Mittwoch,r.AuguftMo t9ü. Jahrgang Nr. 185 Eichener Anzeiger Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: . Wiederholung MalstaffelI Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat imBilü-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.„ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluff 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M. vrühlsche Univerfitatsdruckerei B. Lange General-AnzeigersürObechessen ^-ietzen, Zchulftrahe 7-9 Zwischen Saarbrücken und Mülhansen. Von unserem X p.-Sonderkorrespondenien. IV. Es sind nun über fünf Jahre vergangen, seitdem ich Saarbrücken wiedersah. Damals stimmte das Saargebiet mit rund 98 o. S). aller abgegebenen Stimmen für die Rückkehr ins Reich. Es war einer der erhebendsten Tage des Saargebiets und seiner Hauptstadt Saarbrücken. Vom 13. bis 15. Januar zwar herrschte noch die Willkür einer landfremden Regierung, der Terror jener Fremdlinge und Fremd- stämmlinge, die im Solde Frankreichs die politische Meinung des Saaroolkes glaubten umstimmen zu können. JBie schnell sind sie dann in der Frühe des 15. Januar, dem Tage der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses, aus dem Saargebiet verschwunden. Die Straßen Saarbrückens und der übrigen Städte und Dörfer waren ein wogendes Meer freudetrunkener Menschen, deren Leidenszeit nach fünfzehnjähriger Fremdherrschaft und Trennung vom Vaterland ein Ende gefunden hatte. Das Saargebiet kehrte heim und nahm nun tatbereiten Anteil an dem Neuaufbau des Reiches. Es folgten Jahre erfolgreicher Arbeit, die das Saargebiet säuberte von allen äußeren Spuren der 15jährigen Fremdherrschaft. Als dann der Führer im Interesse der Sicherheit des Reiches und als sichtbares Symbol feines Friedenswillens den Befehl zur Errichtung des deutschen Westwalls gab und nach der Fertigstellung der ersten Linie auch Saarbrücken in diesen Befestigungsgürtel einbezog, sah die Saarbevölkerung ihre Treue zum Reich doppelt belohnt: Der Führer nahm das Saargebiet in seinen Schutz. Niemand allerdings ahnte damals, daß eine neue Leidenszeit über dieses kerndeutsche Grenzland und -volk hereinbrechen sollte: Die durch den Krieg gefährdeten Gebiete an der Saar mußten vorsorglich geräumt werden. Rund 600 000 deutsche Menschen des Saarpfalzgaues muhten Anfang September 1939 ihre Heimat verlassen, um die Entwicklung des Krieges zu ihrer eigenen Sicherheit in Bergungs- aebieten des deutschen Binnenlandes abzuwarten. Wer die Heimatgebundenheit dieser Grenzländer kennt, wird versahen, mit wie schweren Herzen sie ihre Wohnungen verließen, sie ihre Heimatdörfer und -städte räumten. Aber sie haben auch diese neue Prüfung in Treue, zur Heimat und zum Großdeutschen Reich und mit noch stärkerem Glauben an Deutschlands Zukunft bestanden. Als Frankreich, bezwungen durch die Gewalt der deutschen Waffen, am 25. Juni 1940 die Waffen niederlegte, schlug für diese treuen deutschen Menschen wohl die glücklichste Stunde ihres ereignisreichen Lebens: die Heimat rief zur Heimkehr. So sagte mir eine soeben heimgekehrte junge Frau: „Ich bin ja so glücklich, daß ich wieder in Saarbrücken sein kann. Alles Leid, alle Sorge und aller Kummer der vergangenen Monate waren in dem Augenblick vergessen, als ich wieder Saarbrücken betrat und die Schönheit der Heimat schauen durfte!" Wer die Verhältnisse im Kampfgebiet der Magi- notlinie mit der völligen Desorganisation sowohl der Evakuierung wie der Betreuung der Bevölkerung gesehen hat, wer den Strom der Rückwanderer erlebte und die Trostlosigkeit ihrer Lage erkennen mußte, der ist überrascht von der Planmäßigkeit der Zurückführung der Bevölkerung, der Herrichtung der Wohnungen, der Wiederingangsetzung des wirtschaftlichen Lebens in den deutschen Räumungsgebieten. Die Heimkehrer fanden nicht verkommene oder gar verwüstete Wohnungen und Ortschaften vor, sondern alles hefäubert und sogar mit Blumen geschmückt. Durch die Vorkommandos der Handwerker, Bäcker, Fleischer, Lebensmittelhändler usw. war die Versorgung sichergestellt, die Möglichkeit sofortiger Arbeitsaufnahme gewährleistet. Das Saargebiet kehrt zu neuem Leben zurück. Froher schlagen die Herzen, emsiger schaffen die Hände, denn die Heimattreuen Menschen kehrten in die Heimat zurück. Die Landschaft des schönen deutschen Saargaues ist dieselbe geblieben, vielleicht erscheint sie ihnen heute noch schöner: Berge, Wälder und Täler umschließen die Arbeitsstätten der Saarbewohner, die Kohlengruben, die Eisenhütten, die Fabriken der Glas- und Keramikindustrie und die vielen Tausende von Handwerksbetrieben aller Art. . , Ein Besuch in diesen Grenzgebieten zwingt immer wieder zu Vergleichen. Menschen beiderseits der bisherigen Grenze wurden vom gleichen Schicksal betroffen: der Krieg brandete um ihre Heimstätten, sie mußten die Heimat verlassen, sie kehrten jetzt nach dem Ruhen der Waffen wieder dahin zurück. Die einen mit übervollem Herzen des Glückes und frohen Arbeitswillen, die anderen in bang-froher Erwartung nach Jahren der Unfreiheit und Monaten der Verzweiflung. Was wird ihnen die Zukunft bringen? Zwischen dem Saargebiet und Lothringen bestanden vor dem Weltkrieg engste wirtschaftliche Beziehungen, die 1918 rücksichtslos zerrissen wurden; dasselbe war zwischen dem Badener Land und dem Elsaß der Fall. Die wirtschaftliche Struktur Elsaß-Lothringens wurde gewaltsam umgestellt, weil die französische Wirtschaft jede elsaß-lothingische Konkurrenz von vornherein auszuschalten verlangte. Man versteht, daß diese Menschen zunächst abwartend den kommenden Dingen entgegensahen, wenngleich man immer wieder feststellt, daß ihnen das deutsche Wort fließend vom Munde geht. Womit sie ^noch fertig werden müssen, ist die Ueberraschung über das neue Deutschland, wie es wirklich ist. Man hatte es ihnen ganz anders dargestellt, hatte ihnen erklärt, daß das deutsche Volk am Verhungern sei, nichts anzuziehen habe und aus Verzwejflung den Krieg begonnen hätte. Heute wissen sie Hs längst, daß alles ganz anders ist, daß in Deutschland Ordnung, Gerechtigkeit und Disziplin herrschen, daß Deutschland durch Arbeit, durch Vertrauen und durch eine ziel- bewußte starke Führung groß geworden ist. Und da ahnen sie wohl, daß ihr Grenzlandleid bald ein Ende nehmen werde. Ein neuer Abschnitt ihres völkischen Lebens ist angebrochen: was iynen heute noch Erstaunen ist, ist für sie morgen Wunsch und Einsatz zum gleichen großen Ziel: Ein Reich, ein Volk, ein Führer! Wiedereröffnung des Straßburger Hauptbahnhofes. Wie die „Franks. Ztg." aus Straßburg meldet, ist nach umfangreichen Arbeiten an zerstörten Brücken und Gleisanlagen der Straßburger Hauptbahnhof am Montagabend für den Zugverkehr aus der Richtung von Norden und Süden wieder freigegeben worden. Der erste fahrplanmäßige Zug hat Rückwanderer, die aus dem Süden Frankreichs kamen, in die Heimat gebracht. Seit dem 1. August halten einige l)-Züge in Appenweier. Seit diesem Zeitpunkt verkehren auch zwischen Appenweier und Kehl wieder Anschlußzüge. Den Verkehr z w i - Der Wehrmachlsbericht vom Dienstag. Berlin, 6. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein U-Boot hat drei bewaffnete feindliche Handelsdampfer mit insgesamt 16858 Bruttoregistertonnen aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen und versenkt. Am 5. August kam es über dem Kanal wiederholt zu Luftkämpfen. Hierbei schoß ein deutsches Aufklärungsflugzeug zwei britische Jagdflugzeuge neuester Bauart ab. Sechs weitere feindliche Jäger wurden im Kampf mit unseren Jägern zum Absturz gebracht. In der Nacht zum 6. August griffen deutsche Flugzeuge verschiedene englische Häfen an. Britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 6. August in No.rdwestdeutschland ein und warfen Bomben ab. Der angerichtete Sachschaden ist gering; Menschenleben sind nicht zu beklagen. Das Gesamtergebnis des Handelskrieges gegen England vom Lriegsbeginn bis zum 8. Juli 1940 wurde im Bericht des OKW. vom 12. Juli bekanntgegeben. In der Zeit vom 9. bis 31. Juli wurden an feindlichen und dem Feind nutzbaren Handelsschiffsraum versenkt: durch U-Boote 344 174 BRT., durch Ueberwas- serst r ei t kräft e 98 500 BRT. In diesen Zah- Sto ckh o lrn, 6. August. (Europapreß.).Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß in Londoner Regie- rungs- und Militärkreisen ganz beträchtliche Ungewißheit über die deutsch en Aktionsplänegegen England und über die Vorbereitungen zur Durchführung dieser Invasionen herrscht. Neutrale Beobachter glauben, daß, die am vergangenen Samstag von Winston Churchill an das englische Volk gerichtete Forderung, wachsam zu bleiben, ein Beweis dieser Ungewißheit ist. Bekannte Militärsachverständige haben sich darüber hinaus in den letzten drei Tagen mit den Jnvasionsmöglichkeiten beschäftigt und zugegeben, daß England eine Invasion nicht verhindern kann. Nachdem man in England bisher alle Rationierungsmaßnahmen in Deutschland lächerlich gemacht hat, kündigt jetzt der parlamentarische Unterstaatssekretär im Ministerium für Nahrungsmittelbeschaffung, Boothly, im Unterhaus weitere Nahrungsmittelrationierungen für ganz England und Schottland an, indem er dem Wunsche Ausdruck gab, daß diese Rattonierungen „möglichst lange" hinausgeschoben werden könnten. Wie ernst die Dersorgungslage in England ist, geht daraus Genf, 6. Aug. (Europapreß.) Die antibritische Sttmmung wächst nach Berichten aus Alexandrien und Kairo in Aegypten immer mehr. Dem „Paris Soir" zufolge ist jetzt eine antibritische Partei gegründet worden. Sie nenne sich Unabhängigkeitspartei. Ihr Ziel sei, das Land gegen die britische Vorherrschaft zu verteidigen. Vor allem wende sich die Partei an d i e Jugend, um sie zu einem Kreuzzug gegen die britische Herrschaft zu gewinnen. Gründer der Partei seien Offiziere, Rechtsanwälte, Aerzte und Professoren. schen Kehl und Straßburg versieht ein Reichsbahn-Kraftomnibus. Oer Wiederaufbau des belgischen Verkehrswesens. Brüssel, 5. Aug. (Europapreß.) Unter der Leitung der deutschen Militärverwaltung wird das durch die kriegerischen Ereignisse zerstörte belgische Verkehrsnetz mit einem geradezu atemberaubenden Tempo wiederhergestellt. Die besondere Sorge gilt der Rückführung des rollenden Materials aus Frankreich. Mit dem gleichen Nachdruck wird an der Wiederinbetriebnahme des begischen Kanalnetzes gearbeitet. Abgesehen davon, daß durch diese Arbeiten Zehntausende von belgischen Arbeitslosen wieder Arbeit gefunden haben, wird der Aufbau des Verkehrsnetzes es ermöglichen, daß die Lebensrnittel- und Kohlenversorgung Belgiens bald wieder normal sein wird. Die belgische Bevölkerung, die seinerzeit mit Staunen den unerhört schnellen Vormarsch der deutschen Truppen miterlebte, bewundert heute das Tempo, in dem die Deutschen die Kriegsschäden wieder zu beseitigen wissen. len sind die Erfolge durch Minen nicht enthalten, die gerade in letzter Zeit in erhöhtem Umfange erzielt worden sind und die der Feind bisher verschwiegen hak. Sie sind durch die wiederholte Schließung feindlicher Häfen und durch andere Anzeichen erwiesen. Durch die Luftwaffe wurden versenkt: an Kriegsschiffen 21 650 Tonnen, an Handelsschiffen 215 000 BRT. Es wurden beschädigt: an Kriegsschiffen 32 000 Tonnen an Handelsschiffen 328 000 BRT. Die Gesamtschiffsverlufte, die dem Feind vom 9. bis 31. Juli zugefügt worden sind, betragen also — ohne Berücksichtigung der Erfolge durch Minen und ohne Einrechnung des beschädigten Kriegs- und Handelsschiffsraumes — 679Z24 BRT. Der Feind Hal damit seit Kriegsbeginn an eigenem oder ihm nutzbaren Handelsschiffsraum verloren: durch Kampfhandlungen der Kriegsmarine 3 725 547 BRT. durch Kampfhandlungen der Luftwaffe 1 261 313 BRT. insgesamt 4 986 860 BRT. Außerdem sind durch die Luftwaffe seit Kriegsbeginn Handelsschiffe mit einem Gesamtinhalt von etwa 1 500 000 BRT. beschädigt worden. hervor, daß ab Anfang nächster Woche ein sogenannter Vorrats-Ausschuß seine Arbeiten aufnehmen wird. Der Vorrats-Ausschuß wird Anordnungen erlassen, nach denen jede Verschwendung von Nahrungsmitteln bestraft werden wird. Welch ungeheure Summen der Krieg der Plutokraten das britische Volk kostet, geht aus Anfragen hervor, die jetzt im Unterhaus dem Schatzkanzler Kingsley Wood gestellt wurden. Kingsley AZood erwiderte, daß die (Staats- ausgaben mit 2,2 Milliarden (!) Pfund Sterling über den Einnahmen liegen. Damit lüftet der Schatzkanzler ein wenig den Schleier über der katastrophalen Finanzlage Englands, auf die in ausländischen Blättern schon seit längerer Zeit wiederholt hingewiesen wurde. Dieses Defizit müsse zum größten Teil durch neue Steuern gedeckt werden, so fügte Kingsley Wood hinzu und versuchte sich damit zugleich gegen den im Haus und in der Presse erhobenen Vorwurf zu rechtfertigen, daß er nur ungenügende Steuern auferlege. Kingsley Wood zeigte an „einigen Beispielen", daß die neuen Steuern „in gewissen Fällen" viermal so hoch sind wie vor einem Jahre. Eine neue Verschärfung der Beziehungen zwischen England und Aegypten berichtet ein schwedischer Kurier, der aus Kairo in Istanbul eintraf. Anlaß zu dieser Verschärfung der Lage sei vor allem die Entwaffnung der ägyptischen Armee, die durch die brittschen Behörden ungeachtet des Widerstandes des ägyptischen Generalstabes durchgeführt werde, nackdem die ägyptische Regierung sich zu einem Verkauf der Waffen ihrer Armee an England habe verstehen müssen. Daß man englischerseits trotz der anttbrittschen Reaktion auf Seit Kriegsbegiim rund 5 Millionen VRT. Handelsschiffsraum versenkt. Deutsches !l-Boot versenkte aus stark gesichertem Geleitzug wieder drei bewaffnete Handelsdampfer. — Lustkämpfe über dem Kanal. — Deutsche Lustangriffe auf englische Häfen. England in Ungewißheit über die deutschen plane Neue Lebensmittelrationierungen. - Wachsendes Defizit im Staatshaushalt. Wachsende Gärung in Aegypten. Nach Entwaffnung der ägytischen Armee. Neue antibritische Partei. — Hermetische Absperrung des Landes. Oie naffe Wand. England wurde stark durch die Kriege anderer. Jahrhundertelang schöpfte es bei den Streitigkeiten auf dem europäischen Kontinent den Rahm ab, konnte es ohne Ernstlichen Konkurrenten sein Weltreich erjagen. Die englischen Politiker erfanden für den Kontinent die Devise der „Balance of power" und prägten in b^zug auf die Inseln mit Stolz und Sicherheit das Wort von der „splendid Isolation*1'. 