Mittwoch. 6. November 1940 » 9 Nl'ttu Gietzener Anzeiger [90. Jahrgang Nr. 265 General-Anzeiger für Oberheffen -i 5hm° des Sach>, kurteilen.' isetzMs!^ zstenth^ ; Mstbegi ' pen Kampfes der Völker die Phi! _ ober?' ll Geisteswissenschaften überhaupt als ir lange! 0 ten Spiels" dem „Ernst" des K i bas A: 3n um Stunden 1500 Bomben aus London m. Mb* tilg tn| tenhM i beurtet .i ermretn «' SWfüetteng und SeschSftrstelle: «ietzen. SchRlsiratze 7-9 127.8.1: eterom t, wem ronttmv aerSG »er anri wurden il a. in Walttsharn und Ford erneut hallen getroffen und eine große Anzahl von Flugzeugen am Boden zerstört. Nach nächtlichen Angriffen auf L o v e n t r y und Liverpool konnten mehrere starke Explosionen und Brände beobachtet werden. In hillingkon, Ldiaburgh-Leilh und anderen Orten Schottlands erhielten Industrieanlagen schwere Treffer, die heftige Explosionen hervorriefen. Das Verminen britischer Häfen nahm feinen Fortgang. Der Gegner unternahm keinerlei Einflüge in das Reichsgebiet. Lin britisches Flng- zeug, das sich der Lanalküste näherte, wurde abgeschossen, ein eigenes Flugzeug wird vermißt. aussetzungen des Sieges, daß das deutsche Volk verstand, worum es ging. Ohne eine tief verwurzelte Bereitschaft jedes einzelnen Soldaten, die kühne Zielsetzung des Führers in sich aufzunehmen, wäre der Sieg in dieser Weise nicht möglich gewesen. Die Schicksalsstunde des Reichs fand ein Geschlecht, das der Stunde gewachsen war. Frankreich hatte sich nicht nur militärisch, sondern auch g e i st i g hinter die Maqinotlinie zurückgezogen. Die Befestigung seiner Grenze im Osten ist das Symbol seines Verhängnisses, Hinter _ seinen wissenschaftlichen Definitionen und militärischen Panzerwerken erstarrt, verstand es die lebendige Geschichte nicht mehr. Längst bevor es einen Kriegsminister Maginot gab, hatte sich die französische Nation durch eine Ideologie, die die Statik über Dynamit, Logik über Wille, fertige rationale Formeln über geschichtliches Werden und Verstehen setzte, aus der lebendigen Wirklichkeit zurückgezogen. Der französische Chauvinismus war nichts anderes als die Unfähigkeit, ein Volk als eine zwischen Gefahr und Größe sich bewegende Wirklichkeit zu erkennen. Die Maginotlinie gab dem dogmatischen, unlebendigen und geschichtlslos denkenden französischen Geist seinen klassischen Ausdruck. hinter dieser Linie glaubte der Franzose wie hinter seiner Sprache dem geschichtlichen Werden Broadway immer lebhafter. In der Gegend des Gebäudes der „New York Times" mußte der Straßenverkehr schließlich umgeleitet werden. Auch die Straßenbahnen mußten hier den Betrieb einstellen. , Die Menge stand zu Tausenden dicht gedrängt und erwartete die Bekanntgabe der Wahlergebnisse, die durch Zettel an den Schaufenstern der Zeitungen, durch elektrische Reklame an Hochhäusern, durch Lautsprecher, Rundfunk, Extrablätter, auf der Leinwand der Kinos, ja in Washlttg- ton sogar durch ein halbstarres Luftschiff verkündet wurden, an dessen Außenwänden in grellrotem Licht die letzten Resultate erschienen. Der Wahltag war in den Vereinigten Staaten kein Feiertag. Nur die Regierungsangestellten erhielten Freizeit zur Wahlausübung, während die übrigen Berufstätigen vor oder nach der Arbeit oder während der Mittagspause ins Wahllokal gehen mußten. In Neuyork hatten jedoch fast sämtliche Büros und Geschäfte geschlossen. Bis zum Urnenschluß bestand Alkoholverbot. Die Polizei war für alle Zwischenfälle gewappnet und hatte eine Reserve von 19 000 Mann einsatzbereit. Rekordbeteiligung n den präsidenischastswahlen Ungeheures Interesse in Neuyork^ Berlin, 5. Rov. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Troß der auch weiterhin besonders nugün- stigen Wetterlage griff die Luftwaffe bei Tag und Rächt England, Schottland und als Hauptziel London an. 3n der Zeit von 19 bis 6.30 Uhr warfen Kampfflugzeuge in rollendem Angriff anf die britische Hauptstadt insgesamt über 1 5 00 Bomben aller Kaliber. Am 4. Ro- vember und in der Rächt zum 5. Rovember unter- nahmeu Kampffliegerverbände außerdem zahlreiche Angriffe auf kriegswichtige Ziele, wie Flugplätze, Industrie- und Verkehrsaulagen, sowie Munitionsanstallen und Barackenlager. Dabei ussetzM tötete Frauch ! ßt es r. Druck und Verlag: vrühlsche UutverMtrdruckerei B. Lange 16 >4 * 8u Pet-i -teile jat | " 'S •; L(J des ® : •ag, der Die Sch bl t wird,! , i hunder z dar W | W her! “i für beut Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr desVormittaaS Suzeigen-Preiter Anzeigenteil 7 Rot. te mm bei 22 mm Heilenbrette# Tertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Heilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengensiasiel 8 Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25’/« mehr Für die Demokraten kandidiert Franklin D. R o o s e v e l t (rechts), der damit also die dritte Amts- periode erstrebt, für die Republikaner Wendell L. Willkie, der Präsident des Kraftkonzerns, der „Common wealth and Southern“. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Balkanschicksal. Seitdem man von einem europäischen Staaten- raum neugeschichtlicher Prägung sprechen kann, stand der Balkan ständig im Brennpunkt von Inter- essenkämpfen und politischen Intrigen, die sich allerdings im wesentlichen aus der Mentalität des Bal- kanmenschen selbst ergeben. Trotzdem soll nicht geleugnet werden, daß die Balkanvölker, nachdem sie ich in harten Kämpfen vom ottomanischen Joch bereit hatten, bemüht waren, sich zusammen zu schlie- zen, um als einheitlicher Raum eine Politik auf Gegenseitigkeit ohne Bindung an andere Staaten- gruppen zu betreiben. Doch diese Bestrebungen, die ährende Männer des damaligen Balkans verraten, scheiterten sämtlich an der politischen lln« ertigkeit ihrer Völker. So konnte es auch geschehen, daß der Balkan schon eine Reihe Jahre vor dem Weltkrieg in die Einflußsphäre von zwei geaenein- ander eingestellten Großmächten, des zaristischen Rußland und der österreichisch-ungari- schen Monarchie gelangte, wodurch eine klare innen- und außenpolitische Haltung der Balkan- oölker gerade in dieser unruhigen Zeitperiode un- möglich wurde. Nach dem Weltkrieg, der mit dem Zusammenbruch der erwähnten Großmächte endete, geriet der Balkan, soweit er sich auf die Seite der Alliierten geschlagen hatte, durch, die Gunstbezeugungen Frankreichs und Englands nur allzu schnell i n westliches Fahrwasser, womit England im wesentlichen wirtschaftliche, Frankreich dagegen politische Ziele verfolgte. Beide Richtungen trafen ich schließlich auf der Linie möglichst weitgehender Niederhaltung und Ausbeutung der Balkanstaaten mit dem militärischen Hintergedanken, zu gegebener Zeit in Verbindung mit der Tschecho-Slowakei und Polen den Balkan als östliche Aufmarschzone gegen ein wieder erstarkendes Deutschland benutzen zu können. Es liegt eine gewisse Tragik im politischen Lebenslauf des Balkans nach dem Weltkriege, daß die meisten feiner Staaten sich gerade mit den Groß- möchten solidarisch erklärten, die die wirtschaftspolitische Ausnutzung des Balkans als Zielsetzung betrieben. Die intellektuellen Kreise ließen sich von der wesllichen Scheinkullur blenden, die Frankreich und England bewußt in den Hauptstädten der einzelnen Länder verbreiteten. Die niederen Volksschichten besaßen dagegen auch jetzt noch nicht soviel politische Schulung, um real zu denken und ihre Interessen wirkungsvoll zu vertreten. Erst in der weltwirtschaftlichen Depression um 1930 sowie später, als die Balkanstaaten trotz ihrer eigenen Nöte auf Anordnung der Westmächte zur Teilnahme an den Sanktionen gegen Italien im Abesfinienkrieg gezwungen wurden, erkannten zwei Staatsmänner des Südostens, König Alexander von Jugo- 448Wahlmänner für Roosevelt gegen 83 für Wilkie Das vorläufige Gesamtergebnis ergab in 38 Staaten eine Mehrheit für Roosevelt. Mitten im Deutsch-Französischen Kriege war von Nietzsche die „Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" niedergeschrieben worden. In dem Vorwort an Richard Wagner, mit dem er seinen Erstling ausstattete, wendete Nietzsche sich nicht ohne Ironie gegen diejenigen, die allzugern eine phllosophische Untersuchung dem großen geschichtlichen Augenblick für nicht angemessen zu er- ' klären geneigt sind, und die im Angesicht des bluti- : een Kampfes der Völker die Philosophie und die ....... " j eine Art „heite- toerben könne. Das Jahr, in welchem wir stehen, hat in der ollen Auseinandersetzung zwischen Deutsch- Iland und Frankreich eine unwiderrufliche Entscheidung gefällt. Nichts ist besser geeignet, zu einer Besinnung über den Anteil des G e i ° ft e s an den geschichtlichen Schicksalen der Volker ouszufordern, als diese Entscheidung. Auf den Schlachtfeldern des Westens sind nicht nur «ntge f>eere geschlagen worden — ein ganzes V o l k ist der Kraft der deutschen Waffen und des deutschen .Geistes erlegen. Es wurde nicht GamMn oder Wey- 1:0). *3(5; ^rotbt (ich in l lllh J an Ifr - tu annschch 'esten L h, der x kenglvin hten K jÄ bähet sp .... .............Ernst" des Krieges entgegen- stellen möchten. Nicht nur die Kunst — auch die philosophische Besinnung auf die $ u n ft gilt Nietzsche als etwas anderes denn ein „lustiges Nebenbei, ein auch wohl zu missendes Schellengeklingel zum.Ernst des Daseins". In der Mitte der durch den Krieg neu angefochten deutschen "Hoffnungen versetzt er das ästhetische Problem ,*'das ihm an der Musik Richard Wagners oufgegangen ist. v m_ In dieser mutigen Herausstellung der Philosophie inmitten einer geschichtlichen Entscheidung erkennen wir einen tiefen deutschen Zug. Die Tat des Soldaten und des Politikers, die Schöpfung des Künstlers und das Werk des Denkers entspringen ein und derselben Kraft der Seele; es ist ein Zeichen verhängnisvoller Störungen, wenn die Linie der Tat und die Linie des Geistes auseinandergehen, i Geradezu verhängnisvoll aber müßte sich auf die j Dauer die Meinung auswirken, daß die Leistung des Soldaten, vielleicht verbunden mit der des Na- turwifsenfchafllers, gleichsam absolut sei, und auch . isoliert bestehen könne, während die Leistung des Philosophen und des Geisteswissenschaftlers als ein zuzeiten zu missendes „Schellengeklingel" angesehen m 30.U I f). Der | Hen gü f an, ob iarbriten Erscheint täglich, autier Sonntags und feiertags Beilagen: Dte Illustrierte (Siebener ftnnülienblätter jheimat unBild DieScholle Wonats-Bezugsvreis: Wit 4 Beilagen NM. 1.95 Dbne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 ■auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern «folge höherer Gewalt ternivrechanschluk 2251 Drahtanschrift-„Anzeiger" ßoftkberf 11686 ftranff. M eillich