Donnerstag, 5. September 1940 Annahme von Anzeigers für die Mittaasnummer bis8V,Uhr des Vormittags Anzeigen-Preife r Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rpf. te mm bei 70 mm Zeilenüreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr 190. Jahrgang Ur. 210 Erscheint täglich,, außer Sonntags und Feiettags Beilagen: Die Illustrierte Gieffener Familienblätter Heimat imBilü DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte » 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluk 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" i Postscheck 116ss Franks M. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ^»ietzen,^Sch»I»rötzir-4 Die Wett wird frei werden von der britischen Tyrannei. Deutschland wird kämpfen bis zu einer ganz klaren Entscheidung. - Oes Führers große Rede zur Eröffnung des zweiten Kriegswinterhilfswerks des deutschen Volkes im Berliner Sportpalast. 3m Berliner Sportpalast. Berlin, 4. Sept. (DNB.) In einer gewaltigen Kundgebung wurde im Berliner Sportpalast das achte Winterhilfswerk des deutschen Volkes, das 2. Kriegs-Winterhilfswerk 19 40/41, durch den Führer eröffnet. Lange vor Beginn der Kundgebung find Parkett und Ränge überfüllt. Heber dem goldenen Hoheitsadler m der Mitte des Podiums leuchtet es von rotem Tuche in großer Schrift: „Zweites Kriegs-Wint^rhilfswerk 1940/41". Mit Heilrufen werden die führenden Männer ans Staat, Partei und Wehrmacht empfangen. Das Parkett und die Ränge füllen die Vertreter der Millionenarmee der freiwilligen Helfer des Winterhilfswerkes, unter ihnen sieht man viele Angehörige der Wehrmacht, Schwestern, Helfer und Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes. Die Verwundeten haben, von Schwestern betreut, auch bei dieser Kundgebung wieder einen Ehrenplatz erhalten. Kurz vor Beginn geleitet der Beauftragte für das Winterhilfswerk, Hauptamtsleiter H i l g e n f.e l d t, Reichsminister Dr. Goebbels in den Sportpalast, der dann den Rechenschaftsbericht erstattet. Kaum hat er geendet, da intoniert die Musik den Badenweller Marsch, und geleitet von Reichshauptamtsleiter Hilgenfeldt erschien der Führer in Feldgrau. Ein Jubelsturm ohnegleichen empfing ihn, als er, begleitet von Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei, Himmler, Reichsleiter Bormann und seinen persönlichen Adjutanten durch die Saalmitte schritt, nach allen Seiten für die stürmischen Kundgebungen dankend. Sie erneuerten und verstärkten sich, als Reichsminister Dr. Goebbels den Gruß auf den Führer ausbrachte. Dr. Goebbels erinnerte an das Wort Chamberlains: Er hoffe, noch den Tag zu erleben, an dem der Führer und fein Reich vernichtet werde. Es sei, seitdem dieses Wort gesprochen wurde, sehr viel vernichtet worden, aber nicht das vom Führer geschaffene Reich. Die Front habe die Antwort in das Buch der Geschichte eingetragen. Die Heimat habe nicht versäumt, sich der Front würdig zu erweisen. Auch der erneute Ruf des Führers an die Ration werde einen noch stärkeren Widerhall finden als in den' vergangenen Jahren. Als nun der Führer an das Rednerpult trllt, bereiten ihm die Massen erneut eine Kundgebung von Ausmaßen, wie sie auch der Sportpalast bisher kaum erlebt haben dürfte. Alles ist von den Plätzen aufgestanden, hat den Arm zum Gruß erhaben und jubelt dem Führer zu. aus gesehen^weit hinter Lillehammer seien und daß wir eine schwere Niederlage erlitten hätten. Und so marschierte der britische Brigadekommandeur an der Spitze seiner Brigade in Lillehammer ein und legte sich dort in Ruhe zu Bett, zur Seite eine Kiste, gefüllt mit Dokumenten, auf denen stand: Streng geheim! Und nicht dem Feind in die Hände fallen lassen! (Brausende Heiterkeit erfüllt den Sportpalast.) Und hier wurde er nun noch in der gleichen Nacht mitsamt seiner kostbaren Bundeslade von unseren Truppen ausgehoben. (Erneute schallende Heiterkeit der Zehn- tausende.) Das kommt daher, wenn sich jemand auf den Kriegsberichterstatter Mister Churchill verläßt! (Wieder stürmische Heiterkeit und jubelnde Zusttm- mung.) So war es überall: Sie haben gelogen und gelogen. Sie find in das Weer geworfen worden, und es war „ein ganz großer Sieg“. Daß es ihnen gelang, ein paar letzte Trümmer aus Andalsnes oder Ramsos zu retten, erklärten sie der Welt als den gewaltigsten Erfolg der neueren britischen Kriegsgeschichte. Damit können wir uns dann natürlich nicht messen! (Tosende Heiterkeitsstürme.) Aber dem stehen Tatsachen gegenüber: Wenige Wochen später gab es, mili- Der Führer spricht zur Nation. Oer Wortlaut der Führer-Nede im Berliner Sportpalast. In diesen Tagen endete das erste Kriegsjahr. Das zweite begann und mit ihm das neue Kriegswinterhilfswerk. Die Erfolge dieses ersten Jahres, meine Volksgenossen, sind einmalige — so einmalig, daß sich nicht nur die Gegner diesen Ablauf der Geschichte so nicht vorgestellt hatten, sondern daß auch viele im deutschen Volk die Großartigkeit der Vorgänge und die Schnelligkeit der Ereignisse kaum begreifen konnten. Wir können zum Vergleich das erste Kriegsjahr des Weltkrieges gar nicht heranziehen; denn in ihm sind trotz größter Tapferkeit, trotz unerhört größerer Opfer nur Teilergebnisse erzielt worden und keine einzige endgültige Lösung. Diesmal brauchen wir nur das gewaltige Dreieck anzusehen, das heute v o n üer deutsichen Wehrmacht beschützt wird: Im Osten der Bug, im Norden das Nordkap, Kirkenes und Narvik und im Süden die Grenzen Spaniens? Eine Anzahl unserer Widersacher ist beseitigt. Nur seiner glücklichen geographischen Situation und seiner außerordentlichen Schnelligkeit im Aus- rüifen hat es England zu verdanken, daß ihm das gleiche Schicksal noch nicht zuteil wurde! (Große Heiterkeit.) Denn es äst ja nicht so, wie es einige britische Politiker darlegten, daß etwa die britische Armee, wie ein wildes Pferd am Zügel reißend, vor Begierde brennt, endlich losgelassen zu werden gegen den deutschen Feind. Sie waren uns doch so nahe und hätten ohne weiteres ihre „Begierde" befriedigen können. Sie selber haben sich aus unserer Nähe entfernt, und es blieb ihnen vorbehalten, diese traurigen Rückzüge als große Siege hinzustellen. So sehen ihre gesamten „Erfolge" aus! Neben dem großen Gebiet, das zur Zeit von den deutschen Truppen beherrscht wird, hat unser Verbündeter Italien seinerseits in Ostafrika die Offensive ergriffen, dort seine Position verstärkt und England zurückgeschlagen. Natürlich stehen dem auch englische „Erfolge" gegenüber. Es sind da Erfolge, die nur normalerweise der gesunde Menschenverstand nicht begreift. Wir erleben es immer wieder, daß die englische Propaganda von einem Extrem ins andere, von der Höhe in die Tiefe fällt, um dann allerdings wenige Tage später in noch größeren Höhen zu schweben. So konnte man z. B. einmal lesen: „Jetzt fallen die Würfel des Krieges. Wenn es den Deutschen nicht gelingt, nach Paris zu kommen, und das wird ihnen nicht gelingen — dann haben sie den Krieg verloren. Sollten sie aber doch nach Paris kommen, dann wird England den Krieg gewinnen." (Stürmische Heiterkeit.) Solcher Art hat England seit dem 3. September zahlreiche „Siege" erfochten. Der glorreichste Sieg — in unseren Augen allerdings der schmählichste Mißerfolg — (erneut brausende Heiterkeit) war die Flucht aus Dünkirchen. Aber was tut man nicht in der Not! Wir brauchen nur die britischen Kriegsberichte zu lesen, um zu^wissen, was es mit diesen „Erfolgen" auf sich hat. So beißt es 3.».: „Man sagt uns, daß ..." o^er „Man erfährt aus wohlunterrichteten Kreisen: oder „^an hört von wohlinformierten Stellen:" oder „„-öl011 kann von Sachverständigen vernehmen ..." (immer wieder unterbricht stürmische Heiterkeit den Führer), ja einmal hieß es: „Man glaubt, Grund zu haben, glauben zu dürfen, daß..." (erneutes stürmisches Gelächter). So kann natürlich iede Niederlage 3 um Erfolge werden! Wir rückten gerade in Polen ein, als die englischen Propagandisten erklärten, daß sie „aus wohlunterrichteten Kreisen" wüßten, daß die Deutschen bereits eine ganze Anzahl schwerster, schwerster Niederlagen erlitten hätten, und daß die Polen im siegreichen Vorgehen gegen Berlin seien Wenige Tage später versicherten „wohlinformierte Kreise , daß sich jetzt das Schicksal im Osten endgültig gewendet hatte. Dann kamen ebenso wohlunterrichtete „Sachverständige", die bemerkten, daß selbst, wenn Deutschland einen Erfolg errungen haben sollte, was gar nicht der Fall sei, dieser Erfolg in Wirklichkeit doch nur ein Mißerfolg wäre, natürlich von einer höheren strategischen Warte aus gesehen. Und als wir schon vor Warschau standen, da wußte man bann wieder, „daß man das Recht hätte, annehmen zu dürfen, daß nunmehr im Westen der Angriff der Alliierten einen großen, und zwar durchschlagenden Er- olg' erzielt hätte". Und fo ging das nun weiter, bis es endlich kein Polen mehr gab. Dann sagte man, „von uns ist ein großer Albdruck genommen. Dieses Polen im Osten war immer unsere schwache Seite. Wir können uns nun endlich auf den Kriegs - chauplatz konzentrieren, auf dem wir den Deut- chen überlegen sind, und das werden sie auch in kurzer Zeit erfahren". Dann war längere Zeit Ruh e. Diese Ruhe war natürlich auch nur ein ungeheurer andauernder Craig der britischen Wehrmacht, und ein ebenso kontanter Mißerfolg Deutschlands. Was haben in die- en Monaten die Engländer nicht alles gearbeitet und was Haden wir nicht alles verschlafen? (Stürmische Heiterkeit.) Was haben die englischen Politiker in dieser Zeit nicht alles gesehen und richtig erkannt und vor allen Dingen immer im richtigen Zeitpunkt ersaß t? Und was haben tärisch gesehen, kein Norwegen mehr, und die britischen Streitkräfte muhten auch dieses Land räumen. Dann kam die Stunde der Auseinandersetzung im Westen, und wir sind auch hier nicht zu spät gekommen. Gerade in diesem Feldzug hat die alliierte Koalition wirklich nichts anderes als nur Niederlagen einstecken müssen. Die Tatsachen — die geschichtlichen Tatsachen — legen Zeugnis dafür ab. Trotzdem endete auch dieser Feldzug mit einem großen britischen Sieg — nämlich mit der herrlichen, ruhmvollen Waffentat von Dünkirchen. Die Spuren dieser Waffentat habe ich mit meinen eigenen Augen gesehen — es sah ziemlich unordentlich aus. (Abermals ungeheure Heiterkeit.) Nun ist Frankreich ebenfalls zerbrochen. Und was hat man jetzt für eine Erklärung? Als Norwegen endgültig von den Alliierten gesäubert war, da hatte man erklärt: „Das haben wir ja gewollt. Wir wollten die Deutschen ja nur hier herauflocken. Das ist ein Sieg, ein einzigartiger Sieg für uns." Nachdem Frankreich Endgültig niedergeschmettert war, sagte man: „Jetzt kann sich England zum erstenmal mit seiner ganzen Kraft konzentrieren. Wir sind nicht mehr gezwungen, unsere Truppen zu vergeuden und zu verzet- teln. Jetzt haben wir die sttategische Lage erreicht, die wir ununterbrochen gewünscht und erhofft hatten. Der Ballast Frankreich ist jetzt von uns ab- Oie Heimat wird ihre pflicht tun. Oes Führers Aufruf zum zweiten Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes 4940/41. Zum achtenmal rufe ich das deutsche Volk zum freiwilligen Opfer für das Winter- hilfswerk auf. Diese grohe soziale Einrichtung isteinAusdruckderzurTatgewordenen Gemeinschaft des deutschen Volkes. Leder Volksgenosse in der Heimat fei sich dabei bewußt, wie klein sein Beitrag ist gegenüber den Opfern, die unsere Soldaten an der Front gebracht haben und bis zur endgültigen Sicherstellung der Freiheit und Zukunft unseres Volkes noch bringen müssen. Die Heimat hat im vergangenen Kriegsjahre durch ihre Haltung und ihren Opferfinn bewiesen, daß sie dieses großen Einsatzes ihrer Söhne würdig ist. Lch bin überzeugt, daß sie auch im kommenden Kriegswinterhilföwerk 1940/41 ihre pflicht tun wird, um in unserem Volke das Bewußtsein der unlösbaren sozialen Gemeinschaft noch weiter zu stärken. Berlin, 4. September 1940. wir demgegenüber nicht alles verpaßt? (Brausende Heiterkeit.) Bis dann Norwegen kam. Als die Operationen begannen, da freute sich die englische Kriegsgerüchterstattung über den „ungeheuren Fehler", den wir Deutsche gemacht hätten. „Endlich haben die Deutschen einen Fehler gemacht, und das werden sie jetzt büßen", so schrieb man. Und man freute sich in England, daß man endlich Gelegenheit bekomme, sich mit den Deutschen messen zu können. Dabei hätten sie sich doch jede Stunde mit uns Deutschen messen können, denn wir sind ja im Westen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt gelegen. Ader sie taten so, als ob sie uns dort überhaupt nicht hätten sehen können. Und nun gab ihnen in Norwegen zum ersten- mal das gütige Schicksal die Gelegenheit, dank unserer und besonders meiner Dummheit, sich endlich mit uns kriegerisch auseinandsrsetzen zu können. Und die Auseinandersetzung kam ja auch. Es ist nun wirklich eine Ironie des Schicksals, daß der vielleicht für die Engländer damals schlimmste Schlag ihrer eigenen Propaganda zu verdanken war. Als wir nämlich die Norweger schon längst über Hamar und Lillehammer hinausgeschlaaen hatten, marschierte eine britische Brigade biederfromm und ahnungslos des gleichen Weges gegen Hamar. Sie hatte nach rückwärts keinerlei Verbindung, denn diese Verbindung hatten unsere Stukas und Kampfbomber zerschlagen. So hörten sie nur auf den britischen Rundfunk. Und im brittschen Rundfunk vernahm der Briaadekommandeur, daß wir noch weit, weit vor Lillehammer bzw. von ihm Adolf Hitler. gefallen. Dieser hat uns nur kostbares britisches Blut gekostet, und wir sind jetzt in der Lage, den Deutschen ganz anders entgegenzutreten." (Stürmische Heiterkeit.) Man hat sich gleich bei Kriegsbeginn mit bestimmten Prophezeiungen über die Dauer des Krieges befaßt. Man sagte: „Der Krieg dauert drei Jahre, Britannien richtet sich auf drei Jahre ein." Das mußte man auch schon tun, denn die Leute, die schwerreiche Besitzer von Kriegsfabrikationsaktien find, diese Leute sind klug genug, um zu wissen, daß sich diese Neuanschaffungen gar nicht in einem halben oder einem Jahre verzinsen und amortisieren können, das muß also schon einige Zeit länger dauern. Aber ich war ebenso vorsichtig und habe damals dem Reichsmarschall gleich gesagt: „Göring, bereiten wir alles vor auf 5 3ahre!“ Richt, weil ich glaubte, daß der Krieg 5 3ahre dauert, aber was auch kommen mag, England wird niederbrechen! So oder so! (Stürmischer, . minutenlanger Beifall.) Ich kenne keinen anderen Termin als diesen allein! (Erneut tosender Beifall.) Ratürlich werde ich alles klug, vorsichtig und gewissenhaft vorbereiten. Das werden Sie verstehen. Und wenn man in England heute sehr neugierig ist und fragt: „3a, warum kommt er denn nicht?“, beruhigt euch, er kommt! (Die Waffen erheben sich in unbeschreiblicher Begeisterung und jubeln dem Führer minutenlang zu.) Wan muß nicht im- Wenn die Stunde schlägt... Don unserer berliner Schristleiiung. Der Führer hat uns gedankt. Wir, das deutsche Volk, dürfen stolz sein auf diesen Dank. Reichsminister Dr. Goebbels nannte in seinem Rechenschaftsbericht die Beträge, die während des ersten Kriegsjahres in Deutschland freiwillig für soziale Zwecke aufgebracht worden sind. 681 Millionen Reichsmark wurden für das Kriegswinterhllfswerk gegeben, .221 Millionen Reichsmark wurden für das Deutsche Rote Kreuz gesammelt, und 124 Millionen Reichsmark nahm die Nationalsozialistische Volks- wohlfahtt aus Mitgliedsbeiträgen ein. Zusammen sind das über 1 Milliarde Reichsmark und damit mehr als doppelt so viel, wie das reiche Deutschland von 1914 während des ganzen Weltkrieges für soziale Zwecke geopfert hat. Eine ungeheure Summe und eine ungeheure Leistung, die nicht durch Zwangsmittel, sondern durch den Appell an Vernunft und Seele des deutschen Menschen hervorgerufen wurde und die gerade deshalb das vielumrätselte Geheimnis der beispiellosen deutschen Waffenerfolge im ersten Kriegsjahr enthüllt. Der Führer hat uns nicht nur gedankt, sondern feinen Appell an die Opferfreudigkeit der Heimat erneuert. Er sprach zu Beginn seiner Rede von der gegenwärtigen Kriegslage, er ließ noch einmal die militärischen Ereignisse der vergangenen zwölf Monate im Lichte der englischen Propaganda an uns vorüberziehen und fertigte dabei die armselige Lügenkunst eines Churchill mit so überlegener Ironie ab, daß eigentlich schon das brausende Gelächter des deutschen Volkes genügen müßte, um dem Lügenlord Angst und Bange zu machen. Aber der Führer ließ auch keinen Zweifel über die Härte und Unerbittlichkeit seines Willens, mit der ewigen Lebensbedrohung durch das britische Plutokratengesindel für immer und gründlich Schluß zu machen. Dis neugierige Fragerei der Insulaner nach der Stunde der Entscheidung und das Rätselraten darüber, wann Hitler eigentlich komme, beantwortete er mit den Feststellung: „Beruhigt euch — er kommt." Allerdings, wenn die Stunde geschlagen hat, dann werden wir nicht mit den Generälen „Hunger", „Revolution", „Winter" und auch nicht mit sogenannten Verbündeten nach Art der Halle Selassie, Benesch und Haakon operieren, sondern dann werden wir wieder den General „Tat" und den General „Pflichterfüllung" sprechen lassen. Daß Deutschland nicht gesonnen ist, sich auch nut die geringsten Uebergriffe gefallen zu lassen, beweisen ja schon jetzt die gewaltigen Bombenlasten, die unsere Kampfflieger Nacht für Nacht als Antwort auf Churchills nächtliche Mordfliegerei nach England tragen. Der Führer sprach in diesem Zusammenhang der Luftwaffe, die gegenwärtig die Hauptlast des Krieges trägt, seinen besonderen Dank aus und zeigte uns, daß, je größer die Anforderungen an den Soldaten sind, umso wichtiger die Ausgestaltung der deutschen Volksgemeinschaft sei. Was bisher die Front standhaft machte und sie zu ihren einzigartigen Siegen befähigte, war, daß hinter ihr in fanatischer Entschlossenheit ein ganzes Volk stand, ein Volk- das erfüllt ist von dem Glauben an die Größe des Reiches, das sich aber auch als Bannerträger der größten sozialen Revolution der Geschichte fühlt. Die Groschen, die wir in die WHW.