Montag, r.Gktober 194« (90. Jahrgang Hl 257 l X Nach -er Besprechung am Brenner Miliz, S t a r a c e , empfangen. Die Besichtigung ) x e 5 1 aus diesem Läuterungsprozeß klarer und reiner hervorgegangen. Die Erziehung des rumänischen Volkes zur selbstbewußten Nation kann nur durch diese Bewegung erfolgen. Niemand weiß das so gut wie der neue Staatsführer General Jon A n t o n e s c u, der Jahre lang mit der Garde Seite an Seite gekämpft und gelitten hat, der einer der erbittertsten Gegner jener von oben herunter dekretierten- „Volksbewegung" ohne freiwillige Anhänger war, und Nach ihrer im Geiste der Achse geführten dreistündigen herzlichen Unterredung vom 4. Oktober, bei der sämlliche beide Länder interessierenden Fragen erörtert wurden, verabschieden sich hier Adolf Hitler und Benito Mussolini am Sonderzug des Führers. — (Presse-Hoffmann-Autoflex.) Druck und Verlag: vrühlsche UnioerMätrdruckerei K Lange x i x e k e Annahme von Anzeige« für die Mitlagsnummer biS8‘/,Ubr des Vormittags Anzeigen-PreUe i Anzeigenteil 7Nvf. je mm bei 22 mm Zellenbreite, Lernell 50 Rrrf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nack lasse: Wiederholung Malstastell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr ten, dieses lebenswichtige Nervenzentrum des britischen Empire, sei durchaus nicht schwächer geworden. Selbst wenn England seinen Widerstand fortsetzen sollte, so werde es nichts anderes erreicht haben, als nur die Verlängerung seines eigenen Todeskampfes. Dies sollte trotz aller Propagandamanöver auch in den Köpfen jener englischen Politiker aufdämmern, die für den Ausbruch des Krieges und feine Verlängerung verantwortlich sind. Oer Ouce besichtigt die po-Armee. Rom, 6. Okt. (DNB.) Mussolini hat am Sonntagvormittag mit der Besichtigung der Po-Armee begonnen. Det Duce ist begleitet von Unterstaatssekretär im Kriegsministerium General S o d d o und vom stellvertretenden Generalstabschef des Heeres General R o a t t a. Er wurde auf dem Flugplatz Piacenza vom Minister für Volksbildung P a • volina, vom Kommandanten der Po-Armee D e r c e l l i n a sowie vom Generalstabschef der Erst -ie Ereignisse werden die Beschlüsse vom Brenner enthüllen. Oie italienische presse zum Weltecho der Brenner-Besprechung. Rumäniens nationale Einigung Don unserem Or. He.-Korrespondenien. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat unBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckansckluff 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf M. ischern Brauch — gebildet hatte. Jedem Kenner der neueren englischen Geschichte lockt die Berufung Churchills zum konservativen Barteichef ein Lächeln auf die Lippen. Churchill war ursprünglich Konservativer. Er schwenkte dann zum radikalen Flügel der Liberalen ab, als der Vater des jetzt zurückaetretenen Neville Chamberlain, der sehr viel bedeutendere und urwüchsigere Josef Chamberlain, im Anfang dieses Jahrhunderts mit seinem Schutzzollprogramm vor die Wähler trat und eine katastrophale Niederlage erlitt. In dem jetzt veröffentlichten Briefwechsel Churchill l Chamberlain findet sich auch eine deutliche Anspie- lung auf diesen recht wichtigen „Vorgang". Churchill schreibt an Neville Chamberlain: „Wie unsere Väter vor uns, sind wir in allen Wechselfällen der Politik verbunden gewesen, manchmal zusammen, manchmal getrennt/ Diese persönlichen Erinnerungen, Gegnerschaften und zweideutige Freundschaften sind gewiß für die innere Politik Englands von Bedeutung. Aber auf le konzentriert sich nicht unsere Aufmerksamkeit. Wir halten uns vielmehr an folgenden Tatbestand. Schon um die Jahrhundertwende war der konservative Gedanke ähnlich wie bei uns in Deutschland — auch in England durch materielle Einflüsse des „Kapitals" kompromittiert. Lloyd George hat in seiner eigenartigen drastischen Art einmal diesen Zustand mit folgenden Worten charakterisiert: „Ich hielt eine Rede und sprach zu den Bänken der Opposition mir gegenüber. Sie verhielten sich sehr kalt und feindlich, ich konnte keinen einzigen Beifallsruf herausschinden. Das, sagte ich zu mir selbst, ist nicht das Unterhaus, das ist ein G e - werkschaftskong re ß. Also drehte ich mich, wie man dies in solchen Fällen zu tun pflegt, zu den Bänken (der Regierungspartei) hinter mir um. Aber auch d a war das Unterhaus nicht: da saßen die Vereinigten Handelskammern." Und da find wir auch schon mitten wieder beim Thema: schon unter dem alten Josef Chamberlain nannten sich die Konservativen nicht mehr „Konservative", sondern „Unionisten", nach dsm in der Frage des Homerule für Irland ein Teil der Liberalen zu ihnen gestoßen war. Lloyd George erfand dann während und nach dem Krieg den Begriff der „Nationalen Regierung", obwohl in ihr der konservative Parteieinfluß überwältigend war. Mit der Sprengung dieser nationalen Regierung im Jahr 1922 kehrten die Konservativen zu ihrem ursprünglichen Parteinamen zurück. Wer nur sehr vorübergehend. Die Arbeiterpartei war inzwischen erstarkt und hatte das Erbe der alten Liberalen angetreten. Der- . selbe Baldwin, der 1922 an der Herauslösung der Konservativen aus der nationalen Sammelregierung von Lloyd George führend beteiligt war, benützte den Pfundsturz 1931, um zusammen mit Macdonald wieder eine „Nationale Regierung" auf die Beine zu stellen, die als Regierungspartei auch heute noch das Feld beherrscht. Er tat dies mit dem Arbeiterparteiler Macdonald. Ader die Mehrzahl der Arbeiterparteiler blieb selbständig, und so versucht jetzt Churchill die Arbeiterparteiler auf die allgemeine Plattform der Kopflose Konservative. Das völlige Ausscheiden von Neville Chamberlain aus dem britischen Kabinett bedeutet vermutlich auch seinen Rücktritt als Führer der Konservativen Bartei. Das ist ein sehr wichtiger Vorgang. Der englische Ministerpräsident vereint in der Regel das höchste Staatsamt mit der Führung der bei den jeweiligen Wahlen siegreichen Partei. Aus dieser Doppelstellung als Parteichef und als Staatschef erwächst die geradezu diktatoriale Machtfülle, die der englische Ministerpräsident tatsächlich in seiner Berfon vereint und die nach außen hin — zur Freude der Leute, die nicht alle werden —, mit demokratisch-parlamentarischen Mätzchen getarnt ist. Man kann sich denken, mit welcher Freude Winton Churchill den alten Neville Chamberlain in den liuhestand ziehen läßt: eben weil damit für ihn elbst der Weg zur Führerstellung in der Konservativen Partei frei wird. Insofern beendigt der Rücktritt Chamberlains eine Art Dualismus, die ich mit der Berufung Churchills zum inifterpräsenten, aber nicht zum Parteichef — entgegen eng- (Sine Warnung an Amerika. Konohe über die Lage nach dem Dreierpakt. Tokio, 5. Okt. (DNB.) Ministerpräsident Fürst Kanone erklärte der Presse, daß der Dreier- p a k t Japan, Deutschland und Italien zu gegenseitigem militärischen Beistand vereine, falls einer der Vertragspartner durch eine dritte Macht, einschließlich Amerikas, angegriffen werden sollte. Ob der Pazifik der Schauplatz eines Krieges sein werde, hänge allein davon ab, ob Amerika und Japan zu gegenfeitiger Anerkennung und Verst ü n d i g u n g gelangen würden. Amerika solle daher die Lage überprüfen und in voller Erkenntnis der Absichten der Bündnismächte feine bisherige Haltung revidieren. Soltte Amerika jedoch die wahren Absichten Japans, Deutschlands und Italiens vorsätzlich a b l e h n e n , den Dreierpakt als feindlich gegen sich gerichtet betrachten und die Vertragspartner herausfordern, dann wären die drei Mächte bereit, die Herausforderung anzunehmen und eine Entscheidung zu erzwingen. Was die Sowjetunion anbetreffe, so sei eine Besserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern bemerkbar. Die Bereinigung der polittschen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und der Sowjetunion sei beabsichtigt, und alle Anstrengungen gingen dahin, die Möglichkeit von Reibungen zu beseitigen. Die Verhandlungen Japans mit Niederländisch-Jndien beurteilte der Ministerpräsident als allgemein günstig und erfolgverheißend. Genaue Angaben könne er im Augenblick nicht machen. Die Verhandlungen mit der Nankingregierung ständen vor dem Abschluß. B u k a r e st, September. Der Namenstag Corneliu Codreanus brachte das erste öffentliche Auftreten der Eisernen Garde seit dem Verbot der Bewegung vor zweieinhalb Jahren. Auch gute Kenner der rumänischen Verhältnisse waren überrascht von der großen Zahl und der guten Haltung der Marschkolonnen, die schon nach wenigen Tagen mit zahlreichen Grünhemden ausgerüstet waren. Die Gesänge wurden auch von den Zuschauern so geläufig mitgesungen, wie man es nach den langen Verbotsjahren nicht erwartet hätte. Die starke Beteiligung der Fabrik- arbeiterschaft ist ein Beweis dafür, daß der christliche Nationalismus nicht nur in die Bauernschaft, der schließlich selbst durch sein unerschrockenes Der- halten in den Tagen und Nächten des 5. und 6. September dem verrotteten alten System den Todesstoß versetzte. Alle von mißgünstigen Betrachtern dieser wahren nationalen Einigung ausge- streuten Gerüchte über angebliche _ Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Staatsführer und dem Führer der Garde sind schon nach einigen Tagen durch das Stoatsgrundgesetz vom 14. September ad absurdum geführt worden, das Rumänien zum national-legionären Staat und die Legionärsbewegung zur einzig anerkannten politischen Bewe- gung im neuen Staat erklärte. Damit hat Rumänien endlich seine nationale Einigung gefunden, für die die Besten seiner Jugend bluteten und starben. den Mittelstand und die Intelligenz eingedrungen ist. Nie hat man aber in diesen ganzen Jahren bei einer Kundgebung der staatlichen politischen Organisationen — mögen sie „Front der Nationalen Wiedergeburt" ober „einzige und totalitäre Partei der Nation" geheißen haben — so viele begeistert mitfeiembe Zuschauer gesehen. Man hätte es manchem, ber die Garde in den letzten zwei Jahren immer wieder totsagte, gewünscht, daß er sich selbst von der Unsinnigkeit dieser Redensart Überzeugt hätte. Allerdings, wer die Massenerschießungen und die grausame Verfolgung der Bewegung miterlebt hat, dem mag es manchmal schwer gefallen sein zu glauben, daß die Garde tatsächlich noch lebe, wo doch ihre Besten hingemordet oder geflüchtet waren. Die Legion war fast wehrlos den Verfolgungen der staatlichen Machthaber ausgesetzt, die sie unter rücksichtslosem Mißbrauch ber Staatsgewalt auszurotten begannen. 2500 ihrer führenden Köpfe — allen voran den „Capitan" Corneliu C o d r e a n u — hat die Garde nach sehr vorsichtigen Schätzungen in den beiden Schreckensjahren 1938 und 1939 durch Mord verloren, ber auch baburd) nicht weniger verwerflich wird, baß er von ber Exekutive unter rechtlichen Scheinvorwänben begangen würbe. Von den 80 Gebietskommandanten finb heute nur noch 30 am Leben, von ben Elitekommandanten nur noch drei. Man bedenke, was diese' Zahlen in einem kleinen Lande wie Rumänien bedeuten. Jetzt aber sind alle, die am Tode vorbeikamen, wieder da, entschlossener denn je. Da sieht man den neuen Führer der Eisernen Garde, Horia Sima, der noch von Codreanu selbst zum Nachfolger bestimmt wurde, zarter und feingliedriger als dieser, aber mit demselben Blick des Fanatikers und Mystikers; da ist das scharfgeschnittene, bärtige Gesicht des Elitekommandanten und Jassyer Rechtsanwalts Garneatza, die kraftvolle Mannesgestalt des Elitekommandanten M i r o n o v i c i, da ist die greife Fürstin Cantacuzino, der man den hoffnungsvollen Sohn erschoß und die selbst für ihre Uebergeugung im Gefängnis gesessen hat; da ist der Dichter Radu Gyr, da sind die endlich aus Berlin zurückgekehrten Männer: Pfarrer Dumitrescu, Ciorogaru und wie sie alle heißen. Und hinter ihnen alle die vielen namenlosen Kämpfer, die nicht weniger gelitten haben und deren Vaterlandsliebe und Auf- bcwwille nicht weniger heiß und ehrlich sind; kennt jeher doch einen gefallenen Kameraden, dessen Lücke er ausfüllen will. Wie konnte, so fragt man sich, die Eiserne Garde so macht- und eindrucksvoll aus ihrer tiefsten Er- niebrigung Wiedererstehen? Die Antwort ist dieselbe, die für alle großen Freiheitsbewegungen der Menschheit gilt: für dieses Phänomen gibt es keine materialistische Deutung, sondern nur eine mystisch- psychologische. Das Blut der Märtyrer keimte wie Samen, und für einen Gefallenen wuchsen zehn neue Bekenner heran. So kehrten sich schließlich die Gewaltmittel brutaler Machthaber gegen diese selbst, und zwar um so schneller und kräftiger, je rücksichtloser sie eingesetzt wurden. Das mystische Element hat besonders bei dem durch den Ortho- doxismus dafür aufgeschlossenen Rumänen eine große Rolle gespielt. Es ist kein Zufall, daß die Bewegung unter dem Zeichen des Kreuzes und mit dem Erzengel Michael als Patton ihren Kampf um Rumänien begann. Für den großen Teil dieser Männer und vor allem für die kleinbäuerlichen Anhänger im Lande ist Corneliu Codreanu noch nicht tot. Die meisten glauben wirklich, da man einen anderen für ihn erschossen und ins Grab gelegt habe, und daß der „Capitan" eines Tages, einem Messias gleich, wiedererscheinen werde, um seinem Volke aus der Not zu helfen. Zweifellos wird dieser Glaube durch keinerlei