Montag.5.August MO vormittags Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,UbrdesV. Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel 8 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr General-Anzeiger für Oberhessen Siehen, Schulstratze 7-9 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: DieIllustrierte Gießener Familienblätter Heimat tmBild-DieScholle Mouats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Vruck und Verlag: brühlsche Unioerfitätsöruderei K. £angt tyo. Jahrgang Nr. 183 jwy 9 ' W & 1 Gietzener Anzeiger Aufbauziele in Von unserem v. Belgrad, August 1940. Immer mehr macht sich in Jugoslawien der Hunger nach Boden bemerkbar. Das starke Anwachsen der Bevölkerung erzeugt einen jährlichen Ueberschuß an Arbeitskraft, für die keine Arbeitsplätze zu finden sind. Der landwirtschaftliche Boden wird von Jahr zu Jahr dichter besetzt und kann nicht mehr alle Mitbesitzer ernähren. Zwei Möglichkeiten bestehen, Hilfe zu schaffen: Entweder eine intensivere Bearbeitung des Bodens und Umstellung der Landwirtschaft oder Schaffung von neuem landwirtschaftlichem Boden. In der ersten Richtung gehen schon seit Jahren die Bemühungen, doch ist oieser Weg sehr langwierig, weil der Bauer konservativ und von Natur aus zurückhaltend ist. Deshalb ziehen leitende Kreise auch die zweite Möglichkeit ernsthaft in Erwägung. Nach Berechnungen jugoslawischer Fachleute gibt es in Jugoslawien rund 600 000 Hektar sumpfigen Bodens, der durch Entwässerungsarbeiten zu landwirtschaftlich nutzbarem Boden gemacht werden könnte. Ebenso groß ist die Bodenfläche in wasserarmen Gebieten, die durch ein Bewässerungssystem gleichfalls landwirtschaftlich nutzbar gemacht werden könnte. Die Entwässerung von rund 300 000 Hektar Sumpfgebiet würde Investitionen von 1,5 Milliarden Dinar erfordern. Durch die landwirtschaftliche Ausnützung dieses Bodens würde sich aber der Ertrag der Landwirtschaft um 450 bis 500 Millionen jährlich erhöhen, so daß der Mehrertrag von drei bis vier Jahren die Investitionen für die Meliorisierung schon decken würde. Die Nutzbarmachung einer Bodenfläche in diesem Umfange würde einen jährlichen Exportüberschuß von rund 30 000 Waggon Weizen ergeben, eine Menge, die gerade notwendig ist, um neben der vollen Ernährung der Bevölkerung Jugoslawiens eine stabile Ausfuhr von Weizen zu sichern. Denn jetzt wird oft die Ausfuhr ermöglicht nur zu Lasten der Volksernährung. Die Durchfüy- rung solcher Meliorationsarbeiten ist eine Ausgabe, deren Notwendigkeit von Jahr zu Jahr offenkundiger wird. Es stellt sich nur die Frage, wie Jugoslawien die notwendigen 1,5 Milliarden Dinar für die Durchführung dieser Arbeiten aufbringen kann. In diesem Zusammenhang werden in wirtschaftlichen Kreisen immer mehr Stimmen laut, die von der Notwendigkeit einer inneren Anleihe sprechen. In jugoslawischen Kreisen wird immer wieder die Notwendigkeit umfassender innerer Reformen in Jugoslawien unterstrichen. Diese Reformen sollen in zwei Richtungen erfolgen: politisch und sozial. Die politischen Reformen beziehen sich in erster Linie auf den definitiven Ausbau Jugoslawiens zum Bundes st aat. Diese Entwicklung begann mit der Bildung des autonomen Kroatiens im August vorigen Jahres. Sie wurde durch die außenpolitischen Ereignisse jäh unterbrochen. Jetzt, da sich die außenpolitischen Verhältnisse zu klären beginnen, wird man mit dem politischen Umbau des Staates fortfahren müssen, da der heutige Zustand nur ein Provisorium darstellt. Man wird an die Organisätion eines autonomen slowenischen und serbischen Bundesstaates herantreten müssen, wobei noch die.Frage bereinigt werden muß, ob man in den stark vermischten serbisch-kroatisch-mohammedanischen» Gebieten, wie Bosnien, nicht einen vierten gemischten Bundesstaat schäften soll. Natürlich wird diese politische Neueinteilung des Staates auch verschiedene wirtschaftliche und finanzielle Aenderungen nach sich ziehen müssen, aber wahrscheinlich auch innerpolitische in der Struktur der Bundesstaaten, mit Rücksicht auf die politischen Ideen, die heute in Europa siegreich sind. Ueber die Notwendigkeit einer neuen sozialen Ordnung in Jugoslawien sprach der jugoslawische Ministerpräsident Dragjscha Zwetkowitsch in einer Rede vor Vertretern der von ihm gegründeten jugoslawischen Arbeitersyndikate, genannt .Lugoras". In der italienischen Presse wird dieser Rede große Bedeutung zugeschrieben als Ankündigung der Absicht führender Kreise, in Jugoslawien eine Art korporativen Systems zu schäften. Zwetkowiftch hob hervor, daß alle alten volkswirftchaftlichen Theorien Bankerott erlitten hätten. An ihre Stelle seien die Dolks- disziplin und die straffe Organisation der nationalen produktiven Kraft getreten. Die Zeiten geböten, daß auch in Jugoslawien die Ansichten über Kapital und Arbeit zu Gunsten des arbeitenden Volkes revidiert würden. Die nationalen konstruktiven und verteidigungsfähigen Kräfte feien bei den jüngsten Weltereignissen in jenen Ländern zum vollen Ausdruck gekommen, in denen Disziplin herrsche, die Zusammenarbeit zwischen Kapital und Arbeit auf gerechte Grundlagen gestellt und keine grobe Ausbeutung der Arbeitskraft möglich sei, die Länder, in denen ein einheitlicher Wille von oben gerecht die Art und Richtung dieser Zusammenarbeit bestimme und wo es kein Feilschen gebe darüber, wie und wieviel gearbeitet werden solle. Das Kapital müsse gestutzt werden im Interesse des arbeitenden Volkes, die Verteilung der Güter müßte gerechter, alle Schärfen müßten abgefeilt werden. In jeder Richtung ergebe sich die Notwendigkeit einer sozialen Nivellierung, denn die nationale Wirtschaft müsse vor allem dem Volke und dem Staate dienen. Dieses Programm werde langsam und allmählich durchgeführt. Bald würden in Jugoslawien Reformen kommen, in denen diese Gedanken in den Hauptlinien zum Ausdruck gelangten. Jugoslawien müsse den* Weg großer Staaten betreten, die von Grund aus die Physiognomie ihrer sozialen Struktur geändert haben. Zu den weiteren Aufbauzielen Jugoslawiens ist auch die Anpassung an die Neuordnung Europas zu rechnen. In politischen Kreisen Belgrads ist man angesichts der neuen Sachlage der Meinung, daß sich auch der Balkan und die Donauländer in gewissem Sinne der kommenden Neuordnung in Europa anpassen müßten. Die ersten Anzeichen dieser Bewegung machen sich bereits bemerkbar. In Ungarn und Bulgarien sind in der letzten Zeit natio- nallstische Elemente aktiver geworden. In Rumä- Jugoslawien. M.-Korrespondenien. nien setzte eine innere Umschichtung ein, und man sagt sich in Belgrad, auch in Jugoslawien müsse die innere Umformung, die mit der Bildung des Bundeslandes Kroatien begonnen hat, fortgesetzt werden. Man ist der Ansicht, daß alle diese Revisionen und Umformungen auf friedlichem Wege durchgeführt werden können. Jugoslawien sei, gerade so wie alle anderen Staaten des Südostens, bereit, an der Neuordnung in Europa mitzuarbeiten und der friedlichen Zusammenarbeit von Europa notwendige Opfer zu bringen. In diesem Sinne wurde schon seit Jahren die jugoslawische Außenpolitik gelenkt. Die Bestrebungen Jugoslawiens, mit allen Nachbarn, und vor allem mit Deutschland und Italien, Freundschaften zu schaffen Neuyork, 5. Aug. (Europapreß.) Der englische Korrespondent der „New Jork Times" berichtet aus einem ungenannten Kanalhafen über die unheimliche Regelmäßigkeit der deutschen Luftangriffe, deren Schrecken bereits die halbe Bevölkerung der Stadt veranlaßt hätten, auszuziehen. Täglich fielen die Bomben herab, erklärt der Korrespondent. Welle auf Welle erscheinen die deutschen Flugzeuge von mittags bis abends. Der Korrespondent weist darauf hin, daß es den deutschen Piloten nach der Eroberung der Festlandsküste möglich ist, schon wenige Minuten nach dem Start ihre Bomben über dem englischen Angriffsziel fallen zu lassen. Der Korrespondent beschreibt, daß die deutschen Flieger in kleinen Gruppen von einer Wolke in die andere tauchten und nach allen Richtungen kreuzend ein unheimliches Trommelfeuer von Bomben längs der gesamten Küste niedergehen ließen. Sämtliche kleinen Kanalhäfen seien unter diesem tödlichen Zerstörungsregen mehr oder weniger in Ruinen gelegt. Stundenlange Massenangriffe auf Konvois im Kanal seien „keine Seltenheit". Englands Blockade. Neuyork, 4. Aug. (Europapreß.) Die von Tag zu Tag sich verschärfenden Sparmaßnahmen auf jedem Gebiet des öffentlichen Lebens in England infolge der deutschen Blockade sind eines der Hauptthemen der England-Berichte der Neuyorker Blätter. Die Zeitung „Sun" schildert, wie die deutsche Blockade dazu geführt habe, daß in London sämtliche Schaufenster, Hauswände, Bahnhöfe mit Plakaten überschwemmt sind, auf denen der Bevölkerung Parolen wie: „Pflanzt jetzt Karotten und Spina t", „Vermeide Verschwendung", „Führe Krieg in der Küche" entgegengerufen werden. Der sich immer mehr verschärfende Stockholm, 4. Aug. (Europapreß.) Zum ersten Male seit dem Ende des Weltkrieges sieht sich England am Montag, dem 5. August, gezwungen, den üblichen Bankfeiertag nicht abzuhalten. Seit vielen Jahren war in England der erste Montag im August ein Bankfeiertag; sämtliche Geschäfte und Unternehmungen stellten an diesem Tage ihre Arbeit ein. In diesem Jahre ist das jedoch nicht möglich, weil der augenblickliche Kriegszustand das nicht zulaßt. Am Vortag des Bankfeiertages, am Sonntag, war London im Vergleich zu früher menschenleer. In einigen Parks fanden Militärkonzerte statt. Jedoch waren die meisten Besucher keine erholungsuchenden Zivilisten, sondern Soldaten, die jetzt zu Tausenden in großen Zelten in den verschiedenen Parks untergebracht sind, weil man keine Kasernen für die Eingezogenen hat. Die wenigen Zivilisten, die in die Stadt zurückgekommen waren, taten dies nicht, um den Konzerten beizuwohnen, sondern um in ihren alten Stadtwohnungen nach dem Rechten zu sehen. Seit Monaten wohnen Hunderttausende von Londonern in den Grafschaften nördlich und westlich der Hauptstadt, weil sie einen Angriff auf London befürchten. Viele von ihnen benutzen den „ersten Kriegs-Bankfeiertag", um Dinge in der Hauptstadt zu erledigen, zu denen sie bisher nicht gekommen sind. Die Flucht aus London hat einen besonders großen Umfang angenommen, seit dem das Luftfahrt- Ministerium fast täglich melden muß, daß deutsche Luftangriffe gegen militärische Ziele in der Themse-Mündung erfolgten. Nicht selten ist es vorgekommen, daß man in London das Explodieren der Bomben hörte. — Die Themse-Ufer, früher ein beliebtes Ausflugsziel Hunderttausender, liegen ebenfalls verlassen da. Jeder private Motor- und Segelsport auf der Themse ist verboten. Sogar seit Jahrzehnten gültige Angelerlaubnisse wurden von einem eigens zum Schutz der Themse eingesetzten Ausschuß für ungültig erklärt, weil man von den Anglern Sabotageakte befürchtete. Sämtliche Brücken über den Unterlauf der Themse werden Tag und Nacht bewacht, zumal während dieses „Ferien-Wochenends". Im vergangenen Jahr unternahmen Angehörige der Ira, der Irischen Republikanischen Armee, in den frühen Morgenstunden des Bankfeiertages einen Bombenan- und zu fertigen, stellten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Friedens in Südosteuropa dar. In der Verfolgung dieser politischen Linie habe Jugoslawien nun auch die diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland wieder hergestellt. Deshalb lasse sich Jugoslawien auch nicht beirren, sondern setze ruhig und vertrauensvoll seine Aufbau- potittk fort. Rumänien leitet Besprechungen mit Bulgarien ein. Belgrad, 4. Aug. (Europapreß.) Der rumänische Gesandte in Belgrad, Cadere, ist in der Nacht zum Samstag nach Sofia abgereist, um als Beauftragter der rumänischen Regierung mit der bulgarischen Regierung Vorbesprechungen zu führen über den von dem rumänischen Außenminister bereits angekündigten Bevölkerungsaustausch in der D o b r u d s ch a. Metallmangel habe zu der Einrichtung von Sammelstellen für Töpfe, Pfannen und Altmetall jeglicher Art in fast allen Straßen Londons und der Provinzstädte geführt. Die Rückgabe leerer Flaschen und Behälter aller Art werde als nationale Pflicht bezeichnet; zum Einkauf werde die Benutzung von Beuteln und Taschen empfohlen. Selbst die in Friedenszeiten schon winzigen Fahrscheine der Londoner Autobusse, die nach und nach zu der Stärke eines Stückchens Seidenpapier reduziert worden sind, müssen beim Verlassen des Autobus in einen Sammelbehälter gelegt werden, weil England es sich heute nicht mehr leisten kann, auch nur ein Stückchen Papier zu verschwenden. Die „New Pork Times" kommentiert das gleiche Thema mit dem Vorschlag an diejenigen ihrer Leser, die eine umfangreiche Korrespondenz führen, jedem Brief an einen britischen Freund einen Briefbogen und Umschlag zur Antwort beizufügen. Der Aluminiummangel ist in England nun so fühlbar geworden, daß die Erfüllung des Beaverbrook-Programms für die Herstellung von Kampfflugzeugen ernstlich in Frage gestellt ist. Die in der Bevölkerung deswegen vorgenommene Sammlung von Aluminiumgeschirr war nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. Aluminium soll jetzt auf dem Luftwege von USA. nach England gebracht werden. Pagborn, ein Beauftragter Beaverbrooks, kaufte in Neuyork 14 Tonnen Aluminium. Das Flugboot „Cub a", das bisher wissenschaftlichen Expeditionen in Afrika und Neu-Guinea diente, wird das Aluminium nach England bringen. Wie England die Sicherheit seiner von der deutschen Gegenblockade bedrohten Schiffahrt beurteilt, geht wohl am