-Büchsen werfen- verwandeln sich zwar nicht in Kanonen und Tanks, aber sie schmieden die seelischen und geistigen Waffen, mit denen der plutokratische Feind zrr Boden geschlagen wird. Darum wollen wir den Dank des Führers mit einem wirklichen Opfer vergelten. H. Evers. mer so neugierig fein! Diese Welt wird frei werden! Es muß ein für allemal mit dem Unfug aufgeräumt werden, daß es einer Ration möglich fein kann, je nach Belieben einen Kontinent zu blockieren. Es muß in Zukunft unmöglich gemacht werden, daß es einem Piratenstaat von Zeit zu Zeit immer wieder je nach Wunsch und Laune einfallen kann, 450 Millionen Menschen mehr oder weniger der Armut und dem Elend auszuliefern. Wir haben es als Deutsche für alle Zukunft satt, uns von England vorschreiben zu lassen, ob wir vielleicht dieses oder jenes tun dürfen oder nicht, ja am Ende so- gar, ob der Deutsche Kaffee trinken darf oder nicht. Wenn es England nicht gefällt, dann wird die Kaffee-Einfuhr einfach gesperrt. Mich persönlich berührt das gar nicht. Ich trinke keinen. (Stürmische Heiterkeit.) Aber es ärgert mich, daß andere ihn nicht ttinken können sollen. (Brausender Beifall.) Ueberhaupt finde ich es unerträglich, daß hier eine 85-Millianen-Nation von einem anderen Volk jederzeit an Leib und Leben bestraft werden kann, wenn es irgendeinem Plutokraten in London paßt. Ich habe dem englischen Volk so oft die Hand zur Verständigung gereicht. Sie wissen es selbst: Es war das mein außenpolitisches Programm. Ich habe es neulich zum allerletzten Male gesagt. Ich ziehe jetzt vor zu kämpfen, bis endlich eine ganz klare Entscheidung herbeigesührt ist. (Die Waffen jubeln erneut dem Führer stürmisch zu.) Diese klare Entscheidung kann nur die sein, daß dieses Regime erbärmlicher und niederträchtiger Kriegshetzer beseitigt und ein Zustand hergeslellt wird, in dem es unmöglich ist, daß eine Ratton in Zukunft ganz Europa zu tyrannisieren vermag. jErneule Be- geisterungsslürme.) Hier werden Deutschland und Italien Sorge tragen, daß sich das in der Geschichte ein zweites Mal nicht wiederholt. Und hier werden England auch alle seine Verbündeten nichts helfen, weder der Kaiser Halle Se- lasst, noch Herr Benesch, noch irgendein anderer, auch König Haakon nicht und nicht die Königin Wilhelmine und auch nicht der französische General de Gaulle. Alle diese Verbündeten werden gar nichts helfen. Und was sie sonst auch noch planen mögen, was sie sonst vielleicht noch in der tiefsten Falte ihres Herzens in Aussicht genommen haben, wir sind auf der Hut, wir find zu allem bereit, zu allem entschlossen und gewillt, jederzeit zu handeln. Man erschreckt uns durch gar nichts. Wir deutschen Nationalsozialisten sind durch die härteste Schule gegangen, die überhaupt denkbar ist. Erst waren wir Soldaten des großen Krieges, und dann waren wir die Kämpfer der deutschen Wiedererhebung. Was wir in diesen Jahren erdulden mußten, das hat uns gehärtet. Man kann uns daher durch nichts einschüchtern und durch nichts überraschen. Als man in England vor einem Jahr in den Krieg eintrat, sagte man: -„Wir haben einen Verbündeten." Wir waren neugierig, wer das wohl sei. Sie sagten: „Da» ist ein General, dieser Verbündete, er heißt GeneralRevolution! Haha! (Schallende Heiterkeit.) Die haben eine Ahnung vom neuen nationalsozialistischen deutschen Volksstaat! Und nun warten sie in London auf die Tätigkeit dieses Generals Revolution. Am 6. September, am 7. September tat sich nichts, am 8. Sevtember kam die Enttäuschung. Denn nach ihren Musterungen sollte ja binnen einer Woche dieser General Revolution sich erheben; er. war aber nirgends aufzufinden. (Erneute stürmische Heiterkeit.) Dann hieß es: „Wir haben einen anderen verbündeten General, es ist dies der General Hunger." Wir haben von vornherein damit gerechnet, daß diese grasten Menschenfreunde wie im Weltkriege versuchen würden, Millionen Frauen und Kinder aus- zuhungern und haben uns darauf vorbereitet. Auch dieser General war nur eine Fehlspekulation, eine Erscheinung, ein Irrlicht im Gchirn des Mr. Churchill. (Wieder brausender Beifall.) Jetzt ist man einem dritten Verbündeten auf die Spur gekommen. Es ist der General Winter. Er ist schon einmal dagewesen. Er hat damals versagt und er wird und würde auch diesmal genau so versagen. Die Engländer sollten, wenn sie schon wirklich so obskure fremde Generale nehmen, nicht vergessen, ihren bedeutendsten eigenen General vielleicht zum britischen Reichsgeneralfeldmarschall zu erheben: nämlich den General Bluff. Das ist ihr einziger solider Verbündeter, der es verdienen würde, daß sie ihm tatsächlich die höchste Beförderung zuteil werden lassen. Uns allerdings schlägt man mit diesem General nicht mehr. (Brausender Beifall.) Mit ihm kann man das britische Volk vielleicht dumm machen, aber das deutsche Volk hat England genügend kennengelernt. Diese Schwätzereien des Mr. Churchill oder des Mr. Eden — vom alten Chamberlain zu reden, verbietet einem die Pietät — diese Schwätzereien lassen das deutsche Volk ganz kalt, oder bewegen es höchstens zum Lachen. Es aibt in unserer hochdeutschen Sprache für eine Erscheinung wie Duff Cooper kein passendes Wort. Da muß man schon zur Mundart greifen, unt> hier ist nur im Bayerischen ein Wort geprägt, das so einen Mann charakterisiert: Krampfhenne! (Tosen- ser Jubel und brausende Heiterkeit.) Die Herren können sich beruhigen, mit diesen Mitteln werden sie den Krieg nicht gewinnen. Die anderen aber sind Gott fei Dank in unserer Hand und werden in unserer Hand bleiben. (Dieder stürmischer Beifall.) Denn die Stunde geschlagen hat, dann werden wir an die Stelle der Generale Hunger, Revolution, Winter oder Bluff wieder den General der Tat sehen, d. h. die Handlung. Und dann werden wir sehen, wer sich hier am besten bewahrt! (Abermals brausender Beifall.) Den Dank des deutschen Volkes an seine Soldaten habe ich bereits im Reichstag ausgesprochen. In diesen Tagen bewegt uns all? der Dank an unsere Luftwaffe, an unsere tapferen Helden, die Tag für Tag nach England einfliegen, um das zu beantworten, was der geniale Mister Churchill erst erfunden hat. Darauf komme ich noch zu sprechen. Ich möchte aber heute nun vor allem den Dank an die Heimat richten für dieses hinter uns liegende Jahr, den Dank an das ganze deutsch? Volk für seine Haltung, die es in diesem Jahre in oft nicht leichten Situationen zeigte. Denn vielleicht ist das vielen gar nicht bewußt, was es hieß, in wenigen Wochen des vergangenen Jahres über 700 000 Menschen zu evakuieren. Das ging alles reibungslos. Allerdings, es war bei uns auch alles gut vorbereitet — im Gegensatz zu den anderen. Aber was die Massen nun im einzelnen hier auf sich nahmen, war oft sehr schwer. Und sie haben es geradezu bewunderungswürdig ertragen! Wir find glücklich, daß sie nun wieder in ihre Heimat zurück- kehren konnten. Wir müssen aber auch allen denen danken, die in dieser Heimat selbst die wichtigsten Schutzmaßnahmen durchführten, für die sie verantwortlich sind: dem Luftschutz und besonders der gewaltigen Organisation des Roten Kreuzes, den Aerzten, dem Sanzen Sanitätspersonal und den Schwestern, die ngeheures leisteten. Wir wollen vor allem der deutschen Frau gedenken, der Millionenschar deutscher Frauen, deutscher Mütter und auch deutscher Mädchen, die den Mann jetzt ersetzen müssen, die in Stadt und Land arbeiten, die dafür sorgen, daß das tägliche Brot vorhanden ist und der Soldat die notwendigen Waffen und Munition bekommt. An ihrer Seite stehen alle die Millionen deutscher Arbeiter in den Munitionsfabriken, die sich einsetzen für die kämpfende Front, ob alt oder jung, damit ihr nichts an dem fehlt, an dessen Mangel sie einst im Jahre 1918 letzten Endes zusammenbrach. Es ist etwas Wunderbares, unser Volk im Krieg au sehen, in seiner ganzen Disziplin. Wir erleben das gerade auch jetzt in dieser Zeit, da uns Herr Churchill seine Erfindung der Nachtflug- Cn Kriegsjahr 1026,5 Millionen aufgebracht habe. Was diese Zahl bedeute, werde einem klar, wenn man sich vergegenwärtige, daß das reiche Deutschland von 1914 in vier Weltkriegsjahren an Geldspenden für das Rote Kreuz nur insgesamt eine halbe -Dal» liarde aufgebracht habe. Aus den Mitteln des Winterhilfswerkes f^n für das Hilfswerk „Mutter und Kind" im Jahre 1935/36 7 Millionen, im Jahre 1939/40 343 Millionen, ms- gefamt von 1935 bis 1940 aber 660 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt „worden, die großzügige Emrichtungen von Dienststellen für Mutter und Kind, von Kindergärten und Kindertagesstätten ermöglicht hätten. Die Säuglingssterblichkeit, die im alten Reichsgebiet noch im Jahre 1933 7,7 v. H. betragen habe, fei inzwischen auf 6 v. H. vm Jahre 1939 herab gedrückt worden — das bedeute, daß von 1934 bis 1939 durch freiwillige Spenden des deutschen Volkes rund 235 000 (Säuglinge m Deutschland dem Leben erhalten -geblieben seren. Weiter hätten von 1933 bis 1939 in NSD.-Heimen rund 400 000 Mütter mit rund 29 000 Säuglingen Müttererholung gefunden. Ende 1939 seien über 25 000 besoldete und fast 3000 ehrenamtliche weibliche Fachkräfte im Hilfswerk „Mutter und Kind tätig gewesen, darunter rund 1600 Volkspflegerinnen, rund 500 Jugendleiterinnen und rund 7600 Kindergärtnerinnen. Von 1933 bis 1939 seien allein über zwei Millionen Kinder durch die NSV. zur Erholung aufs Land verschickt worden, und von 1934 bis 1939 seien über 800 000 kurbedürftige Kinder in NSV.-Heime gekommen. Diesen Zahlen des Aufbaues stellte Dr. Goebbels den englischen „So« üalismus" entgegen, der sich in erschütternden Zuständen, in Not, Elend, Hunger und Krankheit do« fU Jln^ Volk will Opfer bringe n", so fuhr Dr Goebbels fort, „es will Anteil nehmen an dieser geschichtlichen Zeit. Es will nicht abseitsstehen, wenn die großen Schicksalsfragen der Nation ent«^ schieden werden. Und nun naht wieder ein Winter, wieder wird er erhöhte Anforderungen an unsoatte stellen, und sie sollen und müssen auch alle erfüllt werden. Wiederum ruft deshalb der Führer zum zweiten Kriegs-Winterhilfswerk auf. Wer wollte sich diesem Ruf versagen. Was gilt in dieser Zeit noch Gkldbesitz, wo wir um unsere nationale Existenz kämpfen. Verlören wir in diesem Krieg unsere Freiheit, uns könnte auch kein Geld mehr retten. Nicht im Geldbesitz liegt das Glück eines Volkes. Die soziale Volksgemeinschaft ist das höchste Glück. Erringen wir durch sie den Sieg — und wie könnte es anders sein —, so wird unser Volk seine Zukunft in Freiheit sich selbst gestalten können. * Unser Gemeinschaftsgedanke basiert auf der Jo- zialen Gerechtigkeit. Die Gemeinschaft macht uns stark und unbesiegbar. Sie ist das Geheimnis unseres Erfolges. Es soll in Deutschland keinen mehr geben, der nicht zu spüren bekommt, was er an seinem Volk und an seinem Vaterlands besitzt. Dafür wollen wir opfern, so viel wir nur können. Der höchste Lohn dieses Opfers ist dann die soziale Gemeinschaft unseres Volkes, die sich in diesem Kriege so herrlich bewährt hat und die uns unüberwindlich macht, wenn wir sie rein und unverfälscht erhalten. Das ist der Inhalt der Lehre, die der Führer uns gab." Ist jemand da, der statt in dieser Zeit der Opfer, aber auch der Erfolge und der stolzesten Gegenwart lieber in einer satteren und bequemeren Zeit hätte leben wollen? Nein, die ganze Nation dankt dem Führer, daß er uns diese Zeit brachte, daß wir in ihr leben und an ihr Mitwirken dürfen. Unsere Soldaten kämpfen für das Reich und ferne Zukunft. Wir aber wollen für sie und ihre Heimat geben, mit vollen Händen, damit die Gemeinschaft unseres Volkes fester geschmiedet und eiserner gehärtet werde, auf daß dieses Volk lebe, auf daß Deutschland groß und stark werde und der stolzeste Sieg unseren Kampf kröne! Das geloben wir und das wollen wir hallen! „Wir werden diesen Aachtpimlen das Handwerk legen." Ich habe drei Monate lang das nicht beantworten lassen in der Meinung, sie würden diesen Unfug einstellen. Herr Churchill sah darin ein Zeichen unserer Schwäche. Sie werden es verstehen, daß wir jetzt nun Rächt für Rächt bie Untroorf geben, und zwar in steigendem Maße. (Tosende Beifallsstürme.) Und wenn die britische Luftwaffe 2 oder 3 oder 4000 Kilogramm Bomben wirft, dann werfen wir jetzt in einer Rächt 150, ISO, 230 000, 300 000, 400 000 und üiehr Kilo. (Wieder ungeheurer Beifall.) Wenn sie erklären, sie werden unsere Städte in großem Ausmaß angreifen — wir werden ihre Städte ausradieren! (Immer stürmischer wird der Beifall der Massen.) Wir werden diesen Rachkpiraten das Handwerk legen, so wahr uns Gott helfe. (Die Zehntausende springen auf und bringen dem Führer eine unbeschreibliche Ovation.) Es wird die Stunde kommen, da einer von uns beiden bricht, und das wird nicht das nationalsozialistische Deutschland sein! (Brausender Beifall.) Ich habe schon einmal einen solchen Kampf in meinem Leben durchgeführt bis zur letzten Konsequenz, und schon damals wurde der Gegner gebrochen, der heute noch in England auf einer letzten Insel in Europa sitzt- Gerade angesichts dieses Kampfes aber ist es erst recht notwendig, zu begreifen, wie wichtig bie 21 u s - geftaltungundFormungunsererdeut- s che n Volksgemeinschaft ist. Wir hätten das alles nicht leisten können, wenn da vorne, verloren, auf sich selbst allein gestellt, ein deutscher Soldat stünde, ohne Verbindung zu gleichgestimmten Seelen in der Heimat. Was den deutschen Soldaten an der Front stark macht, ist das Bewußtsein und das Wissen, daß hinter ihm in eiserner Ge- schlossenhett und fanatischem 2ßillen ein ganzes Volk steht! Und zwar ein Volk, erfüllt von eine; hphen Zielsetzung. Und diese Zielsetzung geht weit darüber hinaus, nur den Krieg zu gewinnen. Nein, wir wollen einen neuen Staat aufbauen! Deshalb werden wir auch heute von den andern so gehaßt. Sie haben das oft ausgesprochen. Sie sagen: „Ja, ihre sozialen Experimente sind «sehr gefährlich! Wenn das um sich greift, und wenn das auch unsere Arbeiter sehen, dann ist bas sehr bedenklich. Das kostet Milliarden und bringt nichts ein. Es rechnet sich das in keinen Gewinn, in keine Dividende um. Was soll das also! Wir haben an einer solchen Entwicklung fein Interesse. Wir begrüben alles, was dem materiellen Fortschritt der Menschheit dient, soweit sich dieser Fortschritt in einen wirtschaftlichen Gewinn verwandelt. Aber soziale Experimente, bas, was sie da alles machen, das kann nur dazu führen, daß die Begehrlichkeit der Masse geweckt wird, und wir von unserem Postament herunter müssen. Das können sie von uns nicht erwarten." Man sah in uns das b ö f e ft e Beispiel. Jede Einrichtung, die wir machten, wurde abgelehnt deshalb, weil sie sozial war. Sie sahen darin schon wieder eine Konzession auf dem Wege zu einer sozialen Gesetzgebung und damit zu einer sozialen Entwicklung, die in diesen Staaten verhaßt ist. Es sind eben Plutokraten, in denen ein ganz kleiner Klüngel von Kapitalisten diese Massen beherrscht, und natürlich in engster Verbindung mir den internationalen Juden und Freimaurern. Wir kennen ja üteje Feinde aus unserem inneren Kampf her, unsere alte liebe Koalition aus dem System-Deutschland, die sich zum Teil hinübergerettet hat. Sie hassen uns wegen unserer sozialen Einstellung, und alles, was wir aus dieser heraus planen und durchführen, erscheint ihnen gefährlich. Sie sind der Ueberzeugung, daß man bieje Entwicklung beseitigen muß. Die Zukunst gehört den jungen Völkern. Ich aber bin der Ueberzeugung, daß dieser Entwicklung die Zukunft gehört, und daß Staa. ten, die sich ihr nicht anschließen, früher oder später zerbrechen. Die Staaten mit ungelösten sozialen Fragen werden, wenn sie keine Lösung der Vernunft finden, früher oder später zu einer Lösung des Wahnsinns gelangen. Das hat der NatiSncllso- zialisrnus im deutschen Volk verhindert. Sie kennen nun unsere Zielsetzung und wissen, daß wir beharrlich und konsequent dies Ziel verfechten und auch erreichen werden. Deshalb der Haß dieser ganzen internationalen Plutokraten, der jüdischen Zeitungen, der Weltbörsen, und deshalb auch die Sympathie für diese Demokratien in all den Ländern, die ebenso ober ähnlich denken wie sie. Weil wir aber wissen, daß dieser Kampf letzten Endes um die ganze soziale Grund- lage unseres Volkes geht und gegen die Substanz unseres Lebens gerichtet ist, müssen wir uns gerade im Kampf für diese Ideale immer wieder zu diesen Idealen bekennen. And so ist auch das Winterhitfswerk, diese großartigste soziale Hilfseinrichtung, die es überhaupt auf Erden gibt, eine mächtige Demonstration dieses Geistes! Es wird mir jeder zutrauen, daß wir das Finanzielle dieses Problems auch anders hätten lösen können. Wir hätten auf dem Steuerwege das ohne weiteres hereinbringen können. Es wäre nicht notwendig gewesen, diese riesige Organisation aufzubauen, wir hätten das alles durch Beamte machen können. Mer selbst wenn das Ergebnis finanziell genau so groß gewesen wäre, ja meinetwegen größer: Ideell wäre das Ergebnis nicht annähernd an das heran- gefommen, was mir so besitzen. Denn es ist so die freiwillige Organisation der deutschen Volksgemeinschaft in ihrer praktischen Auswirkung — eine Erziehung des einen, der gibt, aber auch eine Erziehung des anderen, der nun selber freiwillig die Arbeit leistet. Denn es sind zwei, die ihr Opfer bringen, der eine der das Opfer gibt, und der andere, der das Opfer nun verwaltet — und zwar ehrenamtlich verwaltet. Jedes kleine Mädchen, das hier auf der Straße einsammelt, unterstützt von allen Berufen, die im Turnus diese Arbeit vollbringen, bis hinauf zu den Repräsentanten des Staates der Wirtschaft, der Kunst usw. Sie alle erleben eine praktische Erziehung zur Volksge- mein schäft. Und das ist das E n ts ch e i d e n de meine Volksgenossen. Denn wir alle sind irgendwie belastet mit lieber» heferungen der Vergangenheit, der Herkunft des Standes, des Berufes usw. Entweder wir verzichten auf Millionen Menschen, die unersetzlich sinh m ihrer nationalen Tätigkeit und wirtschaftlichen Arbeit, weil sie noch nicht reif sind für eine solche Gememschaft, oder wir erziehen sie zu vieler Gemeinschaft. Der Nationalsozialismus 5^ von vornherein die Auffassung vertreten, daß lebe Haltung nur das Produkt der Erziehung, der Gewöhnung, der Vererbung ist, also auch wieder umerzogen werden kann. Denn das Kind das in unserem Volke groß wird, wird nicht geboren mit irgendwelchen Vorurteilen standesmaßiger oder klassenmäßiger Herkunft, sie werden chm erst aner- zogen. Erst im Laufe feines Lebens werden Ihm diese Unterschiede künstlich aufoktroyiert. Und das zu beseitigen, ist unsere Aufgabe, wenn wir nicht verzichten wollen auf den Aufbau einer wirklich organischen, tragfähigen, menschlichen Gesellschaft. Diese Aufgabe haben wir übernommen und beginnen sie auf allen Gebieten durchzuführen. Sobald das Kind soweit ist, daß man ihm früher die Divergenzen des menschlichen Lebens anerziehen konnte, beginnen wir mit der Anerziehung des Gemeinsamen und lassen dann nicht mehr locker. Und wenn auch der eine oder andere nach den Ergebnissen fragt — ja, mein lieber Freund, wir haben ja auch erst seit wenigen Jahren angefangen, erst in unserer Partei als Gemeinschaft und dann seit bald acht Jahren im deutschen Volk — eine kurze Frist, aber im Ergebnis doch schon ungeheuer, wenn du bedenkst, daß Jahrhunderte vorher umgekehrt wirkten. Dafür sprechen diese gewaltigen Demonstrationen unserer Gemeinschaft. Das wäre doch alles noch vor 20 Jahren unmöglich gewesen, vor 30 Jahren undenkbar, vor 40 Jahren hätte man es gar nicht gewollt, und heute ist es bereits eine reale Wirklichkeit. Wir erziehen die Menschen zu einer einheitlichen Lebensauffassung, zu einer einheitlichen, gleichmäßigen Pflichtauffassung, und wir sind der Ueberzeugung, daß nach einem gewissen Zeitalter dieser Erziehung die Menschen die Produkte dieser Erziehung sein werden, d. h., sie werden genau so die neuen Gedanken repräsentieren, wie sie heute noch teilweise die alten verkörpern. Es ist das ein mühevoller Weg des Abschleifens und des Erziehens, aber wir sehen es ja auch im Winterhilfswerk: es macht Fortschritte. Als das erste Winterhilfswerk kam, da liefen noch sehr viele in Deutschland herum, die sagten „Wer kommt denn dort?" Ein Mann mit einer Büchse. (Stürmische Heiterkeit.) Also rechts um ober links um! (Erneute Heiterkeit.) Oder sogar irgendeine dumme Bemerkung. Daß sich das gebessert hat, kann man schon daraus ersehen, daß die Spenden immer größer wurden. Die Behqrr- lichkeit hat auch hier zum Ziele geführt. Allmählich hat selbst der rückfälligste Repräsentant alter Ordnung eingesehen: erstens nützt es sowieso nichts, die Sammler kommen immer wieder, zweitens ist es beffer zu spenden, und drittens wird im Grunde genommen doch wirklich etwas geleistet. Denn was geschieht damit? Was haben wir da- mit in Deutschland für Wunden geheilt! Wo haben wir überall geholfen, wo haben wir den Menschen überall unter die Arme gegriffen! Welche giganti- ichen sozialen Einrichtungen sind geschaffen worden! Glauben Sie, viele Menschen sind einfach aus Trägheit oder Gedankenfaulheit gegen solche Neuerungen; Wenn sie aber erst einmal sehen, was dar« auf wird, dann sagen sie: „Dann kann man natürlich auch etwas geben. Ich habe das gar nicht gedacht, ich habe mir gar nicht vorgestellt, daß das so etwas Gewaltiges wird und endlich, daß das so viel Folgen hat. Es find doch