Tatsachen gerechtfertigt, aber er ist bezeichnend sowohl für die Mentalität der Massen, die an ihn glauben wollen, wie für die schon legendär gewordene Gestalt Codreanus. , . Of, Das Volk, das am 6. September nach der Abdankung Carols II. vor dem Königsschloß dem jungen Herrscher Michael I. zujubeite, und das dann eine Woche später verstärkt und diszipliniert das Andenken des toten „Capitan" in einer Massenkundgebung feierte, war bas andere, bessere, wahre Rumänien, bas man bisher im Ausland kaum gekannt hatte, lieber bie Grenzen war nur ber Lärm von Riesenskandalen, von brutalen Mas- fenerefutionen, von Korruption eines Beamtentums, bas sich am Beispiel seiner Führer orientierte, — kurz, von allem Verwerflichen unb Unmenschlichen gebrungen und hatte dieses Lpnd zum Gespött der anderen gemacht. Kaum jemand draußen kannte den anspruchslosen, gläubigen rumänischen Bauer, den treuherzigen braven Mann aus dem Volke. Allein die Eiserne Garde hat es verstanden, diese wahren und besten Kräfte Ruma- niens zu organisieren. Daß auch dabei ^bler gewacht wurden, kann niemand bestreiten. Auch war es manchmal für ben mitteleuropäischen Beobachter schwer zu verstehen, daß bie Bewegung in mystische Betrachtungen versank, wo es galt, politisch zu handeln. Aber Nr diese Fehler hat bie Garde schwer und schmerzlich gebüßt, und sie ist Sorge der Achsenmächte und ihren Schwierigkeiten spreche in einem Augenblick, da Hunderttausende von Engländern Nacht für Nacht in den Untergrundbahnen Deckung suchen müßten, in einem Augenblick, wo alle Hauptstraßen Londons in Trümmerhaufen verwandelt werden und alle Docks ein trostloses Bild der Zerstörung bieten. Churchill und feine Helfershelfer haben bei den Engländern den Glauben aufkommen lassen, daß es genüge, bis Ende September durchzuhalten, um den Sieg gegen die Achsenmächte zu erlangen. Bis heute aber sei keine dieser Versprechungen in Erfüllung gegangen, ja, die deutschen Luftangriffe seien trotz der Herbst- n e b e I fortgesetzt und noch verstärkt worden. Der Druck Italiens auf Aegyp- Mailand, 6. Okt. (Curopapreß.) Die italienische Presse befaßt sich mit dem Echo der Zusammenkunft auf dem Brenner. Der „(Sortiere della Sera" schreibt, auf dem Brenner fei kein Komplott angezettelt, sondern ein Urteil gefällt worden. Die Italiener warteten diszipliniert und geduldig auf den Marschbefehl des Duce. Da auch Generalfeldmarschall Keitel daran teilaenommen habe, bedürfe es keines besonderen Scharfsinnes, um zu begreifen, daß auf dem Brenner Beschlüsse von höchstem militärischem Interesse gefaßt wurden. Die Achse beherrsche den Gang der Ereignisse, während die englischen Plutokraten die Nähe der Niederlage fühlten. Der Popolo d'Jtalia" schreibt, bie Achse werbe dem Feind bis zu seiner vollständigen und enbgültigen Nieberlage keine Atempause gönnen. Die Englänber sollten aus Erfahrung wissen, baß die Pläne ber Achse sich nur durch Taten enthüllen. Diese große Ueberlegenfjeit ber Achse verwirre unb beunruhige bie Engländer. Erst bie Ereignisse würben ben Engländern bie Beschlüsse vom Brenner enthüllen unb erläutern. Sie könnten jebvch versichert fein, baß Hitler unb Mussolini über einen Punkt in unumstößlicher Weise einig waren: sie zu schlagen unb überall zu besiegen. Die „Gazzetta bei Popolo" schreibt, die Englänber würben nicht lange zu warten brauchen. Wenn jeboch die englische Propaganba als Grunb ber Brenner-Zusammenkunft angebe, Italien unb Deutschlanb seien über ben Kriegsverlauf beunruhigt, so werbe diese Ansicht hinreichend durch die Tatsachen widerlegt. Gewiß bestehe bas britische Weltteich noch, aber wie könne man es leiten und verteidigen, wenn man den größten Teil des Tages unb ber Nacht im Luftschutzraum zubringen müsse? In seiner für bie italienische Wehrmacht bestimm--------- _ . . w . , „ _ ten Rundfunkansprache erklärte Ansalbo, ber begann bei ber motorisierten Division Triefte, die Direktor des „Telegraso", zu der Sennerbegegnung, zu dem im November 1938 gebildeten Panzerarmee-' e9 sei geradezu lächerlich, daß man in London von der korps der Po-Armee gehört. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen $**eitfcen.9 S*el|ta6eM *• L ä ' v . „Nationalen Regierung" zu bringen, indem er den Gewerkschaftler B e v i n zum Mitglied des Kriegs» kabinetts und den arbeiterparteilichen Kommunalpolitiker Morrison zum Minister für innere Sicherheit macht: einmal um die Arbeiterparteiler mit der Verantwortung für seine Kriegspolitik zu belasten, dann um auch eine Geste gegenüber Sow- jetrußland zu machen, die dort — nebenbei gesagt — nur mit Lächeln quittiert werden wird, und schließlich, um eben die an sich ziemlich in Verruf geratenen Konservativen unter dem Decknamen einer „Nationalen Regierung" an der tatsächlichen Macht zu erhalten. Mit anderen Worten: Wir stehen hier vor einem Symptom der englischen Parteien- Irise, die schon lange Zeit gärt, aber sichtlich jetzt einem akuten Stadium enttzegentreibt. Und darum muhten die Konservativen durch den Rücktritt Neville Chamberlains erst kopflos gemacht werden, womit nicht gesagt sein soll, daß Chamberlain ein glänzender „Kopf" gewesen ist. Dr. Ho. Wechsel im Oberbefehl der RAH. Stockholm, 5. Oft. (DNB.) L-uftmarschall Sir Cyrill Newall ijt als Oberkommandierender der britischen Luftwaffe ausgeschieden und zum Generalgouverneur in Neuseeland ernannt. Den Oberbefehl der Luftflotte übernimmt an seiner Stelle Luftmarschall Sir Charles Portal, bisher Oberkommandierender der Britenbomber. Gleichzeitig sind eine ganze Reihe von Neu- und Umbesetzungen in der Leitung der britischen Luftwaffe vorgenommen worden, von denen allerdings nur ein geringer Teil der Öffentlichkeit betanntgegeben wurde. In ausländischen Kreisen der britischen Hauptstadt fragt man sich, welche Gründe die Re- aierung veranlaßt haben können, eine derartig umfassende Umbesetzung in der Führung der britischen Luftwaffe durchzuführen in einem Augenblick, da die Luftwaffe in einem Kampf auf Leben und Tod verwickelt ist. Man glaubt, daß es auch innerhalb der britischen Luftwaffe zu Vorfällen gekommen ist, über die man sich selbstverständlich in amtlichen englischen Kreisen ausschweigt, die aber bestimmt keine Ehre für diejenigen darstellen, die für die Operationen der RAF. verantwortlich sind. Englanv muß schwere Tonnaqeverlufte zugeben. Stockholm, 6. Okt. (Europapreß.) Die britischen Tonnageverluste durch deutsche U-Boot-An- griffe sind, so erklärt die „Times", in den letzten Wochen größer gewesen, als man vorausgesehen hatte. Der Schutz der Handelsflotte müsse unbedingt verstärkt werden. Nach englischen Angaben verlor England in der Woche, die mit dem 22. September schloß, 150 000 Tonnen. Dabei sind die Fahrzeuge neutraler Staaten mitgerechnet, die von England befrachtet werden. — „Manchester Guardian" betrachtet diesen Verlust als ein Zeichen, daß Deutschland eine neue U-Bootoffensive gestartet hat. Die Ziffern für diese Septemberwoche sind die h ö ch st en seit Kriegsbeginn und dreimal Häher als der Jahresdurchschnitt. Gutuntevrichtete britische Kreise übersehen keineswegs die ernsten Tendenzen in diesen Ziffern. 3tn Hauptquartier des Reichsmarschalls Vier Wochen lang steht nun Englands Hauptstadt unter dem Bombenhagel der deutschen Luftwaffe, deren Einsatz der Reichsmarschall selbst leitet. — Unsere Aufnahme zeigt den Reichsmarschall in seinem Hauptquartier. — (PK.-Eitel-Lange-Scherl-M.) Volltreffer aus militärische Ziele. 30 feindliche Flugzeuge abgeschlossen. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 6. Oft (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Stärkere Verbände der Luftwaffe belegten bei Tag und Nacht Hafen- und Versorgungsanlagen sowie Rüstungsbetriebe und sonstige militärische Ziele in der britischen H a u p t st a d t wirksam mit Bomben. Die Del- und Gasbehälter von Tilbury erhielten mehrere Volltreffer. Weitere Angriffe richteten sich gegen Häfen, Flugplätze, Bahnanlagen, Truppenlager und Rüstungswerke im Süden der 3 nf*l und an der Weft- k ü st e. Zahlreiche Brände zeigten weithin sichtbar die Wirkung besonders der nächtlichen Angriffe. Vor der Ostküste zersprengte der Angriff mit Bomben schweren Kalibers drei Geleitzüge. Zwei große Handelsschiffe wurde« getroffen. Das eine blieb mit Schlagseite liegen, das andere geriet in Brand. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt. An verschiedenen Stellen kam es zu Luft- kämpfen, die für unsere 3äger erfolgreich verliefen. Versuche des Feindes, in der Nacht zum 6. 10. nach Norddeutschland einzufliegen, wurden bereits im Grenzgebiet abgewehrt und die feindlichen Flugzeuge zur Umkehr gezwungen. Dem Abwurf mehrerer Bomben auf drei deutsche Orte und eine holländische Stadt fiel eine Reihe von Zivilpersonen zum Opfer. 3n den Luftkämpfen über England verlor der Gegner 30 Flugzeuge, während 7 eigene Flugzeuge vom Feindflug nicht zurückkehrten. Hauptmann W i ck schoß am gleichen Tage fünf Jäger im Luftkampf ab und errang damit seinen 41. L u f t s i e g. Luftangriffe trotz ungünstigen Wetters. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. Berlin, 5. Okt. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Trotz besonders ungünstiger Wetterlage griffen starke verbände des Generalfeldmarschalls Zperrle im Laufe des Tages kriegswichtige Ziele in und bei London erfolgreich an. Zahlreiche Brände am Nordrande Londons, in der City und am nördlichen Themseufer liehen die Wirkung der deutschen Bomben erkennen. Volltreffer wurden in den Bahnanlagen bei College-Park beobachtet. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hasenanlagen, Versor- gungs- und Rüftungsbetriebe, Großtanklager sowie gegen Lifenbahnziele und Flugplätze in Südoft-, Ost- und Wittelengland. Treffer in hallen und Unterkünften, starke Detonationen, Brände und Rauchentwicklung waren die Folge der Bombenwürfe. Auf dem Flugplatz Penrose am St.-GeorgsKanal gelang es. außer der Vernichtung von festen Anlagen auch eine größere Anzahl von Flugzeugen am Boden durch Bomben- und 2Ha- schinengewehrfeuer zu zerstören. Marineartillerie nahm einen britischen Geleitzug, der den Kanal zu passieren suchte, unter Feuer und zwang ihn zum Abdrehen nach Dover. Am 4. und in der Nacht zum 5.10. fanden keine Einflüge in deutsches Reichsgebiet statt. Der Gegner verlor, außer den am Boden zerstörten, fünf Flugzeuge, die im Luftkampf abgefchos- sen wurden. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. Auch am Sonntag neue Vergel- tungsflüge gegen London. Rüstungswerk mit Bomben schweren Kalibers belegt. Berlin, 6. Okt. (DNB.) Unmittelbar nach den letzten Nachtangriffen begannen bereits in den frühen Vormittags st unden des 6. Oktober die neuen Vergeltungsflüge der deutschen Luftwaffe gegen London. Stärkere Verbände der deutschen Luftwaffe griffen wenige Stunden nach dem letzten nächtlichen Fliegeralarm in den Morgenstunden des Sonntags zahlreiche kriegswichtige Ziele in der britischen Hauptstadt erfolgreich an. Dabei belegte il oölkerung der englischen Hauptstadt seit Ausbruch des Krieges überhaupt erlebt hat. lieber Kent soll sich ein dreistündiges Luftgefecht entwickelt haben. Stellenweise setzte die deutsche Luftwaffe nach englischen Behauptungen Geschwader bis zu 70 Bombern ein. Zahlreiche Küsten- ft ä b t e erlebten noch in den Abendstunden des Samstags heftige Angriffe. Ein Werk t n Ostlondon, das eine Belegschaft von 1200 Mann hat, so heißt es in einem amtlichen Londoner Bericht, wurde von deutschen Flugzeugen angegriffen. Es seien Bomben auf „den einen oder anderen Teil des Werkes gefallen". Die große Tischlerei, Lager, ein großes Farblager und ein Metallverarbeitungsbetrieb wurden beschädigt". Der Hauptgenerator wurde außer Aktion gesetzt. Andere Werke, so heißt es in dem Bericht weiter, mußten nach fast völliger Zerstörung ihrer Produktionshäuser die Aufträge anderen Fabriken übertragen. Bezeichnend für die wirkliche Lage in England ist auch ein Bericht der „Irish Jndependence", die berichtet, daß täglich „ein Strom von Flüchtlingen" aus England eintreffe. Die Berichte dieser Flüchllinge lauteten immer gleich: sie haben wochenlang unter beständigen schweren Bombardements in den Londoner Schutzräumen und Untergrundbahnstationen gelebt. Die irische Presse meldet weiter, daß, um die vielen Flüchtlinge aufnehmen zu können, zahlreiche Sonderlager eingerichtet werden mußten. Das Eichenlaub zum Ritterkreuz für Hauptmann Wick. Berlin, 6. Ott (DBB.) Der Aührer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem Hauptmann Wick, Kommandeur einer Iagdgruppe, anläßlich seines 4 0. Luftfieges das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Der Führer hat an Hauptmann Wick folgendes Telegramm gerichtet: „3n dankbarer Wär- digung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen zu Ihrem 40. Luftsiege als viertem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. ♦ Hauptmann Helmuth W i ck wurde 1915 zu Mannheim als Sohn eines technischen Direktors geboren. Er besuchte das Realgymnasium Danzig, die Oberrealschule Königsberg und eine Berliner Oberrealschule. 