Donnerstag, 6. Juni MV Eichener Anzeiger Beilagen: Die Illustrierte Siebener Iamilienblätter ! leimatimBild DieScholle Uonats-Berugsvreis: Vitt 4 Beilagen.RM.1.95 )hne Illustrierte w 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 uck bei Nichterscheinen loti einzelnen Nummern nfolge höherer Gewalt yo. Jahrgang RH52 ^schein» täglich, autzer Sonntags und Feiertags Annahme von Llnzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhrdes Vormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l AbschlüsseMengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/omehr Ermäßigte Grundvreise Baderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. ernsvrechanschluh 2251 Druck und Verlag: SentfH686RranTum' «rühlsche Unioer fttätsörntoeiB. £ N reu L ■ M if. rU )n ie tM N en k. Wok leinn 05 tz Ui- §tl! rtajta b ck * mmli: t)«B r o* nf.r« EP Hi rnifl >< $ 1 01 I «5* ’S des ijeufc; llski deM: heich al. m en. ü iel rti j sie hf; I rlflotI wW I ft* 6er q : r HÄ asjr- | @ri» t :gahi" i en, e M or l^'l n^eiii I ib tri ierte 1 liebel j Oris-' 1 verM | einorZ I n * be<; j inr Die neuen Angriffsoperationen in Krankreich. OieWeygand-Linie nachLlebergang über dieGomme an verschiedenenGiellen zuKatt gebracht Berlin, 5. Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere Armeen sind heute früh in breiter Jronf zum Angriff gegen das Heer Frankreichs angetreten. Der Uebergang über die Somme zwischen der Mündung und Harn und dem Oise-Aisne- äanal wurde erzwungen und die dahinter im Aufbau befindliche sogenannte Weygand-Linie an verschiedenen Stellen zu Fall gebracht. Der Wehrmachksbericht vom Mllwoch. Jührerhauptquartier, 4. Juni (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde am 4.6. die Festung Dünkirchen nach schwerem Kampf genommen. Drei Generale und etwa 40000 Wann verschiedener französischer Verbände ergaben sich unseren siegreichen Truppen. Bei Abbeville ist ein mit starkem Artillerie- Utid Panzereinfah geführter feindlicher Angriff abgewiesen worden. Ebenso scheiterte ein Angriff auf unsere Gefechtsvorposten südlich Longwy unter schweren Verlusten des Feindes. Bit Kampf- und Sturzkampffliegern griff die Luft- mffe feindliche Ansammlungen südlich Abbeville sowie die Hafenanlagen Le Havre erfolgreich an. 3n den frühen Morgenstunden des heutigen Tages haben neue Angriffsoperationen auf der bisherigen Abwehrfront in Frankreich begonnen. Deutsche S(af vernichtete sieben feindliche panz°rtvagen. Berlin, 5. 3uni. (DRV.) Am Dienstag hat Klitsche Flakartillerie wesentlich zum Scheitern eines feindlichen Panzerangriffes bei Abbeville beigetragen. 3n direktem Schuh vvrden durch sie sieben feindliche Panzerwagen vernichtet. MdemRitterkreuzausgezeichnet jührerhauptquartier, 5. 3uni. (DRV.) ter Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshaber des Heeres, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz erst Fischer erzwang mit seiner Brigade, an birtn Spitze er selbst vorstürmte, den lieber» 9ii g über d i e Maas und bildete trotz schwe- feindlicher Abwehr einen starken Brückenkopf. die Wegnahme der starken Seefestung C a - Ms war im wesentlichen das Verdienst Oberst öfaers und der von ihm geführten Truppen. u>eist B r e i t h hat als Kommandeur einer Pan- Ji^Brigabe beim ersten Zusammentreffen f r a n - wüsche Panzer vernichtend geschla- 9^ und eine große Anzahl von ihnen zerstört, «cier überwand er in vorbildlichem Angriffsgeist '^erstes feindliches Abwehrfeuer und führte, ob- selbst verwundet, feine Brigade persönlich Jtir. Sieg. Oberst Werner hat als Kommandeur ps Panzer-Regiments durch fein entschlossenes *J?i?res Verhalten und seine geschickte Führung den «rtoß starker feindlicher Panzerkräfte gegen eine ®dtige Vormarschstraße abgewiesen. Später hat «Abständig den Entschluß gefaßt, die Festung -cubeuge von Süden her zu nehmen. Er be- mit Teilen seines Regimentes die Zitadelle sowie zwei Forts und hielt sie bis zum Eintreffen weiterer Verstärkungen. Oberst von Ravenstein war mit seinem Schützen-Regiment maßgeblich am Uebergang über d i e Maas und am Durchbruch durch die belgischen Befestigungen beteiligt. Unter seiner persönlichen Führung wurde die Besatzung eines von feindlichen Panzer- und Jnfanteriekräften gehaltenen Ortes in umfassendem Angriff vernichtet bzw. gefangen genommen. Unter den Gefangenen befanden sich auch Teile des Stabes der französischen 9. Armee. Oberst Rothenburg war mit seinem Panzer-Regiment bei fast allen Durchbrüchen und Verfolgungen an der Spitze der Division. Persönlich setzte er mit seinem B.efehlswagen eine feindliche Batterie außer Gefecht. Mit der Durchbrechung feindlicher Befestigungen und der Zersprengung zweier Divisionen schuf er die Grundlage für den raschen Vormarsch auf Arras. Oberstleutnant Balck, der bereits am 17. Mai im OKW.-Bericht genannt wurde, durchbrach mit seinem Regiment bei Sedan die Befestigungen der verlängerten Maginot- Linie und nahm in siegreichen Versolgungskämpfen mehrere tausend Mann gefangen. Auch beim Durchstoß unserer Verbände auf Abbeville war Genf, 5. Juni. (Europapreß.) Die Frage, ob die Engländer nach dem Fiasko von Dünkirchen weiter bei der Stange bleiben und ihre Kräfte auch fernerhin zur Verfügung stellen für die Verteidigung des französischen Bodens, oder ob sie sich jetzt ganz auf ihre Insel zurückziehen und nur noch für deren Schutz Interesse haben, Frankreich aber seinem Schicksal überlassen, macht der Pariser Presse jetzt die ernstesten Sorgen, die sich hinter den gequälten Trostworten für die Leser über die Rettung gewisser Teile der Nordarmee aus dem Hexenkessel von Dünkirchen nicht verbergen lassen. Im „Jour" stellt General Duval nachdenkliche Betrachtungen an, ob wohl die Engländer ihren Nutzen daran erkennen würden, weiterhin gemeinsam mit Frankreich die Deutschen auf französischem Boden „zu schlagen", ober ob sie, wie Hiller hoffe, die Franzosen im Stiche lassen werden, um bie Sicherheit ihrer Insel zu schützen. Hiller täusche sich, meint der General, benn ber britische Generalstab wisse wohl, baß der Sieg ber Westmächte nur dann gewiß sei, wenn beide gemeinsam auf französischem Boden schlagen. Für seine Leser jenseits des Kanals schließt er mit dem Hinweis, ein deutscher Sieg in Frankreich würde das britische Empire einer schweren Gefahr aussetzen, er hoffe, man wisse dies in London so gut wie in Berlin. Während die Blätter noch gestern eine schwache Hoffnung nährten, als werde Dünkirchen zu halten sein, sehen sie sich heute vor die schwierige Aufgabe gestellt, die Niederlage im ganzen Umfange einzugestehen. „Das Drama voü Dünkirchen ist beendet", so schreibt der frühere Kriegsminister Jean Fabry im „Matin". Der Hafen, so fährt er fort, sei von Admiral A b r i a l als letztem verlassen worden, nachdem er ihn während der Einschiffung der französischen und englischen Truppen der Nordarmee bis zuletzt verteidigt und dann unbrauchbar gemacht habe. Die furchtbaren Zerstörungen der Einschiffungsanlagen sollen also als eine Leistung des französischen Admirals erscheinen, während Fabry schon im nächsten Satz zugibt, daß die Einschiffungen bis zum Schluß unter schweremdeutschem Feuer lagen. An demselben 4. Juni 1940, an dem der deutsche Siegesbericht in straffer Linienführung, aber mit einem klaren Blick in die Breite und Tiefe des deutschen Erfolges veröffentlicht wurde, hatte Churchill vor dem Unterhaus seinem Lande auch einen Rechenschaftsbericht zu geben. Dieser Rechenschaftsbericht hatte eine bestimmte Absicht: das bisherige englische Geblödel über den „erfolgreichen Rückzug" mit der Wahrheit auf einen Nenner zu bringen. Churchill zog sich auf die Weise aus der Schlinge, daß er zunächst einmal die lachhaften Verlustziffern der englischen Presse wiederholte: er sprach von über 30 000 Gefallenen, Verwundeten und vermißten Engländern und stellte diese Zister den geretteten Engländern gegenüber, die er auf 335 000 angab. Er behauptete, es seien 1000 „Geschütze, Transport- und Panzerwagen" annähernd verloren worden, wobei es fraglich blieb, ob sich die Zahl 1000 auf diese Ausrüstungsgegenstände zusammen oder auf jede einzelne Art bezog. Schließlich erklärte er seinem Lande, daß diese britische Luftwaffe dem Gegner Verluste im Verhältnis von vier zu eins beigebracht habe. Damit knüpfte Churchill an das alberne Gefasel vom „erfolgreichen Rückzug" an, und von hier aus fand er den Absprung in bie Wahrheit. Mit einer kolossalen Wurschtigkeit, die in ihrer Art eine Rekordleistung ist, ließ er nun die schönfärberischen Zistern hinter sich, gestand das „größte militärische Desaster unserer langen Geschichte" ein, bezeichnete die Materialverluste als enorm, bekannte, daß die Engländer „außer den Geschützen alle Transportfahrzeuge und alle Panzer, die sich bei der Armee im Norden befanden, verloren hoben" und schloß dieses Geständnis Oberstleutnant Balck mit seinem Schützen-Regiment hervorragend beteiligt. Oberleutnant Etzold errang bei den Kämpfen einer Panzer-Division m i t seinen Krad-Schützen besondere Erfolge. Er setzte am 19. Mai acht feuernde feindliche Panzer außer Gefecht, vernichtete zwei Batterien und ein englisches Bataillon und machte etwa 12 0 0 0 Gefangene, worunter sich auch ein Teil des Stabes der 9. französischen Armee befand. Er hat bei all diesen Taten vorbildlichen Schneid und hervorragende Umsicht bewiesen. Feldwebel Rubarth hat als vorder st er Stoßtrupp- Führer seines Pionierbataillons im Floßsack die Maas überquert. Am anderen Ufer gelang es ihm, in kühnem Einsatz mit seinen Pionieren sieben feindliche Bunker, die die Uebergangsstelle beherrschten, nach Sprengung der Scharten zu, erobern und dadurch wesentlich zum Gelingen des Maas-Ueberganges beizutragen. Unter den neuen Trägern des Ritterkreuzes sind zwei Ritter des „Pour le merite“, die Obersten vonRavenstein und Rothenburg, und zwei Ritter des Hohenzollern-Hausordens, der Oberstleutnant Balck und der Oberst B r e i th. Im „Jour" spricht General B r e c a r b die Hoffnung aus, daß das Drama von Dünkirchen eine Quelle moralischer Kraft für Frankreich sein werde, was der geschichtlichen Erfahrung über die moralische Wirkung einer großen Niederlage zuwiderlaufen dürfte. — Duval entledigt sich im „Journal" seiner Aufgabe als Militärkritiker durch den unantastbar richtigen Satz, man wisse nicht, wie lange der deutsche Generalstab brauchen werde, um seine Kräfte in guter Ordnung zu einem neuen Angriff zu führen. — Zu einer Art Fatalismus ringt sich Maurice im „Petit Parisien" durch. Das Glücksrad, meint er, fei bisher Frankreich nicht günstig gewesen, es werde sich aber weiter drehen und vielleicht bald zu Frankreichs Vorteil. — Jeder tröstet sich also so gut er kann! London blick sorgenvoll auf das französische Schlachtfeld. Stockholm, 6. Juni. (Europapreß.) Ein für die Westmächte recht pessimistischer Ausblick auf die am Mittwochmorgen eingeleitete große deutsche Offensive in Frankreich wurde im englischen Rundfunk