Samstag, 5. | Somtag, 6. Oktober 1940 (90. Jahrgang Ur. 256 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer 6i§8l/,UbT desVormittags Aiueigen-Preiie r Anzeigenteil 7 Rvi. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nacklässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelü Platzvorschrift < vorherige Vereinbarung) 25"/.. mehr Erscheint täglich, auher Sonntags und feiertags Beilagen: Tue illustrierte (Siebener ftamilienblätter Heimat imBild DieScholle Mvnats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auch bei 'Nichterscheinen von einzelnen Nummern tniolge höherer Gewalt FernivrechanichluK 2251 Drahtanschrift: „Anzeige^ Postscheck 11 ß«6 Tranks. M » M ▲ W" d Samstag, 5. |$< Gietzener Anzeiger wä«. General-Anzeiger für Oberhessen 6it6en?Sd)Hftra8e 7-9 Die Begegnung am Brenner. In Anwesenheit der beiden Außenminister sämtliche interessierenden Fragen erörtert. essen eine Wirklichkeit realisieren, die eine bessere Ordnung Europas gewährleistet." Italienischer Wehrmachisvericht. Rom, 4.0kl. (DRB.) Der italienische wehr- Machtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: 3m englisch-ägyptischen Sudan haben unsere Lustformationen Feldlager und Verteidigungsanlagen in der Zone von Rozeires sowie ein feindliches Feldlager und einen wichtigen Stützpunkt in der Gegend von G a l l a b a t bombardiert. Die feindliche Luftwaffe hat Angriffe auf verbera, Afmado, El Uak und auf die Eisenbahnstationen von Afordat und El Aiscia unternommen. Ein neuer Angriffsversuch gegen die letztgenannten Ortschaften ist von unseren Jägern zurückgeschlagen worden. Rian zählt drei Tote, darunter eine Eingeborenenfrau, und fünf Verwundete. Die Waterial- schäden find beschränkt. England lebt von seinen Beständen. Stockholm, 5. Oktober. (Europapreß.) Lord Beaverbrooks „Daily Expreß" versucht seine Leser zu überzeugen, daß die Lage gar nicht so schlimm sei. Das Blatt macht jedoch die Feststellung, daß in der letzten Woche die englischen Schiffsverluste wirklich böse gewesen seien. „So hat sie denn chr Auf und Ab, diese grimmige nicht endende Schlacht der Meere, die ohne Einhalt durch- aesochten wird, während unsere Augen auf den Krieg der Lüfte gerichtet sind. Aber in seinen schlimmsten Perioden ist dieser Seekrieg durchaus ebenso böse wie das schlimmste, was wir von den gleichen U-Booten im letzten Krieg erlitten, als der höchste Verlust im Monat April 1917 345 282 Tonnen betrug. Wenn trotz der Schiffsraumverluste die Ernährung in England noch einigermaßen gut ist, so ist damit nicht die volle Geschichte erzählt; denn wir essen unsere Bestände an Schweinen und Geflügel auf, anstatt sie aufzuziehen, weil wir nicht genügend Futtermittel e i n f ü h r e n." Oie Neuordnung. Die ungeheure politische Aktivität der Achse, die sich eben erst in der Befriedung des Balkans durch Den Wiener Schiedsspruch und den Anschluß Japans im Berliner Dreimächtepakt kundgetan hatte, wird nun erneut unterstrichen durch die zweibe Begegnung zwischen Führer und Duce auf dem Brenner. Die hier im Geiste der engen Freundschaft, die die beiden großen Staatsmänner seit langem verbindet, gepflogenen Unterhaltungen- werden natürlicherweise den ganzen Kreis politischer und militärischer Probleme einbezogen haben, der die Achsenmächte heute, wo der ihnen aufgezwungene Krieg in seine entscheidende Endphase getreten ist, bewegt und in vertrauensvoller Zusammenarbeit einer Lösung zugefyhrt wird. In dem gleichen Augenblick, wo in London die innere Unsicherheit der regierenden Plutokratenkaste, die wachsende Mißstimmung des englischen Volkes über eine den furchtbaren Verwüstungen durch die pausenlos über England dahinrollenden deutschen Luftangriffe hilflos gegenüberstehende Führung, der Schock, den man empfindet angesichts des japanischen Entschlusses, sein Schicksal mit dem der Achsenmächte zu verknüpfen, sich in einer neuen Kabinettskrisis Luft machten, die mit einer offensichtlichen Der- legenheitslösung endete, in diesem Augenblick wirkt die zielbewußte Ueberlegenheit der Achsenpolitik doppell imposant. Auch draußen steht man, ob man will oder nicht, Freunde und Neider, unter dem gewaltigen Eindruck der Geburtsstunüe einer neuen Welt. Versailles ist tot, und Staatsmänner von einem' anderen Format, als es die kläglichen „Friedensmacher" von 1919 waren, gehen heute schon daran, der Welt ein neues Gesicht zu geben. Aus den Erinnerungsbüchern der Lloyd George, Nicolson, Baker, Clemenceau, Masaryk, Nitti u. a. wissen wir, mit welch vagen Vorstellungen, mit welchem Minimum an Kenntnissen und welch leichtfertiger Planlosigkeit diese politischen Scharlatane damals ans Werk gingen, ein neues Europa zu formen. Nur in einem waren sie sich einig, in Der Vernichtung Deutschlands und der Niederhaltung Italiens, aber kein großer positiver Gedanke stand ihnen vor Augen. Dölkerschicksale wurden Gegenstand eines elenden Kuhhandels, bei dem jeder den andern zu übertölpeln suchte und Wilson, der mit dem Anspruch des Arbiter mundi nach Paris gekommen war, in seiner gänzlichen Ahnungslosigkeit von europäischen Dingen notwendigerweise ein völliges Fiasko erleiden mußte. Was dann zu- ftandekam, war jämmerliches Flickwerk, das nicht einmal alle Sieger von bamcZs befriedigen konnte und den Keim der Auflösung bereits in sich trug. Erschleiche Fortsetzung der Vergeltungsangriffe. Volltreffer in Rüstungswerken und auf Flugplätzen. Arn Brenner, 4. OfL (DRV.) 3m Rahmen des regelmäßigen deutsch-italienischen Meinungsaustausche^ haben sich der Führer und derDuce heule am Brenner getroffen. 3n einer im Geiste der Achse geführten herzlichen Unterhaltung von dreistündiger Dauer, die in Anwesen he il der beiden Außen- mi n i sl e r slattfand, wurden sämtliche beide Länder interessierenden Fragen erörtert. Bei dem letzten Teil der Unterhaltung war Generalfeldmarschall Keitel anwesend. Die Besprechung wurde während eines Frühstückes im kleinen Kreise fortgesetzt. lieber den Verlauf der Begegnung des Führers und des Duce erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Der Führer traf zu seiner Begegnung mit dem Duce im Sonderzug um 11 Uhr in der italienischen Grenzstation Brennero ein. Der Duce begrüßte den Führer auf dem mit den deutschen und italienischen Fahnen geschmückten Bahnsteig auf das herzlichste. Der italienische Außenminister Graf Ciano hieß Reichsaußenminister v. Ribbentrop herzlich willkommen. Während ein italienischer Musikzug die deutschen und italienischen Nationalhymnen intonierte, schritten der Führer und der Duce die Front der Ehrenformation des Heeres und der faschistischen Miliz ab. Der Duce geleitete den Führer sodann zu seinem auf der anderen Seite des Bahnsteiges stehenden S o n d e r z u g , wo die Besprechung im Salonwagen des Duce in Anwesenheit der Außenminister beider Länder begann. Nach der Besprechung geleitete der Duce den Führer an seinen Sonderzug zurück und verabschiedete sich von ihm auf das herzlichste. Begleitet von den Klängen der deutschen und italienischen Nationalhymnen verließ der Sonderzug des Führers gegen 14.30 Uhr den Brenner. Wie der Sonderkorrespondent des Mailänder Blattes „Sera" noch berichtet, hatten nach der Unterredung im Salonwagen des Duce die beiden Führer sich mit ihrer Begleitung in den Speisewagen begeben, wo ein Frühstück eingenommen wurde. Alsdann verabschiedeten sich der Duce und der Führer in herzlicher Weise. — Während der Zusammenkunft kreisten drei italienische Flugzeuge über dem Brennerpaß. Die siebene Begegnung. So, wie die Welt gewöhnt ist, die beiden Achsenmächte Deutschland und Italien stets ebenso zielbewußte wie rasche Entscheidungen in großen politischen Fragen treffen zu sehen, so weiß sie, daß Zusammenkünfte zwischen dem deutschen Staatsoberhaupt und dem italienischen Regierungschef immer die letzte Klärung und endgültige Entschluß- faffung vor besonders weittragenden Wendungen in der europäischen Politik bedeuten. Diese Zusammenkünfte sind, wenn man sie in Beziehung setzt zu dem engen Freundschafts- und Bündnisverhältnis zwischen den Achsenmächten, relativ selten. Das gehört mit zu den bestimmenden Unterschieden der klaren Politik Deutschlands und Italiens einerseits und etwa der westlichen Mächte andererseits, deren maßgebliche Männer einen großen Teil des Jahres mit Konferenzen aller Art, bald in Genf, bald in Paris, bald in London zu verbringen pflegten. Die jetzige Zusammenkunft zwischen Adolf Hitler und Mussolini ist die siebente. Die beiden Männer sahen sich zum erstenmal in den Tagen vom 14. bis 16. Juni 1934 in Venedig. Dort begann das persönliche Verhältnis zwischen ihnen, dort wurde auch die erste großzügige Vorarbeit für das spätere Zusammengehen derjenigen beiden Staaten getan, die ein paar Jahre später Europas politische Achse errichten und die politischen Schicksale unseres Erdteils im Sinne der freiheitlichen Ordnung, d. h. im Sinne der Ablehnung jeglicher Art von Bevormundung durch die Westmächte zu formen berufen fein sollten. Seitdem gestaltete sich der politische wie der persönliche Konnex zwischen den beiden Staatsmännern itnmer enger. Welche Festigkeit inzwischen das deutsch-italienische Verhältnis schon angenommen hatte, das zeigte sich, als Mussolini vom 25. September bis zum 1. Oktober 1937 in Deutschland weilte und die beiden Freunde wiederum eine Reihe bedeutungsvollster Besprechungen hatten. Der Sinn dieser Besprechungen lag vor allem in jener beschwörenden Friedenskundgebung der beiden Mächte, die sie am 28. September vom Berliner Maifeld aus an die Umwelt richteten. Vier Wochen nach feiner Rückkehr nach Rom sprach Mussolini dann zum ersten Mal das inhallsschwere Wort von der Achse Berlin—Rom im Sinne einer bünd- nishaften Zusammenarbeit, wie andererseits der Führer in der Reichstagsrede vom 20. Februar das deutsch-italienische Verhältnis und die Gemeinsamkeit der Ziele der beiden Ordnungsstaaten klar herausstellte. Dom 3. bis 10. Mai 1939 weilte dann b e r Führer seinerseits in Italien, inmitten einer der bewegtesten geschichtlichen Perioden Europas. Noch im gleichen Jahre, am 29. September, waren Adolf Hitler und Benito Mussolini die unbestritten maßgeblichen Männer der Münchener Viererkonferenz, die im Zusammenhang mit der gemeingefährlichen tschechischen Frage wieder einmal den Frieden Europas retteten. Leider haben die beiden großen Staatsmänner keine Partner, die chrer würdig sind. So erfolgte ihre nächste Zusammenkunft am 18. März d. I., fd)on mitten im Kriege, einen knappen Monat, bevor der Sieger über Polen, Dänemark und Norwegen unter deutschen Schutz stellen mußte, um dem englisch-französischen Angriff zuvorzukommen. Die Lage im Südosten Europas und die Folgen einer etwaigen Kriegsausweitung durch die Westmächte dort waren die wichtigsten Themen dieser Begegnung. Als sich der Führer und der Duce drei Monate später, am 18. Juni in München wiedersahen, lag Frankreich am Boden, konnten sie die gemeinsame Stellungnahme zu dem französischen Waffenstillstandsgesuch besprechen. Es ist noch nie um kleine Dinge gegangen, wenn Führer und Duce zusammenkamen! Das Echo kn Rom. Rom, 5. Okt. (Europapreß.) Zur neuerlichen Begegnung der Führer der beiden Achsenmächte am Brenner schreibt Gayda, die Zusammenkunft sei ein natürlicher und notwendiger Epilog der wiederholten deutsch-italienischen Staats- männer-Besprechungen. Die Welt werde fragen, was diese neue Begegnung bringen werde. Aber es ■fei nicht notwendig, diese Neugierde zu befriedigen. Die Well werde schon rechtzeitig von Fall zu Fall durch die vollzogenen Tatsachen die Auswirkungen dieser Begegnung erfahren. Eines jedoch glaubt Gayda schon betonen zu sollen, nämlich, daß ' es abwegig sei, die Begegnung als ein Komplott gegen den Frieden und die Ruhe der nicht im Kriege befindlichen Staaten auszulegen, in der Art jener Anschläge, die England auf der Suche nach neuen Verbündeten ausbrüte. Weiter stellt Gayda fest, daß durch die Besprechung auf dem Brenner, entgegen feindlichen Ausstreuungen, d i e Solidarität der Führer der Achse und der beiden Völker zum Ausdruck komme. Sie bekunde ferner den Willen, denKrieg bis zum Ende, das heißt bis zum umfassenden Siege, mit allen militärischen und politischen Mitteln zu führen. Die Kräfte der beiden verbündeten Mächte seien ausreichend und könnten vervielfacht werden, um jeder Kriegsdauer und jeder Entwicklung in der Welt begegnen zu können. In dieser völligen Gewißheit könnten sich die Achsenmächte auch in aller Ruhe mit den großen Grundlinien befassen, innerhalb derer sich d a s neue Europa und das neue Afrika aufbauen würden. „Tribuna" und „Lavoro Fascista" erklären, daß man in der Begegnung den Beweis für den solidarisch geführten Kampf der Achsenmächte bis zum totalen Endsieg über England zu erblicken hat. Wir wissen, so schließt „Lavoro Fascista", daß einer Begegnung der beiden großen Führer harte Schläge für den gemeinsamen Feind folgen werden, die den endgültigen Sieg näher heranbringen werden. „Tribuna" sagt, wie Hitler und Mussolini die absolute Gleichheit ihrer Ideale, ihrer Aspirationen und ihrer Pläne festgelegt hätten und wie in den beiden Völkern kein anderer Gedanke als der an den Sieg lebe, so erneuere sich mit der Begegnung der Pakt, bis zur vollkommenen und unausbleiblichen Niederlage des Hauptfeindes zu kämpfen. „Die Begegnung der beider» großen Führer Deutschlands und Italien", so schreibt Agentur Ste- fani, „erfolgt zu einem besonders interessanten Zeitpunkt: Nach dem glücklichen Zustandekommen des Dreimächtepaktes, während sich England in einer tiefgehen.den Krise befindet, die durchaus nicht nur eine Regierungskrise ist. Die englische Politik hat in der letzten Zeit eine Reche von Mißerfolgen und Fehlschlägen erlitten, die ihren Eindruck nicht verfehlen. Japan hat sich entschlossen an die Seite der Achsenmächte gestellt, Rußland hat seine eigene Neutralität befräftigt und Amerika — bedrängt durch die Lage im Pazifik —, ist in feinen englandfreundlichen Ein- milchungst enden z en gegenüber Europa nicht mehr völlig frei. Während sich so auf internationalem Gebiet die englische Isolierung verschlimmert, setzen die gewaltigen deutschen Luftgefchwader systematisch ihre Zerstörungsaktion gegen alle lebenswichtigen Zentren Englands fort, in erster Linie gegen London selbst, das bereits unrettbar verurteilt erscheint. Hinzu kommt, daß Aegypten sich weigert, gegenüber Italien die Haltung einzunehmen, die London ihm aufzuzwingen versucht, während Indien gegen England offen sein Mißtrauen zum Ausdruck bringt. Die neue Begegnung zwischen.dem Duce und dem Führer an der Grenze der beiden Reiche kennzeichnet die enge italienisch-deutsche Solidarität in der politischen und militärischen Leitung des Krieges. Die beiden Achsenmächte werden auch weiterhin bis zum Siege und über den Sieg hinaus Seite an Seite marschieren, in Übereinstimmung mit den Abmachungen und Plänen, die die beiden großen Führer vereinbart haben, Abmachungen und Pläne, die bestimmt nicht den grotesken Erfindungen der Feindpropaganda entsprechen." Dor her Rückkehr Güners. Madrid, 4. Oktober. (Europapreß.) Unter der Ueberschrift: „Alles logisch und klar" erklärt die Zeitung „Madrid" zur Rom—Berlin- Reise des Innenministers Serrano Sun er s u. a.: „Es gibt nichts mehr, was die klaren Beziehungen der dreieinigen Freundschaft Madrid—Rom—Berlin trüben könnte. Das Verhalten gewisser europäischer Regierungen gegenüber Franco wird ebensowenig vergessen wie der Beginn des jetzigen Krieges, in dem d i e Blockade auch über Spanien verhängt wurde. Frankreich liegt durch den deutschen Sieg am Boden und England hat seine bisherige Politik absolut nicht geändert. In London finb diejenigen politischen Elemente vereinigt, die während des spanischen Freiheitskampfes Land und Volk verraten haben und nun auf einen britischen Sieg hoffen, durch den sie glauben, wieder unmittelbar in Spanien ihren Einzug halten zu können Die Konferenzen in Berlin und Rom haben einen perfekten Zustand geschaffen, alles ist jetzt klar und logisch, und innerhalb einer neuen Ordnung werden die nationalen Inter- Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. Berlin, 4.Okt. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Vergeltungsangriffe auf London und die Angriffe auf wehrwichtige Ziele in Süb- und Wittel-England wurden trotz schwieriger Wetterlage erfolgreich fortgesetzt. 