flottenstützpunkt mitten in der Passage aus dem östlichen ins westliche Mittelmeer I geworden wäre. Es hing an einem Haar, und der letzte entscheidende Sturm der Türken wäre ge- rchnung tragen. Sie solle sozialen Forficyritt bringen und dem Staat feine souveräne Autorität! ren Torpedobootszerstörern und Torpedobooten sowie einigen Unterseebooten im Hafen von Toulon ein gelaufen. Drei große französische Kriegsschiffe sowie einige leichte Einheiten sind auf Grund gesetzt worden. Von der „Bre«| tagne" sind 200 Ueberlebende vorhanden. Aus die „D u n f e r q u e", die „Provenc e" und die „Mo gador" entfallen 200 Tote oder Vermißte und 150 Schwerverletzte. Auf Grund der Ereignisse von Oran hat die deutsche Waffenstillst a n d s k o m m i s s i o n in UebereinfHmmung mit der italienischen Waffenstillstandskommission der । französischen Abordnung in einer Note davon Mitteilung gemacht, daß das Oberkommando der Wehrmacht bereit ist, die in Artikel 8 des Waffen- | ftiUftanbsnertrages enthaltene Forderung a u f Sie Einnahme KaffalaS. Mailand, 6.Juli. (Europapreß.) Die militärischen Operationen im Sudan stehen unter dem Befehl des Generals Frusci. Die Kämpfe um Kas- jala spielten sich teilweise bei einer Hitze von 5 5 Grad Celsius ab. Der Angriff begann um! 3 Uhr morgens. Von drei Kolonnen wurde die Stabt in einem umfassenden, über drei Stunden dauernden Kampf genommen. Dabei bewährte sich auch die Kavallerie. Ein Gegenangriff der Engländer wurde abgewiesen und die feindlichen Panzerwagen in die Flucht geschlagen. Vom englischen Gouverneur-Palast weht nun die italienische Flagge. Der faschistische Parteisekretär von Eritrea hat am Kamps teilgenommen und sofort eine faschisttsche Sektton in der Stadt gegründet. Kriegsverletzte Frontsoldaten des Weltkrieges, die in der Nattonalsozialistischen Kriegsopferversorgung zusammengeschlossen sind, haben unter dem Eindruck der gewaltigen Siege tm Westen 1540 000 RM. zusammengetragen und dem K r i e g s h i l f s w e r k für das Deutsche Rote Kreuz zur Verfügung gestellt als Dank der verwundeten Kriegsteilnehmer dafür, daß ihre Wehrmachtskame- raben das vollenden, was sie selbst im Weltkriege begonnen haben. Wie bas schwebische Außenministerium bekannt gibt, haben burch bie Einstellung ber Feinbseligkeiten in Norwegen bie Einschränkungen im Durchgangsverkehr von unb nach Norwegen aufgehör t Von jetzt ab können alle Arten von Waren auf ben schwedischen Eisenbahnen transportiert werben. Gleichzeitig wirb bie Erlaubnis zur Durchreise von Personen gegeben werben, bie ber beutschen Wehrmacht angehören, vor allen Dingen für auf Urlaub reifenbe Solbaten. ♦ „Göteborgs Morgenposten" meldet aus London, ber s o w jetrussi s che Botschafter habe in Unterredungen mit bem britischen Außenminister und mit Churchill Aufklärungen über bie englisch-französischen Pläne eines Bombenangnfses auf die russischen Delfelber verlangt, die durch das 6. Deutsche Weißbuch enthüllt worden sind. ♦ Nach bem Moskauer Rundfunk hat die neue rumänische Regierung gegen 30 Ausländer, die bisher die englischen Petroleuminteressen in Rumänien führend oertraten, Ausweisungsbefehle beschlossen. Sie sollen innerhalb 24 Stunden das rumänische Gebiet verlassen. ♦ Der Vollzugsausschuß ber inbischen Kongreßpartei nahm eine Entschließung an, in ber er von Großbritannien bie unmißverständliche Erklärung verlangt, baß es Jnbien volle Unabhängigkeit gewähren werbe unb als ersten Schritt eine provisorische Nationalregierung innerhalb der , Zentralverwaltung einfetze. Gens, ------- —. , ralität teilt mit, daß zwei bereits abgerüstete Ge schwader Marineflugzeuge wieder rearmiert wurden und Gibraltar angegriffen haben. Auf den im Hafen liegenden englischen Kriegsschiffen wurden Treffer festgestellt. Aus einer Mel- durch des französischen Nachrichtendienstes geht hervor, daß das britische Geschwader, bas die französischen Kriegsschiffe im Hafen bei Oran angegriffen hatte, nach Abbruch des Gefechts mit Volldampf bem Hafen d an ©ibraltr zueilte. Die britischen Behörden räumen nunmehr mit aller Hast Ein prophetischer Franzose. Im Jahre 1899 ließ ber Franzose I. PhUipP ! Anold in Paris ein Buch erscheinen, bas ben Titel trug- „A quoi tient la superiorite des FranTm = Französischer Luftangriff ansSiöraNar. ..................... , ... Rom 6. Juli. (Europapreß.) In Washingtonl Gibraltar von den Resten der dort noch verbliebeverlautet,' daß bie französische Besatzung von Mar- nen Bevölkerung. * tinique von britischen KriegsMssen Aus Tanger wird gemeldet, die f r a n z ö s i s ch e n "*** Das Verbrechen von Oran. einige kleine Kriegsschiffe des .Kolonialdienstes auf, Britischer Bombenangriff tfKU auf die beretts wehrlose „Dunkerque" Fluazeuae seien bereits montiert und flugbereit. Da Genf, 7. Juli. (DNB.) Die ftanzosische Admira- Marttnique innerhalb der amerikanischen Sicher-1 Ktät teilt mit, baß bie bei Dran gescheiterte ,Lun- > h e i t s z o n e liege, befänben sich in ben Gewässern xerque", die bereits schwere Beschädigungen erlitten auch zahlreiche amerikanische Kriegsschiffe, bte ben „on britischen Fliegern bombar- Schutz dieser Zone wahrzunehmen^ hätten. Die bigrt wurde. Dabei wurde die Brücke des Schis- Blockade von Martinique stellt, wie „Popol^ bi tzie sie umgebenden Rettungsboote von den Roma" unterstreicht, ein typisch englisches englischen Fliegern burch Maschinengewehrfeuer be- Unternehmen bar, bas wieber einmal bie echt eng- Erichen, wobei mehr als 2 0 0 sranzosische tische Mentalität verrate. Frankreich habe nach Seeleute den Tob fanden. Die Admiralität Kriegsausbruch Goldreserven von rund einer fügt daß man nicht den Zusammenhang sehe Milliarde Dollar dort in Sicherheit gebracht, und zwischen diesem feigen Angriff auf die Besatzung des hierauf habe es Albion in feiner Habgier abgesehen. Schiffes, die dem ehemaligen Verbündeten so große V drückt ist „New York World Telegram" r.n Torvebobootszerstorern unb Torpebobooten sowie kommt zu dem Schluß, daß die Monroe-Doktrin | auch für England verbind!ick ftt und dah^ England daher nicht das Recht besitzt, sich mit Gewalt der französischen Kolonialbesitzun-gen zu bemächtigen. General Johnson zählt alle Verletzungen der Monroe-Doktrin auf, die England begangen hat oder zu begehen versuchte: Der Versuch einer teilweisen Annektierung Venezuelas, die Verletzung der Hoheitsrechte Argentiniens und Guatemalas durch die Inbesitznahme der Falkland-Jnseln und Belices. „Die Engländer wollen Belice und die Falkland-Jnseln aus denselben Gründen halten, aus denen sie Gibraltar und Suez genommen haben", sagt General Johnson. United Preß meldet, fern-Ins ein n^aa r Hn°i qVe beordert wordm I Ab Hstu'n g^der französischen Kriegsflotte vor-1 eien um festzustellen, ob England tatsächlich läufig auszufetzen. , $".niiÄr?“S;em,hr Washington bekannt gewordenen Gerüchte dieser Art fraflCtt fCIttC dNnscheN örOCtt tt1Cl)r. S er* Bern.«. JuL (DNB.) Die französische ^ira. zösis^n Schicen die D8A.°Schiftahrt zu warnen. I t.t^st^ben^ftSeeoffizieren verboten, Gut erhaltener Verkäufe Kinder- UMet wa!sen mit Matratze zu t , verkaufen. 02373 verkauf. 023: verkaufen. 02373 02374 Liebigstr. 64 V. Bruchstr. 12 V. MilMMUWl w schönes Geschenkbuch Ein Gießen, den 8. Juli 1940. 3160D Musik: Bernd Scholz Heute Montag Erstaufführung Lichtspielhaus ein. 3162Ö Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. 3158 A FAHRT'« LEBEN Ursula Herking Ernst Schröder EIN FILM DER BAVARIA-FILMKUNST Hedwig Bleibtreu Ruth Hellberg Karl John Karl L. Schreiber Karl Küchel Maehl. Likörfabrik, Metzen, Hinden- burgwall 10. in in *) für Jungen und Mädchen! Werbeblatt mit Leseprobe Kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Hugo Vermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Vornehm/ Geschmackvoll/ Persönlich 1 Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige l ist wieder geöffnet! (02375 Üla(on5®äfer,£öroengaffe20 und fuhren dann in südöstlicher Richtung über Cambrai nach Hirson, dicht an der belgischen Grenze. Nur wenige Tage Ruhe hatten wir hier, dann ging es weiter auf Rethel zu: der Sturm auf die Weygand-Linie begann. Wieder brüllten die Geschütze! Um Laon und Soissons zerbrach die französische Front. Die feindlichen Flieger wagten sich nur in der Nacht heraus und warfen sinnlos in der Dunkelheit ihre Bomben.