tiln 1 bil teil. nib bty >90. Jahrgang Nr. >33 Erschein! täglich, anker Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-B ezugsvreis: Mit 4 Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte * 1.80 Zustellgebühr„ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt bernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift „Anzeiger" Postscheck 11686 ^rantf^M. Gietzener Anzeiger Brfi6TOeUnii>erfitätsbnial Wl M .wie- fee, ßen ani es' eins rnad n, JUli stom, ine Dar ea nem rlicmiai |M i in W iw grol l T, wat tfflpten Llcheh flt Mis Mätzunc kn aus Mpten Ingen, linöafril Men m yiifion per El et iw< en oech atz Syi iieitL t«r eil rifte Auch big, int ui den LMl r) Rohs Mir Aom, liliens, mien sii Pulen 2 Men, l VhenK reits n > iüe m «Rand Aden v »betioi •m Jftgunt sanmi i *50 8fi ® tuii W 3 • USA ft $em ■eiteret BiUftree Wn nicht »eiten M? | O H "hl!! Jonld me. 1005 neue Minenfelder an Italiens Küsten. Rom, 6. Juni. (Europapreß.) An den Küsten Mens, Albaniens und der Besitzungen und Kalorien sind Minenfelder gelegt worden von zwölf Nilen Breite. Um die Häfen dieser Küsten zu er- Amerika gegen sich selbst? Giornale d'Jtalia zu Churchills Be- WÜhungen um amerikanische Intervention, Rom, 6. Juni. (DNB.) Unter der Ueberschrift „Lmerika gegen sich selbst" unterstreicht das halb- ontliche „Giornale d'Jtalia", daß die Unterhausrede Churchills vor allem den Vereinigten Staa- tin gegolten habe. Er habe es hauptsächlich auf jene amerikanischen Kreise abgesehen, die eine In- tiroention Amerikas für den Fall vorsahen, raß England und Frankreich nicht imstande sind, tdi Krieg nur mit ihren Kräften zu gewinnen. Mer Tag schien nun gekommen zu sein. Die Mög- l ltkest eines unmittelbaren und aktiven Bündnisses zwischen den Vereinigten Staaten und den beiden jWerialen Demokratien Europas lasse Deutschland iiiD Italien vollkommen ruhig. Je mehr England und Frankreich Gebiete, Verteidigungslinie, Soldatin, Waffen und Produktionszentren verlören, um 1 in b« ie 81. [rbei! ®ÜET I dlllh lch DL iftfc ) in bii HIN! nmnfc luf te ntn uii umbr ergeb ie So: ibe, ül: cht.V: n WÄ e Zch!:! : reM ts in ^1 iponie i-’i 2m. 1*1 । Spch- Gerat.s nieriflN >en 6r y Boring uiM Schnitt ©uatöic Sild. tr: id),nüt , die k reichet :.€5 Mit iti ienAr liegt guigtt > aus I $1. »8Tb eihtz «aid Hiiii N, 'M 1 ein men, l schel'-l In fc i nW I =Iodk| Kleine politische Nachrichten. 150 Italiener, der größte Teil von ihnen Frauen tni Kinder verließen Haifa mit dem italieni- km Dampfer „Galata". Eine weitere Gruppe r Unordnung geraten, aber wir verlassen uns auf das gute Verhältnis zu der Nation, die uns A nächsten steht und die uns Unabhängigkeit und yifcgrität für die Zukunft sichern wird/ Er er- uitrte auch an die Unterbrechung der Verbindun- gn zwischen dem dänischen Mutterlande und den vuäern und Grönland mit dem Hinzufügen, daß M beklagenswerte Unterbrechung sicher nur eine anbergehende sei. Mischen Geschäftsträger mit, daß keine Einwände 3 b;G?gen bestehen. Ferner wird die französische Re- 5 rf jjtung ihren bisherigen Botschafter in Moskau, IJL ^"ggiar, durch Lab 0 nne ersetzen. Molotow i ertinrte, er sehe keine Einwände dagegen. - * rer vamiche uiuniiierprafweni öiuuning ytcn cmc en!: IM S prache an die Nation aus Anlaß des 25. Jahres- iWwT ........ ,1“r----:“1 Grauenhafte Ermordung verschleppter Ausländer in Frankreich. Auch der belgische Nexistensührer Oegrelle wahrscheinlich erschossen. — Oer Bruder des holländischen Nationalistensührers Musseri umgebracht. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Die Deutsche Informationsstelle teilt mit: Von Tag zu Tag mehren sich die Zeugnisse dafür, daß feit dem 10. Mai 1940, von den Franzosen sowohl in Frankreich selbst als auch in Holland, Belgien und Luxemburg ein wilder bestialischer Terror entfesselt worden ist, gegen alle in jenen Gebieten ansässigen Deutschen und solche Nichtdeutsche, von denen angenommen wird, daß sie mit Deutschland irgendeine Beziehung hätten. Besonders auch gegen diejenigen, die in ihrer Heimat als Repräsentanten alten bodenständigen Volkstumes und damit als Gegner des korrupten Systemes der plu-, tokratischen Demokratien angesehen wurden. Einzelheiten über die grauenvolle Ermordung von 72 Menschen in Abbeville und Lille enthüllen ein wahrhaft schreckenerregendes Bild. Diese 72 Menschen waren in Belgien verhaftet worden^ohne daß ihnen das geringste Vergehen vorgeworsen werden konnte. Sie wurden dann von den Franzosen nach Lille und später nach Abbeville verschleppt und dort nach fürchterlichen Martern schließlich ermordet. Es handelt sich um Angehörige folgender Staaten: Deutschland, Italien, Rußland, Ungarn, Holland, Belgien, Schweiz, Dänemark. Der Führer der Rexistenpartei L6on De grelle ist aller Wahrscheinlichkeit nach in Lille erschossen worden. Der holländische Volkstumsführer Rost van Tonningen ist mit vielen Anhängern der holländischen Mussertbewe- gung nach Frankreich verschleppt worden, während der Bruder Musserts ermordet wurde. Erst durch den Vormarsch der deutschen Truppen wurde die Gruppe Rost van Tonningen in Calais wieder befreit. Die Franzosen wollten in Frankreich selbst und auch in Holland, Belgien und Luxemburg alles vernichten, was deutsch iff oder infolge verwandter weltanschaulicher Ideen mit dem neuen Deutschland sympathisiert. In Belgien, Holland und Luxemburg haben die Franzosen unter dem Regime der von England und Frankreich abhängigen früheren dortigen Regierungen willige Werkzeuge für die Durchführung ihres Planes gefunden. Der Vormarscb der deutschen Armeen wird die unglücklichen Opfer des französischen Terrors, wenn sie noch leben, bald befreien. Repressalien sind eingeleitet. Auf jeden Fall aber werden die Untaten der schuldigen Verbrecher ihre gerechte Sühne finden und eine Wiederholung solcher Verbrechen in Zukunft ein und für allemal ausgeschlossen werden. Crschüttemder Bericht eines verschleppten Dänen Einer der Verschleppten, der dänische Ingenieur Winter, dem es gelungen war, sich im letzten Augenblick in Sicherheit zu bringen, hat seine erschütternden Erlebnisse zu Protokoll gegeben. In dieser Aussage heißt es: Ich hielt mich in Amsterdam im Auftrag meiner Firma vom 5. Mai bis 8. Mai nachmittags auf, reifte dann nach Brüssel, um unseren belgischen Vertreter zu informieren und beabsichtigte, nach zweitägigem Aufenthalt über Aachen zu unserem Geschäft in der Schweiz weiterzureisen. Am 10. Mai 9 Uhr früh wandte ich mich bei einem Ausgong in die Stadt, in unmittelbarer Nähe des Hotels an einige Männer, die bei einem Auto standen, mit der Bitte um Beschreibung einer Straße, in der das Schweizer Konsulat lag. Die Männer waren offenbar Beamt e der Surets Publique, die mich sofort f e st n a h m e n, da sie mich an meiner Aussprache offenbar als Nichtbelgier erkannten, mir meinen Paß abnahmen und mich zwangen, in das Auto einzusteigen. Dabei wurde ich wegen meines deutschen Paßbegleitscheines und Sichtvermerkes als „sale boche“ und „sale cochon“ beschimpft. Die Beamten hielten Personen, die ihren Verdacht erregten, an, und luden sie zu mir in das Auto, sobald es sich um Ausländer handelte. Als das Auto (Flitzer) voll war, wurden wjr ins Palais de Justice eingeliefert, wo man uns sämtliche Ausweise abnahm und uns als gefangen erklärte. Am selben Tage noch wurden wir nach dem Gefängnis St. Gilles meitertransportiert. Montag, den 13. Mai, wurden wir dann wieder mit Lastwagen weitertransportiert nach Brügge. Von dort ging die Reise wiederum mit Lastwagen weiter nach Lille-Fe st ung, wo aus unserem Transport durch Namensaufruf der Rexisten- führer Löon Degrelle herausgenommen und von vier Soldaten über den Hof und außer unserer Sicht geführt wurde. Kurz danach hörten wir Schüsse und nahmen an, das Degrelle erschossen worden sei. In Lille hatte ich Gelegenheit, die einige 70 Personen unseres Transportes näher zu betrachten. Es waren Angehörige der verschiedensten Länder wie Holländer, Belgier, Schweizer, Italiener, Russen, Deutsche und ich als einziger Däne. Ein Deutscher stammte aus Köln und ist Regierungsrat. Einer der Belgier war ein Pfarrer. Anscheinend waren auch drei Belgierinnen und drei Holländerinnen dabei. Nachmittags wurden wir bann von der Festung in bas Gefäng° n i s von Lille gebracht. Französisches und belgisches Gefängnispersonal riß uns — auch den Frauen — sämtliche Kleider vom Leibe, bis wir nackt waren, und bann mißhandelte jeder, der uns zu sehen bekam, mit Kolbenschlägen, Fußtritten usw. Ich habe dabei erhebliche Verletzungen erlitten. Alle Wertgegenstände wurden uns abgenommen und danach wurden wir im Zustand völliger Nacktheit in Einzelzellen gesperrt, in die uns erst am nächsten Morgen ein Teil unserer Kleidungsstücke in völlig zerrissenem Zustand wieder hereingeworfen wurde. Dieser Vorgang wiederholte sich von jetzt an jede Nacht. Am 19. Mai wurden wir auf zwei große Lastwagen verladen, die uns unter französischer Militärbedeckung nach Abbeville brachten, wo wir in eine in der Nähe des Gefängnisses befindliche Rotunde gesperrt wurden. In diesem Keller blieben wir bis 20. Mai 15 Uhr. Dann erschien ein französischer Korporal mit mehreren Soldaten, riß die Kellertür auf und schrie: „Vier Mann raus!". Wegen der Ueberfüllung des Raumes und des Gestankes st ü r 31 e alles zum A u s g a n g. Der Korporal nahm die vier vordersten mit und schloß