ioo-j«»».»« nr.54 ynr« * V 4 . .‘'ü?“ Erscheint täglich, anher / jA ▲ ▲ k ▲ ▲ ▲ A. A Wk W ▲ ▲ A .Ak A A^. AA für die Mittagsnummer Sonntags und feiertags M J9 A AM AMk 4M WH kW WHAM A^M W A^M AVL bis8'/.UHrdesVormittags Beilagen: Die Illustrierte M WBMBk M M^MI M W M M M» H ▼ IM W H H M H ■ H M H V Grundvreise für 1 mm Höhe Giehencr Famllienblätter fig Ms HW M M jr MA W WWW W M W Eg M Jk WWW Hx W bei Anzeigen von 22 mm HeimatimBild DieScholle WH W« WH W Hf W W H IW W ';i W KU M H Breite? Pf.,Tertanzeigen ffiS WlzWVIIVIWVV Wlwrl SS» Zustellgebühr... „ -.25 v MW Matzvorschrift (vorherige auch bei Nichterscheinen M ■ ™W Vereinbarung)25°/omehr von einzelnen Nummern IV^ Ermäßigte Grundvreise ÄvÄtatT« v-u-undv..,-g- dUtttrnIs)Itmwr für(hlwrhdfeit Sd,tiK:9s^inra^T"e: und Ss'Lig-n PoMchÄl?686^ankf^M' vrühlscheUnioerfltStrdnnIerelR.Lange V/vl^k"4 |Ul' Vvilf V|f VII Sietzen,Schulstratze7 9 von 22 mm Brette 6 Pf. Füns italienische Kohlenschiffe angehalten flamten zunächst seine Landwirtschaft und Rohstoffproduktion, durch die Einfuhr aus Deutschland wieder versorgt sich Jugoslawien mit denjenigen Erzeugnissen, die für feine bergbauliche und industrielle Entwicklung von großer Bedeutung find. Wir sind auseinander angewiesen, deshalb ist die Erhaltung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen für beide auch weiterhin eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Jugoslawien faßt seine Neutralität nicht nur als ein Recht auf, sondern ebenso sehr als eine Pflicht allen in Frage kommenden Handelspartnern gegenüber. Im aufrichtigen Wunsche, seine jetzige Lage aufrechtzuerhalten, hat Jugoslawien gerade auf dem wirtschaftlichen Gebiet manche Versäumnisse gemacht, welche in schroffem Gegensatz zu feinen wirtschaftlichen Interessen stehen. Das sind die Hautpgrundsätze der jugoslawischen wirtschaftlichen Neutralität, die unsererseits immer eingehalten werden, weil wir darin die beste Bürgschaft für die Erhaltung der politischen Neutralität erblicken. Oer Wehrmachtsbericht. Berlin, 5. März. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Zwischen Mosel und Pfälzer Wald teilweise lebhafteres Artilleriefeuer und beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat ein von Fernfahrt zurückgekehrtes U-Boot die Versenkung von 36 000 Brt. gemeldet. Die Luftwaffe setzte am 4.3.1940 trotz ungünstiger Wetterlage ihre Aufktärungsftüge über Ostfrankreich fort. slowakisches Holz kaufen. Ungarn verblüfft durch eine Leistung, an die man am wenigsten gerade bei Ungarn denkt: Prunkstücke einer Porzellanindustrie von höchster Leistungsfähigkeit. Lettland zeigt Sperrholz, seine führende Industrie, Fleischwaren, Kunsthorn und Süßigkeiten; Bulgarien Kelims und Tabak; Griechenland Teppiche von phantastischer Schönheit,' Sehnsuchterreger für jeden Kenner, denn auf griechischem Boden ist die berühmte Teppich-Knüpftechnik von Smyrna mit den anatolischen Griechen ausgewandert, die bei dem großen Bevölkerung sau stau sch ihre Heimat verlassen mußten. Jugoslawien imponiert mit einem kartographischen Schaubild seiner Erze, Rumänien mit der Schönheit und Kostbarkeit alter Ge- roebe — doch genug der Teste — es gibt nur eine Messe, und es gibt nur ein Leipzig! Gichergänzende Wirtschaften. Jugoslawiens Handelsbeziehungen zu Deutschland. Berlin, 5. März. (DNB.) Der zum Besuch der Leipziger Messe nach Deutschland gekommene jugoslawische Handelsminister Andres erklärte: Die deutsche Wirtschaftsstruktur mit ihrem mannigfaltigen Jndustriecharakter hat alle Eigenschaften für einen regen Warenaustausch mit einer Wirtschaft, die auf der Agrar- und Rohstoffgrundlage beruht. Durch seine Ausfuhr nach Deutschland hebt Jugo- Kriegsaussichten-Debaüe in England pessimistische Feststellungen. Deutschlands Test in Leipzig Don Or. paul Rohrbach. Run auch in Frankreich... Unvorstellbares ist geschehen. In Frankreich, wo man lebte wie eiji Gott, und Weizen und Fleisch, Kaffee und Kakao, Gemüse und andere leckere Dinge angeblich im Ueberfluß hatte, ist der Ruf nach Lebensmittelkarten immer dringender geworden. Die Rationierung soll als letztes Hilfsmittel gegen das plutokratische System der Oberschicht helfen, die, genau wie in England, dem Volk die Nahrungsmittel wegkauft und es hungern läßt. In London hat das Blatt der Labour-Party, „Daily Heralb" einen Alarmartikel gebracht, nachdem es schon vorher zugegeben hatte, die Fleisch-, Speck- und Butterrationen seinen so teuer geworden, daß die englischen Massen sie nicht erschwingen könnten. Der Rat der Regierung, das Volk möge mehr Gemüse essen, fei verrückt, denn die Preise für Wirsingkohl z. B. seien so hoch geklettert, daß sich nur die Wohlhabenden den Gemüseluxus erlauben könnten. Wer den Briten und Franzosen bei Kriegsanfang angekündigt hätte, daß sie einmal nach dem Kartensystem verlangen mürbem wäre gelyncht worden. Denn „man saß dick drin", man verhöhnte die vorsorgliche Rationierung der Vorräte und der Erzeugung, wie sie sogleich in Deutschland eingeführt wurde; man verstand nicht, daß gerade das deutsche Rationierungssystem eine Maßnahme ist, die allen Volksgenossen die gleiche Ernährungsmenge zuteilt und es verhindert, daß sich solche Zustände entwickeln, wie sie heute in den Plutokratien an der Tagesordnung sind. Zu spät kommen jetzt alle Mahnungen, Englands Landwirtschaft zu stärken, denn was man durch Jahrzehnte vernachlässigte, kann nicht auf einmal wieder eingeholt werden. Trügerisch sind auch alle Maßnahmen Daladiers, die französische Landwirtschaft zu einer Vollernte für 1940 zu zwingen, nachdem alle Arbeitskräfte zur Fahne gerufen wurden. Das „Zu spät" macht sich auch auf dem Gebiete der Rationierung bemerkbar. Man will die Bäckereien beaufsichtigen, Lebensmittelkarten einführen und das Brot mit — Bohnenmehl strecken! Staunend vernimmt es der Deutsche. Der Franzose soll künftig fein langes und dünnes Weizenbrot, fein geliebtes pain blanc, fein Hauptnah- Rom, 5. März. (Europapreß.) Heber die Kriegsaussichten am Beginn des siebenten Kriegsmonats ist man nach dem Londoner Korrespondent der „Gazetta bei Popolo" in England geteilter Ansicht. Der frühere Kriegsminister, der Jube Hore-Belisha, äußert im „News oft the World" Zweifel über die amtliche Ansicht, daß d i e Zeit für bie Weftmächte arbeite. Sie scheine im Gegenteil für Hitler zu arbeiten, da die Widerstandskraft Deutschlands z u n e h m e , während bie britische Schiffstonnage langsam z e r st ö r t werbe. Lloyd George hat in einer Rede'auf die Schwächen Englands im Wirtschaftskrieg hingewiesen und dabei gesagt: „Meiner Ansicht nach find wir an einer lebenswichtigen Front nicht vollständig vorbereitet, und das ist die Lebensmittelversorgung. Wenn man die Blockade Deutschlands mit der des letzten Krieges vergleicht, so war Deutschland damals von uns vollständig umringt. Jetzt hat Deutschland die Hintertür ofsey. Die Seitentüren find auch offen. Deutschland hat mit Rußland, Italien und Rumänien spezielle Verträge für den Austausch von Lebensrnitteln." Lloyd George richtete einen Aufruf an die englische Landbevölkeruna, die Erzeugung von Lebensrnitteln zu erhöhen. Auch der Minister für wirtschaftliche Kriegführung, Croß, hat im Unterhaus zugegeben, daß die Blockade „einige stelle schickte, sanden den Dampfer in sinkendem Zustand vor. Die Mannschaft hatte sicb bereits in die Boote begeben. Der „Charles Meyer' war 1938 auf der Hamburger Werft Blohm & Voß für die Oil Tankers Ltd. in Hongkong gebaut worden und hatte erst einige wenige Fahrten zwischen China und England hinter sich. In der Nähe der Stelle, wo der Tankdampfer versenkt wurde, sind außerdem zwei bewaffnete Fischdampfer vermutlich durch das gleiche U-Boot beschossen worden. — Auch das englische Motorschiff „P a z i f i c Reliance" (6700 BRT.) ist, an der englischen Westküste versenkt worden. Die 53 Mann der Besatzung begaben sich in die Boote und wurden unter Begleitung eines Militärflugzeuges in einen englischen Hafen gebracht. — Ferner ist der englische Tankdampfer „El Ciervo" (5481 BRT.) im Atlantik nach einer Explosion gesunken. Das Schiff befand sich mit einer Ladung Del auf der Fahrt von Trinidad nach London. Neue amerikanisch-skandinavische Gchiffahrtslinie. O s l o , 5. März. (Europapreß.) Die amerikanische Schiffahrtsgesellschaft Moore and Mac Cormack Corporation, die die American Scantic Line betreibt, hat ihr europäisches Hauptbüro jetzt von Kopenhagen nach Bergen (Norwegen) verlegt. In Bergen sollen die Ladungen von und nach anderen skandinavischen Häsen jetzt umgeladen werden. Während die Gesellschaft den Verkehr nach den skandinavischen Häsen seit Kriegsausbruch mit alteren Schiffen unterhalten hatte, werden von jetzt an moderne Zehntausend-Tonnen-Schiffe eingesetzt, da die Kriegszone vermieden wird. Abtretung englischer und französischer Inseln in USA. gefordert. Washington, 5. März. (Europapreß.) Dec demokratische Senator Reynolds fordert, Verhandlungen mit England über die Abtretung einiger britischer Inseln gegen Streichung der Kriegsschub den einzuleiten. Der Plan betrifft, hauptsächlich die Inseln von Bermuda, Bahama und Nassau sowie Jamaica und die Kleinen Antillen, ferner die Windwards- und Leewards-Jnseln, die zur Verstärkung der Verteidigung von Porto-Rico dienen könnten. Ein ähnlicher Plan wurde im Abgeordnetenhaus von dem demokratischen Abgeordneten R a n d o l p h eingebracht. Senator Randolph erklärte, er werde auch Verhandlungen mit Frankreich über bie Abtretung der Inselgruppen im Karibischen Meer Guadeloupe und Martinique oder wenigstens für einen Verkauf der Inseln in der Nähe