- Bei Chateau-Porcien überschritten wir die Aisne und den Kanal. Dunkel war die Nacht und gefahrvoll der Uebergang. In endloser Folge rollten die Kampfwagen der schnellen Verbände über die Brücke, begleitet vom „Feuerwerk" der deutschen Flak, die uns ein großartiges Schauspiel bot. Reims geriet in Gefahr, Chalons fiel; der deutsche Vormarsch war auch hier unaufhaltbar. Je mehr die feindliche Front ins Wanken geriet, desto ungeheuerlicher wurde unser Vormarsch. Wir arbeiteten im Schweiße unseres Angesichts, Leitungsbau von 30 Kilometer und mehr war an der Tagesordnung.' Dann gab es wieder Tage, an denen wir 50, 80, ja über 100 Kilometer mit unseren Fahrzeugen vorstießen. Fei St. Etienne und Marson durchfuhren wir die Marne-Schlachtfelder von 1914, über die Marne selbst legten wir unser Kabel. Der Vormarsch unserer Panzerverbände der Marne entlang- aber war so schnell und gewaltig, daß wir einmal mit unserer Leitung sogar zu spät kamen. Obwohl wir im schnellsten Tempo motorisiert gebaut hatten, waren die Gefechtsstände beim Erreichen unseres vorgeschriebenen Zieles schon wieder weiter verlegt. Bei Marson tauchten am Hellen Tage nach langer Zeit auch wieder — von uns bestaunt — feindliche Flieger auf. Sie warfen uns einige Bomben fast auf die Köpfe, verdufteten dann aber schnell Oer Oevchhe Automobil-Club e.D Gau 3 Heften Stemp e l, Gan-f-Ährer gefällt den meisten Kindern in Siebold's Buch*) am besten, und sie wünschen sich — wie auf Grund vieler Zuschriften bekannt wurde — noch mehr derartige Bücher, denen Freude an allem Lebendigen Wald und Flur vermittelt wird. BUCH UND SPIELLEITUNG: BERND HOFMANN Eine Frau, verwickelt in eine unangenehme Affäre, stellt die Freundschaft von vier jungen Leuten auf eine harte Probe. Wie aber diese Jungens sich in diesen Stunden benehmen, das ist von großer Eindringlichkeit. Neueste Ufa-Ton-Woche Am 20. Juni fiel in Hadem Kampfe Miich Orleans für Führer und Dolk OOAC-Ortsgruppenführer Walterkempff Anteroffirtcr in einem Infanterie-Regiment Mit lhm ist einer unserer besten Ortsgruppenführer aus unseren Reihen geschieden. Oer Aufbau der Ortsgruppe Gießen wird unlösbar mit seinem Ramen verbunden bleiben. Sein Tod ist unsVerpflichtung. Wir werden sein Andenken in Ehren haiten. Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat. Eine naturkundliche Fugenderzählung für Jungen und Mädel von etwa 9-15 Fahren. Mit 135 S. Text und 8 Tafeln mit Naturaufnahmen. 3n Leinen geb. Schutzumschlag RM. 2,85 in den Wolken. Das waren so ziemlich die letzten, die sich bei uns sehen ließen. Dafür sahen wir aber auf unserem weiteren Vorstoß, der an einem einzigen Tage von Wassy über Langres in die Nähe von Dijon führte, immer größere Züge von Gefangenen, die ihrer Sammelstelle zugeführt wurden. Von hier über die Feste Besan^on in nordöstlicher Richtung vorstoßend, kamen wir bis kurz vor Belfort. Bei Belfort liegt das Fort Hericourt. Wir hatten, am 35. Tage der großen Operation den Auftrag, von hier eine Leitung weiter vorzutreiben. Mit zwei Zügen wollten wir diesen Auftrag erledigen und fuhren, obwohl rings umherliegende im Kampf gefallene Franzosen nichts Gutes verhießen, in die Stadt. Nichts regte sich; — am Eingang des Ortes stehende Menschengruppen gafften uns an — bis die Straße menschenleer wurde. Plötzlich belferte aus einem Hause hinter fast geschlossenen Fensterladen heftiges Maschinengewehrfeuer. Aus anderen Ha>^ fern fielen ebenfalls Schüsse. Tödlich getroffen brach ein Kraftfahrer neben unserem Zug-Leutnant am Steuer zusammen. Wir griffen zu unseren Waffen, brachten einige Maschinengewehre in Stellung, und gingen langsam hinter unseren Fahrzeugen vor. Einige Kameraden, die heute das E. K. Ziert, sprangen in die Häuser, räumten auf und holten die erften Gefangenen heraus: Franzosen, Polen, Tschechen, die sich zum Teil der Uniform entledigt und m Zivilkleidung geschlüpft waren. Nach heftigen Kämpfen hatten wir rund 50 Gefangene zusammen. Dann kam Verstärkung durch schwere Waffen; wir konnten uns zurückziehen. Zwertote Kameraden nahmen wir mit zwei weitere opferte eine andere Nachrichtenkompanie, die zu unserer Unterstützung mit herangekommen war. Bis zum Abend donnerten dann die Geschütze. Nach und nach wurde der Gegner aus den Häusern geholt. Rund 700 Gefangene wurden nach dem hinterhältigen Ueberfall gezählt. Auf einem Heldenfriedhof bei Belfort setzten wir am anderen Tage unsere Toten bei und erwiesen ihnen die letzten militärischen Ehren. Gefreiter Otto Schober. Gtraßenkampf in Hericourt. Polen und Tschechen hinter Jensterläden.-Von Lille über die Aisne nach Belfort. An der Front, im Juni 1940. Kaurn hatte Lille, die starke französische Festung, mit ihrer Ausgabe die Vernichtung der semdttchen Nordarmee endgültig besiegelt, erhielten wir Nachrichter, die in Siegeslauf der deutschen Heeresgruppe ihr bestes Können hergegeben hatten, neuen Marschbefehl. Während die Franzosen sich bemühten, mit dem Aufbau der inzwischen kläglich Zusammen- gebrochenen Weygand-Linie ihrer eigenen Zuversicht einigermaßen Halt zu geben, besorgte hier im Norden deutsche Gründlichkeit die feste Sicherung des eroberten Landes. Während die französische Negierung mit der Wundermacht einer ihrer Feldherrn für den weiteren Verlauf des Krieges rechnete erweckte deutsche Tatkraft die Ruinen der Schlachtfelder zu neuem Leben. Das Dröhnen der Geschütze war verstummt hier oben; es wurde wieder gearbeitet. Langsam flutete die geflohene Bevölkerung wieder in das Land zurück. Im schnellen Vorstoß nach Süden durchfuhren wir noch einmal die uns aus eigenem Erleben bekannten Kampfstätten. Ueber den La-Bassee-Kanal, wo Tage zuvor der Feind verzweifelten Widerstand geleistet hatte, führten wieder von unseren Pionieren erbaute Brücken. Deutsche Feldgendarmerie regelte überall den Verkehr. La Bassee, arg mitgenommen und zerschossen, zeugte von schweren Kämpfen; im Jndustne- qebiet um Lens pulsierte'schon wieder reges Leben. Und noch einmal sahen wir Arras, mit gewaltigen Gefangenenlagern. Hier hatten wir unsere eigentliche Feuertaufe erlebt; hier erhielten wenige Tage zuvor einige von uns die ersten Eisernen Kreuze der Abteilung. Wie vernichtend wurde hier der Feind geschlagen! Wir nahmen stillen Abschied von dieser Stadt im Gedenken an unsere gefallenen Kameraden Keine Ursprungszeugnisse. wndern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beließen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anfchttst des Bewerbers trogen! Suche zu mögt, sofort einen gewissenhaften Arbeiter evtl, in Dauerstellung. 023761 Apoth. Habrich, Gießen, Schulstraße 1. Wir stellen noch einige im™ Wir erfüllen hiermit die schmerzliche Pflicht, unseren Clubkameraden Mitteilung zu machen, daß unser lieber Ortsgruppenführer Walter Kempff Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment auf dem Felde der Ehre am 20. Juni bei Orleans gefallen ist. Herr Kempff hat die Gießener Ortsgruppe des Deutschen Automobil-Clubs seit Gründung und nach Überführung des Oberhessischen Automobil-Clubs zu Gießen in vorbildlicher Weise und in bester Kameradschaft mit allen Clubkameraden geführt. Sein aufrichtiges und liebenswürdiges Wesen und seine Sportbegeisterung ist allen Clubkameraden in Erinnerung. Alle, die wir ihn kannten, sind von großer Trauer erfüllt und werden ihn in bestem Andenken behalten. Der Deutsche Automobil-Club (DDAC.) Ortsgruppe Gießen Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Mutter Gießen (Landmannstraße 19), den 8. Juli 1940. 3161 D im Alter von 84 Jahren am 6. Juli zu sich zu nehmen. In tiefem Schmerz: Anna Staubach. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 9. Juli, um 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. Frau Maria Staubach Wwe geb. Wöll Oie Ernährung -er Kriegsgefangenen. Die gewaltigen Zahlen der Kriegsgefangenen geben zu mancher Erörterung Anlaß. Von privater Seite ist die Gesamtzahl auf über zwei Mil- li nen geschätzt worden, doch ist nicht zu übersehen, daß in der Zwischenzeit auch sehr viele Ent- lassungen aus der Gefangenschaft erfolgt sind. Das gilt von den Holländern und Norwegern, aber auch von einem großen Teil der Polen. Jedenfalls wird uns die Ernährung der Kriegsgefangenen keine Schwierigkeiten machen. Der Ernährungshaushalt eines Volkes von 86 Millionen läßt genügend Spielraum, um auch neu hinzutretende Verpflichtungen zu übernehmen. So konnte im Vorjahre die Eingliederung von 3 Millionen ostober- schlesischen Verbrauchern ohne weiteres erfolgen, obwohl aus den neuen Ostgebieten kein Ernährungsüberschuß zu erwarten war. Auch die Kriegsgefangenen brauchen also nicht zu hungern, zumal ein Teil von ihnen in der Landwirtschaft tätig ist, also mit der Erhaltung der Nahrungsgrundlagen beiträgt. Uebrigens werden viele der Gefangenen des westlichen Kriegsschauplatzes zur Arbeitsleistung an Ort und Stelle verbleiben, und nur ein Teil findet seinen unfreiwilligen Weg ins Reich. In der ersten Zeit kommen die großen Vorräte, die in den feindlichen Magazinen erobert wurden, auch dem Unterhalt der Gefangenen zugut. Aus diesen gestapelten Vorräten werden auch die Speisungen notleidender Bevolke- rungsteile in den besetzten Gebieten bestritten. Hauptfchriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter MB Hauptichristleiters: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich für Poltt^ Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, BrovA und Wittschast: Ernst Blumschein (beurlaubt); t. V.: Heinrich Ludwig Neuner; für Spott: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Untverfitätsdn,ckerei R. Lange RJB. «erlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: HanS Be«. Verantwortlich für den Inhalt der Anteigen: Theodor Kümmel Bl-Nr.s. Utidisloflen^ für iurtümalfoiio8Wthc\^ VoUvwokifalirt W, Jnjeder Serie \ 1MHIK Gewinne und Prämien PALAST Giessen Heute Montag nur 4 Uhr nachm. ab Dienstag täglich: M X W H ... Paul Dahlke HüdeWeissner, Viktoria von BaDasko, Älbext Hehn, Harald Paulsen, Ellen Bang, Will Dohm Musik: Werner Eisbrenner Spielleitung: Erich Waschneck Ein Ufa-Kriminalfilm der interessanten Besetzung und großen schauspielerischen Leistungen Neueste Ufa-Ton-Woche Waffenruhe im Westen 81oaA Täglich 4, 6, 8.15 Uhr, Sonntags 3, 5.30, 815 Uhr Montag, 8. Juli 1940 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Ur. (59 Zweites Blatt von dienst teilgenommen hatte, Worte der Anerkennung an die Wehrmänner. Er betonte, daß er von pem, was er heute gesehen, vollständig befriedigt fei, und daß die Ausbildung durch die SA., der ja nach Vorschrift die vormilitärische Wehrerziehung übertragen sei, einen Stand zeige, der als gut zu bezeichnen sei. Durch diese vorbildliche vormilitärische Wehrerziehung leiste die SA. dem Heere gute Vorarbeit und erleichtere der Wehrmacht in hohem Maße ihre Ausbildungsarbeit. Auch der Führer der Standarte sprach sich lobend über die von den Unterführern geleistete Ausbildungsarbeit aus. Die heutige Besichtigung der Wehrmannschaften habe ihm hinsichtlich ihres Ausbildungsstandes und ihrer Disziplin im allgemeinen bewiesen, daß die Wehrmänner den Sinn dieser vormilitärischen Ausbildung erfaßt hätten. Schließlich, so schloß er, tue der einzelne dies alles nicht für sich, sondern zum Wohle unseres gesamten Volkes und des Großdeutschen Reiches. Der Spielmannszug, der ebenfalls den Uebungs- marsch am Vormittag mitmachte, sowie der Musikzug der Standarte hatten vor der Volkshalle Aufstellung genommen, und mit klingendem Spiel ging der Einmarsch über Kaiserallee, Ludwigstraße, Bleichstraße, Seltersweg und Sonnenstraße durch die Stadt. Mit einqm schneidigen Vorbeimarsch vor dem Führer der Standarte auf dem Landgraf-Philipp- Platz schloß der Tagesdienst der Wehrmannschaften des gestrigen Sonntags. heran. Wahrt wie bisher auch in den letzten Tagen Disziplin und handelt nach den gegebenen Richtlinien. Die Rückkehr kann nur mit dem Heimkehrer- ausweis, den Sie von der Kreisleitung erhalten, vorgenommen werden. Wer noch nicht zur Heimkehr aufgerufen ist, fährt auf eigene Verantwortung und hat alle entstehenden Nachteile und Unannehmlichhaltende Wirkung! Ich dachte manchmal darüber nach. Nach dem 1870er Krieg mag wohl das urdeutsche Wort „urbar" aus dem Munde eines deutschen Regierungsoertreters den Ohren des aus ranzösischen Verhältnissen übernommenen Maires, dessen Herz Deutschland gehörte, wie Aeolsharfen geklungen haben. Schillersdorf liegt nämlich im sogenannten Hanauer Ländchen, dessen Einwohner ihr Deutschtum und ihre Anhänglichkeit an Deutschland am längsten bewahrt hatten. Wie mir m Ingweiler erzählt wurde, ist im Jahre 1870, als sich nach der Schlacht von Wörth die ersten deutschen Truppen dem Dorfe Schillersdorf näherten, der Maire mit weißgekleideten Jungfrauen blumengeschmückt den Bataillonen entgegengezogen, um sie willkommen zu heißen. Das war unser Bürgermeister! Das wollen wir chm nicht vergessen. Ferd Mayer. Am gestrigen Sonntagvormittag waren auf dem Hofe der Standarte 140 Wehrmänner und 75 SA.- Unterführer der Stürme 11/116, Pi. 1/116, Pi. 2/116, R. 41/116, 42/116 und 43/116 zum Ganztagesdienst angetreten. Zum ersten Male waren die Wehrmänner zu diesem Dienst einheitlich uniformiert und ausgerüstet. Auf dem vorderen Trieb, wo auch die Meldung an den Führer der Standarte 116 erfolgte, wurde der Dienst mit Formalexerzieren, Dreieckzielen, Schießen, Ordnungsübungen und Keulenwett- und -Zielwurf begonnen. Nach kurzer Pause fand em Uebungsmarsch über Rödgen-Trohe-Wieseck, zuruck zum Trieb, statt, wo der Marschblock nach der Mittagsstunde eintraf. Unterdessen hatte die Küche für die Männer ein sehr schmackhaftes Eintopfesien gekocht, das im Garten der „Germania" eingenommen wurde und allen gut mundete. Dann wurde der Dienst fortgesetzt. Auf dem Hinteren Trieb waren für die geländedienstliche Ausbildung die Stationen für Orientierung, Tarnung, Entfernungsschätzen, Geländebeschreibung, Gelande- beurteilung, Zielerkennung und Zielansprache ausgebaut worden. Auch hier zeigte sich, wie bei den Uebungen am Vormittag, ein guter Ausbudungs- ftand. Anschließend sammelten sich Wehrmann- chaften und SA.-Unterführer zum Abmarsch. Vor der Volkshalle richtete der Vertreter der Wehrmacht, Major Graf zu Münster, der zusammen mit dem Vertreter der Schutzpolizei, Major der Schutzpolizei Hellwege-Emden, an dem gesamten Tages- »Hochzeitsreise ohne Mann." Das Stadttheater sah am vergangenen Samstag ein volles Haus. Die NSG. „Kraft durch Freude hatte zu zwei unterhaltsamen Stunden emgeladen. Die Aufführung für diesen Sommerabend war ebenso auf den heiteren Ton gestimmt, wie die bisherigen Abende der Sommerspielzeit. Das Lustspiel ,,Hvch* zeitsreise ohne Mann" von Leo Lenz erwies sich m der munteren Konversation, wie auch in einer wohlbedacht bemessenen Dosis Situationskomik als sehr lebendig und verfehlte seine Wirkung nicht, zudem sich der Verfasser des Lustspiels mancher bekannten und wirkungsvollen Praktik bediente. Es ging darum, einen Junggesellen in den besten Jahren weiblichen Reizen zugänglich zu machen und unter die Hauve zu bringen. Nach mancher kunstvoll heraufbeschworenen kritischen Situation gelang dies auch, und dabei wurde mit dem ganzen Manöver sogar noch eme Wette gewonnen. Daß sich zum Schluß zwei glückliche Paare in den Armen lagen, versöhnte den größten Teil des Publikums mit der Frivolität emer Wette um Liebe, um Mann und Frau. . Das Lustspiel erfuhr eine lebendige, doch maßvoll und glücklich im Ton gehaltene Aufführung. Die Regie führte Hans Albert Schewe. Laumge Dialoge und witzige Wortspiele halfen dem Stück gut durch seine drei Akte. ketten selbst zu tragen. Wer im Besitz eines Personen- oder Lastkraftwagens ist, meldet dies sofort der ö.reisamtsleitung der NSV., Gießen, Goethestraße 34, Fernsprecher Gießen 2264 und 2297. Wer eine Einberufung zur Vorbereitung der Heimkehr erhält, darf Familienangehörigen und größeres Gepäck vorerst nicht mitnehmen. Die Anweisungen und Richtlinien erfolgen rechtzeitig in den Tageszeitungen. Vergeßt nicht die erforderlichen Abmeldungen (Polizei usw.) vorzunehmen. Heil