Antisoziale Wolkendecke über England Und ein aufschlußreiches deutsches Beispiel. Erfolgreiche Lustkämpfe im Westen Hause. Hans Herbert Hirsch, noi > Berlin, 7. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe führte am 6.4.1940 Luftaufklärung über Bord- und Witlelfrankreich durch. Ein deutsches Dornier-Aufktärungs- f l u g z e u g wurde hierbei von vier Curtis- Flugzeugen angegriffen. Das Aufklärungsflugzeug setzte sich so lange zur Wehr, bis der G e g n e r aus Brennstoffmangel von ihm ablaf- s e n muhte. Ls landete wohlbehalten in feinem Heimathafen. Am Spätnachmittag des 6.4. flogen mehrere feindliche Flugzeuge nordwestlich Trier über luxemburgisches Gebiet nach Deutschland ein und über luxemburgisches Hoheitsgebiet auch wieder zurück. Der heutige Wehrmachtsbericht. Sieben feindliche Flugzeuge abgeschossen. Berlin, 8. April. (DBB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Laufe des 7. April unternahmen deutsche Flugzeuge Lrkundungsflüge über der mittleren Bord.fee, sowie über Bord- und Mittel- frankreich und führten Bewachungsflüge über der Deutschen Bucht und der Westfront durch. Bördlich der 3nsel Sylt sichtete ein Schwarm Messerschmitt - Flugzeuge 24 britische Wellington-Bomber. Unsere 3äger schossen zwei britische Flugzeuge ab und zwangen die anderen zum Abdrehen nach Westen. An der Westfront kam es wiederholt zu Luftkämpfen, hierbei schossen unsere 3agdflug- zeuge vier feindliche Flugzeuge ab, ein weiteres wurde durch F l a k a r t i l l e r i e zum Absturz gebracht. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt. Deutsche Flieger gegen achtfache llebermacht. .....6. April, (P.K.) Die OKW.-Berichte der letzten Tage melden u. a. oft „Aufklärungsflüge über Ostfrankreich". Mehrere unserer deutschen Fernauf- keine Streiterei um den „Meisterschuß" entsteht Der erste ist heran. Aus allen Knopflöchern fängt er an zu schießen, aber er hat anscheinend nicht damit gerechnet, daß die Deutschen wiederschießen. Kaum ist er aus dem Bereich der MG.s, mit dem ihm der Beobachter einige wohlgezielte Feuerstöße vor die Nase setzt, heraus, da jagt ihm der Bordfunker im Abflug noch eine volle Ladung nach. Der zweite kommt, der dritte, der vierte — verdammt, es kracht und splittert im Heckstand. Acht Jäger trommeln mit ihren Maschinengewehren und Bordkanonen auf dem Aufklärer herum. Aber sie haben kein leichtes Spiel. — Nicht nur im Heckstand hagelt es Einschüsse, an manchen Stellen sieht die Bord- wand förmlich durchsiebt aus. Kunststück, wenn acht Jäger um einen Aufklärer herumtoben, als wollten sie ihn fressen... Der Bordfunker setzt eine Trommel nach der anderen auf das Maschinengewehr, jagt eine Garbe nach der anderen heraus. Der deutsche Fernaufklärer kämpft weiter gegen eine achtfache Uebermacht. Immer von neuem setzen die Jäger zum Angriff an. Da kommt einer nicht schnell genug aus dem Bereich des Maschinengewehrs: der Bordfunker verfolgt seine Garbe genau. Sie sitzt im Motor des Franzosen. Weiße Benzinfäden zieht er hinter sich her. Er sackt ab. Der Bordfunker hat einen Flügel lahmgeschossen. Senkrecht geht die Maschine in die Tiefe. Ihren Weg bis zur Erde zu verfolgen, hat die Besatzung k^ine Zeit, denn noch gilt es, die restlichen sieben zu verjagen. Mittlerweile hat sich der Luftkampf bis zur Front, hingezogen. Plötzlich, noch kilometerweit vor der Grenze, Ziehen es die Jäger vor, nach rückwärts zu verschwinden. Was mag sie dazu bewogen haben. Die tapfere Abwehr aus dem Flugzeug? Die Messerschmitt, oder die deutsche Flak? Der Bordfunker greift nach seinem Fuß, eine MG.-Trommel ist ihm anscheinend herausgefallen. Nein — Blut bringt durch den Pelzstiefel. Ein Splitter des Geschosses aus der Bordkanone eines Franzosen hat ihn getroffen. Unser Fernaufklärer sieht böse aus, wie ein gerupfter Vogel, über den eine Meute von acht Habichten hergefallen ist. Aber er fliegt, das ist die Hauptsache. Und noch wichtiger ist, er hat seinen Auftrag erfüllt! Sicher bringt die Mannschaft das wertvolle Aufklärungsmaterial nach Keine Arbeitskraft darf ungenützt bleiben Oer Gauleiter an der Spitze einer Versammlungsaktion. Montag, 8. April MO Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/2Uhrdes Vormittags Grundvreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf., Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelB Platzvorschrift (vorherige B ereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundvreise Baderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. NSG. In zwei Großkundgebungen der Partei am Freitag in Nieder-Saulheim.(Rheinhessen) und am Samstag in Pfungstadt bei Darmstadt trat Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger an die Spitze einer im gesamten Gau angesetzten Versammlungsaktion. In beiden Orten rourb-e dem Gauleiter durch die Bevölkerung ein herzlicher Empfang zuteil. Sie dankte ihm dafür, daß er sich trotz der Beanspruchung durch wichtigste Führungs- ausaaben dennoch immer wieder die Zeit nimmt, um so wie einst in der Kampfzeit das Wollen des Führers in das kleinste Dorf seines Gaues zu tta- aen. Damals, um die einzelnen in den verschreden- sten Parteilagern stehenden Volksgenossen von der Richtigkeit der Idee des Nationalsozialismus zu überzeugen, heute, um einer Gemeinschaft überzeugter Nationalsozialisten die Haltung im Einsatzfür die Verteidigung des von der Idee zur Wirklichkeit gewordenen Großdeutschland zu weisen. Damals, um ihren Glauben zu gewinnen an einen Weg aus der Ohnmacht und dem Verfall des Reiches heute, um ihre Siegeszuversicht im Kampf des Reiches, das größer und stärker auferstand, als es ie einstmals gewesen, als die Bekundung einer unzerstörbaren Geschlossenheit und unüberwindlichen Kraft entgeaenzivehmen. So ließen auch diese Kund- qebunqen feinen Zweifel an ber Haltung des deutschen Volkes. Es hat sich für die kommenden Er- eigniffe mit dem Geiste des Opferns des M u t e s und der Treue gewappnet und sieht damit der Zukunft gefaßt und stegessicher entgegen. Diese in unserer Volksgemeinschaft fest veranker- ten Werte unterstrich der Gauleiter zu Beginn klärungsflugzeuge wurden in Luftkämpfe verwickelt und zum Teil von einer weit größeren Uebermacht angegriffen. Die Besatzungen der Aufklärer erwiderten nicht nur das auf sie eröffnete Feuer, sondern konnten sogar mehrfach aus den Schwärmen der Angreifer feindliche Jäger abschießen. Nachfolgend die Schilderung eines solchen Aufklärungsfluges, bei dem ein deutsches Flugzeug-, das über Ostfrankreich aufklärte, aus einer achtfachen Uebermacht einen französischen Jäger herausschoß und trotz rasenden Beschüsses von feindlicher Seite den deutschen Flug' Hafen — wenn auch schwer beschädigt — wieder erreichte. Seit einiger Zeit ist der deutsche Aufklärer in der Luft. Die Besatzung hatte vor dem Start den Flug- auftrag genauestens durchgesprochen und sich ein- geprägt. Jetzt überfliegt die Maschine die Front, die mit ihren Gräben und Wällen im Niemandsland deutlich zu erkennen ist. Nichts ist zu hören vom gegnerischen Störungsfeuer, kein Abschuß und kein Einschlag. Das Donnernder Motoren erfüllt die Kabine, in der die Besatzung, ein jeder auf seinem Posten, einen Auftrag ausführt und dabei noch nach allen Seiten Ausschau nach dem Feinde hält. „Vor und Flakwölkchen" — ruft der Beobachter, und der Bordfunker bestätigt die Warnung: Auch hinter dem Aufklärer, wenn auch tief unter.der eigenen Flugbahn, erscheinen sie. Aber ebenso schnell wie die Wölkchen erscheinen, verschwinden sie auch wieder; nur vereinzelte Batterien feuern noch. Der deutsche Aufklärer ist ihnen doch wohl zu hoch. Eigentlich seltsam, daß die französische Flak das deutsche Flugzeug erst jetzt entdeckt, nachdem es schon nahezu zwei Stunden über ihren Stellungen fliegt und mit genug Bildgerät Aufnahme um Aufnahme einfängt. Der Beobachter gibt einen Zettel zum Bordfunker: „Nach Jägern Ausschau halten!" Aber der sitzt sowieso schon im Heckstand und vergewissert sich nach allen Seiten. Ein Wolkenschleier nimmt die Sicht nach oben. Ob da nicht ein ....? vermutet der Flugzeugführer ... und richtig ... urplötzlich tauchen aus dem schützenden Dunst französische Jäger auf! Sie müssen den Aufklärer schon eher gesehen haben und wählten dann diesen versteckten Angriff. Aber sie kommen um Sekunden zu spät. — „Gemeine Bande", brüllt der Bordfunker, „jetzt tun sie so, als ob sie uns nicht gesehen hätten." — Der Beobachter deutet nach vorn. Da kommen sie wieder! Wie im Gänsemarsch, alle Flugzeuge hintereinander. Acht französische Jäger sind es, die den deutschen Fernaufklärer abschießen wollen. Wenn nachher bloß bel über Lon-don zerreißen wird, damit es aller Welt offenbar wird, wo die Kriegshetzer fitzen, wer sie sind und wie sie sich einem echten und gerechten Frieden entgegenstemmen, nach dem sich alle Völker Europas sehnen und den sie durch den Sieg Deutschlands auch erhalten werden. Dr. Friedrich Bubendey. Unterernährung der britischen Arbeiterschaft. In dem Buch „England erwartet, daß jeder Amerikaner seine Pflicht tut", berichtet der Amerikaner Howe folgende interessante Tatsachen: „Die Hälfte der britischen Bevölkerung ist unterernährt. Etwa viereinhalb Millionen Menschen können nur vier Schillinge pro Woche für Nahrungsmittel und neun weitere Millionen nur sechs Schillinge ausgeben. Für eine angemessene Ernährung braucht man ein Minimum von 10 Schillingen pro Woche. Für sechs seiner Rede besonders und stellte ihnen das unruhige und nervöse Handeln unserer plutokratischen Angreifer gegenüber. Auf den Ministerpräsidentenwechsel in Frankreich hinweisend erklärte er in diesem Zusammenhang: „Ob nun das neue Kabinett der Kriegshetzer gleichbedeutend mit einer stärkeren Aktivität ist oder nicht, eines gilt als sicher: dort, wo in der Schlacht der Feldherr wechselt, steht es gewöhnlich nicht zum besten. Wenn England nunmehr an derselben Krankheit herumdoktert, ist auch das uns ein Beweis, daß den Demokratien >d) einiges zu tun übrig bleibt, bevor ihre poli- che Führung intakt ist. ' ....... ' "" '» der Gauleiter dann Frühjahrsbestellung. Die gesamte Bevölkerung ist von den Hoheitsträgern zu dieser wichtigen Arbeit in der Landwirtschaft aufzurufen. Ohne Rücksicht auf Rang und Stand wird es jeder Mann und jede Frau, deren Arbeitskraft heute noch eingesetzt wird, als Ehrenpflicht ansehen, ihre Kräfte der Sicherung unseres Brotes zur Verfügung zu stellen. Daß daneben der geschlossene Einsatz der Gliederungen der Partei und angeschlossenen Verbände zu"diesen Arbeiten angeordnet wurde, sei eine^elbstverständlichkett. Der Gauletter sprach zu diese^Aufgabe seine Erwartung aus, daß die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau auch in dieser entscheidenden Frage der Sicherung der Frühjahrsbestellung restlos ihre Pflicht erfüllen werde. Er ließ auch keinen Zweifel darüber, daß jede Drückebergerei im Interesse der Geschlossenheit unserer Gemeinschaft eine entsprechende Antwort finden werde. Sauber in der Gesinnung und sauber i n d e r T a t werde sich die Heimat neben der Front der Soldaten beweisen. Auch in der Meta l l s p e n b e als Geburtstagsgabe für den Führer werde sich dieses hervorragend ausdrücken. Der hingebende Opfergeist allein habe das Reich zu seiner jetzigen Macht und Größe geführt, so schloß der Gauleiter seine Ausführungen. Erlist heute der feste Untergrund unserer Siegeszuversicht, er ist die Verbindung zwischen Front und Heimat, die gemeinsam unter dem Führer die gesicherte Zukunft unseres Reiches erkämpfen werden» Es sind nur wenige Zahlenbeffpiele für eine deutsche Tat der umfangreichen und vor allem schnellen Hilfsbereitschaft. Aber schon die Fähigkeit deutschlands, das man doch blockieren und aus- ijungern wpllte, versetzte das plutokratische England in Zorn und Ang st! Tausend und aber Tausend Lügen der englischen Propaganda öurben durch die deutsche Hilfsaktion widerlegt. Was aber das ärgerlichste war, das war die Ge- jchr, daß, wie dem polnischen Volke, auch dem englischen Volke die Augen geöffnet würden darüber, daß es kein Gesetz der selbstverständlichen Not eines Landes gibt. Das deuffche Scispiel zeigte auf, daß, wenn ein Staat und ein 8olk es nur wollen, auch allen geholfen werben kann. So gern die Engländer den krassen Gegensatz von Reich und Arm als „von Gott ge- vsillt" hinstellen möchten: Deutschland bewies bet stch und in Polen, daß fanatischer Wille zum Sozialismus auch zum Ziele führt! Und weil so das deuffche Beispiel geeignet war, bei dichten Nebel englischen Plutokratentums zu zeireißen, deshalb mußte der Krieg gegen Deutschland weitergeführt werden. Die ant:- !oziale Wolkendecke^ die über dem g a n- zen britischen Reich lagert, darf nicht aus- Missen werden durch die Sonne sozialistischer Gesinnung! Die schlotternde Angst der englischen Plu- Giraten, die Angst vor Enthüllung und Vergel- lutig, die Angst vor dem Ende der Herrschaft der englischen Oberschicht, sie ist es, die die Kapitalisten kvalands heute noch daran festhalten läßt, Deuffch- kirds endgültige Vernichtung zu predigen. Wir Deutschen wissen, daß der Führer, der schon so viele Nebelschleier der Dummheit, Feigheit nfo Erbärmlichkeit durchstoßen hat, auch den NeDie erste Bekanntschaft, die man bei einem Besuche Londons macht, ist die Bekanntschaft mit dem Nebel, der sich fast während des ganzen Jahres in dichten, gelblichen Schwaden über diese Riesenstadt senkt. Vielleicht ist es gut, daß dieser dichte Nebel über London lagert. Er verwischt die Umrisse der Schlösser und Elendsbehausungen und mildert so den krassen Gegensatz, in dem hier Reich und Arm bart nebeneinander wohnen und leben. Wundert R der Fremde über diesen Gegensatz, so scheint es den Engländer selbst weniger zu stören. Er ist das Nebeneinander von Schlössern, Parks und arau-häßlichen Slums ja auch von Glasgow und Liverpool und noch mancher anderen englischen Großstadt her seit je gewohnt. Das Entsetzen packt den Wanderer, der einen Gang durch die englischen Elendsviertel unternimmt, in denen fein Sonnenschein, fein Lachen, ja nicht einmal ein armseliges Kino anzutreffen ist und in denen für den Arbeitslosen knapp 11 Pfennige für ein Mittagsmahl zur Verfügung stehen. Selbst jetzt im Kriege, in dem die Wehrpflicht Menschen von der Straße holte und in dem eine erhöhte Tätigkeit der Kriegsindustrie herrscht, steigt d i e 21 r b e i t s- lofigfeit noch immer. Zählte man am Begum des Krieges, am 1. September 1939, 1 270 000 Erwerbslose, so waren es deren am 13. Januar 1940 rund 1 400 000 und am 5. März gar 1 504 000. Diejenigen aber, denen ein gütiges Geschick Arbeit aeschenkt hat, hungern nicht minder, weil die Lebensmittelpreise von Tag zu Tag steigen. Metzeim Anzeiger vrWscheAnivrrsttSkdniSerelR. £d)2on» kunüesgem) Sügenminist garte, die ! ms einer » kr Ausführ iberung Eu knthüllten „ r/anhi11 M flöt« ffliM S5 ülitie1 taere La««""' La°d°; ten feien-/- ■gilb ""d V* tvorden- abgestattet, wo er einige neue Baulichkeit der weiblichen Akademie für Leibesübungen ihrer Besttm- mung übergab. Die Bevölkerung bereitete dem Duce begeisterte Kundgebungen. 