3n einem Gaswerk im Rordwesten von London folgte der Vombenexplosion eine hohe Stichflamme. Kampfflugzeuge griffen mit besonderem Schneid zwei Rüstungswerke in Coventry und bei Chester an. Volltreffer vernichteten in beiden Werken Wontagehallen und Waschinen. Weitere erfolgreiche Angriffe richteten sich gegen verschiedene Flugplätze im Deichbild von London sowie gegen den Flugplatz von St. E v a l in der Grafschaft Cornwall, wo hallen, Unterkünfte, Rollfelder und Flugzeuge am Boden zerstört wurden. Besonders wirkungsvoll war ein Bombenangriff Stockholm, 5. Okt. (Europapreß.) Das bri- ttfche Luftfahrtministerium muhte zugeben, daß es im Laufe des Donnerstags großen Formationen deutscher Bombenflugzeuge, die von Jägern begleitet waren, gelang, den Sperrgürtel von London zu d u r ch d r e ch e n. Im Süden und Westen der Hauptstadt sei eine große Anzahl von Bomben abgeworfen worden. Auch die Nacht zum Freitag hat weitere deutsche ßuftangriffe gebracht. Die deutsche Luftwaffe unternahm gegen London zwei Vorstöße, einen vor Mitternacht und den anderen nach Mitternacht. Dom englischen Nachrichtendienst wird erklärt, die Vorstöße seien weniger heftig gewesen als in den vorhergegangenen Nächten, was man auf die ungünstigen Wetterverhäll- nisse zurückführt. Nichtsdestoweniger dauerte der zweite Alarm der Nacht etwa vier Stunden. Es wird bestättgt, daß das Ergebnis der Akttonen Bombenabwürfe über dem Herzen Londons und den Vororten, insbesondere den südlichen, südösllichen und südwestlichen Vororten, waren. Es entstanden Brände. Industrieanlagen wurden getroffen, Häuser zerstört und Gas- und Elektrizllätsleitungen unterbrochen. Im übrigen wird nunmehr zugegeben, daß die am Donnerstag durchgeführten Tagesangriffe gegen London weitaus verheerender waren als man zuerst habe annehmen können. Große Sorgen befallen die englische Oeffentlich- keit wegen der nun seit zwei Tagen herrschenden schweren Nebel. Während man sich bisher in der Hoffnung wiegte, daß der Nebel einer der auf das Truppenlager von S k e g n e ß. Volltreffer trafen angetretene Truppen, ein Teil der Unterkünfte geriet in Brand. Rördlich Londons griffen einzelne deutsche Kampfflugzeuge Eisenbahntransporte mit sichtbarem Erfolg an und versprengten Lastkraftwagenkolonnen. 3m Gegensatz zur deutschen LuftkampftäÜgkeit hielt sich die feindliche Luftwaffe bei Tage und in der Radjf fast ganz zurück. Rur ein einzelnes Flugzeug griff im Westen Deutschlands ein 3ndustrie- werk an, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Einige britische Flugzeuge flogen die norwegische Küste an. Die hier abgeworfenen Bomben blieben ohne Wirkung. Ein Angreifer wurde durch 3äger abgeschossen. Die gestrigen Gesamtverluste des Gegners belaufen sich auf 3 Flugzeuge. Vier eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Bei den Angriffen aufidie Rüstungswerke in lel-England zeichneten sich Kampfflugzeuge unter der Führung von Oberleutnant Reumann und Leutnant Bischoff durch besondere Kühnheit aus. besten Verbündeten Englands im Kampf gegen die deutsche Luftwaffe fei, hat sich nunmehr die Meinung völlig geändert. Man mußte feststellen, daß in diesen ersten schweren Nebeltagen die britische Luftabwehr ziel- und plan« l o s schoß, weil sie nicht in der Lage war, den Feind auszumachen. Infolgedessen sieht man mit größter Sorge den weiteren Kampfhandlungen entgegen, da die ausgezeichnet funktionierenden Blindflüge der deutschen Luftwaffe ihre Ziele finden, während die Luftabwehr nahezu erfolglos bleibt. Der Londoner Korrespondent der spanischen Zeitung „ABC" berichtet, daß am Donnerstag der erste Nebeltag gewesen sei, wo Londons Straßen in Nebel gehüllt gewesen seien und die Sonne die dichte Nebelschicht, die über Londons Häusermeer lagerte, nicht zu durchdringen vermochte. Die deutschen Bomber setzten jedoch trotz des Nebels ihre Arbeit fort, die Abwehrgeschütze ertönten ebenso wie in der Nacht, die Lustalarme waren häufig und lang, und Explosionen hörte man überall. United Preß berichtet sogar, daß die Tagesangriffe am Donnerstag d i e schwersten seit Beginn der Luftoffen- fine waren. Die Luftabwehr gegen den infolge des Nebels unsichtbaren Angreifer war so schwer, daß der Verkehr vollständig lahmgelegt wurde. Aus anderen Berichten geht Hervor, daß in mehreren Londoner Vororten eine beträchtliche Zayl Häuser zerstört wurde. Auch ein erfolgreicher Bombenangriff auf einen von London kommenden Eisenbahnzug wird zugegeben» Auch der Nebel schützt England nicht vor deutschen Bombern. Plutokratien retten könnten, ohne aus den Erfahrungen des ersten Kriegsjahres zu begreifen, daß Englands Wagen durch all solche Experimente, die nicht inneres Kraftgefühl, sondern nackte Verzweiflung eingeben, nur immer tiefer und hoffnungsloser in den Sumpf gerät, in den schließlich auch das Empire selbst mtt hineingezogen wird. Der Dreierpakt ist aber über diese aktuelle Bedeutung hinaus ein wesentlicher Beitrag für die Neuordnung der Welt, denn er legt das Verhältnis der drei Mächte, die im europäisch-afrikanischen Raum einerseits, im großasiatischen Raum anderseits die Führung bei der Schaffung einer neuen Ordnung beanspruchen, zueinander in knappen und klaren Sätzen eindeutig fest. Er stellt überdies klar, daß die Beziehungen der drei Mächte zu Rußland von diesem Vertrag nicht berührt werden. Das verständnisvolle Echo, das der Dreierpakt in Moskau gefunden hat, wo man über den Gang der Verhandlungen fortlaufend unterrichtet worden war, hat in London die törichten Hoffnungen curf eine deutschrussische Entfremdung schon über Nacht zerstreut. Englands Politik, Mißtrauen zu säen zwischen den Völkern und Regierungen, um selber um so sicherer im Sattel der Weltherrschaft zu bleiben, hat endlich ihren Meister gefunden. Wenn alle Welt spürt, daß in diesen Tagen intensivster Fühlungnahme in Berlin und Rom und nun auf dem Brenner Entscheidungen von größter Tragweite sowohl für die Zukunft des europäischen Kontinents wie für bie Beziehungen der sich abzeichnenden politischen Großräume untereinander getroffen werden, so ist es verständlich, daß in diesen Stunden der Entscheidung diejenigen Nationen nicht abseits stehen, die sich nach ihrer politischen Weltanschauung wie nach ihrem geschichtlichen Schicksal den beiden Achsenmächten auf das engste verbunden fühlen. Dazu gehört in erster Linie das Spanien Francos. Es war deshalb auch nicht verwunderlich, daß gerade jetzt der spanische Staatschef einen Mann, der als sein Schwager, als alter Mitstreiter des Frecheitskampfes uno Oberhaupt der Falange, der Partei, die den autoritären Staat des neuen Spaniens trägt, sein besonderes Vertrauen genießt, den Innenminister Serrano S u - n e r nach Berlin und Rom entsandte, um hier in enger Aussprache mit den leitenden Staatsmännern der Achsenmächte alle die Fragen zu klären, die bei der sich anbahnenden Neuordnung das besondere Interesse Spaniens finden. Suners Besuch bekräftigt nur eine Freundschaft, die im spanischen Bürgerkrieg bereits ihre Feuerprobe bestanden hat. Schon der Vater des Gründers der Partei, deren Chef Serrano Suner heute ist, der einstige Diktator General Primo de Rivera lenkte bewußt die spanische Außenpolitik aus den engen Bindungen zu den westlichen Demokratien, die die liberalen Politiker gepflegt hatten. Er knüpfte die freundschaftlichen Beziehungen zu Italien an, die in dem Abschluß eines Freundschafts- und Nichtangriffsvak- tes zwischen den beiden Mittelmeermächten iyren Ausdruck fanden. In Paris hat man nach dem Sturz Primo de Riveras und des Königtums und in der dann folgenden demokrattsch-anarchistischefi Aera alles getan, diesen Pakt, den man als Älp- druck für die Sicherheit der Verbindungswege zwischen Nordafrika und dem Mutterland empfand, zu beseitigen, aber man konnte es nicht hindern, daß das aus dem blutigen Chaos des Bürgerkrieges sich kraftvoll erhebende nationale Spanien die enge Solidarität mit den autoritären Mächten Mitteleuropas, deren Freiwillige die Freiheit Spaniens hatten miterkämpfen helfen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit bekräftigte. So war Spaniens Neutralität zu Beginn der großen Auseinandersetzung zwischen den demokratischen Plutokratien und den autoritären Mächten von jener besonderen Art, die amar darauf verzichtete, zu den Waffen zu greifen, einen Standpunkt aber seinen politischen Interessen und ideellen Freundschaften gemäß eindeutig bezog. Der Ueber- gang von der Neutralität zur „Nichtkriegführung" wenige Tage nach der Kriegserklärung Italiens an die Westmächte war eine deutliche Absage an England und Frankreich, die alle Anstrengungen machten, die einst verscherzte Freundschaft Spaniens wiederzugewinnen. Spanien weiß, daß es die englische Tücke war, wenn es heute nur noch ein Schatten seiner einstigen Größe einer beide Hemisphären umspannenden Weltmacht ist, und daß Frankreich immer nur ein schwaches Spanien ohne eigene politische Aspirationen als willfährigen Bum desgenossen gebrauchen konnte. Spaniens imperiale Forderungen sind in großen Zügen bekannt, sie richten sich ausschließlich an die Adresse Englands und Frankreichs. So ist Spanien an der Neuord- Es brauchten nicht zwei Jahrzehnte zu vergehen, bis sich erwies, daß in Versailles auch nicht ein einziges Problem, das sich aus dem Verhältnis von Raum und Volk in Europa ergab, mit Ernst und Verantwortungsgefühl angepackt worden war. Ja, es zeigte sich vielmehr mit erschreckender Deutlichkeit, daß Haß und Unverstand in Versailles staatliche Gebilde geschaffen hatten, die künstlich aufgebläht, aber in sich lebensunfähig in der ersten Existenz- vrobe zerbrachen. Daß sich schon im Augenblick der Verkündung der Pariser Friedensdiktate auch der Ruf nach einer Revision erhob, und nicht nur bei den damals unterlegenen Völkern, daß all die Jahre seitdem die europäische Politik im Zeichen des Kampfes um diese Revision stand, ist gewiß der beste Beweis für die Minderwertigkeit des Machwerks von 1919. Heute liegt die Neuordnung Europas in den Händen zweier Staatsmänner, die diese Revision vom ersten Tage ihres Eintritts in das politische Leben an als das Grunderfordernis für die Sicherung der Zukunft ihrer Völker, aber auch für ein gesundes und fruchtbringendes Zusammenleben der Nationen des seit Jahrhunderten sich in Zwietracht zerfleischenden Erdteils erkannt haben. Beide sind sich seit langem über die Grundprinzipien dieser notwendigen Neuordnung klargeworden und haben bereit bei den ersten Schritten dazu bewiesen, daß sie sich von Vernunft und Gerechtigkeit und einer tiefen Einsicht in die ethnograpyischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge und Bedingtheiten leiten lassen. Beide haben auch den großen lieber» blick und die schöpferische Phantasie, me in Räumen sowohl wie in Jahrhunderten denkt und deshalb ein neues Weltbild gestaltet, das mit dem unseliaen politischen Partikularismus und der wirtschaftlichen Zersplitterung auf räumt und «n die Stelle des Gegeneinanders politisch und wirtschaftlich alle Kräfte zusammenfaßt und in lebensfähige Gebilde ihrer Eigenart entsprechend, in billiger Abwägung aller Interessen sinnvoll gliedert. Beide Staatsmänner ind auch zutiefst durchdrungen von der Verantwor- ung, die sie vor der Geschichte tragen nicht nur iir die Zukunft der eigenen Völker, sondern auch ür das funktionelle Zusammenwachsen der großen Räume, in denen planvolle Arbeitsteilung und lebendige Wechselwirkung an die Stelle von neid- erfülltem Kampf aller gegen alle und an die Stelle einer von verblendeter Eigensucht diktierten Absperrung der von der Natur füreinander bestimm- ten Wirtschaftskörper treten werden. Nach der Verschiedenheit ihrer völtisch-nattonalen Art, ihres kulturell-sozialen Status und der Aufgaben, die ihnen im großen Ganzen zufallen, verschieden organisiert, aber organisch ineinander gefügt, werden in diesen sich nun schon deutlich abzeichnenden Räumen alle Teile sinnvoll zusammenwirken zum höchsten Wohl ihrer selbst wie zum Wohl des Ganzen, in dem sich ihnen im Jahrhundert der raumüberwindenden Technik unter neugearteten Daseinsbeb ingungen polittscher wie wirtschaftlicher Natur eine neue Zukunft auftut. Schon die Achse Berlin—Rom, die Basis der sich anbahnenden Neuordnung im europäisch-afrikanischen Raum, konnte nur erwachsen aus dem gegenseitigen Vertrauen zweier großer Männer, die weit genug dachten, um die Ergebnisse einer geschichtlichen Entwicklung als Gegebenheiten anzuerkennen ünd darüber hinaus die gemeinsame Aufgabe der beiden großen, trotz ältester Kultur so spät zur Einheit gelangten, krafttrotzenden und energiegeladenen Nationen Mitteleuropas zu sehen und chre Völker in diesem Geiste des Zusammenwirkens an einer großen Aufgabe zu erziehen. Der Krieg, den die westlichen Plutokratien in völliger Verkennung der tatsächlich bereits vor 1939 gänzlich verschobenen Machtverhältnisse begonnen haben, weil sie in ihm das letzte Mittel sahen, die stürmisch ins Rallen gekommene Revision der Pariser Friedensdiktate abzubremsen und ihre alte Herrschaft über einen zersplitterten Kontinent wiederaufzurichten, hat die Schicksalsgemeinschaft der beiden Achfenvölker sich in der Feuerprobe bewähren lassen. Er hat aber auch durch die glanzvollen Siege der deutschen und italienischen Waffen auf europäischem und afrikanischem Boden dazu geführt, daß sich die Politik der beiden Achsenmächte zu einer schöpferischen Aktivität entfalten konnte, die eine ungeahnte Anziehungskraft ausstrahlt. Da« augenfälligste Ergebnis dieser politischen Auswirkung der militärischen Erfolge der Achsenmächte war der Dreierpakt mit Japan. Er ist nicht nur eine ernste Warnung an die Illusionisten in aller Welt, die sich immer noch der törichten Hoffnung hingeben, daß eine Kriegsausweitung und Kriegsverlängerung, fei es um welchen Preis auch immer, die Sache der nung im Mittelmeerraum ebenso brennend interessiert, wie es im Atlantik die seiner harrenden Aufgaben sieht. Beides wird in engem Zusammenwirken mit den Achsenmächten die Berücksichtigung finden, auf die Spanien seiner ihm zukommenden Stellung im europäisch-afrikanischen Raum nach Anspruch erheben darf. Suners Besprechungen in Berlin und Rom werden ebenso wie der herzliche Empfang, den die Bevölkerung beider Hauptstädte dem Abgesandten des Caudillo bereitet hatte, das spanische Volk in der Gewißheit bestärkt haben, daß die Ausschaltung Englands aus der europäischen Politik auch für Spanien eine neue Aera herauf- führen wird. . Dr. Fr. W. Lange. Englische Bomben auf Schweden. Stockholm, 3. Okt. In der Nacht zum Donnerstag ist schwedischer Boden von englischen Maschinen bombardiert worden. Amtlich wird bestätigt, ein Flugzeug englischer Nationalität war von Westen her über o t e Schonenküste bei Hoell« oifen nach Schweden eingeflogen. Die Maschine schwenkte nach Westen ab, um dann über Malmö drei Bomben abzuwerfen. Durch den Einschlag wurden Krater in den Parkrasen des Schlosses von Malmö gerissen. Nach dem Bombenabwurf setzte die Maschine chren Kurs in südlicher Richtung fort und warf noch eine Bombe über schwedischem Territorialgewässer ab. Die Luftabwehr trat in Tätigkeit, konnte das englische Flugzeug jedoch nicht abschießen. Bezeichnend ist, daß der Engländer sich vor dem Bombenabwurf erst durch den Abwurf einer Leuchtbome orientiert hatte. Der schwedische Gesandte in London ist angewiesen worden, schar- fen Protest wegen der Verletzung der Neutralität Schwedens einzuleiten und Schadenersatzforderungen zu stellen. Aus der Kadmettskrisis in die SlaaisWs. Oer Zigmenwechsel in der Churchill-Regierung. Das Wasser steigt Churchill bis an den Hals. Um sich vorläufig zu erleichtern, hat er den 71jährigen Neville Chamberlain geopfert und etliche allzu blamierte Versager mit ihm. Als Winston Churchill am 10. Mai 1940 die traurige Erbschaft seines Vorgängers Neville Chamberlain übernahm und damit das Ziel feines Ehrgeizes, die Ministerpräfident- jchaft erreichte, wurde der zäh an Parlaments-- ämtern hängende Chamberlain auf den Posten des Lordpräsidenten des Geheimen Rates abgeschoben. Damit war der Mann, der mit Bibel und Regenschirm den politischen Biedermann gemimt hatte, nur offiziell kaltgestellt, in Wirklichkeit hatte Churchill längst seinen Frieden mit den Churchillianern gemacht, deren kriegshetzerisches und wirres Oberhaupt er einst kurz und bündig als verrückt, als „mack", bezeichnet hatte. Chamberlains Rücktritt räumt nun eines der letzten Hindernisse aus dem Wege, die einer Diktatur Churchills noch im Wege standen. Alle Neubesetzungen im Ministerium und besonders die Zusammensetzung des Kriegskabinetts unterstreichen die Entmachtung