Samstag, 6. /Sonntag, r. April XW> jHHF G M ▲ w* M Samstag, 6. / Gietzener Anzeiger den man erwarten zu können glaubt, sich von Tag zu Tag erhöhe.. Das Blatt stützt seine Aeußerungen As die „fortgesetzten Neutralitätsver- OeutscherGtoßirupp vernichtet befestigte Stützpunkte te be- Stoß- Stoßtrupp. Otto Buss. L richt.) Th rnarft w nstellend« imte W ilt: Ml« übe 18 bis 65, Ma'» 49 jO bis Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. Berlin, 5.April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen hob ein Stotztrupp einen feindlichen Stützpunkt im Grenzgebiet südwestlich rbura dn mawchei' 1 Umrand, j ick hew Fithe $«■ Ivätrr i, teufe er Attagn 1 He babfl \ »MOT bf j Äfflerid« \ Monti fick ftarl eoe iehlich bit ü. tz. ab-. leiten. Ta- ^niolibif- Kurchmd 'Oü ” urtb Esir'-k, 9e iefcli !tttk L tortu ■e> tz Mäh Wb ■ ’Ä | paganda der Westmächte und könnten auch die moralistischen Reden der demokratischen Regierungshäupter nicht Hinwegtäuschen. In diesem Fehlen jeder idealen Triebfeder, die die Massen hinzureißen vermöchte, sieht der dem Außenministerium nahestehende Direktor der „Gazzetta del Popolo" den Hauptgrund des eigenartigen Verlaufes dieses Krie- des. An der eigentlichen Kampffront ruhten fast die Waffen. Richt mit der ehrlichen blanken Waffe wollten die Westmächte den Krieg führen, sondern mit der heimtückischen Hinterlist des Würgers, durch einen kolossalen Wirtschaftsblock, durch Hunger, durch Lähmung; durch eine soziale Revolution, die eine mit riesigen Mitteln arbeitende Propaganda Hervorrufen solle, solle das Kriegsziel, die Unterjochung des Gegners, aber auch der sich nicht gutwillig unter das Joch der Westmächte beugenden Neutralen errungen werden. Ein weiterer Zug in der entscheidenden Partie mit den kleinen Nichtkriegführenden in Südosteuropa sei, die von der englischen Regierung soeben geschaffene English Commercial Corporation. Dieser Körperschaft falle im Südosten die Aufgabe zu, alle Rohstoffe aufS u Taufen, die den Weg nach Deutschland nehmen könnten, besonders Erdölprodukte und Fette. Unabhängigkeii/Rechtund Gerechtigkeit stehen auf dem Spiel. Budapest, 6. April. (DNB.) In bemerkenswerter Weise befaßt sich das Regierungsblatt „Esti Ujsag" mit der in England gegründeten Aktiengesellschaft zur Intensivierung, wie es heißt, der englischen Handelsbeziehungen zu Südost- europch demnach also auch zu Ungarn. Daß die englische Regierung das A k t i^ n k a p i - t a l gezeichnet hat, beweise, wie ernst die ganze Angelegenheit beurteilt werden müsse. Heute fei jeder Produktionsüberschuß verkäuflich. Was aber mit keinem Geld und mit keiner Devise erkauft werden könne, sei, so schließt das Regierungsorgan mit Nachdruck, Ungarns Unabhängigkeit und Selbständigkeit, sowie sein hartnäckiges Festhalten an Recht und internationaler Gerechtigkeit. England schiebt japanischen Protest beiseite. Amsterdam, 6. April. (DNB.) Wie von zuverlässiger Seite aus London verlautet, hat Japan bei der britischen Regierung gegen die Untersuchung japanischer Postsendungen und gegen die britische Konterbandekontrolle des japanischen Handels Schritte unternommen. Wie der diplomatische Korrespondent der „News Chronicle" feststellt, wird die britische Flotte sich durch keinerlei Drohungen Japans davon abhalten lassen, von ihren „Kriegsrechten" Gebrauch zu machen. r- vmj Zwei Bomben ins Wasser. Wieder ein erfundener Luftsieg Englands. Berlin, 6. April. (DNB. Funkspruch.) Das britische Luftfahrtministerium hat behauptet, daß am 4. April, nachmittags in der Nähe von Wil-, helmshaven ein deutsches Kriegsschiff mit Bomben angegriffen und dann etwas südlich vier deutsche Zerstörer ebenfalls durch Flugzeuge angegriffen wurden. Hierzu kann festgestellt werden, daß die gesamte Meldung frei erfunden ist. Am 4. April nachmittags ist lediglich ein britisches Flugzeug in der Gegend der Elbemündung eingeflogen. Dort hat es infolge der heftigen Flakabwehr zwei Bomben ins freie Wasser geworfen, ohne daß irgendein Ziel in b e< Nähe roajCfc Saarlautern aus. Die feindlichen Verluste trugen etwa 15 Tote. 3m übrigen keine besonderen Ereignisse. Ein Hatter Schlag , für die Kranzosen. graben in das feindliche Waldinnere führt, kämpft Unterfeldwebel Kü. mit einem Trupp. Er rollt mit Handgranaten den Graben auf bis zum zweiten, Stützpunkt: tote Franzosen, die im Graben liegen, ein völlig zusammengestürzter weiterer Stützpunkt. Der deutsche Ueberfall hat ihn samt Besatzung restlos vernichtet. Feldwebel H. sieht seine Aufgabe erfüllt. Er befiehlt Loslösung vom Feind. Die gelingt ebenso planmäßig wie der tollkühne Angriff. Der französische Artilleriebeobachter irgendwo auf erhöhtem Punkt findet kein Ziel mehr. Feldwebel H. merkt, daß Um, die Kräfte verlassen. Blut im Stiefel. Seine Kameraden nehmen ihn sofort auf. Heber die deutsche Ausgangsstellung hat der Franzose ein wütendes Sperrfeuer gehagelt. Die Männer von der Truppe, die aus dem ©rauen heraus die Sicherung übernommen hat, nehmen Deckung. Dennoch es gibt einige Verwundete. Sie find schnell in den Händen des hier vorne im Unterstände bereitstehenden Stabarztes, der schwere Arbeit leisten muß, der ihre Wunden versorgt, für jeden von ihnen ein gütiges, väterliches Wort hat, der ihren schnellen Abtransport befiehlt. Feuerpause! H. mit allen seinen Stoßtrupplern ist im Graben bei seinem Hauptmann, der ihnen allen die Hand drückt. Der Stolz auf diesen Sieg steht ihnen auf dem verschrammten Gesicht. Ihre Waffenröcke sind zum Teil Fetzen, fast keine Hose ist ganz. Macht alles nichts. Niemand sieht hieraus. Als sie in tadelloser Marschordnung durch ein rückwärtiges Dorf ziehen, ist ein Soldatenlied Ausdruck all der Freude dieser prächtigen Männer vom Englands Bedrohung der Neutralen. Fortgesetzte englische Neutralitätsverletzungen an der norwegischen Küste >40. Jahrgang Nr. 8t Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter HeimatiyrBild DieScholle Ronais-Bezugsvreis: Nit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte ,, 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernivrechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks ^M. Kopenhagen, 6.April. (Europapreß.) Nach einer Meldung des Blattes „Faebrelandef" aus Oslo vom Freitag erwartet man auf Grund der Trohungen Chamberlains gegen die Neutralen eine militärische Aktion Englands gegen Norwegen. „Faedrelandet" berichtet in diesem Zusammenhang, daß die Angst vor einem eng - li sch-französisch en Landungsversuch, de ■Nsbt. Dn? liy. : Maui, renb llt en roflj. 'M Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Ps., Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l AbschlüffeMengenstaffelB Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 250/0 mehr Ermäßigte Grnndvreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Feldwebel beförderten Berndt H., übt all die Dinge gewissenhaft mit ihyen ein. An einem stürmischen Frühmorgen stehen alle bereit zur Tat, sind sie im zerschossenen Vorfeld versammelt. Kurz vorher hat der Franzmann noch ein paar Häuser dieses Dorfes umgelegt. Die Handgranaten,. die Maschinenpistolen, die Geräte werden einmal im Kerzenlicht überprüft. Es geht los in Reihe bis zu einem Feldgehöft, dem Ausgangspunkt des ganzen Unternehmens. Noch herrscht tiefe Nacht und Sülle. Lautlos wird die Sicherungs- und Untsr- ftützungspofition bezogen. Im Graben flüstert der Hauptmann „Hals- und Beinbruch H." — wünscht er seinen Soldaten den Erfolg, den Sieg. Feldwebel H. führt seine Truppe an. Sie arbeiten sich» ohne jedes Geräusch über eine Wiese, über einen Bach hinweg, bis zum feindlichen Waldrand heran, ohne vom Gegner wahrgenommen zu werden, leg^n sich vor zum Einbruch, bis sie im Morgengrauen einigermaßen Sicht ins Gehölz, bis sie Büchsenlicht bekommen. Rervenanspannende Minuten des Wartens, dem Feind fast schon an der Kehle. Der Zeitpunkt des vorbereiteten Feuerschlages ist da. Die SMG.s rattern hinüber zum Feind. Eine Hölle tut sich um ihn auf, nimmt ihm den Atem. Ein Krachen und Heulen, ein Bersten und Wuchten drüben im Gehölz. Jede Detonation vom anderen Schlag. Ein unheimliches Schauspiel. Feldwebel H. gibt weithin sichtbar das Signal zum Einbruch in die französische Stellung. Die Drahtscheren arbeiten gründlich. Ehe sich die vom Schock betroffenen Franzosen überhaupt erholen können, ehe sie daran denken, .das Feuer aufzunehmen, ist eine breite Gasse bis zu ihrem vordersten Stützpunkt geschnitten. Halt! Der Maschendraht! Das kennen sie schon, die wackeren Stoßtruppler. Er soll vor den deutschen Handgranaten schützen. Falsche Rechnung damit. Volle Deckung! Ein heller Schlag. Maschendraht und übrige Drahtsperren sind weggefegt an dieser Stelle. Die Franzosen nehmen plötzlich das Feuer auf. Schießen mit MG.s. Einer bläst wild ein Signal auf dem Horn. Ihre Fernsprechleitung ist zerschossen. Sie wissen sich keine andere Rettung, sie fordern Verstärkung. Aber das hatten wir vorausgesehen und schieben einen Riegel vor. Feldwebel H. wird am Bein verwundet; er erhält einj>n Steckschuß. Das kümmert ihn nicht. Er gibt weiter seine Befehle. Die feindliche Schießscharte wird bearbeitet. Dann augenblickliche Stille drinnen, gar nichts regt sich mehr. Unteroffizier Sch., der nun weiter in den Stützpunkt eindringt, findet nur noch eine tote Besatzung vor bis auf einen verwundeten Franzosen. Ein Pionier nimmt ihn auf, bringt ihn sofort zurück. Wo der feindliche Lauf- .......,5. April. (PK.) Ein deutscher trupp bricht im Morgengrauen in eine stark befestigte' Stellung ein, vernichtet in vorbildlich kameradschaftlichem Zusammenwirken feindliche