von Neufundland Miquelon-St. Pierre beantragen, die als Stützpunkte für die lleberfeeflüge amerikanischer Flugzeuge dienen könnten. Oie USA. suchen neue Stützpunkte in Mittelamerika. N e uy or k, 5. März. (DNB.) „New York Ti- mes" berichtet, Roosevelt habe auf seiner Panama- reife an Bord des Kreuzers „Tuscaloosa" mit Vertretern Panamas, Kolumbiens und Costaricas geheime Besprechungen gehabt und von diesen Ländern Zusicherungen erhalten, daß sie ihre Flugplätze im Kriegsfälle der 08^. -Flotte zur Verfügung stellen würden. „New York Times" meldet gleichzeitig, daß der neugewählte Präsident von Costarica Mitte März m Washington mit Roosevelt über die Verpachtung ober den Berkaus bet Cocosinseln und die Errichtung einer amerikanischen Flottenbasis in Salinäs-Bucht verhandeln werde. Amsterbam,6. März. (Europapreß.) Aus London wird gemeldet, daß die britische Kontrolle b ie ersten fünfitalienischen Kohlenschiffe angehalten hat. Ferner ist ein italienischer Oel- bampser festgehalten worden. Die sechs Schiffe sind nach Deal in ben Downs weitergeleitet worben. Blockabeminister Ronalb Croß sagte im Unterhaus, daß alle weiteren derartigen Schiffe, die Rotterdam nach dem 1. März verlassen haben, gleichfalls fe st gehalten werden würden. Der Export deutscher Kohle für Italien über Rotterdam habe jetzt aufgehört. An zuständiger englischer Stelle wird mitgeteilt, daß auch bie Tatsache, daß Schiffe vor dem 1. März beladen wurden, sie nicht vor der Beschlagnahme ihrer Ladungen bewahren würde. Wsien verteidigt die Freiheit der Meere. Mailand, 6. März. (DNB. Funkspruch.) Die norditalienische Presse macht aus ihrer Entrüstung über das Anhalten der italienischen Schiffe kein Hehl. Es wird darauf hingewiesen, daß Italien auf seinem Rechtsstandpunkt beharre und dabei gleidp zeitig auch im Namen aller neutralen Mächte das Recht auf sein Dasein und auf die Fr e ih e it der Meere gegen die britische Anmaßung vertrete. Entrüstet stellt der „Popolo d'Jta- lia" fest, bas England, anstatt ein Abkommen zu begünstigen, mit unnachgiebiger Haltung weiter bie italienischen Schiffe festhalte. Auch der „Karriere della Sera" kennzeichnet das britische Vorgehen gegen die italienischen Schiffe als g e f e tz- u n b rechtswidrig, während die „Stampa" bie immer stärkere Zustimmung ber übrigen Machte zur italienischen Haltung hervorhebt. „Messaggero" betont, daß die Aufbringung, verschiedener italienischer Schiffe mit deutscher Kohle, deren Transport sich durch die Ungunst der Witterung verzögerte, den italienisch-englischen Streitfall kompliziert und verschärfst habe. Die Krise in den Beziehungen der beiden Länder habe noch ernstere Formen angenommen, als sie bereits von ber italienischen Note klar bargelegt würben. Man müsse feststellen, daß von britischer Seite bisher noch keinerlei Beweis eines Wunsches freunb- schaftlichen Uebereinfommens gegeben wurde, ber in den letzten Tagen wieberholt versichert worden sei. Man habe allem Anschein nach eine vollenbete Tatsache nicht vermeiden wollen, die heute auf dem Fortgang des Streitfalles laste. Man könne nicht glauben, daß London ohne Besorgnis den Schaden veranschlage, der hieraus den wahren Interessen Großbritanniens erwachsen könne, bas gerade in diesem Augenblick gewiß nicht das Bedürfnis habe, sich vorsätzlich Schwierigkeiten oder gar weitere Feindschaften zuzuziehen. Beunruhigung in Paris. Brüssel, 5. März. (Europapreß.) Der Pariser „Exzelsior" schreibt, die Schärfe des italienischen Protestes müsse genügen,*um bie letzten Jllu- sionen, die man in Frankreich und Gnglanb noch gehabt habe, zu zerstören. Es sei besonders beunruhigend, daß sich ber Protest ber italienischen Regierung nicht nur auf die deutschen Kohlensendungen beschränke. Italien mache in seiner Note der Blockade im allgemeinen urtb der Seekon- trolle ber Westmächte im besonderen den Prozeß. Es sei daher zu befürchten, daß Rom daran denke, die neutralen Staaten, die an Deutschland lieferten, in einen Block gegen die Blockade ber Westmächte zusammenzufassen. Ein schwerer Schlag für Rotterdam. A m ft e r b a m , 6. März. (DNB.-Funkspruch.) Die hollänbische Presse weist barauf hin, baß bie italienisch-englischen Beziehungen sich sichtlich zugespitzt hätten. Für bie Rotterbamer Hanbelskreise, so berichtet ber „Telegraph", bie immer noch gehofft hätten, bie Durchfuhr beutscher Kohle über Rotter- bam nach Italien werbe auch weiterhin möglich sein, bebeute biefe Entwicklung eine schwere Enttäuschung, ba ber Transit beutscher Kohle nach Italien bas einzige übriggebliebene große Tranfitgeschäft war. Britischer 10000-T-Tanker versenkt. Amsterbam, 5. März. (Europapreß.) Der englische Tankbampfer „Charles F. Meyer" (10 516 BRT.) würbe im Aermelkanal torpebiert. „Telegraas" berichtet, bie Mannschaft bes Dampfers habe kurz vor ber Versenkung ein Unterseeboot entberft. Das Schiff habe versucht, mit höchster Geschwindigkeit zu entkommen. Das sei aber nicht gelungen. Eine Anzahl von Zerstörern, bie bie Abmiralität auf bie ausgesanbten Notsignale hin zur HMeijttmg an, dis Unglück Praxis umgestellt. Auch in Leipzig aber verstaub man, sich umzustellen. Aus ber Warenmesse würbe bie M u st e r - messe, so wie sie heute funktioniert. Der Verkäufer bringt nicht mehr ganze Portionen seiner Ware zum Verkauf, sonbern Muster, nach benen ber Einkäufer seine Auswahl trifft, währenb bie bestellte Ware birekt vom Fabrikationsort zum Besteller rollt. Die Ueberlegenheit bieses Systems beruht auf ber Mannigfaltigkeit ber Waren, von benen Muster an einem Ort zur Schau gestellt werben, unb auf ber Vorführung von Neuhe t = t e n, nach benen jeber Kaufmann begierig ist, weil sie ihm sicheren unb raschen Absatz versprechen. Sie werben ihm in Leipzig vorgeführt. Mit einer zugkräftigen Neuheit auf bie Messe zu kommen, ist bas Ziel bes Fabrikanten; ber Käufer roieberum kann alle Erzeugnisse tonfurrierenber Firmen nebeneinanber überblicken unb seine Wahl treffen. Die Leipziger Messe ist die Zentral messe nicht nur Deutschlands, sondern der Welt überhaupt, unb die größte aller Länder. Sie gibt einen einzigartigen Ueberblick, einen T e st, über alles deutsche industrielle, handwerkliche und kunstgewerbliche Schaffen. Sie gibt aber auch dem fremdländischen Aussteller Gelegenheit zu einem Test auf Gebieten, auf denen er sich etwas Besonderes, Anziehendes, zutraut. Das Ring-Messehaus ist ber Sitz zahlreich er Au staub s -Au sf te [hinge n. Inte restant sind besonders die Länder, die zum erstenmal kollektiv ausstellen oder erst seit kurzem vertreten sind. Dor- züglich organisiert ist die Ausstellung Estlands. Die Slowakei paradiert mit ihrem Holz. Ein Meisterstück ist die in verschiedenen Holzarten ausgeführte große Karle von Europa, über die' eine Menge Fäden nach den Ländern Einlaufen, die Lücken" aufweise. Anscheinend merken nun also auch maßgebende Vertreter ber englischen Politik, wie sehr sie sich verrechnet hatten, als sie glaubten, bas nationalsozialistische Deutschland mit den Waffen des Wirtschaftskrieges aushungern und bezwingen zu können. In einem bezeichnenden Artikel gibt die „T i - mes" unverblümt bas Interesse Englanbs an dem finnischen Kriegsschauplatz zu. Sie fordert offen nachbrückliche Hilfeleistung der Westmächte für Finnland. Es würde jeden Tag klarer, schreibt das Blatt, daß der finnische Krieg keine Nebensache sei. Es sei jetzt keine Zeit mit Diskussionen zu verlieren. Das Gallipoli- Unternehmen im Weltkrieg sei ein hervorstechendes Beispiel dafür, wie durch falsche Sparsamkeit unb durch bie Unfähigkeit, bie verhältnismäßige Bedeutungslosigkeit von Risiken zweiten Ranges richtig einzusetzen, eine gute Gelegenheit versäumt worden sei. „Wir wollen uns nicht noch einmal auf die trübselige Aufgabe, verpaßte Gelegenheiten zu diskutieren, vorbereiten, nur um festzustellen, wie wir es in der Bergangen- cheit so oft getan haben, daß der Wille und die Mittel, die Gelegenheit zu ergreifen, die ganze Zeit hindurch vorhanden war, und baß nur ein Mißverständnis uns daran gehindert hat. Unser Inte r e s s e i st k l a r!" Leipzig, 3. März 1940. \ Das Wort „Test" für die Erprobung bestimmten < Könnens ist amerikanischen Ursprungs. Man 1 braucht es für menschliche Begabung, für technische i Leistungen, für Materialprüfung und noch manches < andere. Die Leipziger Mustermesse 1940 ist ein ! Test für die deutsche Schaffens- unb i Organisation straft mitten in einem schwe- 1 ren Kriege. Reichsminister Dr. Goebbels sagte in ; feiner Eröffnungsansprache, daß Deutschland durch i feine Lage unb durch bas Fehlen bestimmter ncttür- । licher Reichtümer darauf angewiesen ist, besonders । intensive unb besonders solide Arbeit zu leisten. Im : Vertrauen auf bie Qualität beutscher Arbeit ist selbst im Kriege ber Besuck aus dem Aus- Ian b e in Leipzig nur unwesentlich schwächer als im letzten Friedensjahr 1939. Das höchste Kontingent ausländischer Messebesucher stellen auch diesmal, wie zu vielen früheren Messen, die Niederlande. Auch aus Italien haben die neuen Wirtschaftsoereinbarungen einen steigenden Zustrom von Einkäufern herbeigezogen. Aus einem besonders wichtigen Absatzgebiet für deutsche Waren, bem europäischen Südosten, sind bis jetzt etwa 1000 Besucher gezählt worden. Die norbeuro» päischen Staaten sind, wie in den Vorjahren, mit über 800 Einkäufern vertreten. Daneben stellen Belgien, die Schweiz unb bie baltischen Ranbstaaten beachtliche Kontingente. Ein Gang burch die Messeräume läßt Sprachen von Schweben bis Arabien, von den Niederlanden bis zur Türkei hören. Estland, Rumänien, Schweden, die Schweiz, die