21uf verschiedenen über die Straße gezogenen Spruchbändern konnte man lesen: „Wir erzeugen immer mehr Getreide und immer mehr Waffen". In einer kurzen, mit größter Begeisterung von der Menge aufgenommenen Ansprache erklärte der Duce folgendes: „Die Ereignisse, die mir erleben, sind von grandiosem Ausmaß. Aber wir glauben ihnen gewachsen zu sein. Was uns auch dieses Spätfrühjahr bringen mag, Italien wird ihm zu begegnen wissen. Könnte es anders sein mit einem jungen und entschlossenen Italien des Liktorenbündels, das heute vor einem Jahr in drei Tagen ein Volk befreite und binnen sieben Monaten ein afrikanisches Imperium eroberte? Dieses Italien haben wir gewollt und während 20 Iahten ununterbrochen, immer wieder von Siegen gekrönter Prüfungen geschaffen." Englische Kriegsschiffe in der Adria. Stockho 1 m,' 8. April. (Europapreß.) „Aston- bladet" berichtet am Sonntag in großer Aufmachung über d.ie im Mittelmeer festzustellende Spannung, die sich auf die Anwesenheit einiger englischer Kriegsschiffe in der Adria gründe. Das Blatt deutet in einer Meldung aus London an, daß beabsichtigt sei, die deutschen Frachtdampfer, die von der jugoslawischen Küste Bauxit und Aluminium in die italienischen Häfen T r i e st und Fiume befördern, möglicherweise in Zukunft in italienischen Geleitzügen fahren zu lassen. Moskau beobachtet aufmerksam. Moskau, 8. April. (DNB.) Die Moskauer Presse verfolgt weiter aufmerksam die von den englisch-französischen Kriegstreibern gegen die skandinavische Neutralität gerichteten Machenschaften. Unter der Ueberschrift ,;Der englisch-französische Druck auf die skandinavischen Länder" bringt die „Prawda" zwei Berichte aus Stockholm und Paris, worin unter Hinweis auf die von Hali Amsterdam, 8. April. (DNB.) Die Anstren- gungen der Westmächte zur Kriegsausweitung und Verschärfung der Blockade, wobei es nach den Darlegungen des französischen Blockadeministers M o n n e t nicht die geringste Rolle spiele, wenn weiter die deutschen Frauen und Kixider betroffen werden, werden von der Londoner Sonntagspresse sehr eingehenD besprochen. Die meisten Blätter machen das Thema zur Haupttyel- dung des Tages. So schreibt der diplomatische Korrespondent der „Sunday Times" u. a., die Regierungen Englands und Frankreichs hätten, so glaube man, gegenüber Skandinavien keinen Zweifel über die Umstände gelassen, unter denen sie sich „gezwungen fühlen würden, Schritte zu ergreifen". Parallel mit der „Klarstellung^ der Haltung der Westmächte gegenüber der Neutralität der skandinavischen ßänDe-r laufe die diplomatische Offensive auf dem Balkan. Sie beginne mit den Beratungen der nach London berufenen britischen Dertteter in den Balkanländern. Dem Plutokratenblatt entschlüpft dann das Eingeständnis, daß es England uns Frankreich wohl kaum möglich sein würde, die mit der verschärften Blockade zusammenhängenden Fragen zufri-edenstellend zu lösen, wenn man sich an dem Buchstaben des internationalen Rechtes halte. G a r v i n verkündet im „Observer", die F r ü h - jahrsofsensive, von der man während des ganzen Winters so viel gesprochen habe, habe jetzt tatsächlich begonnen. Sie sei von England und Frankreich an der wirtschaftlichen Front er- Englands . Belgrad, 8. April. (DNB. Funkspruch.) „Po litika" berichtet über die schwere Notlage der slowenischen Textilindustrie, da infolge der Beschlagnahme durch die britischen Kontrollbehörden die von jugoslawischer Seite im neutralen Ausland bestellte Baumwolle nicht geliefert worden sei. So hätten in Krainburg die großen Textilwerke „Textil-Indus" die Arbeitszeit auf drei Tage in der Woche beschränken müssen. Ebenso habe die Textilfabrik Jugotscheschka die Arbeitszeit verkürzt, während die Krainische Gummifabrik vor der völligen Arbeitseinstellung stehe. setzter Folge Europas „u .besetzt" wei staune — i 1938 in Ko v!e bas en; .entdeckt", i irisfszeittaff tischen Beo Macht. Soweit b lentrak. 6$ u bis Z steift und Sätze von ranöners Entlaß luf seine l Eßelt mit We. §s e ueber ei aste Zeh, las jemals artet» obei lud) nirg Beobachten lonnen. Es I Bdjauermän lerfpätete A lach London knbe Point Retjnaub ist c 11 Berlin, durchs stochte bas' Merjinb ai 165 General, st'chnen und' stn der Wel Hetzen ufw Mre fya Qletd der Dur U auf 21,9 Ai *Mur R-i- sh Ife St lut°maten i ben vorgeben, daß die Blockade allein den Krieg entscheiden könne, machen sich doch immer mehr skeptische Sttmmen bemerkbar, die der Ansicht sind, daß der Krieg nur auf militärischem Wege entschieden werden iönne. So erklärt die „Action Fran?aise", daß die deutsch-russische Zusammenarbeit tatsächlich eine ganz neue Lage geschaffen habe. Die russischen Rohstofflieferungen könnten es Deutschland in absehbarer Zeit gestatten, die Wirkung der Blockade in großem Ausmaß zunichte zu machen. Selbst wenn man annehmen würde, daß die Blockade ohne Lücken durchgeführt werden könnte, würde das nicht genügen, um Deutschland auf die Knie zu zwingen. Deutschland habe seit Jahren in Voraussicht eines Konfliktes große Vorräte an Rohstoffen und Lebensmitteln aller Art angehäuft. Man mülle zugeben, daß diese Reserven beträchtlich seien. Im übrigen werde Deutschland sich auch sicherlich nicht ohne weiteres der Blockade beugen, wenn sie ihm bedrohlich erscheinen würde. Norwegen will in Frieden leben. Erklärungen des norwegischen Außenministers. Oslo, 7. April. Der norwegische Außenminister Professor Koht betonte in seiner Rede vor dem Sterling, Norwegen wolle sein Seegebiet allein bewachen. Es wünsche seine Selbständigkeit aufrechtzuerhalten ohne Eingriffe von irgendwelcher Seite. Unter Bezugnahme auf den Erztransport durch norwegisches Gewässer erklärte, der Außenminister, die freie Fahrt für Handelsschiffe gelte für alle. Die friedliche Handelsfahrt mit schwedischem Erz sei voll gesetzlich. Diese Frage habe Norwegen mit beiden Kriegführenden besprochen und deren Einverständnis erhalten. Wenn Norwegen in gemeiner Weise davon abginge, würde es damit seine Neutralitätspflicht Ihre Sorgen. Die britisch-französische Einkreisungspolitik von Norden her mußte an ihrer eigenen Unwahrhaftig- keit und Unzulänglichkeit scheitern. Unter der Vorspiegelung wirksamer Hilfe für Finnland entfesselte man den Kriegsbrand im Norden, während man in Wahrheit nur Schweden und Norwegen in den Krieg gegen Deutschland hineinziehen und diesem den Bezug der schwedischen Erze unmöglich machen wollte. Gewitzigt durch die Erfahrungen mit Polen -bedankte sich der gesamte Norden für diese in letzter Stunde angebotene sogenannte Hilfe von ganzen 100 000 Mann, die angeblich irgendwo zur Verschiffung bereitgehalten wurden, und Finnland zog vernünftigerweise einen raschen, erträglichen Friedensschluß dem sicheren Untergang mit britischer Hilfe vor. So kamen die Herren an der Themse Posttag zu spät. Ob die Schilderhebung verletzen und wäre sofort mitten tm Kriege. Dies« Feststellungen sprach der norwegische Außenminister, ohne die letzte Note Englands an Norwegen zu er- wähnen. lieber die Neutralitätspolitik führte Koht weiter aus, ein neutraler Staat müsse gleiche Rechte und Regeln allen Ländern gegenüber anwenden, mit denen er in Verbindung stehe. Die- fern Grundsatz folge Norwegen mit peinlicher Sorg, falt. Norwegen habe vor dem Kriege selbst Neu- tratitätsregeln aufgestellt, die nach allen Seiten gerecht seien und den Rechtszustand genau festleg. ten. „Es wäre zum großen Schaden für unser Land, wenn wir uns zwingen ließen, von einer dieser Regeln abzugehen." Dor drei Monaten habe die britische Regierung gemeint, sie habe Grund zur Klage, weil Norwegen angeblich deutschen U- Booten Gelegenheit zur Operation in seinen Hoheits- gemässem gegeben habe. „Jetzt habe ich", so betonte der norwegische Außenminister, „mit großer Freude festgestellt, daß Chamberlain am 9. März zugab, daß nicht der geringste Beweis für diese englische Behauptung vorliege". Jetzt komme England mit alten und neuen Klagen gegen Norwegen. Man sei sogar so weit gegangen, die Wache in den norwegischen Gewässern in eigene Hände übernehmen zu wollen. Demgegenüber betonte der Minister den norwegischen Willen zur Selbständigkeit. Wenn England verlange, Norwegen solle gegen „technische Neutralitätsverletzungen" nicht so streng protestieren, so müsse man feststellen, solche Verletzungen könnten schwere Folgen haben. Durch sie könne Norwegen schnell in den Krieg gezogen werden, wenn es sich nicht dagegen wehre. Der Außenminister schkvß seine Rede mit folgendem Satz: „Wir fragen uns, ob wir nicht das Recht haben, unser. Le benin'Friedenzuführen. Wip kleinen Nationen würden uns freuen, wenn die Kriegführenden ihre Worte von der A ch t u n g d e r Rechte der kleinen Nationen in die Tat umsetzen würden." Zur Lage. Don Major a. O. von Reifer. Ein ereignisreicher Kriegsmonat liegt hinter uns. Unsere Luftwaffe hat wiederum mehrfach ihre große Ueberlegenheit über die englische bewiesen. Der russisch-finnische Krieg ist beendet, die West- mächte haben in Skandinavien eine entscheidende politische Niederlage erlitten. Ihr Versuch, Italien mit brutalster wirtschaftlicher Vergewaltigung unter ihren beherrschenden Einfluß zu bringen und von Deutschland zu trennen, ist durch das deutsch- italienische Kohlenabkommen völlig zunichte gemacht worden. Die überraschende Zusammenkunft von Führer und Duce auf dem Brenner hat die unverbrüchliche deutsch - italienische Freundschaft vor aller Welt erneut bekräftigt. Scapa Flow und Sylt, schärfer als mit diesen beiden Namen kann der klaffende Abstand zwischen erfolgreicher deutscher und erfolgloser britischer Luftkriegsührung nicht gekennzeichnet werden. In stürmischer Märznacht bei 20 bis 30 Grad Kälte in den oberen Luftschichten fliegen deutsche Kampfflieger fast 900 Kilometer weit, werfen über die versammelte Homesleet trotz der Flakabwehr aus vielleicht tausend Rohren eine große Anzahl Bomben ab, vernichten eines der stärksten Schlachtschiffe fast völlig, beschädigen drei weitere Schlachtschiffe und zwei kleinere Schiffe sehr schwer und kehren ohne jeden Verlust nach dem heimatlichen Flughafen zurück. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit der britischen Schlachtflotte ist mit einem Schlage gebrochen: Sie hat unter stärksten Verlusten eine schwere Niederlage erlitten, obwohl nur ein verschwindend geringer Teil der deutschen Kampfflieger zum Angriff angetreten war. Dagegen Sylt! Die britischen Flieger hatten es erheblich leichter, sie flogen bei gutem Angriffswetter, ihr Flugweg war nur etwa halb so lang wie der der deutschen Flieger. Trotzdem brachten ihre sechsstündigen Angriffe mit einer großen Zahl von Flugzeugen Und einem Abwurf von etwa 100 Bomben nicht den geringsten praktischen Erfolg, dafür aber einen englischen Verlust von mindestens 6 Kampfflugzeugen. Eine kluge Seekriegleitung hätte geschwiegen. Statt dessen wurde ein großer Luftsieg in die Welt hinaus trompetet, der durch neutrale Pressevertreter prompt in seiner ganzen Nichtigkeit entlarvt wurde. Die Welt lachte, und mit Recht, umsomehr, als nur 24 Stunden nach dem angeblichen britischen Luftsiege über Sylt wie- herum in der Höhe von Scapa Flow durch deutsche Kampfflugzeuge aus einem — angeblich so sicheren — britischen Geleitzuge heraus 9 Kriegs- und Handelsschiffe mit 42 000 Tonnen Raumgehalt versenkt wurden. Auch der U-Boot-Krieg geht in voller Stärke weiter, schon sind im ganzen über 2 Millionen Tonnen britischen und England nutzbaren neutralen Schiffsraumes auf den Grund des Meeres geschickt worden. Die Zahl der neutralen Reedereien, die ihre Schiffahrt nack den britischen Todesküsten einstellen, mehrt sich. Armer Seelord, wir verstehen Die Kriegsausweitungspläne der Plutokraten Englisch-französische Noten an Skandinavien. clique. Amtlich verlautet in London, daß Halifax die am Montagnachmittag stattfindende Sitzung im Außenamt leiten wird. Die britischen Botschafter von Moskau und Ankara, ebenso wie die britischen Gesandten von Bukarest, Belgrad, Budapest, Sofia und Athen werden zugegen sein. Eine weitere Besprechung ist für Dienstag, 15 Uhr, in Aussicht genommen. Die britischen Vertreter werden dann nochmals im Außen- amt ,Sitzen", und mindestens eine weitere Besprechung wird noch gegen Ende der Woche im Blockadeministerium stattsinden. Sowjetrußland und Finnland. Moskau, 8.April. (DNB.) Die (Somjetre- gierung hat ihren bisherigen Gesandten tn Riga, Iwan Soto w, zum Gesandten inHelsinki ernannt. Damit sind die regulären diplomatischen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Finnland wieder aufgenommen. lieber die Betrauung eines neuen finnischen Gesandten für Moskau verlautet hier zur Zeit noch nichts.. DagegOi weilt Minister Paafikivi mit feinen Mitarbeitern feit dem Friedensschluß in Moskau, wo über zahlreiche laufende Fragen der sowjetisch-finnischen Beziehungen verhandelt wird, die mit der Grenzziehung, der Vorbereitung von Wirtschaftsbesprechungen u. dgl. zusammenhängen. Rom, 8. April. (Europapreß.) Di« römisch« Presse stellt das Vorspiel zu der Generaloffensive der West möchte gegen die Neutralen in den Vordergrund ihrer Betrachtungen. Sie stellt fest, daß die von London an Stockholm und Oslo gerichtete Note von London zwar noch immer nicht veröffentlicht worden sei, daß aber ihr in den Hauptzügen bereits bekannt gewordener Inhalt einer ständig wachsenden Erregung und Abwehr bei allen Neutralen begegne. Die Besorgnisse in Schweden und Norwegen dauerten unvermindert an. Auch in Paris ist nach den Berichten der italienischen Korrespondenten die Hauptaufmerksamkeit auf die Verstärkung der Wirtschaftsblockade und deren unvermeidliche Folgen gerichtet. In einem Teil der französischen Presse zeige sich aber, so berichtet der Pariser Korrespondent der „Voce d'Jtalia", wachsende Verstimmung gegenüber den Balkan ft aaten. Das sei auf Die unfreundliche Reaktion dieser Staaten auf die Pläne der Westmächte zurückzuführen. Anscheinend sei diese Reaktion viel schärfer, als man dies in London und Paris vorausgesehen habe. Bei dem englischen Versuch, plötzlich in die früher gemiedenen Balkanmärkte einzubringen, handele es sich, wie „Popolo di Roma" unterstreicht, ebenso wie bei den Vorbereitungen zur illegalen Verschärfung Der Blockade im Norden nur um den verschleierten Versuch, jene Staaten und jene Neutralen unter Druck zu setzen, die sich weigerten, an dem heiligen Krieg gegen den Nationalismus" teilzunehmen, weil dies weder ihr Krieg, noch gar ein heiliger Krieg ist. In Ermangelung eines Kreuzzuges gingen die Westmächte nunmehr darauf aus, einen, wenn irgend möglich, allgemeinen Brand zu entfeffeln. Eine erste energische Antwort auf die Londoner Drehungen hat Deutschland, wie Der Berliner Vertreter Des „Giornale d'Jtalia" unterstreicht, in Der abgelaufenen Woche an England erteilt, als die deutsche Luftwaffe ttotz ungünstiger Witte- rungsverhältnifse blitzarttge, erfolgreiche Aktionen gegen Scapa Flow und Die Orkney-InsKn, sowie verschieDene bewaffnete Geleitzüge unternahm. Auf die Drohung mit Der Aushungerung hat Deutschland prompt mit Bomben von 250 und 500 Kilogramm geantwortet, während die Angriffsversuche englischer Flugzeuge durch die deutsche Luftabwehr ein vorzeitiges Ende fanden. Warum die Engländer unpopulär sind. Amsterdam, 7. April. (DNB.) „Financial News" veröffentlicht den Bries eines Engländers aus Kopenhagen, in dem sich dieser zu den Auswirkungen äußert, die das Absinken des englischen Pfundes im neutralen Ausland hervorruft. Der Engländer schreibt u. a., auf seinen Reisen im neutralen Ausland habe er allmählich entdecken müssen, daß die Engländer t eine s m e a s populär im neutralen Europa seien, seitdem das Pfund Sterling zu sinken an- aefangen habe. Neutrale Geschäftsleute erzählten ihm alle dieselben Geschichten und wiesen Darauf hin, daß, wenn sie mit Großbritannien mehr Handel trieben, sie auch immer mehr Geld verlören. Dänemark sei ein gutes Beispiel dafür. In England wundere man sich, warum die neutralen Länder die Engländer nid)t mehr liebten, aber, so bemerkt der Briefschreiber, einige dieser neutralen Länder betrachteten die Engländer als Wirtschaftsdiktatoren, die ihre Preise selbstherrlich festsetzten. Der Briefschreiber habe Gelegenheit gehabt, in den Balkanländern ähnliche Beschwerden gegenüber England zu hören. Der Druck aus Slandmavien Amsterdam, 7.April. (Europapreß.) Der englische Außenminister Lord Halifax hat Den Ge- farnbten Schwedens und Norwegens in London Noten für ihre [Regierungen übermittelt. Ebenso hat die französische Regierung Den schwedischen und norwegischen Gesandten in Paris Noten zugestellt, die sich mit den englischen Noten inhaltlich decken. lieber Den Inhalt der Noten verlautet nach Presse- meldungen, sie enthielten die Aufforderung an die beiden skandinavischen Länder, ihre Neutralität „nickt weiterhin zum Vorteil Deutschlands und zum Nacyteil Der Westmächte" auszulegen. Falls die beiden neutralen Länder infolge ihrer militärischen Schwäche nicht in der Lage seien, die ..Mißbräuche" Deutschlands zurückzuweisen, dann müßten die Westmächte es als ihre „internationale Pflicht" betrachten die chnen notwendig erscheinenden Schritte zur Beseitigung dieser „Mißbräuche" zu ergreifen. Die Noten brächten ferner zum Ausdruck, daß die Westmächte, falls die skandinavischen Länder auf diesen klaren Ruf zur Ordnung hin Den Westmächten nicht freimillia die Wahrung ihrer Neutralität übertrügen, Die Drohung Chamberlains mit der E n t z i e h u n g der Rohstoffe und sonstigen Er Zeugnisse des englischen und französischen Imperiums, sowie mit Der Rationierung ihrer Einfuhr wahrmachen würden. Die Frage Der „Verschärfung Der B 10 ckaDe" nimmt in Der französischen Presse weiterhin einen großen Raum ein. Die Ansichten über die Wirksamkeit Der BlockaDe sinD aber keineswegs einheitlich. Während einige Blätter zu glau- öffnet worden. Die Hindernisse, Die bisher einer „totalen Blockade" im Weg gestanden hätten, wür-- Den jetzt „roegaefegt". Die Hauptwaffe Eng- lanDs in Diesem Kampf sei sein GelD, so ver- künDet dieser würdige Vertreter Der Plutokraten- Mächte wieder zu heben. Vorläufig wird das mißglückte Einkreisungsspiel im Norden mit verstärkter Kraft auf dem Balkan fortgesetzt, wo das rumänische Del dl« gleiche Anziehungskraft auf die Westmächte ausübt wie das schwedische Erz. Die lügnerische Behauptung, Deutschland habe Rumänien ein Wirtschaftsultimatum gestellt, ist von der rumänischen Regierung sofort scharf zurückgewiefen, der britische Reuterver- treter binnen 24 Stunden ausgewiesen worden. Rumänien rüstet mit aller Macht, um seinem unbedingten Willen zur Erhaltung des Friedens Ausdruck zu verleihen, auch der vulgarische Minister- Präsident hat in schärfster Form erklärt, daß sein Land.seine Neutralität mit allen Mitteln verteidigen werde. Das Deutschland und Italien direkt benachbarte und befreundete Südslawien wird ganz gewiß kein williger Helfer der britisch-ftanzösisthen Pläne sein. Auch Griechenland und selbst die Türkei haben nur den einen Wunsch, aus Dem Kriege yerausgelassen zu werden. Das ist die Lage au Dem Balkan; auch hier scheint Das Spiel für Die Kriegstreiber in London und Paris schon heute verloren. Soviel Mißerfolge für die Westmächte, soviel Erfolge für Deutschland. Sein Wirtschaftsverkehr mit dem Norden und Südosten entwickelt sich immer günstiger, fester denn je steht Italien an feiner Seite, und der Friedensschluß im Norden erleichtert Sowjetrußland die Erfüllung seines Wirt- schaftsabkommens mit dem Deutschen Reiche. Das deutsche Volk kann mit größter Zuversicht in die Zukunft blicken und fest auf die Worte feines Führers am Heldengedenktage vertrauen: „De^Mon Den kapitalistischen Machthabern Frankreichs?mnd Englands dem Großdeutschen Reich aufgezwungene Kriea muß zum glorreichsten Sieg der deutschen Gescyichte werden." Strategisch und politisch ist die Hunger- blockade der Plutokratien gegen d i e Neutralen in vollem Gange. Die Offensive richtet sich zunächst gegen Skandinavien, denn Lord Halifax hat die Gesandten von Schweden und Norwegen zu sich kommen lassen, um ihnen ein Schriftstück auszuhändigen, das zunächst noch als diplomatisches Geheimnis behandelt wird. Nach allem, was oorausgegangen ist, dem Piratenstreich des „Cossack", der Bereitstellung des 100 000-Mann- Heeres, Das in Norwegen und Schweden eindringen ollte, der offenen Drohung, sich um die neutrale Dreimeilenzone an der norwegischen Küste nicht mehr zu kümmern, leidet es keinen Zweifel, daß das von Lord Halifax überreichte Schriftstück sich g e g e n Die Neutralität Skandinaviens richtet. Weil die gewissenlosen Plutokraten, die England und Frankreich regieren, sich verspekuliert hoben, weil sie erkannt haben, daß Deutschland Durch die HungerblockaDe nicht überrannt werden kann, deshalb Der verbrecherische Versuch, im Norden und Süden neue Kriegsschauplätze zu schassen. Daß die Note der Plutokratien an Norwegen und Schweden, Die sehr umfangreich sein soll, sich nicht mit nebensächlichen Dinqen beschäftigt, wird Dadurch bestätigt, Daß wie auf Kommando die Berichterstatter Der skandinavischen Presse in London sich abmühen, Dieser Diplomatischen Offensive Der Westmächte eine harmlose Deutung zu geben. Selbst wenn Die skrupellosen Deutepolitiker in London nicht gleich soweit gegangen finD, um Den skandinavischen Staaten gewissermaßen Die Pistole vorzuhalten, so entspricht das durchaus Der englischen Taktik. Die Gefahr liegt eben darin, daß die Neuttalen Überhaupt erst einmal Da$u gebracht xverden sollen, mit den Plutokratien darüber zu verhandeln, was Neutralität ist. An und für sich konnte es darüber keinen Streit geben, daß die Dreimeilenzone völkerrechtlich geschützt und daß es völkerrechtswidrig ist, den Außenhandel Der Neutralen zu kontrollieren und zu begrenzen. Die Neutralen müssen heute selbst einsehen, weich' große Gefahr ür sie darin gelegen hat und noch liegt, sich nicht ofort mit aller Energie gegen das Pircttentum der Engländer zur Wehr gefetzt zu haben. Dieser Seeräuberkrieg, Der Die Neutralen, soweit ie Schiffahrt und Handel treiben, in Der Haupt- ach« trifft, kann und wird Deutschland nicht niederzwingen. Die Gangster in London machen sich nun stark, jede-Einfuhr nach Deutschland zu verhindern, sei es zu Wasser oder zu Lande. Von neutraler Seite ist schon darauf aufmertfam gemacht worden, daß Die Ausweitung des pluto- kratifchen Handelskrieges den Westdemokratien, insbesondere England, schwer schöben muß. England kann nur exportieren, wenn die neutralen Länder kaufen können, was wieder voraussetzt, daß diese neutralen Länder imstande sind, ihren Außenhandel irgendwie aufrechtzuerhalten. Darum arbeitet die Zeit für Deutschland, das ruhig märten kann, bis der englische Außenhandel infolge der Schisfsraumverluste und des Kaufkraftschwundes Der Neutralen zusammen schrumpft. England rechnet selbst mit dieser Entwicklung, Der es zuvor- zukommen sucht dadurch, daß es den Kriegsschauplatz ausweitet, sei es mit den Sammetpfötchen nplomatischer Verhandlungen, oder mit den Krallen einer offenen Drohung. Die Halifax-Note an Skandinavien ist so etwas wie ein Sammetpfötchen, in dem die Krallen verborgen sind, die die Neutralen in den Krieg hineinzerren sollen. Wer zu solchen Methoden greift, der gesteht, ob er will ober nicht, daß er oabanque spielt, daß er zu allen Mitteln seine Zuflucht nimmt, um den tödlichen Schlag von sich abzuwenden ober solange wie möglich hinauszuschie- töte Sie I -NC ben Sw Wint Ä i ’i MW ... W O: WMM r MH" W- ' z--).-:^k:.?