Eichener Anzeiger von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluh 2251 Druck und Verlag: MMLÄ8Z8L Nrllhllche Univtrstiikdruckerel 8. kmige Freitag, 8. März 1940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,UhrdesVormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstaffelL Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 "/o mehr Ermäßigte Grundvreise Badcranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. zyv. Jahrgang Nr. 58 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild -DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen General-Anzeiger für Oberhessen Neue Fronten? Neue Opfer? Von unserem E. ^.-Korrespondenten. Brüssel, März 1940. Die Kriegspolitik der Alliierten ist auch im Spiegel der französischen Presse in den letzten Tagen mit schonungsloser Offenheit enthüllt worden. Diese Politik heißt: Ausdehnung der Kriegsschauplätze um jeden Preis. Die französische Presse steht bei dieser Kampagne den englischen Blättern um nichts nach. Das Gefühl der militärischen Ohnmacht, das sich für Frankreichs Armee aus dem Zustand zwischen Maginotlinie und Westwall ergibt, ist natürlich für die Pariser Blätter, für die Politiker und die Regierung überhaupt, besonders drückend. Die militärische Vernichtung Deutschlands hat sich als Illusion erwiesen; dazu kommt die Enttäuschung darüber, daß die englisch-französische Blockade Deutschland nicht auf die Knie zwingen kann. Im Norden, Osten und Süden des Reichs gibt es keine Blockade — so hat man bitter enttäuscht feststellen müssen. Also will man Deutschland auch von dieser Seite her in die Zange nehmen. Um der eigenen Beweispolitik willen soll der Krieg auf unschuldige Staaten ausgedehnt werden, deren einziges Verbrechen darin besteht, daß sie sich herausnehmen, mit Deutschland Handel zu treiben. Seit Wochen arbeitet die französische Diplomatie, natürlich von einem planmäßigen Pressefeldzug unterstützt, an dieser Ausweitung der Kriegsschauplätze, und auf zwei Schauplätze im besonderen hat sich ihr Augenmerk konzentriert: den europäischen N o r d o st e n und den S ü d o st e n , einschließlich des asiatischen Nahen Ostens. Das Ziel liegt klar zutage: Rußland soll abgeschnürt werden, denn man hat in Paris wie in London erkennen müssen, daß die methodisch vorbereitete deutsch-russische Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet auch die letzten Hoffnungen auf die Erdrofselung Deutschlands zerstören muß. Was den Norden und den Nordosten Europas betrifft, so hat der zynische Angriff englischer Pi- ratenschiffe auf die norwegische Neutralität das Spiel der Alliierten mit einem Schlag aufgedeckt. Die Alliierten wollen Skandinavien in den Strudel des Krieges ziehen. Zuerst hat manFinn- l a n d mit schönen Worten ermuntert, sich für Paris und London zu verbluten. Dann hat man Schweden und Norwegen mit allerlei Druckmitteln und in immer heftiger werdenden Artikeln aufgefordert, sich in das Getümmel zu stürzen. Blätter, wie das „Oeuvre" und das „Ordre", aber auch große Nachrichtenblätter, haben sich gar nicht gescheut, das Kind beim Namen zu nennen: Deutschland sollte die Zufuhr des schwedischen Eisenerzes unmöglich gemacht werden. Was dann aus den beiden skandinavischen Staaten geworden wäre, wäre den Alliierten ebenso gleichgültig gewesen wie das Schicksal Finnlands. Für die Alliierten handelt es sich ausschließlich darum, den geregelten Wirtschaftsaustausch zwischen Skandinavien auf der einen Seite und Deutschland und Rußland auf der anderen Seite zu unterbinden. Daher alle die Lügenmeldungen über angebliche deutsche militärische Vorbereitungen gegen Schweden, wie sie besonders das „Oeuvre" lanciert hat, daher die dauernden Beeinflussungsversuche, Schweden müsse seine Neutralität den Wünschen der Alliierten anpassen, und daher schließlich die lügnerischen Unterstellungen von englischer Seite, die man in die Form eines „Protestes" bei der Oslo-Regierung kleidete! Man darf jedoch erwarten, daß die Regierungen der nordeuropäischen Länder, die das Schicksal Finnlands hellhörig gemacht hat, ihre Vernunft gegenüber solchen Drohungen, hinter denen sich nichts als das Eingeständnis der Ohnmacht der Westmächte gegenüber Deutschland verbirgt, bewahren werden. Eisenerze in Nordeuropa — Petroleum im Südo sten. Durch den Weltkrieg hatten sich die englisch-französischen Kapitalisten in den Besitz des Petroleums von Mofful gesetzt, und sie hatten in dem arabischen Mandatsstaat Irak ihre politische Macht zum Schutze ihrer Oelinteressen verankert. Jetzt scheint das russische Petroleum-Vorkommen im Kaukasus ihren Appetit gereizt zu haben. Die Vorbereitungen für die Bildung der sogenannten Orientarmee unter dem französischen General Weygand waren bisher von einem geheimnisvollen Halbdunkel umgeben; in Aegypten und in Syrien hat man diese Armee aufgestellt, die aus einem Gemisch von Arabern, Franzosen, Engländern, Negern, Juden und anderen Völkerstämmen besteht. General Weygand hat kürzlick in Kairo eine Truppenschau über die sich in Aegypten befindenden Teile der Orientarmee abgehalten, und kurz darauf wurde ein neuseeländisches Truppenkontingent, das ebenfalls zur Verstärkung der Orientarmee diente, dort von dem englischen Do- minienminister Eden in reichlich reklamehafter Form begrüßt. Die Ziele, die mit dieser Orientarmee verfolgt werden, werden gelegentlich angedeutet; sie soll dem Schutz der Länder des Nahen Ostens gegen ein mysteriöses deutsch-russisches Unternehmen dienen. Mit der Türkei haben die Alliierten bereits im vergangenen Herbst ein Bündnis abgeschlossen, das der Türkei allerdings eine gewisse Bewegungsfreiheit läßt, denn nach einer Bestimmung des Vertrages gilt die Bündnispflicht nicht für den Fall, daß die Türkei dadurch in einen Krieg mit Rußland verwickelt werden könnte. Aber man hofft, alle diese Länder letzten Endes doch in ein kriegerisches Unternehmen zugunsten der Alliierten einspannen zu können, indem man sie immer wieder durch eine Flut von falschen Nachrichten als bedroht durch Deutschland und Rußland hinstellt. Und wenn es den Alliierten gelingen sollte, auf diese Werse die Kriegsfackel in den Nahen Osten zu schleudern. dann würde sich, wie man hofft, schon die Möglichkeit bieten, die Hand nach den russischen Oelfeldern im Kaukasus auszustrecken. Dann könnte man zwei Fliegen mit einem Schlag treffen, nämlich die eng- üsch-sranzösischen Kapitalem uni> Delinter eüenteit. die Anglo-Persian-Company und ähnliche Gesellschaften bereichern und gleichzeitig der deutschen Brennstoffversorgung Schwierigkeiten bereiten. Nur haben alle diese Berechnungen einen großen Haken, nämlich die planmäßig organisierte Bewirtschaftung der deutschen Brennstoffversorgung, die es unmöglich macht, daß die deutsche Front jemals durch Mangel an Brennstoff zum Erliegen kommen könnte. Weiter scheinen sich die alliierten Strategen nur ein sehr unvollkommenes Bild von den Schwierigkeiten des Feldzugs zu machen, den ein solches Unternehmen nach dem Süden Rußlands darstellen würde, selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, daß die Türkei sich bewegen lassen könnte, ihre Hand dazu zu bieten. Aber der Traum einer Ausdehnung des Krieges auf eine solche östliche Front, die Sucht nach der Erweiterung der Kriegsschauplätze, spukt vielleicht doch zu sehr in den Köpfen gewisser Ama- Mailand, 8. März. (Europapreß.) „Gazzetta del Popolo" schreibt die Verschärfung der englischen Seekriegführung gegenüber den Neutralen und Nichtkriegführenden der Nervosität der britischen Regierung zu, weil die Kriegsgeschäfte für England nicht gut gingen und der Krieg für England einen ganz anderen Verlauf nehme, als sich die englischen Staatsmänner ihn vorgestellt hätten. Das bereite ihnen ernste Besorgnisse. Als die britischen Staatsmänner Deutschland vor sechs Monaten den Krieg erklärt hätten, erhofften sie einen neuen Koalitionskrieg, in dem die Völker des Kontinents sich auf die Seite Englands gestellt und ihm so Gelegenheit gegeben haben würden, seine hergebrachte Waffe der Blockade anzuwenden und damit zu siegen. Die englischen Hoffnungen seien zunichtegemacht worden. Die Blockade habe n i ch t die Wirkung gehabt, die ihre Urheber erhofft hätten. Alle Staaten, die im September dem Konflikt ferngeblieben seien, zeigten sich jetzt noch mehr entschlossen, nicht daran teilzunehmen. Selbst die Türkei zeige keine Lust zu einem Kriege gegen Rußland. • Auch USA. verurteilen die britischen Älokademaßnahmen. Rom, 7. März. (Europapreß.) Staatssekretär Hüll erklärte, die Note, die die englische Regierung vor einigen Tagen in Beantwortung der amerikanischen Protestnote von Anfang Dezember 1939 nach Washington übermittelt habe, sei noch nicht zur Veröffentlichung bereit, da sie noch Kopenhagen, 7. März. (Europapreß.) Neue Preiserhöhungen, zunehmende Arbeitslosigkeit, Erhöhung der Staatsausgaben in Form von Teuerungszulagen für Beamte und Angestellte, Ankündigung „wahrer Sparmaßnahmen" und ein beängstigendes Anziehen der Indexziffern für den Großhandel rechtfertigen schon am Donnerstag den erst am Vortage vom Ministerpräsidenten Stau- ning gemachten Ausspruch: „Ich bin kein Optimist". Zwölf Stunden nach dieser Rede wird bekannt: Am 1. April werden die Sätze für elektrischen Strom von 35 auf 50 Oere je Kilowattstunde und die Sätze für das Gas von 18 auf 25 Oere je Kubikmeter erhöht. Sie liegen damit um 4 0 v. H. über dem Porkriegs- fuß. Der höchstzulässige Elektrizitätsverbrauch je Wohnung wurde von 20 auf 15 Kilowattstunden gesetzt. Wer die vorgeschriebene elektrische Ration überschreitet, muß 75 Oere je Kilowattstunde zahlen oder drei Kronen je Kilowattstunde bei vorsätzlicher Verschwendung elektrischen Stromes. Die Erhöhung der Preise für Gas und Elektrizität wird begründet mit dem weiteren Anziehen der Kokspreise, die am Donnerstag mit 10,20 Kronen notiert wurden im Vergleich zu 2,25 am 3. September 1939. Zum Ausgleich dieser Verteuerungen wird der Staat seinen Beamten die Bezüge erhöhen müssen. Das Parlament wird diese neue Gehaltsregelung — es handelt sich um 7 Millionen Kronen — bewilligen. Jeder dritte Arbeiter in Dänemark ist nach einem Ausweis des Statistischen Amtes ohne Beschäftigung. Ende Februar wurden 182 690 Arbeitslose gemeldet gegen 165 498 Ende Januar. Die Großhandelsziffer ist vvn Januar bis Febrüar von 154 auf 162 Punkte angestiegen. Sie ist damit um 51 Punkte höher als zu Beginn des Krieges. Die stärkste Steigerung weisen Brennstoffe und Mineralöle auf. Sie zogen von 259 aus 305 an und damit seit Ausbruch des Krieges um 190 Punkte. Gleichzeitig ist die Indexziffer für Importwaren von 181 auf 195 gestiegen. Dagegen blieb die Indexziffer für Exportwaren unverändert. Sie ist seit Kriegsausbruch um nur 19 Punkte anaefttegen, eine Tatsache, die die Anspannung der dänischen Staatsfinanzen erklärt. Handelsminister K j e e r b o e l kündigt an, daß die bisherigen Rationierungen lediglich Vorläufer der zu erwartenden Verbrauchsbeschränkungen sind. Es scheint mir, erklärte der Minister, als ob es gewissen Leuten noch nicht auf gegangen sei, daß die Dinge sich ganz anders entwickeln werden, als in den Jahren 1914 bis 1918. Man beginnt die Sammlung von Sägemehl, Dünengras, Heidekraut, Stroh, Schutt und Kloakenschlamm zu organisieren, um sich durch die Verarbeitung ölefer. Stoffe von der Einfuhr wichtiger Produkte frei zu machen. Es werden Anlagen ge- jchassen öur Anjbereitung des Flachses. Im Herbtz teur-Strategen der Weftmächte, als daß diese so einfach auf chre Ziele verzichten würden. Ist nicht Winston Churchill, der im Weltkrieg die furchtbaren Blutopfer des erfolglosen Gallipoli-Unternehmens gegen die damalige Türkei auslöste, heute wieder in einem entscheidenden Amt? So geht der Nervenkrieg, den die unverantwortlichen Drahtzieher in London und Paris entfesselt haben, zunächst weiter und peitscht mit einer Flut von Gerüchten und widerspruchsvollen Nachrichten die Gemüter in vielen Ländern auf. Aber die Erfahrungen derjenigen Staaten, die sich in diesem Kriege und schon vor ihm durch die Westmächte in unbesonnene Abenteuer gegen Deutschland bzw. Rußland nein treib en ließen, stehen als warnendes Beispiel allen anderen in Frage kommenden Staaten vor Augen. Man hat an den Beispielen Finnlands und Polens gesehen, daß die Westmächte zwar in der Lage sind, andere Staaten ins Unheil zu treiben, daß sie sich aber vorsichtig und auch aus Mangel an eigener Macht zurückhalten, wenn es gilt, diesen Opfern einer hemmungslosen Pro- paganda zu Hilfe zu kommen. Das englische Kohlenproblem. England hat einen einzigen Rohstoff zur Verfügung, der die Grundlage seiner Industrialisierung bildete: seine K^hlenschätze. Eisenerze muß es nach dem Abbau seiner eigenen Vorkommen bereits seit Beginn des vorigen Jahrhunderts ein- führen, dagegen versorgte es eine Zeitlang alle kohlenarmen Länder mit den schwarzen Diamanten. Das Aufkommen anderer Energiequllen, z. B. der elektrischen Energie, die in Italien und der Schweiz aus Wasserkräften gewonnen wird, hat diese Sachlage nur wenig erschüttern können, dagegen hat der Abbau der deutschen, polnischen und böhmischen Kohlenflöze und die Verwendung der Braunkohle, die in England fehlt, die britische Kohlenausfuhr schwer erschüttert. Noch 1938 belief sich die englische Kohlenförderung auf 232 Millionen Tonnen, die deutsche auf 186. England hatte also einen Vorsprung von rund 24 v. H. Durch die Gewinnung der böhmischen und polniq schen Kohlengruben aber hat die deutsche Steinkohlenförderung bereits jetzt die englische erreicht, ferner hat Deutschland vier Fünftel der Braunkohlenförderung der ganzen Welt zu verzeichnen Diese Förderung beträgt rund 200 Millionen Tonnen im Jahr, sie ist, auf Steinkohlenwert umgerechnet, bedeutender als die ganze französische Steinkohlenerzeugung und größer als die belgische und wolländische zusammengenommen. Das neue Deutschland hat also auf dem Felde der Kohlenförderung England mit 40 bis 50 Millionen Ton^ nen jährlich geschlagen! Auch im Ausfuhrhandel merkte England schon in Friedenszeiten den Wettbewerb der deutschen Kohle. Im Jahre 1938 führte England 47 Millionen Tonnen aus, davon gingen aber nach „sicheren" Absatzquellen nur 17 bis 20 Millionen Tonnen, die restlichen Steinkohlenmengen mußten um das Absatzgebiet schwer mit der deutschen und polnischen Kohlenausfuhr ringen, die schon im Jahre 1938 zusammen 42 Millionen Tonnen betrug. Jetzt im Kriege kann Deutschland mit einer Mindestkohlenausfuhr von 27 Millionen Tonnen rechnen. Kohle ist für uns ein wichtiges Zahlungsmittel, und die Auslöfchung der bisherigen englischen Kohlenvorherrschaft ist daher ein Sieg, der um so wertvoller ist, als er im friedlichen Wettbewerb errungen wurde. Während Deutschland Kohle nach wie vor aus» Passadierdampfers der Welt kennzeichnet. „Ohne die üblichen Musikkapellen", schreibt „Worlds Tele- gram", „ohne den Flaggenschmuck und ohne die Begrüßung durch mit jubelnden Menschen angefüllte Ausflugsboot gleitet der größte Paffagier- dampfer in den Neuyorker Hafen, denn die „Queen Elizabeth", größer und länger und schneller als die „Queen