1936 trat er als Fahnenjunker bei der Fliegertruppe ein und wurde 1938 Leutnant. Nach Kommandierungen zu einem Kampfgeschwader und zu einer Jagdfliegerschule wurde er einer Jagd gruppe als Flugzeugführer zugeteilt. Im Juni 1940 wurde er ins Jagdgeschwader Richthofen versetzt, am 19. Juli zum Oberleutnant und am 4. September zum Hauptmann befördert. Zwei tapfere Jäger mit demRitterkreuz ausaerelchuet Berlin, 5. Oktober. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: dem Hauptmann Lippert und dem Oberleutnant Hahn. Hauptmann Lippert hat im Luftkampf zwölf Gegner ab» geschossen und fünf Sperrballone vernichtet. Oberleutnant Hahn hat seinen 20. Luftsieg errungen. * Hauptmann Lippert wurde 1911 zu Fraureuth als Sohn eines Arztes geboren. Nachdem er Heinrich Himmler 40 Lahre. Die Sozialpolitik nach dem Kriege Erbe und Lebensleistung Sg^g"£l^elne1 BarfT mrV"eZtTe3md 9ie Schulleistung richtig betrachtet.-Neigung zum Beruf steigert die Leistung. feindliche Flugzeuge wurde» abgeschossen, eines Von Dr. A. Wilhelm. Aus dem Reich toren-21®., wesentlich erweitert. Mit Peter Klöckner gere Dienstzeit verleihen konnte. Die Bedeu- Ausnahmen abgesehen waren die Prufungsergeb. ist der lebte Wirtschaftsführer aus dem Kreise derer tung des Ehrenamts ergibt sich daraus, daß von msse zufriedenstellend. Die Auslese für die im No- hinaeqanqen, die schon vor dem Weltkriege ent- den 58 000 deutschen Gemeinden (ohne die Ostge- vernber neu beginnenden Kurse an Jen scheidend Einfluß auf die Entwicklung der rheinisch- biete) mehr als 47 000 nur bis 1000 Einwohner 10 Lehrgängen ist m vollem Gange^ In ungefährTO westfälischen Montanindustrie gewonnen hatten. Ihaben. also 85 Prozent. Berufsbeamte gibt es in I Auslejelagern müssen etwa 3000 Bewerber geprüft dabei geringe Schäden, aber keine Verluste ursacht. Lin weiterer Angriff auf den Hafen V e n g h a s i hat unter der Zivilbevölkerung bis 1930 stellvertretender Reichspropagandaleiter der NSDAP. Als altes Mitglied der 1925 ge- ver- von und Aufklärungsflüge gegen Malta Der italienische Bericht vom Samstag. Rom, 5. Ott (DRV.) Der italienische Wehrmachts- bericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: Während eines Offensiv-AufklärungsflugeS gegen die Insel Malta kam es zwischen unseren und feindlichen Jagdflugzeugen zu einem L u f t k a m p f. Lin feindliches Flugzeug vom Glostertyp wurde abgeschossen, der Abschuß eines weiteren vom hur- nung des Gefangenen wird durch Anlernung und — bei länger dauernder Strafe — durch Umfchu» Peter Klöckner gestorben. E s s e n, 6. Oft. (DNB.) Geheimer Kommerzienrat Dr.-Ing. e. h. Peter Klöckner, der Schöpfer und Leiter des nach ihm benannten Klöckner-Konzerns, ist am 5. Oktober 1940 im Alter von nahezu 77 Jahren gestorben. und zu verbessern. Der Arbeitseinsatz hat dazu beigetragen, uns wirtschaftlich einen großen Vorsprung vor un= . — ir< , . ... iseren Gegnern zu sichere. Wir werden auch im ricane-Typ ist wahrscheinlich. (Eines unserer Jlug- '5rieben «id)t eine Ordnung und Lenkung des zeuge ist nicht zuruckgekehrt Arbeitseinsatzes herumkommen. Gewiß werden wir In Rordafrika haben unsere motorisierten dann versuchen, die Zwangsmaßnahmen tm Ar- Kolonnen kleinere Ableitungen feindlicher Panzer- beitseinsatz wieder aufzubauen, hinsichtlich des wagen und Tanks südöstlich von Sidi Varani Nachwuchses werden wir allerdings um eine in die Flucht geschlagen. Die feindliche Luftwaffe stärkere Steuerung und Lenkung nicht hat Barbia und Tobruk bombardiert und herumkommen. Wir sind leider angesichts unseres den Landgemeinden kaum. In den 28 000 preu- bischen Gemeinden bis zu 2000 Einwohnern sind nur 459 Berufsbeamte oder Beamtenanwärter gezählt worden. Das gemeindliche Ehrenamt ist seit je ein Grundelement gemeindlicher Selbstverwaltung überhaupt gewesen. Es hat im Kriege wieder seine Bewährung gefunden. DerArbeifSemsatzimStrasvollzug In der Deutschen Justiz gibt Staatssekretär Dr. Freister einen Ueberblick über den Arbeitseinsatz im Strafvollzug. Volkswirtschaftlich sei es nicht zu verantworten, daß viele Tausende einsatzfähige Kräfte hier brachliegen, vor allem in einer Zeit, in der jede schaffende Hand dringend benötigt wird. Auch dürfe man nicht die entsittlichende Wirkung der Arbeitslosigkeit an Volksgliedern wirksam wer- lden lassen, die sowieso gefährdet sind. Ferner sei eine von früh bis abend ausfüllende ernste Arbeit eines der wertvollsten Hilfsmittel, die Disziplin in der Anstalt zu heben. Endlich wirke die Arbeit erzieherisch auf den Strafgefangenen. Die Arbeitspflicht der Untersuchungsgefangenen wurde eingeführt, ohne die Vorbereitung ihrer Verteidigung zu schmälern. Die Art der Arbeit wurde gewechselt. Die Unternehmerbetriebe in den Anstalten traten zugunsten der Eigenbetriebe zurück. Die besondere Eig- Erst der Tod hat dieser Führerpersönlichkeit die Leitung des Konzerns aus der Hand genommen, die er noch bis zuletzt mit ungebrochener Schaffenskraft innehatte. Peter Klöckner stammt aus einer angesehenen Koblenzer Unternehmerfamilie. Im Jahre 1900 war er in die Leitung des Lothringischen Hüttenvereins eingetreten und hatte dort maßgeblichen Einfluß genommen. Im Jahre 1906 gründete er gemeinsam mit feinem Bruder die Eisenhandelsfirma Klöckner & Co. in Duisburg. Schon frühzeitig hatte er die Notwendigkeit erkannt, den Hütten- und Walzwerken der Montanindustrie eine eigene Erz- und Kohlengrundlage zu geben. In jüngster Zeit hat er den von ihm aufgebauten Konzern durch Einbeziehung einte der bedeutendsten deutschen Motorenwerke, der Humboldt-Deutz-Mo- Fächern es nur auf 5 oder 4 brachten, oder daß besondere ■ Leistungen in Sprachen mit geringen1 Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern verknüpft erschienen. — Daraus ergibt sich, daß die innere Anteilnahme den Erfolg der Arbeit mitbe- ftimmt. Es zeigt sich aber auch, daß die Schulleistung kein ausreichendes Maß für die zu erwartende Lebensleistung ist. — Man muß, wenn man die Schulleistung richtig bewerten will, die Anfor- berungen der verschiedenen Berufe den Anforderungen der Schule gegenüberstellen. Der Arztberuf z. B. verlangt einen ausgeschlossenen, lebensnahen Menschen mit gutem Instinkt und der Fähigkeit zu rascher Entscheidung. Es darf daher nicht überraschen, daß der fünftige Arzt schon auf der Schule andere Interessen hat, als der künftige Lehrer ober Ingenieur. Das erklärt, weshalb viele bebeutenbe Aerzte früher einmal mittelmäßige Schüler gewesen Jinb, ohne baß man deshalb annehmen bürste, sie seien weniger begabt gewesen, als ihre Mit- Arbeitskrästemangels gezwungen, eine große Zahl von Ausländern bei uns zu beschäftigen. Diese Not- wendigkeit wirb auch bestehen bleiben. Aber Ziel ber Arbeitseinsatzpolitik muß sein, mit möglichst wenigen ausländischen Arbeitskräften auszukommen. Landwirtschaft und Bergbau müssen in erster Linie deutschen Arbeitskräften vorbehalten sein. Ziel der künftigen Lohnpolitik muß sein, ein gesundes Verhältnis in der Lohnhöhe der einzelnen Arbeitergruppen in den verschiedenen Wirtschaftszweigen zueinander herzustellen. Gewerbe, in denen die Löhne unter Berücksichtigung der Schwere, der Dauer der Ausbildung und des damit verbundenen Ansehens in der Volksgemeinschaft tm Vergleich zu den Bedingungen in anderen Gewerben niedrig sind, haben immer über Nachwuchsschwie- rigfeiten und Arbeitermangel zu klagen. Der Bergbau ist das beste Beispiel dafür. Dem Bergmann ist wieder derjenige Platz einzuräumen, der ihm angesichts der Schwere seiner Arbeit gebührt. Der Metallfacharbeiter wird die nächste Stelle in der Lohnskala einnehmen müssen. Der Lohn des Bausacharbeiters wird nur wenig hinter diesen Zurückbleiben dürfen, wenn das Baugewerbe die erforderliche Anziehungskraft auf die Ar- Ausgleichs Milchen einzelnen Dienststellen gegeben. beitsbetriebskosten im Strafvollzi.. (o nehmen dies- Möglichkeiten im gleichen Matz- RM. in 1935, dem ersten Jahre eines einheib- mit dem Umfang der Verwaltung aB. rlusg-fchlos. Reichs,trasvallzuges, auf 23 Millionen RM. fen sind sie in ländlichen Gemeinden, m in 1939 gestiegen sei. denen im allgemeinen die Verwaltung an einen einzigen Mann, den ehrenamtlichen Bür- 3000 SlntVärtCF germeister gebunden ist. In der Verantwor- £flnrt<>mdrrf;Cs5fubtlimä tung für seine Amtsführung unterscheidet sich der 060 ^.OngemaraADlUOlUme. ländliche Bürgermeister in nichts vom Berufsbe- Die bei Kriegsbeginn bereits vorhandenen vier amten. Neben dem meist bäuerlichen Hauptberuf, Lehrgänge des Langemarck-Studiums der der heute auch besondere Anforderungen stellt, die Reichsstudentenführung in Heidelberg, Königsberg, durchaus nicht einfache Verwaltung einer Landge- Stuttgart und Hannover sowie die neu eröffneten meinde zu führen, erfordert viel Liebe zur Scholle Lehrgänge in Berlin, Dresden, Halle, Jena, Rostock und bodenständige Verwurzelung. Daß diese vor- und Wien wurden bisher planmäßig durchgeführt. Händen ist, beweist u. a. die Tatsache, daß der Während die aktiven Mannschaften nun im 2. Halb- Deutsche Gemeindetag seit 1933 rund 150 0 jahr der Vorstudienausbildung stehen, konnten die Ehrenurkunden an ländliche Bürgermeister Männer des Auslesejahraangs 1938 ihre Ab- und Beigeordnete für 2 5jährige und län- schlußprüfung (Abitur) ablegen. Von wemgen 1932 das Reifezeugnis erlangt hatte, studierte er bis 1934 Medizin und trat als Matrose in die Kriegsmarine ein. 1935 trat er zur Luftwaffe über, erhielt feine fliegerische Ausbildung auf der Flieger- schule Ludwigslust, wurde 1936 als Leutnant und in das Jagdgeschwader Horst Wessel versetzt. 1938 ging er nach Spanien, wurde mit dem Spanienkreuz in Gold, dem Cruz de Guerra und mit der Medalla Militär ausgezeichnet und am 1. April 1939 als Staffelkapitän in ein Jagdgeschwader versetzt, am 19. Juli 1940 wurde er außer der Reihe zum Hauptmann befördert. Oberleutnant Hahn wurde 1914 zu Gotha als Sohn eines Finanzrutes geboren. Er besuchte das Gymnasium und trat 1934 als Fahnenjunker in das Ins.-Regt. 14 ein. 1935 wurde er zur Luftwaffe versetzt, erhielt seine fliegerische Ausbildung auf der Fliegerschule Celle, wurde 1936 Leutnant und als Flugzeugführer im Jagdgeschwader Horst Wessel 1937 wurde er Fluglehrer an der Jagdfliegerschule Werneuchen, am 1. Februar 1939 Oberleutnant. gründeten Schutzstaffeln ernannte der Führer Heinrich Himmler 1927 zum stellvertretenden Leiter der ff und am 6. Januar 1929 zum Reichsführer ff. Im März 1933 ist Heinrich Himmler Leiter der politischen Polizei in Bayern, bald darauf Leiter Schulzeit zum Medizinstudium entschlossen Ratten. anberen beugen ßän- Ueberhaupt war unter den Aerzten die Zahl der der. Am 17. Ium 1936 ernannte ber tjutyrer tijn vom Berus Unbefriedigten am geringsten, während ZUNt „Reichssuyrer 7t und Ches der das Theologiestudium ebenso wie die Beamtenlaus. Deutsch en Po l i z c i im Reichsmimsterium des bahn und der Lehrerberus besondere innere Nei- Innern . Alle Machtmittel zur inneren Sicherung gung erfordern. Bei diesen Berusen übten mehr des neuen Reiches waren damit in die Hand chimm. als die Hälfte derjenigen, die ihren Beruf ohne >ers gegeben, der auf dem Grundstock der Schutz. Neigung gewählt hatten, diesen auch ohne innere stnsseln nun aus und Polizei dem Führer ein Freude aus hartes und zuverlässiges Staatsschutzkorps schuf. Fast jeder Schüler leistet in bestimmten Fächern , Die positiven Grundsätze der die sich am mehr, als in anderen. Pros. Just hat nun vor eint, besten IN ihren Familiengejetzen ausürucken, wiesen ger Zeit mit seinen Mitarbeitern bei sämtlichen chr weiterhin Aufgaben zu wie sie sich am deut. Abiturienten einer norddeutschen Grotzstadt die Uchsten in der am 7. Oktober 1939 erfolgten Er- Frage geprüft, ob hier schon ein Zusammenhang Nennung Himm -r- zum „Reichs komm, far zwischen Neigung und Leistung sestgestellt werden sur die Festigung deutschen Volks, kann. Er sand nicht nur, Latz di- jungen Leute ,n 3^9™. 3n dieser Eigenschaft konnte H>mm. ihren Li-bl,ng-fächern überbürd).Her di- groß- Aufgabe der Rückführung der Volks- f ch n i ttl ich - s leisteten, fond-rn, daß sie auch d-sttschen aus dem Osten aus Tirol und aus dein in den unbeliebten Fächern -b-nfo deutlich Sudosten erfüllen Mit der Aufstellung der Was. unter ihrer eigenen Durchschnittsleistung blieben, s e u - gab Adolf Hitler der SA. di- Möglich- Es kam vor, daß Schül-r, di- vielleicht in Mathe- kett, in eigenen Verbanden im Rahmen des Heeres matik die Noten 2 und 1 erreichten, in anderen die Bewährungsprobe vor dem F-md- abzulegen. beiterschaft ausüben soll. Gleichzeitig mit dieser Neuordnung der Löhne wird innerhalb einzelner Wirtschaftszweige eine Berlin, 5. Ott. (DNB.) Arn 7. Oktober 1940 Neugliederung oorgenommen werden müssen. Fer- begeht der Reichsführer ff und Ches der Deutschen ner denke ich auch an eine territoriale Ort)- Polizei, Heinrich Himmler, seinen 40. Geburts- nung der Löhne. Grundsatz mutz fein, daß der tag. Er ist einer der ältesten Mitkämpfer des Füh- Lohn seiner Kaufkraft nach im ganzen Reich rers. Als junger Soldat findet er früh den Weg annähernd gleich hoch iift. Wenn diese Forderung zur nationalsozialistischen Bewegung, und der 9. Noerfüllt ist, wird auch ein wichtiger Grund für die oember 1923 sieht ihn als Fahnenträger der natio- unerwünschte Ost-West-Wanderung des deutschen nalsozialistischen „Reichskriegsflagge" in München. Volkes sowie der Anreiz zur Landflucht fortfallen. Nach der Neugründung der Partei ist Heinrich -------- Himmler Gaugeschäftsführer, stellvertretender Gauleiter und SA.