die Tür ab. Dann hörten mir Schüsse, offenbar von einer Maschinenpistole. Dieser Vorgang wiederholte sich auchbei dennächsten beiden Gruppen zu je vier Mann, die freiwillig aus dem Keller traten. Nach der dritten Gruppenablösung sah einer von uns, der zum Fenster hochgeklettert war, daß diese 12 Personen vor der Rotunde lagen. Nun wollte keiner mehr aus dem Keller heraus, so daß der Korporal jedesmal mit Bajonettanwendung vier Mann herausholte, darunter auch eine Frau. Es brach eine Panik aus, man schrie und protestierte und verlangte — ohne Erfolg — einen Offizier zu sprechen, da wir ja sämtlich Ausländer seien. Als Antwort darauf flog eine Eierhandgranate in den Keller, die jedoch durch einen Elsässer aufgegriffen und wieder zur Tür hinausgeworfen wurde, so daß sie erst im Freien explodierte. Nun baute ein Soldat ein M G. vor dem Kellereingang auf, um uns alle im Keller abzuschießen. Es brach erneut eine furchtbare Panik aus, die Gefangenen warfen sich auf die Knie, schrien, beteten, betonten immer wieder, daß sie doch Ausländer und keine „boches“ seien, schrien zum Teil „Vive la France“, worauf nun der Korporal wieder erschien und erklärte, daß, wenn sich vier Mann freiwillig zum Erschießen m e l d e n , für die anderen ein Offizier geholt würde. Hierauf meldeten sich tatsächlich vier Mann freiwillig, darunter der Deutsche aus Köln. Die vier wurden erschossen, und dann verschloß der Korporal die Tür unseres Gefängnisses und ging weg, um einen Offizier zu holen. Nach eine halben Stunde kam er wieder zurück mit einer Gruppe von 30 bis 40 Soldaten, die Kellertür wurde aufgeschlossen und wir mußten vor der Rotunde antreten. Von dort marschierten wir zu einer Gerstenmühle in der Nähe des Bahnhofes. Wir sollten in einem großen Keller hinein- getrieben werden, offenbar um die weiteren Erschießungen nicht mehr vor den Augen der Oeffentlich- keit vorzunehmen. Ich hatte mich schon während des Marsches nach der äußersten Seite gedrängt, um eine Fluchtmöglichkeit sofort wahrnehmen zu können. Während wir nun in den Keller hineingettie- ben wurden, griffen plötzlich deutsche Sturzkampfflieger den Bahnhof Abbeville an und eine Bombe schlug in der Nähe ein. Die Verwir- runa benutzte ich, um in einen kleinen Seitenraum zu springen, und mich dort zu verstecken. Ich hörte dann später, wie zwei Lastwagen wieder herangeholt wurden, und, wie ich annahm, darauf die übrigen (Befangenen verladen wurden. Dabei wurde wiederholt mein Name gerufen. Ob der Rest der Gefangenen tot ober lebendig abtransportiert wurde, kann ich aus eigenem Augenschein nicht sagen, ich zweifle jedoch nicht daran, daß sie nicht mehr am Leben waren, da ihre ganzen Sachen später vor der Rotunde wiedergefunden wurden. Ich kletterte aus meinem Versteck heraus und kroch nun auf allen Vieren in dem Gebäude herum, um einen Fluchtweg zu suchen. Vom obersten Stockwerk aus sah ich plötzlich motorisierte deu- s ch e Truppen in die Stadt einrücken. Ich rannte sofort zu dem ersten deutschen Auto, dessen Fahrer mich zu seinem Kompaniechef brachte, der mit mir zur Rotunde fuhr. Dort lagen die 21 Erschossenen — alle mit Kopfschüssen. Dabei lagen auch'noch die Sachen der 72 Gefangenen, jedoch ohne Wertgegenstände. lieber den Vorgana der wahrscheinlichen Erschießung L6on Degrelles versichert Herr Winter folgendes: „Im Festungshof Lille wurde Degrelle durch Namensaufruf aus der Reihe der übrigen Gefangenen hervorgeholt, von dem mit ihm zusammengeketteten alten Herrn losgelöst und von vier Soldaten über den Hof hinweg zunächst in ein kleines Gebäude gebracht. Nach einer halben Stunde wurde Degrelle — diesmal allein gefesselt — wieder durch vier Soldaten heraus- und hinter eine Mauer gebracht, an der sich Bedürfnisanstalten befanden. Unmittelbar darauf fielen eine Reihe Schüsse, wonach dann einer der Soldaten, der zu unserer Bewachungsmannschaft gehörte, zu uns zurückkam und dabei mit abschließender Handbewegung das Wort ,t a p u t F aus- sprach" Zwischen Cambrai und Arras. Blitz-Vormarsch nach Frankreich.- Mißlungener seindlicherTankangriff bei Arras Ander Front, im Mai 1940. Holland hatte kapituliert. Kaurn konnten wir den Ereignissen folgen, da ging es im blitzschnellen Vormarsch nach Belgien hinein. Von L e e r J u m in der Utrechter Gegend, wo die uns freundlich gesinnte niederländische Bevölkerung uns gastliche Aufnahme für eine Nacht gewährt hatte, fuhren wir, vorbei an den Schlachtfeldern von Rhenen, dem Hauptstützpunkt der stärksten holländischen Befestigungslinie (Grebbe-Linie) der deutschen Grenze entgegen. Bei M o nschau, in der Nähe von Aachen, stießen mir auf unsere Westbefestigungen und betraten hier, völlig ungehindert vom Feind, belgischen Boden. Jubelnde Zurufe der Bevölkerung empfingen uns in Eupen-Malmedy, das inzwischen zum Reich zurückgekehrt ist. St. Vith, eine feste Burg des Deutfchtums, prangte im Schmucke der Hakenkreuzflaggen. Aber nur wenig Zeit hatten wir, uns mit den vor Freude und Gluck strahlenden Volksgenossen zu unterhalten. Weiter, immer weiter ging unsere Fahrt, durch verlassene Ortschaften, über zerschossene Straßen und Gräben in Richtung D i n a n t, etwa 25 Kilometer südlich von der Festung Namur, lieber eine von unseren Pionieren gebaute Pontonbrücke setzten mir mit unseren Fahrzeugen hier über die Maas, ließen die von deutscher Artillerie und Fliegern stark mitgenommene Stadt hinter uns und überschritten, mitten in der Nacht, bei Beaumont abermals eine Landesgrenze. Von fern her hörten mir das Donnern der Geschütze bei Mau- beuge. W i r mären in Frankreich! Soll ich schildern, mas sich unseren Augen bot, je meiter mir hineinstießen in das Land? Soll ich schreiben, mit melcher Wucht das scharfgeschliffene deutsche Schmert den Feind auf der ganzen Linie vernichtet und vertrieben hat? Es genügt, zu sagen, daß gemaltige Kolonnen des vor der Intensität des deutschen Angriffs zurückflutenden Feindes der Schnelligkeit unseres Vormarsches nicht gemachsen maren, völlig aufgerieben mürben und als traurige Reste einer einst vielgerühmten Stärke der deutschen Kraft das beste Zeugnis der unbedingten lieber« legenheit lieferten. Zum erstenmal sahen mir hier aefangene Engländer, große Züge entmaffneter Franzosen, die, gemeinsam mit ihren schmarzen „Stammesbrüdern", mit ihrem Los durchaus nicht unzufrieden schienen. Sie hatten nach liebermim düng des erstey Schreckens gemerkt, daß Deutschland auch seinen Gegner, der sich im offenen Kampf tapfer hält, achtet und entsprechend behandelt. Das spürten auch die großen Züge der Flüchtlinge, die — ein trauriges Bild der Verlassenheit — ihrer belgischen Heimat zustrebten. Vollkommen verhetzt von der französischen Propaganda hatten sie in der „Grande Nation" die ermartete Unterstützung nicht gefunden. Als sie erkannten, daß die deutschen Truppen nicht über mehrlose Frauen und Kinder herfallen, da fluteten sie miet)er über die Grenzen zurück, holten sich von uns Brot, Getränke und Zigaretten. Je näher mir selbst in die Gegend von C a m - b r a i tarnen, desto mehr auch mußten mir erkennen, daß sich hier der feindliche Widerstand konzentrierte, um den deutschen Vormarsch zu stoppen und aufzuhalten. Wir aber mußten durch! Unser Ziel mar Arras! Cambrai,, mo im November 1917 zum erstenmal in der Geschichte des modernen Krieges feindliche Tanks im Großeinsatz vergeblich gegen die deutschen Truppen vorgingen, lag einsam und verlassen. Vor uns marschierende Kräfte hatten bereits jeden Widerstand gebrochen. Ungehindert kamen mir bis kurz vor Arras. Hier, mo noch am 21. März 1918 die deutsche Frühjahrs-Offensive beim „Unternehmen Michael" steckenblieb, bereiteten Engländer und Franzosen in diesen Tagen erneut einen Massen-Tank- an griff vor. Wir Nachrichter hatten die Aufgabe, die Verbindung zmischen den einzelnen Ge- fechtsständen herzustellen. Kaum hatten mir, meit vor der Infanterie liegend, die ersten Trommeln mit dem schweren Feld-Fernkabel ausgelegt, da setzte ein mörderisches Feuer ein. Englische und französische Tanks von geroaltiaen Ausmaßen griffen uns an. Die hinter uns stehenden deutschen Pak-Geschütze eröffneten das Gegenfeuer. Die Hölle war auf! Im Feuer unserer Geschütze kam der feindliche Anriff zum Stocken. Mehrere Panzerwagen aber brachen durch und standen plötzlich auf einem Bahndamm, hinter dem sich zehn tapfere Männer eines Bautrupps verschanzt hatten. In letzter Minute erschienen deutsche Tanks, die den Feind gründlich vernichteten. Und im Brüllen der Geschütze — Engländer und Franzosen waren längst dem deutschen Gegenstoß gewichen und hatten sich in ihren Schlupfwinkel zurückgezogen — bauten wir unsere Leitung aus. Einer unserer Kraftwagen ging allerdings dabei drauf. Durch ihn sauste mitten hindurch ein Pak- Geschoß. Unsere Arbeit war aber vergeblich, beim an vielen Stellen mar das Kabel zerschossen, zerrissen und vom Feind sogar zerschnitten. Mr mußten — die aus dem Kampf ohne Verluste zurückkehrenden beiden Bautrupps murden abermals dafür eingesetzt — in der Nacht auf Umwegen ein neues Netz bauen. Morgens gegen 0.05 Uhr lag die Leitung fertig. Todmüde, verdreckt und beschmutzt sanken mir für einige Stunden auf unser hartes Laaer. Unser Austtaa aber mar erfüllt. Noch am gleichen Tage erfolgte der deutsche Angriff. Nachdem einige feindliche Aufklärer von unseren tapferen Jägern erledigt maren, durchbrausten unsere „Stukas" die Lust, senkten sich auf Arras nieder, morsen ihre schmere Last ab und hüllten somohl die Stadt, als auch die Umgebung in Rauch und Flammen. Im Schutze ihrer Wirkung holten mir das beschädigte Kabel ein, tarnen glücklich mieder in unsere Stellung und brachten unseren Kameraden noch große Mengen erbeuteter englischer Zigaretten mit. Arras ist, mährend ich diese Zeilen schreibe, sturmreif. Den englischen Kommandeur der feindlichen Panzermagenkräfte sah ich persönlich als Gefangenen im Lager des Generalkommandos. Er sagte, selbstbemußt dabei lächelnd: „Der Krieg ist ein Spiel, ich habe dabei verloren!" Gefr. Otto Schober. Das Genthiner Eisenbahnunglück vor Gericht. Vor der Magdeburger Strafkammer fand die Eisenbahnkatastrophe, die sich am 22. Dezember vorigen Jahres auf dem Bahnhof in Genthin ereignete, ihr gerichtliches Nachspiel. Die Hauptschuld an dem Unglück, das 187 Todesopfer und 100 Verletzte forderte, trifft den angeklagten Lokomotivführer Wedekind, der in überaus leichtfertiger Weife das Halt zeigende Signal bei Block Belicke überfahren, dann die Notsignale des Schranken- märters unb schließlich auch das auf Halt gebrachte Einfahrtssignal vom Bahnhof Genthin sowie die entsprechenden, in Warnstellung stehenden Vorsignale bei Block Belicke und Genthin unbeachtet gelassen hatte. Das Gericht verurteilte ihn unter Abwägung des Umstandes, daß er bisher ein tadelfreies Leben geführt, aber in dem vorliegenden Falle grob fahrlässig gehandelt hatte, zu drei Jahren Gefängnis. Der Reservelokomotivführer N. unb der angeklagte S. wurden freigesprochen. Der Dor- sitzenbe hob hervor, daß die technischen Signaleinrichtungen der Reichsbahn durchaus einwandfrei gearbeitet hätten und daß die Katastrophe hauptsächlich auf das Verschulden des Angeklagten Wedekind, eines bis dahin stets zuverlässigen Lokomotivfüh- rers, zurückzuführen war. Am 5. Juni verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser Gefolgschaftsmitglied Albert Bill im Alter von 26 Jahren. Gießen, den 6. Juni 1940. Gießen (Rodheimer Straße 2911.), Ulrichstein, den 6. Juni 1940. 271OD fr 2718 D Frau Luise Fink, geb. Pitz In tiefer Trauer: im 29. Lebensjahre. Gießen (Lahnstraße 15 H.), den 7. Juni 1940. Steinbach, den 7. Juni 1940. 2716 D Die Beerdigung findet Samstag, den 8. Juni, nachm. 3 Uhr statt 2717 D Geld fü.Hausbau «a« Kauf Karlheinz Petri Fahnenjunker-Gefreiter in einem Infanterie-Regiment kurz vor seinem vollendeten 20. Lebensjahre. 2715 D Gießen (FröbelStraße 47), den 7. Juni 1940. 2712D GLORIA Samstag, 8. Juni, 2.45 nachm. Sonntag, 9. Juni, 11.00 vorm. ÄfhtlinOl (Die Vorstellung am Sonntag, /IVUlllUg, 11.00, findet im Lichtspiel- Hilde Sessak Olga Limburg 2719A Neueste Ufa-Ton woche Heute Freitag Nenauffnhrang LiditspieUians 2721 D Tägl. 4, 6, 8.15 l PALAST Giessen 1 Heyligenstaedt & Comp. G. m. b. H. Werkzeugmaschinenfabrik Gießen bei 30% Eigenkapital möglich. Sie haben Gelegenheit, in unseren Beratungsstunden am Samstag, dem 8. Juni, von 18 -21 Uhr, im Hotel Kobel, Gießen, Liebigstraße 9, kostenlose Auskunft durch unseren fachlichen Mitarbeiter über alle Fragen der Eigenheim-Finanzierung zu erhalten Lollar, Hamburg-Harburg, Darmstadt, Gießen, den 6. Juni 1940. Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 8. Juni, um 16 Uhr statt. Darmstadt, den 6. Juni 1940 Mathildenstraße 49. im Einsatz für den Führer und das deutsche Volk fiel am 27. Mai auf dem Felde der Ehre unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller Sohn und Bruder Am 1. Juni wurde in La Selve (Frankreich) mein lieber, guter Sohn, unser Bruder, Schwager und Bräutigam Anna Herbert Witwe Herbert Kalensee und Frau Anna, geb. Herbert Georg Herbert, z. Z. im Felde und Frau Lissy, geb. Hardt Ludwig Herbert, z. Z. im Felde Christel Herbert Richard Schuldt, Bräutigam Karl Herbert Helma Schmieder, Braut der uns seit vielen Jahren ein treuer und besonders tüchtiger Arbeitskamerad gewesen ist - Unsere Trauer um den nunmehr Verstorbenen ist groß und sein Andenken wird bei uns stets in Ehren gehalten werden. haus statt.) Montag, 10. Juni, 2.45 nachm. Dienstag, 11. Juni, 2.45 nachm. Am 5. Juni entschlief sanft nach längerem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante in geeigneten Fällen sofortige Finanzierung durdi Zwisdienkredit Bausparkasse Mainz Aktiengesellschaft Bis heute über 3500 Eigenhäuser finanziert __________________________________________________________________2711V Sonnt. 8, 5.30, 8.15 Du warst zu jung und starbst so früh Wer Dich gekannt, vergißt Dich nie. Am 27. Mai fiel in der Schlacht bei Amiens mein lieber einziger Bruder und Schwager Heinrich Herbert Gefreiter in einer Flak-Batterie durch den Heldentod für Führer, Volk und Vaterland im Alter von 27 Jahren aus unserer Mitte gerissen. Die trauernd Hinterbliebenen: Wilhelm Schwalm und Frau Frieda, geb. Schadeck Ernst Schwalm und Frau Marg., geb. Anemüller Walter Leun und Frau Minna, geb. Schwalm August Mattern und Frau Leni, geb. Schwalm und 10 Enkelkinder. In tiefem Schmerz: Ludwig Fink und Kinder Familie Heinrich Pitz I. In tiefer Trauer: Fritz Meininger und Frau Kath., geb. Ziegenhein Horst Meininger. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 8. Juni, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt In tiefer Trauer: Richard Schubecker, z.Z. im Felde Erna Schubecker, geb. Leinbach. Familien- Drucksachen Verlobungeanzelgen Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen Todesanzeige. Mittwoch mittag entschlief sanft nach einer Operation im Evang. Schwesternhaus Gießen meine liebe, gute Frau, die Mutter unserer beiden Kinder, unsere herzensgute, treue Tochter und Enkelin Wodiensdiau» Sondervorstellungen „Die gewaltigste Schlacht aller Zeilen!" Die belgische Armee kapituliert - Das Meer ist erreicht — Ypern u. Langemark — Panzerschlacht v. Poperinghe - Kampf um Lille - Valenciennes und Cambrai — Arras — Bethune — Amiens - Boulogne — Calais - Luftangriff auf Dünkirchen Erwachsene 40 Pf., Wehrmacht and Kinder 20 Pf. | Verschiedenes) Entwickelter Leica-Film i. kleinem weihen Briefumschlag verloren. Abzugeben 2?2oD Noonstratze 2 I. Helmut Schubecker Unteroffizier eines Infanterie-Regiments. Bekanntmachung öeuWs-VerMerW Der Ml Men. Montag, den 10. Zum 1940, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich versteigert werden, und zwar: 2709A Um 8.30 Uhr (Zusammenkunft am Gießener Wasserwerk Großen-Buseck) von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck sowie der Wiesen am Bügeeck und Schinderseck. Um 9.15 Uhr (Zusammenkunft an der Anneröder Straße) von den Wiesen im Utersbrunnen. Um 10 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration „Zur Stadt Lich", Licher Straße 59) von den Wiesen im Heegstrauch, Ohleberg, am Weiher, von den Wiesen im Wiesecktal, an der Eselswiese, drei Wiesen beim Schlachthof, zwei Wiesen in der Schwarzlach und drei Wiesen in der Gemarkung Klein-Linden. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an den Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden. Gießen, den 4. Ium 1940. Der Oberbürgermeister. Z. V.: Nicolaus. Karl Ludwig Diehl als Haushofmeister und als Hauptmann Costali, ein Offizier in geheimer Mission -erregt erneut Bewunderung! Mädchen zur Mithilfe im Haushalt gesucht Am älten Friedho! 10 mm zu sofort gesucht Plockitr. 9 v. Otto Meininger Oberschütze in einem Infanterie-Regiment Komme am Samstag, 8. Ium, auf den Wochenmarkt mit irdenem feuerfestem Geschirr! 2713D Emil Mickler, Urberach. Liehe geht seltsame Wege Ein abenteuerlich romantisches und heiter pikantes Geschehen um Pflicht und Glück mit Karl Ludwig Diehl Olga Tschechowa Karin Hardt [Stellenangebote Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Be Werbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers nagen I Landwirt,Witw. sucht für Haushalt und Landwirtschaft ein tüchtiges Rädchen ober Witwe. Sckr. Ang. unt. 02021 a. d. G. A. 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L Juni 1940 „Das kann ich von meinem Vater nicht behaupten", widersprach das Fräulein. Sie strich dabei mit einer schönen unb freien Gebärde das Haar aus der Stirn. „Er hat mich studieren lassen, wie es mein Wunsch war, und hat nicht danach gefragt, was einmal, aus dem Geschäft werden könnte. Das danke ich ihm und meiner Mutter. Und darum führe ich zur Zeit den Haushalt, weil ich die Eltern mit dem Geschäft jetzt nicht aufsitzen lassen will. Ich habe meine Studien unterbrochen, bis wieder Frieden sein wird. Sie als Soldat und Kommilitone werden das ja verstehen, denke ich. Es war eine lange Rede, und der Soldat verhielt sich wie im Anschlag dabei, immer sicherer sein Ziel im Auge, ohne sich zu rühren noch zu regen. Er unternahm nicht einmal die Frage, was sie studiere. Es war ihm völlig gleichgültig. Es tat ihm auch leid, was er da eben über die Väter ae- fagt hatte. Vielleicht würde ihm sein Vater nichts in den Weg gelegt haben, wenn der Sohn hätte das Bäckerhandwerk erlernen wollen. Der Versuch war leider nicht unternommen worden. Der Soldat erhob sich unvermittelt, Abschied zu nehmen, als sei sein Auftrag voll erfüllt. Und das Mädchen tat nichts, dies zu hindern. „Rur", so meinte sie, ihm dabei die Hand reichend, „wenn ich meiner Mutter Grüße sagen soll, muß ich um den Namen dessen bitten, der sie ausrichten läßt —" Der Soldat zögerte ein wenig, dann