gegeben. Der Sprecher hatte kaum Einzelheiten mitzuteilen und beschränkte sich auf die Wiedergabe des französischen Vormittags-Cvmmuniquös. Er teilte mit, daß man vorerst keinen Ueberblick über die derzeitige Lage habe. Der deutsche Angriff sei aber äußerst heftig. Gewaltige Artilleriekräfte und eine große Anzahl von Sturzkampfbombern seien eingesetzt worden. Schließlich wurde in einer Pariser Meldung auf die Schwierigkeiten der Versorgung der Millionen von Evakuierten und Flüchtlingen in Frankreich hingewiesen. Das Rote Kreuz unb andere Hilfsorganisationen seien kaum in der Lage, die Aufgaben zu bewältigen und die Versorgung der Flüchtlinge zu garantieren. Zu der Versorgung der französischen Flüchtlinge komme noch der erschwerende Faktor hinzu, daß auch viele Belgier nach Frankreich geflohen seien und dort den Behörden zur Last lägen. mit dem zusammenfassenden Satz: „Das Beste von allem, was wir zu geben hatten, ging an das britische Expeditionskorps. Diese sehr gut und fein ausgerüstete Armee hatte die vorzüglichsten Kampfmittel, die unsere Industrie aufbringen konnte. Das i ft h i n ... Wir haben noch einmal die britische Expeditionsstreitmacht zu rekonstruieren und wieder aufzubauen. Es besteht kein Grund zu der Annahme, warum wir nicht in einigen Monaten diesen plötzlichen ernsten Verlust wieder qutgemacht haben sollten." Selbstverständlich stellte Churchill den Brückenschlag vom Geblödel zur Wahrheit nicht so her, daß er das Gerede vom „erfolgreichen Rückzug" unmittelbar den Tatsachen geqenüberstellte. Er ist ja ein geschickter rednerischer Bluffer. Zwischendurch fand er das wirklich anschauliche Wort von dem „S e n s e n s ch n i t t, den die deutschen gepanzerten Divisionen von der Maas bis zum Kanal geführt hätten: „Die Stteitmacht schnitt alle Verbindungen zwischen uns und den französischen Hauptarmeen ab; sie schnitt unsere eigenen Lebensmittel- und Munitionsoerbindungen ab, die uns zuerst über Amiens und dann über Abbeville erreicht hatten .. Und ebenso wie Churchill in dieser dramatischen Weise den deustchen Vorstoß schilderte, so belastete er die Franzosen der Schuld für den deutschen Durchbruch durch die Maginotlinie und den belgischen König mit der Verantwortung für den Verlust der flandrischen Küste. An einer Stelle merkt der aufmerksame Leser ganz genau, wie schwer selbst dem geschickten advokatori- schen Sprecher Churchill es wurde, die englischen Phantastereien mit der harten Wahrheit auf einen Nenner zu bringen. Das war dort, wo er der b r i - tischen Luftwaffe das Hohelied fang. Hier Frankreich in Sorge um Englands weitere Hilfe. „Das Beste, was wir zu geben hatten..." Churchills Rechenschaftsbericht vor dem Unterhaus. Von unserer Berliner Schristleiiung. Die erste Phase. Von unserer Berliner Schrisileiiung. Großdeutschland durchlebt weltgeschichtliche Tage. Acht Tage lang wehen die Fahnen mit dem Hakenkreuz über den Gauen, die das Herz Europas bilden, drei Tage lang läuten die Glocken von allen Türmen im Jubelsturm, denn die erste Phase dieses revolutionierenden Krieges ist von unseren Tapferen siegreich beendet worden. In einem Tagesbefehl an die Truppen hat der Führer seinen und des deutschen Volkes Dank für die beispiellose Hingabe und Tapferkeit ausgesprochen, mit denen diese Stürmer gegen eine vermorschte Welt die bisher größte Vernichtungsschlacht der Weltgeschichte schlugen, um durch das Schwert den Plutokraten in London und Paris das Gesetz des Handelns zu diktieren. Unvorstellbares ist geschehen, ungeheuer sind die Erfolge unserer Truppen. Im Zeitraum von 25 Tagen sind die Vortrupps des englischen und französischen Vernichtungswillens Holland und Belgien, die den Weg zum Ruhrgebiet öffnen sollten, geschlagen, sind die englische Fesllandarmee und die drei besten französischen Armeen vernichtet worden, die Kanalküste von der Somme - Mündung über Boulogne, Calais, Dünkirchen, Ostende bis nach Emden ist in unserer Hand, 1,2 Millionen sind in der Hölle von Flandern und dem Artois gefangen genommen, haben unübersehbares Material zurück- gelassen, der Rest ist vernichtet, ein kleiner Teil ist entblößt und abgerissen nach England entflohen. Wie ein Sturmwind zerbrach deutscher Führungs- sprach er den englischen Soldaten, die ihre eigenen Erfahrungen gemacht hatten, unmittelbar an. Man muß hier Wort für Wort mit Andacht lesen, um den großen Bluffer Churchill nach seinem spezifischen Gewicht wägen zu lernen: „Viele unserer Soldaten, die zurückkommen, haben bie Luftwaffe nicht an ber Arbeit gesehen. Sie sahen nur bie deutschen Bomber, bie ihrem Schutzangriff entkamen. Sie unterschätzen die Leistung unserer Luftwaffe. Ich habe viele solche Rederei gehört, uitb deshalb spreche ich davon." Also: der englische Soldat, der aus ber flandrischen Hölle entkommen ist, ist ein Idiot. Den richtigen Erlebnisbericht erzählt Winston Spencer Churchill! Der Churchill, ber auch jetzt den „Krieg bis zum Untergang" proklamiert. Er will sich „nicht auf einen Verteidigungskrieg beschränken", er will Englanbs „Pflicht gegen seine Verbünbeten erfüllen", was freilich ein Erstmaliges und Einmaliges wäre. Er will „bie britische Expe- bitionsarmee unter ihrem tapferen Oberbefehlshaber Lord Gort neu aufstellen". Er will „im Vertrauen auf die solide Sicherheit, die unsere Seemacht uns verleiht (siehe Andalsnes, Namsos, Dünkirchen!) neue Methoden anwenden", bis die Herrschaft ber englisch-jüdischen Plutokratie wieder in den Sattel gesetzt ist und reitet. Aber auf solch lautes Bramarbasieren, mit dem ein unverbesserlicher Schaumschläger wie Churchill die Sorgen in der eigenen Brust übertönen möchte, fällt heute niemand mehr herein, vielleicht nicht einmal mehr in England. Dr. Ho. Die Wirkung der Lhurchill-Rede. M a i l a n d , 5. Juni. (Europapreß.) Wie der Londoner Korrespondent der „Gazzetta del Popolo" zur Rede Churchills meldet, hätte im Unterhaus und in diplomatischen Kreisen die Erklärung am meisten Eindruck gemacht, England werde nötigenfalls allein weiterkämpfen, weil diese Erklärung schon das stille Einverständnis mit der Möglichkeit einer Trennung von Frankreich einschließe. Lebhaftes Aufsehen habe ferner das Eingeständnis der Unmöglichkeit erregt, dem Lande Sicherheit gegen eine Invasion zu bieten. Man schließe daraus, Churchill selbst betrachte die Flotte nicht mehr als ausreichenden Schutz gegen die Invasion. Die äußerst nervöse und unzufriedene Stimmung im Unterhaus habe sich erst beruhigt, als Churchill eine geheime Sitzung des Unterhauses versprochen habe. Die Blätter klammern sich übereinstimmend an die Feststellung, daß Churchill den Willen bekundet habe, den Kampf bis zum Ende durchzuführen, wobei bei einigen Zeitungen der tröstende Hinter- aedanke zum Ausdruck kommt, daß der französische Bundesgenosse wie bisher d i e Hauptlast dieses Kampfes zu tragen haben werde. So schreibt „News Chronicle", in der Tat werde Frankreich, das bisher die schwersten Verluste hatte, der neuen deutschen Offensive und den nahe bevorstehenden ernsten Möglichkeiten a l - lein entgegentreten müssen. Im übrigen geben die Zeitungen zu, daß die Rede Churchills vor allem eine Bestätigung des ungeheuren Ernstes der militärischen Lage der Westmächte gewesen sei. Der Satz, daß „Kriege nicht durch Rückzüge und Räumungen gewonnen würden", wird als eine „feierliche Warnung an die Nation" bezeichnet. „Evening News" meint, der Weg zum Siege sei schwerer, härter und länger geworden. Das Blatt versucht sich mit der Feststellung zu tröften, daß der Krieg „noch n i ch t" verloren sei und daß das ermutigendste Moment an der Rede Churchills die Ankündigung gewesen sei, daß England nicht nur defensiv bleiben wolle. Der Star sagt, die Materialverluste stellten einen Ansporn an die Zivilbevölkerung dar, zu arbeiten wie nie zuvor. Der „Evening Standard betont, daß die Oberkommandos der Westmächte durch die neuartigen deutschen Methoden überrascht worden seien. Man dürfe sich aber nicht überraschen lassen. Die Kräfte des Festhaltens an veralteten Formeln und Ideen müßten sofort beseitigt werden. Die Griechen hätten ein Sprichwort gehabt, wonach die besten Generale diejenigen seien, die ihre Feinde am besten kennen. Nie zuvor habe dies so sehr gegolten wie heute für England, wo noch immer die Hälfte der wichtigsten Posten von Leuten besetzt sei, die das Ausmaß der deutschen Gefahr gar nicht erkannt hätten. geiff die jahrelangen Vorbereitungen und Pläne der Gegner. Während sich Briten und Franzosen und Belgier an der Dyle festbissen und die besten Truppen der beiden Plutokratien sich in den engen Raum von Flandern und dem Artois preßten, hat die geniale Feldherrnkunst des Führers gleichzeitig einen Vorstoß zwischen Maubeuge und Sedan über die Maas unternommen. Sie hat die Maginotlinie zerbrochen, die letzten Trümmer bei Saint Quentin hinweggespült, den Stoß gegen die Kanalküste unternommen, das Gebiet der Somme in ihre Gewalt gebracht, Abbeville erreicht und die Küste bezwungen. Diese den französischen und englischen Generalstäben unerwartete Bewegung zerschlug einfach alles. Die französischen Nordarmeen, das stolze englische Heer, die belgischen Soldaten, alle saßen in einer Zange, deren Haken immer fester zugriffen. Es war kein Cannae, kein Tannenberg in Neuauflage, es war mehr: die unbarmherzige Vernichtung von Heeren, die Deutschland zerstückeln wollten und nun den Becher der Verzweiflung bis zu Ende leeren mußten. Was sich in jenem Raume abspielte, war militärisch etwas Unerhörtes. Unsere Fallschirmjäger, unsere Luftwaffe, unsere Panzer, Pioniere und Artillerie, vor allem aber die deutsche Infanterie als Ueberwinder des letzten Widerstandes, sie haben mit eherner Gewalt den Feind zerschlagen, so daß nur zersprengte Ueberreste ein traurig Zeugnis seiner früheren Stärke ablegen. Das englische und französische Volk ist durch seine Führer in diesen furchtbaren Strudel gezogen worden, der seine weltgeschichtliche Vergangenheit erledigt und seine Zukunft zerbricht. Wenn der „Daily Expreß" am 24. Februar 1933 schrieb, die Juden der Welt hätten Deutschland den Krieg erklärt, wenn der französische Delegierte der israelitischen Weltallianz, Loubet, im Frühjahr 1933 dem damaligen österreichischen Minister Czermak mitteilte, das unverschämte und bestialische deutsche Volk müsse von der Erde verschwinden, dann setzten die Weltjuden Hihre Hoffnung wieder auf England. Der Jude Emil Ludwig (Cohn) schrieb im Mai 1934: ,Hitler will den Krieg nicht, aber die Juden werden ihn dazu zwingen. Das letzte Wort liegt wie 1914 bei England. England sprach dieses Wort. England hatte alle mehr oder minder „garantierten" Nationen Europas, Tschechen, Polen, Norweger, Dänen, Holländer, Belgier am Zügel, und es war mit Frankreich verbündet, das prahlte, das Heer der „Grande Nation" sei unüberwindlich. Heute zieht Churchill die Bilanz aus der furchtbaren Fehlrechnung: „Die französische Armee geschwächt, Belgien verloren, alle Kanalhäfen in der Hand Hitlers ... ein kolossales Unglück." Man werde sich aber bis zum Tode verteidigen, innerhalb einiger Monate sei man so weit ... Die furchtbare Not lehrt sogar Mister Churchill, einige wahre Worte zu sprechen. Aber die Vergeltung für die furchtbaren Bankrotteure dieses Krieges wartet nicht so lange. Neue deutsche Divisionen marschieren, schon hat die zweite Phase dieses Ringens eingesetzt. Es gilt, Europa endlich den Frieden zu geben und es England für alle Zeit unmöglich zu machen, seine angemaßte Vorherrschaft zu benutzen, um nach dem Willen des Weltjudentums die Welt in Fesseln zu halten und Deutschland zu vernichten. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Dieses Weltgericht über die Plutokraten, von ihnen herausgefordert, vollzieht sich nach ehernen Gesetzen. Eine weltgeschichtliche Revolution ist angebrochen, die Götterdämmerung für England und Frankreich, das Ragnarök der alten Edda. Nach dieser Götterdämmerung, dem Sturz des vermorschten Alten, wird kommen, kündet die Edda, „ein neuer Himmel und eine neue Erde". Dafür kämpfen wir, dafür haben unsere Tapferen ihr Leben eingesetzt. Mit Stolz und Ergriffenheit hat das deutsche Volk den großen Schlußbericht des Oberkommandos vernommen. Wir neigen uns vor den Opfern des Heldenkampfes. Der Krieg geht weiter. Unsere Ge- danken sind bei unseren herrlichen Truppen, ganz Deutschland steht hinter seinem Führer, entschlossen und einig. E. S. Dank an den Führer. Berlin. 5. Juni. (DRV.) Der S tellvertre- ter des Führers, Rudolf Heß, hat nach dem siegreichen Ende der Schlacht in Belgisch- und Französisch-Flandern den Dank des ganzen deutschen Volkes an den Führer in folgendem Telegramm zum Ausdruck gebracht: „Mein Führer! Das deutsche Volk dankt in tiefer Ergriffenheit und Liebe Ihnen und unseren Soldaten, die unter Ihrer begnadeten Führung die größte Vernichtungs- und Entscheidungsschlacht in der Geschichte zum einzig dastehenden Sieg gestatteten. Gott wird weiter mit denen sein, die den Sieg verdienen. Französische Flugzeuge bombardieren Schweizer Gebiet. Berlin, 6. Juni. (DRV.) Havas verbreitet aus Bern die Mitteilung, daß am 5. Juni ausländische Flugzeuge sechs Bomben auf schweizerischem Gebiet abgeworfen hätten. Bomben sollen auf Häuser und Landstraßen gefallen sein und Schaden verursacht haben. Wir erfahren hierzu von amtlicher deutscher Seite, daß einwandfrei beobachtet wurde, wie französische Bombenflugzeuge auf Schweizer Gebiet und auf deutschem Gebiet bei Konstanz hckrt an der deutsch-schweizerischen Grenze Bomben abgeworfen haben. havas versucht die Reutralitätsverlehung der französischen Flugzeuge schamvoll der Weltöffentlichkeit zu verschweigen dadurch, daß es die ihm bekannte Rationalität der Flugzeuge nicht bekanntgibt. Meuchelmord an der Zivilbevölkerung. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Wir haben keinen Zweifel gelassen, daß die planlosen Bombenabwürfe feindlicher Flieger über deut- schem Gebiet als sinnlose Angriffe auf das Leben und Eigentum der friedlichen deutschen Bevölkerung — wenn die Stunde der Vergeltung da ist — Zahn um Zahn vergolten werden. Trotzdem schleichen sich die feindlichen Flieger im Schutze der Dunkelheit in großer Höhe auch weiterhin nach Deutschland ein und werfen ihre Bomben ab. Sie geben vor, wichtige militärische Ziele zu bombardieren und lassen doch ihre Bomben plan» und wahllos ins Gelände fallen und zum größten Teil in Orte, die sich weitab jeder militärischen Anlage befinden. Das Resultat ist fast ausnahmslos die systematische Zerstörung privaten Eigentums und Meuchelmord an der Zivilbevölkerung. So wurde, um ein Beispiel zu nennen, ein bäuerliches An- „Soldaten! Ich bin stolz auf Euch." Tagesbefehl des Oberbefehlshabers des Heeres an das Westheer. Berlin, 5.Juni. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat folgenden Tagesbefehl an das Wescheer erlassen: Eine große für den Fortgang des Krieges entscheidende Schlacht geht siegreich zu Ende. Die holländische und belgische Armee haben die Waffen gestreckt. Große Teile des französischen und englischen Heeres sind gefangen oder vernichtet. Unübersehbar ist die Beute an Geschützen, Kampfwagen und anderen Ausrüstungsgegenständen. Kühne und entschlossene Führung, nie versagender Kamvfgeist der Truppe haben gleichen Anteil an diesem einzigartigen Siege. Jeder hat sein äußerstes daran gesetzt. Ueberall sind die alten deutschen Soldatentugenden, Tapferkeit und Entschlußfreudigkeit, Disziplin und Kameradschaft, leuchtend in Erscheinung getreten. Treue Waffenkameradschaft und hervorragendes Zusammenwirken mit der Luftwaffe haben in kurzer Zeit jeden Widerstand des Feindes gebrochen. Truvpen der S ü d f r o n t und im Westwall haben durch tapfersten Einsatz in Angriff und Verteidigung die Operationen in Belgien und Nordfrankreich gedeckt und dadurch die weittragende Angriffsoperation ermöglicht. Unermüdlich für die Versorgung der kämpfenden Truppe tätig, haben alle Einheiten der rückwärtigen D i e n st e voll ihre Pflicht erfüllt und zum größten Erfolg wesentlich beigetragen. Soldaten! Ich bin stolz auf Euch und spreche Euck allen für Eure überragenden Leistungen Dank und Anerkennung aus. Ich gedenke dabei mit Stolz und Trauer der Gefallenen und Verwundeten, die uns den Weg zum Siegen bahnen halfen. Noch ist das Letzte nicht getan, aber jeder weiß: Einem Heer, das solche Taten vollbrachte, muß dies Letzte gelingen. Darum vorwärts mit Gott, mit dem Führer und für Deutschland. gez.: von Brauchitsch, Generaloberst und Oberbefehlshaber des Heeres. „Krafiquell des Feldheeres." Generaloberst von Brauchitsch an das Ersatzheer. Berlin, 5. Juni. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat an das Ersatzheer folgenden Tagesbefehl erlassen: Soldaten der Heimat! Die große Einkreisungsschlacht in Belgien und Nordfrankreich ist siegreich geschlagen. Ein wichtiger Abschnitt des Feldzuges im Westen ist abgeschlossen. Holland ist durch deutsche Truppen besetzt. Das belgische Heer hat kapituliert. Starke Teile der englisch-französischen Armee sind vernichtet oder gefangen. Als Kraftquell des Feldheeres habt Ihr an diesen einzigartigen Siegen Eurer Kameraden an der Front einen wesentlichen Anteil. In zäher, ernster Arbeit und opferfreudigem Einsatz habt Ihr in der Heimat den Ersatz an Personal und Material für das Feldheer sicher- gestellt und damit die Voraussetzungen für diese großen Erfolge geschaffen. Ich weiß, daß Ihr alle lieber mit der Waffe in der Hand neben Euren Kameraden an der Front kämpfen möchtet, und ich bin überzeugt, daß jeder von Euch dort genau so wie sie seinen Mann stehen würde. Aber der Soldat hat getreu seinen Befehlen a u f jedem ihm zugewiesenen Platz seine Pflicht zu erfüllen. Und Ihr habt sie treu erfüllt. Dafür spreche ich Euch Dank und Anerkennung aus. Im Vertrauen auf den Führer, in fester Kampfgemeinschaft zwischen Front und Heimat werden wir den sicheren Endsieg erringen. Gez.: von Brauchitsch Generaloberst und Oberbefehlshaber des Heeres. „Euer Ruhm wird unser Leben überbauem." Tagesbefehl des Generalfeldmarfchalls Göring an die Lustwaffe. ger Kampfesführung gelöst. Auf einsamem Posten haben sie ausgeharrt und die eroberte Stellung gehalten, bis die Erdtruppe herangekommen war. Die Flakartillerie — in der Abwehr feindlicher Luftangriffe zum Schild von Heimat und Front geworden — hat nicht nur in zermürbendem, lang anhaltendem Wachdienst still ihre Pflicht getan, sondern auch eine derartige große Anzahl feindlicher Flugzeuge und Panzerwagen vernichtet, daß sie sich als eine sowohl für den Luft« als auch für den Erdkampf wertvolle Waffe erwiesen hat. Blitzschnell, wie die gesamte Luftwaffe, hat die Luftnachrichtentruppe für die Befehls- Übermittlung, für die Sicherheit unserer Flugzeuge die Voraussetzungen geschaffen, und sich damit den Ehrennamen einer Führungstruppe der Luftwaffe voll verdient. Transportoerbände haben in unermüdlichem Einsatz, wie im Polenkrieg und in Norwegen, auch im Westen bei Tag und Nacht oft weiteste Strecken zurückgelegt und Mann und Material ohne Rücksicht aus Wetter, Zustand der Landeplätze und feindliche Gegenwehr an die weiter vorgeschobenen Ziele gebracht. Die F ü h r u n g unserer Luftwaffe war in den vergangenen Wochen immer wieder vor gewaltige Aufgaben gestellt worden. Sie hat diese Aufgabe gelöst und zwar derart, daß wir diesen größten Sieg der Kriegsgeschichte aller Völker erringen konnten. Es bleibt gleichgültig, ob diese Aufgaben nach bewährten Regeln klassischer Kriegskunst zu meistern waren ober ob es galt, neue Wege zu beschreiten. Unsere junge Luftwaffe hat für Strategie und Taktik des Luftkrieges neue Wege gewiesen. Wir sind vor keinem noch so kühnen Entschluß zurückgeschreckt. Arbeiter und Ingenieure, Betriebssichrer und Angestellte der Luftfahrtindustrie haben Meisterwerke der Technik in einer Menge geliefert, die alle Erwartungen übertroffen hat und damit unsere Luftwaffe zur stärksten der ganzen Welt ge- macht. Ihr Anteil an dem errungenen Erfolg entspricht der Größe ihres Fleißes. So jung unsere Waffe, so kurz ihre Geschichte ist, so groß und umfassend ist sie in ihrer Vielgestalt, so glänzend hat sie sich bewährt. Wir haben einen Erfolg errungen und ihn mit dem Blut bester und tapferster Kameraden bezahlt. In Ehrfurcht senken wir unsere Fahnen, neigen wir uns vor diesen Männern, die mit ihrem Leben diesen Sieg erringen halfen. Ihre Namen wollen wir als Vorbild in unseren Herzen bewahren. Wir danken einem gütigen Geschick, daß die Zahl der Opfer, gemessen an Der Größe des Erfolges, wahrlich gering ist. Und nun, meine Soldaten und Kameraden, gilt es nach altem Soldatenbrauch den Helm fester zu binden und bereitzustehen. Der furchtbare Schlag, der unsere Gegner getroffen hat, hat sie reif gemacht für den Stoß ms Herz. Diesen Stoß wollen wir führen als des deutscher Schwertes Spitze, auf daß der Sieg errungen werde. Dorrn ä r t s für unseren Führer uno unser deutsches Volk! Hqu., den 5. Juni. Gez.: Göring. Generalfeldmarschall. Berlin, 5.Juni. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring hat an die Soldaten der Luftwaffe folgenden Tagesbefehl gerichtet: Soldaten, Kameraden! Der größte Sieg aller Zeiten ist errungen, das Feldherrngenie unseres Führers und Obersten Befehlshabers hat die große Schlacht im Westen zum herrlichsten Triumph der deutschen Waffen gestaltet. Unvergänglichen Lorbeer hat sich unsere junge Luftwaffe in diesem gewaltigen Ringen erworben und entscheidenden Anteil an dem Sieg gehabt, den die deutsche Wehrmacht über die Streitkräfte zweier Weltmächte und ihrer irregeführten Hilfsvölker errungen hat. Aus vollstem Herzen danke ich Euch, meine Soldaten und Kameraden, für Eure Leistungen. Ich weiß, daß sie übermenschliche waren, denn nur dadurch konnte dieser prachtvolle Sieg errungen werden, daß Ihr — jeder einzelne — Euer Letztes ^ergabt. Stolz bin ich auf Euch, und mit mir ist es unser geliebter Führer und unser ganzes deutsche Volk. Der Ruf der deutschen Luftwaffe ist durch ihre Taten in den vergangenen wenigen Wochen bis in die kleinsten Täler unseres Vaterlandes und Darüber hinaus bis in den letzten Winkel der Welt gedrungen. Ihr habt es erreicht, daß unsere Gegner Euch nicht nur achten, sondern fürch - t e n lernten. Spätere Geschleckter werden von Euren Taten fingen und sagen, uno Euer Ruhm wird unser Leben überdauern. In ununterbrochenen rollenden Angriffen und in zusammengefaßter Wucht haben die Kampf - und Sturzkampfverbände ihre vielseitige Ausgabe gelöst, ohne Rücksicht auf gegnerische Abwehr griffen sie an, wo es nur Ziele gab. Ihre Bomben fielen auf feindliche Flugplätze, auf Marschkolonnen uni> Nachschubwege des Gegners, auf Kriegsschiffe und Festungswerke, auf Bunkerstellungen und Panzerverbände, überall wurden Eure Bomben dem Gegner zum Verderben und besiegelten seine Niederlage. Die Männer der Bodenorganisation haben unsere Tausende von Flugzeugen, unser kostbares Gerät auch unter den widrigsten Umständen so instandgehalten und gewartet, mit wenigen Hilfsmitteln ausgebessert, daß diese Flugzeuge und Geräte mit der Sicherheit eines Uhrwerkes arbeiteten und damit das Wort von der Verbundenheit von Technik und Soldatentum in der Luftwaffe wahr- gemacht. Still und unauffällig war die Arbeit der Aufklärer, stundenlang flogen sie einsam über Feindesland und schufen mit ihrem Einsatz die Grundlage für die Führung. Zuverlässigkeit und Schnelligkeit ihrer Meldungen waren mustergültig: ohne sie wären wir blind gewesen. Jagdflieger und Zerstörer sorgten im schneidigen Angriff für die Sicherheit unserer fliegenden Verbände und für die Sicherheit der Heimat. In unzähligen Luft- fiegen haben sie den Gegner geschlagen un-d den ritterlichen Luftkampf zu neuem Heldentum geführt. Gemeinsam mit den Schlachtfliegern haben sie das Heer im Erdkampf wirksam unterstützt. Unsere Fallschirmtruppen und die Luftlandeeinheiten haben eine in der Geschichte erstmalige Aufgabe mit heroischer Tapferkeit und mustergülti- wesen in der Gegend von Ulm von mehreren Bomben getroffen und vollkommen zerstört. Der Bauer, seine Frau und seine beiden Töchter wurden getötet. In der Umgegend von Ulm befinden sich keine militärischen Ziele, -und die Bombenabwürfe in dieser Gegend lassen nur den Schluß zu, daß sich der „heldenhafte" feindliche Flieger feiner Bombenlast vor Rückkehr zu seinem Heimathafen entledigen mußte, um eine Meldung über einen militärisch wichtigen Erfolg abgeben zu können Die deutsche Luftwaffe wird auf diese feige Tat eine Antwort erteilen, daß dem ..Schuldigen" Hören und Sehen vergehen wird. Feige Mordtat französischer Jäger. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Wie ein angeblich neutrales Blatt mitteilt, wurden bei Beauvais zwei deutsche Flieger, die aus einem abgeschossenen Bomber mit Fallschirmen absprangen, von französischen Jagdfliegern durch Maschinengewehrfeuer in der Luft einfach „weg- geputzt". — Jedes soldatische Ehrgefühl sträubt sich, auf Wehrlose Jagd zu machen! Das ift die ritterliche Grande Nation, die zur Rettung der Zivilisation zu kämpfen vorgibt! Eine Denkschrift König Leopolds. Die belgische Armee nicht der Sündenbock der Westmächte. Rom, 6. Juni. (Europapreß.) „Frankreich und England werden durch eine scharf umrissene A n - klage König Leopolds an den Schandpfahl gestellt" überschreibt „Lavoro Fascista" eine Mel- düng seines Sonderberichterstatters in Brüssel. Im Namen des Oberkommandos der belgischen Wehrmacht habe König Leopold den in Brüssel verbliebenen diplomatischen Vertretern ein Dokument und eine ausführliche Denkschrift überreicht. In dem Dokument werde Tag für Tag das Sinken der belgischen Verte i d i g u ng s k r a f t im Kampfe gegen die deutsche Heeresmacht und die fortlaufend mit den Führern der Streitkräfte der Westmächte aufrechterhaltene Fühlung geschildert, um sie über die ständig wachsende Verschlechterung der Karnvf- lage der belgischen Armee und die Unmöglichkeit für die belgischen Truppen, den zwecklosen Kampf weiter zu führen, aufzuklären. Schon am 18. Mai habe Oie deutschen Verluste. Für denjenigen, der die Vernlchtungsschlacht int Westen an Hand der täglichen Meldungen, der ein- gehenden Berichte, der Rundfunkschilderungen und der Wochenschauen verfolgt hat, dürfte die Aufzäh. hing der deutschen Verluste mit 10252 Gefallenen, 8 463 Vermißten und 42 523 Verwundeten eine der stärksten Überraschungen gewesen sein. Dazu ist zunächst festzustellen, daß diese Tatsache verhältnismäßig so geringer Opfer in erster Linie zurückzuführen ist auf die unvergleichliche Ausbildung und die hohe Waffenüberlegenheit der deutschen Wehrmacht, vor allem hinsichtlich der Panzer und der Luftwaffe. Und was die ebenso erstaunlich geringe Zahl der Verwundeten aus dieser dreieinhalbwöchigen Riesenschlacht betrifft, so ist ja aus den genauen Untersuchungen und Feststellungen des Deutschen Roten Kreuzes bekannt, daß schon im Weltkriege rund 90 o H. aller Verwundeten vollständig geheilt mürben, dieses Ergebnis dürfte sich bei dem heutigen Stande der ärztlichen Betreuung des Frontkämp. fers eher noch verbessern. Die amtlichen deutschen Zahlen über unsere Verluste machen die alberne englische Behauptung, die Deutschen hätten 600 000 Tote zu einer ebenso armseligen und verzweifelten Lüge wie die Behauptung, die Westmäckte hätten viermal so viel deutsche Flugzeuge abgeschosien wie wir. Daß die deuffchen Verluste in dem dreieinhalb- wöchigen Ringen im Westen tatsächlich verblüffend gering sind, dafür ziehen wir aus der Fülle der Beispiele des Weltkrieges nur einige wenige Zahlenbelege an. So kostete etwa der Kampf um die Lorettohöhe im Weltkrieg Freund und Feind über 40 000 Mann. In der Frühjahrsschlacht von 1915 betrugen die deutschen Verluste insgesamt 73 060 Mann gegen 132 000 der Engländer und Franzosen. In der großen Herbstschlacht von 1915 verzeichneten die Deutschen insgesamt 51100 Opfer (gegen 105 000 der Westmächte). Bei der Aprilschlacht von 1917 in der Champagne und bei Arras verloren die Deutschen rund 100 000 Mann, die Gegner etwa 200 000. Aus alledem geht eindeutig hervor, daß die Verlustzahlen der großen Vernich- tungsschlacht von 1940 in Flandern auf deutscher Seite weit unter den Derlustzahlen der großen Schlachten des Weltkrieges geblieben sind, ja teil« weise sogar nur einen Bruchteil davon ausmachen. Aehnlickes gilt auch von dem Kampfmate- r i a l. Während Deutschland eine Gesamtbeute machte, die sick heute auch noch nicht annähernd zahlenmäßig avschätzen läßt, zeigte sich die deutsche Luftwaffe Den Engländern und Franzosen sowie ihren angeblich „unüberwindlichen" Maschinen in so hohem Grade überlegen, daß sie die acht- bis neunfache Abschußzahl der eigenen Verluste zu erzielen vermochte. Dabei ist besonders zu berücksichtigen, daß die feindlichen Luftwaffen seit dem Weltkrieg in Schulung waren, während die deutsche Luftwaffe kaum ein halbes Dutzend Jahre alt ist. Während ferner die Verluste der Gegner an Kriegs-, Transport- und Handelsschiffen in die Hunderte gehen, hat die deutsche Kriegsmarine vom 10. Mai vis zum 3. Juni überhaupt keine Schiffsverluste zu beklagen. Nach alledem aber beglückwünscht man sich in London offiziell zu dem großen „Erfolg" und schreibt in Paris Herr Laurent, die deuffche Offensive sei ein — Mißerfolg gewejen ... König Leopold nach dem Fall von Cambrai London über die Gefährlichkeit der Lage unterrichtet. Als dann am 27. Mai die Front an fünf Stellen von den deutschen Truppen durchbrochen worden fei, sei das belgische Oberkommando nicht in der Lage gewesen, mit General Gort oder mit General Blanchard die Verbindung aufrechtzuerhalten. Trotz der sich fortschreitend katastrophal verschlechternden Lage habe das Oberkommando der Westmächte es zum äußersten kommen lassen, um später König Leopold und sein tapferes Heer zum Sündenbock für die eigene Niederlage machen zu können. Oer Führer auf der Dimy-Höhe. ■ Auf einer Fahrt in das Operationsgebiet am 2. Juni weilte der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht auf der V i m y - H ö h e, wo das kanadische Weltkriegs-Totenmal (im Hintergrund) nach einer Meldung des britischen Lügenministers Duff-Cooper von den „deutschen Barbaren" zerstört worden sein soll. Die Aufnahme ist damit eines der schlagendsten Bilddokumente für die schamlose Verlogenheit der englischen Propa- ganba. — (Presse-Hoffmann-M.) Keine Atempause. B u d a p e st, 6. Juni. (Europapreß.) „Magyar- orszag" schreibt, Deutschland lasse den Westmächten keinen Augenblick Ruhe. Die deutschen Maßnahmen würden mit einer beklemmenden Präzision durchgeführt. Hier gebe tA dabei sein viele Hun- Arücken auf 15 bis 20 Millionen Gulden. Das Hand-Ver Blatt berechnet die Wiederherstellungsdauer auf 6 send, abjt bis 8 Monate. 'mit kniehi lohern Gras bedecktes Gelände. Heber unrichtenmänner in vorderster Linie mit konnten. Vor wenigen Tagen noch lagen wir In der Nähe von Dordrecht, bei der Riesenbrücke, die über die hier zum Meeresarm vereinten Müsse Waal und Maas führt, beginnt unsere Arbeit. Hier müssen wir als Nachrichtenmänner uns an das bereits begonnene Leitungsnetz anschließen und es nach vorne weiterführen. Mit unseren Fahrzeugen kommen wir jetzt bei der gewaltigen Massierung unserer Truppen nicht mehr durch. Wir müssen also die schweren Kabeltrommeln auf den Hand-Derlegewagen laden und ziehen schweißtrie- ' ' ' Jeite der Dormarschstraße, durch welliges. Durchstoß in Holland. Oer Einsatz unserer Nachrichtenmänner beim Vormarsch der deutschen Truppen An der Front, Mitte Mai 1940. Wieder einmal sind wichtige Entscheidungen gefallen. Ein Vormarsch von unerhörten Ausmaßen liegt hinter uns. Während ich diese Zeilen schreibe, im offenen Kraftwagen sitzend und von staunender Jugend umstanden, klingen noch in uns allen die gewaltigen Erlebnisse der letzten Tage nach. Und Freude erfüllt unsere Brust, daß auch wir NachAmsterdam, 5. Juni. (DNB.) Holländische Blätter berichten, daß die Pumparbeiten zur Trockenlegung der während der Kriegshandlungen । unter Wasser gesetzten Gebiete eine Woche rüher beendigt werden konnten als ur- rünglich angenommen wurde. Der holländischen andwirtschaft stehe dieser Boden jetzt wieder zur Verfügung. Die Direktion der Zuider-See-Werke kitt mit, daß die Trockenlegungsarbeiten am juider-See fortgesetzt werden sollen. Gerade jetzt sei neuer Boden für die Gewinnung landwirtschaftlicher Erzeugnisse von größtem Jnter- ksle. — „Stcmdaard" schätzt den Schaden bei den durch holländisches Militär gesprengten seren Häuptern brummen deutsche Mugzeuge, die vereinzelt von feindlichen Flaks beschossen werden, und stellenweise feindliches Artilleriefeuer läßt uns wohl auf der Hut fein. Bis kurz vor Rotterdam, wo der Straßenkampf noch tobt, treiben wir das Nachrichtennetz. Dann müssen zwei Züge von uns in Ruhestellung. Lediglich einigen Trupps unserer Kompanie bleibt es vorbehalten, gleichzeitig