-Führer in Süddeutfchland, von 1926 davon durch die Marineflak. In 0 ff a f r i f a Hal eine unserer Patrouillen, I Vor einigen Jahrzehnten noch war es ein allge- 1 die bei Diss (südsüdöstlich von Waijr) mit dem meiner Brauch, daß von den Söhnen einer Familie Feind zusammenstieß, diesen zurückgeschlagen, wenigstens einer, manchmal auch mehrere, den *7einbliche £uffanariffe in der Räbe von IHetem- Beruf des Vaters wählten. Für den Bauern ma hallen -'nen Toten und vier Derwunb^e zur M das fast^al-^fL°h7h-it"L°7v7rb/°it°t °uL Folge. Weitere Cuftangnffe auf Racfa Ghinda I fe[ten erlebte man, daß junge Aerzte, ober und Asmara verursachten leichte Schaden, aber Rechtsanwälte die Praxis ihres Vaters übernah- feine Opfer. Bei Wetemma wurde ein feindliches mem Ein Kaufmann rechnete fast immer damit, Flugzeug abgeschossen. Lines unserer Jagdflugzeuge daß einer seiner Söhne einmal das Geschäft weiter- wnrde abgeschossen. Der Pilot rettete sich mit dem führte. — War das nun nichts anderes als ein TaUkhkm überlieferter Brauch, der obendrein dem jungen ö * Mann den schwierigen Entschluß der Berufswahl abna^m? — Oder steckte hinter dem Brauch doch «Ute penm uonwarvicril toas' anbereSr Nämlich die Vererbung einer be- Der italienische Bericht vom Sonntag. stimmten Leistung! Diese interessante Frage unter- c extt rrvwwx tv», um;™smw TXXoVxr acht Prof. Dr. Günther Just tm neuesten Heft Korn, 6. OtL (DNV.) Der i altemsche Wehr- „FesundheitssÜhrung". Machtsbericht vom Sonntag meldet: I gchj zweifellos ganze Familien, die immer Zwei feindliche U-Bootc find ver- miedet, tüdjtige Menschen der gleichen ober einer senkt worben: eines von einem unserer U-Boote, verwandten beruflichen Tätigkeit aus sich hervor- das zweite von einem unserer Schnellboote. gehen lassen. Wenn man hier auch manchmal von In Korbaf rif a hat ein starker Fliegerver- einer Berufstradition sprechen kann, so wird nach b-nb bi- f-inblich-n Stellungen von M ° r, a M ° - den bish-rig-n Unter,uchungen ber^ Erbforschung l ru k heftig mit Bomben bekgl «nb willigt Er- gnun8 bnbsi mit(pieknfl Für «ebnisie erreicht. Beim Ruckflug würbe d" fElni’" Lnäelne geistig- und körperliche Fähigkeiten läßt liches Flugzeug wahrscheinlich abgeschossen. Alle un- eine solche Vererbung geradezu an geschicht- sere Flugzeuge sind zu ihren Linsahhäfen zurück-Ischen Beispielen nachweisen. Daß die Familien gekehrt. Bach, Waaner ober Strauß durch mehrere Gene- 3m Roten Meer habe« unsere Fliegerstaffeln rationen hindurch überragende Musiker hervor- militärische Ziele auf ber Infel perim bom- brachten, deutet auf die starke Erbgebundenhett der amUÄr95aWnatone Ä&VsSÄ&lS Lachemaüke^ Uffab mit Bomben an. Leichter Sachschaden, tetne I jQ ef)enfo ^ch Familien bedeutender Sport- Opfer. I (er und guter Handwerker. — So wie die vererbte Großer Erfolg des deutschen Eignung den jungen Menschen zum Beruf hinzieht, in TOnfcnh so zieht der Beruf wieder Menschen ähnlicher Ver- Weyrmachw-Konzerrs in Tttaono. aniagung und oft auch ähnlicher äußerer Kenn- Madrid, 6. Okt. (Europapreß.) Das Konzert zeichen an. Deshalb entsteht das „Berufsae- eines Musikkorps der deutschen Wehrmacht hat am s j ch t" nicht etwa dadurch, daß der Beruf die ihm Samstagnachmittag auf dem Stierkampfplatz der angehörigen Menschen formt, sondern die in den spanischen Hauptstadt stattgefunden. Der spanische Beruf gehenden prägen es durch ihre besonderen Innenminister Sevrano Suner, der kurz zuvor I Eigenschaften. von feiner Auslandsreise aus Rom zurückgekehrt Prof. Just hat besonders interessante Unterwar, wohnte der Veranstaltung bei. Auch Kriegs- suchungen über den Einfluß der Berufsneigung au Minister 23 ar eia und General Moscardo die Leistung durchgeführt. Er sand, daß die innere waren anwesend. Der Stierkampfplatz war mit den Befriedigung bei der Ausübung des Berufs eng Fahnen des Großdeutschen Reiches, Spaniens und damit zusammenhängt, ob die Berufswahl nach ber Solange reich geschmückt. Die Besucherzahl wird wirklicher Neigung erfolgt oder nicht. Die auf 30 000 Personen geschätzt. Das Konzert, in Zahl derjenigen, die nach freier Wahl Lehrer, Pfar- dessen Verlauf deutsche Märsche und spanische „r, Aerzte, Juristen oder Beamte wurden und Kampfgesänge gespielt wurden, hatte einen gewal- dann trotzdem in ihrem Beruf später keine Be° tigen Erfolg. Einen Höhepunkt erreichte das Kon- friebigung sanden, ist verschwindend klein gegen» zert, als das Musikkvrps das Englandlieb hielte, über den von ihrem Beruf unbefriedigten die Kaum waren die ersten Takte verklungen, als sich gegen ihre Neigung sich hatten entscheiden die Menge von den Sitzen erhob. Es war eine ein- müssen. — Je früher ein Junge sich zu einem Bebrucksvolle Kundgebung der Kampfverbundenheit ruf hingezogen fühlte, desto klarer scheint sich spa- zwischen Spanien und Deutschland. Das 200 Mann (ex seine Entwicklung zu vollziehen. Bei einer gro- starke deutsche Militär-Musikkorps zog dann auch en Zahl ehemaliger Abiturienten wurde fest- durch die Straßen der Hauptstadt. Auf dem ganzen gestellt, daß biejeniaen, die später Aerzte geworden Marschwege wurde es immer wieder von großen waren, fast ausnahmslos sich schon während der Begeisterungsstürmen begrüßt. Die Feier endete im Deutschen Heim in Madrid, wo der Landesgruppenleiter die deutschen Soldaten im Namen der Ausländsdeutschen begrüßte. die argentinische Vereinigung der Freunde Deutschlands. Buenos Äires, 4. Okt. erschienen. In Ansprachen wurde dem Wunsch nach Vertiefung der guten Beziehungen und des gegenseitigen Verständnisses beider Völker Ausdruck gegeben. Deutsch-italienisches Jugendtreffen. Am 10. Oktober 1940 wird ber Duce in Padua den Vorbeimarsch der freiwilligen Frontbatalllone der faschisttschen Jugend abnehmen. Diese Freiwii- ligenbataillone standen nach der vormilitärischen Ertüchtigung an der Front und sind von der Alpenfront über Genua nach Padua marschiert. Die Htt- ler-Jugend entsendet 250 Mann. An ihrer Spitze stehen HJ.-Führer, die sich ffn Kriege an der Front bewährt haben und Kriegsguszeichnunaen tragen. Führer ist der Göbistsführsr von Koln-Älachen, Hohoif-f. Linz, 5. Oktober. (DNB.) Reichsarbeitsminister Seldte weilte dieser Tage in der Ostmark, um einige Reichstreuhänder der Arbeit und Landesarbeitsamtspräsidenten in ihre Aemter einzufüh- ren. Dabei hielt der Minister in Linz eine Rede, in der er ausführte: Die Sozialpolitik hat gerade im Kriege die Aufgabe, die Sorge um den schaffenden Menschen aufrechtzuerhalten und auszugestalten. Gewiß erschien es der Reichsregierung zuerst geboten, gewisse sozialpolitische Einschränkungen auszusprechen, um auf alle Möglichkeiten der Kriegsentwicklung vorbereitet zu sein. Bald aber erlaubte der Kriegsverlauf, diese Einschränkungen wieder aufzuheben. Der deutsche Arbeiter versteht, daß im Kriege nicht alles so sein kann wie im ! Frieden. Heute aber weiß er schon: Bestehen wir I jetzt die Bewährungsprobe als geeintes Volk, gewinnen wir den Frieden der Freiheit, so ist es ge- | wih; daß das kommende Aufbauwerk in erster Linie der gerechten sozialen Ordnung dienen wird. Der Wiederaufbau der Wirtschaft, die Wehr- haftmachung des Volkes, zwangen uns bisher dazu, manches soziale Werk zurückzustellen. Aber nach dem Kriege ist es die erste Aufgabe der Sozialpolitik, die sozialen Bedingungen des deutschen Volkes nach den Grundsätzen ber Bewegung zu ordnen schüler. Völlig falsch ist es auch, zu glauben, daß die sogenannten guten Schüler später im Leben versagen würden, während die „Taugenichtse" befon» bers gute Lebensleistungen versprächen. — Hier ist eine verbreitete Jrrmeinung durch eine umfangreiche Tatsackenstatistik widerlegt worden. Im Einzelfall mag so etwas vorkommen. Weil solche Einzelfälle besonders aufzufallen pflegen, werden sie oft fälschlich zum allgemeinen Maßstab erhoben. So geben die außerordentlich wertvollen Untersuchungen, Über die Prof Just^^berichtet, manchen erhöht, was, wenn der Gefangene später wie. Hinweis auf die zweckmäßige Gestaltung der in Freiheit kommt, volkswirtschaftlich erwünscht rufsberatung, wie auch die richtige Art der Be- Schließlich ist mit Kriegsbeginn die Arbeitszeit urtetlung der Schulleistung. Je besser die Vielfältig-° tzer Gefangenen verlängert worden. Der Arbeits- keit der normalen Leistungsveranlagung bekannt ist aus den geschlossenen Anstalten verlegt wird, desto großer ift bte Aussicht, durch den nd)= morben die Strafgefangenenlager, insbesondere tigen Einsatz der iyr Volk vorhandenen Begabungen Lur Außenarbeit. Der Strafvollzug ist bereit, jede t)ie Gesamtleistung zu erhöhen. | yolkswichtige Arbeit zu übernehmen. Ihm darf natürlich keine zu unangenehm und auch keine zu gefährlich sein. Der Staatssekretär bemerkt, daß sich Gefangene in beachtenswertem Ausmaß zu gefähr- licher Arbeit drängen. Im Strafvollzug befänden sich ganz verschiedene Typen von Menschen, die An. fCaMAHAmi Isicht, daß die Mehrzahl der Strafgefangenen der /L/Ov V>PrCliOlTll. verlorene Abschaum des Volkes sei, sei unrichtig. Selbstverständlich erstrebe der Strafvollzug nicht Der Krieg hat tn allen g e_m e_i n!b 11 d) e n einen möglichst hohen Gewinn. Daß aber in der p c r im a 11 u n g e n. perfoneü. grofec> ßU(fen genf- hrbeitsorganifation erhebliche Fortschritte erzielt sen. Dennoch steht die^ Verwaltung. Ist m größeren wurden, könne man doch auch daran sehen, daß der Verwaltungen immerhin noch die Möglichkeit eines Uederschuß der Einnahmen über die gesamten Ar- ifrrt(ain «urtl.iifri»n 'otoninioHon nononOYi I . ...... . .. „ 'Ug OOn 7 Ntillio- werden. Die Auslese erfolgt gauweise. Die Meldungen sind in diesem Jahre sehr zahlreich eingegangen. An der Spitze stehen wieder die HI. und die DAF., die vor allem im Reichsberufswettkampf wertvolle Unterlagen für die Begabtenförderung des Lange- marck-Studiums liefern. Die Bewerber aus dem Reichsarbeitsdienst und der Wehrmacht sind naturgemäß erheblich weniger zahlreich. Entlassungen aus der Wehrmacht und dem Reichsarbeitsdienst zur Teilnahme am Langemarck-Studium erfolgen nicht. Meldungen sind trotzdem möglich, wobei die Auslese und Aufnahme nach Kriegsschluß erfolgt. Für Angehörige der Wehrmacht, die durch ihren besonderen Einsatz im Kriege die Altersgrenze überschreiten oder infolge der Verwundung die gesundheitlichen Voraussetzungen nicht erfüllen, wird nach Kriegsende eine bevorzugte Aufnahme in das Langemarck-Studium erfolgen. Politische Bewährung und überdurchschnittliche geistige Begabung sind Voraussetzung für die Aufnahme ohne Rücksicht auf die Vermögensverhältnisse der Eltern. Die meisten Männer des Langemarck-Studiums stammen aus wirtschaftlich beschränkten Verhältnissen. Die Aufnahme in das Langemarck-Studium bedeutet für sie die Sicherung ihres Studiums bis zur akademischen Abschlußprüfung. Keine Spazierfahrten mit dem Fahrrad. Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat fest- gestellt, daß die Beschaffung von Fahrradbereifungen für diensteigene Fahrräder der HI. durch Anordnung des Reichskassenverwalters der HI. geregelt ist. Fahrradbereifungen für private Fahrräder können nur auf Grund eines Bezugscheines des zuständigen Wirtschaftsamtes bezogen werden, auch wenn das Fahrrad dienstlich benutzt wird. Angehörige der HI. können Bezugscheine erhalten, wenn die Benutzung ihres Fahrrades für dienstliche Zwecke unbedingt erforderlich ist, z. B. Fahrten des Führers oder der Führerin zur Betreuung und Ueberwachung beim HJ.-Ein- fatz auf dem Lande oder Einheitsführer größerer örtlicher Bereiche bzw. ländlicher Gefolgschaften. Es wird jedoch allen Angehörigen der HI. dienstlich zur Pflicht gemacht, einen Bezugschein für eine Fahrradbereifung nur dann zu beantragen, wenn der Führer des Bannes bzw. die Führerin des BDM.-Untergcrues die unbedingte Notwendigkeit durch eine schriftliche Bescheinigung bejaht hat. Im Hinblick auf den dringenden Bedarf der werktätigen Bevölkerung an Fahrradbereifungen kann es nicht verantwortet werden, daß die Jugend noch über Reifen verfügt und auf ihren Fahrrädern Spazier- und Ausflugsfahrten unternimmt. Der HI. wird es zur Pflicht gemacht, unnötige Fahrten mit dem Fahrrad zu unterlassen und das Reifenmaterial zu schonen. Die Führer der Banne haben eine Einschränkung des Gebrauch von Fahrrädern zu überwachen. Fahrten zum und vom HJ.-Dienst sind dur denen gestattet, die wegen des langen Anmarschweges auf die Benutzung des Fahrrades angewiesen sind oder aus zeitlichen Gründen mit dem Fahrrad kommen müssen, weil sie z. B. wegen des Dienstschlusses auf der Arbeitsstelle sonst nicht rechtzeitig zum HJ.