Mary", trifft als Flüchtling aus dem Kriegsgebiet ein und wird für die Dauer des Krieges an einem Neuyorker Pier verbleiben. Piraten unter sich. Buenos Aires, 7. März. (DNB.) Als der englische Dampfer „St. Helena" vor einigen Wochen auf Teneriffa auslief, wurde er nachts von einem Schiff verfolgt und kurz vor Tages» anbruch plötzlich beschossen. Dabei wurden mehrere Besatzungsmitglieder verletzt. Der Engländer erwiderte das Feuer. Ein sechszölliger Volltreffer traf den anderen Dampfer mittschiffs bei den Deckaufbauten unterhalb der Brücke. Darauf stellte dieser das Feuer ein und gab sich durch Signal als französischer Dampfer zu erkennen. Der französische Kapitän erklärte, er hätte erfahren, daß ein deutsches Schiff aus Teneriffa auszulaufen beabsichtigte. Daraufhin habe er sich auf die Lauer gelegt. Als nun die „St. Helena" um die erwartete Zeit den Hafen verließ, alaubte er, den deutschen Dampfer vor sich zu haben. Er eröffnete das Feuer, welches jedoch wider Erwarten sofort erwidert wurde. Daraufhin wurde den Franzosen klar, daß das angegriffene Schiff fein deutsches fein konnte, weil die deutschen Handelsschiffe bekanntlich unbewaffnet sind. Ehe jedoch der Irrtum aufgeklärt wurde, waren 14 Mann durch Vo II treffer getötet worden. Nach dem Eingeständnis des Kapitäns griff also das französische Handelsschiff, das, wie viele andere, nach der Behauptung der Westmächte nur zur Verteidigung der eigenen Sicherheit bewaffnet sein soll, bedenkenlos ein vermeintliches deutsches unbewaffnetes Handelsschiff mit Geschützfeuer an, womit es sich außerhalb des internationalen Rechts stellte. Innerpolltische Probleme Italiens. Mussolini läßt sich Bericht erstatten. Rom, 7. März. (Europapreß.) Der Duce empfing in Anwesenheit des Ministers für öffentliche Arbeiten und des Stabschefs der Miliz den Befehlshaber der Straßenmiliz, General Leo- n a r b i, der ihm über die Tätigkeit dieser Polizeitruppe im Jahre 1939 Bericht erstattete. Ferner ließ sich der Duce vom Gouverneur von Rvm, Fürst Borghese, die Pläne für den Bau neuer Arbeitersiedlungsviertel in der Hauptstadt vorlegen. — Mit dem Landwirtschafts- minifter und dem Vorsitzenden des Reisanbauver- bandes prüfte Mussolini den gegenwärtigen Stand und die Möglichkeiten der künftigen Erhöhung der italienischen Reiserzeugung unter besonderer Berücksichtigung der Ausfuhr. Schließlich empfing der Duce in Gegenwart des Finanzministers für Dolkskultur den früheren Leiter der römischen Filmstadt, Senator Tofani, der ihm die Bilanz dieses Riesenunternehmens unterbreitete und ihm über die befriedigende Entwicklung der italienischen Filmerzeugung Bericht erstattete. — Der italienische Ministerrat wird Dienstag, den 2.April, also in rund vier Wochen, unter dem Vorsch des Duce zujammentreteH, _ Englands Knegsgeschäste gehen schlecht. Der wahre Grund für die Verschärfung der britischen Blockade. Dänemarks Wirtschastssorgen. einige unklare Punkte enthalte. In politischen Kreisen Washingtons werde darauf hinge- wiefen, so berichten die italienischen Zeitungen, daß die Haltung der USA. gegenüber der englischen Wirtschaftsblockade gegen Deutschland sich in den großen grundsätzlichen Linien mit der italienischen decke, die in so klarer Weise in der von Rom nach London geschickten Protestnote festgelegt worden fei. Griechischer Einspruch gegen britische Anmaßungen. Rom, 7. März. (Europapreß.) Aus Athen wird gemeldet, in griechischen Handelskreisen herrsche Entrüstung darüber, daß die Engländer die griechischen Handelsschiffe, selbst diejenigen, die innerhalb der griechischen Hoheitsge- wässer verkehren, regelmäßig a n h a l t e n und kontrollieren. Die griechische Regierung habe gegen dieses Vorgehen bereits bei der englischen Gesandtschaft in Athen Einspruch erhoben. Der Gesandte habe erklärt, er habe die englischen Flottenbehörden aufgefordert, dem Schiffsverkehr innerhalb der griechischen Gewässer „Erleichterungen zu gewähren". Der griechische Dampfer „L e o n", der auf der Linie Patras—Leuka—Pre- veza verkehrt, wurde von einem bewaffneten englischen Hilfskreuzer angehalten und durchsucht. Der englische Kapitän weigerte sich, seinen Namen und den Namen seines Schiffes in das Bordbuch der „Leon" einzutragen. Der Name des Hilfskreuzers war mit Oelfarbe über strichen. soll Dänemarks erste Leinenfabrikation in Betrieb fein. Es wirb über den Anbau von ölhaltigem Flachs verhandelt, wodurch der normale Import von Leinsamen und Oel futter buchen überseeischen Ursprungs im Werte von 20 Millionen Kronen überflüssig wird. Man hat Aufbereitungs- und Der- füterungsoersuche angestellt zur Verwenduna von landwirtschaftlichen Abfallprodukten. Die Einsammlung von Obst, Kastanien, Bucheckern und Eicheln und die Auswertung von Blut, Molken unb Kasein nach neuen Gesichtspunkten wird organfiert. Weiter ist untersucht worden, inwiefern es möglich ist, aus inländischen Rohstoffen wie Torf und Braun- kahle Treibgas und Benzin herzustellen. Man hat zu diesem Zweck eine Studien kommission nach Deutschland entsandt. Brennstoffe für den heimischen Gebrauch sollen aus Sägemehl, Heidekraut, Papier, Dünengras, Küchenabfall und Kloakenfchlamm hergeftellt werden. Die Karbid- lampen-Fabrikation wird wieder aufgenommen, da die Beschaffung von Petroleum für Leuchdzwecke ins Stocken geraten ist. Oie „Queen Elizabeth" sucht Unterschlupf in Neuyork. Neuyork, 7. März, (DNB.) Im Neuyorker Hafen, in dem das „meerbeherrschende England" aus Angst vor der deutschen Seekriegführung bereits die Ozeanriesen „Queen Mary" und „M a u r e t a n i a" seit Kriegsbeginn zusammen mit den französischen Dampfern „Normandie" und „I f l e d e France" liegen hat, ist jetzt auch noch unter starkem britischen Geleitzug das neueste Luxusschiff, die 85 000 BRT. große „Queen Elizabeth" eingetroffen. Aus Furcht vor Verlust hat man die „Queen Elizabeth" eine überstürzte Jungfernfahrt antreten lassen, ohne die Fertigstellung der Inneneinrichtung abzuwarten. In Neuyork erregte diese Flucht vor dem Zugriff der deutschen Kriegführung großes Aufsehen, liegt doch darin das Eingeständnis, daß England seinen eigenen Schiffen keinen sicheren Hafen mehr bieten kann und deshalb lieber eine Hafengebühr von 1000 Dollar täglich opfert Die Tatsache, daß die Bank von England immer mehr Gold nach Amerika ver- schifft, daß die Großgrundbesitzer ihre Liegenschaften in England abstoßen und statt dessen Grundstücke in Uebersee erwerben, und daß ein Riesendampfer nach dem anderen in die sicheren amerikanischen Häfen gebracht wird, ist nur ein weiterer Beweis dafür, daß die Geldsäcke an der Themse bestrebt sind, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen und ihr eigenes Volk feinem Schicksal zu überlassen. Die Neuyorker Abendpresse unterstreicht den Mangel an Zeremoniell, der im Gegensatz zu den Neuyorker Gepflogenheiten die Ankunft biefes gryß- ten. rvevy auch noch nicht gan§ ftrtjHgejtellten ie bisher mit deutschem Tommies in Gefangenschaft »stielen Elf britische Handelsdampfer getroffen. Erfolgreiche Aktion der deutschen Luftwaffe an der englischen Ostküste. Berlin. S. März. (DNB. Aunkspruch.) In der Tlacht vom 6. zum 7. und vom 7. zum 8. Mär; fanden wiederum erfolgreiche Slufklärungsflüge gegen die britische Ostküste statt, hierbei wurden insgesamt 11 in britischem Geleit oder abgeblendet unter der britischen Ostküste fahrende Handelsschiffe mit einer Gesamltonnage von rund 30000 VRT. versenkt oder schwer getroffen. Alle deutschen Flugzeuge, die zu dieser Unternehmung eingesetzt waren, kehrten ohne V e r l u st e zurück. Oer Wehrmachtsbericht. Berlin, 7. März. (DUB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die eigene Luftaufklärung gegen England wurde fortgesetzt. Einzelne britische Flugzeuge flogen in der Nach! vom 5. zum 6. März in die Deutsche Bucht ein und berührten hierbei das nordwestdeutsche Küstengebiet. Lin britisches Flugzeug flog nördlich Sylt über dänisches Hoheitsgebiet ein. Die Auswahl der Adolf-Hitler-Gchüler des Gaues Hessen-Nassau. diese Meldungen mit einer gewissen Zurückhaltung aufnehmen können, da die räumlichen Flächen, um die es sich hier handelt, zu groß sind, um einen allgemeinen Erfolg solcher Sprengungen aus der Luft zu gewährleisten. Soviel zur militärischen Lage! Aber es ist ganz offenbar, daß die Kämpfe auf der Karelischen Landenge auch eine gewaltige politische Rückwirkung haben. Und so jammert denn auch bereits der Pariser „Ternps", daß die Folgen eines russischen Sieges in Finnland außerordentlich ernster Natur wären und eine neue Niederlage der Westtnächte bedeuten würde, deren Ohnmacht damit erwiesen sei. Wörtlich heißt es dann: „Es ist hoch an der Zeit, das zu begreifen und sich nicht länger bei diplomatischen Spitzfindigkeiten und bei Neutralitätsillusionen aufzuhalten, bei Einbildungen also, die eine tödliche Wirkung hgben." In Paris geht also irgend etwas mit dem Grundeis! Ausnahmemoßnahmen gegen die Provinz Buenos Aires. Buenos Aires, 8.März. (DNB. Funlkspruch.) Nachdem bei den unlängst abgehaltenen Wahlen für den Gouverneurposten uno die Legislative der Provinz Buenos Aires so schwere Unregelmäßigkeiten vorgekommen find, daß ein klares Bild des Wahlergebnisses unmöglich wurde, hat Präsident Ortiz eine Intervention verfügt und den Divisionsgeneral CassineM zum impevimistischen Interoentar ernannt, bis eine entsprechende Kommission gebildet sein wird. Ackerbauminister Pa- dilla und der Minister kür öffentliche Arbeiten Alvarado haben ihre Aemter zur Verfügung gestellt, weil sie mit der' Maßnahme des Präsidenten nicht einverstanden sind. Um Kundmehr als vier Prozent der englischen Steinkohlenerzeugung lägen aus den Halden von Northumber- land und Buckingham und könnten nicht verschifft werden, die Kohlenbesitzer drohten mit Stillegung ihrer Erzeugung. Inzwischen ist die englische Steinkohle aus den Auslandsmärkten ein fel- teuer Artikel geworden. Die englische Steinkohle kostet z. B. in Holland heute durchschnittlich einen Gulden pro Tonne mehr als andere Kohle. Die Bezüge aus England sind gleich Null. Für England 1 " es die französische gebungen vorzubeugen, wurde ein starkes Polizeiaufgebot in Buenos Arres eingesetzt. Nie Verwaltung «m Äneqe. Freiburg, 7. März. (DNB.) Dom Reichs* Minister des Innern Dr. Frick wurde durch den Rektor der Universität Freiburg die Urkunde seiner Ernennung zum Ehrensenator der Universität überreicht. Wie der Minister dann in seinem Dortrage „Verwaltung im Kriege" aus- führte, wurde vom Führer der Minister- rat für die Reichsverteid i g ung geschaffen. Er ist für die Dauer des Krieges das höchste, nur dem Führer verantwortliche, mit umfassenden Zuständigkeiten ausgestattete Organ des Reiches. Die Reichsverteidigungskommissare, die ihren Sitz am Sitz der einzelnen Wehrkreiskommandos haben und die zivlle Reichsverteidigung im Wehrkreis einheitlich steuern, haben keine Ausgaben der laufenden Verwaltung und bedienen sich des Apparates der Behörden der allgemeinen und inneren Verwaltung. Die Kriegsverwaltung und Kriegswirtschaftsorganisation sieht in der mittleren Instanz u. a. Bezirkswirtschaftsämter trnd Landes, oder Provinzialernährungsämter, tn der unteren Instanz die Wirtfchaftsämter und Ernährungsämter vor. Dadurch, daß diese Behörden nicht als Sonderverwaltung aufgebaut, sondern in die Behörden der allgemeinen und inneren Verwaltung einbezogen worden sind, ist der Grundsatz der Einheitlichkeit der Verwaltung auch in dieser Kriegsorganisation durchgeführt worden. Die Konzentration der Verwaltung auf die Erfordernisse der Kriegführung hat zur weitgehenden Vereinfachung des Behördenapparates und zu einem Abstößen von Ausgaben an die unteren Instanzen geführt. Die Fülle der Aufgaben lasse das Maß der Arbeit erkennen, die gegenwärtig auf den Verwaltungsbehörden lasten. Sie werden freudig von ihnen erfüllt, weil jeder Beamte weiß, daß es im Kriege nur eine Losung gibt: Einsatz bis zum Aeußersten. Oie geistige Betreuung der Jugend. Der Ministerrat für die Reichsverteidigung hat beschlossen, fortlaufend durch Ansprachen führender Persönlichkeiten aus Partei und Staat die deutsche Jugend in Schule und Werkstatt über den Kampf unserer Zeit und über die Pflichten der Jugend au unterrichten. Reichsleiter Rosenberg hat die Leitung dieser Erziehungsarbeit übernommen und spricht am 11. März um 20.30 Uhr über alle Sender einleitend über „Volkskameradschaft". Führende Persönlich- ketten aus Partei und Staat werden allwöchentlich über den deutschen Rundfunk zur deutschen Jugend sprechen. Die Schule wird die Aufgabe haben, die Ansprachen in ihrem Unterricht auf zu greif en. Die Hitler-Jugend wird aus Ge- meinschcrstsabenden die einzelnen Parolen vertiefen und in die Tat umsetzen. führt — seine Koh len ausfuhr ist blockadesicher! — stockt ü i e englische Kohlenausfuhr, da infolge der scharfen deutschen Gegenblockade die Kohlendampfer entweder versenkt werden oder gar nicht auszulaufen wagen. Die englischen Kohlen- gebiete liegen hauptsächlich in Wales, Northumber- land und Buckingham. Die Ausfuhr ging in Frie- denszeiten zum größten Teil über den englischen Osthafen New C a st l e. Aber diese Ausfuhr ist durch die deutsche Beherrschung der Nordsee sehr gefährdet. Infolgedessen meldete bereits Anfang Januar der Kohlenkorrespondent der „Times", Seine unsinnige Aufgeregtheit wollte nicht verebben. Die Burg war ihm höchst gleichgültig, wichtig war ihm einzig und allein dies Mädchen Sigrid, ja, er erkannte erschüttert, daß ihm zum erstenmal seit seinem Unglück das Herz wieder voll echter Zärtlichkeit war. Sigrid lauschte hingegeb-en und blickte ehrerbietig auf alle Spieße, Morgensterne, Schwerter, Sturmhauben und Kettenpanzer, auf verblichene Gobelins, aus die wurmstichige Wiege eines vor Jahrhunderten in den Abgrund gestürzten Junkers, und da auch die Erwachsenen voll Hingabe lauschten, durfte er ohne Scheu das geliebte Antlitz des fremden Kindes unersättlich betrachten. Er ließ sich nie von ihr wegdrängen, er legte sogar beide Hände auf ihre Schultern, um jederman zu zeigen: „Dies Kind gehört zu mir! Niemand soll es wagen, uns beide zu trennen!" Sie mußte wohl spüren, wie gut er ihr war, denn manchmal lehnte sie sich mit dem Rücken gegen ihn, und er hatte tapfer zu kämpfen, um nicht zu weinen. In der einstigen Folterkammer schwang der Livrierte ehernen Gesichts das Beil, mit dem, wie er sich ausdrückte, „49 Verurteilte vom Leben zum Tode befördert" worden waren. Da blickte Sigrid aus blassem Antlitz zu ihm auf, und er sagte begreifend: „Komm, Sigrid", und führte sie aus dem Gedränge. Aber sie kamen an eine noch schrecklichere Stätte, an eine Mauernische, wo hinter einem Gitter ein angeschmiedetes Skelett zu sehen war, und sie wich mit einem Aufschrei zurück und erfaßte seine Hand. Ja, sie erfaßte seine Hand und ließ sie auch so bald nicht mehr frei, und er sagte bebend: „Jetzt denke ich, daß du meine Tochter bist!" „Und da denke ich, daß Sie mein Papa sind. Sie haben wohl niemanden?" „Nein." Sie legte den Kopf an seine Seite „Großer Gott", dachte er, „ich brächte es fertig, die Mutter um der Tochter willen zu heiraten!" und er hatte