mit der vorgehenden Infanterie in das Hafenviertel einzudringen. Und während im Widerschein der Flammen unsere Kameraden mit ihrem Kompanieführer sich jungen Ruhm erwerben, starren wir in den rot gefärbten Nachthimmel und sind ein wenig neidisch, nicht auch ganz vorn zu sein. Alles was sich nach dem Kapitulieren von Rotterdam und Amsterdam und der Einstellung des Widerstandes in ganz Holland uns bot, war großartig, aufschlußreich und auch im Hinblick auf die Einstellung der Bevölkerung außerordentlich interessant. Gerade in Rotterdam erwarben wir uns schnell viele und aufrichtige Bekanntschaften. Auch hier — das gab man in Gesprächen mit uns offen zu — war man im Glauben an die feindliche Propaganda unwahrscheinlich ahnungslos, traute den „hungernden und abgemagerten" deutschen Truppen kaum einen Erfolg zu. Aber noch rechtzeitig kam die Erkenntnis, das Erwachen. Und immer wieder schüttelten die Holländer die Köpfe, wenn sie in die lachenden und gesunden Gesichter der deutschen Soldaten sahen. Nicht anders war es in Amsterdam, in Scheve- ningen, in Utrecht. In Amsterdam war unser Durchmarsch geradezu triumphal. Dichtgedrängt stand die Bevölkerung in den Straßen, Kinder und auch Erwachsene jubelten uns zu. Man warf uns Zigaretten, Schokolade und Blumen in die Fahrzeuge-, und mehrmals brachen geschloffene Gruppen in Sieg- Heil-Ruse aus. Inzwischen hat man eingesehen, daß auch Holland lediglich zum Ausbeutungsobjekt gewissenloser Plutokraten werden sollte. Diese Ansicht ist auch bei der zurückhaltenderen Landbevölkerung vorherrschend geworden. Und viele holländische Soldaten, die nach der Uebergabe sich frei im Lande bewegen, bestätigten mir, daß sie keine Feindschaft mit Deutschland haben wollen. Sie haben tapfer gekämpft, aber auch erkannt, daß der Gegner zu mächtig und die Ursache des Krieges auch in Holland der Engländer war. Vieles noch könnte man schreiben über solche und mancherlei andere Eindrücke. Ich will aber diese Zeilen beschließen mit der Feststellung, daß unsere Truppen sowohl im kämpferischen Einsatz wie auch im soldatischen Auftreten sich die Achtung der Holländer erworben haben. Und wo werden wir morgen sein? Wer weiß es? Wir wollen uns erneut bewähren und einsetzen. Deutschland marschiert, wir werden weiter siegen! Gefr. Otto Schober. Ausruf zum Sammeltag der deutschen Jugend. Berlin, 5.Juni. (DNB.) Der bevollmächtigte Vertreter des Reichsjugendführers, Obergebietsftch- rer Axmann, erläßt zum Sammeltag der deutschen Jugend am kommenden Samstag und Sonntag den nachstehenden Aufruf: „Es gibt wohl kaum einen besseren Beweis für die innere Stärke und Widerstandsfähigkeit Deutschlands als die Tatsache, daß der uns aufgezwungene Krieg keinerlei hemmenden und schädigenden Einfluß auf die Bereiche unseres Lebens und unserer Entwicklung ausgeübt hat und ausüben können wird, in denen die Wurzeln unserer Kraft und ihrer steten Erneuerung ruhen. Das tritt besonders deutlich auf dem weitverzweigten Gebiet der Jugendarbeit in Erkans Irrtümer, Fehler und Rückschläge. An der Destfront geschehe einfach das, was Hitler wolle, unb die Gegner könnten nicht das geringste daran iinbern. Am Dienstag sei die größte Vernichtungs- schlacht der Geschichte abgeschlossen worden, und einen Tag später habe eine noch größere begonnen; nur mit dem Unterschied, daß die deutsche Ueberlegenheit in dieser Schlacht wesentlich größer sein werde als in der vorigen. Eine ungeheure Zahl ausgeruhter und erstaunlich ausgerüsteter Soldaten sei nach dem Herzen Frank- mchs aufgebrochen, das keine Befestigungen, und keine Verbündeten mehr verteidigten, sondern nur eine geschwächte, unerfahrene Reservearmee. Heue Sicherheitsmaßnahmen in England. Stockholm, 5. Juni. (Europapreß.) Neue tiefgreifende Ausnahmeverordnungen wurden vom englischen Innenminister veröffentlicht. Danach ist es in Zukunft Ausländem in England Ptrboten, gewisse Teile der Grafschaften Norfolk, gussex, Essex, Kent, Suffolk, Bedfordshire und Äuckinghamshire zu betreten. In einer weiteren Verordnung ist es sowohl Engländern als Ausländern verboten, folgende Ausnahmezonen zu betreten: ganz Schottland, Teile der Grafschaften Wrthumberland, Durham, Dorset, Cornwall, Gla- morgan, Glowcestershire, Sommerset, Lancashire, Cheshire, Pembroke. Ausländer bekommen weder ein Visum noch eine vorübergehende Genehmigung, um in diese Gebiete einzureisen. Engländern ist verboten, photographische Aufnahmen zu machen. — Die Verhaftungen schreiten in England fort. Unter den Verhafteten befindet sich eine Anzahl faschistischer Kandidaten für die Parla- rnentswahlen. Allein in Manchester wurden fast 40 Faschisten festgesetzt. Ferner wurden Verhaftungen vorgenommen in Canterbury, auf der Insel Wight, in Lowestoft, Hüll, Sheffield, Worthing, Liverpool, Blackpool und Worcester. Derdunkelungsanweisungen in Italien. Rom, 6.Juni. (Europapreß.) Die Presse Der» össentlicht ausführliche Anweisungen über die Der - dunkelung des Landes zum Schutze g e - aen Fliegerangriffe. Alle nicht unentbehr- lihen oder nicht abgefchirmten Beleuchtungskörper missen gelöscht werden. Ganz besonders gilt dies für die Lichter in Privatwohnungen, Ladengeschäften usw., aus denen kein Lichtstrahl auf die Straße ober die Höfe hinausdringen darf. Auch die Beleuchtungskörper vor Tankstellen, an elektrischen Uhren u|n>., ferner die Lichtreklamen sind zu löschen. Särnt- l'che Fahrzeuge müssen ihre Lichter abblenden. Neiße Lichter sind ganz verboten. Verstöße werden mit Haft bis zu drei Monaten und Geldstrafen bis zu 2000 Lire geahndet. Die Trockenlegung der holländischen LleberschwemmungSgebiete. bette von Kilometer entfernt von unserem heutigen Unterkunftsort, verrichteten in der Kaserne den üblichen Dienst und warteten auf den Einsatz. In den letzten Wochen hatten wir fleißig geübt und feldmäßig gebaut, kilometerweit unsere Leitungen gelegt und Tag für Tag FF=ÄabeI gesäubert, aus- getrommelt, Geräte instandgesetzt. Noch am Freitag vergangener Woche waren wir ahnungslos, — bis einer in die Halle stürmte — pur trommelten gerade wieder Kabel um — und vom Einmarsch deutscher Truppen in Holland und Belgien berichtete. Als uns dann durch den Aether die Nachricht zur Gewißheit wurde, da fragten wir uns bang: „Sollen wir nach Norwegen nun auch hier nicht dabei fein?" Inzwischen aber tat sich auch bei uns etwas. Und plötzlich — mitten in der Nacht — kam d c r Befehl zum Abmarsch. Wir waren dabei! Ruhig wie am Tage vollzogen sich in Blitzesschnelle die Vorbereitungen zur Abfahrt. Dann heulten die Motore auf, mit abgeblendeten Lichtem durchfuhren wir die Nacht. Noch kannten wir nicht das Ziel. Das übliche Rätselraten setzte ein, während Kilometer um Kilometer im rasanten Lauf von unseren Fahrzeugen geschluckt wurde. Unsere Kraftfahrer leisteten Erstaunliches, noch mehr aber die Wertarbeit deutscher Hände, der Motor, der uns jetzt nicht im Stich lassen durfte. Weit, sehr weit führte der Weg. Als wir dann durch das Ruhrgebiet kamen, da wußten wir, wo unser der Einsatz harrte. Geradewegs nach Holland ging es hinein. Schon kurz hinter der Grenze donnern aus weiter Ferne die Geschütze. Unaufhaltsam aber geht unsere Fahrt weiter. Beiderseits der Straßen sehen wir verlassene Bunker, zerstörte Gräben, Stacheldrahtverhaue. Deutsche Truppen, die vor uns eingezogen waren, hatten hier bereits gründliche Arbeit geleistet, erstaunlich regsam waren die Pioniere, wo vom Feind Brücken gesprengt waren, schafften sie im Handumdrehen neue Uebergänge. Irgendwo war die Vormarschttraße von den Holländern nachhaltig zerstört worden. Die Pioniere — gelobt fei ihre Arbeit! — nutzten ganz einfach einen Schienen- ftrang aus, legten Bohlen und schleusten den Riesenverkehr reibungslos durch das Durcheinander d'er Zerstörung hinüber auf die Betondecke. Je mehr wir in das flache, sauber und gepflegt aussehende Land hineinstoßen, desto sichtbarer wird es uns, daß das holländische Befestigungswerk sich ausschließlich gegen Deutschland richtete. Davon zeugen besonders die Anlagen, die unverkennbar jüngeren Datums sind, Wälle, Wassergräben, MG.-Unterstände, die, fast völlig vor der Vollendung stehend, durch den Einsatz unserer Truppen dem Gebrauch entzogen wurden. f W //' An der Front im Westen wurden in diesen Tagen die ersten Jnfanterie-Sturmabzeichen verliehen. Hier erhält ein Gefreiter diese Auszeichnung, welche an Infanteristen verliehen wird, die dreimal beim Sturmangriff in die feindlichen Linien eingebrochen find oder sich dreimal im Nahkampf bewährt haben. (PK.-Pincornelly'Scherl-M.) scheinuna. Keine einzige Maßnahme, kein Schritt voran ist ins Stocken gekommen. Lediglich die Schwerpunkte der Arbeit wurden verlagert und nach den Erfordernissen des Krieges ausgerichtet. Nicht allein bei der Berguno der Ernte, auf allen Gebieten des Hilfsdienstes wurden unsere Jungen und Mädel eingesetzt. Wie in den Jahren vorher traten sie vor Weihnachten als Sammler für das Kriegs-WHW. an. Wie in jedem Jahre werden sie auch am 8. und 9. Juni 1940 am Sammeltag der deutschen Jugend im ganzen Deutschen Reich wieder antreten und ihre Abzeichen darbieten. Als Abzeichen hat die Jugend Runen gewählt, uralte Sinnbilder unvergänglichen Lebenswillens und ewiger Erneuerung. Wenn jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau am Sammeltag der Jugend ein solches Abzeichen trägt, dann ist der Sinn des Tages erfütit, der deutschen Jugend zu zeigen, daß sie leben big ist im Herzen des ganzen Volkes." Kleine politische Nachrichten. Der französische General Mittelhauser ist in Beirut eingetroffen und hat den Oberbefehl der Orientarmee der beiden Westmächte als Nachfolger Weygands übernommen. Die Regierung von Kanada teilte mit, daß kanadische Truppen nach den w e st i n d i s ch e n englischen Besitzungen entsandt worden seien, um die dort stehenden englischen Truppen abzulösen. Die englischen Kontingente sollten zur Heimatverteidiaung nach England zurückkehren. Ein ähnlicher Austausch sei auch bei der Marine vorgenommen worden. An der Londoner Börse war, so berichten die italienischen Blätter, eine f a st vollständige Geschäftslosigkeit zu verzeichnen. Diese Lusllosigkeit wurde durch Befürchtungen vor einer neuen deutschen Offensive und der Haltung Italiens hervorgerufen. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und BUder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gieben, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenlelter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Am 3. d. M wurde durch einen unvorhergesehenen Tod Neuer »Berliner 2705 D St ädt. Schlachthof. Gießen. UlIEDDC DRUCKSACHEN «tKDC Brühl, fliegen -1 W f. Auf einem französischen Feldflughafen, der von unseren Fliegern bombardiert und später vom unseren Truppen besetzt wurde: Kein einziges Flugzeug blieb hier unbeschädigt, die meisten wurden am Boden zerstört. — (PK.