3n der durch einen Seearm hergestellten „glänzenden Vereinsamung" wußte man sich sicher vor allen kontinentalen Angriffsgelüsten. Doch heute ist das Prinzip der „splendid Isolation" überholt, es zeigt sich die Wahrheit des Führerwortes: „Es gibt keine Inseln mehr." Die britische Selbstherrlichkeit ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Es erfüllt sich das Seherwort, das ein schwedischer Dichter zur Zeit der napoleonischen Kontinentalsperre den Engländern entgegenschleuderte: „Ringsum den Erdball steckst du in Brand, Um zu plündern im Wirrwarr ... Freiest das Meer, doch chr schließt es, Als wär's ein englisches Packhau^ ... Doch an dem Strand einmal steigt dir der Rächer empor." In dieser für England sehr schattenreichen Lage kommt nun der Lügenminister Duff Cooper und macht in falscher Hoffnung mit der Redewendung: „England wird mit dem Rücken gegen die Wand kämpfen." Mit dieser Wand meint Duff Cooper den Atlantischen Ozean. Ist nun aber diese Wand wirklich so fest, wie das hartbedrängte England sie braucht? Ganz gewiß nicht! Es zeigen sich heute schon große Lücken, und wer die Dinge nicht von Amts wegen beschönigen muß, darf feststsllen, daß die schon längst brüchig gewor- dieser Maßnahme besteht, erklärt sich, wie der Kurier berichtet, nicht in erster Linie aus dem britischen Waffenmangel, sondern aus der Absicht der brittschen Behörden, der ägyptischen Armee eine Wiederholung der in letzter Zeit vorgekommenen Zusammenstöße mit britischen Truppen unmöglich zu machen. Gleichzeitig wird überall eine passive Resistenz auch der ägyptischen Beamtenschaft geaen die britische Armee spürbar, so daß alle Amtsgeschäfte, die in einem Zusammenhang mit britischen Befehlsstellen stehen, verschleppend gehandhabt werden. Ueber seine Reise von Kairo nach Istanbul berichtet der Kurier, daß die Grenze zwischen Aegypten und Palästina von den britischen Behörden hermetisch geschlossen werde, so daß selbst hohen britischen Beamten ein Grenzübertritt verboten wird. Man mut' nach Möglichkeit verhindern, daß die britisch-ägyptische Spannung in arabischen Kreisen Palästinas Widerhall findet. Da auch die Vorgänge in Palästina von den brittschen Behörden nach Möglichkeit geheimgehalten werden, wird jeder Ausreisende aus Palästina von den britischen Grenzbehörden einer Leibesuntersuchung unterzogen, bei der das Augenmerk der Beamten vor allem auf Briefe und Schriften gerichtet ist, die die prekäre Stellung der Engländer in Aegypten und Palästina verraten könnten. Erregung unter den französischen Kanadiern. Der Bürgermeister von Montreal im Konzentrationslager. Rom, 6. Aug. (Europapreß.) Wie„Corriere della Sera" meldet, macht sich in Montreal eine starke Gärung unter der französischen Bevölkerung dieser Stadt bemerkbar. Die Polizei soll bereits Tausende verhaftet und die Führer der faschistischen Bewegung in Montreal sowie die Leiter anderer unabhängiger Gruppen interniert haben, die gegen die Unterstützung Englands eingetreten seien. Diese scharfen Maßnahmen hätten zu heftig en Kundgebungen unter Leitung des Bürgermeisters H o u d e geführt, der zur Verweigerung der Militärdienst pflicht für andere als kanadische Interessen aufgefordert habe. Houde ist seit über 15 Jahren eine der bekanntesten Erscheinungen im politischen Leben Quebecs und erfreut sich großer Anhängerschaft vor allem unter den französischen Kanadiern. Der gemaßregelte Bürgermeister wurde auf Veranlassung des Ministerpräsidenten Mackenzie King in ein Konzentrationslager gebracht. Houde beschuldigt die kanadische Regierung, entgegen ihren Versprechungen die allgemeine Dienstpflicht einführen zu wollen, deren erster Schritt die von der Regierung angeordnete Musterung aller erwachsenen Männer und Frauen sei. Als die kanadische Bundesregierung Ende voriger Woche meh.rere städtische Gebäude in Montreal als Meldestellen beschlagnahmte, erließ Houde sofort einen Gegenbefehl und forderte die Bevölkerung zu passivem Widerstand auf, worauf der Justizminister seine Verhaftung anordnete. Keine Schiffsbeförderung der brasilianischen Europapost mehr. Rio de Janeiro, 6. Aug. (Europapreß.) Um der fortgesetzten Verschleppung brasilianischer Europapost durch britische Blockademaßnahmen ein Ende zu machen, ist die Schiffsbe- förderung der brasilianischen Post vorläufig ein- gestellt worden. So lud der brasilianische Passagierdampfer „Bage" (8235 BRT.) in Pernam- buco seine gesamte für Europa bestimmte Post aus, bevor er die Weiterfahrt nach Europa antrat. Eine amtliche brasilianische Verlautbarung besagt dazu, b-af? das brasilianische Außenamt bemüht ist, die Angelegenheit der Postbeschlagnahme endgültig zu klären. Japan wartet auf die britische Antwort Der Führer hat den Bevollmächtigten des Aus- Konstituierende Sitzung des slowakischen Staatsrates. Pretzb urg, 6.2lug. (DNB.) Die konstiiuie- renöe Sitzung des slowakischen Staatsrates wurde mit einer Ansprache des Staatspräsidenten Dr. Ti so eröffnet. Der Staatspräsident umriß die Aufgaben des Staatsrates als oberstes politisches Kontroll- und Gerichtsorgan und bezeichnete ihn als die Ehrenwache der Nation. Nach der Eidesleistung des Staatsrates wurde zum Vorsitzenden der Tyrnauer Notar Dr. Ravasz gewählt. Zu Stellvertretern wurden der katholische Bischof Dr. B o j t a s s a k und der Inspektor der Evangelischen Kirche in der Slowakei Dr. Klimo bestellt. Dem Staatsrat gehören ü.a. Ministerpräsident Dr. Tuka, Innenminister Sans Mach, Verteidigungsminister wärtigen Amtes beim Militärbefehlshaber in Frankreich, Parteigenossen A b e tz, zum Botschafter ernannt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Was sagt der Franzose? Gespräche mit Parisern. - Sie haben nichts begriffen. Von Kriegsberichter Dr. Joachim Fischer. Ein Japaner fmgelaffen. Stockholm, 6. August. (Europapreß.) Das englische Innenministerium muß zugeben, daß die Verhaftung japanischer Staatsangehöriger au Grund höchst zweifelhaften Beweismaterials durck- geführt worden ist. Einer der am Freitag verhafteten drei Japaner, der Direktor Satory Makihara, mußte wieder freigelassen werden. Das Innenministerium erklärt, die Polizei sei zu dem Schluß gekommen, daß nicht genügend Beweismaterial vorliege, um eine weitere Jnhafthaltung des Japaners rechtfertigen zu können. Der japanische Botschafter in London, Shi- g e m i t s u, hat am Montag erneut Außenminister Lord Halifax aus die Unmöglichkeit der augenblicklichen Situation hingewiesen und die sofortige Freilassung der japanischen Staatsangehörigen gefordert, da die japanische Regierung in diesen Verhaftungen keine Sicherheitsmaßnahme Englands, sondern eine ausgesprochene englische Repressalie gegenüber Japan erblicke. Die neue politische Ordnung Japans. Tokio, 6. Aug. (DNB.) Der japanische Justizminister Kazami kennzeichnete die Grundlage der neuen politischen Ordnung Japans nach derAuf- lösung der Parteien mit der Feststellung, daß sich nunmehr alle japanischen Staatsbürger z u einer Einheit unter dem Kaiser zusammenschließen. Der Jnteressenkampf der Parteien sei beseitigt und ein g e e i'n t e r Reichstag stelle sich als Vertretung des geeinten Volkes hinter die Regierung. Nur ein im Innern neu organisiertes Japan könne die große Neuordnung Ostasiens erfolgreich durchführen. Selbstverständlich würden die Wahlgesetze der neuen Staatsordnung angepaßt werden. Familie Krupp getreu blieb, als Ueberschüsse, soweit sie nicht für soziale Zwecke verwendet wurden, dem Werke zur inneren Stärkung überlassen blieben. So hat sich Herr Krupp von Bohlen und Halbach als der Betriebsführer bewährt, wie er im neuen Reich als Muster gedacht ist. Die Anerkennung blieb auch nicht aus. Als die Kruppwerke am 1. Mai 1940 durch die Verleihung der Auszeichnung „Nationalsozialistischer M u st e r b e t r i e b" geehrt wurden, da war es zugleich auch eine Ehrung des vom nationalsozialistischen Geist erfüllten obersten Betriebsführers. Mehrfach ist der Jubilar auch schon mit dem Führer zusammengewesen. Im Januar 1940 ist sein Sohn, Claus Krupp von Bohlen und Halbach, den Heldentod für Großdeutschland gestorben. alle Sorgen und Nöte gesteuert. Dafür war ihm keine Mühe und kein Opfer zu viel. Als in der Zeit der tiefsten Erniedrigung Deutschlands französische Soldateska am Karsamstag 1923 vor der Kruppschen Fabrik in Essen 13 friedliche Arbeiter meuchlings ermordet hatte, eilte her Betriebsführer trotz aller Warnungen sofort aus dem unbesetzten Gebiet herbei, um seine gefährdeten Arbetter nicht im Stich zu lassen. Er ließ sich verhaften und trug mit selbstverständlicher Standhaftigkeit 7 Monate hindurch die schmachvolle Behandlung der Franzosen im Gefängnis Düsseldorf-Derendorf, in dem auch Albert Leo Schlageter schmachtete. Tiefe Verbundenheit mit seinen Arbeitern und soziales Verständnis ist eine der hervorragendsten Ei- genschaften^des Jubilars. Es war ihm ein inneres Bedürfnis/daß er auch insofern der Tradition der Dr.Krupv von Sohlen und Salbach. Zum 70. Geburtstage des Chefs der Kruppwerke. Berlin, 6. August. (DNB.) Der Name Krupp ist feit Jahrzehnten ein Begriff. Daß die Tradition dieses Riesenunternehmens als Waffenschmiede des alten Reiches bis in die jüngste Zeit hinein aufrechterhalten worden ist, wird das unvergängliche Verdienst des Dr. jur. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach bleiben, der am Mittwoch sein 70. Lebensjahr vollendet. Als er, der damalige Legationsrat, im Jahre 1906 Bertha Krupp , die älteste Tochter Friedrich Alfred Krupps und Erbin des Werkbesitzes, heiratete, hatten bereits drei Krupp-Generationen in fast einhundertjähriger unermüdlicher Arbeit ein Unternehmen von weltumspannender Bedeutung aufgebaut. Er setzte das Werk ganz im Geiste seiner Schöpfer fort und verband als äußeres Zeichen innerer Verbundenheit den Namen des Werkes mit seinem eigenen Namen. Fast 35 Jahre hindurch hat der Jubilar als Chefdie Kruppwerke geleitet und ihnen die überragende Stellung im deutschen Wirtschaftsleben erhalten. Diese 3*/2 Jahrzehnte erfolgreichsten und tatkräfttgsten Wirkens umschließen eine Zeit der höchsten Blüte, doch auch des wirtschaftlichen Niederganges nach dem Weltkriege und endlich des machtvollen Aufstieges des Dritten Reiches, in dem die Kruppwerke einen besonderen Platz einnehmen. Dr. Krupp von Bohlen und Halbach hat dafür gesorgt, daß Kruppsche Arbeit Qualitätsarbeit blieb und daß die Kruppschen Waffen der Schrecken der Feinde von 1914 waren und von 1940 sind. In fettem ausgeprägtem Verantworttmgs- und Pflichtbewußtsein hat dieser hervorragende deutsche Wirtschaftsführer das ihm anvertraute Werk durch — aber nicht, weil sie den Krieg angefangen, sondern weil sie die Deutschen nicht richtig erkannt hat. Monsieur Thibaut sagte mir: „Wenn wir den Krieg zwei Jahre später begonnen hätten, dann hätten wir gewonnen." Er war etwas verstimmt, als ich ihm sagte, sie könnten es ja in zwei Jahren noch einmal versuchen. Auf die Frage, wen er denn nun als Schuldigen empfände, meinte er unter lebhafter Zustimmung seiner Freunde, mit denen er diskutierend bereits zwei Stunden zusammensaß: die Juden, die es verstanden hätten, Leute wie Reynaud und Daladier in ihren Dienst zu bekommen. „Et les Anglais?“ So frug ich, und Monsieur Thibaud meinte, es seien doch recht nette Leute. Sie hätten jetzt wohl die Franzosen verraten, das sei abssr immer so gewesen und solange die Herren in der Regierung eben das so machten, müsse das so bleiben. Herr Thibaud gehörte mit seinen Freunden zu den Radikaksozialiften, allein für Herriot, Blum und die Flüchtlinge der „MasMa" fanden sie heftige Worte. Zufrieden waren sie mit den Anordnungen der Regierung, wonach die Getürmten des Mai entnationalisiert und enteignet u/ürden. „So sind wir die Juden los —" Dieses Paris der Vorstädte zeigt deutlich, was Frankreich bevorsteht, wenn einmal die ernsten Aufgaben des Wiederaufbaues beginnen: ein Auseinanderfallen in Dutzende von Meinungen. Die schwankenden politischen Stimmungen, jenes Auf und Ab der Meinungen, dieses Pendeln zwischen dem„Ja" und dem querulierenden „Nein", dieses eigenwillige Beharren auf alten Meinungen, dieses völlige Verkennen der europäischen Situation, das Nichtbegreifenwollen der nationalsozialistischen Dynamik, — das kennzeichnet den gegenwärtigen Zustand in Frankreich. Maffenverhastung von Plünderern in der Gegend von Lyon. Genf, 5. Aug. (Europapreß.) Wie die Schweizer Zeitungen melden, haben in der Gegend von Lyon vor dem Einzug der deutschen Besatzüngsttup- pen riesige Plünderungen durch französische Zivilpersonen stattgefunden. U. a. sollen große E i s e n b a h n d e p o t s vollständig geleert worden sein. Bisher sollen 250 Verhaftungen erfolgt sein, mit der Verhaftung von einigen weiteren hundert Personen muß gerechnet werden. Die Plünderungen hatten sich auch auf Privathäuser erstreckt., In Bron bei Lyon wurde, wie die Genfer „Suisse" meldet, nach einem deutschen Luftangriff ein Haus vollständig ausgeplündert. Vierzig Plünderer sollen verhaftet worden sein. reich üblich ist, dann muffen sie Brot, Kartoffeln, Fleisch und Gemüse kaufen. Das heißt, wenn es vorhanden ist. Da es in Frankreich keinen Minister gibt, der sich von Vichy aus Gedanken darüber macht, was die Bürger von Vincennes oder St. De-üs im Suppentopf haben, die deutschen Wehrmachtsbehörden schließlich Wichtigeres zu tun haben, als sich um die Mittagsmahlzeit des Monsieur Rion zu kümmern, sieht es nun um bestimmte Dinge des Magens wenig erfreulich aus. Stockholm, 6. Aug. (Europapreß.) Der japanische Außenminister M a t s u o k a teilte mit, daß die Regierung ihre Haltung gegenüber den Verhaftungen japanischer Staatsangehöriger durch die englische Regierung festgelegt habe. Sie habe durch die üblichen diplomatischen Kanäle der englischen Regierung ihre Haltung mitteilen lassen und erwarte nun eine Antwort. Je nachdem, wie die Antwort ausjallen werde, werde Japan sich gezwungen sehen, Schritte zum Schutze japanischer Staatsangehöri- a e r in englischen Gebieten zu ergreifen. Matsuoka setzt die Verhandlungen mit dem britischen Botschafter Sir Robert Craigie fort. Eine amtliche Mitteilung betont, Japan mache die britische Regierung verantwortlich für die Ereignisse, falls diese eine unerwartete Wendung nehmen sollten. Die japanischen Zeitungen billigen den Entschluß der Regierung, die Ergreifung endgültiger Maßnahmen von der Antwort Englands auf die japanischen Forderungen abhängig zu machen. Indessen sind die meisten Blätter der Ansicht, die Frage könne nicht durch Verhandlungen geregelt werden. „Kokumin Shimbun" verlangt die Heimberufung aller in England ansässigen Japaner, damit Japan freie Hand zum Handeln erhalte. Das Vorgehen Großbritanniens fei ein Kriegsgrund. Dies fei von England selbst eingesehen worden. Auf jeden Fall habe man d i e Hoffnung auf gegeben, zu einer neuen Klärung der gegenseitigen Beziehungen zu gelangen. „Tokio Nishi Nishi" betont, gewisse