#;*v " > • * M •‘Jt* *’ -MM 5/r LL -■ , vor dem 1. Mai zum Wehrdienst einberufen v>rden, steht danach in der Regel für das lausende llrlaubsjahr kein Urlaubsanspruch zu. Eine Abgel- iung kommt daher insoweit auch nicht in urafle- Der Minister teilt weiter mit, daß Gefolgschafts- ntgliebern aus dem geräumten Gebiet ein Urlaubs» nfpruch, der bei der Räumung bereits bestand, wie btt ausgeschiedenen Gefolgschaftsmitgliedern durch bin früheren Unternehmer abzugelten ist. gend marschieren sie durch die Nacht. Weiter vorne machen wir Halt, um nach dem „Woher" und „Wohin" zu fragen. Es sind Truppenteile einer Division, die aus der Ruhestellung kommt, und nun nach vorne vorrückt,, um die Kameraden einer anderen Division abzulösen. Der Kompaniechef erzählt uns, daß alle seine Männer froh sind, daß sie wieder einmal ganz vorne an der Front eingesetzt werden sollen. Man ist gespannt auf die Landschaft und auf die besonderen Verhältnisse in dem künftigen Frontabschnitt, in dem sie nun die Wacht an der Grenze übernehmen sollen. Diese Männer waren schon einmal in der vordersten Linie eingesetzt. Sie haben dann eine lange Ruheperiode erlebt, in der die Ausbildung weitab von der Front vervollständigt wurde, in der es zeitweise strammen Exerzierdienst gab, und nun fühlen sie sich wieder richtig als alte Frontsoldaten. Frohgemut ziehen sie ihre Straße. Wenn der Morgen graut, bann sind sie auch schon in dem neuen Standquartier angelangt, dann werden sie sich dort, wo bisher die abzulösenden Truppen ihre Unterkünfte bezogen hatten, so bequem wie möglich einrichten. Eine Division wird abgelöst! Das ist ein Unternehmen, das umfangreiche Vorbereitungen erfordert und dann mit größter Sorgfalt durchgeführt wird. Lange vorher haben die Generalstabsoffiziere in den hohen Stäben den Zeitpunkt der Ablösung durch die einzelnen Regimenter genau festgelegt. Ebenso natürlich auch die An- und Abmarschwege und die Marschzeiten. Dabei kommt es naturgemäß darauf an, daß sich sämtliche Truppenbewegungen reibungslos vollziehen und daß die Straßen nicht verstopft werden. Jedes Regiment und jedes Bataillon hat feine genau festgelegten Marschbefehle. Sie müssen unbedingt eingehalten werden. Ebenso muß sofort der Munitions- und Verpflegungsnachschub sichergestellt werden. Wenn bann bie neuen Vorfelbkompanien ihre Stellungen bei den vorbersten Postierungen bezogen haben, erfolgt ber Abmarsch der ab gelösten Truppenteile. Auch sie haben schon vor einigen Tagen ihre genauen Marschbefehle bekommen. Und die ersten Marschziele sind jedem Bataillon bekannt. An ber vorbersten Front werden die neu angenommenen Männer in ihre Stellungen eingewiesen, man zeigt ihnen am Scherenfernrohr bie Stellungen des Feinbes, macht sie auf die besonders gefährde- ten Punkte aufmerksam und gibt ihnen noch allerlei gute Ratschläge, die sich auf die zweckmäßigste Einrichtung ber Unterstände, der Postenverteilung, und auf den täglichen Verpflegungsnachschub beziehen. den skandinavischen Gesandten am 5. April über-1 reichte Note Vermutungen ber schwedischen Presse rviedergegeben werben, wonach diese Note, bie bis jetzt geheimgehalten werbe, den Zweck habe, auf bie Regierungen Schwebens und Norwegens einen neuen Druck auszuüben. Entsprechende Noten habe Reynaud in Paris den skandinavischen Gesandten überreicht. Dabei wird hier bie Wendung der betreffenden Havas-Meldung hervorgehoben, daß diese Noten bezweckten, „die Position der Alli- erten im Zusammenhang mit der Neutralität der kandinavischen Länder zu klären". Amerikanische Schiffsverkäufe. R o m, 8. April. (Europapreß.) Der Sonderbienst des ,,®iornale d'Jtalia" Sonntagsausgabe) berichtet aus Reuyork, daß seit Kriegsbeginn 90 Dampfer derVereinigtenStaatenmit einer Wasser- Verdrängung von insgesamt 364 000 Brt. an bas Üluslanb verkauft bzw. im Auslanb registriert worden [eien. 119 300 Brt. Schiffsraum feien an Eng- lanb und Frankreich, ber Rest an Griechenland), Panama, Belgien und Brasilien abgegeben worben. Der Krieg der Ausbeuter Mehr als ein Viertel ber bewohnbaren Erbe ist in Englands Hand. Nicht genug damit, raubte es als „Mandate" auch noch den Großteil deutscher Kolonien, obwohl es nicht in der Lage ist, seinen eigenen Kolonialbesitz nutzbringend zu verwalten. Ein Engländer selbst bestätigt es in ber ßonboner Finanzzeitschrift „The Economist“ (August 1939): „Der jüngste Bericht des Wirtschaftsbelrates für den Ernährungsstand Im britischen Kolonialreich läßt einen gefährlichen Zustand von Unterernährung in vielen Gebieten erkennen. Seine Ursachen sind wirtschaftliche Unzulänglichkeit, Gleichgültigkeit in der Bekämpfung von Seuchen und frühe Sterblichkeit." Dasselbe England aber, das so gerichtet wird, sprach Deutschland „die Fähigkeit zum Kolonisieren" ab und stahl uns in seiner unersättlichen Gier den kolonialen Lebensraum. Um ihr Ausbeutungssystem zu verewigen, haben die Plutokraten dem Reich den Krieg erklärt, denn ihr Reichtum beruht allein auf der Verelendung der unterdrückten Massen. Der Sozialismus ist ihr größter Ieiud! Die Kameraden der alten Vorpostenbesatzung erzählen von den Ergebnissen der letzten Spähtrupp unternehmungen und helfen ihnen, sich schnell in die neue Lage einzuleben. Auch hier Muß sich wieder einmal die Kameradschaft der Front bewähren. Einer hilft dem anderen die schwere Aufgabe zu erleichtern. Und wenn bann bie abgelösten Posten den Rückmarsch antreten, dann reichen sie sich kameradschaftlich die Hand und verabfchieben sich mit einfachem Wunsch: „Mach's gut, Kamerad!" In den rückwärtigen Stäben haben inzwischen auch die Bataillons- und Regimentskommanbeure der ablösenden Division die einzelnen Frontabschnitte offiziell übernommen. Auch die Kommandeure haben sich über die befonberen Verhältnisse in den jeweiligen Abschnitten ausgesprochen, so daß jeder von ihnen genau im Bilde ist über die Feindlage, über die besonderen Geländeverhältnisse und über das bisherige Verhalten bes Feindes-in bem betreffenden Abschnitt. So vollzieht sich die Heb ergäbe aller Kommanbostellen automatisch, vom Führer ber Gefechtsvorposten über bie Führer ber Vorfelbkompanien, ber Bataillonskommanbeure unb ber Re. gimentskommandeure bis zum Divisionskommandeur. Wenn alle Vorpostenstellpngen, alle Gefechts- stände und alle Quartiere von der ab lösenden Truppe übernommen worden sind, dann übergibt Öder bisherige Divisionskommandeur seinem )lger den Divisionsabschnitt. Dann kann auch der abgelöste Divisionsstab den Rückmarsch in bie zugewiesenen Ruhequartiere antreten. Zu diesem Zeitpunkt haben die ersten abgelösten Regimenter in der Regel schon ihre ersten Rastquartiere weit hinter der Front bezogen. Eine Division rückte in die Front ein, eine andere marschierte zurück in das rückwärtige Armee- gebiet. Das bedeutet in der Praxis, baß ein ungeheuer komvlizierter Apparat innerhalb kürzester Frist in Bewegung gesetzt würbe, bei dem jede einzelne Bewegung mit ber Präzision eines Uhrwerkes abrollen muß. Nur wer die bis ins kleinste alles erfassende Organisation der deutschen Wehr« macht kennt, kann sich eine ungefähre Vorstellung von einem solchen Vorgang machen. Wartender Westtvallrecke^ WK.-Atlanttk-Mj SJ.Jpor/ Spiele um die Knegsmeisterschast der Bezirksklaffe Spieloereinigung 1900 — Sportfreunde Wehlar 4:1. Bei herrlichem Fuhballwetter und mit reichlicher Verspätung betraten beide Mannschaften den Platz. Die Gäste, die im Spiel gegen den VfB.-R. gut gefielen, konnten diesmal nicht überzeugen. Der eingestellte Ersatz machte sich stark bemerkbar. Die neuen Gesichter, die man bei den Blau-Weißen sah, bedeuten unbedingt eine Verstärkung. Gleich zu Beginn des Spieles schuf der Sturm der Blau-Weißen gefährliche Situationen vor des Gegners Tor. Lediglich die verstärkte Abwehr und vor allem der ausgezeichnete Tormann ließen vorerst Erfolge nicht zu. Ein schöne Kombination von Kraft zu Balz schoß letzterer in aussichtsreicher Stellung über das Tor. Die Ueberlegenheit der Blau-Weißen wurde immer stärker, und Pechauscheck konnte einen vom Rechtsaußen zurückgespielten Ball an dem Tor- man, dem die Sicht versperrt war, vorbei zum 1:Q einschießen. Wenige Minuten später erhöhte Balz durch einen Bombenschuß auf 2:0. Wieder war es Balz, der eine Vorlage Krafts aufnahm, beide Verteidiger umging und unhaltbar einschoß. Mit 3:0 ging es in die Pause. Auch nach der Pause hielt die Ueberlegenheit der Blau-Weißen an. Die vereinzelten Durchbrüche der Gäste wurden meist schon von der Läuferreihe abgestoppt. Die Blau-Weißen kamen durch Kraft zu einem weiteren Treffer, während die Wetzlarer durch ihren Rechtsaußen ein Tor aufholen konnten. Deutschland-tlngam 2:2. Vor 100000 Zuschauern' Aus dem erhofften deutschen Sieg im 15. Fußballländerkampf gegen Ungarn, der am Sonntag vor rund 100 000 Besuchern im Berliner Olympia-Stadion vor sich ging, ist leider nichts geworden. Die deutsche Mannschaft, die im Herbst im ersten Kriegs- Länderspiel in Budapest mit 1:5 unterlegen war, mußte sich mit einem Unentschieden von 2:2 (2:2) Toren zufrieden geben, ein Ergebnis, das den Leistungen beidhx Mannschaften im großen und ganzen auch gerecht wurde. Das Ländertreffen hatte im Olympia-Stadium wiederum einen prächtigen Rahmen gefunden. Der Besuch übertraf alle Erwartungen; vollbesetzt waren die flaggengeschmückten Ränge, und rund 100 000 Fußballfreunde wurden Zeugen eines schönen und in echt sportsmännischem Geist geführten. Kampfes. Die Mannschaften. Deutschland: Klodt; Janes, Billmann; Kupfer, Rohde, Kitzinger; Lehner, Gauchel, Conen, Binder, Pesser. Ungarn: Csikos; Pakosdi, Biro; Kiraly, B. Sarosi, Balogh; Kincses, Suetoe, Toldi, Toth, Ka- locsai. 2:2 bei der Pause. Der Kampf begann für Deutschland vielversprechend', denn schon nach drei Minuten landete der Ball zum erstenmal im Retz der Gäste. Janes spielte zu Kitzinger, es folgte eine Steilvorlage zu Pesser und dessen Flankenball nahm Gauchel aus der Luft und schmetterte ihn unhaltbar ins ungarische Tor. Die Freude im deutschen Lager dauerte indessen nicht lange. Vom Anstoß weg drang der ungarische Sturm in den deutschen Strafraum vor, Toldi strauchelte, behielt aber den Ball am Fuß und hob das Leder blitzschnell über den verdutzten Klodt hinweg ins Retz. Es entwickelte sich ein schneller und schöner Kampf. Die deutsche Elf spielte einfach und schmucklos, den Erfolg auf dem kürzesten Weg suchend, während die Magyaren oft allzu „verspielt" wirkten. In der 25. Minute hieß es aber 2:1 für Deutschland, als Binder nach einem blitzschnellen Stellungswechsel im Jnnensturm zum Schuß kam und unhaltbar für Csikos ins Schwarze traf. Der Kampf erreichte seinen Höhepunkt. Auf beiden Seiten wurde sauber zusammengespielt, hart, aber fair um den Ball gekämpft. Viele gute Schüsse wurden abgefeuert, aber sicher von den beiden Schlußmännern gehalten. Eine Minute vor der Pause kamen die Gäste durch einen Glücksschuß von Sarosi aus 30 Meter Entfernung überraschend zum Gleichstand. Zweite Halbzeit. In den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit sah es so aus, als steuerte die deutsche Elf einem sicheren Sieg entgegen. Das Spiel wurde noch schneller. Zeitweise sah man glänzende Zusammenarbeit in den deutschen Reihen, doch im Sturm fehlte der krönende Torschuß. In den letzten 20 Minuten ließ die deutsche Elf nach und in gleichem Maße verstärkten die Ungarn ihre Angriffe. Es sah recht bedrohlich vor dem deutschen Tor aus, aber die Ungarn kamen an der aufopfernd arbeitenden deutschen Abwehr nicht vorbei. Auch der deutsche An- griff raffte sich in den Schlußmchuten noch einmal auf, ohne aber eine Verbesserung des Ergebnisses herbeiführen zu können. Der Taa des Rudersportes in Gießen. Am „Tag des deutschen Rudersportes" führte auch die GRG. 1877 eine Feierstunde durch. Durch Urlauber und Soldaten konnte eine starke Mannschaft aufgestellt werden, der sich die Alten Herren anschlossen. Auf dem Bootshausplatz war das geschmückte Rennboot, das feine Taufe erhalten sollte, aufgebaut. Auf das von Bromberg zugleich für alle deutschen Rudersportvereine erteilte Kommando wurde die Fahne des RSRL. auf dem Bootshaus gehißt. Dann hörten die Teilnehmer die Ansprache des Reichssportführers von Tschammer und Osten, die in einem Bekenntnis zu einem neuen Einsatz und in dem Gruße an den Führer ausklang. Rach den gemeinsam gesungenen Liedern der Nation schilderte Reichsfachamtsleiter Pauli die Opfer und Leiden der deutschen Ruderer in dem wiederbefreiten Korridorgebiet und ein weiterer Vertreter widmete den Gefallenen und den Ermordeten ein schlichtes Gedenken, während die Weisen vom guten Kamerad erklangen. Nach einer kurzen Pause sprach Reichsfachamtsleiter Pauli den Vorspruch für die Taufe der als Ostlandspende bestimmten Boote. In Gießen gab die Sportlerin Leib dem Vierer den Namen „Deutsche Treue — Gießen GRG. 1877". Dann klangen die Kommandos zum Fertigmachen und anschließend gab d-er Reichssportführer von Tschammer und Osten das Startzeichen für den deutschen Rudersport, das zugleich als Auftakt der Uebungen im neuen Jahr gilt. Auch die GRG. brachte einige Boote zu Wasser, die ihre erste Fahrt bis an den Felsen antraten. Im Anschluß an die Feierstunde wurde im Bootshaus dem Sportkameraden Karl Joedt der Ehrenbrief des Bereiches XII überreicht. Vereinsführer Studienrat Scharmann konnte dazu auch den bisherigen Bezirksführer des NSRL., Hauptmann Dr. Sch a e f e r , begrüßen. Fachwort Becker umriß die Verdienste Karl Joedts um die GRG., wies auf feine außerordentlichen Erfolge hin und sprach anerkennend von seiner jahrzehntelangen Arbeit um die Ertüchtigung der Jugend. Weiterhin erinnerte er daran, daß Karl Joedts' Name in allen wassersporttreibenden Städten Westdeutschlands einen guten Klang hat. Der Fachwort verband damit die besten Wünsche der Sportkameraden und gab der Hoffnung Ausdruck, daß er noch lange Jahre seine wertvollen Erfahrungen der GRG. zur Verfügung stellen möge. Mit dem Treugelöbnis an den Führer wurde der feslliche Akt beschlossen. Eine Sammlung für das WHW. erbrachte einen Betrag von 30,— RM. In gleicher Weise wie die GRG. hat auch der Ruderklub „Hassia" den „Tag des deutschen Ruder« sportes" begangen. Eine stattliche Anzahl von Sportfreunden scharte sich um die Fahne, neben der das Hakenkreuzbanner und der DereiyGwimpel wehten^ Es wurden dann einige Boote zu Wasser gelassen, darunter eines von weiblicher Jugend besetzt, die sich an der Fahrt auf der Lahn beteiligten. Nach der Uebertragung saßen die Klubkameraden und Ruderfreunde noch im Bootshaus zusammen und gaben ihren Beitrag zum Kriegs-WHW. • Volksschädlinge wurden entlarvt. NSG. Einer unerhörten Betrugsaffäre kam man in Groß-Zimmern bei Dieburg auf die Spur, tonnte sie aufdecken und die Schuldigen der Bestrafung zuführen. Seit geraumer Zeit wurde dort beobachtet, daß eine Frau Wiedekind aus Klein-Zimmern durch den Spediteur Pull« mann in Groß-Zimmern große Lebensmittel« lieferungen nach Frankfurt a. M. ausführte. Deb Ortsgruppenleiter, dem diese Geschäfte auf fielen, er« stattete Anzeige. Die Geheime Staatspolizei, dis daraufhin zugriff, konnte in Frankfurt a. M. eins derartige Lebensmittellieferung, di« an den Juden Blum gerichtet war, sicherstellen. Die Lieferung enthielt: zwei Schock Eier, zwei Gänse, einige Hüh« ner und eine Ziege, Butter, Käse und Hülsen« fruchte. Als die Bevölkerung von Groß-ZimmerN von diesen schmutzigen Geschäften erfuhr, machte sie Miene, die Beteiligten sofort zu bestrafen. Die! Polizei mußte daher diese außerhalb unserer Ge- meinschast stehenden Subjekte in Schutzhaft nehmen. Der Jude sowohl, wie seine Helfershelfer sehen einer exemplarischen, dem gesunden Dolksempfinden gerechtwerdenden Bestrafung entgegen. Es wird ihnen dabei klar gemacht werden, daß Lebensmittelschiebungen im nationalsozialistischen Reich als Verrat am Leben der Nation geahndet werden. Hmlptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter b<9 Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für PolttH Feuilleton und VUder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neunen Druck und Verlag: Brühlsche Uuiversitätsdruckerei R. Lange K. G. BerlagSleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenletter: Hans Beck, Berantworüich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.5. Vereine Gießen (AHcenstraße 30). Offenbach-Bieber, Kassel, den 6. April 1940. 