c ' Neuyork, 6. Nov. (DNB. Funkspruch.) Unter iung ui riesiger Beteiligung und ungeheurer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung gingen in den Vereinigten Staaten am Dienstag die Wahlen vor sich. Bis 5 Uhr nachmittags, das ist 24 Uhr deutscher ßeit, hatten in Neuyork bereits 85 v. h. der Iähler ihre Stimme abgegeben, obwohl die Wahl- kale wegen der starken Zunahme der Wahlberech- [ten drei Stunde^ länger geöffnet waren 5 früher und erst um 9 Uhr abends schlossen. K a - f ornien, das hinter dem ameriknischen Osten ei Stunden zurück ist, schloß sogar erst um 11 Uhr, so um 6 Uhr früh deutscher Zeit. Natürlich dauert nun noch geraume Zeit, bis die Ergebnisse auszählt sind, denn man rechnet mll einer in der eschichte der USA. noch nicht dagewesenen Be- iligung von wahrscheinlich 50 Mil- Ni o ne n an der Präsidentenwahl. Die Spannung, mit der die Bevölkerung das Gleichzeitig mit der heutigen Präsidentenwahl erfolgt die Wahl des Vizepräsidenten. Ferner werden gewählt 35 Senatoren aus 102 Kandidaten, 432 Vertreter des Repräsentantenhauses, für die 979 Kandidaten aufgestellt sind, endlich 33 Gouverneure,- 255 Munizipalbeamte und Richter aus 607 Kandidaten. Der am 1. Juni begonnene Wahlfeldzug kostete die Demokraten bis Ende Oktober 1,2 Millionen Dollar, während die Republikaner ihre Wahlauslagen mit 1,17 Millionen Dollar beziffern. Das erste Wohlergebnis. Neuyork, ,5. Nov. (Europapreß.) Mit einer Schnellwahl haben die Einwohner des Keinen Ortes Sharon in New Hampshire es verstanden, bereits in den er ft en fünf Minuten des Dienstags den Namen ihrer Stadt in den USA. berühmt zu machen. Mit 24 Stimmen für Willkie und 10 Stimmen für Roosevelt konnte Sharon als e r ft e r Platz den Entscheidungskampf Willkie— Roosevelt zugunsten des Ersteren beenden. Neuyork, 6. Rov. (DRV. Funkspruch.) Das vorläufige Gesamtergebnis der Präsidenteu- wahlen in den Vereinigten Staaten hat in 38 Lundes sl aalen eine Mehrheit für Roosevelt, in 10 Bundesstaaten eine Mehrheit für Vilkie ergeben. Die Zahl der Wahlmänner ür Roosevelt beträgt 448, die für Wilkie 3. Die Errechnung beruht auf 39,5 Millionen ab- egebener Stimmen, 20 Millionen fehlen noch. Doch ann sich das Ergebnis nur noch unwesentlich vergeben. Rund 55 v. h. der Wähler stimmten für loofeuelL Daß eine so erheblich größere Zahl der Vahlmänner für Roosevelt sich ergibt, liegt an dem ier bereits erläuterten Wahlsystem der Bereinigten Staaten. Amenl^ : Zeitung i ] sel stieg" aand, sondern Frankreich besiegt, und es lohnt sich, sich die Ursache dieses folgenreichsten Zusammenbruchs, den die Geschichte Europas kennt, zu vergegenwärtigen. Die frühere deutsche Disharmonie zwischen Tat und Geist, die ihren letzten Grund in dem tragischen Gesamtverlauf unserer Geschichte hat, ist den Franzosen erspart geblieben. Sie hatten den Vorzug, gerade in den letzten Jahrhunderten Epochen der Uedereinstimmung zwischen Tat und Geist zu erleben. Ihre Gefahr lag an einer anderen Stelle: sie mußten sich hüten, in dem' Glück ihrer Harmonie zu erstarren. Die Dogmatisie- rung des Glücks ist die französische Nationalgefahr ebenso, wie einstmals die Entzweiung die Nationalgefahr der Deutschen war. Wir hatten niemals Gelegenheit, in scheinbarer Vollendung und gettäum- ter Vollkommenheit fest und sicher zu werden. Soviel wir auch in unserer Vergangenheit zu betrauern haben, so ist doch eines gewiß: wir sind immer in Bewegung geblieben. In einem Bewegungskrieg ohnegleichen wurde schließlich^ das Verteidigungssystem der Franzosen von uns überrannt. Bei diesem einzigartigen Vorgang übertrug sich die gewaltige Dynamik des Führerwillens in einer geradezu wunderbar anmutenden Weise auf die Geführten. Es war eine der wesentlichen Dor- 7 n.'i .n wS rfl 1:10 Ui ment- "ch 'IMG entzogen zu sein. Er, der im Verkehr von Mensch zu Mensch so geschickt den Augenblick zu erfassen versteht, ist heute allem geschichtlichen Geschehen völlig entfremdet. Die französische Geisteswissenschaft, insbesondere die französische Geschichtsschreibung, trägt an dieser Unwissenheit über die eigene Wirklichkeit und um das eigene Schicksal kein geringes Maß an Schuld. Die Geisteswissenschaften haben in Frankreich viel dazu beigetragen, die Nation gegen das Schicksal zu isolieren und in einem dogmatischen Absolutismus erstarren zu lassen, bis schließlich das versteinerte Nationalbewußtsein nicht mehr imstande war, den europäischen Ereignissen zu folgen. Die Geisteswissenschaften haben in Deutschland immer eine andere Stellung eingenommen als in dem einseitig naturwissenschaftlich und technisch interessierten Frankreich. Das lebendige geschichtliche Bewußtsein, das wir unter einer starken Führung heute unter uns erwacht sehen, ist ohne die ruhmvolle Arbeit der deutschen Geschichtswissenschaft und Geschichtsphllosophie im letzten Jahrhundert nicht zu denken. Das g e - schichtliche Erfassen der Wirklichkeit ist es, das den deutschen Geist am tiefsten vom westlichen mit feiner Neigung zum psychologischen, soziologischen und juristischen Formalismus Unterscheidet. Dieses geschichtliche Vorstellen ist von den Franzosen wohl bemerkt und oft genug als eine Art der deutschen „Unklarheit" verspottet worden. Das geschichtliche Verstehen der Wirklichkeit läßt sich in der Tat nicht auf Definitionen von der Art bringen, wie die Franzosen sie lieben. Dafür hat dieses Verstehen den Vorzug, daß es auf die Schicksale der Völker bezogen hleibt und imstande ist, das Unvorhergesehene in sich aufzunehmen. Was dem im Cartesianismus erstarrten Franzosen als „Unklarheit" erschien, war in Wahtheit ein eigener Stil des Denkens und Forschens, der einem tieferen, logisch schwerer zu erfassenden Verhältnis zur Wirklichkeit entsprang. Alles was Ausdruck der Grundanlagen eines Volkes ist und auf die Haltung des einzelnen.einwirkt, ist in der Stunde der Bewährung gegenwärtig und daher von unmittelbarer politischer Bedeutung. Wie es ein cheoretischer Irrtum ist, die Naturwissenschaften von den Geisteswissenschaften und der Philosophie zu trennen, so ist es ein praktischer Fehler, die Geisteswissenschaften wegen ihres physikalisch nicht meßbaren Ertrags im Ernstfall als geringwertig anzusehen. Die sittliche Energie, mit welcher ein Volk dem Schicksal begegnet, ist sehr wesentlich davon abhängig, ob ein Volk geschicht-, liche Zusammenhänge und Notwendigkeiten auf« zusassen und zu verstehen vermag. Die Haltung des deutschen Volkes in diesem Kriege, die keinerlei Anleihe bei einem theologischen Bewußtsein von Auserwähltheit bedurfte, ist ein Zeugnis dafür, daß die geistigen Mächte, die diese Haltung mit geformt haben, ihrem Gesamtsinne nach im Einklang mit dem Ernst des deutschen Schicksals waren. Zu diesen Mächten gehörte auch die deutsche Wissenschaft. Es ist die stolze Aufgabe unserer Generation, dafür zu sorgen, daß auch die Geisteswissenschaften ihre große politische Ausgabe immer entschiedener erfüllen. Sild', I««1 rt. .. ■ä» chl-nd, ** Mdu W Hätte" * n W fjM* uirf#* llrf Äst Geist und Tat. Der Anteil des Geistes an den geschichtlichen Schicksalen der Völker Von Dr. Alfred Bäumler, o. Professor der Philosophie an der llniversiiät Äerlin. si es aber nirgendwo zu ernsthaften Zwischenallen gekommen. Lediglich einige Personen wurden wegen versuchten Wahlschwindels verhaftet. In 't e u y o r k sammelten sich bereits vor Einbruch her Dunkelheit viele Tausende im Stadtzen- rum, um die Bekanntmachung der Einzelergebnisse ibzuwarten. Noch bis in die späten Nachmittagstunden hatten beide Parteien auf den Straßen tarfe Propaganda durch Lautsprecherwagen, Flugblätter usw. betrieben. Auch die Rundfunksen- 'er hatten Auftufe an die Wähler verbreitet. Be- onders lebhaft war das Straßenbild a m B r o a d - vay, in dessen Nähe die Parteileitungen hre Hauptquartiere auigeschlagen hatten. Mit her- ünbrechendem Abend wurde der Verkehr auf dem masatökErgebnis erwartet, ist außerordentlich stark. 2lus n Lmk- Straßen und Plätzen wurde überall lebhaft über Mäße l len Wahlausgang diskutiert. Trotz der Hochspannung jfNwett. heck nu , sockern i flamten und Kemal Atatürk, der Schöpfer der neuen Türkei, daß sich der Balkan in außenpoltti- schon Fesseln befand, die jeder gesunden Entwicklung des eigenstaatlichen Lebens seiner Völker und der natürlichen Angliederung an den mitteleuropäischen Raum zuwideriiefen. Diese beiden Staatsmänner faßten den Entschluß, einen Balkanbund zu bilden, um damit den Süüosten aus den verschiedenen Einflußsphären herauszunehmen und politisch auf feste, eigene Grundlage zu stellen. Es erwies sich aber auch jetzt trotz aller Bemühungen dieser beiden Männer erneut, daß die Balkanstaaten für solche Lösungen noch nicht geeignet waren. Die Nachwirkungen des Weltkrieges und die Ungerechtigkeiten der Friedensverträge hatten starke poli- tische Spannungen zwischen den einzelnen Staaten aufrecht erhalten. Griechenland und Rumänien standen in einem wenig freundschaftlichen Verhältnis zu Bulgarien, Bulgarien und Ungarn andererseits hatten nicht vergessen, daß sich die übrigen -Valkanstaaten aus ihre Kosten bereichert batten. Wenn auch rein äußerlich ein Bal- kanbund entstand, so entsprach er doch keineswegs den Vorstellungen ihrer Gründer. Inzwischen wurde König Alexander bei einem Besuch in Marseille ermordet, und man vermutete nicht zu Unrecht, daß dieses Attentat mit den Bestrebungen zusammenhing, die der König auf dem Balkan verfolgte. Auch Kemal Atatürk starb, so daß auch in der Türkei die führende Persönlichkeit, die dem Geschick des Balkans eine andere Wendung hätte geben können, ausgeschieden war. Wenn in der Folgezeit die Politik der einzelnen Staaten des Balkanbundes zunächst noch die gegebenen Richtlinien außenpolitischer Unabhängigkeit und der wirtschaftlichen Anpassung an den mitteleuropäischen Raum beibehielt, so setzte sich doch der englisch- französische Einfluß in den „Salons" der Hauptstädte wieder durch und führte bei Kriegsausbruch 1939 zu jener gefährlichen Haltung, die eine nur scheinbare Neutralität verschiedener Staaten bedeutete. Damit war das lose Band der politischen Einheit der Balkanstaaten wieder zerrissen. Wenn in den kritischen Tagen des Kriegsausbruchs dennoch auf dem Balkan Ruhe blieb, so ist dieser Erfolg in erster Linie der schnellen Niederschlagung Polens durch Deutschland einerseits und der Wachsamkeit Italiens andererseits zu verdanken gewesen. Man erkannte im Laufe des September 1939 auf dem Balkan instinktiv die überlegene Macht der Achse, so daß man auch in den Ländern zurückhaltender wurde, die mit ihren Sympathien auf feiten der Westmächte standen. Der weitere