Stützpunkte, erledigt die bis zuletzt heftige Gegenwehr leistenden Besatzungen, kehrt wieder vollständig in die deutsche Ausgangsstellung zurück und bringt den einzigen Ueberlebenden dieses harten Kampfes, einen verwundeten Franzosen, als Gefangenen mit. Wenn bisher die unzähligen Stoßtruppunternehmen dem Feind den Schneid und die Ueberlegenheit des deutschen Soldaten zeigten, so bekam der Franzose nun einmal die Wucht deutschen Angriffsgeistes zu spüren. So mußte er sehen, daß die gebaute Kraft deutschen Siegeswillens auch den zähesten Widerstand und die stärksten Sperren seiner Stellungen zu durchbrechen vermag. An einem Brennpunkt der Front wirft seit Tagen die französische Artillerie ihre Feuerwelle ins deutsche Vorfchld, verwandelt die Felder und Wiesen des Saarberglandes zu einem Stück platter, narbiger Erde, splittert den Wald des Vorfrühlings zu einem verzerrten Dickicht auf. Wo sich ein einzelner Mann bei klarer Sicht nur am Waldrande zeigt, schießt sie unversehens los. Dicke Luft! Das Gesetz des Handelns aber haben wir in der Hand, wir, der Stoßtrupp H., mitten unter ihm Soldaten der Standarte „Feldherrnhalle". Don langer Hand ist alles vorbereitet, angefangen vom Zusammenwirken mit anderen Truppenteilen, dem Anbringen gestreckter Ladungen bis zum Zerschneiden der Drahtsperren. Hauptmann R., ein bewährter Stoßtruppführer aus hem Weltkrieg, kennt all die vielen Einzelheiten, auf die es ankommt. Er wird das Unternehmen leiten, er bespricht alles mit den Männern seines Stoßtrupps, feinem Stoßtruppführer, dem erst vor wenigen Wochen wegen Tapferkeit vor dem Feinde zum fdjen Krieges erwähnt hätten, nicht aufgegeben fei. jtan denke aber nun daran, an mehreren Stellen in Norwegen Truppen zu landen, um dann nach Süden vorzustoßen. Die norwegische „Handels- und Schiffahrtszeitung" in Oslo schreibt am Freitag in einem Leitartikel: „ Die englische Presse beschäftigt sich weiterhin mit dem Problem, wie man den Krieg'gegen die Neutralen am. besten führe. Das offizielle Blatt Har weekly* weist darauf hin, daß Dänen, Schweden und Norweger aus dem Ausland Zufuhren erhalten, ohne die sie überhaupt nicht bestehen können. Wenn sie die Absicht, ihren Handel mit Deutschland weiter zu betreiben, nicht aufgeben wollten, so wüßte man ihnen die wichtigen Zufuhren aus dem Ausland einfach abschneiden", schreibt das englische Blatt. Mr. Einzig in der „Financial Times" schlägt seinerseits eine Revision der Kriegshandelsabkommen mft demselben Ziel vor, «ährend Mr. Chamberlain gleichzeitig versichert, daß man den Neutralen keinen Schaden zufügen Dill. Die englische Blockade und die ständige Erör- I: Irrung der Frage, wie man sie verschärfen könnte, hat von feiten der anderen Kriegführenden bereits Angriffe hervorgerufen. Eine Abschnürungder neutralen Länder von lebenswichtigen Waren, ohne die sie nicht bestehen können, wäre eine Verletzung des anerkannten Völkerrechts. Sie stünde im Widerspruch zu den Theorien, die Ne Westmächte selbst aufbauen, und wäre ein Ausdruck schwärze st er Unba'nfbarteit gegen Ne seefahrenden Nationen. Bewußt gegen unsere Frauen und Kinder. zranzösischer Minister über die Blockade. Brüssel, 6. April. (DNB. Funkspruch.) Der sranzösische Blockademinister M 0 n n e t erinnerte in einer Rede an seinen letzten Besuch in London und erklärte, den Gegenstand der Besprechungen mit dem englischen Blockademinister Croß habe die Ver - stärkung der Blockade gegen Deutschland gebildet, die so wirksam gestattet werden müsse, daß Deutschland von jeder Zufuhr abgeschnürt werde. Es spiele dabei nicht die geringste Rolle, so erklärte Monnet mit zynischer Brutalität, wenn auch die deutschen Frauen und Kinder davon betroffen würden. Die Blockade im Mittelmeer. Brüssel, 6. April. (Europapreß.) Jrn Anschluß m die letzten Reden der Staatsmänner der West- Nächte werden die Probleme der Blockadever- Ilhärfung und der Kriegsziele erneut von vielen Blättern, behandelt. Der „M a t i n" schreibt u. a., es komme den Westmächten teuer zu stehen, daß sie nicht erkennen würden, daß das russische Petroleum ihrem Zugriff entzogen fei, solange sie nicht Rußland als ihren Feind betrachteten. Der „Excelsior" sieht ein schärferes Vorgehen der Westmächte bei der Durchführung der vlockade im Mittelmeer voraus. Er werde ßch dabei um -eine Ueberwachung der neutralen, für Deutschland bestimmten Transporte handeln, bie ihren Weg über das Mittelmeer—Dardanellen—Schwarzes Meer, sowie über die Donau näh- Nsn, wobei sie die Häfen Constantza und Warna benutzten. Das „Journal de Genaue" schreibt: „Um ihre Aktion im europäischen SÜd 0 sten möglichst wirksam zu gestalten, hat die britische Regierung die sogenannte Balkangruppe geschaffen, welche, mit ungeheuren Krediten aus» gestattet und der Unterstützung des Schatzamtes sicher, den Wirtschaftsaustausch mit den Weltmächten. mehren und die diplomatische Aktion der Weft- nichte ergänzen soll:". England drückt auf die Balkanstaaten. 2Imfterbam, 6.April. .» | eine große Anzahl politischer Aaenten in Norwegen - tüna I hatten. In wohlunterrichteten Kreisen sei man ber toten Meinung, baß der Gedanke der ßanbung eines Ex- t tür veditionsheeres von 100 000 Mann, wie ihn Da- tnetunfii a lcdier unb Chamberlain währenb bes finnifch-russi- „Ein kleines Ausblitzen von Licht". Ein englischer Geschwaderführer über den Angriff auf Sylt. Amsterdam, 6. April. (DNB.) Nachdem in der ganzen Welt trotz aller Bemühungen Churchills bekannt geworden ist, daß der zur innenpolitischen Stützung des Kabinetts Chamberlain inßem-erte Luftangriff auf Sylt" vom 19. März eine peinliche Blamage darstellt, unternimmt jetzt der LustfahrtsachverstäMge der „Times" noch einen letzten Versuch, um in einem „Rückzugs- gefecht" zu retten, was noch zu retten ist. Der Korrespondent hat sich die Genehmigung eingeholt, einen der am Angriff beteiligten Geschwaderführer zu interviewen. Durch diese Unterredung sollten, wie ausdrücklich in der Einleitung erklärt wird, „alle die zweifelhaften Punkte aufgeklärt werden, die in den letzten Wochen so viel diskutiert worden sind". Diese Aufklärung wird allerdings restlos geliefert. Hören wir, was der Geschwaderführer zu berichten weiß: „Unsere Flugzeug durchbrach das deutsche Abwehrfeuer. Unser Bombenschütze war jedoch unzufrieden mit dem ersten Angriff, und es wurde ein zweiter Angriff unternommen, in dessen Verlauf schwere Bomben abgeworfen wurden. Ähre Erschütterungen konnten im Flugzeug verspürt werden. Der Pilot sagte aber, daß sie als Schauspiel enttäuschend waren (!). Alles, was man beobachten konnte, war ein kleines Aufblitzen von Licht (!)." Dies ist wörtlich di« gesamte Schilderung des An- griffes in dem Interview. Hindenburg-Damm beschädigt? Mehrere Flugzeughallen vernichtet? Schwere Zerstörungen auf dem ganzen Gelände des Flugstützpunktes? Nein, einer der dabei war, erklärt: „Ein kleines Aufblitzen von Licht." Das war die ganze beobachtete Wirkung! Das schönste an dem Interview ist jedoch der Abgesang. Da er übst den Angriff auf Sylt beim besten Willen nichts Erschütterndes außer der Flugzeugerschütterung zu berichten wußte, schilderte der Offizier außerdem noch seine Abenteuer bei seinem Flug nach — Berlin. Der Luftsachverständige der „Times" sah hier eine willkommene Gelegenheit zur Erhöhung des feilen Honorars und notierte gewissenhaft die Tatsache, daß der Flug über Deutschland in einer Höhe erfolgt sei, daß die ganze Besatzung höhenkrank wurde. Diese Höhenkrankheit scheint bei dem Offizier noch anzuhalten, denn er erzählte dem Luftfahrtsachverständigen zum Abschluß eine Geschichte, die wir uns nicht versagen können, ohne di« geringste Aenderung, wörtlich zu übersetzen: „Bei einer Gelegenheit haben sich die englischen Flugblätter scheinbar wirksamer erwiesen, als manche Leute glauben. Als die britische Maschine von einer Messerschmitt verfolgt wurde, warf man Flugzettel heraus, und die Messerschmitt, wahrscheinlich mit ihnen „bepflastert", drehte daraufhin sofort ab!" Daß ein Blatt wie die „Times", die ernst genommen werden will, ihrem Leserkreis eine solche Geschichte vorzusetzen wagen kann, läßt wahrlich tief blicken! „Wir fliegen unseren Schatten nach." ...