so große Sehnsucht, wenigstens Sigrids Scheitel zu küssen, daß er sich fast grob von ihr lösen mußte, um dem Zauber ihrer Lieblichkeit zu entgehen. Aus dem Turm blickte sie mit süßem Gruseln in die steile Tiefe und flüsterte endlichr Möchten Sie gern Ritter jeinF «eben sich die wunderlichsten Verschrobenheiten. Australien wird seine Getreideernte nicht los, weil nicht aenug Frachtraum zur Verfügung steht. Die englischen Schiffe sind für den gestiegenen Einfuhr- bedarf viel zu wenig zahlreich, und die neutralen Schisse warten aus feste Angebote der englischen Regierung. Die Dinge haben sich bereits so weit entwickell, daß die Admiralität mit Bluffs, richtiger: Falschmeldungen, die Preise für neutralen Schiffsraum zu drücken versucht. Vor wenigen Tagen wurde (durch Engländer) von Argentinien aus bas Gerücht verbreitet, daß ein Ueberangebot an Frachtraum für die südameorkanische Getreideernte vorhanden fei. Die Preise für Frachtraum von Südamerika nach England kamen auch ein-i-ae Stunden dis Sinken. Sobald aber die Reeder über die tatsächliche Situation und die Eigenart des englischen Bluffs unterrichtet waren, stiegen — begreiflicherweise! — die Frachten um so heftiger. Schiffsbauprogramm für den Onjepr-Bug-Kanal. Moskau, 7. März. (DNB.) In der „Prawda" teilt der stellvertretende Volkskommissar für Flußschiffahrt, Lubjanow, über die für den deutsch-russischen Güterverkehr bedeutsame Schiffahrtsverbindung des Dnjepr-Bug-Kanals, an deren Reorganisierung zur Zeit gearbeitet wird, mit, daß die über die Flüsse Styr, Pripet und Pina führende Binnenschiffahrtsstraße in erster Linie dem Transport von Getreide, Zucker, Salz, Naphthaprodukten und Metallen dient. Ein großes Schiffsbauprogramm, das noch in diesem Jahr den Bau einer großen Anzahl von Lastkähnen, Schleppern und Motorschiffen vorsieht, soll den Bestand der aus den Flüssen West-Weißrußlands verkehrenden Schiffe um das 20fache gegenüber dem im früheren Polen vermehren. Bereits bis zum 15. April rechnet man (P. K.) Wie bereits gemeldet, wurden durch ein deutsches Stoßtruppunternehmen auf französischem Boden 16 Engländer gefangen genommen. Ihre Befürchtungen, daß ihnen Schlimmes widerfahren würde, verstreuten sich bald, als sie sahen, daß deutsche Aerzte sich um ihre Verwundeten be- mühten, und daß ihnen ihre Erinnerungsstücke, Photographien, Wertsachen und Genußmittel belaßen wurden. „Warum habt Ihr eigentlich so lange geschossen, als Eure Lage schon völlig aus- sichtslos war?", fragte einer der Stoßtruppmänner. „Wir befürchteten, schlimm behandelt zu werden, wenn wir in Gefangenschaft gerieten!", erwiderte ein Engländer. Nach den üblen Greuelmärchen, die man ihnen im Jnselreich über den „Kuns" erzählt hatte, war ihnen die anständige Behandlung, die ihnen durch die Deutschen zuteil wurde, unfaßbar. Ein Pferdepfleger aus London, ist früh Berufs- foldat geworden und hat bereits mehrere Jahre gedient. Still, in sich gekehrt, richtet er den Blick zum Boden. Er befürchtet anscheinend, jedes Wort, das er spricht, könne ihm Unheil bringen. „Chamberlain, Churchill, Duff Cooper machen, was sie wollen, ohne das arbeitende Volk zu befragen ..." Offenherzig, vvll Vertrauen auf die von den Deutschen gewährte Behandlung, schaut Harald Walford den Fragenden in die Augen. Er ist 23 aland find aber kommt yinzu, daß Eisenindustrie, di, Koks und deutscher Kohle arbeitete, mitverforgen soll. Schon haben die Schwierigkeiten der französi- sehen Industrie infolge der mangelnden Versorgung mit britischer Steinkohle zu einem Produktionsabstieg geführt, der besonders in diesen Kriegszeiten bedenklich ist. Wenn daher England den I t a l i e - sehenden Herrn haften, der offensichtlich ohne jeden Anhang war. „Wenn Sie die Kleine vielleicht mitnehmen wollten ...?" „Aber natürlich, sehr gerne!" Und das Mädchen machte ihm sofort einen artigen Knicks, drängte sich zwischen ein paar Großen energisch durch und stellte sich gefügig neben ihren durch den Livrierten ernannten Freund. Er errötete in jäher Freude und fürchtete die vielen Menschen, als müsse er sich seines übertriebenen Gefühls schämen. „Wir wollen also miteinandergehen", sagte er schließlich. „Ja, das ist schön", antwortete sie. „Mama ist zu müde zum Steigen, und Onkel Bernhard wollte sie nicht allein am Tisch lassen." Er erschrak, weil sie nur von ihrer Mutter und einem Onkel sprach, ihren Vater aber nicht erwähnte, und schon ihre nächsten Worte bestätigten, was er geahnt hatte: „Mein Papa ist schon lange gestorben." „Oh", sagte er bedauernd und ärgerte sich, daß er so schwerfällig war. Das Mädchen schritt zuerst durch das knackende Drehkreuz, das immer nur eine einzige Person einließ und wandte sich dann sofort nach ihrem Begleiter um. Es war nur eine winzige Gebärde^ dies kurze Sichumwenden und der treuherzige Aufblick aus den blauen, reinen Augen dauerte, buchstäblich nur einen „Augenblick", aber diesem Manne, der so viel verloren hatte, waren es große Erlebnisse. Sie war blond, noch etwas Heller als sein verstorbenes Töchterchen. Ihr liebliches Gesicht war nicht eben blühend, vielleicht hatte sie eine Krankheit hinter sich? Sie trug ein geblümtes heiteres, hübsches Kleid, dessen Tröger über eine weiße Blust liefen, an der fein Fleckchen war. Ihr fehlt der luftige, starke Kamerad, ihr fehlt der Vater, und sie weiß es selber kaum, wie sehr er ihr fehlt, dachte er. „Hast du schon andere Ruinen gesehen?" „Oh ja, und alle sind so schön! Aber hier gibt's ja noch richtige Zimmer, wo die Ritter früher gewohnt haben." „Ja, das ist wahr. Ms heißt du dem»?" ------- - —’ Begegnung. Don Arnold Ulih. Ein Mann, der feine Frau und sein zehnjähriges Töchterchen durch einen Unfall verloren hatte, fand auf absonderliche Weise einigen Trost: Sonntag um Sonntag fuhr er ins Land hinein, immer mit dem ftühesten Zuge, den viele Hunderte von Lebensfrohen benutzten, und kehrte erst mit dem letzten Züge zurück, und wenn er dann auch zwischen müoen Glücklichen saß, die vertraulich zu gemeinsamer Ruhe gegeneinander lehnten, war er selber viel zu erschöpft, um neidvoll und traurig zu sein. Der kommende Morgen sodann führte sechs prall gefüllte Arbeitstage yerauf. Eines Sonntags aber hatte er eine Begegnung, die ihn für einige Zeit der schwer errungenen Ruhe entriß. Gegen Mittag hatte er einen Berggipfel erglommen, der die berühmteste Burgruine der Gegend und überdies ein Wirtshaus trug, das durch (eine weit gepriesene Küche bekannt war. Als dann, wie alle halben Stunden, eine kuhglockenhafte Bimmel schepperte und so das Zeichen gab, daß wiederum eine Führung durch die Ruine beginne, entschloß er sich und schritt den granitgepflasterten Weg zum Tor mit hinauf und fand sich entzückt in der herrlichen Kühle des alten Turmes. Im Hintergrund, vor einem gotischen Torbogen, stand ein livrierter, würdevoller, geradezu dünkelhafter Mann, ein Angestellter der gräflichen Rent- meifterei. Er hielt den langen Handgriff der Kuh- glocke noch markig in der rechten Hand, und forschte falt und hoheitsvoll den Granitweg hinab, ob auch recht viele seinem Glockensignal folgten. Trotz feines komischen Stolzes mußte ihm doch ■ein menschliches S)en im harten Busen schlagen; ein kleines, etwa zehnjähriges Mädchen trat vor ihn hin und reichte ihm ein 50°Pfennigstück, da geruhte er gütig auf die Kleine herabzublicken: „Wenn du dich einer erwachsenen Person an- schließest", sagte er, obwohl das Mädchen nicht etwa » bedürftig aussah, „bann brauchst du nur dreißig zu bezahlen." Sie blickte ängstlich drein, aber schon suchten die strengen Augen des Livrierten fast gebieterisch herum und blieben auf dem etwas kummervoll aup* sitz haben hier entschieden, sondern allein die körperliche und geistige Veranlagung und Leistung. Unter den Berufen der Väter finden mir den Buchdrucker, den Lagerarbeiter, den Bauer, den Techniker, den Lederarbeiter, den Kaufmann, den Bankangestellten, den Schneidermeister, kurz, jene Volksgenossen, denen es ehedem nicht möglich war, ihre Kinder bei aller leistungsmäßigen Voraussetzung etwas werden zu lassen, da die wirtschaftlichen Verhältnisse es nicht zuließen. Wenn über die Zulassung zu den Schulen von Eton, Oxford und Cambridge allein der Name und das große Bankkonto des Herrn Papa entscheiden, so entscheidet über die Zulassung zu den Adolf-Hitler-Schulen Deutschlands einzig und allein die Leistung, lieber Dünkel und Anmaßung triumphiert damit auch in der Nachwuchsfrage die sozialistische Haltung einer jungen Nation. 27 Schillinge (f Schilling etwa 50 Rpf.), heute aber 150 Schillinge. Ebenso sind die Frachtkosten für 1000 Mogramm Getreide von Australien nach England von 25 auf 140 Schillinge vesti «en. Das gilt selbstverständlich nur für die freii Frachten, also für die Preise, die für „neutrale n" Schiffsraum bezahlt werden müssen. Die englische Schiffahrt selbst fährt zu Zwangstarifen, tft also beschlagnahmt. Aber EnAand kommt ohne den neutralen Schiffsraum nicht aus. Und so er- Jahre alt, in Buenos Aires geboren und von Beruf Installateur. Er ist erfreut, daß er über den Rundfunk zur Heimat sprechen darf und teilt dies sofort feinen Kameraden mit. Ohne Zögern nimmt er die Zigarette, die ihm ein Feldwebel anbietet, und raucht behaglich. Er spricht gern über die früheren sportlichen Beziehungen xu den Deutschen und ist sichtlich zufrieden, daß dieser Krieg für ihn zu Ende ist. Spontan reißt er einen Messingknopf mit dem Wappen des Herzogs von Cornwall vom Mantel und gibt ihn für die Zigarette als Erinnerungsgeschenk mrück. Ziemlich verstört, voller Kummer und Sorge über das Schicksal seiner Familie, sitzt Joseph Ungent — 39 Jahre alt, Vater von zwei Äinbern — in der Ecke. Er grübelt über das Vergangene nach: „Why do we kill each other?” (Warum töten wir uns aegenfeitig?) fragte er nachdenklich. „Wir wollen reinen Krieg und hoffen» bald wieder tn England zu sein!" Die Gefangenen wissen nicht, warum sie eigentlich kämpfen und finden keine Erklärung für die verderbliche Kriegs Politik ihrer Regi erung. „Wir wollen keinen Krieg!" beteuert ein Tommy nochmals, und feine Kameraden stimmen schweigend zu. Die 16 Engländer haben nun Mußezeit, über das von ihrer Regierung verursachte Unheil nachzu- öenfen. Dr. Ludwig Zahn. nern vorgeschlagen hat, es wolle ihnen die deutsche Ruhrkohle ersetzen, so ist bas nichts als ein lächerlicher Bluff. E. S. Seefracht *als Lebenselement. Der Binnendeutsche verbindet in der Regel keine klare Anschauung von der Bedeutung der See- krachten für die Preishilfe und damit natürlich für das ganze Wirtschaftsleben. Das ist auch kein Wunder, denn die Einzelmeldungen erwähnen tn der Regel nur die jeweiligen Zu chläge und geben darum kein Bild von den weck el fettigen Beziehungen zwischen Seefrachten und Lebenskosten. Ganz anders wird es, wenn man die Februar- und Augustfracht miteinander vergleicht. Die Seefracht für einen Ballen Baumwolle von Britisch- Indien nach England betrug im August 1939 NSG. In der Gauschule Auerbach a. d. B., in der seit 14 Tagen ein Ausleselager der Anwärter des Gaues Hessen-Nassau für die Adolf - Hitler« Schulen eingerichtet war, nahm Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die endgültige Auswahl vor. Von jenen 37 zwölfjährigen Jungvolkpimpfen, die sich in der Dorauslese als die Besten der 20 000 ihres Jahrganges herausgestellt hatten, mußten nochmals die 15 besten festgestellt werden. Nach Einsicht in die während des Lagers bewiesenen körperlichen und geistigen Leistungsergebnisse, beobachtete der (Bauleiter sie beim Spiel und bei sportlichen Mutproben, prüfte an Hand der schriftlichen Arbeiten ihre Auffassungsgabe und geistige Regsamkeit, untersuchte ihre häuslichen Verhältnisse, wobei er sein besonderes Augenmerk auf Jungen aus kinderreichen Familien richtete, und traf dann die Auswahl. Weder Herkunft noch Be- mit der Indienststellung von 54 neuen Lastkähnen. 15 Fabriken des Wolgagebiets arbeiten mit Hochdruck an den technischen Ausrüstungen für die Schlepper und Motorschiffe. Um den Schiffsbau zu beschleunigen, sollen die Pinsker Werften bedeutend erweitert und in Dawid-Gorodko eine neue Werft errichtet werden. Für den Ausbau der Hafenan- lagen in Brest, Pinsk und anderen großen Umschlagplätzen sind drei Millionen Rubel bereitgestellt worden. Wiborg. Die Nachricht von der Umzingelung Wiborgs durch die russischen Truppen hat in der ganzen- westmächtlichen Presse ein großes Wehe-Geschrei ausgelöst, lieber die strategisch-taktischen Vorgänge, die sich feit dem 11. Februar, dem Beginn der neuen Sowjet-Offensive auf der Karelischen Landenge, abgespielt yaben, ist es angesichts der Vielzahl durcheinanderschwirrender Meldungen schwer, ein völlig klares Bild zu gewinnen. Wiborg liegt auf einer Halbinsel, die von der Karelischen Landenge in den Finnischen Meerbusen hineinreicht. Nun sind die Sowjetrussen im Süden bis hart an bas Weichbild der Stadt herangekommen; weiter östlich, also nach Nordosten zu, haben sie die Stadt bereits umgangen. Unklarheit herrscht aber darüber, ob es ihnen auch gelungen ist, über das Eis des Finnischen Meerbusens in das Gebiet nordwestlich von Wiborg vorzustoßen und damit die Straßen- unb Bahnverbinbungen zwischen der Karelischen Landenge und der finnischen Hauptstadt Helsinki zu bedrohen. Von finnischer Seite wird berichtet, daß Flugzeuge mit Bomben bas Eis des Finnischen Meerbusens zu sprengen versucht hätten. Man wirb „3a, sehr gern!" „Und ich möchte auch gerne Ritterin sein!" Er mißdeutete den schiefen Ausdruck nicht, fit wollte nur behütet fein unb freudig winken können, wenn der Vater den Burgberg heraufritt. Als sie dann im inneren Burghof am'sechzig Meter tiefen Brunnen standen, leierte von droben herab die Litanei eines anderen Livrierten, der eine neue Besucherschar durch die Räume führte. Als sie auf den grellen Granitweg hinaustraten, sagte Sigrid: „Das war aber schön, kommen Sie mit zu meiner Mama? Ach, Sie müssen mitkommen, bitte, bitte!" „So lauf nur voran, Sigrid!" Und sie lief und rief. Da sah er eine schöne Frau mit einem sehr eleganten Herrn, der sich sprechend zu ihr neigte, und blitzschnell wurde ihm klar, daß diese beiden Menschen sich geeinigt hatten, Sigrid einen neuen Vater zu geben. Ein schmaler Pfad bog zur Linken in den Wald. So konnte er entschlüpfen, und trotz der Steile lief er wie ein Fliehender. Sr kehrte noch viele Male zu der berühmten Burgruine zurück, und der Livrierte kannte chn schon und begrüßte ihn immer gleichsam kollegia- ksch. Auch die Kellner behandetten ihn besonders freundlich und raunten ihm vertraulich die empfehlenswertesten Gerichte zu. Er hoffte immer, noch einmal das Mädchen zu sehen, das eine halbe Stunde lang feine Tochter gewesen war, aber er begegnete ihr nie mehr wieder. Zeitschriften. — Das Märzheft von Velhagen 6e Kla- fings Monatsheften bringt aus der Feder von Professor Dr. Emil Waldmann einen Aufsatz über den deutschblütigen holländischen Maler Cas- par Netscher, ferner eine Plauderei über Aquarien von Dr. Oskar Heinroth und endlich eine Schilderung des Couvenhauses der Stadt Aachen. Wichtig auch für unsere Hausfrauen ist der Beitrag von