anschaulichsten aus dem Geschäftsgebaren seiner großen Versicherungsgesellschaften hervor. Die Versicherungsprämien sind von 3 v. H. (Anfang Mai) auf 6 v. H. (Juni) und in der letzten Zeit sogar auf 15 v. H. für Frachten nach den Westhäfen der englischen Küste gestiegen. Für Fahrten nach der Ostküste Englands werden überhaupt keine Versicherungen mehr abgeschlossen. Das ist das meerbeherrschende England! schlag auf die Flackfire-Brücke in London. In diesem Jahr hat man sich der gleichen Gefahr nicht aussetzen wollen, und die Zahl der Secret Service- Beamten wurde ebenso verstärkt wie die der berittenen Polizei, die am Sonntag ihr besonderes Augenmerk auf alle amtlichen Gebäude richtete, obwohl diese schon seit gut einem halben Jahr wegen der hohen Sandsackvarrikaden und Holzverschalungen nicht mehr zu sehen sind. Trotz aller gegenteiligen großsprecherischen Erklärungen fürchtet man, daß die Aktivität der deutschen Luftwaffe und der deutschen U-Bootwaffe in absehbarer Zett das Jnselreich von der Außenwelt abschneiden und damit die Blockierung Englands vervollständigen könnte. Deshalb ist auf Veranlassung der Regierung „irgendwo in England" eine Fabrik eröffnet worden, die Tabletten mit bem C = 23 i t a m i n Herstellen wird. Die C-Vitamine befinden sich besonders in Früchten, wie Zitrone, Apfelsine, Pampelmuse (Grapefruit), aber auch in Gemüsen. Bisher ist in England an Früchten und Gemüsen noch keine Knappheit, aber man hält es für das sicherste, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. In Friedenszeiten führte England die wichtigsten Obstsorten aus Italien und Spanien ein. Die italienischen Zufuhren haben aufgehört und die spanischen sind sehr stark zurückgegangen. Das gleiche trifft für die Obsteinfuhr aus Südafrika und Brasilien zu. Die größten Gemüselieferungen kamen bisher aus Holland und den von den Deutschen ebenfalls besetzten Kanalinseln. Es ist nicht möglich gewesen, in diesem Jahre schon den Eigenanbau an Gemüse zu erhöhen, da die Besetzung Hollands und der Kanalinseln nach der Zeit der Aussaat erfolgte. StärkstesZntereffe für Flugblätter mit der Rede des Führers. Neuyork, 4. August. (DNB.) Wie stark das Interesse der englischen Bevölkerung an der E r - forschung der Wahrheit über die Lage ist, in die es durch die kriegsverbrecherische Clique um Churchill gebracht wurde, ergibt sich aus einer Meldung der „New Jork Times" aus London, daß über England abgeworfene Flugblätter mit der Rede des Führers allenthalben stärkstes Klare Worte aus Moskau. Dor den Obersten Sowjets der UdSSR, hat der Regierungschef und Außenkommissar Molotow eine sehr klare und wohl abgewogene Rede gehalten, die in London und Washington wohl als eine unbarmherzige Abschlachtung der dort ausgeflatter- ten Enten bejammert werden wird. Nicht nur die englischen Plutokraten und ihre Gazetten, sondern auch gewisse nordamerikanische Filialen des Jnsel- 9riftes hatten seit Wochen erzählt, eine Versöhnung Sowjetrußlands mit Albion sei unbedingt zu erwarten, die Tätigkeit des neuen britischen Botschafters in Moskau, des ehemals radikalen ßaboumrit- gliedes Sir Stafford Cripps, habe eine Revision der Einstellung Sowjetrußlands zur Folge gehabt. Wirklich tat Sir Stafford Cripps alles, um die Anweisungen Churchills zu vollziehen. Er versammelte in Moskau die anglo-amerikanischen Pressejuden um sich, gab Sombeninformationen und gebär bete sich als Märchentante, bis die amtliche sowjetrussische Telegraphenagentur zweimal nüchtern alle Jnför- mattonslichter Sir Stafford Cripps ausblies und die Tatsache bekannt wurde, daß dieser englftche Botschafter in den ersten Wochen gar nicht und dann nur gewissermaßen sowjetrussisch-amtlich empfangen und behandelt worden war. Für die Sowjetunion ist dieser Krieg, das ging aus Molotows ernsten Worten hervor, eine Auseinandersetzung mit den imperialistischen Plutokratien, und die Stellung Sow- jetrußlands ist klar. Sie besteht im Ausbau der Freundschaftsbeziehungen zu Deutschland und in der Gegnerschaft zum imperialistisch-plutokratischen Kurs Englands und seines Quasi-Verbündeten jenseits des großen Teiches. Die Fortdauer der guten deutsch-russischen Beziehungen wurde unterstrichen durch die Bemerkung, das vor einem Jahr abgeschlossene Nichtangriffs-Abkommen sei durch den Gang der Ereignisse in seiner Wichtigkeit und seiner wetteren Entwicklung noch bedeutungsvoller geworden. Gegenüber den englisch-amerikanischen Versuchen, Quertreibereien zu inszenieren und die Sowjets mit dem Hinweis auf die wachsende Macht Großdeutschlands zu schrecken, war der Satz sehr deutlich: „Wir können lediglich bestätigen, daß unserer Ansicht nach den gutnachbarlichen und fteund- schaftlichen sowjetisch-deutschen Beziehungen, die sich herausgebildet haben, nicht zufällige Erwägungen von Konjunkturcharakter, sondern kardinale Staatsinteressen sowohl der UdSSR, als auch Deutschland zugrunde liegen." Mit Deutschland und Italien zusammen, dessen Beziehungen zur Sowjetunion Molotow ausdrücklich als verbessert bezeichnete — an einer Stelle sprach er vom gegenseitigen Verständnis auf dem Gebiete der Außenpolitik der beiden Länder Italien und Sowjetrußland —, hat Moskau auch ein direktes Interesse an der Konsolidierung der Verhältnisse auf dem Balkan fern der englischen Störungsmache. Damit berühren sich auch dort die Interessen Deutschlands und Italiens sowie der Südostländer mit Sowjetrußland. Sehr interessant waren die Angaben, die Molotow über das Verhältnis Moskaus zu A n f a r a machte, An- Interesse erweckt hätten und — während die amtlichen Stellen alles täten, um eine Verbreitung dieser Flugblätter zu verhindern — von der Bevölkerung mit Eifer erjagt und ftuöiert würden. Es hat ein schwunghafter Handel damit eingesetzt. Da die riesige Nachfrage der über die wahre Lage in Unkenntnis gehaltenen Bevölkerung nicht befriedigt werden konnte, sind insbesondere die Arbeitslosen dazu übergegangen, richtige Lesezirkel mit diesen Flugblättern zu veranstalten. Englands außenpolitische Bilanz. Rom, 4. Aug. (Europapreß.) Eine schwarze Woche, so schreibt Gayda im „Giornale d'Jtalia", sei über England gekommen. Nicht nur durch die auf England niedersausenden kriegerischen Ereignisse, sondern auch durch die Erschütterung seiner politischen Positionen, worauf sich bisher die imperiale englische Macht gegründet habe. Die Ausführungen Molotows hätten den völligen Fehlschlag aller englischen Anbiederungsversuche England und aller Welt klargemacht. Vergeblich habe sich England Jahre hindurch durch verlockende Versprechungen und Angebote seiner diplomatischen, inanziellen und amerikanischen Agenten bemüht, die Gunst Rußlands zu erwerben. Seine imperiale Position habe England dadurch zu retten gehofft, um eine neue Front gegenüber Deutschland und Italien aufrichten zu können. Nach der Rede Molotows seien die letzten Hoffnungen Englands zusammengebrochen. Die Polittk Japans gegenüber England versteife sich immer mehr, zeige sich immer fester und gegnerischer. Auch das neue zwischen Afghanistan und Rußland abgeschlossene Ueberein- kommen, habe England eine schwere Enttäuschung gebracht. Afghanistan, hoffte England, an seinen Wagen zu spannen und als Waffe gegen den russi- chen Einfluß in Asien gebrauchen zu können. Zu all dem komme auch das von USA. erlassene Aus - uhroerbot von Benzin für Flugzeug- motore und die Absicht Brasiliens, die englischen Eisenbahnen auf seinem Staatsgebiet an sich zu bringen. Der Balkan verschließe sich sehr rasch dem englischen Einfluß und selbst in der Türkei beginne man an dem „unfehlbaren" Sieg Englands offen zu zweifeln. Portugal habe auf sein bereits fünf Jahrhunderte dauerndes stillschweigendes Bündnis mit England verzichtet und Spanien habe die Selbständigkeit der nationalen Wirtschaft angekündigt. Auch die letzten englischen Ablenkungsversuche in Spanien seien mißglückt. Ueberall zeige ich eine immer schroffere und feindlichere Absonderung von England. Dadurch werde die von den beiden Achsenmächten geschaffene wirtschaftliche und militärische Blockade Englands immer vollständiger. Die englischen Kanalhäfen unter -em ständigen deutschen Lustbombardement. England kann sich keinen Bankfeiertag mehr leisten. gaben, die natürlich mit einer gewissen Spannung erwartet wurden. Er sagte, schon Anfang April habe er in Ankara wissen lassen, daß ein ausländisches Flugzeug türkisches Gebiet überflogen und das russische Erdölgebiet von Datum inspiziert habe. Die Türkei habe zunächst dieses Flugzeug abgeleugnet, aber die Veröffentlichung der deutschen Dokumente des Weißbuches habe ooch klargelegt, „was das für ein Flugzeua war" — nämlich ein englisches. Die Dokumente hätten „ein ungünstiges Licht auf gewisse Seiten der Tätigkeit in der Türkei geworfen", und daraus sei zu folgern, daß die sowjetrussischen Vorstellungen in der Türkei vollauf begründet waren. Es muß auffallen, daß Molotow nicht nur die gegenwärtigen und künftigen Beziehungen der Sowjets zu Deutschland und Italien als im kardinalen, also grundsätzlichen Staatsinteresse Moskaus liegend sehr begünstigt beurteile, sondern auch Japan einige freundliche Worte widmete. Dagegen waren seine Ausführungen über das besiegte Frankreich kalt und absprechend, über England sehr zurückhaltend, da „nach all den feindseligen Akten Englands gegen die UdSSR, schwerlich eine gute Entwicklung der sowjetisch-englischen Beziehungen zu erwarten war", und über die Politik Roosevelts sehr bitter und ironisch. In den USA. gebe es „nicht wenige Leute, die es lieben, ihre imperialistischen Pläne mit einer marktschreierischen Sorge um die Interessen der gesamten westlichen Halbkugel zu verbinden". Daher müsse die Sowjetunion wachsam sein. Diese Ausführungen haben die Stellung der Sowjetunion so sorgsam und klug formuliert, daß gewissen Leuten in London und Washington jetzt olle Felle weggeschwommen sein dürsten. Es war eine klärende, es war eine grundsätzliche Rede über die Außenpolitik unseres mächtigen Nachbarn, und es war eine Rede, die die Möglichkeiten einer weiteren natürlichen Entwicklung des deutsch-russischen wie des russisch-italienischen Verhältnisses durchaus bejahte. E. S. Die Bevölkerungsgliederung der Sowjetunion. Berlin, 4. Aug: (DNB.) Aus den Ergebnissen der letzten Volkszählung in der Sowjetunion im Januar 1939 bringt „Wirtschaft und Statistik" einen aufschlußreichen Bericht über die Gliederung der Bevölkerung der Sowjetunion nach Nationalitäten, sozialen Gruppen, Alter und Bildung. Danach leben auf dem Gebiet der Sowjetunion nicht weniger als 47 verschiedene Nationalitäten. Den Hauptbestandteil der Bevölkerung bilden mit 99 Millionen oder 58 v. H. der Gesamtbevölkerung die Russen. In weitem Abstand folgen die Ukrainer mit 28 Millionen oder 16 v.H. und die W e i ß r u s s e n mit 5,3 Millionen oder 3 v. H. Aus diesen drei slawischen Völkern setzt sich zu mehr als drei Vierteln die Bevölkerung der Sow- jetunion zusammen. Von den übrigen 44 Nationalitäten haben einen Anteil von mehr als 1 v. H. an oer Bevölkerung nur noch die Usbeken, Tataren, Kasaken, Juden, Aserbaidschaner, Grusiner und Armenier. An Deutschen wurden 1,4 Millionen oder 0,8 v. H. gezählt. ' Der sozialen Gliederung nach bilden die Kollektivbauern mit 75,6 Millionen oder 44,6 v. H. die stärkste Bevölkerungsgruppe. Auf die Arbeiter in Stadt und Land entfallen dagegen nur 32,2 v. H. und auf die Gruppe der Angestellten 17,5 v. H. Von Interesse sind auch die Angaben über die Veränderung der sozialen Gliederung der Bevölkerung im letzten Jahrzehnt. Infolge der Industrialisierung und der Kollektivierung ist danach von 1928 bis 1939 der Anteil der Arbeiter und Angestellten von 17 v. H. auf 49,7 v. H. und der Anteil der Kollektivbauern einschließlich der genossenschaftlich organisierten Heimarbeiter von 3 v. H. auf 46,9 v. H. angewachsen. Der Anteil der Einzelbauern dagegen ist von 73 v. H. auf 2,6 v. H. gesunken. Der B i l d u n g s st a n d hat sich von 1926 bis 1939 gehoben. Der Anteil der Vollanalphabeten an allen *9 und mehr Jahre alten Personen ist von 49 auf 19 v. H. zurückgegangen. Immerhin kann auch heute noch ein Drittel aller Landstauen weder lesen noch schreiben. Personen mit Hochschulbildung wurden 1,1 Millionen ober 0,6 v. H., Personen mit Mittelschulbildung 13,2 Millionen oder 7,8 v. H. gezählt. Oie Eingliederung Bessarabiens und der Anschluß Litauens. Moskau, 3. Aug. (DNB.) Der Oberste Sowjet beschloß die Vereinigung Bessarabiens mit der moldauischen Republik, die zu einer sowjetischen sozialistischen Bundesrepublik erklärt wird. Wahlen werden festgesetzt. Die Nordbukowina sowie die bessarabischen Bezirke Cho- tin, Akkerman und Ismail sollen der ukrainischen Bundesrepublik angegliedert werden. Auch hier sollen Wahlen festgeseK werden. In der Sitzung des Obersten Sowjets am Samstag wurde Litauen durch einstimmigen Beschluß der Versammlung als 14. Bundesrepublik der Sowjetunion angegliedert. Einige Bezirke der weißrussischen Bundesrepublik mit vorwiegend litauischer Bevölkerung sollen zur Litauischen Bundesrepublik kommen. Mandel wird nach Frankreich gebracht. Rom, 4. Aug. (Europapreß.) Der ehemalige Minister des Innern im Kabinett Reynaud, der Jude Mandel, wird von Meknes (Nordafrika) nach einem Ort in der Nähe von Clermont-Ferrand gebracht werden, um vom Kriegsgericht abgeurteilt zu werden. Die Tagung des Gerichts ist auf den 8. August anberaumt worden. Gleichzeitig mit Mandel sollen auch G a m e l i n, D a - lädier, Reynaud und Löon Blum vor dem Kriegsgericht erscheinen. Die französische Zeitung „L'Eclaireur de Nice" erfährt aus Perpignan aufschlußreiche Einzelheiten über die Flucht reicher Juden aus Frankreich. Der jüdische Bankier Edouard Ponas war beim Ueberschreiten der spanischen Grenze im Besitz von ausländischen Devisen im Werte von 30 Millionen Franken mit einer Ausfuhrbewilligung der damaligen französischen Regierung. Ein Sonderzug von 15 Wagen brachte 75 Mitglieder der jüdischen Familien Rothschild und W e y l über die Grenze, die alle mit einem Visum für Marokko und Südamerika versehen waren und über 200 Millionen Franken in Gold und Devisen mitführten. Die stanzösische Regierung hat durch den Rundfunk eine letzte Warnuna an Angehörige des französischen Heeres erlassen, sich weiter am Kriege ^u beteiligen. Die Regierung weist darau hin, daß dieses Vergehen von nun an rücksichtslos mit der Todesstrafe geahndet werde. Nur wer bis zum 15. August 1940 nach Frankreich zurück kehre und sich den Behörden stelle, könne noch auf eine gewisse Nachsicht zählen. Deutsches lldoot versenke sieben bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 56118 MT. Der Wehrmachlsbericht vom Samstag. Berlin, 3. Aug. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant Kretschmer hat auf einer Fernfahrt sieben bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 56118 BRT. versenkt, darunter drei in Geleitzügen fahrende Tanker. Damit hat dieses Boot bisher insgesamt 117 367 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes und den britischen Zerstörer „Daring" versenkt. An der Ostküste Englands vor Harwich und der Themsemündung sowie vor den Hebriden wurden am 2. August mehrere bewaffnete feindliche Handelschiffe mit Bomben belegt. Drei der angegrif- enen Schiffe mit zusammen 16 000 BRT. wurden versenkt. 3n der Rächt zum 3. August wurden einzelne Angriffe auf Tanklager und Flakstellungen in England durchgeführt. 3m Tanklager Thameshaven wurden hierbei ausgedehnte Brände beobachtet. Einige am Tage in Holland und Rordfrankreich eingeflogene feindliche Flugzeuge fliehen überall auf wirksame 3agd- und Flakabwehr, so daß ie ihre Bomben ungezielt ins Gelände warfen. Bei Lufttämpfen über der 3jssel-See und im Seegebiet von 3jmuiden gelang es, zwei Briftol-Blenheim- Flugzeuge, bei Le Havre ein weiteres Flugzeug des gleichen Musters durch Flakartillerie a b z u f ch i e - z e n. Rach Rord- und Westdeutschland in der Rächt Reuyork,3. Aug. (DRB.) Die Spätausgaben der Reuyorker Abendblätter bringen in großer Aufmachung und mit schreienden Ueberschriften auf der ersten Seite amtliche Berichte aus London, wonach britische Luftstreitkräfte Hamburg „pul- v e r i s i e r t" hätten. Es wird besonders hervorgehoben, daß dtt Briten nur militärische Objekte angegriffen hätten und nur ein einziges britisches Flugzeug werde vermißt. , * Wir sahen am Samstag, einem Tag nach dem angeblichen „Großangriff" der RAF. das pulverisierte Hamburg". Wir fuhren kreuz und quer durch die große Hafenstadt, durch die Arbeiterviertel, die Villenoorstädte, und das weitverzweigte Hafengebiet. Wir sprachen mit den Hamburgern und mit den in Frage kommenden Dienststellen und erfuhren bei unserem Forschen nach den „Trümmerstätten", daß von den vergangenen vier Nächten nur in d e r letzten Nacht „Fliegeralarm" war, lediglich Fliegeralarm!!'Es ist nicht eine einzige Bombe auf Hamburger Gebiet gefallen. Der Angreifer wurde durch die starke und wirkungsvolle Abwehr zum Abdrehen gezwungen, bevor er seine Bombenlast loswerden konnte. In den Nächten vorher war von der vielgerühmten RAF. weder etwas zu hören, noch etwas zu sehen. Das sind die Tatsachen, von denen sich am Samstag auch eine große Reihe von Auslands- pressevertretern überzeugen konnte. Hamburg, unsere schöne Elbestadt, ist unversehrt. Das Leben geht seinen normalen Gang. Jetzt zum Wochenende strömen die Bewohner hinaus ins Freie. Im Hafen, auf den Wersten und den Helligen deutet nichts darauf hin, daß sich die Engländer hier seit Monaten bemühen, ihre Bomben wirkungsvoll ab=. zuladen. Sie fanden bisher immer ein anderes Ziel, jene Wohnviertel wie Barmbeck, den dichtbevölkertsten Teil Hamburgs, wo am 3. Juli Engländer ihre Bomben z w i s ch en spielende Kinder warfen. 13 Kinder und drei Erwachsene waren auf der Stelle tot. Neun Kinder starben später an ihren furchtbaren Verletzungen im Krankenhaus. Wir sahen an der Grenze von Alsterdorf jene G r e i s e n a n st a l t, die Krüppel und Epileptiker beherbergt. Hier ebenso wie in Barmbeck, kilometerweit ab von irgendwelchen Bauten die man als industriell oder militärisch wichtig ansprechen könnte, säten sie Tod. Mehrere dieser unglücklichen Greise und einige Krankenschwestern mußte diese Infamie mit dem Tode bezahlen. Wir sahen die Kanalstraße in dem Vorort Uhlenhorst, ebenfalls eine reine Wohngegend. Vier zum 3. August eingeflogene britische Flugzeuge warfen ihre Bomben wiederum nur auf nichtmili - tärische Ziele ab. Sie zerstörten Wohnhäuser und töteten und verletzten Zivilpersonen. 3n Ehra, kreis Gifhorn, in dessen weiterer Umgebung keinerleimilitärifcheZiele liegen, ist ein bäuerliches Anwesen durch eine Anzahl Sprengbomben zerstört worden. Die vierköpfige Bauernfamilie, darunter zwei Kinder im Alter von eins bis zwei 3ahren, wurde getötet, zwei weitere Personen schwer verletzt. Oelhasen bei Liverpool bombardiert. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 4.Aug. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe klärte am 3.August über dem Seegebiet zwischen dem Kanal und den Hebriden auf. 3n der Rächt zum 4. August belegten unsere Kampfflugzeuge den Oel- hafen von Stanlow bei Liverpool mit Bomben. Zahlreiche Brände wurden hierdurch verursacht Ferner wurden Flakstellungen bei Eanday 3sland und Swansea angegriffen. Britische Flugzeuge flogen während der Rächt zum 4. August in Rord- und Westdeutschland ein. Trotzdem sie mehr Bomben als in den letzten Rächten warfen, war der — ausschließlich an nicht- militärischen Zielen — angerichtele Schaden noch geringer als bisher. Bomben landeten hier auf der Straße in der Nähe eines Waisenhauses. Einzig und allein den vorsorglichen Luftschutzmaßnahmen ist es zu danken, daß hier nur Verletzte yx beklagen waren. Viele Verletzte unter der Zivilbevölkerung gab es dann auch vor 14 Tagen in Rothenburgsort in der Strefowftraße. Auch hier fielen die Bomben direkt in eine Wohn st raße, zum Teil auf die Höfe der Arbeiterhäuser. Das sind die „Erfolge" der RAF., deren Flieger wahllos ihre Bomben herabschleudern, nur um dem Heimathorst die Meldung geben zu können: „Bomben ab geworfen." Der Tag der Vergeltung kommt. Wann es sein wird, bestimmt allein der Führer. Und bis zu' diesem Tage — das soll jene Pluto- kratenclique sich merken — vermag sie keinen Deutschen zu erschüttern. Hoch oben vom Michel, dem Wahrzeichen Hamburgs, geht der Blick weit über die alte Hansestadt. Die Schlote rauchen, von den Helligen hinauf zum hohen Turm bringt der Lärm der Arbeit, grüßt uns das Bild schaffenden Lebens, wie Deutschland es in Wahrheit darstellt, und nicht des Todes und der Zerstörung, wie England es wahrhaben möchte. Die LISA -vreffe berichtigt sich. N e u y o r k, 4. August. (DNB.) Die Lügen Duff Coopers über die „Pulverisierung" Hamburgs sind selbst in USA., wo man sie begierig aufgegriffen hatte, nur. gerade 24 Stunden alt geworden. Jetzt bringen alle Zeitungen die Berichte ihrer Korrespondenten, die sich selbst in Hamburg davon überzeugen konnten, daß an den Londoner Meldungen über die angeblichen „Erfolge" der britischen Luftwaffe nichts wahr ist. Die amerikanischen Berichterstatter bestätigen, daß in Hamburg keinerlei Spuren von Zerstörung zu sehen seien. Sie widerlegen auch einwandfrei die verlogene Behauptung, daß die englischen Angriffe sich auf militärische Ziele gerichtet hätten. Ihre Feststellungen besagen, das Hamburger Straßenbild sei in jeder Hinsicht normal, Hafen und Elbtunnel seien intakt, die Werft Blohm & Voß sei absolut unbeschädigt. Die ausgezeichnete Aussicht vom Turm der Michäeliskirche habe keine „Pulverisierung" erkennen lassen. Um so größer dürfte wohl gerade in USA. die Wirkung der sofortigen und nachhaltigen Widerlegung des brittschen Phantasieproduktes fein, als erst vor wenigen Tagen die Zeitschrift „Picture Magazine" auf die Beweiskraft einer Besichtigung durch neutrale Journalisten verwiesen hatte. Das Blatt schreibt, die Annahme, daß die deutsche Luftwaffe — im Gegensatz zur RAF. — ihre Ausgaben erfülle, werde dadurch bestätigt, daß die Eng- Ouff-Cooper-Lügen. Don unserer Berliner Schristeiiung. Achtzig Jahre lang war es üblich, faustdicke Schwindeleien als Tartarenmeldungen zu kennzeich- nen. Wie sich das gehört, ist die Tartarenmeldung englischen Ursprungs, denn im Krim- Krieg, in dem sich die englischen Truppen nicht gerade Lorbeeren erwarben, wurden trotzdem englische Siege überall hin gemeldet. Immer mar es ein Tartar, der angeblich zur nächsten Poststatton geritten war, um eine englische Siegesmeldung aufzugeben. Das alles waren nur bescheidene 2Infange im Vergleich zu dem, was heute C h u r ch 11 l und Duff Cooper fertig bringen. Churchill log unentwegt über versenkte deutsche Kriegsschiffe und U-Boote, wobei es immer so war, daß, wenn unbedingt der Verlust eines englischen Kriegsschiffes zugegeben werden mußte, der Lügenlord vorher melden ließ, es seien wieder einmal ein halbes Dutzend deutsche U-Boote oder gar ein deutsches Schlachtschiff versenkt worden. Die >,Gneisenau" allein ist von Churchill mindestens sechsmal im Rund, funk versenkt worden. Duff Cooper kann als Jn- formattonsminister zwar ebenso schlecht und dumm lügen, allein das hat wohl nicht ausgereicht, um die öffentliche Meinung in England über die furchtbaren Rückschläge und Niederlagen in Norwegen, Flandern und Frankreich auf dem Wasser, zu Lande und in der Luft hinwegzutäuschen. So hat er nun zu ganz groben Lügen seine Zuflucht genommen, um damit einmal zu erreichen, daß er nicht selbst in der Versenkung verschwinden muß, sodann daß seine Lügen vielleicht den Erfolg haben, in den Vereinigten Staaten Stimmung dafür zu machen, daß sich Leute als Piloten für England melden. In England selbst finden sich offenbar nicht genügend brauchbare Piloten, nachdem es sich herumgesprochen hat, wieviel englische Piloten von chren Flügen nicht zurück- gekehrt sind. Deshalb die Werbung in den Der- einigten Staaten. Die englischen Flieger sollen hun- bette deutsche Städte bombardiert haben, sollen Hamburg in Schutt und Trümmer gelegt haben. Englische Truppen sollen auch wieder in Frankreich sein, sollen Peronne zurückerobert haben, sollen sogar vor oder in der Maginotlinie stehen. Das wird dann nach England zurückgemeldet. Wie muß di« Stimmung in England in Wahrheit beschaffen sein, wenn Duft Cooper sich gezwungen sieht, zu solch plumpen Schwindeleien zu greifen. Ob sich in England noch jemand findet, der diesen einfältigen Duff-Cooper-Lügen glaubt, ist bei dem strengen MaulkorbMang, den das Kabinett Churchill über das freieste Volk der Welt verhängt hat, natürlich schwer festzustellen. Allein wie die Selbsttäuschung, die solche Phantastereien in England Hervorrufen, auch beschaffen sein mögen, das Erwachen wird eines Tages schrecklich sein. länder sich weigerten, neutrale Pressevertreter nach den bombardierten Gebieten zu bringen. Das spreche für sich selbst. Deutschland dagegen hat nichts zu verbergen. Die „Heldentaten" der Royal Air Force auf deutschem Gebiet erschöpfen sich in Völkerrechtsbrüchen, in gemeinen Morden an Frauen, Kindern und Greisen. Das aber soll die Welt ebenfalls wissen! Strategische punkte im Sudan bombardiert. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Rom, 4.August. (DRB.) Der italienische Wehrmachtsbericht hat folgenden Wortlaut: Unsere osiafrikanischen Luftgeschwader haben i m Sudan Erkowit und die Flughäfen von Sumtnif und Haiya bombardiert, wodurch eine große Flugzeughalle in Brand geriet Außerdem wurde der Eisenbahnknotenpunkt Haiya getroffen. 3n Kenia wurde ein Autopark südlich von Waijr bombardiert. Bei den vorgestern gemeldeten Kämpfen von Debet hat der Feind vor unseren Stellungen 64 Tote, darunter drei Offiziere, zurückgelassen. Die Fahne des 6. Bataillons der Kings African Rifles ist erbeutet worden. 3n CEng- tifch - Somali ist der Hafen von Z e i l a wirkungsvoll bombardiert worden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Ein feindlicher Luftangriff auf den Hafen von 7) er na in Rord- afrika hat nur ganz geringen Schaden angerichtet Eines unserer U-Boote ist nicht zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt. Oer italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag. Rom, 3.Aug. (DRV.) Der italienische Heeresbericht Rr. 55 hat folgenden Wortlaut: Aus sicheren Feststellungen ergibt sich, daß der durch unsere kürzliche Bombardierung hervorgerufene Brand in Haifa noch nach drei Tagen andauerte. 3m S u d a n hat unsere Luftwaffe die Eisenbahn- anlage von p o rt Sudan bombardiert, wobei ein Lager in Brand geriet, sowie den Flughafen von G e b e i l, wo schwerer Schaden angerichtet und etwa zehn Flugzeuge am Boden getroffen wurden. 