(PK.) Wenn am frühen Morgen der Fernsprecher klingelt, um ans Aufstehen zu erinnern, und fast gleichzeitig der Wecker rasselt, — sicherheitshalber — wenn man sich dann hinter den verdunkelten Fensterscheiben anzieht, dann merkt man noch nichts vom Wetter und spritzt optimistisch hinüber ins Kasino. Wir hatten uns ein Säuwetter ausgesucht, verdammt noch mall Wäre ich ein wackrer ziviler Staatsbürger wie vor Jahresfrist, dann würde ich ins Bett zurückkrabbeln. Ein Wetter, in dem selbst die Krähen nur ein paar verrostete Töne von sich geben, in dem des Hausmeisters Katze mit eingekniffenem Schwanz durch die Gänge schleicht, ein Wetter mit tiefer Wolkendecke und strömendem Regen, — Pfui Teufel! Nun ist man schon einmal draußen und ärgert sich, daß der Start verzögert wird. Besonders ärgert sich der jung« Leutnant, mit dem ich heute fliege und den seine Besatzung freundschaftlich und mit einem anerkennenden Unterton „pimpft". Wir saßen schon in der Maschine, deren, gelbe Propellernasen selbst an diesem grauen Tag noch hell leuchten, als ein Unteroffizier in Trab angewetzt kommt und bei erhobenen Armen die Hände kreuzt: Für den Flugzeugführer das Zeichen, die Feuer auszumachen und die Motors abzustellen. Eine halbe. Stunde später rollen wir dann doch über den Platz. Maschinen vor uns, Maschinen hinter uns. Die ersten sind weg, grell pfeifen die Motore — nun rechts und links zu unseren Kettenhunden, dann Gashebel vorgeschoben — Start! . Fliegen wir in der Luft oder schwimmen wir durchs Wasser? Man müßte im Zweifel sein. Wo sind die Häuserspitzen der Stadt, unter uns, neben uns? Wo die anderen Städte? Eegal, wir fliegen. Wir haben einen Befehl, der gibt uns den Auftrag und den Kurs. Er führt die Besatzung Über die deutschen Nordseeinseln auf das Meer hinaus, das sie nun schon so oft gesehen haben. An der Küste schon empfängt uns besseres Wetter. lieber der Nordsee ist der Himmel blau, wir haben Wind und Sonne im Rücken. Vor uns eilt über die Wellen der Schatten des Flugzeuges, der sich scharf von der grauen See abzeichnet. Es sind viele Stunden vergangen, als bei dem Blick, der voraus über die Wellen schweift, uns wieder das gleiche Bild auffällt. Wieder schwebt der Schatten unserer Maschine über See, wieder haben wir die Sonne im Rücken; nun ist es Nachmittag geworden und unser Heimatkurs geht ostwärts. Viel liegt dazwischen. Die ganze Uebersicht ergibt erst am Abend die Sammlung aller Gefechtsmeldungen beim Geschwader; denn es ist eine große Anzahl von Angriffen geflogen worden nach dort oben, wo sich die brifische Schiffahrt zurückgezogen hat, dort, wo noch Geleitzüge verkehren, oder bewaffnete Handelsschiffe, von Kreuzern und Zerstörern umgeben, neuerdings auch noch von Flugbooten zusätzlich geschützt werden. Die englischen Vorpostenboote hat- ten einen schweren Tag. Eine ganze Reihe von ihnen wurde erfolgreich angegriffen. Hier wurde eins In Brand geworfen. Im Norden sank ein anderes innerhalb einer Minute, — wir zählen diese kleinen Fahrzeuge kaum mehr. Kameraden in einem anderen Flugzeug erzielten einen Bombentreffer auf einen vor einem Geleitzug fahrenden Zerstörer, und ein bewaffnetes Handelsschiff bekam einen Volltreffer mittschiffs gerade neben dem Schornstein. Ein anderes Handelsschiff blieb mit Schlagseite beschädigt liegen, und ein weiteres unserer Kampfflugzeuge setzte einem 6000-Brt.-Darnpfer einen Treffer auf das breite Deck. Das Ergebnis dieses Angriffs sind sechs bis sieben zum Teil vernichtete, zum Teil schwer beschädigte Schiffe, unter denen sich ein Zerstörer befindet, während die übrigen bewaffneten Handelsschiffe und Dor- postenboote sind. Eine großzügige Aufklärung hat am 3. April den Raum zwischen der skandinavischen Halbinsel und den Shetlands und Orkneys erfaßt und dort die Karawanen der britischen Versorgungswirschaft gestört. M. Joachim Tidick. Versengt, verbrannt, gestrandet. Amsterdam, 5. April. (DNB.) London sieht sich genötigt, die Zerstörung des englischen Vor- p o st e n s ch l f f e s „Gorspen" durch deutsche Flugzeuge zuzugeben. Es sei so schwer beschädigt worden, daß die Besatzung das Schiff verlassen mußte. lieber weitere britische Schiffsverlust« berichtet das holländische Blatt „Maasbode". So sei das 4236 BRT. groß« Schiff „Farndale" auf der Fahrt von Westafrika nach England in Brand geraten und habe bei Takoradi auf Grund gesetzt werden müssen. Der Dampfer sei verloren. Weiter i am;> enbgültig vom Reiche getrennt. Somit waren K3t öie Mündungen aller deutschen Flüsse, des Ryeins, der Weier der Elbe, der Oder und der Weichsel in den Händen fremder Mächte: eine fernere Schädigung des deutschen Handels. Auch die Ordnung der Innenverhältnisse des Deutschen Reiches wurde ganz nach dem Wunsch des Auslandes, besonders der Franzosen, durch- aeführt. Alle Reichsstände erhielten die volle Souveränität, waren also der Zentralgewalt nicht mehr unterstellt Sie durften sogar mit auswärtigen- Mächten Bündnisse abschließen, nur nicht gegen Kaiser und Reich: eine Bestimmung, die oft übertreten wurde. Damit war das Reich in seine Bestandteile aufgelöst. Es gab kein wirkliches Reichsoberhaupt mehr, kein Reichsheer, keine Reichsminister, keine Reichsdiplomatie und fast kein« Reichseinkünfte. Nicht weniger als 2 4 0 Einzel- floaten standen lose nebeneinander ohne organische Verbindung miteinander. Der Reichstag zerfiel in drei Kurien, die Kurfürsten (8 Stimmen), den Fürstenrat (69 Geistliche,- 96 weltliche Fürsten, dann 6 Stimmen der Prälaten, Grafen und Herren) und die Reichsstädte (61). Ein Reichstagsbeschluß konnte nur zustande kommen, wenn der Kaiser und die drei Kurien zustimmten. Das ehemals so mächtige Deutsche Reich war ein ohnmächtiges Gebilde geworden, mit dem die Feinde machen konnten, was sie wollten. Kaum ein Menschenalter nach dem Frieden, im Jahre 1681, konnte Ludwig XIV. Straßburg be- setzen, ohne daß sich auch nur eine Hand erhob, um die alte deutsche freie Reichsstadt zu schützen. Und 40 Jahre nach dem Frieden ließ der „allerchristlichste König" Ludwig XIV. die blühende Pfalz in eine Wüste und das wundervolle Heidelberger Schloß in eine Ruine verwandeln. Das Deutsche Reich hatte nicht die Kraft, sich dagegen zu wehren. Aber diese völlige politische Ohnmacht des Reiches war gerade das, was die Feinde, in erster Linie die Franzosen, wünschten und noch heute wünschen. Der französische. Historiker Bainville hat in seinem Buch „Geschichte zweier Völker", das 1915 erschien, die letzten Ziele der französischen Politik mit voller Klarheit enthüllt. Er bezeichnet dort als Absicht der Franzosen die „Vermehrung der Zwietracht und Anarchie in Deutschland durch ein« ständige Intervention". Und zu dieser Intervention war ja Frankreich als einer der Garanten des Westfälischen Friedens berechtigt. Dom Westfälischen Frieden sagt Bainville: „Man trieb die Zerstückelung Deutschlands, die Ausnutzung des deutschen Parttkularismus bis zum äußersten. Die Urheber des Westfälischen Friedens hatten auf den deutschen Parttkularismus, auf persönliche Interessen, die Eifersucht und Eigenliebe der Fürsten und der deutschen Stämme ein unentwirrbares System gegründet. Deutschland als Nation schien darin auf immer crWckt." Leider hatte Bainville recht, denn bei den Friedensverhandlungen hatten die deutschen Fürsten zum Teil mit Hilfe des Auslandes ohste Rücksicht auf die Interessen des Reiches ihre eigenen Wünsche durchaesetzt. Es war eben damals jedes Hattonalgefühl erloschen, und jeder Reichsstand dachte nur an feine eigenen politischen Ziele. „Sie gefielen sich in ihr«r Anarchie" sagt Bainville mit Recht; auch der deutsche Reichstag war kein Träger des nationalen Gedankens. Von ihm sagt Bainville: „Nach der Berechnung seiner französischen Inspiratoren war der deutsche Reichstag des Westfälischen Friedens ein Konservator der deutschen Anarchie." Man kann verstehen, daß die Feind« mit dem Westfalischen Frieden zufrieden waren und jetzt den Wunsch haben, einen neuen Westfälischen Frieden zu erreichen. Aber das darf nicht geschehen. Der Zustand, in den Deutschland durch den Westfälischen Frieden versetzt wurde, war so furchtbar, so schmachvoll, so unerträglich, daß all« Kräfte angespannt werden müssen, um ein solches Schicksal von Deutschland fernzuhalten. „An der Grenze des Unglaublichen/' Stockholm, 6. April. (DNB.) Unter der lieber schrift „An der Grenze des Unglaublichen" beschäftigt sich „Nya Dagligt Allehanda" mit der berüchtigten Europakarte im Arbeitszimmer des französischen Ministerpräsidenten R e y n a u d. Dabei wird rin großer Aufmachung unter Wiedergabe des bekannten Bildes der Plan eines „neuen Europa", wie «r sich in den Hirnen der Vlutokratenclique spiegelt, veröffentlicht und die deutsche Reaktion gegen diese Ausgeburten eines krankhaften Hasses verzeichnet. Die beste Kraft kommt aus den Wurzeln. Von Karl Heinrich Waggerl. Der Dichter, von dem mir schon eine Reihe größerer und kleinerer Werke in unseren Spalten veröffentlicht haben, wird auf dem „Festlichen Abend" der Gießener Woche für Kunst und Literatur lesen. Ich stehe in meiner Kammer vor dem offenen Fenster. Es ist Nacht, ein schwerer Regen rauscht vom Himmel nieder. Das Wetter kam von Süden her. Vordem war das Land weithin vom Schein der Gestirne mild erleuchtet, aber dann schleppte di« Wolke Finsternis in das Tal herein. Ich sah, wie sie den fliehenden Mond fing und verschlang, die ängstlichen Sterne alle, sie fraß und fraß den Himmel leer, und zuletzt legte sie sich satt über den Berg, und aller Licht war ausgelöscht. Ich wende den Kopf und schau umher, ob ich nirgends einen Schatten der vertrauten Dinge wie- derfände, aber es ist nicht das geringste zu erkennen, kein Baum, kein Haus, auch kein Lichtschein in der Nachbarschaft, nichts. Und es währt so, bis endlich die bleiche Helle eines Blitzes den Himmel wieder pon der Erde tr«nnt. Dann, während der grobe Donner um das Haus poltert und stampfend wiederke-hrt und gurrend verstummt, dann schwebt für eine Weile em tröstliches Bild vor mir in der schwarzen Leere. Es ist bas geliebte Land, wie ich es immer sehe, jeden Morgen, wenn ich an das Fenster trete und mir den Schlaf aus den Augen reibe, und noch des Abends, wenn die friedvolle Dämmerung auch meine Unraft zur Ruhe bringt. Die Berge im Umkreise, die Felder, von weißem Dampf uberwallt, lichte Baumkronen, die der Wind beugt, das alles tritt für einen Augenblick aus der Nacht, verklärt von einem zauberischen Licht. Das Dach des Nachbarn auch, die Zäune und Wege im Wafferglanz, und einmal sehe ich «inen Hund, der eilig durch den spritzenden Regen nach Hause läuft. Auch diesen Hund kenn« Ich, er hat noch einen weiten Weg vor sich. Ich sah ihn schon am Abend vor dem Haus des Krämers sitzen, und da redete ich ihm zu. Treff, sagte ich, geh heim, das hat gar keinen Sinn. Das Krämerhündchen ist zu fein für dich, es trägt ein seidenes Halsband und nährt sich von Zuckerbrot, und du bist bloß fo ein Köter und piol zu groß obendrein, du