Verlauf des Krieges zugunsten der Achse, die Erfahrungen, die Norwegen, Holland und Belgien mit ihrer Scheinneutralität bzw. englischen „Freundschaft" gemacht hatten, wirkten stark er- nüchternd. Aber auch die zielbewußte Wirtschaftspolitik des Reiches, die den Balkan erkennen liefe, daß feine Völker in diesem Kriege ausschließlich vom mitteleuropäischen Raum abhängig waren, hat im weiten Maße die leicht entzündbaren Gemüter gewisser Balkanvölker zur Ruhe gezwungen und die Bereinigung einiger dringender Streitfragen im Zuge der kommenden Neuordnung auf friedlichem Wege ermöglicht. Einige Staaten des Balkans, R u - mänicn und Bulgarien, paßten sich der Staatsauffassung der Achsenmächte an, ihre Außenpolitik wurde vom westdemokratischen Einfluß gereinigt. Auch Jugoslawien, das bis zur letzten Zeit noch englischen Agenten freie Tätigkeit ließ und mancherlei innerpolitische Unklugheiten begangen hat, bemüht sich heute, eine streng objektive Haltung zu beweisen. Weyn Griechenland als südlichster Balkanstaat trotz der bösen Erfahrungen anderer Völker doch noch den britischen Einflüsterungen nachgab und nunmehr einer fragwürdigen Zukunft entgegengeht, so möchte man die Hoffnung aussprechen, daß Griechenland dieses Schicksal nur a 11einzu tragen braucht und damit so abschreckend wirkt, daß sich eine nachhaltige Wendung der Gesamtpolitik des' Balkanraumes ergibt, worunter in erster Linie die naturgegebene Angliederung an den mitteleuropäischen Raum zu verstehen ist. Nur mit diesem festen Willen kann der Balkan als brauchbares Staatengebilde in das neue Europa eingebaut werden. Feindlicher Widerstand in Epirus gebrochen. Oer Fluß Vojuffa erreicht. — Intensive Aktionen der Luflwaffe. MienischerWehrmachtberichi. Rom, 5. Roo. (DRB.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: Die Aktion unserer Einheiten Im Lpirvs- Seftot, wo unsere Verbände den feindlichen Widerstand gebrochen und den Heber- gang des Vojus sa-Aluss es erreicht haben, geht weiter. Unsere Luftwaffe hat in Verbindung mit den Operationen zu Lande während des ganzen Tages intensive Aktionen durchgeführt, wobei sie verbiu- dungsstraßen, Truppen- und Autokolonnen, Lager uyd Verteidigungsstellen in den Zonen von Florina, fiafforia und Janina bombardierte. Außerdem wurden im Sturzflug Batterien und andere Ziele am Höhenzug im Norden Janinas und auf der Straße Janina—kalibaki wiederholt bombardiert. Unsere Flugzeuge haben ferner die Häfen von Dolos, Prevesa und Patras bombardiert. Im Verlauf der Luftkämpfe ist ein feindliches Jagdflugzeug abgefchossen worden, ein weiteres ist wahrscheinlich abgeschossen worden. Aus weiteren Feststellungen ergibt sich, daß während der Luftaktionen vom 2. November weitere sechs feindliche Flugzeuge neben den bereits lm gestrigen Heeresbericht gemeldeten vernichtet wurden. Die Zahl der an diesem Tage abgeschossenen feindlichen Flugzeuge betrug somit 11, sowie ein wahrscheinlich abgeschossenes. Liner unserer Iagdverbände hat bei einem Anfklärungsflug auf Malta einige große Wasserflugzeuge, die im Hafen vor Anker lagen, überrascht und beschossen. Alle unsere bei dieser Aktion angesehten Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. In Ostafrika hat unsere Artillerie Panzerverbände beim Sciusceib-Berg (kassala) vernichtet. Feindliche Flugzeuge haben Bomben auf Lheren abgeworfen, wobei ein Eingeborener getötet und vier Eingeborene, darunter eine Frau und ein Kind, verwundet wurden. Bei einem Einflug auf Veghelli gab es weder Opfer noch Sachschaden. Lin feindliches Flugzeug ist von der Flak abgefchossen und feine Besatzung gefangen genommen worden. Unsere im Atlantik eingesetzten U-Boote haben 24 000 Tonnen Schiffsraum oetfenFL Griechenland seinem Schicksal überlassen. Rom, 6. Rov. (DNB. Funkspruch.) Agen^ia Stefani schreibt: Wie man logische rwei.se erroarfen mußte, befindet sich Griechenland bereits unter dem Eindruck der Isolierung. Die Leiter der griech'.-schen Polittk hatten den Konflikt provoziert in der Illusion, von England und einigen Balkanistaaten o i r e k t e Hilfe zu erhalten. Aber die Lage ist im Begriff, sich $u stabilisieren und die Hoffnungen der Athener Regierung verwandeln sich in Enttäuschungen. Die Londoner Presse erMart bereits, daß Griechenland sich allein verteidigen könne, was gleichbedeutend ist mit der Feststellung, daß England nicht vor hat, Griechenland irgendeine Hilfe zu gewähren. Die britische Flotte könne einige griechische Inseln besetzen, aber die ganze Last des Widerstandes gegen die italienischen Streitkräfte muß vom griechischen Heer getragen werden. London üb erläßt Griechenland seinem Schicksal, genau so, wie es schon Polen, Norwegen, Holland, Belgien und andere Länder verraten hat, die es vorgab, schützen zu wollen. Zu den englischen Drohungen, England wolle von seinen neuen in Griechenland errichteten Stützpunkten großangelegte Luftangriffe gegen Italien unternehmen, schreibt der „Corriere della Sera": Man glaubt, durch berartige Manöver das italienische Volk demoralisieren zu können. In Wirklichkeit stehen die griechischen Stützpunkte nicht „Falsche Informationen nnb schlechte Ratschläge" Oie Holle Amerikas bei dem Eintritt Frankreichs in den Krieg. Paris, 5. Nov. (DNB.) Der neuernannte französische Botschafter Graf Ferdinand de Bri - non erklärte der Agentur International News Service, daß die Zusammenarbeit mit Deutschland bei-der Errichtung einer neuen europäischen Ordnung das Ziel der französischen Politik sei. Deutschland, das heute als Sieger dasteht, hat das Recht und alle Möglichkeiten, die Führerschaft in einem neuen Europa zu übernehmen. Wir haben allen Grund anzunehmen, daß dies das aufrichtige Bestreben Hitlers ist, und daß es ihm gelingen wird, dieses große Werk durchzuführen. Daher ist es wesentlich, daß unsere ameritanifd)en Freunde die augenblickliche Lage Frankreichs richtig verstehen. Wir bedauern es sehr, feststellen zu müssen, daß man dc^u neigt, die Sage so hinzustellen, als ob die Petain-Regierung nicht volle Freiheit besitze, ihre eigene Politik zu verfolgen. Diese falschen Informationen sind das Ergebnis einer Propaganda, deren Inspirationen bereits mehrmals die Vereinigten Staaten veranlaßt haben, Verpflichtungen zu übernehmen, die sich nachteilig auf die französischen Interessen auswirkten. Es ist nicht zu bestreiten, daß wir durch Einflüsse in den Krieg hineingezogen wurden, die nicht ausschließlich französischen Ursprungs waren. D a - lädier wurde kurz nach dem Münchner Abkommen das Opfer eines mächtigen Einflusses, dem er sich nicht entziehen konnte. Frankreich wandte, veranlaßt durch niedrige Motive der Innenpolitik und einem Druck von außen dem Münchner Abkommen den Rücken, und daraus ergab sich, daß es in verhängnisvoller Weise in den Krieg hineingezogen wurde. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Zusammenkunft in meinem Hause zu Beginn des Frühjahrs 1939 zwischen Pierre Laval und dem polnischen Botschafter Lukasiewicz. Laval beschwor den polnischen Botschafter, seine Regierung zu einer klugen und vorsichtigen Polttik zu veranlassen. Der polnische Botschafter erwiderte verächllich: „SB ir werden Sie zwingen, Krieg zu füh» renl" Auch der amerikanische Botschafter Bullitt übte einen großen Einfluß auf Daladiers Entscheidungen aus, in Form von Informationen und Ratschlägen, die falsch und schleckt waren. Eknige Tage vor Ausbruch des Krieges yatte der englische Botschafter in Berlin eine Unterredung mit Hitler, nach der nach London ein Plan gesandt wurde für eine friedliche Beilegung aller englisch-deutschen Streitfragen. Das englische Kabinett beriet 48 Stunden lang und schien geneigt, eine positive Antwort darauf zu erteilen. Von den Polen erfolgte daraufhin sofort eine lebhafte Reaktion gegen ein sogenanntes „Imstichlassen"; ich glaube, daß in dieser Reaktion die Spur eines starken Einflusses zu entdecken ist, der von einer hohen amerikanischen Persönlichkeit ausgeübt wurde. Außerdem wurde dem Chef der französischen Regierung, der noch immer zögerte, von denselben Kreisen aus täglich erzählt, er riskiere nichts, wenn er sich in einen Krieg einlasse, da das nationalsozialistische Regime keinen wirklichen Widerstand leisten könne und der Sieg sicher sei. Das ist es, was wir als falsche Informationen und schlechte Ratschläge bezeich. nen. Wir wissen heute, wohin uns das geführt hat. Ein vollkommenes Mißverstehen der wirklichen Verhältnisse sollte nicht zu einer Verlängerung des Konfliktes und zu neuen Katastrophen führen. Aus diesem Grunde hoffen alle wahren Franzosen, die ihr Vaterland lieben und wirkliches Verständnis für den Verlauf der Geschicke aufbringen, daß das amerikanische Volk die gegenwärtige Situation gerecht beurteilen und allen schlechten Ratschlägen und falschen Nachrichten mißtrauen wird, die in der Vergangenheit so viel Böses angerichtet haben. e r ft |eit heute den Engländern zur Verfügung. Warum soll man daher von einer veränderten Lage sprechen. Das italienische Volk läßt sich durch Drohungen dieser Art nicht einschüchtern. Es weiß, daß die italienische Luttabwehr äußerst wirksam ist, so daß es den englischen Fliegern nicht leicht fallen dürfte, die Drohungen in die Tat umzusetzen. DasSomhardemenlvonSaioniki Mailand, 5. Nov. (Europapreß.) Die Blätter geben Berichte von Flüchtlingen aus Griechenland wieder, die an der jugoslawischen Grenze ein» getroffen sind. Sie versichern, Saloniki nach der viertägigen Bombardierung gern verlassen zu haben. Besonders a m l e tz t e n Sonntag sei der Luftangriff schrecklich gewesen. Sobald die ersten Bomben emgoschiagen seien, habe sich die Bevölkerung in die größeren Gebäude im Hafenviertel geflüchtet, well diese einen größeren Schutz böten als die übrigen meist einstöckigen Häuser. Die Angriffe hätten sich hauptsächlich g e g cn den Bahnhof gerichtet, der schwer beschädigt worden sei. Ferner seien die Hauptpost und die Vorortbahn- Höfe zerstört worden. Das Leben fei in Saloniki sehr schwer geworden. Die Bevölkerung verlasse die Häuser nur noch für die dringendste ©infäivfe. Man könne nur wenige Fahrzeuge au [treiben, da Privat- kraftwagen und Taxen für das griechische Heer requiriert seien. Der Eisenbahnverkehr sei eingeschränkt. Sell mehreren Tagen sei kein Schiff mehr im Hafen eingelaufen. Kaffee und Zucker feien aus allen Läden der Stadt verschwunden und Fleisch werde nur noch an zwei Tagen der Woche verkauft. Die ifalienifdjen A-Voote im Atlantik. R om, 5. Nov. (Europapreß.) Die Zusammenarbeit Deutschlands und Italiens auf maritimem Gebiet behandelt Gayda im „Giornclle d'Jtcllia". Die Zusammenarbeit spiele