3n Kenia wurden in der Rähe von Buna Truppen- und Kraftwagenansammlungen mit Bomben und Maschinengewehrfeuer belegt 3n Rordafrika haben feindliche Flieger V a r d i a überflogen, ohne Materialschaden anzurichten. Es gab einige Verluste unter den Truppen. Während eines feindlichen Einfluges über dem Lufthafen von Cagliari, der nur ganz leichten Materialschaden, einen Toten und drei Verletzte zur Folge hatte, wurden zwei feindliche Flugzeuge a b - geschossen. Die Besatzung des einen Flugzeuges wurde gefangen genommen. Wieder Bomben auf Gibraltar. Madrid, 4. August. (Europapreß.) Auch am Samstagnachmittag wurde Gibraltar zur - gleichen Stunde wie an den vorhergehenden Tagert von einem einzelnen Flugzeug unbekannter Nationalität überflogen. Das Flugzeug, das nun schon seit Wochen täglich erscheint, ist den Bewohnern diesseits von Gibraltar bereits eine vertraute Erscheinung. Aufgefallen ist vor allem, daß das Flugzeug auf keinem der vierzig Flüge, die es bereits über Gibraltar ausführte, trotz dem heftigen Feuer der britischen Flak je eine Beschädigung erhalten hat. Man nimmt an, daß die Aufgabe des unbekannten Flugzeuges, das bis jetzt niemals eine Bombe auf Gibraltar abgeworfen hat, EnglischeVomben gegen friedliche deulscheViirger Unser Bild zeigt einen brittschen Bomber, der für einen Fernflua mit dem Ziele in Fortsetzung der Verbrechen britischer Luftpiraten neue Bombenangriffe auf nichtmilitärische Ziele, einzelne Bauernhöfe und reine Wohngegenden in deutschen Städten auszuführen, startferttg gemacht wird. (Associated-Preh-M.) Rundfahrt durch das „pulverisierte Hamburg". Wahrheit und Dichtung. - Was die Engländer zusammenlügen. Hugo Lederer, t. Qualität geliefert wird MS CÜLDENRING MIT &MUNDSTÜCK 4 PH rtew Marken bestimmt waren und jetzt für die 4PFC-Zigarette mitverarbeitet werden, können •wir dafür einstehen, dass GULDENRINGzum miw desten auch ihre bisherige Qualität Gehabten wird CULDENRING mit dem unsichtbaren, aber wirk? samen ^Mundstück ist heute die ^Hauptmarke unseres EHauses.‘Dank unserer Vorräte an kostbaren Tabaken, die ursprünglich für unsere teuer.9 haften und Rauchen?- QVenn cs gcftattct ift; während der Raft 311 rauchen,dann lieber ei» ne Zigarette weniger, auf jeden Fall aber eine Marke, bei der man feit Iah» ren die Gewißheit hat,daß sie fehr gut ift; daß sie alfo nach wie vor in unverändert reiner Orient- :n n a* g* it ts or 'S te- it t iie i Das Martneminitsterium der Vereinigten Staaten vergab Aufträge im Gesamtbetrag von 4,3 Millionen Dollar zum Ausbau von Marineflugistützpunk- ten in Alaska unld den vorgelagerten Inseln K o d i a k und U n a l a s k a. Associated Preß hebt hervor, daß der Schritt des Ministeriums nur 14 Tage nach dem Bekanntwerden der Befestigung der großen Diomeden-Jnsel in der Beringstrahe Japaner-Verhaftungen auch in den britischen Kolonien. Halifax lehnt Freilassung ab. — Scharfe Sprache der japanischen presse. Tokio, 5. Ang. (DNB. Funkspruch.) Wie verlautet, hat der japanische Botschafter in London sich bemüht, in einer Unterredung mit Außenminister Halifax die sofortige Freilassung der in London verhafteten japanischen Geschäftsleute zu erreichen, um eine ernste Wendung in den schon gespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verhüten. Die Freilassung der verhafteten Japaner sei jedoch mit dem Hinweis abgelehnt worden, daß es sich um eine Angelegenheit der „ordentlichen Gerichte" handele. Außerdem habe man mitoeteilt, daß Vorbereitungen für weitere Verhaftungen japanischer Staatsangehöriger auch in den britischen Kolonien getroffen worden seien. Auf die' Bemerkung des Botschafters Schigemitsu, daß damit alle Bemühungen um eine Regelung der Beziehungen zwischen beioen Ländern scheitern müßten, habe Halifax nichts erwidert. Tatsächlich wurde bereits in Singapur der Direktor der japanischen Nachrichtenagentur Castern News und Vertreter von Domai, Kobayashi, festgenommen. In Rangun (Britisch-Burma) verhafteten die britischen Behörden drei japanische Geschäftsleute. Die durch die Verhaftung von japanischen Geschäftsleuten in London hervorgerufene Erregung kommt in der Ankündigung einer Konferenz zum Ausdruck, di« Mischen dem Kriegs- und mit der älteren Tochter Friedrich Alfred Krupps im Jahre 1906 steht Dr. Krupp von Bohlen und Halbach in der Führung der Krupp-Werke. (Scherl-Bilderdienst-Schneider-M.) Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat den Bevollmächtigten des Auswärtigen Amtes beim Militärbefehlshaber in Frankreich, Pg. A b e tz , zum Botschafter ernannt. Am Todestage des Generalfeldmarschalls von Hindenburg legte der Reichskrieger- f ü h r e r am Hindenburgdenkmal auf dem. Kyff- Häuser einen Lorbeerkranz nieder Am Grabe des Generalfeldmarschalls im Ehrenmal Tannenberg wurde im Auftrag des Reichskriegerführers durch den Gaukriegerverband Nordost der Kranz des NS.« Reichs'krregerbundes niedergelegt. Der flowatifche Staatspräsident hat sechs Mitglieder des neu zu konstituierenden slowakischen Staats rat es, darunter auch Innenminister Sano Mach, bestellt. Dom Vorstand der Dolkspartei wurden weitere zehn Mitglieder, unter ihnen die Minister General Callos und Dr. Fritz, nonuniert. Kraft ihres Amtes gehören Ministerpräsident Dr. Tuka und der Dereinsvorsitzende Dr. Sokol dem Staatsrat an. Für die deutsche Volksgruppe ist Staatssekretär Jngenieuer Karmasin in ihm vertreten. Im 69. Lebensjahre verschied in Berlin der Bildhauer Professor Dr. h. c. Hugo Lederer. Aus dem Schaffen des Verstorbenen ragt sein mit dem Wahrzeichen Hamburgs gewordenes Bismarck-Denkmal hervor, mit dem er 1901 aus einem großen Wettbewerb erfolreich hervorging, und das Hugo Lederer mit einer Schlage berühmt machte. Denkmals- und Porträtplastiken erhärteten den Ruf feiner künstlerischen Leistung, die bis in die Gegenwart beispielhaft gewirkt hat, zumal Professor Lederer seit 1913 als Lehrer an der Hochschule für Bildende Künste Künste in Berlin-Charlottenburg wirkte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) sich darauf beschränkt, festzustellen, ob das britische Geschwader noch im Hafen von Gibraltar vor Anker liegt. In der Nacht zum Samstag flogen dagegen mehrere Flugzeuge unbekannter Nationalität über Gibraltar hinweg und warfen trotz heftigen Flakfeuers zahlreiche Bomben ob. Nach spanischen Augenzeugenberichten sollen militärische Anlagen beschädigt worden sein. Teile der in Gibraltar verankerten britischen Flotte, die den Hafen verlassen hatte und mit westlichem Kurs davongefahren war, nachdem sie sich in zwei Gruppen geteilt hatte, liefen am Samstagabend wieder in Gibraltar ein. Die Flotte umfaßte im ganzen fünf U-Boote, sieben Zerstörer, zwei Flugzeugträger, drei Panzerschiffe und zwei Hilfskriegsschiffe. Or. Ley in Ostoberschlesien. Kattowitz , 4. Aug. (DNB.) Reichsorganisationsleiter Dr. Ley traf in Kattowitz ein, um von hier aus gemeinsam mit dem stellvertretenden Gauleiter Bracht eine sich auf das gesamte ostoberschlesische Gebiet erstreckende Jnspektionsfahrt durchzu- führen. Den Auftakt der Fahrt bildete eine von 70 000 Teilnehmern besuchte Kundgebung der DAF., in der die ersten 46 Betriebsfahnen Ostoberschlesiens geweiht wurden. Dr. Ley wies auf den Weg des deutschen Volkes vom Bruderkampf in der Systemzeit bis zur Einheit aller deutschen Menschen unter Adolf Hitler hin. Der Jude habe diese Einheit jahrzehntelang verhindert und Deutschland mit der jüdischen Wirtschaftsform, in deren Mittelpunkt das Gold als Götze seine verhängnisvolle Macht ausübte, in den Abgrund gestoßen. Der Sieg der nationalsozialistischen Idee habe schließlich den ganzen Spuk und betrügerischen Zauber beiseitegefegt. Dann sei auch die scheinbar unüberbrückbare Kluft zwischen Unternehmer und Arbeiter beseitigt worden, und heute wisse längst auch in Oberschlesien jeder, daß der eine ohne den anderen nicht denkbar sei und nur die nationalsozialistische Betriebsgemeinschaft den Triumph der Leistung sicherstelle. Die sozialpolitischen Maßnahmen, die von der Deutschen Arbeitsfront auf Befehl des Führers zum Segen der schaffenden deutschen Menschen durchgeführt wurden, werden nach der für Deutschland selbstverständlichen siegreichen Beendigung des Krieges in einem in der Welt noch dicht erlebten Umfange ihre Vollendung finden. Or. Krupp von Bohlen-Halbach. Am 7. August vollendet Dr. Gustav Krupp von Bohlen undHalbach, der Chef der Krupp- Werke, das 70. Lebensjahr. Seit feiner Vermählung durch die Russen erfolgte. Unalaska ist das erste Glied der Aleutenkette, die sich bis 700 Meilen an die nördlichste japanische Insel heranschiebt. * Der nordamerikanische Bundessenator Lundeen rief zur Gründung einer drittengroßen Dar- t e i „aller echten Amerikaner" auf, die in Cyikago Zusammentreten soll. Das Programm dieser Partei soll der „interventionistischen Politik" der beiden traditionellen USA.Parteien entgegengesetzt sein. In Cadiz liefen die englischen Frachter „Pilotty" und „Palacios^ ein, die 35 Schiffbrüchige anderer englischer Dampfer bisher unbekannten Namens, die im Atlantik von einem deutschen U-Boot torpediert wurden, an Bord führten. Die Schiffe werden nach kurzem Aufenthalt nach Gibraltar auslaufen. * Auf Grund des von der Polizei verfügten Betä- tigungsverbotes für die Freimaurerlogen in Jugoslawien hat die Großloge ,Hugo- slawia" beschlossen, ihre Tätigkeit einzustellen und alle ihr unterstehenden Logen a u f 3 u I ö f e n. Das Regierungsorgan „23 r e m e" weist darauf hin, daß die Freimaurer die Durchführung der Reformen sowie das Entstehen einer großen Volksbewegung, wie sie bisher nur in Kroatien in Erscheinung getreten sei, verhindern wollten. * In ganz Warschau wurden neue Briefkästen mit der Aufschrift „Deutsche Post O st e n" angebracht, die regelmäßig zweimal täglich entleert werden. Dieser Schritt zur weiteren Normalisierung des Poftverkehrs wurde von der Bevölkerung mit Befriedigung aufgenommen. * Auf Grund einer Verfügung der rumänischen Regierung werden im nächsten Schuljahr in T «- mesvar die fünfte Klasse eines deutschen Mad- chenlyzeums sowie die erste Klasse eines deutschen Gewerbegymnasiums, in Ar a d die erste Klasse eines deutschen Knabengymnasiums eröffnet. * In Rumänien wurden zehn weitere Zeitungen, darunter ein tägliches Sportblatt, die sich in jüdischem Besitz befanden, von der rumänischen Zensur zum Einstellen ihres Erscheinens veranlaßt. Aus aller Welt. Neuer Bundesführer der Slenographenschaft. Der Reichswalter des NSLB. Gauleiter Waechtler, hat als Generalbevollmächtigter der Mitgliederversammlung der Deutschen Stenographenschaft den Leiter des Amtes für Berufs- erziehung und Betriebsführung der DAF. Diplom- Ingenieur Albert B r e m h 0 r st (Berlin) zum Bundesführer berufen. Dessen Stellvertretung übernimmt Der Reichsgeschäftsführer des 9tSLB., Heinrich Friedmann. Ferner wurde in Bayreuth das Deutsche Institut für Kurzschrift und Maschinenschreiben gegründet. Der Weltkongreß für Kurzschrift im Jahre 1941 findet unter der Schirmherrschaft des Reichsministers des Innern in Nürnberg und Bayreuth statt. Arbeitsgemeinschaft für internationales und ausländisches Strafrecht. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Graf Glei - spach fand in Berlin die Gründungssitzung der Ar- Außenministerium und Marineministerium ftattftn- den soll, sobald der Bericht der japanischen Botschaft aus London oorliegt. Diese Konferenz, so heißt es, werde Japans feste Haltuna gegen Englands unberechtiate Maßnahmen zum Ausdruck bringen. Die japanische Armee beobachte die weitere Entwicklung mit größter Aufmerksamkeit, sie vertrete die Auffassung, daß den ungerechtfertigten Maßnahmen Londons die festeste Haltung gegenübergestellt werden muß. Die japanische Presse bringt Meldungen und Kommentare zu den Londoner Verhaftungen nach wie vor unter dicken Schlagzeilen. Unter der Überschrift „Nehmt die englische Herausforderung an", fordert ,^>ochi Shimbun" die Regierung auf, die Anti- spionage-Maßnahmen mit größter Bestimmtheit fortzusetzen und sich keinesfalls durch Die Londoner Arroganz verblüffen zu lassen. Die gesamte Bevölkerung Japans könne ihre Erregung über die mysteriöse Tätigkeit der Hellsarmee sowie anderer englischer Organisationen und Persönlichkeiten kaum noch zurückhalten. „Hotschi Schimbun" stellt Die Forderung, daß Botschafter Schigemitsu sofort aus London zurückberufen werde. Die Zeit sei gekommen, „einen endgültigen Entschluß zu fassen". Das japanische Volk würde ein Nachgeben weder verstehen noch zulasten. £ ISO «Mb 6 S It 11 it 1 t> 1 it •11 Stellenangebote z.Z. im Felde 02638 Heuchelheim, Essen, Lang-Göns, Düsseldorf, am 5. August 1940. 32640 im 27. Lebensjahr. MnnhlöooQ von3 bis 20 v.H. erhalten Sie bei wieder* Nacmasse holten Veröffentlichungen einer Anzeige! GLORIfll Erstaufführung! Heute Montag: Metzen. 35110 MJotämmer Neueste Ufa-Wochenschau 3508A Giessen j PQLRST Ein anspruchsvoller Unterhaltungsfilm der Ufa, der ein oft erörtertes Thema, die Frau im Beruf, in einer sehr ansprechenden und zielbewußten Weise behandelt und seinen fesselnden Liebeskonflikt einer glücklichen und natürlichen Lösung entgegenführt Gießen (Warfweg 64), den 4. August 1940 z. Z. Univ.-Frauenklinik Ein Ufa-Film mit Magda Schneider Carsta Löck Elisabeth Lennartz Heinz Engelmann Richard Händler Hans Leibelt Erich Fiedler Rudolf Platte Am 10. Juni 1940 fiel bei Villers-Cotterets, beim Übergang über die Aisne, mein lieber Mann, unser lieber Sohn und Schwiegersohn Trier (Schönbeckstrafie 2), Dieburg, Gießen, Hof-Strupbach, München, Kaufbeuren, Juli 1940. iiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii hre Geschäfts- Drucksachen stellen dieVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 iiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiinin In tiefer Trauer: Else Kaiser, geb. Koch Familien Kaiser-Koch. Spielleitung: Gerhard Lamprecht auch Anfängerin für angenehme Arbeit von Betrieb der Genuß- mittelbranche gesucht. Schr. Ang. unter 3513V a.d.G.A. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. August, um 16 Uhr, von ihrem Geburtshaus in Heuchelheim, Bachstraße 46 aus statt. beitsgemeinschaft für internationales und ausländisches Strafrecht statt. Sie wird als vordringlichste Arbeit Beratungen über den Neuaufbau der überstaatlichen wissenschaftlichen Gesellschaften aufnehmen und sich mit dem Auslieferungsrecht befassen. ZeUungseinstelluug in Groß-Umstadt. Die „Groß - Umstädter Zeitung" (Odenwälder Bote) hat ihr Erscheinen eingestellt. Seit 1868 besaß Groß-Umstadt ein Lokalblatt, bas zeitweilig auch das Amtsverkündigungsblatt des Kreises Dieburg war. — Kürzlich haben auch die „Michelstadter Zeitung" und die Höchster Lokalzeitung „Mümlingbote" ihr Erscheinen eingestellt. Zwei Landesverräter hingerichtet. Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrates am 25. April 1940 zum Tode verurteilte Friedrich Kramer aus Hannover sowie der ebenfalls vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode verurteilte Josef Cygan sind hingerichtet morden. Kramer hat an das Ausland Staatsgeheimnisse verraten, die ihm aus seiner früheren Tätigkeit in Deutschland bekannt waren. Cygan ist Oie glückliche Geburt eines gesunden Sonntagsjungen zeigen hocherfreut an Hertha Sonder, geb. Dietz Hans Sander, Hauptmann und Latl.-Kdr. in einem Infanterie»Regiment Solides Fräulein zur Mithilfe im Geschäft (Metzgerei) und Haushalt für sofort gesucht. Famil.- Anschluß zuges. Vorkenptnisseim Verkauf wäre sehr erwünscht. Schr. Ang. unter 02630 a.d.G.A. Ab heute: Bodensee-Blaufelchen Fluß-Zander Frische Champignon Bahnhofgaststätten Gießen - 3512 D Ein FjnuSz wie Sie es wünschen Kauf oder Neubau (sofortige Zwischenfinanzierung bei 30% Etgenkapital möglich) Interessenten erhalten kostenlose Auskunft über alle Fragen der Eigenheimfinanzierung in unseren beratungsstunüen in Gießen, „Hotel Hopfeld" Friedrichstraße 1 am 7. August, von 13 bis 19 llhr Leicht tragbare D^onatszahlungen, Ermäßigung der Einkommen- und Lohnsteuer, keine Abschlußgebühren oder sonstige Vorkosten llSS'bausparKasse Darmstadt Bisher ioo Millionen RM. für Eigenheimerwerb bereitgestellt Mlrau für sof. gesucht. Cali-Restaurant Rheingold Ludwigstraße 6. Betr.: Neufestsetzung der Straßenfluchtlinie im Hitlerwall zwischen Gartenstraße und Moltke- straße. Bekanntmachung. Der Plan zur Neufestsetzung der Straßenfluchtlinie im Hitlerwall zwischen der Gartenstraße und Moltkestraße im Zuge des Ausbaues der Reichsstraße 3 durch die Stadt Gießen liegt in der Zeit vom 6. bis 20. August 1940 auf dem Stadtbauamt Gießen, Asterweg 9, während der üblichen Dienststunden zur Einsicht offen. 3514C Einwendungen gegen diesen Plan sind bei Vermeidung des Ausschlusses in dieser Zeit beim Stadtbauamt schriftlich oder zu Protokoll vorzubringen. Gießen, den 2. August 1940. Der Oberbürgermeister. Gez.: Ritter. Tüchtige Stenotypistin gesucht. Orthopädische Klinik Auf der Bühne: Mimosas-Caballero die schönste und kultivierteste Tanzschau am deutschen Varietö! Täglich 4, 6 und 8.15 Uhr Sonntags 3, 5.80 und 8.15 Uhr STADTTHEATER GIESSEN Samstag, den 10. August 1940, 20 Uhr: Einmaliges Berliner Ensemble-Gastspiel mit Charlotte Susa in Reisebegleiterin gesucht Angebote unter F. 5000 postlagernd Lustspiel in 3 Akten von Heinz Klimmer. Spielleitung: Karl Heinz Klubertanz. Preise: RM. 0.90, 1.30, 1.85, 2.30, 2.85, 3.60. Vorverkauf ab Montag, 5. August (Fernsprecher 2930), 10-13 Uhr, am Spieltage auch 17-18 Uhr an der Tageskasse und während der Geschäftszeit im Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg Hermann Kaiser Leutnant und Kompanieführer Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse ein Volksverräter, der aus Gewinnsucht im Dienste des Nachrichtendienstes einer fremden Macht Ausspähungsreisen in Deutschland unternommen hat. Lin Volksschädling hingerichtet. Am 20. Juli 1940 ist der am 21. August 1920 in Teplitz-Schönau geborene Leopold Schrödel hingerichtet worden, den das Sondergericht in Leit- m e r i tz als Dolksschädling zum Tode verurteilt hat. Schrödel hat aus nichtigem Anlaß die mit Erntevorräten gefüllte Scheuer eines Bauern, bei dem er in Arbeit stand, rachsüchtig angezündet und so erhebliche Erntevorräte und landwirtschaftliche Maschinen vernichtet. Tollwütiger Dolf. Durch einen tollwütigen Wolf find in der Gemeinde Astra in d e r Südbokuwina schwere Unfälle hervorgerufen worden. Zwei junge Burschkn, die sich der tollwütigen Bestie beim Einbrechen m eine Herde entgegenstellten und sie mit Knüppeln zur Strecke bringen wollten, sind den Verletzungen, die ihnen das rasende Tier beibrachte, erlegen. Da die Milch und das Fleisch der von dem Wolf Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Freude am Leben“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde gebissenen Tiere ohne Kontrolle dem menschlichen Genuß zugeführt wurde, erkrankte eine Anzahl von Personen schwer. In den letzten Tagen sind vier Kinder im Alter von drei bis sechzehn Jahren an Tollwut gestorben. Weitere achtzehn Personen liegen unter Tollwutverdacht im Krankenhaus von Klausenburg. Das Erdbeben in der Türkei. Aus dem Erdbebengebiet laufen immer neue Meldungen ein. Sie zeigen, daß die Verluste an Menschenleben doch viel größer sein müssen, als man nach den ersten Nachrichten vermutete Von den 690 Einwohnern des kleinen Bauerndorfes P e y k z. B. befinden sich nur 60 in einem Zustand, der es ihnen erlaubt, sich mit eigenen Kräften fortzubewegen. Etwa hundert sind schwer verletzt geborgen; alle anderen liegen noch unter den Trümmern ihrer Häuser begraben. Es werden immer noch neue Erdstöße verzeichnet. Zum Teil sind wieder dieselben Ortschaften betroffen worden, die bei dem großen Erdbeben im letzten Winter so furchtbar zerstört wurden, wenn auch diesmal das Zentrum des Bebens weiter westlich Vermietungen^ Gut möbliertes Zimmer ab 15. August zu vermieten. Schr. Ang. unter 02639 a.d.G.A. Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnis, abschriften dem werbungsichreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunteo lagen müssen zur Ver. meidmig von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! wweoit für Heizung und sanitäre Installation auf auswärtige Baustellen gesucht H, Schaffstaedt Fabrik gesundheitstechnischer Anlagen, Gießen ____________________3492D liegt. So werden aus Amasja und Erzindschan schwere Schäden gemeldet. Auch in den benachbarten Vilajets Tschorum, Tschankiri, Kirschehir und Swas sind die Erdstöße sehr heftig gewesen. Die Stadt Z i l e, südlich von Amas, wurde wahrend 36 Stunden durch eine ununterbrochene Serie von Erdstößen erschüttert, die allerdings glücklicherweise keinen zu großen Schaden anrichteten. Eine Schifferfamilie in der Donau ertrunken. In dem jugoslawischen Donauhafen Bezdan war von einem Schlepper das siebenjährige Töchterchen des Schiffers in die Donau gestürzt. Der Vater des Kindes sprang diesem sofort nach, um es zu retten, wurde aber, da er kein guter Schwimmer war, von den Fluten fortgerissen. Darauf sprang seine Frau ebenfalls in die Donau, um ihm zu Hilfe zu kommen. Auch sie ertrank. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gieven, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumjchem: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagslcilcc: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenletter: Hcms Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Bl.Nr.S. banbtigßn d UnlMte N. d. gleichnam. Roman von Ludwig Ganghofer mit Hansi Knoteck, Paul Richter Hans Adalbert Schlettow Käthe Merk,Gustl Stark-Gstettenbaur Neueste Tobis-Wochenschau Nur S Tage 3507 A Heute Montag und Dienstag: Lichtspielhaus 4, 6, 8.15. Jugendliche nicht zugelassen Eleklr.Sreschmolor Langläufer, 24 PS gegen gut erhaltenen Sulldogg 35,7D per sofort zu tauschen gesucht. Emst Köhler, Vettenhausen über Lich (Oberhessen), Tel. 383. Zwangsversteigerung. Dienstag, 6.August, nachm.2Uhr, sollen im Versteigerungs-Lokal Neuenweg 28 bzw. an Ort ».Stelle zwangsweisegegen sofortigeBar- zahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Fernglas, Pelzkragen u. -mantel, Uhren, Nähmaschinen, 1 Schneidernähmaschine, 2 Staubsauger, 1 Motorrad, 1 Radioapparat, 1 Flügel und 1 Leica. Bestimmt wird versteigert: 1 Personenwagen „Fiat Köln". Scharmann 3515D Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesenstraße 2 Telefon 3108. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden _ aus der Dogelwelt der deutschen Nordseehüfte Von Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seilen mit 92 Bildern nach Wundervollen Naturaufnahmen. 3n Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt ieöe Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte bas ausführliche bebilderte Werbeblatt. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliu Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Hermann Hofmann Familie Philipp Hofmann Familie Wilhelm Gernandt Todes-Anzeige. In Essen (Ruhr) entschlief am 3. August sanft und gottergeben nach eintägiger Krankheit im fast vollendeten 86. Lebensjahre unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Helene Hofmann Wwe geb. Sack 02642 Nr. 183 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzetgrr für Gberheffen) Montag,5. August 19^0 3tt die Heimat zurück. 1 ) Lavendel. ht ) u In den Scheuern fränkischer Dauern ist Heuduft immerdar; die Kühle unter dem Gebälk ist bezaubernd, das Licht ist der Dämmerung ähnlich, die auf dem sonkzenbeschienenen Grunde eines Wasser- rosenfees nixengrün herrscht. In den Trakten des Heus stieg ich an schwarzen Herbsttagen umher und suchte im altgewordenen Dufte die Seele des Sommers, die Erinnerungen an weiße Schneckenspuren, an die Girlande der Bläulinge und an die scheuen Hasenfährten. Schwer hing die Luft unter dem Dach, von Gärung und Staub gewürzt, und Die träge, stehende Pflanzenwärme strich wie ein sinnlicher Hauch über die Haut. Einen Halm zwischen den Mahnen, die weiße Fahne eines abgestreisten Spinngewebes auf der grauen Joppe, so stolperte ich von fetter zu Leiter, von Boden zu Boden, bis zu den tu? einsinkend, und zuweilen eine fremde Katze ausicheuchend, die kreisrund in einer Heugrube im • f ®a5 ich? Ich wußte, die Bäuerin luchte in der Scheuer die von den Hennen ver- s ®ier' der Knecht suchte manchmal die dralle Magd und ließ sie nicht in Ruhe, wenn sie Heu von oben auf die Tenne hinuntergabelte. Ich jedoch suchte nichts von alledem; nur Träume und Ein- eÜ u & die der unbestimmte Dunst in meiner Knabenstirne entzündete und mir schimmernde. Die Glückwünsche der Arbeiterschaft brachte der Betrlebsobmann Reichsbahn-Gehilfe August Rinn ebenfalls m herzlichen Worten zum Ausdruck. Amtmann Wahl sprach am Schlüsse der Feierstunde in bewegten Worten seinen herzlichen Dank für die reichen Ehrungen aus, hob dabei das von ihm dankbar empfundene gute Zusammenarbeiten mit allen Angehörigen der Gefolgschaft hervor und betonte, daß er auch weiterhin diese gute Arbeits- kameradschaft zu fördern ^bestrebt fein werde. Reichsbahnamtmann Wahl stammt aus Elsaß- Lothrmaen, wo er am 29. Juni 1882 in Bad Nieder- bronn (Kreis Hagenau) geboren wurde. Nach dem Gesuch der Oberrealschule in Straßburg trat er 1900 'n den Dienst der Reichsbahn in Elsaß-Lochrinqen ein leistete 1904 als Einjähriger beim Inf.-Rqt. 136 'n Straßburg seiner Militärpflicht Genüge, bei dem er 1907 nach mehreren Hebungen Offizkers-Aspirant sl ^roe wurde. Er tot dann an verschiedenen elsässischen Bahnhöfen lange Zeit Dienst, darunter im größten elsässischen Rangierbahnhof Hausbergen bei Straßburg, sowie in Altmünsterol an der franzö- Men Grenze bei Belfort. Beim Ausbruch des Krieges im Jahre 1914 mußte er vor dem heran- nahenden Feind seinen Posten verlassen. Er wurde Charlotte Susa mit Berliner Ensemble im Gießener Skadttheaker. Am Samstag, 10. August, findet im Stadttheater ein einmaliges Gastspiel der Direktion Klubertanz Ä statt- In dem Lustspiel von Heinz Klimmer „Reisebegleiterin gesucht ... Angebote unter F5000 postlagernd" wird die Filmschauspielerin Charlotte Susa mit einem Ensemble Berliner Künstler auf- treten. Es wirken außer Charlotte Susa mit: Will Kaufmann, Karl Heinz Klubertanz und Ernst Pitt- Säcke verpackt, mit Kolli und Inhaltsangabe ver- fthen und von den Kindern auf Handwagen zur Bahnverladung gebracht. Monatsappell der alten Artilleristen. Heuduft in der Nacht, dunkle Würze, die durch das geöffnete Fenster hereinfließt und sich mit dem balsamischen Hauch der Levkojen mischt, aus wieviel hunderttausend Blüten bis du gebraut? Do war der weiße Klee, den die Biene suchte, um das sonnengewärmte winzige Honigtröpfchen zu saugen. Da war das Sternengeäst der rötlich-weißen Schafgarbe, die der Schäfer sammelte, als noch die violette Morgenröte in den Tautropfen funkelte. In ihm schwimmen die Düfte der Wiesenplatterbse, des Goldklees und des Knöterichs, der Vogelwicke' und der Taubenskabiose, der Hauhechel und des Habichtskrautes, hundert holde Blumengesichter, Beigaben für die Schutzengel und für die Nymphen. Heuduft in der Nacht hat etwas Feuchtes. Das Feuchte ist vom Tau gekommen, den die Wassertümpel in uneigennützigen und höchst wertvollen Arbeit der Kinder findet in der ersten Teillieferung der Goethe- ^ind der Pestalozzischule, die am Samstag bahn« ^crhg gemacht wurde, einen starken