wirklich großartige Taten, die da vollbracht werden." Und wenn sich der Mensch das überlegt, ist er selbst als der ftarr- ropfigfte Repräsentant früherer Auffassungen be« reits auf dem Wege zum neuen Deutschland hin. (Neuer stürmischer Beifall.) Umgekehrt, wenn wir früher, vor 30 Jahren, emem gesagt hätten: ,^Herr, hier haben Sie eine -Luchse. Jetzt stellen Sie sich an eine Straßenecke und bitten, daß Ihnen jemand etwas gibt für Ihre — dEri hätte er gesagt: „Was, ich gebe selbst etwas. Aber das können Sie von mir nicht verlangen. Ich bin der Herr Sowieso. Das aUt mir nicht ein. Und außerdem: Wie werde ich angeredet. Weiß ich, ob mir nicht einer etwas Dummes Jagt? Ja, er selbst war ja auch nicht gescheiter al£V^, der ibn vielleicht so dumm anredet. Man muß die Menschen gegenseitig erziehen. Es ist sehr gut, wenn ne sehen, wie blöde manche Menschen andere anreden. (Brausender Beifall.) Wer gerade vieses Werk hat in so wenigen Jahren schon gezeigt, wie ein mir F ung s fäl)i g ein Volks körper ist, und wie !ehr die Menschen am Ende doch gepackt wer« den von einer großen Idee, aber auch itSx' großen Arbeit, einer großen Leistung. Unb wir packen sie ja von allen Seiten. Ueberall wird diese Erziehung durchgeführt. Ich weiß nicht, wie ojt man auch früher das gs» Der Untergang der „Laneasin'a". Unser Bild ist eine dramatische Aufnahme von dem Untergang des britischen Truppentransporters und Hilfskreuzers „Lancastria", der im Atlantik von deutschen Seestreitkräften torpediert wurde. Man sieht aus dem Wasser die Köpfe der schwimmenden Soldaten und Besatzungsmitglieder. (Associated-Preß-M.) DentschesLl-BootversenkteS^SOIBRT Flugplätze, Hafen- und Rüstungsanlagen erneut wirksam bombardiert. Der Feind verlor 62 Flugzeuge. poleonische Wort äussprach, daß jeder Soldat den Marschallstab im Tornister trage. Das war damals nicht wörtlich zu nehmen. Denn es war ja einst normal für einen Soldaten gar nicht denkbar, diesen Weg zu beschreiten. Das alles hat sich heute gefingert bis nach oben hinauf. (Stürmischer Beifall.) Denn ernst der höchste Orden nur einem Offizier «geben werden konnte, dann kann ihn heute ein Hapferer Unteroffizier oder Mann genau so tragen! Es ist eine Wett von Vorurteilen eingerissen worden, eine Welt von Vorurteilen und, glauben Sie mir, es wird im Laufe der Jahrzehnte immer schöner werden, in diesem Staate zu leben. Immer großer werden die Aufgaben, und an ihnen werden wir unser Volk immer mehr zueinander erziehen, in eine immer engere und innigere Gemeinschaft verwandeln. And wenn da noch einige unter feinen Umständen wollen, dann werden wir ihnen einmal ein Ehrenbegräbnis geben. Das find die letzten Repräsentanten eines vergangenen Zeitalters, und insofern vielleicht noch interessant. Aber die Zukunft gehört den jungen Völkern, die diese Frage lösen. Wir haben diese Lösungen in Angriff genommen und werden sie durchführen. Das Winterhilfswerk ist hier eine gewaltige Gemeinschaftskundgebung derHeimüt angesichts der gewaltigsten Kundgebungen dec Gemeinschaft unserer Front. Denn so wie dort ein Riesenkörper wohlorganisiert seine Pflicht erfüllt, so steht auch hier diese Heimat und ist zu gleichen Lei st ungen bereit und gewillt zu jedem Opfer, das dieser Kampf um Sein oder Nichtsein, um unsere Zukunft uns auferlegt. Wenn ich daher nun noch einmal all denen danke, die im ersten Kriegswinterhilfswerk gegeben haben und sonst als Helfer mittätig waren, dann bitte ich Sie zugleich alle: Erfüllen Sie nun im zweiten Kriegswinterhilfswerk erneut Ihre Aufgabe, die einen als freiwillige Helfer und die anderen als freiwillige Geber! Sorgen Sie auch dafür, daß auch dieses Werk erneut der Welt gegenüber eine Demonstration unseres unlösbaren Gemeinschaftssinns wird, damit sie endlich erkennen möge, daß die Spekulation auf den General der Revolution eine Idiotie ist, und daß an der Stelle dieses Generals ein anderer General steht: Der General der gemeinsamen Pflichterfüllung! (Tosender Beifall.) Es ist der Geist unserer Volksgemenschaft, der uns alles ertragen und unser Volk' stark sein läßt für alle Auseinandersetzungen und Entscheidungen der Zukunft! Auch damit hilft jeder einzelne dann, den Willen unserer Feinde zu brechen, indem er ihnen solche Illusionen raubt und seinen Teil beiträgt ;y der Ausbreitung der richtigen Erkenntnis über unser Volk. Je mehr die andere Welt sieht, daß dieses große Volk eine einzige Gemeinschaft ist, um fo mehr wird sie elnfehen, wie aussichtslos ihr Beginnen fein muh. Menschen, die getrennt voneinander ihre Wege gehen, könnten sie brechen, 85 Millionen aber, die einen Willen haben, einen Entschluß und zu einer Tat bereit sind, bricht keine Macht der Welt! Die Rede des Führers wurde immer wieder von stürmischem Beifall und lebhaften Zustimmsungs- kundgebungen der den Sportpalast bis auf den letzten Platz 'füllenden Menge unterbrochen. Als der Führer geendet hatte, bereitete die Menge ihm eine Ovation, die selbst diese Stätte großartiger Kundgebungen bislang noch nicht so gewaltitz erlebt, hatte. Oer Führer überreichte den drei Feldmarschällen »er Luftwaffe die Marschal s be.. Berlin. 4. Sept (DBB.) Der.Aührcr und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht überreichte am Mittwoch in feinem Arbeitszimmer in der Reuen Reichskanzlei in Anwesenheit des Reichsmarschalls den Feldmarschällen der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Milch, Generalfeldmarschall Sperrte und Ge- neratfeldmarschall Kesselring, die Marschallstäbe als Insignien des ihnen am 19. Juli vor dem Deutschen Reichstag verliehenen Marschallranges. In einer Der Wehrmachtsberichl vom Mittwoch. Berlin, 4. Sept. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Lin Unterseeboot unter Führung von Oberleutnant zur See Lndraß hat auf einer Unternehmung insgesamt sechs bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 51 507 BRT. versenkt, darunter den bereits gemeldeten Hilfskreuzer „Dun vegan Castle". Am 3. 9. griffen unsere Fliegerverbände, von feuern Flugplätze in Südengland an und belegten hallen und Derftanlagen wirksam mit Bomben, die zu mehreren Bränden führten. Bei den Vorstößen gegen die britischen Inseln entwickelten sich wiederum L u f t k ä m p f e, die für unsere Jäger sehr erfolgreich verliefen. Kampsfliegerverbände warfen in der Rächt Bomben auf britische Hafen- und Rüstungsanlagen sowie auf Flugplätze. In Liverpool, Avonmouth, Bristol, Portland, Poole, Rochester und Middlesborough entstanden ausgedehnte Brände. Das Auslegen von Luftkurzen Ansprache würdigte der Führer die Verdienste der drei Marschälle der Luftwaffe, die als enge Mitarbeiter des Reichsmarschalls hervorragenden Anteil an den großen Erfolgen der deutschen Luftwaffe haben. Der Führer legte zugleich die Verpflichtungen dar, die ihnen der Marschallrang gegenüber Volk und Reich auferlegt. Die Schweizer Neutralität. Unzulängliche Verteidigung gegen britische Grenzverletzungen. * Berlin, 5. Sept. (DNB.) Es mehren sich in letzter Zeit die Fälle, in denen die Piloten der Royal Air Force das Hoheitsgebiet der neutralen Schweiz überfliegen, um ihre Bombenlast über Wohnvierteln und Spitälern Norditaliens abwerfen zu können. Sie Kern in en vor den britischen Häfen nahm seinen Fortgang. Britische Flugzeiwe flogen in der Rächt in das Reichsgebiet ein uno versuchten u.a. die Reichs- hauptstadt anzugreifen. Rur einzelnen Flugzeugen gelang es, Groß-Berlin zu überfliegen. Bomben wurden hierbei im Stadtgebiet nicht geworfen. In der Mark Brandenburg sowie an einigen anderen Orten des Reiches fielen vereinzelt Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Der Feind oerlorgeftern62 Flugzeuge, davon wurden 46 Flugzeuge in den Luftkämpfen des Tages und ein Flugzeug während der Rächt durch Flak-Artillerie abgefchofsen, ferner 15 Flugzeuge am Boden vernichtet, 10 eigene Flugzeuge werden vermißt. Italienischer Wehrmachtsberichl. Rom, 4. Sept. (DRB.) Der italienische Wehr- machlsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Rormale Aufklärungstätigkeit der vorgeschobenen Abteilungen aus allen Fronten. nutzen Schweizer Hoheitsgebiet zum Einflug nach Oberitalien und kehren auf dem gleichen Wege wieder zurück. Seit langem hat man in der Schweiz offiziell aus der Art der Flugzeuge sowie aus ihrer Anflugsrichtung den Schluß gezogen, daß es sich nur um englische Maschinen handeln kann. Diese Erkenntnis gab der schweizerischen Regierung nach langem Zögern Veranlassung, in London gegen derartige wiederholte Neutralitätsbrüche Protest zu erheben. Die englische Regierung sagte zu, die Grenzverletzungen nachprüfen zu wollen und der britischen Luftwaffe Weisung zu erteilen, „jedrnög- liche Schritte zu unternehmen, um eine Ueberflie- gung der Schweiz zu vermeiden". Bei diesem schwei- zerifchen Protest ist es ebenso geblieben wie bei dem englischen Versprechen. Auf diplomatischem Wege geschah seither nichts mehr. Auf die Dauer wird sich weder die Reichsregierung, noch die italienische Re- Die Heimat im ersten Kriegsjahr. Schnaps ist Schnaps... und D i e n st i ft Dien st. Dieses alte bewährte Kraftwort gebrauchte der Reichsmarschall Göring einmal vor etwa vier Jahren, also zu der Zeit, als er das Reichskommissariat für den Vierjahresplan übernahm. Und da- bei sind wir auch schon mitten im Thema. Auch damals mußten alle Kräfte angestrengt werden, ein großes Ziel war zu erreichen: ein Höchstmaß wirtschaftlicher Selbstgenügsamkeit aus eigener Kraft. Das Beispiel des Weltkrieges war eine Warnung. Aber es liegt nun einmal in der menschlichen Natur, daß gerade große Ziele, die jenseits des täglichen Horizontes liegen, die eine völlige Erfassung aller seelischen und körperlichen Kräfte erfordern, auch auf Zweifel. Bedenken, Rücksichten aller Art stoßen. In solchen Augenblicken ist ein Kraftwort ein wahrer Gottessegen. Genau so hat auch der Führer beim Spatenstich für die erste Autobahn ein ganz kurzes Stichwort gegeben: „N u n fanget an!" Und es wurde angefangen. Das ist zuerst einmal die Hauptsache. Und jenes alte Wort „Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst" appelliert a n den guten Willen, macht klar, daß auch noch Raum bleibt für einen derben Scherz oder einen harmlosen Jux, uitzd rückt eben darum das eigentliche Ziel in den Bereich des Anschaulichen und Gegenständlichen. Wenn wir heute an den ersten Spatenstich bei den Reichsautobahnen oder an die Verkündung des Vierjahresplanes zurückdenken, sind wir alle sehr befriedigt, möchten das vollbrachte Werk um keinen Preis der Welt missen und sehen selbst eine gelegentliche persönliche Aufregung heute mit der geruhsamen Ueberlegenheit des klug gewordenen Zeitgenossen an. In dieser Stimmung können wir nun auch einmal Revue passieren lassen, was wir in der Heimat seit einem Jahre Krieg erlebt haben. Wir alle haben damals zunächst an die Verwandten und Bekannten gedacht, die unter die Fahnen gerufen wurden. Auf uns lastete noch die Erinnerung an die großen Opfer des Weltkrieges. Ein ungeheures Staunen ging durch das deutsche Volk, als der Führer am 6. Oktober 1939 die Zahl der Toten und Verwundeten des Polenfeldzuges bekanntgab. Alle Erwartungen waren unterboten. Wir haben um so schmerzlicher den Verlust jedes Menschen empfunden, der in unserem persönlichen Umkreis den Blutzoll seinem Vaterland entrichtet hat. Aber wir haben doch aufgeatmet. Und wer etwas weiter dachte und sich einen Reim auf die Dinge zu machen suchte, wurde wohl inne, daß die unerhörte Bewegung, die Adolf Hitler in die innere und die äußere Politik hineingetragen hatte, nun doch auf militärischem Gebiet zum durchschlagenen Prinzip gemacht worden war: mit einem Riesenerfolg. Alle großen Feldherren haben schnelle Feldzüge geführt, von Friedrich dem Großen stammt der Satz, daß der Grenadier den Sieg, in den Beinen trägt. Und Napoleon war oer Schöpfer der modernen Aufmarschstrategie. Aber zu dieser wundervollen Größe und Feinheit ist bas, Bewegungsprinzip in der Kriegsgeschichte doch erst 1939/ 40 entwickelt worden. Die Menschen kamen gar nicht mehr richtig mit. gierung mit einem derartigen inaktiven Verhalten des Schweizerischen Bundesrates einverstanden erklären können. Weder ein einmaliger lahmer Protest in London noch ein hin und wieder abgefeuertes Flakgeschütz können die ernsten Absichten glaubhaft machen, daß man gewillt ist, seine Neutralität mit allen Mitteln zu verteidigen. Es ist noch nicht allzu lange her, daß die Schweiz von ihrer ausgezeichneten Luftwaffe Gebrauch machte und fremde Flugzeuge bei unberechtigtem Ueberfliegen ihrer Grenze durch ihre Messerschmitt- Jäger ab schoß oder zur Landung zwang. Es soll der Schweiz nicht vorgeschlagen werden, welcher Mittel sie sich zur Aufrechterhaltung und Sicherung ihrer Neutralität bedienen kann. Es muß hingegen feftgestellt werden, daß sich die Schweiz im Vergleich zu früheren Beispielen in bezug auf diese neuen englischen Neutralitätsbrüche ü e i w eite m n o ch n i ch t a l l e r ihrer Verteidigungsmittel bedient hat. Zur Wahrung dieser absoluten Neutralität der Schweiz darf man sicherlich erwarten, daß auch ihre Jagdflieger in Zukunft starten werden, zumal keineswegs alle Ein- und Ausflüge der englischen Maschinen ausschließlich'-in stockdunkler Nacht erfolgt sind. eilen.. ♦ Die Kapellen in den großen Kaffeehäusern? Im Lärm schwatzender Menschen blüht plötzlich eine getragene, schwere, tiefe Melodie auf. Nie schließt sie qang — der Primas, das Gesicht inbrünstig über fein Instrument geneigt, macht immer noch ein paar Schnörkel an die letzte Note einer Phrase, als wollte er das Schweben des Tones ganz auskosten. Plötzlich ein Schnellerwerden, immer schneller, noch schneller, der Primas reißt die Geige hoch, der Bogen federt über die Saiten, und nun wirbeln und jagen sich die Töne wie toll: Ezardas. Ezardas auf einem Dorf in der sonnigen Pußta, schwere Füße stampfen im Takt der Baßgeige, rote Röcke fliegen über Hellen Strümpfen. Und man sinkt spät, berauscht von Musik und schwarzem Kaffee, ins Bett. Leichtgläubigkeit. Kaum aber saßen wir wieder am Tisch, tranken und lachten, als die Fenster klirrten, ein Hochzeits- marsch an dem Wirtshaus vorbeiklang, dem Bahnhof zuftrebte, und dort verhallte. Keiner der Gäste wägte es, sich vom Stuhl zu erheben. Wir schwiegen. Als keine Fröhlichkeit mehr am Stammtisch aufsproß, verabschiedeten wir uns, und jeder ging heim. Am nächsten Morgen las ich in der Zeitung, daß der Provisor der Hirschenapotheke sich in einer Weinspelunke um Mitternacht erschossen hatte. Im Bahnhofswirtshaus wurde viele Monate nach diesem „Vorfall" noch gestritten, ob „der Peter" den Stammtischgästen sich „angezeigt" hätte, oder ob, was Unbeteiligte meinten, die Ohren Berauschter den Hochzeitsmarsch vernommen hätten. An einem Abend nach Weihnacht kehrte ich wieder in dem Wirtshaus an der Bahnhofstraße ein. Ich hatte die Stammtisch-Gesellschaft einige Wochen nicht besucht. Seelenfroh war ich nun, wieder einen Abend bei Gelächter und Geplauder verbringen zu dürfen. Ich fragte nach „bem Peter". „Der hat jetzt wen, kommt nimmer", hieß es da. Die Gunst der Stammtischleute schien dem jungen Apotheker entzogen worden zu sein. Ich war mißgestimmt. Ohne ,chen Peter" wollte ich mich auch nicht mehr den Biertrinkern und Kartenspielern preisgeben. Oft hebt je ein einziger in der Gesellschaft die Waage der Fröhlichkeit, hält das Züny- iein der Waage in der Mitte, deren Schalen die Götter mit Geschenken füllten. Aber das Bier mundete mir, ich blieb, lieber die Fensterscheiben rannten draußen die Schlänglein der Regentropfen. Die Uhr zeigte die Stunde der Mitternacht. Ich hatte „den Peter" vergessen. In jener Zeit kam es häufig vor, daß durch die Bahnhofstraße bei Tage bäuerliche Hochzeits-Gesellschaften geführt wurden. Sie »wurden von Musikanten zum Bahnhof geleitet, die den Hochzeits- marfch aus vollen Backen bliesen. Alle horchten wir erschrocken auf, als durch die Regenstille der Mitternacht das helle Geschmetter der Hochzeitsbläser erklang. Wer ließ sich jetzt um Mitternacht zur Bahn begleiten? Wir liefen an das schon geschlossene Wirtshaustor, öffneten. Nur der Regen sprang mit klingenden Schuhen über das Pflaster der Straße. Kein Laut eines Homes, kein Laut einer Trompete! Wir lachten jetzt über unsere über seinen Dächern Glanz und Rauch der großen Städte, rechts Buda, das alte Ofen, mit unzähligen Lichtpünktchen bis hoch auf den Blocksberg hi nauf - kletternd — ein zauberhaftes Bild, das man einmal und immer wieder sieht. Aus den großen Hotels am Kai weht Musik, und mgn spürt Atem und Pulsschlag einer Millionenstadt. Der helle Tag berichtigt das Bkld etwas. Die ungarische Hauptstadt, oder genauer: ihr neuer Teil, Pest, ist abseits vom Strom von der Gleichförmigkeit vieler mitteleuropäischer Großstädte, und ihre repräsentativen Gebäude sind fast alle in dem pomphaften Mischstil der letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts errichtet, der nicht mehr Ausoruck heutigen Lebensgefühls ist. Reizvoller für den Fremden, wenn auch nicht so großstädtisch, so europäisch, ist das Bild, das Ofen bietet. Enge, winkelige Gaffen, kaum ein Haus, über dessen niedrigem Erdgeschoß sich ein oder gar mehrere Stockwerke erheben, kleine verschwiegene Höfe, dichtbelaubte Bäume darin. Frauen in grellen roten Röcken, Krüge auf den weißen Kopftüchern, klappern vorbei. Die hellen Mauern leuchten in der Sonne, und man fühlt, daß hier i^r Balkan beginnt. Und doch erhebt sich nicht weit von diesen schmalen Gäßchen hoch über dem Gewirr der niedrigen Häuser das Regierungsviertel mit der Hofburg als Mittelpunkt. Mittaas wird die Burgwache feierlich abgelöst, ein Schauspiel, zu dem sich an den Sonntagen die Budapester in hellen Scharen einfinden. Blechmusik schmettert irgendwoher, die Wachmannschaft auf dem Burgplatz, Büschel grüner Federn über den braungebrannten Gesichtern, tritt vor der Rampe des Wachlokals an. Die Musik kommt näher, schwenkt vor der Wache ab, hinter ihr die ablösende Mannschaft reiht sich der Rampe gegenüber auf. Griffe klappen, in feierlichem Stechschritt kommen die beiden Fahnenträger aufeinander zu, die Fahne wird der Ablösung übergeben. Hinterher gibt es im Hof der Burg Platzkonzert. Die Mädchen, in hellen Kleidern, tänzeln mit, bis die Musiker ihre Instrumente zusammenpacken und es Zeit wird, zum sonntäglichen Paprikagulyas zu Oer Hochzeitsmarsch. Von Richard Billmger. Oft ging ich von meinem Heimatdorf in die Stadt Passau. Botengänger brauchen für diesen Weg drei Stunden. Bettelleute und Stromer wohl mehr. Täler und Bühel bezwingen erst die Straße, bis sie die Stadt Passau sehen lassen. Inn, Donau, das Flüßchen Jlz münden hier ineinander. Passau war durch Jahrhunderte nur Bischöfen unterständig. Inzucht und Guldenehen schufen hier, so sagte man, Hexen und Häßliche. Peter Wellig stand der alten Hirschapotheke als Provisor vor. Ich lernte ihn in einer Stammtisch- Gesellschaft kennen, die sich in einem Wirtshaus an der Bahnhofstraße jeden Abend traf. „Der Peter" hieß der Apotheker in aller Munde. Er ließ sich das Scherzwort gefallen und war erstaunt, verwirrt, grüßte man ihn bei seinem richtigen Taufnamen. Allen fehlte etwas, war „der Peter", der aus dem Rheinlande flammte, nicht in der Stammtisch-Gesellschaft erschienen. Und der Peter versäumte kaum einen der Abende. Alle durften ihren Uebermut an ihm entladen. Man durfte ihn „aufziehen", Liebschaften ihm andichten, ihn mit geheimnisvollen Beziehungen zu Haus- Hexen und Stadtnixen wie mit goldenen Gespinsten beschenken. An einem Nooemberabend führte mich „der Budapest - Hauptstadt des größeren Ungarns. Von Joachim Lange. „Sie werden staunen, wie gut ich ungarisch spreche!" sagte