Dr. Max Winckel über neue Ernährungsftoffe. lieber den Hochgesang der Vögel schreibt Philipp Gottfried Maler. Neben der Fortsetzung des Romans „Die Zaubergeige" von Kurt Kluge bringt das Heft eine Liebesgeschichte aus der französischen Revolutionszeit „Der kleine Zaubervogel" von Mathilde von Metzradt und ein« Erzählung Jöater* Leberbrückung der Kettlücke. Vn seiner Ansprache an das deutsche Landvolk hat Generalfeldmarschall Göring die Parole für die Erzeugungsschlacht ansgegeben. Sie lautet: .Zeder Hektar muß ausgenutzt werden. Das wichtigste ist die -Ausweitung des Oelfrucht- an b au e s I" Warum gerade Oelsruchtanbau? Er soll dazu beitragen, die Fettlücke zu überbrücken. Schon in den letzten Jahren ist die An- bausläche von Raps und Rübsen ständig gestiegen. Diese Steigerung aber genügt nicht, und deshalb ist die Anordnung getroffen worden, daß die Anbaufläche aus mindestens 200 000 Hektar gebracht wird. Unsere Auslandsabhängigkeit haben wir im letzten Jahr von 60 auf 45 v. H. herabgedrückt. Ein sehr wesentliches Mittel wird die A n b a u st e i g e - rung der Oelsaaten sein, denn mit ihrer Hilfe ist es möglich, sofort Fett in größeren Mengen zu schaffen. Zwar kann die Steigerung der Fetterzeuguna auch „über die Kuh" und „über das Schweim vor sich gehen, aber sie ist eben ein Umweg, und jeder Umweg kostet Zeit. Liefert ein Hektar Ackerland auf dem Wege über die Kuh etwa 90 Kilo Butter, fo bringt bei der Schweinemast die gleiche Fläche etwa 150 Kilo Fett, während ein Rapsfeld 12 bis 16 Zentner reines Fett liefert, wozu bei dem Erzeuger noch der Vorteil hinzukommt, daß er Oelkuchen für sein Vieh bei der Ablieferung der Rapssrucht zurückerhält. Wichtig ist natürlich nicht nur der Anbau überhaupt, sondern auch die Notwendigkeit, alle Maßnahmen zu treffen, daß wirklich die h ö ch st m ö g - lichen Erträge herausgehott werden, soweit das unabhängig von dem Cinwirken der Natur ge- schehen kann. Hier müssen die deutschen Imker mithelfen, weil ohne Bienen, die die Raps- dlüte befliegen und die Befruchtung vornehmen, ein solcher Höchstertrag nicht erreicht werden kann. Was an Bienenvölkern nur irgendwie verfügbar ist, muß an die Raps- und Rübsenfelder gebracht werden. Andererseits aber darf man natürlich nicht vergessen, daß dann, wenn Raps und Rübsen blühen, auch die Obstbäume in Blüte stehen und daß deren Ertrag in al ei eher Weise von dem Bienen« beflug abhängig ist. Es geht also nicht an, daß Obstbau gebiete von Bienenvölkern entblößt werden. Das wird aber auch nicht geschehen, denn dafür sargen die fachlichen Verbände, daß unsere Obsternte ebenfalls gesichert bleibt. Auch dort, wo nicht geschlossene Obstbaugebiete bestehen, wird der Imker stets eine Anzahl Völker im Dors oder in der Stadt zurücklafsen. Hier turt es aber die schwächeren Döl- ker, die sich sowieso für die Rapstracht nicht eignen. Je Hektar Rapsfeld muß eine Mindestzahl van vier Bienenvölkern bereitgestellt werden. Stehen mehr zur Verfügung, dann um so besser. Wichtig ist nur, daß jedes Rapsfeld die erforderliche Zahl von Völkern erhäst. So helfen Mi Imker die Fettlücke überbrücken und steigern zugleich den Ertrag an Honig, der ja nicht nur ein Genußmittel, sondern vor allem auch ein sehr beachtliches Nahrungs- und Heilmittel ist. Die meisten Imker, die Rapsbaugebiete erreichen können, werden also dechalb in diesem Jahre mit ihren Völkern „wandern", so daß es eine Wanderung mit Bienen werden wird, wie wir sie sonst nur bei der Wanderung in die Heidegebiete kennen. Eine Reichsstelle für Wohnungsund GiedlungSwesen. Heldenehrung in heldischer Zeit. - • M MWW - ; • 6361__■ gederzetchnung nach einem Entwurf der Bauleitung des VDK. Entwurf einer großdeutschen Ehrenstätte für die Gefallenen im Osten Deutschland steht im Entscheidunaskampf, der das Gesicht Europas auf lange Sicht formen wird. In dieser Zeit, wo sich täglich und stündlich in der deutschen Wehrmacht das schlichte Heldentum wortloser und selbstverständlicher Pflichterfüllung offenbart, gewinnen der Heldengedenktag und die Idee der Heldenehrung selbst eine erhöhte Bedeutung. Der Heldengedenktag soll uns mahnen, des Opfers aller Männer zu gedenken, die während des großen deutschen Schicksalsweges von 1914 bis zur Gegenwart ihr Leben gaben für die Zukunft unseres Volkes. Und die Idee der Heldenehrung oll in der ganzen deutschen Volksgemeinschaft lebendig werden, damit sie in ihrer Haltung und Gesinnung der gewaltigen Aufgabe der Gegenwart würdig ist und die Kette schließt von den Taten der Väter zu der Tat, die jetzt und heute vom deut- chen Volk getan werden muß. Aber Haltung und Gesinnung müssen, wie überall, so auch auf dem Gebiet der Helden^ehrung sichtbaren Ausdruck finden. Unsere Generation wird als Vermächtnis den Bau des Großdeutschen Reiches hinterlassen. Die kommenden Geschlechter werden aber auch nach der Ehrung der Opfer fragen, die für die Errichtung dieses stolzen Baues gebracht werden mußten. Und die Chruna muß in Größe, Dauer und Würde der vollbrachten Leistung entsprechen. Als nach dem Zusammenbruch des Jahres 1918 die deutsche Wehrmacht auch die Aufgabe d er Kriegsgräberfürsorge ab geb en mußte, um alle Kräfte dem Neuaufbau der Wehrkraft zu widmen, da rief der V o l k s b u n d Deutsche Kriegsgräberfürsorge das deutsche Volk auf, für seine Gefallenen einzustehen. In jahrelanger, mühevoller Arbett sammelte der Volksbund eine Gemeinschaft der Opferbereiten, gestaltete er unzählige deutsche Kriegsgräberstätten zu Heimat in fremder Erde für unsere Toten, baute er ragende Ehre n male als Bastionen im Gräberwall um Deutschland. Aus bestem Material mit größter Gewissenhaftigkeit der künstlerischen Planung und der handwerklichen Durchführung errichtet, sind diese Kriegsgräberstätten und Ehrenmale in Belgien und Frankreich, in Italien und Jugoslawien, in Rumänien und Palästina unvergängliche Zeugen deutschen Geistes. Sie künden von der unvergleichlichen Leistung deutscher Soldaten auf allen Kriegsschauplätzen des Weltkrieges, von der Treue und Dankbarkeit des deutschen Volkes und von der Gestaltungskraft und dem Verantwortungsbewußtsein deutscher Künstler und Handwerker im Dienst der Heldenehrung. Gleich zu Beginn des jetzigen Krieges hat die deutsche Wehrmacht die Fürsorge für ihre Gefallenen als selbverständliche Ehrenpflicht wieder übernommen. Das Oberkommando der Wehrmacht leitete mit größter Beschleunigung die notwendigen Maßnahmen ein. Gräberofsiziere wurden im Osten wie im Westen eingesetzt, um die deutschen Soldatengräber zu sichern und zu betreuen und geeignete Plätze für die Errichtung endgülttger Ehrenstätten und -male auszuwählen. Der Volks- bund Deutsche Kriegsgräberfürsorae hat sich sofort dem Oberkommando der Wehrmacht zur Verfügung gestellt. Damit sichen jahrelange Erfahrung in der Kriegsgräberfürsorge, eine groß und festgefügte Organisation und die Einsatzbereitschaft von 800 000 Volksgenossen heute stärker denn je im Dienst der Heldenehrung, die Volksgemeinschaft ist auch auf diesem Gebiet bereit, dem Ruf der Wehrmacht zu folgen. Auch für die Männer, die in diesem Kriege ihr Leben für Großdeutschland geben, werden, wie für die Gefallenen des Weltkrieges, gewaltige Ehrenmale entstehen als zeitenüberdauernde Zeugnisse deutschen Heldentums. Die erste Planung eines solchen Ehrenmales, das für den Osten bestimmt ist, hat der Volksbund bereits eingereicht: unser Bild zeigt eine Darstellung des geplanten Ehrenmales, das als erstes unter vielen Den Wall des Gedenkens um Großdeutschland auch im Osten schließen soll. Die Kraft des deutschen Volkes und seiner Wehrmacht ist groß genug, um mitten im Entscheidungskampf mit vollem Einsatz an die große Aufgabe der Heldenehrung heranzugehen. So soll gerade der Heldengedenktag des Jahres der Entscheidung uns stärken im Glauben an den Sieg der deutschen Kraft. Dieser Sieg wird auch die höchste Ehrung sein für das Opfer derer, die starben, damit Deutschland lebe. Klaus von Lutzau. Durch Erlaß des Beauftragten für den Mer- sichresplan ist die Reichsstelle für Wohnungs- und Gisdlungswesen errichtet worden. Sie untersteht dem Rsichsarbertsminifter. Zu ihrem Geschäftsbereich gehört die Betreuung und Errichtung von Ge° svlgschoftssiedlungen für Vierjahresplan-, Rüstungs- ufw. --betriebe. Darüber hinaus können ihr weitere Aufgaben des Wohnungs- und Siedlungswesens, des Städtebaues und des Planungswesens übertragen werden. Damit ist die einheitliche Führung des Reichsarbeitsministers auf dem Gebiete des Wohnungs- und SiMungswesens sichergestellt. 1OOOOO Beiucher auf der Leipziger Frühjahrsmesse. Leipzia, 7.März. (DNB.) Am vorletzten Tage der Frühjahrsmesse entwickelte sich noch ein an- nchnchares Geschäft. Zwar hat der Andrang der Besucher nachgelassen, doch finden sich immer wieder neue Interessenten ein, die z. T. aus dem Aus- Lande stammen und Einkaufslust zeigen. Nach einer vorläufigen Berechnung dürste die Gesamtzahl der Besucher mit 100 000 Nicht zu hoch gegriffen sein. Das geschäftliche Ergebnis roirb von fast allen Branchen als gut bezeichnet. Sehr viele Aussteller sind mit den hereingenornmenen Aufträgen a u f Monate hinaus beschäftigt. Auch das Exportgeschäft hat in den meisten Messe- Zweigen durchaus befriedigt. Es konnten nicht nur neue Verbindungen angeknüpft, sondern vuch unterbrochene wieder ausgenommen werden. Oie Unteroffizier-Laufbahn. Zu Anfang Mai werden Heeres-Unter- dffizier-Vorschulen in Dresden, Hannover, München und Wiener-Neustadt eröffnet. So ergibt sich für geeignete Jugendliche vom vollendeten 14. bis 15. Lebensjahr nach beendeter Volksschulzeit wieder eine aussichtsreiche Berufslaufbahn. Sie kann ebenso gut in den Offizierstand wie — nach Ablauf der 12jährigen Dienstverpflichtung — in das Derufsbeamtentum einmünden. Aus den Vorschulen werden die Bewerber wissenschaftlich und körperlich vorbereitet. Nach dreijährigem Besuch der Vorschule wird der Dorschuler Soldat. In der nun beginnen« den 12jährigen Dienstzeit wird er zunächst zwei Jal)re an einer Unteroffizier-Schule ausgebildet. Nach dem ersten Jahr wird er zum Gefreiten befördert, nach Beendigung der Unteroffizier-Schule zum Unteroffizier und erhält das KaPitulantenhand- aeld von 300 RM. Darm folgt ein halbjähriger Lehrgang an einer Waffen schule. Wünsche für Die Auswahl unter Infanterie, Artillerie, Kavallerie, Radfahrabteilungen, motorisierten Abteilungen, Pionieren, Eisend ahn Pionieren, Panzertruppe, Nach- richtentruppe, Fahrtruppe, Nebeltruppe, Sanitäts- abteilungen werden berücksichtigt. Unteroffizier- Schüler, die sich durch hervorragende Führereigenschaften auszeichnen, haben Aussicht, als Bewerber für die Offizier-Laufbahn übernommen zu werden. Schonet die Keifen. Im Interesse der Schonung und Erhaltung der Bereifung der Kraftfahrzeuge hat der Reichsverkehrsminister bereits mehrfach darauf hingewiesen, daß es unter den gegenwärtigen Verhältnissen Pflicht jedes Kraftfahrzeughalters ist, die Reifen aufs beste zu pflegen und alles zu unterlassen, was ihre Lebensdauer beeinträchtigen könnte. Wer diesem Verbot zuwiderhandelt, hat auf Grund der Kriegs- wirtfchaftsverordnung strenge Bestrafung zu erwarte«. Danach wird mit Gefängnis oder Zuchtbaus bedroht, wer Rohstoffe ober Erzeugnisse, die zum lebenswichtigen Bedarf der Bevölkerung gehören, vernichtet und dadurch böswillia die Deckung dieses Bedarfs gefährdet. Aus der Beschaffenheit der Kraft- ahrzeugreisen läßt sich feststellen, ob ihre Lebensdauer durch unsachgemäße Behandlung — insbesondere durch Ueberbelastung des Fahrzeuges — beeinträchtigt worden ist. Werden beim Reifenumtausch solche Fälle festgestellt, fo ist Strafverfolgung zu erwarten. Wichtige Erläuterungen für die Erhebung des Kriegszuschlags zur Einkommensteuer. Der Reichsfinanzminister hat durch Runderlaß an die Finanzämter (abgedruckt im Reichssteuerblatt Nr. 16/1940) einige wichtige Erläuterungen zur Erhebung des Kriegszuschlages zur Einkommensteuer gegeben. Zu der Frage, wer steuerpflichtig ist, wird fest- gestellt, daß alle Einkommenfteuerpflichtigen, einerlei ob sie unbeschränkt ober beschränkt einkommensteuerpflichtig finb, bem Kriegszuschlag zur Einkommensteuer unterliegen. Es kommt zur Erhebung bes Kriegszuschlags auch nicht barauf an, welche Staatsangehörigkeit der Steuerpflichtige besitzt; auch die, die ihren Wohnsitz, (ihren gewöhnlichen Aufenthalt) in den Feindstaaten oder in den neutralen Staaten haben und die Angehörige dieser Staaten sind, haben Kriegszuschlag zu entrichten, wenn sie inländische Einkünfte beziehen. Personen, die durch Zuzug aus dem Ausland (wie z. B. unsere rückgeführten Ausländsdeutschen) unbeschränkt einkommensteuer-pflichtig werden, unterliegen vom Tage des Zuzugs an mit sämtlichen Einkünften auch dem Kriegszuschlag zur Einkommensteuer. Eine wichtige Erläuterung ist auch zur Frage der Freigrenze gegeben. Maßgebend dafür, ob das Einkommen die im § 2, Abs. 2 der Kriegswirtschaftsverordnung gesetzte Freigrenze, d. h. RM. 2400—, übersteigt, ist das tatsächliche Einkommen des Steuerpflichtigen. Die in der Steuertabelle vorgesehenen Stufen- und Mittelbeträge, die das Einkommen für die Veranlagung zur Einkommensteuer jeweils nach oben oder unten abrunben, finb für ben Kriegszuschlag also ohne Bedeutung. Ferner finbet bei einem verkürzten Erhebungszeitraum weber eine Umrechnung bes Einkommens auf ein Jahreseinkommen noch eine Umrechnung ber Freigrenze von RM. 2400— auf ben verkürz- ten Erhebungszeitraum statt. Also nur, wer mehr als RM. 2400,— im Jahr zu versteuern hat, zahlt Kriegszuschlag. Auf Lanb- und Forstwirte bezieht sich em Hm- weis, daß Land- und Forstwirte schon nach Mit- tetbeträgen der Einkommensteuertabelle von RM. 600,— bis RM. 2100— zum Kriegszuschlag der Einkommensteuer herangezogen werden, da die für Land- und Forstwirte erhöhte Freigrenze bei der Einkommensteuer (bekanntlich RM. 3000,—) für den Kriegszuschlag nicht in Frage kommt. Oie Gemeinden als Grundeigentümer Eines der besten Mittel der Gemeinden, die Wohn- und Siedlungspolitik zu beeinflussen, ist der eigene Grundbesitz. Der Deutsche Gemeindetag hat nun bei ben Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern des Altreichs eine Erhebung über die Größe gemeindlichen Grundeigentums durchgeführt. 