der konservativen Parteiorganisation. Mit Chamberlain haben vor allen Dingen die industriellen Kreise der Midlands und Nordeng- lands ihre letzte Verbindungsmöglichkeit mit dem Kriegskabinett verloren. Unter der nunmehr auf acht erhöhten Zahl der Mitglieder des Kriegskabinetts können nur Halifax und Schatzkanzler Kingsley Wood als Vertreter der Konservativen Partei betrautet werden. Churchill selber ist niemals wirklich heimisch in der Konservativen Partei geworden, der er erst seit 1925 wieder angehört, und diese ihrerseits hat wegen feines mehrfachen Fahnenwechfels stets Mißtrauen hinsichtlich feiner Loyalität gehabt. Lord Beaverbrook ist von Haufe aus Kanadier und hat zur Zeit Baldwins einen erbitterten Kampf gegen die Parteileitung geführt, die in ihm stets nur einen politischen Abenteurer gesehen hat. Sir John Ander- s o n ist von Hause aus Beamter und kein Parteimann, der in der Organisation der Partei Wurzeln gefaßt hatte. Die übrigen drei Mitglieder des Kriegskabinstts aber sind Mitglieder der Arbeiterpartei. Ihr Gewicht ist durch die Hinzuziehung des Avbeitsmini- fters Ernest Benin gestärkt, oa dieser eine viel stärkere Persönlichkeit ist als Attlee und Green- wood, außerdem als führender Mann der Gewerk- chaftsbewegung eine starke Hausmacht in die Waag- chale werfen kann. Churchills Taktik, die Wider- tände gegen feine diktatorischen Methoden, die von )er konservativen Parteiorganisation kommen könnten, durch Hinneigung zur Arbeiterpartei auszugleichen, findet in der Hinzuziehung Benins zum Kriegskabinett ebenso Ausdruck, wie in der Betrau- ung Herbert Morrisons mit dem Innenministerium, zugleich der Luftschutz obliegt. Morrison ist langjähriger Führer der Londoner Arbeiterorgani- satton. Andersons unzureichende Luftschutzmaßnahmen hatten allzu große (Erbitterung unter der ärmeren Benölkerung hernorgerusen. Mit Sir Andrew Duncan, dem bisherigen Handelsminister, übernimmt ein Vertreter der Großindustrie das Ministerium für Kriegsmaterial- befchaffung, womit zweifellos die in den Kreisen der Schwerindustrie bestehenden Bedenken gegen Churchills Kriegspolitik und sein Kokettieren mit der Arbeiterpartei beschwichigt werden sollen. Oliver Littleton ist ein politisch völlig unbeschriebenes Blatt. Sir John Reith' Beauftragung mit dem neuen Ministerium für öffentliche Arbeiten und Bauten bringt eine energische Persönlichkeit vor die riesigen Aufgaben, die durch die deutschen Bombenangriffe geschaffen worden sind. Oberst Moore Brabazon, der das Verkehrsministerium übernimmt, war 1923/24 und wieder von 1925 bis 1927 parlamentarischer Sekretär in diesem Ministerium. Die (Ernennung Lord (Eranebornes zum Dominionminister — (Eraneborne ist der Sohn des in konservativen Kreisen einflußreichen Lord Salisburn — stellt eine Art Rückversicherung gegenüber dem hocharistokratischen Flügel dieser Partei dar, ohne jedoch Churchills Kriegspolitik zu gefährden, da (Eraneborne, der früher unter Eden parlamentarischer Unterstaatssekretär im Außenministerium war, mit Eden und Duff Cooper zu der Clique der erbittertsten Deutschenhasser gehört. Blasenleiden Das Wasser habe ich als Arznei betrachtet, und auf diese Weise bin ich die Entzündung der Blase losgeworden. Mein Leiden habe ich jetzt 17J. u. mich so durchgeschl. Ihr Wasser heilt. M.A.Fecker, Kfm., Jöhlingen/B., Bahnhofstr.28.12.838. 25 große Flascnen Rrt». 14.-, 60 große Maschen RM. 24.-, dazu Pfand. Lieferung frei Haus. Heilquelle Karlssprudel, Biskirchen 267A Einer Rücksichtnahme auf den aristokratischen Flügel der konservativen Partei dürfte auch die Beibehaltung von Lord Halifax zuzuschreiben fein, obgleich dieser von manchen Kreisen der Linken, wegen seiner angeblichen Lauheit angegriffen worden ist. Schließlich ist es ein offenes Geheimnis, daß Halifax auf eben so schwankem Ast sitzt wie Kriegsminister Eden, und eine politische und militärische Skandalaffäre wie etwa die von Dakar ist ja nur eins von vielen Beispielen gewesen für die absolute Unfähigkeit dieser beiden Minister. Sie alle find gehorsame Jünger ihres Herrn und Meisters Churchill, der allem Anschein nach so ziemlich am Ende seiner listenreichen Weisheit angelangt ist. Dafür liegt ein untrügliches Merkmal in der Tatsache, daß er zwei Arveiterparteiler in das eigentliche Kriegskabinett aufgenommen hat, mitten im Sturm der Vernichtung aller englischen Hoffnungen wechselt Churchill die Gäule. Als letztes oer- zweifeltes Rettungsmittel für sich, das aber mit Naturnotwendigkeit seinen eigenen Untergang besiegelt. Churchills Spekulation auf die Arbeiterpartei als Isolierschicht gegen die bedrohliche Kri- fenftimmung in England und' gegen die öffentliche Belastung der plutokratisch-konfervativen Kaste wird genau so trügen wie die Spekulation mit einer Stimmungsoffensive, hinter der sich bereits die Kriegskrise, wenn nicht gar die große Staatskrise Englands abzuzeichnen beginnt. Chamberlains Gchuldkonio. Genf, 4. Okt. (Europapreß.) Zu der Ausbootung Chamberlains schreibt „Tribüne de Lausanne": „Wenn Chamberlain jetzt ausscheidet, so muß man nochmals feststellen, daß einer der größten Fehler, die in der Zeit Chamberlains gemacht wurden, von Baldwin begangen worden ist. (Es ist die Beauftragung des jungen und hitzigen Eden mit den auswärtigen Angelegenheiten. Dieser un- Hexenmeisters Besen. Don Hans Friedrich Blirnck. Einer meiner engsten Jugendfreunde war eines Pastors Sohn. Er siel jung in den Karpaten, aber es ist einer der Fälle, wo Die Toten den Lebenden nicht sterben. Dadurch, daß ich einige der eindrucksreichsten Jahre mit ihm verbrachte, und dadurch, daß wir uns im gereiften Alter nicht mehr begegneten, sind wir in meinen Gedanken um so öfter beisammen. Er lebt weiter nach dem Bild, das ich mir von ihm machte und das ich vor mir sehe. Es war eines der innerlich reichen Pfarrhäuser, in dem der Freund aufwuchs. Ein Haus ohne angst- redende, unedle Frömmelei, wie sie zuweilen das Leben junger Menschen bedrückt. Wie damals, vor der Jahrhundertwende, die Försterhöfe die deutsche Musik pflegten, so wurde unsere klassische Dichtung in vielen Häusern unserer Geistlichen gehütet. Ja, der Vater meines Freundes war so sehr Nachbar der Künste, daß er sich später vor frömmelnden Stiftsfräulein in den Ruhestand zurückziehen mußte. Auch die Frau des Geistlichen, eine Lübecker Kaufmannstochter, meiner eigenen Mutter in der Pflege der Zeichenkunst zugetan, war gut belesen und in der Geschichte wohl bewandert. Viele Bücher ent- nahm ich ihrem Schrank, der ihren Kindern und deren engeren Freunden offenstand. Die Erinnerung an schöne Stunden und manch drolliges Jugenderlebnis knüpft sich an jenes Pfarrhaus. Habe ich dort nicht den ersten Zank mit einem hübschen Mädchen nur wegen des verwünschten Krick- balls gehabt, — Fanny hieß sie, eben fällfs mir einl Habe ich dort nicht Stachelbeerwein panschen gelernt, und die Flaschen der Pfarrin mit Leitungswasser nachgefüllt, nur weil der schöne Saft uns Jungen fo gut mundete? Ja, heute, nach vierzig Jahren, sei es bekannt: daß alle Pfropfen hochgingen, daß der saubere Keller des Pfarrhauses wie ein schmutziger Bottich roch, war unsere Schuld. Mein Vater, der dem Herrn Pastor sein eignes Rezept und die beste Hefe geschickt hatte, schüttelte den Kopf und knurrte, der Teufel habe sich unter des Pastors Flaschen versteckt, das hätten die Pfropfen nicht ausgehalten. Es war unehrerbietig gesagt, wie er überhaupt in geistlichen Dingen feine Zunge nicht wahrte, fo daß Mutter oft mahnte: „Laß die Jungen das nicht hören!" Und ob die Jungen die Ohren aufsperrten! Sie nahmen den Teufel in Schutz, aber sie verrieten kein Wort. Die Freundschaft litt nicht darunter, weder bei den Aelteren noch bei den Kindern. Sie ertrug sogar eine starke Belastungsprobe, die mir eine der froh- lichsten (Erinnerungen ist. Denn wenn ich mit dem Freund und natürlich auch Tnit seiner Schwester unverbrüchlich zusammenhielt, wer vermag für das Herz einer Hausfrau zu bürgen, wenn oas beste Zimmer in eine Badestube umgewandelt wird? Wir planten — so begann es — am Geburtstag des Hausherrn eine Aufführung. (Eine richtige wahrheitsgetreue Aufführung mit verteilten Rollen. Mein Freund begeisterte sich für den Zauberlehrling; er hatte ihn für die Schule auswendig gelernt und wollte einmal zeigen, wofür er sich gemüht hatte. Gut, also man nahm sich vor, den Zauberlehrling zu spielen. Ich war der Hexer, der gerade noch zur rechten Zeit kam, um den Uebefmut mild zu mahnen und die Besen in die Ecke zu stellen. Damit waren die beiden Hauptrollen oerteilt Den weihen Bart kaufte ich mir für fünf Pfennige, und als Zauber- mantel schlug ich mir einen Treppenläufer um. Aber die Besen, die das Wasser brachten? Und in der Studierstube des geistlichen Herrn? Die Schwester des Freundes — sie war schon damals ein rechtes Mütterchen — erbot sich, als sie sich, den Besen überm Kops, in ein altes Laken einhüllte, waren wir begeistert. Und das Wasser? Nun, man brauchte ja nur ein wenig zu spritzen. Aber well Eimer ober Tonnen das Spiel verdorben hätten, legten wir unter viel Geheimtuerei den Gartenschlauch von der Küche bis in die Studierstube; wohlverhüllt, denn wir meinten, daß jebeiner unfern Plan erraten würbe, wenn er nur Wasser sah. Wie bas Unglück bann kam, weiß ich nicht recht. Wir spielten mit Begeisterung; wir spielten uns so sehr in unsere Rollen ein, baß alle (Einbilbung Wirklichkeit würbe. Pastors Stubierzimmer würbe zu einer echten Zauberkammer — geheimnisvolle bengalische Lichter erhellten ben Raum. Unb irgenbwo ftanb ber Besen unb sollte von Zeit zu Zeit ben Schlauch öffnen unb eine Hanbvoll Wasser ausspritzen. Mein Freund, der Zauberlehrling, sprach so gut, daß wir in unsere Rollen unterfanken. Und noch echter in ihrem wackelnden (Eifer war die Besengestalt der Schwester. Auch sie von den Lichtern und Worten zu höchstem Spiel entrückt. Sie war wirklich Wasserbringerin, sie spritzte nicht nur einige Tropfen, sie lebte in der Ballade und ließ das Wasser aus dem Schlauchhahn strömen. Immer gibt es bei echten Schauspielern den Augenblick, wo das Spiel zur Wirklichkeit wird, und alles vergeht vor der Herrlichkeit der Entrückung. Ich merkte beim Auftreten deutlich, daß ich Im Nassen patschte. Aber ich spielte meine Rolle, auch mir war alles einerlei. Und ich sagte: „3n die Ecke, Besen, Besen!" und nahm in der Hoffnung, daß der Wasserspender jetzt einhalten würde, erst das Schlauchende, dann die Zuschauer fest ins Auge. Ich wollte nicht, daß unsere Aufführung durch erregte Schreie gestört würde. Der Flur lag in geheimnisvollem Dunkel, das Licht schien schauerlich gegen die Decke, aber das Wasser strömte weiter. Die Zuschauer hatten den Unfall nicht ersaßt, sie hockten oder standen auf einem Treppchen, das in das Geheimnis des Studierzimmers hinabführte. Sie merkten nichts, bis wir aus unserem Spiel zur Nüchternheit erwachten unb ZU britt flüsternb nach bem Scylauchenbe suchten. (Es war in seine Umwicklung unerreichbar zurück- gerutscht. Aber es gab Wasser, wie es seine Pflicht war. Lautlos, durch Binden und Decken quoll unb strömte es. Die Hausfrau hatte nichts vom Geburtstag chres Mannes. Uns selbst mürbe Unheimlich zumut. jetzt, wo ber Bann des Spiels vorüber war, fing der arme Besen an zu meinen, herzzerbrechend. Wie, soviel Lärm megen des bißchen Wassers? Bei einem Gedicht von Goethe? Ich mar von ihrem Schluchzen hingerissen. Ich versuchte die Schmester des Freundes zu trösten und hätte ihr erklären mögen, daß sie munderschön gespielt habe, und daß ich entschlossen fei, sie gegen lebermann in Schutz zu nehmen. Denn ich mußte nach biefem ersten Versuch, daß ich noch viele, viele Male schauspielern, oh, und auch Stücke schreiben mürbe, minbestens so viele roie ber Herr von Goethe! Da brauchte ich gemiß jemanben, ber in meinen Rollen auftrat. Oho, menn man bem armen Mäbchen Vorwürfe machen wollte, ftanb ich zu ihrer Verteidigung bereits Aber man verzieh einem Kind, bas so herzzerreißend meinte; ich brauchte nicht einzugreifen. Und' daß mir zum Wasserschülpen angehalten mürben — nunf bas mar eigentlich schon mieber ein Riesenspaß. Neuerscheinungen bei C. A. Seemann. Der hauptsächlich burch feine ausgezeichneten Veröffentlichungen zur Kunstgeschichte bekannte Leip, ziger Verlag E. A. Seemann legt bie Liste seiner Neuerscheinungen vor. Das großartige Werk des Berliner Kunsthistorikers Wilhelm Pinder": „Vom Wesen und Werden deutscher Formen" liegt jetzt in zmeiter Auflage in drei Bänden vor. Der vierte, mit bem Zeitalter Goethes schließen!), ist in Vorbereitung. Die ersten beiden Bände sind in ber neuen Auflage im Umfang dem dritten angeglichen morden, die Zahl ber Bilder mürbe erheblich verwehrt. In dritter Auflage erscheint auch Pinders Monographie: „Das Problem der Generation in ber Kunstgeschichte Europas". Die Wiedereingliederung Böhmens in den deutschen Lebensraum lenkt unsere Blicke auf Peter Parier, den Dombaumeister von Prag, über dessen universale Kunst Otto Kletzl eine reichbebilderte Untersuchung oorlegt. In ber - Kleinen Bücherei zur Geistesgeschichte" finbet man Autoren roie Wölfflin, Hiltebrandt, Schumacher, Pinber und Waetzoldt. Das Thieme-Becker- scheKunstlerlexikon nähert sich mit dem angekündigten Band 34 feinem Av.cymtz. Victoria (Eontag vermittelt in dem Werk „Die sechs be- rühmten Maler der Ching-Dynastie" die Bekanntschaft mtt in Europa bisher unbekannten chinesischen Meistern, lieber den bekannten Kölner Goldschmied Karl Berthold legt Adolf F e u I n e r ein bebildertes Buch vor. Kuglers „Geschichte Friedrichs des Großen" mit den berühmten Illustrationen Adolf Menzels erscheint in einer vollständigen Neu- ausgabe. Ein Roman um die Königin Luise hat Else von Hollander-Lossoro geschrieben („Die unsterbliche Königin"). Interessante Reise- ducher sind Richard K ü a s : „Hart am Wind" und Erich Dau tert: „Auf Walfang unb Robben- jagb im Südatlantik". Ein schönes Bilderbuch über ben weiblichen Arbeitsbienst, dem ber Reichsarbeits- fuhrer selbst bas Geleitwort schrieb, hat Hans Retzlaff, der bekannte Lichtbildner, zusammen- gestellt. erfahrene und unbeherrschte Diplomat machte eine Reise nach Rom, die für die Entwicklung des Abes- sinienkonslikts die schlimmsten Folgen haben sollte Man sieht heute die Folgen seiner Sanktion s p o l i t i k. Als nach der ganzen Entwicklung in Oesterreich und im Sudetenland Chamberlain festzustellen glaubte, daß seine Dersöhnungspolitik mißglückte, beging er die Unklugheit, Polen eine formelle Garantie zu geben. Die Erfahrung Zeigte im September 1939, daß diese Hilfe vollkommen illusorisch war Schließlich sind die vollkommene Unkenntnis der Macht des Deutschen Reichs, die unglaubliche Langsamkeit der militärischen Vorbereitungen, selbst vor einem unvermeidlichen Krieg, Chamberlain zuzuschreiben, wenn auch nicht ihm allein." England habe sich 1940 ständig im Rückstände befunden, sowohl ideenmäßig wie militärisch. Kleine politische Nachrichten. Zum rumänischen Gesandten in Berlin ist nach Erteilung des Agrements der Legionär Ingenieur Crezeano ernannt worden. Der Dizekönig von Jtalienisch-Ostafrika, zugleich Oberkommandierender der Truppen in Ostafrika, Herzog von A o st a, der in diesen Tagen die Nordfront bereist, besichtigte in Massaua und in der Gegend von Asmara stehende Abteilungen deutscherKriegsfreiwilliger. Er äußerte leine Befriedigung über den guten Eindruck, den die deutschen Freiwilligen machten. * Japanische Truppeneinheiten, die am 26. September in Haiphong landeten, marschierten am Donnerstag in die Hauptstadt Französisch-Indochinas, Hanoi, ein. Gleichzeitig landeten japanische Formationen auf Hanois Flughafen I i a r a m. Nach Abschluß der Verhandlungen zwischen den Militär« behörden Französisch-Indochinas und der japanischen Truppenführung wurden von den Japanern festgesetzte Angehörige der französisch-indochinesischen Armee freigelassen und beschlagnahmtes Kriegs- material zurückgegeben. Das bisherige Flaggschiff des europäischen Geschwaders der USA., der Kreuzer ,A) m a h a", der seit mehreren Monaten sich in der Tejo-Mündung aufgehalten hat, verließ den Hafen von Lissabon mit Kurs nach Neuyork Das Schiff wird im Rah« men der Neuverteilung der USA.-Streitkräfte dem Atlantik-Geschwader einaegliedert werden. An seiner Stelle wird das Küstenwachtschiff „Campbell" in Lissabon erwartet. Aus Anforderung der bolivianischen Regierung werden sich USA.