-Dienst kommen. An Stelle von Wochenend-Fahrradfahrten sind Fußwanderungen einzulegen. Oie Bedeutung des Saatgutwechsels. Die Neuordnung unseres gesamten Saatgutwesens hat die Bereitstellung von Hochzuchtsaatgut in früher nie geahnter^ Umfange zur Folge gehabt. Dennoch bleibt noch viel zu tun, da sich insbesondere der Kleinbauer vielfach vor den Mehrausgaben für Hochzuchtsaatgut fürchtet. Der Reichsnährstand hat deshalb sogenannte Vermehrungsstellen eingerichtet, die vom Züchter geliefertes Elitesaatgut vermehren und es innerhalb der Ortsbauernschaft zu ermäßigten Preisen abgeben. Im Jahre 1938 betrug die Zahl dieser Stellen im Altreich schon fast 9000. Damit ist eine wesentliche Versorgungsbesserung mit hochwertigem Saatgut erreicht worden. Der Saatgutwechsel hat besonders bei der Kartoffel große Bedeutung. Die Erhöhung der Kartoffelernten ist wesentlich darauf zurückzuführen. Auch 1940 konnte die Pflanzguterzeugung wieder um 30 v. H. ausgedehnt werden. Dadurch, ist auch für das Anbaujahr 1941 die Pflanzgutversorgung sichergestellt. Das Hochzuchtpflanzgut muß allerdings vorübergehend der Erzeugung von anerkanntem Nachbau vorbehalten bleiben, damit dieser gütemäßig erhalten und möglichst noch verbessert werden kann. Ausreichend Waschmittel für die Wäsck ereien. Ein nicht unerheblicher Teil des in Deutschland anfallenden Waschgutes wird durch das Wäscherei- und Plättereihandwerk gerade auch während des Krieges behandelt. Der Auftragsbestand hat m dek KriegSzeft so gär erheblich zügenom- men. Wie der Reichsinnungsmeister Fritz Klose im „Deutschen Handwerk" berichtet, haben trotz des Krieges und gerade im Kriege die gewerblichen Wäschereien die Möglichkeit gehabt, neben dem üblichen Seifenpulver hochprozentige, fetthaltige Waschmittel zu beziehen. Die Mengen sind so feftgelegt, daß sie jederzeit einen sachgemäßen und schonenden Waschprozeß unter Hinzugabe der von den Verbrauchern abzugebenden Seifenkartenabschnitte gewährleisten. Die gewerblichen Wäschereien bieten besonders auch durch die Verwendung weichen Wassers die Gewähr einer schonenden Behandlung der Gewebe und damit längere Lebensdauer der Wäsche. Die Bestrebungen, alle Wäschereien zur Aufstellung von Enthärtungsanlagen zu veranlassen, gehen während des Krieges fort. Der Leistungssteigerung dient vor allem die Einführung von Waschkontrollen, die Verpflichtung für alle handwerklichen Wäschereien, den Waschgang durch Mitwaschen von Gewebestreifen, die von der Wirtschaftsstelle des Reichsinnungsoerbandes zur Verfügung gestellt werden, fortlaufend eine fachgemäße Durchführung des Waschprozeffes überprüfen zu lassen. Wohl noch nie hat das Wäscherei- und Plättereihandwerk in derartigem Umfange Wehrmachtaufträge zu bearbeiten gehabt, wie seit Ausbruch des Krieges. Es handelt sich dabei nicht nur darum, das Ersatzheer ausreichend mit reiner Wäsche zu versorgen, sondern die Versorgung erstreckte sich auch auf das Feldheer. Kleine politische Nachrichten. Der 14 000-Tonnen-Dampfer „Highland Patriot" der britischen Royal-Mail-Linie wurde im Atlantik torpediert und versenkt. Er war mit modernen Kühlanlagen versehen und konnte auch eine große Anzahl von Passagieren mitnehmen. Der Dampfer war zu einem Hilfskreuzer umgebaut worden. * Reichsminister Ruft wird in Gegenwart der zuständigen Reichsstatthalter und des Inspekteurs der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, ^-Obergruppenführer Heißmeyer, zwei neue Anstalten im Osten des Reiches eröffnen, die Anstalt Wartheland in Schloß Reisen bei Lissa am 8. Oktober und die Anstalt Sudetenland in Schloß Ploschkowitz bei Leitmeritz am 10. Oktober. Damit steigt die Zahl der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten auf 22. Fünf weitere Anstalten sind in Vorbereitung. Der mit besonderem Auftrag des Reichscmßen- minifters im Zusammenhang mit dem Dreimächtepakt seit September in Japan weilende Gesandte S t a h m e r wurde vom Kaiser in Gegenwart des deutschen Botschafters Ott in Sonderaudienz empfangen. Das japanische Südchina - Geschwader führte in Zusammenarbeit mit Marineluftkräften auf der Halbinsel Leitschu am Golf von Tonkin Landungsoperationen durch. Heftiger chinesischer Widerstand wurde gebrochen und alle Einrichtungen, die der Lieferung von Kriegsmaterial nach China dienten, wurden zerstört. * Als Dankesbezeugung für die Rückgliederung der Süddobrudfcha wurde dem deutschen Gesandten in Sofia Freiherrn von Richthofen von König Boris das Großkreuz des Zivilverdienstordens verliehen. » Die Ausstellung „Neue deutsche Baukunst", die von Generalbauinspektor Speer in Belgrad gezeigt wird, wurde von ihrem Schirm-Herrn, Prinzregent Paul, im Deutschen Haus aus dem Messegolände eröffnet. Der Einladung des Gesandten hatten auch die beiden Mitregenten. Dr. Stankowitsch und Dr. Perowitfch sowie sämtliche Regierungsmitglieder Folge geleistet. Der Prozeß gegen die Mörder Codreanus hat begonnen. Die Untevfuchungskommission zur Revision der politischen Prozesse der letzten Jahre verhörte den früheren Justiz-Minister Victor Pascu, den ersten Militäranwalt Oberst Segiu und die Majore Macovecmu und Dinulescu von der Gendarmerie, die beide das Geständnis ablegten, die Aktion zur Ermordung Codreanus übernommen zu haben. Hauptzchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Haupischriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Polttil und Bilder: Dr. ffr. W. Lange: für dar Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz Wirtzchast u. Sport: Ernst Btumschein. Druck und Verlag : Brühljche Univeriitatsdruckerei R. Lange St. G. Bertagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Harrs Beck. Verantwort»!!' für den Inkali derAn-eiaen: TsteodorKümmel Pl.Nr.g Mein geliebter Mann, unser guter Vater, Sohn und Bruder Carl Buderus, Ingenieur Frankfurt a. M.-S. io, Waidmannstraße 39, Gießen, den 5. Ott. 1940. 4493 D 4 ist nach schwerem Leiden heute im 53. Lebensjahr für immer von uns gegangen. Gertrud Buderus, geb. Heubach Hilde und Sarl Buderus Alwine Buderus, geb. Zeuner Irmgard Schaefer, geb. Buderus Carola Buderus. Oie Beerdigung findet Dienstag, den s. Ottober, um 14% Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Suche für meine Tochter,18Jahre alt, für sofort WjMIIt bei kinderreicher Familie. Schr. Ang. unt. 4492V a.d.G.A< Verkäufe | Gebrauchter MemWN zu verk. 03395 Wo? sagt d. Geschäftssinn. Gut erhaltenes hehlmil zu verkaufen. Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G. A. | Kaufgesuche | Gut erhaltene MlllMllik gesucht. Schriftliche Angeb. mit naher. Angaben unt. 4495V an d. Gießen. Anzeig. Gebrauchte Dezimal- oder Kettenwaage Tragf. 100-125 Kilo, zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. u. 03400 an 0. Gieß. Anz. L | Empfehlungen 11 Verschiedenes] Achtung! EleltrMe öMMger verkauft l 03397 Unverbindliche Vorführung auch nach außerhalb Student od. 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AM Spielleitung: Veit Harlan Jugend Ober 14 Jahre hat Zutritt Er schuf einen grandiosen Film einen der größten unserer Zeit! Ein Spitzenfilm derTerra mit Ferdinand Marian Kristina Söderbaum Heinrich George • Werner Krauß Eugen Klöpfer - Hilde von Stolz Theodor Loos Dieses deutsche Filmkunstwerk zeigt den abenteuerlichen Aufstieg des Juden Süß vom Juwelenhändler zum mächtigsten Finanzminister Württembergs und seinen Sturz — Diese Historie läßt der Film jetzt lebendige Gegenwart werden Neueste Deutsche Wochenschau! Heute Montag Erstaufführung, von der man sprechen wird Gloria-Palast w 3.30 5.15 5.45 7.45 . 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Der Samstag und der gestrige Sonntag nachmittag brachten auf dem altbekannten Giehener Messeplatz, dem Oswaldsgarten, ein gewaltiges Leben und Dreiben: die Gießener Herbstmesse begann. Bereits am Samstagnachmittag herrschte starker Sterben geht durch Feld und Wald, Winterstürme kommen bald. Süß und herb ist spätes Glück ... Gebt mir noch ein letztes Stück Quetschekuche. Färbt im Herbst sich Blatt um Blatt, Scheint die Sonne trüb und matt, Ziehn die letzten Vögel fort, Tröstet mich ein einzig Wort: Quetschekuche. Komm' ich arbeitsmüd' nach Haus, Zieh die schweren Stiefel ans, Setz ich mich behaglich hin. Denn es liegt mir schon im Sinn: Quetschekuche. Lädt ein guter Freund mich ein. Sag' ich ganz gewiß nicht nein. Denn die Hausfrau trägt mir auf — Und ich freu mich schon darauf — Quetschekuche. Wär' ich jetzt in fernem Land, Wo das Frösteln unbekannt, Wär' mir doch nicht froh zu Mut, Denn mir fehlte — kurz und gut — Quetschekuche. wärme Heizung abgibt. Bornoiizen. Tageskalender für Montag. Quetschekuche! Großbetrieb der BDM. war Beifall. Heizen — Blick auf«! Thermometer. Heizen ist keine automatische Tätigkeit, schon gar nicht in dieser Zeit, die uns Sparsamkeit mit unseren Kohlen auferlegt. Wir werden nicht nur auf das Draußenthermometer sehen, wenn wir unsere Defen bei wärmerer Witterung mit weniger, bei kälterem Wetter mit mehr und bei kaltem Wind mit noch etwas reichlicherem Heizmaterial füllen. Wir werden auch auf die Thermometer in den Zimmern achten und unsere Zimmer nach ganz verschiedenen Grundsätzen heizen. Am wenigsten benöttgt das Schlaftzimmer. Es kann bis zum Eintritt großer Kälte überhaupt ohne tätigen Ofen bleiben. Je wärmer das Schlafzimmer, um so unruhiger und ungesunder der Schlaf. Nur wenn Kranke sich im Schlafzimmer aufhalten, ist eine Ausnahme von dieser Regel zu machen. Friert man vor dem Einschlafen, so versuche man erst andere Mittel, ein besonderes Federbett zu Füßen, eine Wärmflasche, ein warmes Jäckchen mit Aermeln, eine auf die Mattatze gelegte wollene Decke. Nützt alles diess nicht und verttägt man wirklich kein kaltes Schlafzimmer, erst dann gehe man zum Anheizen über, das jedoch erst am späten Nachmittag zu erfolgen hat. dies" macht sich über schnöde mißbrauchte Gutgläubigkeit und Vertrauensseligkeit eines biederen Bauernpaares lustig und läßt, moralisch ganz unbedenklich, den frechen Betrüger schamlos triumphiere; im „Kälberbrüten" endlich wird die groteske Selbsthilfe eines pantoffelheldischen Faulpelzes und Pechvogels auf eine höchst situationskomifche Weife dem fröhlichen Gelächter des Publikums preisgegeben. Gerhard Reuter hatte die kleinen Stücke mit spürbarer Liebe, Sorgfatt und viel Sinn für Humor in Szene gesetzt; Herr Löffler hatte eine einfache dreigeteilte Bühne im Stile der Zeit dazu aufgebaut. Fräulein Garbe machte die in ihrer naiven Einfalt fast rührende Bäuerin im „Eisen" und im „Paradies". Herr Erl er spielte dreimal den Bauern, am luftigsten, überaus naturgetreu brütend, in der letzten Szene. Hilde Kneip war eine beflissene Gevatterin und ein resoluter, knüppelschwingender Hausdrachen, Herr Lowitz der dreiste Lügenbeutel aus dem „Paradies" und zuletzt der geisterbeschwörende Pfarrherr; auch sprach er, bemüht, eine Brücke zwischen dem Sächsischen Thema und dem Sinn des Erntedankfestes zu schlagen, heiter und stilgerecht Prolog und Epilog. — Fritz Braun, Gustav Geisse, Imre Müller, Gert S ch l i e p h a k e und Helmut Baldauf aus der Spielschar des Bannes 116 der HI. umrahmten, munter musizierend, die lustigen Einakter mit altösterreichischen Märschen und Tanzweisen. — Das sehr gut besuchte Haus (besonders Am meisten Heizung braucht das Zimmer, in dem sich die Familie spätnachmittags und am Feierabend auf hält, da der ruhende müde Körper die größten Wärmeverluste erleidet und am ehesten geneigt ist zu frösteln und sich zu erhälten. Auch ein Arbeitszimmer, in dem ohne körperliche Bewegung, beispielsweise am Schreibtisch, gesessen wird, erfordert eine gute Beheizung, die aber nicht länger dauern soll, als bis zum Frühnachmittag. Die Hausfrau, die über Tag herzhaft zu schaffen hat, reinmacht, kocht usw., braucht während dieser Zeit wenig Heizung im Zimmer. Erst wenn sie zum Sitzen kommt, stopft, flickt oder liest und schreibt, ist für sie ein gut geheizter Zimmer erforderlich, das dann rund 18 bis 20 Grad Celsius haben muß. Auch das Badezimmer wollen wir nicht vergessen. Ist ein großer Ofen vorhanden, dann besorgt dieser schon die nötige Wärme, die der Badende braucht, wenn er nicht eine Erkältung davontragen soll. Ergibt aber ein Wasserspeicher mit Elektrizität oder Gas das Badewasser, dann ist es schon schwieriger, dann muß entweder besonders geheizt werden oder die Tür zu gut geheizten Räumen muß offenstehen. Ist es trotzdem nicht recht warm im Badezimmer, so beeile man sich mit dem Bad, lege ein angewärmtes Badelaken zurecht und wärme ebenfalls das Bett an. In der Küche heizt der Herd mit. Hier wird oft ohne Sonderbeheizung auszukommen sein, 13 bis 14 Grad Celsius genügen in diesem Raum, in dem die Hausfrau sich bewegt und in dem Koch- " " G. A. Es wurde sodann noch das am 3. November auch in Gießen ftattsindende Leistungsschreiben auf der Schreibmaschine um die Gaumeisterschaft bekannt- gegeben und darauf hingewiesen, daß als Mindestforderung 300 Silben Nettoanschläge verlangt würden. Auch die Geschäftsstenographenprüfung, die am 17. November in Gießen abgehalten wird, wurde den Mitgliedern zur Teilnahme gringend ans Herz gelegt . Hierauf überreichte Pg. Merle den Mitgliedern des Ortsoereins Gießen die Urkunden für ihre erfolgreiche Beteiligung am Gauleiftungsschreiben. Schriftfreunö Dörfner fesselte sodann durch seine hochinteressanten Filmvorführungen die Besucher des Kameradschaftsabends. Oie Sieger beim Gauverbands-Leistungsschreiben. 