fick vor allem im Atlantischen Ozean ab und sei gegen den englischen Seeverkehr sowie gegen die Lieferungen nach der englischen Insel gerichtet. Den italienischen U-Booten falle nun die Ausgabe zu, jene See* gebiete zu kontrollieren, die am weitesten entfernt von den deutschen Operationsgebieten liegen. Diese italienischen U-Boote kontrollierten daher die Schiffswege von England nach Jbero. arnerika. Natürlich seien oiese Wege von England verlegt worden. Aufgabe der italienischen 11- Boote fei es daher zunächst gewesen, die neuen Schifssweae festzustellen und die Gebiete abzugrenzen, in denen sich der Hauptteil des englischen Schiffsverkehrs nach Iberoamerika abfpielt. In vielwöchiger Arbeit sei diese Aufgabe vollständig gelöst worden. Schon bei dieser ersten, der Aufklärung dienenden Phase habe es, so fährt Gayda fort, die italienische U-Bootswaffe nicht an Angriffen fehlen lassen. So habe der Bericht vom 12. September die Versenkung von 27 000 BRT. feindlichen Schiffsraumes im Atlantischen Ozean melden können. Am 13. September sei von weiteren 18 000 BRT. berichtet.worden und am 19. September habe man von 5800 BRT. melden können. Schließlich sei nun Dienstag die Versenkung von weiteren 24 000 BRT. be» fanntgegeben worden. Die zweite Phase der Tätigkeit der italienischen U-Boote im Atlantischen. Ozean habe begonnen. Intensivierung des rumänischen Ackerbaus. Bukarest, 5. Nov. (Europapreß.) Die rumänische Regierung hat einen deutschen Vorschlag, Rumänien tausend Traktoren zu liefern, angenommen. Wie der Generalsekretär im Landwirtschaftsministerium, Chirulescu, Pressevertretern erklärte, wird, damit im Frühjahr kein Stück Land unbebaut bleibt, eine große Feldbestellungskampagne durchgeführt werden. Schon jetzt werde mit der Ausbildung von Traktorenführern in einer großen Schule, die mit Hilfe deutscher Unternehmungen am Stadtrand von Bukarest eingerichtet worden sei, begonnen. Für jeden Traktor würden fünf bis sechs Führer ausgebildet, um im Frühjahr — notfalls in Tag- und Nachtarbeit — die drei Millionen Hektar Ackerboden, über die Rumänien verfüge, zu bestellen. Holländisches Glockenspiel. Von $. M. Huebner, im ßaag. Die Holländer sind kein sangesfreudiges Volk. „Frisia non cantat“ (Die Friesen singen nicht) ist eine Feststellung schon ans dem Mittelalter. Das Leben verläuft hier zu mühsam, auch zu eintönig, als daß die Menschen verlockt wären, frank und frei ihre Arbeit, ihre Verrichtungen mit Gesang zu begleiten. Wenn die deutschen Häusdedienten, die seit oem Kriegsende in Scharen nach Holland strömten, bei ihrer Händearbeit fingen, nämlich um sich die Mühsal zu versüfeen oder gar sie vergessen zu macken, so erregt das bei den holländischen Hausstandsangehörigen immer wieder Verwunderung. Was sie selber nicht tun, das haben die Holländer ihren Kirchentürmen übertragen, denn ohne Gesang, ohne Musik und Wohlklang kann der Mensch nun einmal nicht leben. Sie haben in den Kirchtürmen, den Rathaustürmen, den Beifrieden Glockenspiele aufgehängt, diese tun innerhalb der niederländischen Landschaft Dienst als Wohlklangverteiler. Sie tun es viertelstündig, aber es gibt Türme, wo auch die Hälfte der Viertelstunde durch Glockenmusik bekannt gegeben wird. Infolge der Zusammenkopplung dieser Musik mit dem Gang der Weiser auf dem Zif- ferblatt steht es also so, daß sich in den Niederlanden der Gang der Stunden musikalisch verlautbart. Die Zeit singt. Das Beängstigende, was im Dahinrinnen und dem Niewiederkehren der Zeit beschlossen liegt, wird auf diese Weise überdeckt und beinahe aufgehoben. Der Mensch, nach dem Stundenschlag lauschend, empfängt zu diesem ein kleines Lied, einen Strauß von Wohlklang als tröstende Zugabe. Es war in der Mitte des siebenzehnten Jahrhunderts, da die Türme in den Niederlanden von Friesland bis nach Dünkirchen mit Glockenspielen ausgerüstet wurden. Auch vorher gab es natürlich schon Glocken, aber diese wurden mit einem Seil in schwingende Bewegung gebracht, bis der Klöp. pel anschlug. Beim Glockenspiel sind die Glocken fest und unbeweglich aufgehängt. Der Klang wird ihnen nicht durch einen klöppel entlockt, sie haben gar keinen. Die Rolle des Klöppels wird hier von Hämmern übernommen, die, fei es von innen, fei es von außen auf den Glockenmantel aufschlagen. Die Hämmer sind wieder mit Drähten verbunden, die ihrersetts zu der Betriebsstelle laufen, von wo aus an den Drähten gezupft unb dadurch bas Hämmerwerk in Bewegung gefetzt wird. Die Betriebsstelle, das ist entweder eine mit Stiften stachelig besetzte Walze die sich dreht unb beim Drehen mit den Stiften an den Drähten reißt (Zylinderglockenspiel) ober es ist eine Klaviertastatur. Im ersten Falle handelt es sich um eine mechanisch arbeitende Betriebsstelle, denn die Walze dreht sich wie bei einer Spieluhr, wenn sie aufgezogen wird, von allein. Im zweiten Falle wird die antreibende Kraft durch den Menschen geliefert, durch einen Musiker, der die Tastatur und die darunter angebrachten Pedale mit Fingern und Füßen traktiert. Die Tastatur umfaßt zumeist drei Oktaven. Die Pedale stehen mit den größten, also den tiefen Baßglocken in Verbindung, denen Töne zu entlocken ein besonders kräftiger Anschlag nötig ist. Die mechanische Anschlagweise findet ihre Verwendung für die Hervorbringung jener Musik, die alle Viertelstunden oder in noch kleineren regelmäßigen Abständen aufklingt. Es sind Kirchenlieder, Volksgesänge, Teile aus klassischen Musikstücken, mit welchen die Zeit in Holland ihren, Fortgang verkündet. Alle Vierteljahre werden die Lieder durch neue ersetzt, was in der Weise geschieht, daß man den Stiften auf der Walze neue Plätze gibt. Zu diesem Behufe sind die Walzen mit Löchern versehen, deren Zahl bei einigen Walzen bis in die Fünfzigtausend geht. An ihren neuen Plätzen bringen natürlich die Stifte, indem sie beim Drehen der Walze an den Zuführungsdrähten zu den Hämmern zupfen, neue Weisen hervor. Die Inbetriebsetzung des Glockenspiels durch Menschenhand erfolgt an den Markttagen des betref- senden Ortes und an den hohen kirchlichen und vaterländischen Festtagen. Dann ersteigt der Organist, der gewöhnlich den Dienst an der Orgel zu versehen hat und in der Stadt anderen musirpäda- gvgischen Pflichten nachgeht, den Turm und gibt eine Stunde lang und länger ein Glvckenkvnzert. Sein Platz ist dabei die Glockenstube unterhalb des Gestühls, wo die Glocken aufgehängt sind, zu diesen führen die Derbindungsdrähte von der Tastatur aus rechtwinklig empor. In Holland sieht man es häufig, daß die Glocken nicht in ihrem eigenen Glockenraum sondern an der Außenseite des Turms, wie ein Kranz um die- fen herum, angebracht sind. Die Glocken erfüllen agf diese Weife eine Obliegenheit als bauliches Schmuckstück, leiden jedoch dabei binsichllich chrer eigentlichen musikalischen Aufgabe. Denn außen und kreisförmig aufgehängt, können die Glocken kein rechtes Zusammenspiel entwickeln; die Töne zerstreuen sich; sie werden vom Winde je nach der Windrichtung entführt, in der sie angebracht sind. Anders bei den innerhalb der Kuppel aufgehängten Glocken. Hier kann der Organist die Glockentöne zu wirklichen Akkorden binden \inb die Akkorde als einzige dröhnende Klangmasse in den Raum hinaussenden. Aus diesem Grunde sind in letzter Zeit in Belgien sowohl wie in Flandern die Spieltürme zum Teile umgebaut und die Glocken in das Innere der Turmlaterne hineingenommen worden. Dies ist vor allem auf Betreiben von Ief D e n i \ n geschehen, des anerkannt besten Glöckners (Klokke- nist), den die Glockenspielkunst heute besitzt. Jes Denijn ist in Mecheln auf dem dortigen St. Romoaldsturm tätig. Er hat seine Kunst und seinen Posten von seinem Vater übernommen, der an der gleichen Stelle Organist war. Hier hat Denijn die Reformen für die vielfach vergessenen oder in Geringachtung geratene Kunst des Glockenspiels ausgearbeitet, hier hat er auch die erste Lehranstalt für das Glöcknerfach ins Leben gerufen. Die Lehrlinge werden außer in der Kenntnis ihres Jn- ftruments in der Geschichte desselben unterrichtet, so daß sie auch um die Kunst des Glockengusses Bescheid wissen müssen. Die schönsten Glockenspiele der Niederlande stammen von den Brüdern H e m o n y , zwei von Lochringen abkünftigen Glockengießern, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts die meistgesuchten Lieferanten für Glockenspiele waren. Die Kunst geriet jahrelang in Vergessenheit und ist erst kurz vor dem Weltkrieg neu ausgenommen worden. Zur vollen Entfaltung der Glockenmusik gehört ein feiner, möglichst ebener Umkreis. Und eben der findet sich in den weiten Niederungsflächen der Niederlande. Hier im grenzenlosen Raume kann sich das andere Grenzenlose, die Zeit, klanglich ausleben. Hier kann sie fingen, hier kann Gesang von den Ohren der Menschen vernommen und in ihrem Gemüte bewegt werden. Denn um den Gescmg der Zeit zu vernehmen, muß man selber Zeit haben. Diese aber hat man auch heute noch m Holland mehr denn anderswo. Merkwürdiger Fischfang. Eigenartige Formen der Fischerei, die aber von einer guten Beobachtung der Tierwett zeugen, haben sich in den verschiedensten Gegenden der Welt entwickelt, von denen Dr. Rudolf H. Fritsch in einem Aufsatz über biologische Beobachtungen in der Fischerei, den er in der Frankfurter Wochenschrift ,/Die Umschau" veröffentlicht, einige Beispiele anführt. Eine der seltensten Erscheinungen dürfte der Fang durch Darbieten einer geeigneten Wohnung bilden. Italienische Fischer legen, um Kraken zu fangen, die als Nahrung sehr geschätzt werden, abends auf dem Meeresgrund an langen Seinen reihenweise Tonvasen auf, die im Laufe des Vormittags wieder eingezogen werden. Die Polypen suchen diese Gefäße, die teilweise mit einigen lockeren Scherben gefüllt sind, als Willkommens Verstecke auf und werden darin heraufgezogen. Dasselbe Fangverfahren wird auch an der Küste Süd- faliforniens in der Gegend von Corona del Mar viel geübt, wohin es ausgewanderte Italiener mitgebracht haben. Ebenso machen sich die Japaner den starken Hang der Oktopoden zum Versteck zunutze, indem sie größere Tonurnen an Tauen auf den Seegrund lassen. Die Neapolitaner betreiben in ihrem Golf den Fang männlicher Tintenfische mit Hilfe eines angeleinten Weibchens. Das Weibchen schwimmt scheinbar frei herum und lockt die in der Nähe vorüber- kommenden Männchen an, sich an ihm festzuhalten, worauf jene mit ihm ans Boot gezogen werden. Auf dem gleichen Grundsatz beruht ein Fangverfahren auf Karettschill^röten, das Dominikanische Fischer an den Küsten Haitis ausüben. Sie bieten Öen umherschwimmenden Schildkrötenmännchen aber nur noch ein genau nachgebildetes Holzphantom eines Weibchens an. An ihrer Küste dehnen sich bei Puerto Plata lange Strecken von Sandstrand in stachen Buchten, die durch vorgelagerte Riffe vor schwerer See geschützt sind. Hier wird das Modell des Schildkrötenweibchens zu Wasser gebracht und in Sichtweite vom Lande verankert. Rings herum werden feine, aber sehr feste Netze vom Grunde aus bis dicht unter die Wasseroberfläche ausgespannt. Bemerkt nun der Fischer von seinem Beobachtungsstande aus ein Schildkrötenmännchen, bas sich um das vermeintliche Weibchen bemüht so rudert er schnell darauf zu, und die männliche Schildkröte verfängt sich wegtauchend in den Netzens rumä' Rio Martih Tetuan Die Tschamuria und ihre Bewohner ies r See, ent. m üb en da, >ero. 1 Eng. Jen 11. euen ;te ab, zlischei, tt. 3n ständig nenben ienisch« lassen, e Der, aumer L Sep, Auf einem Ausspracheabend des NS.