-Armee-Ingenieure nach Bolivien begeben, um die militärischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zum Bau einer Eisenbahnlinie von Santa Cruz nach Dillavilla f-estzustellen. Die Linie, deren Bau durch die Export- und Importbank finanziert werden soll, würde eine durchgehende Nsenbahnverbinüung von der pazifischen Küste bei Arica (Chile) zur atlantischen Küste bei Santos (Brasilien) Herstellen. * Am 1. Oktober hat der italienische Staat mit der Rückzahlung der letzten Obligationen der p ä p st- lichen Anleihe vom Jahre 1866 im Betrage von 66 Millionen Lire begonnen, die von der päpstlichen Regierung durch ein Pariser Bankhaus ausgegeben wurde. Nach der Besetzung Roms im Jahre 1871 wurde die Anleihe von der italienischen Re- gierung übernommen und gemäß dem Tilgungsplan im Laufe der Zeit abgetragen. Marinesprache - richtig angewandt. Der Krieg hat auch die junge deutsche Seemacht in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt. Frontberichte und Presse, Rundfunk und Film berichten vom Seekrieg und vermitteln jedem Volksgenossen auch im tiefsten Binnenland lebendige Eindrücke vom Leben und Wirken unserer Kriegsmarine. Begeisterung und Anteilnahme des einzelnen schließen aber nicht aus, daß gerade in dem erfreulichen Bestreben, sich möglichst fachmännischer Ausdrücke zu bedienen, in der Allgemeinheit meist einige Verwirrung herrscht. Aus dem täglichen Zivilleben oder vom Heer entlehnte Bezeichnungen sowie falsch angewandte Marineausdrücke kursieren vielfach in der Öffentlichkeit. in der sich der richtige Gebrauch der Marinesprache mehr und mehr durchsetzen sollte Jeder Deutsche muß seine Kriegsmarine kennen und sich mit den Eigenheiten ihres Wirkungsfeldes vertraut machen! Kriegsmarine" ist die umfassende Bezeichnung für den Wehrmachtteil im Vergleich zu den anderen, Heer und Luftwaffe, und schließt die schwimmende Streitmacht wie die Marinelandtruppen, die Dienststellen und den Derwaltungsapparat an Land ein. Spricht man dagegen allein von den Schiffen, also den schwimmenden Einheiten, so sage man „Flott e" oder „Seestreitkräfte". Entsprechend sind die kleineren Schiffe und Boote — z. B. Torpedoboote, Schnellboote, Minensuchboote — zu „Fottillen" zusammenaefaßt (sprich: Flottille und nicht Flottillje). Der Führer der gesamten Flotte ist der „Flottenchef", der Führer der Flottille „Flottillenchef", der Führer eines Kriegsschiffes heißt .Kommandant" — nicht Kapitän und noch weniger Kommandeur; Kommandeure werden nur die führenden Offiziere von Marinelandtruppenteilen (Marineartillerie-Regimenter oder -Abteilungen) genannt. Sehen wir uns nun an Bord eines Kriegsschiffes um und merken uns die Bezeichnungen, die ieder- mann wissen muß, wenn er — wie es heute leicht geschehen kann — sich über Seekrieg und Seestreitkräfte unterhält. Bei der einfachen Bezeichnung der Schiffsteile spricht man vom Vorschiff, Mittelschiff, Achterschiff — je nachdem, wo die deutsche Fliegerbombe oder der Torpedoschuß getroffen hat, vorn, Mittelschiffs oder achtern. Die Spitze des Schiffsrumpfes ist d e r „Bug", das entgegengesetzte Ende das „He ck". Am augenfälligsten an jedem Schiff sind Schornstein (nicht Schlot) und M a st, die das Gesicht des Schiffes ausmachen. Die umbauten Masten unserer modernen Kriegsschiffe, deren schwere Einheiten meist nur einen hinter der Kommandobrücke aufstrebenden Mast besitzen, werden richtiger „Brückenturm" oder „Mastturm" statt Gefechtsturm genannt. Die schweren Geschütze (nicht Kanonen) sind auf dem Dor- und Achterschiff in „Türmen" untergebracht; je nach der Anzahl der im Turm vereinigten Geschütze unterscheidet man Zwillings-. Drillings- oder Dierlingstürme. Zur modernen Waffenausrüstung jedes Kriegs- oder Hilfskriegsschiffes gehören die Fluaabwehrwaffen, abgekürzt Fla-Waffen; Fla-Waffen-Flak = Flugabwehrkanone, Fla-MG. = Flugabwehrmaschinen- gewehr. Stehen wir a n D e ck — nicht auf Deck — und sehen über das Vorschiff genau geradeaus, also in der Richtung der verlängerten Mittelschiffslinie, z u r Kimm (Horizont), so heißt die Richtungsbezeich- nung „recht voraus", nicht etwa „rechts vor- aus2. Entsprechend kann z.B. ein Schiff auch „steuerbord" (rechts) oder „backbord (links) voraus" in Sicht kommen. Steht der Gegner gerade im rechten Winkel zur Mittschiffslinie, so steht er „q u e r a b", während die rückwärttge Richtung mit „achteraus" bezeichnet wird. Um überhaupt betriebsfähig und kampfbereit zu fein, braucht ein Schiff in erster Linie sachgemäße Bedienung. Das gesamte Personal an Bord ist die „Besatzung", die Kommandant, Offiziere und Mannschaften umfaßt. Wird dagegen von der „Mannschaft" gesprochen, so sind nur die Unteroffiziere und das gesamte seemännische, technische und andere Fachlaufbahnpersonal der unteren Dienstgrade gemeint. Ein in Dienst befindliches Kriegsschiff fährt unter der ,K r i e g s f l a g g e" und kann weiterhin Kommandozeichen führen wie z. B. den ,Kommandan- tenwimpel", die „Admiralsflagge", falls sich ein Admiral an Bord befindet, oder einen „Flottillenstander", sofern es sich um das Führerboot der Flottille handelt. Während als „Wimpel" ein dreieckiges Flaggentuch mit sehr langer Spitze (auch doppelzüngig) gilt, besitzt der „Stander" dreieckige Form mit kurz auslaufender bzw. auch doppelter Spitze. Wichtig ist, daß an Bord nur „F l a g g e n wehen und keine Fahnen. Flaggen werden „ge- setzt" oder „geheißt", aber nicht gehißt oder aufge- d°?lm o^iede^von^^Bord zu gehen, wird am Kai meist eine einfache „Stelling" benutzt, ein brückenartiger Ueberaang, der mit dem Land ver- kündet oder auch bei im „Päckchen" (nebeneinander) liegenden Booten von Bord zu Bord führt. Ist das Schiff auf Reede vor Anker gegangen oder hat es an der Boje „f e st g e macht" — nicht angebunden — so wird der Weg zur Ausbootung über ein „Fallreep" (heißbare Treppe an der Bordwand) ober über die .^Jakobsleiter" führen, die auch auf See, so z. B. beim Untersuchen von Prisen tm Handelskrieg, verwendet wird, lieber eine „Strickleiter" zu klettern, wäre falsch. Freudige Begeisterung herrscht stets und besonders im Binnenland, wenn eine Abteilung der Kriegsmarine unter klingendem Spiel durch die Straßen marschiert oder bei Veranstaltungen und Kundgebungen historische Märsche und Lieder an Ver Optiker am Bahnhof Ihrer Krankenkasse große Tradition erinnern. Die „Marinekapelle", die die Herzen der Zuhörer für sich gewinnt, ist aber — richtig bezeichnet — ein „M usikkor p s", das nicht von einem .Kapellmeister" dirigiert wird, sondern unter der Leitung seines „Musikmeisters" (hier gibt es verschiedene Dienstgradbezeichnungen wie Stabsmusikmeister usw.) spiett. Am unklarsten ist im allgemeinen die Unterscheidung der verschiedenen S ch i f f s t y p e n. Wie oft mag ein Schlachtschiff dazu verurteilt sein, als Panzerschiff zu gelten oder ein Panzerschiff als Panzerkreuzer angesprochen werden! Daher noch einmal eine Uebersicht über die wichtigsten Kriegsschiffstypen mit einigen praktischen Beispielen: Von. vornherein sind in der deutschen Schiffsliste die Bezeichnungen „Panzerkreuzer^ und „Linienschiff" zu streichen, da diese Typen einer vergangenen Zeit angehören unb heute nicht mehr vertreten sind. Die beiden alten ehemaligen Linienschiffe „Schlesien" und „Schleswig-Holstein" werden „Schulschiffe" genannt. — Die schwersten Einheiten der Flotte sind die Schlachtschiffe (wie z. B. „©neifenau"), die stärkste Angriffs- und Widerstandskraft — also schwere Artillerie, Panzerung usw. — besitzen. Sie rechnen zu den Schweren Seestreitkräften. Zu den Leichten Seestreitkräften gehören die Kreuzer, die wiederum in Schwere Kreuzer und Leichte Kreuzer eingeteilt werden. Die Schweren Kreuzer (z.B. „Admiral Hipper") haben eine Wasserverdrängung bis zu 10 000 Tonnen und sind mit 20.3-cm-Geschützen bewaffnet, während der Typ des Leichten Kreuzers (z.B. „Nürnberg") bei uns zu 6000 Tonnen vermeffen ist und 15-cm-Gefchüße führt. Die Leichten Seestreitkräfte umfassen weiter- hin die Zerstörer (1600 bis 1800 Tonnen) und Torpedoboote (600 bis 800 Tonnen); weiter sind die U-Boote (250, 500 und 700 Tonnen । zu nennen und ferner die ©eleitboote (600 Tonnen), die Sicherungs- und Geleitdienste bei der Flotte versehen. — Die K l e i n k a m p f s ch i f f e gliedern sich in eine Vielzahl von Typen: Schnell- boote, Minensuchboote, Räumboote. Schließlich sind noch die verschiedenartigen Schulschiffe 'für die Spezialausbildung, die Versuchs- und Zielschiffe, Begleitschiffe, die Schnellboots-, Räumbootsund U-Bootsflottillen zu betreuen haben, Transport- und Hilfsfahrzeuge zu erwähnen. Im Kriege erweitert sich der Kreis der H i l f s f ch i f f e durch die zum Kriegsdienst herangezogenen unter der Kriegsflaaae fahrenden Schiffe der Handelsmarine: z. B. Fischdampfer und Logger als Vorpostenboote und Hilfsminensucher. Die große Zahl der nicht die Kriegsflagge führenden Hilfsschiffe — wie Lazarettschiffe, Transporter — schließt sich an. Sie sind keine Kriegsschiffe. Was Minen anlangt, so soll ein häufig auftretender Irrtum berichtigt werden: Eine treibende Mine ist keine Treibmine. Treibminen stellen eine besondere Minenart bar, der von vornherein der Zweck und die Eigenschaft des Treibens zuge- dacht ist, während es sich bei treibenden Minen einfach um verankert gewesene losgerissene Minen handelt. Eine andere Unterwasserwaffe, der Torpedo, heißt „ber" Torpedo und niemals „bas* Torpedo. Wenn auch die Sprache der Kriegsmarine oft nicht einfach erscheinen mag, es lernt sich alles mit der Zeit. Nur Mühe geben und beim Gebrauch von einschlägigen Ausdrücken auch auf die richtige Anwendung achten! Zur Uebung gibt u. a. täglich der „Wehrmachtsbericht" — nicht „Heeresbericht — Ge- legenheit. Hcmpnchctftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptichri-lletkers: Ernst Blumschein. Berantwortlich für Polttst und Bilder: Dr. Fr. W. Lange, für das Feuilleton: Tr. Hani Thyriot; für Sradi Gießen, itawtiv, ©Inidiaii u. Sport: Ern» Biumiche.n. Druck unv Berlag Brühliche Univerntälsdruckerei R. Lauge 8. ®. Berlagsletter: Dr.-Ing. Erich Hamann Srueigenleiter Hane Beck. Beran ln> örtlich ifa ten 5Urbalt der Anzeigen: frflmmei Statt Karten Oie Verlobung unserer Tochter Waldtraut mltHerrn Stud.-Asiessor Otto Jüngst geben wir bekannt Or. Georg Herwig, Gem.-Forstmeister, und Frau Mara, geb.Neunhöffer Meine Verlobung mit Fraulein Waldtraut Herwig beehre ich mich anzuzeigen Studienassessor Otto 3ÜnCjfI Leutnant in einem Fnf.-Regt. Gießener Konzertring 1940/41 Arbeitsgemeinschaft: Gietiener Konzertverein, Stadttheater, NSG. „Kraft dnrch Freude“ Donnerstag, den 10. Oktober, 20 Uhr, im Stadttheater, 1. Konzert (Gruppe A Nr. 1) OrdiestersKonzert Ausführende: Das Städtische Orchester Gießen. 4325 D Tanz-Unterricht Unser Donnerstag- Kursus beginnt am 17. Oktober, 20 Uhr. - Anmeld, werden noch entgegengenommen. Einzelunterricht jederzeit Tanzschule Bäulke Wolf strafe 31 Rat 3835 Braunfels (Lahn) im Oktober 1940 Ihre Vermählung geben bekannt Anton Roth, Obertruppführer Emma Roth, geb. Dörr Steinbach Rieder-Ofleiden 2. Oktober 1940 4442D 4445 D Unser diesjähriger Studentenkursus beginnt am 14. Oktober, abds. 8 Uhr. Anmeldungen werden noch entgegengenommen Tanzschule Bäulke Wolf Straße 31 Ruf3835 AjisSthalljIallen kauft an 4152D MUSIK-CH ALLIER Gießen, Neuenweg 10. Versandauslagen werden vergütet. 0001 BÖRO-EINWCHTUNGEN Gießen. Bahnhofstraße. 767D Industrie - Unternehmen am Platze sucht f. einen leitenden Angestellten für sof. od.später 4-5-Zmmer-lttimg tn Gießen oder Vorort. Gefl. schriftl. Angebote unt. 4398D an den Gieß. Anzeiger erbet. 3iisUiH.-MMg mit Bad sofort oder später gesucht. Schriftliche Angebote unter 03326 an den Gießener Anzeiger erbeten. Kleiner Raum als Geschäftsstelle, pari., möglichst mit Heizung gesucht. 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DEUTSCHE AKTIENGESELLSCHAFT FÜR NESTLE ERZEUGNISSE lieferungen für Berlin beispielsweise betrugen nicht einmal ein Viertel der Vorkriegsmenge, der verhängnisvolle Schweinemord verringerte in drei Monaten die Bestände um mehr als ein Drittel, während gleichzeitig die Futterkartosseln verfaulten. Im Jahre 1917 hatte man es glücklich auf 3000 Ersatznahrungsmittel gebracht. Solche Zustände wären bei der heutigen Erfassung und Verteilung aller Erzeugnisse unmöglich. Der Bauer braucht nicht das niederdrückende Gefühl zu haben, daß andere sich an seiner Hände Arbeit ungerechtfertigt bereichern. Gesteigerte Leistung und Einordnung des einzelnen in das Ganze, selbst unter Verzicht auf den verdienten materiellen Vorteil, find die Grundpfeiler unserer Ernährungswirtschaft. Darin liegt der Schlüssel ihres Erfolges. Dor vier Jahren sagte der Führer über die damals schon erreichten Erfolge der Landwirtschaft auf dem Reichsparteitag: „Was der deutsche Bauer gerade in diesem letzten Jahre geleistet hat, ist etwas Einziges und Einmaliges. Was aber in diesem Kriegsjahr daheim geleistet wurde von den nichteingerückten Bauern und Landwirten, den Frauen, Landarbeitern, Knechten und Mägden, den haben, daß heute unsere Arbeit nicht mehr umsonst ist. Nicht mehr spielen mit den bäuerlichen Naturerzeugnissen Börsen und Juden« andern auf Grund der Marktordnung des Reichs, mhrftandes erhalten wir den uns zustehenden Lohn ür unsere Arbeit, der wohl manchmal sehr bescheiden ist, aber der Bauer kennt Zufriedenheit. Wenn auf oft, in diesem Jahre ganz besonders, Naturgewalten uns Bauern Trotz geboten haben, so sind wir uns doch dessen bewußt, daß wir nicht alleine stehen; denn Staat und Partei erkennen an, daß die Bauernarbeit schwer und hart ift. Sie haben auch in diesem Jahre wieder ihr mögt lichstes getan, um alle Arbeiten bewältigen zu können. Auch die härteste Arbeit vermag den Willen! zum Siege nicht zu bändigen; denn wir haben heute einen Führer zum Vorbild, der trotz schwierigster Probleme die Zukunft unseres Volkes meistert. Ihm werden wir unverbrüchliche Treue bewahren, seinem Verlangen werden wir nachkommen, damit wir — einst geknechtet — heute frei und mit aller Zuversicht einer besseren Zukunft Schichten mühten sich, dem Bauern beizustehen. So ist es geschafft worden — dank der neuen Lebens- ordnuna, die uns der Führer gegeben hat. In dieser Ordnung steht auch innerhalb der Dorfgemeinschaft einer dem andern bei — im Kriege erst recht! Die große Welle der Ermutigung, die die deutsche Revolution auch dem Landvolk gebracht hat, wirkt sich in diesen Kriegsmonaten erst recht aus. Die erzeugungspolitische Mobilmachung brachte eine Ertragssteigerung im Kriege, auf die der beut* sche Bauer stolz sein kann. Wir erreichten eine Verminderung der Abhängigkeit der Faserstoftversor- gung vom Auslande und eine Lebensmittelversorgung in den wichtigsten Erzeugnissen aus eigener Scholle. Schädlingsbekämpfung und Vorratsschutz wurden nun tatsächlich lebenswichtig und demgemäß verbessert und verschärft. Wir erreichten die Vermehrung und Verbesserung des wirtscyaftseigenen Futters durch Zwischenfruchtbau, Gärfutterbereitung und andere Methoden. Die Marktordnung sicherte dem Bauern einen gerechten Preis für feine harte Arbeit. Wenn Reichsmarschall Göring verkündete: „Der Begriff des Kriegsschiebers des Weltkrieges wird in Deutschland nicht wieder auferstehen!" — so beschwor er damit düstere Erinnerungen an jene Jahre, da der Hunger am Ende doch siegte, und er bannte damit zugleich dieses Gespenst. Denn nur in einer gerechten Wirtschaftsordnung kann der Bauer feine Leistung vollbringen, dem Volke die Nahrungsfreiheit mit seiner Hände Arbeit zu erkämpfen. Aber ohne Wehrfreiheit gäbe es wiederum keine Nährfreiheit! Der unverbrüchliche Schutz der deutschen Scholle durch die Wehrmacht ist die Bürgschaft für den deutschen Bauern, daß er in Ruhe und Sicherheit seine Arbeit tun kann. An den Grenzen wachte bis zum Siege im Westen nach dem Niederschlag des östlichen Feindes, Polen, die Wehrmacht. Dann schlug sie den Feind im Westen. Deut- Des Landvolkes Kriegsdienst Von (Surf Hohel. entgegengehen. „Uns geht die Sonne nicht unter." Von Alfons Kaiser, Seelbach bei Nassau. Was soll ich groß sagen? Wir haben getan4 was mir konnten. Es war nicht immer leicht, aber Bauernarbeit ist so. Und wir haben ja ftrieg. Von Anfang an haben wir gewußt, daß wir es trotzdem schaffen müssen. Es gibt im nationalsozialistischen Deutschland kein Unmöglich. Die meisten Männer wären eingezogen — Frauen und Kinder sind für sie eingetreten. Die Pferde waren weg •— man kann auch mit Kühen fahren. Die Schöne wettertage im Erntejahr 1939/40 waren zu zäh« len — besser wenig als gar keine Sonne am Hinp, mel! Ein Tag hat immerhin 24 Stunden, wenn matt die Nacht dazu nimmt. Hinterher fragt man sich, wie das möglich war. Alles geht, wenn einer dem andern hilft. Wir haben uns gegenseitig geholfen, darum ist es gegangen. Am Erntedanktag wollen wir auch die freiwilligen Helfer aus der Stadt nicht vergessen. Sis waren fleißig und hatten guten Willen. Ich glaube, sie kommen alle gern wieder. Nun stehen wir mitten in der Hackfruchternte. In der Frühe gibt es schon kalte Fingen Wenn das Wetter hält, wollen wir zufrieden fetru Es soll ja im Oktober noch schön werden. Ich denke unsere Jungen behalten recht; eins von ihren Liedern heißt: „Uns geht die Sonne nicht unter". Das Jahr war schwer, aber es war auch ein Jahr des Sieges. Wir daheim haben uns Mühe gegeben, an unserem Platz es unseren Soldaten gleich zu tun. Das ift alles. Ich könnte noch mehr schreiben, aber die Augett fallen mir zu. Es ist halb drei Uhr nachts. Trotz aller Schwierigkeiten: Einberufungen zur Wehrmacht, weniger Pferde, z. T. nasser herbst, rüher und tanganhaltender Winter, ungewöhnliche Arbeit im Frühjahr. Trockenheit und Nässe im Sommer hat das Landvolk eine gute Ernte ge- chafft. wie war das möglich? 