Slowakei unb Ungarn finb zum erstenmal durch Kollektivausstellungen vertreten; Lettland, Luxemburg und das Protektorat Böhmen unb Mähren zum zweiten, Bulgarien zum vierten, Belgien unb Griechenlanb zum fünften, bie Nieder- lanbe zum sechsten, Jugoslawien zum achten, Japan zum dreizehnten unb Italien zum fünfzehnten Mal! Allen Auslänbern imponiert es, baß in Branche für Branche ein großes, vom Krieg wenig berührtes deutsches Angebot oorhanden ist. Die Leipziger Messe ist älter als die Stadt Leipzig, denn als Markgraf Otto von Meißen ums Jahr 1160 Stadtrechte an den Ort Leipzig verlieh, bestanden bereits bie Märkte, um bereu willen Leipzig zur Stadt erhoben wurde. Hier liegt der Schnittpunkt einer Anzahl alter Handelsstraßen vom Rhein, von der Donau, von der, Nord- unb Ostsee unb von der Weichsel her. Anfangs hatte Leipzig Nebenbuhler in benachbarten Orten, wie Magdeburg, Halberstadt unb anderen, bis Kaiser Maximilian 1497 die Leipziger Messe gegen eine bedeutende Geldleistung der Leipziger Kaufleute zur Reichsmesse erklärte und die Abhaltung anderer Messen im Umkreise von 15 Meilen verbot. Im 16. Jahrhundert wuchs Leipzigs Bedeutung über bie einer Zentrale bes beutschen Hanbels hinaus. Die ost- unb sübosteuropäischen Kaufleute bis tief nach Polen unb ber Türkei hinein gewöhnten sich baran, mit ihren Waren in Leipzig zu erscheinen unb beutfche Erzeugnisse mit men. Die Leipziger Messe war bamals eine W a - r enmeffe, b. h. bie großen, warengesullten Planwagen zogen von überallher zu ben Toren Leipzigs hinein, unb ihr Inhalt würbe ben Kauflustigen aus aller Herren fiänber zur Schau gestellt. Das war bie Zeit, wo in Pelze gehüllte Polen unb Russen, Türken mit bem Turban, Perser tn ihrer schwarzen Lammfellmütze, Bucharen im farbenbunten gezierten Chalat, bei ihrem Rauchwerk, ihren Teppichen unb Seibenstoffen saßen unb für ben Erlös ihrer Ware beutfche Erzeugnisse auf bie Wagen luben, bie ben Transport bis baffin besorgten, wo bie europäische Fahrstraße aufhörte unb ber Donauweg ober ber Saumtierpfab begann. Dieser Typus ber Warenmesse bauerte noch bas erste Drittel bes 19. Jahrhunberts hinburch. Dann schienen bie Fabriktechnik unb Eisenbahn sich zu Feinben bes Messebetriebes zu entwickeln, benn bie Fabrik erlaubte bie Herstellung vieler Gebrauchs- gegenstänbe in mustergetreuen Exemplaren; nach bem Muster konnte ber Hanblungsreisenbe Bestellungen aufnehmen, bie bepi Kunben bie Reise zur Messe ersparten, unb bie Eisenbahn trug ihm bie Dinge schnell unb sicher ins Haus. Der ganze bis bahin übliche Hanbelsverkehr würbe burch bie neue rungsmtttel — ht Frankreich werden fmrm Kortof- fein gegessen — mit Bohnenmehl vermischt gerne- ßen? Der Himmel fällt ein. Der Grund wankt. Denn selbst im Weltkrieg hatten die Franzosen zu essen wie in Friedenszeiten. Jetzt aber macht sich die Folge der Aushungerungsblockade gegen Deutsch- land für England und Frankreich selbst höchst un- angenehm bemerkbar. Man spürt jetzt den Krieg Da, wo man am empfindlichsten ist: am Magen, und der beliebte Aperitif, der Stimmungsschnaps vor jeder französischen Mahlzeit, wird auch bald verschwinden, denn der Alkoholverbrauch soll, so will es Daladier, eingeschränkt werden! Wir Deut- schen, wir Ausgehungerten, wir Barbaren mit den leeren Mägen,' wir Schwarzbrotesser, wir können die armen Franzosen nur bemitleiden, daß sie die Experimente Daladiers und seiner Freimaurer mit dem Verzicht aus alles bezahlen müssen, was einst dem Franzosen selbstverständlich erschien. Denn bei uns gibt es genug Brot, ohne daß wir es zu strecken brauchen, bei uns erhält jeder di« gleiche Menge, und die Sarge beunruhigt keinen Deutschen, daß der Reiche von seinem Geld Gebrauch macht wie in Frankreich und England und die Armen darben läßt. Aber die Frage ist wohl erlaubt: Wer leidet unter dem Krieg am meisten? E. S. Oie Festung Tromgsund von den Nüssen genommen. Moskau, 6. März. (DNB.) Auf der Kare- liscben Landenge haben die Sowjettrupven die Insel Uransaari mit Dorf und Festung U u r a a iTromgsund), die Insel Tejkarinsaari und die Mecken Heinlahti, Dilajoki und Muhulathi am Westufer des Wiborger Meerbusens besetzt. Mit der Festung Uuraa sollen den Russen drei Batterien weittragender Geschütze und anderes Kriegsmaterial in die Hände gefallen sein. Ein Versuch der Russen, auf der westlichen Seite der Karelischen Landenge die Wiborger Ducht m überschreiten, soll, wie der finnische Heeresbericht mitteilt, abgewiesen worden sein. Weitere russische Angriffe in Richtung zwischen Wiborger Bucht und Vuoksen konnten von den Finnen aufgehalten werden. Auf der östlichen Seite der Landenge herrschte besonders bei Taipale lebhaftes Artille nie feuer. Auch bei Kollaanjoki fanden den ganzen Tag über Kämpfe statt. In Richtung Kümo melden die Finnen die Eroberung eines russischen Stützpunktes. An der Pettamo front sollen sich die Russen in der Nähe von Nautsi etwa drei Kilometer nördlich zurückgezogen haben. Kleine politische Nachrichten. Der Führer empfing heute mittag den Präsidenten der mandschurischen Schwerindustrie-Entwicklungsgesellschaft, y. Aikawa. Reichsaußenminister von Ribbentrop empfing den jugoslawischen Handelsminister Andres und überreichte ihm das ihm vom Führer verliehene Groh- kreuz des Ordens vom deutschen Adler. * Der schwedische Forscher Sven Hedin wurde vom Reichsminister R u st empfangen und stattete chm seinen Dank für die Unterstützung des großen wissenschaftlichen Atlaswerkes ab. Bei dem Empfang waren auch der Präsident der Deutschen Forschungs- gemeinschaft, Ministerialdirektor Prof. Dr. Mentzel, sowie Ministerialrat Ziegler vom Reichspropagandaministerium anwesend. Der Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete, Reichsminister Dr. Frank, traf in Lub - I i n ein, wo er die Einführung des Distriktchefs Gouverneur Z o e r n e r vornahm, des bisherigen Stadthauptmannes von Krakau. ♦ Aus einer Nachweisung des Reichsjustizministers ergibt fick für Anfang 1940 bei den Justizbehörden eine Zahl von 7056 Referendaren für das gesamte Reich gegenüber 8045 Referendaren, die im Vorjahr allein im Altreich vorhanden waren. An Oie Welt liegt wech verschneit. Don Ian Stammel. Schnee ist, wie es in einem alten deutschen Gedicht heißt, „der Erde ro armes Linnentuch"; die einen stimmt er festlich, die anderen denken an Schlaf oder Tod, aver alle lieben ihn. Während die Lebens- Äin warmen Jacken, Schals und Mühen mit ensgroßen Brettern hantieren, denken die Ruhigeren an „verschlafne Städtchen", an „Feen- zauber" oder „verwunschene Gärten". Beglückt von der winterlichen Schönheit gehen sie wie Verzauberte 'durch die silberne Märchenwelt, deren Geheimnis Karl Nötiger eingefangen hat: Wie kühles, blaß gewordnes Licht Liegt's mm gebreitet übers weite Feld Bis an den grauen Horizont. Sanft fällt Noch immer Schnee und hüllt die Ding« dicht. Mit stillem Frieden. Alle Welt wird Traum In solcher Reinheit, alle Welt will nun Sich sanft verschließen. Und der große Raum Wird eng und klein. Weltseele will nun ruhn In großer Stiller Abgeschiedenheit Des weißen Friedens. Wie es leis fällt Aus nahem, grauem Himmel: hüllt und hält Uns eng und kühl die weiße Einsamkeit... Ein Märchen wird der Raum und Traum die Zeit . Mit anderen Augen sieht ein anderer Dichter die verschneite Stadt, deren Zinnen, Erker und Giebel und deren kleine Holpergassen der Schnee mit einem weißen Mantel warm und weich zu-gedeckt hat: Wie ein Märchen, das kein Ende hat, Sind die alten, lieben engen Gassen, Und so träumst du, tief verschneite Stadt» Kannst die Märchen alle gar nicht fassen. Draußen braust Oie Welt so eilig her Um die alten, morschen Giebelbauten, Und die neigen sich erinnerungsschwer Und verstehen nichts von diesen Lauten... Dunklere Gedanken gab der Schnee dem im Anfang des Weltkrieges gefallenen Dichter Georg Trakl, der fein frühvollendetes Schicksal geahnt haben mag. Einen Spaziergang vor die Stadt im Winter hat er festgehalten in den Strophen: Der Acker leuchtet weiß und kalt. Der Himmel ist einsam und ungeheuer. Dohlen kreisen über dem Weiher Und Jäger steigen nieder vom Wald. Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt. Ein Feuerschein huscht aus den Hütten. Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten Und langsam steigt der graue Mond. Ein Wild verblutet sanft am Rain Und Raben plätschern in blutigen Gossen. Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen. Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Ham. Französische Zwischenbilanz. Nachdem England mit seiner übereilten Antwort auf den deutschen Wehrrnachtsberickt durch Schatz- kanzler Sir John Simon gerade den entgegengesetzten Eindruck in der Welt erreicht hatte, den es erreichen wollte, glaubte man in Paris belfer daran zu tun, wenn man ebenfalls eine Art Halbjahresbilanz durch das Havas-Büro veröffentlichte, die ausdrücklich von dem Ministerpräsidenten Daladier genehmigt worden ist. Genau genommen ist dieser französische Bericht über die ersten sechs Kriegsmonate ein großes Dementi gegenüber dem ganzen System der französischen Lügenmeldungen über angebliche Erfolge der Franzosen an ihrer Ostfront. Nachdem man monatelang vor der Welt den Anschein erweckt hatte, als sei der Einbruch in den Westwall nur noch eine Frage der Zeit und als schwirr- ten die französischen Luftgeschwader nur so über deutschen Städten herum, muh der Havas-Bericht jetzt zugeben, daß sich Frankreich „noch immer im Stadium des strategischen Abwar. tens" befindet. Während man ferner die Preisgabe des Geländes zwischen Westwall und Magi- not-Linie durch die Franzosen gegen Ende oergan- genen Jahres totschwiea, wird sie jetzt plötzlich mit dem Hinweis auf den Fortfall des ehemaligen polnischen Bundesgenosfen zugegeben, weil man keinen Anlaß habe, noch starke deutsche Kräfte im Westen zu binden. Damit wird also in umschriebener Form zugegeben, daß das deutsche Feldheer den Raum zwischen Westwall und Maginot-Linie beherrscht. Hinsichtlich des See - und des Luftkrieges hilft sich der französische Haoas^Bericht entweder mit Lügenmeldungen, die sich an Hand der Tatsachen widerlegen lassen, oder mit allgemeinen Be- hauptungen, die selbstverständlich für Frankreich günstig ausfallen. Der Ministerpräsident Daladier hat, als er fein« Unterschrift unter das Dokument setzte, anscheinend vergessen, daß der Kriegsminister Daladier noch unlängst in der geheimen Sitzung der Kammer beispielsweise über die Unter- legenhett der französischen Luftwaffe bewegliche Klagen führte. Daß der Bericht auf die wirtschaftliche und inner- politische Lage Frankreichs mit keinem Wort eingeht, erscheint begreiflich angesichts der Tatsache, daß ja eben erst der französische Finanzminister im Rundfunk Frankreichs wirschaftliche Lage rund her- aus „ein Unglück" genannt hat. Alles in allem wird also der französische Bericht über die ersten sechs Monate Krieg dieselbe Wirkung haben wie die Rundfunkrede des englischen Schatzkanzlers: der Eindruck der klaren Tatsachen, die der deutsche Wehrmachtbericht in seiner kühlen, unbestechlichen Art knapp aneinander reiht, wird nur nach verstärkt werden. Darüber hinaus dürft« man sich bei gewissen Staaten nach dieser doppelten Demaskierung der demokratischen Lügenpropaganda doch wohl allmählich darüber klar werden, auf welcher Seite die größere Wahrheitsliebe und di« größere Leistung liegt. der Spitze steht Berlin mit 996 Referendaren, dann folgen die Oberlandesgerichtsbezirke Wien, Breslau und Hamm mit je knapp 500 Referendaren. * Die Kammer der Fasci und der Korporationen hat ihre Beratung des Haushalts des Land- und Forstwirtschaftsministeriums wieder aufaenommen. Der Duce wohnte der Sitzung bei. Die Aussprache erstreckte sich auf die Landverbesserungen in Süd- Hatten, vor allem auf die Aufteilung des sizilianischen Großgrundbesitzes in kleine Bauernstellen. ♦ Der rumänische Minister für Presse und Propaganda, R a d i a n, ist zurückgetreten. An feine Stelle tritt der bisherige Minister und Generalsekretär der Front der Nationalen Wiedergeburt, Giurescu. Zum Unterminister für Presse und Propaganda wurde der bisherige rumänische Botschafter, S t o y k a, bestimmt. Nach einer Meldung aus (Sanbia (Kreta) haben die Engländer drei Eingeborene von Zypern, die sich geweigert hatten, an der Westfront zu kämpfen, zum Tode verurteilt und h i n g e r i ch - t e t. Zypern ist seit 1925 britische Kronkolonie. * Die erste englische Kriegsanleihe in Höhe von 300 Millionen Pfund wird am 12. März zur Zeichnung aufliegen. Die Anleihe wird zu pari ausgegeben und 3 v. H. Zinsen tragen. « Das japanische Geschwader in China hat mit Unterstützung des Heeres Operationen großen Ausmaßes auf der südchinesischen Insel Hainan begonnen. Dort betrieben die Chinesen feit einiger Helt einen für die Japaner besonders lästigen Kleinkrieg. Aus aller Wett. Aus der Volksgemeinschaft entfernt NSG. JnBadBerka wurde die 36 Jahre alte geschiedene Frau Neumann, die sich mit einem polnischen Kriegsgefangenen eingelassen hatte, verhaftet. Ihre ehrvergessene Handlung wurde von der Bevölkerung selbst bestraft, indem man sie als abschreckende Mahnung m 11 g e - schorenen Haaren durch den Ort führte. Danach wurde sie in das Gefängnis eingeliefert. Das deutsche Volk weiß heute, daß jedes artvergessene und damit gemeinschaftsschädigende Verhalten feine gerechte Sühne erfährt und sieht auch in dieser sittlichen Haltung eine wesentliche Grundlage unseres Sieges. Hagelsturm über dem Horboffen der USA. Der Nordosten der Vereinigten Staaten wurde von einem heftigen Hagelsturm heimgefucht. Durch umstürzende Bäume wurden zwölf Personen getötet. Die Telegraphen- und Fernsprechverbindungen sind unterbrochen. — Der Frost verursachte zahlreiche Unfälle. Daldbrand in der Lombardei. Am Fuße des Sacro Monte bei Varese brach ein Waldbrand aus, der sich mit ungeheurer Schnelligkeit au&breitete und eine Fläche von vielen Quadratkilometern verheerte. Durch einen heftigen Sturm genährt, griff das Feuer auf die Hänge der benachbarten Berge über und breitete sich bis zur Ortschaft (Sanna aus. Feuerwehren, Forstmiliz und Militär vermochten noch nicht dem gewaltigen Brand Einhalt zu gebieten. Dauernde Erfolgskontrolle an den Hochschulen. Im Anschluß an die Mitteilung der Reichs- studentenführung, daß der Reichserziehungsmini- fter Maßnahmen getroffen habe, um Die Durchführung jedes Studiums gerade während der Kriegszeit sicherzustellen, wird nun der Erlaß des Ministers bekannt. Danach werden Nichtgeeignete, die es an der notwendigen Eignung, Leistung, der angemessenen Haltung und Dem selbstverständlichen Einsatz innerhalb und außerhalb der Hochschule während ihres Studiums fehlen lassen, aus der Hochschule entfernt. Die Nachprüfung der Eignung und Leistung des einzelnen Studenten muß, jetzt im Kriege schon vor der Ablegung von Prüfungen möglich sein. Testat ist künftig erst nach der Feststellung regelmäßiger und erfolgreicher Teilnahme am Unter- richtsvetrieb zu erteilen. Vorher kann der Hoch- Das ist Wedgwood. Das Unterhausmitglied der englischen Labour Party, Josiah C. Wedgwood, hat es immerhin zu einem Alter von gegenwärtig 68 Jahren, aber noch niemals zu einer solchen Beschimpfung seiner eigenen Vergangenheit als Soldat gebracht wie jetzt, als er den Vorschlag machte, über der Nordsee ab stürzende deutsche Flieger einfach e r t r i n • k e n zu lassen, deutsche Soldaten als Geiseln auf englische Schiffe zu setzen usw. Dieser typische Vertreter echt britischer Humanität weiß anscheinend nicht einmal, daß eine ganze Reihe englischer Flieger bei oder nach Luftkämpfen über der Nordsee von deutschen Fliegern unter Einsatz ihres Lebens gerettet worden find; und wenn er es wüßte, so ist er ersichtlich Engländer genug, Daran mit Der ganzen Arroganz Des Briten achselzuckend vorüberzugehen. Wedgwood, dessen Familie eine Der größten englischen Töpfereien besitzt, war um Die Jahrhundertwende bei Der englischen Rüstungsfirma Armstrong als Schiffsingenieur tätig, nahm am Buren kriege teil und spielte danach als Mitglied des linken Flügels der Liberalen, als sog. „radical" im Unterhaus Die Rolle eines politischen enfant terrible: er machte grundsätzlich in Obstruktion, ereiferte sich heute für die Neger in Afrika, morgen plötzlich für Das Proletariat, übermorgen für den indischen Nationalismus usw., fiel also der jeweiligen englischen Negierung ganz nach Laune auf die Nerven. Seine Laufbahn im Weltkriege beendete er mit einer geheimen Mission nach Sibirien im Auftrage des ena- tischen Geheimdienstes. Nach dem Kriege wechselte er plötzlich aur Labour Party über, hielt von einem Dutzend Jahren in Deutschland Vorträge über das „neue jüdische Palästtna", das er in seinem Duck kurzerhand als siebentes Dominion bezeichnet, uns hat Doch mit all dieser Geschäftigkeit nie erreicht, daß er in Der großen Politik irgendeine Rolle spielte. Dieser saubere Herr sucht nun von sich reden,zu machen durch Empfehlungen wie diese: Man möge doch, um den deutschen Handelskrieg lahmzulegen, Die deutschen Flieger, die über der Nordsee aoge- stürzt sind, einfach ertrinken lassen. Man möge doch deutsche Gefangene als Geiseln auf englische S chi f f e setzen, man möge sie auch zum Straßenbau in Frankreich oder besser noch in Sierra Leone oder St. Helena gebrauchen. Di« Deutschen wünschten ja Kolonien, und also möge man die deutschen Kriegsgefangenen diese Kolonien sehen und entwickeln lassen. — Von diesem Erguß reinster Menschlichkeit versucht sich Der „Daily Expreß" etwas zu distanzieren. Aber warum druckt denn die Zeitung den Artikel erst ab, wenn sie nicht damit einverstanden märe? Warum schritt Der Sprecher im Unterhaus nicht ein? Die Antwort ist einfach genug: Man möchte in diesein Lande der Gefeierten ,,Bora long"-Mörder und „Cossack"-Der- brecher nichts unterlassen, was Die niedrigsten Instinkte Der Masse aufpeitscht, man möchte sich aber auch die moralische Rückzugslinie nicht ganz ab- schneiden. Aus uns Deutsche freilich machen solche Spiegelfechterelien nicht Den geringsten Eindruck. Wir kennen Den grausamen englischen Demichtungs- willen und werden ihm mit eiskalter Entschlossenheit begegnen. schullehrer Feststellungen über den Erfolg Des Unterrichts durch Fragestellung treffen. Eine Anrechnung von Semestern bzw. Trimestern und eine Zulassung zu Zwischenprüfungen und Prüfungen, für die Die Teilnahme an bestimmten Vorlesungen und Uebungen gefordert roiro, erfolgt nur, wenn die Bestätigung der Teilnahme am Unterrichtsbetrieb erteilt ist. Der Hochschullehrer soll sich durch eigene Feststellungen über den Fortgang der Ausbildung des einzelnen Studenten unterrichten und gege- benenfaüs auf die notwendige Verbesserung von Fleiß und Stiftung Hinweisen. Es ist selbstverständ- lich, daß nur Die Teilnehmer Die Prüfung bestehen, Deren Ausbildungsstand eine erfolgreiche Tätigkeit im Berufsleben gewährleistet. Mit wenigen, aber kräftigen Farben malt G u - ft a d Falke einen Winterabend, den ein großer Dunkler Vogel gespenstisch belebt: Ein weißes Feld, ein stilles Feld. Aus veilchenblauer Wolkenwand ' Hob hinten, fern am Horizonts Sich facht des Mondes roter Rand. Und hob sich ganz heraus und stand, Bald