Hitler! Backhaus', Kreisletter. Keller zu schaffen. ' In einer guten Stunde haben sie bte Arbest geschafft. Frau Richter kommt gerade dazu, als der lange Friedrich mit einem Besen die Sttaße säubert. Sie betrachtet ihn verwundert, dann kommt ihr der Gedanke, es könne eine Verwechslung mit den Kohlen passiert sein. Aber es ist keine Verwechslung, es ist nichts anderes als die tatgewordene HausgemeM- schaft, die sich hier so großattig zeigt. Daß allerdings der lahme Schuster den Anstoß dazu gegeben hat, das erfährt Frau Richter erst später. Nichtsdestoweniger ist ihre Freude auch dann noch groß über den Geist, der die Hausgenossen und die Nachbarschaft so sehr beseelt, daß über das mühsame Hereinschaffen einer Fuhre Kohlen nicht mehr geredet zu werden braucht. H- w- Sch- trat, die Theater und die größten Konzertsale so zu füllen, daß oftmals die polizeiliche Schließung veranlaßt werden mußte. Für den Schallplattenkenner wie auch für den Rundfunkhörer bedeutet diese Ankündigung die Begegnung Mit einer charmanten Frau, die man bisher nur der Stimme nach kannte. Ähre Programmhefte nennen beliebte Schlagertexte wie „Bel Ami" und „Oul Madame und noch ein Dutzend Lieder, spanische, porttrgie- stsche, italienische; aber die ungenannten, die sie als Zugaben singen muß, die sich das Publikum am Schluß des Abends förmlich erbettelt, konnten stets noch ein zweites Programm Men. BOM.-llntergau 116 Gießen. BdM.-Werk^Gruppe la/116 — Sport und Gymnastik. Der Dienst der Gruppe findet bis auf weiteres jeden Dienstag um 20 Uh, auf dem Waldsportplatz statt. Monatsappelle der Soldatenkameradfchasten. Appell der Artilleristen. Zu mehreren Schützen gingen wir m langer Lime 1 über die Felder. Als ich gerade die Schillersdorfer . Straße überkreuzte, kam der Schillersdörfer Burger- । meister daher. . r, ,AH, der Herr Mayer", rief er mir schon von weitem zu, „wie geht's? Mer brücht net zu froje Inne geht's göt. Meh Mann sin Ihr worre, meh Mann' Was macht der Babbe? Gehts ihm got. Ja, ich kenn' de Babbe göt. Anno 71 Ich er kumme mit noch ändert Herre un het unsere Gemeindewald ,urbar’ gemacht. Ja, ,urbar’ Han se ne gemacht. Herr Burjemeischter, het er g'seit, wie er kumme isch, ich kumm, um Ihre Wald ,urbar ze mache. Ja so het er g'seit, ,ürbar' het er g seit. Un saawe Se ihm vill Schöns vom Burjemeischter von Schillersdorf. Adje, Herr Mayer, adje!" Ich mußte doch lächeln un Wetterschreiten. Die Wirkung des Wortes „urbar" auf den Bauern war ja geradezu phänomenal. f Nach weiteren drei Jahren war ich als Forstreferendar nach Ingweiler zur Treibjagd geladen. Nach der Jagd hoben nur beim Letzte Charles etz- liehe Muskateller. Das Lokal war überfüllt Durch Zuschammenrücken bekamen wir noch ein Plätzchen. Mein Gegenüber lag mit dem Kopf über den Armen M dem Tisch und schnarchte Plötzlich rich ete er sich auf. Siehe da! Es war der Bürgermeister von Schillersdorf. „ . . . < „Guten Abend, Herr Bürgermeister , sagte ich verglasten Augen glotzte er mich lange, lange an, ohne mich zu erkennen. Dafür war er zu duhn. Ja, mehr noch, stinkevoll war er. Er kam, wie ich hörte, öfters nach Ingweiler zum Letzte Charles, wen er feinen Amtsärger hmunterspulen mußte. Man sagt, der Fuchs mause nicht in der Nahe seines Niues, er schnüre weiter. So hielt s wohl ; auch unser Bürgermeister . Immer noch sah er mich nut wirrem Blick an. • Dann sank sein Haupt auf den Tisch zurück. (Eine i Jdeenoerbindung mußte aber doch m seinem bedrn t selten Bewußtsein vor sich gegangen sem. Plötzlich - sagte er ganz laut und vernehnümr: „urbar und schnarchte weiter. _ i Die anderen verstanden ja nicht, was das heißen i sollte. Ich aber hatte eine unsagbare Freude am - Schillersdorfer Gemeindeoberhaupt. Woher kam wohl diese außerordentliche, lang an- Jm hessischen Hof" fand unter dem Vorsitz Kameradschaftsführer Müller der Monatsappell der ehemaligen Artilleristen statt. Der Kameradschaftsführer gedachtet der glänzenden Erfolge der deutschen Wehrmacht, wies auf die bevorstehenden großen Etscheidungen hin und brachte auf den großen Feldherrn und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler, dessen Soldaten und aus das deutsche Volk ein dreifaches Sieg-Heil aus. Sodann berichtete er von der letzten Besprechung der Kameradschaftsführer mit dem Kreiskrieger- führer. Hierbei wurde dem Fechtwart Kamerad Faber für feine guten Erfolge eine lobende Anerkennung ausgesprochen. Kamerad Faber hat der Kameradschaft die WHW.-Abzeichen nut den Fahnen der deutschen Truppengattungen, wie sie bei einer früheren Strahensammlung zum Vertrieb kamen, geschenkt und diese auf einem großen Eisernen Kreuz untergebracht. Dafür wurde chm besonderer Dank ausgesprochen. Die Kameradschaft führt ihre Schießübungen fort und beteiligt sich auch an dem Kreiswettkampfschießen. Der vorgesehene Dorttag von Kamerad Oberstudiendirektor Angelberger mußte wegen besonderen Umständen ausfallen. Für ihn sprang Vg. Kostorz von den Heimattreuen Ostdeutschen ein, der zunächst allgemein vom ostdeutschen Raum von Tilsit bis Oderberg dann von Schlesien und schließlich von Oberschlesien erzählte. Seine Ausführungen waren deshalb sehr interessant, weil er die Beziehungen von Gießen und Oberhessen Mit dem Eine Fuhre Kohlen. Am Vormittag hat der Fuhrmann die Kohlen gebracht. Nun liegen sie vor dem Haufe und glänzen im Hellen Licht der Sonne. „Schöne Arbeit', sagt der Bäckerlehrling, als er vorübergeht. Es ist m der Tat eine ordentliche Fuhre, und der wird schön zu schwitzen haben, der sie in den Keller bringen muß. Aber Frau Richter hat noch keine Hand dazu rühren können. Sie geht tagsüber zur Fabrik, während ihr Mann irgendwo im Westen seinen Dienst versieht. „Ob ich mich heute nachmtttag freimache?" überlegt sie, während sie in der kurzen Mittagspause ihr Essen herrichtet. Aber dann verwirft sie den Plan, als sw daran denkt, daß die eilige Arbeit in der Fabrik liegen bleiben muß. Vielleicht kommen überhaupt beiden Jungen heute mal zeitiger aus der Werkstatt nach Hause, dann wird das Hereinschaffen noch schnell genug vor sich gehen. Die Kinder der Nachbarschaft spielen am Nachmittag mit den Kohlen, die zum Spielen auch geradezu herausfordern. „Laßt das sein", ruft ihnen indessen der lahme Schuster zu, der von seinem Schemel am Fenster gerade das Stückchen Straße überschauen kann. Die Kinder ziehen maulend ab, was den Schuster nicht hindert, weiter eifrig aufzupassen. Er besorgt das so gründlich, daß ihm nichts entgeht, was sich auf der Straße bewegt. Auch daß der lange Friedrich von der Schicht nach Hause kommt, hat er rasch bemerkt. Mit einem Leisten pocht er gegen die Scheibe und veranlaßt den langen Friedrich auf diese Weise, in die Werkstatt zu kommen. „Ihr habt doch da drüben in eurem Hause eme ganz gute Gemeinschaft, oder nicht?" fragt der Schuster, während seine Augen unter der Brille her funkeln. „Freilich", erwidett der lange Friedrich, „aber deshalb brauchst du mich doch nicht zu rufen. Der Schuster läßt ihn aber nicht weiter.zu Worte kommen, sondern setzt ihm die Notwendigkeit auseinander, der Frau Richter nachbarliche Hufe zu leisten. „In einer halben Stunde kommt Heinrich Niemann nach Hause, und wenn ihr beide dann in die Hände spuckt, ist über die ganze Sache nicht wehr viel zu reden. Was meinst du?" Der lange Friedrich meint nicht viel, er geht erst mal zum Essen, aber eme Stunde später sieht man ihn tatsächlich mit Heinrich Niemann dabei, die Kohlen der Frau Richter in den Dornotizen. Tageskalender für Montag. NSG. ,Kraft durch Freude": 20 Uhr im Gloria- Palast (Seltersweg): Rosita Serrano, Lied- und Chansonsängerin, mit Kurt Hohenberger und seinen Solisten. — Volkstümliche Vorträge der Ludwigs- Universität: 20.30 Uhr im Physikalischen Institut, Stephansttaße 34, Professor Dr. Vollrath über „Krieg und Frieden, unter besonderer Berücksichtigung innerbritischer Zifitände"; 20.30 Uhr un Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Professor Dr. Rauch über „Deutsche Dome 11 (@otit)". — Gloria-Palast (Seltersweg): Nur 16 Uhr „Kennwort Machin". — Lichtspielhaus (Bahnhofittaße): „Fahrt ins Leben". Heute abend singt 2Rofifa