1790 D Ein Ufa-rilm mit Woche verlängert I ßeschäftsdrucksacheh ö Rechnungen ,. ■ Ihrer Kleiderkartei !r!e!blatte5IX Briefumschläge Ufa-Wochenschau Heute Montag s N Achtung! Die 2. Wieviel Punkte Geraldine Katt Ursula Herking Rene Deltgen Carl Raddatz Rudolf Platte Paul Henckels Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Schraner Familie Gustav Bergen Familie Otto Bergen. Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstr. 7 Ufa-Kulturfilm Erstaufführung Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. April, um 15.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Spielleitung: Johannes Guter Mit überlegenem Humor, mit Scharm und Witz schildert dieser spannende Ufa-Film die Erlebnisse einer kleinen, entzückenden Studentin, die der Ruhm eines Sherlock Holmes nicht schlafen und hinter einem „großen Unbekannten“ herjagen läßt, der ihr einen Reinfall nach dem andern bereitet! Mersverelnlgung Oer Damen 1890-1940 MMMllkMsl Donnerstag, den 11. April 1940 abends 81/2 Uhr im Schivkavak Bahnhofstr. [01317 Alten-Buseck, Gießen-Wieseck, den 7. April 1940. Die Beerdigung findet Dienstag, 9. April, nachm. 2l/» Uhr, vom Sterbehaus, Alten-Buseck, Flußstraße 4 aus statt. 1791 D Der Feuerteufel — die Geschichte des Kärtner Freiheitskämpfers Valentin Sturmegger. Ein Großfilm der Bavaria - der in wunderbaren erhebenden Bildern das Lied von der Befreiung Kärntens singt. Ein Denkmal einer längst vergangenen Zeit - ein Symbol für alle Deutschen 1 BÜHNENSCHAU - UFA-TON-WOCHE Stal Hüungen undArbeitsvläne für Beton, Eisenbeton,Ingenieur- Holzbau, liefert praktisch erfahr. Bauingenieur. Sprechstunden in Gießen. Schriftliche Anfragen u. 1683Da.d.Gieß. Anzeiger erbeten Maria Holzmeister, Fritz Kämpers, Erich Ponto, Claus Clausen, E. F. Fürbringer, Hilde v. Stolz, Franz Herterich SPIELLEITUNG: LUIS TRENKER Heute nacht um l’/2 Uhr entschlief sanft meine gute Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christine Hofmann, geb.Bötz Hebamme 1. R im Alter von 79 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Hofmann II., Wagnermstr. nebst allen Angehörigen. [Stellenangebote Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnisabschriften dem Be werbungchchreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen aut Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Sei getreu bis in den Tod I Todes-Anzeige. Uesere liebe, treusorgende Mutter, unsere gute Omi, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Jüngerer tastorsdie gesucht. [01316 Vermittlung Arbeitsamt L Kalkhof Nachfl. Horst-Wessel- Wall 5. Frau Olga Bergen geb. Dehn-Rotfelser ist heute, im vollendeten 65. Lebensjahr, nach längerem, mit großer Geduld ertragenen Leiden sanft entschlafen. Heute Montag Erstaufführung Gloria-Palast SWWNMMIIll.HM0 nach der Naturschutzverordnung vom 18. Mürz 1936 (RGB1.I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von. Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs, und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Dolbrbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen. Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen 6uqo Bermüüier Berlag.Beriln-Wer? Tüchtige, zuverlässige Hausgehilfin bei hohem Lohn sofort gesucht. Frau Erna Niederhausen ______Bahnhofstraße 49. 1793D WlllWlllM für Zentralheizung u. sanitäre Installation auf auswärtigen Baustellen gesucht. 1702V H.Schaffstaedt Fabrik gesundheitstechnisch. Anlagen Gießen. Lichtspielhaus Tägl.4,6,8.30 Uhr» Bis Mittwoch einschl. 1788A Täglich: 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntags: 3, 5.30, 6.30 Uhr. | [Verschiedenes] Kleiner Garten oder Gartenanteil zu pacht, gesucht. Schr. Angeb. mit Preis, Lage und Größe unt.01318 an d. Gieß. Anz. Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Löschte;. , • eidltei ^kanntr! 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April {940 Auskiana her Woche für Kunst und Literatur am und Avend der alten Soldaten C. K. leben. es einer aber den sich in die Gegenwart, und führte auch hier durch viele Beispiele den Nachweis, daß England noch niemals irgendwelche Bereitwilligkeit zum Verständnis für die deutschen Interessen gezeigt hat, sondern immer nur Gegnerschaft, ja ausgesprochene Feindschaft gegen das deutsche Volk an den Tag legte. Jnsbe- sondere aus der neueren Geschichte von 1870/71 bis zum Ausbruch des Weltkrieges wurde eine Fülle von Beweisen für die stets deutschfeindliche Haltung Englands angeführt, ebenso auch aus der Zeit nach dem Weltkrieg bis heute. Die Schlußfolgerung ergab sich von selbst, daß nämlich das ganze deutsche Volk, in erster Linie die alten Soldaten, mit aller Kraft bis zum letzten zusammenstehen müssen, um in der Gefolgschaft unseres Führers die deutschfeindliche Raub- und Gewaltpolitik der plutokratischen Machthaber Englands für alle Zeit, auch im Interesse aller Völker, unschädlich zu machen. Nur durch einen vollen deutschen Sieg, für den auch in der Heimat alle Kräfte eingesetzt werden müssen, sei dieses Ziel zu erreichen. .Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag wurden noch einige kleinere Angelegenheiten erledigt und danach der Appell in üblicher Weise geschlossen. Monatsappell der alten Kavalleristen. Am Samstag hielt die Kameradschaft ehemaliger Kavalleristen unter Kameradschaftsführer Ernst Hartmann ihren Monatsappell ab. Der Kameradschaftsführer gedachte zunächst des verstorbenen Ehrenmitgliedes Gastwirt Ludwig G e r l a ch (Bieber). Anschließend wurden die neuesten Eingänge bekanntgemacht. Dabei wurde u. a. geeigneten Kameraden empfohlen, der Technischen Nothilfe beizutreten. Außerdem mürbe das Kreisoerbandsschießen besprochen, das die Abgabe von 10 Schuß liegend pro Mann bis zum 4. August erfordert. Die Hebungen werden für den einberufenen Schießwart von dessen Stellvertreter Eisenach geleitet. Kamerad Heinrich P r e u ß e r erhielt die Ehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft überreicht. Auf die Metallfpende zum Geburtstag des Führers wurde besonders aufmerksam gemacht. Schriftführer Kamerad Karl Stork gab die neuesten Anordnungen bekannt, u. a. auch die über die .Ablieferung der Spitzen der Kameradschaftsfahnen. Die Standarte der alten Kavalleristen hat allerdings keine Spitze gehabt. Weiterhin erwähnte er, daß der NS.-Reichskriegerbund für das zweite WHW.-Wunfchkonzext den ansehnlichen Betrag von 50 000 RM. aufgebracht hat. Kameradfchaftssührer Hartmann sprach in diesem Zusammenhang auch von der Beteiligung der Kameradschaft an der Straßensammlung und dankte allen Kameraden, die sich dafür eingesetzt hatten. Er gedachte ferner all der Kameraden im Felde und gab der besonderen Freude darüber Ausdruck, daß das Ehrenmitglied, Hauptmann F u n k, der Lehrer an der Kriegsakademie in Potsdam war und jetzt wieder bei der Truppe steht, den Weg zur alten Kameradschaft gefunden hatte. Hauptmann Funk gab dann eine interessante Schilderung der Waffe der Kavallerie in ihrer Entwicklung durch die Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag. Kamerad Funk erhielt für seine Schilderung reichen Beifall. Ein kameradschaftlich geselliges Beisammensein beschloß den Abend. Der weitere Verlauf des Abends brachte noch einige tänzerische Vorführungen des Balletts des Brigadeführer Schwarz mit dem Blutorden ausgezeichnet. Dem Führer der SA.-Vrigade 147 (Oberhessen), Brigadeführer Schwarz (Gießen), wurde mit Wirkung vom 31. März der Blutorden der NSDAP, verliehen. Brigadeführer Schwarz erhielt die hohe Auszeichnung der Partei in Würdigung seines Einsatzes für die Partei und für die schwere Verletzung, die er im Jahre 1927 bei Straßenkämpfen in Berlin erlitt. Brigade sichrer Schwarz stand damals zur gleichen Zeit mit Horst Wessel als Sturmführer in der Berliner SA. Gegenwärtig befindet sich Bri- gadeführer Schwarz im feldgrauen Ehrenkleid an der Front. große Leere zu hinterlassen. Mit dem Igele endete auch die Kinderzeit. Es kam das vielgestaltige Leben, Ehe kam und Tod, Glück und Leid und Weite der Welt. Der alte Garten der Kindheit versank. Aber so oft ich irgendwo einen Igel sehe, stehen die blauen Tage wieder auf: die heimatlichen Bäume rauschen im leichten Seewind, meine Taschen sind schwer von des Nachbars besten Aepfeln, und auf meinem Schoß, r:rtraulich mit mir speisens ■Oer festliche Abend im Saal des Gesellschaftsvereins war mehr sichtlich der Metallfpende, zu der alle Kameraden nach besten Kräften opfernd besteuern sollten. Damit auch die Artilleristen-Kameradschaft als solche ihre Opsergabe zu dieser Sammlung geben kann, machter der Kameradschaftsführer den Vorschlag, die an der alten Kameradschaftsfahne befindlichen ansehnlichen Messinatelle der Metallspende zuzuführen und dafür Der alten Fahne eine andere Ausstattung zu geben, die zugleich eine Erinnerung an die jetzige Kriegszeit darstellen soll. Diesem Vorschlag des Kameradschaftsführers stimmten die Kameraden einmütig zu, und sie bewiesen damit ihr Verständnis für die Notwendigkeiten unserer Zeit. Der Propaganda- und Pressewart sprach sodann über Englands Gewalt- und Raubpolitik gegen alle Länder, die im Laufe der Jahrhunderte durch ihr Emporblühen dem englischen Handel unbequem und mißliebig wurden. Der Redner führte eine Reihe von Beispielen aus der Geschichte an, die Englands Piratentum und politische Skrupellosigkeit deutlich machten. Er beschäftigte sich dann eingehend mit der deutschfeindlichen Politik der Engländer im Verlaufe des nötigen Jahrhunderts bis Artill-nstsn-Kameradschast 1895 Gietzen. Der Monatsappell der Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen, der am Samstagabend unter Leitung des Kameradschaftsführers Müller im Heim der Kameradschaft (Hessischer Hof) ftattfanb, vereinigte wiederum eine stattliche Anzahl alter Artilleristen mit jungen Kameraden von der aktiven Wehrmacht, und war eine neue Bekundung der engen Kameradschaft zwischen den alten und den jungen Soldaten. Diese Verbundenheit unterstrich Kameradschaftsführer Müller in seinen Worten zur Eröffnung des Appells. Anschließend machte er die Kameraden mit einer Reihe neuer Anordnungen der NS.- Reichskriegerführung und der Gießener Kreiskriegerführung bekannt, gleichzeitig ermahnte er die alten Soldaten zu unentwegt festem Zufammen- stehen, um gerade jetzt im Kriege dem Werke des Führers auch im Gießener Bezirk, eine starke Stütze zu fein. Er erinnerte besonders an die Pflichten, die sich aus der Gegenwart in erster Linie für die alten Soldaten ergeben, zur Zeit vornehmlich hin- Sinn feines Erbauers im einzelnen und die alte deutsche Freude an friedlichem Schaffen allgemein widerspiegelt. Daß aber jeder Frieden erkämpft sein will und erftritten werden muß, ist eine ebenso allgemeingültige deutsche Erkenntnis; sie fand Niederschlag in dieser alemannischen Hausinschrift beschaulichen Geselligkeit gewidmet, mit der ein feiner literarischer Genuß verbunden werden Schüsselreim: „Es steht geschrieben, daß Sechs oder Sieben nicht sollen harren auf einen Narren, sondern essen und des Narren vergessen!" Hübsch und sinnig ist auch dieses schlichte Wort, das einen Tellerrand ziert: „Ein Herz soll daran haben Freud, sein Brot zu essen mit Dankbarkeit!" „Ein froher Gast ist niemand's Last!" liest sich auch recht nett, und für treuen Opfersinn, sowie Dolks- gefühl spricht dieser Tellerspruch aus der Gegend um Calw: „Bist du ein Armer vor der Tur, so komm herein und iß mit mir!" Oft spricht auch ein kunstlos sich ausdrückender Humorsinn aus solchen Geräteinschriften: „Diese Schüssel wär' mir recht, wenn darin ein Braten läg'." Und die ganze Spruchfreude des deutschen Menschen redet aus dieser Inschrift eines Milchtopfes: „Es segne Gott zu jeder Stund', was ein- und ausgeht deinem Mund, jedweden Tropfen Milch im Topf, viel gute Gedanken und Sprüch' im Kopf!" Aus her Stadt Gießen. Volkes Mund tut Wahrheit kund. 23on Werner Lenz „Es ist eine alte, schöne Sitte, das Haus innen und aufjen mit ernsten und heiteren Versen und Sprüchen zu schmücken. Wo die alte Sitte des Hauses, Volkstracht und volkstümlicher Häuserbau bewahrt bleiben, da blüht auch meist solche Sprachdichtung noch. Dieser Hausschatz deutscher Spruchverse ist in seiner Art nicht minder reich an lauterem Golde wie das eigentliche Volkslied." So schrieb der