3n den Nachfolgen- den kurzen Aufsätzen ergreifen Bauern aus den verschiedensten Gauen selbst das Dort, um in ihrer chlichten Art darüber zu berichten. Sie geben der Stadtbevölkerung einen Einblick in die oft übermenschlichen, dennoch erfolgreichen Anstrengungen des Landvolkes im Kampf gegen die Hungerblockade. Unser Dank güt Such allen! Von Bauer Erich OReente, Korster-Graßhaus, Ostfriesland. In dem ewigen Kreislauf von Saat und Ernte ist wiederum der Segen des Feldes geborgen worden. Es war im Kriegsjahr 1940 eine harte Aufgabe. — Doch es wurde geschafft. Damit wurde der „General Hunger" beseitigt und diese Hauptwaffe dem Gegner endgültig aus der Hand geschlagen. Bäuerliche Beharrlichkeit und heiligstes Verantwortungsgefühl haben das scheinbar Unmögliche möglich gemacht. Das ist das beglückende Gefühl dieser Ernte und gibt unserem kämpferischen Einsatz auf diesem Frontabschnitt seinen tiefsten Sinn: „Das Ringen um das tägliche Brot ist Sache des gesamten Volkes geworden." Während unsere Soldaten die Heimat schirmten, fanden sich die Glieder eines geeinten Volkes zum gemeinsamen Dienst an der Mutter Erde. So konnten trotz aller Schwierigkeiten dieses Wirtschaftsjahres alle Erntearbeiten planmäßig erledigt werden. Und Schwierigkeiten und Sorgen gab es zur Genüge. Schon die Herbstbestellung 1939 war nur durch bäuerliche Gemeinschaftshilfe zu bewältigen. Der Mangel an Zugkräften wurde durch die Betriebssicherung überbrückt. Ein langer und harter Winter brachte dann zusätzliche Sorgen und Arbeiten. Starke Auswinterungsschäden, ein spätes Frühjahr und unbeständiges Erntewetter gaben neben der Mehrarbeit und dem Mangel an Helfern diesem Erntejahr ein be- sonderes Gesicht. So mancher liebe Erntech elfer aus der Stadt wird nunmehr den bäuerlichen Lebenskreis mit seiner Abhängigkeit vom Wetter und dem Herrgott erlebt haben. Das Ringen um das tägliche Brot fordert eben ein hartes und kämpferisches Geschlecht. Die Leistungen und das stille Heldentum der deutschen Bäuerin muß dabei besonders herausgestellt werden. Ihr gebührt darum an er st er Stelle Dank und Anerkennung. Nach der Sicherung unseres Lebensraumes wird sie der Ausgangspunkt unserer völkischen und wirtschaftlichen Neuordnung sein. Der Weg der Selbsthilfe hätte jedoch das Werk nicht schaffen können, wenn nicht durch die enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Par- t e t eine Lösung gefunden wäre. Der Ruf nach freiwilligen Helfern wurde ein voller Erfolg. Ob Jung- der Systemzeit liegt hinter uns. Der Führer gab uns unsere Ehre wieder, und sein erwachtes Volk bekennt sich wieder zu den Quellen aller völkischen Kräfte: Zum Blut und zur Erde. „So dienen wir freudig und gläubig dem Blut und der Erde und erfüllen damit den wahren Sinn unseres Seins". Mr stehen nicht mehr alleine! Von Bauer Ehuard Friedlein, Schmölz, Oberfranken. Wieder einmal hat der Hof die Ernte bewältigt, obwol)l gerade dieses Wirtschaftsjahr unerhörte Schwierigkeiten für die Praxis brachte. Durch den sehr starken und langanhaltenden Regen im vergangenen Herbst konnte die H e r b ft s a a t nicht zur rechten Zeit vorgenommen und muhte verspätet in ein weniger gut zubereitetes Feld gebracht werden. Viel hat dazu auch der Krieg beigetragen: denn mancher Bauer und Landwirt mußte Haus und Hof verlassen und dem Ruf der Fahne folgen, um die Heimat mit zu schützen. Einen schweren Schlag übte der sehr kalte und langanhaltende Winter in Keller und Mieten aus, die nicht für einen derartigen Frost geschützt waren. Es drang des öfteren der Frost ein und vernichtete nicht unbeträchtliche Mengen der vorjährigen Kartoffel- und Rübenernte. An den schwachen Wintersaaten richtete der sehr kalte Winter, aber noch viel mehr der sehr nasse März, großen Schaden an. Es zeigten sich im Frühjahr viele ausge- winterte Felder, die neu bestellt werden mußten; das verursachte Mehranfall an Arbeit. Mit vielen Schwierigkeiten war ferner die heurige G e - treibe ernte verbunden, und zwar erstens durH das viele Lagergetreide und zweitens durch das schlechte Wetter, das das Schneiden und Einbringen der Ernte aufs äußerste erschwerte. Wie oft mußten die Wagen leer umkehren, wenn es plötzlich zu regnen anfing! Trotz all dieser Schwierigkeiten und Hindernisse wurde alle Arbeit bis aufs kleinste verrichtet und auch noch zusätzliche Arbeit geleistet, trotz weniger Arbeitskräfte und der schwierigen Betriebsmittelfrage, die bedingt war durch den vordringlichen Wehrmachtsbedarf. Es wurden auf Weisungen des Reichsnährstandes Silos, Jauchegruben und Dung- stätten gebaut, die immerhin, wenn sie auch von Fachleuten erstellt wurden, für den Bauherrn aller- Wam gibt Jdastla die stets bewährte Kindernahrung als Zusatz zur Flaschenmilch und als Breinahrung. Ober die Zubereitung und sonstige Fragen der Ernährung und Pflege des Säuglings und Kleinkindes gibt die Nestle-Broschüre „Gesunde Kinder - glückliche Mütter" Aufschluß; Sie erhalten diese auf Wunsch kosten- los durch die Mit dem Kriegsjahr rundet sich ein Erntejahr. Ein harter Winter lag in vieler Zeitspanne und em hartes Arbeitsjahr! Doch der deutsche Bauer hat's geschafft, und in taufend Schwierigkeiten ift die Ernte geborgen, ist die Arbeit auf der Scholle getan worden. Dafür dankt das ganze deutsche Volk, das in allen seinen Teilen in harter Arbeit und schwerem Dienst steht, dem Bauern. Die Stellung des Landvolks, des Bauerntums ist mit der Wandlung des Kriegswesens in unserer Zeit eine andere, ungleich wichtigere geworden. Mit dem Maschinenwesen schien zeitweise die Bedeutung des Bauern nicht mehr vereinbar, der Weltverkehr schien seine Rolle zu mindern. Das alles waren Fehlschlüsse. Der moderne Krieg mit seiner gigantischen Entfaltung der Technik im Kampfe, dieser „Jn- iiuftriefrieg", hat erst recht die bedeutende, ja mit- entscheidende Rolle des seßhaften und bewußten Bauerntums offenbart. Ein modernes Volk, das sich nicht mit den notwendigsten Lebensmitteln selber versorgen kann, ist verloren. Der Begrift der „Blockade" allein schon kennzeichnet die Bedeutung des schollengebundenen Bauerntums. Der moderne Krieg drängt auf totale Bekämpfung. England war es, das diese Tendenz vor allem betonte — sich freilich damit am Ende selber schlug ... Deutsche Bauernarbeit aber zerschlug die britischen Blockadepläne. Trotz der größten Schwierigkeiten wurden die Landbestellung und die Ernte bewältigt. Viele Bauern stehen im Wehrdienst, die älteren Söhne desgleichen, ebenso die Landarbeiter, Pferde mußten der Wehrmacht abgegeben werden, die Treibstoff- Versorgung war erschwert und die Maschinenreparaturen dauerten länger. Die deutsche Landfrau ist auf allen Gebieten tatkräftig eingesprungen und hat unsere hochentwickelte Landwirtschaft fortgeführt, dort wo die Männer ausfielen. Das ganze Volk half mit, die Ernte bergen. HI., BDM., Arbeitsdienst, SA. und Wehrmacht, Studenten. Beamte alle Erntedanktag 1940. DonLandesbauernführerDr.WagnersMdlk.). Wir begehen diesen Erntedanktag wieder ohne bunte Feste, ohne den Tanz unter der Aehrenkrone. : Das Landvolk, das noch im letzten Abschnitt der ersten Kriegserzeugungsschlacht steht und noch alle Hände regen muß, damit die Hackfruchternte herein- , kommt, versteht diese Art der Feier. Man soll nicht große Feste begehen, bevor die Arbeit geschafft ist und bevor sie ganz geschafft ist. Das gilt im < kleinen auf dem Acker wie im großen auf der Walstatt des letzten entscheidenden Ringens gegen England. Und erst recht ist nicht die Stunde zu Tanz und frohem Spiel, wenn zu gleicher Zeit , Kämpfer unserer Luftwaffe ihr Leben einsetzen ; auch für das Lebensrecht und die Lebensgrundlage des Bauerntums, worüber in diesem Krieg die Entscheidung fällt, und wenn nachts Bauerngut und -blut feigen britischen Angriffen zum Opfer fällt. Aber so wie unsere Wehrmacht und mit ihr das ganze Volk innehielt an den großen Abschnitten des siegreichen Vorwärtsstürmens, der Opfer gedachte und stolz auf die Früchte des Sieges zeigte, die aufgerichtete Abwehrfront im Norden, die gesicherte Nordwestgrenze, auf das niedergeworfene Frankreich, fo sieht auch das Landvolk am Erntedanktag^ auf von der Aiweit des Alltags und zeigt stolz auf die Früchte feiner Anstrengungen, auf gefüllte Scheunen und Speicher, wohlbesetzte Ställe, ach die sichere E r -- nährungsarundlage für ein volles Jahr und darüber hinaus auf große Reserven. Dor den Sieg hat die Vorsehung den Schweiß gefetzt, und jetzt zum guten Ende dürfen wir sagen, es ist uns bei der Bauernarbeit in diesem Kriege nichts geschenkt worden. Es war schwerer als alle vorangegangenen und, ich glaube, auch schwerer als alle zukünftigen. Das Landvolk ist im vorigen Herbst an seinem Frontabschnitt angetreten nicht im Vollbesitz aller, seiner Kräfte, sondern geschwächt durch den schon lange herrschenden Mangel an Arbeitskräften. Fast eineinhalb Millionen Menschen waren schon in den letzten Jahren vor dem Krieg als Arbeiter dem Lande entzogen worden, als es daran ging, die Wirtschaft nach der Krisenzeit vor der Machtübernahme wieder in Gang zu bringen, Wehrmacht und Rüstungsindustrie wieder aufzubauen und im Westen einen festen Derteidiaungs- gürtel zu schaffen. Dann kamen die Einberufungen zum Heeresdienst. Hier ging der Sohn, hier der Vater, dort gingen sogar beide ins Feld. Die Gespanne wurden eingezogen, und auf vielen Höfen standen die Frauen mit den Altenterlern und den Kindern mit wenig Zugkräften allein vor der riesengroßen Aufgabe, die Getreideernte zu beenden, Die Hackfrüchte ganz noch hereinzubvingen und fast gleichzeitig damit die Herbstbestellung vorzunehmen. Nicht genug damit, und daß zeitweilig an Brennstoff für die landwirtschaftlichen Schlepper gespart werden mußte, daß wichtige Gebrauchsgüter in der Herstellung hinter Waffen und Munition rangieren mutzten, war die Witterung im Oktober allen notwendigen Arbeiten keineswegs günstig. Mit den wenigen Arbeitskräften gelang es nicht, in den regenreichen Oktober- und Novemberwochen des Jahres 1939 überall alles zu schaffen. Aber was etwa an Rüben und Kartoffeln draußen blieb, war, gemessen an den eingebrachten Mengen, nur wenig. Sie Herbstbestellung wurde zu neun Zehnteln durchgeführt — Frankreich schaffte nur die Hälfte, günstigenfalls zwei Drittel! Dann kam dieser furchtbar strenge Winter, und die vielfach spät herausgekommenen Herbstsaaten gingen zugrunde. Im Frühjahr hieß es also nochmals aussäen. Saatgut und Düngemittel mußten, da es im Winter die Kälte verhindert hatte, in kürzesten Fristen herbeigeschafft werden. Dazu tarnen die übrigen Frühjahrsarbeiten und eine weitere Belastung durch Ablieferungen von Hafer, Heu und Stroh,'die der Krieg mit sich brachte. Eine nie da gewesene Arbeitsspitze! Auf welche Spanne des ab gelaufenen Jahres in Melkern und Traktorenführern und nicht zuletzt auch von der Landjugend, geht über das, was damals geschafft wurde, noch hinaus. Nach dieser Probe braucht weder der Volksgenosse in der Stadt noch das Landvolk selbst Angst davor zu haben, daß die Aufgabe der Ernährungssicherung einmal nicht gemeistert werden könnte. Gegenüber 1939 stehen wir 1940 auch in der Landwirtschaft nicht schwächer, sondern stärker gerüstet da, bereit, nach dem ersten Sieg den Helm fester zu binden und von neuem unsere Aufgabe in dieser großen Zeit zu erfüllen. Die Welt blickt staunend auf diese ungebrochene Bereitschaft. Unsere Feinde sehen sie mit grimmiger Enttäuschung. Das ganze deutsche Volk aber gedenkt am Erntetag voller Lob und Dank des Bauern und seiner gewaltigen Leistung. Lei st ungen, und nur Leistungen berechtigen zum Stolz, heißt es in den „Pflichten des deutschen Soldaten . Der Bauer und Landwirt verdient heute diesen Ehrennamen, denn auch er sieht seine Ehre im bedingungslosen Einsatz seiner Person für Volk und Vaterland, auch er findet an seinem Ehrentag größten Lohn und höchstes Glück im Bewußtsein freudig erfüllter Pflicht. sche Scholle lag in sicherer Hut. Jetzt dehnt sich deutsches Bauernland weiter nach Osten: alte deutsche Bauernländer sind heimgekehrt. Eine ungeheure Aufgabe ist neu hinzugekommen: das alte unter der Polenmacht verrottete Land wieder deutscher Bauernkultur zurückzugewinnen. Die Heimkehrer deutschen Volkstums aus ferneren Ostgebieten gilt es neu zu siedeln und wieder, einzubeziehett in das große deutsche Landvolk auf heimischer Scholle. Aus der unseligen Landflucht aus dem Osten in die Industriegebiete des Westens, in die Städte, wird eine neue Siedlungsbewegung nach Osten. Wie ganz anders zeigt sich das Bild auf bei? Gegenseite, in England. Eben jene liberalen Auffassungen von dem Siege der Industrialisierung und des Welthandels über das seßhafte Bauerntum waren es, die in England verwüstend wirkten. Dort wurde die Landwirtschaft den Industrie- und Handelsinteressen geopfert. Am Ende sind nur noch 6,5 v. H. der Bevölkerung in Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei in England beschäftigte Der bäuerliche Blutsquell ist in England versiegt. Nachdem das Vordringen des feudalen Grundbesitzes mit feinen Luxusbedürfnissen das englische Bauerntum auf den Pächterstand herunter- gebrücft hatte, brachte der weitere wirtschaftlichL Niedergang der Landwirtschaft im Mutterlande dis totale Landflucht und damit die wichtigste Ursache des englischen Geburtenrückgangs. Vergleicht man diese Zustände drüben mit den unseren, so springt der Unterschied in der inneren Ordnung der beiden Völker klar ins Auge. Eine veraltete Lebensordnung kann den Anforderungen des Lebens, und gar des Lebens in der Gefahr (die diese alte Ordnung selber fteventlich heraufbeschwor) nicht mehr genügetun. Der deutsche Bauer hat einen Siegeszug angetreten, als der Nationalsozialismus ihm sein hohes Amt, seinen Dienst am Volksganzen wieder mit Ehren zurückgab. Der Engländer kann diese neue Ordnung nicht verstehen — er irrt sich darüber und richtet sich damit selber. der Landwirtschaft wir blicken: Arbeit über Arbeit, widrige Umstände allenthalben. Heute wissen wir, daß sich die Arbeit gelohnt hat, die Arbeit, die das Landvolk wohl noch nie mit so viel Hingabe und verbissener Energie geleistet hat. Heute steht fest, daß die Getreideernte 1940 kaum unter dem Durchschnitt der letzten fünf Vorkriegs- jahre liegt, daß bei einigermaßen gutem Wetter auch eine Hackfruchternte hereinkommt, die einen Rekord darstellt. Im Weltkrieg waren die Erträge sehr schnell rapid abgesunken. Auch^der Gemüsebau bringt eine höhere Ernte als im Vor- fahr. England hat, befangen in dem Wahn, uns aushungern zü können, auch diesmal mit einem Minderertrag von insgesamt einem Zehntel, ja sogar einem Fünftel bei uns gerechnet: ein Fünfzigstel ist vielleicht beim Getreide daraus geworden, trotz ungünstiger Witterung auch in diesem Sommer und im Herbst. Eine unerhörte Leistung hat das Landvolk damit vollbracht, die in der Geschichte dieses Krieges einmal neben den Waffentaten der Armee genannt werden wird. Eine Leistung zudem, die sich voll zumSegen des ganzen Volkes auswirkt, denn was erzeugt wurde, kommt diesem auch gut zugute. Es ist ja nicht mehr so wie im Weltkrieg, daß die spärlicher fließenden Güter des Bodens nun verschoben wurden und erst die Geldsäcke jüdischer Spekulanten füllen halfen, ehe sie, wenn überhaupt, der Ernährung der hungernden Massen dienten. Dank der Marktordnung funktioniert heute die Verteilung der Lebensmittel, dank der seit Jahren ausgegebenen Parole zur Erzeugungsschlacht und der Umstellung auf die eigene Futterbasis brauchen wir ein Absinken der Erträge nicht zu befürchten. Englands Hungerblockade ist gescheitert. Das darf man schon heute nach dem ersten Kriegsjahr unserer Landwirtschaft sagen. Sie mußte diesmal erfolglos bleiben, weil der Reichsbauernführer schon fünf Jahre vorher das deutsche Landvolk zur Erzeugungsschlacht im Kampf um die Nahrungsfreiheit aufgerufen hatte. Dank dieser vorschauenden Politik war Deutschland bei Ausbruch des Krieges auf allen wesentlichen Gebieten der Ernährung Selbstversorger. Die rechtzeitige Ordnung des Lebens- und Futtermittelmarktes hatte ebenfalls schon vor dem Krieg die Ernährungsmittelwirtschaft auf ihre volkswirtschaftliche Aufgabe ausgerichtet und sie dem Spiel privater Interessen entzogen. Ohne diese Maßnahme wäre jede vorausschauende Planung und eine regelmäßige Verteilung an die Verbraucher unmöglich gewesen. Die Leistung des Landvolkes in diesem Jahre wäre nutzlos verpufft. Das beweist das Beispiel des Weltkrieges. Auch damals hatte der Bauer feine Pflicht getan und niemand auf dem Lande hatte die Hände in den Schoß gelegt. Trotzdem sank die Fetjration damals auf 70 Gramm herab« die Milchvolk oder BDM., Parteigliederungen, Bürger, Be-j hand zusätzliche Arbeit bedeuten. Alles das tonnte amte und Frauen: Sie alle kamen. Die Felder aber nur vollbracht werden, weil im deutschen wurden restlos bestellt, die Pflegearbeiten des aus- Bauerntum der unbändige Wille zur Arbeit vorgedehnten Hackfrucht- und Flachsanbaues durchge- Händen ist, und weil mir Bauern die Gewißheit ührt und der Segen des Bodens geborgen. Ernte-1 Mi** .finbergärten entlasteten die Frauen und Helferinnen der Frauenfchaft, betreuten die Erntelager der deutschen Jugend. Kriegsgefangene und ausländische Arbeiter wurden in ausreichendem Maße zur Ver- ügung gestellt. Ja, sogar die Wehrmacht stellte in unserem Kreis Hunderte tüchtiger Helfer. Die enge Verbundenheit des Bauern und Soldaten, von. Pflug und Schwert, zeigte sich hier in innfälliger Weise. Unser Dank gilt darum euch allen. Das bittere Gefühl des Verlassenseins aus Arbeitspflicht und Arbeitsverdienst im M.