Serrano. Am heutigen Montagabend wird die bekannte chilenische Liederfängerin Rostta Serrano im Gloria- Palast ein Gastspiel geben, das von der N S. - G e - meinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet und sicherlich lebhaften Anklang finden wird. „Rosita Serrano singt!" Diese drei Worte genügten bisher in allen Städten, in denen sie auf- Dem ursprünglich weiberfeindlichen, moralisierenden und schüchternen Kunstgeschichtsprofessor lieh Hans Geißler sympathische Züge. Er stattete die Rolle mit allem aus, was in der Wandlung vom Weiberfeind bis zum glücklichen Bräutigam von ihm zu verlangen war. Hannelore Hinkel war ihm eine geschickte, fintenreiche, liebenswürdige und schlag- ertige Partnerin, die in den entscheidenden Augen- ilicken auch ihre weiblichen Verführungskünste spielen zu lassen wußte. Hilde Kneip erschien zunächst als sittenstrenge Studienrätin, wandelte sich aber m er- taunlich kurzer Zeit zu einer modernen. Hingen Dame, die im Laufe der Geschehnisse auf gute Weise an den Mann kam. Harry Grüneke stellte den Freund des Professors und den Spiritus rector für all das gefühlsmäßige und tatsächliche Durcheinander des ganzen Spiels dar und wußte sich m semer Rolle gut nach allen Seiten zu drehen. Herr Volck mimte in liebenswürdiger Munterkeit den alten verständnisvollen Diener Sebastian, während Herr Schewe als vermeintlicher Gatte der weiblichen Hauptperson des Stückes nur ein ganz kurzes Gastspiel auf der Bühne gab. Die Zuschauer gingen dankbar nut, kargten Nicht mit Beifall und hatten viel, laut und herzlich zu lachen. H. L. Neuner. Oer Engel in der Mauser. Kaiser Leopold L besuchte eines Tages das Kloster der Barfüßer Augustiner in Wien. Er ließ sich vom Prior alle Räume zeigen und schließlich kamen sie auch in die Klosterkirche, in der sich ein Gemälde befand, auf dem der Maler eine Anzahl von Engeln dargestellt hatte, die auf der alttestament- liehen Jakobsleiter vom Himmel niedersteigen. Der Kaiser bettachtete das Bild lange Zeit und wandte sich dann an die Versammelten: „Sagt mir doch, wie es kommt, daß die Engel auf einer Leiter herab steigen, da sie doch Flügel haben? Alles war stumm. Selbst der Prior wußte sich nicht zu helfen. Da trat der Novize Abraham a Santa Clara hervor und sagte: „Halten zu Gnaden, Majestät, die Engel werden damals just in der Mauser gewesen sein." Leopold I. lachte herzlich über den schlagfertigen Mönch und machte ihn bald darauf zu seinem Hoft »Prediger, Urbor. Eine elsässer Dorfgeschichte. Man hört und lieft immer wieder vom großen Einfluß der sogenannten Schlagwörter auf das Volksgemüt. Wie stark ein Wort wirken kann, habe ich selbst erlebt, und zwar nicht bei einem Manne der untersten Volksschichten, sondern bei einem wohlhabenden Bauern, dem Herrn Bürgermeister von Schillersdorf. Das Oberhaupt dieser Bauern lernte ich einst kennen. Als ich während meines Lehrjahrs eines Abends zum Letzte Charles zum Weinabendschoppen kam, saß der Herr Oberförster schon dort im Gespräch mit einem älteren Herrn, dem Aussehen und der schwarzen Tracht nach zu schließen, einem reichen Bauern. Der Oberförster stellte vor: „Hier» Herr Bürgermeister, stelle ich Ihnen den Forst- beflissenen Mayer vor, den Sohn von unserm Herrn Landforstmeister. Und dies ist der Herr Bürgermeister von Schillersdorf." ..... „Ah", meinte der Bürgermeister, mir kräftig die Hand schüttelnd, „bes g'freut mich awer jetzt. Was macht denn der Babbe? Wie geht's ihm denn. Saawe Sie ihm vill Schöns, wann Sie heim- kumme. Ja, ich kenn' de Babbe göt, recht göt kenn ich de Babbe. Anno 71 isch er kumme un het g seit, Herr Burgemeischter, het er g'seit, ich kumm, um Ihren Wald urbar zu mache." Das Wort „urbar" wurde mit hoher Stimme dreimal unterstrichen. ,Aa, so het er g'seit, ,ürbar’ welle mer ne mache, ürbar. Un dernode han se ne gemacht." Unter „urbar" wird mein guter Vater wohl oie Ueberführung des bis dahin nach französischer Art im Mittelwaldbetrieb bewirtschafteten Gemeinde- waldes in Hochwald und die damit nötig gewordene Neueinteilung des Waldes und Aufitellung eines neuen Betriebswerkes verstanden haben. Das war dem Herrn Maire nicht so klar geworden. Aber das Wort „urbar" ist ihm haften geblieben. Das hat ihm mächtig imponiert, so daß es ihm nach zwanzig Jahren noch im Hirn herumspukte. Nach zwei Jahren — ich hatte unterdessen mein Lehrjahr und das Militärjahr beendet und schon zwei Semester studiert — war ich während der großen Ferien zur Hühnerjagd nach Ingweiler geladen. Osten und Schlesien kennzeichnete und weil er an die Berichte über die Aufstände und ine Leidenszeit in Oberschlesien auch solche von der Eroberung und den Aufbauplänen an schloß. Bei den elfen Kavalleristen. Beim Monatsappell der ehern. Kavalleristen, der im „Bayerischen Hof" stattfand. Übermittelte der Kameradschaftsführer den Kameraden Postmspektor Trabert und Karl Bauer zu ihrem 70. und Sattlermeister Groß zu seinem 75. Geburtstag bte Glückwünsche ber Kamerabschaft. Es würben bte letzten Kreisbefehle unb Anordnungen verlesen. Die Kameradschaft beteiligte sich am Sammeln von Brenn ess ein. Für die alten Kavalleristen . fi adlet das Kreiswettschießen am 14. und 21. Juli, vormittags, statt. Die alten Kameraden haben leichte Bedingungen zu erfüllen, so daß mit vollzähliger Beteiligung gerechnet wird. In nächster Zeit soll auch eine Singegruppe ins Leben gerufen werden, die die Appelle durch ihren Gesang beleben soll. Kameradschastsführer Hartmann gab einen Rückblick auf die glänzenden Erfolge unserer Wehrmacht, die mit dem Waffenstillstand ihren Höhepunkt gefunden haben. Gerade die alten Soldaten wissen diese Leistungen unserer jungen Wehrmacht zu würdigen. Mit dem Treugruß an den Führer und die Wehrmacht wurde der Appell geschlossen. Kleine sommerliche Ratschläge für den Haushalt. 1. Wenn kein Kühlschran-k vorhanden ist, müssen Lebensmittel in den Keller gebracht werden, wo sie auf Steinfliesen kalt genug stehen. 2. Konservenbüchsen müssen sofort nach dem Oeff- neu entleert werden. 3. Ersatz für einen Kühlschrank bietet auch der gesäuberte und mit Papier ausgelegte Rost des Zimmerofens. Die Ofentüre muß verschlossen fein. 4. Brot bleibt durch Einwickeln in ein feuchtes Tuch frisch. 5. Trockenes Gebäck wird wieder ftisch, wenn es zusammen mit einer Scheibe frischen Schwarzbrotes ; in einer Blechdose verschlossen wird. Bereits nach 4 bis 5 Stunden ist die Scheibe Brot trotten, das Gebäck wieder feucht. 6. Im Kampf gegen Fliegen sind Gazeglocken, ; Gazefenster und tüchtiger Durchzug zu empfehlen. ' 7. Licht bei geöffnetem Fenster lockt die Insekten ’ ai8. Fettpapiere, Reste von Lebensmitteln gehören in geschlossene Eimer; denn sie sind Brutplatze für ' allerlei Schädlinge. il 9. Abwaschen soll man im Sommer stets sofort, denn schmutziges Geschirr ist ebenfalls ein Futter- platz der Fliegen. 10. Wegen der Verdunkelung ist ein Schlafen bei offenem Fenster nur mit größter Vorsicht durchzu- ühren. Glühbirnen im nicht verdunkelten Zimmer dreht man der Sicherheit halber heraus. 11. Man schütze empfindliche Möbel und Stoffe gegen schädliche, die Farben und das Material zer- törende Sonnenstrahlen. **• v- *-• ♦ ** Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Das E. K. II. Klasse erhielt der Gefreite Erich Oehler (Am Steg 1), der in einem Nachrichtentruppenteil dient. Das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt ferner der Soldat August M u Iler (Bibliotheksgehilfe an der Bibliothek der Ludwigs-Universität). Er echielt die Auszeichnung für tapferen Einsatz bei der Eroberung mehrerer Maschinen- gewehrbunker beim Seine-Uebergang. ** Das Eiserne Kreuz für einen 18« jährigen. Der 18jährige Soldat Kurt Rahn (Wolfstraße 25), der sich zehn Tage vor dem Ausbruch des Krieges und nach dem Abtturienten- Examen freimütig zur Wehrmacht gemeldet hatte, hat sich nun bei einer Schnellen Truppe vor dem Feind durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Er erhtett das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Magensäure Ich bitte um erneute Zusendung von 50 grob. Füllung. Ihres Karlssprudels, der mir bei Magenübersäuerung sehr gute Dienste geleistet hat, so daß ich die Kur fortsetj. möchte. Dr.J. Werner, Oberstud.