zahlenmäßigen Von beiden Schulen wurden insgesamt 241 kg getrocknete Heilkräuter abgeliefert. Im einzelnen wurden gesammelt 50 kg Kamillen, 28 kg attcr' 11 kS Himbeerblätter, 25 kg . cststststelhalm, 6,5 kg Schafgarbenblüten, 5,5 kg Bir- kenblatter und 115 kg Beifuß. Die Ernte wurde in rätselhafte Worte eingab, die ich im ununterbrochenen Selbstgespräch zu Rhythmen und Verstiegen- he-tten formte. M * 2Hs das zittrige, flitterige, blumenkopfdurchnickte "Och stand, war das Geschwirr Der Heuschrecken übermächtig, eine große dahinflutende Me- lodie, em sirrendes, klirrendes Sägen ohne Ende. Dazwischen die Grillen, schwirrende Geigen aus den Erdlochern. Der einförmige schneidende Gesang der Sensen darüber. Das klappernde Wetzen der sichel am Stein während der Mahd. Das erweckende morgendliche Dengeln. Das verhallende abendliche Dengeln. Das Knistern der halbgettockneten Grä- er unterm hölzernen Rechen. Das scheuere Knistern unter Der nackten Fußsohle der Wenderin. Der berauschende Duft des gäyenden Heuhaufens. Die Schwüle der drohend ausgebauten Gewitterburg im Westen. Das Schaukeln Der hohen Fuhre. Der scharfe Schweißdunst, Der unter breitrandigem Strohhut helltropfend durch Die Falten Des alten Bauerngesichtes herunterrollt und im Staub verascht. Der Suchdienst mag manchmal störend sein, viel- telcht als überflüssig empfunden werden ---- olsbald zu einer Feldeisenbahnformation einberu- fen, in deren Verband er PA» Jahre in der Nähe oon Verdun und dann 21/, Jahre in Rußland Dienst tat mo sich seine Tätigkeit bis nach Kiew und zum Schluß auf Den Hauptbahnhof Warschau erstreckte. Mitte 1919 kam er nach kurzer vorheriger Tätigkeit m Straßburg nach Karlsruhe, bald Darauf nach Menburg wo er 11 Jahre lang Den dortigen Zahnhof kettete, dann während dreier Jahre nach Bebra als Bahnhofsleiter und feit 1934 in gleicher Eigenschaft zum Bahnhof Gießen. Tageskalender für Nonlag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Mädchen im Vor- dtrnmer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schweigen im Walde". J Bei der Feier im Dienstzimmer des Bahnhofsoorstandes würdigte Oberreichsbahnrat Wilke in einer herzlichen Ansprache die langjährige und viel- stitige Tättgkeit des Jubilars, sowohl in seinem Heimatlande Elsaß-Lochringen, als auch im Felde während des Weltkriege^ und in den folgenden fahren in unserer engeren Heimat, seit 1934 in Gießen. Er lenkte dabei die Aufmerksamkeit auf Die mannigfachen Schwierigkeiten, Die im Eisenbahn- bienst täglich zu überwinden sind und die an leitender Stelle Das Wirken eines ganzen Mannes erfordern. Reichsbahnamtmann Wahl habe im Verlaufe feines langjährigen Dienstes in hervorragender Weise alle ihm gestellten Aufgaben bewältigt und namentlich unter den besonders schwierigen Verhältnissen der Kriegszeit hervorragendes ge- lelftet. Er könne daher im Bewußtsein der vollsten Pflichterfüllung auf seine 40jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken und mit stolzer Genugtuung Das ihm vom Führer verliehene goldene Treudienst-'Ehrenzeichen tragen. Mit herzlichen Glückwünschen des Reichsverkehrsministers, des Präsidenten der Reichsbahndirektion Frankfurt und mit feinen eigenen besten Wünschen überreichte Oberreichsbahnrat Wilke dem Jubilar die wohlverdiente Auszeichnung. Der Stellvertreter des Bahnhofsleiters, Reichs- bahnoberlnspektor L u h, übermittelte Amtmann Wahl die herzlichen Glückwünsche Der Gefolg chaft bes Bahnhofs Gießen, rühmte dabei das gute Verhältnis zwischen dem Jubilar als Gefolgschaftsführer und allen Angehörigen der Gefolgschaft, sowie die unermüdliche und vorbildliche Arbeit, die Amtmann Wahl zu jeder Zett und besonders jetzt im Kriege als Leiter des Bahnhofs Gießen an der Spitze der Gefolgschaft im Dienste Der Reichsbahn unD der Allgemeinheit geleistet hat. Die Gefolgschaft Des Bahnhofs werde weiterhin nach dem Vorbild des Jubilars treue Mitarbeit leisten. Der Leiter der Fachschaft I Reichsbahn, Reichs- bahn-Obersekretar R e u s ch , sprach dem Jubilar die herzlichen Glückwünsche Der Fachschaft aus und be- tonte dabei die allezeit gute Zusammenarbeit und V?0?* wrmome zwischen Dem Jubilar und der Fachschaft. Als äußeres Zeichen Der Wertschätzung uberreidjte er Amtmann Wahl im Namen Der Fach- gjaft em Bild vom Empfangsgebäude Des Gießener 'Baynhofs. NS.-Frauenschast Gießen. Ortsgruppe Giehen-Milke. Am Montag, 5. 8., findet um 15^ und 20 Uhr in des Deutschen Frauenwerks, Linden- fta°tt 11# ""e"tgeltlich ein Entsaftungskursus „ Ze.llenabende: Zelle 1, 2, 3 am Mittwoch, onv !I? "Württemberger Hof", Bahnhofstraße, um 2U 74 llhr. Zelle 4, 5, 6 am Donnerstag, 8. 8., im „Burghof" um 20 X Uhr. y ' ausstellung in München lassen erkennen, daß in Deutschland auch in Kriegszeiten Die kulturelle Misston nicht vernachlässigt und damit gleichzeitig ein Beweis innerer Stärke erbracht wird. Aehnliche Ge- kehrten tue m Gießen und Umgegend untergebrachten Saarlander in einem von Frankfurt her kom- menden Sonderzug nach ihrer Heimat an der Saar aururf. Etwa 170 Personen, Männer, Frauen und Kinder bestiegen hier den Zug, nachdem sie vor- her mit ihren zum letzten Abschied mitgekommenen Gießener Gastgebern und Freunden noch manches herzliche Wort der Erinnerungen ausgetauscht hctt- ten. Kreisletter Backhaus und weitere Vertreter Der Partei insbesondere auch der NSV., waren auf Dem Bahnsteig erschienen und bemühten sich bis zur N^en Minute m eifriger Weise um die Heimkehrer j Die Manner Der Partei, Die Das Gepäck besorgenden Httlerjungen, die Helferinnen des NSD.-Bahw degegnmig mit dem Kartoffelkäfer in Frankreich Ein aufschlußreiches Erlebnis. Aus der Stadt Gießen. Goldenes Treudienst-Ehrenzeichen für den Leiter des Bahnhofs Gießen. Im Rahmen einer schlichten Feier am gestrigen Sonntagmtttag wurde Dem Leiter Des Bahnhofs Gießen, Reichsbahnamtmann Wahl, von Dem Borstand des Betriebsamtes I Gießen, Oberreichsbahnrat Wilke, in Gegenwart zahlreicher Angehöriger Der Gefolgschaft Des Bahnhofs Gießen Das Dem Jubilar vom Führer verliehene goldene Treu- d:enst-Ehrenzeichen für 40jährige treue Dienste überreicht. Hochzeitsgelüste ununterbrochen Der anderen Gril- ttnmett zusangen. Der Wanderer hat Den braunen -öhrf mit Dem blauen Blick Der Magd gewechselt genau wie ich, wenn ich staubbedeckt am kühlen Jtain liege und Den barfüßigen Heuwenderinnen au« djaue. Der Heuduft ist durch keinen chemischen Er- satz zu verdrängen. Der Blick Der Liebe nicht Durch neue Religionen. 1 - wiederholte. Die besten Bilder, die schönsten Schilderungen, die überzeugendsten Vorträge können Die Damit perbunDene Anschauung nicht ersetzen, unD es roar em Anschauungsunterricht eindringlichster Art, Den vor allem die Bauern unter unseren Soldaten Dort bekamen. Sie machten keinen Hehl daraus, daß ihnen nun erst die Größe Der Gefahr wirklich klar geworDen sei. In Diesen Wochen kommen in alle Dörfer Fronturlauber aus Frankreich heim, Die sicherlich zu den besten Propagandisten für Den Krieg gegen Den Äafer gehören werden. Die Gefahr ist deswegen dieses Jahr besonders groß, weil der Abwehrdienst m-rh rannrretld)£ (mr aIIe" Bürgermeistereien hängen -8iIöer, Aufrufe usw. ähnlich wie bei uns) infolge . Knegsereignisse wohl praktisch ausfällt und damit eine verstärkte Vermehrungs- und Ausbreitungsgefahr besteht. Äm Heuduft schwimmen sie heran, die Geschlechter der Heumäher, vom Tode hingemäht und der Vergessenheit anheimgegeben, ganze Ketten sonnenbrauner Gesichter, die an den Feiertagen der Kirchweihzeit Die Klarinettenbläser waren und den erdigen Schnupftabak mit Daumen und Zeigefinger aus Rinderdosen klaubten. Alle sie regen sich in mir, wenn Die aufgeblähten Nasenflügel Den bitteren und zugleich süßen Duflschwaden dörrenden Grases einziehen. Auch die Mägde und Bäuerinnen, die den in nasse Tücher gewickelten Mostkrug gebracht haben und das vor Hitze fettausschwitzende geräucherte Fleisch im Korb, Den sie in Den dünnen Schatten eines Weidenbaumes stellten. Mit Den Nechen haben sie Die frischgemähten Zeilen umge- worsen und dabei das dem Boden zugekehrte nasse Gras Der Sonne hingebreitet. Dieser aufgemirbelte, chwere Dust enthielt Sinnlichkett und Erregung, die über Die Dämmerung hinaus bis in Die Nacht anDauerte und die Liebe auf nackten Füßen von einer Kammer zur anderen trieb. Große Heuhaufen reihten sich in seligen Som- mern, eine dunkle Herde, unabzählbare Rücken, zu beiden Setten der ftänkischen Saale hinauf und hinunter. Dem lieblichen und ländlichen Fluß, den schweigende Liebe ging, während noch die schwalben auf den fast stehenden Wasserspiegel niederklatschten, weil der Abendtanz Der weißen Darübßr stieg und fiel. Bei hereinbrechender L)unkelhett war noch die Sonnenwärme Des Mittags im aufgeschichteten Heu, der Fluß murmelte träge und gering, der Mond stieg als blutrote Frucht über Den Wald, und Der Weinbergshügel mit Der wuchtigen Burg trat in einen blauen Schattenvor- hong und atmete Quellenfrische. Brauchte die Liebe mehr? Dort, unter Dem Sternengewölbe, habt ihr nur eueren scheuen Kuß geschenkt, chr jungen hüpfenden Dinger im blaugeblümten Kleid und mit Der roetten JRofe am Meder. Es waren Die schönsten Kusse. Schönere aab es nicht mehr. Denkt ihr noch manchmal daran? Ich kenne meine Heimat, wenn der Dust Der Heuernte durch Die Abendgassen meht — es wird wieder so sein wie einst. dn/insi in jedem Bauerngärtchen blühte, ist heute noch immer ein Aschenbrödel in unferen Garten^ aber fein zarter und süßer Geruch, £ chnig verschmolzen mit den idyllischen Trän- memen B'^^meierzeit, erfüllt wieder wie in ©rofjmütter viele Wäschespinde mit fein-em garten Hauch. Der alte Lavendelstrauch blüht heute hauptsächlich in seiner alten Heimat, im süd« hd^n Europa und Nordafrika. Auf Der wunder- Doyen Bergstraße von Nizza nach Monte Carlo fin- 'm 2uli die Berglehnen voll vorn blauen, dufttgen Lavendelstrauch. Diesen Blütensegen ernten eifnge Smnnttennnen in großen Mengen ein, um ff" kosmetischer Verarbeitung zuzuführen. Der lieb- Duft umwogt Das ganze ßänDergebiet und 3t Die m Schönheit sich ohnehin immer stei- kondschastlichen Reize in eine geradezu roeltentrudte, märchenhafte Stimmung. Der Lavendel hat feinen Namen von den Römern erhalten, Dle. be^fks aus diesem Duftstrauch ihre Essenzen und Waschmittelerzeugnisse herstellten. Von Dem la. teimfd>en „Lavare“, waschen, ist Dann auch Der bo. tanridje Name Lavandula abgeleitet. Karl D. Gr. ?.er viel für die deutsche Gartenkultur getan, soll j..?' an$v .?U2 Dem Süden nach Deutschland ein. "nd überall verbreitet haben, so daß sie bald neben Dem Rosmarin zur Hauptzier jeDes Bauern- gartens wurde. Lavendel hält in ganz Mitteleuropa bei nur em wenig geschützter Lage schadlos Die yrinterzett aus, zum freuDigen Gedeihen des Strau- ches gehören Sonne, nahrhafte Böden und tüchtige Bewasierung in trockener Zeit. Aber selbst wenn es "" bl^sem oder jenem hapert, wächst Dies liebliche Aschenbrödel unter Den Pflanzen doch in Ergeben- ^^er unD beglückt alljährlich mit feinen dufti« gen Blutenähren Haus und Spinde. Q, K. 1 Landkreis Gießen. s Lan g° Gö n s, 5. Aug. Am morgigen 6. August Bürgerin Frau Christine Becker Strotter, in der Pinggasse, ihren 8 2. Ge- et-u.y2 e a 9 bei guter körperlicher und geistiger ^^^^^Der^Jubilarin herzlichen Glückwunsch, und scheue Tiere sind durch ihn gehuscht und ge- ^" EN. Immer wilder und inbrünstiger wird der uhcrvble. Hügel von Saaleck zieht ein Nachtgewltter und wirft ein paar große versprengte Hopfen ^uber Die ruhenden Schwaden. Oh Nacht. uon vieler Süßigkeit! Und Mensch, du rmri5»? urache, atme ein und be» hpr ^nnblh Geh mtt nackten Füßen umher wie Der Pan, der an die Fensterläden der Magd klopft! Heudust würzi den Gommerwind. Don Anton Schnack. Heuduft, seit Den unterfränkischen Knabentagen cm unvergänglicher Geruch! Damals hat er in heißen Sommern Die Täler der fränkischen Saale 'und die ganze Mainlandschaft ausgefüllt; in der Dämmerung, in der leichten Feuchtigkeit des hereinziehenden Abends war er besonders stark und wild; um diese Stunde wurde jedesmal das Herz des Knaben verstört; denn in dem einen schwülen Duft schwammen andere untergründige Düfte mit, die Düfte eingebildeter Reisen, Die scharfen Düfte von getrocknetem Tang, Den Die Meere nach Stürmen auswerfen, Die stockfleckigen Düfte von aus Den Schubladen gezogener Landkarten, der beerenbittere Herbst wandernder Vögel und Die nassen, mit Schwefel Durchsetzten Gerüche ausfahrender und Zischender Eisenbahnlokomotiven. rS5 an bßLm denkwürdigen 14. Juni 1940. Am frühen Morgen hatten wir den Nordrand von Paris »r ^aren als erste deutsche Infanterie froh t0 Vuln\U zugleich durchmarschiert und stan- ^e" am Abend bereits südlich der Millionenstadt in eL?Irf0lS>u"r9 be5 Kindes. Um uns während Überraschungen zu sichern, erkundete ich bei sinkender Sonne Die Stellungen meiner Sicherungen, um Den allabenDlichen „Igel" um Das Rastdorf zu bilden. Das war dieses Mal eine angenehme Beschäftigung. Denn das saubere Dors lebte von hochstehendem Obst- und Gemüsebau "r bl.e Großstadt, und auf allen FelDern lockten die tiefroten Rlesenerdbeeren, die offenbar infolge Der Ereignisse an diesem Tage nicht gepflückt worden waren. Während wir inmitten dieser verlockenden Um- aebung eine Stellung für schwere MG. suchten, ItanDen wir auf einmal vor einem Stück Land das wie ein Brachland inmitten des Fruchtlandes er» Ichien. Eigentümliche blattlose Stengel, etwas Rotes EDte Beeren aussehend, Daran, Das war der erfte Emdruck — bis sich die scheinbaren Beeren in Kartoffelkäfer unD ihre Larven und das Brachland m einen Kartoffelacker von vielleicht 6 bis 8 Morgen verwandelten, der restlos abgefressen war Das war für uns in Frankreich die erste Begeg- nung mit Dem gefährlichen Feind unserer Volks- ernahrung. Die sich von nun an fast täglich irgendwo Das aber liegt nicht allein im Heuduft; es gingen auch Wanderer vorbei, die sich straßenmüde an den halb beschatteten Rain legten, wo in verlassenen uum *uu geiommen, oen oie Wcmertümvel in Mauslochern die Grillen das Geständnis chrer1 weißen Nebelstreifen ausgeatmet haben. Biele leine Der Schutz des Waldes muß uns ganz be- fTÄTü ttegen. Wer Dem Wald Schaden fckn ^°nnt,,h^!nb 9egen 2145 Uhr I 6ettftoer[tänMid) tännm Drten die in Gießen und nmm>m>nh natürliche Ursachen entstehen, wie etwa durch Bli^ V°^. die weitaus größte Z-chl aller Waldbränöe h^t ihren Ursprung noch heute in Der Leicht- fertigfeit unD Fahrlässigkeit Der Menschen. Abge- fefjen davon, daß uns Das verbrannte Holz als kost- fehlt, bedarf es Daneben lahrzehntelanger Forstarbeit, um Den niedergebrannten Wald wiederzugewinnen: braucht Doch was in vier Stunden vom Feuer vernichtet ‘ k 40 3Q^re'' um wieder in die Höhe zu utn endMtig Schluß mit dem Rau- chen im Walde, mit Abkochen, mit der Entzündung ^^lferinnen des' NSD.