-Recht. (Line Unterredung mit dem Leiter des Sozialamtes der Stadt Gießen. rechtigten Grund verweigert, so kann Kürzung oder Sperre des Familienunterhalts ungeordnet werden. Das deutsche Volk führt den jetzigen Krieg mit zwei Fronten, der im Felde und der Heimatfront. Es ist daher neben dem sittlichen Gebot der Arbeitsleistung eine nationale Pflicht jedes arbeitsfähigen Familienunterhaltsberechtigten, wie jedes anderen Volksgenossen, sich mit seiner ganzen Arbeitskraft in die Heimatfront einzugliedern, so wie es der Soldat täglich mit seinem Blut und Leben für die Heimat draußen unter unvergleichlich größeren Opfern und Entbehrungen tut. 2. Anrechnung des Netto-Arbeits» e n t g e l t s. Durch Runderlaß des Reichsministers des Innern und des Reichsfinanzministers vom 5. 7. 1940 über „Ausführung des Einsatz-Familienunterhalts" wurden neue Bestimmungen darüber getroffen, inwieweit das Nettoeinkommen aus Lohn oder Gehalt auf den Familienunterhalt anrechnungsfrei bleibt. Vom Bruttoarbeitsverdienst sind die Einkommensteuer und die gesetzlichen Beiträge zur Reichsversicherung und zur Arbeitslosenversicherung abzuziehen. Der hiernach verbleibende Teil stellt im Sinne dieser Bestimmungen das Nettoarbeitsentgelt dar. lieber die Anrechnung dieses Nettoeinkommens auf den Familienunterhalt ist folgendes bestimmt: Grundsätzlich bleiben von dem Nettoarbeitsentgelt 2/s anrechnungsfrei. Diese Anordnung wäre in- desien für die kleinen Arbeitseinkommen eine unbillige Härte. Aus sozialen Gründen ist daher bestimmt, daß mindestens Va des in Betracht kommenden Familienunterhaltssatzes außer Ansatz zu bleiben hat. Für den Unterhalt der Ehefrauen der Einberufenen kommen zwei zahlenmäßig festgelegte Sätze in Betracht: entweder der Tabellensatz, der sich nach dem Nettoeinkommen des einberufenen Ehemannes richtet und sich zwischen 40 RM. und 200 RM. bewegt, oder der feststehende Unterhaltssatz, der im Stadtbezirk Gießen 64 RM. beträgt und gleichzeitig für den Stadtbezirk Gießen niedrigster Tabellensatz ist. Nur dieser Unterhaltssatz darf bei der Ermittlung des anrechnungsfreien Mindestsatzes zu Grund« gelegt werden, auch wenn die Ehefrau einen höheren Tabellensatz bezieht. Die Ehefrau, die einer lohnbringenden, nichtselbständigen Beschäftigung nachgeht und mit familienunterhaltsberechtigten nicht verdienenden Kindern in Haushaltsgemeinschaft lebt, wird dabei aus sozialen Gründen weiter begünstigt. In diesem Falle erhöht sich der Teil ihres Nettoarbeitsentgelts, der nicht angerechnet werden darf, um die Hälfte der Unterhaltssätze ihrer in ihrem Haushalt sich befindlichen nicht verdienenden Kinder. Setzt sich die Haushaltsgemeinschaft aus verdienenden und nicht verdienenden Mitgliedern zusammen, so ist der Ge- samt-Unterhaltssatz dieser Mitglieder der Haushalts» gemeinschaft für die Ermittlung des Mindestbetra- ges, der außer Ansatz bleiben muß, zugrundezulegen. Einige Beispiele. 1. Verspiel: Die Frau geht wetter arbeiten. Sie hat einen Nettoarbeitsverdienst von 90, — RM. Kinder sind nicht vorhanden. Von diesem Arbeitsverdienst sind % anrechnungsfrei = 60,— RM. 30,— RM. sind auf den ihr zustehenden FU. in Höhe von 110,— RM. anzurechnen, so daß 80,— RM. als FU. monatlich gezahlt werden können. Der FU. setzt sich zusammen: RM. Tabellensatz 80,— Miete 30,— FU. , 110,- Das Gesamteinkommen der Famllie beträgt mithin 170,— RM. 2. Beispiel: Ehefrau mit 3 schulpflichtigen Kindern. Die Ehefrau geht arbeiten und hat einen Nettoarbeitsverdienst in Höhe von monatlich 90,— RM. RM. Arbeitsverdienst 90,— hiervon anrechnungsfrei: % = 60 MR. zuzüglich halber Kinder-FU.-Satz - Yi von 60,— RM. = zusammen 90,— d. h. von dem Arbeitsverdienst der Frau wird auf den ihr zustehenden FU. nichts angerechnet. Der FU. kann also in voller Höhe zur Auszahlung kommen. RM. FU.-Satz 64,— 2 Kinder unter 16 Jahren, je 20,— RM. 40,— 1 Kind über 16 Jahren 32,— 136,— Miete 34,— Einkommen 90,— Gesamteinkommen 260,— 3. Beispiel: Ehefrau mit 1 Kind über 16 Jahren, welches die Handelsschule besucht. Die Ehefrau geht arbeiten und hat einen Nettoarbeitsverdienst in'Höhe von monatlich 20,— RM. a) Allgemeine Freigrenze: RM. Arbeitsverdienst 20,— RM. hiervon anrechnungsfrei = % 12,67 zuzüglich halber Kinder-FU.-Satz 16,— 28,67 b) Mindestfreigrenze = V» FU.-Satz (in Gießen 64,— RM.) 21,33 zuzüglich Va Kinder-FU.-Satz (% von 32,— RM.) 16,— 37,33 Sowohl nach der Berechnung der allgemeinen Freigrenze als auch nach der Mindestfreigrenze bleibt das Gesamteinkommen anrechnungsfrei. RM. Gesamteinkommen: FU.-Satz für Frau 64,— Kind 34,—» 98,— Miete 36,—» Erziehungsbeihilfe 17,— - 151,— dazu Einkommen 20,— \ zusamknen 171,— 4. Beispiel: Die Ehefrau verdient nichts. Die Haushaltungs- aemeinschaft besteht aus Frau mit 2 schulpflichtigen Kindern und 2 Kindern über 16 Jahre, die eigenen Arbeitsverdienst haben, und zwar in Höhe von zusammen 120,— RM. Gesamt-FU.-Satzr RM. Frau (Tabellensatz 110,— RM.) 64,— 2 schulpflichtige Kinder je 20— RM. 40,— 2 Kinder über 16 Jahre mit 32,— RM. und 34,— RM. 66,— Gesamtunterhaltssatz 170,— hiervon % 56,67 RM. Arbeitsverdienst der beiden Kinder 120,— hiervon % 80,— Da % des Arbeitsverdienstes (80,— RM.) höher ist als 56,67 RM., die Mindestfreigrenze (Y des Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Aus der Stadt Gießen. Oes Landvolks Ehrentag. Arbeit ist dem deutschen Volk ein heiliger Begriff. Arbeit begründet Volkskultur; erst der arbeitende Mensch erhob sich vor ungezählten Jahrzehnten über das Tier. Erst als er nicht mehr nur Waldfrüchte sammelte und Wild jagte, Tätigkeiten, die doch nur sehr bedingt als Arbeit anzusehen sind, sondern als er sich Werkzeuge anfertigte und begann, eigenhändig zu säen, um dereinst zu ernten, fing das Kulturzeitalter an. Mit Fug und Recht sagt Goethe einmal ganz im Sinne neuzeitlicher Wirtschaftswissenschaft: „Der Teil der Urmenschen, der den Acker baute, sich der Erde verschrieb, Wohnungen und Scheuern aufführte, um das Erworbene zu erhalten, konnte sich schon etwas dünken, weil sein Zustand Dauer und Sicherheit versprach." Durch wiederum viele Jahrtausende hindurch sind dann die germanischen Völker als frühzeitig seßhafte Schollenbebauer vorwiegend Agrarwirtschaftler geblieben; noch bis ins vorige Jahrhundert hin- ein überwogen zahlenmäßig die bäuerlichen Volksteile der verschiedenen deutschen Teilstaaten — mit Ausnahme der Hansestädte — den Bürgerstand. Fast jeder Bürger aber hatte auch seinerseits innige Beziehungen zu Landleuten. Das Ackerbürgertum spielte selbst in Städten wie Berlin noch in der Neuzeit eine bedeutende Rolle. So erklärte es sich, daß die Erntefeste und der später als Kirchenfest eingeführte Emtehnnktag überaus volkstümlich waren und daß auch der Erntefesttag des Großdeutschen Reiches überall schnell populär wurde. Im vorigen und in diesem Jahre allerdings entfällt die öffentliche Feier, doch wird auch in diesem Jahre wieder manche Erntekrone in Dörfern und Gutshöfen zu erblicken sein und manch' Kameradschaftsfest stillen Charakters die Männer und Frauen vereinen, die Sense, Sichel und Hacke wacker schwangen. In meiteften Kreisen aber wird sich der Erntedanktag als ein Tag der ruhigen Selbstbesinnung dartun; in Kirche und Schule wird seiner hohen Bedeutung gedacht werden. Mit vollem Rechte. Denn nicht nur ist der Erntedanktag des Landvolkes Ehrentag, sondern er ist — vom Standpunkte der Kriegswirtschaft gesehen — auch ein Siegestag! Jeder weiß heute, daß die Sicherung der Ernährung genau so wichtig ist wie die Sicherung der militärischen Rüstung und der durch sie bedingte Frontschutz. Drum hat der Bauer es vollauf verdient, daß man seines Werkes gedenke und ihn am Tage des Erntedankes als einen erfolgreichen Kämpfer der inneren Front ehre! „Ackerwerk ist wacker Werk" sagt em altes deutsches Volkssprichwort, und „Das beste Wappen in der Welt, das ist der Pflug im Ackerfeld" lautet ein anderes. „Eine gute Sense ist auch eine gute Klinge" sagt man mit gleichem Recht vollbäuerlichen Stolzes. „Wenn der Pflug ruht und die Sichel hängt, dann schweigt auch das lauteste Geschütz" ist eine Volksweisheit, die auf alle Zeiten paßte; denn ein schlecht genährtes Heer ist unfähig, einen Sieg zu erringen. Drum priesen schon die Poeten vergangener Jahrhunderte die Notwendigkeit des Zusammengehens von Nährstand und Wehrstand. „Sich nähren und wehren schafft Ehren" reimte man bereits vor langen Zeiten, und „Nährstand und Wehrstand schützen Volk und Land" ist eine durch zahlreiche geschichtliche Taten'bezeugte Wahrheit. Fällt auch dieses Jahr der Erntedanktag In eine Zeit, die Festen nicht geneigt ist, so wird doch manch froher Erntespruch erschallen, wenn abends die Alten und Jungen beisammensitzen und in den meisten deutschen Bauernhäusern ein Sohn oder junger Hofbesitzer im grauen Rock auf Urlaub weilt. Und wenn dann der Werktag nach dem Erntedanktag wieder fein Recht fordert, dann wird auch — denn nun gehts allmählich ans Dreschen des Ge- tteides — beim Takt der Flegel manch' gutes Lied gesungen werden zum Preise von Arbeitsfleiß und Ernteschweiß. Ortszeit für den 6. Oktober. Sonnenaufgang 7.34 Uhr, Sonnenuntergang 18.50 Uhr. — Mondaufgang 13.32 Uhr, Monduntergang 22.14 Uhr. Mond in Südwende. Ortszeit für den 7. Oktober. Sonnenaufgang 7.36 Uhr, Sonnenuntergang 18.48 Uhr. — Mondaufgang 14.26 Uhr, Monduntergang 23.12 Uhr. MflglndelH Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 40 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Mit schrillem Schrei schießt eine Möwe über ihn hinweg, steigt hoch empor, kippt in der Luft um und wendet, streicht noch einmal und ganz tief über ihn hin. Klaus richtet sich auf; da sieht er das Wasser schon näherkommen. Nicht lange, dann spült es bis dicht an die Stelle heran, an der er jetzt liegt. Es ist drückend schwül wie an einem Hochsommertag. Stundenlang war er scharf zugeschritten und hat sich, hier angelangt, mit pochenden Schläfen, schweißgebadet zu Boden geworfen, und alles versank, war wie ausgelöscht. Er war daheim! Jetzt blickt er um sich, wendet den Kopf. Hinter der grünen Krone des Deiches steht schweres schiefer- farbenes Gewölk. Die kommende Flut wird es herumreißen und zur Entladung bringen. Schon streicht ein Windhauch vom Meere her und bewegt raschelnd die Halme des Strandhafers an der Deichsohle. Klaus steht auf. Die Ermattung, in der er sich hier ausstreckte, ist gewichen: und mit ihr der halbschlafartige, traumselige Zustand, in den sein Herz wie in den Urgrund alles Seins zurücksank. Einige Minuten später tritt er in die halbdunkle, verräucherte Gaststube, und — es ist wahrhaftig noch der alte Tede Peters, der ihm den Trunk auf den Tisch setzt. Grauer ist er geworden und die Gestalt etwas zusammengesackt. Das Gesicht und vor allem die großporige Nase noch- stärker gerötet als früher. Er brummt etwas von dem groben Wetter, das gleich losbrechen wird, und Klaus erwidert darauf mit ein paar Worten in feinem heimatlichen Platt. Die verquollenen Augen des alten Gastwirts streifen fein Gesicht mit einem fragenden Blick; bann geht er wieder mit schlürfenden Schritten hinter den Schanktisch. Mit den ersten heftigen Windstößen hat Klaus das Haus betteten. Jetzt fegt der Orkan heulend darüber hin. Es wird dunkel in der Gaststube. In den letzten Wochen wurden wiederholt Anfragen an uns gerichtet, die über die Arbeitspflicht der FU.-(Familien-Unterhalt-) Berechtigten und die Anrechnung des Netto- Arbeitsentgelts Aufklärung erbaten. Da diese Fragen einen weiten Personenkreis interessieren, haben wir in einer Urtterreoung mit dem Vorstand des Sozialamtes der Stadt Gießen, Verwaltungsdirektor Keitzer, die gegenwärtige Rechtslage und einige aufklärende Beispiele über die Berechnung der FU.-Bezügs bei entsprechender Berücksichtigung des Netto-Arbeitsverdienstes festgehalten. Das Ergebnis der Unterredung bringen die nachfolgenden Zeilen. Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ergab sich ursächlich die Notwendigkeit, die Versorgung und Fürsorge der dienstversehrten Webr- machtangehörigen und ihrer Familien sowie die Sicherung des Unterhalts der Familienangehörigen der Soldaten im Kriegsfälle durch Gesetze sicherzustellen. Neid und Attßgunst unserer Feindstaaten sind die Gründe, daß diese sozialen Gesetze so bald praktische Anwendung finden mußten. Gewiß, es bestanden für die alte Wehrmacht gesetzliche Bestimmungen üb»r die Versorgung Kriegsbeschädigter und ihrer Angehörigen und auch Vorschriften für die „Unterstützung" der Familien der Kriegsteilnehmer, mit denen aus dem Weltkrieg her sogar Erfahrungen gesammelt werden konnten. Diese Gesetze standen indessen nicht im Einklang mit den Grundauffassungen der nationalsozialistischen Staatsführung über die Versorgung und Fürsorge der Familien, die die größten Opfer im höchsten vaterländischen Dienst bringen. Jene Vorschriften waren zu schematisiert und trugen den Verhältnissen im Einzelfalle nicht genügend Rechnung. Die Tendenz der neuen sozialen Kriegsgesetze ist die soziale Individualisierung. Dadurch sind sie in ihrer praktischen Handhabung naturgemäß vielseitiger und verantwortungsvoller geworden. Dies gilt vor allem für das Recht des Familienunterhalts. Bei dieser Grundrichtung der Gesetzgebung ist es verständlich, daß das Gesetz bei aller gewollten sozialen Gerechtigkeit und trotz gewissenhafter, verantwortungsbewußter Auslemmg allein nicht ausreichte und durch ministerielle Verfügungen zunächst ergänzt werden mußte. Zu den Fragen der Arbeitspflicht des Familien- unterhalts-Berechttgten und der Anrechnung des Netto-Arbeitsentgetts ist folgendes zu bemerken. 1. Die Arbeitspflicht des FU.»(Familienunterhalts-) Berechtigten. Die ursprüngliche Anordnung, daß sich der arbeitsfähige unterhaltsberechtigte Familienangehörige bei dem Arbeitsamt zur Aufnahme einer Arbeit zu melden habe, ist zwar auf gehoben, indessen ist damit keine Befreiung von der Pflicht zum Einsatz der Arbeitskraft ausgesprochen. Nach den neueren Bestimmungen muß der Fa° mUienunterhaltsberechtigte, soweit er arbeitsfähig ist, Arbeit annehmen, wenn diese zumutbar ift unb ihm nachgewiesen werden kann. Die Erfassung dieser Ardeitspstichttgen ist mithin an zwei Voraussetzungen gebunden: Die Arbeit muß zugemutet und dem Familienunterhaltsberechtigten nachgewiesen werden können. Die Zumutbarkeit wird immer eine Ermessensfrage sein. Die Beurteilung, ob eine Arbeit zugemutet werden kann, hat die Abteilung Familienunterhalt des Stadt- oder Landkreises nach gewissenhafter Prüfung vorzunehmen. Dabei sind Lebensstellung, Alter, Gesundheitszustand, häusliche Verhältnisse und, soweit angängig, auch die berufliche Ausbildung zu berücksichtigen. Ergibt sich hiernach die Zumutbarkeit, dann ist die Arbeit nachzuweisen. Dem arbeitsfähigen Fa- milienunterhaltsbereckstigten darf nicht aufgegeben werden, sich eine Arbeit zu suchen. Die FU.