hast überhaupt kein Halsband und lebst vom Schafhirten mit deinem Herrn. Nur ist dein Herr klüger als du, der heult nicht unter dem Fenster der Krämertochter, sondern er geht zu seinesgleichen auf die Almev- Ich lehne ja selber hier am Fenster und habe das Herno naß auf dem Leib« kleben, statt daß ich ins Warme kröche und schliefe. Und dabei ist das noch gar nicht mein bestes Narrenftück, es gab eine Zeit, da rannte ich auch des Nachts im Regen umher, ein seidenes Halsband war nicht der Grund, aber ein samtenes, mit einem roten Herzchen daran. Und der Hals, um den es hing, der war schwanenweiß und oiel zu zart für meinesgleichen; ich war nichtst weniger als ein Schafhüter, ich weiß gar nicht mehr, wovon ich mich damals nährte. Aber das ist lang vorbei. Jetzt ist es nicht mehr die Torheit der Jugend, die mich nachts zuweilen an das Fenster treibt und nach einem Stern am verhängten Himmel suchen läßt. Mit den Jahren bin ich seßhafter geworden, das muß man mir zugute halten, bedächtiger in meinem Wesen, klüger wohl nicht, aber ruhiger. Ich war ja auch unterwegs, war Soldat im Kriege, war auf Reisen in vielen Ländern und Städten, aber es wurde mir nie wirklich wohl in der Ferne; ich begreife jetzt, warum das Wort Elend vor alters soviel wie Fremde bedeutete. Seither bin ich daheim geblieben, da tue ich meine geringe Arbeit unter den anderen, und oft stehe ich eben eine Weile so da und schaue mich um, und dann wird mir leicht und fröhlich zumut, weil ich alle die bekannten, die getreuen Dinge um mich versammelt finde. Denn die Heimat ist das Bleibende, das Sichere, sie ist die Erbgnade für unser unseliges Geschlecht. Ich höre sagen, das sei Schwärmerei, es liege nichts daran, ob einer an dem ober jenem Ort der Welt werke und sich ums Dasein plage. Menfchen hätten doch die Grenzen gesteckt, sie seien vom Zufall oder vom Wechselspiel der Geschichte bestimmt worden, da sei kein Zauber im Spiel, nichts Innerliches und Unwägbares, die Heimat schaffe sich der Mann, wo ihn sein Schicksal hinttüge — nein, ich glaube das nicht. Ein Mensch kann nicht überall daheim fein, zu Hause wohl, aber nicht daheim. Ich muß daran denken, wie mir geschah, wenn mir in der Fremde ein Landsmann begegnete, der von der Heimat reden konnte. Wie ich nach jedem Hügel hätte fragen mögen, nach den Bäumen ums alte Haus, nach dem Brunnen und dem Turm, ob er noch stünde. Als ob es nicht auch anderwärts Hügel und Bäume und TürMe gäbe! Aber das meinte ich ja gar nicht, sondern der Baum, nach dem ich fragen wollte, der war mir auf geheimnisvolle Weise ins Gemüt gewachsen. Es war der Baum aus meinen Kindertagen. Denn das Heimatland ist ja in Wahrheit das Land der Kindheit, voll rätselhafter Klänge und magischer Bilder, die der Verstand nicht faßt, aber das Gemüt, weil sie uns aus einer Zeit her bewahrt wurden, in der unsere Seele selbst voll von Geheimnissen war. Ein junger Vogel muß seine Flügel gebrauchen, versteht sich, aber ich bin schon ein älterer Vogel. Als ich jung war, meinte ich auch, ich müsse meine prüfte in der Ferne versuchen, dort müsse das große Geheimnis verborgen, die Wahrheit zu gewinnen fein. Der Sinn der Welt, dachte ich, liege in ihrer Vielfalt, also komme es darauf an, hinterher zu sein und sich umzutun, versäumt sei quch schon verloren. Das meine ich nicht mehr. So viel habe ich doch erfahren, daß alles hintergründig ist und daß man vergeblich das Ganze zu gewinnen sucht, wenn man es nicht schon in seinem geringsten Teil begreift. Die beste Kraft kommt aus den Wurzeln. Und die Wahrheit ist im Nächsten wie im Fernsten zu finden, aber überall gleich mühevoll. Schwert am Himmel. Der Flieger-Grotzfilm „Feuertaufe". Auf Einladung und in Anwesenheit des Schöpfers und Oberbefehlshabers der deutschen Luftwaffe, Generalfeldmarschall Hermann Göring, des Oberbefehlshaber des Heeres, zahlreicher Reichs- Minister, fast des gesamten Diplomatischen Korps, der Generalität und der Admiralität und vieler führender Männer aus Staat und Partei fand am gestrigen Freitag eine festliche Ausführung des Großfilms „Feuertaufe" vom Einsatz der deutschen Luftwaffe in Polen, im Berliner Ufa- Palast statt. Das Musikkorps des Regiments „General Göring" eröffnete den festlichen Akt mit der Flie- gerfanfare. Staatsschauspieler Otto Wernicke sprach den Tagesbefehl des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Goring, vom 1. September 1939, in dem festgestellt wurde, daß das Maß voll ist und der Einsatz der Luftwaffe befohlen wird, und darauf den Tagesbefehl, den der Schöpfer her deutschen Luftwaffe am Tage des Falles von Warschau an seine Luftwaffe erließ. Unter atemloser Spannung rollte sodann das Filmwerk ab, das mit den Prädikaten „staats- politisch und künstlerisch wertvoll" ausgezeichnet, sei der Dampfer „Gseneden" (4272 BRT.) bereits am 29. Januar während eines Sturmeb bei Angeles na gestrandet. Die 60 Mann Besatzung hätten sich retten können. Auch der englische Dampfer „Eldenpark" (5183 BRT.) fei in der Irischen See gestrandet. Die Besatzung habe sich ebenfalls retten können. Ein amerikanisches Küstenwachschiff hat nach Meldung aus Neuyork 8 0 8 - Ruse des britischen Dampfers „Kintz Edward" (5244 BRT.) aufgefangen. Das englische Schiff befindet sich etwa 550 Seemeilen nordwestlich der Azoren. Deutsch-Ungarische Gesellschaft in Berlin gegründet. Berlin, 5. April. (DNB.) Im Rahmen der engen und ersprießlichen Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten des europäischen Südostens, durch die die verzweifelten Trennungsversuche der Westmächte längst zunichte gemacht worden sind, sind auch die traditionellen Freund- schaftsbeziehungen zwischen dem Reich unb Ungarn in der letzten Zeit weiter aus- gebaut worden. Wie schon kürzlich in den Besprechungen der Landwirtschaftsminister der entschlossene Wille zur Vertiefung der beiderseitigen Handelsbeziehungen zum Ausdruck kommt, so sind nunmehr auch dem kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern neue Wege und Möglichkeiten eröffnet worden. Zur Pflege der deutsch-ungarischen Beziehungen auf dem Gebiet *ber Kultur und der Volkswirtschaft erfolgte in Berlin di« Gründung einer unter der Schirm, Herrschaft des GeneralfeDmarschalls von Mackensen stehenden Deutsch-Ungarischen Gesellschaft. Es war ein festlicher Rahmen, in dem am Freitag- nachmittag im Haus der Flieger der feierliche Gründungsakt vollzogen wurde. Brachte das Erscheinen zahlreicher führender Persönlichkeiten des deutschen staatlichen und kulturellen Lebens die Anteilnahme zum Ausdruck, die der Neugründung und ihren Zielen von deutscher Seite entgegengebracht wird, so zeigte anderseits die Anwesenheit einer eigens zu biefer Feier nach Berlin entsandten ungarischen Abordnung, mit welcher Freude die Erweiterung der Dort gibt es die notürlidieit Mittel gegen Erkältung. dient-deiner ^MMuUied-! kulturellen Bindungen auch in Ungarn ausgenommen worden ist. Präsident Glaise von Horstenau betonte, daß das nationalsozialistische Deutschland fest entschlossen sei, das alte kulturelle Erde b e r beutsch-ungarischenBeziehungenwei- ter zu hegen unb zu pflegen. Der vor einigen Jahren abgeschlossene KuUurvertrag, ber schon reichste Früchte gezeitigt habe, sei einer von vielen Beweisen dafür. Das Präsidium ber Gesellschaft hat in Grußtelegrammen dem Führer und Se. Durchlaucht dem Reichsverweser v. Hort Hy ofsi- zielle Mitteilung von ber Gründung ber Berliner Gesellschaft gemacht. Weitere Telegramme würben an die Außenminister beider Länder gerichtet. Präsident Tasnady-Nagn (Bubapestt führte in feiner Ansprache a. a. aus: „In schicksalsschweren Zeiten hat aufrichtige Freundschaft erhöhten Wert. Es ist für uns ein erhebendes Gefühl, daß wir Ihre ehrliche unb kräftige Männerhand hier auf deutschem Boden drücken dürfen. Wir bitten Sie, davon überzeugt zu sein, daß wir Ihre Hand gefaßt haben, um sie niemals wieder lo szu- lassen." Staatssekretär Zschintzsch hielt bann ben Fest- oortrag über die Auswirkungen des deutsch-ungarischen Abkommens vom 28. Mai 1936 über die geistige und kulturelle Zusammenarbeit. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lauge. Stellvertreter des Hauptschrtftleltcrs: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Sange; für Stadt Gießen, Provin, und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner^ Druck und Verlag: Brühlsche UniversitütSdmckerei R. Lange K. G. Berlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: HauS Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. ein einzigartiges unb unvergängliches Dokument der Großtaten der deutschen Luftwaffe in den weltgeschichtlich beispiellosen Krieg gegen Polen darstellt. Die packenden und njitreißenden Bilder dieses im Auftrage des Relchsluftfahrtrninisteriums hergestellten unb von ber Tobis-Filmkunst betreuten Werkes schlugen bie Besucher sofort in ihren Bann. Vorn ersten Feindflug bis zum abschließenden Drama von Warschau erlebten die Besucher durch Aufnahmen, die durch die Kriegsberichterkompanien der Luftwaffe und dem Sondertrupp Bertram während der Kampfhandlungen gemacht wurden, die unwiderstehliche Wucht, mit der die Deutschen den Luftraum beherrschten und ihre Gegner in allerkürzester Zeit zusammenschlugen. Die Regie des Films hatte Hans Bertram, der 14 Kameraleute einfetzte. Die Musik schrieb Norbert Schultze, dessen Lied und Marsch „Bomben auf England" den Ausklang des Werkes bildete. Mit minutenlangem Beifall rourfle dieser Großfilm ausgenommen. Die Besucher dankten dem Schöpfer der deutschen Luftwaffe mit begeisterten Ovationen. DNB. Größte Bewunderung in