"M ■IV MN ■BHmmMR W xÄm1 - f. w ^MÄ-s- $rdtag,5.3ulU940 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desVormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rpf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25"/0 mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat rmBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschluh 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks ^M. 190. Jahrgang Nr. 157 jgJU fr GietzenerAnzeiger vrühlsche Univrrsttatrdruckerei L Lange General-Anzeiger für Oberhessen $ «I-hen^Lchiilftrahk 7-9 Senegalgebiet — sei es als Bahn, sei es als Autostraße — erhalten. Oran, das Hauptstadt des gleichnamigen algerischen Departements ist, hat etwa 170 000 Einwohner, davon 130 000 Europäer. Bon Westen nach Osten hat Frankreich in Nordafrika folgende See-Kriegshäfen: Cascchlanca, Oran, Algier, Bona und das vielgenannte Bizerta. Ein Schurkenstreich. Mit der Seeschlacht vor Oran haben die Fran« zosen noch einmal einen Beweis englischer Bündnistreue erlebt. Es war England, das die Franzosen aus Indien und Kanada hinausgeworfen hat, es war England, das Frankreich im Krim-Krieg im Stich ließ, wie es wieder England war, das die Franzosen aus Aegypten und aus dem Sudan hinauswarf. Nach Versailles war Frankreich immer im Schlepptau Englands, mußte sogar die Sanktionen gegen Italien mitmachen, mußte die Garantien unterschreiben, die England andern Ländern aufdrängte. Frankreich fühlte sich so sehr als Vasall Englands, daß es auch das Verbrechen vom 3. September 1939 mitbeging, obwohl der Führer gerade Frankreich immer wieder die Hand zur Verständigung geboten hatte. Frankreich kann sich nun die Quittung seiner plutokratischen Verranntheit besehen. Eine Quittung, wie sie in dieser Form keiner anderen Großmacht in der neueren Geschichte zuteil geworden ist. Dies Frankreich von 1939 erklärt Deutschland den Krieg, mobilisiert alle seine waffenfähigen Männer, um für England, wie im Großen Kriege, wieder einmal den Blutzoll zu leisten. Frankreich mobilisiert, England schickt indessen die feierlich zugesagte Hilfe an Truppen und Kriegsmaterial nur paketweise hinüber. Ganze zehn englische Divisionen standen Anfang Mai 1940 in Frankreich und waren so eingesetzt, um jederzeit die Kanalhäfen erreichen zu können. Als am 10. Mar das Unwetter losbrach, als der deutschen Gegenhieb das niederträchtige Ränkespiel der französischen und englischen Diplomaten und Militärs zuschanden machte, waren es wieder die Engländer, deren Oberbefehlshaber Gort und Jronside darauf bestanden, die zehn Divisionen Englands in Sicherheit zu bringen. Wie gründlich das geschah, das findet sich in den Dokumenten dargestellt, die den deutschen Truppen in die Hände gefallen sind. Dokumente, die lückenlos dartun, wie Frankreich in seinem Kampf auf Leben und Tod auf die Hilfe Englands angewiesen war und im Stich gelassen wurde. zosen die Augen öffnen und ihn auf die Seite der Regierung Pätain zwingen. Nach dieser eindeutigen Stellungnahme der englischen Presse für den Massenmörder Churchill wird das englische Volk die Folgen zu tragen haben, es wird sich nicht beklagen können, wenn es in der kommenden Auseinandersetzung auch als Verbrecher behandelt werden wird. Frankreich bricht die diplomatischen Beziehungen zu England ab. Gens, 5.Juli. (DHB. Iunkspruch.) Die französische Regierung in Vichy feilt mit: Der am Don- nerslagmorgen unter dem Vorsitz von Präsident Lebrun zusammengetretene Mini st er rat hat nach Kenntnisnahmen von dem nicht zu recht- f e r t i g e n d e n A n g r i f s, den ein mächtiges englisches Geschwader auf ein französisches Geschwader bei Mers-el-Kebir ausgeführt hatte, und nachdem er der Haltung und dem Heroismus der Flotte feine Anerkennung ausgesprochen