554 Gemeinden hatten ein gesamtes Grundvermögen von fast 700 000 Hektar zu 65 v. H. innerhalb des Stadtgebiets und zu 35 v. H. außerhalb. Den weitaus größten Anteil bilden landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wälder und Forsten. In 28 Fällen besitzt die Gemeinde mehr als die Hälfte des ganzen gemeindlichen Hoheitsgebiets. An der Spitze steht Baden-Baden, wo die Gemeinde 71,2 v. H. des Hoheitsgebiets im Eigentum hat. Im übrigen verfügen 8 Gemeinden über Grundbesitz, der mehr als doppelt so groß ist wie das ganze Gemeindegebiet. Kleine politische Nachrichten. Generalgouverneur Dr. Frank empfing den italienischen Publizisten Nationalrat und Generalleutnant ber Faschistischen Miliz, Alessandro Meich i o r i, auf der Burg zu Krakau. ♦ Der sowjetrussische Botschafter in London erhob im Foreign Office Protest gegen die Beschlagnahme eines russischen Schiffes in den Gewässern von Hongkong. Aus aller Welt. Dolksschäbling zum Tode verurteilt. Am 29. Februar 1940 verurteilte das Sondergericht in Halle a. d. Saale den 20jährigen Stanislaus Piotrowsky aus Weßmar wegen Der- brechens nach § 3 der Volksschädlingsverordnung und wegen Brandstiftung in drei Fällen zum Tode und zu 10 Jahren Zuchthaus. Piotrowsky hatte im Januar 1938 eine Feldscheune mit Stroh- und Ge- treidevorräten in Brand gesetzt, er hatte ferner im Oktober und Dezember 1939 je einen Stroh- biemen unb schließlich in ber Silvesternacht 1939/40 einen Getreibebiemen angezündet. Der Dor- sitzende betonte bei der Urteilsbegründung, daß es bei Verbrechen gegen § 3 der Volksschädlingsver- orbnung nur eine Strafe, nämlich bie Tobesftrafe, gäbe, unb baß auch ber Schwachsinn bes Piotrowsky nicht zu einer Ermäßigung bieser Strafe führen könne, ba bieser Angeklagte allein mit feiner letzten Tat f a ft bie gesamte Ernte eines kleinen Erbhofes vernichtet habe. Auf Schwächlinge, bie bem Abwehrkampf des deutschen Volkes in den Weg treten, könne im Kriege nicht die gleiche Rücksicht wie im Frieden genommen werden. Explosionsunglück in italienischer Munitionsfabrik. In einer Versuchsabteilung der bei Montichiari in der Gegend von Brescia gelegenen Munitionsfabrik „Vulcania" ereignete sich eine starke Explosion. Sie hatte die völlige Zerstörung des Laboratoriums und den teilweisen Einsturz einiger Fabrikabteilungen zur Folge. Bei dem Unglück sind 2 9 Personen ums Leben gekommen. Eisenbahnunglück in Finnland. Zwei Kilometer außerhalb der Station Jttala stieß ein von Norden kommender Schnellzug mit einem in entgegengesetzter Richtung fahrenden Sonderzug zusammen. Der Sonderzug war auf * dem Wege nach Tornea. 21 Personen, zum größten Teil Kinder, fanden sofort den Tob. Zwanzig wurden verletzt. Es wird angenommen, daß der Lokomotivführer bes Schnellzuges wegen starten Schneetreibens das. Haltesignal übersehen hat. 'foOtWM. Mit fr MUCUwftify MMMf, „Wozu gleich 5 Dosen Burnus — Du willst wohl einen Seifenladen aufmachen? Weißt Du nicht, wie ausgiebig Burnus ift?" „Siehst Du, für den ganzen Berg Wäsche hier habe ich noch nicht mal eine Dose Burnus zum gründlichen Schmutzlösen ausgebraucht. Da soll man doch anderen Frauen, die mit Burnus einweichen wollen, auch etwas lassen." „ga, eine Dose Burnus reicht für 10 Eimer Wasser, und an dieser besonderen Wirksamkeit hat sich auch heute nichts geändert." Der Schmutzlöser mit der Doppelwirkung löst den Schmutz schon beim Einweichen aus der Wäsche heraus und macht gleichzeitig das Wasser weich t Ein Winkt Lassen Sie sich bei dem Händler, bei dem Sie früher stets Burnus kauften, vormerken, damit Sie BurnuS auch In Zukunft möglichst regelmäßig bekommen. Vogelschutz das ganze Jahr. Mit der Fütterung der Vögel im Winter allein ist es nicht getan, der Vogelschutz muß sich vielmehr, so heißt es in einer Veröffentlichung des Reichsnährstandes, auf das ganze Jahr erstrecken. Im Frühjahr ist es an der Zeit, die Vogelschutzgehölze in den kleinen Gärten, meist Decken, auf ihre Dichte und Eignung zum Nestbau für die Freibrüter zu prüfen. Oft sogar kann ein Zusammenbinden von Zweigen den Anreiz zuyi Nestbau verstärken. Bei der Neupflanzung von Sträuchern, z. B. als Randpflanzung (Windschutz), ist auf ihre Eignung für die Zwecke des Vogelschutzes Rücksicht zu nehmen. Für die Höhlenbrüter bringen wir im zeitigen Frühjahr _ soweit das nicht überhaupt schon geschehen ist — Nistkasten an, die für Meisen mindestens 30 Meter voneinander entfernt hängen sollen. Für Starkasten genügt eine geringere Entfernung. Die Nistkästen sind fest und sicher vor Katzen und anderm Raubzeug anzubringen. Die Seitenwand mit dem Flugloch soll oben etwas Überhängen, damit kein Regen in den Nistkasten laufen kann. Aus dem gleichen Grunde soll das Flugloch nie nach der Wetterseite zeigen. Die Nistkästen müssen am Boden oder an einer Seitenwand leicht zu öffnen sein, um die notwendigen Kontrollen durchführen zu können. Diese haben im Frühjahr und Frühsommer dreimal, und zwar jeweils am 20. der Monate Mai, Ium, Juli stattzufinden. Dabei ist die flügge gewordene Brut oder auch das noch nicht ausgebrütete Gelege der Spatzen anzunehmen, das Nest jedoch in dem Kasten zu lassen. Sind die Nistkästen von nützlichen Singvögeln besetzt, so werden sie bei der Kontrolle unbehelligt gelassen. Außerdem können bei diesen Kontrollen der Nistkästen auch Hornissen- und Wespenköniginnen nebst ihrer noch nicht geschlüpften Brut vernichtet werden, während die für die Blütenbestäuber nützlichen Hummeln nach Möglichkeit in den Nistkästen belassen werden. Durch die sorgfältige Durchführung der Nistkastenkontrolle und der damit verbundenen Vernichtung der Sperlingsbrut kann dem Auftreten und der sonst schwer zu hemmenden Vermehrung der Spatzen erfolgreich begegnet werden. Neuer Start des Fackamts Handball. Lange Zeit hat der Handball aussetzen müssen. Jetzt läßt sich das noch im alten Jahr begonnene Programm endlich fortführen. Welche Einheiten zur Vertretung der teilnehmenden Mannschaften ausgewählt sind, wissen wir nicht. Fest steht aber, daß überall Ersatz eingestellt werden mußte und daß wohl nirgends die eingespielte Elf des Vorjahres zur Verfügung steht. Die ersten Spiele werden viel zu wünschen übrig lassen, zumal auch jede Trainingsmöglichkeit fehlte. Es ist schwer, die Ergebnisse der ersten Spiele vorauszusehen. Man muß eben abwarten, was die Paarungen bringen. Der Tabellenstand hat sich nicht geändert. Vorne steht Hochelheim, gefolgt von Holzheim, Lützellinden, Dornholzhausen, Garbenheim, Katzenfurt und Mtv. Gießen. Dieses Bild wird sich vermutlich noch grundlegend ändern, wenn auch diesmal die Ueberraschungen nicht abreißen sollten. Es werden sich gegenüberstehen: To. Garbenheim — Tv. Holzheim Tv. Hochelheim — Tv. Katzenfurt Mtv. Gießen — Tv. Lützellinden. Die Garbenheimer haben diesmal Pech gehabt. Ein guter Spieler nach dem anderen mußte abgegeben werden, so daß heute nur noch junge Kräfte zur Verfügung stehen. Daß aber auch sie spielen können, beweisen verschiedene Ergebnisse der letzten Zeit. Sie wollen auch gegen Holzheim gewinnen. Ob das aber gelingt, hängt davon ab, wie Holzheim seine Vertretung zusammengesetzt hat. Auch Lützellinden ist diesmal übel daran. Von feinen alten Spielern steht ihm nichts mehr zur Verfügung. Kein Wunder, daß die Mannschaft spielerisch zurückgehen mußte. Wenn sie immerhin noch stark genug ist, um gute Ergebnisse zu erzielen, so mag das von dem Geist künden, der in den Jungens steckte. Der Vttv. Gießen darf das Spiel keineswegs leicht nehmen. Neue Termine der handballgauklasse. Die rückständigen Spiele der Staffel Gießen der Handballgauklasse sind wie folgt neu festgesetzt worden: 10.3.40: Garbenheim — Holzheim; Hochelheim gegen Katzenfurt; Mtv. Gießen — Tv. Lützellinden. 17.3.: Dornholzhausen — Mtv. Gießen; Katzenfurt — Garbenheim; Holzheim — Lützellinden. 24.3.: Hochelheim — Mtv. Gießen; Lützellinden gegen Katzenfurt; Holzheim — Dornholzhausen. 31. 3.: Mtv. Gießen — Katzenfurt; Dornholzhausen — Garbenheim. 7.4.: Katzenfurt — Dornholzhausen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. März. (Vorbericht.) Der Hauptmarkt für Großvieh und der Nebenmarkt für Kälber war gut beschickt. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Ochsen 35 bis 46,5, Bullen 35 bis 44,5, Kühe 18 bis 44,5, Färsen 27 bis 45,5, Kälber 25 bis 65, Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44 und Schweine 42,5 bis 55,5 Rpf. je % kg. - Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei N. Lange, K.-G., Derlrgsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. 1172D Nachdruck verboten Ohne Gewähr Buk jede aeioatne Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer i» deu drei Abteilungen l, II «ud III 4. März 1940 5. Ziehungstag Zu der Nachmitlagsziehung routben gezogen 254239 134131 12371 5. März 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen 268201 3 Gewinne zu 4000 RM. 279659 289463 292216 3536 10401 25379 31959 45423 Nachdruck verboten Ohne Gewahr 5. März 1940 6. Ziehungstag 7. Zlehungstag 6. Marz 1940 Zn der Vormittagsziehung wurden gezogen Ohne Gewahr Nachdruck verboten Bekanntmachung (WuMMM iiu ßtnjf Ihonöel ’ 6. März 1940 7. Zlehungstag Zn der Nachmittagsziehung wurden gezogen 7. März 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen 255718 336626 57968 390291 117QD 165770 167300 169322 250553 252879 263031 346707 350872 360017 390916 394287 395396 7482 9748 59922 66250 74509 169410 215020 231666 236412 387757 264162 Georg Philipp Gail A.-G. Zigarrenfabriken, Gießen. 165201 245492 345187 386621 36 Gewinne zu 2000 RM. 47225 64199 79549 89174 90986 153735 220830 264691 272704 344521 357745 372507 99 Gewinne zu 1000 RM. 2836 24271 51525 64926 65580 84175 94957 108138 126889 132983 134694 135518 152427 77354 115190 115978 226025 74175 108325 114990 182050 239885 350635 221984 192849 84016 361434 269031 55307 299776 117368 209695 305769 388180 127528 211463 321739 132409 141793 43080 193332 270244 363660 151334 190241 156823 156116 234592 376820 30030 40880 260060 153737 240907 326620 197492 54442 285675 338364 360551 249666 181028 192659 376287 396426 6. Ziehungstag 131642 226330 324601 150688 114072 29309 13876 254505 224337 224982 230335 309237 309742 316102 365596 366438 370875 280483 141928 62150 108807 174251 286658 379146 172380 177243 178753 228923 236999 252381 347780 348605 372323 8. Zlehungstag Wissenschafti. Werke Sondergebiet der BrOhl'schenDruckerei 182363 190938 208163 219219 228345 258014 258261 267978 268151 318631 389438 242729 247895 250587 256154 258231 265891 266795 270495 279492 291554 317060 329244 330214 340942 356659 360993 367930 370328 371994 375785 391995 230298 117445 219305 371324 12784 24817 3 Gewinne zu 10000 RM. 9 Gewinne zu 5000 RM. 12 Gewinne zu 4000 RM. 21 Gewinne zu 3000 RM. 266322 266874 310933 3 Gewinne zu 50000 RM. 9 Gewinne zu 5000 RM. 9 Gewinne zu 4000 RM. 15 Gewinne zu 3000 RM. 398402 Tewilmauszug 5. Klasse 2. Deutsche Reichslotterie 39 Gewinne zu 2000 RM. 87310 111172 201482 223264 365469 3 Gewinne zu 4000 RM. 12 Gewinne zu 3000 RM. Gewinnauszug 5. Klasse 2. Deutsche Reichslotterie In treuer Pflichterfüllung war er nahezu 50 Jahre für unsere Firma tätig und hat sich eine Wertschätzung erworben, die wir ihm über seinen Tod hinaus bewahren werden. 9 Gewinne zu 5000 RM. 6 Gewinne zu 4000 RM. 18 Gewinne zu 3000 RM. 288655 326190 36 Gewinne zu 2000 RM 89129 141533 165038 196558 102 Gewinne zu 1000 RM. 86711 99792 139428 139959 SAMSkk sucht Berlagsöriitfetei lliöln klein Gießen Hindenburgwall 0847 In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 30000 RM. 6 Gewinne zu 5000 RM. 9 Gewinne zu 4000 RM. 18 Gewinne zu 3000 RM. 360599 398216 33 Gewinne zu 2000 RM. 106128 115095 140723 315864 117 Gewinne zu 1000 RM. 29280 30968 36692 37522 4851 TßtM- (%U*VU wird großreinegemacht. Denn wenn der Osterhase kommt, dann soll doch alles blitzblank und sauber sein. Lassen Sie sich bei dieser Arbeit helfen. Viele praktische Geräte gibt es dafür bei J.B. Häuser I Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145 — 2146 Nach Wegfall der im Januar für die Ladenzeitverkürzung vorliegenden Grunde wird die ab 29.1.1940 getroffene Regelung mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die Anordnung des Herrn Michsstatthalters in Hessen, Landesregierung, vom 13.1.1940 tritt somit wieder in Kraft. Mit Ausnahme der Lebensmittelgeschäfte, für die eine Sonderregelung besteht, sind alle übrigen Verkaufsstellen wieder bis 18 Uhr durchgehend offenzuhalten. Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Kreisgruppe Gietzen. Gewinnauszug 5. Klaffe 2. Deutsche Rrichslotterie 3 Gewinne zu 10000 RM. 394415 9 Gewinne zu 5000 RM. 49735 128976 27 Gewinne zu 3000 RM. 4308 108199 255793 259237 303919 392124 399199 Nachruf. Am 6. März verschied nach einem arbeitsreichen Leben unser Gefolgschaftsmitglied Michael Heidmann. 6 Gewinne zu 10000 RM. 14275 15 Gewinne zu 5000 RM. 396279 Aus jede gezogene Rümmer Pud drei gleich hohe Gewinne gefallea, »ud zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den drei Abteidnrgea 1. II und Hl 126 Gewinne zu 1000 RM. ____ ____ _____ _____ _____ 51078 61032 68166 75004 87297 106575 117273 125512 160234 24 Gewinne zu 2000 RM. 236048 319906 323316 384643 93 Gewinne zu 1000 RM. 6180 30233 34960 62520 83065 84321 93023 113580 121573 130334 143967 149216 162467 200218 202268 229747 235345 244240 257363 262178 266311 268106 277884 294485 298698 323475 337004 365503 374450 Aus jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus di« Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen 1, II »nd III Servielsröiilelll auch Anfängerin tim«- und KNenllMAn sowie BeltöiDln gesucht. [imD Solei vririMi Gießen. Tüchtiges 0830 MW f.Geschäftshaus- halt z. 15. März ob. 1. April ges. Fritz Peter Bäckerei Kaiserallee 15. Für sofort Baltilagsmädcheo ober 0825 unabhängige Frau gesucht. Plockstr. 13 HI. | Mietgesuche ] Sehr ruh.Dauev- mieterin sucht freund!, möbliert. Zimmer vart. ob.1.Stock. Schriftl. Angeb. unt.0833 an den Gietzen. Anzeig. |Stellenangeböte| Keine Ursprungszeugnisse, wndern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers tragen! Bekanntmachungen. Eierkauf beim Erzeuger nur innerhalb des eigenen Kreises möglich. lieber die Eieroerteilung und -erfassung hat die Hauptvereinigung der Deutschen Eierwirtschaft nochmals nähere Erläuterungen zu den bestehenden Vorschriften erlaßen. Hiernach dürfen Hühner- und Enteneier, die nicht im eigenen Haushalt verbraucht werden, von den Erzeugern nur innerhalb ihrer Kreisbauernschaft abgegeben werden. Für den Bereich des Landesernährungsamtes Hessen (Landesbauernschaft Hessen-Nassau) werden diese Bestimmungen dahingehend geändert, daß hier die Abgabe von Eiern seitens der Erzeuger nur innerhalb des Bereichs des zuständigen Ernährungsamtes (d. h. Land- oder Stadtkreises) stattfinden darf. Das heißt also, daß die Versorgungsberechtigten eines Stadtkreises oder eines Landkreises nur von den innerhalb dieses Kreises wohnenden Erzeugern nach vorheriger Abgabe des Bestellscheines Eier beziehen dürfen. 11430 Abgabe von Teigwaren. In der Zuteilungsperiode vom 11. März bis 7. April können Teigwaren nur auf die Abschnitte N 15 und N 20 der Nährmittelkarte abgegeben werden. Dem Verbraucher bleibt es überlasten, wahlweise evtl, andere Nährmittel auf diese Abschnitte zu beziehen. 11580 Zusahkleiderkarle für Jugendliche. Jugendliche haben im allgemeinen einen erhöhten Bedarf an bezugsbeschränkten Spinnstoffwaren, der aus Grund der Bezugsmöglichkeiten nach der Reichskleiderkarte nicht immer in dem notwendigen Umfange gedeckt werden kann. Deshalb hat der Sonderbeauftragte für die Spinnstoffwirtschaft für die Jugendlichen, die in der Zeit vom 2.11. 22 bis 1.11. 