bahnbrechende Volkstumsforscher W. H. Riehl vor 100 Jahren, und gerade unsere Gegenwart, die in der Beachtung und Wertschätzung überlieferten Gedankengutes unserer Vorfahren eine der stärksten seelischen Kraftquellen im Kampfe um Deutschlands Selbstbehauptung erkennt, dankt es den Hütern und Hegern deutschen Volkstun^s, daß sie uns so viel von dem, was sie fanden, bewahrten; dankt es ihnen um so mehr, als durch die darauf verwandte Aufmerksamkeit der schon abgleitende Brauch, Haus und Gerät mit echter ungekünstelter Volksweisheit und Volkspoesie zu schmücken, wieder angeregt und erneuert wurde, wie es manch' Haus, das neu erstand, und manch' Geschirr, das in kleinbürgerlicher und ländlicher Werkstatt jüngst erst entstand, zu bekunden vermag. Einige Zeugnisse solcher alten deutschen Familienkultur hier zusammenzustellen, ist wohl um so zeitgemäßer, als aus ihnen allen die schlichte deutsche Art redet, für deren Erhaltung die innere und äußere Front heute kämpft. „Des Hauses Schmuck ist Reinlichkeit, des Hauses Glück Zufriedenheit, des. Hauses Segen Frömmigkeit. Glücklich frohe, schöne Stätte, wo Friede und Zufriedenheit das Haus zum Sitz des Segens weiht." So lautet eine Giebelinschrift, die den redlichen Als das Igele in die Jahre kam, lief es nicht mehr so behende über die begrünten Wege, seinen unerfindlichen Zielen nach. Sein kleines spitzes Gesicht wurde trüb und alt. Unt> eines Tages kam es nicht mehr zum Abendbrot. Ich suchte es mit schwerem Herzen und fand es schließlich tief unter dem Stroh feines Winterlagers vergraben. Es war schon starr und kalt. Mit der keuschen Scheu, welche die Tiere in der Stunde des Todes überfällt, hatte sich verborgen, auch vor mir, und war einsam seinen letzten Weg gegangen. Ich stand in bitteren Tränen neben ihm und sann dieser fremden, kleinen Existenz nach, aus deren Aeuglein eine so freundliche Seele geglänzt hatte, diesem grotesken kleinen Stachelball, der für viele eine Sache war, ein Nichts, und der es verstanden hatte, eine so n i n g e r s. Für die Mitglieder des Goethe-Bundes gab es im Laufe des Abends noch eine besondere Ueberraschung in der Form einer Bücher-Ehrengabe. Der weitere Verlauf des Abends war ganz der ge- Es wohnte in einer alten Laube, wo das Gartengerät aufbewahrt wurde; jeden Herbst, wenn wir die Villa verließen und nach München zogen, bekam es einen frischen Haufen Stroh, und unter diesem Berg vergraben, hielt es seinen Winterschlaf. Welche Sorgen die langen Monate hindurch, ob das Igele das nächste Jahr wohl noch erleben werde, welche Freude, wenn es im Frühjahr bei unserem Einzug klein und stachlig seine Honneurs machte! Bald wuchs es aus der Rolle eines beschützten Lieblings in die eines Beschützers und Vertrauten hinein. Denn die Zeit kam, wo ich Schleifen an meine wilden Zöpfe band, und mein Interesse stark geteilt wurde zwischen den geliebten verbotenen Streichen und einem sporenklirrenden Leutnant, der erstaunlich ost bei uns zu sehen war und sich sehr rasch zu meinem anerkannten Verlobten auswuchs. Aber mein korrekter Vater schätzte bräutliche Zärtlichkeiten wenig, und so zogen wir uns denn recht häufig unter dem Vorwand, das Igele zu besuchen — einer Mutter hätte man das ja kaum weis- machen können —, in das dämmerige Gartenhaus zurück, wo ich, von den dunklen Aeuglein meines kleinen Kameraden freundlich bewacht, die ersten Küsse junger Liebe gab und empfing. Diese Mitwisserschaft band mich nur noch fester an meinen seltsamen, kleinen Vertrauten. der erste Band des Riesenwerkes „Wolga, Wolga", drei weitere folgten im Laufe dieser zehn Jahre, vier waren noch geplant. Nun ist plötzlich die große Ruhe über den Dichter gekommen, der in diesem Werk die tiefste Unruhe seines eigenen Herzens gesungen und zugleich ein geheimnisvolles Stück deutschen Schicksals gedeutet hat. Grade in unserer Zeit, da die deutsche Unruhe heimfindet ins alte neue Reich, wird der Dichter von „Volk auf dem Wege", den 1936 seine Heimat mit dem Rheinischen Literaturpreis und im folgenden Jahr seine zweite Wahlheimat München durch Verleihung des Münchener Dichterpreises ehrte, in unseren Herzen fort- Igele. 23on Sophie von tfbhe Womit ein Igel, Erinaceus europaeus, gemeint ist, ein ausgewachsener Igel. Denn das Diminutiv bezieht sich nicht auf seine Körperlichkeit, es will vielmehr geistige Beziehungen dokumentieren. Zärtliche Wertschätzung einer illustren Persönlichkeit, die unserem Herzen nahesteht. Als ich meine Bekanntschaft mit ihm anknüpfte, befand ich mich noch in dem einzig guten und berechtigten Stadium, in dem man mit ewig ausgelösten Zöpfen mit unergründlich schmutzigen Händen und einem allezeit schwer belasteten Gewissen sich fröhlich durchs Leben schlägt. Ich war eben im Be- qtiff, mich zwecks Birnenklauen bäuchlings unterm Gestrüpp in den Nachbargarten zu schieben, als ich auf den Igel stieß. Ich schrie erbost, er rollte sich zusammen, und so waren zunächst die Aujpien für einen freundschaftlichen Verkehr keineswegs günstig. Ader man war ja noch in dem interessierten Mter wo auch die kleinste Begebenheit von Wert ist So wartete ich denn, platt auf der Erde liegend, bis der Igel sich wieder aufrollen wurde. Er tat es, und da mußte es ihm passieren, daß er, vorsichtig sein spitzes Näschen in die Luft steckend, direkt aus nächster Nähe in zwei Menschenaugen blickte was ihn so verblüffte, daß er ganz vergaß, sich wieder in sein Inneres zurückzuziehen. Wir starrten uns ein Weilchen an, und diese stumme Kritik fiel auf beiden Seiten günstig aus; denn obgleich er bald in aller Ruhe seinen unterbrochenen Weg fortsetzte, und auch ich weiter meinen anfechtbaren Zielen nachging, betrachteten mir uns fortan als Bekannte, begegneten uns auch alle Tage, wobei freilich weniger der Zufall, als ein unermüdliches Sitten von meiner Seite die Hand im Spiele hatte. Zum Tode von Josef Ponten. Der jähe Tod von Josef Ponten in seinem 57. Lebensjahr berührt besonders tragisch, insofern als Ponten trotz frühester Beschäftigung mit der Dichtkunst doch verhältnismäßig spät das Thema seines Lebens und damit auch seinen eigenen Stil fand. In den knappen anderthalb Jahrzehnten, die ihm schließlich für seine große, breit ab gesteckte Aufgabe hlied, hat er diese Aufgabe nur noch halb vollenden können. Aus einer alten Handwerkerfamilie eines rheinischen Grenzdörfchens stammend und an der Scheide zweier Kulturen ausgewachsen, hat Ponten bei aller heißen Treue zur deutschen Art sich doch stets willig von fremder Kultur befruchten lassen. Ja, möglichst viel von der Weite der Welt in sich aufzunehmen, war ihm stärkstes Bedürfnis. Innere Unruhe, die „deutsche Unruhe", trieb ihn auf Wanderschaft. Umfassende geologische, geographische, kulturgeschichtliche und vor allem kunstgeschichtliche Kenntnisse, denen er ein gründliches Studium gewidmet hatte, ermöglichten ihm Darstellungen wie seine „Griechischen Landschaften" und sein "Europäisches Reisebuch", in denen sich das wissenschaft- liche und das künstlerische Element in einzigartiger Weise die Wage halten. ~ Seine eigenen Frühwerke wie die Romane „Jungfräulichkeit" und „Siebenquellen" hat er selber später nicht gelten lassen wollen. Wie für mele bedeutete auch für ihn der Krieg die große Krstis, aus der er als ein Verwandelter hervorging, ^ber euch der. vor dem Krieg schon begonnene und am Kriegsende umgearbeitete und vollendete Roman .Der babylonische Turm" befriedigte seine eigenen Ansprüche nicht. In bewußter zuchtvoller Arbeit crzog er sich nun zum Meister der Novelle. Erzählungen wie „Die Uhr von Gold", „Der Gletscher , „Die Insel" feien nur als hervorragende Beispiele (iner langen Kette genannt. Dazwischen ^utstanden, in Zusammenhang mit seiner kunstgeschlchtuchen Beschäftigung, das Buch „Architektur, bte nid)t ge= baut wurde" und der Rethelroman „Seine Hocy- deitsreife", ferner auch der historische Roman aus bem 16. Jahrhundert „Die Studenten von Lyon . Da, 1925, auf einer Reise im östlichen Rußland, in der Begegnung mit deutschen Auswanderern, rand auf einmal blitzhaft das große Thema feiner Seele: Volk auf dem Wege, Roman der deutschen Unruhe. Don Anfang an hat Ponten dieses Werk auf das weiteste Quellenstudium Der Vücher und Urkunden, sondern vor allem auch a s persönlichen Reisen, auf dem Balkan, m Noro- Efrita, Asien, Nord- und Südamerika. 1930 erschien Sehr bald fing das Igele an, mich zweifellos zu schätzen, was zunächst nicht so sehr den Meriten meiner Persönlichkeit, als dem Umstande zuzuschrei- ben war, daß ich ihm täglich die erlesensten Leckerbissen verehrte, die ich mit viel List in der Vorratskammer für ihn stahl. Nach wenigen Wochen schon kam das Igele, wo immer es sich auch befand, eilig angerannt, wenn ich pfiff, und nahm fein Hehlergut in Empfang, und bald hatte ich es nicht mehr nötig zu pfeifen; das Igele fand mich überall. Wenn ich irgendwo mit einem Buch oder infolge höherer Gewalt auch mal mit einer bemerkenswert schwarzen Handarbeit im Garten versteckt saß, so hockte nach wenigen Minuten, wie aus dem Boden gewachsen, das Igele neben mir, ein kleiner stacheliger Gnom, und verlangte mit spitz emporgerecktem Schnäuzchen auf meinem Schoß zu sitzen. Für platonische Liebe habe ich noch nie etwas übrig gehabt, auch damals.nicht, und daß das Igele jeden Versuch, zärtlich zu ihm zu werden, infolge seiner Stacheln nolens volens ablehnte, bereitete mir viel Kummer. Aber wir fanden einen Ausweg: ich legte meine Hände flach auf den Boden, das Igele mit- gespreizten Pfötchen kletterte darauf, während es mit freundlichen Aeuglein für die Unliebenswürdigkeit feiner Oberseite um Entschuldigung bat, es wurde auf den Schoß gehoben, und so saßen wir Stunden und unterhielten uns aufs vortrefflichste, sehr auf Kosten der widerwärtigen Hand- arbeit. Die ganze Familie liebte das Igele, und ich beobachtete oft mit Freude meinen Vater, wie er seine Staffelei verließ und. die Palette in der Hand, andächtig in irgendeinem Gesträuch herumkroch, wo das Igele fein Wesen trieb. Es mußte auch bald überall dabei sein, und als einst, anläßlich einer italienischen Nacht in unserem Garten, Otto Julius Bierbaum, in splendid Isolation in einem Rosen- beet stehend, mit viel Schwung eigene Strophen oortrug, saß plötzlich das Igele zu seinen Füßen, mit dunklen Aeuylein zu ihm emporhimmelnd, und in das feurige Liebeslied.prasselte ein so homerisches Gelächter, daß der Dichter, der die Anwesenheit des stachligen Störers nicht sah, verletzt den Mund schloß. Des Abends, wenn wir auf der ebenerdigen Veranda beim Nachtmahl faßen, kam das Igele trab-trab herein und fetzte sich, mit spitzen Schnäuzchen witternd, freundlich zwischen uns zu einem Schälchen Milch. Es kam stets pünktlich wie eine Uhr um halb acht, und hatten wir uns einmal auf einem Ausflug verspätet, so wartete es schlecht gelaunt auf der Veranda, begrüßte uns nicht und „mukschte". fettigen Unterhaltung gewidmet. „Jugend und Dichtung." Die Morgenfeier der Hitler-Jugend am Sonntag stand unter dem Begriff ,Lügend und Dichtung". Die Feier war wieder außerordentlich gut besucht und brachte in abwechslungsreicher Gestaltung das Verhältnis der Hitler-Jugend zu den deutschen Kulturgütern zum Ausdruck. Nach einem Fanfarenruf wurde, ausgezeichnet und nachhaltig gesprochen von einem der jungen Kameraden, der „Hymnus an die deutsche Sprache" von Josef Wein- hebsr zum Vortrag gebracht, in dem der deutschen Sprache in reifer künstlerischer Form ein Loblied gesungen wird. Der weitere Verlauf der Morgenfeier brachte dann einige musikalische Darbietungen der Mädelgruppe 5/116 und der Bannspielschar, die mit deutscher Musik von schlichter Sinngebung aufwarteten und dankbaren Beifall fanden. Auch im Mittelpunkt der Morgenfeier stand dann eine Vorlesung des Dichters Karl Heinrich Waggerl, der wiederum aus feinem „Wagreiner Tagebuch" las, und zwar die hübsche, von reichem Leben erfüllte Geschichte von dem vielem Geld und dem Erwerb eines Lehens. Nach einem Fanfarenruf hielt Kreisleiter Backhaus eine eindringliche Ansprache, in der er in großer Ueberschau über die deutsche Kunst und Kultur im Laufe zweier Jahrtausende sprach und damit gleichzeitig die Bedeutung deutschen kulturellen Schaffens nicht nur .für Deutschland, sondern auch für die ganze Welt umriß. Abschließend kam der Redner auf die künstlerischen Impulse zu sprechen, die die deutsche Kunst der Gegenwart und seit 1933 bestimmen und uns alle hoffen lassen, daß wir einer neuen Epoche deutschen künstlerischen und kulturellen Aufstiegs entgegengehen. Der Kreisleiter schloß seine Ansprache mit herzlichen Worten des Dankes an alle, die sich für den Erfolg der Gießener Woche für Kunst und Literatur eingesetzt haben. Mit dem Gedenken des Führers, mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied fand die Morgenfeier ihren Abschluß. Oberrhein: „Wer sich nicht kann wehren, wird sich nicht lange nähren!" Auf den Ziertellern an der Wand, wie auf GebrauHsgefchirren auf dem Tisch finden Sprüche vielerlei Inhaltes. „Ein gut Gewissen ist im Alter ein guter Bissen" steht auf einem Steingutteller älteren Datums, zur Pünktlichkeit im Familienverkehr rät dieser konnte. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Die Partei war durch den Kreisleiter Backhaus, die Stadt durch Oberbürgermeister Ritter vertreten, unter den Ehrengästen sah man den Vertreter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Oberregierungsrat Schlecht, ferner den Dichter Karl Heinrich Waggerl, den Redner der Feierstunde des Vorabends Prof. Dr. B u ch w a l d, schließlich nahmen die Mitglieder des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins regen Anteil. Unterhaltungsmusik leitete den Abend ein. Der Leiter der Vortragsvereinigung, Dr. Henning (Berlin) hieß die zahlreichen Teilnehmer der Veranstaltung willkommen und dankte für das gezeigte rege Interesse an den Veranstaltungen der „Gießener Woche für Kunst und Literatur". Im Mittelpunkt des Abends standen dann die Vorlesungen des Dichters Karl Heinrich Waggerl, der den Gießenern im besten Sinne bekannt ist und aus mancherlei Anlaß herzlich begrüßt wurde. Er machte auch am Samstagabend wieder mit einigen feiner heiteren Schilderungen bekannt. Ein anhaltendes Schmunzeln löste zunächst eine Geschichte aus dem „Wagreiner Tagebuch" aus, in der das Gastspiel eines Schmierentheaters sehr realistisch aber durch die Brille eines verständnisbereiten Menschen gesehen, wiedergegeben ist, wiedergegeben mit allen Feinheiten und einem Humor, von dem man sich gerne gefangen nehmen ließ. Nicht anders war es mit einer anderen kleinen Geschichte, in der das Verhältnis zweier Gartennachbarn zueinander liebevoll und wirklichkeitsnahe geschildert war. Eine freudige Ueberraschung war schließlich eine dritte Vorlesung aus einem bisher unveröffentlichten Mcmuskript. Diese Skizze war zugleich ein feines Beispiel der Bescheidenheit, aber auch der Selbstkritik des Dichters. Die Zuhörer folgten mit aller Aufmerksamkeit. Der Dichter, der mit seiner weichen und dunklen Stimme sofort gefangen nahm, erwies sich in seinen 'Vorlesungen als ein ausgezeichneter Interpret seiner Werke. Stürme des Beifalls entfesselte er schließlich durch die Wiedergabe einiger von köstlichem Humor erfüllter Gedichte „für den Hausgebrauch". Der vergangene Samstag und der gestrige Sonn-1 tag vereinigte noch einmal im Rahmen der „Gie- o _ ßener Woche für Kunst und Literatur" die Freunde1 Gießener Stadttheaters, ferner ein Tanzduett der der kulturellen Betätigung in unserer Stadt zu fest- Ballettmeisterin Thea Maaß und Herrn G r b - lid>en Veranstaltungen. M m n r hz><= Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Feuerteufel". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): 14 Uhr „Der Choral von Leuthen"; „12 Minuten nach 12". — Schützenverein Gießen: 20.30 Uhr Jahreshauptversammlung im „Burghof". Intendant Hans Walter Klein verpflichtet. Der neue Leiter unseres Gießener Stadttheaters. Nach reiflicher Ueberlegung und nach sorgfältiger Wahl ist nunmehr die Entscheidung über die neue Leitung unseres Gießener Stadttheaters getroffen worden. In diesen Tagen wurde durch den Oberbürgermeister unserer Stadt als zukünftiger Intendant Hans Walter Klein verpflichtet. Er tritt bereits am 15. April seine Stellung an. Der neue Intendant ist gebürtiger Ostmärker. Er wurde im Jahre 1897 in Ebensee geboren, er war Weltkriegsteilnehmer und machte in den Jahren von 1915 bis 1918 den Feldzug gegen Rußland und Italien in österreichischen Truppenteilen mit und widmete sich dann nach Beendigung des Krieges dem Theater. Er wirkte zunächst als Schauspieler in Linz, Troppau und in Brünn, nahm dann Gesangsstudium und ging anschließend endgültig zu Oper und Operette über. Während der Verpflichtungen in Magdeburg, in Ulm, in Salzburg und in Wien, wie auch in München entwickelte sich seine künstlerische Persönlichkeit. Auch an Auslandstourneen nahm er teil. Lange Zeit war er ferner am Stadttheater und am Festspielhaus in Salzburg tätig. Ueber mehrere Jahre wirkte er auch als Privatdirektor und bespielte mit seinem Ensemble bayrische und ostmärkische Sommerbühnen. In der Spielzeit 1938/39 war er als Gastspielleiter an den Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. tätig. Auch am Grenzlandtheater in Hof und an der Pfalzoper in Kaiserslautern war er als Oberspielleiter mit großem Erfolg tätig. In dem neuen Intendanten verbinden sich mit den künstlerischen Fähigkeiten auch die notwendigen kaufmännischen und organisatorischen Erfahrungen, auf die es sehr ankommen muß, wenn unser Theater auch in Zu- kunft seinen Aufgaben gerecht werden soll. * Mit dem neuen Intendanten ist auch ein neuer Kapellmeister verpflichtet worden. Kapellmeister Otto Söllner (bisher am Grenzlandtheater in Triers, der als Gastdirigent für „Tosca" und „Freischütz^ seine künstlerische Leistungsfähigkeit bewies, ist endgültig verpflichtet worden. Otto Söllner, geborener Münchener, ist seit 1926 am Theater, studierte in München und Salzburg, war mehrere Jahre in Aachen Kapellmeister. ♦ Der Oberspielleiter unseres Stadttheaters, Dr. bisherige Oberspielleiter unseres Stadttheaters, Dr. Hannes R a z u m, der kürzlich zu Gastinszenierungen in Düsseldorf weilte, wurde nunmehr von den Düsseldorfer Städtischen Bühnen fest verpflichtet. „Schaffende sammeln, Schaffende geben." Rund 250 v. h. Steigerung im kreis Wetterau. NSG. Die außergewöhnliche Summe von RM. 952032,38 wurde durch Schaffende des Gaues Hessen-Nassau anläßlich der 6. Reichsstraßensammlung für das Kriegswinterhilsswerk 1939/40 gesammelt. Erwähnenswert sind einige Krekse, die ihr Ergebnis verdoppelt und verdreifacht haben. So brachte der Kreis Bergstraße eine Steigerung von über 400 v. H., und zwar von 7058,22 auf 31 562,17 RM. Der Kreis Darmstadt verdoppelte sein Ergebnis. Der Kreis Main-Taunus steigerte seine Sammlung vom Herbst 1939 um rund 350 v. H. Der Kreis Oberlahn- Usingen brachte fast 400 v. H. mehr als der Herbst. Offenbach brachte rund 100 v. H. mehr ein. Geradezu sensationelle Ergebnisse meldete der Kreis Schlüchtern, der seine Sammlung von 5337,47 aus 73 034,96 RM. erhöhen konnte, also um rund 1300 v. H. Der Kreis Wetterau steigerte seine Sammlung um runt^ 250 v. H. llS-GelnelnWsl M Kraft OurOeuöe Achtung? KdF.-Sport. Jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag finden folgende Kurse statt: 1678D Mittwoch, 20.30 bis 21.30 Uhr: Sport und Spiele für Männer und Frauen, Goetheschule, Horst- Wessel-Wall. Donnerstag, 20.30 bis 21.30 Uhr: Gymnastik und Spiele für Frauen, Scbillerschule, Schillerstraße. Freitag, 16 bis 17 Uhr. Kindergymnastik (für Kinder unter 10 Jahren), Goetheschule. Hierfür Anmeldungen vorher an Sportamt, Schanzenstraße 18, oder KdF., Laden Seltersweg, erbeten. Freitag, 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr: Schwimmen für Männer und Frauen, auch Anfänger, Volksbad. Neuanmeldungen werden in den Kursen angenommen. Jahreshauptversammlung des Deutschen Alpenvereins. Zweig Gießen-Oberheffen. In der dieser Tage abgehaltenen stark besuchten Jahreshauptversammlung des Zweiges Giehen- Oberhessen begrüßte der Vereinssuhrer W r e d e die Mitglieder, gedachte der Toten des vergangenen Monats und gab einen kurzen geschichtlichen lieber- blick über die gewaltigen politischen Ereignisse des abgelaufenen Jahres. Die unwandelbare Treue zum Führer fand ihren Ausdruck in einem dreifachen „Siegheil" auf den Führer. Es ist ein schöner Brauch des Zweigvereins, be- sonders verdienstvolle Mitglieder zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Für diese Auszeichnung, die nur in Einzelfällen verliehen wird, konnte fein Würdigerer als Mitglied Eduard Krumm in Gießen gefunden werden. Unter allseitiger Zustimmung wurde er in dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste um die Förderung des Zweigvereins und um die Pflege des alpinen Gedankens zum Ehrenmitglied ernannt. Herr Wrede betonte im besonderen noch die stete, uneigennützige Hilfsbereitschaft des Ehrenmitglieds, und dessen vom besten Geiste getragene Kameradschaft. Der Geschäftsbericht, den der Vereinsführer erstattete, umfaßt die Zeit vom 1. 1. 1939 bis 31. 3. 1940. In dieser Zeit wurden die regelmäßigen monatlichen Tageswanderungen sowie Nachmittagswanderungen durchgeführt und außerdem zahlreiche Vorträge mit z. T. farbigen Lichtbildern abgehalten. Diese sowie die sonstigen Veranstaltungen des Zweigvereins erfreuten sich eines sehr regen Zuspruchs der Mitalieder und dienten in erster Linie der Pflege der Kameradschaft und des alpinen Gedankens. Der Ausbruch des Krieges rief bis jetzt zahlreiche Mitglieder zu den Fahnen. Mit diesen wurde bald nach Kriegsausbruch eine regelmäßige Verbindung aufgenommen, sie erhielten Liedes- gaben der verschiedensten Art übermittelt. Eine der Hauptaufgaben des Zweigvereins ist die Pflege und Förderungder Jugend- gruppen, die sich in Wetzlar und Gießen befinden. Sie wurden in weitgehendstem Umfange unterstützt. Durch die Einziehungen zum Heeres- d-ienst und aus sonstigen Gründen sind z. Z. die Leitungen der Jugendgruppen nicht besetzt, sodaß GolöcntlDolMIwlWt. Roman Don fjorftBicrnatb. 27. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) Dann fanf wieder das alte Schweigen herab, und der alte Herr verschanzte sich abermals hinter seiner Zeitung. Jedesmal, wenn die Tür ging, ließ er das.Blatt sinken und warf einen raschen Blick auf den Eintretenden. Es war ein ermüdendes Spiel, denn es erforderte eine dauernde Spannung und eine dauernde Bereitschaft, die äußerst unan- acnehme Unterredung, die ihm beoorstand, auch in seiner äußeren Haltung vor^ubereiten. Was er zu faaen hatte, darüber war er sich in den langen Stunden der Fahrt längst klar geworden. Die Losung, die sein Bruder Nathanael ihm mitgegeben hatte, hieß: Schärfster Abbruch der Beziehungen und sofortige Aufklärung Renate Naumanns über die Absichten, die Allan Parker verfolgte. Eine kleine Summe — das übliche Zehrgeld, mit dem man sich ungeratener Verwandter entledigt — befand sich als Scheck in seiner Brieftasche ... Wieder klirrten die großen, mattverglasten Flügel des Eingangs. Der Portier signalisierte mit beiden Armen gleichzeitig, und Watson legte im gleichen Augenblick die Zeitung weg. Parker war in die Halle getreten. Sein Mantel troff vor Nässe; er schien lange durch den Regen gelaufen zu sein, und von feiner Hutkrempe stürzte, als er den Kopf senkte, ein kleiner Bach herab. Seine Schuhe waren völlig durchweicht und hinterließen auf dem dunkelroten breiten Läufer, der sich von der Tür zu den Treppen zog, dunkle Wasserflecken. Er beachtete den Zuruf des Portiers nicht und sah auch nicht, wie Watson sich hager und übergroß aus seinem Sessel erhob. Er ging langsam, mit tief in den Taschen vergrabenen Händen, ohne den Kopf nach rechts oder nach links zu wenden, auf die Treppe zu und stieg etwas mühsam, als käme er von einem anstrengenden Marsch zurück, die rot ausgelegten flachen Stufen empor. Der Portier beugte sich über den Schalter herüber und unterdrückte, mit einem Blick auf Watfon, noch im letzten Augenblick eine unwillkürliche Handbewegung zur Stirn hin. „Hallo, Mister Parker! Ihr Schlussel —!" Er drehte sich um und riß ihn vom Brett öffnete den Schlag und wollte Parker Nacheilen, der bereits hinter der Treppenwendung verschwunden war. „Geben Sie den Schlüssel mir!" rief Sir Jeremias rasch und nahm ihm kurzerhand den Schlüssel ab. Er eilte zur Treppe, vernahm noch den Zuruf des Portiers: „Zimmer vierzig, Herr!" und holte feinen Neffen ein, als der gerade in den langen Flur abbog. „He, Allan!" Er ergriff ihn am Arm und hielt ihn auf; sein Atem ging ein wenig keuchend, und er fühlte, von dem raschen Treppensteigen angestrengt, das heftige Arbeiten seiner Pulse. Parker drehte sich um und sah ihn zerstreut an. „Hallo, Onkel Jim!" sagte er ruhig und scheinbar nicht im mindesten überrascht, Watson hier zu sehen. „Ah, der Schlüssel! Natürlich!" Er nahm ihn dem Oheim ab, als wäre es selbstverständlich, daß Onkel Jeremias aus London herübergekommen war, um ihm den Schlüssel seines Hotelzimmers nachzutragen. „Danke ..." Watsons erster Gedanke war: Betrunken! Aber In der nächsten Sekunde gewahrte er Parkers Zer- brochenheit, die Schlaffheit feines Gesichts, die müden Augen, in denen aller Mut erloschen war und in denen nur noch der letzt« klägliche Wille stand, die zuckende Fackel wegzuwerfen und abzutreten ... Watson entsann sich seines Auftrags. Er dachte an die letzte Unterredung mit feinem Bruder und an das Zimmer, in dem sie beide gesessen und Allan abgeurteilt hatten, zwei alte, rechtschaffene, ehrenwerte, strenge Männer mit dünnem Blut und früh verwelktem Herzen. Und jetzt —? Sollte man den Stein, der ohnehin schon fiel, auch noch stoßen? War man vielleicht zu früh gekommen? Sie gingen durch den langen, fensterlosen Flur. Lautlos und weich. Türen rechts, Türen links; lauter weihe Türen mit blitzenden Messingbeschlägen. Die Nummernschilder liefen an ihnen vorbei: 36 — 37 _ 38 _ 39 ... Und plötzlich hielt Parker an und wandte mit einer raschen Bewegung seinem Onkel das Gesicht zu; es war wach und klar. „Entschuldige! Ick) glaube, ich war soeben mit den Gedanken ein wenig — nun — unterwegs ..Er machte kleine Pausen Zwischen den Worten und sprach abgerissen und hastig. „Du bist hier? Ich weiß natürlich, weshalb du gekommen bist! Der Brief--Spike — ja, ja, ich kann mir alles ganz gut zusammenreimen: die Erbschaftsgeschichte ... Aber — hm — du kannst unbesorgt sein: Die Geschichte hat sich von selbst erledigt; es ist nichts geschehen, was eurem Firmenschild --Also, du verstehst mich schon? Es ist alles in Ordnung! Du kannst Onkel Nat und Mister Bones sagen: Es ist alles in Ordnung ..." Er beugte sich zum Schlüsselloch hinunter und sperrte die Tür auf. „Fräulein Naumann wohnt übrigens Dorotheenftraße 16 — Atelier, großes Fenster, weißt