hatte, beschlossen, die diplomatischen Beziehungen zu England abzubrechen. * Rom, 4. Iuti. (DRV.) Line am Donnerstag 16.10 Uhr von Stefan! ausgegebene Reutermeldung besagt, daß die französische Regierung einen Befehl erlassen hat, demzufolge es allen britischen Schiffen und Flugzeugen verboten ist, die 20 -Meilen-Seezone der Küsten der französischen Gebiete in Europa und llebersee zu überfliegen oder zu durchfahren, andernfalls sie ohne irgend eine Warnung angegriffen werden. Lhurchill brüstet sich mit dem Schurkenstreich von Oran. Die französische Flotte vor Oran von -en britischen Verbündeten ruchlos überfallen Wie wir hierzu erfahren, hat der Führer nach erfolgter Mitteilung dieser Vorgänge durch die französische Wasfenstillstandsabordnung an die deutsche Waffenstillstandskommission der französischen Regierung die Genehmigung erteilt, ihre Schiffe dort, wo sie sich dem Zugriff der Engländer nicht entziehen können, zu versenken. Diese Entscheidung entspricht dem Inhalt des Waf- fenstillstandsabkommens, demzufolge es nicht die Absicht der deutschen Regierung ist, die französische Flotte in deutschen Besitz zu bringen, sondern lediglich zu verhindern, daß sie weiterhin am Kriege gegen Deutschland teilnimmt. Die französische Darstellung. @ e n f, 4. Juli. (DNB. Funkfpruch.) In Clermont- Ferrand wurde am Donnerstagmorgen um 3 Uhr folgendes amtliche französische Commu- nique ausgegeben: Am Morgen des 3.9uh ist eme bedeutende britische Streitkraft, die vor allem drei mächtige Linienschiffe umfaßte, und die von der Nordsee gekommen war, vor der Reede von MersleTebir.der Flottenbasis von Oran, erschienen, wo entsprechend den Wafsen- stillstandsabkommen sich ein Teil der franzo- sischenFlotte namentlich die „Dunkerque und die „Strasbourg" vor Anker befand. Der britische Admiral richtete an den französischen Geschwaderadmiral Vizeadmiral G e n s o u l die Auf- orderung, sich zu ergeben oder seine Schiffe selb st zu versenken. Der britische Admiral gewährte eine Frist von 6 Stunden zur Entscheidung. Ohne den Ablauf dieser Frist abzuwarten, schlossen Wasserflugzeuge der englischen Marine die Reedss mittels magnetischer Minen. Da der französische Admiral sich weigerte, zu gehorchen, eröffnete die britische F l o t t e um 17.50 Uhr auf die französischen Kriegschiffe dasFeuer. Angesichts dieses unqualifizierbaren Angriffs hat die französische Regierung den neben der britischen Flotte auf der Reede von Alex- a n d r i e n verankerten französischen Einheiten den Befehl gegeben, die Anker zu lichten und auf offene See zu gehen, notfalls mit Gewalt. Darüber hinaus hat — da dieser Angriff um so hassenswerter ist, als ervonunserenVerbündeten von gestern begangen wurde —, die französische Admiralität allen Kriegsschiffen, die sich auf hoher See befinden, Weisung gegeben, die britischen Handelsschiffe, die sie treffen, anzuhalten (arraisonner) und auf jeden neuen Angriff mit Feuer zu antworten. Die Seeschlacht vor Oran. Oran ist der westlichste algerische Hafen. Er liegt nur 200 Kilometer von Spanisch-Marokko entfernt; auf der anderen Seite liegt es gerade gegenüber dem spanischen Kriegshafen Cartagena. Zur Zeit der Herrschaft der „Roten" in Spanien träumten die Pariser Kriegspolitiker davon, von Dran aus farbige Truppen nach Cartagena zu überführen, um auf diese Art den Seeweg zu verkürzen und die spanischen Eisenbahnen in den Dienst der westmächt- lichen Aufrüstung zu stellen. Darum ist auch Oran schon seit geraumer Zeit durch eine Bahn, die in Tunis beginnt und bis Süd-Marokko führt, mit allen Teilen des nordafrikanifchen Imperiums Frankreichs verbunden. Außerdem stößt von hier aus eine Südbahn über die Algerischen Gebirge bis an den Rand der Sahara vor. Nach den ursprünglichen Plänen sollte