25 geboren sind, eine besondere Zusatzkleiderkarte für Jugendliche eingeführt, die auf Antrag ausgegeben werden wirb. Die Zusatzkleiderkarte ist nur in Verbindung mit der zugehörigen Reichskleiderkarte des Jugendlichen gültig. Sie enthält 60 Bezugsabschnitte im Sinne der Reichskleiderkarte, zwei Bezugsnachweise für Strümpfe oder Socken und zwei Bezugsrechte auf Nähmittel im Gegenwert von je 0,20 RM. Auf die Bezugsabschnitte können Spinnstoffwaren nach Maßgabe des Warenwertverzeichnisses der zugehörigen Reichskleiderkarte bezogen werden. Sämtliche Bezugsabschnitte sind sofort fällig. Sie behalten jedoch Geltung bis zum 31. Oktober 1940. Anträge auf Ausstellung einer Zusatzkleiderkarte müssen von den Jugendlichen selbst oder von ihren gesetzlichen Vertretern bis zum 1. April 1940 bei dem zuständigen Wirtschaftsamt gestellt werden. In dem Antrag muß das Geburtsdatum des Jugendlichen angegeben werden. 11590 Bezugscheine für bezugsbeschränkte Spinnstoffwaren, die seit Einführung der Reichskleiderkarte an die in Betracht kommenden Jugendlichen bereits ausgegeben worden sind, werden auf die Zusatzkleiderkarte angerechnet. ...........„---------- ---- 53516 57968 36 Gewinne ni 2000 RM. 18413 125868 174516 205323 208371 220500 292285 304067 306364 381642 99 Gewinne zu 1000 RM. 5691 8805 12229 24661 29935 198250 51«%582O54521^MO1 215139 226M1 230978 ?7%34 .362095 376345 3W3Z 314647 31%U 323132 342573 189390 194371 270214 226183 283820 361366 71515 124615 190242 278224 35472 40288 73433 95788 319052 339497 391832 13234 14603 24180 27709 1 72295 87324 101401 103060 139292 140392 150079 169085 242075 260791 266498 279343 325179 334231 339951 341104 Ihre Verlobung geben bekannt Marianne Senner Hans-Jürgen Schmidt Leutnant In einem Inf.-Regt. Gießen, im März 1940 1168V Zum Austragen vonZeitichriften für Donnerstag, Freitag u.Sarns- tag (Nebenbeschäftigung )u3«D Frau oder Mäddien mögt, mit Fahrrad, gesucht. Walltorstr. 21. Zeitungs- träger(in) möglichst mit Fahrrad, sofort gesucht. ln74v Germer L Wagner Neuenweg 18. STADTTHEATER GIESSEN Besorgen Sie sich rechtzeitig Karten für das morgen Samstag, den 9. März, 20 Uhr, stattflndende einmalige Tanzgastspiel Ata.non. £Qalinke 1. Solotänzer der Staatsoper Berlin Aus der Tanzfolge: Klassische Variationen, Wiener Skizzen, Blues, Sportfrohe Jugend, Der Klaviervirtuose Am Flügel: Maria Kalamkarian Preise: RM. 0.60-3.10. Vorverkauf: Theaterkasse Johannes- str.8 (Tel.2930)u. Maria Huntemann, Seltersweg 39(Tel.3969) 1168V J Zuverläss., jung. Mdei gesucht zu 2 klein. Kindern u. Mithilfe i. Haushalt. Evtl, nur tagsüber. Schriftliche Angebote unter 1169D a.d.Gietz. Anzeiger erbet. IVerkäufeI 4jährige frischmelkende Fahrkuh zu verkauf. U73d Albach Untergasse 9. 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Sie wohnten in armen Hütten, machten Besen, schliefen auf Besenreisig, holten sich aus dem Wald schwere Lasten Holz und zerkleinerten diese zu kleinen Bündeln, die sie dann nach Gießen brachten, um sie dort gegen Brot umzutauschen. Besser wurden die Verhältnisse nach 1860, als die Bergwerke aufgeschlossen wurden. Schulkinder in Stadt und Land als eifrige Sparer. Aus der Stadl Gießen. Romantik um eine alte Mühle. Eines der schönsten Täler unser engeren Heimat ist unstreitig das Biebertal. Es ist ein wasserreiches Tal, in dem einst der Biber gehaust haben soll. Dem Wasserreichtum des Tales verdanken zehn Mühlen ihre Entstehung. Am Ortsausgang des schön gelegenen Dorfes Bieber liegt die Reehmühle oder Kronenmühle, jedem Gießener bekannt. Im Fachwerk des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Hauses steht ein einladender Spruch: „Sei gegrüßt, o fremder Wanderer von der alten Mühle hier, bist mir so lieb wie jeder andere, drum komm' herein, kehr ein bei mir!" Wir wollen dieser freundlichen Einladung folgen und uns vom Reehmüller etwas erzählen lassen. Da erfahren wir, daß die Reehmühle (so genannt nach dem Geschlecht der Reeh) zugleich das älteste Gasthaus des Dorfes Bieber ist. Ein Balkon trägt die Jahreszahl 1678. Das Geschlecht der Reeh läßt sich an Hand eines lückenlosen Stammbaumes bis 1723 nachweisen. 1755 erbaute Georg Wich. Reeh den Keller bei der schönen schattigen Gartenwirtschaft, aus dem der Wirt im Sommer den Gästen den kühlen Trunk holt. Er hatte vor, die Mühle abzureißen und zu erneuern. Das Holz für den Neubau lag schon bereit. Leider verunglückte er im Jahre 1763 beim Einbau eines Mühlrades. Das Holz wurde wieder verkauft, und die Mühle blieb stehen. Nur wurde 1863/64 ein Neubau daneben gestellt. Das Bauheben fand damals in alter Form mit großer Feierlichkeit statt. In früherer Zeit hatte die Mühle zwei Mühlräder, eins für die Getreidemühle und eins für die Oelmühle. Die Del« mühle war eine Kaltschlagmühle, zu der man von weither den „Samen" zum Schlagen brachte. Es mag mit auf die Erschütterungen dieser Mühle zurückzuführen sein, daß die Balken, besonders die Deckenbalken, recht verbogen sind. Man sieht ihnen die Last der Jahre an. Wir sitzen beim Müller am alten Eichentisch auf der alten Eichenbank, auf der all die Almen schon gesessen haben; derselbe „Herrnstuhl", schön gedreht, auf dem schon mancher „Ahnherr" saß, steht noch immer in der Stube und wird auch noch manchem Ahnherrn zum Platz dienen. Ein Spruch erzählt von diesem alten Eichenkern: ,Log auch ein neues Kleid ich an, macht' mich auch bunt des Malers Pinselstreiche, so ist mein Kern doch aus altem deutschen Stamm, bin doch erbaut aus alter deutscher Eiche." In früherer Zeit trugen Esel die Säcke in die Dörfer der Umgebung. Der „Eselspfad" von Bieber nach Erda erinnert noch daran. Auch auf der alten Herborner Straße (jetzt Feldweg) trugen die Esel manchen Sack dahin. Aus jener Zeit weiß der Müller eine hübsche Geschichte zu erzählen, „Kamen da eines schönen Sommermorgens einige studierte Herren von Gießen, darunter auch ein Meteorologe, um in der Reehmühle Rast zu halten und nach erfolgter Stärkung auf den Dünsberg zu steigen. Sie fragten die Großmutter des Müllers, die allein zu Haufe war, nach dem Wetter, die sagte mit bedenklichem Gesicht: „Es wird schlechtes Wetter geben. Unser Esel hat sich heute morgen an der Wand gejuckt. Da gibt es allemal schlechtes Wetter." Die studierten Herren, besonders der Meteorologe, wollten das nicht glauben, und stiegen auf den Dünsberg. Als sie oben waren, setzte ein Es entspricht einem Wunsche des Reichserziehungsministers, wenn in den Schulen auch während der Kriegszeit das Schulsparen eifrig weiterbetrieben wird. Diese Spartätigkeit ist in erster Linie zwar von erzieherischer Bedeutung, aber ihr volkswirtschaftlicher Wert darf deshalb nicht verkannt werden. Wir hielten einmal bei unserer Gießener Bezirkssparkasse Nachfrage und erfuhren, wie es mit der Schulspartätigkeit in der Stadt und in den Kreisorten bestellt ist, soweit sie zum Bereich der Bezirkssparkasse gehören. Und dabei war manches Interessante zu erfahren. In den Schulen kann zum Beispiel nach zwei verschiedenen Systemen gespart werden. Da gibt es zunächst das Kartensystem, d. h. jedes Kind, das sich am Schulsparen beteiligen will, bekommt eine Karte ausgehändigt, in die Sparmarken im Werte von 10, 20, 50 Rpf. oder 1 RM. ein geklebt werden können. Diese Marken hat der Lehrer im Besitz und gibt sie aus, je nachdem ihm das Kind den entsprechenden Betrag gibt. Das Kind klebt die Marke ein, und groß ist immer die Freude, wenn wieder eine Karte voll ist. Der Gesamtbetrag wird dann von der Sparkasse in das Sparbuch eingetragen. Das Sparbuch bleibt meist bei der Sparkasse, und das Kind bekommt einen Hinterlegungsschein. Dann gibt es aber auch noch ein zweites System, das Kas fette n s y st em. Die Bezirkssparkasse hat bisher 100 Kassetten an Schulen in Stadt und Land ausgegeben. In jeder der feuersicheren Kassetten sind entweder 20, 30 oder 50 Fächer, deren jedes mit einer Nummer versehen ist. Auf ein kleines Schildchen wird außerdem der Name des Kindes geschrieben. Die Kassette wird in der Schule aufgestellt; jedes Kind kann sein Geldstück in sein eigenes Fach werfen. Jedes Geldstück wird seinem Wert nach vom Lehrer in ein kleines Heftchen eingetragen, so daß jedes Kind jederzeit sehen kann, wieviel es schon gespart hat. In regelmäßigen Abständen komrnt dann der Beamte der Sparkasse, leert die einzelnen Fächer und bescheinigt im Sparheftchen den Gesamtbetrag. Die ermittelte Summe wird dann bei der Sparkasse in ein Sparbuch eingetragen, das für jedes sparende Kind angelegt ist. Die Kinder selbst haben wieder nur den Hinterlegungsschein. Nun ist es aber nicht so, daß etwa immer nur gespart werden müßte. Das gesparte Geld kann vielmehr jederzeit abgehoben werden, wenn es gilt, irgendein? notwendige Anschaffung zu machen. Es ist verständlich, daß der Sparwille einer Klasse sehr abhängig davon ist, wie sich der Lehrer für die Spartätigkeit einsetzt. Er fördert die Spartätigkeit in ausschließlich ehrenamtlicher Mitarbeit. Im Bezirk der Bezirkssparkasse Gießen gibt es Schulen, in denen alle Kinder sparen. Z. B. in den Gemeinden Burkhardsfelden, Albach, Annerod, Staufenberg, Trohe, Hausen beteiligen sich die Kinder fast restlos. Auch in den Gießener Schulen wird furchtbares Unwetter ein, das die Herren bis auf die Haut durchnäßte. Pudelnaß kehrten sie auf dem Rückweg in der Reehmühle ein, um ihre Kleider zu trocken. Da wurde noch manche Glosse über den Reinfall mit dem Meteorologen gemacht. Einer der Herren meinte zu demselben gewandt: „Der Esel hat mehr Verstand in seinem Hintern als du in deinem Kopf!" Das Biebertal hat manche schlechte Zeiten er- eifrig gespart, erfreulich stark in den Oberschulen. Aber auch in den Volksschulen werfen die Kinder gerne ihre Groschen in die Kassetten. Wie groß neben der rein erzieherischen Bedeutung auch die volkswirtschaftliche Bedeutung des Schulsparens ist, geht schon allein aus der Tatsache hervor, daß zum Beispiel die frühere alte Pestalozzi- schule, die den Rekord hält, im Jahre 1938 allein 3500 RM. in kleinsten Beträgen zusammenbrachte. Nachstehend nennen wir die Sparergebnisse der Gießener Schulen im Jahre 1938: Schülerzahl Sparergebnis Alte Pestalozzifchule 707 3504 RM. Schillerschule 845 3182 „ Oberschule für Mädchen 568 2425 „ Neue Pestalozzifchule 530 2359 „ Justus-von-Liebig-Schule 405 1980 „ Goetheschule 858 1210 „ Gymnasium 181 976 „ Langemarckschule 560 776 „ Aber auch die Schulen in unseren Dörfern mit kleiner Einwohner- und dementsprechend kleiner Schülerzahl können erfreuliche Ergebnisse berichten. Im Jahre 1938 wurden zum Beispiel in Burkhardsfelden 1242 RM., in Annerod 1042, in Staufenberg 719, in Hausen 662, in Ruttershausen 553 und in Albach 386 Reichsmark aufgebracht. Das sind ganz beachtliche Zahlen! Die Bezirkssparkasse belohnt dabei die eifrige Spartätigkeit auf eine besondere Weise. Don dem eingezahlten Betrag wird ein ganz bestimmter Prozentsatz dazu bestimmt, der Schule zur Bereicherung ihrer Bibliothek mit wertvollen Büchern zu verhelfen — selbstverständlich, ohne daß der eingezahlte Betrag etwa um die entsprechende Summe gemindert wird. Für die Förderung des Schulsparens tritt die Sparkasse übrigens mit interessantem Werbematerial hervor. Große Plakate, die gleichzeitig als Lehrmaterial verwandt werden können (auf ihnen sind Fische, Insekten, seltene Pflanzen usw. abgebildet), gelangen im Schulsaal zum Aushang und erinnern immer wieder an das Sparen. Jedes Kind bekommt außerdem ein kleines Büchlein, den „Schülerfreund", in dem alles enthalten ist, was für Kinder interessant ist. Auch lustig bunte Stundenpläne werden ausgegeben, die in ihrer Bebilderung z. B. den Kartoffelkäfer erläutern, schöne Blumen zeigen, Unkräuter veran? schaulichen, die Heimat kennlernen lassen, Ausschnitte aus unserer Wehrmacht geben u. v. a. m. Interessant ist die Tatsache, daß von den 65 000 deutschen Schulen im Jahre 1938 bereits 40 000 von den deutschen Sparkassen im Hinblick auf ihre Spartätigkeit betreut wurden. 3,5 Millionen Schulsparer gibt es in Deutschland, die im Jahre 1938 die Summe von 12 Millionen Reichsmark sparten. Auch unsere Stadt und unser Kreis trug dazu bei . und wird es auch in Zukunft tun. N. Dazu kamen schlimme Kriegszeiten mit ihren Truppendurchzügen. Ein Vorfahre des Müllers, namens Henrich Bepler, aus der Henrichsmühle (jetzt Biederer Mühle) stammend, hat an der Völkerschlacht bei Leipzig teilgenommen. Als Anden, ken an ihn bewahrt der Müller einen alten Krummsäbel aus der Schlacht bei Leipzig auf. Dieser Henrich war in den Tagen des Russendurch- zugs gerade zu Hause in der Mühle. Trotzdem die Russen unsere Verbündeten waren, hatten die Bewohner unserer Heimat eine Mordsangst vor ihnen und flüchteten in die Wälder. Nur Henrich, der russisch sprechen konnte, blieb in der Mühle. Die Russen hatten stets einen schrecklichen Hunger. Henrich gab ihnen einen Stumpf altes, schlechtes Mehl, das sie verbackten und mit Heißhunger verzehrten. Auch eine Spukgeschichte, die ein Vorfahre des Müllers erlebte, weiß er zu erzählen. Seine Großmutter war von Naunheim. Sie marschierte meist mit einigen Männern und Frauen von Bieber nach Naunheim, um dort Besuche abzustatten. Auf dem Heimweg passierte einem der Männer ein furchtbares Mißgeschick. Bei den drei Stegen am Schwarzbach (heute ist dort ein Brückchen) trat dieser einmal aus. Die anderen gingen weiter und dachten, der Zurückgebliebene würde sie wieder einholen. Als er sie bis Haina nicht eingeholt hatte, glaubten sie, er wäre auf die „Strecke" gegangen. Sie mußten jedoch in Bieber noch eine ganze Weile märten, bis er kam. Aber wie kam er an? Bleich, mit schlotternden Knien, erzählte er ein furchtbares Erlebnis: In der Schwarzbach sprang ihm ein schreckliches Ungeheuer auf den Rücken und krallte sich an ihm feft Er lief mit seiner Last, was er laufen konnte. Oben bei Haina an der Grenze sprang das Ungeheuer ab und ließ ihn laufen. Der Mann hat sich von diesem Schrecken nicht erholen können und ist bald nach jenem Ereignis gestorben. Noch manche Geschichte aus der Mühle und dem Biebertal erzählte der Müller. Räderwerk und Mühlrad ratterten und rauschten die Begleitung dazu. Tageskalender für Freitag. Populärwissenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr im Ehemischen Hörsaal, Ludwigstraße 21, Professor Krollpfeiffer „Dom Werden und Wesen der Explosivstoffe". — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der Graf von Luxemburg". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Angelika". — Lichtspielhaus (Bahn- Hofstraße): „Der Feldzug in Polen". — Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung im Stadttheater von 17 bis 18 Uhr. Stadttheater Gießen. Am heutigen Freitag wird die Operette von Franz Lehär „Der Gras von Luxemburg" in neuer Inszenierung zum ersten Male ausgeführt. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Spielleitung: Harry Grüneke. Anfang 20 Uhr. Ende 23 Uhr. Keine Oster-Reisen? Es ist von der Bevölkerung in unserer Stadt längst verstanden worden, daß sich in der Gegenwart Vergnügungsreisen nicht verantworten lassen. Für die Osterzeit, die sonst immer einen besonders regen Reiseverkehr brachte, wird man sich diesmal Beschränkung auserlegen müssen, denn die kriegswirtschaftlichen Transporte sind viel wichtiger als etwa Dergnügungsreisen. Es kann nicht damit gerechnet werden, daß der Personenverkehr in irgendwelcher Form verstärkt wird und etwa mehr Zuge fahren, I als es bisher der Fall war. Auch die Festtags-Rück- eölientWoltiicr Renate. Roman non fjorfl Biernatt). 3. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) ,Zch habe stets Zeit!" „Gut! Dann bleibt es also bei übermorgen, zwei Uhr!" Er öffnete die Tür zum Wartezimmer, wo ihr Mantel hing. Zwischen seinen Brauen stand ein nachdenkliches Fältchen. Holen oder Nichtholen, das war jetzt die Frage. Da er ihr aus dem Mantel geholfen hatte, schickte sich's wohl, daß er ihr auch wieder hineinhals? Und schließlich war sie ja auch eine ganz besondere Art von Patientin. „Bitte, lassen Sie doch, Herr Doktor ..." „Na, das wäre ja — —!" murmelte er etwas empört und nahm den Mantel rasch, ehe sie hinzu- eilen konnte, vom Hacken. „Und, was ich noch sagen wollte: Dor zwei Stunden möglichst nichts essen!" Er stand hinter ihr und konnte ihr Gesicht nicht sehen. Es fiel ihm aber mit einer Art von Hellhörigkeit oder überschärftem Empfinden auf, wie lange sie dazu brauchte, den Gürtel des Mantels zu schließen. Und plötzlich hatte er das Gefühl, daß seine letzte Bemerkung eine Dummheit, wenn nicht sogar eine Taktlosigkeit gewesen war. Ihr gegenüber hätte er sich diesen Rat sparen können, weil der durchaus überflüssig schien. Fleischwürfelbrühe ... Hol' der Teufel die Ueberempfindlichkeit! Aber, lieber Gott, nein — stand es wirklich so schlecht um sie? Waren diese anständigen und geschmackvollen Kleidungsstücke, die sie trug, die geretteten Ueberrefte aus einem noch vor kurzem blühenden und dann bei irgendeiner stillen Katastrophe zusammengebrochenen Haus? Er hatte kein Unterscheidungsvermögen und keine Hebung in Modedingen. Vielleicht trug man diese zart durchbrochenen Spitzenkragen seit einem oder zwei Sommern nicht mehr, wenn man durchaus dem Wechselspiel der Mode nachjagte? Ihm jedenfalls gefiel der Spitzenkragen; er fand ihn wunderschön, diesen matten, fast altsilbernen Ton, der die bräunlich zarte Linie des Halses umsäumte. Der Doktor befeuchtete sich die spröden Lippen und schluckte eine Trockenheit im Kehlkopf herab. Eine warme Welle der Anteilnahme flutete durch sein Herz. „Sie sind Kunstgewerblerin, Fräulein Naumann ..." Er hatte das Gefühl, auf gefährlich glattem Boden zu stehen; er mußte sich vorsichtig weitertasten. „Oh, ich verweile manchmal vor den Schaufenstern und bewundere den Geschmack und die künstlerische Verantwortung, die man in Ihrem Beruf heute auch den kleinen Dingen zuwendet — Aschenbechern, Bucheinbänden, Lampenschirmen, was weiß ich — kurz: allem, was nach dem Biedermeier so gräßlich verlottert und heruntergekommen war, als ob es nie Vorbilder auch für die Formenschönheit von Gebrauchsgegenständen gegeben hätte ... Ich denke da bloß an ein Schreibzeug, das die Kollegen meinem Vater zu irgendeinem fünfundzwanzigsten Jubeltag verehrten. Die Tintenfässer waren die besten Mostrichtöpfe, die wir jemals besessen haben." Er hatte sich mit einem Bein auf den Tisch gesetzt und ließ das andere frei baumeln. „Wirklich hübsche Sachen, die man jetzt so überall sieht! Man hat keine unruhigen Nächte mehr, wenn man Tante Angelika zum Geburtstag beschenken soll." Renate lächelte ein wenig! Ihr Gesicht drückte Zweifel aus. „Geschmack —", die kräftige, natürlich gepflegte Hand schien das Wort abzuwiegen, „das ist kein unbedingt sicherer Wert. Verantwortung ist besser. Vielleicht wird man nach ein paar Jahren auch die heutigen Geburtstagsgeschenke zu den Nippes auf den Speicher legen." „Nein, ganz bestimmt nicht!" behauptete er mit einer verteidigenden Bewegung. „Schöne Formen unterliegen keiner Mode. Und dann der Hauptunterschied zwischen früher und heute: Die.Nippes waren sozusagen geborener Speicherkram, unnützes Zeug ... Aber wieviel Liebe wendet man heute in Ihrem Beruf eben für den Gebrauchsgegenstand auf ..." Seine Stimme erstarb van der Mitte des Satzes ab immer mehr; er endete sozusagen ohne Komma und Punkt in einem etwas betroffenen Gedankenstrich. „Verzeihen Sie die Frage!" sagte er ein wenig unsicher. „Womit beschäftigen Sie sich eigentlich?" „Mit dem unnützesten Zeug, das Sie sich denken können ..." Wieder mal ins Porzellan getreten! dachte der Doktor bestürzt. „... Ich mache Puppen." „Puppen!" Der Doktor schrie es fast heraus; er schien irgendwie erleichtert zu fein. „Das ist ja wunderschön!" Er gewahrte ihren erstaunt fragenden Blick ... „Weil ich eben Puppen sehr hübsch finde! Gerade Puppen!" Er log geradezu hemmungslos. „Und unnütz?! Wie kommen Sie bloß darauf? Puppen und Bleisoldaten sind die aller» nützlichsten Dinge der Welt! Ueberhaupt: Spielsachen? Ich möchte allen Ernstes behaupten, daß ein Baukasten oder ein mit Sägemehl ausgeftopfter Hund mindestens ebenso wichtig sind wie die vollendetste Turbinenanlage. Und, daß die unerschütterliche Hingabe der Frau an die Familie in der Puppenstube ihre ersten Wurzeln schlägt ... Glauben Sie mir: Aus dem Spielzeug kommt unsere allerbeste Weisheit ..." Er hatte sich ordentlich in Eifer geredet und schien bereit zu sein, sich zu noch kühneren Behauptungen aufzuschwingen. Renate Naumann nestelte ein längliches Päckchen aus ihrer Manteltasche, das der Doktor schon lange bemerkt und für einen kleinen Einkauf gehalten hatte. Sie entfernte die äußere Hülle aus Seiden- papier. Darunter kam ein Stück röhrenförmig zusammengebogener, gummiumschnürter Wellpappe zum Vorschein. Der Doktor trat erwartungsvoll näher heran. Renate Naumann streifte das Gummiband ab; sie sah den Doktor ein wenig unsicher an: „Ich habe zufällig eine meiner Puppen bei mir — meine letzte Arbeit. Ich habe sie, bevor ich zu Ihnen kam, in einem Geschäft vorgezeigt, das mir manchmal kleine Aufträge gibt. Aber leider--" Der Doktor nickte zart; in seinen Augen spiegelten sich die ganze große Müdigkeit der endlosen Spaziergänge zwischen Tür und Fenster und das endlose Warten wider und ein tiefes, ermutigendes Verstehen. „Zu Weihnachten, vielleicht ...", sagte sie mit einem schwachen Lächeln. Der Doktor fühlte sich durch ihren Mut beschämt. „Ich werde Ihnen den Daumen halten!" gelobte er herzlich. ,Hn meinem Beruf hatte man ja früher auch Ursache, sich auf das Fest zu freuen. Aber, ach, die Erfindung des Nußknackers hat uns restlos zugrunde gerichtet!" Daß sein komischer Stoßseufzer einen Kern bitterer Wahrheit enthielt, konnte sie ja nicht ahnen ... Sie lachte leise — ein dunkelgetöntes, innerliches 'Lachen, das ihr Antlitz wunderbar erleuchtete. Und der Doktor lauschte, als würde ihm in diesem Augenblick ein alter Herzenswunsch unerwartet erfüllt ... „Und nun zeigen Sie mir endlich Ihre kleine Schöpfung!" bat er ungeduldig. ,/Sie stellen meine Neugier auf eine harte Probe." „Ich ziehe nur Ihre Enttäuschung ein wenig hinaus." „Das ist schon ein gutes Zeichen", mutmaßte er. „Ich habe immer die Erfahrung gemacht, daß allzu großes Selbstverttauen meistens diejenigen Leute besitzen, die einen hinterher enttäuschen/ Sie öffnete die Wellpappenhülle mit einer vorsichtigen Bewegung. Auf dem bräunlichen Untergrund lag ein kleiner Mann in hohen schwarzen Schaftsttefeln. Er trug einen dunkelgrünen Rock mit Silberknöpfchen, und auf seinem Bauch baumelte eine gewaltige goldene Uhrkette. Seine pechschwarzen Haare quollen verwegen unter einem breitrandigen Hut hervor, und man sah seiner Knollennase an, daß er einem tüchtigen Umtrunk in lustiger Gesellschaft nicht abgeneigt war An der Seite trug der kleine Kerl, von einem rohen Strick gehalten, einen blanken Schleppsäbel, und in einem Ledergurt staken zwei wuchtige Reiterpistolen. „Stellen Sie mich ihm, bitte, vor!" ersuchte der Doktor mit einer tiefen Verbeugung. ,Zch glaube, dieser Kerl verlangt, daß man ihm höflich begegnet." „Jawohl — er ist der kühne Räuber Kasimir!" ,^a!" rief der Doktor erschrocken. „Habe ich es doch gedacht, daß es Kasimir ist, der auf dem Lande bei den Gendarmen „Kasimir der Blutige" heißt..." „Aber er hat ein mildtätiges Herz für die Armen!" „Oh, seine Geschichte ist bekannt! Graf Waldemar vom Schroffenstein war es, der ihm die Liebste stahl. Da ging er in die Wälder und sammelte seine Gesellen um sich. Und schwor dem Grafen furchtbare Rache ..." Der Doktor nahm den kleinen wilden Mann behutsam aus ihrer Hand. „Und ttotz allem sieht man ihm an, daß daheim sein altes Mütterlein für ihn betet und daß es mit ihm doch noch ein gutes Ende nimmt ... Was für einen hübschen Humor Sie in diese Arbeit hin eingesteckt haben —!" (Fortsetzung (folgt.) aber sparsam damit umgehen! Der Würfel Ist kochfertig, also kein Fett zusetzenI Zum Strecken, Binden und Verbessern anderer Soßen genügt oft schon ein Teilchen des Würfels! Nur 3 Minuten durchkochen, damit nichts verkocht! Wer mehr verbrauchte mehr abi in Vriedenwiten, muß mit sich seöSst - richt mit demJiaufmaniLi^trel^ •Gilt auch für Knorr Bratensoße fahrkarten, die sonst mit erheblicher Preisermäßigung ausgegeben und gerne in Anspruch genommen worden sind, fallen in diesem Jahre fort. Wer während der Osterfeiertage der Natur näher sein will, tut am besten, sich auf Schusters Rappen aufzumachen. Hangelstein, Schiffenbera und Gleiberg, Kloster Arnsburg, das Biebertal, Staufenberg, der Krofdorfer Forst und viele andere schöne Orte und Landschaften unserer Heimat sind dankbare und immer wieder reizvolle Ausflugsziele, die zu Fuß gut zu erreichen sind. NS.-Zrauenschast/Zrauentverk. Giehen-Ost. Rassepolitische Schulungskurse für alle Amtsleiterinnen: erster Kurs heute 5reitag, 8. März, und Montag, 11. März, 15.30 Uhr. Zweiter Kurs heute Freitag, 8. März, und Dienstag, 12. März, 20.15 Uhr. Beide im „Caf6 Wenz", Licher Straße 29. Gemeinschaftsabend: Freitag, 15. März, 20.15 Uhr, in der „Stadt Lüh" (an der Bergkaserne.) Es werden zwei Filme von der Kinder- und Äugendgruppe gezeigt. Alle Frauen der Ortsgruppe, auch solche, die nicht Mitglieder sind, werden herzlich eingeladen. Abteilung Grenzland-Ausland: Arbeitsnachmittag am Dienstag, 12. März, 17 Uhr, im Biologiesaal der Justus-von-Liebig-Schule (Eingang Bismarckstrahe). Vortrag mit Lichtbildern. nHemelnfdjaft M kraft öur® Steuöe Achtung! 6 b $.- $ p o r t. Sportamt Wetterau, Schanzenstraße 18. Für Frauen: 995D Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerstraße. Für Männer und Frauen: Hallensport (insbesondere Hallenspiele) seht Mittwochs, 20 bis 21 Uhr, Goethefchule. Richt wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr. kinder-Gymnastlkkurs ist an einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sportamt. Neu! Für Frauen und Männer: Schwimmen von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr. Beginn Freitag, den 8. März. Zum letzten Opfersonntag gib doppelt! Der kommende Sonntag bringt nun die letzte Opfersammlung des Kriegswinterhilfswerkes 1939/401 Diese letzte Sammlung soll ein besonderer Beweis der Opferbereitschaft unserer Boksgemeinschaft sein. Die Sammlung, di« wiederum mit Listen durchge- fuhrt wird, steht unter dem Wort und unter dem Gedanken: „Das letzte Mal — gib doppelt!" Einen besonderen Erfolg erhofft man sich bei der NSD. um fo mehr, als für den kommenden Sommer sowohl die Pfundspende, wie auch der Lebensmittel- Opferring in Fortfall kommen und die Hausfrauen mit dem Opfer in der Form der Lebensmittel nicht zu rechnen brauchen. Die Block- und Zellenwalter der NSV., die sich auch für diese Sammlung wieder uneigennützig und in stiller Arbeit einsetzen werden, dürften also um so mehr offene Herzen finden und schließlich ein erfreuliches Ergebnis melden können 23 50SRM.Ergebnis der jüngsten Strahen- fammlung. Di« Straßensammlung des vergangenen Wochenendes brachte ein erfreuliches Ergebnis. Soweit sich das Ergebnis bisher übersehen läßt (es liegen noch nicht alle Meldungen vor), wurden rund 23 500 RM. gesammelt. In Gießen wurden davon allein 7200 RM. aufgebracht. Die Glasabzeichen der Gablonzer Glas- und Schmuckindustrie, von denen für den Kreis Wetterau 100 000 Stück zur Verfügung standen, wurden restlos verkauft. Dos Eintopfesfen am „Tag der deutschen Wehrmacht". Wte wir von der NSV.-Kreisamtsleitung erfahren, werden für das Eintopfessen, das am „Tage der deutschen Wehrmacht" vorher Essenmarken Der gestirnte Himmel im März 1940. Von Dr. Erwin Kofsinna Seit Beginn dieses Jahres lenken die großen Planeten Venus, Mars, Juviter und Saturn, die gleicheitig am Südwesthimmel sichtbar sind, die Aufmerksamkeit der Sternfreunde auf sich . Es ist eine reizvolle Aufgabe, das mehr oder minder rasche Fortschreiten der einzelnen Wandelsterne zu verfolgen und die prächtigen Konstellation nen zu betrachten, die sich aus den wechselnden Stellungen dieser hellen Planeten ergeben. Im Januar sahen wir den Mars am Jupiter vorüberziehen, im Februar überholte er den langsam sich bewegenden Saturn. Noch schneller aber als Mars ist V e n u s , deren Begegnung mit Jupi- ter wir im letzten Februardrittel beobachten konnten. Nun überholt Venus auch den Saturn. An den Abenden vom 4. bis 7. März sehen wir die hellstrahlende Venus dicht neben dem Saturn, dessen bleiches Licht neben dem wunderbaren Glanz des Abendsternes nicht recht zur Geltung kommt. Ist doch Venus 60mal so hell wie Saturn! Allerdings teht der Ringplanet auch in der neunfachen Ent- ernung der Venus. Die Schönheit dieser Kon- tellation wird noch durch die Mondsichel erhöht. Am 11. März sehen wir den zunehmenden Mond über dem schon tief im Westen stehenden Jupiter, am 12. März steht die Mondsichel zwischen Saturn und Venus, einen ganz besonders schönen Anblick gewährend, und am 13. finden wir sie unter dem Mars. Jupiter verschwindet Ende März in der Hellen Abenddämmerung, während Venus ihre Sichtbarkeit bis 23 Uhr ausdehnt. Saturn ist Anfang März bis 22 Uhr, Ende des Monats bis 20 Uhr sichtbar. Ein geübter Beobachter wird an den ersten Märzabenden bei klarer Luft auch den Merkur als Stern erster Größe tief im Westsüdwesten, etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang, bemerken. Am abendlichen Firsternhimmel finden wir nach Eintritt der Dunkelheit das großartige Sternbild Orion hock im Süden und links von ihm Sirius, den hellsten aller Fixsterne. In mancher frostklaren Winternacht hat uns Sirius durch sein blauweißes Licht, das unruhig wie ein Diamant funkelt, entzückt. Sirius, auch Hundsstern genannt, kulminiert Anfang März um 20 Uhr, Mitte des Monats bereits um 17 Uhr. In dieser höchsten Stellung können wir gut das gesamte Sternbild des Großen Hundes erkennen, der sowohl dem Jäger Orion, wie dem Hasen unter dem Orion auf dem Fuße folgt. Beide Sternbilder, Gro- her Hund und Hase, sind wegen ihrer südlichen Stellung jetzt am günstigsten zu beobachten. Di« Milchstraße steigt steil im Süden zwischen Sirius und Prokyon empor. Auf ihrem bellen Grunde sehen wir die Sternbilder Zwillinge, Fuhrmann, Perseus und Kassiopeia. Oestlich des zart schimmernden Lichtbandes sind gegen 21 Uhr die Frühlingssternbilder Krebs, Löwe, Jungfrau und Bootes heraufaekommen. Besonders das schone Sternbild des Großen Löwen kennzeichnet den südlichen Himmelsraum im Frühling. Vier helle Sterne bilden ein flaches Trapez, dessen unteren rechten Eckpunkt der weihstrahlende Königsstern