du, schräge Wände ... Wirst du dir die Nummer merken können? Dorotheenstraße 16 ..." Watson Übersah die verabschiedende Handbewegung. „Weiß sie von der Erbschaft, Allan?" „3a, ich habe es ihr gesagt. Es ist noch gar nicht so lang« her — eine halbe Stunde vielleicht ..." Er bemerkte Watsons überraschtes und zugleich entspanntes Gesicht und schüttelte den^Kopf, als müsse er des Onkels irrige Auffassung von der Angelegenheit berichtigen: „Ich fühlte mich verpflichtet, es ihr mitzuteilen, nachdem sie mir wenige Minuten vorher gesagt hatte, daß sie nicht meine Frau werden könne. Sie hielt mich für reich und unabhängig — verstehst du? —, und sie fürchtete, ihr Ja gelte nicht mir, sondern meinem (Selbe ..." Er öffnete die Tür und behielt den Drücker in der Hand. „Aber immerhin: Die näheren Umstände der Erbschaft kennt sie nicht. Deine Nachrichten werden ihr sicherlich sehr willkommen fein ... Also —Er nickte dem Oheim zu und wollte über die Schwelle treten. Aber der alte Herr stellt« sich in die Tür und folgte ihm ins Zimmer hinein. Parker lächelte nervös :„Jch möchte dich nicht aufhalten, Onkel Jim ..." „Aber ich möchte dich aufhalten, Allan!" wie- derfprach Watson gelassen. „Setzen wir uns doch mal hin! Ich spüre nämlich, trotz Schlafwagen und allen anderen Reisebequemlichkeiten, di« lange Fahrt doch mächtig in den Knochen." Er nahm Allan bei den Schultern und drückt« ihn mit fünfter Gewalt in einen Sessel; er selber stelzte, steifbeinig und händereibend, um den Tisch herum und lieh sich, nachdern er seinen Mantel sorgfältig glattgestrichen hatte, auf dem Sofa nieder. „Ja, mein Junge, ich wollte dir nämlich einen Vorschlag unterbreiten, den dein Onkel Nathanael und ich in den letzten Tagen einmal besprochen haben. Es war uns eigentlich feit langer Zeit klar, daß deine Stellung und die Arbeit bei uns dich nicht befriedigen könnten. Und ein Mann auf falschem Postey ist — wie — wie — " Er trommelte mit den Fingerspitzen gegen seine Knöchel und fand den Vergleich nicht. „Nun ja! Jedenfalls dachten wir an dich, Allan, als uns vor kurzem Sir George Deering aus Syrien schrieb, ob wir nicht einen verläßlichen Mann wüßten, der ihm bei Erschließung eines neuen Marktes für fein Del den Adjutanten machen könne." Er erhob sich, verschränkte die Hände auf dem Rücken und ging ein paarmal zwischen Tür und Fenster auf und ab. Dann blieb er nahe der Tür stehen. „Ein großer Posten, mein Junge! Kein leichter Posten! Deering pumpt feine Leute so restlos aus wie feine Gruben und wie sich selbst. Ich überlasse die Entscheidung selbstverständlich dir!" Er nahm seine Wanderung wieder auf. Und dann, nach einer Weile, hielt er in der Zimmermitte an. Er nahm feine Brille ab, suchte den Lederlappen in der äußeren Rocktasche, rieb die Glä- fer blank und hielt sie gegen das Fenster. „Man kann solche Geschichten natürlich erledigen, wie man will. So oder so. Aber ich meine: Männer sterben f ü r etwas — meinetwegen auch für eine Dummheit —, aber nicht wegen etwas ..." Er ging zu Allan hin und legte ihm die Hand auf die Schul- ter: „Ich hole dich nach einer Stunde zum Essen ab, mein Junge! Du wirst unten in der Halle auf mich warten!" Parker drehte sich nicht um. Er tastete nach der Hand, die auf feiner Schulter lag, und drückte sie fast zärtlich an sich. Und nickte. Am Nachmittag stieg Sir Jeremias Watson die vier Treppen zu Renates Atelier empor Sie hatte sich nach Parkers Weggang erschöpft zum Schlafen niedergelegt und erwachte erst, als Frau Holzschuh ihr Watsons Karte hereinbrachte. Und im gleichen Augenblick, in dem sie den Namen las, standen Parkers Gesicht und seine Abschiedsworte plötzlich so deutlich und so eindeutig vor ihr, daß sie aufsprang und dem Besucher erschrocken entgegeneilte. Vielleicht ahnte der alte Herr, was für eine Botschaft sie aus feinem Mund« zu hören befürchtete ... Er reichte ihr die Hand und schüttelte den Kopf. man sich entschließen mußte, bis zum Kriegsende die Jugendgruppen zu suspendieren. Nach Beendigung des Krieges wird man ihnen wieder eine besondere Aufmerksamkeit zuwenden, um einen Nachwuchs für Bergsteiger und vor allen Dingen für die Gebirgsformationen zu schaffen. — Durch Tod und Wegzug von Gießen ist in der Berichtszeit eine Reihe von Mitgliedern ausgeschieden, denen jedoch mehr Neuaufnahmen gegenüberstehen, sodaß sich der Mitgliederbestand erhöht hat. Der Hüttenwart berichtete im einzelnen über die in Kärnten liegende „Gießener Hütte". Ihr bau- kicher Zustand befindet sich in bester Ordnung Und es wurden Neuanschaffungen und Ergänzungen durchgeführt. Die Besucherzahl hat sich gegenüber dem Vorjahre erhöht, obgleich durch die kriegerischen Ereignisse Ende August und im September 1939 die Benutzung stark zurückging. Der Kassenbericht ergab eine gute finanzielle Situation des Zweigvereins. Dem Vereinsführer und feinen Mitarbeitern wurde Entlastung erteilt. Der Wanderwart gab einen Ueberblick über die in der Berichtszeit vorgenommenen Wanderungen sowie über die Beteiligung der einzelnen Mitglieder hieran. Von der Verleihung von Wanderauszeichnungen wurde mit Rücksicht auf den Krieg Abstand genommen. ♦♦ Arbeitsjubilar e. Bei den Gail'schen Tonwerken können in dieser Woche wieder drei Mitarbeiter für langjährige Betriebszugehörigkeit geehrt werden. Der Glasiermeister Ludwig Hainer aus Heuchelheim ist am 10. April 40 Jahre, der Ofenarbeiter Wilh. Schmidt aus Gröningen ist am 12. April 25 Jahre, und der Ofenarbeiter Karl Freund aus Watzenborn - Steinberg ist am 13. April ebenfalls 25 Jahre in diesem Betriebe tätig. Die Jubilare haben sich während ihrer lang- jährigen Betriebszugehörigkeit die volle Achtung und Zufriedenheit der Betriebsführung und aller ihrer Mitarbeiter erworben. Sie bezeugen ihre Be- ttiebsverbundenheit auch weiterhin durch vollen Einsatz ihrer Arbeitskraft für die Bedürfnisse des Betriebes und gleichzeitig unseres Vaterlandes. Die Jubilar« werden an ihrem Ehrentage durch die Firma, ihre Arbeitskameraden und durch die Deutsche Arbeitsfront entsprechend gefeiert. (Sin guter Fang. LPD. Alsfeld, 7. April. Die hiesige Polizei verhaftete einen Mann namens Fritz Köhler, der aus Sachsen stammt und ein reiches Sündenregister auf dem Kerbholz hat. Der Verhaftete war im Jahre 1938 auf feiner Wandertour durch die deutschen Lande u. a. auch nach Schlitz gekommen, wo er sich im Zertrümmern von Straßenlampen, Fensterscheiben und ähnlichen „Scherzen" betätigte. Ferner hatte er in der Nähe des Ortes Allendorf im Kreise Biedenkopf einen Waldbrand verursacht, der glücklicherweise noch im Entstehen gelöscht werden konnte. Neben diesen Taten hat er noch allerlei anderes vollbracht, was ihn mit dem Strafrichter in Verbindung bringen wird. ^50 Jahre Hessische Garde-Oragoner. LPD. D a r m ft a b t, 6! April. Am 6. April 1790 wurde das Garde-Dragoner--Regiment (1. Großh. Hessisches) Nr. 2 3 durch den damaligen Landgrafen Ludwig X., dem späteren Großherzog Ludwig 1., gegründet. Sein Gründungsort Darmstadt Volksgenossen! Gebt Eure Nletallspenden nur an die örtlichen Annahmestellen, nicht an die Kanzlei des Führers, TUinifferkn oder andere Dienststellen. Mur so kommt sie rechtzeitig an die richtige Stelle, und unnötige kostspielige Mehrarbeit wird erspart. ♦ Die S ammel ft eilen i n Gießen befinden sich im Laden Marktstraße 18, für Gießen-Wieseck in der dortigen Verwaltungsstelle, für Gießen-Klein- Linden ebenfalls in der dortigen Verwaltungsstelle. blieb immer Garnison, wenn auch vorübergehend einzelne Schwadronen in Butzbach oder Babenhausen lagen. Während des Weltkrieges war das Regiment zweimal im Westen, dazwischen im Osten, bei dem Vormarsch in Rumänien und zuletzt in der Ukraine eingesetzt. Die hessischen Gardedragoner nahmen u. a. im Westen an den Gefechten bei Brandeville und Kruiseik, in welch letzterem Falle sie sogar zu Fuß gegen englische Infanterie siegreich vorgingen, an den Kämpfen an der ©iegfriedfront und beim Grenzschutz an der Schelde teil,, waren im Osten an der Schlacht bei Wilna beteiligt, standen im Dezember 1916 bei Kronstadt und im Frühjahr 1918 in der Ukraine. tefe Oslo, 8. dnf Hal" jfdjer Zeil ong des en 5 heA da pben, in 1 lern an d legen, ielleniveise ofen, da m SM daf len Krieg tzlraau-gab lugen n bei, den Naße zu ui Zn wohlm luswärligen ften von d jört über i mi> $ran!t tilung von pben, inbet iot her 3lo Aus den Gießener Gerichtskälen Strafkammer Gießen. Der E. H. P. in Gießen hatte sich wegen Kindes- rnißhandlung, die A. B. in Gießen wegen Kindes- mißhandlung und Beamtenbestechung zu verantworten. P. soll ein Kind, das seiner Fürsorge unterstand, roh mißhandelt haben. Die B. soll die Kinder des P., die ihrer Fürsorge unterstanden, ebenfalls roh mißhandelt und einem Beamten Geschenke (10,— RM.) angeboten haben, um ihn zu einer Handlung zu bestimmen, die eine Verletzung seiner Dienstpflicht enthielt. Die Angeklagten waren im wesentlichen geständig. Der Anklagevertreter beantragte gegen die B. eine Gesamtaesängnisstrafe von zehn Monaten und Anrechnung der Untersuchungshaft, ferner Freisprechung des Angeklagten P. mangels ausreichenden Beweises bzw. Einstellung des Verfahrens, insoweit die Tat unter das Amnestiegesetz fällt. Die Angeklagte B. wurde zu einer G e« famtgefähgnisftrafe von zehn Monaten, abzüglich zwei Monate und zwei Wochen Untersuchungshaft, verurteilt. Das Verfahren gegen P. wegen gefährlicher Körperverletzung wurde auf Grund des Gnadenerlasses des Führers und Reichskanzlers vom 9. September 1939 eingestellt; ;m übrigen wurde der Angeklagte P. freigesprochen. Der H. L. Z. in Maulbach war beschuldigt, im Herbst 1939 in Maulbach strafbare Handlungen mit männlichen Personen unter 21 Jahren Dorgenom» men zu haben. Der Angeklagte war geständig. Der Anklagevertreter beantragte acht Monate Gefängnis. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Es wurde ihm eröffnet, daß er im Wiederholungsfälle mit Zuchthausstrafe zu rechnen habe. Amtsgericht Gießen H. D. in L. hatte wegen fahrlässiger Uebertretung des Lebensmittelgesetzes einen Strafbefehl über 100,— RM. erhalten. Da eine Schuld des D. nicht festzustellen war, mußte Freisprechung erfolgen. Renate machte ihm die Unterredung leicht; sie ersparte ihm alle Erklärungen über Allan Parker und sein eiaenes überraschendes Dazwischentreten und spürte, daß er- ihr dafür von Herzen dankbar war. Wenn sie durch Parker nicht auf die Erbschaft vorbereitet gewesen wäre, hätte es zwischen chr und dem alten Herrn wohl unüberbrückbare Verstän- digungsschwierigkeiten gegeben. Das Deutsch, das er sprach, war einfach schauderhaft, und ihre englischen Kenntnisse bestanden in ziemlich trümmer- haften Schulerinnerungen. Sie konnte zwar noch die Grabrede des Antonius und den Anfang von „Childe Harolds Pilgrimage“ ganz hübsch aufsagen, aber für eine Unterhaltung im Dorngestrüpp des Erbschaftsrechts reichten dies« poetischen Brocken nicht recht aus. Watson hatte eine Abschrift des Testaments mit- gebracht. Aber auch jetzt, nachdem sie die letztwillige Verfügung ihres Onkels Robert Naumann gelesen hatte — mit dessen Namen sie übrigens kaum eine Erinnerung verband —, auch jetzt noch stand sie dieser Nachricht mit einem verzagten, hilflosen und faft ein wenig unheimlichen Erstaunen gegenüber. Achtzigtausend Pfund —? Die Höhe der Hinterlassenschaft überflieg ihr Vorstellungsvermögen. Die Zahl sprach sie nicht an; sie war leer wie ein astronomischer Begriff, leer und zugleich bedrückend groß. Man wußte nicht recht, ob man ein Glück oder eine Last übernahm. Und' das Abenteuer mit Allan Parker hatte ihr einen bitteren Vorgeschmack gegeben ... „Ach Herr Watson", fragte sie ein wenig betäubt, „was fängt man mit so viel Geld nur an?" Der alte Herr hätte daraufhin gewiß eine lange und weisheitsstrotzende Rede halten können, denn als Vertreter vieler noch größerer Vermögen wußte er über Kapitalanlagen sicherlich gut Bescheid; aber seine Zunge zerbrach an der Sprache. Schließlich begnügte er sich mit der Feststellung, daß die An- läge eines Vermögens Sache des Temperaments sei, und fügte den guten Rat hinzu, Renate möge sich an einen tüchtigen Anwalt wenden ... Sie ging, als Watson sich verabschiedet hatte, zu Frau Hvlzschuh in die Küche hinüber und setzte sich auf einen Schemel an den weiß gescheuerten Ab- spültisch. Es war warm und behaglich in dem kleinen Roum. Frau Hvlzschuh hatte so tüchtig eingeheizt, daß die Herdplatte glühte. Sie setzte Renate eine Tasse Kaffee vor und schnitt ihr auch ein Stück vom felbftgebadenen Kuchen ab, ganz auf Vergell's Gott natürlich. „Da, Fräulein Naumann, trinken S' a Schluckeri! Heut kann man schon was Warmes vertragen, bei die grausliche Kältn, bei die grausliche .. Frau Holzschuh setzte sich ihr gegenüber an den Tisch. Renate horte ihren Geschichten nur mit halbem Ohr zu. „Was würden Sie eigentlich tun, Frau Holzschuh, wenn Sie reich wären?" fragte Plötzlich. (Schluß folgt) (Ulfs eine « tr englischleben tvurbi lesen Grün in Nächte p beginnet von $ 5Ö berin < Oslo, ? gramrnbürc [lautbar Itrnng, bei I Sie norn [km außen? tilgende Er ■ Die britif Wen heute ■ logischem ( Meie Schiffe Wasser zu f [ingesetzt, ui J Oie norm pb feierlich I Völkerrechts I kr norwegi Norwegen tj( I itatsregeln m m öo: f’nein aner •emaffer füi *nber ßänl ^tische und I Wwmmen I jnb zu fpe ®ran erinn I ’n Abkomm p fein Ei Ufche Wa "Monter hier aus Mert 7 norweqis NZ tos t fel=gs|d Muß I 3 'Netto Eü „Hr .b» - ii ■’-kn i? ’h U.«