-Smolarczyk-Scherl-M.) Nach der Einnahme von Calais. Um die französische Hafenfestung Calais wurde erbittert gerungen, bis es den deutschen Truppen gelang, jeden feindlichen Widerstand zu brechen und die Stadt zu erobern. Unsere Aufnahme wurde während der Durchsuchung feindlicher Widerstandsnester in Calais gemacht. Mit erhobenen Armen kommt hier ein Trupp Engländer unseren Soldaten entgegen. — (PK.-Horter-Scherl-M.) k- #1 Das Arbeitseinkommen von Krieaerfrauen. Aenderung des Anrechnungsverfahrens. Der Reichsinnen- und der Reichsfinanzminister haben durch einen Runderlaß oom 23. Mai 1940 das Anrechnungsoerfahren für das Einkommen aus Arbeitsverdienst bei Kriegerfrauen, die Familienunterhalt bekommen, neu geregelt. Das bisherige Verfahren war sehr kompliziert und führte vielfach zu Härten. Die wichtigste Neuregelung liegt darin, daß es in Zukunft nicht mehr zweifelhaft sein kann, ob die Werbungskosten abgesetzt werden müssen oder nicht. Nach dem neuen Erlaß müssen nämlich von dem Nettoarbeitsentgelt der Frau zwei Drittel außer Ansatz bleiben. In diesen zwei Dritteln sind die Werbungskosten mitenthalten. Damit ist eine ganz klare Berechnungsgrundlage für die Anrechnung d"<-s Arbeitseinkommens geschaffen. Der Reichsfinanzminister ist hierbei von den höchstmöglichen Werbungskosten ausgegangen, hat aber für Mütter mit Kindern, die während der Arbeitszeit in eine Kinderkrippe gegeben werden, noch eine weitere Vergünstigung geschaffen, indem nämlich die Hälfte der Unterhaltssätze, die der Kinderkrippe für Verpflegung und Unterhalt zu zahlen sind, auch noch außer Ansatz bleiben können. Die obengenannten zwei Drittel des Arbeitseinkommens, die schon sowieso außer Ansatz bleiben, erhöhen sich also noch um die Hälfte der Unterhaltssätze Aus der Stadt Gießen. Der (Sommer blüht. Der Juni bringt Fülle! Die Mannigfaltigkeit der Farben und der Formenreichtum wirken uberwäl- tiaend. Der Sommer schmeichelt sich ins Herz mit seinen Pflanzen, seinen Tieren, macht es weit Und aufnahmebereit: „Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldenen Ueberfluß der Welt!" Blumenprangend breitet sich im Sonnenglast die Wiese. Fast regungslos steht Gras bei Gras, zierlich und fein und doch von erstaunlicher Biegungs- und Tragfestigkeit. Durch die Röhrenform der Stengel ist mit geringem Materialverbrauch die höchste Festigkeit erzielt: ein Röhrenhalm ist viel schwerer zu biegen oder gar zu brechen, als ein in sich gefüllter Stiel oder Stab. Bei Beobachtung der Wiesenbesucher, unter denen die nektarholenden Insekten überwiegen, kann man überraschende Erkenntnisse sammeln. Fast jeder Tagfalter hat seine Lustfarbe. Grün und Blaugrün werden wenig beachtet. Lockende Farben, vor allem Rot, sind hingegen stark begehrt. Unsere beiden Füchse, der große und der kleine, ferner das allbekannte Pfauenauge gehen vorwiegend Blau und Gelb an; Zitronenfalter, Weißlinge, Schwalbenschwanz streben dem Blau und Purpurrot 311. Bienen erweisen sich als rotblind, bestimmte Farbstufen des Rot scheiden für sie ohne weiteres aus. Die een Blutströpfchen oder Zigeunerchen, die die oft massenhaft bevölkern, verharren bei wolkigem Himmel regungslos auf Blüten, oft mehrere gesellig vereint. Bei Sonnenschein geistern sie in leicht schwerfälligem Fluge umher. Die roten Tropfen auf ihren bläulich-dunkeln Flügeln leuchten weithin. Ueberraschend ist der Zeitsinn mancher sich öffnender Blüten, man kann fast die Uhr danach stellen. Das gemeine Habichtskraut hält sein Wirtshaus von 8 bis 9 und 13 bis 14 zum Empfang von Gästen bereit, der echte Löwenzahn hingegen von 6 bis 7 und 14 bis 15, der Ehrenpreis hat Sprechstunde von 9 bis 10 und 17 bis 18, der scharfe Hahnenfuß von 6 bis 8 und 17 bis 18 Uhr: es gibt also regelrechte Frühaufsteher und ebenso auch Langschläfer unter den Kräutern. Wer Muße hat, kann die Blumen daraufhin beobachten. Es eignen -sich aber nur sonnige, nicht regnerische Tage dazu, denn bei feuchtem Wetter schließt die Mehrzahl der Pflanzen ihre Hüllen, um ein Naßwerden des Pollens und der Narbe zu verhüten. Kostbares Gut ist zu schützen, die Nachkommenschaft hängt davon ab. Nicht alle Wiesenpflanzen holen sich ihres Leibes Notdurft aus dem Erdboden. Es gibt auch Räuber, die bei den Nachbarn stiebitzen. Wer möchte es dem zierlichen Augentrost mit seinen blassen, dunkelgestreiften Blütchen ansehen, daß er ein Dieb ist, ein richtiggehender Dieb, wenn auch ein herziger. Mit seinen Würzelchen umklammert er die Saugorgane der ihm benachbarten Wiesengräser und nimmt, was er braucht. Freilich ist er immerhin noch bescheiden und giert nur nach dem Rohsaft; zudem kann er, dank seiner grünen Blätter, selbständig sich Kohlenstoff erarbeiten. Nicht minder eifrig ist als „Halbschmarotzer" der Klappertopf auf trockner Wiese oft massenhaft vertreten und auffällig durch seine gelben rachenförmigen Blumenkronen. Wo die Wiese in ein Moor übergeht, stoßen wir aus den Sonnentau. Die aufrechtstehenden Drüsenhaare der runden Blättchen scheiden einen klebrigen Saft aus und fangen damit unvorsichtige Insekten, die 'mit ihrem Eiweiß der Fangpflanze zum Stick- stofflieferanten werden. Viele Mücken, fürwitzige Ameisen und ab und an sogar ein Kohlweißling geraten in die Blattfalle, in der sie rettungslos kleben bleiben und vergehen. Still ruht der See. An seinem sandigen Gestade möchte man liegen und träumen. In der Tiefe des Wassers tummeln sich Fische in Menge. Die Brut hält sich näher zum Rande. Schlei und Karpfen, Zander und Plötze beenden ihre Laichzeit. Stunde um Stunde blüht neues Leben auf, anderes erlischt. Die Ruhe, die die Natur atmet, wenn das Schilf steht und steil emporragt aus dem unbeweglich blanken Spiegel, läßt einen fast vergessen, daß draußen Kampf tobt, schwerster Kampf um die Heimat. • Dr. E. S. Tageskalender für Donnerstag. NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude": 15 Uhr kostenlose Führung durch den Botanischen Garten. — Volkstümliche Vorträge der Landes-Universität: 20.15 Uhr im Landwirtschaftlichen Institut, Professor Dr. S e s s 0 u s über „Pflanzenkrankheiten und Pflanzenart"; 20.15 Uhr im Physikalischen Hörsaal, Gegen Zahnsieinansatz storkwirksam, zahnfleischkräftigend, mikrofein, mild aromatisch, - und preiswert! ZXB die große Tube die kleine Tube 25p< Stephanstraße 34, Professor Dr. Vogelsang über „Deutscher Soldatenglaube in den letzten drei Jahrhunderten". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Robinson". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Es war eine rauschende Ballnacht". Notizen für den 7. Juni. Sonnenaufgang 5.05 Uhr, Sonnenuntergang 21.43 Uhr. — Mondaufgang 6.44 Uhr, Monduntergang 22:30 Uhr. Mond in Nordwende. Ortsgruppe Gießen-Ost. Am morgigen Freitag, 7. Juni, veranstaltet die Ortsgruppe Gießen-Ost der NSDAP, eine Kundgebung in der Neuen Aula der Universität. Im Mittelpunkt der Kundgebung steht eine Ansprache von Professor Dr. K ö t t e r i tz aus Freiburg i. B. über das Thema „Mit unseren Fahnen ist der Sieg". Goldenes DoktoriubUäum. Der Frauenarzt und frühere außerordentliche Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Gießen Dr. Heinrich Walther konnte am Dienstag sein goldenes Doktorjubiläum begehen. Seine Magnifizenz der Rektor, Professor Dr. Kranz, und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Rieh m, überbrachten dem Jubilar das anläßlich dieses Jubiläums erneuerte Doktordiplom und übermittelten chm die herzlichen Glückwünsche der Universität und der Fakultät. Professor Dr. Walther hat sich durch sein Wirken im Dienste der Universität und der von ihm begründeten Hebammen - Lehranstalt, sowie als praktischer Arzt große Verdienste erworben. Er erfreut sich in weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land der höchsten Wertschätzung. Wiederum ausgezeichnetes Ergebnis der Note-Kreuz-Samm•— RM. Für Liebhaben .....—,— RM. Zusammen —,— RM. Als er das las, saß er auf einmal da wie eine ausgeblafene Kerze. Aller Jungenübermut, alle Wunschfreude waren auf einmal dahin. Ein nagendes Gefühl kroch in sein Herz. Schmerz und Verwirrung lagen in feinen Zügen. Und nun zog er sein Taschentuch heraus, knüpfte die zehn RM., die er darin eingebunden trug, mit bebenden Fingern heraus und gab sie der Mutter zurück. Hochrot und mit leuchtenden Augen stand er da, dann rannte er wie gejagt in feine Kammer. Dort legte er die Rechnung der Mutter dorthin, wo feine kleinen Jungengeheimnisse, Sehenswürdigkeiten und Erinnerungsstücke liegen. Und dort liegt die Rechnung noch heute. gerne geeignete Arbeitsplätze nennen. GehilsenpMung mit Blumen und frischem Grün (Nachdruck verboten!) 9. Fortsetzung. 'rieg aus. Ihr Mann rückte ' i. Sie selbst begnügte sich ihrem Haushalt, sondern Aüh Öfl5 Oi Pie ge| lerlo laben i ponn Die henh ien uni Die mffltnn feneti ferner siitlk lasen G pfjlreid lstküs lefamf zeuge ibgesch« Ye 5l Der ddjfmil lorb« sl nid) rüge n jambui letlanbi Los tot Sto vgernd feutsche dndon en, da iteilun iants k-ise z fer ui feutsche Ingriffi leidet i Irmee »bei | mgema iiellum in jut hrn Li Der i Kellum änbnis Htäni 'P*ld) 9®ere !15jP * „Ti O- •ÜS Sonn' Seilaf Diebe' j^irt10 K ffiitö Kg- «i Keine Spnr von Hault Roman von Lharlotte Kaufmann. Wensin »e erst ?, feim Flucht ^l°cht Ijrat ich d Jifur freibh Oi Der Brecht ^nee , yifar: P'Np I* |te' ■Jiii g IJeibt S- um «Ben. Snnej ö 7 Ich !^ren W ^«n Man denke hier nur an das massenhafte Vertilgen von Raupen, Kerbtieren, Engerlingen, Larven und Getreidedrahtwürmern durch das Wildgeflügel. Auch die kleinen Feldgehölze bedürfen möglichst der Erhaltung, denn von dort aus jagen Mäusebussarde und Eulen auf Feldmäuse. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 6. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, deutsche Eier 12%, ausländische Eier 9% Kartoffeln, 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM.. Wirsing, kg 25 Rpf., gelbe Rüben, das Bund 40, Spinat, % kg 12, Römischkohl 20, Spargel 54 bis 66, Zwiebeln 17, Meerrettich 70, Aepfel 50, Kirschen 60, Stachelbeeren (unreife) 40, Salat, das Stück 10 bis 15, Salatgurken 60 bis 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. * * * Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Dem in unserer Stadt beheimateten Leutnant Gottfried R i t t m a n n , bei einem Infanterie-Regiment im Westen, wurde dieser Tage das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Kreis Alsfeld. * Nieder-Ohmen, 6. Juni. Am morgigen Freitag, 7. Juni, kann unsere Mitbürgerin Witwe Elisabeth V o l p e r t (bei Bürovorsteher Theiß wohnhaft) in geistiger und körperlicher Frische ihren 7 0. Geburtstag feiern. Die Jubilarin gehört seit 40 Jahren zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die alte Dame herzlich zum Geburtstag. Wieder Kettenbriefe im Umlauf. Lpd. Mainz, 5. Juni. Nach Feststellungen der Polizei sind wieder sogenannte Kettenbriese im Umlauf. Da es sich bei dem Versenden dieser Briefe umstrafbarenUnfug handelt, werden alle Personen, die ein solches Schreiben erhalten, ersucht, sofort der Kriminalpolizei Mitteilung zu machen, damit der Täter ermittelt und seiner Bestrafung zugeführt werden kann.