Fälle könnten nicht durch die Diplomatie, sondern nur mit G e - walt geregelt werden. England habe immer versucht, schwache Staaten einzuschüchtern. Das werde aber gegenüber Japan nicht' gelingen, und eine solche Zumutung sei einfach lächerlich. Die Zeitung „Hochi Shimbun" hebt hervor, Japan lasse England noch einige Zeit zum Ueberlegen, doch müsse die Regierung von Tokio energische Maßnahmen treffen. — bene Wand für die Verteidigung und Versorgung der Insel noch besondere Bedeutung hat. England mußte die Illusion der alleinigen und uneingeschränkten Seeherrschaft schon im Weltkriege begraben. Heute müssen die Machthaber in London erkennen, daß auch die Beherrschung des lebenswichtigen Atlantischen Ozeans sehr fragwürdig geworden- ist. Das „Empire jenseits der See" kann dem Mutterland nicht mehr die dringend notwendigen Zufuhren garantieren, — England ist im feindlichen Sinne „glänzend" isoliert. Die deutschen U-Boote und die Luftwaffe nagen an den lebenswichtigen britischen Verbindungslinien. Das beweist nichts besser als die Zusammenstellung der Schiffs- v e r l u st e, die der letzte Wehrmachtsbericht Der« öffentliche. Rund 5 Millionen BRT. Handelsschiffsraum sind seit Kriegsbeginn versenkt worden, eine Zahl, die erst das richtige Gewicht bestimmt, wenn man bedenkt, daß die Kurve der Versenkungsziffern in den letzten Wochen immer deutlicher anfteigt, seit nämlich den deutschen*, U-Booten und Bombern für ihren Handelskrieg gegen England Stützpunkte am Rande des Kontinents aus dem gewaltigen Radius von Narvik bis Biarritz zur Verfügung stehen und auch der Atlantik von den Häfen der französischen Atlantikküste aus für unsere U-Boote und Kampfgeschwader keineswegs mehr unerreichbar ist, daß diese vielmehr mit größtem Erfolg England auch im Rücken zu fasten bekommen. Und selbst wenn der Ozean für England noch offen wäre, wäre die Ausrede von der deckenden Wand nicht überzeugend. Denn die Zufahrtswege vom Kontinent nach Großbritannien waren kürzer, angesichts des verknappten Schiffsraums ein beträchtlicher Vorzug. Wenn irgendwo, dann zeigt sich bei den weiten britischen Wegen über den Ozean, daß Ausdehnung nicht Größe ist. Es treten fast untragbare Verzögerungen in die Erscheinung. Mit einem Wort: die atlantische Mauer stürzt ein, wenn England nicht eine tüchtige und solide Stütze findet. Diese Stütze erhofft man von den Vereinigten Staaten, und deshalb schließt heute jede britische Rede mit einem Appell an jenes Land, das sich einst in langen Kämpfen von den britijchen Sklavenhaltern befreit hat. Aber drüben zeigt man nach den Erfahrungen des Weltkrieges keine besondere Eile, sich für eine schon verlorene Sache zu opfern. So steht England heute mit dem Rücken nicht mehr an der ozeanischen Wand. Bald wird es erkennen, daß diese „Wand" nichts anderes als eine Kulisse war, die den Sturz ins Wasser nicht aufhalten konnte. Im Weltkrieg schon sind von 100 Ueberseedamp- fern, die die britischen Inseln verlassen hatten,. 25 nicht mehr zurückgekehrt. 5861 Schiffe der Welt- Handelsflotte mit 13,2 Millionen BRT. — in der Hauptsache britischer Flagge — wurden auf den Grund des Meeres geschickt und bewiesen, daß die Seeherrschaft des Jnselreiches seit den Tagen von Trafalgar doch eine sehr problematische Größe geworden war. Die Fahrt in gesicherten Geleitzügen war ein mangelhafter Behelf und ist heute noch problematischer geworden. Allein in der Zeit vom 9. bis 31.7.1940 wurden 344 174 BRT. durch Unterseeboote, 98 500 BRT. durch Ueberwasserstreit- kräfte, 236 650 BRT. durch die Luftwaffe versenkt. Mit anderen Worten-: Es wurde den Engländern ein wöchentlicher Durchschnittsverlust von mehr als 225 000 BRT. zugefügt. Das ist eine ungeheure Ziffer, die im Weltkriege erst nach 21/2 Jahren durch unsere U-Boote erreicht wurde und auch dann nur für 0" ' kurze Zeit gehalten werden konnte. Politische denklichkeiten einer schwächlichen Reichs- führun i hatten damals dem so viel erfolgversprechenden Handelskrieg unserer U-Boote neue Fesseln angelegt. Welche geradezu tödliche Wirkung der deutsche Handelskrieg zu Beginn des Jahres 1917 trotzdem auf den Feind ausübte, wissen wir aus den Bekenntnissen des amerikanischen Admirals .S i m s , der im April 1917 in geheimer Mission nach London geschickt wurde. Der Erste Seelord, Admiral Jel- lico, erklärte ihm damals: „Wenn unsere Verluste in dieser Weise andauern, können wir unmöglich den Krieg fortsetzen." Alle maßgebenden Faktoren waren sich darüber einig, daß England am 1. November 1917 erledigt sein würde, und Sims, der spätere Oberbefehlshaber des nach Europa entfernt)« ten amerikanischen Kriegsgeschwaders, bekannte selbst: „Hätte Deutschland,, nehmen wir an, 100 U-Boote unausgesetzt im Winter 1916 und Frühling 1917 in den großen Schiffahrtsstraßen operieren laffen, so wäre ihm der Sieg nicht zu entreißen gewesen." Heute befindet sich England, was den Umfang seiner Schifssverluste betrifft, wieder in der selben Lage. Aber gleichzeitig haben sich die sonstigen Bedingungen für die Kriegführung Englands radikal verändert, und zwar zu Ungunsten der Briten. England ist nicht mehr Herr feiner Häfen, es hat keine Bundesgenossen mehr, es hat den Charakter einer Insel im militärischen Sinne verloren und sieht sich von allen Seiten umklammert. Zieht man alle diese Tatsachen in Betracht, so wird klar, daß die englischen Schiffsverluste nur ziffernmäßig mit denen des Weltkrieges zu vergleichen sind, sie aber an unmittelbarer Wirkungskraft weit überlegen. . General Catlos und Justizminister Dr. Fritz an. i Als Vertreter der deustchen Volksgruppe wurde i Staatssekretär Ingenieur Karmasin in den ; Staatsrat entsandt, ein weiteres volksdeutsches Mit- ■ glied des Staatsrates ist der vom Staatspräsidenten persönlich ernannte Schulinspektor aus der Zips, ■ Matthias Hitfch. Oslo lebt wieder auf. Kopenhagen, 6. Aug. (Europapreß.) Ein Sonderberichterstatter von „Berlingske Tidende" veröffentlicht feine ersten Eindrücke aus der norwegischen Hauptstadt, „die heute gänzlich im Zeichen eines lebhaften Geschäftsverkehrs und völliger Umstellung auf allen Wirtschaftsgebieten steht". Handel und Wandel 'blühten. Es werde gekauft und verkauft und das Geld rolle. Die Kriegsereignisse seien bereits Geschichte geworden, zumal Oslo, von den ersten dramatischen Wochen abgesehen, vom Krieg wenig gespürt habe. In Norwegen sei allenthalben Enttäuschung und Verbitterung über den Verrat der Alliierten zu spüren. Auch die geflüchtete norwegische Regierung sei die Zielscheibe chärfster Kritik. Zum Schluß hebt der Korrespondent das korrekte Auftreten und die mustergültige Disziplin der deutschen Soldaten hervor, die auch von jedem Norweger bestätigt würden. Das WehrpfUchtgeseh der Vereinigten Staaten. Neuyork, 6. Aug. (Europapreß.) Die Heeres- kommission des Senats hat rrjit 12:3 Stimmen das Gesetz über die „obligatorische Wehrpflicht in beschränkter Form" angenommen, das die Eintragungspflicht der Männer zwischen 21 und 31 Jahren in die Rekrutierungslisten vorsieht. Dadurch werden etwa 4VA Millionen Männer von der obligatorischen Wehrpflicht erfaßt. Die nordamerikanische Heeresleitung beabsichtigt, v i e r- hunderttausend Mann im Herbst und eine große Anzahl im nächsten Frühjahr f ü r eine Ausbildungszeit von einem Jahr unter die Waffen zu rufen. Nie Gliederung der Sowjetunion. 16 Bundesrepubliken umfaßt jetzt die Sowjetunion nach der Eingliederung voy Ostfinnland, Estland, Lettland, Litauen und Bessarabien. Die neuen Gebiete sind — zum Teil in Verbindung mit früheren Teilgebieten der Sowjetunion — sichtlich aus politischen Gründen zum Rang von Bundesrepubliken erhoben worden. (Die „Bundesrepubliken" der Sowjetunion sind verfassungsrechtlich verhältnismäßig selbständige Derwattungs- einhetten, während die „autonomen R e- publiken" nationalgegliederte Untereinheiten der Bundesrepubliken sind.) Aber auch unter den Bun- desrepubliken gibt es große Unterschiede nach Größe, Bevölkerungszahl und politischer Bedeutung/ So umfaßt das eigentliche Rußland rd. 110 Millionen Einwohner und die Ukrainische Bundes- republik 31 Millionen, während die Einwohnerzahl der übrigen Bundesrepubliken zwischen 6,5 und 0,8 Millionen schwankt. Das Gesundheitswesen der Sowietunion. Moskau, 4. Aug. (Europapreß.) 3m Gesund- hettskommissariat der Sowjetunion wurde der Arbeitsplan für das Jahr 1941 ausgearbeitet. Das Hauptziel dieser Arbeit wird auch diesmal dem Kampf gegen die ansteckenden Krankheiten, für die Erweiterung und Festigung des Gesundheitswesens im Dorf und für eine gründliche Besserung in der medizinischen Betreuung der Kinder gelten. Bis jetzt war die ärztliche Betreuung der 60 Millionen Kinder der UdSSR, nur oberflächlich organisiert Im kommenden Jahr soll jedes Kind im ersten Monat des Lebens von einem Arzt und mindestens zweimal von einer Rotkreuzschwester ausgesucht wer- den, ohne daß die Eltern dies besönders beantragen. Das Kinderkrippen-Wesen im Dor f'soll ausgebaut werden, da der dritte Fünfjahresplan auf diesem Gebiet bei weitem nicht erfüllt worden ist. Das Gesundheitskommissariat stellt sich zur Aufgabe, nicht nur in jedem Dorf eine Kinderkrippe einzu- richten, sondern auch in jedem größeren Wohnhaus. Die Zahl der Krankenbetten in den Städten soll er- höht werden. Besonders viel Arbeit steht der Ge- undheitsbchörde in der Westukraine, West-Weiß- rußland und Bessarabien bevor. Kunst und Wissenschaft. Trauerfeler für Hugo Lederer. Für den großen Bildhauer Hugo Lederer fand im St.-Franziskus-Krankenhaus eine Trauerjeier tatt. Reichsminister Dr. Goebbels, die Akademie der Künste in Berlin, die Akademie der Künste m München und die Akademie der Künste in Wien hatten dem Entschlafenen prachtvolle Kränze übermitteln lassen. Für die Preußische Akademie der Künste, deren Senatsmitglied Lederer war, sprach Professor Amersdörffer. Er schilderte das Schaffen des Verstorbenen, dessen bedeutungsvoll- tes Werk das 1906 in Hamburg errichtete monumentale Bismarck-Denkmal ist. Damals wurde Lederer von der Breslauer Universität zum Ehren- doktor ernannt. Seit 1915 hat er an der Berliner Akademie gewirkt, wo ihn vier Jahre darauf die Leitung eines Meisterateliers für Bildhauerkunst übertragen wurde. Lederer war auch Ritter des Pour-le-m6rite für Kunst und Wissenschaft. Die Franzosen sind ein Volk ohne Disziplin. Sie können sich wohl zu Emotionen hinreißen — aber zu einer wirklichen Konsequenz sind sie heute nicht mehr fähig. Vielleicht war Verdun 1916 und 1917 der letzte große Kampf, zu dem Frankreich in der Lage war. Die Zeit ist vorbei, ebenso wie die Zeit vorüber ist, in der wie in der Zeit König, Heinrichs des Vierten, ein Huhn im Topfe eines jeden wackeren Franzosen sein sollte. Man steht also Schlange. Nicht ganz so geordnet, wie es eigentlich sein sollte. Dabei schimpft man natürlich auf die Deutschen, die an diesem „grand malheur" allein schuld sind. Aber man würde dies niemals einem Deutschen sagen. Dann sind es die Herren Reynaud und Daladier. Aber es kann doch nicht so arg sein mit der Wut auf diese, denn wenn es auch diese Herren nicht direkt sind, so sind es doch die gleichen Gesichter, mit denen man sich in Vichy ZU beschäftigen hat. Es ist erstaunlich, zu sehen, wie schnell die Franzosen, insbesondere wenn sie so eng wie in den Pariser Vorstädten Zusammenleben, vergessen, was sie vor kurzer Zett durchlebten. Man ist schnell bei der Hand mit Demonstrationen — wenn man sie im großen der Deutschen wegen nicht wagt, dann wird man es eben im kleinen tun. In der Bar, an der Theke stehend und an drei Tagen in der Woche den Cinzano schlürfend, wird dann das politische Leben Europas „neugestaltet". Und da der Zufall es will, daß in der Nähe ein Grab eines abgestürzten englischen Fliegers ist, pilgert-man eben dort hinaus und legt Blumen auf ben Hügel des toten Soldaten. So etwas wirkt demonstrativ und macht sich gut — man ist genau so schnell bei der Hand, sich in eine Liste einzu- tragen, in der man sich verpflichtet, gegen England flu kämpfen, in der festen Ueberzeugung, daß die Deutschen doch nicht so töricht sein werden, um mit solchen unsicheren Kantonisten, wie es die Franzosen sind, Krieg zu führen. Es ist aufschlußreich zu sehen, wie die Franzosen aus den Vorstädten von Paris in einer Mischung von primitiver Anerkennung der deutschen soldati- schen. Leistungen und alter gallischer Tradition überheblicher Einschätzung des eigenen Wertes, Untersuchungen über die Ursache des französischen Zusammenbruches anstellen. Niemals werden sie zu- geben, daß Deutschland besser ist — sie können nicht fapen: es war die wirkliche technische Ueberlegenhett mit der besseren taktischen Führung und dem besseren politischen und soldatischen Geist. Das verstehen sie nicht, weil eine solche innere Geschlossenheit dem französischen Denken fremd ist. Und was dem normalen Pariser nicht klar ist, das kann dem Spießer in Tours und dem Bauern westlich von Carcassone nicht anders Vorkommen. Schuld ist vor allem einmal die Regierung Wenn die Pariser das Geld hätten, sich Langusten, Kaviar, Austern und Artischoken zu kaufen, * b'i.nn könnten sie recht lange davon" leben. So haben jic dieses Geld nicht, wie dies bei der so ungerechtfertigten Verteilung dieses löblichen Zahlungsmittels tm — wenn auch nur scheinbar — gesegneten Frankreich üblich ist, dann müsse« sie Brot, Kartoffeln, Aus -em Reich Im gleichen Augenblick wurde die Gittertür auf- schlossen, der Verteidiger von Roos, Maitre Gesunde Zähne sind kein Zufall. Es lohnt sich, die Zähor^ichtig -u pflegen; 4 Wochen. Nunmehr betragt der zinslose nur noch gleichmäßig 14 Tage. D Aus aller Welt sprachen hielten. * Die' letzten norwegischen Flüchtlinge haben jetzt Schweden verlassen. Das norwegische Flüchtlings- Heim in Stockholm, das über tausend Norweger versorgte, hat dieser Tage seine Pforten geschlossen. »eitraum )ie Ver- Kleine politische Nachrichten. Auf seiner Jnspektionsfahrt durch Ostoberschlesien besuchte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auch die Ortschaft I a b l o n k a u an der deutsch-slowakischen Grenze. Dabei kam es zu deutsch-slowakischen Freundschaftskundgebungen, wobei sowohl der Oberbefehlshaber der Hlinka-Garde und slowakische Innenminister S a n o M a ch als auch Reichsleiter Dr. Ley An- Die Kopenhagener Presse teilt mit, daß eine Abordnung dänischer Unterhändler nach Berlin reisen wird, um mit deutschen Regierungsstellen Verhandlungen wirtschaftlicher Natur aufzunehmen. Seldte Ausführungen über die Wohnungspolitik der Reichsregierung. Den Schlußoortrag hielt der Präsident des Reichsverbandes des deutschen gemeinnützigen Wohnungswesens Dr. Brecht, über Leistungssteigerung in der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft. Der Polarforscher Frederick Cook gestorben. Dr. Frederick Cook ist in Lachmont im Staate Neuyork im Alter von 75 Jahren gestorben. Cook, der mehrere Forschungsreisen in die Polarzone unternommen hatte, erregte 1908 mit der Mitteilung großes Aufsehen, als erster den Nordpol erreicht zu haben. Fünf Tage danach meldete sich der nordamerikanische Marineoffizier und Forscher Robert Edwin P e a r y , der gleichfalls behauptete, am Nordpol gewesen zu sein. Cook erhob nach wie vor Anspruch, der erste Entdecker des Nordpols zu sein. Ein Schiedsgericht, das sich mit der Streitfrage befaßte, bezeichnete jedoch die von Cook vorgebrach- ten Beweise als unbefriedigend. Arbeitslagung der Gaudozentenführer. Der Reichsdozentenführer, ^-Brigadeführer Professor Dr. Walter Schultze, rief die Dozenten- führer der großdeutschen Gaue zu einer Arbeitstagung nach München zusammen. In eingehenden Aussprachen wurde eine Klarstellung aller Erfordernisse zur Sammlung der Kräfte an den deutschen Hochschulen in dem entscheidenden Ringen um die geistige Machtstellung Deutschlands erzielt. Der Reichsdozentenführer beschloß die Arbeitstagung mit der Aufforderung, in allen Gauen des Reiches den schöpferischen Kräften. der deutschen Dozenten die Bahn frei zu machen und mit dem Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit auch ihrerseits — sei es in Kriegs- oder Friedensarbeit — ihren Teil beizutragen an der Aufbauarbeit Adolf Hitlers. 