aber lachte er hell über sein junges Gesicht, schlug die Hacken zusammen und meldete militärisch: „Sagen Sie einfach — sein Sohn, Fräulein Marie!" „Sein Sohn?" Die Hand des Fräuleins fag über Gebühr lange in der des Soldaten, ohne daß es beiden ausgefallen wäre, als dieser nun doch erzählte vom-Gruß des Vaters an das Fräulein Marie von einst und wie seltsam das Leben doch oft seinen Menschen mitspielte, wenn es etwa den Sohn auf den gleichen Stuhl nötigte, auf dem schon einmal der Vater gesessen hatte. Und es geschah weiterhin, daß beide hernach ohne Absprache über diese Begegnung kein Wort verloren, weder das Mädchen zur Mutter, noch der Sosdat in seinem nächsten Feldpostbrief an den Vater. Denn was besagter Händedruck anzudeuten schien, ging vorerst ausschließlich den Soldaten und das Mädchen an. Der Kriegsemsah Oer deutschen Frau. GauleiterReichsstatthalterSprenger sprach vor OenKreisfrauenschastSleiterinnen Aus der Stadt Gießen. Der vergessene Strauß. Im letzten Augenblick hastete ein Mädchen in die soeben abfahrende Elektrische und suchte mit schweifenden Blicken vergeblich nach einem Platz in dem besetzten Wagen. Da erhob sich ein junger Mann und überließ ihm mit einer artigen Geste den seinen. Ein leuchtender Blick, ein reizendes Lächeln und eine Helle schwingende Stimme, die „Schönen Dank!" sagte, beschenkten den jungen Mann, und es schien überdies, als erglühe dabei das erhitzte Gesicht der Schönen ein wenig dunkler. Sie barg es einen Augenblick in einem mit weißem Seidenpapier umhüllten Strauß und sog mit tiefem Atem den köstlichen Duft. Hatte das Mädchen den Strauß von dem Geliebten geschenkt erhalten, oder selbst die Blumen für ihn gekauft? Eine dritte Möglichkeit gab es nicht. Ich entschied, daß die Blumen ein Geschenk des Geliebten waren. Die Tatsache, daß das Mädchen den Strauß, den es behutsam neben sich gelegt hatte, verschiedene Male empornahm und mit anmutigem Augenniederschlag sein Gesicht in ihn versenkte, sprach dafür. Sein Mund berührte wie im Kuß die Blüten und träumte wohl, es seien die Lippen des Geliebten. „Schade!" sagte mein Nachbar zur Linken, als der Schaffner sein Fahrtziel ausrief; er wäre am liebsten noch sitzen geblieben und nachher die überfahrene Strecke zurückgelaufen, nur um das entzückende Erlebnis noch ein wenig verlängern zu können. Währenddessen hatte der aufmerksame junge Mann, der seitlich hinter der Sitzreihe und dem Mädchen stand, nichts von allem. Er ragte zu hoch über die Sitzende hinaus und hätte sich schon vorbeugen müssen, wollte er etwas von ihrem Profil erhaschen. Aber plötzlich schien sich das Mädchen seiner zu erinnern: es wandte den Kopf nach ihm und sprach ihn an. Ob er nicht sitzen wolle, sie steige jetzt aus. Er lächelte, beglückt von dem Glanz chrer Augen, und fand im Augenblick keine Worte. Er winkte nur mit der Hand, sie möge bleiben. Da ertönte des Schaffners Stimme und sie eilte hinaus. Eine Dame nahm ihren Platz ein und hob den vergessenen Strauß hoch. Der junge Mann er- ariff ihn und sprang noch zeitig genug aus dem schon anfahrenden Wagen. Wir sahen die Beiden nebeneinander dem Bürgersteig zustreben. Das Mädchen hatte die Blumen schon an sich genommen. Aber auch das Geleit des jungen Mannes schien ihm angenehm. Sie plauderten und lachten vergnüg^, als wären sie sich schon länger bekannt und als habe das Mädchen schon die Blumen wieder vergessen. P- B. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.15 Uhr in der Aula der Universität Reichsredner Professor Dr. Hans K ö t t e r i tz, Freiburg (Breisgau) über „Mit unseren Fahnen ist der Sieg". — Volkstümlicher Vortrag der Universität: 20.15 Uhr im Landwirtschaftlichen Institut, Professor Rolfes über „Entwicklung und Stand der britischen Landwirtschaft". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Robinson": 23 Uhr: Spätvorstellung: „Eine Filmreise nach Norwegen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe geht seltsame Wege". Sladttheater Gießen. Am Dienstag, 11. Juni, eröffnet das Stadttheater Gießen feine diesjährige Sommerspielzeit. Zur Aufführung gelangen in der kommenden Woche, zugleich als Nachholung der ausgefallenen 31. Vorstellungen der Stammieten, am Dienstag, 11. Juni (31. Vorstellung der Dienstag-Miete), und am Mittwoch, 12. Juni (31. Vorstellung der Mittwoch-Miete), das Lustspiel „Zwei im Busch" von Axel Jvers, am Freitag, 14. Juni (31. Vorstellung der Freitag-Miete), das Schi-Lustspiel „Trockenkursus" von Kurt Bortfeld. Samstag, 15. Juni, gastiert die Tegernseer Bauernbühne Ändert Schultes mit dem ländlichen Lustspiel ,Lllles in Ordnung" von Maxim. Vitus. Notizen für den 8. Juni Sonnenaufgang 5.04 Uhr, Sonnenuntergang 21.44 Uhr. — Mondaufgang 7.44 Uhr, Monduntergang 23.13 Uhr. NSG. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger sprach am Mittwoch zu den Kreisfrauenschaftsleiterinnen, die in der Gauschule der NS.-Frauen- schaft, in Mammolshain im Taunus, zu einer Arbeitstagung versammelt waren. Seine Rede behandelte in eingehender Weise das vielfäUige Kriegsaufgabengebiet der Frau und stellte dessen Erfüllung als eine entscheidende Stärkung der Widerstandskraft unseres Volkes heraus. Der in der Friedensarbeit bewiesene umfassende Arbeitseinsatz der NS.-Frauenschaft, so betonte der Gauleiter zu Beginn seiner Rede, werde auch die gegenwärtigen Anforderungen zu meistern wissen. Die in der Vergangenheit vom Nationalsozialismus vertretene Ansicht, daß die deutsche Frau soweit wie irgend möglich von einer wesensfremden Berufsarbeit zurücktreten möge, um sich verstärkt den Hausfrauenpflichten oder den ihrer Bestimmung wesensverwandten Berufen zuzuwenden, müsse heute vor dem Erfordernis des Krieges zurücktreten. Heute, wo die Mehrzahl der Männer ihren Arbeitsplatz verlassen habe, um mit der Waffe den Feind zu Boden zu ringen, habe die deutsche Frau es als vornehmste Pflicht anzusehen, die dadurch entstandenen Lücken auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes, wo immer es auch notwendig sei, auszufüllen. Der Gauleiter forderte die Kreisfrauenschaftsleiterinnen auf, für die durch den Krieg bedingte Wandlung der Ansichten über den Arbeitsplatz der Frau volles Verständnis und freiwillige Das Hessische Chemische Untersuchungsamt in .Gießen als zuständige Stelle für die amtliche Lebensmittelkontrolle in Gießen, Friedberg und Bad- Nauheim sowie in den Landkreisen Älsfeld, Büdingen, Friedbera, Gießen und Lauterbach, ferner als Organ für Untersuchungen im Auftrage von Behörden und für Private, hat auch im Jahre 1939 eine außerordentlich umfangreiche Tätigkeit entwickelt. Ueber seinen früheren Amtsbereich hinaus ist das Chemische Untersuchungsamt durch Verfügung des Reichsführers und Chefs der deutschen Polizei mit der Ausführung der Alkoholbestimmungen im Blut für den gesamten Volksstaat Hessen beauftragt worden. Bei der Ausübung der amtlichen Lebensmittelkontrolle in den vorgenannten Städten und Landkreisen sowie der Untersuchungen für Behörden und für Private wurden im Berichtsjahr 1939 insgesamt 3715 Untersuchungen ausgeführt. Außerdem wurden in Ausübung der Lebensmittelkontrolle zahlreiche Besichtigungen von Geschäften, Märkten und Betrieben vorgenommen. Don den 3715 Untersuchungen entfallen 3178 Probeentnahmen auf Lebensund Genußmittel und Gebrauchsgegenstände, wobei sich in 313 Fällen Grund zu Beanstandungen ergab; auf hygienische, physiologisch-chemische und gerichtliche Untersuchungen kommen 523 Proben; technische Untersuchungen fanden 14 statt. Bei den 3178 Probeentnahmen von Nahrungsund Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen ergibt sich im einzelnen folgendes Bild: 152 Proben von Mehl-, Back- und Teigwaren wurden uttter- fucht, es ergaben sich hierbei 33 Beanstandungen; 103 Proben von Konditoreiwaren, Fruchtsäften, Obst- und Obstkonserven unterlagen der Untersuchung mit dem Ergebnis, daß 21 Proben beanstandet werden mußten; bei Zucker, Sirup und Honig wurden 29 Proben untersucht und 3 beanstandet; bei Wurst- und Fleischwaren, Fischen und Eiern wurden 201 Proben entnommen und 9 beanstandet; an Milch- und Milchkonserven waren 1617 Proben zur Untersuchung, davon mußten 116 beanstandet werden; an Butter und Käse waren 148 Proben zu prüfen und 25 beanstandet; bei Margarine und sonstigen Fetten und Deien handelte es sich um 33 Proben mit 1 Beanstandung; Einsatzbereitschaft zu erwecken. Jede Frau, die heute einen Arbeitsplatz für einen im Felde stehenden Mann ausfülle, könne es in dem Bewußtsein tun, daß sie damit die kämpfende Front unterstütze und so mit ihrem Tun der geschichtlichen Größe unserer Zeit auf das engfte verbunden sei. Nach einer besonderen Darlegung der einzelnen Einsatzgebiete und ihrer praktischen Behandlung seitens der NS.-Frauenschaft schloß der Gauleiter seine Ausführungen mit einem Appell an das starke opferbereite Herz der deutschen Frau. Es werde jedes gebrachte Opfer als einen notwendigen Beitrag für eine bessere Zukunft unseres Volkes empfinden und damit der eherne Untergrund der Widerstandskraft unseres Volkes sein. In dieser mutigen und tapferen Haltung habe die NS.- Frauenschaft sich als Vorbild und Beispiel zu erweisen. Gaufrauenschaftsleiterin Frau Westernacher konnte danach dem (Bauleiter mit einem Dankes- wort für feine Ausführungen die Meldung erstatten, daß im (Bau Hessen - Nassau monatlich 50 000 Frauen der NS.