der blutjunge deutsche Student zu der blutjungen deutschen Studentin, die er auf einer Umversitätsrrise in Budapest kennengelernt hatte. Die beiden hatten nachmittags auf der von der Donau umspülten Margareteninsel „gejaust" und warteten nun auf die Straßenbahn. Die Wahrheit zu sagen (aber die hatte er der Kameradin nicht gesagt): in der Tasche trug der blutjunge Student einen Sprachführer, ein hand- lrches Ding mit Redewendungen für alle Lebenslagen. Gewissenhaft hatte er sich alles Wichtige eingeprägt von dieser wohl vertracktesten europäischen Sprache und konnte sogar die Zahlen von 1 bis 100 und von 100 bis 1 herunterschnurren. Und was „Zweimal Baroßplatz bitte!" heißt, wußte er auch. Dort, am Ostbahnhof, lag das Hotel der Reisegesellschaft. Der Schaffner kam. „Kettö Varotzter kerem! näselte der Student möglichst lässig. Der Kmnera- din Augen weiteten sich bewundernd. Doch der Schaffner machte ein Gesicht, als hätte er Botoku- disch gehört. Dann ging ein freundliches Lächeln über seine Züge. „Einfach oder Umsteiger? fragte er in bestem Deutsch. ., „. . . ~ Den Sprachführer legte ich daraufyin in den Koffer. Denn man kommt überall in Budapest mit Deutsch durch. Nicht mit der Bahn — mit dem Wiener Donau- dampfer muß man nach Ungarns Hauptstad4 fahren, wenn man schon beim Eintreffen das Stadtbild in seiner ganzen Schönheit sehen will. Zwölf Stunden dauert die Fahrt und sie fuhrt, nachdem das Schiff Prehburg hinter sich gelassen hat, durch die gerade in ihrer grünen Eintönigkeit und Einsamkeit reizvolle ungarisch-slowakische Grenzlandschaft. Erft kurz vor Budapest, wenn der Strom den scharfen Knick von Ost nach Süd macht, drangen sich mächtige Felsmassive an die Ufer. Die Ankunft in der Abenddämmerung bleibt unvergeßlich: breit fließt der Strom, die Lebensader des Südoftens, dahin, silbern furchen die kleinen .schnellen Lokaldampfer, die „Propeller", durch die Wellen, und von Ufer zu Ufer fpannen sich die fünf mächtigen Brücken. Links Pest, der neuere Teil, Peter" in eine alte Herberge, in der Schiffsleute und Matrosen verkehrten. Die Kellnerin, die ge- schmuggellen Griechenwein ausschenkte, fand der Rheinländer aller Verehrung seines Herzens würdig. Auf Peters Antlitz saß die Glut einer Verzauberung. Ich erschrak. Ich kannte die Dämonen dieser Stadt. Ich scherzte mit der Kellnerin. Ich I wollte das Weib kleinmachen, „den Peter" vor diesem Leuteweib retten. i Wir von der Zeitung wissen es am besten. Eben schrieb man noch einige Worte über dieses oder jenes Ereignis und schon prasselte eine Sondermeldung dazwischen, die die eben „stattgehabte" Liebesmüh ziemlich unaktuell machte. Als die Menschen zu diesem Sauseschritt gezwungen waren, vergaßen sie auch sehr schnell ihre kleinen oder großen Sorgen. Gott sei davor, daß wir mit einer Handbewegung die Sorgen, die jeder einzelne in unserem Volke in diesem Jahr zu tragen hatte, verkleinern. Ganz im Gegenteil. Wenn nervöse, kribbelige Menschen ihre eingebildeten odet übertriebenen Sorgen hatten, so hatten die ruhigen Menschen — und sie sind die ungeheure Mehrzahl! — ihre echten Sorgen oder Kümmernisse, von denen sie nur nicht mit geschwätziger Zunge redeten. Da war die Frage: Wie komme ich mit meinen Lebensmittelmarken aus? Wie richte ich mich mit der Kleiderkarte ein? Bekomme ich meine Kohlen in das Haus? Werden die Bäume in dem nassen und kühlen Herbst 1939 „trockenes Holz" machen oder frostempfindlich werden? Und vor allem und hauptsächlich: Wie wird nach diesem langen kalten Winter die Erntebestellung unter Dach und Fach kommen? Es waren kleine und große Sorgen. Aber es waren Sorgen. Wir brauchten gar nicht die paar aufgeregten Leute, die in den ersten Kriegswochen vor Schuhgeschäften oder Bezugscheinstellen oder Fleischerläden anstanden, um zu wissen, daß es auch wirkliche Sorgen gegeben hat. Der Reichspro- pLgandaminister hat den letzten Winter eine schwere Geduldsprobe genannt. Und es gab sogar Tage, an denen auch ruhige Menschen, besonnene Hausväter oder Hausmütter sich einmal anstellen mußten. Das ist kein höheres Vergnügen. Aber wenn wir heute auf solche Mißlichkeiten zurückblicken, so geht es uns genau so, wie wenn wir uns des Anfangs der Reichsautobahnen oder des Vierjahresplanes erinnern. Wir möchten diese „Kriegserinnerungen" gar nicht missen. Und genau so wird es uns — wenn der Krieg einmal vorbei ist — mit der Erinnerung an die Luftalarme gehen. Es ist genau so, wie es bergungewohnten Männlein und Weiblein geht, bevor sie oben sind, sind sie erst einmal oben gewesen, so war die Aussicht auf jeden Fall wunderschön, lohnte Ansichtskarten an alle Bekannten und Verwandten und ... ist Gegenstand einer harmlosen Selbstbewunderung. Dr. Ho. M 700 Treffern nach dem Zeindflvg gelandet. Die deutschen Flugzeugkonstruktionen sind so gebaut, daß sie ganz Außerordentliches aushalten. So wurde dieses Kampfflugzeug Heinkel He 111 während eines Feindfluges von einer größeren Anzahl feindlicher Jägex angegriffen. Es erhielt über 700 Treffer, doch vermochte es glatt zu landen, ohne daß es in Brand geraten wäre oder abmontiert hätte. — (Scherl-Bilderdienst-Werkphoto-M.) Studenten neben Bauern im Ernteeinfah Ausverkauf des Empire. Britische Kolonien gegen alte Zerstörer. Wenn der studentische Ernteeinsatz 1939 schon in seiner Aufgabenstellung eine ungeheure Verantwortung darstellte, so mußte man sich für den Ernteeinsatz 1940 noch weit mehr sowohl über die zu meisternden Schwierigkeiten als auch die ungeheure Notwendigkeit im klaren sein. Aus dem erzieherischen studentischen Landdienst früherer Jahre ist ein umfassender Ernteeinsatz geworden, aus den einzelnen arbeitenden Gruppen ist eine Front entstanden, die die Verpflichtung trägt, sich durch ihre Arbeit den Taten des deutschen Soldaten würdig zu erweisen. Ein großer Teil des deutschen Studententums erfüllt heute seine Pflicht auf dem Schlachtfeld, aber auch viele Kameraden haben die Möglichkeit, ihr Studium an unseren Universitäten zu Ende zu führen, um dann in die große Front des Volkes bei kriegswichtiger Arbeitsleistung eingereiht zu werden. Viele Kameraden des NSD.-Stuüentenbun- des sind nach den Kämpfen im Osten und Westen beurlaubt worden und stehen heute mit jenen,, die zuerst ihre Pflicht an der Universität zu erfüllen hatten, Schulter an Schulter in verantwortungsvollem Einsatz in allen Gauen des Großdeutschen Reiches.' Dieser studentische Einsatz, der für das Jahr 1940 die Bezeichnung „Studentischer Ernteeinsatz" trägt, ist zu einem Sammelbegriff geworden, der den altbewährten Landdienst sowie die Erntehilfe der Studentinnen der ANST. und Studenten des NSDStB. und derjenigen Studenten und Studentinnen, die keiner von diesen beiden Gliederungen angehören, in gleicher Weise umfaßt. Während der Landdienst als erzieherisches Moment im wesentlichen in Gebieten, die im Volkstumskampf standen, gedacht war, während hier Studenten den deutschen Bauern in bedrohten Volksgebieten, im Grenzland oder im Ausland mehrere Wochen in ihrem Kampfe bei der Arbeit zur Seite stehen konnten, spielt sich die Erntehilfe heute im wesentlichen in Gebieten ab, die diese Hilfe aus Gründen des Mangels an Landarbeitern notwendig haben. Grenzgebiete kommen dabei seltener, Auslandsgebiete gar nicht in Frage. Ein weiterhin ebenfalls nicht zu übersehender Punkt ist der, daß die Angehörigen des Studentenbundes ihren Einsatz freiwillig, d. h. ohne finanzielle Gegenleistung zu erfüllen verpflichtet sind, während der in der Erntehilfe eingesetzte Student vom Bauern gleich einem Landhelfer entlohnt wird. Wenn man berücksichtigt, daß für dieses Jahr die zur Verfügung stehende Zahl an Studenten und Studentinnen weit geringer war als 1939, so muß die nunmehr feststehende Einsatzzahl von 19 000 Stu- öenten und Studentinnen ganz besonders begrüßt werden. Es waren viele Kräfte durch Anforderungen in kriegswichtige Betriebe, besonders im Facheinsatz, in Wegfall gekommen, außerdem wurden Studenten und Studentinnen für HI. und BDM. zum Gesundheitsdienst in die Sommerlager und nicht zuletzt eine große Anzahl von Arbeitskräften in die Siedlungszentrale im Osten und nach unzähligen anderen wichtigen Stellen abgestellt. Dennoch: die Zahl 19 000 kündet schon heute von wertvollem Aufbau und gewaltiger Leistung. Zu den wertvollsten Einsatzgebieten gehören dieses Mal das Elsaß und der Warthegau. Erst vor wenigen Monaten ist über diese Gebiete der Krieg hinweggegangen und hat seine Spuren hinterlassen. Hunderte von Studenten und Studentinnen stehen heute hier, um den Sieg, den ihre Kameraden hier erfochten haben, auszubauen, um wahrhaft deutsches Land erstehen zu lassen. Nimmt man nun diese beiden Gebiete, Elsaß und Warthegau, als Randpunkte einer großen graphischen Karte und läßt man von den Zentralstellen, den Gaustudentenführungen, jeweils ein Fadennetz sich ausspannen überall dorthin, wo ein Student seinen Weg in ein Einsatzdorf genommen hat, dann erst wird man gänzlich gewahr, welchen großen Umfang trotz der vielen notwendigen Abstellungen für andere Arbeiten dieser studentische Einsatz hat. Ein dichtes Netz erstreckt sich über ganz Großdeutschland, ausgehend von Straßburg, Prag, Litzmannstadt, Danzig und Hamburg. Es kommt nicht von ungefähr, daß viele, ja fast alle, die schon einmal als studentische Helfer und Helferinnen draußen beim Bauern standen, sich immer wieder melden und immer wieder hinaus auf die Felder und möglichst zu ihren Bauern wollen. Es ist auch keine Seltenheit, daß Studenten aus dem Felde berichtet haben, wie immer wieder Päckchen und Briefe zu ihnen gelangten, deren Absender niemand anders war als „ihr" Bauer aus dem Einsatz. Damit zeigt sich, welches ftefe Erlebnis mit dieser Erntehilfe perbunden ist. Ganz gleich, ob sich die Einsatzzeit auf ein kleines Dorf, ein Städtchen irgendwo an der Grenze oder einen einzigen Bauernhof erstreckt hat, immer wissen die heimkehrenden Studenten noch lange von ihren Erlebnissen zu berichten. Lassen wir sie selbst erzählen: „Wir haben in einem Grenzdorf im Osten, in Rekow, gearbeitet. Der Boden ist sandig und steinig, die Bauern müssen hart arbeiten, damit er etwas abgibt. Hinter dem letzten Haus des Dorfes liegt noch der Schlagbaum, der die ehemals deutsch-polnische Grenze kennzeichnete. Im ganzen Dors gibt es nur wenige deutsche Bauern, die Mehrzahl sind Kaschuben. Wir alle waren zum erstenmal im Ernteeinsatz und haben üns mächtig Mühe gegeben, in kurzer Zeit mit den Bauern in richtige Fühlung Zu kommen, um ihnen neue Anregungen und Anschauungen bringen zu können. Die Bauern kamen uns dabei überraschend entgegen. Sie sind zugänglich und gesprächig und sehr empfänglich für alles, was an.Neuem aus den Kerngebieten des Reiches zu ihnen kommt. Wir brachten sehr bald in wechselseitigem Einfühlen ein ausgeglichenes, freundliches Verhältnis zustande und fanden uns rasch in der ungewohnten Arbeit zurecht." * Eine Kameradschaft, die geschlossen bei Wolhyniendeutschen eingesetzt ist, berichtet in begeisterten Worten: „Wir sahen bald ein, daß wir nur durch rücksichtslosen körperlichen Einsatz die Achtung und Anerkennung des Bauern erwerben konnten, Die die unbedingte Voraussetzung zu jeder Volkstumsarbeit bilden. So suchten wir es denn den Bauern gleichzutun in bezug auf Arbeitszeit wie auf die Arbeitsleistung. Und bald hatten wir ein herzliches Verhältnis zu allen, mit denen wir zusammen arbeiten." Eben dieselbe Gruppe berichtet von gelungenen Singabenden der Dorfgemeinschaft, von Schulungsvorträgen und einem Fest, das ganz entsprechend dem dortigen Volkstum aufgezogen war. Auch hier waren die Bauern begeistert und werden sich schwer von ihren studentischen Helfern trennen. * Aus einem anderen Kreisbezirk kommen dieselben begeisterten Zeilen: „Die Ankunft der jungen Studenten und Studentinnen aus allen Teilen des Reiches in Rippin, dann die lange, sangesfrvhe Fahrt auf das große Gut Kowalki auf dem bunt geschmückten Leiterwagen und schließlich das Einführungslager mit seinen notwendigen Vorträgen über die Verhältnisse in diesem Kreise, das waren nur die Vorzeichen einer kommenden großartigen Zeit. Später, nach der Verteilung der Männer auf die einzelnen Einsatzhöfe, erschienen bereits am frühen Nachmittag die Bauern mit Gespannen und Leiterwagen, um „ihre" Studenten abzuholen. Wir kamen auf unserer Fahrt in einen Hof, in dem gerade eine Studentin den deutschen Kindern Unter- ncht gab. Auf Wunsch des Bauern mußten die Kameradinnen der Frau im Haushalt behilflich sein, und seine größte Bitte war, daß die Studentin den Kindern deutschen Unterricht gäbe. Noch nie horten diese Kinder den Klang der deutschen Sprache Jetzt sitzen sie da und lernen Deutsch, um so die Washington, 4. Sept. (DNB.) Roosevelt gab dem Kongreß in einer Note Mitteilung von einem Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien, nach dessen Bestimmungen die Vereinigten Staaten Flotten - und Luftstützpunkte in den britischen Besitzungen im Nord - und Südatlantik in Pacht nehmen und Großbritannien dafür öOZerstörer, die die Altersgrenze bereits überschritten haben, abtreten. Die Vereinigten Staaten erwerben danach Flottenstützpunkte aus Neufundland und auf den Bermuda-Inseln, den Bahama-Jnseln, Jamaika, Santa Lucia, Trinidad, Antigua und m Britisch-Guayana. Ein bezeichnendes Licht auf .die Verhandlungen wirft der Briefwechsel zwischen Außenminister Hüll und dem britischen Botschafter Lord Lothian. Danach richtete Hüll am 29. August 1940 folgende Mitteilung an Lothian: „Der britische Premierminister soll am 4. Juni 1940 im Parlament erklärt haben, daß, falls im Laufe des gegenwärtigen Krieges die Gewässer um die britischen Inseln für die britischen Kriegsschiffe unhaltbar werden sollten, die britische Flotte keinesfalls aus geliefert oder versenkt, sondern in U e b e r s e e zur Verteidigung anderer Teile des Empires entsandt werden würde. Die Regierung der Vereinigten Staaten erlaubt sich ergeb en ft anzufragen, ob die vorstehende Erklärung die definitive Politik der britischen Regierung dar- stejle." Hierauf antwortete Botschafter Lothian am 2. September 1940, daß er vom Premierminister angewiesen worden sei, Außenminister Hüll davon zu unterrichten, daß die besagte Erklärung unbedingt die definitive Politik Seiner Majestät Regierung darstelle. Wer vor Jahr und Tag Albion oorausgesagt hätte, es müsse eine Reihe seiner ältesten und verkehrspolitisch wichtigsten Kolonien in Westindien verkaufen oder verpachten, um dafür einige aite Zerstörer zu erhalten, der wäre gesteinigt worden. England hat bisher die Zahl seiner Zerstörer mit 175 angegeben, um auf Grund dieser Zahl immer wieder zu behaupten, sie sei ausreichend, um die wichtige Aufgabe zu erfüllen, die Herrschaft über die Meere sowie den Schiffsverkehr von und nach England sicherzustellen. Die englische Admiralität hat vor einiger Zeit mitgeteilt, es seien zwar einige Zerstörer verlorengegangen, das heißt vernichtet worden, aber, so wurde hinzugefügt, durch Neubauten seien die Verluste völlig ausgeglichen. Nun hat die englische Regierung schon seit Wochen oder gar Monaten, zunächst insgeheink, sodann offen, ein S ch a ch e r g e s ch ä f t mit Washingtons eingeleitet, um einige alte Zerstörer zu erhalten, deren Brauchbarkeit selbst von englischen Fachleuten nur sehr gering eingeschätzt wird. Churchill mag sich drehen und wenden wie er will: an der Tatsache, daß er wertvolle englische Kolonien gegen alte Zerstörer ausgetauscht hat, ist nicht vorbeizukommen. Darin liegt unbedingt das Zugeständnis, daß die englische Flotte sehr viel mehr Zerstörer verloren haben muß, als die englische Admiralität zugibt. Wieviel Zerstörer England verloren hat, läßt sich von deutscher Seite nicht feststellen, denn es ist ja eine bekannte Taktik der englischen Regierung, alle Verluste von militärischer Bedeutung zu verheimlichen oder zu dementieren. Wenn nämlich die englische Admiralität alle Verluste mitteilte, die der Flotte zugefügt wurden, vor allem aber der Zerstörerflottille, dann würde es unmöglich fein, die Behauptung aufrecht zp/er- halten, daß England ausreichende Einheiten besitze, die Seeherrschaft und den Schiffsverkehr weiter zu sichern. Was Churchill den Vereinigten Staaten bei diesem Tauschgeschäft überläßt, sind angeblich nur Flotten- und Luftstützpunkte, aber sie sind so gelegen, daß die Vereinigten Staaten bestimmt nicht daran denken werden, sie zurückzugeben. Wie muß es um England, wie muß es um das Empire bestellt sein, wenn Churchill es wagen darf, wegen fünfzig alter Zerstörer den Stolz und den Ruhm Albions darein zu geben. Als im Spätherbst 1935 Italiens Feldzug gegen Abessinien im Gange war, als die Armeen des NSgus die ersten Schläge erhalten hatten, wollten Sir Samuel Hoare und Pierre Laval den unvermeidlichen Erfolg Italiens dadurch ab bi eg en, daß ihm als Ersatz für Abessinien auch ein schmaler Wüstenstreifen von Britisch- Somaliland überlassen wurde. Die öffentliche Meinung in England begehrte damals so auf, daß Hoare zurücktreten mußte. Denn nichts war für den britischen Stolz unerträglicher, als auch nur einen Wüstenstreisen .abgeben zu müssen. Heute muß f »Bermuda Ins. BahamaJns. ^Trinidad .^BriKGü Weufund- Hand J? Cana da S................. f 7 ''SS. Vereinigte S taaten t Churchill die Perlen unter den britischen Kolonien in den Antillen verschleudern gegen alte Schiffe, deren maritimer Nutzen überdies mehr als problematischer Natur ist. Dies Tauschgeschäft, das auf eine so eklatante Weise den peinlichen Niedergang des Britischen Empire vor aller Welt bloßstellt, hat natürlich auch noch eine andere Seite. In den Vereinigten Staaten begründet man den Wunsch nach Flotten- und Luftstützpunkten auch außerhalb des eigenen Besitzes mit der Notwendigkeit, die westliche Hemisphäre vor einem feindlichen Angriff schützen zu müssen. Und vor allem auch die Panamakanalzone nicht nur an der Küste des Stillen Ozeans, sondern auch gegen Angriffe vom Atlantik her. Es erübrigt sich des Näheren aufzuführen, daß diese kühnen Argumentatisnen keinerlei reale Unterlagen haben. Es genügt zu erkennen, daß diese Phantastereien dazu herhalten müssen, in der amerikanischen Öffentlichkeit das wahrhaft gigantische, aber auch ungeheuer kostspielige Aufrüstungsprogramm des Präsidenten Roosevelt populär zu machen und den nordamerikanischen Imperialismus, der die Hand auf die restlichen Besitzungen europäischer Mächte auf der westlichen Halbkugel legt, mit dem Schein einer notwendigen Sicherung des Kontinents zu bemänteln. Dabei ist es freilich erstaunlich, daß man hierfür keinen anderen Weg fand als den, sich direkt in den europäischen Konflikt einzumischen, denn nichts anderes bedeutet es ja, wenn die Vereinigten Staaten einer kriegführenden Macht mit der Ueberlaffung einer Reihe von Kriegsschiffen, und seien es auch nur 50 ausrangierte Zerstörer, .ganz einseitig unter die Arme greift. Das hat mit Neutralität nicht mehr viel zu tun. Brücke zurück zu ihren Urahnen, zu Niederländern, Hessen und Schwaben zu schlagen." So ist das Erlebnis unauslöschlich und wird immer den jungen Studenten und Studentinnen als etwas ganz besonders Schönes in Erinnerung bleiben. Die Erntehilfe wird für sie der Ausdruck einer ganz besonderen Arbeit sein, einer Arbeit, die volksoerbindend ebenso wie kulturschaffend und schließlich doch auch eine ganz tatkräftige Hilfe dem deutschen Bauern auf schwerem Posten ist. Wie ein Symbol steht über dem studentischen Ernteeinsatz 1940 die Tatsache, daß der NS.