Rom. 500 geladenen italienischen Gästen wurde gestern in Rom der unter dem Titel „Die Feuertaufe" zur Uraufführung gelangte Film über ben deutschen Feldzug gegen Poleh vorgeführt. Die Vorführung gestaltete sich zu einem glänzenden (Erfolg und zu einem Ereignis ersten Ranges. Der Einlaoung des deutschen Botschafters von Mackensen hatten neben dem italienischen Außenminister Graf Ciano zahlreiche weitere Minister, ferner von der Wehrmacht die Staatssekretäre General Soddu und General Pricolo usw. Folge geleistet. Der ungeheuer spannende Film, ber sich durch seinen dokumentarischen Reichtum unb seine technisch- hervorragenden Ausnahmen auszeichnet, hat bei allen Anwesenden größte Bewunderung und Anerkennung für die militärischen und organisatorischen Leistungen der deutschen Wehrmacht und vor allem ber beutschen Luftwaffe hervorgerufen. Wiederholt, so besonders beim Erscheinen des Führers unb des Generalseldmarschalls Goring, kam es zu spontanem anhaltendem Beifall, ber sich — wie bereits roährenb der eingangs gezeigten Wochenschau mit der Begegnung zwischen Dem Führer unb dem Duce am Brenner — auch zum Schluß zu einer begeisterten Kundgebung für die deutsch-italienische Freundschaft steigerte. Aus der Stadt Gießen. Kleiner Bpriljpairerganq Der lange Winter hat bas Wachsen und Blühen stark verzögert. Doch werden ein paar warme Tage rasch aushoien und die Zauberkraft der Sonne um so sieghafter' erweisen Vorerst haben nur die kleinen Vodenblüher in Busch und Wald ihre Augen geöffnet, die blauen Veilchen, die weißen Anemonen, die gelben Schlüsselblumen, das blaue Lungenkraut, die violette Taubnessel und noch einige andere Krauter, deren Lebensfrühling kurz ist und deren hochzeitliches Prangen vorüber sein muß, bevor Sträucher und Bäume über ihnen sich betäuben und ihren Tag verschatten. Ohne das belebende und kraftspendende Licht würden sie nicht zum Blühen kommen und elend verkümmern Viele von ihnen erfreuen sich bereits regen Jnsekten- besuchs. Ueberhaupt herrscht in der Tierwelt, schon ein fröhliches Getümmel. Wo ein paar Sonnenstrahlen den Boden treffen und wärmen, stellt sich bald die Eidechse ein, deren zierlicher Körper die Sonne mit allen Poren einsaugt. Sie braucht diese Wärmezufuhr in hohem Maße, um ihre winterliche Schläfrigkeit und Gliederstarre völlig überwinden zu können. Unter der täglich größer werdenden Schar der Vögel ist ein wahrer Sängerkrieg ausgebrochen: Außer den bekannten Meisen-, Amsel- und Finkenstimmen überraschen das lustige Pfeifen des Kleibers, das verliebte Trommeln des Spechts, der unermüdlich wiederholte „Zilp-Zalp"-Ruf des Weidenlaubvogels und das fröhliche Schmettern des Baumpiepers, das dem Gesang unseres Kanarienvogels ähnelt und dessen jauchzende Schlußschnalzer in schwebendem Flug erklingen. Ihnen allen rumort der Frühling im Blute und treibt sie zu verliebten Spielen, zu unermüdlichem Locken und Werben, zu hochzeitlichen Freuden. Vele sind mit Eifer und Emsigkeit schon auf der Wohnungssuche, andere haben sogar diese Sorge bereits hinter sich und arbeiten zu zweit am Aufbau des Nestes. Die gleichen Vorbereitungen für das künftige Geschlecht verraten die fleißigen Flüge der Bienen und Hummeln. Besonders die schwarze, hinten rostrot gefärbte Steinhummel summt im Bereich der weißen und violetten Taubnessel als unersättlicher Gast. Sie hat ihrer Körpergröße wegen nicht soviel Auswahl wie die kleineren Bienen, und darum sind ihr die langen Blütenröhren dieser Lippenblütler vor allem willkommen. Ein Pfauenauge dagegen segelt mit müdem Fluge vorbei: Es hat wohl schon seine Eier an die Blätter der Brennessel abgelegt und damit seinen Daseinszweck erfüllt. Sein stolzes Flugleben geht zu Ende. Anders verhält es sich mit dem weißen, grünlich marmorierten Aurorafalter, der jetzt erst feiner Puppe entschlüpft, übermütig über dem Wiesenschaumkraut schaukelt. Vor ihm liegt noch das Land der Äugend mit lockenden Sonnenfahrten und Liebesfeiern. Er ist der erste und eigentliche Frühlingsfalter. P. B. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 23.30 Uhr „Emilia Galotti". (26. Freitag-Miete.) — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Mann auf Abwegen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14 Uhr „Der Choral von ßeutben"; „Aus erster Ehe" — Gießener Kunstwoche: Ausstellung im Foyer des Stadttheäters von 17 bis 18 Uhr. — Artilleristen-Kameradschaft 1895: 20.30 Uhr Monatsappell mit Vortrag im hessischen Hof". — Kavallerie-Kameradschaft, Gießen: 20 Uhr Kameradschaftsappell im „Bayerischen Hof". — Post- Sportverein, Gießen: 20.30 Uhr Jahreshauptversammlung im „Frankfurter Hof". Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr Morgenfeier der HI. des Standortes Gießen. — 19 bis 22 Uhr „Der Graf von Luxemburg". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Mann auf Abwegen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14 Uhr: „Der Choral von teuren; „Aus erster Ehe". Dec Optiker am Sahnhsf > Lieferant- auch Ihrer Krankenkasse Gießener Frauen vorbildlich am Werk. Der heutige Krieg unterscheidet sich in vielen Dingen vorn Weltkrieg, besonders auch in der Frauenarbeit. Man sieht so wenig von dem, was die Frauen des Deutschen Frauenwerkes Besonderes leisten, daß es sich schon einmal lohnt, wenn wir gemeinsam einen Gang durch Gießen machen. Wir beginnen beim Bahnhof. NSV.- Bahnhofsdienst steht groß über einer Tür. Frauen des Frauenwerkes arbeiten hier feit Kriegsbeginn. Anfangs waren mehr als 100 Frauen hier in verschiedenen Schichten eingesetzt, seit nun die Rückwanderer alle ihren festen Wohnsitz zugewiesen bekommen haben, sind die Anforderungen an den Bahnhofsdienst geringer geworden, aber noch immer haben die Frauen Tag und Nacht ihre Aufgabe und erfüllen sie mit viel Fleiß und großer Aufopferung. Beim Weitergehen durch die Straße begegnen wir Müttern mit Kindern. Sie gehen zur Schuh- t a u f ch st e l l e! Begleiten wir sie einmal. Wieder finden wir Frauen des Deutschen Frauenwerkes, die mit viel Frohsinn versuchen, den Nöten abzuhelfen, und manches Kind, das der Schuh drückt, zieht fröhlich mit einem Paar gut paffender Schuhe ab. Freilich wäre es leichter, wenn lauter neue Schuhe zur Verfügung ständen, aber die gut erhaltenen Schuhe der Sammelstelle tun noch lange gute Dienste, und wertvolles Volksgut wird so richtig verwertet. Gleich daneben herrscht richtiger Betrieb. Wir sind in der N ä h st u b e ! Unter sachgemäßer Leitung von Schneiderinnen werden hier aus den gesammelten Kleidungsstücken brauchbare Kleider und Wäschestücke für die NSV. hergerichtet. Hier hört die Arbeit überhaupt nie auf, denn auch die Landfrau darf ihre Wäsche hierher zum Flicken und Stopfen schicken und bekommt alles wohlversorgt wieder. Ganz besonders beliebt sind die Hausschuh- k u r f e. Jedermann kann hier lernen, wie man Hausschuhe anfertigt, und braucht dafür sich nie mehr einen Bezugschein zu holen. Auf dem Markt beenden wir unseren Gang und kehren zum Schluß in der Marktberatungs- [teile ein. In allen Nöten des Haushaltes hilft hier die Leiterin gern den Hausfrauen. Da gibt es bestimmte Nährmittel, die gerade zur Zeit besonders empfehlenswert find, oder solche, die gerade jetzt von der Verbrauchslenkung aus gewünscht werden, daß man sie verwendet. All dies und die nötigen Rezepte hierzu hören wir hier. Auch Anregungen für Krankenkost oder Diätkost gibt uns die Leiterin gern. Sie freut sich, wenn ihre kostenlose Beratungsstelle noch viel mehr benützt wird. Eine ganz besonders aufopfernde Arbeit unserer Frauen ist die Tätigkeit in der Nachbarschaftshilfe, und davon sieht man nirgends etwas. Da ist eine Hausfrau erkrankt, der Mann ist im Felde, wer kümmert sich um das Nötige? Frauen der Nachbarschaftshilfe sehen nach dem Rechten. Die Wohnung wird saubergehalten, die Kranke versorgt, die Kinder in Obhut genommen und das Essen gerichtet. Es gibt so manche ältere Frauen, die mit den Karten nicht gut zurechtkommen. Eine jüngere Frau besorgt seit Monaten die Laufereien und Einkäufe. Unzählig find die vielen Fälle, in denen still geholfen wird. Neben all diesem tätigen Handeln versucht das Frauenwerk in den monatlichen Gemeinschaft s- abenben seinen Mitgliedern durch gute Vorträge das innere Rüstzeug für das Durchhalten in der Kriegszeit zu geben, denn die seelische Anspannung der Frau, deren Mann nun schon feit Kriegsbeginn im Dienste des-Vaterlandes steht, ist sehr groß. Die Feierstunde zur Gießener Woche für Kunst und Literatur. Im Rahmen der Gießener Woche für Kunsk und Literatur fand gestern abend in der Neuen Aula der Universität eine Feierstunde statt, die den zahlreichen Teilnehmern zu einem feinen und reichen geistigen Erlebnis wurde. Nach einer ausgezeichneten Wiedergabe der Ouvertüre zu „Oberon" durch Das Städtische Orchester unter der Leitung von Kapellmeister Paul Walter, hielt der Leiter des Goethebundes (gleichzeitig im Auftrag des Kaufmännischen Vereins und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde) Dr. Henning' eine kurze Begrüßungsansprache, in der er besonders den Kreisleiter, die Vertreter der Wehrmacht, des Staates, der Stadt und die zahlreichen Mitglieder und Gäste willkommen hieß. Er dankte in kurzen Worten für das rege Interesse, das der Gießener Woche für Kunst und Literatur entgegengebracht werde. Nach der Aufführung einer Händelschen Komposition (Concerto grosso Nr. 10 in g-moll) hielt der Vertreter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Dberreqierung^rof (schlecht (Berlin), einen Vortrag, in dem er die gegenwärtige geistige Situation in unserem Vaterlande