9. Oekumenifche hochfchullagung der Luther-Akademie. Sondershausen, 5.Aug. (DNB.) Am Sonntag fand in Anwesenheit von Teilnehmern aus 18 Ländern und unter Beteiligung namhafter Gelehrter und einer Reihe Vertreter der deutschen evange- Am Montag um 17 Uhr wurde Gibraltar von neuem bombardiert. Die Bomben fielen auf Munitionslager und richteten erheblichen Schaden an. * Das rumänische Gesundheitsministerium veröffentlicht eine Liste von 175 jüdischen Aerzten, die ab 1. Juli 1940 aus den Diensten des Ministeriums entlassen worden sind. In Paraguay hat die Volksabstimmung über die neue Verfassung, die bereits seit einigen Wochen in Kraft ist und dem Staatspräsidenten weitgehende Vollmachten einräumt, eine Mehrheit von über 85 v. H. aller Wahlberechtigten ergeben. * ■ Die mexikanische Abgeordnetenkammer nahm ein Gesetz über die Einführung der allgemeinen D i e~n st p f l i ch t an. Ferner wurde die Einführung der militärischen Ausbildung in Staatsschulen beschlossen. Italienischer Wehrmachtsbericht. Rom, 6.Aug. (DRV.) Der italienische Wehr- machlsberichk vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: 3m Verlauf einer bewaffneten Aufklärung im Luftraum von Malta haben unsere Jagdflieger feindliche Jagdflugzeuge gestellt und ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. 3n RordAf rika wurde der Feind bei einem Zusammenstoß zwischen Vorhutelnheiten jenseits der Lyrenaika-Grenze in die Flucht geschlagen, wobei uns zwei Kampfwagen in die Hand fielen und zwei weitere Kampfwagen zerstört wurden. 3n O st - A s r i k a ist eines unserer Aufklärungsflugzeuge nicht zurückgekehrt. Reichskommissar Seyß-Jnquart hatte für Holland den „Wiederaufbaufonds 1940" errichtet und dabei erklärt, daß 10 Millionen Gulden dieses Fonds für soziale Zwecke verwandt werden sollen. Rund sechs Millionen Gulden sollen sofort ausgeworfen werden, um denjenigen Holländern neue Wohnungen zu errichten, die ihre alten infolge der Kriegswirren verloren haben. Auf der in München durchgeführten Arbeitstagung des Reichsausschusses für das gemeinnützige Wohnungswesen machte, Reichsarbeitsminister In der Dienstagsitzung des Obersten Sowjets der UdSSR, im Kreml wurde die Estnische Räterepublik der Sowjetunion als „gleichberechtigte Bundesrepublik" angegliedert. Man erfährt aus Gibraltar, daß das englische Schlachtschiff „Resolution" wegen der jüngst erlittenen schweren Schäden den Hafen zusammen mit dem Gros des britischen Geschwaders nicht verlassen konnte. der Rechte und Pflichten brauchen^ keine Beiträge entrichtet zu werden; es besteht aber auch kein Anspruch auf Leistungen, also auch nicht auf Sterbegeld. Der Anspruch auf Sterbegeld kann jedoch auf schriftlichen Antrag bei der privaten Krankenversicherungsunternehmung gegen Zahlung eines besonderen Beitrages aufrechterhalten werden. Dieser Beitrag beträgt für jeden Monat zwei vom Tausend der Sterbegeldsumme. Die Höhe des Sterbegeldes richtet sich nach der bis zum Beginn des Ruhens zurückgelegten Versicherungsdauer. Für die Versicherten, deren Rechte und Pflichten wegen der Einberufung oder während der Ausübung einer krankenversicherungspflichtigen Tätigkeit ruhen, ist es notwendig, sich sofort nach der Entlassung aus der Wehrmacht oder nach ötm Aufhören der kriegswichtigen Tätigkeit mit ihrer privaten Krankenversicherungsunternehmung in Verbindung zu sehen, damit die Versicherung w i e - der in Kraft gesetzt werden kann. Verbesserung bei den Sparkassenzinsen. Nach dem b i s h e r i g en Recht begann die Verzinsung von Spareinlagen bei Einzahlungen bis zum 15. eines Monats mit dem Ersten des nächsten Monats, bei Einzahlung in der zweiten Hälfte eines Monats mit dem 15. des nächsten Monats. Je nach dem Tage der Einzahlung ergab sich also ein zinsloser Zeitraum von 14 Tagen bis zinfung von Spareinlagen beginnt mit dem 15. Zinstage nach dem Tage der Einzahlung und läuft bis zum Tage der Auszahlung. Mit dieser Regelung ist zugleich eine Erleichterung des Sparkassengeschäfts verbunden. Die Einzahlungen werden sich künftig nicht mehr auf die Tage um den 1. und 15. eines Monats konzentrieren, da der Einzahlungstag jetzt ohne Bedeutung ist. Die Verzinsung beginnt immer mit dem 15. Tage nach der Einzahlung. den ihm die Ketten abgenommen, die er seit dem 24. Oktober Tag und Nacht trug. Er erhob sich von seinem Bett und stand aufrecht in der Zelle. Der Wärter flüsterte ihm zu, daß er seine eigenen Kleider anlegen müßte, und Roos folgte ihm mit festen Schritten, ohne die französischen Offiziere anzuschauen. Nach einigen Minuten kam er in unsere Zelle zurück, um sich ein Taschentuch zu holen. Er war bereits umgezogen und trug einen grünen Lodenmantel über seinem Anzug. Wir standen auf unseren Strohsäcken und sahen ihn an. Niemand von uns saate ein Wort. Roos holte sich sein Taschentuch unter dem Kopfkissen hervor, kam um sein Bett herum und gab mir die Hand. Er war völlig ruhig und sihaute mich gerade an. Seine letzten Worte zu mir waren: „Auf Wiedersehen, lieber Freund. Wenn Sie. mehr Glück haben als ich und in die Heimat zurückkommen, grüßen Sie meine Freunde und unser deutsches Vaterland." Dann nahm er Abschied von den anderen und hob seine Hand. Die frauzösischen Offiziere hatten bereits die Zelle verlassen. Während der Anstaltsgeistliche in der Kapelle des Gefängnisses dicht neben unserer Zelle den letzten Gottesdienst für Roos abhielt, wurden seine Sachen zusammengepackt. Der Chef des Gefängnisses nahm sein Feuerzeug an sich, und der junge elsässische Soldat, der an diesem Morgen zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt worden war, legte seine Bücher und seine Wäsche auf eine Decke, schlug sie zusammen und trug sie weinend hinaus. Der Gottesdienst war zu Ende. Wir hörten die französischen Offiziere sporenklirrend die Treppe hinuntereilen, die zur Kapelle führte. Ein langsamer, schwerer Schritt folgte. Roos ging zum letztenmal an unserer Zelle vorbei. Gegen 9 Uhr kam der Gefängnisgeistliche zu uns zurück und berichtete uns tief erschüttert über das heroische Sterben unseres Kameraden. Auf der Fahrt von Ranzig nach Charnpigneulles hatte sich Roos mit ihm über religiöse Fragen unterhalten. Das Gespräch war noch nicht zu Ende, als der Lastwagen, der Roos zusammen mit dem Geistlichen und dem Peloton französischer Soldaten zu den Schießständen brachte, in Champigneulles ankam. Während der Richtpfahl in die Erde geschlagen wurde, nahm Roos mit den Worten Abschied von dem Geistlichen: „J’&ais fidele ä ma foi, ä ma petite patrie et ä mes amis.“ Zwei Soldaten führten ihn an den Pfahl, zwangen ihn niederzuknien und banden ihn mit auf dem Rücken gefesselten Händen daran fest. Neun Meter vor ihm hat das Peloton Aufstellung genommen. Die Gewehrmündungen sind auf fein Herz gerichtet und während er laut auf deutsch betet, ertönt das Kommando. Roos war sofort tot. Sein Kopf ruhte auf seiner zerschossenen Brust. Ein Unteroffizier trat an ihn heran und gab ihm trotzdem noch den vorschriftsmäßigen Gnadenschuß in den Nacken. Dann wurde seine Leiche losgebunden und in einen Sarg gelegt Der Gefängnisgeistliche beerdigte ihn ganz allein auf dem Friedhof von Champigneulles. Am 15. Juli 1940, einen Tag nach meiner Befreiung durch die deutschen Truppen, stand ich am Grabe von Dr. Karl Roos. Er liegt in der südwestlichen Ecke des kleinen Friedhofs unmittelbar an der Mauer. Ein einfaches Holzkreuz mit der Inschrift „Charles Roose" stand auf dem braunen Erdhügel, den kein grüner Halm und keine Blume schmückte. Der frühere Pariser Korrespondent der „Berliner Börfenjeilung“ Heinrich B a - ron, der im Februar 1939 als Opfer der Propaganda gegen die sagenhafte „5. Kolonne" verhaftet, wegen angeblicher Spionage zum Tode verurteilt und später zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt wurde, traf in der Todeszelle des französischen Gefängnisses zu Ranzig mit dem El- fässerführer Dr. Karl Roos zusammen. Er schildert in der „Berliner Börsenzeitung" die letzten Stunden dieses Märtyrers für das Deutschtum seines elsässischen Volkes. Dr. Karl Philipp Roos wurde am 7. Februar 1940 in Champigneulles in den Schießständen der Garnison von Ranzig von einem Peloton französischer Soldaten erschossen. Das Schicksal wollte es,, daß ich Zeuge seiner letzten Stunden und seines heroischen Todes wurde. Ich lernte Dr. Roos nach meiner Verurteilung zum Tode am Abend des 31. Januar 1940 in der Todeszelle von Ranzig kennen, in der Roos schon seit dem 24. Oktober 1939, Hem Tage seiner Verurteilung, auf die Entscheidung über sein &ben wartete. Als die schwere Gittertür aufgeschlossen wurde, die die Todeszelle von der der Wärter trennte, sah ich Roos auf seinem Bett liegen. Im Halbdünkel des abgeblendeten Lichtes erkannte- ich Roos sofort wieder. Seit vielen Wochen nämlich hatte ich ihn von meinem Zellenfenster aus sehen können, wenn er bei seinem täglichen Spaziergang in dreißig Schritten die klirrenhen Ketten um den kleinen Hof herumtrug. So war mir seine Gestalt vertraut. Seiner aufrechten Haltung, der hreiten hohen Brust und dem starken Racken hatten das demütigende Eisen, die zermürbende Haft und das nervenzer« störende Warten auf den Tod nichts änhaben können. Roos erhob sich von seinem Strohsack, nannte mir seinen Namen und reichte mir die Übereinandergefesselten Hände. . Wir sprachen in dieser Nacht noch lange von den Dingen, die uns bewegten. Roos brauchte nur wenige Stunden Ruhe, um feine Kräfte zu erhälten, und meinem Kameraden und mir stand in dieser Nacht der Sinn nicht nach Schlafen. So begann ein langes und tiefes Gespräch mit Roos, das erst in den'letzten Minuten vor seinem Tode beendet wurde. Roos war unschuldig. Er Hal die ihm zur Last gelegten Straftaten niemals begangen. 3m Angesicht des Todes sagt der Mensch die Wahrheit, und Roos beteuerte bis zur letzten Sekunde seine Unschuld. Roos galt bei den Franzosen als der Führer aller autonomistischen B e ft r e - bungen i m L^saß. Deshalb haben sie ihn zuerst erschossen. Seine Freunde sollten dann im 3uni 1940 denselben weg gehen. Das elsässische Volk schließlich, das seit dem Jahre 1920 durch die dauernde Wiederwahl dieser Führerschicht seinen politischen Willen bekundete, wollte Frankreich auf diese Weise politisch-moralisch in Verruf bringen. Denn nachdem seine Führer wegen Landesverrats zum Tode verurteilt und erschossen worden waren, sollte es das Recht verlieren, nach Beendigung des Krieges in die Heimat zurückzukehren. Die mageren Gebiete zu beiden Seiten der Girondemündung waren für die Elsässer als neues Siedlungsland vorgesehen, die Gegend also, in die sie bei Anfang des Krieges gebracht worden find. Das fruchtbare und reiche Elsaß dagegen sollte Südfranzosen ausgeliefert werden, die alle Spuren des germanischen Landes i und der deutschen Tradition des Elsaß für immer und in kurzer Zeit beseitigt hätten. Roos kannte diesen Plan. Er wußte deshalb auch genau Bescheid um die Bedeutung des Prozesses, den man gegen ihn angestrengt hatte. Er sagte mir einmal in unseren Unterhaltungen: „Die Franzosen wollen die elsässische Frage aufrollen. Gut so, lange genug hat das Feuer unter der Decke geschwelt. Wenn ich jemals aus dieser Zelle herauskomme, wird die elsässische Frage angeschnitten werden. Aber es wird anders kommen, als man es in Paris hofft. Das Todesurteil gegen mich, die Verhaftung meiner Freunde, die unbegründeten Anklagen wegen Landesverrats und die unsäglichen Leiden des elsässischen Volkes in seiner Verbannung werden für immer eine Scheidewand zwischen Frankreich und dem Elsaß darstellen." Tief durchdrungen von dieser großen Sendung lebte Roos in seinen letzten Tagen ganz der Zukunft seiner elsässischen Heimat. Dreimal trat der Versucher an ihn heran, um seine starke Kraft für die französische Sache zu gewinnen. „Sie brauchen nur ein wenig zu reden, Roos", sagte ihm der Abgesandte des Militättribunals von Ranzig, „und in sechs Monaten oder früher schon werden Sie frei sein." Aber Roos erlaubte nicht einmal eine Unterhaltung über diese Angebote. Das letztemal, wenige Tage, vor seinem Tode, drehte er den Franzosen den Rücken zu und antwortete verächtlich: ,Lch verstehe Sie nicht." Diese Antwort bedeutete eine neue U n ter- schrift unter seinem Todesurteil. Gewiß, Roos hoffte bis zur letzten Minute. Aber er wußte gleichzeitig, daß man ihn vernichten wollte. Er machte sich ein ganz klares Bild über die wenigen Cham en, die ihm. feit Kriegsausbruch noch geblieben waren, und er leitete von der Todeszelle aus, so gut es ging, alle Kräfte, die für feine Rettung nützlich fein konnten. Er hatte Freunde in der ganzen Welt. Er wußte, daß sie zu ihm hielten, obwohl ihre Briefe ihn nie erreichten. Aber er kannte auch di e Macht der Militär- kaste, die in Frankreich bei Kriegsbeginn eine Diktatur errichtet hatte. Er spürte von Tag zu Tag mehr, wie sich der Schatten des Todes über ihn senkte, und vierundzwanzig Stunden vor seinem letzten Tag wußte er, daß er sterben mußte. Am Abend des 6. Februar haben wir vier in der Todeszelle von Ranzig viel gescherzt und sogar ein wenig gelacht. Roos erzählte uns aus seiner Studentenzeit, von Straßburg und Freiburg, aus den ersten Jahren feiner Tätigkeit im höheren preußischen Schuldienst, die er in Bochum verbracht hatte, und als er hörte, daß ich Westfale sei, sagte er lachend: „Ich gäbe viel darum, jetzt ein anständiges Glas Dortmunder Bier trinken zu können." Er lobte die Qualität unserer Würste und unseres Schinkens. geschloßen, der Verteidiger von Roos, Maitte B e r t h o n , und der Anstaltsgeistliche traten in die Zelle. Mit fester, lauter Stimme rief Roos: „Je Proteste, vous savez tres bien, je suis, innocent.