sie eine Fortsetzung bis in das Don den auf der Reede von Oran in Brand geschossenen Schlachtschiffen ist die „D u n k e r q u e" 1935 vom Stapel gelaufen. Sie ist das Schwesterschiff der „S t r a s b o u r g", der es gelang ins Mittelmeer durchzubrechen. Beide haben eine Wasserverdrängung von 26 500 Tonnen und liefen 30 Knoten. Ihre Besatzung betrug je 1380 Mann. Das in die Luft geflogene Schlachtschiff „Bretagne' stammte aus dem Jahre 1913, es war 22 000 Tonnen groß und lief 21 Knoten. Es hatte eine Besatzung von 1100 Mann. „Mogado r" rechnet unter die Torpedokreuzer. Er ist 1936 vom Stapel gelaufen und 3000 Tonnen groß. Er hatte eine Geschwindigkeit von 38 Knoten und eine Besatzung von 238" Mann. Berlin, 4. Juli. (DNB.) Mit bodenloser Frechheit stellte Winston Churchill sich heute vor das Unterhaus, um sich seines Schurkenstreiches bei Oran zu rühmen und ihm den Glorienschein einer Heldentat zu geben. „Wir haben uns erboten", so erklärte er, „die Franzosen vollständig aus ihren vertragsmäßigen Verpflichtungen zu entlassen, wenn ihre Flotte vor Abschluß des Waffenstillstandes nach britischen Häfen gebracht würde, um dem »treuen Kameraden^ eine Chance zu geben." Frankreich hat die Flotte nicht aus^eliefert. Daß der Führer dem geschlagenen Gegner ehrenvoll seine Schiffe ließ und sich damit begnügte, Vorkehrungen zu treffen, daß die Flotte nicht zum Kampf gegen Deutschland verwandt werden konnte, mag Churchill in rasende Wut versetzt haben, denn er entschloß sich, wie er vor dem Unterhause kaltschnäuzig erklärte, „mit angemessenen Gewaltmaßnahmen" vorzugehen. Es ist ein trauriger Ruhm, wenn er sich rühmt, Schiffe, die ahnungslos ohne Dampf im Hafen lagen, in den Grund gebohrt zu haben, und sich mit einer Skrupellosigkeit ohnegleichen brüstet: ,Zch fürchte, der Verlust von Menschenleben unter den Franzosen und auch in dem Hafen muß schwer gewesen sein, weil wir gezwungen waren, sehr scharfe Maßnahmen zu ergreifen. Es sind große Explosionen beobachtet worden." „Ich überlasse die Beurteilung dieser Aktion dem Parlament, ich überlasse sie der Nation, der Welt und der Geschichte", so erklärte er mit dreister Stirn. Die Geschichte, dessen kann Churchill sicher sein, wird die Gewalttat von Oran als eines der abgefeimtesten Bubenstücke britischer Politik, begangen an einem bisherigen Verbündeten, für alle Zeiten brandmarken. Die preffe sekundiert. Wenn sich unverbesserliche Optimisten vielleicht in der Hoffnung gewiegt hatten, das englische Volk bzw. dessen Sprachrohr, die englische Presse, würde empört von der gemeinen Mordtat von Oran abrücken und Churchill zum Teufel jagen, so sind diese heute schwer enttäuscht. Mit nicht zu überbietendem Zynismus treten die großen Blätter an Churchills Seite und übernehmen damit ihren Anteil an der Blutschuld eines der ruchlosesten Verbrechen der Weltgeschichte. Eine besonders ge= meine und brutale Sinnesart hatte die „Daily Mail", wenn sie von dem Massenmord von Oran schreibt: „Es war eine schöne Aktion, die von einem großen Mann befohlen wurde." — „Denn", so meint „Daily Herald", „unsere eigene Sicherheit zwang uns diese Maßnahme auf, aber auch unsere Pflicht gegenüber der Menschheit diktierte sie; denn, wenn wir den Krieg verlieren, wird diese Menschheit verloren sein." Die „Times" benutzt auch diese Gelegenheit, zu dem Versuch, einen Keil zwischen die rechtmäßige Regierung Frankreichs und die französischen Kriegsteilnehmer zu treiben; aber gerade das gemeine Verbrechen von Oran wird auch dem letzten Fran- Berlin. 4. Juli. Wie in London amttich milge- ' teilt wird, seien am 3. Juli von der englischen Flotte Maßnahmen ergriffen worden, um alle fran- ' zösischenkriegsschiffe.die sich in britischen Häfen befinden, unter britische Kontrolle zu bringen. 