eine runde Scheibe, da In düstrer Glut. Uno durch das Feld Klang einer Krähe heif'res Kräh. Gespenstisch Durch Die Winternacht Der große dunkle Vogel glitt. Und unten huschte durch den Schnee Sein schwarzer Schatten lautlos mit. Georg von Der Örings schönes Winterlieb ist wie eine Wolke Jugendzeit, aus Erinnerung und tiefer Menschlichkeit gesungen: Mit seinem weißen Munde Haucht mich Der Winter an, Er hat in weiter RunDe Sein Schneekleid hingetan. Der Schnee gefällt Den Knaben, Sie springen Drin herum. Das merken auch Die Raben UnD wehen still davon. Der Wald in ober Schwärze, Er bleibt an feinem Ort, Und auch aus meinem Herze Derschwebt fein Klagewort. Verspring' dich mit den Knaben Im tiefen Winterschnee: Ein brennend Herz xu haben, Im Schnee tut’s halb so weh. Zeitschriften. — Die ^roße Umfassungsschlacht von Äuüio, die bas ruhmreiche Enbe Des Polenfeldzuges bedeutete, P ein Beispiel für jene großen Vernichtungs- Schlachten, deren Ähnengalerie bei Cannae mit bem Sieg Hannibals beginnt, „b i e neue I i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) rekonstruiert in dem Märzheft alle wichtigen Umfassungs-Schlachten der Weltgeschichte in anschaulichen Und dem Laien besonders ansprechenden Zeichnungen. Die Leistungen der deutschen Wehrmacht im Polen-Feldzua beruhten vor allem auf dem hohen Stand der Trup- pen-Ausbildung, von der man sich auch in dem mit schönen Aufnahmen ausgeftatteten Bildbericht „®ie Gebirgsjäger^ einen Begriff machen kann. Ein intereffanter Aufsatz „Die Stadt am Rhein" Zeigt das geistige und künstlerische Antlitz Kölns. Der Erzähler-Wettbewerb ergab eine große Anzahl preiswürdiger Novellen. Das Ergebnis und die $rcis träger sind im Mrzheft veröffentlicht. • Gießener Giadttheaier. Robert Hohlbaum: „Lombardische Nacht" Das Ringen zwischen Staatsprinzip und Volks- tumsibee, das Zentralproblem Der alten Habsburger Monarchie, hat Robert Hohlbaum, Der Grenz- deutsche aus Oesterreichisch-Schlesien, aus eigenem Erleben in seiner ganzen Tragik zur.efst erfaßt und es immer wieder dichterisch zu gestalten gesucht. Eine Der packendsten Episoden aus seinem 1936 erschienenen Roman „Zweikampf um Deutschland" hat der Dichter dramatisiert, und es ist ihm gelungen, durch straffste Konzentration und sorgsame Abtönung einiger markanter Cbaraktere in von Szene zu Szene sich steigernder und unaufhaltsam vorwärtsbrängender Handlungsführung das chm am Herzen liegende Problem in hellstes Licht zu setzen. ♦ Dis Lombardei war nach Den napoleonischen Kriegen wieder unter habsburgische Herrschaft gezwungen, aber die österreichischen Garnisonen in den lombardischen Städten hatten einen schweren Stand. Die italienische Ariswkratie, von der Flamme der nationalen Einigung erfaßt, lehnte jede Beziehung mit den Oesterreichern ab und blieb jedem Versuch zu einem Ausgleich unzugänglich. Nur wenige Geschlechter fanden sich ab und sandten ihre Sohne in aufrichtigem Bemühen um ein erträgliches Zusammenleben in die österreichischen Regimenter, mußten jedoch Dafür Die Verachtung ihrer Landsleute auf sich nehmen. Aber als nach einem beispiellosen Affront Des Kaiserpaares bei einem Besuch der Lombardei der auf Versöhnung und Ausgleich zielende Kurs einem Regime härtester Unterbücfung aller revolutionären Bestrebun- gen wich, mußte sich für Die im österreichischen Df- fizierkorvs stehenden Italiener der Konflikt zwischen ihren Pflichten gegenüber Staat und Volkstum ins unerträgliche steigern. Das Geschick eines solchen jungen lombardischen Aristokraten, der von seinem Kommandeur, einem von der kroatischen Militär- grenze zum Zweck rücksichtslosen Durchgreifens hierher versetzten barten Soldaten, auf die Probe gestellt wird, erfüllt sich, als ihm zum Beweis feiner Kaisertreue in grausiger Ueberspitzung Der Befehl bei der Exekution eines noch obendrein seiner festen Ueberzeugung nach unschuldigen und todkranken Landsmannes übertragen wird. Die gleiche Salve, Die er kommandiert, bringt auch ihm selbst Erlösung aus unausweichlichem Konflikt. Die Spielleitung Hans Geißlers entwickelte schon in Der Eingangsszene Das Problem in gut geführtem Dialog und wußte sodann durch scharfe Kontrastierungen die ungeheuere innere Spannung wirkungsvoll zu steigern. Dazu trugen Die sorgfältig abgeftimmten Bühnenbilder Karl Löfflers, vor allem die mitternächtlich düstere Kasematte Der letzten Szene wesentlich bei. Friedrich Grohn- dahl gab seinem jungen Grafen Calvi, vielleicht um einen Grad zu weich und farblos, Gesicht und Haltung eines Traumwandelnden, Der sich unrettbar in feinen Gewissenskonflikt verstrickt sieht und unter hypnotischem Zwang seinen Weg geht. Hil- mar Manders war, ausgezeichnet in Maske und Sprache, der Kroatenoberft, unbedingt und schroff bis zu sinnloser Grausamkeit, in aller Ein- seitigkeit eine ganz geschlossene Leistung. Im Dffi. zierkorps waren Hans Geißler der grabe und offene Major, Biktor von Gschmeidler, sehr sauber nuanciert, ein überlegen denkender, verständnisvoller Kamerad, Walter E r l e r der lyrische Typ, Hans Caninenberg Der stramme, ehrgeizige Streber, Karl Volck Der väterlich sor- genDe Reaimentsarzt, Schewe und Lowitz als aristokratische Verschwörer repräsentierten Die Ge- genfette. — Ein leider nur mäßig besuchtes Haus dankte mit herzlichem Beifall für die gute Aufführung. Dr. Fr. W. Lange. „Angelika." Der neue Film Im Gloria-Pala st schttDeU das Schicksal einer Frau, die einen Mann erschießt, weil er eine Bildfälschung, Die ihr verstorbener Gatte begangen hatte, dazu ausnützen will, sie als Gattin zu gewinnen. Um Das Ansehen Des Ver* storbenen und vor allem Das seines Vaters zu wahren, schweigt sie auch vor Gericht über Die Gründe ihrer Handlungsweise, nimmt mehrere Jahre Zucht- haus auf sich, trägt die gesellschaftliche Verfemung und entschließt sich erst zu einer Darstellung des wahren Sachverhalts, als auch Das Lebensglück ihrer Tochter davon abhängig wird. Der Film, in dessen Handlung einige Unwahrscheinlichkeiten stören, vor allem bas Motto für den tödlichen Schuß nicht ausreichend erscheint, ist mit viel Sorgfalt in Szene gesetzt und bewegt sich in Der Darstellung auf erfreulichem Niveau. Olga Tsche- chowa bemüht sich innig um eine überzeugende Darstellung Der weiblichen Hauptrolle. Albrecht Schoenhals verkörpert in vornehmer Zurück- Haltung den Rechtsanwalt, Der sich um Die Aufklärung des Falls bemüht. Am eindrucksvollsten aber gestaltet Friedrich K a y h l e r Die Rolle Des auf die Wahrung Der Ehre seines Hauses bedachten Geheimrats. Franz Schafheitlin als Kunst- Händler, Der unter Angelikas Kugel zu fallen hat, n,acht sich gewaltsam unsympathisch und dient Damit dem Gang Der Handlung. — In der neuester Wochenschau sieht man Bilder von Dem verbrecherischen UeberfaU auf die „Altmark" im JHsingfsord. H. U Neunes, Truppenteilen in schlichten militärischen Feiern um J.-R. 116 auf dem Aus der engeren Heimat vor (Nachdruck verboten!) 1. Fortsetzung. rci ,Sie haben der Gefallenen Krieges gelten, an diesem Tage gangen, die dem Gedenken Weltkrieges und des jetzigen Im Standort Gießen wird 9.30 Uhr am Denkmal des be. des Landgraf-Philipp-Platz der Standortälteste, Oberstleutnant Kühne, im Namen des Standortes einen Kranz niederlegen. Zu dieser Gedenkfeier, die im kleinsten Rahmen stattfindet, sind die Partei und die der Wehrmacht nahestehenden Verbände auf* gefordert worden. Die Hinterbliebenen von Gefallenen werden gebeten, sich zu dieser Feier elnzu* finden. Im Anschluß an diese Feier erfolgen Kranznie- derlegungen am Kriegerdenkmal von 1870/71 auf dem Marktplatz durch den NS.-Reichstriegerbund und im Ehrenfriedhof des Weltkrieges auf dem Rodtberg durch die NSKOV. Eine größere militärische Feier kann in diesem Jahre nicht stattfinden. Der Reichsminister des Innern und der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda geben bekannt, daß am Heldengedenktag, dem 10. März 1940, die Beflaggung vollstocks zu erfolgen hat. Schlichte Feier des Heldengedenltags. Der Heldengedenktag am 10. März 1940 wird in allen Standorten der Wehrmacht und bei allen rers an. Renate Naumann nur acht Wochen gearbeitet hat und während dieser Zeit zweimal in Schutzhaft war. Der Angeklagte wurde des Vergehens nach der 2. Verordnung zur Durchführung des Vierjahres, plans vom 3. November 1936 in Verbindung mit § 1 der Verordnung zur Sicherstellung des Kräfte- bedarfs für Aufgaben von besonderer staatspoliti- scher Bedeutung vom 13. Februar 1939 schuldig erkannt und zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten, abzüglich drei Wochen Untersuchungs- haft, verurteilt. Achtung! Kd Sport. Sportamt Wetterau, Schanzenstraße 18. Für Frauen: 995D Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schlllerstrahe. Für Männer und Frauen: Hallensport (insbesondere Hallenspiele) setzt Mittwochs, 20 bis 21 Uhr, Goetheschule. Nicht wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr. Sinder-Sportkursistan einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sporlamt. 7lS.-Frauenschast/Frauenwerk. Ortsgruppe Giehen-Mitte. Di-e Abteilungen D.-H. und Hilfsdienst veranstalten am 7. März im Schipkapaß um 20.15 Uhr einen Arbeitend end zum Selbstanfertigen von Hausschuhen. Mitzubringen sind: Hausschuhleisten, Ein- MmslMcite Renate Roman von fjorjl Blernatlj. CO Eberstadt, 5.Manz. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz* genofsenschaft hielt dieser Daye in der Gastwirtschaft ,Lum Adler" ihre Generalversaummm- ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrcvtes, Karl Al* les, eröffnete die Versammlung. Der Rechner Wilhelm Schneider erstattete sodann den Kassen- bericht, der mit einem Uberschuß abschloß. Die Bilanz wurde gutgeh riß en. Dem Vorstand und bem Aufsichtsrat wurde Entlastung zuteil. Der Umsatz an Waren belief sich auf 36613 RM. Der angc- schlossene Konsumverein verzeichnete 20 368 RM. Umsatz. Der Verkauf an Weizen erbrachte 28862 RM. Düngemittel wurden für 13 268 RM., Futter- mittel für 12 414 RM. und Sämereien für 7749 RM. bezogen. Der Reingewinn wird auf die Betriebsrücklage, auf den Reservefonds und ein Rest auf die neue Rechnung verteilt. Die Forderungen betrugen am Bilanztage 10 019,75 RM. Die aus- scheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder Amtsgericht Gießen. Die Jüdin Lilli Sara Harz in Mainz ist beschuldigt, am Stichtag zur Vermögensangabe (27. April 1938) zwecks Feststellung der Judenver- mögensabgabe ihr Vermögen als Jüdin nicht richtig angegeben zu haben, indem sie anstatt 6000,— RM. nur 2000,— RM. angab, und weiterhin vor- sätzlich zum eigenen Vorteil bewirkt zu haben, daß Steuereinnahmen verkürzt wurden. Trotz ihres Leugnens wurde die Angeklagte überführt. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von vier Monaten, eine Geldstrafe von 2000,— RM. und Einziehung des 5000,— RM. übersteigenden Betrags. Die Angeklagte wurde unter Freisprechung im übrigen zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten und einer Geldstrafe von 500,—> RM. verurteilt. Strafkammer Gießen. Der Oskar Stähler in Gießen, z. Z. in Untersuchungshaft, hatte sich wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen zu verantworten. Der Anklage- Vertreter beantragte Verurteilung des Angeklagten zu einer Gesamtzuchthausstrase von 2 Jahren und 6 Monaten auf Grund des § 2 der Verordnung gegen Dolksschädlinge vorn 5. September 1939. Der Verteidiger vertrat den Standpunkt, daß die Verordnung gegen Volksschädlinge nicht zur Anwendung kommen könne und stellte dem Gericht anheim, auf eine wesentlich geringere Strafe zu erkennen und dem Angeklagten auch die Untersuchungshaft anzurechnen. Der Angeklagte wurde dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend zu einer Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und 6 Monaten verurteilt. Von der erlittenen Untersuchungshaft wurden 2 Monate auf die Strafe angerechnet. Straferschwerend wurde das hartnäckige Leugnen des Angeklagten, strafmildernd die seitherige Unbestraftheit berücksichtigt. In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen Wilhelm Greinert aus Ravensburg, zur Zeit in Untersuchungshaft, wegen Arbeitsverweigerung verhandelt. Der Beschuldigte war durch Derpflichtungs- bescheid des Arbeitsamts vom 23. November 1939 dienstverpflichtet. Er ist aber in der Zeit vom 1. Januar bis 6. Februar d. I. ohne Grund seiner Arbeit nicht nachgekommen. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte während vier Jahren regulär Doktor.fuhr sich mit der Zunge über tut Lippen; es war, als wische er eine Verlegenheit fort. — „Hm —", murmelte er, „ich meine, S»e hätten ja auch schließlich —■—" Er brach mitten im Satz ab und schob die Wange mit der.Zunge heraus, jedenfalls war es mutig und anständig von Ihnen. Ich weih nicht, ob ich Ähren Mut besessen hätte." Er drückte mit zwei Fingern ihr« Stirn leicht nach hinten und trocknete, als wünsche er keine Fortsetzung der Unterhaltung, mit der Warmluftdusche rasch noch einmal die behandelte Stelle und setzte seine Arbeit fort. Unter den Fenstern flammten die Bogenlampen auf, und an der gegenüberliegenden Häuserfront begannen die Neonröhren der Lichtreklamen ihr buntes, zuckendes Farbenspiel. Im Westen verglühte über den Dächern das Rot. (Fortsetzung folgt.) „Schön ... Und sonst — beißen Sie mir halt in den Finger! Das ist eine gute Verabredung, wenn ich aufhören soll." „„ „ ... .. Der Doktor nahm das Handstück zwischen die Finger. Er löste mit dem Fuß einen Kontakt aus. Der Bohrer begann zu summen. Trotz ihrer mutigen Versicherung blinzelte Renate Naumann bei dem niederträchtigen Geräusch em wenig nervös mit den Augen. „Es ist wie beim Gewitter", sagte der Doktor tröstend, „den meisten Leuten ist der Donner unangenehmer als der Blitz." Eine flüchtige Röte lief über ihre Stirn „Sie sind sehr freundlich zu.mir, Herr Doktor!' sagte sie leise. , Oeffnen Sie den Mund!" befahl der Doktor. „Und wenn Sie nach fünf Minuten noch derselben Ansicht sind, dann — —" Aber er sprach nicht aus, was dann sein wurde. Er kniff die Augen ein wenig zusammen, um schärfer zu sehen, und setzte die feine Stahlspitze des Boh- Der Doktor setzte mit dem linken Fuß den wunder- baren Mechanismus des grünen Operationsstuhles in Gang. Die Rückenlehne senkte sich um ein paar Grade, während der ganze Stuhl geräuschlos emporschwebte und schließlich, von dem kundigen Fuß des Doktors gesteuert, mit einem leichten Knacken in der gewünschten Höhe stehenblieb. Der Doktor bat seine Patientin, noch einmal den Kopf zu heben, und legte ihr mit der Bewegung eines Juweliers, der einer Frau ein Schmuckstück umhängt, den Serviettenhalter um den Hals und befestigte ein blütenzartes Leinentüchelchen an den beiden Klammern. Die düstere Wolkenwand war inzwischen hinter den Dächern und Kuppeln versunken. Und die scheidende Sonne überflutete mit letzter Glut noch einmal die Stadt. Ihr rötliches Licht fiel voll auf bas Antlitz der jungen Frau — und zum erstenmal sah der Doktor es in aller Deutlichkeit vor seinen Augen. Ein straffes Gesicht mit breiten Flächen. Unter der hellen, freien Stirn schwangen zwei schmale Brauen in sanfter Biegung zu den kräftigen Schlafen hin. Es war die sanfte, fast melancholische Lime segelnder Schwalbenflügel. Die Lider schrägten sich leicht, wie auf den Frauenbildnissen mittelalterlicher Meister, und die dunklen, langen Wimpern beschatteten zwei Augen, deren Leuchtkraft und Tiefe den Doktor wie die Erinnerung an das Gluck des ersten Blickes in Frauenaugen traf — und verwirrte. Und plötzlich tauchte, wie aus einer Versenkung schnellend, die Frage nach dem Alter und den Schicksalen seiner Patientin zu ihm auf Es war eine Regung, die überallhin, aber nur nicht n die karbol- getränkte Nüchternheit eines zahnärztlichen Sprechzimmers hineinpaßte ... „Bitte, spülen Sie den Mund!" sagte der Doktor fast rauh. Sie tat es gehorsam und fast ein wenig ängstlich rafä), als hätte der Umschwung seiner Stimmung sie «kfchreckt. , . Und bei dem leisen Gurgelgerausch und beim Ausspritzen des Mundspülwassers im Glasbecken zer- Landkreis Gießen. • Heuchelheim, 5. März. Die Krieger- kameradschaft Heuchelheim hielt am ver- gangen'SN Sonntag ihren Jahreshauptappell im Gasthaus „Zum Schwanen" ab. Der Kameradschaftsführer Dr. Reidt gab einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit der Kameradschaft im ab= gelaufenen Jahr. Am Reichskriegertag in Kassel, dem Kreiskriegerappell in Großen--Linden und an der Tannendergfeier hat sich die Kameradschaft beteiligt. Auch wies Dr. Reidt auf die Pflichten der zu Hause gebliebenen Kameraden hin und ermahnte, jetzt die Kameradschaft in die Tat umzusetzen. Nach- biem der Kassenwart den Kassenbericht verlesen hatte, wurde ihm Dank und Entlastung für die gute Kassenführung zuteil. Dem langjährigen Fechtwart Böhmer konnte ein Divlom des Kreisverbandes für geleistete treue Arbeit überreicht werden. Für gute Schießleistungen erhielten die Kameraden August Engelhardt die goflfrene Ehrennadel, Fritz Steinmüller die silberne, Ludwig Rinn, Dhevdor Kreiling, Wilhelm Will und Karl Engelhardt die bronzene Ehrennadel. Zum Schluß hielt der Kameradschaftsführer noch einen Lichtbildervortrag über den Polenfeldzug. * Lollar, 5.März. Am Sonntag hiett tue hie- sige Kriegerkamerads chaft in ihrem Der- einslokal ihren Jchreshauptappell ab. Kameradschaftsführer Säubert hieß die Kameraden willkommen und ehrte dann das Opfer aller für Deutschlands Freiheit gefallenen Helden. Auch der vier im vergangenen Jahre verstorbenen Angehörigen der Kameradschaft wurde ehrend gedacht. Aus dem Jahresbericht war zu erkennen, daß die im Felde stehenden Kameraden zweimal mit Liebesgabenpaketen bedacht wurden und ihnen des öfteren Grüße aus der Heimat übermittelt wurden. Aus zahlreichen Briefen, die verlesen wurden, geht die enge Verbundenheit der jungen Soldaten mit den alten Frontsoldaten des Weltkrieges hervor. Der Jahresbericht ließ weiter erkennen, daß die Tätigten mit einer kurzen ärgerlichen Kopfbewegung ab und hustete spröde. Die Sonne war unter die Dächer gesunken. Der Doktor sah sich mit einem raschen, prüfenden Blick im Zimmer um. dessen Ecken die ersten Schatten des nahenden Abends füllten. „Ich glaube, wir brauchen Licht?" sagte er, als hinge die Entscheidung darüber von seiner Patienttn ab, und schaltete die hundertkerzige schattenlose Lampe ein. Und ich möchte sie doch lachen hören! wünschte der Mann unter dem Arztkittel in ihm hartnäckia. Der Doktor faßte das Handstück des Bohrers so grimmig an, daß die Fingernägel weiß wurden. Die Maschine begann wieder zu summen, und Renate Naumann bog den Kops zurück; ihr Hals sprang zart und schlank aus den kräftigen Schul* lern und der ruhig atmende Brust. Der Doktor beugte sich vor — aber er setzte das Instrument noch einmal ab und lieh es leer weiter* schnurren. „Sagen Sie: Wußten Sie eigentlich, daß mir unsere Rechnungen stets erst nach beendigter Behandlung zu stellen pflegen?" Die Worte kamen nach einem anfänglichen Zögern kurz und schnell. Sein Blick zielte über ihre Stirn hmweg auf die spiegelnde Nickelleiste der Kopfstütze. „Natürlich ...", antwortete sie, leicht nickend und mit einem fragenden Ausdruck im Gesicht, als verstünde