-Dir., Olbernhau, Freiberg. Str.7. 31.8.37. 20 grofje Flaschen RM f 2.60, 50 grohe Flaschen RM 25.-. Fracht hin und zurück trügt der Brunnen. Heilquelle Ktrlssprudel, Biskirchen A. ** Eine Spende der Dankbarkeit. Ein Ehepaar aus der Walltorsttaße hat am gestrigen Sonntag bei der Haussammluna für das Smegs- hilsswerk des Deutschen Roten Kreuzes aus besonderem Anlaß eine beachtliche Spende gezeichnet. Dgs Ehepaar erlebte die Freude der Rückkehr ihres feit langem als vermißt gemeldeten Sohnes. Er war in französische Gefangenschaft geraten und wurde nunmehr, nachdem der Waffensttllstandsverttag abgeschlossen worden ist, frei. Am gestrigen Sonntagvormittag kam er auf Urlaub nach Hause, we Freude über das Wiedersehen brachten die Eltern in der erwähnten außerordentlichen Spende für das Kriegshilfswerk zum Ausdruck. ♦* Dien ft Jubiläen bei der Reichspost. Dieser Tage konnten verschiedene, tteue Beamte der Reichspost in Gießen ihre Dieiistjubilaen begehen. Postamtmann Brecher unb Postinspektor Hain• stabt stehen seit nunmehr 40 Jahren un Dienst und wurden dafür mit dem Treudienstehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Werkführer Baum und Aus der Stadt Gießen. Ein Tag Dienst der Gießener Wehrmannschafien „ I _______ (m.L.i Ulckof mtrh in hpn leckten T Blau- Im Wenn die Sonne den Höhepunkt ihrer Jahresbahn überschritten hat und die Tage langsam wieder kürzer werden, mehren sich mit der früher emsetzenden Dunkelheit auch die Beobachtungsmöglrchkerten für den Sternfreund. In der ersten Hälfte des Monats beherrscht das prachtvolle Sternbild des Skorpions den Südhimmel. Wir finden es Anfang Juli gegen 23 Uhr, Mitte Juli gegen 22 Uhr Sommerzeit m geringer Höhe über dem Südhorizont. Da es wegen seiner südlichen Stellung immer nur wenige Stunden sichtbar ist und seine für uns günstigste Stellung gerade zur Zeit der kürzesten Nächte erreicht, ist es bei uns allgemein noch viel zu wenig bekannt. Größere Beachtung schenkten ihm die Griechen und Römer des Altertums, denn am Sternenhimmel der Mittelmeerländer steigt 'der Skorpion bedeutend höher empor als bei uns und bildet eines der auffälligsten Sommersternbilder des Tierkreises. Den hellsten Stern im Skorpion nannten dre Griechen wegen seiner roten Farbe Ant-Ares, das bleutet soviel wie Ares- oder Marsähnlicher. Bewegt sich der Planet Mars im Skorpion und hat er ungefähr die gleiche Helligkeit wie Antares, so sind beide Sterne in der Tat zum Verwechseln ähnlich, da beide auch in annähernd gleich roter Farbe leuchten. In wundervollem Gegensatz zu dem roten Antares stehen die übrigen blauweißen Sterne, die strahlenförmig angeordnet den Hauptstern umgeben und dem Sternbild des Skorpions seine eigentümliche Gestalt verleihen. , „ , Antares ist ein roter Riesenstern von ungeheurer Größe. Seine wahre Natur ist erst bekannt, seitdem es Michelson vor rund 20 Jahren gelang, den Durchmesser des Sternscheibchens mit dem Interferometer zu messen; er ergab sich zu 0,04 Bogensekunden. Daraus folgt, daß bei einer Entfernung von 300 Lichtjahren der wirkliche Durchmesser dieses Uebergiganten 400 Sonnendurchmesser beträgt. In die Mitte unseres Planetensystems gestellt, würde Antares noch weit über die Marsbahn hinausreichen. Wie bei allen roten Riesen ist die Oberflächentemperatur mit<3200 Grad verhältnismäßig niedrig (Sonne 5900 Grad). Trotzdem strahlt Antares wegen seiner großen Oberfläche etwa 3000mal so viel Licht aus wie die Sonne. Die den Riesenstern in weitem Abstand umgebenden Staubwolken'leuchten in seinem Licht rötlich, wie man in neuester Zeit auf Aufnahmen mit rotempfindlichen Platten feststellen konnte. Rechts vom Skorpion und nur wemg höher bemerken wir die beiden hellen Sterne der Waage und im Südwesten die Spika in der Jungfrau. Zusammen mit dem dicht über dem südlichen Horizont befindlichen Schützen geben uns diese Sternbilder die jetzige tiefe Lage des Tierkreises an, wie sie der Son- 'nenbahn im Winter entspricht. Vom Schützen steigt in zwei Armen die Milchstraße empor, deren zarter Lichtschimmer aber wegen der Hellen Nächte noch nicht recht zur Geltung kommt. In der Milchstraße fällt besonders das von den drei Hellen Sternen Wega, Deneb und Atair gebildete gleichschenklige Dreieck auf, dqs den ganzen Sommer hindurch bis in den Herbst hinein dem Südhimmel sein Gepräge gibt und daher auch Sonnendreieck genannt wird. Zwischen Wega und Arkturus, dem sehr Hellen, goldgelb funkelnden Riesenstern im Bootes, sehen wir den Herkules und die Nördliche^Krone, Sternbilder ohne besonders Helle Sterne, für deren genauere Beobachtung man daher zweckmäßig einen Feldstecher oder ein Opernglas benutzt. Ueber dem Osthorizont sind gegen 23 Uhr Sommerzeit die Sternbilder Pegasus und Andromeda heraufgekommen. Im Nordosten fällt die Kassiopaia auf, deren fünf Helle Lichtpunkte ein lateinisches W an den Himmel zeichnen. Der den rechten Fußpunkt des W bildende Stern, Schedir genannt, ist ein gelber Riesenstern von veränderlicher Helligkeit. Die übrigen Sterne der Kassiopaia sind weiß, aber ebenfalls Lichtriesen im Vergleich zur Sonne. Tief am Nordhorizont flimmert die Kapella im Fuhrmann. Den Himmelswagen im Großen Bären sehen wir links vom Polarstern in absteigender Bewegung. Am Abendhimmel sind die Planeten verschwunden. Venus löst sich in den ersten Julitagen aus der Morgendämmerung und wird bald als Morgenstern ein sehr auffälliges Gestirn am Osthimmel. Ende des Monats geht der Morgenstern bereits 2% Stunden vor der Sonne 'auf. Die beiden großen Planeten Jupiter und Saturn stehen nahe beieinander im Sternblld des Widders; sie gehen Anfang Juli gegen 2 Uhr, Ende Juli kurz nach Mitternacht auf. Die Erde durchläuft am 4. Juli den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn. Ihr Abstand von der Sonne beträgt dann 152,4 Millionen Kilometer gegenüber 146,9 Millionen Anfang Januar. Dementsprechend ist der scheinbare Sonnendurchmesser im Juli um 64 Bogensekunden oder 3% v. H. kleiner als im Januar. Für die Wärmezufuhr spielen die Aende- ruygen des Sonnenabstandes nur eine sehr geringe Rolle. Entscheidend ist die Höhe der Sonne über dem Horizont und die Tageslänge. Der Mond zeigt im Juli folgende Lichtgestalten: Neumond am 5., erstes Viertel am 12., Vollmond am 19. und letztes Viertel am 27. Juli. Der FC. Schalke 04 gewann sein letztes Gruppenspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft gegen den Mülheimer SD. mit 8:2 (2:1) und qualifizierte sich damit endgültig für die Vorschlußrunde. Dem Treffen wohnten in Erfurt 25 000 Besucher bei. Deutscher Handball-Kriegsmeister wurde der SV. ßintfort, der in Halle vor 6000 Zuschauern das Endspiel gegen Polizei Magdeburg mit 9:6 (4:4) Toren gewann. wurde. Die Platzbesitzer verlegten von Anbeginn an das Spiel m des Gegners Hälfte. Zahlreiche Torge- Aus der engeren Heimat. Gedern und General von Iransecky. Lpd. Gedern (Oberhessen), 7.Juli. Alljährlich erfüllt die Stadt Gedern eine Pflicht der Dankbarkeit und Anhänglichkeit an ihren großen Sohn, den nn November 1807 in ihren Mauern geborenen, nachmaligen bedeutende» Heerführer General von F r a n s e ck y , indem fie jeweils am 3. Juli, dem Tage der Schlacht von Königgrätz, des Generals als des Siegers von damals gedenkt. Sein Denkmal, der „Fransecky-Brunnen", in Gedern, hat nunmehr einen neuen Schmuck erhalten. Landkreis Gießen. = Staufenberg, 7. Juli. Ludwig hieran (der Sohn unseres frühere« Burgwirtes), Feldwebel in einem Jagdgeschwader, wurde zum Oberfeldwebel befördert. * Lollar, 7. Juli. Am Sonntag kam das Bundeswettkampfschießen im NS.