____________________ $ »tz k Ä Ss S5 Unter den geschickten Fingern der jugendlichen Blumenbinderinnen, die gestern — wie von uns 1 bereits kurz berichtet — im Saale des Hotels Hindenburg ihre Gehilfenprüfung ablegten, entstand im Verlaufe der praktischen Prüfung eine Fülle schönster Arbeiten für die mannigfachen Zwecke der Familienfestlichkeit. Die Teilnehmerinnen an dieser Prüfung hatten sich in großen Körben das Material — hier also viele Blumen und das frische Grün — aus ihren Lehrbetrieben mitgobracht und zeigten nun vor der Prüfungskommission ihr Können. Die praktische Arbeit füllte den ganzen Nachmittag aus. Aus d?m Saal war mit Beginn der Arbeit sofort eine von vielen Wohlgerüchen erfüllte Werkstatt geworden. Die Ausgaben für diese praktische Prüfung waren vielseittg. Von den jugendlichen Blumenbinderinnen wurde verlangt, daß sie einen schönen Sttauß Schnittblumen arrangierten, eine größere Schale schön mit Blumen und frischem Grün aussteckten, > ebenfalls den Weg zu dieser mütterlichen Freundin zu finden. Alle Beratung, und vor allem auch die Hilfeleistung, erfolgt mit warmherziger Tatbereit, chaft und unter völliger Diskretton, so daß sich niemand von den Rat- und Hilfesuchenden irgenbmie seelisch beschwert fühlt. Nicht selten erstreckt sich diese soziale Betreuungsarbeit auch auf die Familie des betreffenden Gefolgschaftsmitglieds. Kurz, um: die Sozialarbeit gilt hier als eine der vornehmsten Menschen- und Kameraden-Pflichten und macht das Schaffen noch besonders froh. So sieht es in diesem kriegswirtschaftlich wichtigen Betrieb aus. Diele Frauen und Mädchen arbeiten hier an der deutschen Rüstung mit als innerlich befriedigte Menschen. Und in vielen anderen deutschen Betrieben wird es ebenso oder ähnlich beschaffen sein. Ueberall können unsere Frauen und Madels wacker mithelfen, das deutsche Schwert zur Vernichtung unserer Feinde' täglich neu zu schärfen. Dazu mögen fich noch viele Frauen und Mädchen in Stadt und Land bereitfinden. Das Arbeitsamt wird ihnen " B. Während unsere Soldaten an der Front den Schutz der deutschen Heimat von Tag zu Tag immer tärker machen, steht daheim das ganze deutsche Volk mit heißem Herzen und in dankerfüllter Arbeit hinter den Waffenträgern der Nation. Ueberall läuft die Arbeit zur Stärkung unserer Kampffiont auf höchsten Touren. Dabei sind unsere Frauen und Mädchen in zahlreichen Bettieben mit an hervorragender Stelle tätig. Viele Frauen und Mädchen haben sich sofort bei Kriegsausbruch freiwillig zur Arbeit für unsere Kriegswirtschaft gemeldet, andere haben im Laufe der letzten Monate den Wea zu diesen Werkstätten und Arbeitssälen gefunden. Aber immer noch gibt es viele Frauen und Mädchen, die ohne weiteres zu Haufe oder in einem anderen Beruf abkömmlich wären und deren Arbeitskraft zur Stärkung unserer Wehr in einem Betriebe um erer großen deutschen Waffenschmiede nützlicher zur Geltung kommen könnte. Der Appell in unserem Artikel „Keine Angst vor dem Betrieb" — im Gießener Anzeiger Nr. 130 vom Dienstag, 4. Juni — möge von all diesen Frauen und Mädchen be- beherzigt und befolgt werden. Es ist — wie übrigens auch früher schon — ein Ehrentitel, in einem Betrieb tätig zu sein, noch dazu, wenn diese Arbeit dazu bestimmt ist, die Waffen unserer Soldaten täglich aufs neue zu stärken und damit wirkungsvoll zum vollen deutschen Sieg beizuttagen! Felde steht, war fr tätig. Da brach der „ sofort zu den Fahnen ein. Sie selbst begnügte sich jetzt nicht mehr nur mit ihrem Haushalt, sondern sie meldete sich sofort freiwillig zu der Kriegshilfs- arbeit in diesem Betrieb, in dem sie bis zum Kriegsende wacker mithelfen will, um hier für unsere Soldaten und damit für das Vaterland zu arbeiten. Voller Stolz und mit frohem Gesicht erzählte diese junge Frau von ihrem Schaffen. Abends versieht sie ihren Haushalt und kocht sich die Mahlzeiten für den nächsten Tag, die sie bann an die Stätte ihrer Arbeit mitbringt. Andere Frauen, deren Männer ebenfalls im Felde find, haben genau so gehandelt und richten ihren Tag ebenso ein. Ihre Kinder werden daheim bei den Großeltern oder bei Verwandten gut betreut, sobaß also auch nach bieser Richtung hin volle Zufriebenheit besteht. Eine Frau, bie verwitwet ist, schafft schon seit 13 Jahren in biefem Betrieb, unb sie fühlt sich babei glücklich unb froh; sie sagte uns, Daß bie Arbeit jetzt im Kriege für unsere Solbaten ihr be- sonbere Freube mache. Solche unb ähnliche Aeußerungen hörten wir auf unsere vielfachen Fra- gen überall, unb stets hatten wir babei ben Eindruck, daß diese Antworten aus aufrichtigem Herzen kamen. In diesem Betrieb wird alles getan, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbettern das Schaffen so angenehm wie möglich zu machen. Schöne, luftige Arbeitssäle, helle Speiseräume mit allen Vorrichtungen zum Warmhalten des Mittagessens, eine gute Kaffeeküche, Blumen- und freundlicher Wandschmuck in den Gemeinschaftsräumen, vorbildliche Wasch- und Duschräume, schöne gärtnerische Anlagen usw., das alles find Annehmlichkeiten, die der Forderung „Schönheit der Arbett" durchaus gerecht wer» den. Hinzu kommt eine vorbildliche soziale Betreuung aller Gesolgschaftsangehörigen, insbesondere der zur Kriegsarbeit gekommenen Frauen unb Mäbchen, durch bie Bettiebsfrauenwalterin als Beauftragte des Betriebsführers. Alle Gefolafchaftsmitglieder, auch viele Männer, kommen mit ihren Soraen und Anliegen gerne zu dieser sozialen Helferin: die verheirateten Frauen, deren Manner draußen sind, bringen ihre Anliegen vor, unb die jungen Mädchen wissen mit ihren kleinen und großen Sorgen „Alles für unsere Soldaten." Frauen helfen freudig mit in der Waffenschmiede der Heimat Wir nahmen am gestrigen Mi ttwochn ach mittag durch Vermittlung des Leiters des Arbeitsamts Gießen, Regierungsrat Dr. Nonnenmann, Gelegenheit, einen kriegswirtschaftlich wichtigen Betrieb in unserer oberhessischen Heimat zu besuchen und ihn besonders im Hinblick auf die Mitarbeit der Frauen und Mädchen zu betrachten. Unsere Fest- tellungen bei dem Rundgang durch die Arbeitssale mar en sehr erfreulich. Ueberall begegneten wir bei ben Frauen unb Mäbchen einer durchaus verständnisvollen, zweckbewußten und freudigen Einstellung zu ihrer Kriegshilfsarbeit. Diese Frauen und Mädchen sind — und können es auch mit Recht! — tolz daraus, durch ihr Schaffen dem Vaterlande zu )ienen und unseren Soldaten vor bem Feinde bie Mittel an bie Hand zu geben, mit denen sie ben deutschen Sieg erringen können. Wir unterhielten uns mit zahlreichen Arbeiterinnen unb hörten babei immer wieder, wie innerlich froh sie sich bei ihrer Tätigkeit fühlen und wie sehr nach jeder Richtung hin auch für sie selbst gesorgt ist, so daß sie nur volle Zufriedenheit empfinden. ganzen Volkes geworden, sie haben neue kriegswichtige Aufgaben übernommen. Der nicht beanspruchte Teil der Jugendherbergen steht auch in diesem Sommer der Jugend zur Verfügung, für Sommer- und Erntelager, für Fahrten und Schulungsveranstaltungen, für ben Dienst an der Jugend, der im Kriege nicht minder wichtig ist. Die Einsatzbereitschaft Dieses einzigartigen deutschen Jugendwerkes durch den Krieg zu erhalten und für seine großen Aufgaben nach Dem Siege zu sichern, ist der Zweck der Sammlung, zu der die Hitler-Jugend am kommenden Samstag und Sonntag im ganzen Reiche mit ihren Sammelbüchsen antritt. Sechs hübsche Glasabzeichen mit Runen- bildern werden zum Erfolg des Reichswerbe- und Opfertages auch hn Kriegsiahr 1940 beitragen. Rund 24ft- Millionen Abzeichen wurden hergestellt, davon 22 Millionen aus Glas im Gablonzer Bereich und 21/2 Millionen aus Troletul (Spritzguß) in Westfalen (Lüdenscheid). Die Herstellung der Glasabzeichen erfolgt durch die Gablonzer Heimindustrie uni) beschäftigte für 2 Monate über 7000 Menschen in rund 300 Heimbettieben, die sich über 18 Bezirke verteilen. Für die Herstellung der Abzeichen wurden 180 000 Kilogramm Glas, 260 Tonnen Druckerkohle, 800 Kilogramm Zellwolle = 4400 Kilometer Faden benötigt. Zum Versand wurden benötigt: über 250 000 Papierbeutel, 50 000 Pappkartons, 1500 Kisten, die gefüllt je 120 Kilogramm wiegen, und 28 Güterwagen. Jeder wird diese Abzeichen am nächsten Samstag und Sonntag tragen und damit nicht nur ein Werk der Jugend, der Zukunft unseres Volkes, unterstützen, sondern auch auf diese Weise einen Beitrag zur Stärkung der inneren Front leisten. warte auf den Dampfer aus der Stadt." Seine Stimme klang unfteundlich. „Ach so." Wing bot ihm eine Zigarre an. „Wen wollen Sie denn abholen?" Huith wurde verlegen ob dieser geraden Frage und ärgerte sich. Er überlegte rasch, ob er irgend etwas lügen sollte. Aber bann würden sie ihn ja doch sicher mit Sibylle sehen. Diese Leute hier in den Fischerdörfern hatten immer offene Augen und wußten stets mächtig gut über alles Bescheid. „Ach", machte er deshalb gleichgültig, „ich warte auf Frau Hauck. Von Stein. Sie war in Hamburg. Sie ... sie hat mir was besorgt." „So, so. Natürlich." Die Männer waren zufrieden. „Die kleine Frau Hauck. Was soll aus der nun eigentlich weiter werden?" Hinrichs kam an ben Tisch, und nun unterhielten sie sich über Sibylle. Aber es kam nicht viel babei heraus. Die Meinungen waren, wie immer, höchst primitiv. „Er wirb schon eine andere gehabt haben. Das kommt öfter vor, daß ein Mann seine Frau sitzen läßt." Karsten Huith bekam ein verbissenes Gesicht. Idioten, dachte er wütend. Er zahlte und ging. Er schlenderte wieder hinaus auf die einsame unb stille Mole zu den dümpelnden Fahrzeugen der Fischer von Teek. Er hörte auf das Scheuern der Fenster am Kai. Seltsame Musik schien ihm bas zu fein. Herb, bitter und eintönig. Pünktlich um halb zwei Uhr legte der Dampfer an. Die Schraube quirlte das nächtliche Wasser aus der Tiefe herauf. Die Positionslaternen sahen wie kalte Augen in die Nacht. Eines grün, bas andere rot. Karsten Huith stand im Schatten des Molendammes und sah dem Matrosen zu, der die Reling aufklappte und den Laufsteg heranschob. Zwei Handwerker aus Teek verliehen das Schift. Dann wurde die Laufplanke wieder eingezogen, die Reling klappte zu. Ein leiser Pfiff, ein Befehl auf der Brücke. Die Schraube machte rasende Schläge. Karsten Huith stand ganz still, während das Schiff wieder aus dem kleinen, träumenden Hafen hinausglitt. Die Fahne am Heck flatterte in der Ferne, und bie Lampe am Molenkopf starrte hinterher. Sibylle Hauck war nicht gekommen. Morgen schon konnte es wieder regnen. Es war dunstig, und von der See her kam der stetige Wind, der zu der Landschaft hier gehörte wie der weit- gezogene Himmel und das unaufhörliche' Rauschen des Meeres. Karsten Huith liebte bas Meer nicht. Er hatte Sehnsucht nach der Heide. Sicher, der Himmel dort war nicht höher als hier und das Land wohl ebenso flach und weit. Aber der Wind, der über bie Heide strich, war weicher unb wärmer, nicht so herb unb kalt. Und