6 0 S i I b e n : Irmgard Schäfer, Gießen, Schnellschreiben sehr gut, Richtigschreiben sehr gut; Fritz Niepoch, Gießen, gut bzw. sehr gut; Fritz Lotz, Giehen-Wieseck, gut bzw. gut; Inge Dietz, Gießen, gut bzw. gut. — 8 0 Silben: Elsb. Karnbach, Gießen, sehr gut bzw. sehr gut; Elli Henn, Gießen, sehr gut bzw. gut; Elis. Wallenfels, Gießen, gut; Marie Fischer, Gießen, gut; Alfred Weller, Münchholzhausen, gut. — 100 Silben: Hilde Reusch- ling, Heuchelheim, gut bzw. gut; Ilse Neskudla, Gießen, gut bzw. sehr gut; Erika Kowalczyk, Gießen, gut bzw. gut. — 120 Silben: Willi Einsfeld, Gießen, gut bzw. genügend; Elis. Ganß, Gießen, gut bzw. gut; Anneliese Diehl, Gießen, gut bzw. gut; Annel. Nennstiel, Gießen, sehr gut bzw. gut. — 1*4 0 Silben: Karl Bender, Gießen, genügend-; Luise leimiger, Gießen, genügend. — 16 0 Silben: Rich. Arnold, Gießen, genügen}); Gertt. Ziegler, Gießen, gut; Erika Koch, Gießen, gut; Hilde Pflüger, Gießen, sehr gut; Elfr. Wer- ner, Gießen, sehr gut. — 180 Silben: Margot Walter, Gießen, gut; Ilse Petri, Gießen, gut; Hildeg. Henning, Heuchelheim, sehr gut; Herta Bree, Gießen, fehr gut; Adelh. Bosold, Gießen, sehr gut. — 2 0 0 Silben: Liesel Bingel, Gießen, gut; Ilse Biedenkopf, Gießen, gut; Hedwig Pfeffer, Gießen, gut. in den Tonstärken; Gustav Bley gab in der Aufwallung des Rachebegehrens besondere Höhepunkte. Bernhard Schmitz in seiner Doppelrolle als Mar- quese und Pater Guardian war einmal väterlich und standesbewußt, zum anderen von menschlichem Mitfühlen und Würde; Farbe und Klangttaft seiner Stimme bestätigten das. Gustav Brunn war als Alkalde ein anderer als Fra Melitone; besonders in der Rolle des Klosterbruders entfaltete er eine lebensvolle Darstellung und gab so der Kapuzinerpredigt charakteristische Auswirkung. Als Prsziosilla hätte Ilse Winhold noch lebendiger sein können, sie setzte bestes Bemühen ein. Alle anderen Rollen fügten sich dem Rahmen geschlossen ein. Das Haus ging lebhaft mit und bezeugte durch starken Bestall sowohl nach den einzelnen Arien sowie den Aktschlüssen seine berechtigte Zustimmung. Dr. Hermann Hering. Bauernschwänke von Hans Sachs. Die erste der diesjährigen Morgenveranstaltungen brachte zum Erntedankfest aus dem Zyklus „Deutsches Lustspiel" drei bäuerliche Fastnachtsspiele von Hans Sachs. Der berühmte Nürnberger Handwerksmeister und Poet hat in seinem gesegneten Leben ein nahezu unübersehbares, vorwiegend dramatisches Werk geschaffen: darin spielen neben Königen und Heiligen, römischen und biblischen Helden und Heldinnen auch zeitgenössische Bürger und Bauern eine beträchtliche Rolle, vor allem als Personal jener heiteren Fastnachtsspiele, die aus Hans Sachsens Werk bis heute am lebendigsten und theaterwirksamsten geblieben sind und für Stil und Zeitgeist des Humanistenjahrhunderts als charakteristisch gelten können: Polemik, Sattte und derber Spaß gehören zu den typischen Elementen seiner reichen Dichtung; der Narr (als Inbegriff aller menschlichen Laster und Schwächen) ist die berühmteste Figur, der „Narrenspiegel" (in dem die sündigen Menschenkinder Revue passieren) die beliebteste literarische Form der Reformationszeit. Als heitere Szenen aus einem bäuerlichen Narrenspiegel können auch die drei Fastnachtsspiele gelten, die wir gestern vormittag sahen. Im .Heißen Eisen" erlebt man die pfiffige Entlarvung und Bestrafung ehelicher Untreue; „Der fahrende Schüler im Para- Kleiner Unterschied. Am Somttagmorgen kommt Besuch. Der Vater holt die Zigarrenkiste, aber der Besuch dankt. Er raucht nur Zigaretten, zieht fein Etui, hält es auch dem fünfzehnjährigen Peter hin und fragt: „Rauchst du auch schon?" Peter gibt eine diplomatische Antwort. „Wenn ich eine kriege", sagt er, „rauche ich eine." „Er hat sich nur verfprochen", greift da der Vater ein und klopft auf den Tisch, „wenn er eine raucht triegt er eine!" ria» Gießener Gtadttheater. GmsePPeBerdi: „DieMacht desSchicksals." Verdis Oper „Die Macht des Schicksals" hat erst allmählich die ihr zukommende Stellung errungen. Nach der Uraufführung in Petersburg (1862; Verdi hatte von dort aus einen ehrenvollen Auftrag erhallen) begegnete sie in Rom geteilten Meinungen. 'Erst nach gründlicher Umarbeitung (1869) wurde ihr Dauererfolg durch eine Aufführung in der Scala gefestigt. In Deutschland faßte sie erst nach dem Weltkriege im Zuge der Verdi- Renaissance festen Fuß. Die nach einem Drama von Angelo di Saveeora bearbeitete Handlung verbindet in der Vielfältigkeit ihrer Lebensfülle stärkste Gegensätze der Gefühlsinhalte wie auch der Charaktere. Gerade die Kontraste des verschiedenartigen Milieus, Klosterleben, Volks- und Soldatenszenen, Kampf und Momente innerster Seelenschau hat Verdi mit einer bewunderungswürdigen Schlagfertigkeit und Treffsicherheit ein gefangen; besonders aber macht sich ein Zug zur dramatischen Straffung bemerkbar. Die Rezitative lösen sich ariosohaft auf, feinsinnig intensiviert durch das im einzelnen bis zum letzten aktive Orchester. Das bestätigt z. B. die dem Schu- lerschen Vorbild folgende Kapuziner-Predigt nut ihrer akzentuierten Deklamation und dem behende mitgehenden Orchester. Dafür zeugen auch die Szenen zwischen den beiden Widersachern Alvaro und Don Carlos, die jeden individuell charakteristisch zeichnen in der dramatischen Deklamation und mit höchstem Affekt in der Kantilene. Das Seelen- biß der Leonore in seiner tiefen Aufgewühltheit sind et bei ihm Unmittelbarkeit in der Ausdruckskraft der melodischen Führung und in der engen Ver- knüpsung der Orchesterthematik mit der Solostimme. In viel stärkerem Maße, als es sich in der mittleren Periode bei Verdi zeigt, treten die einzelnen Instrumente mit ihren Eigenwerten heraus. Woran es bei der Aufführung dieses Werkes an- kornrnt, darüber äußert sich Verdi brieflich: „ ... Um Erfolg zu haben, braucht man auch Sanger, die für die Oper passen. Es ist nicht notig, in der Macht des Schicksals Solfeggien zu singen, aber man mutz Seele haben und den Sinn der Worte herausbringen."' rCjliiiksmunn mddef: WiedereinIiinfhunderter in Gießen. Am Sonntagnachmittag wurde bei dem Messebetrieb in einer Gaststätte der Neustadt wiederum einn Gewinn von 500 RM. auf Los Nr. 5/1325030 gezogen. Ein verwundeter Soldat des Lazaretts G^ßen, der Ausgehurlaub hatte, war der glückliche Gewinner. Dies war der 6. größere Gewinn innerhalb eines Monats. Die Geschäftsstelle der Lotterie nahm am selben Nachmittag die Auszahlung vor. Laßt die Pramienscheine nicht verfallen! Ein Soldat in Kassel, der dieser Tage seine Prämienscheine der. Reichslotterie der NSDAP, einer Nachprüfung unterzog, fand einen, auf den eine Sonderprämie von 5000 RM. fiel, die 7ihm beim Vorzeigen sofort ausbezahlt wurden. Die Nachprüfung hatte sich gelohnt. Keine Streichhölzer in Ieldpostsendungen. In letzter Zeit sind wieder Feldpostpäckchen während der Postbeförderung in Brand geraten, weil sie trotz des ausdrücklichen Verbots Stteichhölzer enthielten. Hierdurch sind auch zahlreiche andere Postsendungen vernichtet oder beschädigt worden. Die Deutsche Reichspost bittet daher nochmals dringend, keine Streichhölzer und auch keine anderen leicht entzündlichen Gegenstände in die Postsendungen aufzunehmen. Die Versender sind nicht nur für den entstandenen Schaden verantwortlich, sondern sie machen sich auch straftbar.________________________ Schießbuden, die Schaudarstellungen und alle übrigen Unterhaltungsstätten, aber auch die 23er- kaufsaeschäfte hatten sich über Mangel an Besuch gleichfalls nicht zu beklagen. So nahm denn die diesjährige Gießener Herbstmesse nach jeder Richtung hin einen sehr erfreulichen und für die ganze Messewoche verheißungsvollen Auftakt. * ** Ernennungen bei der Universität Gießen. Der Rektor der Ludwigs-Universität Gießen hat gemäß § 4 der Reichsassistentenordnung vom 1.1.1940 den Dr. med. habil. Karl Katz zum Oberarzt, den Dr. med. Walter Daniel, Dr. med. vet. Friedrich Frank, Dr. phil. Leo Krasser, Dr. med. Friedrich Wallau, Dr. med. vet. Stefan Tillmanns, Dr. med. Walter Tschackert, Dr. med. Georg Scheer, Dr. agr. Ludwig Pie- l e n und Dr. med. vet. Gerhard Heidrich durch Urkunde vom 23. September 1940 zu wissenschaftlichen Assistenten ernannt. Strafkammer Gießen. Die Eheleute O. und I. B. in Gießen waren durch Urteil der Strafkammer Gießen vom 12. Juni 1939 wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum Devisenoergehen, der Ehemann auch wegen Betrugs und Unterschlagung, zu Zuchthausstrafen verurteilt worden, lieber die zweitägige Verhandlung haben wir damals eingehend berichtet. Der Angeklagte O. B. verkaufte an Juden, die auswandern wollten, Photoapparate und Feldstecher, beides hochwertige Gegenstände, die die Juden mit ins Ausland nahmen, um dadurch ihr Vermögen, was bei Gold und Edelmetallen nicht möglich war, zu verschieben. Die Lieferfirmen hatten im Ausland fast keine Absatzmöglichkeit mehr, während der Verknus im Instand erheblich -zunahm. Hierdurch kam man hinter die Schiebungen. Die Zollfahndungsstelle hatte die Angeklagten am 14. Juni 1938 darauf aufmerksam gemacht, daß derartige 23erfäufe an Juden unterbleiben müßten. Gegen das Urteil legten die Angeklagten Revision ein. Auf die Revision wurde das Urteil der Sttaf- tammer, insoweit Verurteilung wegen Beihilfe zum Devisenvergehen erfolgt war, vom Reichsgericht aufgehoben. Die angeklagte Ehefrau bestritt nach wie vor, an dem Verkaus beteiligt gewesen zu fein. Sie will lediglich die Buchführung und den Schriftverkehr besorgt haben. Der Anklagevertreter beantragte gegen den Ehemann eine Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und fechs Monaten, gegen die Ehefrau eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und drei Monaten wegen Beihilfe zum Devisenvergehen und eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten wegen Beihilfe zur Unterschlagung und daraus die Bildung einer Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und sieben Eine große Anzahl von Mitgliedern des Orts- vereins Gießen der Deutschen Stenografenschaft traf sich am Samstag im „Burghof" zu einem Kameradschaftsabend. Der stellvertretende Ortsoeremsfuhrer Pg. Merle begrüßte die Schriftfreunde und Gäste, insbesondere den Kreisverbandsführer Pg. K. H. Kuhl und die Ehrenmitglieder Pgg. Gravelius und Karn- b a ch. Er wies darauf hin, daß infolge der Kriegs- verhällnisse seit längerer Zeit feine festliche Veranstaltung mehr gehalten werden konnte, und daß der Ortsverein an die unter den Fahnen stehenden Mitglieder je ein Liebesgabenpäckchen in Gestalt von Zigarren und Zigaretten gesandt hat. Auch die Reichszeitung der Deutschen Stenografenschaft würde den einberufenen Mitgliedern regelmäßig zugestellt, lieber diese Aufmerksamkeit wären sehr interessante Dankschreiben eingegangen. Sein besonderer Dank galt Schriftfreund Dörfner, der sich in liebenswürdiger Weise bereiterklärt hatte, durch seine Filmvorführungen über Schifahrten zur Unterhaltung beizutragen. Auf stenografischem Gebiet seien auch in der abgelaufenen Zeit wieder sehr gute Leistungen erzielt worden uno überall fruchtbare Arbeit zu verzeichnen gewesen. Es konnte das Gauverbands-Leistungsschreroen am 30. Juni in den einzelnen Kreisverbänden ab gehalten werden. Im ganzen beteiligten sich daran in den Abteilungen 60 bis 300 Silben 2367 Mitglieder von 62 Ortsvereinen. Aus dem Kreisverband Gießen schrieben aus acht Ortsvereinen 186 Mitglieder. Der Gauverb and hat beschlossen, die besten Arbeiten in den einzelnen Abteilungen mit Ehrenpreisen in Gestalt von guten Büchern auszuzeichnen. Der Kreisverbandsführer Kuhl gab darauf die Ehrenpreisträger des Kreisoerbands Gießen wie folgt bekannt: Thilde Krauch (Friedberg) in der Geschwindigkeitsstufe von 200 Silben in der Minute; Hildegard Henning (Heuchelheim) 180 Silben; Otto Henkrach (Wetzlar) 160 Silben; Waltraud Handstein (Grünberg) 160 Silben; Edmunde Kipp (Ockstadt) 120 Silben; Kläre Bardorf (Bad-Nau- heim) 120 Silben; die erst 14jährige Elsbeth Karnbach (Gießen) 80 Silben; Irmgard Schäfer (Gießen) 60 Silben; Josef Franz (Hsldenbergen) 60 Silben. Dom folgte die hiesige Ausführung, indem die Spielleitung — Intendant Hans Walter Klein — die dramatischen Wendepuntte scharf heraus arbeitete zugunsten der Klarheit der Handlung, und so erschienen im Verein mit dem Willen des Komponisten diese Stellen als starke eindrucksvolle Akzente. Der verschiedenen Umgebung folgend waren Gebärde und Bewegung, ganz besonders auch in den Massenszenen, einzeln durchgestaltet und abgestimmt; ausgelassen in den Soldatenszenen, gemessen im Klosterbilde. Die Milieukraft war durch die Bühnenbilder Karl Löfflers unterstützt. Sie ermöglichten für die Gruppen des Chores und der Tänzer (Irmgard T r ö m e l) freie Entwicklung. Für die Chöre zeichnete Nadine Galla; hier war der Exttasingchor des Stadttheaters unter der Leitung von Otto S ö 11 n e r zur Verstärkung und wertvollen Unterstützung herangezogen worden. Denn diese Oper gründet sich in ihrer Auswirkung besonders mit auf den Chor und fordert von ihm feinste dynamische Modulation. Dem wurde weitgehend entsprochen in bisher hier noch nicht beobachteten Krescendo-Wirkungen und Abstufungen der Stärkegrade. Otto Zöllner führte das Orchester mit Temperament und besonderem Einfühlen für die feine Zeichnung der Partitur und eindringender Gliederung. Im Fortissimo wäre bisweilen mehr klanglicher Ausgleich angebracht (Blech), die Einzelstimmen des Orchesters, zumal aber das schmiegsam und tonschön geblasene Klarinettensolo zu Beginn des dritten Aktes (Heinrich Grau) verdienen her- oorgehoben zu werden. Anni A s s i 0 n ließ ihre Darstellung der Leonore zu einer Seelenschau werden, die von innerlicher Verarbeitung und stärkstem Einfühlen zeugte. Weit ausladend in der Höhe des Affektes spannte sie den Bogen der Kantilene, anderseits aber auch fähig zu schwebenden Tönen von Innerlichkeit. Die beiden Widersacher, Don Carlos (Gustav Bley) als rächender Bruder und Alvaro (Heinrich Durst) als schicksalsverfolgter Liebhaber, standen in Stimmfarbe und Temperamentsentfaltung in betontem Konttast zueinander. Ihre innere Entwicklung vom Freundschaftsduett bis zu letzter kämpferischer Bereitschaft zeichnete sich plastisch ab. In den Arien schlug Heinrich Durst lyrische Töne an, wenn auch nüH bei vollem klanglichen Ausgleich NSG. ,Kraft durch Freude": 19.30 bis 22 Uhr im Stadttheater „Paganini". — Gloria-Palast, Seiter sweg: ,^Jud Süß". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lieselotte von der Pfalz", — Schützen-Verein ab 17 Uhr Ausschüßen von Ehrenscheiben; 20.30 Uhr: Siegerehrung. Ortszeit für den 8. Oktober. Sonnenaufgang 7.38 Uhr, Sonnenuntergang 18.45 Uhr. — Mondaufgang 15.11 Uhr, Monduntergang 0.12 Uhr. Erstes Viertel 8.18 Uhr. NS'GeMlnWfl M fitaft öntfli W Achtung! Achtung! Sportamt KdF. Neuer Schwimmkurs! Am Dienstag, 8.10.1940, beginnen wir wieder mit unseren Dienstag-Schwimmstunden! Jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr. Die Freitag-Schwimmstunden bleiben wie bisher von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr. Alle Stunden auch für Anfänger. 4491D Betrieb. Aber er war noch gar nichts gegen das Gedränge und Geschiebe der Besuchermassen am gestrigen Sonntagnachmittag. Zeitweise war gestern der Betrieb so gewaltig, daß man nur mit mancherlei Schwierigkeiten Zutritt zum Messeplatz bekommen konnte, denn nicht nur auf dem Platze elbft, sondern auch in den anliegenden Straßen bis n die Neustadt und den Horst-Wessel-Wall hinein tauten sich die Besucher. Insbesondere war die Landbevölkerung gestern in noch selten erlebtem Ausmaß erschienen, so daß sich in den Mittagsund dann auch in den Abendstunden bei der Reichsbahn starker Nahverkehr geltend machte. Die Schausteller sind auf der Messe wieder in großer Zahl erschienen. Auf vielseitige Art kann man sich dort vergnügen. Das taten denn auch groß und klein gestern in ausgiebiger Weise. Die Fahrgeschäfte waren ständig nicht nur voll besetzt, sondern von Fahrlustigen auch in dichten Scharen umlagert. Die Der hamster, in manchen Gegenden auch fiorn- rourm genannt, ist ganz unschuldigerweise zu der zweifelhaften Ehre gekommen, als abschreckendes Beispiel zu dienen. 4357V Wie dem aber auch sei, Schuhcreme braucht nicht auf Vorrat gekauft zu werden. Wenn die Erdal- Blechdose mal nicht da ist, nimmt man die Erdal- Nachfüllpackung und setzt sie in die leere Erdal- Blechdose ein. Man braucht nicht wahllos zu taufen, denn Hamstern ist unnötig. Man kauft in aller Ruhe das altbewährte Erdal, ob Blechdose oder Nachfüllpackung. Es ist eins und dasselbe, in Menge und Qualität! LeichtachletikDeuW!and-LlngarnU7:8üpunNe KM. -1900 2:4 (1:1) VfB.-R.: Heß Fröhlich 1900: 41. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ; er könne Tjaden die Tat ver» -Als Zeuge?" wiederholt Klaus verwundert. Pf“ verwundert Im Lehrerhaus versteht man es, daß er sogleich ' unb kannst du sufstehen. Meine Frau > aufbrechen will. Frau Klaaß packt ihm noch eine Ehmann Franke Möhl Körner Rohm Schlitz II. runa. Und doch ist dies der Schlußpfiff schießt Kraft eine stoß gegen 1900 verhängt wird. Durch Ehmann verwandelt, lautet das Ergebnis nunmehr 3:2 für die Blauweißen. Da nur noch wenige Minuten zu fpie« len sind, glaubt man nicht mehr an eine Verände- “ .......... Fall. Fast mit dem Flanke von Gruben Im Rückspiel um die Kriegs-Erinnerungsplakette zwischen den beiden Gießener Vertretern gelang es den Blau-Weißen, sich für die im Vorspiel erlittene Niederlage zu revanchieren. Hierdurch ist Watzenborn-Steinberg alleiniger Spitzenführer geworden, und es wird den beiden noch ausstehenden Spielen zwischen Watzenborn-Steinberg — VfB.°R. und 1900 — Watzenborn-Steinberg vorbehalten bleiben, hier die endgültige Entscheidung zu bringen. Unter Leitung von Schiri Schmidt (Dillenburg) formierten sich folgende Mannschaften: aus der Lust unhaltbar ein. VfB.-R. brachte diesmal nicht die gewähnte Leistung auf. Verteidigung und Läuferreihe kannten noch genügen, während der Sturm sich zu keiner geschlossenen Leistung zusammenfinden konnte. 1900 hatte in Lutter einen Mann im Sturm, der zu schießen versteht, und in Grevert einen Mittelläufer, der durch seine Uebersicht viel zum Spielaufbau beitrug. Da sich die anderen Spieler entsprechend anpaßten, kam es zu einer befriedigenden Gesamtleistung, die den Sieg Herdient hat. 6 Ji.-Sport Lin großer Tag des ? "" Lutter Kraft Patalon Gruben Heeg Grevert Sokolowski Goß Schneider Fischer Strafraum hervor, und da Fischer den Ball nicht fassen kann, gelingt es dem anstürmenden Ehmann, den Ball über die Linie zu bugsieren. Dieser Erfolg pulvert die Grünweißen mächtig aus, und ehe sich die Blauweißen versehen, sind sie derart eingeschnürt, daß sich der Ball meistens in deren Strafraum befindet. Bei etwas zielstrebigerem Handeln der Platzbesitzer — Schußpech darf man es nicht nennen, wenn solche klaren Torchancen nicht ausgewertet werden können — konnte hier leicht eine Möglichkeit geschaffen werden, die dem Spiel einen anderen Ausgang hätte geben können. Nach dem'Wechsel wird das Spiel der Blau- weißen etwas produktiver. Dies kommt denn auch in der 55. Minute durch einen zweiten Treffer von Lutter zum Ausdruck. Die Ueberlegenheit der Blau- weißen wird noch deutlicher. VfB.-R. wird fast ganz in feine Hälfte zurückgedrängt, und da ist es nicht verwunderlich, daß 1900 seine Führung weiter ausbaut. Wieder ist es Lutter, der durch geschickte Täuschung zum Erfolg kommt. Ein letztes Aufflackern Ziegler Godglück Nicolai Funk Den Anstoß verwerten die Dlauweißen sogleich zu einem gut angelegten Angriff, der erst von Möhl in letzter Sekunde gestoppt werden kann. Ueber- haupt hat 1900 in den ersten Minuten durch kurzes und genaues Paßspiel einige Vorteile. Als man jeöod) nur mit diesem Spiel durchzukommen versucht, bleiben die meisten Versuche beim Gegner 9Engen Die Leute vom Waldsportplatz dagegen legen ihr Spiel weitmaschig an und erzielen damit eine weit größere Wirkung. Zn der 20. Minute fallt der erste Treffer. Eine harte Abwehr von Mohl gegen Lutter ahndet der Schiri mit einem Strafstoß. Lutter, Spezialist für solche Sachen, läßt die Gelegenheit nicht vorübergehen, und obwohl Mohl die Gefahr durch Kopfabwehr beseitigen will, .andet der Ball im Netz. Lange dauert dieser Zustand nicht, denn mitten in einer Drangperiode der Mauweißen fällt der Ausgleich. Mit einer weiten Abwehr von Ziegler geht Ehmann die Linie entlang. Seme Flanke ruft einige Verwirrung im d tersuchungshaft als verbüßt angerechnet werden, und zu einer Geldstrafe von 30 000 RM., ersatzweise 30 Tage Gefängnis; die Ehefrau zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, auf die fünf Monate der Untersuchungshaft angerechnet werden, und zu einer Geldstrafe von 20 000 RM., ersatzweise 20 Tage Gefängnis. Von der Anklage der Unterschlagung wurde die Ehefrau freigesprochen. Den Angeklagten wurde auf die Dauer von fünf Jahren der Verkauf von Photoapparaten und Feldstechern unter» sagt. Straferschwerend wurden die Mehrzahl der Fälle und der Umstand, daß die Angeklagten den Juden halfen, ihr Vermögen zu verschieben, strafmildernd die seitherige Unbescholtenheit der Ange- klaaten und die Tatsache, daß sie sich in einer gewissen Notlage befanden, berücksichtigt. Der Gesamtdevisenverlust des Reiches beziffert sich auf etwa 100 000 RM. Landkreis Gießen 5 Albach, 7. Okt. Am heuttgen 7. Oktober wird der Landwirt und Kirchenvorsteher Hch. Ludwig Gerhard 70 Jahre alt. Dem Jubilar unsere herzlichen Glückwünsche. der Grünweißen, und schon wird es im Strafraum der Gäste wieder lebendig. Bei einem Zusammenstoß zwischen Funk und Schneider weiß ersterer Den Schiri so geschickt zu täuschen, daß ein Straf- Die Familie in der Krankenversicherung. Ministerialrat Sauerborn macht Mitteilungen über den geplanten Ausbau des Familienschutzes in der Krankenversicherung. Die Normen der Reichsoersicherungsordnung fordern schon die Besserstellung des Familienvaters, die besondere Berücksichtigung des kinderreichen Versicherten, sie beschränken sogar das Recht zu Mehrleistungen an Ledige und Alleinstehende. Wirtschaftliche Not aber aber vermag nicht nur der Krankheit des Familienvaters, sondern auch der Familienmitglieder zu entspringen. Dem Familienoberhaupt nutzt die eigene Sicherung nichts, wenn das Unheil auf dem Wege über die Angehörigen an ihn herantritt. Die Kinder des Versicherten sind die Kassenmitglieder von morgen, an deren Gesunderhaltung die Krankenversicherung interessiert ist. Nur gesunde Staatsbürger sichern die Wehr- und Arbeitskraft der Nation. Das Ziel kann also nur in der völligen Gleichstellung mit den Versicherten liegen. Fast drei Viertel der alljährlich geborenen Kinder stehen unter dem Schutz der Krankenversicherung. Am Schutz der werdenden Mütter wird auch die Krankenversicherung Mitarbeiten. Beträchtliche Mittel werden für Kinderver- schickung und vorbeugende Gesundheitsfürsorge aufgewendet. Besonders die Bekämpfung der Zahnkrankheiten muß schon im Kindesalter beginnen. Plane für einen umfassenden Ausbau werden bald in die Tat umgesetzt werden. Der erste Tag. Im ersten offiziellen Länderkamps mit Ungarns Leichtathleten erkämpfte die deutsche Mannschaft am Samstag in Budapest den erwarteten Vorsprung. Das Ergebnis lautete nach dem ersten Tag 64:51 Punkte. Rund 10 000 Zuschauer, darunter als Ehrengäste Reichssportführer von Tschammer und Osten und der ungarische Kriegsminister Feldzeugmeister Bartha, hatten sich eingefunden. Von Den elf Wettbewerben des ersten Tages gewann Deutschland sieben, darunter drei Doppelerfolge, während Ungarn viermal siegreich blieb, davon einmal mit einem Doppelfieg. Ergebnisse: 10 0 Meter: 1. Mellerowicz (D) 10,5; 2. Ko- rornpai (U) 10,7; 3. Gyenes (U) 10,7; 4. Kersch (D) 10,8. — 400 Meter: 1. Har big (D) 48,0; 2. Ahrens (D) 49,3; 3. Polgar (U) 49,6; 4. Gobi (U) 49,8. — 1 500 Meter: 1. Kain-dl (D) 3:53,8; 2. Szabo (U) 3:54,2; 3. Giesen (D) 3:59,6; 4. Har- fangt (U) 4:01,6. — 10 000 Meter: 1. Kelen (U) 30:23,6 (ung. Rekord); 2. Haushofer (D) 30:58,8; 3. Nemeth (U) 31:06,6; 4. Segge (D) 32:05,8. — 110-Meter-Hürden: 1. Dr. Szabo (U) 15,4; 2. Becker (D) 15,5; 3. Nadasdi (U) 15,8; 4. Neckermann (D) ohne Zeit. — Kugel: 1. Trippe (D) 16,15 Meter; 2. Wöllke (D) 15,66 Meter; 3. Da- rangt (U) 14,94 Meter; 4. Nemeth (U) 14,40 Meter. — Hammer: 1. Storch (D) 56,97 Meter; 2. Blask (D) 50,90 Meter; 3. Biro (U) 46,10 Meter; 4. Racz (U) 43,65 Meter. — Weitsprung: 1. Gyuricza (U) 7,18 Meter; 2. Vermes (U) 7,17 Meter; 3. Glötzner (D) 6,98 Meter; 4. König (D) 6,81 Meter. — Hochsvrung: 1. Cserna (U) 1,90 Meter; 2. Nacke (D) 1,85 Meter; 3. Schlegel (D) 1,85 Meter; 4. Gaspar (U) 1,85 Meter. — Dreisprung: 1. Honolka (D) 14,60 Meter; 2. Somlo (U) 14,57 Meter; 3. Munding (D) 14,43 Meter; 4. Dusnoki (U) 13,77 Meter. — 4X100- Meter: 1. Deutschland (Scheuring, Melleiowicz, Neckermann, Kersch) 41,8; 2. Ungarn (Szigetoary, Korompai, Sandor, Gyenes) 42,1 Sek. Der zweite Tag. zweitägige Leichtathletik-Länderkampf zwischen Deutschland und Ungarn in Budapest schloß mit einem überlegenen deutschen Sieg. 117:80 Punkte lautete das Gesamtergebnis. Von den acht Wettbewerben des Sonntags konnten die Ungarn nur das Stabhochspringen durch den jungen Kovacs, der allein 4 m übersprang, gewinnen. Die relattv beste Leistung des 2. Tages bot Weltrekordmann Harbig, d^r die 800 m in 1:51,7 Minuten gewann. Ergebnisse: 200 m: 1. Mellerowicz (D.) 21,8- 2 Sandor (U.) 22,0; 3. Boenecke (D.) 22,2; 4. Gyenes (U.) 22,3. 800 m: 1. Harbig (D.) 1:51,7; 2. Brandscheit (D.) 1:52,2; 3. Miklos Szabo (U.) 1:53,8; 4. Harsanyi (U.) 1:54,4; 5000 m: 1. Eitel Eberlein (D.) 14:43,6 3. Kelen (U.) 14:46,8; 4. Szilagyi (U.) 14:49,2. 