“ Sein Anwalt antwortete ihm mit einer hilflosen Geste: „Mon ami, je le sais, mais ..." Während Roos mit dem Anstaltsgeistlichen leise sprach, murin so beredten Worten, daß uns das Wasser in Gedanken an unsere magere und schmutzige Gefängnissuppe im Munde zusammenlief. Von dem Heiteren kamen wir auf das Ernste und schließlich auf den Tod zu sprechen. Dann wurde es still in unserer Zelle, bis Roos langsam und leise sagte: „Wenn ich sterben muß, dann bin ich dazu bereit." Die dünne, Helle Glocke des Nonnenklosters neben dem Gefängnis hatte schon die mitternächtliche Stunde geschlagen, als Roos begann, ein uraltes, elsässisches Abendgebet zu sprechen. In dieser Nacht haben wir alle wenig geschlafen. Wir hörten das Telephon klingeln; das Aufschließen der großen Gittertüren, irgendwo in der Ferne das Klirren von Waffen, gedämpfte Kommandos und den Schritt benagelter Schuhe auf den steinernen Höfen des Gefängnisses. Das Pöloton war angekommen und mit ihm der Tod. Ein jeder von uns fragte sich, ob feine Stunde gekommen sei, aber mir sprachen nicht darüber. Langsam verging die Nacht. Die Glocke schlug die Zeit und mir zahlten die Stunden. Aber schließlich übermannte uns doch der Schlaf. Am 7. Februar 1940 morgens gegen 6 Uhr mürbe ich wach. Vor mir stand im langen Ledermantel der Oberst Marcy vom Militärgericht von Ranzig, das goldbestickte Käppi auf dem Kopfe. Seine Hände umschlossen die Eisenstäbe, die uns von der Wärterzelle trennten. Sein Gesicht mar zu Roos gewandt, der schlafend auf seinem Bett lag. Hinter Marcy erkannte ich noch drei, oder vier andere Offiziere, von denen einer einen Stahlhelm trug. Als ich mich ein wenig aufrichtete, rief Marcy: „R o o s". Aber Roos schlief fest. Ich faßte ihn am Arm und er wurde wach. Er richtete sich auf seinen Ellbogen ein wenig auf und erkannte Marcy. „Roos", sagte der ftanzösische Oberst mit gedämpfter Stimme, „ayez donc courage, l’heure est venue“. Der Märiyrertod des Eisäfferführers Karl Roos Was Frankreich mit den Elsässern vorhatte. lischen Kirche die Eröffnung der 9. Oekumenischen Hochschultagung der Luther-Akademie im Schloß zu Sondershausen statt. In dem überfüllten Festsaal hielt den Festvortrag die Frau des verstorbenen schwedischen Erzbischofs Söderblom von Upsala. Die Weslwand des Monle Eislella-Turmes bezwungen. Die beiden Mitglieder des italienischen Alpenclubs Giovanni G r o s s i und Francesco Canuto haben zum ersten Male die Westwand des 2700 Meter hohen Turmes auf dem Monte Cistella, der allgemein Pizzo della Morte Genannt wird, bezwungen. Sie bewältigten die schwierige Kletterarbeit in wenig mehr als 2% Stunden. Riefenwaldbrände in Finnland. Riesenwaldbrände wüten seit 48 Stunden in dem südlichen und mittleren Teil Oesterbottens, dem Gebiet Finnlands, das sich in einer Tiefe von etwa 100 Kilometer am Bottnischen Meerbusen bis nach Lappland hinauf erstreckt. Insgesamt sind 50 (Ein- zclbrände gezählt worden, von denen zahlreiche gelöscht werden konnten, deren größter Teil jedoch nach wie vor andauert, obwohl fast die gesamte Bevölkerung Mittel- und Südoesterbottens an den, Löscharbeiten beteiligt ist. Neben vielen Tausend Hektar Wald sind auch zahlreiche Bauerndörfer vernichtet worden. Als Brandursache werden Moorbrände genannt. Die private Krankenversicherung im Kriege. Für Versicherte, die aus ihrem bürgerlichen Beruf zur Wehrmacht, zum Reichsarbeitsdienst oder zu ■einem auf ähnlicher Grundlage beruhenden staatspolitisch notwendigen Dienst, mit dem freie Heilfürsorge verbunden ist, einberufen sind, ruhen für die Dauer der Einberufung die Rechte und Pflichten aus dem Versicherungsverträge, soweit es sich um die Beittagsteile und die Leistungsansprüche der Einberufenen selb st handelt. Im Falle des Todes der Einberufenen wird gleichwohl, falls ein Ehegatte, Kinder, Eltern oder Geschwister vorhanden sind, das tarifmäßige Sterbegeld gewährt. Bestimmungen, wonach beim Unfalltod ein erhöhtes Sterbegeld zu zahlen fit, treten, wenn der Tod infolge von Kriegsereignissen eingetreten ist, außer Kraft. Wenn einberufene Versicherte trotz bestehender Heilfürsorge aus besonderen Gründen bei ihr er Kran kenn ersich erungsunternehmung schriftlich beantragen, daß ihr Versicherungsschutz gegen Zahlung der vollen Beiträge aufrechterhalten werden soll, so kann diesen Anträgen entsprochen werden. Die Versicherung nicht einberufener Famil i e n- an gehöriger ist gegen Weiterzahlung der auf sie entfallenden Beiträge mit unveränderten Leistungen f ortzusetzen.' Die Beiträge werden bei der Bemessung des Familienunterhalts berücksichtigt. Beim Tode eines einberufenen Hauptversicherten sind die mitversicherten Familienangehörigen berechtigt, ihre Versicherung fortzusetzen. Das gleiche gilt, wenn der Tod eines nicht einberufenen Hauptversicherten durch Kriegereignisse eingetreten ist. Bestimmungen, wonach Versicherungsleistungen nicht gewährt werden für Schäden infolge von Kriegsereignissen sind außer Kraft gesetzt. Wenn aber das Reich seine Leistungspflicht für Todesfälle, Krankheiten, Beschädigungen usw. anerkannt hat, so sind hierfür von der privaten Krankenversicherung außer dem Sterbegeld weitere Leistungen nicht zu gewähren. Versicherte, die wegen der Ausübung einer kriegswichtigen Beschäftigung krankenversicherungspflichtig geworden sind, sowie Versicherte, die freiwillig eine krankenversicherungspflichtige Tätigkeit aufgenommen haben, und deshalb bei der reichsgesetzlichen Krankenversicherung zu versichern sind, können ihre private Krankenversicherung fortsetzen. Sie können aber auch zur Vermeidung doppelter Beittagszah- lung für die Dauer des Krieges das Ruhen der Rechte und Pflichten bei der privaten Krankenversicherung beantragen. Dem Antrag fit spätestens zum Ablauf des Monats stattzugeben, in dem der Antrag gestellt und die Krankenversicherungspflicht nachgewiesen worden ist. Während des Ruhens Hauptschriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Untversitätsdruckerei N. Lange K. G. BerlagsleiltTr: Tr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenletter: Hans Beck. BerantwottUch für den Inhalt der Anzeigen; Theodor Kümmel, Pl.Nr.e. STADTTHEATER GIESSEN Kinzenbach bei Gießen, den 6. August 1940. 3533 D 3535 D Vermählte Augsburg Lich August 1940 3537 D Die Deulsche Arbeitsfront K Kratt durch Freude Kreisdienststelle Wetterau Giefien-Klein-Linden, den 5. August 1940. 02661 3541 D waMwinter Spielleitung» Feiff Peter Budi kaufen Sie bei Die Deulscte Arbeiisiroal R. Krall durch tolle Kreisdienststelle Wetterau Empfehlungen Kaufgesuehe""| GIESSEN AM 0SWALDSGAßTEN-rEßNMU5/46 3455 A Beachten Sie auch immer-? diese Handsäge. — Und so sind sie alle, die Werkzeuge von J. B. Häuser. Ob es sich um einen Fuchsschwanz handelt, um einen Hobel, einen Schraubstock oder eine Elektro-Bohrmaschine, es sind eben Werkzeuge, auf die man sich verlassen kann und die etwas aushalten. Sie sollten auch mit diesen WAkzeugen arbeiten, wir führen sie für jedes Handwerk, also auch für Sie. Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Mündlich können Sie 65 nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 8. August, nachmittags 2 Uhr, in Kinzenbach statt. nach schwerem Leiden im Alter von 69 Jahren in die Ewigkeit abgerufen. Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Müller und Kinder nebst Angehörigen. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. August nachm, 4 Uhr, vom Trauerhause Wetzlarer Straße 46 aus statt Heute morgen hat Gott meine liebe, gute Mutter, unsere gute Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Drogen - Chemikalien Parfümerien Hggienische Artikel im Alter von 55 Jahren. Im In tiefer Trauer: Walter Eberhard, Oberamtsrichter Maria Eberhard, geb. Reichl Ilse u. Walter Eberhard, Enkelkinder Familie Ludwig Mandler nebst allen Verwandten. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GleßenerAnzeiger Or. Hubert Prestel (Äse Prestel, geb. Schiefersiem bOro-einrjchtungen Gießen. Bahnhofstraße. 767d Photo - Photoarbeiten Projektion Schmalfilm-Kino Lichtspielhaus Tägl. 4,6,8.15. Jugendliche nicht zugelassen 3534A Montag, den 5. August entschlief infolge eines Unfalls meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Müller, geb. Hahn Geboren aus der reichen Erlebniswelt des DICHTERS PAUL KELLER und geschaffen in der romantischen Berglandschaft seiner schlesisch. Heimat, ist dieser Film von beglückender und erschütternder Wirkung 2-3-Iimmer- Wohnung gesucht, wenn möglich mit Bad. Schriftl. Angebote unt. 02656 an den Gieß. Anzeiger. Klaviere werden fachgemäß repariert und gestimmt G. Ebert Klaviermacher Bleldistr.17, Tel. 2403 Verk. v. neuen u. gebrauchten Klavieren 660d Mietklaviere Parfümerie Doll Marktstraße 28 Gießen Marktstraße 28 Frau Elisabeth Eberhard, geb. Mandler Lehrers-Witwe Klavier zu kauf, gesucht. G. Ebert Klaviermacher Bleichstratze 17. Elche zwischen Meer und Memel von Marlin Kahles Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen Les Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. Jn Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Wir kaufen gebrauchte mößl.neawertige Kraltwaggo gegen Barzahlung. Opel. Gießen Ruf 2847/48. Neueste Tobis-Wochenschau Neuaufführungl Nur 2 Taget Heute Mittwoch und Donnerstag Für das Winterhalbjahr 1940/41 sind für Gießen folgende Veranstaltungsringe festgelegt: I Theaterring mit 8 Veranstaltungen im Pla^gruppensystem (2 Opern - 2 Operetten - 2 Schauspiele - 2 Lustspiele) Spielbeginn: 7. Oktober 1940 Preise: RM. 14.40,12.-, 9.60, 7.20, 4.80 (in sieben Raten zahlbar) I Theaterring mit 16 Veranstaltungen im Plai,gruppens¥,tem (4 Opern - 4 Operetten - 4 Schauspiele - 4 Lustspiele) Spielbeginn: 21. September 1940 Preise: RM.28.80,24.-,19.20,14.40,9.60 (in siebenRaten zahlbar) In Zusammenarbeit mit dem Stadttheater und dem Konzertverein Gießen I Konzertring mit 2X6 Konzerten davon jeweils 4 Orchesterkonzerte und 2 Solistenabende - Preise je nach Miete and Platz In Zusammenarbeit mit dem Goethebund und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde 1 Vortragsring mit 12 Vortragen davon 4 Dichterlesungen 2 geographische Vorträge und 6 allgemeine Vorträge - Preise je nach Miete nnd Platz Anmeldung und Auskunft bei allen Betriebs- und Orts warten Kraft durch Freude und in der KartenverkaufssteUe Gießen, Seltersweg 60, Tel. 2141. Verlangen Sie die ausführliche kostenlose Werbebroschüre. Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 504A Betr. Kreiswandertag Durch den Aufruf des Kreisleiters zumErnte- einsatz muß der für Sonntag,den 11. August, festgelegte Kreiswandertag erneut ausfallen. Gebildetes Mitin perfekt in allen Büroarbeiten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 3519D an den Gieß. Anz. Samstag, den 10. August 1940, 20 Uhr: Einmaliges Berliner Ensemble^Gastspiel mit CHARLOTTE SUSA in Reifebegleiterin gefudit Angebote unter k 5000 poftlagernd Lustspiel in 3 Akten von Heinz Klimmet Spielleitung: Karl Heinz Klubertanz Preise: Reichsmark 0.90, 1.30, 1.85, 2.30, 2.85, 3.60. - Vorverkauf ab Montag, den 5. August (Fernsprecher 2930), von 10 bis 13 Uhr, am Spieltage auch von 17 bis 18 Uhr an der Tageskasse und während der Geschäftszeit im Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg Größerer Anwesen in bester Lage, mit Autogeschäft, Tankstelle, Ausstellungsraum, Büro- u. Lagerräumen, Garagen, Werkstatt, Hebebühne, gedecktem Waschraum, groß. Hof, einer großen 6 -Zi mmer-Wohnung in tadellosem Zustande, mit groß. Grabgarten, in Gießen, Frankfurter Str. 52-56, zum 1. Oktober 1940 zu vermieten. Angebote bis 20. August an Rechtsanwalt Köhler, Gießen, Zllicenstraße 10. ._____________________ 02644 Zur Mithilfe werden baldigst 2 jüngere weibliche KM für Laden und Büro gesucht. WffMeMv.-öUlWniftlW Watttorstraße 21. 3536D Lajana-Nacht- Crem Fetterem für die Nacht und für den Sport, zu Massagezwecken und zum Sonnenschutz. Auch zur Hautpflege bei kleinen Kindern. Topf RM. 1.30. 3530A Nur erhältlich: Jüngeres Fräulein oderFrau die sich als Verkäuferin eignet, auch Anfängerin, für Mithilfe im Ladengeschäft sofort gesucht, auch halbe Tage. Schriftl. Angeb. unter 02662 an den Gieß. Anz. Für ganze, % oder Tage Hilfe in Haushalt mit 2 Kind, gesucht. Angebot an FrauHagenauer 3488D Gienen, A.Niegelfif.108. (Stellenangebote Keine Ursprungszeugnisse, Edern nur Zeugnisabschriften dem 9e- werbungsschreiben bei* legen I — Lichtbilder undBewerbungsunte»1 lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten ' auf der Rückseite 'Jia* men und Anschrift des . Bewerbers tragen I 1 Mädchen gesucht zum 1. September weg. Verheiratung meines jetzigen Mädchens. [02652 MN-Msler Gießen Wilhelmstraßell. | Verkäufe Ein Oldenburger SeligWhlen steht z.Verkaufb. Christian Knötz, Unter- Seibertenrod, Post Mücke (Hessen). 352qD Gute Milchziege mit einem */2jähr. Lamm u. 2 Wag. heu Umstände halber billig zu verkauf. Schriftl. Ang. u. 02659 a. d. G.A. QeoefMiie MMIMei geeign.f. Garten u.Luftschutzkeller WWslMen empfiehlt I [3532D Korb- u. Stuhlflechterei A. KIMM Sonnenstraße 14 Wtz Ziege zu verkauf. [02654 Wo? sagt die Ge- schäftsst.d.G.A. Junghennen Gellögelbol Hom Frankfurt /M. Gutleutstr. 293 Tel 33285. [3531D 5-7-31«!? Wnung für sof. od. später gesucht. Schriftl. Angeb. u. 3538D an 0. Gieß. Anz. Anständige,saub. Frau mit 3 gut erzogenen Kind, sucht eine Wohn. 1-2 Zimm. u. Küche in gutem Hause. Auch ist die Frau bereit, im Haushalt oder Haus mit zu arbeiten. Zu erfragen im Ev. Schwestern- haus,Johannes? straße. (02357 Kraft Starke Nerven, frisches Aus* sehen, gesunden Appetit erreichen alt und jung durch Lebens-Elixir Dr. Schieffer Die Quelle neuen Lebens. Der Gehalt an Lecithin u. Eifen macht’sl Gc. Flasche RM.2.76 KurfL RM.4.SC Univ.-Apotheke zum gold. Engel, A. Habrich, Marktplatz Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K.O.Bartels. Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Dee gen er, Universität Berlin. 