-Stu- bentenbunb den Auftrag erhielt, an dem Wiederaufbau im alten deutschen Land im Weste.i, im Elsaß, mitzuwirken. Hier stehen heute allein schon 600 Studenten und Studentinnen auf einem Boden, der noch vor meniaen Wochen ein Land deutscher Sehnsucht und Hoffnung war. Das deutsche Stüdenturn leistet hier eine Pionierarbeit, die in stärkstem Maße die Einheitlichkeit und Gemeinschaft der soldatischen Front und der arbeitenden Heimat verwirklicht. Dr. C. F. Kabinettwechsel in Rumänien Antonescu mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet. .Bukarest, 4. Sept. (DNB.) Das Kabinett G l g u r t u ist zurückgetreten. Der König hat nn Zusammenhang mit der Regierungskrise am Mittwochvormittag General /Antonescu emp- angen, um ihm die Regierungsbildung zu übertra- General Antonescu, der neue Ministerpräsident legte in der Nacht zum 5. September vor dem König den Eid ab. Ein Königliches Dekret sieht die h c b un g d erjßer faffung vom Februar 1938 sowie die Auflosungdergesetzgeben- oen Versammlung vor. Durch ein zweites Königliches Dekret erhält General Antonescu die allgemeine Vollmacht, den rumänischen Staat zu leiten. Der König übt die folgenden Prärogative aus' Oberster Chef der Armee, bas Recht, Geld münzen U lassen, rumänische Orden zu verleihen, ferner das Jiea)t Der Begnadigung, Amnestien anzuordnen und «trafen zu ermäßigen, endlich das Recht, Botschaf- ter, Gesandte und Bevollmächtigte zu - empfangen unb ^ertrage abzuschließen. Die Aenderung der or- ganlichen Gesetze und die Ernennung von Ministern und Unterstaatssekretären erfolgt durch Königliche Dekrete, die vom Ministerpräsidenten gegengezeich- net sind. Ä l l e anderen V o l lm a ch t e n wer- den durch.den Ministerpräsidenten aus- geübt. * Ein durchaus positiver Beitrag zum Verständnis des Wiener Schiedsspruches findet sich in der halb- EtWn „Romania", die unter Hinweis auf die Erklärungen Manoilescus und Pops sagt in Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei IhBlumschem. Verantwortlich für Politik, fat G,°6' dr°°^, VeUaEller-Universitätsdruckerei R. Lange K. S. BamtmnrW* Ä ^amann - Anzeigenleiter: H-mS Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor ftümmeL Pl.Nr.8. Wien sei es nicht darum gegangen, zwischen Gut "nd Schlecht zu wählen, sondern das kleinere Hebel zu erkennen. Es sei richtig, zu sagen, daß man das Unvorteilhafte vermieden habe. Natürlich müsse das Volk vom nationalen Unglück tief beeindruckt sein, da es das, was ein getreten sei, nicht gegenüber dem abzuwägen vermöge, was im ander e n Falle eingetreten wäre. Die Wunden des heutigen Schmerzes noch tiefer aufzureißen, sei un» nütz. Ein Verbrechen jedoch sei es, wenn dies von selten derer geschehe, die das nationale Unglück in Wahrheit verschuldet hätten. Jeder abgetretene Quadratkilometer siebenbürgischen Bodens fände sein Aeguivalent in einem Fehler der Vergangenheit. Diejenigen, die an diesen Fehlern teilgenommen hatten, müßten das zugeben und vor allem nicht die Tribüne der Ankläger besteigen. Kleine politische Nachrichten. Der F ü h r e r hat dem ordentlichen Professor, dem Geheimen Regierungsrat Dr. Friedrich Panzer in Heidelberg aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um die Germanistik die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Der Führer hat dem Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank, dem Reichsstatthalter im Reichsgau Danzig-Westpreußen, Gauleiter Forst e r, unb dem Reichsstatthalter im Warthegau, Reichsstatt- palter Gauleiter Greifer, in Anerkennung ihrer Aufbauarbeit im deutschen Osten das Kriegs - v e r d i e n st k r e u z I. K l a f f e verliehen. Aus aller Welt. Hinrichtung eines Volksschädlings. Am 3. September 1940 ist der 1895 in Königs- ^-geborene Albert Wormsdorf hinge- richtet worden, den das Sondergericht in Königs«' hn^9 sm Dolksschädling zum Tode verurteilt hat Wormsdorf hat um sich für feine Trunksucht ©e b ZU verschaffen fortlaufend, in mindestens 300 ihm k e b p o ft f e n b u n g e n beraubt, obwohl m^hrfnelann roafr,r^a^ bas Sonbergericht bereits gegen solche gewissenlose Schädlinge auf Todesstrafe erkannt hatte. 500 000 RM. Prämie und drei 50 000 RrN.-Gewinne Donnerstagvormittagsziehung der fünften. Klasse der dritten deutschen Reichslotterie fielen drei Gewinne von je 50 000 RM. auf 120 079. Außer- Dem erhielt diese Nummer die Prämie mit 500 000 in Örei Abteilungen wird die Nummer in Achtelteilung ausgegeben. Nr. 210 Zweites Blatt Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger sür Gberhesien! vonnersiag.Z. September 1940 Aus dem Reiche der Krau. klopft und ausgebürstet worden ist. Wenn es sich um eine Arbeitsuniform handelt, wird sie am anderen Tag in einer Badewonne in einer gutwarmen Lauge durchgewaschen, danach gespült und zum Schluß auf einen Bügel zum Trocknen aufgehängt. Die gute Paradeuniform darf man natürlich nicht wafchen. Bei ihr genügt es, wenn man die Flecken nach dem Ausbürsten mit einem Fleckwasser entfernt. Die Hausfrau muß auch alle Knöpfe nochsehen, die oftmals nur mit einer „heißen Nadel" angenäht worden sind. Äuch die Nähte und die vom Soldo- ten an seiner Kluft selbst geflickten oder ausgebesserten Stellen können durch die liebevolle Pflege der Hausfrau erheblich verbessert und verschönert werden. Und zum Schluß noch ein paar Worte über die Stiefel. Alle Soldaten pflegen gerade die Stiefel selbst besonders liebevoll, da gutes Schuhwerk nun einmal mit zu den Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit des Soldaten gehört. Die kräftigen Arbeitsstiefel werden gut eingefettet, damit sie geschmeidig und wasserundurchlässig bleiben. Die Hausfrau tut aber gut daran, die Schuhe und die Stiefel ihres Urlaubers nur nach den Angaben des Soldaten zu behandeln Soldat Heinz Bergmann. <Ä)as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS / V e Der schönste weibliche Zerns. Presse-Empfang im Kaiser-Hotel, zu dem das Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes geladen hatte. An unserem Tisch saß eine DRK.-Schwester in der kleidsamen, praktischen Tracht der Wehrmachtsschwester. „Ja, es bedeutet doch viel Entsagung und Opferfreude, wenn ein junges Mädchen den Schwesternberuf erwählt", meinte einer aus der Tischgesellschaft. Unsere freundliche Tischbenossin in der Schwesterntracht wurde beinahe böse: Sehen Sie, diese anerkennend gemeinte Bemerkung höre ich und hören wir Schwestern alle bei jeder Gelegenheit, und sie kränkt uns immer ein bißchen, weil sie das Wesen unseres Berufs durchaus verkennt. Es steckt darin noch eine Erinnerung an alte Zeiten, in denen ein vom Leben enttäuschtes Mädchen der Welt entsagte und im Nonnenschleier sich demütig dem niedrigen Dienst an Elenden und Kranken widmete. Es ist aber doch ganz ander s ; gerade mir Schwestern des DRK. finden in unserem Beruf eine Erfüllung unseres Frauentums und Freuden, die kaum ein anderer weiblicher Beruf gewährt. Die vielen von uns, die geheiratet haben, erklären übereinstimmend, daß sie für die Haushaltführung und Pflichten einer Hausfrau und Mutter, die beste Vorbereitung im Schwesternberuf empfangen haben. „Ja, aber die jungen Mädchen werden lieber Stenotypistin, weil sie da mehr Geld verdienen, als die zehn Mark Taschengeld als Lernschwester. Sie rechnen dabei freilich meist falsch, aber es ist nun mal so." — Gewiß rechnen sie falsch, lautet daraus die Antwort. In der Lehrzeit wird ja in den meisten Berufen nichts gezahlt, manchmal sogar Lehrgeld genommen. Bei uns ist die Ausbildung und Fortbildung unentgeltlich, und die DRK.-Schwester hat überhaupt keine wirtschaftlichen Sorgen, denn sie erhält freie Station und Dienstkleidung, Barbezüge bis 65 RM. und außerdem Urlaubsgeld. Schwestern in leitenden Stellungen bekommen Funktionszulagen. Der Urlaub beträgt schon für die Lernschwester in den IV2 Ausbildungsjahren und in dem darauf folgenden praktischen Jahr drei Wochen und danach 30 Tage jährlich. Hier mußte die Unterhaltung abgebrochen werden, denn es begann der offizielle Teil mit einer kurzen Einleitung von DRK.-Generalhauptführer Professor Dr. Stahl. Er rühmte darin die Schwester als unentbehrliche Mitarbeiterin des Arztes, die den zur Heilung unbedingt notwendigen Gesundheitswillen beim Verwundeten upd Kranken wecke und aufrechterhalte. Die Generaloberin des DRK., Freifrau von Oertzen, belegte dann mit beweiskräftigen Gründen und Tatsachenmaterial das, was unsere freundliche Tischgenossin schon angedeutet hatte. Sie konnte über viele Beweise der Liebe und Anhänglichkeit berichten, die unsere verwundeten Krieger in diesen Tagen „ihrer" Schwester bekundet haben. Unsere Schwestern wissen, daß das Deutsche Rote Kreuz glücklich ist, wenn die Schwestern in der freien Zett und im Urlaub schöne Geselligkeit erleben, ihre besonderen Interessen pflegen können und Freude an der Kunst und Natur haben. Sie sollen nicht lebensabgewandt sein. Unsere Schwestern, die jetzt den Einsatz in Kriegs- und Feldlazaretten, Lazarettzügen und auch auf Lazarettschiffen erlebten, sie werden auf alles verzichten, auf diesen Einsatz niemals. Einmal so unmittelbar Führer und Volk zu dienen, den tiefernsten Kampf des nationalsozialistischen Deutschlands um seine Freiheit mitzuerleben, das ist das, was sie nie wieder missen können. Höhepunkte wie diesen Kriegseinsatz kann es im Frieden kaum geben, aber mit unverminderter Wahrhaftigkeit steht da? Wort „notwendig" auch im Frieden über unserer Arbeit. Auch im Frieden müssen und wollen wir unsere kranken Soldaten in den Standortlazaretten pflegen, die Arbeit in den Fliegerhorsten und in den Universitätskliniken, in den kommunalen Krankenhäusern und den DRK.-Anstalten tun. Ein Teil der DRK.-Schwestern geht in die Kolonien, aber über all dieser Arbeit steht das Wort: „notwendig!" Die neuen deutschen Gebiete kommen dazu, der Dienst an der Volksgesundheit wächst. Wir haben geeignete Frauen bitter nötig, die mit uns gemeinsam diesen Dienst erfüllen wollen. Je mehr von ihnen den Weg in den Schwesternberuf finden, mit der richtigen Einstellung dazu, desto besser können wir mitarbeiten an dem großen Bau des Reiches! Wenn der Soldat auf Urlaub kommt... Ein richtiger Soldat versteht es natürlich auch, feine „Klamotten" in Ordnung zu halten. Jetzt im Kriege ist es allerdings nicht immer so ganz einfach, da es ihm oftmals an den notwendigen Hilfsmitteln und einer entsprechenden Gelegenheit fehlt. Die Wäsche und die Uniform unsere^ Soldaten ist darum für die Hausfrau immer Mnn, wenn der Soldat auf Urlaub kommt, ein besonders dankbares Arbeitsfeld. , Fangen wir zunächst einmal mit der Leibwäsche an. Wenn es sich um wollgemischte Normalwasche handelt, wird sie gut wurm gewaschen. Die einfache Normalwäsche dagegen wird über Nacht einge= weicht und dann bis zum Kochen gebracht. Danach läßt man sie im Kessel noch eine Viertelstunde ziehen, spült die Wäsche aus und trocknet die Sachen wie üblich. Das Drillichzeug kann man in der gleichen Weise behandeln; für besonders schmutzige Sachen empfiehlt es sich, sie in einer Lauge aus einem fettlösenden Reinigungsmittel — wie man sie seit langem zur Pflege der Berufswasche verwendet — einzuweichen und darin zu kochen. Damtt der Anzug wieder glatt wird, bügelt man ihn in noch etwas feuchtem Zustand. Ein besonderes Kapitel sind die Strumpfe, die nicht nur ordentlich schmutzig sind, fonbern auch „beachtliche" Löcher aufroeifen. Zunächst wascht man sie in einer warmen Waschlauge — man kann zu diesem Zweck die gebrauchte Lauge der Trikotwasche nehmen —gut durch. Besonders schmutzige Strumpfe werden gegebenenfalls zweimal gewaschen; 3um zweiten Male keine alte Lauge ■ nehmen, sondern eine frische bereiten. Da Wolle meistens etwas ilzig geworden ist, gibt man dem ersten Spulwas- er einen Schuß Essig oder entsprechend weniger Es- ig-Essenz und dem zweiten Spülbad dann etwas Salmiakgeist hinzu. — Das Stopfen der Locher erfolgt wie üblich; sehr große Schaden evtl mit einem Stück altem Strumpf flicken! Die Uniform kommt zunächst einmal eine Nacht nach draußen, nachdem sie recht gründlich ausge- Die drei heute skizzierten Herbst- mäntel sind aus festen, warmen W 011st 0 f- f e n gearbeitet, — der sportliche praktische Mantel in der Mitte in Ulsterform mit losem Rückengurt, die beiden äußeren i n t a i l - lierter Gehrockform für alle Zwecke. — Von letzterem ist der linke aus einem getragenen schwarzen Herrenmantel gearbeitet, von Jetzt gibt es junge Maiskolben! Unsere guten wirtschaftlichen Verbindungen zum befreundeten Italien und zu den Balkan-Ländern bringen uns Hausfrauen so erfreulich viele Ueber- raschungen an Gemüsen und Früchten, die wir sonst nicht so recht verwendet haben, wie jetzt die grünen Paprika-Schoten und die jungen Maiskolben. Aber ... wie werden sie denn nun auch zubereitet? Gar nicht so schwer! Gekochter Mais: Wir lösen von den Kolben die Blätter und die Fäden und kochen sie in leichtgesalzenem Wasser in ungefähr 20 Minuten gar, denn die Körner sind ja noch milchweiß-zart. Man kann sie mit frischer Butter zu Tisch geben und, wie es in südlichen Landern üblich ist, die Körner mit den Zähnen von den Kolben abknabbern. Aber... hm... „Butter"! Es geht aber auch genau so gut mit einer Tomatentunke oder auch Kräutertunke, denn beide schmecken gut zp den frischen Körnern! Maiskolben aus dem Rost oder Grill geröstet: Nach dem Entfernen der Blätter und Fäden die Kolben einmal längs durchschneiden, die Körnerseite mit Butter bestreichen und auf dem Rost oder Grill bräunlich rösten. Aber das Abknabbern der Körner ist ja nicht jedermanns Sache, und es spart auch an Butter, wenn wir die Maiskörner dünsten oder in einer Tunke fertig machen. Don den gekochten Maiskolben werden die Körner ausgelöst und in wenig Fett und etwas Brühe noch einmal kurz gedünstet. Oder wir machen uns eine helle Tunke mit entrahmter Frischmilch und lassen die ausgelösten Körner aus den gekochten Kolben darin eine Zeitlang mehr ziehen als kochen. Die Tunke nur vorsichtig mit Salz und etwas Zitronensaft abschmecken. Mais-Bällchen: Die von den gekochten Kolben ausgelösten Körner mit einer sehr dick gehaltenen weißen Tunke mischen, mit Salz und etwas Paprika würzen, auf 500 Gramm Masse 2 Eier zugeben, Bällchen oder Bratlinge formen und diese in der Pfanne backen. Wenn der Teig zu weich ist, Semmelbrösel zugeben. Mais kreolisch, eine sehr würzige Angelegenheit! 2 Eßlöffel feingehackte Zwiebeln und 2 Eßlöffel feingeschnittene oder gehackte, gut entkernte Paprika-Schoten in Fett so lange dünsten, bis die Zwiebeln weich sind, dann 4 Eßlöffel Mehl darüber stäuben, 6 Eßlöffel dicke Tomatentunke dazu, aut verrühren, dann die Körner von 2 gekochten Maiskolben zufügen, als Gewürz Salz und gehackte Kräuter und alles zusammen 10 Minuten dünsten lassen. Entweder gibt man das Gericht in dieser Form zu Tisch, oder man fügt noch 2 Eier hinzu, streicht die sehr dick gehattene Masse auf dem sogar der schwarze Samtkragen übernommen ist. Der Mantel rechts ist aus dunkelblauem Wollstoff, seine Taschen sind blind aufgesetzt, die blauen Steinnußknöpfe durch- geknöpft und die schmalen Schulterteile den Aermeln angeschnitten. H. Weißbrotscheiben, die in Fett in der Pfanne gebacken werden. We. • Rezepte. Tomatenmark in Flaschen. Sehr reife Tomaten werden gewaschen, in Viertel geschnitten, zerdrückt und langsam zum Kochen gebracht. Dann streicht man sie durch ein feines Sieb, kocht den Brei unter Rühren etwas ein und füllt ihn kochend heiß in heiße Flaschen, die man sofort verschließt und verlockt. Gewürzgurken in Scheiben. 3 kg Gurkenscheiben, % Liter Weinessig, % Liter Wasser, 125 g Salz, 200 g Zucker, 750 g Zwiebelscheiben, 6 Blüten Dill, Estragon, 2 Lorbeerblätter, 2 Eßlöffel Meerrettichwürfel, 2 Liter Kochessig. Grüne Gurken mit wenig Kernen schälen, in dicke Scheiben schneiden, die Zwiebel in dünne Scheiben dazu, mit dem Salz gut vermischen und 3 Stunden stehen lassen. Dann das Wasser abtropfen lassen, mit 2 Liter kochendem Essig übergießen und zugedeckt bis zum nächsten Tag stehen lassen. 4 Tage hintereinander den Essig abgießen, auskochen und kochend wieder über die Gurkenscheiben gießen. Dann wieder abtropfen lassen, die Gurken mit allen Zutaten in einen Topf einschichten, mit Wasser verdünntem Weinessig kochend übergießen, einen Senfbeutel auflegen und nach dem Erkalten zubinden. Rotkraut mit Apfelfülle: IV4 Kilogramm Rotkraut, 2 große, saure Aepsel, 1 große Zwiebel oder entsprechend Porree, 80 Gramm Speckstreifen, etwas Fett zum Anbraten, Prise Zucker, Salz, Essig, 1 Tunkenwürfel, etwas Wasser ober Wein. Die Krautblätter mit Essigwasser brühen und eine Viertelstunde ziehen lassen und mit den geviertelten gezuckerten Aepfeln, den Speck- ftreifen und den in feine Stifte geschnittenen Zwiebeln ober Porreeringen füllen, recht feste Wickel barauf machen, in Mehl wälzen unb anbraten. Dann füllt man mit Wasser ober Kochwein auf, schmeckt nach Salz ab unb gibt kurz vor bem Garwerden ben gut zerbrückten Tunkenwürfel zu. Zwetschenauflaus: 175 Gramm Grieß, Liter Milch, Salz, 1 bis 2 Eier, Zucker, evtl, etwas abgeriebene Zitronenschale. Von Grieß und Milch kocht man einen festen Brei unb rührt so lange, bis sich die Masse vom Topfe löst. Eier unb Zucker werden schaumig gerührt, mit Zittonenschale unb Salz abgeschmeckt unb mit ber etwas abgekühlten Masse vermischt. Das vorbereitete Obst wirb eingezuckert unb in bie gefettete Auflaufform gelegt, ben Leig darüber geben und im Backofen backen. Das Schulkind und sein Arbeitsplatz. Dem Schulkind einen Arbeitsplatz zu beschaffen, an bem es ungestört unb ohne störenb auf bie sonstigen Belange bes Hauses einzuwirken, arbeiten kann, macht manchen Eltern viel Kopfzerbrechen, be- fonbers bann, wenn bie Wohnung an unb für sich schon beengt ist. Hat man einen Wohnraum zur Verfügung, ist's nicht ganz so schwieria, als wenn bie Wohnküche allein Aufenthalts- unb Arbeitsraum ber Familie ist. Aber selbst ber Wohnzimmertisch wirb immer wieber für hauswirtschaftliche Zwecke benötigt; ben Tisch in ber Wohnküche aber kann bie Hausfrau fast gar nicht — unb sei es auch nur für eine knappe Stunbe — entbehren. Hinzu kommt noch, baß ber große Tisch nur in ben seltensten Fällen so nah unb günstig zum Tageslicht steht, baß bas Kinb an ihm seine Schulaufgaben machen kann, ohne künstliches Licht zu benötigen ober sich, ohne solches, bie Augen zu Derberben. Für bas Kind aber ist bas Arbeiten bei gutem Tageslicht im Hinblick auf bie Schonung ber Augen ebenso wichtig wie die Notwenbigkeit, ungestört unb ohne häufiges Hin- unb Herrücken an biese ober jene Tischecke sich seinen Schulaufgaben nähmen zu können. Einen guten Ausweg bietet ein Klapptisch, ber tunlichst bireft unter bem Fenster angebracht wirb. Wohl in jebem Haushalt läßt sich so ein Klapptisch anbringen, zumal er in Der Zeit, ba bas Kinb ihn nicht für feine Aufgaben benötigt, heruntergeklappt werben kann unb so keinen Platz raubt. Die Kosten solchen Klapptisches find nicht hoch, unb bie Anbringung burch ben Schreiner verursacht kaum Schmutz ober andere Störungen des Haushalts. Ein Vater, der über einiges handwerkliches Geschick verfügt, kann solchen Klapptisch ohne viel Mühe selbst Herstellen. Eine Holzleiste (etwa 3 :3 Zentimeter stark) wird in Tischhöhe unter dem Fenster fest angeschraubt (Holzdübel vorher einsetzen!) und zu beiden Seiten durch gleichstarke stehende Leisten, die auch fest auf die Wand geschraubt werden, abgestützt. An den stehenden Leisten werden innen mit je einem Scharnier oben und unten bewegliche Auflagestützen (bestehend aus einer waagerechten und senkrechten Leiste mit Querverbindung) befestigt. Die Tischplatte, etwa 80 bis 100 Zentimeter lang und 50 Zentimeter breit, wird am besten auf die ganze Länge mit einem Bandscharnier versehen und mit Holzschrauben fest an der waagerechten Leiste angebracht. Beim Herunterklappen werden die Auflegestützen