-Dozenten- bundes der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurde eine wichtige Entdeckung für die Tierheil« künde bekanntgegeben. Professor Dr. G o e tz e (Hannover) machte die Mitteilung, daß er den vermutlichen Erreger des bösartigen Katarrhalfiebers der Rinder entdeckt habe. Das bösartige Katarrhalfieber, das man auch Typhus der Rinder nennt, taucht in allen Ländern auf und richtet vor allem in den Kolonien großen Schaden an. Toni Arzila/4 Land« rtretem f Land mpagnt nit der em in ' Unter« gerichtet würden t Früh« - die n, über farbiges Tuch. Die griechische Propaganda, die bereits ü wor, - n 5800 . Dien- i YL be, se der ntischen Churchills Hilfe für Griechenland. Bis zur Grenze -er engl schen Leistungsfähigkeit.- — Ernste Sorgen um das Mutterland und Aegypten. Ebenso wie in Amsterdam fand vor kurzem auch in den Haag die Gründung einer Deutsch-Niederländischen Kulturvereinigung statt. Der Leiter der Vereinigung, Dr. G. F. S ch u o n, eröffnete die Versammlung, an der zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie und sehr viele hollän» dische Freunde teilnahmen. Der Beauftragte des Reichskommissars für die Provinz Südholland, Dr. Schwebe!, übermittelte der Vereinigung die besten Wünsche des Reichskommissars. Oer Erreger des Bindertyphus entdeckt. Cadiz Chic/ana. KaV Trafalgar^ ■ m q, Wich. R en l9 des i Aus Das neue Europa. Beichspropagandaminister Dr. Goebbels sprach in Prag böfteren Bekenntnis Churchills hervor: „Ich habe dem Parlament früher schon einmal die sehr ernsten Besorgnisse oorgeführt, die wir für das Inselreich und den mittleren Orient empfinden. Uns steht an der anderen Seite des Kanals eine gigantische Armee gegenüber. An der Grenze der libyschen Wüste haben wir gegen ein anderes mächtiges und zahlenmäßig weit überlegenes Heer zu kämpfen." Wenn trotz dieser aussichtslosen Lage der Kriegshetzer Athen mit „Hilfeoersprechungen" in das Londoner Kriegsabenteuer hineinzog, so steht damit die Absicht Churchills, die Griechen auf dem Festlande ihrem Schicksal zu überlassen, fest — genau so, wie er es in Norwegen, Belgien und Holland gemacht hat. Bezeichnend ist, daß der „Sieger" von Dünkirchen, Namsos und Andalsnes sich mit der ständigen Bombardierung der englischen Kriegszentren durch die deutsche Luftwaffe ein neues Lorbeerblatt^ in seinen Ruhmeskranz flechtet und wörtlich erklärt: „Die Tatsache, daß alle diese Monate in Sicherheit (!) für uns dahingegangen sind, bildet einen der großen geschichtlichen Siege (!) für das britische Inselreich." Churchill bleibt Cburchill. Er „siegt" und „siegt", opfert seinen selbstsüchtigen Zwecken eine Nation nach der anderen, bis das Empire völlig zerbröckelt ist und England am Boden liegt. n, blt iitbnis ß bas on gb m unb n der en. her von n, haben W ent» tsch in ngen in Wachen' ge 2ei« •inimgen »eigneten jeti, um geschah i langen taufe der ie W [ einigen fotroneni ist- del W ntx * Japaner rsteck F atien au! Aals den eines um,che.n. Druck und Berlag Brühliche UniöenUätsDnideret R. Lange 5t. G. Beriagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann- Anzergenlelter Hans Beck. Berantwo^l'ch -ürdenInbaliderAn'eiaen: TbeiidorKümmel Pl.N'-.g. Ihre Verlobung geben bekannt alkoholarm Lollar, den 6. November 1940 Hermann-Göttng-Giraße 2 Abolf-Hiiler-Siraße 130 nach Vollendung seines 80. Lebensjahres. 4991 D W «tte!nherstetter M Hackerbräu München W Gießen, Koblenz, Nürnberg, den 6. November 1940. 4996 D ASTRA Gustav Weinbrenner, Gastwirt im Alter von 57 Jahren. Mit unseren Kleinen B ins Märchenland! Wellärcbntellu; 4992 D Gießen, Neuenweg 18. 4888V Die Frist ist um werjetztnicht kommt, dembleibtderWaschtag steter Schreck im Saal „Frankfurter Hof“, Marktlauben Ein Versuch wird Sie überzeugen I Eine 03730 037; Klein im Preis Stadttheater Gießen (Brandgasse 8), den 5. November 1940. splittertest hygienisch preiswert Um pünktliches Erscheinen wird gebeten Bitte ein Stück schmutzige Wäsche mitbringenl einfach dauerhaft rostsicher Ma Geißler Heim Ferber nachm. 2 Dhr Nach langem, schwerem Leiden entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber, treuer Mann, unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 7. November. 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Am Montag, dem 4. November, verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Vater, Schwiegervater, unser guter Bruder, Schwager und Onkel KLEINBUCHUNGS-MASCHINE MODELL 2/260 Bon unserem Firmenschild ist derBacbstabe Donnerstag, 7.Nbv. Freitag, 8. Nov. Samstag, 9. Nov. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Beate Lüdemann, geb. Albrecht Kauf es bei Franz Vogl 4 Co. Gießen/Lahn Seltersweg 44 Ruf 2464 Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 7. November, nachmittags 3% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. - Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. In tiefer Trauer: Emma Weinbrenner, geb. Seiler Otto Weinbrenner, z. Z. im Felde und Frau Maria, geb. Schmidt Artur Wembrenner, z. Z. im Felde und Frau Mi Hy, geb. Spahn Musikmeister Albert Klöckner, z.Z. im Felde und Frau Else, geb. Weinbrenner Maya Weinbrenner, geb. Fahrbach und 4 Enkelkinder. Freitag unwiderruflich letzter Tag! Edgar Borrmanne. Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u. 4156 _________________________________4994 A Mittwoch, den 6., Donnerstag, den 7.w und Freitag, den 8. November 1940, nachmittags 4 Uhr und 5.30 Uhr Der Erfolg steigert sich von Tag zuTag, darum nochmals Für ruhigen Schlaf und pünktliches Erwachen sorgt ein guter Wecker! Juwelier Kontoristin für sofort oder später sowie Aushilfen für alle Abteilungen gesucht. „Revolto“ siegte über Zweifel, Zagheit, Dreck Tüchtiges Hüte für Haushall bei gut. Lohn für sofort ges. evtt. auch Frau zur Aushilfe. Frau OttoBon-Eisf Bismarckstr. 14 Uhrmachermeister Seltersweg 47 M4Sd Ruf Nr. 2373 T extilhaus Bens berg Marktstraße 4 — 8. ____________;_____________________4997 A tyovwyvv z/y. uwn/wj und eines der schönsten deutschen Märchen Außerdem: Die verlorene Königskrtne Die lustigen Kasperstreiche Vom Bäumelein,das andere Blätter hat gewollt Ein Far bentonfilm, Eintrittspreise: Kinder 30, 50, 70 Pf. Erw. 50, 70, 100 Pf. 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Mb, J-Doriäu 'ratterte sooo; 1« ’m?» St , 'te w r!A Seier Oe «einen U Pick rJUei • Jr Sri “Hat er -nttr, Qhen iPieli chen $iih Ür.ZbZ Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Mittwoch. 6. November 1940 ASV.-Bahnhofs-ienst im Gießener Bahnhof. *1 isten sn (Nachdruck verboten.) sich nicht um seine von vornherein dem kommen als Vorboten 'errat ilb ist eg'iii Qnget W f)töont Noobl. :rm oh* itonuiL nbei bmidt, Uhr te llir Illi trine reiche idere ^Fortsetzung. t Fin Geschäftsmann, der Wiik kümmert, ist schon Mfle SMl rstag hr. ttz W. Hit öffnet und vorsichtig die Stufen emporsteigt. Äha!, weiß man, das ist natürlich der Meier, der ocrinutlich wieder seinen Skatabend gehabt hat. Der Mer hat nun mal einen besonders schweren Tritt. Da ist es mit der Frau Wolf viel besser, die oben in der Mansarde wohnt, und die jeden Abend erst sp« von ihrem Dienst nach Hause kommt. Sie ver- iteft es, fast geräuschlos aufzutreten, und in neunzig gor hundert Fällen merkt man ihre Rückkehr gar itiit. Aber da es sich so verhält und der Meier ebensowenig wie die anderen Bewohner jeden Abend mgeht, ist die Ruhe in der Nacht — von außer- zeröhnlichen Dingen abgesehen — meistens unge- Ja, manchmal scheint es, als atme das Haus 70 # 00 Pf- tzeitig . <887^ ms Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. 1 Etadttheater: 18.30 bis 21 Uhr „Dr. med. Hiob ?Zckorius". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Dgs Mulem von Barnhelm". — Lichtspielhaus, Bahn- I ossraße: „Der Herr im Haus!". St ^uies Nt orzt für Chirurgie und Frauenleiden" wieder- > oll Spielleitung: Hans Geißler. Bühnepbild: Karl -'töfjfer. In den Hauptrollen wirken mit: Hilde Hein- Joachim Ernst, Walter Erler, Gert Geiger, 5 Albert Schewe, Franz Schneider-Facius. Ortszeit für den 7. November. nenaufgang 8.33 Uhr, Sonnenuntergang 17.44 — Mondaufgang 14.51 Uhr, Monduntergang Uhr. unb fei; MO Kilometer Liebe Roman von Olly Boeheim Mdezu in tiefen, regelmäßigen Zügen. Wegen Morgen aber regt es sich. Es ist immer an riwr bestimmten Stelle im zweiten Stock. Dort BOtnt der Eisenbahner, der frühzeitig zum Dienst nuz. Für seine Tätigkeit braucht er lange Stiefeln, ml diese Stiefel knarzen etwas. Selbstverständlich intrzen sie das ganze Treppenhaus hinunter, bis )ie Haustür zuklappt. Aber dann ist es auch so tor, daß der Wecker des Ingenieurs rasselt. Es nltz mit seiner Vorliebe für die Technik zusammen- !en, daß der Ingenieur einen besonders lauten er hat. Er wohnt im ersten Stock, und deshalb man den Wecker überall. Ein wenig später be- : es auch in der Wohnung des Buchhalters im eschoß lebhaft zu werden. Zwei kleine Kinder en dort gewöhnlich ihren Anspruch auf das Frühstück an. Es läßt sich nicht bestreiten, daß kleinen über ausgezeichnete Stimmen verfügen, n sie sich erst einmal ordentlich bemerkbar ge- ncht, dann ist auch die Postsekretärsfamilie nebenan mrter. Manchmal beginnt die Tochter in dieser ftnilie, die deklamatorische Neigungen hat, sogar m diese Zeit schon mit ihren Hebungen, aber Wen kann es nicht mehr viel, denn allmählich ist )ai ganze Haus wach geworden, und lange kann s nicht mehr dauern, bis der rege Tagesbetrieb vieler voll einsetzt. kr ist etwas Eigenartiges um diese Stimmen und p ,Iu hast ja reizende Vergleiche —" L91a ja, beim Buchhalter fängt es an, und beim 851ifi der Briefmarken klaut, hört es auf." Lia hat er uns, der Teufel des Geldes", sagte Wi wütend. „Wir sitzen an einem der schönsten Builte der Erde und denken darüber nach, ob Herr Wen pleite geht und ob sein Stift Briefmarken Nein, Peter, ich gehe in Stockholm auf das Üiche Konsulat und lasse mich wie ein Postpaket Deutschland verfrachten." .31a, vorläufig wollen wir erst mal bezahlen und em feinen Stall entfliehen." 