-(Farni- lienunterhalts-)Dienststelle hat den FU.-Berechtigten dem Arbeitsamt zu melden, damit er mit seinen Fähigkeiten zweckentsprechend in der Wirtschaft eingesetzt werden kann. Mit dieser Bestimmung ist die produktive Verwendung der Arbeitskraft des Familienunterhaltsberechtigten sichergestellt und die Herstellung eines fingierten Arbeitsverhältnisses ausgeschlossen. Wird von dem so erfaßten arbeitsfähigen Familienunterhaltsberechtigten die Arbeit ohne be° Dann flammt grelles Blitzzucken durch die niedrigen Fenster, und der Donner rollt dumpf und lange. Drei Männer kommen herein. Zwei von ihnen erkennt Klaus; Vater und Sohn find sie. Der jüngere war einst fein Spielkamerad. Der Wirt tritt zu ihnen, und sie sprechen leise miteinander, spähen dabei zu ihm hin, können aber jetzt, in seinem Winkelplatz, kaum noch etwas von ihm sehen. Draußen braust und tobt es. Hagel prasselt gegen die Scheiben, und der grelle Schein der Blitze erhellt in rascher Folge die dunkle Schankstube. „Tede, mach mal Licht!" fordert einer der Männer den Gastwirt auf. Der Alte schlurrt zum Schalter. In dem Augenblick, als das Licht unter dem Blechschirm dtr Lampe aufflammt, reißt ein Mann die Tür auf. Ein scharfer Luftzug fegt herein und schlägt sie ihnter ihm krachend zu. Die Lampe pendelt unter der Decke. Die Männer am Tisch springen auf. Draußen sind welche in Seenot! Alle eilen hinaus. Klaus läuft mit. Die Notsignale kommen aus der Richtung der Silberbank. Die kennt Klaus Tjaden. Oft ist er darüber hinweggesegelt und weiß, daß sie bei Niedrigwasser mit ihrem scharfen Sog selbst einem Boot gefährlich werden kann. Manches Schiff ist dort gestrandet, und der weiße Sandgrund, den man bei klarem Wetter wie Silber heraufschimmern sieht, hat schon vieles eingeschluckt. Er legt mit Hand an, als das schwere Rettungsboot mit Pferden an den Strand gebracht wird. Es ist ein hartes Stück Arbeit, es in See zu bringen, dem ungeheures Druck der heranstürmenden Wellen entgegenzustemmen. Einer der Männer verletzt sich dabei die Hand. Für ihn springt Klaus auf die Ruderbank. Er hat kein Oelzeug an wie die anderen, aber davon weiß er nichts. Wieder ist etwas in ihm und zugleich über ihm, dem er blind gehorcht. Es ist wie Kampfesraufch, den er kennt, aber ungleich größer. Das denkt er nicht — er kann gar nicht Gedanken formen. Er ist nur Werkzeug einer höheren Befehlsgewalt, die in ihm selbst ist. So nimmt Klaus Tjaden teil an einem schwierigen Rettungswerk — und es kommt so, daß er, der heute als Flüchtling in seine Heimat kam, den allerschwersten Teil dieses Rettungswerkes ausführt. Nach erbittertem Kampf mit dem Sturm und dem tobenden Meer hat das Boot die Segelbark erreicht, die auf der Sandbank aufgelaufen und gekentert war. In allerhöchster Not naht die Hilfe. Nur ein Teil des Schiffsrumpfes ragt noch aus dem Wasser. Von der Besatzung, die sich dort zusammendrängt, haben die schweren Brecher einen Mann svrtgerissen. Ein anderer war von dem stürzenden Mast an der Hüfte verletzt worden. Das Seil wird hinübergeworfen, aber es rutscht von der schräggeneigten Schiffswand ab und hakt sich irgendwo in den zerbrochenen Rahen fest. Die erschöpften Männer auf dem Wrack können es nicht frei machen. Vom Boot aus, das — immer in Gefahr, von den Welle» gegen das gekenterte größere Schiff geschleudert zu werden und zu zerschellen — nicht dicht an dieses heran kann, wirft sich Klaus in die zerfetzt herabhängende und teilweise im Wasser treibenbe Takelage, arbeitet sich durch stürzende, drängende Wassermassen empor, klettert wie eine Katze an Bord des Wracks. Dann wird einer nach dem anderen hinuntergehievt und in das Boot genommen — auch der Verletzte. Plötzlich schreien die Männer unten im Boot, und durch den Schiffsrumpf, auf dessen aus dem Wasser ragenden Stück nur noch der Kapitän der Bark und Klaus stehen, geht ein Knirschen und Wanken. „Wir kappen das Seil!" schreien sie unten. Klaus fühlt es lose werden, kann nur noch blitzschnell eine Schlinge machen, die er um den schon grauhaarigen, erschöpften Mann neben sich wirft. Dann reißt es sie beide hinab. — Ungeheuer ist der Druck des Wirbels. Hin und her fühlt sich Klaus geschleudert, glaubt sich an der Oberfläche und wird wieder von den Wellenbergen hinabgedrückt. Ist es das Ende? ... Die Sinne wollen ihm schwinden. Seine Mutter neigt sich über ihn und faltet ihm die Hände. Dann ist es Martas Gesicht ...Da ist sie dicht vor ihm im Wasser, streckt die Arme nach ihm. „Marta!" will er schreien und schluckt das salzige Meerwasser. Plötzlich kann er atmen. Gleich darauf ziehen chn kräftige Fischerfäuste über den Rand des Rettungsbootes — ihn und den bewußllosen Kapitän der Bark, mit dem er durch das Seilstück verbunden ist. Am nächsten Morgen beim Erwachen ist es Klaus, als müsse er aufstehen und den Schecken füttern. Er hat die Empfindung, in seiner Kammer bei Pahls zu liegen. Weißgetünchte Wände eines schmalen Raumes sind um ihn, und er liegt unter einer weih und rot gemusterten Bettdecke. Doch die Täuschung schwindet schnell. Er hat lange und fest geschlafen — zum erstenmal seit einer Woche wieder in einem Bett geschlafen. Die aerettete Besatzung der gestrandeten Bark ist bei verschiedenen Dorfbewohnern untergebracht worden. Ihn hatte der Lehrer Klaaß mit in sein Haus genommen. Klaaß war ein Freund seines Vaters gewesen. Er selbst hatte bei ihm, ehe er nach Jever auf dis Höhere Schule gekommen war, an dem Unterricht in der Dorfschule' teilgenommen. Mit Sorgen und Bangen hatte diö gesamte Einwohnerschaft auf das Zurückkehren des Rettungsbootes gewartet, das gegen Abend glücklich gelandet war. Ein hagerer grauhaariger Mann war auf Klaus zugetreten und hatte feine Hand gefaßt. „Klaus Tjaden? — So bist du es, der das mit- gemacht hat?" 1 Da drehte sich einer der Männer, die im Rettungsboot waren, nach ihm um, wandte sich bann zu einem anberen. „Kiek, Hein, wat ick bi feggt heb: Dat is boch Käpt'n Tjaben fin Jung!" Im Lehrerhaus bekam Klaus trockenes Zeug zum Anziehen. Klaaß hat brei Söhne, bie aber nicht mehr im Elternhause finb. Zwei von ihnen haben bereits einen eigenen Hausstand, ber britte bient bei ber Marine. Von ihm ist noch Kleibung ba, Frau Klaaß suchte baraus etwas für Klaus hervor. Er hatte mit ben alten Leuten am Tisch gesessen unb erzählen müssen, wie es braußen bei ber Rettungsarbeit zugegangen war. Die Augen bes Lehrers blickten ihn babei mit stillem Forschen an. „Da kommst bu nun her, Klaus, unb es zeigt sich gleich, baß bu nicht aus ber Art geschlagen bist, wie man annehmen mußte", sagte er schließlich unb setzte bann hinzu: „Das Leben führt bie Menschen oft seltsame Wege, unb wenn man weit ab ist, kann man nicht sehen, ob sie richtig ober verkehrt sind." Aus diesen Worten horte Klaus heraus, daß man hier im Ort genug von ihm weiß, um ihm mit Mißtrauen und Ablehnung zu begegnen. Dessenungeachtet hat ihn der alle Lehrer in sein Haus ausgenommen. Er verdankt es gewiß nur dessen Freundschaft mit seinem verstorbenen Vater — denn das andere, die Einsatzbereitschaft für das Leben gefährdeter Menschen, ist hier an der Wasserkante eine Selbstverständlichkeit. Freilich eine härtere als anderswo; aber man macht nicht soviel davon her, (Fortsetzung folgt.) g Grünberg 22. Oktober mit bei Dom Arbeitsbuch. Ur- stcvMUNtz und Ausschmückung der Gebäude unter» bleibt in diesem Jahre. Im Laufe des Monats Okto ber werden in Berlin Abordnungen von in der Kriegs-Ernährungsschlacht verdienten Bauern und Landarbeitern durch einen Empfang der Reichs» regierung geehrt. Der Gießener Herbstmarkt. „Krast durch Freude" im Oktober erlebt feinen Eröffnungabend am einem Gastspiel der Rhein-Mainischen Landesbühne. Zum Gallusmarkt in Grünberg bringt KdF. am 16. Oktober einen großen Bunten Abend, bei dem bewährte künstlerische Kräfte Mitwirken werden. Tonfilm stunden finden im Oktober u. a. wie folgt statt: für die Wehrmacht am 21., 22., 28. und 29. in Gießen; für die Bevölkerung am 5. in Leihgestern, 18. Dorf-Gill, 19. Ruppertsburg, 20. Weickartshain, 21. Launsbach, 22. Beuern, 23. Queck» born, 24. Krofdorf, 25. Saasen, 26. Rüddingshausen, 27. Daubringen, 28. Lumda, 29. Harbach, 30. Burk» Hards seiden, 31. Allendorf a. d. Lda. Außerdem laufen in üblicher Weise die Sprachkurse, der Sport und die Betriebs Wanderungen. des Kreiswarts von KdF. Schemel eröffnet. Dann folgt ein Dortrag von Dr. Ost (Berlin). Für den 19. Oktober ist ein Gastspiel der Rhein-Mainischen Landesbichne vorgesehen. — Der Feierabendring Friedberg wird am kommenden Montag, 7. Oktober, mit einer Ansprache des Gau-Dolksbil- dungs-Referenten Handwerk eröffnet. Anschließend Vortrag von Staatsminister Professor Dr. Schmitthenner. Für den 24. Oktober^ ist ein Gastspiel der Rhein^Mainischen Landesbühne angesetzt. — Der Feierabendring Bad-Rauheim wird am 18. Oktober seinen Eröffnungsabend mit einem Gastspiel der Rhein-Mainischen Landesbühne haben. — Der Feier ab e ndrin c *♦ Theaterring des Bannes und Un- tergaues 116. Am Montag, 7.Oktober, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr, werden auf der Dermal- tungsstelle noch Anmeldunaen für den Veranstaltungsring angenommen. Am 10. Oktober ist endgültiger Anmeldeschluß. Anmeldeformulare können nachgeholt werden. *♦ Arbeitsjubiläum. Am gestrigen Freitag, 4. Oktober, konnte der Graveur Wilhelm Will aus Wißmar (Kreis Wetzlar) fein 2Sjähriges Arbeitsjubiläum in der Gießener Stempel- und Farbenfabrik Joseph Kreuter, Gießen, begehen. In einem schlichten Appell wurde seitens des Betriebsführers seiner treuen Zugehörigkeit zum Betrieb gedacht und ihm ein namhaftes Geldgeschenk überreicht. Auch von feiten seiner Mitarbeiten erfuhr der Jubilar im Rahmen der chm zugedachten Ehrungen ein Geschenk, das von guter Kameradschaf zeugte. Der Ehrung schließt sich ein Käme» radschaftsabend der gesamten Gefolgschaft an, der, wie alle gleichartigen Gelegenheiten, das gute Einvernehmen zwischen Führung und Gefolgschaft des Betriebes bekundet. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Die Witwe des Weißbindermeisters Philipp Wagner, Licher Straße 13 wohnhaft, begeht heute in aller Frische ihren 75. Geburtstag. Der Jubilarin, die seit über 40 Jahren zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers gehört, gilt unser herzlicher Glückwunsch. *♦ Morgen Pilzlehrgang. Am morgigen Sonntag, 6. Oktober, unternehmen die Arbeitsgemeinschaften Biologie und Ernährung aus dem Walde einen botanischen Lehrgang, unter besonderer Berücksichtigung der Pilze, in den Bergwerkswald. Die Führung liegt in den bewährten Hän- Der Arbeitsplan der RSG. „Straft durch Freude" Kreis Wetterau sieht für den Monat Oktober die Eröffnung der Feierabendringe in Gießen, Friedberg, Bao-Nauheim, Butzbach und Grunberg vor. Durch die Feierabendringe wird ein sehr großer Teil von Volksgenossen aus dem Kreise Wetterau Anteil an dem kulturellen Schaffen unseres Volkes nehmen. Am morgigen Sonntag, 6. Oktober, vormittags, wird die dritte Führung durch das Oberhessische Museum (Gailsche Sammlungen) unter Leitung von Museumsdirektor Dr. Krüger stattfinden. Im Feierabendring Gießen werden im Verlaufe des Monats Oktober geboten: Theater- Ring (Gruppe A 16 Veranstaltungen): 17. Oktober Schauspiel von Siemens „Sieger"; 26. Oktober „Kätchen von Heilbronn" von Kleist; (Gruppe B 8 Veranstaltungen): 7. Oktober „Paganini", Operette von Lehär; 28. Oktober „Kätchen von Heilbronn", von Kleist. — Konzert-Ring: (Gruppe A) Eröffnungsabend am 10. Oktober. Cs spricht Kreisleiter Backhaus. Orchester-Konzert mit Conrad Hansen (Klarier) als Solist; (Gruppe B) Eröffnungsabend am 19. Oktober. Es spricht Kreis- 1 eiter Backhaus. Klavier-Konzert mit Wilhelm Backhaus. — Vortrags-Ring: Eröffnungsabend am 21. Oktober. Es spricht Kreisleiter Backhaus. Lichtbildervortrag von Paul Rohrbach. Der Feierabendring Butzbach wird am heutigen Samstag, 5. Oktober, mit einer Ansprache Vom Samstag, 5. Oktober, bis einschließlich Sonntag, 13. Oktober, findet in Gießen auf Oswald sg arten wieder der Herbstmarkt (Schaumesse) statt. An neuartigen Geschäften fehlt es auch diesmal nicht. Es find zu erwarten: Raketenbahn, Skooter, Riesenrad, Klettenflieger, Kinder-Sport- Karusfell, Reitbahn und Schaugeschäfte verschiedenster Art. Derkaufsstände mit neuen Spezialitäten sind eingetroffen. In Anbetracht der Verdunkelungsmaßnahmen muß der Herbstmarkt jeweils Eintritt der Dunkelheit enden. Erstaufführung im Stadllhealer. Am morgigen Sonntag wird zum ersten Male die große Verdi-Oper „Die Macht des Schicksals" aufgeführt. Musikalische Leitung: Otto Söllner. Spielleitung: Intendant Hans Walter Klein. Bühnenbild: Karl Löffler. Chöre: Nadine Galla. Tanzleitung: Irmgard Trömel. Es wirken mit: Anni Asfion, Isabella Theresia Richter, Ilse Winhold; Gustav Bley, Kurt Bosny, Gustav Brunn, Heinrich Durst, Ottmar Mayr, Bernhard Schmitz. Der Singchor des Stadttheaters ist auf 60 Sängerinnen und Sänger verstärkt worden. Außer Miete! Von der Universität Gießen. Zum Dozenten ernannt wurde der Dr. med. habil Artur Wießmann in Gießen für das Fach der Frauen-Heilkunde und Geburtshilfe. Gießen-Klein-Linden. Nachdem vor einigen Wochen Pfarrer König von hier zum Hauptmann befördert wurde, ist jetzt auch Oberleutnant Fritz Jung VIII. von hier zum Hauptmann befördert worden. Beide find ehemalige Weltkriegsteilnehmer und stehen seit Anfang dieses Krieges im Westen. Keine Beflaggung am Erntedanktag. Der Reichsminister des Innern und der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda geben bekannt: Die am Erntedanktag übliche De- ber Beschäftigung im Arbeitsbuch streichen und auf Grund von behördlichen oder sonstigen Unterlagen den Tag der Beendigung des Arbeitsvertrages bemerken. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 5. Ott. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 12, Kartoffeln, % kg 4, 5 kg 40, Wirsing, Vt kg 8, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8, Spinat 20, Römisch- kohl 10, Dohnen (grün) 20, Grünkohl 20, Rosenkohl 35, Tomaten 18, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarzwurzeln 35, Kürbis 8, Feldsalat (Vin) 10, Aepfel, kg 15 bis 25, Birnen 15 bis 25, Zwet» schen 13 bis 15, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf. NSG. Soweit die tatsächliche Beschäftigung vor Ablauf des Arbeitsvertrages ohne Verschulden des Arbeitsbuchinhabers endet, zum Beispiel bei Urlaub oder Krankheit, am Ende des Arbeitsverhältnisses, und die Eintragung des Tages der tatsächlichen Arbeitsbeendigung dem Arbeitsbuchinhaber abträglich sein sollte, dürfen nach einer Entscheidung des Reichsarbeitsministers die Arbeitsämter auf Antrag den Zeitpunkt der tatsächlichen Beendigung „Niere und Blase“ Schriften durch die OoooV Kurverwaltung Bad Wildungen Bezug für Haustrinkkuren durch Jean Weisel, GleBen, Sonnenstraße 6 Telephon 8888 sowie durch alle Apoth. u. Drog. 44510 BrOhl'sche Druckerei. Schuletraöe 7. Anruf 2251 Gasherde von Geschmackvoll Vornehm Persönlich gegeben werden müssen. Gießen, den 3. Oktober 1940. Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- fUhrungsarten schnell und zu mMOIgen Preisen Bekanntmachung. Velr.r Kleiderkartenausgabe. Die ab Donnerstag, den 3. Oktober 1940, festae- fetzten Ausgabetermine für die Abholung der Klei- oerkarten müssen genau eingehalten werden, da ab 9. Oktober 1940 die neuen Lebensmittelkarten aus» „Seil etwa 20 Jahren hab, ich jedes Früh, und SpaYahr an »ton- chialkalarrh gelitten. In den lebten Tagen von 1937 auf 1938 hatte ich einen schrecklichen Bronchialkatarrh mit schmerzhaftem Husten. Da kam mir der Gedanke, rasch Jhre Dr.Boecher-Tabletten gu besorgen. Nach io Tagen hatte ich eine so große Erleichterung, daß selbst meme Frau sich wunderte, die ja immer dagegen war und heute selbst Ihr« Tabletten empfiehlt. Olach 3 Wochen war ich von meinem schmerz, hasten Husten befreit und konnte wieder ruhig schlafen. Hätte ich früher davon erfahren, so hätte ich sicher viel Geld gespart." So schrieb uns Herr Johannes Heck, Rentner, Kornwestheim, Urbanstr. II, 1.5.30. Quälender Husten, hartnäckige Bronchitis, chronische Derschleimung, Asthma werden seit Jahren mit Dr. Äoether Tabletten auch in alten Fällen erfolgreich bekämpft. Unschädliches, kräuterhaltiges Spezial- mittel. Enthält 7 erprobte Wirkstoffe. Stark schleimlösend, an-wurf- fördernd und gewebesestjgend. Zahlreiche Anerkennungen dankbarer Patienten u. zufriedener Ärzte! In Apotheken M 1.43 u. 3.50. Edgar u* BORRMANN g. Gießen, Neustadt 8-7, Ruf 4165 und 4156 “36A Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. — Ernährungsamt Abt. B. — Wirtschaftsamt. — __________I. V.: Nicolaus._____________ Betr.: Ablösung der Markanleihen der Stadt Gießen; hier: Ziehung der Auslosungsrechte für das Jahr 1940. Bekanntmachung. Die öffenlliche Ziehung der Auslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1940 findet am 24. Oktober 1940, 15 Uhr, im Stadthaus, Bergstraße, statt. 4452C Das Ergebnis der Auslosung wird in den Tageszeitungen alsbald öffentlich bokanntgegeben. Gießen, den 2. Oktober 1940. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. Gesamt-FU.-Satzes) sind 80 RM. frei zu tasten, mithin sind 40 RM. anzurechnen. Gesamteinkommen: RM. Tabellensatz 110,— Kinderzuschläge 20,— und 20,— und 32,— und 34,— RM. 106,— Miete 54,— 270,— »züglich anrechnungsfähige^ Arbeitsentgelt des Kindes 40,— ausgezahlte FU. 230,— Arbeitsverdienst 120,— Gesamteinkommen 350,— RS-GeMluWsl M graft öuOeuöe Am Montag, dem 7. Oktober 1940, findet die erste Theatervorstellung unseres 8er-Ringes statt. Zur Aufführung gelangt die Operette 4461D „paganini“ von Franz Lehär. Abonnenten, die ihre Mitgliedskarte noch nicht abgeholt haben, werden hiermit aufgefordert, dieselbe umgehend in unserer Verkaufsstelle, Selters- weg 60, in Empfang zu nehmen. Die Mitgliedskarte berechtigt ohne besondere Platzkarte zum Besuch aller Veranstaltungen und ist dieserhalb sorgfältig aufzubewahren. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Achtung! Feind hört mit!". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Falstaff in Wien". — Mtv.: 20 Uhr im „Bayerischen Hof" Kameradschaftliche Zusammenkunft. — Deutsche Stenographenschaft: 20 Uhr im „Burghof" Kameradschaftsabend mit Filmvorführungen. Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude": 10 Uhr: Dritte Führung durch das Oberhessische Museum. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: Morgenveranstaltung „Bauernschwänke von Hans Sachs"; 19 bis 22 Uhr: Verdis Over „Die Macht des Schicksals. — Gloria-Palast, Äeltersweg: „Achtung! Feind hört mit!"; 11 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fallstaff in Wien". Vauernschwänke von Hans Sachs im Stadltheater. Am Sonntag findet zum Erntedankfest die erste Morgenveranstaltung der Spielzeit 1940/41 im Stadttheater statt. Unter der Spielleitung von Gerhard Reuter werden drei Bauernschwänke von Hans Sachs „Das heiße Eisen", „Der fahrende Schüler im Paradies" und „Das Kälberbrüten" aufgeführt. Die Schwänke sind sprachlich erneuert von Gerhard Reuter. Es wirken mit: Anneliese Garbe, Hilde Kneip, Walter Erler, Siegfried Lowitz. Ein Streichtrio der HI., Bann 116, spielt dazu alte ländliche Tänze. '________________________________ 4463 p Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Steinmüller Wilhelm Theiß Familie Karl Lenz Marie Theiß. Gießen-Klein-Linden, den 4. Oktober 1940. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 6. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus Wetzlarer Straße 48 aus statt. Heute morgen entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Ludwig Theiß I., Landwirt im Alter von 79 Jahren. Ca. 50 □KilxhkühiL. 4(3 2R.tn.bgr auf bä: Milchvieh-Versteigerung in Borken i.W., Neben dem Kernhaus Freitag» den 11. Oktober 1940, 12 Uhr. Die Tiere stammen aus seuchenfreien Gebieten und sind gegen Seuchen schutzgeimpft, übligatorische Untersuchung auf Bazillus Bang Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos): f.G.m.b.H., Münsteri.W., Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Art« fett- und Weidevieh / ferkel / Läufer / Pferde Frau Karoline Weigel, geb. Jung kurz vor Vollendung ihres 64. Lebensjahres. Rodheim a. d. Bieber, Klein-Linden, Stuttgart, den 4. Oktober 1940. ♦462 D Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen Habe meine Praxis wieder aufgenommen Nach Gottes unerf erschlich em Ratschluß starb heute nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, jedoch plötzlich und unerwartet, meine treusorgende, unvergeßliche Frau, unsere herzensgute Tante Die Beerdigung findet statt am Montag, dem 7. Oktober, nachmittags um 2% Uhr. In tiefem Schmerz: Friedrich Weigel und Angehörige. Dentist Rühl Großen-Buseck Praxis wieder aufgenommen Dr. Hofmann Kinderarzt Gießen, Frankfurter Str. 43 Fernruf 2633 4455 D 4457 D Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, lelchtverständllch en Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens unddamltdurcherweitertesWIssen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und äuch Probehefte der Zeitschrift: „Freude am Leben“ Hugo Bermü hier Verlag Berlin-Lichterfelde Mobelhctu^RuM MßjrkLsbha&e, 29/30- 2/U. Hilfe bei langjähriger Bronchitis und schmerzhaftem Husten: welWWe DtoDmnal-DiehüccmctiungsgtnonenldiDfl 19. September unter der Angabe, am Neuheiten für Herbst und Winter zeigt Gießen, Seltersweg 81 — Ruf 2382 4439 A 3964 V 90 Jahre Hoffmann's Stärke! 50 Jahre Hoffmann's Ricena das bewährte Nährmittel auf Reisgrundlage . . . dann denken Sie an 4471 D GLORlfl 3965 D können kostenlos angefordert werden. 4373D G W an Der Cahn PALRST Giessen ■ in 1 ■ in । Z 3 Geschattsdnjcksachen Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten Öeschaftskarten bei BrUhl. Schulstr. 7 Schützen-Verein Gießen e.V. 4473 D Mit offenen Außen Drei Jungen und etn Mädel entdecken ihre Waldheimat. Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdruckiaseln Leinen RM. 2,85 Hugo Bermühler Verlag Berttn» Lichterfelde Gewerbeschule Gießen liebigstr 16 Tel. Nr. 2912 ßsemestrige Fachschule für Hochbau, Maschinenbau Elektrotechnik,Maler, Schreiner Staat!. Abgangsprüfung Semesterbeginn 15. April ul.Nov. Prospektef rei Der DirektorTielmann den von Professor Dr. Funk. Treffpunkt am Stu» dentenheim, Zeit: 9 Uhr. Gäste sind willkommen. ** Hausabbruch in der Weidengasse. Gestern wurde mit dem Abbruch des Hauses Weidengasse 10 begonnen, das kürzlich in iren Besitz der Stadt Gießen gekommen war. Mit diesem Abbruch wird wieder eines jener Gebäude in der Straße beseitigt, das noch erheblich aus der westlichen Straßenfluchtlinie herausragte und die Wei- dengasse an dieser Stelle zu einem unangenehmen Engpaß machte. Nach der Niederreißung des Hauses und der dadurch erreichten Verbreiterung der Straße wird es in absehbarer Zeit auch möglich fein, einen einwandfreien Bürgersteig anzulegen und damit der Straße ein besseres Aussehen zu geben. ** Verkehrsunfall. Am gestrigen Freitagmittag stießen an der Ecke Bismarckstraße/Stephan- straße ein Lastauto und ein Personenkraftwagen zusammen. Dabei wurde das Personenauto ziemlich erheblich beschädigt. Glücklicherweise blieb es aber bei Sachschaden. Personen wurden nicht verletzt. ** Die Brandplättchen-Pest. Ein Sonderbericht im neuesten Heft der „Sirene" befaßt sich an Hand zahlreicher Bilder ausführlich mit dieser neuen britischen Gemeinheit und zeigt, wie die Phosphor - Brandplättchen unschädlich zu machen sind. Ein anderer Bildbericht erzählt von den Eindrücken, die der Präsident des Reichsluftschutzbundes, General von Schröder, auf einer Fahrt durch die Luftangriffsgebiete erhielt, auf der er vielen Männern und Frauen Anerkennung für ihren tatkräftigen Einsatz aussprechen konnte. Schlechtweiterregelung im Dau- gewerbt für den Winter 1940/41. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat als Sondertreuhänder auch für den kommenden Winter eine ReichstarifordDie beliebte „Erika“ ist prompt lieferbar Generalvertretung Baums & Treibig Gießen, Bahnhofstraße -26 Ruf 3700 (neben dem Lichtspielhaus) Haben Sie einen Bezugschein eme Kleinschreibmaschine..!? für Säuglings- und Kinder- Nahrung, für gute und einfache Küche Diele glückliche JKenstften verdanken ihr Glück einem Gewinn in der Deutschen ReichslotterieI Am 22. Oktober 1940 beginnt die neue Lotterie! Sichern Sie sich schnell Ihr Los! anderen Tage eine Stelle antreten, sich in einem Hotel in Alsfeld ohne im Besitze voä Geldmitteln zu sein, eingemietet zu haben. Am anderen Morgen entfernte sie sich, ohne zu bezahlen. Die Angeklagte war geständig. Sie wurde unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt. Eine einschlägige Vorstrafe wurde straferschwerend berücksichtigt. Kurze (Sportnotizen. Wieseck 1. Igd. — Großen-Vuseck 1.3gb. 1 Beide Jugendmannschaften stehen sich am Sonn- tag auf dem Wiesecker Waldsportplatz in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Die neu aufgestellte Wiesecker Jugend, die am Sonntag ihr zweites Spiel durchführt, wird sich bemühen, auf eigenem Platze den Sieg sicherzustellen. Staatliche Lotterieeinnahme Buchacker Gießen, Neuen Bäue 11 SleWgMWUleiilillM. Berufserziehungswerk — Uebungsstätte Gießen für die kaufmännischen-, Eisen- und Metall- und Bauberufe beginnen Anfang Oktober 1940. Anmeldungen werden noch angenommen! — Arbeitspläne Staatliche Lotterieeinnahme Dr. Flimm Gießen, Walltorstraße 63 4441 A Die Deutsche Arbeitsfront USD. Krall durch Freude Kreisdienststelle WJ Wetterau Absdneßen Hasschieien f.Ehreoscheiheo Sonntag, 6. Okt., von 10-12 Montag, 7.0kt., v.17 Uhr ab 20.30 Uhr: Sieger - Ehrung. Montag, 14. Oktober, 20 Uhr: Beginn des Zlmmerstntzcnschleßens Trubel Sonntag, 6. Oktober, vorm. 10 Uhr, findet die 3. Führung durch das OberhessJusegin (Gailsche Sammlungen) unter Leitung von Pg. Dr. Krüger statt. - Treffpunkt am Museum. - Unkostenbeitrag 10 Pf. KMIMFreude Wetterau Volkstümliche Naturwissenschaft in retd)bebUöcrtcn, leichtverständl. Werken und in verschiede, nen Preislagen bieten unsere Verlagserzeug nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgescheyens und damit durch er« weitertes Wissen er« höhtegreudeanden vielfältigen Schön« heilen der Natur. Verlangen Sie Pro. spektc und Probehefte >er Ieitschrift Freude am Leben. Hugo BermUhler Verlag Berlin-Lichterfelde. NUR Sonntag, 6.Okt.. 11 Uhr vorm. Wochensehan - Sondervorstelhing u. a. Abmarsch der englischen Truppen aus Peking und Schanghai — Der Neuaufbau des rumänischen Staates — Der Pakt von Berlin Unsere Arbeitsmänner in Norwegen — Besuch in Oslo — Die gewaltige Luftwaffenbeute in Frankreich — Die Flak rund um Berlin legt Sperrfeuer — NachtangilH auf London „Fünf Jahre neue deutsche Unterseebootwaffe“ Vorher: „UNSERE ARTILLERIE“ Erwachsene 40. Wehrmacht u. Kinder 20 Pfg. 4472A MODEHAUS . / x ' Inh.: CARL HEINZ SCHLÜTER 4^ Spezialhaus für Damen-Fertigkleidung und Stoffe DieOeoMeWlslroiil . Kreisdienststelle Zur Messe! Cffenbadier £edemmen Bin wieder eingetroffen und bringe einen großen Posten Stadttaschen und Damenhandtaschen in bestem Leder zu den billigsten Preisen Geldbeutel in Leder, große Auswahl Feintäschner und Sattlermeister JllSUfl Offenbach (Hanau) 03373 SMWMMtt (Schaumesse) vom 5.—13. Oktober 1940 auf dem Oswaldsgarten nung Aur Regelung der Arbeitsverhältnisse im Baugewerbe bei ungünstiger Witterung (Schlechtwetterregelung) erlassen. Die Tarifordnung, die für das Baugewerbe und die wichtigsten Baunebengewevbe gilt und sich lediglich auf die Bauvorhaben bis zur Dringlichkeitsstufe 4 erstreckt, erfaßt die getrennt von ihrem Wohnsitz an der Baustelle untergebrachten Gefolgschaftsmitgliedcr. denen durch die Garantie von 60 v. H. ihres tatsächlichen Lohnes ermöglicht wird, eine vorübergehende Unterbrechung der Arbeit in Kauf zu nehmen und auf der Baustelle zu bleiben. Die Schlechtwetterbezüge können im Winter 1940/41 bis zu insgesamt 36 Arbeitstagen gewährt werden. Die Tarifordnung tritt am 15. Oktober 1940 in Kraft und endet mit dem März 1941. Aus der engeren Heimat. Verkehrs- und Verschönerungsverein Alsfeld. <£ Alsfeld, 4. Okt. Am Donnerstag hielt der Verkehrs - und Verschönerungsverein unter Leitung des Vorsitzenden, Bürgermeister Dr. D ö l s i n g, seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung über das abgelaufene Geschäftsjahr 1939 ab. Der von dem Leiter des Vereins erstattete Tätigkeitsbericht vom Jahre 1939 stand unter dem Zeichen des Krieges und der dadurch hervorgerufenen Einschränkung der Tätigkeit auf den verschiedenen Arbeitsgebieten. Zu Beginn des Berichts gedachte der Vereinsleiter des Ablebens des langjährigen verdienstvollen und rührigen Schriftführers, Kaufmann Ferdinand Planz in Alsfeld. Von den in der vorjährigen Mitgliederversammlung beschlossenen Maßnahmen zur Verschönerung und Verkehrswerbung konnte nur ein Teil zur Ausführung gelangen. Die von dem Rechner des Vereins, Stadtinspektor S e i p p e l, vorgetragene Rechnung des Jahres 1939 wurde nach Prüfung genehmigt Schau-, Verkaufs- und Belustigungsgefchäste Der Oberbürgermeister. I. B.: Nicolaus. 4449 A und Entlastung erteilt. Bon der Aufstellung eines besonderen Voranschlages für das Jahr 1940 wurde unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Verhältnisse abgesehen. An Stelle des durch Tod ausgeschiedenen Schriftführers Ferdinand Planz berief der Vorsitzende den Geschäftsführer des Vereins, Hans Krause, zum Nachfolger. Der seitherige Mitgliederjahresbeitrag in Höhe von 2,— RM. soll nach Beschluß der Mitgliederversammlung auch während des Krieges erhoben werden. Unter den aus dem Kreise der Mitglieder gegebenen zahlreichen Anregungen wurde die Errichtung einer Blockhütte vor dem Stadtwald Homberg auf dem Anlagengelände am sog. „Backhaus" und die Aufstellung einer Schutzhütte in den Erlenanlagen als dringend erwünscht bezeichnet. Bezüglich der Erweiterung der Erlenanlagen konnte der Vorsitzende mitteilen, daß diese im Wege der Teilfeldbereinigung der Reichsautobahnen durchgeführt werde. Ferner soll nach Kriegsende der in früheren Jahren bereits mit gutem Erfolg durchgeführte Fensterblumenschmuckwettbewerb wieder tatkräftig ausgenommen werden. Der Dereinsvorsitzende wies in diesem Zusammenhangs auf die in anderen Städten erzielten großen Erfolge hin. Landkreis Gießen. (l) Lich, 4. Okt. In einer öffentlichen Stadtratssitzung wurde der städtische Haushaltsvoranschlag 1 9 4 0/4 1 durchgesprochen. Einnahmen und Ausgaben gleichen sich auch diesmal wieder aus. Ferner wurde eine neue Ortssatzung über die Gemeindeschafhaltung beraten. Der Erwerb der früheren Synagoge, in der sich jetzt ein Geschäftszimmer der NSV., sowie Werkstatt und Ährräume des NSKK. befinden, wurde genehmigt. Kreis Alsfeld. '—.— Homberg, 2. Okt. Im hiesigen Bezirk fanden die Ob ft Der ft eigerungen bei außerordentlich starker Beteiligung der Interessenten statt. Drogen “SÄs Es wurden durchschnittlich hohe Preise bezahlt. —- Die Kartoffelernte hat einen sehr befriedigenden Ertrag gebracht, der sich der guten Getreideernte in unserer Gegend in glücklicher Weise anschließt. Auch die Erträge an Gemüse in den Gärten und auf den Feldern sind hier sehr zu- friedenstellend. Kreis Büdingen. g Schotten, 4. Okt. Gegenwärtig ist die O b st - ernte in vollem Gange. Viele Waggons Zwet- schen, Kelterobst, Birnen sind verladen worden. Die Stadt hat für ca. 2000,— RM. Obst verkauft. —> Am vergangenen Sonntag hielten die im Jahr 1880 Geborenen eine schöne stimmungsvolle 60er- Feier ihres Jahrgangs. Mit ihren Frauen waren sie im „Hess. Hof" zusammengekommen, um Jugenderinnerungen wieder aufzufrischen. Amtsgericht Gießen. Die Maria A. in Oberaula hatte sich wegen Betrugs zu verantworten. Sie war beschuldigt, am Uf EpDC DRUCKSACHEN VT ERDE Brühl, fließen EadliGh wieder einen anständigen Fuhboden Mit WinterhoHs Pulver- wachs in weiß, braun u. rotbraun, V2-kg-Beutel M. 1.50 ^-kg-Beutel M. 0.75 Der Fußboden bekommt eine hochglänzende Wachsschicht, die Treppen und Steinholzböden gleichzeitig eine dauerhafte Farbe. Also genau dasselbe wie beim früheren Bohnerwachs Versuchen Sie es! Ihr Fachdrogist 4476a Am Montag, dem 7. Oktober, 19.30 Uhr im Stadttheater 1. Vorstellung Im Achterring. Zur Aufführung gelangt die Operette PAGANINI von Franz Lehär. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Vorstellung pünktlich beginnt und bei Anfang die Türen geschlossen bleiben. Verspätet ankommende Besucher erhalten erst nach Aktschluß Einlaß. 4484d % S>vAm Jäjz