umriß. Er sprach zunächst vom Krieg und der gegem wärtigen politischen Situation. Der Redner kam dann auf die Frage zu sprechen, was eigentlich die Kultur mit dem Kriege zu tun habe. Er antwortete auf diese Fragestellung mit einem Worte des Führers, in dem gesagt wurde, daß es zu kämpfen gelte für die Sicherung des Bestehens und der -Vermehrung unserer Rasse, unseres Volkes, für die Ernährung und Reinhaltung unseres Blutes, für die Freiheit und Unabhängigket des Vaterlandes und dafür, daß unser Volk zur Erfüllung der auch ihm vom Schöpfer des Universums zugewiesenen Mission heranzureifen vermöge. In diesem Kampfe bilde das deutsche Schrifttum der Gegenwart und der Vergangenheit die ewige Quelle zur inneren Bereitschaft und geistigen Wehrhaftigkeit der Nation Im Mittelpunkt der Feierstunde stand der Vortrag des Literaturhistorikers Prof. Dr HeinbolO AuchwalS über das Thema „Schiller und die Gegenwart". Der Redner ging aus von einem Brief eines Soldaten, aus dem zu erkennen war, daß sich der deutsche Soldat gerade in ber®egenmart zum deutschen Idealismus und zu den Klassikern bekenne. Goethe und Hölderlins Werke seien es insbesondere, nach denen der Soldat greife und nicht Schillersche Werke. Um Schiller mache sich immer noch eine Entfremdung und Mißdeutung bemerkbar, die für die Epoche vor und nach der Jahrhundertwende charakteristisch gewesen fei. Jetzt aber fei die Zeit gekommen für eine neue Eroberung des Schillerschen Vermächtnisses. In seinen weiteren Darlegungen brachte der Vortragende eine klare Charakterisierung der Dichter Schiller und Goethe. Er sprach davon, wie Goethes Dichtungen Dokumente seines Lebens seien, „gewachsene" Dichtungen, reife und schöne Früchte vom Baume seines Lebens, in einem geheimnisvollen Vorgang aus dem Unbewußten entsprungen. Schiller dagegen habe bewußt seine Werke geschaffen, Werke, die eine ganz bestimmte Wirkung auf seine Zeit und sein Volk haben sollten. Er habe feige Werke auf der Grundlage eines klaren Programms geschaffen, das selbst wiederum das Ergebnis jahrelanger eindringlicher Gedankenarbeit gewesen 'sei. Alle seine Werke seien erfüllt von der Sorge und der Verantwortung für das gemeinsame Schicksal seines Volkes. Seine Dichtung sei bewußt geformtes Werkzeug im Dienst der nationalen Wiedergeburt. Dann hörte man von der Bedeutung und den Gehalten feiner Schauspiele „Die Räuber" und ..Wilhelm Teil": der Redner sprach ferner von aufschlußreichen Szenen in Schillers Jugenddichtungen. Man hörte davon, wie den jungen Schiller zwei Anlagen in ihm bedrängten: auf der einen Seite das Künstlertum, auf der anderen sein politischer Tatwille. Schiller habe nicht Ruhe gefunden, bis er beide Aufgaben miteinander verbunden habe und das Ergebnis eine Kunst geworden fei, die als politische Tat wirke, aber doch ganze und echte Kunst und nicht nur Tendenzkunst sei. Nachdem Professor Buchwald diese Bemühung Schillers in vielen seiner Werke nachgewiesen hatte, sprach er abschließend von der menschlichen Größe und dem Heldentum feines Lebens, und beendete mit dem Goetheschen Epilog zur „Glocke" den ungemein eindringlichen und gehaltteichen Vortrag. Mit der Ouvertüre zu „Jdomeneo" (Mozart), und mit dem Gedenken des Führers, von Kreisleiter Backhaus in Worte gefaßt, fand die Feierstunde ihren Abschluß. rO, »R6«% P/6 BETP/E5SAME LEEFH WEENP PES FA&W&NMUrt . SXÄ*'** \ k MM M "■cw ■ [1779Ü und Ar eu. ketten GJESSE/V^MväUSß UR Glö «räuMi 1756 D KMmelset im MODEHAUS Carl Nowadi Schloßbrauerei Braunfels Sieben / Seltersweg Nr. 81 Beachten Sie bitte meine Schaufenster! 1758 A m. Küche u.Zub. .2 Pers. p. 1.5. v 5621A v. 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Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen und die Unterlassung der Reinigung der Sinkkasten unterliegen den Rechtsfolgen des § 42 der Pol.-Verordnung, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Stadt Gießen betr., vom 1. August 1904. Gießen, den 7. April 1940. 1738C Der Oberbürgermeister. 3.21.: Gravert. Obstbäume Hochstamm, Beseh, Spindel, Spalier. Stachel- end Johannisbeeren. Hochstamm nnd Busch, kraft.- Erdbeeren in guten Sorten. — Bosen-Höchst., ensch- nnd Bankrosen. - Heckenpflanzen, Koniferen. Flieder-Jasmin, Flieder-lllandelbänmchen sowie alle anderen Banmschnlenartikel. Blütenständen für Babatte, Scbnitt- nnd Steingärten kaufen Sie in erster 3semestrige Fachschule f. Hochbau, Maschinenbau und Elektrotechnik. Staatliche Abgangsprüfung. Semester beginn 15. April 1940. 99oD Der Direktor: Tielmann. raden erringen. Bei dem heutigen Betriebsappell wurde Hof durch die Betriebsführung und seine Arbeitskameraden in üblicher Weise geehrt. ** Silberne Hochzeit. Dieser Tage begingen der Kaufmann Karl M ö h l (Mitinhaber her Metzgerei Möhl) und Frau Marie, geb. Geyer, Bahnhofstraße 1, das Fest der silbernen Hochzeit. (Wir beglückwünschen zum Ehejubiläum.) ** Nichts damit zu tun. Zu unserem Bericht über die Verhandlung vor dem Amtsgericht Gießen gegen den A. B., Gießen (Gieß. Anz. Nr. 78 vom 3. April) bittet uns Herr Anton Breuer, Brandgasse 6, um die Mitteilung, daß er mit dieser Gerichtssache nichts zu tun hat. Gießener Wochenmorktpreije. * G i e ß e n, 6. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, deutsche vollfrische Eier 12, ausländische 11^, Weißkraut, J4 kg 11 bis 12, Rotkraut 15, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 50, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 35 Rpf., Feldsalat 1,30 bis 2 RM., Aepfel 15 bis 35, Birnen 20, Salat 3 RM., Endivien, das Stück 13 bis 20 Rpf., Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 30 G. A.-Gport. Fußball um die Gebielsmeisterschast. Bann 116 (Vetterau) — Bann 88 (Wetzlar). Am morgigen Sonntag findet auf dem Platz der Spielvereinigung vor dem Spiel der 1. Mannschaft das erste Spiel um die Gebietsmeisterschaft statt. Die einzelnen Banne stellen Auswahlmannschaften zur Verfügung. Aus welchen Spielern der Bann 88 seine Mannschaft zusammenstellt, ist noch unbestimmt, aller Wahrscheinlichkeit nach werden es Spieler aus der Wetzlarer HI. sein. Der Bann 116 stellt nach Genehmigung des Ge- bietsfachwartes für Fußball eine Vereinsmannschaft, und zwar die 1. Jugend der Spvg. 1900. Der Bann 116 tritt in folgender Aufstellung an: Flick (Gef. 3), Neuling (MHI ), Bötz (G. 3), Schöncke (Gef. 2), Heeg (Gef. 3), Dahmer (Gef. 3), Theiß (Gef. 3), Stieler(Gef. 3), Launspach (MHI.), Weniger (Nachr.-Gef.), Deeg (Gef. 3), alle 1900. Ersatz: Rinderknecht (Gef. 3), Hauser (---Nachwuchs), alle VfB.-R., und Schäfer (Gef. 3), 1900. Die Spieler des Bannes 116 haben zu beweisen, daß sie dazu fähig sind, den Bann würdig in den Meisterschaftsspielen des Gebiets zu vertreten. Aller : Voraussicht nach ist mit einem spannenden Spiel zu Villingen, den 6. April 1940. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 7. April, nachm. 3.30 Uhr statt. L Jede Neuherstellung oder Veränderung von Grundstücksentwässerungen ist nur nach vorheriger Einholung der baupolizeilichen Genehmigung zulässig. Das Ausführen jeglicher 2Ir= beiten an. Entwässerungsanlagen ist nur durch Installateure oder Unternehmer gestattet, welche den erforderlichen Zulassungsschein besitzen. Das Ausgießen oder Einleiten von Schmutzwasser in die Straßenrinnen ist verboten. III Von Grundstücken, die an die Straßenkanäle angeschlossen sind, darf kein Niederschlagswasser über den Bürgersteig abfließen, auch nicht, wenn die Hof- oder Regenrohrsinkkasten verstopft sind. Die Sinkkasten sind regelmäßig zu Gründlichen Nachhilfeunterricht in Deutsch, Latein, Französisch und Griechisch erteilt erfahrener Schulmann. Schriftliche Anfragen unter 1781D an den Gieß. Anzeiger. Danksagung. Allen, die unseres lieben Verstorbenen Ludwig Römer I. bei seinem Ableben so ehrend gedacht, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank Die trauernd Hinterbliebenen. Am Dienstag, dem 9. April 1940, 14 Uhr, werden im Hofe der Polizeidirektion, Landgraf-Philipp-Platz Nr. 1, abgelieferte und noch nicht abgeholte Fund- gegenstände öffentlich gegen Barzahlung versteigert, u. a. auch einige gebrauchte Fahrräder. 1746D Gieße/i, den 3. April 1940. Der Polizeidirektor: Lutter.__________ Am 5. April, vormittags 9 Uhr, verschied nach langem schweren Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Pg. Bürgermeister Otto Zimmer III. im Alter von 63 Jahren. Besuch der Veranstaltung erfolgt im Dienstanzug. : Gegen Dorzeigen des Theaterringausweises an der : Kasse werden noch Karten vor Beginn der Deran- l taltung ausgegeben. M-WüM M Krott M ftenöe Achtung! KdF.-Sport. Jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag finden folgende Kurse statt: i678D Mittwoch, 20.30 bis 21.30 Uhr: Sport und Spiele für Männer und Frauen, Goetheschule, Horst- Wessel-Wall. Donnerstag, 20.30 bis 21.30 Uhr: Gymnastik und Spiele für Frauen, Schillerschule, Schillerstraße. Freitag, 16 bis 17 Uhr: Kindergymnastik (für Kinder unter 10 Jahren), Goetheschule. Hierfür Anmeldungen vorher an Sportamt, Schanzenstraße 18, oder KdF., Laden Seltersweg, erbeten. Freitag, 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr: Schwimmen für Männer und Frauen, auch Anfänger, Volksbad. Neuanmeldungen werden in den Kursen angenommen. Auszeichnung eines Gießener Gelehrten. Der Ertrag her Harry-Kreismann-Stiftung für das Jahr 1939 ist mit Genehmigung des Reichserziehungsministers Rust dem Professor Dr. Ernst Merker in Gießen in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen und zur Förderung seiner weiteren Arbeiten verliehen worden. . * *♦ Zwei Siebzigjährige. Am morgigen Sonntag, 7. April, kann der Reallehrer i. R. Karl Kissel in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag feiern. Der Jubilar erfreut sich in seinem großen Bekanntenkreis hoher Wertschätzung. — Am Montag, 8. April, kann Frau Katharine Philipp, geb. Naumann, Krofdorfer Straße 24, bei guter Gesundheit ihren 70. Geburtstag feiern. Seit 40 Jahren zählt sie zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen zu den Feiern des 70. Geburtstages! ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage > kann der Arbeiter Adolf H o f aus A l t e n - B u f e ck, । Friedhofstraße 17, auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Poppe & Co. zurückblicken. Der Jubilar • hat sich als ein tüchtiger und fleißiger Arbeiter er- [ wiesen und konnte durch sein offenes, gerades Wesen • die Achtung seiner Vorgesetzten und Arbeitskame- Bekanntmachung. Betr.: Polizeiverordnung die Entwässerung von ' Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation vom 1. August 1904. Gestern nachmittag traten die Straßenbahnschaffnerinnen unserer Straßenbahn ihren Dienst an. Bisher nahmen acht Frauen den Dienst auf. Zunächst wirkten sie noch unter der Assistenz ihrer männlichen Kollegen, aber es wird wohl nur die . Frage weniger Tage sein, bis sie völlig selbständig ' und sicher ihren Dienst tun werden. Die Wagenlenker werden sich dann ausschließlich dem Fährdienst' widmen können. Unser Bild zeigt eine der neuen Schaffnerinnen in ihrer schmucken Uniform. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Hitler-Jugend Dann 116. Gebietsmeisterfchafts-Auswahlfpiel Bann 116 gegen Bann 88. Das Gebietsmeisterschafts-Auswahlspiel findet am kommenden Sonntag, 7. April, um 13 Uhr auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 statt. Sonntag, 7. April, Antreten der 16- bis 18jähri- gen Ig. zur K-Ausbildung, 8 Uhr, an der Volks- Halle. Sonntag, 7. April, um 11.30 Uhr, Morgenfeier ' der Hitler-Jugend „Dichtung und Jugend". Karl Heinrich W aggerl liest aus eigenen Werken. Der Gießener Banmschnle nnd SlandenfiannereiEherh.Schwarz Am Kugelberg 2 Fernruf 4082. Nassau feststellen, der dann gegen den Teilnehmer von Kurhessen (Bettenhausen) anzutreten hat. Am 14. d. M. trifft Hochelheim zu Hause auf den noch zu ermittelnden Gegner (entweder Wohnback) oder Anspach) und hat einen Sonntag später nach auswärts zu fahren. Es wird nicht einfach sein, sich gegenüber den starken Nachbarn zu behaupten. Immerhin verfügt unser Vertreter über ein ganz gediegenes Können, das ihn mit guten Aussichten starten läßt. Im übrigen aber weiß Hochelheim, worum es geht und wird sich um deswillen schon entsprechend einstellen. In Dornholzhausen spielt Garbenheim sein letztes Spiel um die Bereichsmeisterschaft illlllllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerbindung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stelltslch die Beschaffenheit Itwer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Beschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 fllllllllllllHIIIllllllllllU rechnen, da auch die Wetzlarer HI. gute Kräfte in ihren Reihen'hat. Der Sieger dürfte erst nut dem Schlußpfiff feststehen. LfD.-Neichsbahn Gießen. Tv. Rodheim I. — VfV.-Reichsbahn I. Die Grünweißen müssen wieder reisen, diesmal nach Rodheim. Die Gastgeber konnten gegen Sternberg mit beachtlichen" Leistungen auswarten und ind auf ihrem Platze sehr gefährlich, da sie nicht nur schnell, sondern auch mit ungeheurem Elfer m den Kampf gehen. Die Grünweißen haben in den letzten Spielen gezeigt, was in ihnen steckt, sie eilten von Sieg zu Sieg, und werden alles daran- etzen, daß auch diesmal wieder die Punkte, die zur Erringung der Meisterschaft notwendig sind, nach Hause gebracht werden. Wenn die Elf, die fast die gleiche Besetzung wie in den letzten Kämpfen aus, weist, das Spiel mit dem nötigen Ernst auffaßt, sollte man am Siege der Grünweißen nicht zweifeln. Die Endspiele um die Handballbereichelklafse. Es wird Hochelheim nicht leicht gemacht, in das Endspiel um die Bereichsmeisterschaft zu kommen. Ursprünglich hatte man vorgesehen, den Kampf gegen Bettenhausen im Bezirk Gießen austragen zu lassen. Weil aber inzwischen der Bezirk Friedberg ebenfalls Ansprüche auf das Endspiel erhoben hat, müssen zunächst einmal die Bezirke Gießen und Friedberg den Sieger des neuen Gaues Hessen- Maschinenknopflöcher Kurbeln, Sticken und Nähen liefert auch bei geg. Wäsche und Stoffen in bester Ausführung c. o. Reuter Fachgeschäft für Wäscheausstattung 1778 D Bekanntmachung. Die Ausgabe der beantragten Zusahkleiderkartett erfolgt in den zuständigen Geschäftsstellen des Wirtschaftsamtes, Liebigstraße 16, an nachfolgenden Tagen in der Zeit von 8 bis 12 und 15 bis 18 11 Hk wie folgt: ,r , 17770 lliontag, den 8. April, für die Buchstaben A—K, Dienstag, den 9. April, für die Buchstaben L—Z. Dorzulegen ist die Geburtsurkunde oder ein sonstigem amtlicher Ausweis. Außerdem ist die im Besitz be* findliche Kleiderkarte vorzulegen. Gießen, den 6. April 1940. Der Oberbürgermeister. (Wirtschaftsamt.) f Bekanntmachung. Die Ausgabe der Zusatzfeifenkarle für Kinder big zu 2 und von 2 bis 8 Jahren erfolgt ab Mittwoch, den 10. April, in den zuständigen Geschäftsstellen des Wirischaftsamtes, Liebigstraße 16. 1776C Die Ausgabe der Zusahseifenkarten für Aerzte und in der Krankenpflege tätige Personen erfolgt im Wirtschaftsamt, Zimmer 1. Dorzulegen ist der Set bensmittelpersonalausweis. Gießen, den 6. April 1940. Der Oberbürgermeister. (WtrtfchaftsamLj Bekanntmachung über die Offenlegung des Reichskatafters (Ciegen- fchastskatasters) der Gemeinden Lollar, Ruttershausen, Daubringen mit heibertshausen. Auf die Bekanntmachung des Vermessungsamts Gießen-Land vom 29. März 1940, erschienen im Gießener Anzeiger Nr. 75 vom 30. März 1940, mache ich hiermit aufmerksam. . 1752C Gießen, den 5. April 1940. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus^ Bekanntmachung. Die Auszahlung des Familienunterhaltes für den Monat April 1940 erfolgt durch die Bezirkssparkasse Gießen am: Dienstag, dem 9. April 1940, für Gruppe II Nr. 1 bis 500, Mittwoch, dem 10. April 1940, für Gruppe N Nr. 501 bis 1200, Donnerstag, dem 11. April 1940, für Gruppe II Nr. 1201 und darüber, sowie Gruppe I, III, IV und Räumungsfamilienunterhalt. Die Auszahlungen werden nicht nur in der Zeit von 10% bis 12 Uhr, sondern von 8 bis 13 Uhr vorgenommen. Gießen, den 4. April 1940. Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.) Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Lina Hohmeier, geb. Busch. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren innigsten Dank. Marie Petri Wwe., geb. Haubach Elli Lenz, geb. Haubach. Gießen, den 6. April 1940. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren unseres aufrichtigen Dank. 01292 Gießen, Hachborn, den 5. April 1940. Die Beerdigung findet Montag, den 8. April, um 15l/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Heute entschlief nach kurzer Krankheit unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Onkel Andreas Krug im Alter von 78 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Otto Krug Familie Heinrich Krug Familie Justus Krug. AISM Milke über MM. Roman von horst klernslb. 26. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) Der Regen trommelte unerträglich laut auf das Dach, und in den Rinnen schoß das Wasser rauschend zu den Abfallröhren. Er tropfte noch immer von der Decke, und die Tropfen zersprangen auf dem geölten Boden wie Quecksilberkugeln. „Nun ist es eigentlich zu spät für mich", sagte Parker plötzlich; er sah Renate an, ohne daß sein Blick sie eigentlich traf. „Vielleicht werden Sie glauben, auch mein Mut wäre falsch, ein Mut, mit dem man sich nur eine Hintertür offenläßt, um sich hinterher die Hand zu schütteln und sich zu versichern, daß man, im Grunde genommen, doch noch ein ganz anständiger Kerl sei, wie?" Verblüfft und ratlos sah sie ihn an. Er schüttelte den Kopf: „Nein, nein, es ist keine Hintertür zur Selbstgerechtigkeit! Es ist nur 4-- nun: Was?" Er blickte zu ihr hin, als könne sie ihm helfen, den Ausdruck zu finden, den er suchte, und schüttelte schließlich wiederum den Kopf: „Ich weih es selber nicht; in solchen Augenblicken kann man nur in der eigenen Sprache denken ..." Seine merkwürdige Einleitung verwirrte Renate. „Verzeihen Sie, Allan! Aber ich verstehe vorläufig kein Wort von dem, was Sie sagen." Parker nickte; es war eine seltsame, fast höfliche Bewegung des Kopfes, als fände er das sehr begreiflich. „Ich bin Privatsekretär in einem Anwaltsbüro. Ich erhielt diese Stellung, nachdem meine eigenen Unternehmungen Schiffbruch erlitten hatten. Von den drei Anwälten, die das Büro leiten, sind zwei meine Onkel, zwei Watsons — Brüder meiner Mutter." Er fuhr sich mit den Fingerspitzen über die feuchte Stirn und schwieg sekundenlang. „Vor vierzehn Tagen begegnete ich Ihrem Namen in einem amtlichen Schriftstück zum erstenmal. Die näheren Umstände sind im Augenblick unwichtig — jedenfalls erfuhr ich, daß Sie die Erbin eines großen Vermögens sind, eines sehr großen Vermögens nach deutschen Begriffen, einer Million Mark etwa ..." Er sah Renates sprachloses und ungläubiges Gesicht und schloß die Augen. „Bitte, ersparen Sie mir nähere Erklärungen! Es ist so, wie ich es Ihnen sage ... Niemand außer mir wußte, daß Sie — daß eine Frau, eine alleinstehende Frau, die Erbin dieses Vermögens sein würde. Und im gleichen Augenblick faßte ich den Entschluß, dieses Wissen auszunutzen, es für mich zu behalten, nach Deutschland zu reisen, Sie kennenzulernen, mich