nach innen der Wand zu gedreht. Die herunterhängende Tischplatte, die mit Linoleum beklebt ober farbig gestrichen werben kann, Derberft bie Seitenstützen wie überhaupt bie ganze Konstruktion biese? Aushilss-Arbeitstisches, für besten Benutzung, wenn man ihn erst einmal hat, sich zunehmend Möglichkeiten einfteilen werben. Fr. Eine kleine Küchenlist? Manche Gewürze sind bei uns jetzt etwas knapp geworden, Diele ausländische nicht mehr erhältlich, so daß die kluge Hausfrau sich erst recht darum bemühen muß, die vorhandenen gut und sorgsam anzuwenden. Nun gibt es aber so manchen Würzstoff, den wir noch nicht so recht gefunden haben, z. B. das Bittermandelaroma in den Kernen non Kirschen, Aprikosen und Pfirsichen sowie sonstigen Pflaumen. ,Wir schlagen die Steine mit kurzem kräftigen Hammerschlag auf und nehmen den mandelartigen Kern heraus. Aprikosenkerne sind sehr aromatisch, auch die oon der Sauerkirsche. Mit diesen Kernen können wir süße Speisen, Kuchen und Tunken vorzüglich — und auch noch ganz ohne Kosten! — würzen, müssen allerdings sachgemäß und sehr oorsichtig damit umgehen, denn der gute Duft und Geschmack stammt oon einem ätherischen Del in diesen Kernen, das nur in ganz geringen Dosen unbedenklich ist. Für eine Tunke oder einen Krem oon % Liter Milch Der» wenden wir nur 6 Aprikosenkerne oder 10 Kirschkerne, die wir etwas aufschneiden, Yi Stunde lang in der kalten Milch ziehen, dann mit aufkochen lassen, um sie jetzt wieder aus der Milch abzu- seihen. Sie dürfen nicht mitgegeffen werden! Für einen Kuchenteig machen wir es so, daß wir etwas reichlicher Kerne in der zum Kuchen erforderlichen Milch ziehen und bann einmal aufkochen lassen, ab seih en und bie Milch nun oerwen- ben. Man wird erstaunt sein, wie stark dieses Aroma nach Bittermandel ist. Für die Bereitung oon Marmelade und Gelees können wir auch die Kerne aus den Steinen der betreffenden Fruchtart oorteil- haft mitkochen. Wir rechnen auf 1 Pfund Marmelade oielleicht oier zerkleinerte Aprikosenkerne ober 6 bis 8 Kirschkerne. Das Eingemachte bekommt auf biese Weise einen besonders starken und charakteristischen Geschmack. Wendelmuth. Sie UnfoUgefabren beim Fensterputzen. Es ist nötig, die Hausfrauen immer wieder auf die Unfallgefahren hinzuweisen, die sich beim Fensterputzen für die die Arbeit verrichtende Person ergeben und ihnen selbst empfindliche Haftpflichtlasten eintragen können. Ein Fall mag für viele ein Beispiel und eine Warnung sein. Im Herbst v. I. erteilte eine Hausfrau ihrer erst 16jährigen Hausangestellten den Auftrag, die Fenster der Wöhnung zu putzen und dabei auch die äußeren Rahme n abzuseifen. Bei dieser Arbeit stürzte das Mädchen ab und verletzte sich schwer. Für den erlittenen Schaden machte es die Wohnungsinhaberin haftbar. Diese lehnte die Haftung ab, weil das Mädchen unvorsichtig gewesen sei und den Unfall selbst verschuldet habe. Das Landesarbeitsgericht Hamburg stellte dagegen in einem Lokaltermin fest, daß das Mädchen, um die auf getragene Arbeit auszuführen, auf das äußere Fensterbrett habe treten müssen, wobei es weder angefeilt noch ihm sonst eine Hilfsstellung geleistet worden sei. Bei seinem jugendlichen Alter habe es auch die Gefahr nicht richtig einschätzen und den Auftrag ablehnen können. Von einer Fahrlässigkeit der Jugendlichen könne keine Rede fein. Ein solcher Auftrag hätte ihr von Rechts wegen überhaupt nicht erteilt werden dürfen. Nach allen Umständen bejaht das Gericht die volle Haftpflicht der Arbeitgeberin und verurteilte sie zum vollen Ersatz des dem Mädchen erwachsenen Schadens. Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 14 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dies Lächeln wird Bergholz zu einem Brandmal, zu einer Stelle, die nicht aufhören will, zu schmerzen — noch lange, nachdem er sich verabschiedet hat. Dies geschieht nun bald, und er geht tief enttäuscht. Er fragt sich, was für ein Traumbild ihm eigentlich vernichtet worden ist. Vollbrachte das lässig gewährende Lächeln Dietmuthes, das einem andern galt, diese Zerstörung? Warum empört es ihn, daß sie die Huldigung des alternden Geldmannes duldet? Er hat sich schon einmal gesagt, daß es ihn nichts angeht, wie die beiden Menschen miteinander stehen. Und dennoch treibt es ihm die Galle ins Blut — und das ist lächerlich. Jawohl, so lächerlich wie sein ganzes Benehmen. Nichts als Eifersucht ist das alles, denn er ist in die Frau rasend verliebt. Im Sturmschritt läuft er nach Hause. Zwanzig Minuten nach ihrem Mann kommt Frau Erna. Sie findet die Wohnung völlig dunkel, schaltet in der Diele das Licht an und geht ins Wohnzimmer. Als hier das Licht aufblinkt, sieht sie ihren Mann im Sessel sitzen. Er deckt die Hand schützend über die Augen. „Guten Abend, Hans, hast du die ganze Zeit über geschlafen?" sagt sie und tritt auf ihn zu. Sie wundert sich, daß er hier im Dunkeln sitzt. Sein Gesicht sieht starr und maskenhaft aus wie manchmal nach sehr heftigen Auftritten. „Hast du Kopfschmerzen?" fragt sie. „Nicht nennenswert", entgegnet er mit einer abwehrenden Handbewegung; dann zwingt er sich zu der Frage: „Hoffentlich hast du dich gut unterhalten?" „Ganz famos! Eine übermütige Gesellschaft ist das da draußen, die Mädel wie die Söhne. Wir haben im Garten nach der Scheibe geschossen, bis es dunkel wurde. Dann gab es einen fidelen Kaffeetisch mit Grammophonmusik und Rundgesang. Wir sollten auch zum Abendessen bleiben, aber Frau Neumann K-F. im Kreise Gießen im September. Aus -er Stadt Gießen. Oie Natur macht Sprünge. Die jungen Menschen in dem hoffnungsvollen Allee zwischen 14 und 18 Jahren sind nicht enttäuscht worden: sie können auf Antrag wiederum ihre Zusatz-Kleiderkarte erhalten, 50 Punkte für das stärkere, 40 Punkte für das schönere Geschlecht. Daraus ergibt sich, daß bei der Planung der Kleiderkarte auch die Physiologie mitgewirkt hat. Ein uraltes Wort besagt: natura non saltat, zu deutsch: die Natur macht keine Sprünge. Damit sollte ausgedrückt werden, daß die Entwicklung in der Natur stetig und gleichmäßig vorwärtsschreite. Doch der Mann, der diesen kurzen Satz aufstellte, kann kerin guter Beobachter gewesen sein. Gerade das Gegenteil seiner Lehre ist richtig: die Natur liebt es ganz und gar nicht, eine gleiche ufti> gemessene Ganaart einzuhalten. Sie ist alles andere als pedantisch. Bald gefällt sie sich in raschen Sprüngen, dann wieder in gemächlichem Verweilen, um neue Kräfte zu sammeln. Aufmerksame Eltern beobachten diese Entwicklung beim Wachstum ihrer Kinder. Wie am Körper, zeigt sie sich auch am Geist. An diesem freilich sind die Feststellungen schwieriger, weil der Maßstab fehlt. So gibt das Verhalten der Heranwachsenden sowohl den Vätern und Muttern als auch den Lehrern Rätsel auf, deren Lösung viel Verständnis und noch mehr Geduld erfordert. Auf Zeiten des Wohloerhaltens folgen Flegeljahre, auf Perioden des Fleißes solche der Unlust und Trägbeit. Mitunter erlahmt eine frühe Begabung, anderseits können sich nun Anlagen plötzlich zeigen, von denen vorher nichts wahrzunehmen war. Das häufige Versagen sogenannter Wunderkinder in fortgeschrittenem Alter ist gleicherweise auf solche Sprünge der Natur zurückzuführen wie das nicht minder überraschende Auftauchen später Talente, die in der Schule als hoffnungslose Nullen galten. Ebensowenig, wie es den Normalmenschen gibt, ist für das geistige Wachstum eine festbegrenzte Norm aufzustellen. Großen Männern, die schlechte Schüler waren, sind ebenso viele, wenn nicht mehr, gegenüberzustellen, die schon auf der Schulbank Gutes leisteten. Die einen wie die anderen Tatsachen vertragen nicht, verallgemeinert zu werden. Im großen und ganzen läßt sich sagen, daß das geistige Reifen oft seine Grenzen weiterspannt als das körperliche. Dieses liegt in der Hauptsache zwischen dem 14. und dem vollendeten 18. Lebensjahr. Wenigstens macht in dieser Zeit das Wachstum seine größten Sprünge. Freilich sind auch hier nachträgliche Ueberraschungen keineswegs ausgeschlossen. So erinnere ich mich eines Schulkameraden, der in unserer Klasse der kleinste und zugleich der lebhafteste (und auch frechste) war. Etwa mit fünfzehn Jahren verloren wir uns aus den Augen. Ein Zufall fügte es, daß wir uns nach etwa zwanzig Jahren wiedersahen: die Tür geht auf, und ein ungewöhnlich langer Kerl schiebt sich herein, einen Kopf größer als ich, mit langsamen Bewegungen und von zurückhaltender Sprechweise. Das war der „Kleine" von damals, der so quecksilbrig war und die Worte nur so heraussprudelte. Aber mag es noch so viele Ausnahmen geben, so bleibt doch die Regel bestehen, daß sich der Körper in jenen Jahren zwischen vierzehn und achtzehn reckt und dehnt und daß sich gerade in ihnen die mutwilligen Sprünge der Natur am auffälligsten zeigen. Der Körper wächst sich aus, und die Kleider werden ausgewachsen. Was,oor kurzem noch passend erschien und vorsorglich aus „Zuwachs" gekauft wurde, das erweist sich auf einmal als zu kurz und hoffnungslos überholt. Es kommt hinzu, daß in diesen Jahren nicht bloß bei den Mädchen, sondern auch bei den Jungens sich das Geltungsbedürfnis entwickelt und damit das Verlangen, gut und passend angezogen zu sein. Diesen Wünschen, physiologisch und psychologisch gleicherweise begründet, kommt die Zusatz-Kleiderkarte entgegen. Sie weiß den Sprüngen der Natur mit ihren Mehr- Punkten zu begegnen. Und damit Punktum. Gießener Künstler bei KD!?. In dem großen Winterprogramm der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" für das Rhein- Main-Gebiet, das soeben im KdF.-Monatsheft bekanntgegeben worden ist, wirken auch zwei Künstler vom Stadttheater Gießen mit. Es sind dies Irma A s s i o n (Sopran) und Kammersänger Toni W ei- l e r (Bariton). Aus dem Veranstaltungsprogramm der NSG. „Kraft durch Freude" im Kreise Wetterau für den Monat September ist u. a. ersichtlich, daß der Theater-Sommerring am Samstag, 7. September, mit der Ausführung des Schauspiels .^Johannis- feuer" von Sudermann im Gießener Stadttheater seine Darbietungen beschließen wird. Die Winterarbeit von KdF. wird am Samstag, 21. September, mit der ersten Theatervorstellung in Gießen beginnen, die zugleich die festliche Eröffnung der Veranstaltungen des Feierabendringes darstellt; an diesem Abend wird das Schauspiel „Sieger" von Ehr. (Siemens zur Aufführung kommen. Als öffentliche Veranstaltung in Gießen sind vorgesehen: ein Gastspiel von Karl Napp mit »seinen Künstlern unter dem Motto „Die große Lachparade" und ein Gastspiel bekannter Film schauspiel er mit Hilde Meißner, Rotraud Richter, Harry Gondi u. a. Am Sonntag, 8. September, vormittags, wird die zweite Führung durch das Oberhessische Museum (Gailsche Sammlungen) unter Leitung von Museumsdirektor Dr. Krüger stattfinden. Im Rahmen der Soldaten-Betreuung werden in Gießen am Sonntag, 8. September, eine Veranstaltung „Lustiges Kunterbunt", am Sonntaa, 22. September, eine Veranstaltung „Musikalisches Allerlei" und am Sonntag, 29. September, eine „Musikalische Feierstunde" gegeben. Tonfilmstunbe» werden am 22. September in In wenigen Wochen beginnt der neue Herb stab schnitt der Berufserziehungsarbeit für Erwachsene in den Berufserziehungswerken der DAF. Die wirtschaftliche Entwicklung, die sich für das Handwerk, für die Industrie und den Handel Großdeutschlands ergibt, ist so vielversprechend, daß wir im Hinblick auf die Zahl der vorhandenen Arbeitskräfte mit großer Sorgfalt die Leistungssteigerung der erwachsenen betrieblichen Fachkräfte und Gefolgschaftsmitglieder Pflegen und beobachten müssen. Die in den letzten Jahren schon stark einsetzende Nachfrage nach tüchtigen und wendigen Arbeitskräften hat heute einen so beachtlichen Umfang erreicht, daß er von dem Heranwachsenden Nachwuchs nicht allein befriedigt werden kann. Eine sorgfältige berufliche Förderung der erwachsenen Gefolgschaftsmitglieder nimmt das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung der Deutschen Arbeitsfront in den Berufserziehungswerken vor. Das geschieht sowohl in überbetrieblicher Art in besonderen eigenen Uebungsstätten der DAF., als auch in den betriebsgebundenen Berufserziehungswerken der Großbetriebe. Die Erfolge einer solchen artgemäßen Leistungs- Pflege machten sich vor allem während des Krieges bei den kurzfristigen Anlern- und Umschulungsmaßnahmen für Berufsfremde und besonders für Frauen bemerkbar, wodurch der Industrie und der Verwaltung manches tüchtige neue Gefolgschaftsmitglied zugssführt werden konnte. Um den Erfordernissen der kommenden Zeit entsprechend Rechnung zu tragen, ist die berufliche Förderungsarbeit für Erwachsene in den rund 400 überbetrieblichen und betriebsgebundenen Berufserziehungswerken im gesamten Reichsgebiet für den in den nächsten Wochen beginnenden Herbst- und Winterabschnitt wesentlich verstärkt worden. Die vorgesehenen beruflichen Heuchecheim im Gasthaus ,^Zum Treppchen nut dem Film „La Habanera", ein Film mit Zarah Leander und einem großen Beiprogramm, ferner im Kreise Gießen am 12. 9. in Holzheim, 13. 9. in Lechgestern, 14. 9. in Ruppertsburg, 15. 9. in Weickartshain, 18. 9. in Alten-Buseck, 19. 9. in Gießen, 20. 9. in Geilshausen, 21. 9. in Rüddingshau- sen, 22.9. in Allendors (Lahn), 24.9. in Beuern, 25. 9. in Lauter, 26. 9. in Allendors (Lumda), 27. 9. in Harbach, 28. 9. in Saasen und 29. 9. in Burkhardsfelden, außerdem noch Sonderveranstaltungen in Gießen am 16. und 23. September durchgeführt. Betriebswanderungen sind von KdF. für den 15. September für die Betriebsgemeinschaften von Schunk & Ebe, Wind Hof, Poppe & Co., Bänninger G. m. b. H., Heyligenstaedt G. m. b. H., und Karzen- 'tra, Gießen, vorgesehen. Außerdem laufen noch Fremd sprachen-Kurse und die bekannten Sport-Kurse. * Für das Winterhalbjahr 1940/41 sind folgende Veranstaltungsringe festgelegt worden: ein Theaterring mit 8 Veranstaltungen, ein Theaterring mit 16 Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater uno dem Konzertoerein ein Konzeyt- ring mit 2 X 6 Konzerten, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Bund, Kaufmännischen Verein und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde ein Vortrags - ring mit 12 Vorträgen. Abend-Lehrgemeinschaften, -Aufbaukameradschaften und -Uebungsfirmen sind, entsprechend der jeweiligen Wirtschaftsstruktur und den sonstigen Voraussetzungen, auf allen Gebieten der Wirtschaft und Technik erweitert worden. Neu sind die Spätnachmittags- Lehrgemeinschaften, die zeitlich auf den Schichtwechsel der Gefolgschaftsmitglieder Rücksicht nehmen. Jedem, der zu höherwertigen und verantwortungs- vollssren Aufgabenbereichen gelangen möchte, ist der Besuch der betriebsgebundenen und überbetrieblichen fördernden Berufserziehungsmaßnahmen dringend anzuraten. Versäumte Leistungspflege ist nach dem vierzigsten Lebensjahr — wie Untersuchungen bewiesen — nur schwer nachzuholen. Vorher aber ist genügend Zeit vorhanden, sich die Fertigkeiten und Kenntnisse anzueignen, die in kurzer Zeit in erheblichem Umfange von jedem verlangt werden. Die Deutsche Arbeitsfront bietet in ihren Berufser- ziehungswerken jedem in mehreren Stufen Gelegenheit, an seiner beruflichen Vervolllommnung zu arbeiten. In diesen Tagen sind 830 verschiedene neue Arbeitsprogrammhefte der Berufserziehungswerke und örtlichen beruflichen Lehrgemeinschaften erschienen, die einen Ueberblick über das neue Arbeitsvorhaben in der Berufserziehung erwachsener Praktiker bieten. Die in diesen Programmheften zum Ausdruck kommende lebendige Art veranlasse jeden Leser, es mit der Teilnahme zu probieren. Die Probe zeigt, daß der Weg vom Mitmachen zum erfolgreichen und leistungssteigernden Mitarbeiter im Berufserziehungswerk erstaunlich kurz ist. Die Kreiswaltungen der Deutschen Arbeitsfront geben gern über die neuen Arbeitsprogrammhefte der Berusser- zi^hungswerke Auskunft. stündig) durch Frau Lappo-Danilewski für Hörer aller Fakultäten statt. Gasthörer können sich nach Lösung einer Hörerkarte daran beteiligen. Die Vorbesprechung für das neue Trimester ist auf Mittwoch, 11. September, um 18.15 Uhr, im Englischen Seminar, Ludwigftraße 19 II, festgesetzt. Ministerialrat Weber in Darmstadt f. Nach kurzer schwerer Krankheit ist der Leiter der Abteilung III (Innere Verwaltung) der Hefsifchen Landesregierung, Ministerialrat Karl Weber, in einer Klinik in Freiburg i. B. im 59. Lebensjahre verstorben. Ministerialrat Weber stammte aus Gießen, wo er am 12. Juni 1881 geboren war. Seine Jugend verbrachte er dann zum größten Teil in Friedberg. Nach dem Schulbesuch studierte er an der Universität Gießen Jura, hier bestand er im Frühjahr 1902 die juristische Fakultätsprüfung und im Oktober 1905 die Staatsprüfung. Er widmete sich dann dem hessischen Verwaltungsdienst, war frühzeitig im Hessischen Ministerium des Inneren und auch bei verschiedenen Kreisämtern tätig. Seit 1920 war er ununterbrochen im Innenministerium beschäftigt, dort wurde er im Jahre 1922 Oberregierungsrat und 1926 Ministerialrat. Die Leitung der Abteilung III (Innere Verwaltung) der Hessischen Landesregierung wurde ihm im Jahre 1933 übertragen. Daneben leitete er einige Jahre läng noch die Hessische Brandversicherungsanstalt. Bei den gesetzgeberischen Maßnahmen auf dem Gebiete der Verwaltungsarbeit und besonders bei der nach 1933 durchgeführten großzügigen Verwaltungsreform war er in hervorragendem Maße als Mitarbeiter beteiligt. Bacon. Mit der Ueb er nähme von dänischem Bacon und dem Verkauf dieses Schweinefleisches durch zahlreiche Metzger ist bei vielen die Frage aufgetaucht, woher dieses Wort bzw. diese Bezeichnung eigentlich stammt. Das Wort Bacon, wie es jetzt gebraucht wird, ist aus der englischen Sprache übernommen und wird etwa wie „Beeten" ausgesprochen. An sich leitet es sich von dem althochdeut^en Wort „pah" her, das soviel wie „Rücken" bedeutet. Aus dem althochdeutschen ,chahho" wurde das mittelhochdeutsche „bache". In den schwäbischen, bayrischen und schweizerischen Mundarten heißt ja auch die Speckseite „i>er Bachen". Dachenspeck bedeutet den Speck der Bache; denn Bache besagt ja auch das Schwein selber. In der Weidmannssprache ist ja heule noch „Bache" die Bezeichnung fiir das wilde Mutterschwein. Früher hieß auch das Masd- schwein Bache. Unter den Sprachforschern herrscht übrigens keine völlige Einigkeit darüber, ob Bache zuerst auf die Speckseite und aus den Schinken angewandt wurde und von d'eser auf das Schwein überging, oder ob man erst nach dem Tiere den Speck und Schinken genannt Hai. Fest steht aber die Tatsache, daß von diesem germanischen Wort der englische Ausdruck. „ba n“ herstammt. Die Engländer entlehnte» diese Bezeichnung schon im 12. Jahrhundert von den Franzosen, denn im Altfranzösischen hieß die Speckseite bacon. Dieses französische Wort geht aber aus unser deutsches ,chahho" zurück. Bei Fleisch gibiö keine Abfälle. Im Gegensatz zu anderen Nahrungsmitteln, wie Gemüse und Obst, bei denen auch bei sparsamster Ausnützung häufig doch Schalen oder anderer Abfall ungenützt in den Eimer wandern, gibt es beim Fleisch überhaupt keinen Abfall; denn hier läßt sich alles noch irgendwie verwerten. Sowohl die Knochen von rohem als auch gegartem Fleisch wer- öen ausgekocht — rohe Knochen kocht man sogar zweimal aus — um die durchgeseihte Brühe zur Herstellung von Suppen und Eintopfgerichten zu verwenden. Sehr gut lassen sich auch Knochen von Rauchfleisch, zum Beispiel dänischen Räucherspeck (Bacon) verwerten; man kocht sie gleichfalls aus mb nimmt sie dann zur Herstellung von Hülsen- ruchtgerichten, kräftigen Gemüsespeisen usw. Wenn man Knochen besonders gut ausnützen will, zerkleinert man sie vorher und röstet sie eventuell noch in wenig Fett an. Die Hauptbedingung für die Er- Zlelung einer kräftigen Brühe besteht jedoch darin, >aß man die Knochen genügend lange ausfochen aber besser noch ziehen läßt. Sind Fleischsehnen vorhanden, so werden sie mit den Knochen zusammen ausgekocht. Auch Schwarten von Räucherspeck können hinzugefügt werden. Man darf sie jedoch nach dem Weichkochen keinesfalls fortwerfen, Hein» Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Geierwally". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Vetter aus Dingsda". Ortszeit für den 6. September. Sonnenaufgang 6.44 Uhr, Sonnenuntergang 20.02 Uhr. — Mondaufgang 12.21 Uhr, Monduntergang 22.02 Uhr. Die Reinigung des Lustschuhraums. In der Luftschutzpraxis fit erneut die Frage entstanden, ob es Pflicht der Mieter oder des Portiers fei, den Luftschutzraum sauberzuhalten. Hierzu stellt die „Sirene" des Reichsluftschutzbundes folgendes fest: Den Luftschutzraum zu säubern ist Angelegenheit aller Beteiligten, für deren Schutz der Raum bestimmt ist. Mithin haben alle Einwohner des Hauses, ob Hausmeister, Mieter oder Vermieter, sich an der Reinigung des Luftschutzraumes zu beteiligen. Der Luftschutzraum soll so beschaffen sein, daß man sich in ihm aufhalten kann. Dazu gehört in erster Linie eine gründliche regelmäßige Reinigung. Don der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Professor Dr. Standfuß, Direktor des Instituts für tierärztliche Nahrungsmittellunde der Universität Gießen und des Hessischen Veterinär-Untersuchungsamts, ist von dem Herrn Reichsminister des Innern als Mitglied des Reichsprüfungsamtes für die staatstierärztliche Prüfung berufen worden. Russische Sprachkurse an der Universität. Auch in diesem Trimester finden russische Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene (zwei- oder vier- Gutes Wommen durch Berufserziehung. bu an Minberwertigem und Häßlichem aus mir herauslockst!" Er wendet sich zur Tür. Sie schreit auf, stürzt auf lhn zu und umklammert seinen Arm. „Hans!" Oh, er weiß, sie will nicht den Bruch, sie will nur bßn aiuftritt, die heftige Entladung. Danach soll er ZU Kreuze kriechen, und danach wäre alles wieder gut für sie. Da fällt Ueberdruß ihn an, heftig wie cm Krampf der Wut. Mit einer starken Bewegung befreit er sich von ihren Händen. Sein @e- [10)1 wird blaß, die Oberlippe zieht sich von den Zahnen zurück, die Augen funkeln drohend. So steht er *?.or ihr und atmet keuchend. Sie weicht erschrocken zurück. Vor wenigen Tagen hat sie ihn so gesehen wie jetzt. Sie möchte schreien vor Angst, taumelt 2>l.roan und wirft sich aufschluchzend nieder. — •ön fernem Behandlungsraum schaltet Bergholz das Licht em. Heute ist der Raum kalt und ungeheizt. Morgen wird er wieder hier arbeiten, wird den ^-eu en die Zähne ausflicken oder ausreißen. Gute, nützliche Arbeit, Dienst an der Allgemeinheit, dünkte ihn das ehedem. Ja, er wird das auch weiter tun whre, jahrzehntelang. Das ist seine Berufung. Und bnetl Stunden der Ruhe wird er im Zusammen- leben mit Erna seelisch zu Bruch gehen. Wie er so steht und nach dem Fenster starrt p»rm pIoSVl$ e.inemtln^eimn^e Erinnerung: Hü. O"kel von ihm, em Mann, der in guten Ver- MMkn lebte, der keine Kinder und keine Sorgen hotttz, wurde eines Morgens erhängt am Fensterkreuz hatt^rV^h» L-bensuberdruh, aus Langeweile er Selbstmord verübt. Jetzt dämmert in ihm F für di- früher nie begriffene Tat. Er steht m t weit aufgertf enen Augen, ein Schauer lauft ihm über den Rücken, ' $ 65 mit 'hm gekommen, daß eine ein> tau^unflv • • Halt! Das ist es ja gar nicht - roÄm i l* ?05 allein. Es bringt nurbaä sUe=.be»?ufen- ®r fühlt sich wie vergiftet Er ifJ'mnfM6, werkelt. Gram und Enttäuschung. S 1 5 morden, und ihm graut vor dem ffr . '?ein °s ist ja Wahnsinn! Er bückt sich in dem Raum um, in dem er täglich Einricktuno^^ felrner«£e™ Zweck entsprechenden ? ? ;>,tIen Weiß letzt in der Sonntags- füdl nnn hJ? .^klemmend wirkt. Mit einem Ge- unh V1^ rr ?UJ die vielerlei Instrumente venketten! ' Äetten fInb bas alles! Verfluchte Skla- (Forfietzung folgt) abzuleiten, kann kaum mehr an sich halten. Es läßt ihn aber kalt, er wird sogar innerlich ruhiger. Als er einmal, das Blatt umwendend, mit einem flüch- tigen Blick ihr Gesicht streift und sie es dabei wie lächelnde Neuaier in seinen Augen flimmern zu Wn meint, sagt sie mit vor Erregung tonloser Stimme: „Das geht nicht mehr so weiter! Ich glaube, mir haben miteinander zu reden!" „Bitte!" sagt er und legt das Blatt auf den Tisch. W Atem geht rasch und hörbar. Die Maßlosigkeit ihrer Empörung macht sie fast hilflos. Er sieht es. „Weshalb fragst du mich nicht?" sagt er beinahe fünft. werde dir die Antwort nicht verweigern." Su belügst und betrügst mich ja! fickst du fort, um ungehindert deine Lotterwege gehen zu können!" Er steht auf und sagt achselzuckend im müden Ton: "Ich j>atte erst nicht die Absicht, auszugehen; bin auch kaum zwei Stunden fortgewesen. Aber das ist ja schließlich für die Tatsache belanglos." „So? Du hattest nicht die Absicht? Soll das deine Ausrede sein?" reben6""’ $$ benfC 0ar baran' mi$ herauszu- "Wie? Also gibst bu zu, daß du mich betrügst! Du warst wohl bei der Theaterprinzessin?" „Mit seltenem Scharfsinn hast du das erraten. Da bie Dame mich eingeladen hatte - wenn auch zu keinem bestimmten Zeitpunkt - fiel es mir nachmittags ein, hmzugehen, als ich hier allein saß und mich langweilte. Aber betrogen habe ich dich So, nun weißt du alles, laß mich letzt bitte in Ruhe!" D } r- Erna hörte die Worte mit einem verdutzten Ge- fid)t5au5brucf. Ihr Mund ist halbgeöffnet, sie atmet hastig. Sie ballt die Fäuste, kommt ein paar Schritte fit weiß im Gesicht, und ihre Stimme schwankt, als sie ihm zurust: „Du — jetzt zeigst bu m!in°rM?n,chsk ®** Bu bist ei" h-rzloj-r, g-. Ukhi -Üuef rl5 $aar' keine Hand zittert kL''^ gewohnt sich mit der Zeit auch an bie lösten..^Huldigungen - zum Schaben feiner felbft natürlich. Doch ich weiß, daß du in der Er- redest was du niemals verantworten fannft Ja, ich weiß auch, daß ich dich mit der scho- nungsiofen Wahrheit mehr kränke, als wenn ich dich Undlen lmt?r5 dickst zu führen suchte! l 6 nL gewisse Berechtigung in bem, was du mir oorwirstt, und staune selbst, was bekam einen ihrer Kolikanfälle, an befh sie aber f'lbft schuld war. Wie die sich wieder vorgelegt hat i der Torte und der Süßspeise ... Also manchmal die Frau doch unmöglich! Natürlich wollte sie nun nud) Hause, und wir mußten mit." So plappert Erna eine Weile; merkt dann aber schließlich, daß ihr Mann nicht zuhört. Sie betrachtet ihn unruhig und voll Mißtrauen. Im Schlafzimmer entdeckt sie dann die Berechtigung dazu: Hans hat sich während ihrer Abwesenheit umgekleidet. Jetzt aber steckt er wieder in bem Anzug, den er vorher getragen hat. So unerhört ist biese Entdeckung, daß es ihr den Atem verschlägt. Sie sieht sich im Spiegel in ihrem hübschen Nachmittagskleide, wie sie eben mit dem kleinen, zierlich beschuhten Fuß zornig den Boden stampft; wie ihr die Zornröte ins Gesicht steigt und auch ihren weißen vollen Hals rosig anhaucht. Sieht sie so aus, als ob sie sich das gefallen lassen müßte? Angeregt und gutgelaunt ist sie heimgekehrt und nun ...? Jetzt fühlt sie sich tief beklagenswert, von ihrem Mann und vom Leben betrogen. Sie möchte sich auf die Erde werfen, meinen, schreien ... „Nicht jetzt", schluchzt sie in sich hinein, drückt die Fingerspitzen in die Augenwinkel, schluckt, erfrischt sich mit Kölnischem Wasser und atmet ein paarmal tief. Oh, wenn, es ihr darauf ankommt, kann sie sich auch beherrschen! Beim Abendessen fühlt Bergholz sich von seiner Frau beobachtet. „Das kann ja wieder heiter werden", denkt er. Jetzt spricht er, und sie gibt einsilbige Antworten. Nach dem Essen räumt sie den Tisch ab und trägt das Eßgeschirr selbst in die Küche. Er geht im Wohnzimmer voll Unruhe hin und her. Erna hat es doch gemerkt, daß er fort war. Er fühlt starkes, quälendes Mißbehagen. Bloß jetzt nicht einen der ihm so verhaßten Auftritte! Er hat ihn freilich heraufbeschworen, aber das fehlt ihm jetzt gerade noch ... Er merkt, die Spannung feiner Nerven ist jetzt nahe der Grenze des Ertragbaren, eine Kleinigkeit kann eine Katastrophe auslösen. Kalte Wut ist in ihm, eine Erbitterung und Feindseligkeit gegen alle und alles, gegen sich selbst und vor allem gegen seine Frau. Da fällt ihm der letzte Austritt ein, bei dem er nach ihr gegriffen hatte. Gut, daß der Gedanke noch rechtzeitig auftaucht und warnt. Erna kommt mit gerötetem Gesicht und funkelnden Augen. Sie schweigen beide. Die Luft ist mit Span- nuna überladen. Er raucht, blättert in Zeitschriften sie, die gewöhnt fit, alle stärkeren Eindrücke schnell I ffer 'Batterie einer preußischen Fregatte, 18 6 o"| /.j’iji;:«''-*: BUN ; V -W^M Wz-^l'yW M »Ml ', Mahnung an die Aeifensünder Aus der engeren Heimat Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz II. Der 25, 10, 10, bis 7 bis 8, rote Rüben 8, Spinat 20, Römischkohl Bohnen (grün) 15 bis 18, (gelb) 21, Erbsen Tomaten 18, Zwiebeln 12 bis 14, Rhabarber Kürbis 7, Frühäpfel 20 bis 35, Falläpfel 7 bis ** Ernennung. Der Rechtsanwalt Karl K r ü • ger in Gießen wurde durch Erlaß des Reichsjustiz- Ministeriums vom 30. Juli 1940 zum Notar mit dem Amtssitz in Friedberg ernannt. Rechtsanwalt Krüger, der sich zur Zeit als Unteroffizier der Luft- Klasse. Aktien-Zuckerfabrik »Wetterau in Friedberg. muß er sofort mehr Luft haben. 2. Hast du unterwegs eine plötzliche Reifenpanne, fiel ein Betrag von rund 16,50 RM. Die Stadt steht damit bei den über 100 Gemeinden des Kreises an Gegenstände mitnimmst, oder wenn du einen Anhänger am Fahrrad mitführst. Fahre lieber zu hart als zu weich im Interesse der Reisen und Gummiersparnis! 5. Felgenrost zerstört den besten Reifen in kurzer Zeit. Sieh dir deshalb die Felge an und entferne jede Rostspur! 6. Führe stets Flickzeug und Reifenpumpe mit dir. , . Diese Bauern-Zuckerfabrik verzeichnete 1939/40 (30.6.) einen Rohüberschuß von 0,81 (0,74) Mill. RM. Nach Abzug von 0,38 (0,36) Mill. RM. Personalauswand, 0,29 (0,19) Mill. Steuern — dabei sind Einkommen, Ertrag und Vermögen allein von 0,04 auf 0,15 angewachsen — sowie nach 88125 (75 589) RM. Anlageabschreibungen wird einschließlich 433 (232) RM. Vortrag ein Reingewinn von 41789 (40 433) RM. ausgewiesen. Laut HV.-Beschluß wird hieraus eine unveränderte Dividende von 8 v. H. auf 500 000 RM. Aktienkapital ausgeschüttet. An Stelle des verstorbenen Mitgliedes August Schudt (Hof Engelthal) trat Hans Seifert (Obbornhofen) neu in den Aufsichtsrat ein. Kreis Büdingen. Q Nidda, 4. Sept. Im benachbarten Geiß- Nidda ist der etwa 60jähriae Schmiedemeister Kreutz seiner schweren Schädelverletzung erlegen, die er sich vor einigen Tagen beim Sturz vom oberen Teil seiner Scheune zur Tenne zugezogen hatte. Infolge seiner Vertrautheit mit den Raumverhältnissen der Scheune glaubte er, trotz der Dunkelheit noch Streumaterial für das Vieh abwerfen, zu können. — Nachdem schon vor einigen Jahren in verschiedenen Straßen Teilkanalisation erfolgt war, ist neuerdings eine solche auch in der Mühlstraße, früher als Alte Gasse bezeichnet, fertiggestellt worden, die von den Anwohnern schon lange gewünscht wurde. Diese Straße wird auch mit Kleinpflaster auf 10 cm starkem Untergrund von Beton versehen. Da sich der Ausgleich des Höhenunterschiedes in der ganzen Straße als notwendig erwies, .mußten sowohl die Randsteine als auch die Haus- und Hofeingänge angepaßt werden. f Schotten, 4. Sept. Die Rotkreuzf a m m - l u n g e n hatten in unserer Stadt das ausgezeichnete Ergebnis von 9720,— RM. Auf einen Haushalt ent- Nicht koppeln — aber werben! Oer Reichskommiffar für die Preisbildung über die Notwendigkeit guter Werbung. ..auch ihr hilft Nivea die Haut wirksam zu schützen. Mit Z Nivea gepflegte |l Haut bleibt glatt v und geschmeidig. Birnen 20 bis 45, Zwetfchen 20, Mirabellen 20 30, Renekloden 20, Blumenkohl, das Stück 20 Rpf. bis 1 RM., Salat 8 bis 10 Rpf., Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken VA bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30. Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Rps. v ___Reichskommissar für die Preisbildung hat einen Runderlaß (Nr. 105/40) herausgegeben, in Gewalt vor, denn ein gebrochener Draht entwertet die ganze Decke. Achte auch darauf, daß der Schlauch nicht zwischen Decke und Felge klemmt, sonst gibt es einen schlimmen Schlauchriß. 4. Der Fahrradreisen ist kein großer Lastenträger! Daran denke, wenn du auf deinem Rad noch heute nicht gestatten können, etwas verkommen zu lassen — das ist der- oberste Gesichtspunkt, unter dem auch die Werbung geführt werden muß —, sondern er muß sich auch in die Lage der Großhändler und Einzelhändler versetzen, denen das reichlich anfallende Obst und Gemüse von ihren Lieferanten, d. h. also von den Bauern und Gärtnern, angeboten wird und die diesen nicht sagen können, „ja, wenn du mir zu deinen Tomaten oder zu deinem Wirsingkohl die gleiche Menge Vfirsiche milliefern kannst, dann könnten wir ja mal darüber reden, ob ich dir deine Tomaten abkaufe". Es ist selbstverständlich, daß er ihm die Tomaten abnimmt, ohne das als Zwang zu empfinden, denn es ist schließlich sein Beruf und seine Aufgabe, als Händler die Ware dem letzten Käufer zuzuleiten und sie an den Mann zu bringen. Mancher Händler hat sich das in letzter Zeit vielleicht etwas leicht gemacht, weshalb ihn der Reichskommissar für die Preisbildung auch wieder einmal darauf hinweist, daß er sein Talent als Werber und Kaufmann zeigen und spielen lassen und sich bei großem Warenüberfluß auch mit bescheidenem Gewinn begnügen, wenn nicht auch einmal Verlust in Kauf nehmen muß. Wenn die Werbetrommel.vom Handel stärker gerührt wird, dann darf der Käufer sich nicht sperren, insbesondere darf er den erwähnten Rund- würflig geschnitten ergeben sie eine schmackhafte Einlage für Suppen, Eintopfgerichte, Sauerkrautgemüse usw. Fettränder von Koch- und Bratfleisch können abgeschnitten und ausgebraten werden, das Fett und die Grieben werden bei der Zubereitung anderer Speisen verwertet. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 5. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, A kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische dem er nochmals auf das bestehende K o p p - lungsvetbot für alle Waren auf dem Ernährungsgebiet, ^insbesondere bei Gemüse, Obst und Fischen, aufmerksam macht und vom Handel verlangt, daß er sich gegen Kopplungsoersuche feiner Vorlieferanten zur Wehr setzt, damit der Handel selbst den letzten Käufer mit Kopplungsverkäufen verschonen kann, es sei denn, daß bestimmte Ausnahmen von diesem Verbot von ihm persönlich genehmigt werden. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat in diesem Runderlaß $um Schluß den Einzelhandel darauf hingewiesen, daß eine ordnungsmä- ßigeWerbung für d i e Mitnahme reichlich vorhandener Ware — ohne daß auf den Kunden ein Zwang ausgeübt wird — nach wie vor gestattet und im Interesses er Verbrauchslenkung sogar erwünscht ist. Diesen Hinweis sollte auch der einzelne Käufer — und zwar in feinem eigensten Interesse — beherzigen und seinerseits alles tun, um zu bestimmten Jahreszeiten reichlich anfallendes Obst und Gemüse verbrauchen zu helfen, sei es, daß es zum sofortigen Verzehr dient, sei es, daß es für die Vorratshaltung konserviert wird. Er muß sich hierbei nicht nur vor Augen halten, daß wir es uns Unfall auf Bahnhof Kinzenbach. Am heutigen Donnerstag früh gegen 7 Uhr entgleisten auf der hiesigen Station von dem in Richtung Lollar ausfahrenden Frühzug zwei Wagen. Dabei stürzte ein Personenwagen um, wodurch 19 Insassen verletzt wurden. Glücklicherweise handelt es sich durchweg um leichte Verletzungen, Hautabschürfungen usw. Die Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes verbrachte 12 der Verletzten nach der hiesigen Chirurgischen Klinik. Der Betrieb der Strecke ist nicht gestört. Eine Milchpanscherin. *Butzbach,5. Sept. Bei der Untersuchung einer M i l ch p r o b e , die in einer hiesigen Milchhandlung vor einigen Tagen entnommen worden war, stellte das Chemische Untersuchungsamt in Gießen die Verfälschung der Milch mit 27 v. H. Wasser fest. Dadurch kam manfortgesetzten Milchfälschungen auf die Spur, deren die Inhaberin des Geschäfts beschuldigt wird. Die Polizei hat diesen vertrauensunwürdigen Milchladensofortge-- schlossen und das Strafverfahren gegen die Milchpanscherin in die Wege geleitet. An der Dreschmaschine tödlich verunglückt. ♦ Kirtorf (Kreis Alsfeld), 5. Sept. In dem Nachbarorte Obergleen ereignete sich am gestrigen Mittwochnachnüttag ein schwerer 11 n - glücksfall, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der knapp 18 Jahre alte Wilhelm Küll er aus Obergleen, der bei einer Dreschmaschine war, geriet in das Getriebe der Maschine, wobei ihm ein Arm und ein Bein ausge- rissen wurden. Der bedauernswerte schwerverletzte Junge wurde dann von der Maschine zur Seite geschleudert und blieb t o t an der Unfallstelle liegen. Landkreis Gießen. § Li ch, 3. Sept. Der Leutnant in einem Jn- fanterie-Regiment Helmut Sam es erhielt für Eier 11A, Kartoffeln A kg 5,2, 5 kg 52, Wirsing, A kg 7 bis 8, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben " '• “ ~ ~ • ...........10, Liebe Radfahrer in Stadt und Land! Ihr seid eine gewaltige Schar, auf 20 Millionen schätzte man euch schon in Deutschland, bevor der Krieg im vorigen Jahr begann. Jetzt ist eure Zahl noch gestiegen, nachdem nun auch viele ehemalige Kraftfahrer täglich auf dem „Tretomobil" zu ihrer Arbeitsstätte radeln. 