-Bahn-1 einen Band r^tbetftÖ^atrbifeTtburf? "i^. ^letzt auch die Eisenbahner schütten oon Sand ober Aufschlagen mit Zweiaen w Bahnhofes Gießen waren mit aller Kraft löschen zu suchen. Gelingt dies nicht mufe K Die Bahnhofshalle, nachdem etwa 20 Minuten gor! « nw Ä her bereits em anderer Zug mit Aeimfebrern bi? L » , Ä -111 xö eJ" ®1 fe r n e n Kreuz aus- aus Mitteldeutschland tarnen, Den hiesigen Bahnhof eines Minenlud^^t^^^^''^an Bord passiert hatte. 18 Minensuchbootes Heinrich Becker aus Oie- /k, •<« 1 f " e " n, Sffffstraße 3, wurde mit dem Eisernen Kreuz öeilfräuferfammlung 1940. °u-geze-chnet. $ie g(ejd)s Kriegsauszeichnung und Erste Te-lNeferung Gießener Schulen. mx®le Heilkrautersammlung ist in Den vergangenen flierungsrat Dr. Fritz Hübner, einem alten Gie- ^enh^!5betr"t.ber ®ie6ener Gäulen mit ßener, für seine Tapferkeit vor Dem Feinde ver- großer Energie durchgefuhrt worden. Der Ertrag der liehen. — Bei dieser Gelegenheit sei vermerkt ha6 uneigennützigen und bödift mprinnHo« I ber Stabsarzt Dr. S ch m^i b t über bessen Aus- hTÄi9 mit-^m<^iferne" Kreuz wir am Samstag hJI/’tetß", nicht Wilhelm, fonbern Fritz Schmidt ijeißr. Die Arttlleristen-Kamevadschast 1895 Gießen versammelte sich am Samstagabend im Kameradschafts. ^^"H.esßscher Hof" zum Üblichen Monatsappell. Zu Beginn gedachte Kameradschaftsführer M u l. r verstorbenen Kameraden Heinrich Ruhl und seiner großen VeMenste um Die För- Derung Der Kameradschaft. Dem verstorbenen Ka- f°wohl bei Der Bestattung, als auif) bet diesem Gedenken im Appell die üblichen ermie?^ ?egreichen Kampfe unserer Truppen und damit ~~ ~ - - -------------- «nen schonen Gervinn für ihre soldatischen Erinne- danken bewegen Den Zuschauer bei Den Bildern vorn nrn den leider diejenigen Kameraden gekom- Rennen um das Braune Band. Die wetteren Szenen meJJ dem Appell nicht beigewohnt haben Des Films zeigen Die Deutschen Pioniere beim Wie- ^ach Den mit herzlicher Dankbarkeit ausgenommen Deraufbau von Brücken und Eisenbahnen im hohen ?en ^rontberichten der feldgrauen Kameraden schloß Norden. Mtt Befriedigung verfolgt man Die Spren- Ler Kameradschaftsführer den dienstlichen Teil des gung der Schandmale im Wald von Compiögne, Der Appells, Dem Dann noch für einige Zeit frobae- eine mehr als symbolische Bedeutung zukommt. Aus- >"mmte kameraDschaftliche Unterhaltung folgte gezeichnete Bilder vom Kampf der italienischen Flotte fSvfcr.M Sa- -m gegen Englands Flotte beschließen Die sehenswerte! vDu)Üyi ÖCH ! Wochenschau. -rauen-RC. Hannover 2 Titel. Frauen gewann Notizen für den 5. August. Sonnenaufgang 5.25 Uhr, Sonnenuntergang 20.46 Uhr. — Mondaufgang 7.36 Uhr, Monduntergang 21.11 Uhr. Glänzender deuWerWleWeg Deutschland—Italien 104:74 Punkte. Der zweite Leichtathletikländerkampf zwischen Deutschland und Italien gehört der Vergangenheit an. Die deutschen Athleten — und mit ihnen ihre italienischen Kameraden — bewiesen trotz Krieg und verminderten llebungsmöglichkeiten ihre Kampfkraft und Einsatzbereitschaft, was in einem glanzenden Sieg mit 104:74 punkten seinen Niederschlag fand. Nachdem Deutschland schon am ersten Tag mit 48:36 punkten einen klaren Vorsprung erkämpft hatte, wurden am Sonntag in der Stuttgarter Adolf-hitler-Kampfbahn von den zehn restlichen Wettbewerben nicht weniger als neun gewonnen, während unseren tapferen Gästen lediglich der Sieg im SWO-Weter-Lauf durch Veviaqua verblieb. Von den insgesamt 19 Wettbewerben, die der Länderkampf umfaßte, fielen somit sechzehn an Deutschland und nur drei an Italien. Die italienischen Athleten waren aber in fast allen Wettbewerben große und teilweise gleichwertige Gegner und es gelang ihnen, ein etwas günstigeres Endergebnis herauszuholen, als vor Jahresfrist beim ersten Treffen in Mailand. 0r. Luh erfolgreich. Der Gießener Leichtathlet Dr. Otto L u h, der am Sonntag im Rahmen des Leichtathletik-Länderkampfes im Kugelstoßen antrat, konnte den ersten Sieg in dieser Disziplin mit einer Leistung von 14,98 Meter sichern. Der dritte Leichtathletikkampf zwi- schen Deutschland und Italien wurde bereits zum 14. und 15. September nach Mailand vereinbart. Im Herbst wird auch noch ein Frauen-Leichtathletik- treffen zwischen Deutschland und Italien auf deutschem Boden vor sich gehen. Kurhessen gegen Hessen-Aassau 14:13 (8:7) Handball-Vergleichskampf in Gießen. . Bereichs-Mersturnen in Heuchelheim. Tv. 1846 Kausibatt-Bereichsmeister 1940. - Interessante Korbbattspiele der Krauen Die vom Fachamt Handball (Bezirksführung Gießen) zur Ausrichtung übernommene Groh-Deran« staltung nahm einen in allen Tellen wohlgelungenen Verlaus. Was in organisatorischer Beziehung getan werden konnte, war getan worden. Der erhoffte Zuschauer^Erfolg entsprach nicht ganz den Erwartungen. Die Landvereine waren stärkstens vertretep. Bon chrer Seite aus geschah alles, um der Sache auch rein äußerlich zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Schabe aber war es, daß nicht Tausende den wundenvollen Platz umsäumten. Denn was alle eingesetzten Mannschaften zeigten, das war Handball, wie man ihn nur selten zu sehen bekommt, das waren spannende und energiegeladene Treften. Sie.haben uns neue Freunde zugefiihrt, Der Faustballkampf. Mußte man auch der Gießener Mannschaft auf Grund ihrer allgemeinen technischen Sicherheit und ihrer Wettkampferfahrung die besten Siegesaussich- ten einräumen, so war unter den augenblicklichen Dechältnissen doch nicht vorauszusehen, in welcher Verfassung sich der Gegner ACT. Kassel stellen würde. Gießen brachte mit seinen fünf Spielern Dr. Nohl, Riexinger, Becher, Trapp, Dr. Pfeffer die beste Besetzung ins Feld, die es seit Jahren aufbieten konnte. Der Gegner erwies sich als eine gleichmäßig besetzte Mannschaft, die den Nachteil hatte, daß sie über keinen überragenden Schlagmann verfügte, der die Angriffe zu Gewinnpunkten auswerten konnte. Das zeigten bereits die ersten Spielminuten, wo nach einem 2:2 Gießen zu 2:20 auf und davonging. Mit dem seltenen Halbzeitergebnis 7:34 für Gießen war das Spiel praktisch entschieden. Die zweite Spielhälfte brachte nicht ganz das gleiche Bild, mit 8:20 ging ober auch sie noch recht eindeutig an Gießen, somit einen für Meisterschaftsendspiele unerwartet hohen Punktsieg von 15:54 für unsere heimische Mannschaft ergebend. Der Sieger zeigte ein gutes taktisches Zusammenspiel und war auch m der Ballaufnahme dem Gegner voraus. Hintermannschaft und Angriff spielten fast fehlerlos, so daß es sich erübrigt, einen Spieler besonders her- Der turn- und sportfteudige Nachbarort Heuchelheim war gestern wieder einmal der Schauplatz einer schönen Veranstaltung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen. Altersturner, aktive Turner und die Mannschaften der Sommerspiele trafen sich zu einem gemeinsamen Wettkampftag. Altersturner, Turner und Turnerinnen kamen selbst aus den abgelegensten Teilen des Bereichs, ym in Heuchelheim die Kräfte zu messen. Die 50-, 60- und 70jährigen Turner zeigten, was sie noch zu leisten vermögen; Turner der Reichs- und der Bereichsklasse traten zu einem Ausscheidungsturnen bzw. zu einem Kampf um die Bereichsmeisterschaft im Zwölfkampf an. Turnerinnen bestritten einen Achtkamps um die De- reichsmeisterschaft. Faustball- und Korbballspiele bereicherten die Wettkampffolge. Morgenfeier. Die Beteiligung an der Veranstaltung konnte in Anbetracht der Verhältnisse und im Hinblick auf die kurze Dorbereitungszeit nicht ganz so stark fein, wie beim Gaualterstreffen des Vorjahres. Immerhin war die Beteiligung erfreulich stark. Don Kassel und von Hanau, von Fulda und vom Taunus kamen die Wettkämpfer. Kreisfachwart S i m o n (Hofgeismar) hieß m einer kurzen einleitenden Feier die Wettkämpfer im Auftrag des Bereichsfachwarts Schäfer (Kassel) herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt dem Reichsbund-Kreisführer Hauptmann Dr. Schäfer (Gießen). In kurzen Ausführungen sprach der Redner von jenem Geiste, der die Turner seit jeher beseelte, einem Geiste der Vaterlandsliebe und der Verpflichtung für die Gemeinschaft. Altersturner im Kampf. Nach dem Gruß an den Führer begaben sich die Riegen der Wettkampfteilnehmer sofort an die Geräte und an die Kampfttätten des volkstümlichen Wettbewerbs. Die Altersturner marschierten zum Sportplatz, um einen Siebenkampf bzw. Dreikampf zu bestreiten, bei dem sie ihre Elastizität im Kugelstoßen, beim Weitsprung und im Laufen zu beweisen hatten. Mit einem geradezu jugendlichen Eifer widmeten sich die 50-, 60- und 70 jährigen dem Wettbewerb und erzielten auch beachtliche Leistungen. Der nunmehr 81jähriae Turner Wilhelm D a p p e r (Tv. 1846 Gießen) fehlte auch diesmal nicht und brachte die Uebungen mit guten Ergebnissen und beachtlicher Punktzahl hinter sich. Jede Einzelleistung wurde sorgfältig festgehalten. Die Ergebnisse der Mitbewerber wurden von den Alten Herren sehr aufmerksam verfolgt. Zwölfkampf der Aktiven. Zu gleicher Zeit traten die aktiven Turner der Reichs- und der Bereichsklasse zu chren Uebungen an. In der Reichsklasse turnten (Bergs (ATE. Kassel), Kaiser (Tv. 1846 Gießen) und Lettin (Tv. Wieseck) in einem Ausscheidunasturnen für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Chemnitz. Die Uebungen an den einzelnen Geräten wurden von zahlreichen sachverständigen Zuschauern mit großer Aufmerksamkeit verfolK. Insbesondere am Barren und am Reck sah man sehr schöne Kürübungen. Sehr gut gefielen auch die figurenreichen und exakt ausgeführten Freiübungen in der Turnhalle. Doraussichtlich nehmen alle drei Turner an den Deutschen Mehrkampsmeisterschaften in Chemnitz teil. Die Turner der Bereichstlasse bestritten ebenfalls einen Zwölfkampf. Von unseren heimischen Turnern waren die Wiesecker Ludwig Seng stäke und Heinrich Wenzel beteiligt. Den Sieger und Bereichsmeister stellte Josef Deuter von der Fuldaer Turnerschaft. Auch die Turnerinnen, deren nur drei am Start waren, bemühten sich um die Qualisikation zur Teilnahme an den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften. Siegerin im Achtkampf wurde die Kasselerin Käthe K r e g e l i u s. Als zweite Teilnehmerin an den Deutschen Meisterschaften wird voraussichtlich Margret Seim (Mtv. Gießen) genannt werden können, die gegenwärtig an einem Prü- fangskursus für Sportlehrerinnen m Berlin teilnimmt und dort an einem Ausscheidungsturnen hn Wettbewerb stehen wird. Der größte Teil der Wettkämpfe, die unter der Leitung des Dereichsfachwartes für Männerturnen, haben durch ihre Schönheit geworben und waren nicht zuletzt auch dazu angetan, einen Einblick in den hohen Stand des Handballspiels überhaupt zu vermitteln. Schon der Auftakt der Veranstaltung, das Spiel der beiden Jugendmannschaften, hielt die Zuschauer in seinem Bann. Lützellinden hielt das in die Mannschaft gesetzte Vertrauen. Der Gegner mußte die Überlegenheit des Gebietsmeisters anerkennen, seine überlegene Ballführung, das einwandfreie Stellungsspiel und nicht zuletzt auch der Drang nach dem Tor waren vorbildlich und ließen es verständlich erscheinen, daß die Elf in den Besitz des wertvollen Titels kam. Die Gießener Jungens waren gut (übrigens ttat die Mannschaft verstärkt an); ihr Richard Becker (Kassel), standen, konnte um die Mittagsstunde abgeschlossen werden. Korbball um die Bereichsmeisterschast. Der Nachmittag war dann in der Hauptsache den Sommerspielen gewidmet. Im ersten Wettbewerb traten die Heuchelheimer Turnerinnen in einem Korbballspiel gegen die Wetzlarer Turnerinnen an und mußten sich mit 9:1 geschlagen bekennen. Die linken Gäste aus Wetzlar zeigten sichtlich ein Plus an Wettkampferfahrung, das den Heuchelheimer Turnerinnen noch nicht zu eigen sein konnte. Trotzdem gestaltete sich das Spiel sehr interessant, denn die Mädchen vom Platzverein kämpften bis zur letzten Minute. In einem Zwecken Korbballspiel standen sich die Turnerinnen der Tumgemeinde Hanau und der CT. H es fe n -P re uß e n im Kampf um die Bereichsmeisterschaft gegenüber. Die Leitung des Spieles hatte der Gauobmann Dr. Pfeffer. Obwohl die Turnerinnen aus Kassel nur mit sechs Spielerinnen antreten konnten, behaupteten sie sich doch gegen die Mädchen aus Hanau. Wenn sie mich in oer elften Halbzeit nicht dominieren konnten und