400 m Hürden: 1. Oblt. Hölting (D.) 54,9; 2. Mayr (D.) 55,3; 3. Nadasdi (U.) 57,6; 4. Polgar (U.) gestürzt L Wotepek (D.) 49,88; 2. Kulitzy (U.) 48,18; 3. Horvath (U.) 48,18; 4. Trippe (D.) 46,89. Speerwerfen: 1. Loose (D.) 66,07; 2. Varszegi fiß7Ä64S fc u^eI^r (D-) 61,25; 4. Rakhely (IL) Wegzehrung ein. Ob er zu Kröger etwas von sei- ner Absicht geäußert habe, hier ins Dorf zurückzukehren, erkundigt sich Klaaß. „Ja", sagt Klaus und berichtet, der Gemeinde- Vorsteher habe gemeint, wenn ein bißchen Geld da fei, könne das wohl gehen. Als ihn darauf der Lehrer fragend ansieht, setzt er hinzu: „Da muß man freilich noch eine Zeitlang arbeiten und sparen. taiW darauf mit seiner Frau einen Blick des Einverständnisses, geht einmal durch die Stube hm und zurück, bleibt stehen und sagt de- dochttg: „Na, Klaus, wenn das wirklich bei dir feststeht ... Große Rücklagen haben wir ja bei meinem schmalen Einkommen nicht machen können aber dir ein bißchen den Anfang erleichtern helfen' ia, das konnten wir schon." Klaus stützt die Hände auf den Tisch und steht langsam auf steht so, etwas gebeugt und mit gesenktem Kopf. Er sucht nach Worten, kann nur stammeln: „Ohm Klaaß ..." Der Lehrer lächelt, wendet sich ab und geht wieder em paar Schritte, tritt an das niedrige Fenster, durch das man über grüne Weideflächen bis zum Deich hinübersieht. „Dein Vater hat uns früher manches Mal beigestanden. Er sagte dann immer: es gehört sich so! Klaus atmet mühsam. Was in ihm drängt, kann er nur schwer zu Worten formen. „Nun kommt Das wieder so, wie es ... schon einmal war ... vor einem halben Jahr ..." ringt es sich langsam von semen Lippen. „Da war ich am Ende! Nahe dem Verrecken! ... Und alle wichen dem Strolch aus. Da fand ich die eine, die nicht fragte: Warum bist öu ein Vagabund? ... Und da waren dann gleich noch ein paar Menschen, die auch nicht weiter fragten, sondern mir halfen; heraushalfen aus Not und Verkommenheit! So wurde mir ein neues Leben geschenkt, und alles war gut. So gut wie nie vorher. Und jetzt, vor einer Woche, ist das Furchtbare geschehen! ... Sie haben die Maria, die zu mir gehört, in die Verzweiflung getrieben! ... Die andere war es, die ihr den Stoß versetzte, daß sie nun nicht mehr aus noch ein wußte und bloß noch den Weg ins Wasser ... Aber sie lebt! ... Gott fei Dank, die Marta lebt! Die andere aber ; die an allem schuld ist, sie ist hin ..." Mit ein paar Schritten auf den Lehrer zutretend, der halb abgewandt am Fenster steht, stößt Klaus hervor: „Aber nicht ich war es, Ohm Klaaß! Meine । Hand ist rein geblieben! Einmal hab' ich sie gegen Ein Unentschieden in Budapest. Mit großer -Zuversicht war die deutsche Fußball- Nationalelf nach Budapest zum 16. Länderkampf gegen Ungarn gefahren. Alle Kräfte waren angespannt, um endlich einmal in der ungarischen Hauptstadt einen Sieg zu landen, aber auch diesmal war das Glück nicht auf deutscher Seite. Wie schon bei der letzten deutsch-ungarischen Begegnung im Frühjahr in Berlin gab es Zweifel über die Gül- tigfeit eines von Deutschland erzielten Tores, und so Pidete der Kampf statt 3:2 für Deutschland nur 2:2 — ein überaus schmeichelhaftes Ergebnis für Die diesmal spielerisch unterlegenen Ungarn. Noch nie war eine deutsche Mannschaft in Budapest einem Siege so nahe wie diesmal, aber zum Siegen gehört neben Können auch Glück — und das fehlte diesmal der deutschen Elf. Die sportpolitische Bedeutung des Länderkampfes unterstrich die Gegenwart von Reichsverweser v. Horthy, des deutschen Gesandten von Erdmannsdorf und des Reichssport- fuhrers von Tschammer und Osten. Auch sonst war der Rahmen des Ländertreffens mit 35 000 Besuchern eindrucksvoll. Zehn Treffen um den Neichsbundpokal 20 Auswahlmannschaften der Bereiche standen am Sonntag im Kampf um den Reichsbundpokal. Auch diesmal ging es nicht ohne Überraschungen ab. So konnte beispielsweise der Pokalverteidiaer Niedersachsen nicht gewinnen. 3:3 (0:2) endete der Kampf nach Verlänge- 2. Haunzwickel (D.) 3,90; 3. Glötzner (D.) 3,90; 4. Zsuffka (U.) 3,80. 4 X 400 m : 1. Deutschland (Ahrens, Wieland, Linnhofs, Harbig) 3:14; 2. Ungarn 3:19,2. Gesamtergebnis: 1. Deutschland 117 Punkte, 2. Ungarn 80 Punkte. Kurze Sportnotizen. Im Frauen-Tennisländerkampf zwischen Deutschland und Ungarn, der am Sonntag in Berlin zu Ende geführt wurde, siegten die Ungarinnen mit 3:2 Punkten. Ungarn gewann damit den Königin-Maria-Pokal. * Deutsche S ch w i m m e r s i e g e gab es am Sonntag bei einer internationalen Veranstaltung in Kopenhagen. Werner Plath (Berlin) siegte über 100- und 400-m-Kraul in 1:01,1 bzw. 4:52,6 Minuten, Fritz Hafter (Berlin) wurde Sieger im Kunst- und Turmspringen, Erwin lernte (Berlin) gewann das 200-m-Brustschwimmen in 2:53,4 und Anni Kapell (M.-Gladbach) war im gleichen Rennen der Frauen in 3:01,1 erfolgreich. * D ie Sonderklasse unserer Fechter wurde vom Reichssportwart auf Grund der Ergebnisse des Wettkampfjahres 1940 aufgestellt. Ihr gehören auch die Süddeutschen Fritz-Lothar Jakob, Richard Benkert (beide Frankfurt a. M.), Boris Detters (Offenbach) im Florett, Josef Uhlmann (Ulm) im Degenfechten, Max Köstner (Nürnberg), Richard Wahl (Frankfurt), Heinrich Sintpert (Fürth), Fritz-Lothar Jakob (Frankfurt) im Säbelfechten, sowie Lilo Allgayer (Offenbach), Rotraut von Wachter (München) und Elsbeth Grell (Höchst a. M.) im Florettfechten der Frauen an. einen erhoben mit vollem Vernichtungswillen: Aber diesmal nicht! ... Und doch sieht es so aus. Darum bin ich fort." Langsam wendet sich Klaus um, geht zum Tisch zurück und setzt sich wieder, streicht mit dem Handrücken über feine Augen. Wie zü sich selbst sprechend, fährt er halblaut fort: „Alles war wie- der zerstört! Ich trieb mich umher, war ein Verfolgter, war wieder ein Ausgestoßener! Und jetzt ... finde ich hier euch ..." Er sieht von dem Mann am Fenster zu der alten Frau hin, die still auf der Bank vor dem breiten Kachelofen sitzt — „und stehe noch einmal vor einem Wunder , schließt er flüsternd. Die beiden alten Leute fühlen mit, wie sich mit diesem erschütternden Bekenntnis eine Seele von dem Druck unsäglich schweren Erlebens befreit. Sie eben feit fünfzig Jahren unter Menschen, die härt scheinen und Riegel vor Mund und Herzen tragen. Klaus nimmt Abschied von ihnen. Der Gemeinde- Vorsteher hat ihm gesagt, er könne zur Bahnhalte» stelle nut dem Kraftwagen fahren, der die Milch- Faunen dorthin bringe. So bleibt ihm noch Zeit Zu e^em Gang nach dem Dorffriedhof zum Grab der Mutter. Er findet es nicht verwildert und zerfallen. Ein Rosenbusch voller Knospen umwuchert das schlichte Kreuz, und der Efeuhügel ist gut er» gatten. Er erkennt die Soralichkeit der alten Freunde, die zugleich mit dem Grabe ihrer Tochter auch das seiner Mutter gepflegt haben. Auch noch einmal zum Deich hinaus kann er gehen. Lange steht er oben, und der Wind um» bläst ihn, spült den starken feuchten Atem des Meeres tn feine Lungen, in sein Blut und 'Lw^ntt aöe Dumpfheit und Verzagtheit hinaus. Die Wellen rollen hurtig mit weißen Schaumkäm- men heran, und er blickt hinaus in die endlose graue Weite, sieht sich dann um und blickt über das. grüne Vorland, wo viele scheckige Kühe weiden und weiter landein hinter jungbegrüntem Buschwerk sich die Häuser des Dorfes in die flachen Bodenwellen schmiegen. Sein Blick umfängt das Bild, das er fo lange, lange nicht gesehen hat, das nur immer fein Heimweh ihm zeigte. „Werde ich es nun bald Wiedersehen? ...Und du mit mir, Maria? ... Und wirst du es liebge- wmnen, weil es meine Heimat ist?" fragt er leise. Sem Herz gibt ihm Antwort. — Mit dem Dunkelwerden trifft Klaus Tjaden wieder in Berlin ein. (Fortsetzung folgt) hat deine Sachen getrocknet und gebügelt. Sie bessert noch ein paar kleine Schäden daran aus, zieh den Anzug von Jens also noch an ..." Eine Stunde später tritt Klaus beim Gemeindevorsteher Kröger ein. Der schlägt ihm auf die Schulter und erzählt mit breitem Lachen, alle im Dorf wüßten schon, daß er wieder hier sei. Und wie er gestern gleich mitgemacht hatte, als es nottat, ja, daran erkannten sie den Sohn vom Kapitän Tjaden! So sagt Kröger ungefähr das gleiche, was Klaus gestern von Klaaß gehört hat. Er muß einen Köhm mit dem Gemeindevorsteher trinken, und der erzählt dabei, daß der gerettete Kapitän der Bark, der bei ihm untergebracht ist, sich auch wieder erholt und schon nach Klaus gefragt hat, denn was der da gemacht habe, das fei schon „ein s—tarkes S—tutf gewesen", meint Kröger. Dann zeigt ihm der em Aktenstück, darin steht mit Maschinenschrift geschrieben, was Klaus noch nicht zu fassen vermag: In dem Ermittlungsverfahren wegen des an der Kammersängerin Dietmuthe Röhl verübten Mordes wird er als wichtiger Tatzeuge gesucht. Immer wieder liest er die Sätze, und es saust X• in seinem Kopf rote gestern, als ihn die Wellenberge herunterdrückten und er nahe am Ersticken war. Er hört Kröger von dem Steckbrief reden, der ja nun gegenstandslos geworden fei. Der alte Klaaß hätte wieder mal recht behalten, als er zu ihm und Landjäger Liedtke sagte, es nicht glauben, daß Klaus Tjaden die ubt habe. Bei solchen Ereignissen würde, in Verfolgung aller irgendwie Verdächtigen, manchmal danebengegriffen. „Tfcha, und weil man nu doch Dabei an die schlimme Sache von früher dachte, Tjaden, in die Sie mal 'reingeraten waren, da mußt man doch nid) ..." Klaus hört den Mann reden, aber es geht an ihm vorbei. Er fragt, ob hier im Ort ein Kursbuch einzusehen wäre. Das kann ihm Kröger sogar geben. Wahrend Klaus darin blättert, fragt ihn Der Gemeindevorsteher, warum er denn gerade jetzt hierhergekommen fei, nach so langen Jahren. Daraus antwortet ihm Klaus, es habe ihn schon lange getrieben, einmal sein Heimatdorf aufzusuchen, und er möchte auch gern für immer Herkommen. Mit feinen Gedanken ist er aber weniger bei dem Gespräch als beim Suchen nach einer schnellen Verbindung nach Berlin. Im Lehrerhaus versteht man es. dak er fnnioü-h Die Worte des alten Klaaß hatten wieder aufgeweckt, was für Stunden wie ausgelöscht war. ,Hch werde morgen nach Berlin zurückkehren, Ohm Klaaß", sagt er. v „Ist recht, Klaus." Den Blick vor sich auf den Tisch geheftet, fuhr Klaus wie zu sich selbst sprechend fort: „Ich muhte her! Ich konnte nicht anders. Da durfte ich nun heute draußen mit dabeifein, und es gelang, fo verzweifelt es ausfah. Und nun ist mir fo, als ... Ich cheiß nicht ..." Er schwieg und dachte es weiter, fühlte es vielmehr nur, als fei etwas leichter geworden, als fe.i der furchtbare Druck, der auf ihm lag feit vielen Tagen, irgendwie angehoben. Etwas in ihm wollte wieder hoffen und glauben. „Ich gehe morgen fort, aber ich will wieder Herkommen", sagte er nach einer Weile. „Wenn sie hier jetzt auch noch nichts von mir wissen wollen: ein Plätzchen roirö es geben, wo wir beide, die Frau und ich, eine Heimstatt finden, wo wir leben und arbeiten können. „Das suchst du hier?" „Ja, Ohm Klaaß!" — Klaus liegt und denkt über das gestrige Gespräch nach. Er kann nicht mehr schlafen und wartet, bis sich Leben im Hause regt und er aufstehen kann Nach einer Weile öffnet Klaaß leise die Tür, sieht Klaus wachend und kommt zu ihm herein. „Du wirst zum Gemeindevorsteher gehen müssen", sagt er. Klaus richtet sich auf. „Ja, ich will gleich hin." Der alte Mann setzt sich zu ihm auf die Bettkante. „Sie suchen dich, mein Junge", sagt er und blickt Klaus besorgt an. ,.Ist ein Steckbrief nach mir erlassen, nicht wahr?" „Ja", sagt Klaaß, „erst war's so. Aber jetzt scheint das überholt. Da ist eine gerichtliche Auf- forberung, daß du dich als Zeuge in Berlin melden sollst. rung, und er muß nun wiederholt werden. Einen feinen Erfolg trug der Bereich Südwest tm Frankfurter Sportfeld davon, gelang ihm doch gegen den Bereich Ostmark ein 5:2 (3:1)-Sieg. Die Ostmärker gefielen im Feld sehr gut, aber die Abwehr deckte schlecht, und der Sturm war im gegnerischen Strafraum ziemlich harmlos. Württemberg kam gegen den Niederrhein mit 4:3 (3:3) zu einem recht glücklichen Sieg, denn der entscheidende Treffer fiel erst in der letzten Minute, nachdem der Niederrhein den Kampf lange diktiert hatte. Unerwartet starken Widerstand fand B a ° ben in Teplitz gegen das Sudetenland. Erst zwei Minuten vor Schluß der regulären Spielzeit kam Baden auf 2:2 und buchte dann in den ersten Minuten der Verlängerung das zum Sieg notwendige dritte Tor. Sachsen hatte in Chemnitz gegen Westfalen, das auf die Schalter Spieler verzichtete, nur eine Halbzeit lang zu kämpfen und siegte sicher 2:0 (0:0). Brandenburg behauptete sich in Berlin mit 4:3 (2:3) gegen Mittel« rh ein, in Königsberg siegte Ostpreußen mit 3:2 (2:2) über Hessen, mit dem gleichen Ergebnis war in Stettin Pommern über Mitte (Halbzeit 1:0) siegreich, Danzig-Westpreußen unterlag in Danzig 1:3 (1:1) gegen Nord- mar k und in Posen setzte sich Schlesien in verlängerter Spielzeit mit 2:1 (1:0) gegen Warthe- land durch. Die Sieger der Vorrunde bestreiten ani^ 3-November die fünf Spiele der Zwischen- tafäügteiiineiiesLebenaii Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München Monaten, gegen beide eine Geldstrafe von je 50 000 RM. und Berufsverbot auf die Dauer von fünf Jahren. Der Verteidiger führte aus, der Ehemann könne, wenn er überhaupt strafbar fei, nur wegen Der Verkäufe nach Dem 14. Juni 1938 bestraft werden, da ihm erst an diesem Tage durch die Zollfahndungsstelle Der Verkauf an Juden, die ausroanbem wollten, untersagt worben sei. Erst durch die Verordnung vom 28. Dezember 1938, in Kraft getreten am 1. Januar 1939, sei präzis ausgedrückt, was alles unter das Gesetz über Die Devisenbewirtschaftung falle. Hinsichtlich der Ehefrau beantragte der Verteidiger Freisprechung sowohl hinsichtlich der Beihilfe zum Devisenvergehen, als auch der Beihilfe zur Unterschlagung. Die Ehefrau B. habe lediglich die Buchführung und den Schriftverkehr besorgt. Die Angeklagten wurden Der gemeinschaftlichen Beihilfe zum Vergehen nach dem Gesetz über die Devisenbewirtschaftung vom 4. Februar 1935 schuldig erkannt und demgemäß in Verbindung mit § 49 StrGB. verurteilt: der Ehemann zu einer Gefängnis st rafevonzwei Jahren und zwei Monaten, auf die vier Monate der Um