6ir ratterten wieder durch die Gegend, aber ihr rj war nicht mehr offen für die Schönheit des s. Sie übernachteten in guten Hotels, aber pt Heiterkeit war verflogen. Onkel Franz schien ähnlich zu gehen. Er stampfte und rauchte die ifie hinauf,' und als .er hinter Nyköping eine Talwendung nehmen wollte, geriet er ins Üudern und fauste gegen einen Baum. Seine fixe Idee", sagte Peter, während er der rikensbleichen Anni aus dem Wagen half; „im= benft er, die Bäume müßten ihm ausweichen." etwas passiert?" reine Luxuskarosserie aus Zigarettenschachtel- ) ist etwas eingebeult. Mal sehen, ob er keinen jschlag von dem Schreck bekommen hat. Die Hupe vuch verbogen! Junge, Junge — die Licht- ricfiine." Llpa also! Da sitzen wir nun im Straßengraben", ffle Anni fast weinend. „Nie werden wir nach WEholm kommen —" I Llhfe nicht, verliebte Nachtigall", erwiderte Peter M pfiff den Donauwalzer." H 4|t es denn so schlimm", fragte Anni, „daß du f'N pfeifst?" Qltiiegeier verfallen. Zuerst ________ JSi lleinen Unglücksoögel, die ihm die Maden aus Kto Haut picken." i3?Dufd)e in einem Miethaus. Ein Philosoph könnte IHuf?1 Bemerkungen darüber machen, und sicher ist >60 77. Mkafalls, daß sie von einem Leben zeugen, das sich i|i!nn ii l^ntester Abwechslung reizvoll dem nachdenklichen Sv Pachter präsentiert. H. W. Sch. Sladklhealer Gießen. 1,8m heutigen Mittwoch wird die Komödie in sechs Willem von Curt Goetz „Dr. med. Hiob Prätorius, Die Stimmen und Geräusche in einem Miethaus find mannigfaltig. Tagsüber geht es die Treppe hin- aiij und hinunter. Da kommt die Postbotin, die Aus- higerin der Zeitung, da klingelt der Milchmann, da WH-zt ein Bote durch den Hausflur und nimmt immer gleich einige Treppenstufen auf einmal, da LMen die Kinder zur Schule ober sie kommen von filtern Spiel, kurzum: tagsüber herrscht lebhafter betrieb in dem Hause, in dem mehrere Familien dahnen, die Beziehungen zur Umwelt unterhalten. Mr denjenigen, der etwa ganz still läge, um all Die Geräusche und Stimmen in sich aufzunehmen, - - vürde sich bald die fatale Situation ergeben, daß fciiie Fassungskraft nicht mehr ausreichte. Ein Miet- nach j mit zahlreichen Familien birgt nämlich unend- 1 Mn lich viel quirlendes Leben, das sich Tag für Tag 1 der j in lärmender Weise kundtut. q er.n‘ (in der Nacht ist es anders. Da kehrt auch in dem nifitL I S"ßen Hause die Ruhe ein, die nur dann unter- ,(y brtdjen wird, wenn ein später Heimkehrer die Haus- Es ist wohl allgemein bekannt, daß die NSV. einen regelmäßigen Bahnhofsdienst eingerichtet hat, den Gießener Frauen ehrenamtlich in vier Tages- und Nachtschichten von je sechs Stunden versehen. Der Aufenthaltsraum, der sogar Wegestühle, ein Kindevbettchen und einen Wickeltisch für reisende Babys enthält, liegt gleich am ersten Bahnsteig. Im Winter ist es dort gemütlich warm und im Sommer schön kühl. Nebenan ist eine kleine Küche, mit Gasherd, Dorratsschrank und Spültisch, also allem, was eine Hausfrau braucht. Da wird vor allem Kaffee gekocht, dieses Labsal, NSV. verteilt Zeitungen an einem Urlauberzug. r ■ Tagen muß er recht heiß sein un'b damals, bei der großen Kälte, haben wir manchen Soldaten damit aufgetaut. Im Sommer, wenn es Durst gibt, muß er abgekühlt vorrätig sein, zu schnellem H inunter - trinken. Wieviel Feldflaschen haben wir schon gefüllt, die dann noch unterwegs ihren Besitzer erlaben. Was sonst noch zu tun ist? Mutter mit zwei kleinen Kindern bringen wir mit, sie haben eine Stunde Aufenthalt, den sie bei uns verbringen. Die Milch für das Kleinste wird heiß- gemacht, das inzwischen auf dem Wickeltisch trocken- gelegt wird. Bei dem 21 eiteren kommt das Glastöpfchen „Schnelle Sicht" in, Anwendung. Gern trinkt dann die Mutter eine Tasse Kaffee zur Stärkung. Später wird sie in ihren Zug gebracht. Nun kommt eine Frau mit einem Säugling, die durch eine Zugverspätung den Anschlußzug nicht mehr erreicht hat, und die nun bei uns zu Hause anrusen will, was sie tun soll. Als sie dann .zur Auskunft geht, halten wir solange das Kind, das erst weint, aber sich dann beruhigt und mit uns lacht. Inzwischen ist ein Junge eingetrudelt, der hier umf teigen muß. Er wird mit seinem Koffer in den richtigen Zug gesetzt und der hübschen Schaffnerin „ans Herz gelegt", daß er auch richtig aussteigt. Einer jungen Mutter holen wir ihren Sportwagen — der aufgegeben war — aus dem Packwagen. Er ist bereits umgeladen, aber nach einigem Fragen und Her umlaufen erwischen wir ihn doch. Als eines Abends eine Arbeitsmaid durch eine Zugverspätung ihren Anschluß verpaßt hat, will sie ihre Lagerführerin bei uns anrufen. Sie wird dann zum Uebernachten weggebracht. Ueberhaupt werden wir sehr häufig nach Uebernachtungsmöglichkeiten gefragt, und oft muß eine bdr Helferinnen die Reisenden in£ Gasthaus bringen, da sich Fremde bei der Dunkelheit allein nicht zurechtsinden. Eine Frau mit drei Kindern kommt: Rückwanderer aus dem Saargebiet. Es sind Nachzügler, die große Masse, die wir auch betreut und verpflegt haben, ist schon heimgefahren. Als dann die Zeit der Abfahrt gekommen ist, trägt man das Kleinste in einem großen Kissen auf dem Arm, während sich die beiden anderen Kinder rechts und links fest in die Schürze krallen, so daß man kaum gehen kann. Die Mutter und eine andere Helferin tragen das Gepäck. So geht es langsam die Treppe hinunter, den langen Unterführungsgang entlang, die Treppe wieder hoch,, nach Bahnsteig 6, wo wir sie alle gut- in einem Abteil unterbringen. „Gute Fahrt!" Schon werden die Türen geschlossen. Bei den Fronturlauberzügen verteilen wir neue Zeitungen und Zeitschriften, wofür die Feldgrauen immer dankbar sind bei ihren oft langen Fahrten. Dann bittet uns ein Soldat, ein Telegramm für ihn aufzugeben, ein anderer, Post für ihn in den Briefkasten zu stecken. Zigaretten, eine Landkarte, Karten zum Schreiben, alles wird von der NSV. verlangt! Oder, ein Soldat kommt und bittet uns, am Stock | * F NSV.-Helferinnen mit einem Kindertransport. Unterführung herumirrt und den Ausgang nicht findet, braucht es auch nur uns zu fragen. Inzwischen schellt der Fernsprecher: ein junges Mädel wird vermißt, sie ist mit dem angegebenen Zug nicht eingetroffen. Ob mir etwas wissen? Wir hören dann an der Sperre, daß gerade ein weinendes Mädchen vor- beigegangen sei. Sie wird dann im Wartesaal auf» gefischt — durch falsches Umsteigen war sie inzwischen nach Thüringen gefahren, statt bei den sieben Verwandten in Oberhessen zu landen — die dann telephonisch von uns beruhigt werden können. Unangenehmer ist es für eine Frau aus Schlesien, die zu ihrem eingezoge- Vor allem müssen wir an jeden ankommenden oder abführenden Zug gehen. Wie oft ist da etwas zu helfen! Eine junge Frau kommt mit einem Kinderwagen. Wie froh ist sie nun, daß sie beim Tragen die Treppe hinunter und wieder hinauf eine Hilft hat! Oder, ein Wagen ist in das Abteil zu heben, ein kleines Kind zum Ausgang zu tragen, während die Mutter mit dem Gepäck nachkommt. Beim nächsten Zug gilt es, einer alten -Frau, die ihm einen Knopf anzunähen, auch ein Eisernes Kreuz war einmal in Gefahr, verloren zu werden. Dann wieder wird nach Pyramidon gefragt gegen Kopfschmerzen. Auch das ist bei uns zu haben. Ein Glas Wasser wird gefüllt: „Bitte schön!" Viele Soldaten kommen zu uns, die nach Essen fragen. Wir schicken sie alle zum Roten Kreuz ins Hotel Lenz, wo etwas Warmes für sie bereitsteht. Wir geben Auskünfte über Züge, Zuganschlüsse in eins verzweifelt in der Wenn Peter in kritischen Situationen den Donauwalzer pfiff, konnte man sicher fein, daß er mit einer Katastrophe rechnete. Die Abendsonne lag über einem kleinen Binnensee und färbte ihn purpurrot. „Wir werden hier übernachten müssen", sagte Peter, „falls uns nicht jemand mitnimmt." Er holte sein Abschleppseil aus der Klappe und schwang es wie ein Lasso in der Luft. Ein großer Wagen brauste vorbei, ohne anzuhalten. „Pf, die Amerikaner", sagte Peter verächtlich. In längeren Abständen folgte ein zweiter Wagen. Er machte einen entsetzten Bogen um Peter Renz und fuhr mit Vollgas weiter. „Mir scheint, sie halten uns für Strauchdiebe und Wegelagerer", sagte er, rollte fein Seil zusammen und setzte sich neben Anni, die mit schwimmenden Augen in den Sonnenuntergang hineinträumte. 13. Kapitel. Als Vera Verries mit Vollgas die schmale Landstraße hinabbrauste, sah sie plötzlich, wie ein kleines grünes Etwas unbeleuchtet in der Kurve stand. Es gelang ihr im letzten Augenblick abzustoppen und mit knapper Not vorbeizukommen. Sie hielt an. Der Schreck war ihr in die Glieder gefahren. Als sie ausstieg, bemerkte sie, daß der Laubfrosch ein deutscher Wagen war. Im gleichen Augenblick sprang ein junger Mensch aus dem Gebüsch auf die erschrockene Frau zu und rief: „Sie schickt der Himmel." „Na", sagt Vera kühl, „und Sie hätten mich samt meinem Wagen beinah in die Hölle befördert. Ganz hübscher Abhang hier! Wie kann man bloß in der Kurve parken, und noch dazu bergab." „Parken ist gut!" sagte Peter Renz, während er bewundernd Veras Wagen betrachtete, „bie Klamotte ist gegen den Baum gefahren. Hier, der Baum hat es ausgehalten." „Und der Wagen ist kaputt!" „Scheint so. Er rührt sich nicht mehr von der Stelle." „Was machen Sie denn jetzt?" „Ich warte, bis eine mitleidige Seele mich zur nächsten Reparaturwerkstätte abschleppt." „Ganz schön und gut", erwiderte Vera, „aber meine Stoßstangen — und dann abschleppen, auf diesen engen Straßen mit den Haarnadelkurven? Ist lebensgefährlich. Besonders jetzt in der Nacht. Außerdem habe ich Eile, ich muß nach Stockholm." „Das trifft sich ja wunderbar", rief Peter Renz, „wir wollen auch nach Stockholm." Er legte sich glatt auf den Bauch unter Veras Wagen. „Was treiben Sie denn da, junger Landsmann?" lachte Vera Verries. „Ich sehe mir mal an, wie ein wirkliches Auto aussieht", sagte er, „und bei der Gelegenheit —" er tauchte auf und sttahlte über fein verschmiertes Gesicht „habe ich eine pfundige Befestigungsmöglichkeit für das Abschleppseil entdeckt. Wir brauchen die Stoßstange nicht zu verbiegen." „Sind Sie allein?" „Nein, ich habe meine Kameradin mit; wir zelten dahinten, aber in drei Minuten sind wir klar." „Mein lieber junger Mann, das ist ja alles ganz gut und schön. Aber wie gesagt: ich habe Eile. Wenn ich Sie abschleppe, kann ich höchstens dreißig Kilometer die Stunde fahren, und selbst das ist riskant. Sonst fahre ich hundert." „Dbnnerschlag!" sagte Peter anerkennend und zog seine Karte vor. „2Iber bis zur nächsten Reparaturwerkstätte, das dürfte Söldertälge sein, sind ungefähr noch sechzig Kilometer. Sie können doch zwei Landsleute nicht einfach auf der Straße liegenlassen." „Na also, junger Mann, brechen Sie Ihre Zelte ab!" „Ach, danke", — rief Peter glücklich, „darf ich mich vorstellen — Peter Renz — Reklamezeichner aus Berlin." „Vera Verries", entgegnete die Tänzerin, über Peters Eifer lächelnd. Peters Gesicht erstarrte als stehe er unvermutet vor einem Abgrund. „Wie heißen Sie?" stammelte er fassungslos und wackelte mit den Schultern, wie einer, den Schüttelfrost überfällt. „Vera Verries!" Die Frau weidete sich an feinem Erstaunen. „Was wundert Sie so? Vielleicht haben Sie mich in Göteborg tanzen sehen?" Peter Renz machte sein dümmstes Gesicht. „Sie werden lachen", sagte er verdattert, „ich habe Vera Verries tatsächlich in Göteborg tanzen gesehen." Dann war er wie ein Spuk im Gebüsch verschwunden. „Anni", rief er und schüttelte die Schlafende NSV.