den Hanauerinnen die Inittative überlassen mußten, o gelang es ihnen in der zweiten Halbzeck doch, )en Kampf ausgeglichen zu gestalten, so daß das Spiel nach regulärer Zeit 2:2 stand. In der Verlängerung vermochten sich dann die Mädchen aus Kassel den Sieg zu sichern, den sie für chren Einsatz redlich verdient hatten. Nachdem die Zwölfkämpfer vor einer großen Zu- schauerschaft chre Kürübungen am Barren und am Reck gezeigt hatten und damit starken Beifall auslösten, traten die Mannschaften des Turnvereins 18 46 Gießen und der Aelteren Kasseler Tumgemeinde zum Endspiel um die Bereichsmeisterschaft im Fauftball an. Können reichte aber nicht aus, um dem Spiel einen anderen Ausgang zu geben. Die beiden Gaumannschaften traten mit wenigen Ausnahmen in der vorgesehenen Aufstellung an. Die Männer von Hessen-Nassau fanden sich überraschend schnell und lagen durch hervorragende Leistungen auch bald in Führung. Kassel holte aber auf und erzwang wenig später schon den Ausgleich. So ging es bis zur Halbzeck, die die Gäste mit etwas Glück für sich entscheiden konnten. Wenn man angenommen hatte, daß das Spiel nach dem Wechsel noch interessanter werden würde, dann hatte man sich nicht getäuscht. Wohl mußte unsere Mannschaft eine kurze Schwächeperiode durchstehen. Sie war aber bald überwunden und im hervorragenden Einsatz der vier Tore betragenbe Vorsprung auf- geholt. Durch einen krassen Deckungsfehler kamen die Kasseler zu einem knappen Erfolg. Das Spiel selbst dürfte, darüber besteht wohl fein Zweifel, seinen Zweck erfüllt haben. Die Bereichsführung wird es an Hand der gezeigten Leistungen nicht schwer haben, ihre zukünftige Vertretung aufzustellen. Die Spieler, die dann später zum Einsatz kommen werden, stellen das Beste dar, was es im Augenblick im Bereich Hessen gibt. Sie werden sicherlich auch bei den kommenden schweren Kämpfen ihren Mann stellen. Wer im einzelnen berufen werden wird, steht noch nicht fest. Eine Kritik der beiden Mannschaften wollen wir uns diesmal ersparen. Es gab auf beiden Setten Versager, die aber durch ganz ausgezeichnete Leistungen wieder ausgeglichen wurden. So sah man beispielsweise von Wenzel zeitweilig hervorragende Abwehrarbeit. Daß das Spiel so torreich verlief, ist nicht sein« Schuld. Oie deutschen Hudermeisterschasten. Die deutschen Rudermeisterschaften wurden auf der Olympia-Strecke in Berlin-Grünau entschieden. Die neuen Kriegsmeister sind: Einer: Ellida Wien (Hafenöhrl); Zweier m. St.: Amicitta Mannheim; Zweier o. St.: Spindlersfelder RV. Sturmvogel; Doppelzweier: Berliner RE. (Fürth-Neuburger); Vierer m. St.: Viktoria (Brünau; Vierer o. St.: Viktoria (Brünau; Achter: Berliner RC. Bei den oorzuheben. Für die Mannschaft bedeutet diese sechste y Bereichsmeisterschaft den Lohn für ein jahrelanges systematisches Training. Die Vorrunde zur Deut- eben Meisterschaft, in der es gegen die Bereiche Südwest, Baden, Württemberg und Bayern geht, wird erweisen, welchen Platz der Gießener Faust- ! ball unter den übrigen deutschen Spitzenmannschaften einnimmt. * Mit einer würdigen Siegerehrung fand die Veranstaltung chr Ende. Kreisfachwart Simon hielt eine Ansprache, in der er seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß es im Reiche Adolf Hitlers trotz Krieg und Kampf nicht nur für deutsche Kunst und Kultur, sondern auch für die Leibes- übuna die Möglichkeit gebe, die Arbeit fortzusetzen zum Besten der deutschen Jugend und der ganzen Natton. Heuchelheimer Turnerinnen forderten zum Abschluß des Tages mit einigen hübschen und sehr beifällig auf genommen en Volkstänzen zu allgemeiner Aufmerksamkeit heraus. Die Ergebnisse folgen. Oie Sraebniffe: Zwölfkampf der Männer (Reichsklasse): 1. (Bereichsmeister 1940) Otto Geras, A.C.T. Kassel, 190,5 Punkte; 2. Kaiser, Tv.1846 Gießen, 175,5 P.; 3. Karl Bettin, Tv. Wieseck, 115,5 Punkte. Achtkampf der Frauen: 1. (Bereichsmei- fter) Käte Kregelius, C.T.-H.Pr., 125 Pkte.; 2. Ma- rie-Luise Kling, Turn-u. Fechtklub Hanau, 105,5 P.; 3. Else Schmidt, Tuspo. Friedrichsdorf, 90 Punkte. Zwölfkampf, Bereichsklasse: 1.Josef Deuter, Fuldaer Tumerschaft 194 Punkte; 2. Aug. Krack, Tv. Kirdorf, 190; 3. Erich Schade, Tv. 1847 Wetzlar, und Alwin Stötzer, Fuldaer Tumerschaft, 163; 4. Ludwig Sengstake, Tv. Wieseck, 160; 5. Heinrich Wenzel, Tv. 1847 Wieseck, 145 Punkte. Altersklasse I (32— 40 Jahre): 7- Kampf): 1. Büttner, Fuldaer Tumerschaft 48/88, 134,5 Pkt.; 2. Swoboda, Tv. Sinn, 134; 3. Reuter, Tv. Sinn, 131,5; Ferber, Tv. Waldgirmes, 131,5; 4. Schmidt, Tv. Herborn, 127; 5. Stech, Fuldaer Tumerschaft 48/88, 122,5; 6. Hildebrandt, Tv. Wie- seck, 120,5; 7. Frey, Tv. Wieseck, 118; 8. Hardt, Tv. Herborn, 117,5; Schmidt, Tv. Wetzlar, 117,5; 9. Munk, Tv. Wetzlar, 110,5; 10. Schick, Tv. Wetzlar, 107; 11. Schill, To. Herborn, 105,5; 12. Heil, Tv. Weißkirchen, 98,5; 13. Vollmer, Tv. Herborn, 94,5. 3-Kampf: 1. Stückert, Polizeisport Hanau, 69 Pkt.; 2. Memann, SA.^Kampffpielgem. Gießen, 68; 3. Pfeffer, Tv. Rieder-Eschbach, 67; Zemdt, DsB.-Reichsbahn Gießen, 67; 4. Heck, Tv. Nieder - Eschbach, 64; 5. Leidig, Tv. Grüningen, 60; 6. Mul- > ter, Postsport Gießen, 57; 7. Harth, Tv. Weißkir- chen, 56; 8. Ludewig, Tv. Wetzlar, 51; 9. Schäfer, , Tv. Grüningen, 44. , x Altersklasse II (41 — 50 Jahre): (Sterben kämpf): 1. Sauer, Tv. 1846 Gießen, 124 • Pkt.; 2. Gissel, Tv. Waldgirmes, 122,5; 3. Kuhl- ► mann, Tv. Herborn, 116; 4. Jung, Tv. Wetzlar, 113; . Möglich, Tv. Wetzlar, 113; 5. Müller, Dv. 1846 Gie- , ßen, 108; 6. Pfeiffer, Tv. 1846 Gießen, 105,5. - Weitere Ergebnisse folgen. (Nachdruck verboten.) 18. Fortsetzung. sie Tilde am anderen Morgen den Kops zum werden Das Und über das ganze Gesicht. „ „Solch ein Wetter hab' ich mir eben gewünscht, Tilde", sagt er statt jeder Begrüßung. Tilde weiß nicht, was sie denken soll. „Man kann doch aber auf keinen Fall aus dem Zelt heraus." „Und ob man kann. Das Frühstück auf der Insel fällt wegen Regen aus und findet im Saale statt, das heißt, beim Dauer Hagemann. Die Zelte werden dicht gemacht, die Boote drüben in den Schuppen gelegt, und heute abend fft es wieder schön." „Und was tun mir? fragt sie. Er sieht sie strahlend an. „Wir fahren doch nach Hallerndorfer Teerofen." Man muß chm schon den Gefallen tun. Bereits denn, Tilde?" Sie lügt. „Ich bin müde." „Also gehen mir schlafen." ,Ha, gehen wir schlafen." Er revidiert noch einmal die Zeltschnüre, ob auch fest sind. Dann gibt er ihr die Hand. „Gute Nacht, Heinz Deetjen." „Und morgen früh heraus." wissen sie beide. nun denken sie aneinander. 17. anderer Flecken Erde. Diese Runeninfel fft der ro- mantffche Ausflugsort für Hellwig & Holzmanns Wochenendler. Auf dem See wird der gute „Theodor" fahren, in der Mühle werden 30 Menschen Lärm machen, auf der Insel werden — Es fft nicht auszudenken. Er merkt, daß sie weit fort ist. „Was haben Sie Als Tilde am anderen Morgen den Kopf zum Zelt herausstreckt, regnet es; daß man jede Hoffnung, es möchte im Laufe des Tages einmal aufhör en, mit Fug und Recht aufgeben kann. Heinz Deetjen, der in feiner Regenhaut schon am Ufer steht, lacht trotzdem oder gerade deswegen Die schöne Melusine Vornan bon Hans dichter ,Ha", verspricht sie. . Es gibt Worte, die gleichgültig und äußerlich irtb und in denen doch ein Unterton mitschwingt. Dieser Unterton ist das Wichtige. Während sie miteinander sprechen, sagen sie in Gedanken längst Du zueinander. Aber weil sie jung sind, und weil das eine Grenze hat, die nicht so einfach überschritten darf, tun sie es nicht. um sieben landen sie drüben in Gussow, um halb acht fft ein Frühstück, das sich schen lassen kann, auf gefuttert, und um halb neun fahren sie. — Tilde auf dem Soziussitz gewaltig durchgerüttelt und mit patschnassen Strümpfen — in die Fabrik ein. Sie fft bestimmt nicht zimperlich. Aber na sie Strümpfe kann sie auf den Tod nicht vertragen, denn sie kennt die Folgen: mit einem kitzelnden, trockenen Gefühl ganz hinten im Halse fängt es an. Dann folgt der benommene Kopf. Die Nasenspitze wird rot, Kopfschmerzen, Schlappheit — ünd wenn es soweit fft, tut man am besten, sich von allen UrlaubsMnen zu verabschieden, das Zelt abzubauen und seine Zuflucht zu Tante Malwines Fliedertee zu nehmen. Tilde sieht diesen rauchenden Teetopf und ein mit Federbetten hochgetürmtes Lager im Geist schon vor sich und wirft den Kopf in den Nacken. „Nein", sagt sie energffch. Heinz Deetjen kann dem Gedankengang natürlich nicht folgen und bekommt Angst um seine Arbeit. Er fft im Augenblick auf dem Standpunkt, den Männer, wenn sie sich etwas vorgenommen haben, gern erreichen: er denkt nur an die Arbeit und ist allem anderen unzugänglich. „Was heißt denn nein?" wundert er sich. ^Jch will keine Erkältung bekommen", fährt sie ihn an urtb zeigt auf ihre Strümpfe. „Sehen Sie nur einmal, was Sie da angerichtet haben." Zum Glück pasiiert eben Greta Kranick die Einfahrt, nickt dem Pförtner zu, übersieht sofort die Lage und nimmt das Mädchen ohne viel Worte am Arm. „Wir werden den Schaden gleich gutmachen", meint sie. Heinz sagt etwas von einem Gestell* das man in der Nähe des Brennofens au ff teilen könne, aber davon will Greta nichts wissen. In einer Viertelstunde würden sie zurück fein, bedeutet sie ihm und er solle bis dahin nur alles vorder eiten. Hallersdorfer Teerofen fft eine große moderne Fabrik, liegt einsam im Walde, fft von dem Ort ■ Hallersdorf durch die Breite der Straße getrennt und besteht aus eben dieser Fabrik, einer in einem Park liegenden Villa und einer Siedlung. Auf eins l dieser Häuschen zu nimmt Greta Kranick die Richtung und gibt zwischendurch Erklärungen. i „Dort wohnt Deetjen", sagt sie und deutet auf Ein Gedanke durchzuckt sie, und diesen Gedanken mißbilligt sie ebenso, wie Tante Malwine es tun würde, „Muß ich etwa —?" fragt sie und denkt an unbeÜeidete Modelle. Er versteht. „Sie müssen nicht. Zuerst einmal muß ich den Kopf haben, dazu genügt der Trainingsanzug, und jpäter, wenn wir an die Figur gehen, ziehen Sie den Badeanzug an." „Ich —" sie zögert noch, aber dann findet sie das Zögern dumm und kindisch. Man hat Vertrauen zueinander oder man hat fein Vertrauen, denkt sie. „Ich will Ihnen für Ihre Melusine sitzen, Heinz Deetjen", sagt sie. Für ihn ist das längst selbstverständlich. „Morgen früh fahren wir nach Hallersdorfer Teerofen", bestimmt er. „Der alte Herr soll sich wundern, wie pünktlich sein Sohn fein farm. Und dann wird den ganzen Tag durchgeschuftet." „Ich habe noch nie gesehen, mte eine Keramik entsteht", meint sie. „Werden Sie alles sehen, einschließlich der Eulen und Meerkatzen, morgen. Aber weil morgen .ein schwerer Tag wird, sollten wir heute eigentlich ms Zelt kriechen." „Morgen muß ich mit Hellwig 8t Holzmann sprechen", führt es Tilde durch den Kopf. „Die müs- fen den Abschluß mit Schiffsführer Apel machen, sonst bekommen sie den „Theodor" nicht, sie müssen wissen, welchen Preis Brümmer fordert, um die Kilometer ausrechnen zu können." „Morgen abend fatyren wir natürlich auf die Insel herüber", sagte Heinz Deetjen. „Die verteidige ich gegen jeden Eindringling, und wenn ick ihm als der schwarze Reiter persönlich erscheinen sollte." Tilde erschrickt. Da hat sie was Schones angerichtet. Sie, gerade sie, wird den Frieden dieser Insel stören müssen oder — aber nein, Versprechen, die man einmal gegeben hat, muß man auch halten. Es fft ihr, als würde eine Blende vorgescho- den, und als sei die Runeninsel plötzlich ein ganz den Park. „Die Häuser hier gehören alle zur Fabrik, und etwa die Hälfte der Arbeiter wohnt hier. Die andern kommen jeden Morgen mit dem Motorrad von drüben." Sie schließt die Tür auf und läßt ihren Gast vorangehen. „Sie sind also die Melusine?" „Sa", sagt Tilde. „Hat er —?" „Er hat. Er hat sich gestern den ganzen Tag mit Ihnen herumgeplagt. Man kann ihm da nicht helfen, felbst wenn man..." Sie lächelt, als sie weiterspricht. „Selbst wenn man sich die weitere Ent- wicüung ungefähr denken kann." Greta Kranick hat eine aus zwei Zimmern und einer winzigen Küche bestehende Wohnung. Das Wohnzimmer ist anheimelnd und legt Zeugnis von dem künstlerischen Geschmack seiner Besitzerin ab. Während die nebenan in ihren Schubfächern kramt, hat Tilde Muße genug, sich umzusehen. Besonders gefallen ihr gemalte Kacheln, die an der Wand hängen und die eine größere eingemauerte Plastik umgeben. ,Hst das von Ihnen?" fragt sie ihre Gastgeberin, als die mit trockenen (Strümpfen zurück kehrt. Die kleine Frau schüttelt den Kopf. „Soweit habe ich es noch nicht gebracht und werde es auch nie bringen. Alles, was ich kann, fft ehrliches Kunsthandwerk, mehr nicht. Die Kacheln habe ich gemalt und gebrannt, und als ich mir von dem da eine Kopie machte, fft Heinz Deetjen beinah wütend ge- worden. Es hat nicht viel gefehlt, daß er sie mir zerschlagen hatte. Erstlingsarbeiten gehörten auf den Scherbenhaufen, hat er gesagt." Und sie fährt leffe, mehr für sich selber als für die Besucherin fort: „Es ist aber keine Erstlingsarbeit." „Sie halten viel von seiner Begabung?" muß Tilde fragen. Die Frau hörte die Frage und alles, was unausgesprochen in chr liegt. „Heinz Deetjen fft und bleibt für mich ein Junge, der er früher wirklich war und der er in Wahrheit heute noch fft. Sehen Sie, hier fft das nicht so wie in der Stadt. Hier ist man aufeinander angewiesen und wächst zusammen. Er hat früh die Mutter verloren, und wenn ich auch nicht damit sagen will, daß ich ihm jemals die Mutter ersetzt hätte, so etwas wie eine gute Tante bin ich doch für ihn geworden." (Fortsetzung folgt.)