-Frauenschast zur Tag- und Nachtzeit im Einsatz stehen. 35 000 Frauen haben zudem in den ersten Kriegsmonaten den Weg zur NS.-Frauenschaft gefunden und ihre Reihen damit wesentlich verstärkt. Die vom Gauleiter ausgesprochenen Erwartungen erfuhren mit diesen Feststellungen eine eindrucksvolle Unterstreichung. bei Wein- und Obstweinen wurden 65 Proben untersucht und 7 beanstandet; bei Bier und Branntwein mußten von 46 Proben 8 beanstandet werden; bei Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade waren von 37 Proben 3 zu beanstanden; bei Wasser und Mineralwasser wurden 570 Proben untersucht und 51 beanstandet; Proben von Essig, Gewürzen, Spezereien und Tabak wurden 169 entnommen, davon 30 beanstandet; von 8 untersuchten Gebrauchsgegenständen gaben 6 Grund zur Beanstandung. Die hygienischen, physiologisch-chemischen und gerichtlichen Untersuchungen umfaßten 523 Fälle. Davon entfallen auf die Untersuchungen von Blut auf Alkohol 428, auf die Untersuchungen von Abwässern und Flußwasser 34, auf die Untersuchung von Tierorganen auf Gifte 20, auf Badewasseruntersuchungen 11; der Rest erstreckte sich auf zahlreiche Einzeluntersuchungen der verschiedensten Art Die 14 technischen Untersuchungen dienten der Prüfung der Zusammensetzung der eingesandten Proben. An großen Gutachten wurden 29 erstattet, kleinere Gutachten wurden in Verbindung mit den vorerwähnten Untersuchungen gegeben. 35 Strafanzeigen waren notwendig, in 201 Fällen erfolgten Verwarnungen. Die Ergebnisse der 428 Untersuchungen von Blut auf Alkohol gaben den Gerichten das erforderliche wissenschaftliche Material für ihre Urteile. Aus den Erläuterungen zu den Untersuchungsbefunden ergibt sich nach dem Rechenschaftsbericht die erfreuliche Tatsache, daß das Chemische Untersuchungsamt bei der Ausübung feiner Kontrollarbeiten mit Recht alle Sorgfalt und Strenge walten läßt, die gerade in dieser Hinsicht geboten sind. Die Beanstandungen erstrecken sich bis in die letzten Einzelheiten, um dadurch eine einwandfreie Beschaffenheit der in den Verkehr kommenden Lebensrnittel weitmöglichst sicherzustellen. Darüber hinaus übt das Amt auch bei den hygienischen, physiologisch-chemischen und gerichtlichen Untersuchungen eine fruchtbare Tätigkeit im Dienste der Volksgemeinschaft aus. Dolksspende für Kriegsschiffbauten. Aus allen Teilen der Bevölkerung gehen laufend Geldbeträge für Ersatzbauten von in Verlust geratenen Kriegsschiffen bei verschiedenen Stellen der Genaue Wolle der Lebensmillelbeschaffenheii. Aus der Arbeit des Chemischen Llntersuchungsamts Gießen im Lahre 1939. DerGoldatund dasMädchen. Don Heinrich Zerkauten. Der Soldat, der in das gute Zimmer geführt wurde, verstand nicht recht, was damit zugleich in ihm vorging. Er brauchte nichts weiter, als eine Bestellung auszurichten: er sollte sich nach einem Fräulein Marie erkundigen und Grüße bringen, vielleicht, so war ihm gesagt worden, sei das Fräulein Marie kein Fräulein mehr, sondern längst schon eine Frau und Mutter, hoffentlich und wahrscheinlich sogar. Der diese vergilbten Grüße aus der Heimat aufzutragen gewagt hatte, schien es noch immer gut zu meinen mit jenem Fräulein Marie. Auf Reine Art wenigstens. Denn der Auftraggeber war her Vater dieses Soldaten. So also saß der Soldat seltsam beklommen dem jungen Mädchen gegenüber, das ihn ohne Umstände in das gute Zimmer geführt hatte. Nein, der Soldat konnte die Mutter jetzt nicht sprechen. Die Mut- :cr war zur Kundschaft aufs Land gefahren. Und ^er Vater arbeite drunten in der Backstube. Die Gesellen waren eingezogen, Vater schuftete für drei, lind sie selber, so erzählte das Mädchen, das kerzen- cerade auf dem Stuhle faß, sie selber führe zur zeit die Wirtschaft. . Daß der Soldat nach dem Mädchennamen der Mutter gefragt hatte, war dem Fräulein nicht besonders aufgefallen. Es kam öfter vor, daß ihre ftpmen verwechselt wurden, so meinte sie. Als oer Later in die Bäckerei eingeheiratet hatte, sei nicht cllein der Name des alten Geschäftes unverändert ceblieben, auch das Haus-selbst, ja .sogar das Mädchen lächelte ein wenig — die Einrichtung der Zimmer und die Möbel. , Der Soldat blickte einmal rasch auf, als ob er los Fräulein in der Rede unterbrechen wollte. Er chien, gleichsam zur Entschuldigung, warum er hier !oß, erklären zu wollen, weshalb sein Vater und Fräulein Marie — ~ . e . Nein, es blieb bei der Geste. Das Fraulein konnte ungehindert zu Ende kommen mit ihrem Bericht. Sie kleine Stadt freute sich der Truppen, die nun in ihren Häusern im Bürgerquartier lagen. Wenn tiner immer nur die gleichen Herren vom Amtsgericht zu Gesicht bekam, jahrein und lahraus die Zeichen Herren, das war auf die Dauer nicht gerade abwechslungsreich. . .» Was denn der Herr Soldat im Zivilberuf sei. ,-Student", sagte der Soldat knapp. - //Jurist. „Aha", lachte das Fräulein. „Womit wir also wiederum beim Amtsgericht wären. Aber Sie dürfen meine Bemerkung nicht falsch auslegen." Das habe der Soldat auch nicht vor, im Gegenteil. „Im Gegenteil?" Sie waren erst kurz vor dem Urlaub in diese alte Stadt weit hinter dem Operationsgebiet in Ruhe gekommen. Zu Hause war der Name dieser unbedeutenden Stadt beinahe aus Versehen genannt worden. Aber der Vater hatte aufgehorcht und den Namen noch einmal langsam und voller Bedacht ausgesprochen, als hebe er damit zugleich eine längst verloren geglaubte Erinnerung zaghaft und ein wenig beglückt wieder auf. Huch er hatte von dem gleichen Amtsgericht dieser Stadt gesprochen. Auf dem Wege dorthin kam man an einer Bäckerei vorüber. Wenigstens zu seiner Zeit sei das so gewesen. Und die Tochter aus dieser Bäckerei habe auf den Namen Marie gehört. Vielleicht lebte das Fräulein Marie noch. Vielleicht war sie unterdessen auch fein Fräulein mehr, längst schon eine Frau und Mutter, hoffentlich und wahrscheinlich sogar. „Soll ich dir deinen Namen sagen?" hatte der Sohn gutmütig und ein wenig lächelnd gefragt. „Aber freilich, wenn sie sich dessen noch entsinnen mag —" Der Soldat hatte bisher den Namen nicht genannt. Frau Marie war aufs Land zur Kundschaft gefahren. Die Gesellen waren eingezogen zum Militär. Der Vater in der Backstube schuftete derweilen für drei. Und das junge Fräulein ihm gegenüber sorgte für die Wirtschaft. Sauber war diese Wirtschaft. Sauber übernommen und sauber gehaUen, wie der Eindruck offensichtlich bestätigte. Vielleicht hatte das gleiche einst der Vater empfunden, als er auf dem gleichen Stuhl hier gesessen hatte, wenn er auf dem Wege zum Amtsgericht an der Bäckerei nicht vorübergehen wollte. Der Vater konnte in diese Bäckerei nicht einheiraten, er verstand nichts von dem Handwerk, das hier verlangt wurde. Es wäre ihm sauer geworden, wenn er hätte für drei schuften sollen. Er mußte den Stuhl räumen, auf dem nun der Sohn saß. Sichtlich unruhig geworden, tat der Soldat eine überraschende Frage: „Heißen Sie am Ende auch Marie, Fräulein?" „Freilich, wie meine Mutter. Vater wollte es so." „Väter wollen immer nur!" sagte beinahe herausfordernd der Soldat. Kriegsmarine ein. Derartige Spenden werden dankbar begrüßt. Bei der Amtskasse des Oberkommandos der Kriegsmarine, Berlin W 35, Tirpitzufer 72/76 (Reichsbankgirokonto Nr. 145 Berlin, bzw. Postscheckkonto Berlin Nr. 83108), ist ein Sonderkonto unter der Bezeichnung „Spenden des deutschen Volkes für Kriegsschiffersatzbauten" eingerichtet worden, auf das diese Spenden zu überweisen sind. NE =$rauenfd)aff/$rauentDerf. Am Montag, 10. Juni, beginnt ein Kochkurs des Mütterdienstes, im Deutschen Frauenwerk. Beginn 20 Uhr im Hause der DÄF., Schanzenstraße 18. Arn Dienstag, 11. Juni, beginnt ein Nähkurs im Mütterdienst des Deutschen 'Frauenwerkes. Stvpf- und Flickzeug mitbringen. Beginn 20 Uhr im Haufe der DAF., Schanzenstraße 18, Hinterhaus. Am Montag, 10. Juni, ist wieder öffentliches Singen der Jugendgruppe des Deutschen Frauenwerkes, 20 Uhr, Marburger Straße am Sand. Wir bitten alle Frauen und Mädchen, recht zahlreich zu kommen und mitzusingen. Gis. Einführungsfeier für den neuen Amtsgerichtsdirektor. Im Rahmen einer den Kriegsoerhältnissen entsprechend schlichten Feier sand gestern in Ämvesen- heit der Gefolgschaft des Amtsgerichts Gießen und von Angehörigen des Landgerichts die Einführung des neuen Amtsgerichtsdirektors Dr. Selb in fein Amt statt. Die Einführung nahm im Auftrage des Oberlandesgerichtspräsidenten der Leiter des Landgerichts Oberhessen in Gießen, Landgerichtspräsident (toi not, vor. Amtsgerichtsdirektor Dr. Seid ist in weiten Kreisen durch seine langjährige Tätigkeit als Beigeordneter unserer Stadt, aber auch durch seine mehrjährige Tätigkeit als Landgerichtsrat beim Landgericht Oberhessen in Gießen bekannt. * ** Georg Heß mit seiner Sing- und Spielfchar bei den Verwundeten. Arn kommenden Sonntag wird die Sing- und Spielschar, die unter Leitung von Georg Heß (Leihgestern) steht, verwundeten Soldaten in einem hiesigen Reservelazarett eine besondere Freude bereiten. Die Spielschar wird mit ihren Liedern und Tänzen aufwarten, Georg Heß wird die Soldaten mit seinen Mundartgedichten unterhalten. Die Veranstaltung findet im Rahmen der NS.-Gemeinschast „Äraft durch Freude" statt. ** Bunter Abend f ü r die Rückgeführten. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am morgigen Samstag, 8. Juni, im Cafe Leib unter dem Titel „Variete-Kunterbunt" einen unterhaltsamen Abend, der insbesondere für die Rückgeführten durchgeführt wird. Die Vortragsfolge bringt eine Fülle von interessanten Darbietungen. Der Kreisbeauftrage für die Rückgeführten lädt zu der Veranstaltung herzlich ein. Als Eintrittsausweis gilt der Ausweis der Rückgeführten. ** Zur Richtigstellung. In unserer gestrigen Notiz über das goldene Doktorjubiläum von Professor Dr. med. Walther war irrtümlich davon gesprochen worden, Professor Walther sei der Gründer der früher in Gießen wirkenden, feit 1893 nach Mainz verlegten Hebammen-Lehranstalt gewesen. Richtig ist, daß diese Anstalt den jeweiligen Direktor der Frauenklinik als Leiter hatte, zuletzt Professor Dr. von Iaschke, und in ihren ersten Anfängen, nämlich der sog. Entbindungsanstalt, bereits im Jahre 1814 von Professor Dr. von R i t- g e n gegründet wurde. Professor Dr. Walther war Lehrer an der Hebammen-Lehranstalt von 1894 bis 1. August 1933. ** Schwerer Verkehrsunfall. Am gestrigen Donnerstag nachmittag ereignete sich auf dem Kreuzplatz, an der Einmündung der Sonnenstraße, ein schwerer Verkehrsunfall, dem leider das Leben eines blühenden Kindes zum Opfer fiel. An der von Kraftfahrzeugen, Radfahrern und Fuhrwerken stark benutzten Stelle wurde ein auf feinem Fahrrad zum Musikunterricht fahrender 14 Jahre alter Junge aus der Weserstraße von einem Auto erfaßt und überfahren. Dabei- erlitt das bedauernswerte Kind fo schwere Verletzungen, daß es auf dem Transport mit dem Roten-Kreuz-Auto nach Geelendiä'tik. Von Willi Oünwald. Wenn sich auch Friedrich Hebbel und Franz Grillparzer in Wien mit steifen Rücken begegneten, fo hatten sie dennoch einen gemeinsamen Freund: Ernst von Feuchters- leben, von dem das als einzig gebliebene und zum Volkslied gewordene Gedicht stammt: Es ist bestimmt in Gottes Rat. Aber es war kaum der Bruder in Apoll, der die beiden großen Dichter in distanzierter Freundschaft einte, denn um als Dritter tm Dichterbunde zu gelten, hatte Ernst von Feuchters- leben zu wenig schöpferische Phantasie und künstlerisches Formgefühl. Was ihm aber einen hohen und besonderen Wert gab, war, daß er zum Menschen geboren wurde, wozu man nach seiner eigenen Meinung genau so geboren werden muß wie zum Künstler. Diese Besonderheit seiner Geburt verpflichtete ihn natürlich entsprechend. Doch geschah ihm selbst nicht Genüge damit, Kranke zu heilen und medizinische Wissenschaft zu dozieren, er wollte im Menschensein helfend weiter ausholen. Darum schrieb er das Buch „Zur Diätetik der Seele", an das die Psychotherapie sich nicht erinnerte, als sie in unseren Tagen groß und mächtig wurde, obgleich die von Feuchtersl'eben anempfohlene Kur: von der Seele aus den Körper zu heilen, vielen wohl bekam. Kein moralisches Rezeptbuch sollte, wie Friedrich Hebbel in seiner Freundesbiographie sagt, der Menschheit ausgehändigt werden: der sreundlich-helfende Mann wollte nur die eingeschlummerte Seele im Menschen erwecken, damit ihm wieder bewußt sei das machtvolle Einssein der Seele mit der leiblichen Existenz. Und damit der Körper nicht erkranke, müsse die irgendwie schwanke Seele ins Gleichgewicht zurückgebracht werden durch einen aufmerkenden und achtsamen Willen. Aber in der ewigen Tragik: anderen geholfen zu haben und sich selbst nicht helfen zu können, vermochte Ernst von Feuchtersleben das wahrlich gute Mittel, die Seele zu harmonisieren, damit es dem Leibe wohl ergehe, bei sich nicht zur Anwendung zu bringen. Weil er wohl das Unterrichtsministerium, nicht aber auch das Amt des Unterftaats- sekretärs aus vaterländischer Empfindung glaubte ablehnen zu dürfen, geriet er zwischen die Mühlsteine der Revolution und der Reaktion von 1848, zerbrach und starb, erst zweiundvierzigjährig, vom Gerste aus, wie Grillparzer dieses ftühe Sterben ganz im Sinne des Freundes deutete. SJtxfpoit Zur den Frieden geschaffen - im Kriege bewährt Von dem Leiter des Rhein-Mcnnischen ver- Nach dem Vorschläge für die Gonntagswanderung der Rechtsanwaltsgebührenordnung entsprechen. saltischen Vulkans, treffen wir blaue Striche, die Stunden zu machen sein. (Nachdruck verboten!) 10. Fortsetzung. Kitts Ijkl^ne im wir und äi'tenabi nor« mrvas Betli fegeni jprgoien Ml! Alls Iugendherbergswerkes, Gebietsführer Stabe der RIF. Geißler, erhalten folgenden Beitrag zum Reichswerbe- Opfertag am 8. und 9. Juni. Das deutsche Jugendherbergswerk hat in den at la «4tri ""ich! W feine u übern •ilulle Flog$e io tierw Die £u Machen Dem 0 Arbalai! 1 her ( Keine Spur von Hauck Roman von Sharlotte Kaufmann. Mi iflu i h Je nf ■ fr HkV’i !S iich iß bt im folgreich war. Aranksurker Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Juni. (Vorbericbt.) Der Hauptmarkt für Großvieh und Nebenmarkt für Kälber und Schweine war gut beschickt und nahm einen regen Verlauf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa i folgenden Preisen zugeteilt: Ochsen 36 bis 46,5, ! Bullen 35 bis 44,5, Kühe 18 bis 44,5, Färsen 25 ; bis 45,5, Kälber 25 bis 65, Härnrnel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 50 bis 56 Rpf. Briefkasten der Redaktion. 2L Ihre Anfrage läßt sich in dieser allgemeinen Form nicht beantworten. Es ist daraus nicht ersichtlich, ob es sich um Ansprüche eines Wirtschaftsberaters ober eines sog. Steuerhelfers handelt. Wie . die Vergütung zu erfolgen hat und in welcher Höhe, läßt sich ohne Kenntnis des weiteren Sachverhaltes j nicht sagen. Für die Vergütung bestehen an sich . keine gesetzlichen Bestimmungen, wohl aber gewisse Tarife, die bei den Wirtschaftsprüfern den Sätzen Gießen — Wettenberg — krofdorfer Forst — Schmelz — Fronhausen. Eine für die heiße Jahreszeit empfehlenswerte Wanderung, da sie größtenteils durch Wald führt, knetet die schwarze Punktmarkierung, die am Neustädter Tor beginnt. Bis zum Wegweiser benutzen wir die Krofdorfer Straße, um von hier nach rechts obzubiegen. Heber eine Eisenbahnbrücke steigen wir aufwärts zum Wettenberg, oder Sieben Hügel, wo sich eine prächtige Aussicht auftut. Leider ist der Blick von der höchsten Kuppe, der sog. Napoleons- nase, die mit einem Ringwall umgeben ist, durch wild Heranwachsende Bäume sehr beeinträchtigt. Nach kurzer Zeit überschreiten wir die Krofdorf- Wißmarer Straße und gelangen bald darauf in den großen Krofdorfer Waw, in dem wir stundenlang auf schönen Schneisen weitergehen. Unterwegs kreuzen wir hei einer alten hohlen Eiche dos Wißmarbachtal (schwarze Striche), später den Hess. Rennweg (rotes H und roter Keil), um bald darauf ein Seiten- tälchen des Salzbödetals und in diesem abwärtsgehend letzteres zu erreichen. Nach einer Rast in der idyllisch gelegenen Schmelz (Sommerwirtschast), führen uns die Zeichen über einen Höhenrücken nach unserem Endziel Fronhausen. Wanderzeit 4*/- Stunden. Großen-Buseck — hoher Berg — Climbach — Mendorf — Totenberg — Lollar. Joachim sah in die Ferne, hinüber zur Werft und zu d'en schwarzen Hellingen. Er dachte an den Rechtsanwalt Dr. Thomas Mjölln. Merkwürdig, daß die Leute diesen älteren, würdigen Herrn für den tüchtigsten Anwalt der Stadt hielten. Ihm machte er keinen solchen Eindruck. Aber er hatte sich nun einmal für ihn entschieden. Also mußte er abwarten. Gleich damals, als er Sibylle in Hamburg ins Hotel brachte, hatte er sich vorgenommen, ihr zu helfen. Immer waren ihm Menschen begegnet, denen man irgendwie helfen konnte. Und immer tat er es. In aller Stille. Heimlich fast und so, als schämte er sich. Er wandte sich zur Dänischen Straße hinüber. Die Blumenbeete vor der Universität waren kahl, nur ein paar Rosen standen noch. Dor der Kunsthandlung Woelker blieb er einige Minuten stehen und betrachtete die Landschaft, die dort ausgestellt war. Berge im Schnee. Im Winter würde er nach Bayern fahren, überlegte er. Wahrscheinlich Weihnachten. Vielleicht würde Jngeborg mitkommen. Ja, vermutlich würde sie mitfahren. Eine Sekunde lang war ihm der Gedanke daran unangenehm, ohne daß er wußte, weshalb. Rasch ging er weiter. Die Herbststürme fielen über die Stadt und die Bucht, wie jedes Jahr. Die Förde draußen war verlassen und öde. Das Meer warf Miesmuscheln und Tang an den Strond, während die grauen Nebelkrähen in Haufen auf den Steilufern von Teek hockten und über die See äuaten. Es regnete und die Menschen waren schlechter Stimmung. Selbst auf Jngeborg Petersen drückte das Wetter. Sie war mißmutig und jede Kleinigkeit ärgerte sie. Konsul Petersen schüttelte mehr cus einmal den Kopf. Stundenlang konnte sie am Klavier sitzen und spielen. Dann wieder verließ sie dke Wohnung, ohne zu sagen, wohin sie gehen wollte, und jedesmal dauerte es dann viele Stunden, bis sie wiederkam. Meistens war es spät in der Nacht, wenn sie zurückkehrte. Sie sagte nicht, wo sie gewesen war. Wenn der Konsul ihr dann vorhielt, daß ihr Benehmen seit einiaer Zeit reichlich merkwürdig sei, unb wenn er sie bat, sie möge ihm doch sagen, was sie unruhig mache, dann sah sie ihn höchstens trotzig an und antwortete: ,Hch weiß nicht, was du willst. ungewiß ist. Klein-Linden I — Hungen I. Auf dem Sportplatz in Klein-Linden muß Hungen zum Rückspiel antreten. Im Vorspiel siegte damals überraschend Hungen. Die Gäste haben inzwischen durch ihre Siege bewiesen, daß sie ein sehr ernst zu nehmender Gegner geworden sind. Die Platzherren, die verlorenen Boden aufholen müssen, werden alles daransetzen müssen, wenn nicht auch dieses Spiel verlorengehen soll. Grüningen I — Garbenteich I. Dieses Spiel sollte ein Spaziergang für Garbenteick sein, denn der Tabellenzweite hat genügend Kraftreserven, um auch den Platzherren selbst auf eigenem Platze die Punkte abknöpfen zu können, da der Gegner noch keine Erfahrung für derartig schwere Spiele hat. Zugendfußball im Tv. Heuchelheim. Heuchelheim 1. 