-Helferin betreut kleine Kinder. (Aufn. [3]: NSV.-Bahnhofsdienst.) neu Sohn nach Güsten bei Magdeburg fahren wollte und durch ein Mißverständnis nach Gießen gefahren ist. Nun fehlt ihr das Fahrgeld für die Rückfahrt. Auch hier wird Rat geschaffen. Vor allem sind auch die Benachrichtigungen wichtig, die von uns aus an andere NSV.-Stellen an anderen Bahnhöfen gehen: alleinreisende Binder, Alte und Kranke oder Mütter mit kleinen Kindern müssen beim Um- oder Aussteigen betreut werden. Dieselben Mitteilungen laufen auch täglich bei uns ein, entweder von Angehörigen ober von anderen NSV.-Stellen. Dg schreibt z. B. ein besorgter Vater, dessen Töchterlein eine längere Fahrt vor sich hat, daß wtt doch im Zuge nach ihr sehen möchten, da sie „gern mit Soldaten anbändelt." Eine etwas schwierige Aufgabe! Eines Abends bekommen wir luftigen Besuch: gleich 34 kleine Mädels und Buben, die von der Landverschickung zurückkommen, frisch und braun. Sie alle bekommen warmen Kaffee zu ihren mitgebrachten Broten, da sie noch weit zu fahren haben. Trotz der späten Stunde sind sie noch sehr munter und reden unaufhörlich. 2lber wie, wenn unsere Gäste nicht reden können? Da wird uns von einem Bahnbeamten eine Tschechin gebracht, die kein Deutsch kann. Sie arbeitet in einer §ür öle §lasche und den Brei Msbroklarke für fttnbo 614 SU 6 Jahren kik MAIZENA trn6t)te*geeefl»rlftee Hegen feflem Pofet lei. „wach auf! Der Himmel stürzt ein — Vera Verriss wartet in ihrem Auto, um uns abzuschleppen." „Du bist wohl total verrückt", stammelte Anni schlaftrunken. „3m Begriff es zu werden, mein Goldkind!" „Hast du Fieber?" „Vorläufig Schüttelftost." Anni kroch in ihrem Trainingsanzug aus dem Zelt. „Das ist das Beste, was mir passieren konnte, Peter. Ich mache ihr ein offenes Geständnis. Mir drückt es ohnehin das Herz ab. Soll sie mich än- zeigen ober verhaften lassen ober sonst was. Ich bin bann wenigstens enblich ben Alpdruck los!" Entschlossen sprang sie auf und lief der Landstraße zu. Vera Verries sah, eine Zigarette rauchend, auf dem Trittbrett ihres Wagens. „Fertig, kleines Fräulein?" fragte sie liebenswürdig. „Nein, gnädige Fwu, ich komme nur, um Ihnen zu sagen, daß — ich kann Ihr Angebot nicht an» nehmen." „Warum denn nicht?" „Weil ich nicht noch mehr in Ihrer Schuld sein möchte." „Ich yerstehe Sie nicht." „Sie werden mich gleich verstehen. Ich heiße Anita Silesen und habe fälschlich unter Ihrem Namen einen Tanzabend in Göteborg gegeben." Die Tänzerin warf die Zigarette weg'und sprang auf: „Was?" Sie fand einige Sekunden lang keine Worte. „Wie tarnen Sie denn dazu?" fragte sie schließ» lich. „Durch mich", rief Peter Renz. „Ich habe Anni die Komödie aufgezwungen. Aber ich bitte Sie, wir wollen nicht auf der Landstraße darüber reden. Es ist scheußlich falt hier. Kommen Sie in unser Zelt. Wir machen einen Grog." Vera Verries bettachtete kopfschüttelnd die aufgeregten jungen Leute, dann folgte sie Peter Renz und Anni. Das Zelt stand an dem kleinen See, und die blasse Nacht strich mit leisen Händen über bas Wasser. In der östlichen Ferne über den Ber^> gen lag ein smaragdener Streifen. Die Frau stand einen Augenblick verzaubert. Wie klein und nebensächlich wurden alle menschlichen Dinge vor diesem Anblick! (Fortsetzung folgt) kreis Bübingen, Men kreis Vehlar. Kameradschaft Daubringen, Heinrich Sie rau, # Mainzlar, 5. November. Gefreiter Karl Schmidt j zunächst als Obermedizinal' Sparsinn der Schuljugend erneut unter Beweis ge- Ministerialrat bis zu seinem! stellt worden sein. NSD.-Helferin wird, in einem * Wetterfeld, 4. Nov. Am gestrigen Sonn, tag führte der NS D.-K Inder garten in seinen» Heim sein erstes K t n d e r f e st durch. Die Angr, hörigen der Kleinen sowie sonstige Gäste zeigten großes Interesse an dem Spiel der Kinder. Obwohl der Kindergarten noch kein Jahr besteht, sah matt schon, welch wertvolle Arbeit in dieser kurzen Zeit geleistet worden ist. Die Kleinen gestalteten diesem Nachmittag mit Gesang und Spiel und ernteten do. für großen Beifall. Mit dem Kaffeeschmaus btr Kinder erreichte dos Fest seinen Höhepunkt. Kuchen und Kaffee waren von den Eltern der Kleinen reich, lich und gut bereitet worden. Zum Schluß dankte * Lollar, 4. Nov. Am Sonntag trafen sich Worte, wieder die beiden ersten Schießgruppen der Krie-j Bausteine zur lebensrettenden Therapie der experimentellen venösen Lustembolie. viele außenstehenden Frauen und 2M, tust folgen: Hilf mi^v im Deutsch« JJS s MH»11 Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen Die Gporthütte der Lluiversität Gießen auf dem Hoherodskopf. ** BDM.-Werkgruppe3/116 (O st). Donnerstag, 7. November, 20 Uhr, Antreten am Möser- Heim, Seltersweg, zum monallichen Gruppen-Ge- meinschaftsabend. Alle Beurlaubungen fallen an diesem Abend fort. *♦ Verkehrssünder. In der Zeit vom 19. bis 25. Oktober schritt .die Polizei im Bereich der Polizeidireftion Gießen, einschl. des Polizeiamts Bad- Nauheim-Friedberg gegen Kraftfahrzeugführer mit 3 Anzeiaen, 2 gebührenpflichtigen und 2 gebührenfreien Verwarnungen: gegen sonstige Fahrzeugführer mit 6 Anzeigen und 10 gebührenpflichtigen Verwarnungen: gegen Radfahrer mit 2 Anzeigen, 68 gebührenpflichtigen und 4 gebührenfreien Verwarnungen: gegen Fußgänger mit 6 gebührenpflichtigen Verwarnungen ein. Strafkammer Gießen. E. B. aus Mowegen und O. Sch. aus Frankfurt a. M., beide ganz erheblich vorbestraft, hatten sich wegen Meuterei zu verantworten. Sie waren angeklagt, in der Nacht vom 16./17. Dezember 1939 als Gefangene sich zusammengerottet und gewaltsam einen Ausbruch aus dem Gepichtsgefängnis in Friedberg unternommen zu haben. Der Angeklagte Sch. bestritt die Beteiligung an den Vorbereitungen zu dem Ausbruch, was auch von dem Angeklagten B. bestätigt wurde. Der Anklagevertreter hielt die Angeklagten der Meuterei überführt und beantragte gegen B. eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und gegen Sch. eine solche von sechs Monaten. Der Angeklagte B. wurde wegen Sachbeschädigung im Sinne des § 305 StrGB. zu einer G e - fängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt. Der Angeklagte Sch. wurde freigesprochen. Die Vorstrafen des B., gegen den auch bereits die Sicherungsverwahrung angeordnet war, wirkten straferschwerend. Ministerialrat i. 3t. Or. O. Fresenius 75 Jahre alt. Werten Ichen Po nem Hot m fori ”"«e i Wen; ainb sein fieren, tr M 1 ™er hin •ftin s q ( Achte l Wesehe /nnuliei Ne p Ntfm hten F 6etl| ••I* Srof LPD. Darmstadt, 5. Nov. Am 5. November beging Ministerialrat i. R. Dr. Otto Fresenius, der heute in Frankfurt a. M. wohnt und noch nebenamllich tätig ist, feinen 7 5. Geburtstag. Nach dem Studium in Gießen und beendetem Mili- tärdienst war Dr. Fresenius 1901 bis 1913 Kreis- gssistenzarzt in Worms, dann bis 1923 Kreisarzt in Büdingen, worauf er in die Gesundheitsabtei- lung des Innenministeriums nach Darmstadt berufen wurde, dem er z—.-chst . r , , rat und seit 1929 als Ministerialrat bis zu seinem 1 stellt worden sein. Mit Freude versehen sie noch heute tro£ ihres hoher Alters ihren landwirtschaftlichen Betrieb. Der Gesangverein „Sängerkranz", dem Phllipp schon seit seinen jungen Jahren angehört, ernannte ihn zum Ehrenmitglied. — Der nationale Spartag in der vergangenen Woche gestaltete sich in der hiesigen Volksschule zu einem beachtenswerten Erfolg. An diesem Tage wurde von den Schülern die schöne Summe von 600 RM. eingelegt Damit dürfte der Fabrik und wollte über Sonntag ihren in der Nähe arbeitenden Mann besuchen. Mit viel Zeichen- und Fingersprache unterhalten wir uns mit ihr und erfahren, daß sie für ihre zwei Kinder arbeitet, die beim Großvater in Prag zurückgeblieben sind. Sie freut sich sehr über die Tasse Kaffee, die sie bekommt, bann wird sie zu chrem Zug gebracht. Ein anderes Mal kommt ein Ukrainer, oer auf all unsere Fragen nur den Kopf schüttelt. Das ist nun recht schwierig. Aber zum Schluß stellt sich heraus, daß hier das Arbeitsamt zuständig ist, und zufrieden über diese Lösung liefern wir ihn dort ab. Eines Tages wird uns auch eine Polin gebracht, die ihren hier in der Nähe arbeitenden Mann sucht Da auch sie kein Deutsch kann, zeigt sie auf ihren Ehering und nennt seinen Namen. Nach einigen telephonischen Anfragen war ihr Stanislaus wirklich gefunden, und nach Verlauf einer Stunde stand er selber freudestrahlend in der Türe und begrüßte seine Frau mit ehrfurchtsvollen Küssen auf Stirn und Im Rahmen der Gießener Universitätswoche 1940 fand am gestrigen Dienstagnachmittag, zusam- men veranstaltet mit der Medizinischen Gesellschaft, im Hörsaal des Physiologischen Instituts ein Vortrag des Prof. Or. ß v. Balogh, Budapest über das Thema „Bausteine zur lebens- rettenben Therapie der experimentellen venösen Luftembolie" statt. Der Vortragende, der Direktor des path. jinat. u. ex- perim. Krebsforschungsinstituts der königl. Ungar. „Peter-Pazmany^Hniversttät in Budapest, führte in seinem Vortrag folgendes aus: Viel menschliches Leben ist schon zum Opfer des erschütternd katastrophalen Vorganges der massiven venösen Luftembolie (v. L.) anheimgefallen. Außer den Klinikern bestreben sich Pachologen, Gerichts- ärzte und seit Bichat (1800) auch Experimentatoren, die Geheimnisse des funktionellen pathologischen Wesens und der therapeutischen Beeinflußbarkeit dieses Ereignisses aufklären zu können. Wir verstehen darunter das Eindringen von Luft in venöse Strom- bahn, mit darauffolgenden, plötzlich zum Tobe führenden Erscheinungen. Statt der verschiedenen, sich falsch erwiesenen Theorien haben in den letzten zwei Jahren die