-Reichskriegerbund der Kriegerkameradfchaft Lollar zum Abschluß. Insgesamt waren hierzu 11 Gruppen mit 44 Mann angetreten. Es konnten gute Ergebnisse erzielt werden. Die 5 besten Schützen waren: Adolf Göttlich, 54 R., Der Sternenhimmel im Juli Von Dr. Erwin Koffinna. letzten Meisterschaftsspiel gelang den weißen ein klarer Sieg über Rodheim, womit die im Vorspiel erlittene Niederlage wieder wettgemacht als unversiegelte Wertpakete versandt werden. Außer der Paketgebühr (im Höchstfälle 50 Rpf.) ist die Wertangabegebühr von 10 Rpf. zu entrichten. Strafkammer Gießen. Die Sofie Charlotte Lapp in Vilbel war durch Urteil des Amtsgerichts Vilbel vom 8. Mai d. I. zu einer Geldstrafe von 150 RM. verurteilt worden. Sie hatte als Jüdin i. S. der Verordnung vom 14. Nov. 1935 und als deutsche Staatsangehörige sich geweigert, den vorgeschriebenen Anttag auf Ausstellung einer Kennkarte zu stellen. Gegen das Urteil legte sie Berufung ein. Durch die Beweisaufnahme wurde feftge;teilt, daß die Angeklagte bis zum Jahr 1938 als Jüdin zu gelten hatte. Dem Anttag des Anklagevertteters entsprechend wurde die Berufung als unbegründet verworfen. Postschaffner Schieferstein wurden für 25jährige Treue im Dienst mit dem silbernen Treudienst- Ehrenzeichen bedacht. ♦♦ Bestrafte Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 21. bis 27. Juni im Bereich der Polizeidirektton Gießen (einschließlich des Polizeiamtes Bad-Nauheim/Friedberg) wiederum gegen eine stattliche Anzahl Verkehrssünder ein. 1 Kraftfahrer, 2 sonstige Fahrzeugführer und 3 Radfahrer wurden angezeigt, 2 Kraftfahrer, 10 sonstige Fahrzeuglenker und 28 Radfahrer gebührenpflichtig verwarnt. 2 Kraftfahrer, 9 Radfahrer und 14 Fußgänger kamen mit gebührenfreier Verwarnung davon. ** Pakete gegen ermäßigte G e b ü h r. Postpakete mit Kleidungsstücken und Gegenständen des persönlichen Gebrauchs der zum Heeresdienst Einberufenen, der Arbeitsmänner ufw. können auch Um die Vammeißerschast im Schwimmen Hitler-Jugend im Schwimmbad Klein-Linden. nungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr Das Bank, aeroerbe sichert sodann den nattonalwlrtschastuch erwünschten Arbeitseinsatz des Geldes. Durch feine erprobte Kreditbereitschaft erhält das. Bankgewerbe die Liquidität des Produktionsapparates, indem es Die ihm anoertrauten Gelder an die Stellen des drm- gcnften Bedarfes leitet. Kommt diesen Leistungen nun tn Krlegszetten eine Bedeutung zu, daß wir von einer kriegswichtigen Banktätigkeit sprechen können? Wir dürfen hier, um die richtige Antwort zu sm- den auf die Bedeutung der Nachschubsicherung für die Kampfkraft der Wehrmacht verweisen. DieNach- schubsicherung setzt voraus, daß der auf Kriegsbedarf umgestellte Produkttonsapparat der Heimat weiterläuft. Es müssen aber, wenn dieser Apparat intakt arbeiten soll, alle Zahlungsvorgänge pünktlich erledigt werden; sonst ist eine geordnete Material- und Rohstoffzufuhr unmöglich. . Die Produktions- und Umsatzoerlagerungen setzen an verschiedenen Stellen der Wirtschaft Gelder frei, die durch zweckmäßige Anlage in den Dienst der Kriegsfinanzierung zu stellen sind. Die Durchfuh- hrung dieser Aufgabe ruht auf den Schultern der Banken. Ebenso ist es Aufgabe der Banken, die ersten Fäden zu den Zahlungsinstituten der wieder mit dem Reich vereinigten und von ihm betreuten Gebiete zu knüpfen. Die> Verlagerung des Außenhandels auf neue Bezugs- und Absatzgebiete macht eine finanzielle Betreuung der Ein- und Ausführhändler erforderlich, die wiederum voy den Banken geleistet wird, die damit die Anfuhr wichttgster Kriegsrohstoffe ermöglichen. So werden wir in jedem Kapitel kriegswichtiger Tättgkeit, fei es im Handel, in der Warenerzeugung, im Außenhandel eine Zone bankmäßiger Bette u- lunsarbeit finden, deren Bewältigung die Kriegs- wichtigkett der Bankleistung besonders deutlich macht. Karl Krombach 53 R., Hrch. Struck 51 R. Karl Kaletsch 51 R., Hrch. Diehl 50 Ringe. Das Ehrennadelschießen soll an den nächsten Sonntagen statt- finden. Kreis Bübingen. e. Schotten, 7. Juli. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Gemeindevoranschlag für das Rj. 1940. Dieser schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit je 273 E ^M. ab. Größere Projekte könne« eben mit Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse nicht durchgeführt werden. Die einzelnen Rubriken des Voranschlags wurden durchgesprochen. Auch der Wasserwerksvoranschlag 1940, der mit je 18 340 RM. abschließt, wurde behandelt. Ebenso wurde der Voranschlag des städtischen Krankenhauses, der eine Einnahme und Ausgabe von je 121 000 RM. aufweist, besprochen und angenommen. — Der Schottener Sommer- markt vom 12. bis 14. August soll auch in diesem Jahr abgehalten werden. Wirischast. Sanfen als kriegswichtige Betriebe. Es kommt in der Volkswirtschaft durchaus nicht nur auf die sichtbaren unb greifbaren Produktionsoorgänge an, vielmehr gehören zur unentbehrlichen Leistungsapparatur der nationalen Produktionsgemeinschaft auch eine Reihe von kontrollierenden, bewegenden und messenden Arbeitsleistungen, die als Klammern des Gesamtzufammenhanges wirken. Unter den Dienstleistungsgewerben, die für einen solchen Zusammenhang der einzelnen Produkttonsvorgänge wirken, steht das Bankgewerbe mit an erster Stelle. Als wichtigster Träger des binnenwirtschaftlichen Zahlungsverkehrs gewährleistet es die Sicherheit der Leistungsvergütung, das will sagen, die pünktliche und ordentliche Bezahlung der Rech- legenheiten boten sich dem Sturm, der sie jedoch nicht verwerten konnte. Einesteils war es die zahlreiche und aufopfernd spielende Hintermannschaft der Gäste und wenn sie wirklich einmal ausgeschaltet wurde, das ungenaue Schießen, so daß bis zur 25. Minute das Spiel noch 0:0 steht. Erst da gelang es Kraft durch geschicktes Täuschen des linken Verteidigers zur Führung einzuschießen. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Nach dem Wechsel blieben die Blauweißen auch weiterhin feldüberlegen. In der 60. Minute erhöhte Pechauschek auf 2:0. Wenig später erzielte Kraft nach vorausgegangener guter Kombination des Jnnensturmes den dritten Treffer. In der 75. Minute hieß es durch Kraft 4:0 und nachdem sich die Gäste bei Fischer auch einmal in Erinnerung gebracht hatten, stellte Kraft das Ergebnis auf 5:0. Rvdheim, körperlich den Platzbesitzern klar überlegen, brachte nicht die spielerische Leistung auf, um die mit Fischer, Schneider, Goß, Stteler, Jäger, Bischoff, Kraft, Hans, Pechauschek, Kraft II., Heeg, Nachtigall anttetenden Blauweißen ernstlich zu gefährden. Kurze Sportnotizen. Deutschlands Radsportler kamen im Länderkampf gegen Italien bei der Fernfahrt München—Mailand (597,7 km) zum Sieg in der Länderwertung, während Italien in Morigi den Einzelsieger stellte. Das herrlich gelegene Schwimmbad des Stadtteiles Gießen-Klein-'Linden war am Sonntagvormittag das Ziel der Hitler-Jugend im Bann 116. Aus allen Teilen des Kreises Wetterau waren Teilnehmer zum Wettkampf angetreten, um ihre Kräfte im Schwimmen zu messen. Daß das neuzeitliche Bad für Wettkämpfe besonders geeignet ist, konnte am Sonntag festgestellt werden. Die Ergebnisse waren im allgemeinen als gut anzusprechen. Um zehn Uhr begannen unter Leitung von Bann- fachwart K le i n k e - Gießen die Wettkämpfe der Jugend beiderlei Geschlechts, denen von der Einwohnerschaft unseres Vorortes und auch aus der Stadt Gießen lebhaftes Interesse entgegengebracht wurde. Vom Stab der Hitler-Jugend wohnten Untergau- fiihrerin Käthe Töpelmann und Bannführer Odenweller mit besonderem Interesse der Äer- anstaltung bei. Als Kampfrichter hatten sich bewährte HI.-Führer in den Dienst der guten Sache gestellt. Die Wettkämpfe nahmen besten Verlaus, und da eine Uebung die andere schlagartig ablöste, so konnten schon nach drei Stunden die Kämpfe beendet werden, so daß der sonst am Sonntagnach- mittag sehr stark einsetzende öffentliche Badebettieb keine Unterbrechung erfuhr. Die Wettkämpfe brachten erneut den Beweis, auf welch breiter Grundlage die Arbeit in der Hitler-Jugend aufgebaut ist. Die Hitler-Jugend will nicht in erster Linie Spitzenleistung fördern, sondern körperliche Durchbildung recht vieler Teilnehmer erreichen und damit allgemein an der körperlichen Ertüchtigung der gesamten Jugend arbeiten. Die Ergebnisse folgen! Letztes Meisterschaftsspiel. 1900 — Rodhelm 5:0 (1:0). (Nachdruck verboten!) 