62 Seiten Text und 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften und Namensangaben. Preis des Werkes in Ganzleinenband 4,80 Reichsmark. Nicht eines der vielen allzuvielen, willkürlich zusammenge- stellten Bildbücher, sondern ein gründliches Werk langer, liebevoller Forscherarbeit.Ein Buch, das uns die tiefsten Blicke in die Natur tun läßt. (Ein Buch, das zur Ehrfurcht erzieht." Will Vesper. Waldweben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern von K. Gerhard und G. Wolff. 32 Seiten Text und 150Natur- aufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefürucktafeln. Preis des Werkes in Ganzleinenband 4,80 Reichsmark. „(Es lebt und webt in diesem Buch, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgewordenen Naturschönheiten in srch aufzunechmen, dem singen und klingen die Tafeln tau- send Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes. Reclams Universum. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Die Bücher sind durch jedeBuchhandlungzu beziehen Hugo Bermühler Verlag, Bln.»Lichterfelde Staubsauger Vorwerk-Kobold aus Nestbestand durch C. Müller, zurZeit Gießen, „Hessenauell- stuben", Franks. Str.66,Tel.2683 Verl. Sie beute noch unverbindl. Besuch. 3539D ölkopiger für Allstrom zu verkauf. [02655 Bahnholstr. 77 H. Das große Spezialhaus KÖHLER ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider-u. Punktfragen. KOHLER sorgt auch für die laufende Pflege Ihrer Zivil-und Uniform-Bekleidungsstücke: Aendern, Flicken, Modernisieren. Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen. Eigene Maßschneiderei für Anzüge und Uniformen in höchster Vollendung 3175A A' o°oHo*o7 Nr. 185 Zweites Matt Gießener Anzeiger iGeneral-Anzetgrr für Gberheffen) Mittwoch. 7. August 1940 ßt n t s : 2Rit dem „Zögling" hoch in der Luft. — R e ch t s : Mit zwei Flugzeugen wird geschult. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Das Kanapee. vom Samslagnachmillag bis zum Sonntagabend findet im ganzen kreis wetterau ein Großeinsatz an freiwilligen Erntehelfern statt, zu dem der kreis- leiter folgenden Aufruf erläßt: Vom Samstag, dem 10. August, bis zum Sonntag, dem 11. August 1940, soll im ganzen Gebiet »es Kreises wetterau ein verstärkter Einsatz von reiwilligen Erntehelfern und Helferinnen durch- geführt werden. Für Gießen und die umliegenden Orte erfolgt die Organisation durch die Kreisleitung (Kreispropagandaleiter Pg. Rahner). Für die übri- gen Stadtbezirke Grünberg, Laubach, Hungen, Lich, Bad-Rauheim, Friedberg und Butzbach find die je- weiligen Ortsgruppenleiter mit der Durchführung der Aktion betraut worden. Diese stellen im Einvernehmen mit der Beamtenschaft, den Behördendienststellen, der SA. für die Wehrmannschaften, der H, des NSKK., des RSFK., der RS.-Frauenfchaft, Versuch, am 17. Juni 1894 in Krefeld, schlägt er vor den Augen seiner Verlobten, die noch im Sturz durch die obere Oeffnung ihres Schirmes das Versagen der neuen Funktion wahrnimmt, tot auf das Straßenpflafter. Als sie an die Leiche geführt wird, brechen ihre Nerven zusammen. Vier Wochen lang lassen ihr die Agenten Zeit zur Trauer. Dann jagt sie wieder rastlos und mutterseelenallein durch Europa, heute in Amsterdam, morgen in Wien, übermorgen in Nürnberg. Im harten Zwang ihres gefährlichen Berufes ist sie immun geworden. Sie hat ihr Leben auf den Fallschirm gesetzt und in jahrelanger Arbeit jetzt ihren ersten Paketfallschirm konstruiert, der ihren Absprüngen die äußerste Sicherheit geben kann. Sie läßt sich den Paketfallschirm patentieren und bringt im nächsten Jahre den Doppelfallschirm heraus, mit dem sie den Doppelabsturz riskiert. Auf einem Trapez unter dem Schirm sitzend trennt sie mit einem Messerschnitt das tragende Dach ab, stürzt erneut herunter, dis sich ein zweiter Schirm entfaltet, der sie sicher zur Erde trägt. Als sie, mit dem Vordringen des Flugzeuges, 1909 ihre Vorführungen abbricht, meldet sie sich in Johannisthal, um auf einem Wright-Doppeldecker das Flugzeugführerzeugnis zu erwerben. Der tödliche Absturz ihres Lehrers, Kapitän Paul Engelhardt, hat sie veranlaßt, später auf das Zeugnis zu verzichten. Von nun an gehörte ihr Leben der stillen Arbeit für die Luftfahrt. Der Weltkrieg nef sie wieder auf den Plan. In Berlin-Reinickendorf, gegenüber der Luftschiffhalle, arbeiteten vierzig Frauen unter ihrer Leitung an der Herstellung von Fallschirmen und Ballonhüllen. 1915 wurde ihr Fallschirm iir die deutsche Armee eingeführt. 5434 Schirme für die Luftschifser und Kurstadt sind entsetzt und die Kurverwaltung muß sich entschließen, den Start zu verbieten. Entschlossen folgt sie Lattemann nach Krefeld. Hier gelingt es ihnen, die Behörde zu täuschen: Lattemann lügt, daß es Kätchens siebte Ballonfahrt sei. Man hat nichts dagegen einzuwenden, wenn das kleine Fräulein nach dem Absprung Lattemanns den Ballon zur Landung bringt. Ein kouragierter Stadtvater bittet, mitgenommen zu werden.' Lattemann muß sich fügen, wenn er sich nicht verdächtig machen will. Aber als dann der Absturz geglückt und Kät- chen mit dem Magistratsherrn allein im Korb -ist, ^geschieht das Entsetzliche: mitten auf ein Bahngleis steuert der Ballon zu und in der Ferne dröhnt wie ein Ungeheuer ein V-Zug heran. Dem Mädchen schwinden die Sinne; im nächsten Augenblick werden sie zermalmt unter der Dampflokomotive liegen. Da, ein jäher Schrei, das Auskreischen der Bremsen und mit einem leichten Hopser setzt der Ballon über den Bahndamm hinweg auf einen Acker nieder. Bewußtlos wird das Mädchen aus dem Korb geholt: der schwere Ballonring war ihr bei der Ackerlandung auf den Kopf gefallen. Noch in der Nacht fährt sie mit Lattemann nach Nürnberg, ihrem ersten Absprung entgegen. Und als sie vierundzwanzig Stunden später auf dem Korbrand sitzt, sind die angsterfüllten Minuten unter dem Krefelder Himmel vergessen. Mit geschlossenen Augen läßt sie sich aus tausend Meter in das Nichts herunterfallen. Mitten in einem Hopfenfeld kommt sie wohlbehalten an. Ganz Nürnberg war vor die Stadtmauern geströmt, und als sie das Mädchen an spinnwebfeinen Fäden pendelnd herunterstürzen sahen, fielen viele Frauen in Ohnmacht. Das fliegende Fräulein ist über Nacht zur europäischen Sensation geworden. Kaum kann sie mit Lattemann allen Angeboten nachkommen. Dieser arbeitet längst an einer neuen Attraktion; er hat an seinem Ballon eine Fallschirmeinrichtung angebracht. Nach dem Absturz des Mädchens läßt er das Gas entweichen, so daß sich der entgaste Ballon zu einem Fallschirm zusammendrücken muß. Nur zweimal glückt chm das Experiment; beim dritten 147 Absprünge hat sie im Laufe der Jahre ohne nennenswerte Unfälle gemacht. Sie war in Deutschland populär geworden. Wenn ihr Ballon sanft entschwebte und im Winde schaukelte, reckten die Menschen in den Sttaßen in angstvoller Spannung die Hälse; Gottlob der Fallschirm öffnete sich, Kätchen Paulus war wieder einmal gerettet. In den Illustrierten Blättern sah man die Bilder vom „lachenden Kätchen" und als sie ein Reporter einmal fragte, ob sie bei ihren tollkühnen Sprüngen denn keine Angst habe, entgegnete sie ihm in unverfälschtem Frankfurterisch: „Mehr wie erunnerfalle kann ich net!". der HI., des BD7N. und den übrigen angeschlossenen Verbänden, Organisationen und Vereine die Zahl der einzusehenden Personen fest. Daß durch die Ortsgruppen vor allem die Parteigenossen organisiert werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Der Arbeitseinsatz erfolgt im vorherigen Benehmen mit den zuständigen Ortsbauernführern der in Irage kommenden Ortschaften. Es ist unbedingt dafür zu sorgen, daß am kommenden Wochenende auch tatsächlich gearbeitet wird, damit die Ernte so schnell wie möglich unter Dach und Fach kommt. Es muh eine Ehre für jeden Deutschen sein, der Landwirtschaft in dieser großen Zeit tatkräftig zur Seite zu stehen und zu beweisen, daß die Heimat- front sich bewußt ist, was sie unserer siegreichen Wehrmacht gegenüber schuldig ist. Auch hier gilt es, eine neue Schlacht zu schlagen! Backhaus, Kreisleiter. Flieger und etwa 1000 für die Nachrichten truppe sind aus chrer Werkstatt an die Front gegangen, dazu über tausend Ballonhüllen. Unzähligen Flie- gern und Beobachtern Hot ihr Fallschirm das Leben gerettet. Und als am 10. April 1917 vor Verdun zehn deutsche Fesselballons abgeschossen wurden, deren Besatzungen sich sämtlich mit den Fallschirm men der Frankfurterin retten konnten, überreichte ihr der Kommandierende General der Luftstreitkräfte, o. Hoeppner, das Derdienstkreuz für Kriegs» Hilfe. Hessische und bayerische Auszeichnungen folgten. Lange Jahre war der Name Kätchen Paulus dann vergessen. Erst 1935 beim Zusammentreffen der Vorkriegsflieger in Berlin, erinnerte man sich ihrer und feierte sie als die erste deutsche Fallschirm- pilottn. Wenige Monate später ist sie in Reinickendorf still gestorben. Jo Froesch. Bemerkungen. Wenn der Wind nicht aus der er» wünschten Richtung kommt, dann wird der „starke Mann gesucht, der die Windachse dreht". Neuerdings wird sogar ein „drehbarer Berg" verlangt. Wenn es sehr heiß ist, dann wird ein „Herrensalon" aufgemacht, das heißt, die ganze Bande schmiert sich mit Hautkreme em. Mit diesen Kostproben wollen wir es genug sein lassen. Sie zeugen davon, welcher frisch-fröhlicher Geist in der Segelflieger-Jugend herrscht. Selbstverständlich ist die ganze Schulüngsarbeit von einem großen Ernst bestimmt. Die Fluglehrer — gegenwärtig sind es Fluglehrer Karl S ch m i d t und Unteroffizier Seng — tragen alle Verantwortung. Geschult wird nach genauesten Dienstanweisungen. Die Flugzeuge werden ständig überprüft. Ueber jeden Flug wird genau Buch geführt. Mit einem Blick über die eindeutigen Zeichen orientiert sich der Fluglehrer sehr schnell über die Leistungen seiner Schüler. Er weiß genau, mos er dem einzelnen zumuten kann. Vor jeder Schulung muß sich der angehende Segelflieger verpflichten, 5 0 A r b e i t s - stunden beim Bau eines Segelflugzeug e s a b z u l e i st e n. Fleiß, Ausdauer, Idealismus und Mut — das sind die Eigenschaften, die der zukünftige deutsche Flieger in sich vereinigen muß. N. Alle helfen bei -er Ernte! Ein Aufruf des Kreisleiters. Wie Ludwig Ganghofer zu dem Stoff seines ersten erfolgreichen Volksstückes „Der Herr» gottfchmtzer von Ammergau" und zugleich zu einer wertvollen Lebenserfahrung kam, hat er selbst in seinen Erinnerungen humorvoll erzählt. Er war in München mit dem berühmten Komiker Richard Alexander befreundet uni» wanderte mit ihm im Jahre 1880 zu den Oberammergauer Festspielen. ^>ie nahmen den Weg über die Berge, verirrten sich in furchtbarem Regenwetter und kamen spät abends in Ammergau an, als das Spiel längst vorbei war. In ihrem schauderhaften Aufzug wurden sie in allen Hotels abgewiesen. Schließlich fanden sie Unterkunft bei einem braven Manne, der im Sommer Maurer und im Winter Herrgottschnitzer war. Sie bekamen eine winzige Stube mit einem Lederkanapee und einem Bett. Die beiden losten um das begehrte Bett und Ganghofer bekam das Kanapee, das'stein- hart war. Plötzlich aber verließ Alexander unter einem Vorwand das Bett und das Zimmer, worauf Ganghofer in das Bett stieg. Alexander kommt bald wieder und legt sich ruhig auf das*harte Kanapee. Es dauert nicht lange, so weiß der Mann im Bett, warum ihm dieses überlassen wurde: er wird furchtbar zerstochen. „Seit damals", schreibt Ganghofer, „ist mir, wenn Freunde teilen, die schlechtere Hälfte' immer die liebere. Und wenn mir später etwas kbief ging, dachte ich zum Trost immer an das Kanapee. c. K. Europas erste Lustheldin Erinnerungen an Kätchen Paulus. Heldenmut und Kühnheit deutscher Fallschirmjäger haben die Welt in Erstaunen gesetzt. Aus dem „Rettungsgürtel der Luft" haben geniale Strategie und deutscher Wagemut ein Angriffsmittel von überraschender Wirkung gemacht. — Die Entwicklungsgeschichte des Fallschirms ist aufs engste mit dem Namen Kätchen Paulus verknüpft, einer jungen Frankfurterin, die um die Jahrhundertwende durch ihre kühnen Abstürze Die Vorurteile gegen den Fallschirm zu bekämpfen mithalf; sie ist auch die Erfinderin des zusammenlegbaren Fallschirms gewesen. Es ist an einem heißen Julitag vor fünf Jahren. Ueber einem offenen Grab auf dem kleinen Friedhof der Dankeskirche im Norden Berlins spricht der Geistliche. Ein Schulkind trägt auf den Händen ein himmelblaues Ordenskissen, die Kriegsauszeichnungen der Verstorbenen. Oft hat Pfarrer Dor- row in den letzten Jahren der Greisin in ihrer kleinen Wohnung, umgeben von Trophäen und Erinnerungsstücken, gegenübergesessen. Er ist selbst im Kriege mit der Luftschiffertruppe ins Feld gezogen und hier vor dieser kleinen Trauergemeinde kann er nichts anderes, als noch einmal das Lebenswerk von Deutschlands erstem fliegenden Fräulein, von Europas erster Luftheldin zu preisen. Kätchen Paulus ist begraben. Auf dem frischen Hügel liegt ein Kranz mit rotweißer Schleife, der letzte Gruß ihrer Vaterstadt Frankfurt. Eine sonderbare. Fügung des Schicksals hat ihren Lebensweg bestimmt. 