modernsten biologischen Methoden zu der kolossal verwickelten' Streitfrage der funktionellen Pathologie der v. L. wertvolle' Bausteine geliefert. (Stepp und Parade, Walder, Meessen, Villaret und Cachera, Kerber, Böhme usw.) Aber bis zu einer lückenlosen Kausalfolge aller kasuistischen Einzelheiten blieb noch ein sehr weiter Weg. Von einer kausal begründeten erfolgreichen experimentellen Therapie war bis zum Jahre 1939 gar nicht zu reden. Im Jahre 1935, auf Grund eines menschlichen Obduktionsfalles (venöse Luftembolie nach Strumek- fomie), bei welchem die Röntgenogramme des angiographisch kontrollierten Leichenherzens eingehenden Studien unterworfen wurden, gewann der Vortragende den Anlaß, den Funktionsmechanismus des bei Ueberdruckatmung freigelegten Kaninchen- Oie behelfsmäßige Hausapotheke. In Luftschutzgemeinschaften wird vielfach die Frage erörtert, wie man eine behelfsmäßige Hausapotheke zusammenstellt, bis die richtige Luftschutzhausapotheke beschafft werden kann. In der „Sirene" wird empfohlen, als Ersatz für die Luftschutz- Hausapotheke in einem gut schließenden Kasten folgende Arznei- und Verbandmittel aufzubewahren: Verbandpäckchen, Mullbinden, Watte (notfalls saubere Taschentücher o. ä.), weiße Vaseline oder Borsalbe, 2 Dreiecktücher (notfalls saubere, größere Mundtücher), 1 Dutzend große Sicherheitsnadeln, 1 Schere, Gegenstände zur behelfsmäßigen Schienung von gebrochenen Gliedmaßen, 3 Brandbinden, zweimal 100 Gramm Chloraminpuder (dunkel aufzubewahren) und dazu ein sauberes Gefäß sowie ein sauberer Löffel zum Anrühren eines dicken Breies zur Hautentgiftung, zweimal 10 Gramm alkalische Augensalbe mit Augenstäbchen, 50 Gramm Baldriantinktur (Beruhigungsmittel), dazu 12 Stück Würfelzucker, 50 Tabletten doppeltkohlensaures Natron zu je 1 Gramm (für Augensvülung 4 bis 5 Tabletten auf einen Tassenkopf Wasser). Veranstaltungen für unsere Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht ließ durch die NSG. „straft durch Freude" den Verwundeten wieder einige schöne Veranstaltungen bereiten. In einer musikalischen Feierstunde bereitete die Klavier- Virtuosin Gis la Sott mit dem Spiel von Werken von Mozart, Schubert und Chopin ihren verwundeten Hörern in den Lazaretten eine besondere Freude. Als Vortragender berichtete Ludwig Zu- ko w s k y an Hand eines Films Interessantes über die Frage „Wie fängt man wilde Tiere?", und die vortrefflichen Lichtbilder bildeten eine gute Ergänzung des gesprochenen Worts. Die Kapelle des Cafe Wien erfreute die Verwundeten in einem Reserve- Lazarett mit einem schönen Konzert, bas reiche Abwechslung brachte. Der Bauersche Gesangverein bereitete den Lazarettinsassen am Sonntag mit einem Gesangskonzert ein feines künstlerisches Erleben. In einer gutdurchdachten Folge, die unter dem Leitgedanken „Der Liebe Leid und Freud" stand, wurde eine Anzahl der schönsten Chöre und Volkslieder aus dem reichen Schatz unserer Männerchorliteratur geboten. Die Werke stammten von Kirchl, Kremser, 'Wolfrum und vor allem von Altmeister Friedrich Silcher. Der Verein brachte unter der Leitung seines Dirigenten, Kreischorleiter Blaß, alst Stücke in sehr feiner und eindringlicher Weise zu Gehör, wofür er den herzlichsten Beifall der dankbaren Hörer entgegennehmen durfte. Zwischen den Chorvorträgen standen Sololieder für Tenor von Schubert, Adam, Dostal und Schenkendorf, in denen Musiklehrer Dietrich mit feiner ausgiebigen und fein- geschulten Stimme höchste Anerkennung fand. Anschließend erfreute der Bauersche Gesangverein noch die Ansassen der orthopädischen Klinik durch einige frohe Chöre. Stabsarzt Dr. S t a b t m a n n und Feldwebel Stumpf brachten den Veranstaltern und Mitwirkenden den herzlichen Dank der Hörer xum Ausdruck. Ein Vertreter der NSKOV. wohnte Den Veranstaltungen bei. Bottschuhlauf in der Hatte. ßen z u g u n ft e n des K'riegs - WHW. er- li brachte einen Erlös von rund 90 RM. I druck. 4 Watzenborn-Steinberg, 4.N°°. Am ©Ctt Gchwürzschlächtern vergangenen Samstag, 2. November, feierten die od. ntt hen Eheleute Balthasar Philipp III. und Ehefrau C0 OH OCH Kragen. Katharine, geb. Schneidmüller, Watzenborn-Stein- LPD. Darmstadt, 5. Nov Dor dem Sonv berg, Ferdinand-Werner-Straße, das Fest der gol- gericht hatten sich der 62jährige Metzger und Gj denen Hochzeit. Die Eheleute Philipp haben wirt Mathias E. aus Ober-Beerbach bei Dan* beide das 70. Lebensjahr überschritten und erfreuen sein 35jähriger Sohn Georg und der 33jähr sich noch bester körperlicher und geistiger Gesundheit. Darmstädter Metzger Kurt T. wegen S ch w a» Mit Freude versehen sie noch heute trotz ihres hohen schlachtens von insgesamt 35 Stück Großv-i- ~ "" 196 Kälbern und 173 Schweinen zu verantwort Die Angeklagten hatten 1935 mit dem Sch«o schlachten begonnen, das sie auch während des ges nicht einstellten. Vater und Sohn wurden zu 2 Jahren und 3 Monaten Gefängnis wie 5400 RMt Geldstrafe verurteilt, wozu noch J Wertersatzstrafe von 41 060 RM. tritt. Der * geklagte Kurt T. erhielt wegen der gleichen ^1% Jahre Gefängnis, 800 RM. 0* und eine Wertersatzstrafe von 4700 RM. Der Freiluftbetrieb im Rollschuhlauf hat wieder für ein Jahr sein Ende gefunden. Nur ungern werden die Jungen und Mädel ihre Sportgeräte bis zum kommenden Frühjahr beiseitestellen. Um wenigstens etwas die Hebung zu erhalten, anderseits auch Neulinge bereits jetzt mit den Rollschuhen vertraut zu machen, damit sie später auf der Bahn vor der Oeffentlichkeit nicht mehr allzu sehr aus der Rolle fallen, hat das Fachamt Eis- und Rollsport sich entschlossen, den Hebungsbetrieb, wenn auch in geringerem Umfang, in der Halle weiterzuführen. Ohne Bindung an einen Verein steht diese Uebungs- stunde allen Läufern, Jungen und Mädels offen. Vorgesehen ist zunächst der Donnerstag nachmittag, als Hebungsstätte steht die Turnhalle am Oswalds- garten zur Verfügung. Alle Läufer, die durch die Jahreszeit von der Bahn oder der Straße vertrieben wurden, werden diese Gelegenheit willkommen heißen, sich den Winter über in Schwung zu halten, und daneben auch noch manches Neues hin- zuMernen. . Gießener Schlachtviehmarkt. Aus bem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehverstei- gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 45,5, Bullen 43 bis 49,5, Kühe 17 bis 43,5, Färsen 27 bis 44,5, Kälber 38 bis 57, Hammel 18 bis 50 Rpf. je Kilo Lebendgewicht-, Ziegen 30 RM. pro Stuck. Für Schweine wurden je kd Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,14, bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5) 1,08, d (80 bis 99.5 kg) 1,02, e—f (unter 80 kg) 98, dl (fette Specksaum) 1,14, i (Altfchneider) 1,12, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. — Marktverkauf: Auftrieb gut, alles zugeteilt. °"d et l’J.mit ,.N i h der f’flibt i, S* »or ?!’»»nb bi »L.togei Wangen. Einmal ist ein kranker Junge, der von einer " zu einer Operation weggebracht Wägelchen an das Abteil „Mutter und Kind" zu fahren und dort gut unterzubringen. Ein andres Mal ist ein dreijähriges Mädelchen, bas aus ber Klinik kommt und noch in Gips liegt, für die Heimfahrt zu versorgen. Ja, was so alles reift! Ein Neugeborenes z. B. in einem Waschkörbchen ober ein gelber Kanarienvogel in feinem Käsig! Es ist immer zu tun, aber, wenn wir das Geschirr gespült und den Boden gekehrt oder ausgewaschen haben, wenn die Ablösung kommt, dann gehen wir ehrlich müde, aber auch froh und zufrieden nach Hause, da auch wir mit unserem Teil Arbeitskraft in dieser Zeit dazu beigetragen haben, daß unser geliebtes Vaterland siegreich aus feinen Kämpfen hervorgeht. E. L. St. gn Sp Hessen od V besonder- Hier bish niemals Hiderstt' Ort zm vesteu immer ai herabsah- N ist? nien em gerade a die ' Presse t tuung er i vergessen verhalf eine star ■ krieg jo, löngl't nj Der E | massen das geft -manchs ------- unsere Stadt. Bürgermeister Dr. Dölsing k- ~ grüßte die Gäste namens der Stadt herzlich. 8) ’önn.fe. l --------------—-------------------------- ' schließend fand unter sachkundiger Führung eh Ausscheiden 1931 angehörte. In seinen Arbeitsbe- Besichtigung der Sehenswürbigkeiten statt, ffli ; reich fielen bie Vorbereitung einer gesetzlichen Re- Nachmittag vereinigten sich die Gäste mit ist« n bes Hebammenwesens und bie Fürsorge Quartiergebern zu einem kameradschaftlichen 3i» e Medizinalbeamten und bas Heilpersonal, sammensein bei Kaffee und Kuchen. Musikaliw 1 Vorträge und andere Darbietungen unterhielten fe Gäste. Krsisleiter Zürtz hielt eine Ansprache. D« Dank der Gäste kleidete der leitende Arzt des $ servelazaretts, Dr. Schneider, in herM jum A Himm! feiert, tni mann ir hem der öen sie Bringe den Herl Jerfretci So sc WM lallen ( ■mit den Jaterlai Wer i »öafj lie: |mün(d)e' unfähig traute Staat! "1er, zue fei, bai - organif - schlosse blge P abgeteg Das „Misere des beb Nen f qerabe glichen menschlit sremder △ Schotten, 5. Nov. Das Sammelergebnü - ---------------*-[ Mässen verwundete Soldaten mit etwa 60 Mm Seinbpn ------ ” I Jperfanlic laben, fj ?un9, da Nen I fPQitien« _____ ______________________ ...... , |Pefai radschaftslokal Weimer, wobei ber Schießleiter ber Musikkapelle und die SchulmusikgruB Kameradschaft Daubringen, Heinrich B i e rau , [owje Hnterhaltungen der feldgrauen Gäste stellt J wi ( dem besten Tagesschützen Ludwig Mohr II. feine sen zum Gelingen des Tages bei Zur Erinnert «■e auc Plakette und feine Ehrenfcheibe überreichte. an den tBurgaufenthalt iü>erreichte Bürgermsi^ r # Mainzlar, 5. November. Gefreiter Karl Schmidt jedem Gast das Gleibergbüchelchen » J ®Pa Schlapp von hier, zur Zeit im Westen, wurde Widmung Dor der Heimfahrt brachten Lazars ” Hart zum Hnteroffizi-er befördert. — Das Preisschie- leitmng und ein Sprecher der Betreuten ihren h-1 R rückläufigen Mechanismus bes wohlbekannten patho- ualsozialistischen Deutschlands unter Adolf HW logischen Vorganges der Caisson-Krankheit verge- gr schloß mit einem Appell an die Zuhörer, fiii genwärtigend) mit Einfachheit des Kolumbus-Eies jm Vertrauen auf den Führer für die 3been bw vollkommen erfolgreich abzulenken und gänzlich zu Rattonalsozialismus einzusetzen. Die Zuhörer doch überwinden. . . • ten mit lebhaftem Beifall. Ortsgruppenletter $1: Die pessimisttsche Auffassung ber medizinischen Mädrich schloß den Abend mit einem TreugelH Kreise gilt also für die Therapie der experimentellen nj5 an ^n Führer. — Am vergangenen Sonnte Luftembolie von Versuchstieren sicher^ nicht mehr, hauchte auf Einladung der Ortsgruppe Alsfelb hoffentlich wird sie ihre vollwertige Gulttgkeit auch NS.Hrauenschaft ein Reservelazarett für schwen für die Klinik bald einbühen. D et L 1, Z ZL „ : “ ..