20 Millionen Fahrräder! Eine unerhörte Ziffer, ein unvorstellbar hoher Gummiberg, wenn man diese Reifen aufeinander türmen würde. Für uns alle, für Deutschland, ist es von größter Bedeutung, daß diese vielen Reifen so lange wie möglich halten. Die Beobachtungen in den letzten Wochen, vor allem bei den Reifensammelstellen der Wirtschafts- ämter, zeigen, daß heute noch sehr viele Radfahrer die einfachsten Regeln. zur Reifenerhaltuna nicht beachten. Unzählige defekte Decken und Schläuche — und zwar vorzeitig defekt gewordene — legen Zeugnis davon ab, wie heute noch gesündigt wird. Liebe Radfahrer! Wir müssen euch ganz ernstlich ins Gewissen reden. Reifenpflege ist gar nicht schwer, nur ein paar Punkte sind es: 1. Prüfe vor jeder Fahrt mit der Hand den Luftdruck und gib dem Reifen notfalls ein paar Pumpenstöße. Das geht blitzschnell und schützt vor allzu weichem Radeln. Stößt der Reisen bei einer Bodenwelle, Schiene oder dergleichen auf die Felge auf, maffe bei der Wehrmacht befindet, gehört seit einigen Jahren zu den Ratsherren der Stadt Gießen. *♦ Auszeichnung vor dem Feind. Dem Feldwebel Heinrich G ö tz in einem Infanterie-Regiment, wohnhaft in Gießen, Mittelweg 12, wurde für besondere Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen in Frankreich neben dem Eisernen Kreuz II. Klasse nachträglich noch das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. *♦ Die Schlachtung von Klerntieren wird in den Herbstmonaten in erhöhtem Maße vorgenommen. Leider geschieht das Schlachten noch nicht überall in der Weise, wie es das Gesetz und die Verordnung über das Schlachten von Tieren vom 21. April 1933 für das ganze Deutsche Reich vorschreiben. Hiernach müssen alle Tiere vor Beginn der Blutentziehung nachhaltig betäubt werden. Dies gilt nicht nur für die Schlachtung großer Tiere, sondern auch für Kleintiere wie Lämmer, Kaninchen und Geflügel, sofern dem Geflügel nicht mit einem Hieb der Kops abgetrennt wird. Es ist auch gleich, ob die Schlachtung in einem gewerblichen Betrieb ober in einem Privathaushalt erfolgt. Die Schlachtungen dürfen nur von erwachfe- nen Personen vorgenommen werden, die des Schlachtens so kundig sind, daß jede Tierquälerei vermieden wird. Kinder unter 14 Jahren dürfen beim Schlachten nicht zugegen sein. Zuwiderliand- lungen gegen die Vorschriften des Gesetzes können mit Gefängnis bis zu jechs Monaten und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Reichsmark bestraft werden. Sammelstelle abliefern. — Mehrere Moraen uoer 1UU wemununi u« — Flachs sind von der Sta d t in Gememschafts- — Die hiesige O b e r f ch u l e hat sich arbeit angebaut worden, der sich sehr gut entwickelt -- 9 1 - •' - n ° hat. Zur Zeit wird der Flachs durch Frauen und '0 Jugend gerupft und darnach der Flachsröstestelle Den jugendlichen Radfahrern legen wir besonders ans Herz: Unterlaßt das allzu „forsche" Radeln Über Stock und Stein, macht keine Wettfahrten un- 4,. ojuil vu uiWClLvcy3 cui« ............. tereinander, steigt vor Bordsteinen, Schwellen und steige sofort ab, fahre keineswegs auf dem „Platt- hochstehenden Schienen ab! Nehmt auch keinen Ka» fuß" weiter, das würde den Reifen zerstören. meraden mit aufs Rad. Wer jetzt im Kriege feine 3. Beim Auflegen einer Drahtdecke geh nicht mit | Reifen in dieser Weise schont, hilft dem Vaterlande! CÜLDENRINC zu 4 PF. enthält eine ganz ausgezeichnete Tabakmischung nr>\C) .ZT') __ von rein orientalischer Herkunft. Sie trägt ausserdem ein unsichtbares, aber /^) )\\rx ... wirksames &MUNDSTÜCK, sodass sie SFreude bereiten wird, einerlei, ob ihr Staucher bislang Zigaretten mit oder ohne ^Mundstück, bevorzugt hüt CX^) Q<$Z S 9 5 5 £>^»5 Z9 9 H H 9 H > 9 S ö 9 S -S 9 9 €? <« C <- C- C- C <• C C- C° <- < E C C° C- C < C= C=C-€° C C € H E C C C C° C S C /Pfeifen und Lunten aus! Gin Kommando, das eigens für den Seemann geschaffen wurde, und das erkennen läßt, wie gerne er schon immer rauchte.Menn wir ihm heute Zigaretten anbieten, [ollen sie ihm besonders gut schmecken; so gut sogar,daß es ihm schwer fällt, wenn er sie unverhofft ausmachen muß. erlaß nicht falsch verstehen und die Werbung als Belästigung oder gar als Versuch zum Kopplüngs- verkauf ansehen. Der Kaufmann tut hier nur im Interesse der Allgemeinheit seine Pflicht und versucht absetzen zu helfen, was uns die Natur und der Fleiß des Bauern im Ueberfluß schenken. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 0. LH. in TL Mit Wirkung ab 1. Juli 1940 muß jedes Auto einen Tarnscheinwerfer haben, der auf dem linken Kotflügel oder in der Mitte der beiden Scheinwerferlichter angebracht sein muß^ Auf dem rechten Kotflügel darf sich der Tarnscheinwerfer nicht befinden. Alle Autoschlosser sind über die einschlägigen Vorschriften unterrichtet. Jedes Kraftfahrzeug muß ferner an der Rückseite zwei rote, gleich stark wirkende Schlußlicher in gleicher Höhe und in gleichem Abstand von der Mittellinie der Fahrzeugspur führen, außerdem noch ein oder zwei Bremslichter, die nach rückwärts das Halten des Fahrzeugs oder eine Verminderung der Fahrt- aefchwindigkett anzeigen, und schließlich muß das Kraftfahrzeug noch einen roten Rückstrahler haben. Die Vorschrift über die Rücklichter und den Rückstrahler ist schon seit längerer Zeit in Kraft. An einem Fahrrad muß neben den gelben Rückstrahlern an den Pedalen vom 1. Oktober 1940 ab noch ein rotes Schlußlicht sein, das bei Dunkelheit oder Nebel das Fahrrad kenntlich macht. öJ.-fpor< Das Aufgebot für Helsinki. Die deutsche Leichtathletik-Mannschaft. Zum Leichtathlettk-Dreiländerkampf Deutschland- Schweden-FinnlanÄ am Wochenende in Helsinki wurde folgende deutsche Mannschgft aufgestellt: 10 0 und 200 Meter: Mellerovicz (Berlin), Kersch (Frankfurt a. M.); 4 0 0 Meter: Harbig (Dresden), Ahrens (Berlin); 8 0 0 Meter: Harbig (Dresden), Brandscheit (Berlin); 1 5 0 0 Meter: Kaindl (München), Mehlhose (Berlin); 5 0 0 0 M e ° ter: Eitel (Eßlingen), Eberlein (Neustadt a. d. W.); 10 0 0 0 Meter: Syring (Wittenberg), Haushofer (München); llOMeter-Hürden: Leitner (Berlin), Becker (Berlin); 400-Meter- Hürden: Dr. Mayr (München), Brand (Berlin); 3 0 0 0 • Meter <= Hindernis: Seidenschnur (Kiel), Kaindl (München); W e i t s p r u n g : König (Stettin), Glötzner (Weiden); Hochsprung: Racke (Halle), Schlegel (Halle); Stab hoch: Glötzner (Weiden), Haunzwickel (Wien); Kugel: Trippe (Berlin), Wöllke (Berlin); Diskus: Trippe (Berlin), Wotapek (Wien); Speer: Berg (Berlin), Loose (Halberstadt); Hammer: Dlask (Berlin), Storch (Arolsen); 4X100-Meter: BöneckeMellerowicz-Scheuring-Kersch; 4 X 400- Meter: Ahrens-Wieland-Linnhoff-^Harbig. Die deutsche Mannschaft reist am Donnerstag nach Stockholm und fliegt von dort aus am folgenden Tage nach Helsinki. Die schwedische Mannschaft steht unter der Führung von Prinz Gustaf Adolf von Schweden, der bekanntlich Präsident des schwedischen Reichs-Sportverbandes ist. — Auch die Wertung beim Ländertteften steht fetzt fest. Jeder Sieg in den Einzelwettbewerben wird mit 7 Punkten bewertet, für die Plätze gibt es 5, 4, 3, 2 und 1 Punkt. In den Staffeln werden 8, 5 und 2 Punkte vergeben. Eportiag in Garbenteich. Am Sonntag führte die Sportgemeinde Garbenteich den ihr übertragenen Sporttag mit Unterstützung der Gliederungen der Partei durch. Am frühen Vormittag traten die Einheiten der Gliederungen, SA., HI., DJ., BDM. und BDJM., sowie die aktiven Sportler zur Morgenfeier auf dem Sportplatz an. Nach der Flaggenhissung und einem gemeinsamen Lied sprach Lehrer Stumpf kurz über die Bedeutung des Tages. Danach fanden die Wettkämpfe statt. Bei guter Beteiligung, besonders auch der aktiven Turner, verliefen sie flott und reibungslos, so daß vor der Mittagspause vom BDM. noch ein schönes Grenzball- sowie ein Korbballspiel dargeboten werden konnte. Am Nachmittag marschierten die Jugendformationen und die Sportler mit Gesang vom Wolf- Hitler-Platz auf den Sportplatz. Die sportlichen Darbietungen wurden hier mit einem Fußballspiel der Jugendmannschaft gegen die Jugend Großen- Busecks eröffnet. Die Jugend der Sportgemeinde konnte es klar mit 6:3 für sich entscheiden. Nun! folgte ein Handballspiel einer neu aufaestellten Mannschaft der Sportgemeinde gegen die Iptelstar- ken Handballer Hochelheims. Der Stand 19:8 für die Gäste ist immerhin noch äußerst ehrenhast sur die Garbenteicher, die seit Jahren nicht mehr gespielt haben. Ein sehr ausgeglichenes Grenzballspiel zwischen einer Mannschaft des BDM. und des DJ. beschloß den Reigen der sportlichen Darbietungen. Das herrliche Wetter, die gute Beteiligung und der flotte Verlauf, der durch die Mithilfe vieler Volksgenossen gewährleistet wurde, ließen den Tag zu einem vollen Erfolg werden. Für den Ortsgruppenleiter, der an den kämpfen aktiv teilgenommen hatte, nahm der Propagandaleiter die feierliche Siegerehrung vor. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und den Nattonal- hymnen fand die Veranstaltung ihr Ende. Ergebnisse der Weltkämpfe: Männer, Altersklasse I: 1. Karl Schöck 53 Punkte, 2. Karl Sommer 44 P., 3. Karl Kull- bach 43 P., 4. Wilhelm Kraft 38 P. Männer, Kl. 1: 1. Albert Briegel 51 P., 2. Wilhelm Schmitt 44 P., 3. Karl Lotz 41 P., 4. Walter Stein 32 P., 5. Albert Bopp 31 P. HI., Kl. A: 1. Erwin Wallbott 49 P., 2. Wilhelm Schneider 38 P., 2. Fritz Förfterling 38 P. HI., Kl. B: 1. Ewald Stumpf 52 P., 2. Heinz Bär 48 P., 3. Heinrich Mohr 45 P., 4. Helmut Hammel 41 P., 5. Ludwig Fink 39 P. B D M., Kl. A: 1. Gretel Gast, 2. Irma Stumpf. Ä BDM., Kl. 8 : 1. Emma Münch 49 P., 2. Elli Schmidt 45 P., 3. Anneliese Jung 42 P., 4. Alma Lind 39 P., 5. Erika Amend 33 P. DJ., Kl. 1: 1. Rudolf Schneider 56 P., 2. Heinz Meyer 49 P., 3. Helmut Hupfeld 47 P. DI., Kl. II: 1. Raimund Meyer 61 P., 2. Karl Reitz 59 P., 3. Gerhard Gottwalz 58 P. BDJM., Kl. Ä : 1. Margarete Burk 70 P., 2. Elfriede Freund 64 P., 3. Irma Textor 59 P., 4. Elli Lotz 56 P., 5. Lilli Stumpf 55 P., 5. Ottilie Heppding 55 P. BDJM., Kl. 8: 1. Emma Stumpf 76 P., 2. Lydia Stumpf 74 P., 3. Gisela Lang 64 P. Büchertisch. — .Lieder der Arbeitsmaiden". Herausgegeben von der Reichsleitung des RAD. für die weibliche Jugend. 2. Ausgabe. Kart. 1,20 RM., Leinen 1,85 RM. Ludwig Doggenreiter Verlag, Potsdam. — (160) —Dieser Liederbuch wird nicht nur im Rahmen des Arbeitsdienstes Freude finden: überall, wo Frauen und Mädchen zusammenkommen, um im gemeinsam gesungenen Volkslied oder Bekenntnislied einen neuen Quell der Freude und der Verbundenheit zu erleben, wird man zu diesem Buch greifen. — „M ädel i m Dien st: Jungmädel- Sport" und „M ädel im Dien st: BD M.- Sport". Zwei Bände. Herausgegeben von der Reichsjugendfuhrung. Leinen je 1,85 RM. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (161) Das zweibändige Werk enthält die gesamten Vorschriften für die körperliche Ausbildung der Jungmädel und für die gesamte Sportarbeit im BDM. Im Mittelpunkt des „Jungmädel-Sport" steht die Grundschule der Leibesübungen, die mit Spielen beginnt und zu Gymnastik, Bodenturnen, Hindernisturnen, Leichtathletik und Schwimmen weiterführt. Abschnitte über Jungmädeltanz und Ordnungsübungen schließen sich an. Den Schluß bilden die Vorschriften über das Abhalten von Sportstunden und Sportabenden, sowie die Anmerkungen über die Gesunüheitsführung des Jungmädels. Der Band „BDM.-Sport" vermittelt all das, was das BDM.-Mädel und die BDM.-Führerin für die körperliche Ertüchtigung der Mädel wissen muß. — Das Himmelsjahr — Sonne, Mond und Sterne im Jahres lauf 19 4 0/4 1. 104 Seiten. Mit 96 Abbildungen und Sternkarten sowie zwei Modellbogen. Kart. 1,50 RM. Franckh'sche Verlagshanülung, Stuttgart. — (153) — Ungewöhnliche und besonders schöne Konstellationen wird, wie schon zu Anfang dieses Jahres, der Sternhimmel in den nächsten Monaten wieder zeigen. Und heute, da nicht der Schein der Lichtreklame den Anblick des reinen Sternhimmels beeinttächttgt, wird jedermann gern zu einem Führer greifen, der ihm den Stand der Sterne für jeden Monat und jede Stunde dank neuarttg einstellbarer und übersichtlicher Monatskarten zeigt, auf auffallende Erscheinungen, lohnende und reizvolle Beobachtungsmöglichkeiten hinweist, der von Gesetz und Bahnen der Planeten berichtet, der zeigt, wann der Mond in den einzelnen Monaten scheint und das alles ohne Gelehrsamkeit, sondern so, wie es jedem Freude macht, die Erscheinungen des Sternhimmels zu beobachten. Auch eine reizvolle Bastelarbeit „Unsere Sternuhr — eine Uhr ohne Uhrwerk", ist in dem Büchlein zu finden, und die Monatssternkarten sind so ausgearbeitet, daß durch eine besondere Maske, die dem Büchlein beigegeben ist, das Bild des Sternhimmels für jede Stunde genau eingestellt werden kann. (9Ö-- sl-b-s' KoNNU Keilas @i£ fieö’111 Ä St* inf* tsg ♦ flüh Die kommt auheroi aus der einen * außen? anlage durch l Auman lehnuni enispra die lib( Titules Dppofii alten $ Eintrit Kestm Die MMN troleui großn erhöht Paris Jnterc zrchd! in ® -------------- ' -------------------------------\ DieDeol$diei*il$lrool RMHMe Kreisdienststelle Wetterau Für das Winterhalbjahr 1940/41 sind für Gießen folgende Veranstaltungsringe festgelegt: 1 Theaterring mit 8 Veranstaltungen im Pla^grnppensystem (2 Opern - 2 Operetten - 2 Schauspiele - 2 Lustspiele) Spielbeginn: 7. Oktober 1940 Preise: RM. 14.40,12.-, 9.60, 7.20, 4.80 (in sieben Raten zahlbar) 1 Theater ring mit 16 Veranstaltungen im Platygruppencystem (4 Opern — 4 Operetten - 4 Schauspiele — 4 Lustspiele) Spielbeginn: 21. September 1940 Preise: RM.28.80,24.-,19.20,14.40,9.60 (in siebenRatenzahlbar) In Zusammenarbeit mit dem Stadttheater und dem Konzertverein Gießen 1 Konzertring mit 2x6 Konzerten davon jeweils 4 Orchesterkonzerte und 2 Solistenabende - Preise je nach Biete nnd Platz In Zusammenarbeit mit dem Goethebund, Kaufmännischen Verein und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde 1 Vortr^gsring mit 12 Vorträgen davon 4 Dichterlesungen 9 2 geographische Vorträge und 6 allgemeine Vorträge - Preise je nach Biete nnd Platz Anmeldung und Auskunft bei allen Betriebs- und Orts warten Kraft durch Freude und in der Kartenverkaufsstelle Gießen, Seltersweg 60, Tel. 2141. Verlangen Sie die ausführliche kostenlose Werbebroschüre. VULKAN- Hand - F euerlöscher Kübelspritzen und Einstellspritzen einschließlich 5 Meter Schlauch und Spritzdüse (Leistung 10 Liter pro Minute) liefert für Feuerlöscheinrichtung (und auch als Luftschutzgegenstand geeignet) in Fabriken und Gebäuden Vertreter L Sommeriad, Gießen, Wernerwall 9. Fachm. Beratung über Feuerschutz kostenlos. 3910 D Freibankverkauf am Freitag, 6.Sevt. 1940 8M3a von 8- 9 Uhr Nr. 501-550 von 9-10 Uhr Nr. 551-600 von 10-11 Uhr Nr. 601-650 von 11-12 Uhr Nr. 651-700 am SamStag, 7. September 1940 von 8- 9 Uhr Nr. 701-750 von 9-10 Uhr Nr. 751-800 DonlO-11 Ubr Nr. 801-850 Stttdt. Schlachthof, Gießen. Mein Betrieb ist ab Montag, den 9. September, wieder geöffnet. Eintragungen in die Kundenliste können von diesem Zeitpunkt an vorgenommen werd. Georg Schleuning Schnhmachermeister Gießen, Friedensstraße 1. Mehr Freude an der Natur durch Bermübler-Bücher! Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen | Mietgesuche | Woßnung mögt, mit Bad, zum 1. oder 15. Oktober gesucht. 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Ziehungstag Ja der Nachmittagsziehung wurden gezogen 305545 135 Gewinne zu 1000 RM. 889 10529 19148 29422 55262 58785 59162 67346 72173 74533 78450 137187 144594 176681 264 Gewinne zu 500 RM. 4578 10819 13116 17851 18888 19171 23748 24028 24760 25249 25482 34992 35661 37086 38369 46558 49027 51645 57445 57587 58476 66366 87076 109831 22. ZiehungStag > 3. September 1940 3938C 205317 237470 314226 360047 97084 183551 111638 Befind (Eintragung in die Kundenlisten am Samstag, dem 7. Septemder 1940, von 9 bis 12 und 14 bis 19 Uhr 200343 229359 308790 349309 200549 231672 310235 350801 216121 263775 320568 379113 219860 300002 339596 383892 72075 131984 162817 219076 251817 284270 321538 347274 396922 136589 173248 193027 239532 255981 289946 335849 358751 387615 80892 136220 165674 219719 259379 287228 324839 359811 139623 173466 194586 239926 256092 295469 340303 360709 391483 354472 71960 15749 58700 112873 145992 196638 246144 279457 311078 330570 382324 91211 110967 163538 184138 205188 244989 268963 303968 347296 371658 101022 113232 165872 187841 207494 246514 272156 319852 347585 376302 116132 159849 205696 249783 282354 314800 338631 384157 101502 120258 167544 188357 209901 248084 274735 330564 354129 378465 71234 128208 160460 208575 250731 283629 319876 339707 389167 133422 170367 190475 234658 253595 284378 333403 357852 379095 110717 157688 179101 194663 242232 264620 295836 340318 364483 395928 140979 176142 235345 268023 302971 329803 366655 215690 241735 315356 372536 110837 161901 181960 204772 244392 268755 296236 340984 370040 396906 144851 195756 240489 270266 307767 330287 381748 222259 301280 339687 385834 320303 333809 157438 84457 140725 175343 223932 266141 289493 326671 360914 249116 344345 159644 223960 301869 344445 226505 53607 266534 Der Herr Reichsstatthalter 'm Hessen — Landesregierung — Abt. IX hat mit Verfügung vom 30. Mai 1939 unter Nr. IX/5808 den vorgelegten Fluchtlinienplan für das Gebiet der Randstraße am Sportfeld nebst der nachstehenden Ortsbausatzung genehmigt. Gießen, den 3. September 1940. Der Oberbürgermeister. gez. Ritter. Gießen, den 3. September 1940. Der Oberbürgermeister, gez. Ritter, lästigungen für die Anwohner herbeiführen, grundsätzlich verböten. 3 Gewinne zu 10000 RM. 15 Gewinne za 5000 RM. 331411 Gewinnauszug 5. Klasse 3. Deutsche Reichslotterie 42 Gewinne zu 2000 RM. 19405 34153 45478 56278 106477 120141 160182 167261 217214 259995 349507 378081 i77Sz®oÄC S.U 2000 RM. 93407 107358 152662 223692 258249 349474 356150 384120 394449 SU 1W0 RM. 17677 15*584 34267 39775 48900 'W S SB 'S W Ä Ä Ä Ä 308661 3,5449 3,8629 332556 347M0 Christian Weeg jun. Schuhmachermeister / Orthopädische Werkstäiie Aus jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefalle»», und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in de« drei Abteilungen I, II und III Gewerbebetriebe, die unter § 16 der RGO. fallen oder die durch Gase, Dämpfe, Gerüche, Rauch, Ruß, Wärme, Staub, Geräusche, Erschütterungen oder ähnliche Einwirkungen, Nachteile, Gefahren oder “ Hypotheken an 1. Stelle zu 5% und 472% vermittelt flenn. Kirchner Jmmob.-Makler Bleichstr. 18. Ortsbausatzung zum Bebauungsplan für die Randstratze beim Sportgelände zwischen Wiesenstratze und der verlängerten Straße „Am Sandfeld". Nach vorausgegangener Beratung mit den Ratsherren wird mit Genehmigung des Reichsstatthalters — Landesregierung — vom 30. Mai 1939 zu Nr. IX/5808 auf Grund des § 3 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 der Reichsverordnungen über die Regelung der Bebauung vom 15. Februar 1936 (RGBl. I S. 104) und über Baugestaltung vom 10. November 1936 (RGBl. I S. 398) der Art. 2, 9, 29, 37 und,59 der Allgemeinen Bauordnung vom 30. 4.1881 und der §§ 3—5, 7, 9, 18 und 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung vom 1. II. 1882 folgende Ortsbausatzung erlassen: \ 81. Zu Art. 29 der Allg. Bauordnung. Luftschutzspritzen mit Schlauch sowie alle anderen Luftschutzgeräte wieder eingetroffen Edgar BORRMANN £ Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 und 4156 — 3937A 2 Würfe 8erkel zu verkauf, o^ea Hans Höchst Gießen Krofdorf.Str.35- 3« der Bormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 5000 NM. 136512 12 Gewinne zu 4000 RM. 94457 113944 192930 3847506eiDlnne 3U 3000 ÄajL 163352 191559 290726 9 Gewinne zu 4000 RM. 27 Gewinne zu 3000 RM.____ . 258386 284907 326614 378495 380588 weiß-grau gefl., Ecke Jahnstr. und ttannenro. (ozee? entlaufen! Angaben erb. an Schweißer, Iahnstraße 33. FürAngaben,die zur Auffindung derKatzeführen, RM.S^Belohn. 300 Gewinne zu 500 RM. 13511 14508 22371 24221 27586 ZL 62078 S 7^ S2 102999 104708 108447 ---------— 8 2. Zu Art. 37 der Allg. Bauordnung. Die Errichtung von Seiten- und Hintergebäuden zu Wohnzwecken ist untersagt. Bauten für andere Zwecke bedürfen der besonderen Genehmigung. Kraftwagenhallen können nur an der für sie vorgesehenen Stelle genehmigt werden. Die Entfernung der Gebäudeblocks von der Nachbargrenze hat mindestens 5 m zu betragen. 8 3. Zum Art. 59 der Allg. Bauordnung, § 78 der Ausführungsverordnung zur A.B.O. und der Reichsverordnung über Baugestaltung vom 10. 11. und 17.12.1936. Die Bebauung der gesamten Ringallee ist nach einheitlichen Gesichtspunkten durchzuführen. Vor- geschrieben ist die offene Blockbauweise in Form von Doppelhäusern, wobei für die Aufteilung der Straßenfronten der genehmigte Bebauungsplan maßgebend ist. Die Wohngebäude sind dreigeschossig zu errichten, d. h. außer dem Kellergeschoß sind drei Vollgeschosse vorzusehem Der Ausbau des Kellergeschosses zu Wohnzwecken ist verboten. Die O.K.-Traufe muß 10 m "ber der Straßen-O.K. liegen. Maßgebend ist das Modell und der Aufbauplan des Stadtbauamts, die einen Bestandteil dieser Ortsbausatzung bilden. Die Gebäude müssen in ihren Grundrissen und Ansichten allseitig out durchgeblldet und architektonisch einwandfrei sein. 8 4. Zu Art. 39 der Allg. Bauordnung und § 62 der Aus- führungsverordnung der Allg. Bauordnung. Die Einfriedigungen der Grundstücke sind nach den Anordnungen der Baubehörden einheitlich zu gestalten. Die Bepflanzung der Vorgartenflächen ist so durchzuführen, daß die Verkehrsübersicht in jeder Hinsicht gewährleistet ist. 8 5. Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage nach der Veröffentlichung in Kraft. !Uüh (Münchener und Meißener Keramik) zu verkauf. Schr. Anfr. unt. 02969 a.d.G.A. Gut erhaltene Damen Pelzjacke Gr. 49'44; velzgefütterrer Herrenmanlel Stutzer,gr.Figur zu verkauf. 02965 Anzus.vorm.10-1 UhrPos.Str.21. 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