Ihnen zu nähern und — die reiche Frau zu erobern. Alle meine Bemühungen, alle Aufmerksamkeiten, jede Blume, jedes Wort — alles galt diesem Ziel ... Ja, es ist genau so erbärmlich, wie es klingt ..." Er bewegte die Lippen, als wenn er noch etwas hinzufügen wolle, aber er unterließ es und schloß sein Geständnis mit einer kleinen müden Gebärde der Hoffnungslosigkeit. Das Licht in dem großen Raum war grau und kalt. Der Wind drückte durch die Fugen des Fensters. Auf dem Fußboden unter der Dachschrägung hatte sich eine Wasserlache gebildet, in der sich ein Teil des Bücherbretts bunt spiegelte. Renate stand wie verwirrt neben dem verhüllten Modelliertisch. „Mein Gott, Allan, weshalb haben Sie mir das gesagt?" Es war eine Frage, die keine Antwort erwartete. Und Parker schwieg. Aber weshalb hatte er ihr das alles gebeichtet? Nach ihrer Ablehnung war es für das Geständnis seiner Schuld ohnehin zu spät gewesen. Vielleicht gab es so etwas wie eine Falschspielermoral? Renate drehte sich halb um und ging zum Fenster. Sie stützte die Hände auf das breite Brett und drückte die Stirn gegen die kalten Scheiben; ihr Atem beschlug das Glas. „Ich habe Ihnen nichts vorzuwerfen, Allan! Wir haben uns beide nichts vorzuwerfen! Mehr schuldig, weniger schuldig — wer will das messen?" Sie stieß sich vom Fenster ab und ging zu ihm hin. Ihr Gesicht war wie verschleiert. Sie legte ihm die Hand auf die Schulter: „Ich schicke Sie nicht fort, Allan! Ich habe keine feindlichen Gefühle gegen Sie — nein, wirklich nicht ... Aber, bitte, Allan, lassen Sie mich jetzt allein? Und die schönen Rosen — will ich in Wasser stellen." Parker nickte stumm und wandte sich zum Gehen. „Nein, nicht so, Allan. Geben Sie mir die Hand!" Sie führte ihn bis zur Tür. „Und leben Sie wohl!" Parker sah über ihre Schulter hinweg noch einmal ins Atelier hinein, in das große, schwimmende Fenster, die dunkelroten Farbflecke der alten Sessel, das bunte Bücherbord, die spiegelnde Vitrine und das töricht-eitle Gesicht der kleinen Puppentänzerin ... „Ich werde an all das denken", sagte er erstickt, „an die vergangenen Tage, an den Abend im Brunnenhof ... Eine kleine Nachtmusik ..." Er beugte sich über ihre Hand: „Ich danke Ihnen, Renate! Leben Sie wohl!" Sie stutzte für einen Augenblick und sah ihn mit einem lauschenden Ausdruck an, als habe sie in seiner Stimme einen befremdenden Unterton verspürt. Aber sie konnte sein Gesicht im Halbdunkel des Flurs nicht erkennen. „Sie reisen doch nach London zurück. Allan?" fragte sie stockend und trat einen Schritt näher zu ihm hin. Er schlüpfte in seinen Wettermantel und druckte sich den Hut auf den Kopf. „Gewiß! Natürlich!" Es kam ein wenig verwundert heraus, als verstünde er ihre Frage nicht recht. „Wahrscheinlich schon heute abend." Ein Unwetter in der Maingegend hatte den Schlafwagenzug, in dem sich Sir Jeremias Watson befand, aufgehalten. Und obwohl der Zug die Fahrt später mit erhöhter Geschwindigkeit-fortsetzte, gelang es ihm nicht, die beträchtliche Verspätung aufzuholen; er traf zwei Stunden nach der fahrplanmäßigen Zeit in München ein. Der alte Herr hatte in Köln zwei Tabletten genommen und auf diese Weise die Nacht, vor der er sich ein wenig gefürchtet hatte, ruhig und tief durchgeschlafen. Er nahm in einem Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs Quartier, verzichtete auf das Bad und verzichtete sogar darauf, die Wäsche zu wechseln, ließ sich rasieren und fuhr sofort zum Lenbachplatz. Er trat dort in die Hotelhalle, blieb einen Augenblick lang stehen, um die beschlagenen Brillengläser flüchtig zwischen Daumen und Zeigefinger abzureiben, und ging dann zum Schalter des Portiers. „Mister Allan Parker wohnt bei Ihnen —?" jawohl, mein Herr." „Geben Sie mir, bitte, feine Zimmernummer! Ich möchte ihn sprechen!" „Wen darf ich melden?" Sir Jeremias zögerte kurz. ,Hch möchte Mister Parker überraschen", sagte er schließlich mit einem dünnen Lächeln. Der Portier drehte sich um und sah auf das Schlüsselbrett. „Ach, richtig, jetzt besinne ich mich: Mister Parker hat das Hotel verlassen — vor einer guten halben Stunde. Ich fertigte da gerade einen anderen Gast ab; deshalb war es mir im Augenblick entfallen." Watson öffnete seinen Mantel. Er zog ein großes schneeweißes Taschentuch hervor, ballte es zu einer Art Quaste zusammen und betupfte sich enttäuscht die Nase. Sein Mund hatte dabei eine Form, die einem Rhombus ähnelte. „Tja — dann wird mir nichts andres übrigbleiben, als auf ihn zu warten." Der Portier schien sich sekundenlana Watsons Aussichten zu überlegen. „Wie Sie wünschen, mein Herr! Aber Mister Parker bleibt oft sehr lange aus. Gestern zum Beispiel hat er dos' Hotel am Vormittag verlassen und ist erst spät am Abend wiedergekommen. Allerdings war das Wetter gestern noch schön. Immerhin--" Watson unterbrach ihn. „Ich werde märten!* äußerte er knapp und suchte nach einer Ablage für seinen Schirm, den er zusammengerollt über den Arm gehängt hatte. Er fand sie unter einigen Gar- derobehaken in der Nähe der Tür, wo auch er seinen schwarzen runden Hut ablegte. Dann sah er sich in der Halle nach einem geeigneten Platz um. Er wählte einen großen braunen Ledersessel unter einem goldgerahmten Spiegel, dem Schalter des Portiers gerade gegenüber, von wo aus er den Eingang des Hotels, die Flügeltür, die zum Speisesaal führte, und das Treppenhaus gleich gut überblicken konnte. Es war kühl in der Halle. Watson saß mit spitzen Knien leicht vornübergebeugt in dem tiefen Polster und wartete. Die Zeit Der ging langsam. Er behauchte seine welken, dünnen Finger und drehte an dem Ring mit dem matt schimmernden Karneol- Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! siegel. Nach einer Weile ließ er den Ober kommen und bestellte sich ein Glas Tee und Zeitungen. Das heiße Getränk erwärmte ihn. Er nahm es in kleinen Schlucken und hielt das Glas dabei rund in beiden Händen Dann griff er zu den Zeitungen, weniger zur Zerstreuung, als um die Zeit totzuschlagen, und vielleicht, da er die großen Formate bevorzugte, um den bedauernden Blicken des Portiers zu entgehen, der jedesmal, wenn ihre Augen sich zufällig trafen, ein Gesicht machte, als ob er sagen wollte: Na, vielleicht überlegen Sie sich's doch, alter Herr —? Der Hotelomnibus brachte Gäste von der Bahn. Ein grün beschürzter Diener lief mit einem riesigen grauen Schirm zur Tür. Ein kalter Luftschwall wehte in die Halle. Sir Jeremias Watson zog die Schultern vor und hüllte sich fester in seinen Mantel. Er stieß den Atem ein paarmal durch die Nase, mit einem grämlich prüfenden Ausdruck, als suche er die ersten» Anzeichen eines Schnupfens. Für ein paar Minuten war die Halle von dem Geschwätz der neuen Gäste erfüllt, von ihrer Entrüstung über das Wetter und den beruhigenden Versicherungen des Portiers, daß gerade der Herbst in Oberbayern sonst sehr schön sei. (Fortsetzung folgt.) iphflinnl Am Dienstag, dem 9. April, ullluliyi 19.30 Uhr, beginnen unsere neuen Lehrgänge in 1759D lomhrill 0. Maschinenschreiben lllllllflllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIIHIII in der Oeffentl. Handelslehranstalt, Wemerwall 11, nach dem bereits am 30. März 1940 bekanntgegebenen Stundenplan. — Anmeldung und nähere Auskunft (auch über etwaige Verlegung d. Stunden) zu Beginn des Unterrichts. DeutlcheStenodrafenlchati Ortsverein Kleben. Buvg Gleibevs Sonntag, den 7. April TANZ1771D Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der Fliegerhorstkapelle Obst- nnd Garlenbauverein Gießen. Die bestellten Fichten- u. Bohnenstangen können vom 8. Avril ab, nachmittags bei dem Unterzeichneten abgeholt werden. Samstags findet feine Ausgabe statt. 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Ol'UzzUPSr Teile Ähnen hierdurch mit, daß ich mit dem Danzeisen« Apparat meinen großen Leistenbruch in 3 Monaten so geheilt habe, daß ich jetzt als 62jährige wieder jede Arbeit verrichten kann und den Apparat nicht mehr zu tragen brauche. Ich wünsche Ihnen, daß Sie noch vielen Bruchleidenden durch solche operationslose Bruchheiluug Helsen können. gez. Frau Stroh. Odersbach bei Wellburg/Lahn, Runklerstraße 137, den 20. Juni 1939 ES ist wahr, daß ich meinen Schcnkelbruch, der mir sehr viel Schmerzen ttnb Sorgen bereitete, innerhalb 6 Wochen mit dem Danzeisenschen Patent geheilt habe. Da der Apparat so bequem sitzt, daß man jede Arbeit damit verrichten kann, bat er auch absolut nicht gestört. Dieses Verfahren war ohne Berufsstöruug, ohne Schmerzen und ohne Einspritzung. gez. Wilhelm Fuhr, Landwirt. Dornholzhausen bet Nassau a. d. Lahn, HauS Nr. 32, den 1. Juli 1939 »^kostenlos zu sprechen bin ich für jeden Bruchleidenden, der vsrhet die Broschüre gelesen hat: Frankfurt-Main, 13. 4., Hotel Hansa-Royal, 8—13 Uhr und 15.4., 8—13 Ubr; Friedberg, 16. 4., Hotel Deutsches Haus, 8—12 Uhr; Greßerr, 16. 4., Hotel Hindenburg, 15—18 Uhr; Dillenburg, 17.4., Hotel Hirsch, 10—14 Uhr,- Limourg, 18.4., Hotel Nassauer Hof, 9—12 Uhr; Wiesbaden, 19. 4., Hotel Taunus, 8—13 Uhr. 1748v Wilhelm Backhaus, Neustadt/Weinstratze, Friedrichstraße 7. BÖRO-EINNCMTUNGEN Gießen» Bahnhofstraße. 767d Für alle Fabrikate Wagenpflege u. OelweeW durch unsere moderne zur Reinigung des Gesichts und der Hände benutzen. S-e Dr. Gaudlitz-Mandelklele hat nicht nur dieselbe Reinigungskraft wie Seife, sie ist audi von alters her ein bewährtes Schönheitsmittel 1 Sie ist sauerstoffhaltig und macht Ihr Gesicht ^enbfid/ch^^lütenreuif Streudose RM 0.90 Nodittillbevtet tM 0.45 frei (MIM le orte. frxhgoxMnen Nachlässe von 3 bla 20 v. 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