1893 war die Sechsundzwanzigjährige mit ihrer Mutter zur Kur in Wiesbaden. Im Garten ihres Pensionshauses ging ein Ballon nieder, mit dem der Luftschiffer Hermann Lattemann Fallschirmexperimente unternahm. Von Stund' an wich Kätchen Paulus nicht mehr von der Seite des interessanten Mannes und ein paar Monate später war sie seine Verlobte. In Ledergamaschen, Pluderhosen, eine Matrosenmütze keck auf die langen Zopfhaare gedrückt, stand sie ein paar Tage später im Kurgarten neben dem Ballonkorb; sie wollte mitfliegen. Die Gäste der wird, ist der „Startschnick". Er wird mit mehr oder weniger genau erwogener Energie „in die Gegend geschnirpst". Wenn er während des Fluges das Höhensteuer recht viel bewegt, dann „pumpt" er. Er „zieht" oder ,chrückt", er läßt das Flugzeug nach der einen oder anderen Seite „hängen". Ein besonderes Kapitel ist die Landung. Wenn er hart aufsetzt, dann hat er eine „Bumslandung" gemacht. f)at die Kufe („Schnauze") des „Zöglings" gar die Wiese aufgerissen, dann hat der junge Segelflieger „Erdöl gebohrt". Wenn er aber Mein holz" macht, dann ist es das ehrenrührigste, was ihm passieren kann. Er ist dann „Bruchpilot" und gerät für einige Tage in Acht und Bann. Vor spöttischen Bemerkungen kann er sich dann kaum mehr retten. Weniger ehrenrührig ist die Funktion des „Schwanzpiloten". „Schwanzpiloten" sind diejenigen beiden Kameraden, die das Flugzeug am Schwänze festhalten müssen, wenn das Gummiseil ausgezogen wird. Wenn der Wind in den Verspannungsdrähten der Maschine pfeift, dann ist das „Musik", oder: „es rauscht in den Schachtelhalmen". Wer im Flugzeug nicht genug „Fahrt" hat, und jeden Augenblick abzusacken droht, hangt wie eine „reife P laume" in der Luft. Aber auch sonst gibt es noch mancherlei spaßige Von Gtattfiguren, Attrappen und Bruchpiloten Erlauschtes aus dem Sprachgebrauch der Gießener Segelflieger. „Dilskuppe" — bei Maar und Lauterbach, das ist für die Gießener Segelflieger im NSFK. und für die Hitler-Jugend der Fliegergefolgschaften längst zu einem feststehenden Begriff geworden. Bilskuppe — das bedeutet Segelfluggelände, Hänge, leichtabfallende Wiesen, stetigen Wind über weiträumiger Landschaft, Thermik über reifenden Getreidefeldern, und es bedeutet für viele Hitlerjungen aus dem Bann 116 das früheste, das erste und sensattonelle Gefühl und Erlebnis des Fliegens. Gegenwärtig und für den Zeitraum von 6 Ferienwochen wird „geschult". Es finden drei Kurse statt, die über jeweils 10 Tage führen. Ziel ist, möglichst viele Teilnehmer soweit zu schulen, daß siedie A^rii» fung fliegen können. „^-Prüfung", das bedeutet 5 Flüge zu je 20 und 1 Flug über 30 Sekunden Dauer Ein Kursus ist bereits abgeschlossen. Von 36 Teilnehmern konnten 14 die A-Prüfung erfolgreich ablegen. Ein ausgezeichnetes Ergebnis! Der zweite Kursus ist seit einigen Tagen im Gange. Von den 40 beteiligten Hitlerjungen konnten bereits 8 die ,.A fliegen. Dabei war die Witterung dem Fluq- unterricht nicht sonderlich günstig. Ein besonderes Vergnügen bereitet es, die Segelflieger zu belauschen. Sie sprechen eine besondere und originelle Sprache. Diese Sprache der Segel- slieger, die naturgemäß Wandlungen unterworfen ist, ist plastisch und bildhaft. Einige Beispiele seien hier serviert. Ein angehender Segelflieger kann natürlich nicht gleich „fliegen". Er muß sich erst in einigen „Rutschern" üben. Das bedeutet für ihn, daß das Flugzeug bei den ersten Starts den Bod.en nicht verlassen darf. Die nächsten Stationen sind einige „Sprünge". Das Flugzeug erhebt sich nur wenig vom Boden. Was unter 10 Sekunden Flug- bauer liegt, ist „Sprung". Was über 10 Sekunden Flugdauer liegt ist schon „Flug". Der junge Segelflieger, der nur langsam kapiert, was er mit dem Steuerknüppel zu tun hat, ist eine „trübe Nuß". Wer sich gut anstellt, ist ein „Flieger". Unerläßlich für den Segelflug sind die „Gummihunde". Unermüdlich müssen sie das Gummiseil ausziehen, um das Flugzeug zu starten. Das geht oft vom frühen Morgen bis zum Abend. Wenn sie nicht mehr recht können, weil sie müde sind, bann werden sie „Startfiguren" genannt. Wenn sich die Gummihunde gar faul auf der Wiese räkeln und immer erst aufgerufen werden müssen, bevor sie sich in Bewegung setzen, bann sinken fic . zu „Attrappen" herab. Der junge Segelflieger, der auf bem Sitz festge- ' schnallt wird, nimmt im Augenblick vor dem Start ' „Richtungspunkt". Die Gewalt, mit der er gestartet : Aus der Stadt Gießen. Gternschnuppenglaube. Der August ist der Monat des größten Sternschnuppenfalls. Namentlich in der Zeit zwischen dem 9. und 13. August sehen wir diese leuchtenden Körper in großen Massen über den, nächtlichen Himmel schießen. Solche periodisch wiederkehrenden Sternschnuppenschwärme kennen die Astronomen über hundert. Außer dem Augustschwarm, den wir noch seinem Ausgangspunkt im Sternbild des Perseus als Perseiden bezeichnen, gibt es vor allem den Novemberschwarm aus dem Sternbild des Löwen, am 13. und 14. November, die sogenannten Leoniden, ferner als die bekanntesten die Lyriden um den 20. April, die Aquariden um den 6. Mai, die Drakoniden um den 16. Juni und die Andro- meiben um den 27. November. Die Wissenschaft sagt uns, daß es sich bei den Sternschnuppen um von außen in die Erdatmo- sp.häre eingedrungene kleine Körper, meistens aus Eisen und Stein, handelt, die mit ungeheurer Geschwindigkeit durch unsere Atmosphäre rasen, dabei zum Glühen kommen und in wenigen Sekunden verzehrt werden oder explodieren. Verlängert man die Bahnen der Sternschnuppen eines Schwarms nach rückwärts, so treffen die Verlängerungen sich in einem Punkt, aus dem die Sternschnuppen also herzukommen scheinen und der darum der Ausgangspunkt oder Radiant genannt wird. Manche der Sternschnuppenschwärme stehen mit einem Kometen in Zusammenhang und werden ausgelöst, wenn die Erde die Kometenbahn kreuzt, andere kommen aus dem Unendlichen und sind Fremdkörper, die sich aus bem Kosmos in unsere Sonnen- , weit verirren. . Das ist die Aussage der Wissenschaft. Was aber , sagt das Volk, das zu allen Zeiten zum nächtlichen Sternenhimmel emporgeblickt und sich über die leuch» lenden Feuerbahnen der Sternschnuppen seine eigenen Gedanken gemacht hat? Das wunderbare Schauspiel der durch den Himmel schießenden Sterne, die manchmal noch eine sekundenlange Leuchtspur zurücklassen, kann feinen Eindruck auf die empfänglichen Gemüter einfacher Menschen nicht verfehlen. Meistens ist dieser Vorgang als freundliches, glückverheißendes Zeichen empfunden worden, und wir alle kennen den Glauben, daß man sich beim Anblick einer Sternschnuppe rasch etwas wünschen müsse, denn „das geht in Erfüllung". Da aber die meisten Sternschnuppen nur sekundenkurz aufleuchten, kommt man mit dem Wünschen zu spät, wenn man sich nun erst darauf besinnt. Daher heißt es auch, das, woran man denkt, wenn man eine Sternschnuppe sieht, wird eine günstige Wendung nehmen. Wir kennen auch das Märchett von den Sterntalern, die dem armen Kinde vom Himmel regnen, worin sich ein alter Volksglaube verbirgt, daß dort, wo ein Sternschnuppe niederfällt, ein großer Schatz vergraben fei. Eine tiefsinnige Vorstellung vom Ursprung der Sternschnuppen beseelte die alten Inder. Sie glaubten, daß der Mensch durch Studium der Veda und durch vorbildlichen Erdenwandel der Lichtnatur teilhaftig werden und als Sternwesen an den Himmel erhoben werden könne. Doch nicht für immer. Einmal ist der Lohn für die guten Taten abgelaufen, und dann fällt das Sternwesen vom Himmel herab, um ein neues Erdendasein anzutreten. Eine Be- eelung der fallenden Sterne und ihren Zusammenhang mit den Seelen Verstorbener finden wir überhaupt häufig. Der antiken Vorstellung, die ihre großen Toten als leuchtende Sternbilder an den Himmel versetzt, steht die andere Auffassung gegenüber, daß für jeden Menschen bei seiner Geburt ein Stern am Himmel erscheint, im Augenblick feines Todes aber dieser sein Stern erlöschend herabstürzt. Darum sagte man, daß in einer Nacht, in der ein reicher Sternschnuppenfall njebergegangen war, viele Menschen gestorben seien. Anderseits findet sich aber auch der Glaube, daß Sternschnuppen den Tod eines Menschen oder den vieler Menschen Vorhersagen, und zwar sollen die Menschen dort sterüen, wohin die niederschießenden ©ferne zeigen. So sehen wir, daß der glückverheißenden Bedeu- tuna der Sternschnuppen auch eine unheilverkündende entgegensteht, wie es fast immer beim Volksglauben ist, wo dasselbe Zeichen bald Glück, bald Unglück bedeutet. Brände, für die man keine Ur- 9J.4porf (Nachdruck verboten.) 20. Fortsetzung. bedacht. Da es aüfadjört hat zu regnen, ist es selbst. „ßaben Sie vielleicht »«er eine fflut, die Sie verständlich, daß Heinz um fünf Uhr das Motor. I sich heraussahren müssen? lacht Tilde und wech Mit der Jovialität seines Alters zeigt er ihr nach Tisch die Fabrik, und wenn ihr etwas gefällt, fragt er sie, ob er chr etwas schenken dürfe. Es ist er* sichtlich, daß er nach einem Ausgleich sucht, daß er aber das Verhältnis, in dem sie und Heinz zueinander stehen, keineswegs erkennt. Tilde sieht rie. sige, runde Oefen, die voll Formen gepackt werden, sieht Männer und Frauen an Tischen sitzen und ihre Arbeit verrichten. Sie wirft einen Blick in die Kontore und stellt sich vor, wie es wäre, wenn sie statt in Berlin in einem dieser Kontore säße, und sie ist froh, als der Alte sich verabschiedet. „Um vier kommt der Architekt aus Berlin mit dem Entwurf für unser Ausstellungshaus", sagt Paul Deetjen noch zu seinem Sohne. „Du b-ist doch dann da?" „Ich wosite —" zögert der. Wieder mischt sich Greta Kranick ein. „Sie trinken inzwischen eine Tasse Kaffee bei mir", bittet sie ,Kann ich." Er ist wie verwandelt. Er ist wieder ganz der junge Mensch auf der elektrischen Bahn in Berlin und nicht der Kamerad von gestern abend. Es ist ihm etwas quer gegangen, und nun ist er ärgerlich. Tilde. . Tilde ist rechtschaffen müde, als sie tu den bequemen Ohrensessel bei Greta sinkt. Es ist noch einmal gut gegangen, Heinz ist so eifrig bei der Arbeit gewesen, daß sie kaum miteinander geredet haben. Aber Tilde weiß, daß es nicht immer so sein wird, und sie weih auch, daß der Kampf ausgefochten werden muß. Die kleine Frau scheint eine Erklärung zu erwarten, aber sie ist zu feinfühlend, um selbst eine Frage zu stellen. Tilde wieder möchte sich ihr anvertrauen und hat doch nicht den Mut dazu. Und dabei wäre es so einfach, alles klar zu sagen. Es ist doch nichts dabei, wenn man einen Auftrag übernimmt und diesen Auftrag durchführen will. Sre, Tilde, ist diesem*Heinz Deetjen nicht verpflichtet. Oder ist sie es doch? . Merkwürdig, solche Verpflichtungen schemen aus dem Nichts zu erwachsen. So kommt es, daß auch diese Gelegenheit vor- um Tor auf. Kurz vor Schluß gelang ihnen der Siegestreffer. Tufpo. Rodheim — VfD.-R. 0:4 (0:2). Die Mannschaft des VfB.-R. schlug sich auf dem! kleinen und ungewohnten Platz sehr gut. Schon die ersten 10 Minuten sahen die Gäste im Vorteil und technisch überlegen. Nach 20 Minuten fiel der erste Treffer durch Rohn, dem gut vorgearbeitet war. Gießen drängte in der Folge und diktierte das Spielgeschehen. Nicolai erhöhte bis zur Pause auf 2:0. Nach dem Wechsel strengte sich Rodheim mächtig an, die Gastgeber kamen auch zum Schuß, aber Barschel im Tor hielt ausgezeichnet. Ein drittes Tor, von Rohn er,zielt, wurde nicht anerkannt. 3:12,8 Mm. M Endstan d: 1. Deutschland 104, 2. Italien 74 P. Fußball um die Knegserinnerungsplakette. I. blasse: Garbenleich — Steinberg 5:6 (4:1). Wohl niemand hätte daran geglaubt, daß es den Steinbergern so schwer fallen würde, in Garbenteich zu siegen, und doch hätte es beinahe eine Überraschung gegeben. Die Platzherren gingen in der ersten Spielhälfte auf und davon und ließen die Steinberger nicht zur Entfaltung kommen. Bis zur Pause hatten die Platzherren sich eine klare 4:1-Führung erkämpft. Nach dem Wechsel erhöhte Garbenteich zwar auf 5:1, doch dann kamen die Steinberger immer besser ins Spiel und holten Tor nicht, ob sie sich auch ärgern oder ob sie traurig i ein soll. \ Statt einer Antwort steigt er auf, kuppelt und | egt um die Ecke. 1 Nun kann ich ja ruhig auf der Insel bleiben, : denkt Tilde. Erstens ist das Dilemma gelöst und zweitens ist es billiger. Aber schöner war es doch gestern. 19. Es gibt Tage, an denen einem alles davonläuft. Solch ein Tag ist heute für Tilde. Natürlich hat es nach dem Regen besonders viel Mücken gegeben, und natürlich ist das Gazefensterchen undicht, und die Biester haben das Loch, so klein es auch iff? gefunden. Dazu steigt die Feuchtigkeit vom Boden auf, und man kommt sich wie in einem Treibhause vor, nur, daß es in diesem Treibhaufe in später. Nacht abscheulich kalt wird. Tilde überlegt, ob sie der > Mücken wegen in das andere Zelt übersiedeln sollte, es kann ja sein, daß es dichter ist. Der Gedanke wird sofort zur Seite geschoben, denn ebenso ist es möglich, daß der wahre Besitzer Mitten in der Nacht ankommt. , Bei Heinz Deetjen muß man Mit jeder Möglichkeit rechnen. Am Morgen macht Tilde das Vormittagsprogramm aus Schwimmen, Dauerlauf, Frühstück, Abwasch und Sonnenbraterei wie eine lästtge Pflicht ab. Sie kann es nicht hindern, daß sie bann und mann nach Gussow hinüberäugt und sich besonders mit dem Steg beim Bauer Hagemann beschäftigt. Aber man kann so oft Hinsehen, wie man will. Auch dort bleibt alles ruhig. Tilde macht einen Marsch über die Insel und hat dabei Zeit genug zum Nachdenken. Im Laufe dieser Denkarbeit' findet sie, daß ihr allerlei zugemutet wird. Man kann doch nicht einfach über einen Menschen, den man nicht kennt, bestimmen, als ob er ejne Sache wäre. Und man kann, wenn besagter zweiter Mensch sich wehrt, nicht haushoch einschnappen. Tilde fängt, ohne es zu merken, im Gehen an ■ laut zu reden. . : „So haben wir nämlich nicht gewettet, mein ne» t ber Herr Deetjen, bestimmt nicht, und wenn Sie . mich zehnmal aus dem versackten Zelt herausbeför- > dert haben. Auch nicht, weil Sie mir einen Groschen \ gepumpt haben, Herr Deetjen. Das erste war'selbst- Die schöneMeiusme Roman bon Hans Rickstev verlauf: alles zugeteilt. Strafkammer Gießen. H. G. aus Melbach (Kreis Friedberg) war angeklagt, sich von 1934 bis 1940 des Unterstützungs- betruas schuldig gemacht zu haben. Der Mann hatte angegeben, er sei nicht arbeitsfähig. Er erhielt dann Die Sehnsucht nach gutem Theater ift der Gefühlsausdruck breitester Schichten. Darum legt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" besonderen Wert auf ihren Spielplan, der für 1940/41 jetzt wieder für ihre Mitglieder und alle, die es werden wollen, aufgestellt ist. . Einen solchen Spielplan auszubalancieren, i|t immer wichtigste Aufbauarbeit des Theaterleiters. Sie erfordert besonders Ernst und Ueberlegung in einer Zeit, in der das Gesicht des Publikums sich im Zuge ber Neuformung deutscher Kultur wandelt, wie das in ber Mitglied eroraanifation ber NSG. „Kraft durch Freude" von Jahr zu Jahr deutlicher erkennbar ist. Auch für die verantwortlichen Man- ner dieser Organisation ist die Siebung und Sichtung für ihren Spielplanentwurf eine nicht leichte Aufgabe, die den Einsatz aller Kräfte in ihrem Ar- beits- und Wirkungsbereich fordert. Denn der Spielplan kann nur Werbekraft entfalten, wenn er zielbewußten Willen zeigt, eine klare Disposition und ein wohlabgewogenes Ganzes bildet, das Eharakter und Profil hat. Dabei gilt es nicht nur eine Fülle ber verschiedensten Erwartungen und Wünsche im Rahmen des Möglichen zu erfüllen, sondern der eigentliche Faktor bleibt immer das Erfordernis, in dem bestimmten und deutlichen Kreis der Aufgabe zu bleiben: Jedem Schaffenden, die von selbst nicht immer leicht zu findende Möglichkeit wertvoller Erholung und Anregung zu geben. Die Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Gießen ist für diese kulturellen Bestrebungen eine wertvolle Hilfe. Durch die künstlerischen und technischen Möglich- rab herausholt und mit ihr zusammen ab fährt. Der Sandweg ist glitschig geworden und schwer zu fahren. Eine Unterhaltung ist also nicht möglich. Erst als sie bei Hagemann auf dem Hof halten und er die Maschine untergestellt hat, kommt es dazu. „Morgen früh trudeln mir wieder herüber", agt er. Tilde fühlt, daß sie sich, wenn sie auch heute abend auf ber Insel bleibt, so an ihn binbet, baß ie es überhaupt nicht mehr sagen kann. Also be- chließt sie, den Knoten yiit einem Schlage zu durchhauen. .