sie den tieferen Sinn seiner Frage nicht „Sie dürfen den Mund jetzt wieder für eine Weile zumachen!" sagte Dr. Menzel in einem Tonfall, als ob sein Urteil gefällt und er über alles Wissenswerte im Bilde sei. Er wandte sich wieder dem Jnstrumentenschrank zu, öffnete andere Fächer, legte sich einige Watteeinlagen zurecht und prüfte sorgfältig den Bohrer, ehe er ihn in die Klaue des Handftücks einschraubte. „Ich werde Ihnen zunächst eine Einlage machen . bemerkte er und schwenkte den Arm der Bohrmaschine näher an den Operationsstuhl heran. Wahr cheinlich können wir den Nerv noch retten. Aber das hängt von dem Zustand des Zahnes ab, und ich werde mir ein abschließendes Urteil erst in einigen Tagen bilden können." Er beugte sich über seine Patientin und schob ihr einen Wattebausch unter die Oberlippe. Der schöne, energische Mund war nunmehr Operationsfeld. Sie haben sich übrigens eine ziemlich unangenehme Stelle für die Behandlung ausgesucht. Ich hätte Ihnen, wenn es schon durchaus sein mußte, lieber zu einem Backenzahn geraten. Das sind mächtige Kerle — die halten was aus." Er betupfte das Zahnfleisch mit einem scharf riechenden Antiseptikum. „Sind Sie lehr empfindlich?" „Ich werde es schon aushalten. Der Reichsluftfahrtminister stellt klar, wann Lufts chutzraumfenstern oder «turen, deren Oberkante in Höhe ober nur wenig unter der Erdgleiche liegt, Splitterschutzvorrichtungen oder --mauern zu errichten sind. Dor derartigen Fenstern oder Türen sind Lichtschächte oder Lichtgräben angelegt. Die Herrichtung von Splitterschutzvorvichtungen oder -mauern ist in solchen Fällen nicht notwendig, wenn die Umfafsungswand des Lichtschachtes oder Licht- arabens die Wandfläche oberhalb der zu schützenden Oeffnung um mindestens ein Drittel des lichten Abstandes zwischen Außenwand des Gebäudes und Umfafsungswand überdeckt und in ihrer Dicke den Bestimmungen entspricht. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, so sind auch vor solchen Fenstern und Türöffnungen Splitterschutzvorrichtungen zu schaffen. Hierbei ist insbesondere für eine ausreichende Ueberdeckung der Wandflächen oberhalb und seitlich der zu schützenden Oeffnung zu sorgen. Manchmal schien es Renate Naumann, daß die Zahl seiner Finger sich verdovpett habe. In einer kurzen Pause wechselte er die Wattebausche aus und gestattete ihr, zu schlucken, zu atmen und die angestrengten Nackenmuskeln durch em paar drehende Kopfbewegungen ein wenig zu entlasten. Der Doktor wechselte den Bohrer. „Na — Sie haben sich tapfer gehalten!" lobte er. „Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt ...Und außerdem: Was hätte ich in diesen letzten Tagen nicht mit Vergnügen auf mich genommen, wenn ich dadurck) diese schrecklichen Schmerzen losgeworden Die Stimme war tief, ein Alt von einer satten, dunkelgetönten Klangfarbe. Der Doktor ertappte sich bei dem Wunsch, aus diesem Munde em Lachen zu hören ... Er schütelte den unsachlichen Gedan- schloß die Augen: ihre Sohlen stemmten sich gegen die Fußleiste, und ihre Hande spannten sich so fest um die Armstutzen, daß die Knöchel weiß und spitz aus der bräunlichen Haut des Handrückens sprangen. Der Doktor arbeitete schweigend und aufmerksam. Auf seiner Stirn stand eine kleine senkrechte Falte. Der Mund schien schmäler zu sein. Die kräftigen, geschickten Hände besorgten seine Befehle sicher und stoben des Doktors ungebührliche Gedanken. „Sitzen Sie fest und bequem?" Renate Naumann legte den Kopf auf bas Nackenpolster zurück. „Jawohl, Herr Doktor!" Sie umfaßte mit beiden Händen die schmalen, griffigen Armlehnen und öffnete auf des Doktors Geheiß den Mund, groß und weit. Der runde Spiegel glitt langsam hinter den beiden Zahnreihen vorüber. „Noch nie beim Zahnarzt ge- wesen —?" fragte Dr. Menzel. Das klana wie eine Feststellung, und es schwang auch ein leiser Ton von Anerkennung mit. Sie schüttelte vorsichtig den Kopf und brachte bei offenem Munde einen Laut zustande, der „Nein!' heißen sollte. • Und plötzlich fuhr, tückisch und aus dem Hinterhalt aus geschossen, aus der Spritze in der rechten Hand des Doktors ein feiner eiskalter Wasserstrahl gegen den linken oberen Schneidezahn. Renate Naumann zuckte zusammen. keit innerhalb der Kameradschaft während des vergangenen Jahres fefyr rege war. Monatlich wurde ein Appell ab geh alten, mit dem jeweils auch ein Saalschießen verbunden war. Der Reichskriegertag in Kassel wurde von sechs Kameraden besucht. Auch die 200 Jahre alte Traditionsfahne des Vereins wurde mitgeführt. Das Schießen mit Kleinkattber wurde weitgehend gepflegt. Zehn Gruppen mit 40 Mann nahmen am Bundesschießen teil. An den Veranstaltungen der NSDAP, nahm die Kameradschaft regen Anteil. An der Tannenbergfeier beteiligten sich zwei Kameraden. Die Sammlung für die Kyffhä ui er -Waisenheime brachte guten Er olg. Die Kameradschaft zählt gegenwärtig 163 Mitglieder, unter ihnen acht Ehrenmitglieder. Der Ka sen- bevicht wies einen günstigen Stand der Finanzen aus. Zum Schluß des Appells danbte der Kamerav- schaftsführer allen seinen Mitarbeitern im Führerrat für die tatkräftige Unterstützung. Abichlieheno wies er noch auf Die Feier des Heldengedenktages und auf den Dag der deutschen Wehrmacht hin. Aus der Stadt Gietzen.' Oer Oust der Ackererde. Munals duftet die Scholle stärker als in der Zeit, da der Bann des Eises von ihr gewichen ist, das Tauwetter sie durchdringt und die Erde in i tiefer Schwärze ihrer Aufgabe harrt. Herb ist die- I ser Dust und schwer. Man spürt in ihm mütterliche ; Reife und ahnt in ihm das ewige Wunder des Säens und Erntens, das Sttvb und Werde, in dem , alles Sein und alles Leben beschlossen liegt. Süß ist der Dust der Rosen, auch der der Beil- chen und des Flieders. Betörend mag er an sommerlichen Abenden in den Gärten versttömen und die Menschen erfreuen, aber nichts geht über den Geruch der des Frühlings harrenden Ackererde. Sie ist das Ursprüngliche, das schon immer Gewesene und immer wieder Seiende. Sie bleibt ewig jung, sie welkt nicht und wandelt sich nicht. Sie spendet immer ihren Segen. Nichts wäre ohne sie, kein Keimen und Sprießen, kein Blühen und Fruchttragen, kein Reifen und Ernten. In ihr haftet alles, was da lebt. Sie ist unser aller ewige Mutter. So wie nichts Lebendes ohne Sonne zu wachsen vermag, kann niemand ohne Erde sein. Das aber ist das Größte: In ihr fest und tief zu wurzeln, aus ihr die Kräfte zu schöpfen, den Geist zu erheben zur Sonne und zu den ewigen Sternen, Kämpfer^ zu fern für sein Volk und seine Scholle! Tageskalender für Mittwoch. Populärwissenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Jnstttuts Professor Fröhlich über „Denkmäler Deutscher Rechtsvergangenheit in Hessen und den Nach- bargebieten". — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr ,Hugend". — Gloria-Palast (Selter sw eg): „Angelika . — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Feldzug in Polen". — Städtische Frauenarbeitsschule, Steinstrahe 10, von 9 dir 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr Ausstellung der Arbeiten der abgehenden Seminaristen. — Öbevhessischer Kunstverein: Ausstellung im Stadttheaier 17 bis 18 Uhr. Bunter Abend zugunsten des Minterhilsswerks. Am Montag, 11. März, findet im Stadttheater In Zusammenarbeit mit der NSG. „Kraft durch Freude" zugunsten des Kriegs-Winterhilfswevkes ein „Bunter Abend" statt, der zum größten Teil von Soldaten ausgeführt wird. Das Programm bringt Marschmusik, Trompeten-, Xylophon- und Saxophonsolis, Gesangs - Solodarbietungen aus schönen deutschen Operetten und auch einige humoristische Darbietungen. Osterpost frühzeitig einliefern! Neben den großen Aufgaben, die der Deutschen Reichspost im Kriege gestellt sind, kann sie den Osterdienst nur dann bewältigen, wenn er sich nicht auf die letzten Tage vor dem Fest zusammendrängt. Pakete und Päckchen, namentlich Feldpo st Päckchen, müssen daher in diesem Jahre möglichst bald, späte st e n s bis zum 14. März, eingeliefert werden. Hierbei ist auf besondere gute Verpackung und genaue Anschrift zu achten. Es darf nicht vergessen werden, ein Doppel der Anschrift in die Pakete zu legen. Auch die brieflichen Ostergrüße dürfen nicht erst in den letzten Tagen vor dem Fest abgesandt werden, wenn sie den Empfänger rechtzeitig erreichen sollen. legesohlen oder Pappe und Stoff (beides eine Nummer größer), Ober- und Futterstoff, Nähzeug, Hammer, 3ange, Nägel, Kordel, Kerze ober Wachs und zwei Rundnadeln. Gäste sind willkommen. (Spart Verpackungsmaterial Der Bedarf an Rohstoffen für die kriegswichtige ■ Erzeugung verpflichtet Kaufleute und Der- 1 brauner zur umsichtigen Verwendung von Verpackungsmaterial. Wenn beide dazu beitragen, Verpackungsmaterialien ebenso sparsam wie sachgerecht zu verwenden, werden mir auch weiterhin so verpaßen können, daß die Ware keinen Schaden erleidet. Wir bitten daher in den Betrieben auf möglichst zweckmäßige Verpackung zu achten, mehr denn e liegt dies im Interesse der Allgemeinheit. Die Verpackung dient dem Schutz der Ware, nicht dem Wettbewerb! Das Deutsche Frauenwerk bittet seinerseits die Verbraucherschaft um Verständnis und Mithilfe. Kampf gegen Schwarzfahrer. In einer Sitzung des Beirats der Fachgruppe Straßenbahnen, die dieser Tage in Bersin stattfand, beschäftigte man sich eingehend mit dem Thema „Schwarzfahrer". Dabei wurde insbesondere auf eine Aenderung des Reichs-Strafgesetzbuches hingewiesen, die folgenden Wortlaut hat: „Wer die Leitung eines Automaten, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu Veranstaltungen oder Einrichtungen in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit G e fän g- n i e bis zu einem Jahr oder mit Geld- träfe bestraft, soweit die Tat nicht mit anderen Dorsch;visten mit schwererer Sttafe bedroht ist. Schon der Versuch ist ftrafbar." Aus dem Gesetz ist also zu erkennen, daß ein Fahrgast, der auf eine wenig schone Weise, vielleicht 10 oder 15 Pfennige sparen will, sich — im Falle einer Anzeige — um dieses nichtigen Betrages willen für ein Jahr in das Gefängnis setzen kann. Die Tatsache, wie sie sich durch die erwähnte Aenderung des Gesetzes ergibt, dürfte zweifellos sehr dazu beitragen, von Schwarzfahrten abzu- schrecken. Wie wir von der Verwaltung unserer Gießener Straßenbahn hören, kommen Schwarzfahrten auch in unserer Stadt nicht etwa, selten, sondern verhältnismäßig häufig vor. Diejenigen, oie es auf eine „Schwarzfahrt" anlegen, müssen sich durch die neue gesetzliche Lage als nachdrücklich gewarnt fühlen. Fahrpreisermäßigung zum Besuch verwundeter Soldaten. NSG. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß die Deutsche Reichsbahn zum Besuch verwundeter oder kranker deutscher Teilnehmer am Kriege und zur Beerdigung verstorbener deutscher Teilnehmer am Kriege eine Fahrpreisermäßigung von 50 vH. in der 2. oder 3. Klasse für Personenzüge gewährt. Für jede Person und für jede Fahrt (Hin- und Rückfahrt jeweils besonders) ist beim Abgangsbahnhof ein Antrag nach vorgeschriebenem Muster durch die Gemeinde- (Ortspolizei-) behörde des Heimatortes des Angehörigen zu stellen. In dem Antrag muß angegeben sein, welchesDerwandt- schaftsverhältnis zu dem Kriegsteilnehmer besteht. Mind^erbemittelte Volksgenossen, die nicht in der Lage sind, das ermäßigte L Fahrgeld zu bezahlen, können von den NDV.- : Dienststellen Gutscheine erhalten. . Die Formu- 1 lare für den Antrag sind bei den größeren Fahrkartenausgaben der Reichsbahn zu Haven. , Splitterschutzmaßnahmen vor Fenstern und Türen. wurden einstimmig wiedergewählt. Der Revisions- bericht, von K. Alles vorgetragen, ließ erkennen, daß die Genossenschaft ordnungsgemäß geführt wird. Die Genossenschaft unterhält eine moderne Dämpfkolonne und eine Obstkelter. Eine rege Aussprache beschloß die Versammlung. Kreis Alsfeld. LPD. Alsfeld, 5. März. Dem zweijährigen Söhnchen der Familie Heinrich Schmalz geriet beim Essen eines Apfels ein Stückchen in die Luftröhre. Das Kind erstickte, ehe ärztliche Hilft herbeigeholt werden konnte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. März. (Vorbericht.) Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine war ausreichend beschickt. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 50, Schaft 20 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM. Gießen schlägt Langendiebach. Nachdem im ersten Entscheidungsspiel der Luftwaffensportverein Gießen den Luftwafsensportver- ein Fritzlar eindeutig mit 4:1 (1:1) schlug, standen sich jetzt die Mannschaften von Langendiebach und Gießen im Kampf um die Luftgau-Kriegsmeisterschaft gegenüber. Die Gießener Soldaten zeigten, daß sie unter der bewährten Führung von Altmeister Köppers viel gelernt hatten. Sie spielten flüssigen Fußball und hatten das Heft jederzeit in der Hand. Langendiebach konnte Gießen nie gefährlich werden, lediglich Ruppke, der Torhüter der Gauliga-Mannschaft von München 1860, im Langendieb ach er Tor, verhinderte eine zweistellige Niederlage. Das Ergebnis von 6:2 (2:2) ist trotzdem sehr schmeichelhaft für Langendiebach. Gießen spielte in folgender Aufstellung: Rothe; Dresche!, Röder; Sokolowski, Görtz, Hettel; Ferchow, Patalon, Rose, Klippel, Gruth. VjB.-Neichsbahn I. - Sportfreunde W-tzlar I. 6:3 (0:2). Vor einer großen Zu sch au er menge fand das Spiel auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 statt. Die Gäste, die durch zahlreiche Soldaten verstärkt waren, enttäuschten nach der angenehmen Seite. Die Mannschaft hatte keinen schwachen Punkt. Die Grün- weißen hatten folgende Els zur Stelle: Wunderlich; Fleischhauer, Schlitz; Möhl, Leutheuser, Kraft; Eh- mann, Funk, Nikolai, Benner, Derghöftr. Das Spiel der Els in der ersten Halbzeit konnte nicht begeistern. Den Anstoß der Grünweißen fingen die Gäste ab, und schon mußte Wunderlich eingreifen. Die Gäste brachten gefährliche Angriffe vor das Tor der Grünweißen, die Flügel wurden gut bedient und konnten von den Außenläufern nicht gehalten werden. Die Grünweißen kombinierten zwar schön, jedoch vor dem Tore blieb der Ball meist im Schlamm stecken, die wenigen Schüsse meisterte der Gästetorwart sicher. Einen Elfmeter verursachte der linke Verteidiger, der Funk im Strafraum legte, doch konnte Schlitz den Stoß nicht verwandeln. Drei Ecken wurden nicht ausgewertet, dann brachen die Gäste wieder einmal durch und schon führten sie durch einen unhaltbaren Schuß des Miftelstür- mers. Die Grünweißen waren durch diesen Erfolg verdutzt, und kurz daraus in der 39. Minute konnte der Halblinke der Gäste auf Vorlage von rechts auf 2:0 erhöhen. Die zweite Halbzeit begann verheißungsvoll für die Grünweißen, die inzwischen Funk in die Mitte genommen hatten. Einen Freistoß verwandelte Leutheuser mit unheimlicher Wucht eine Minute nach dem Wechsel zum ersten Gegentreffer. Zwei weitere Ecken waren die Ausbeute der nunmehr drückenden Ueberlegenheit der Grünweißen. Die sechste Ecke wurde schön hereingegeben, Benner köpfte zum vielbejubelten Ausgleich ein. Die Gäste blieben nicht müßig, und bei einem blitzschnellen Vorstoß fiel wiederum der Führungstreffer. Das war den Grünweißen zuviel, Möhl schoß nach 28 Minuten das Ausgleichstor, eine Minute später kam eine schöne Flanke von Ehmann zu Berghöftr, der durch Kopfball zum vierten Tore einlenkte. Ehmann köpfte eine Ecke zum fünften Tore ein, kurz daraus war Nikolai durchgebrochen und schoß das sechste Tor. Die Gäste machten verzweifelte Anstrengungen, das Ergebnis zu verbessern, aber die Hintermannschaft war nicht mehr zu schlagen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Langes Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich Hamann^. alle in Gießen. 1140D Am 4. März entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit im 67. Lebensjahr mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Karl Rohn, Postassistent In tiefer Trauer: Marie Rohn, geb. Bopp Wilhelm Rohn, Rechtsanwalt Tilli Rohn Karl Rohn Irmgard Rohn, geb. Krausmüller und 1 Enkelkind. Gießen (Wilhelmstraße 1), den 6. März 1940. Die Einäscherung findet in aller Stille statt. - Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bittet man abzusehen. Geschäftsdrucksacheb Rechnungen Brlefbl&tter Briefumschlag» Postkarten Geschfiftskarten bei Brühl, Schulstr.1 0803 In tiefer Trauer: Anna Schenk, geb. Häufler. Gießen, den 5. März 1940. Die Beerdigung fand auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt. _________________________________________________________________0799 Am 5. März 1940, morgens 2.30 Uhr, entschlief nach schwerer, in Geduld ertragener Krankheit unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Tochter, Schwägerin und Tante Frau Frieda Emde Wwe. geb. Haupt. In tiefer Trauer: Hedwig und Frieda Emde Karl Haupt Gießen, den 6. März 1940. Die Trauerfeier findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Am Samstagabend verschied sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Ludwig Schenk, Metzger im Alter von 57 Jahren. eingetroffen! Sport-Zerndt Gießen Marktpl atz 8 Ruf 3272 Wetzlar Langgasse 1 4 Ruf 3038 1135D Skier Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8 jähriger Schulbildg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits am 8. März stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. 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[U22D Die Deutsche Arbeitsfront/NSG.Kraft UurcbFrende Kreisdienststelle Wetterau Ml« Wslltlll sowie in Registratur bewanderte Hilfskraft 'männlich oder weiblich) zum baldmöglichsten Eintritt gesucht. Bewerbungen unter Beifügung von Zeugnissen und Angabe von Gehaltsansprüchen unter 1139D an den Gießener Anzeiger erbet. 1. Bericht des Vorstandes über die Geschäftsergebnisse des Jahres 1939 2. Prüfungsbericht des Aufsichtsrates 3. Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz und die dem Vorstand und Aufsichtsrat zu erteilende Entlastung. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns 4. Ersatzwahl ausscheidender Mitglieder des Aufsichtsrats 5. Verschiedenes. Unser Geschäftsbericht für 1939 liegt ab heute während der Geschäftsstunden bei uns zur Einsicht offen. Gießen, den 6. März 1940. SMls-m MeMnl e.tö.mM. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats: Franz Gros. 1133V Donnerstag, 7.März, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Berfteigerungslokal, Neuenweg Nr. 28 dahier), zwangsweise geg. Barzahlung: 150 Flaschen Weißwein, 1 Opel- Personenwagen, 1 Vertiko, ein Waschtisch, 1 Klavier, 1 Schreibmaschine, 1 Divlomatschreibtisch, 1 Büfett, 1 Registrierkasse, 1 Lederwalze, 1 Kautsch, 1 Decke, 1 Kommode, 1 ovalen Tisch, 1 Grammo- phonschrank, 1 kl. Tisch, 1 Radio- gerät, 1 Staubsauger, 1 Bücherschrank, 1 Mantelkessel, 1 Registra- turschrank, 1 Dosenverschlußmasch., Herdputz, Thermosflaschen, Salon- Verdunster. 1145D MöU Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 I, Telefon 3239. Die Mitglieder unserer Bank werden zu der am Donnerstag, dem 14. März 1940, abends 8V2 Uhr, im Pestaurant „Hindenburg" stattffndenden AMklUllW WmWWHIlW 3 Gewinne zu 300000 RM. 183241 3 Gewinne zu 10000 RM. 104196 15 Gewinne zu 5000 RM. ZMWS.MM tot? Nachtwache (zweimal in der Woche) gesucht. 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