36. Fortsetzung. Seine Spur von Hauck Roman von Lharlotte Kaufmann. würden ihre täglichen Sorgen allein ihm gehören. Bei Stollens Kartoffelacker tauchte ein Radfahrer auf. Der Junge vom Fischer Ketelsen! „Hallo", schrie er schon von weitem, als er sie am Fenster entdeckte. „Sie sollen nach Stein kommen, auf Post, möglichst gleich." Er sprang gar nicht ab. Auf dem Rain noch machte er kehrt. Auf die Post von Stein? Sie zog ihren Mantel an, die Handschuhe, wollene Handschuhe, von Huith zu Weihnachten geschenkt. Sie holte ihr Rad aus dem Schuppen und machte sich auf den Weg nach Stein. Fast schien es, als wollte die Sonne gegen Mittag herauskommen. Den Strand entlang flogen Möwen. Die Post von Stein bestand lediglich aus einem Zimmer im Haufe des Wirts. Ein Telephon stand darin und zwei Regale mit Formblättern. „Was sollte ich?^ fragte Sibylle. Sie war erhitzt, denn sie hatte sich beeilt. „Es ist angerufen worden", gab man ihr Bescheid. „Sie sollen die Nummer 77 832 antelephonie- ren, möglichst bald, hat es geheißen." Arufen? Hatte Joachim ... keine Zeit heute abend? Aber das war ja nicht Joachims Telephonnummer, auch nicht, soviel sie sich erinnerte, die Nummer der Scheffield-Werke. Sie ließ sich verbinden. Es meldete sich das Rechtsanwaltsbüro von Dr. Mjölln. „Frau Hauck, sind Sie am Apparat?" „Ja, ich bin es. Wer ist dort?" „Wassili" ... dieser kleine treue, stille Freund, der sie so oft über grundlose Tiefen geführt hatte. War es nicht fast so, als habe er sie absichtlich verlassen ... weil sie im Begriff war, Vergangenes zu vergessen? Vielleicht hatte seine hölzerne Seele gedacht, daß er nun überflüssig sei und daß ie ihn nicht mehr gebrauchen würde, wenn sie erst ein Haus in Heikendorf besaß oder eine Wohnung in der Stadt. Sibylle lief den Strand entlang bis nach Stein. „Ihren Kahn, Frau Hauck?" Nein, niemand hatte etwas davon gesehen. „Vielleicht ist er in den Hafen der Stadt hineingettieben worden, wer weiß." Sie ging wieder nach Hause, tat ihre Arbeit, räumte im Atelier auf, machte Feuer und kochte. Alle die Dinge, die jeden Tag getan werden mußten, die das Leben ausmachten. Sie goß die Kakteen am Fenster. Sekundenlang starrte sie über die winterlichen Aecker des Landes. Am Aoend würde Joachim kommen, und dann Joachim ... Sibylle nahm das Purliputzelchen von den Kissen auf, griff in seine schwarzen Fuchspelzhaare, warf es wieder zurück, während der Sturm an den Sparren des Hauses rüttelte, als stünde jemand draußen in der Nacht und begehre^Einlaß. Als Sibylle am nächsten Morgen aufftanb, war der Wind fortgezogen. Die Luft war still und kalt. Das Wasser stand hoch, es leckte beinahe an der Tur ihrer Kate. , ri Der Sturm war fortgezogen nach Westen hinüber, aber er hatte den Kahn „Wassili" mitgenommen. Sibylle konnte es nicht glauben. Sie lief den Sttand entlang und schaute auf die hochgehenden Wogen. Nirgends war ein brauner Punkt zu sehen, nirgends lag das Boot. Das Wasser, das in der Nacht mehr und mehr von draußen in die Bucht hineingepreßt worden und höher und höher gestiegen war, hatte ihn aus dem Sand hochgehoben w,d mitgenommen. „Da ist ja schon Teek." Die Bettina atmete auf. Der Wind ließ nach, als sie in die Beuge des schützenden Hafens einliefen. Der Motor schnurrte, verstummte. Das Boot hielt am Kai. Helfend hob Sibylle ihre Hand. „Schönen Dank, daß Sie mich Mitnahmen, Frau Hauck." „Nichts zu danken." Bettina verschwand im Dunkel der Straße, hinter dem Strandhotel. Und das Boot „Wassili" suchte sich seinen Weg wieder hinaus aus dem schützenden Arm des Hafens. Als Sibylle mit fast instinktmäßiger Sicherheit das Boot auf der Höhe ihres Hauses gegen den Sttand laufen ließ, war es zehn. Die See bedeckte den grellen Sand bis fast hinauf zu den Dunen, lieber all den erstarrten Trichtern, über die tagsüber noch die Nebelkrähen getippelt waren, liefen jetzt Wellen. v m , Sibylle sprang ins Wasser und zog den Kahn weit herauf, damit er nicht von den Wassern fortgenommen würde. _ Durchnäßt trat sie ins Haus und machte Licht. Im Wohnraum lag noch ein Dust von dem Parfüm des blonden Mädchens Jngeborg Petersen, deren Bild im Atelier drüben auf der Staffelei lehnte. „Doktor Mjölln selbst. Frau Hauck, ich wollte Sie etwas fragen. Hoffentlich habe ich Sie nicht zu un- anft von Ihrem Kochherd vertrieben. Aber der Weg zu Ihnen hinaus ist so weit, und Briefe chreiben ist umständlich. Da dachte ich. Sie haben vielleicht nicht allzu weit nach Stein." „Ja, das war sehr gut gedacht, und ich bin ja auch hier. Was wollten Sie von mir?" „Ja, ich will ... Sie eigentlich nur rasch etwas fragen." „Und was ist das?" Sie stand allein in dem Amtszimmer, neben dem Tisch, auf dem eine grüne Schreibunterlage mit Reißnägeln befestigt war. „Ich wollte Sie fragen, ob Ihr Mann früher einmal in der Türkei gewesen ist." „3n der Türkei? Wie kommen Sie daraus?" „In Konstanttnopel oder etwa in Beirut." „Ja, das war ... früher. Vor sehr langer Zeit. Ich kannte ihn damals noch nicht. Aber warum ... weshalb fragen Sie? Haben Sie ... wissen Sie ..." „Nein, nein. Ich muß nur alles zusammensuchen. Sie wissen ja, ein Detektiv, und in Ihrem Falle bin ich so etwas Aehnliches, muß immer alles wissen und jeder Spur nachgehen. Also er war einmal in Beirut. Ist er dort krank gewesen?" „Krank? Nein. Davon hat er nie gesprochen." „Hat er nicht gesagt, daß er dort im Krankenhaus gelegen hat?" Erinnern Sie sich genau?" „Nein, davon hat er nie gesprochen!" Sibylle war blaß und erstaunt. „Er sprach nur selten von den Moscheen dort und den Türmen. Ja, er hat auch Skizzen aus der Zeit in seinen Schubladen liegen ... er machte eine Jtalienreise damals wie die meisten Maler, und dann einen kurzen Abstecher nach der Türkei. Aber ... sagen Sie mir, wie Sie plötzlich darauf kommen?" Mjölln räusperte sich. „So, so, er hat nie etwas davon gesagt, daß er dort krank gewesen ist. Na, übrigens kennen Sie die Wirtschaft zum Goldenen Horn?" „Nein, Herr Doktor, den Namen höre ich zum erstenmal." „Das ist so eine kleine Kellerwirtschaft hier in der Stadt. Sie steht im Adreßbuch. So, die kennen Sie nicht." „Nein." ,Hst Ihr Mann nicht manchmal dorthin gegangen?" „In eine Wirtschaft in der Stadt ist er nie gegangen. Er ist nie allein weggegangen in die Stadt, als ich „Solange Sie mit ihm verheiratet waren meinen Sie. Solange er noch bei Ihnen lebte/ ,Za, das wollte ich sagen." „Nun, das ist merkwürdig. Na, dann schönen Dank, Frau Hauck." „5>aben Sie eine Spur gefunden?" Sibylle war plötzlich erregt. „Sagen Sie mir, was Sie wissen, Herr Doktor." „Das sind alles nur Vermutungen. Etwas Positives ist noch weit weg. Man kann noch gar nichts sagen." „Aber Sie wissen, daß er noch lebt.. Sagen Sie mir doch etwas." „Meine liebe Frau Hauck ... wir können es nur hoffen. Sie müssen geduldig sein. Schließlich sind drei Jahre vergangen, seit Ihr Mann verschollen ist... es ist nicht so einfach, hier Spuren zu finden. Aber Sie können sich natürlich darauf verlassen, daß wir alles tun werden, schon im Interesse von Herrn Kett, und außerdem sind wir das ja auch unserem Ruf schuldig. Jedenfalls nochmals vielen Dank, Frau Hauck." „Bitte", fagte Sibylle tonlos. Sie hörte, wie Mjölln den Hörer auf die Gabel legte. Eine Wirtschaft zum Goldenen Horn ...? Ihre Füße waren schwer und müde, als sie wieder auf der Straße ging. Dies hätte nicht kommen sollen. Nicht heute. Heute wollte sie nicht an Detlef erinnert werden ... Auf der Straße, dort, wo der Weg in den Sttand mündete, traf sie unerwartet auf Karsten Huith. „Ah ...", er zog feine Mütze. „Frau Hauck. Eben hörte ich, daß Ihr Kahn fortgeschwemmt wurde." Sie gaben sich die Hand. „Daren Sie auf der Post?" ,Ha ... ich habe Briefmarken geholt." Sie nickte. „Ich bin gerade auf dem Weg zu Ihnen. Wollte Ihnen sagen, daß heute abend Die Schule ausfällt. Es ist nachmittags Unterricht heute. Es kommt eine Inspektion aus der Stadt." ,/So." „3a, aber ich kann Sie ein wenig begleiten. Gibt es etwas Neues? Ich habe Sie feit vier Tagen nicht mehr gesehen." „Nein, was soll es schon innerhalb vier Tagen Neues geben." „Nun, ich dachte, weil es bei mir so viel Neues gibt." „Bei Ihnen?" „Doch." „Was denn?" Huith hatte kein Rad bei sich, und so schob Sibylle das ihre. Sie gingen ganz nahe nebeneinander auf dem schmalen Weg über die Höhe. Ganz nahe beieinander, so daß sich ihre Schultern ab und zu berührten. ee (Fortsetzung folgt)