3gb. — Mendorf 1. 3gb. 5:3 (4:1). Von Anfang gab es ein Spiel. Nach 5 Minuten hieß es schon 1:0 für Heuchelheim. Der Mittelstürmer hatte sich fein durchgearbeitet und gegen dessen Schuß war der Tormann machtlos. Die Freude dauerte nicht lange*- Kurz darauf fiel das zweite Tor der Gastgeber. Nun kam auch Mendorf mehr ins Spiel, aber die wenigen Angriffe scheiterten an der sicheren Hintermannschaft der Blauweißen. Angriff auf Angriff rollte gegen das Tor der Gäste. Dabei fiel yuch das dritte Tor. Kurz vor Halbzeit schoß der Halbrechte das vierte Tor, während die Gäste durch schönen Schuß zum ersten Treffer kamen. In der zweiten Halbzeit hatte Allendorf mehr vom Spiel und schoß noch zwei Tore, während Heuchelheim noch einmal er» Huhn blieb am Leben. Hoffentlich gelingt es, den Räuber unschädlich zu machen, bevor er weiteren Schaden anrichten kann. Volksschädling hingerichiet. Lpd. Frankfurt a. M., 6. Juni. Die Justizpresseftelle Frankfurt teilt mit: Am 6. Juni ist der 38jährige Anton Bungert hingerichtet worden, den das Sondergericht Frankfurt als Dolks- schädling zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilt hat. Bungert, bereits wegen eines ähnlichen Verbrechens bestraft, hat sich an der Ehefrau eines im Felde stehenden Soldaten in ihrer Wohnung vergriffen und ihr in brutalster Weise Gewalt anzutun versucht. Sein Opfer hat durch die Tat schwere seelische Schäden erlitten. Eine abwechslungsreiche Wanderung, die allerdings gut 6 Stunden umfaßt, ist die Begehung der roten Punktmarkierung, die in Großen-Buseck ihren Anfang nimmt. Nachdem das Dorf durchschritten ist, führt uns das Zeichen über den Hohe Berg mit hübschen Ausblicken und weiter auf verschwiegenen Waldpfaden nach dem hochliegenden Climbach. Beim Aspenkippel, dem wohlerhaltenen Krater eines ba- Tv. Atzbach — Tv. Münchholzhausen Tv. Heuchelheim — Sp.-G. Großen-Buseck Tuspo Wetzlar-Niedergirmes — Tv. Katzenfurt. Trotzdem auch Hochelheim ersatzgeschwächt antreten muß (beide Mannschaften stellen ja das größte Kontingent an der Bezirksmannschaft) ist mit einem Sieg zu rechnen. — Das Garbenheimer Spiel ist vollkommen offen. Beide Gegner sind sich gleichwertig. Die glückliche Mannschaft wird diesmal Sieger bleiben. — Atzbach hat Aussichten, ein weiteres Spiel zu gewinnen, nachdem Münchholzhausen in seinen Leistungen stark zurückgegangen ist Auch Heuchelheim sollte diesmal sicherer gewinnen, als im Vorspiel, zumal Großen-Buseck an innerem Zusammenhalt starke Verluste erlitten hat. Äor spannenden Kämpfen der r. Klaffe. dem Jugendherbergswerk Aufgaben, sondern gerade in der jetzigen Zeit hat es sich ju bewähren. Sofort bei Ausbruch des Krieges stellte der Landesverband Rhein-Main im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen seine Häuser der Wehrmacht zur Verfügung. Während die Jugendherbergen in der ersten Zeit den Truppen als willkommene Quartiere dienten, in denen bis jetzt viele Tausende deutscher Soldaten übernachteten, wurden sie, den jeweiligen Verhältnissen entsprechend, zu allen möglichen Verwendungszwecken herangezogen. Die größten und schönsten Häuser sind als Reservelazarette eingerichtet worden. Aber auch jetzt stehen für die Durchführung des Fahrten- und Schulungsbetriebes der HI. und des DDM. und für die Abhaltung von Lagern und Lehrgängen der einzelnen Formationen noch eine ganze Anzahl Jugendherbergen zur Verfügung. Auch auf die Mitglieder des Jugendherbergsverbandes ist weitgehendft Rücksicht genommen 'worden, so daß der eigentliche Betrieb keine wesentlichen Unterbrechungen erfährt. Welche Bedeutung von feiten des Staates dem Jugendherbergswerk beigemessen wird, geht daraus hervor, daß der Führer persönlich eine große Hausund Straßensammlung für den 8. > und 9. Juni genehmigt hat. Die dadurch aufgebrachten Mittel sollen zum weiteren Ausbau des Jugendherbergswerkes Verwendung finden. Wer für das Jugendherbergswerk spendet, hilft auch unseren Soldaten. Die zum Verkauf kommenden Runen waren unseren Vorfahren Heilzeichen der Kraft, des Glaubens und eines unbändigen Siegeswillens. Es soll deshalb jeder am 8. und 9. Juni dieses Zeichen tragen. vorerst gemeinsam mit den roten Punkten gehen. Auf aussichtsreicher Straße steigen wir mit beiden Zeichen abwärts nach Allendorf, wo uns die Striche verlassen. Die Punkte leiten uns jetzt in langsamem Anstieg hinauf zum 356 Meter hohen Totenberg, einer alten Kultstätte, wo sich eine prächtige Aussicht bis weit in das Hinterland und über unsere Gegend hinweg nach dem Taunus erschließt. Der Weitermarsch führt uns durch den schönen Walddistrikt Maistrauch, vorüber an dem sagenumwobenen Heidekönigsgrab über Staufenberg nach unserem Endziel Lollar. Friedelhausen — Alleberg — Waidhaus — Dünsberg — Bieber. Mit dem Frühzug fcchren wir nach der Station Friedelhausen, gehen von hier über die Lahn und folgen dem roten H des Hess. Rennwegs, das uns durch Odenhausen am Fuße des Altenbergs her führt. Wir steigen indes hinauf, um von dem kahlen Kamm des Berges die prächtige Aussicht bis Marburg und Gießen, auf die Lahnberge und viele Ortschaften des Lahn-Salzböde- und Lumdatals zu genießen. Bald hinter dem Berg nimmt uns der Wißmarer Wald auf, der später in den Krofdorfer Forst übergeht. Gemeinsam mit dem roten Keil kommen wir auf stillen Waldwegen am Forsthaus Waldhaus vorüber, hinter dem alsbald das rote H geradeaus geht, wir jedoch mit dem Keil nach links abbiegen. An zahlreichen Grenzsteinen der ehemalig preußisch-hessischen Grenze entlang kommen wir später auf die Krumbacher Straße und von da in steilem, aber kurzen und aussichtsreichen Aufftieg zum Gipfel des Dünsbergs, wo wir Sonntags Erfrischungen haben können. Nachdem wir noch die herrliche Rundschau vom Turm bewundert haben, führen uns schwarze Punkte hinab nach Bieber, von wo wir heimfahren. Die Wanderung dürste in vier (Sin Aufruf des Veichssporlführers. 2. Reichswerbetag für das kinberlurnen. Der Reichssportführer hat für den 2. Reichswerbetag für das Kinderturnen einen Aufruf erlassen. In diesem wendet er sich an alle Vereinsführer, Helfer und Helferinnen im Kinderturnen und stellt das unabänderliche Ziel heraus, zu den schon vorhandenen zahlreichen Kinderabteilungen der Vereine viele Tausende guter und echter Pflegestätten neu einzurichten und sie mit Leben zu erfüllen. Es heißt ferner in dem Aufruf: „Der 2. Reichswerbetag für das Kinderturnen am 29. und 30. Juni soll getragen sein von der tiefen Verantwortlichkeit für die mir vom Führer gestellte Aufgabe, die Entfaltung der gesamten leibeserziehlichen Kräfte zur Grundlage der Gesamterziehung zu machen. Er soll die Gemüter wecken und aufrütteln, daß die Eltern sich mitverantwortlich fühlen für Leben und Gesundheit ihrer Kinder und nach der Einrichtung von Kinderspielplätzen und Durchführung von Kinderturnstunden unter guter Leitung drangen und verlangen. Damit erfüllen wir den Auftrag des Führers, eine gesunde und lebensfrohe Kinderwelt schaffen zu helfen, die stolz und stark in die Jugend des NSRL. hineinwachsen “t* weil fr Eine Mtn die ®biiülid) Waett frhuei «feil cmpe - ■ 115 Mild SS X Sie* > vor er verschwand. Ein solches Vorhaben pflegten Künstler, nach Mjöllns Ansicht, auch gewöhnlich auszuführen. Man würde also einmal in den Ausstellungen nachfragen müssen. In den Kunsthand- lungen. War eine ganz anständige Arbeit, und Herr Joachim Keit würde eine schöne Rechnung bekommen. Thomas Mjölln begann sich in Gedanken Bilder vorzustellen. Eine Sache, mit der er sich bis jetzt nicht beschäftigt hatte. Er entdeckte dabei einen Kalender an der Wand. Ein sonnengebräuntes Mädchen, das am Strand lag und für eine Hautcreme Reklame machte. ,Hm", machte Mjölln vor sich hin. Es war dies ein Laut, den er ständig ausstieß, wenn ihn einmal etwas erregte. Diese Frau Hauck lag ja damals auch im Sand, als sie gemalt werden sollte, und lächelte dabei. Er starrte auf den Kalender und versuchte zu ergründen, ob das Mädchen dort ebenfalls lächelte. Das tat es. Es zeigte blitzende Zähne, die grell von dem Braun der Haut und dem Rot der Lippen abstachen. Es war eine glatte, schattenlose Plakatschönheit, die da an der Wand hing. Vermutlich schon seit dem 1. Januar des Jahres, ohne daß er sie bis jetzt gesehen hatte. Und nun war Oktober. Thomas Mjölln wollte den Namenszug des Malers auf dem Plakat lesen. Aber so nah er auch seine kurzsichtigen Augen an den ockergelben Strand hielt, er konnte nichts entziffern. Na, weiß der Teufel, Hauck schien es nicht zu heißen. Thomas Mjölln war zum ersten Male in feiner langen Praxis wirklich ärgerlich auf seinen Auftraggeber. Wenn es sich hier nicht gerade um Joachim Keit von den Scheffield-Werken gehandelt, und wenn er nicht wie jedesmal das Wort „Kleinigkeit" gleich am Anfang gesagt hätte, bei Gott, er würde den Auftrag wieder zurückgeben. Unterdessen ging Joachim langsam und in Gedanken durch die raschelnden Kastanienblätter, die den Boden der Wasserastee bedeckten. Rechts lag der Außenhafen, grau, breit. Der Sturm der vergangenen Nacht hatte viel Wasser in die Förde getrieben. Es stand bis über die Planken der Anlegebrücken Iim Ägeshafen. Im Fischereihafen war das Sturmzeichen aufgezogen. Nun waren sie wieder da, die Herbststürme. der Chirurgischen Klinik bereits verstarb. Die polizeilichen Ermittlungen wurden sofort ausgenommen. ** Zusammenkunft der Gelnhäuser und Kinzigtaler. Die Gelnhäuser und Kinzigtaler hielten eine Zusammenkunft im „Andres" ab, die diesmal im Zeichen der Erinnerung an das alljährlich im Juni gefeierte Schulfest stand. Kamerad Walther wies in gebundener Form und in launigen Worten auf dieses Fest hin. Heimatpflege und Heimatliebe waren das Leitmotiv für diesen Abend. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 6. Juni. In der Nacht zum Donnerstag drang ein M a r d e r in den Hühner- ft a 11 eines hiesigen Bauern ein und t ö t e t e f ü n f- zehn Hühner und einen Hahn. Nur ein gangenen Jahren in stetem Ausstieg eine wichtige Stellung in der Erziehung unserer Jugend eingenommen, die es nun zu bewahren und auszubauen gilt. Ermöglicht wurde diese Entwicklung vor allem durch die Opferfreudigkeit des deutschen Volkes, das bisher immer durch feine Spenden Mittel zu zahlreichen Neubauten gab. Wenn während des Krieges, für dessen siegreiche Beendigung alle verfügbaren Kräfte des deutschen Volkes eingesetzt werden müssen, auch jetzt nicht daran zu Lenken ist, neue Jugendherbergen zu bauen, so handelt es sich doch darum, unserer Jugend ihre Jugendherbergen zu erhalten und weiter zu verbessern, damit sie dereinst wieder ihre Aufgaben erfüllen können, unsere Jungen und Mädel auf ihren Fahrten durch unsere schöne Heimat aufzunehmen und chnen Heimstätte > 5 Will'l^ zu sein. Die neuen Gebiete im Osten und die Schlachtfelder im Westen werden nach Beendigung dieses Krieges das Ziel von Hunderttausenden deutscher Jungen sein. Die bestehenden Jugendherbergen reichen aber dann bei weitem nicht aus. In verstärktem Maße müssen neue Jugendherbergen gebaut werden. Wie auf allen Gebieten unseres wirtschaftlichen und kulturellen Lebens wird auch hier ein gigantischer Aufbau erfolgen. Aber nicht nur die vor uns liegende Zeit stellt Senf, i MM! i Ar» 3i Inaris «N । W'V\ ; öch! n Kg. Mai Oka! 91 | >< alte! 1 fr alten 3 he do | frt iwti I r Wmen IF Sl lA'kgs jum -bet Q früöiuni *6amn Ich bin nicht anders als sonst. Es fehlt mir gar nichts."' Aber sie war sehr wohl anders als sonst. Und fit wußte dies auch gut. Ihre Freundin Cvamaria war die einzige, zu der sie etwas sprach.i ,Hch bin komisch", sagte sie, wenn sie spät abends auf der Couch lag. Evämaria bewohnte zwei möblierte Zimmer in einem Haus der Reventlow' Allee. Sie studierte Medizin und war sehr selbständig. „Ja, wahrlich, ich bin sehr komisch. Findest du nicht auch?" Evamaria schien nichts dergleichen zu finden. Sie beschäftigte sich emsig mit ihrem kleinen Haushalt, kochte Tee, richtete Schinkenbröte her und wusch Strümpfe im Schlafzimmer nebenan. „Ich ärgere mich über ihn. Tatsächlich, sein Benehmen ärgert mich. Ich gebe zu, ich habe mir zuerst nicht viel daraus gemacht, daß er zurückkani- Wenn Bobby nicht eine Autotour mit mir unternommen hätte, würde ich ihn ja auch gerne abgeholt haben. Aber wir hatten eine Panne, es murb?: zu spät. Sage selbst, ist das ein Grund für ihn, mich« seitdem so gleichgültig- zu behandeln, wie er es tut” Hörst du überhaupt, was ich sage, Evamaria?" „Natürlich höre ich", klang es durch die offen« Tür. „Weißt du, er sieht gut aus. Er fährt fabelhastt Auto." Evamaria kam ins Zimmer. Ihre Hände waren« naß. Sie hing Strümpfe neben den Ofen zum Trocknen. Es war wohlig warm im Raum. „Willst dA noch ein Schinkenbrot?" fragte sie. „Nein, danke. Ich bin längst satt. Kannst du div denken, weshalb er so gleichgültig ist? Da muh doch noch etwas anderes fein. Es interessiert ihn tauim mehr, was ich spreche." Evamaria aß im Stehen mit nassen Händen ein Brot. „Die Männer sind manchmal so", sagte fit. „Vielleicht hat er Aerger im Geschäft. Viellelchl.- Gott, vielleicht ist er ein Mensch, der, auf die Daue» gesehen, eben doch langweilig ist." „Denkst du, daß ihm eine andere Frau gefällt? „Wer sollte ihm schon gefallen. Du sagst doch, MS er nicht ausgeht. „Nein, das tut er nicht."' (Fortsetzung folgt.) kann." Opferschießen erbrachte ^Million. Der Deutsche Schützenverband hat als Ergebnis des Opferschießens dem Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes den Betrag von 557 077,72 RM. zur Verfügung gestellt. Mit dieser Summe ist das Rekordergebnis des Vorjahres von 235 000 RM. weit überboten worden. Deutsche Fußball-Meisterschast 1940. Die Endrundenfpiele um die deutsche Fußballmeisterschaft treten jetzt in ein entscheidendes Stadium. Erstmalig ist für kommenden Sonntag ein volles Meisterschaftsprogramm mit acht Begegnungen vorgesehen. Von diesen Kämpfen verspricht man sich eine weitere Klärung in allen vier Gruppen. Der Spielplan lautet: Gruppe 1: VfB. Königsberg — ,Union Obers schöneweide; NSTG. Graslitz — Vorwärts Rasensport Gleiwitz. Gruppe 2: VfL. Osnabrück — Dresdner SC.; 1. SV. Jena — Tod. Eimsbüttel. Gruppe 3: Schalke 04 — Fortuna Düsseldorf; Mülheimer SV. — SC. 03 Kassel. Gruppe 4: Kickers Offenbach — 1. FC. Nürnberg; SV. Waldhof — Stuttgarter Kickers. Handball: Bezirk Friedberg—Bezirk Gießen. Zu dem bereits für kommenden Sonntag fest- gelegten Programm ist eine weitere Veranstaltung gekommen. Ganz kurzfristig wurde ein Vergleichskampf zwischen den beiden führenden Bezirken des Gaues Hessen - Nassau abgeschlossen. In Butzbach werden sich zwei Einheiten gegenüberstehen, denen die besten Spieler angehören, über die wir z. Z. verfügen. Während der Bezirk Friedberg Uebungsspiele und den Kampf gegen Hanau hinter sich hat, war es infolge der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich, die Männer des Bezirkes Gießen nochmals zusammenzuführen. Trotzdem kann man volles Vertrauen haben, weil' es sich um Einzelkönner handelt, die sich ganz bestimmt auch in der Mannschaft finden werden. Die ursprünglich vorgesehene Mannschaftsaufstellung mußte hier und da kleinere Aenderungen erfahren. An Stelle von Ulm (Heuchelheim) wurde Heller (Katzenfurt) und für Schmidt (Hörnsheim) Braun (Hochelheim) eingestellt. Als Ersatz fahren mit: Müller (Hörnsheim) und Weber (Dutenhofen). In Holzheim treffen Lützellinden (Bann 88) und die Platzmannschaft (Bann 116) aufeinander, und zwar im Zuge der Vorrundenspiele um die Gebietsbeste Handball-Vereinsmannschaft. Es wird ein schwerer Kampf werden, zumal keine Mannschaft infolge Spielverlustes ausscheiden möchte. Wer gewinnt, hat die Möglichkeit, in die Zwischenrunde zu kommen. Aussichten haben beide Gegner. Im Lahnpokal stehen an: Tv. Hörnsheim — Tv. Hochelheim Tv. Garbenheim — Tv. Dutenhofen VfB.-Reichsbahn II — Großen-Buseck I. Auf dem Waldsportplatz tritt der Tabellenführer den Grün-Weihen im Rückspiel gegenüber. Wenngleich der eigene Platz ein wichtiger Faktor fein wird, so dürfte doch der Ausgang des Kampfes keineswegs zweifelhaft fein, denn gerade die Großen- Bufecker werden von Spiel zu Spiel besser. Wir erwarten daher die Gäste als sichere Sieger. Heuchelheim I — Steinbach I. Nach dem unglücklichen Ausgang des Spieles in Großen-Buseck empfangen die Heuchelheimer die Spieler aus Stein- bad). Die Gäste haben zwar etwas mehr Spielerfahrung, find auch körperlich stärker, aber die Platzherren schlugen schon immer zu Hause eine scharfe Klinge. Wenn sich die Gastgeber wieder von ihrem ersten Schrecken erholt haben, dürfte ein spannendes Spiel in Aussicht stehen, dessen Ausgang Aber auch Thomas Mjölln war in keiner Weise froh über den Besuch. Jetzt, da er allein war, kam es ihm erst richtig zum Bewußtsein. Kopfschüttelnd ließ er sich in seinen Stuhl zurückfallen, und starrte zur Decke. Wahrlich, er war doch ein Rechtsanwalt, ein alt- angesehener Rechtsanwalt mit einer langjährigen und ausgedehnten Praxis, aber doch kein Detektiv. Wahrhaftig, er hatte schon die unmöglichsten Fälle gehabt, aber das waren doch jmmer reale Dinge gewesen. Ein Schisfszusammenstoß beispielsweise, der machte ihm jedesmal Spaß. Auch ein bei Nacht und Nebel über Bord gefallener Matrose hätte ihn nicht im geringsten erregt. Er balgte sich immer wieder mit Freuden herum, wenn es um nicht abgenommene oder schlecht bezahlte Fischladungen ging. Raufhändel, die draußen am Hafen ausgetragen wurden oder in den kleinen Kellerkneipen, waren seine Sache. Aber ein Kunstmaler war ihm noch nicht untergekommen. Wohnten in dieser Stadt überhaupt Kunstmaler? Er erhob sich und holte das Adreßbuch aus dem Regal. Er blätterte das Berufsverzeichnis auf. Tatsächlich. Drei Kunstmaler wohnten hier. Drei. Und einer wohnte sogar in Gulden drüben und zwei gar in Maut, draußen an der Förde. In Stein wohnte keiner. Hm. Er suchte nach dem Namen Hauck, ohne ihn zu finden. Natürlich, die wohnten ja noch weiter draußen als Stein. Das gehört wohl schon zu einem ganz anderen Bezirk. Er klingelte dem Sekretär. „Ach, Frommel, sind Sie noch da? Haben Sie das Stenogramm schon in die Maschine übertragen?" „Nein, ich dachte, es eilt nicht so." Der Sekretär war bereits im Mantel. „Na, es ist gut. Am Montag dann." Mjölln setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. Er überlegte, was wohl gleich zu tun märe. Polizei? Unsinn. Die hatte längst gesucht und nichts gefunden. Ein Bild wollte dieser Hauck malen, be« Die 01 M d teilen 0t M jtdjbroc Deutsch • Wi1