Karsten Huith dachte plötzlich an silbrige Birken unb rotbraunes Heibekraut, bas in ben Abenb brennt, an furchige unb einsame Straßen. Karsten Huith zog die Uhr. Zwölf. Nun würden sie wohl schon die Stadt erreicht haben. Er sah das Auto förmlich vor sich, wie es die Hamburger Chaussee hereinfuhr, am Bahnhof vorbei ... die Horn entlang ... durch die Hauptstraße und hinunter zum Hafen. Nun würde es noch eine gute Stunde dauern, bis Sibylle hier war. Er drehte sich um und ging die Mole zurück. Er hatte Lust bekommen, irgend etwas Wärmendes zu trinken, einen Grog oder einen kleinen Kirsch. Er ließ die Anlagen der Kurverwaltung hinter sich und kam ins Dorf, das mit strohgedeckten Katen und buntem Fachwerk versteckt hinter ben Häusern der Badeverwaltung schlief. Bei Hinrichs drunten im Keller hatten sie noch Licht. Karsten Huith stolperte die schmale Treppe hinunter. Hinrichs' Kneipe war klein und friedlich. Man machte bem Lehrer von Sörup Platz an der Theke. „Einen Grog", verlangte er. In der Wärme des niedrigen Raumes merkte er, daß er müde war. Seine Füße taten ihm weh. Er war den ganzen Tag unterwegs gewesen. In der Ecke des Lokals faßen der Lehrer von Teek und der Fischer Wing. Man bat ihn an den Tisch und wunderte sich, daß et zu so später Stunde noch in Teek war. „Ich will jemand abholen*, erklärte er. ,Sch den zu stellen pflegte und bie er sich während der Darstellung des jeweiligen Falles rasch zurechtlegte. „Haben Sie eine Photographie bes Malers Hauck?" fragte er. Joachim mußte verneinen, aber er brachte zum Ausdruck, daß ein Bild sicher von der Frau des Verschwundenen zu bekommen sei. „Welchen Ausdruck hatte bie Frau, als ihr Mann sie malen wollte? Ich meine, war sie traurig ober ..." „Ich benke mir, baß sie gelächelt hat/ „Er wollte also das Bild einer lächelnden Frau malen. So." Mjölln drehte ben Bleistift um unb begann einen zittrigen Kreis um einen Tintenklecks auf feiüer Schreibunterlage zu zeichnen. „Und weshalb denken Sie, daß der Kunstmaler Hauck seine Frau verlassen hat?" Das war die dritte Frage. „Ich denke ... ich bin der Meinung, baß er sie überhaupt nicht verlassen hat, baß vielmehr ein Unfall vorliegt. Ich glaube, baß ber Mann tot ist." Mjölln zog einen zweiten Kreis um ben Tintenfleck. Langsam, bebächtig. Dann beschloß er zur Bermunderung seines Sekretärs, noch eine vierte Frage zu.stellen: „Sie wünschen, daß ein Unfall vorliegt?" „Ich wünsche Aufklärung, so ober so. Sonst nichts", ermiberte Joachim. Diese vierte Frage be- frembete ihn. Aber Mjölln sah ganz harmlos aus. Er hatte sich auch wirklich nicht viel bei feinen Fragen gebücht. Diese vierte war ihm sogar ganz plötzlich gekommen. Er wollte lediglich erkunden, nach welcher Richtung die Wünsche seines neuen Kunden lagen, und nach dieser Richtung hin würde er sich dann eben bemühen. „Ich werde Ihnen Nachricht geben, Herr Kett", sagte er unb steckte ben Bleistift in bie Tasche seiner Lüsterjacke. Joachim nickte. Er hatte babei bas Gefühl, baß er doch vielleicht besser zu Dr. Pletsch in der Hauptstraße gegangen wäre. Er verabschiedete' sich. Als er durch das Vorzimmer ging, waren die Stenotypistinnen beim Aufräumen. Sein Besuch hatte kaum zehn Minuten gedauert. Aergerlich und unbefriedigt trabte er über bie enge, alte Stiege, (Fortsetzung folgt) Kennzeichnend für die Stimmung sind bie mit lachenden Gesichtern und frohen Augen gegebenen Antworten auf unsere Fragen. Ein junges Mädel, besten Verlobter im Westen kämpft, faßte bas Ergebnis unserer Unterhaltung mit ihr über ihre Arbeit mit freubigem Lachen in die Worte zusammen: „Alles für unsere Soldaten!" Und das Echo von ihren Mitarbeiterinnen, das auf diese Worte hin kam, ließ erkennen, daß alle in diesem Willen durchaus übereinstimmen. Jenes Mädel und eine große Anzahl weiterer find erst seit Anfang dieses Jahres in dem Betriebe tätig, unb sie alle fühlen sich bort bei ihrer Arbeit sehr wohl. Eine junge Frau, beren Mann seit Kriegsbeginn im ~ ' *■ ’"ier nur in ihrem Haushalt außerdem mußten Brauftttäuße von festtichstem Charakter gebunden werden, und schließlich galt es auch noch einen schönen, großen Kranz zu binden. Das Gesamtergebnis der Arbeit wurde zu einer schönen Schau zusammengestellt, bie dann die Prüfungskommission in einer abschließenden Bettachtung ber Wertung unterzog. Die Kommission kam zu ber Auffassung, daß bie angehenden Gehilfinnen ihre praktischen Arbeiten fast durchweg mit Geschick, mit gutem Geschmack unb erfreulich sicherem handwerklichen Können ausführten. Das Ergebnis mal sehr befriedigend. Den Prüflingen Hedwig Deus- sing (Gießen), Rosel Hornung (Wetzlar), Margot Hermes (Nassau), Erna Lotz (Bad Ems) und Gertrude Vierchau (Bad Ems) konnte mitgeteilt werden, daß sie die Prüfung bestanden haben. Die Prüfung wurde diesmal erstmalig unter der Initiative der Industrie- und Handelskammer Gießen durchgeführt. Es ist ein Zeichen der großen Bedeutung, die auch im Kriege der Weiterführung der Jugendarbeit bei« gemessen wird, wenn der Führer neben den sonst ausschließlich zugelassenen Sammlungen für das Deutsche Rote Kreuz der Jugend wieder den Reichswerbe- und Opfertag für die deutschen Jugendherbergen geschenkt hat. „Für den Frieden geschaffen — im Kriege bewährt! so lautet die Parole, unter der diesmal die Sammlung steht. Das deutsche Jugendherbergswerk mit seinen 2000 Jugendherbergen und 165 000 Betten steht in der Welt einzig da. Besonders sind die seit der Machtübernahme in großer Zahl neugeschaffenen vorbilb- lich ausgestatteten Großjugendherbergen der Stolz der deutschen Jugend. Zwar kann das Jugendherbergswerk in diesem Jahr nicht mit einem Bau« Programm aufwarten, auch steht das Jugendwandern im Kriege nicht an erster Stelle, dennoch liegen aber die Jugendherbergen nicht brach, sie sind im Gegenteil ein wichtiger Teil der inneren Front geworden. Etwa die Hälfte ber Jugendherbergen ist in den Dienst des großen deutschen Abwehrkampfes gestellt. Die Jugendherbergen wurden Lazarette und Hilfslazarette, sie dienen der Wehrmacht für Unterkünfte, .dem weiblichen Arbeitsdienst als Lager, sie wurden Heime für Rückgeführte, für volksdeutsche Flüchtlinge und Umsiedler, sie wurden Kindergärten, Heime für erholungsbedürftige Mütter und Kinder. So kam es, daß Die Jugendherbergen auch im Jahre 1939 mit 8,9 Millionen einen neuen Uebernachtungsrekord erzielten, denn auch im ersten Kriegsvierteljahr wurden noch 2,3 Millionen Uebemachtungen gezählt. Die Jugendherbergen sind Heimstätten des Größe 24X36 mm gewonnen werden. Sie werden der deutschen Erzieherschaft als werttolle Anschauungsmittel bei ber unterrichtlichen Vorbereitung unserer Jugend zum Heilkräutersammeln dienen. Die Gesamthohe der ausgesetzten Preise beträgt 10 000 RM. Der Wettbewerb läuft bis 15. Oktober 1940. Teilnahmeberechtigt sind alle Volksgenossen Großdeutschlands. Wettbewerbsbedingungen und eine Liste der aufzunehmenden Heil- und Teekräuter find von der Reichswalttng des NS.-Lehrerbundes, Abteilung Lichtbild und Film, Bayreuth, Hans- Schemm-Platz 1, unentgeltlich zu beziehen. Schutz Der Hecken und lebenden Zäune. Jeder Baum und jeder Strauch, ja selbst bas unscheinbarste von Altgras umwucherte Gestrüpp am Felbranbe, am Hang unb Rain ist wertvoll, um ben schmarotzervertilgenben Tieren in Walb unb Flur bie notwenbigen Zufluchtsstätten unb Wohnplätze zu geben. Es ist darum äußerst wichtig, daß diese schutzspendenden Stellen an Feldrändern und Viehweiden erhalten werden und sie von dem Ausroden und Abbrennen möglichst verschont bleiben. Der Reichsforstmeister, Generalselbmarschall Goring, hat als oberste Naturschutzbehorbe barauf hingewiesen, daß die Behörden (Bürgermeister, Ortsbauern sichrer usw.) für bie Erhaltung ber Hecken, Büsche, lebenden Zäune, Uferbepflanzungen und dergleichen zu sorgen hätten, um zu verhindern, daß sie ausgerodet, abgebrannt ober in ihrem Fortbestand gefährdet würden. Nur wo dies aus Zweckmäßigkeitsgründen erforderlich ist, kann gerodet werden, jedoch sollen Hecken als Ersatz für Metall und Holz möglichst wieder neu angepflanzt werden. Ohne Frage ist die Kultivierung nutzbar zu machender Flächen auf unserem beengten Lebens- raum eine dringende Notwendigkeit. Wenn aber, wie dies in letzter Zeit oft beobachtet wurde, viele Hecken, Dorngebüsch, Brombeerhorste, Heckenrosensträucher, Ginstergestrüpp und dergleichen nur deshalb ausgerodet oder abgebrannt wurden, um der „modernen Geradlinigkeit" Genüge zu tun, fo ist dies fraglos nicht immer richtig Wenn die Feldbesitzer wüßten, wieviel insektenvertilgendes Wildgeflügel und sonstige nützliche Vogelarten in diesem unscheinbaren Gestrüpp an Feldrändern, Wiesen usw. alljährlich Zuflucht- und Brutstätten finden, dann würden sie sicherlich diese für bie Jnsek- tenvertilger so bringenb notwenbigen Gestrüpparten mit bem Ausroben unb Abbrennen verschonen. Joachim Kett begann sich nach ben Rechtsanwälten ber Stabt zu erkundigen. Er fragte die Leute auf ber Werft und die Bekannten zu Haufe. Immer so nebenbei. Ein Rechtsanwalt? Ein guter, ein sehr guter Rechtsanwalt? Fünfmal wurde ihm der Name des Rechtsanwalts Dr. Pletsch genannt, aber neun meinten, baß Mjölln der beste fei. „Kennen sie ihn nicht, den alten Mjölln? Doktor Thomas Mjölln? Drunten am Wall? Er schafft alles. Nichts ist ihm zu schwer. Jeden Prozeß gewinnt er." Joachim ging in bie Kanzlei bes Rechtsanwalts Dr. Thomas Mjölln. Es war S'onnabenb, gegen Mittag. Die Kanzlei war im ersten Stock eines alten, schmalen Hauses, bas mit kleinen, engen Fenstern auf ben Haien sah. Im Büro tippten vier Stenotipistinnen. An einem altmobischen Stehpult schrieb ein Mann mit dunklen Haaren. Joachim Kett wurde an gemeldet. Er wartete ge» baldig zehn Minuten unb würbe bann ins Privat- büro geführt. Thomas Mjölln war ein würdiger älterer Herr, ber ein Jäckchen aus bunfelgrauem Lüster anhatte unb eine Brille trug. Er war sehr liebensroürbig, als er Joachim begrüßte unb in einen Sessel nötigte. „Was führt Sie zu mir, Herr Kett?" Joachim lehnte sich zurück. ,Lch suche einen Kunstmaler", sagte er, „einen Kunstmaler, ber spurlos verschwunben ist, unb ich möchte ihn mit Ihrer Hilfe finden." Mjölln nahm einen Blerftift in die Hand unb klopfte bamit auf bie Schreibtischplatte. „Kleinigkeit", erwiderte er. „Wie heißt der Mann?" „Hauck. Detlef Hauck." Mjölln nickte. „So." Er tippte auf einen.schwarzen Knops an der Seite, und der Mann vom Stehpult draußen kam herein mit einem Steno- grammblotf in der Hand. , „Erzählen Sie, bitte", wurde Joackim aufgefor- bert, unb er erzählte bas, was Sibylle ihm gesagt hatte. Er sprach etwas hastig unb fast ein wenig aufgeregt. Aber Mjölln schien ganz ruhig. Er begleitete bie Erzählung seines Besuchs mit Bleistiftklopfen und sah nicht ein einziges Mal auf. Als Joachim geendet hatte, stellte ber Rechtsanwalt die drei Fragen, die er jedesmal seinen Kun- Heimstätten des ganzen Volkes. Auch in diesem Jahr Veichswerbe- und Opfertag für die Jugendherbergen.