Regulus bildet. Regulus ist 60 Lichtjahre zu je 9V2 Billionen Kilometer von uns entfernt. Sein im Ultraviolett besonders kräftiges Spektrum und seine hohe Oberflächentemperatur von 13 500 Grad weisen ihn zur Klasse der heißen Heliumsterne mit großer Leuchtkraft. Regulus übertrifft unsere Sonne 84 mal an Lichtfülle. Viel näher als Regulus be- finden sich Sirius und Prokyon mit 9 und 10Vt Lichtjahren Abstand, die daher ttotz geringerer Leuchtkraft wesentlich heller erscheinen. Zwischen Prokyon und Regulus erstreckt sich das wenig beachtete Sternbild des Krebses. Mit einem Feldstecher mustern wir die helleren Sterne dieses Bildes und finden ungefähr in seiner Mitte einen schönen Sternhaufen: die Krippe. Etwa 50 Sonnen sind hier zu gemeinsamer Fahrt durch das Weltall vereinigt. Der Abstand dieses „Sternsiro- mes" beträgt 500 Lichtjahre, sein Durchmesser 13 Lichtjahre. Alle im Fernglas erkennbaren Sterne der Krippe sind Lichttiesen im Vergleich zur Sonne. Am Osthimmel erscheint gegen 21 Uhr der auffallend gelb gefärbte Arkturus im Bootes als Vorbote des nahenden Frühlings. Die Deichsel des Himmelswagens im Großen Bären, den wir schon ziemlich hoch im Nordosten erblicken, ist auf den Arkturus gerichtet. Die Sonne überschreitet am 20. März 19 Uhr 24 Minuten den Himmelsäquator in aufsteigender Bahn, womit astronomisch der Frühling beginnt. Der Mond zeigt folgenoe Lichtgestalten: letztes Viertel am 1., Neumond am 9., erstes Viertel am 17., Vollmond am 23. und letztes Viertel am 30. März. ausg«geben, di« bei ben Block- und Zellemvaltern der NSD. zu erhalten sind. Ein „Schlag" tastet, Vie in all den Jahren vorher, 50 Rpf. Selbstverständlich wird das Essen „markenfrei" abgegeben, ein Grund mehr, daß sich die Hausfrau für den Sonntag, 17. März, die Arbeit des Essenkochens spart und sie diesmal den Küchen der Wehrmacht überläßt. Wenn das Esten fertig ist, wenn die Seit gekommen ist, mit den Töpfen anzurücken, werden di« Trompeter und Hornisten blasen. Lichtbildervortrag für die Rückgeführten. Im „Burghof" fand ein Lichtbildervortrag für die Rückgeführten unter der Leitung des Kreisbeaus- tragten, Pg. Brandt, der einer der Ihrigen ist, statt. Kreispropagandaleiter Pg. Rahner sprach m fesselnder Weise über die tieferen Hintergründe des von Juda entfachten Krieges. Er hob hervor, daß auch das nationalsozialistische Deutschland keinen Krieg wollte und nur durch England, das stolz auf seine Abstammung vom Stamme David ist, überfallen wurde. An Hand von zahlreichen Dokumenten erbrachte der Kreispropagandalelter den Nachweis dafür, daß das jüdische Volk der Keim des Todes für jedes Volk ist, in dem es sich einmal festgesetzt hat. Er wies weiterhin nach, daß das Judentum auch die Vernichtung Deutschlands von langer Hand vorbereitet hatte. 1897 wurde bereits die Vernichtung des kaiserlichen Deutschlands und am 10. 5. 1933 die des nationalsozialistischen Deutschlands beschlossen. Die Blockade während des Weltkrieges war ein Anfang dieses teuflichen Planes des Judentums, das durch die Hungersnot dem deutschen Volke ungeheuren Schaden zugefügt hat. Das Ostjudentum, die Wieg« des von Chaim Weitzmann geführten Zionismus, habe schon damals mit einer Hetze gegen Deutschland eingesetzt, die in der Nachkriegszeit zu einer Gefahr für Mitteleuropa wurde. Die Staaten Mitteleuropas seien sich der darin ruhenden Gefahr nicht bewußt gewesen und hätten sie aus eigener Kraft nie bannen können. Durch die Vernichtung Polens sei auch dieses Hetz-Jubenturn vernichtend getroffen worden. Da Polen nur die Juden mosaischen Glaubens zählte und der getaufte Jude als Pole galt, fei jeder 8. Pole ein Jude. Der Jude habe sich in diesem Raume Osteuropas, der durch deutschen Fleiß und deutsche Tatkraft erst den Anschluß an die westliche Kultur erreichte, erst im 15. und 16. Jahrhundert festgesetzt, und bann habe es keine wichtige Funktion des polnischen Staates gegeben, die er nicht in seinen Händen hatte. An Hand zahl- reicher Lichtbilder zeigte Pg. Rahner den unheilvollen Einfluß des Judentums und schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung, den Kampf unerbittlich fortzusetzen, denn nur wenn das Judentum aus Europa verschwunden sein werde, komme die Zeit des wahren Völkerfriedens. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Keine unnützen Reparaturen mehr! Wir kennen im Augenblick keine größere Aufgabe neben der Schaffung neuer Werte, als die oestehenen Werte zu erhalten. Das gilt nicht zuletzt für im Gebrauch befindliche Kraftfahrzeuge. Hier tft aber das Maß des Vernünftigen in vielen Fällen überschritten worden. Es ist sinnlos, in einen Kraftwagen noch Ersatzteile, di« anderen, besseren Wagen verloren gehen, sowie Geld und Arbeit hineinzustecken, wenn damit zu rechnen ist, daß der Erfolg der Instandsetzung zu den investier- ten Werten in keinem Verhältnis mehr steht. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat daher bestimmt, daß Aufwendungen für Instandsetzungen und Verbesserungen, die zum Zwecke der Weiter- Veräußerung des Fahrzeuges vorgenommen sind, nur bann berechnet werben, wenn sie in einem angemessenen Verhältnis zum Gesarnzustanb und Wert stehen. Gefahren beim Auffinden von abgerissenen Ballonen und Drachen. Es läßt sich nicht völlig vermeiden, daß gelegent- lich Drähte von Fesselballons ober Drachen reißen unb die Flugkörper bann abgetrieben werben, wobei sie oft lange Stücke ihrer Fesselbrähte mitschleifen. Es muß auch bamit gerechnet werben, baß gelegentwelch' eine Zrenüe bereitet dem Rindeben ein Matzeno-Süppchen ober ein Malzeno-Pud- ding oder gar eine Mol« zenaspetse mit Kompott oder mit eingemachten Zrüchten. Moizenospei- fen find aber nicht nur lecker und köstlich, sondern auch vor ollem gehaltvoll, leicht verdaulich und von hohem Nähcwert.Matzenasoll» te daher in keiner Küche fehlen/wer mit Mol» -ena kocht, kochtgesua» Liebe Mutier, das felt Über 70 Zähren bewährte Klndernährmittel Maizena für die Ziasche, für den Beel, für den Pudding ist in allen Kolonialwaren- geschälten gegen die Kreuzabfchnltte der Reich»« brotkarte erhältlich. Rezepte liegen ledern Paket bei MAIZENA lich eigene oder feindliche Sperrballone (-brachen) unter Mitnahme von Drahtseil abreißen. Wenn sie auf die Erbe niebergeben, kann der Fesseldraht an einer elektrischen Freileitung hängen bleiben. Es wird vor der Berührung solcher Drähte dringend gewarnt, da dies mit Lebensgefahr verbunden ist. Auch bei noch treibenden Ballonen kann das Berühren des nachschleppenden Seiles lebensgefährlich sein. Man benachrichtige in solchen Fällen die Polizei sowie das nächste Elektrizitätswerk, die ihrerseits für Abhilfe sorgen werden. An die Ballone selbst trete man wegen der bestehenden Feuersgefahr nur mit Vorsicht heran. Befestigte Jnsttumente find schonend zu behandeln und dürfen nicht geöffnet werden. Ein Begleitbrief, worin der Finder aufgefordert wird, den Fund irgendeiner Stelle anzuzeigen, ist in jedem Falle der nächstliegenden Polizeidienststelle zu übergeben. Landkreis Gießen. $ Steinbach, 7. März. Heute morgen ereignete sich in umfevem Ort« ein Derkchrsunfull, der schlimmst« Folgen nach sich ziehen konnte. Cm Lastkraftwagen, der von Gießen kam, mußte von seinem Lenker in der scharfen Kurve im Orte rasch gebremst werden. Der Wagen stellte sich dabei quer auf di« Fahrbahn, als im gleichen Augenblick aus der Richtung von Lich «in Personenkrastwagen ankam unb heftig gegen den Lastkraftwagen fuhr. Das Personenauto wurde schwer beschädigt. Glücklicherweise wurden Personen nicht verletzt. Kreis Biedenkopf. 4- Nordeck, 7. März. Die Mitglieder des hie- r Gesangvereins „Teutonia" fanden in ihrem Vereinslokal zusammen, um die Gesangsstunden wieder aufzunehmen. Obwohl der Chorleiter, der Vereinsführer und fast die Hälfte der Sänger unter den Fahnen steht, wurden von der kleinen Sängerschar unter der Stabführung des neuen Dirigenten einige Lieder sehr ansprechend vorgetragen. Die Zuhörer, die sich zu diesem Abend eingefunden hatten, dankten mit herzlichem Beifall. Bekanntmachung. Beb.: Lebensmittelbewirtschaftung. Nach dem Erlaß des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 13. Februar 1940 sind die dem Verbraucher zustehenden Lebens- mittelmengen für die Zeit vom 11. März bis 7. April 1940 wie folgt festgesetzt worden: Erster Abschnitt: Lebensmittelzuteilungen. Die dem Verbraucher für die Zeit vom 11. März bis 7. April 1940 auf Karten zustehenden Lebensmittelmengen bleiben gegenüber den Rationen der Zuteilungsperiode vom 12. Februar bis 10. März 1940 grundsätzlich unverändert. Gewisse Veränderungen ergeben sich jedoch über den Fettbezug und die Verteilung von Kunsthonig, Konserven, Trockenpflaumen und Kondensmilch: 1. Für die Butter- und Margarinerationen bei gleichbleibender Gesamtfettzuteilung, 2. durch eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig an alle Versorgungsberechtigten, 3. durch die Möglichkeit, an Stelle von 250 Gramm Nährmitteln: Konserven, Trockenpflaumen oder Kondensmilch zu beziehen, 4. durch den Fortfall der Sonderzuteilungen an Fleisch und Hülsenfrüchten, die nur für eine begrenzte, nunmehr abgelaufene Zeit vorgesehen waren. Auch auf die einzelnen Abschnitte sämtlicher Karten können mit Ausnahme der sich aus den Regelungen unter 1 bis 4 ergebenden Abweichungen dieselben Mengen wie bisher bezogen werden. Für die Fl-Abschnitte der Reichsfleischkarte und für die bei den Reichsfettkarten für Kinder vorgesehenen F-Abschnitte, die keinen Mengenaufdruck erhalten, gilt die bisherige Regelung, nach der sie nur bei entsprechendem Aufruf zum Lebensmittelbezug berechtigen. I. Auf die einzelnen Abschnitte der Reichsfettkarten können folgende Mengen bezogen werden: Nr. 1. Reichsfettkarte für Normalverbraucher. 1. Auf die Abschnitte 1 bis 3 „Butter" je 125 g, 2. auf die Abschnitte a und b je 80 g Butter oder Margarine oder Speiseöl, auf den Abschnitt c 62,5 g (% Pfund) Butter oder Margarine oder Speiseöl, auf den Abschnitt d 200 g Butter oder Margarine oder Speiseöl, auf die 5-Gramm-Abschnitte insgesamt 90 g Margarine, 3. auf den Abschnitt 1—3 „Käse oder Ouarg" je 62,5 g (% Pfund) Käse oder je 125 g Ouarg, 4. auf den Abschnitt 1—3 „Schweineschmalz oder Speck oder Talg" je 62,5 g (% Pfund). Nr. 2. Fetlzusatzkarte für Schwerarbeiter. 1. Auf die Abschnitte al—a4 „Margarine oder Speiseöl" je 40 g, auf den Abschnitt b „Margarine oder Speiseöl" 90 g, 2. auf die Abschnitte 1—4 „Schweineschmalz oder Speck oder Talg" je 62,5 g (% Pfund). Nr. 3. Fett-Zusahkarte für Schwerstarbeiter. 1. Auf die Abschnitte al—a4 „Margarine oder Speiseöl" je 40 g, auf die Abschnitte bl und b2 „Margarine oder Speiseöl" je 125 g, auf den Abschnitt b3 „Margarine oder Speiseöl" . 90 g, 2. auf die Abschnitte 1—3 „Schweineschmalz oder Speck oder Talg" je 375 g, auf den Abschnitt 4 „Schweineschmalz oder Speck oder' Talg" 250 g. Nr. 4. Reichsfettkarte für Kinder bis zu 3 Jahren. 1. Auf die Abschnitte 1—3 „Butter" je 125 g, 2. auf den Abschnitt 4 125 g Butter oder Margarine oder Speiseöl, 3. auf die Abschnitte 1—3 „Käse oder Ouarg" je 62,5 g (% Pfund) Käse oder je 125 g Ouarg, 4. auf den Abschnitt F 3 125 g Kunsthonig, auf den Abschnitt F 5 62,5 g Pfund) Kakaopulver. Nr. 5. Reichsfettkarte für Kinder von 3—6 Jahren. 1. Auf die Abschnitte 1 und 3 „Butter" je 250 g, auf den Abschnitt 2 „Butter" 125 g, 2. auf den Abschnitt 4 125 g Butter oder Margarine oder Speiseöl, 3. auf die Abschnitte 1—3 „Käse ober Ouarg" je 62,5 g (% Pfund) Käse oder je 125 g Ouarg, 4. auf den Abschnitt F 5 125 g Kunsthonig, auf den Abschnitt F 5 62,5 g Pfund) Kakao- pulver. Nr. 6. Reichsfettkarte für Kinder von 6—14 Jahren. 1. Auf die Abschnitte 1 und 3 „Butter" je 200 g, auf den Abschnitt 2 „Butter" 125 g* 2. auf die Abschnitte a und b je 125 g Butter oder Margarine oder Speiseöl, auf den Abschnitt c 62,5 g (% Pfund) Butter oder Margarine oder Speiseöl, auf den Abschnitt d 200 g Butter oder Margarine ober Speiseöl, 3. auf die Abschnitte 1—3 „Käse ober Ouarg" je 62,5 g (% Pfunb) Käse ober je 125 g Ouarg, 4. auf bie Abschnitte F1 unb F 2 je 100 g Marmelabe, auf den Abschnitt F 3 125 g Kunsthonig, auf den Abschnitt F 5 62,5 g (% Pfund) Kakao- pulver. II. Verteilung von Kunsthonig. In der Zeit vom 11. März bis 7. April 1940 erfolgt eine Sonderzuteilung von 125 g Kunsthonig an alle Versorgungsberechtigten. Der Kunsthonig wird auf die Abschnitte Fl 1 der Reichsfleischkarte für Normalverbraucher und der Reichsfleischkarte für Kinder bis zu 6 Jahren abgegeben. Durch diese Sonderzuteilung wirb bie über bie Reichsfettkarte für Kinber vorzunehmenbe laufenbe Verteilung von ebenfalls 125 g Kunsthonig je Kind nicht berührt. Jedes Kind bis zu 14 Jahren erhält also in der Zeit vom 11. März bis 7. April 1940: 250 g Kunsthonig, und zwar je zur Hälfte auf feine Fleisch- und Fettkatee. III. Rährmitkelkarte. Auf die einzelnen Abschnitte können bezogen werden: 1. Auf bie Abschnitte NI unb N2 250 g Nährmittel ober auf bie Abschnitte N2 unb N 3 eine "i-Dose Obst- ober Gemüsekonserven ober 250 g Trocken- (Back-) Pflaumen ober 1 große Dose bzw. zwei kleine Dosen Kondensmilch, 2. auf bie Abschnitte N11 bis N 20 je 25 g Nährmittel, 3. auf bie Abschnitte N 21, N 22, N30, N31 je 25 g Sago oder Kartoffelstärkemehl ober auch anbere ähnliche Erzeugnisse ober Nährmittel nach näherer Weisung ber zustänbigen Haupt- , Vereinigung, 4. auf ben Abschnitt N 23 125 g Kaffee-Ersatz ober -Zusatzmittel in ber Zeit vom 11. 3. bis 7. 4. 1940, auf den Abschnitt N 25 25 g Kaffee-Ersatz ober -Zusatzmittel in der Zeit vom 11. 3. bis 7. 4. 1940, auf ben Abschnitt N 32 125 g Kaffee-Ersatz ober 'Zusatzmittel in ber Zeit vom 18. 3. bis 7. 4. 1940, auf ben Abschnitt N 33 125 g Kaffee-Ersatz ober .Zusatzmittel in ber Zeit vom 25. 3. bis 7. 4. 1940. IV. Reichseierkarte unb Reichskarte für Marmelade unb Zucker. Die Reichskarte für Marmelabe, Zucker unb Eier roirb in eine Reichseierkarte unb in eine Reichskarte für Marmelabe unb Zucker umgestaltet. Die bisher gegebene Möglichkeit, auf eine Karte Marmelabe, 3urfer unb Eier zu beziehen, hat zu Schwierigkeiten geführt, weil bei Selbstversorgung ber bie Eier be- hanbelnbe Teil ber Karte vor deren Aushändigung abgetrennt werden mußte. Trotz dieser Anordnung haben vielfach irrtümlich auch Selbstversorger in Eiern die volle Karte erhalten und konnten daher Eier beziehen. Um dies zu verhindern, wird eine besondere Reichseierkarte eingeführt. Sie darf an eelbfnjerforger in Eiern nicht ausgegeben werden. Als Selbstversorger gelten Personen, bie Hühner ober Enten zum Zwecke ber Eigenversorgung mit Eiern ober gewerbsmäßig hatten, wobei die Zahl der gehaltenen Hühner ober Enten gleichgültig ist. Die Reichseierkarte darf auch nicht für die Zeit aus- gehändigt werden, in ber die gehaltenen Hühner oder Enten nicht legen.. Die Gültigkeit ber Reichs- eierfarte erstreckt sich auf sechs Zuteilungsperioben. Werben Versorgungsberechtigte während ber Lauf- jeit ber Reichseierkarte Selbstversorger in Eiern so haben sie bie Karte ihren Ernahrungsämtern zuruckzugeben. 1164A Der Oberbürgermeister ber Stadt Gießen. a.33«i ÖlUölaus, Betgeordneter.