„Morgen kann ich nicht", sagt sie. „Aber das geht doch nicht." „Es muß gehen. Ich hätte es Ihnen schon vorhin gesagt, Heinz, aber bei der Schaukelei konnte man ja kein vernünftiges Wort herausbringen. Und gefragt haben Sie mich bisher auch nicht. Also, ich habe mich heute mit Freunden verabredet und bin auch morgen mit denen zusammen. Ich bleibe heute auch nicht auf ber Insel, sondern ich fahre nach der Waldmühle." „Und dort?" will er wissen. . Sie müht sich, ein gleichgültiges Gesicht zu machen. „Dort werde ich morgen erwartet, und wir fahren bann im Auto fort. Frühestens übermorgen bin ich wieder da. Sie müssen eben sehen, wie Sic ohne Modell auskommen. Schließlich bin ich dock nicht die schöne Melusine, sondern Tilde Rohlof aus Berlin, und schließlich" — sie will sagen, baß sie versuchen wolle, es übermorgen wieder möglich zu machen, aber dazu kommt sie nicht. Er ist nach bem Schuppen gegangen und zieht das Motorrad heraus. „Wo wollen Sie denn hin?" fragt sie. Er tritt auf den Starthebel und läßt die Maschine einen abscheulichen Krach machen. „Nach Hause", sagt er. „Bei dem nassen Boden will ich auch nicht im Zelt herumliegen." Tilde ärgert sich. „Sie könnten mir wenigstens , noch beim Boot helfen, Heinz." verständlich, das zweite war Kavalierspflicht. Und drittens bin ich nicht Ihr Modell, und viertens hat sogar ein Modell eine Meinung. Fünftens läßt man nicht eine Dame glattweg stehen und sechstens — und siebentens--" Sie stößt an einen Stein, und weil das gerade an einem Fleck geschieht, wo das Seeufer nicht weit ist, nimmt sie ihn auf, streckt sich, wie sie das gelernt hat, und schleudert ihn ins Wasser. Weil er weit genug draußen aufklatscht, ist sie mit sich selber zufrieden und vergleicht sich mit der bekannten Brunhilde, die mit dem schlappen König Gunther kämpft und von einem gewissen Siegfried in höchst unsportlicher Weise übertölpelt wird. Daß daraus eine historische Feindschaft entsteht, die Siegfried das Leben kostet, scheint ihr im Augenblick nur recht und billig. Den Streit der Königinnen am Münstertor übersieht sie großzügig. ► „So sind die Männer", sagt sie. Man faßt leicht Entschlüsse, wenn man ärgerlich ist. Tilde beschließt, kurz und radikal ein Ende zu machen, und sie empfindet im Unterbewußtsein, daß sie damit ja wieder einen Knoten durchschlägt. Keine Verpflichtungen diesem Herrn Deetjen gegenüber bedeutet ja nichts anderes, als in Ruhe feinen anderen Verpflichtungen zu Hellwig & Holzmann nachkommen zu können. Außerdem hat die Firma, wenn man so will, auch die älteren und die höheren Rechte. Deshalb wird zwischen zehn und elf das Zelt abgeschlagen, und als kurz nach elf das „Lot- teten" die Insel verläßt, ist es voll beladen und kann neuen Ufern entgegensteuern. Man nennt bas: eine Episode beenden. Der Wind weht heute so günstig, daß Tilde nicht einmal zu paddeln braucht. Also wird ber Treiber gesetzt, und das gute „Lotteken" weiß allein, was es zu tun hat. Nimmt Kurs auf die Ausfahrt zum Mückenfließ, passiert das Fließ in ruhiger, langsamer Fabrt und wirb auf dem Lüchower See schneller. Als Tilde sich bem Steg von Lüchow nähert, stehen ein paar Menschen am Ufer, von denen sie beim Näherkommen als ersten Wilhelm Hellwig erkennt. Neben ihm die Dame ist — nein, bas muß eine Täuschung sein, aber es bleibt so — Agnes Sprenger, unb wieder neben ihr steht ein ‘ Herr, der sich nicht ausmachen läßt. . (Fortsetzung folgt.) sache finden konnte, führte man früher auf Entt zünbung durch Sternschnuppen zurück, woraus sich Der Name Heerbrand für die Sternschnuppen erklärt. Es ift auch ein alter Zauberspruch dagegen überliefert. Beim Anblick ber Sternschnuppen mußte man sich in bie Haare fassen unb laut fagen: „iieer* branb stoh! Seo vil Hoore, seo vil Johre! Tob, Krieg, Seuchen, Feuersbrünste, Unwetter, alles mögliche Unyeil sollten bie Sternschnuppen heraufführen, unb hier verwischt sich bie Grenze zu ihren größeren Brübern, den Meteoren oder Feuerkugeln, die fast allgemein vom Volk gefürchtet werben. Eine dichterische Verkläruna erhalten die Sternschnuppen in dem Namen Laurentiustränen. Da der größte Sternschnuppenfall um den 10. August herum zu beobachten ist, bem Tage des heiligen Laurentius, so heißt es, baß ber Himmel meine aus Mitleib über das Martyrium biefes Heiligen, der im Jahre 258 auf bem glühenben Rost gebraten wurde. Eine ebenfalls dichterische, aber weit derbere Auffassung drückt sich in dem Namen Sternschnuppe, manchmal auch Sternschneuze, selbst aus. Das Volk hatte dabei die Vorstellung der alten Lampen vor Augen, bie geputzt ober geschneuzt werben mußten, unb sah in bem nieberfallenben Himmelslicht den leuchtenden Abfall eines Sternes, der geputzt wurde. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Mädchen im Vorzimmer." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wald- winter". Rottzen für den 7. August. Sonnenaufgang 5.28 Uhr, Sonnenuntergang 20.42 Uhr. — Mondaufgang 10.17 Uhr, Monduntergang 22.09 Uhr. von der Gemeinde Melbach insgesamt ungefähr 6000 RM. Unterstützungsgelb. Ferner würbe zu feinem unb seiner Familie Unterhalt burch behördliche Vermittlung frembe Hilfe in Anspruch genommen. Unb bas alles, währenb er sich ohne jebe Hemmung bem Müßiggang ergab. In ber Gerichtsverhanblung erklärten die als Zeugen vernommenen Personen übereinstimmend, ber Angeklagte sei arbeitsfähig, er habe aber nie arbeiten wollen. Der über ben Gefunbheitszustanb des Angeklagten gehörte Sachverstanbige ist davon überzeugt, baß sich G. Aetzwunben an benJBemen durch Anwenbung von Salzsäure unb Kalisalpeter elbst beigebracht hat, um sich als arbeitsunfähig ausgeben zu können, während der Sachverständige ihn für voll arbeitsfähig hält. Der Vertreter der Anklage betonte, G. fei ein willenloser Psychopath, der sich geschworen habe, nie mehr zu arbeiten. Der Angeklagte müsse aber zur Arbeit erzogen werden. Der Staatsanwalt beantragte gegen ben Angeklagten eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und eine Haftstrafe von sechs Wochen, ferner Ueberweifung in em Arbeitshaus. Der Angeklagte wurde zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis, abzüglich drei Monate -Untersuchungshaft, und zu einer Haftstrafe von sechs Wochen verurteilt, die durch bie Untersuchungshaft als verbüßt gilt. Weiterhin würbe seine Uebermet- sung in ein Arbeitshaus angeorbnet, Landkreis Gießen. * Hungen, 6. August. Unweit unserer Stadt ereignete sich gestern gegen 13 Uhr ein Verkehrs- u n s a l l. Ein Lastkraftwagen aus Gießen, der einen Milchwagen überholen wollte, streifte bas Fahrzeug und beschädigte es erheblich. Da der Lastkraftwagenlenker anscheinend sein Fahrzeug nicht rechtzeitig zum l D ann ab er w ar Nicolas wi über nun nicht verletzt. ^rlaae von Nicolai. Dann flaute da? Spiel merU * Geilshausen, 7. Aug. Oberstarzt Dr Wol - 9 - ^ß als verdienter Sieger den kewitz von Gießen hatte bas große Weidmanns- ucy ao. Gieren heil, in seinem JagdbezirksGeilshausen Ende oonger 3- Griiningen - Steinbach 2:5 (1:1). unb Anfang dieser Woche I e et n ©t Das batten sich die Grüninger nicht träumen las- westlich iur Verminderung des^MMchndens "en stm Ü°ß ,ie ge^n SW!* und ^Schwarzwild in dieser Legend anrichie. beige- un ergehen wurden. D.e ^e^atte^hre^N tragen Für die übrigeni 3agbausubungsberecfjtlgten ht f. 3£ S freimad)te und den Führungs- zur Nachahmung empfohlen. tresser erzielte. Die Gäste glichen noch °°r der Oie Straßenbahnfahrkarte radiert: 3 Monate Gefängnis! teiirigung beschränken unb konnten Nicht verhindern, r _rf . . daß bie Gäste auf 5:2 davonzogen. LPD. Frankfurt a.M, «.August. Als in der _ Qco6en.£ln!)m 7:1 (2:1). Straßenbahn ein 36jahrlges Mädchen feine gelbe Niederlage Großen-Lindens überrascht. Karte vorzeigte, fiel es auf, bafj barauf raöiert mar ^naener jinb, wie man sieht, daheim sehr Das Mädchen gestand, radiert zu haben. Es hatte » schlagen. Bis zur Pause konnten die sich jetzt wegen schwerer Urkundenfälschung und.ver- &a5 Spiel noch einigermaßen offenhalten, suchten Betrugs vor demAmtsgencht zu verantworten. ' machten sich die Ermüdungserscheinungen der Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Die Angeklagte habe den Hoch- ä . Linden — Heuchelheim 5:3 (0:2). betrieb bei der Straßenbahn ausnutzen wollen und EmÄndrn gab es einen spannenden Kampf, gewußt, daß eben nicht immer eine Genaue b7elei^^lAöeer"en verdient für sich entscheiden trolle möglich sei. Das Gericht ^kannte auf die Mm- . . Bei Beginn des Spieles sah es allerdings d-ststraf- °°n d r °, M ° n a t ° n G - f ° n g n i ierP Platzherren aue. Die frankfurter Schlachlviehmarkt. Gäste diktierten das Spielgeschehen und konnten Frankfurt a.M., 7. August. (Vorbericht.) Gs ^urct) sich^e^Gaste ausgegeben, kosteten: Kälber 30 bis 59 RM., Hammel 20 bisi 51, P^tzherren holten ein Tor auf, doch sofort nach Schafe 10 bis 44, Schweins 53 bis 59 RM. Markt- Renten bie Gäste bie alte Torbifferenz wie- verlauf: alles zugeteilt. ber her. In der Folge waren die Dlatzherren em- // heutig überlegen unb ft eilten durch vier weiter' Tore den Sieg sicher. Im Monat August bieten wir siebentägigen Ferienaufenthalt jeweils von Samstag zu Samstag in den Kreisen Büdingen und Schotten. 35280 Teilnehmerpreis 22,— RM. (ohne Fahrt). Nächster Aufenthalt in der Zeit vom 10.8. bis 17.8.1940. Anmeldungen bis spätestens Mittwoch in unserer Verkaufsstelle, Seltersweg 60. Gemeinde-Sporttag in Gießen-Klein-Linden. Die Vorbereitungen für den am Sonntag, dem 11. August, geplanten Gemeindesporttag find im Gange. Für die 12 Klassen sind insgesamt 263 Teilnehmer gemeldet. Erfreulicherweise sind auch die Meldungen der Teilnehmer aus den Geburtsjahr- gangen vor 1900 zahlreich eingegangen. Auch zu den Wettkämpfen im Schwimmen liegt eine stattliche Anzahl Meldungen vor. Den ersten Siegern in den einzelnen Klaffen werden Eichenkränze überreicht jperden. Die übrigen Sieger werden mit Siegernadeln ausgezeichnet. Ein Kind tödlich verunglückt. Gestern gegen 15 Uhr geriet bas 3^jährige Töchterchen bes Schlossers Richard Luh in der Schul- ftraße zu Klein-Linden unter einen Lastkraftwagen unb würbe habet so schwer verletzt, daß es nach seiner Verbringung in das Evangelische Schwesternhaus in Gießen verstarb. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht völlig geklärt, da bei dem Unfall keinerlei Zeugen zugegen waren. Gießener Schlachtviehmartt. Auf dem gesttigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 44,5 Rpf., Bullen 39 bis 49,5, Kühe 18 bis 50, Färsen 40 bis 48,5, Kälber 20 bis 57, Hümmel 38 bis 50 Rpf. je 1la kg Lebendgewicht, Ziegen 12,— bis 26,— RM, je Stück. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,16 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,16 RM., c (90 bis 119,5 kg) 1,14 RM., d (80 bis 89,5 kg) 1,08 RM., e—f (unter 80 kg) 1,04 RM., gl (fette Speck- fauen) 1,16 RM., i (Altschneider) 1,16 RM., g2 (andere Sauen) 1,08 RM., h (Eber) 1,08 RM. Markt- Der neue Spielplan von „Kraft durch Freude., Oie Ergebnisse Zwei Theaterringe zu 8 und 16 Vorstellungen. des Leichtathletik-Länderkampfes. ketten di-fes Theaters ist es dem Th-aterring sogar Die Kämpfe de» Samstags. , möglich, ben Mitgliedern die kostspieligste Gattung 400 Meter: 1. Harbig (D.) 47,0; 2. Lanzi des Theaters, die Oper, als schönes und verpflichten» 47 4. 3. Linnhoff (D.) 48,3; 4. Misstm (I.) bes Geschenk in die Hände zu legen. I 49 n. 400 Meter Hürden: 1. Mayr (2).) 54,6; Zwei Ringe find gebildet worden, von denen berl 5antone (I.) 54,9; 3. Colautti (I.) 55,1; 4. Brand eine 16 Aufführungen unb ber andere 8 umspannt. (2) \ 56 q. Stabhochsprung: 1. Glötzner (D.) Für den großen Ring beginnen die Aufführungen Z gg; 2. Haunzwickel (D.) 3,80; 3. Ballerini (Ä ) am 21.September 1940 unb enben am 15.Mai 4 Romeo (I.) 3,60 Meter. Hammerwer'- 1941. Nach ber einen Aufführung dieses Monats 5'^'. { äßin (D.) 54,57; 2. Blast (D.) 51,98; 3. bringt der Oktober drei, ber November zwei, ber ^perina (I.) 48,90; 4. Cantagalli (I.) 47,02 Me- Dezember eine. 1941 finben_statt: im Januar dM ter 200 Meter: 1. Monti (I.) 21,9; 2. Mellero- im Februar eine, Im März zwei, im April brei unb . 21,9 (Handbreite); 3. Gonnelli (I ) 22,0; im Mai eine. Der kleine Ring beginnt am 7.0h 4 sßönecfe (£>.) 22,4 Sek. Speerwerfen: 1. tober 1940 unb enbet am 5. Mai 1941. Die 2luf- hger(t (j) 67,85; 2. Loose (D.) 62,19; 3. Rossi (I.) führungen finb hier folgenberrnaßen verteilt: irn ^06-4. Dukassina (I.) 55,44 Meter. 1 0000 Me- Oktober zwei, im November eine, 1941: 'Januar ter; 4 Syring (D.) 30:25,2; 2. Beviaqua (I.) eine, Februar zwei, März eine unb Mai eine. 39-2'7 5 fötal. Rekord)^ 3. Haushofer (D.) 32:11,8; Die Gruppierung ber einzelnen Gattungen, der 4-Sesttni (I.) 33:01 Min. Weitsprung: 1. Pe- Opern, Operetten, ber Schau- unb Lustspiele ist ab- K* z^x 7,23-. 2. Maffei (I.) 7,20; 3. Wikelski wechslungsreich. CD.) 7,17; 4. Luther (D.) 7,01 Meter. 4X100 = Auf allen biesen Gebieten künstlerischer £ar- hjuter- 1 Deutschland Dr. Pöschl-Mellerowicz- stellungen ist eine reiche Saat ausgestreut, bie, wie Neckermann-Kersch) 41,4; 2. Italien (Gritti-Daelli- zu hoffen ist, gute Früchte bringen wirb. Für bie Mariani-Gonnelli) 41,4 Sek. (Handbreite), esr/ts SÄhffi™ «»«w«1 "■ *" "■?. u»“ * 1 «*• - , ihr Bestreben, ihren Mitgliebern bas Beste zu bie- 800 Meter: 1. Harbig (D.) 1:47,8; 2. Lanzi ten, wirb sich wieder in Beitritten zahlreicher neuer (I.) 1:49,3; 3. Brand scheit (D.) 1:52,4; 4. Dore- Mitglieder und in weiterer Uebemahme von Paten- scenzi (I.) 1:52,6 Min. 110 - M eter-H ürd e n: fchaften durch die Betriebssichrer auswirfeit. 1. Becker (D.) 15,3; 2. Ealdano (I.) 15,4; 3. Leitner - (D.) 15,6; 4. Eritale (I.) 15,7 Sek. Diskus: 1. Wotapek (D.) 47,54; 2. Cvnsolini (I.) 47,47; 3. Bianoani (I.) 46,46; 4., Tunner (D.) 43,44 Meter. Hochsprung: L Nacke (D.) 1,93; 2. Gampagner (I.) 1,90; 3. Koppenwallner (D.) 1,90; 4. Taghetti (I.) 1,80 Meter. 1500 Meter: 1. Kaindl (D.) 3 54 4; 2. Giesen (D.) 3:55,6; 3. Ditale (I.) 4:00,6; 4 Colombo (I.) 4:03,6 Meter. 100 Meter: 1. Mellerowicz (D.) 10,6; 2. Kersch (D.) 10,8; 3. Monti (I.) 10,9; 4. Gritti (I.) 10,9 Sek. Kugel: 1. Dr. Luh (D.) Gießen (DsB.-R.) 14,98; 2. Profett (I.) 14,63; 3. Paolone (I.) 14,56; 4. Bongen (D.) 14,51 Meter. Dreisprung: 1. Gleim (D.) 14,79; 2. Vogt (D.) 14,50; 3. Bettaglio (I.) 14,36; 4. Pel- larini (I.) 14,35' Meter. 5 0 00 Meter: 1. Beviaqua (I.) 14:52,2; 2. Eitel (D.) 14:53,2; 3. Maftro- ienni (I.) 15:23,8; 4. Seidenschnur (D.) 15:47,6 iMeter. 4 X 4 0 0 - M e t e r - St a f f e l: 1. Deutschland (Ahrens, Wieland, Linnhoff, Harbig) 3:12,0; 2. Italien (Donnini, Ferasutti, Dorescenzi, Lanzi)