3m Verlaufe dieser Operation seien zwei Opfer zu beklagen, die in der britischen Mitteilung nicht näher bezeichnet werden. Gleichzeitig fei den französischen Schiffen in den nordafrikanifchen Häfen ein Ultimatum gestellt worden. Die englische Auslassung besitzt die Unverschämtheit, die nackte Brutalität dieses zynischen Piratenaktes mit der verlogenen und scheinheiligen Erklärung zu bemänteln, daß Deutschland entgegen seinen Waffenstillstgndsabmachungen beabsichtige, die französische Ftotte zum Kampf gegen England einzusehen. Die englische Regierung — so heißt es in der britischen Erklärung weiter — bedauere es. daß der französische Admiral, der in Oran das Kommando führe, die Annahme jeder einzelnen der gestellten Bedingungen verweigert habe. Deshalb habe in Oran eine Aktion gegen die französischen Schiffe unternommen werden müssen. Die Operationen seien noch im Gange. Zu diesem neuen ungeheuerlichen Gewaltakt der britischen Seeräuber erfahren wir folgende Einzelheiten: Am Mittwoch erschien vor Oran, dem französischen Kriegshafen in Algerien, ein englischer Flottenverband, bestehend aus drei Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger, drei Kreuzern und einer leichten Flottille und verlangte vom kommandierenden französischen Befehlshaber die Auslieferung der dort liegenden französischen Flotten- e i n h e i t e n , andernfalls sie angegriffen und versenkt würden. Das Ultimatum war auf sechs Stunden befristet. Der französische Admiral wies das Ultimatum ab und antwortete, er würde Gewalt mit Gewalt erroiöefn. Daraufhin haben die britischen Kriegsschiffe den Angriff auf die Schiffe ihrer bisherigen Verbündeten ohne weiteres eröffnet. Die stanzösifchen Flotteneinheiten nahmen den Kampf an. Gegen 19 Uhr entwickelte sich eine Seeschlacht zwischen den französischen und den britischen Seestreitkräften, über deren Verlauf noch keine Nachrichten vorliegen. Wie verlautet, hatte der stanzösische Admiral von seiner Regierung den Befehl erhalten, a u s z u - laufen und zu kämpfen, um durchzukommen oder unterzugehen. Die in Alexandrien befindlichen französischen Schiffe sollten versuchen, mit Gewalt nach Bizerta (Tunis) durchzu- brechen. Die in England liegenden französischen Schiffe sollten sich ebenfalls die Ausfahrt erzwingen und entsprechend den Waffenstill- stcmdsbedingungen Brest anlaufen. Wir erfahren noch, daß beim plötzlichen Angrif der Engländer gestern abend um 17.50 Uhr die französischen Schiffe . zum Teil ohne Damp waren und so im Hafen lagen, daß sie ihre schwere Artillerie nicht zur Wirkung bringen konnten. Diese Umstande bezeichnen die ganze Hinterhältigkeit und bodenlose Gemeinheit der Engländer. Sie eröffneten auf weite Entfernungen überraschend das Feuer. Die Schlachtschiffe „Dunkerque" und „Provence" sowie der Flottillensührer"„M o g a d o r" wurden in Brand geschossen und liegen brennend im Hafen von Dran. Das Schlachtschiff „Bretagne" ist offenbar beim Auslaufen auf eine der von den Engländern gelegten magnetischen Minen gelaufen und i n d i e Luft geflogen. Dem Schlachtschiff „Stras - b o u r g", fünf Flottillenführern und einer Anzahl von Torpedobooten und U-Booten gelang es, kämpfend den Ring der englischen Schiffe zu sprengen und ins Mittelmeer durchzubrechen. -WWZMWMWMMMWMZM Bereit sein ist alles! ordnet.) P. C., 16. Mai 1940. 17. Mai 1940. Nr. 533 CAB/D. N. schwer. Abschrift. Französisch-britische Sitzung vom 22. IHal 1940. tt. Er hat den Oberbefehl an Oe- der Stadt verfüge. d abtreten müssen, der seiner- Hierauf fuhr Oberst Simon mit der allgemein P r i o u x ersetzt worden ist. I nen Darlegung der Lage fort Die Somme ist offen- Der Oberbefehlshaber General G a m e l i n an General Lelon. Für Mister Winston Churchill bei feiner Ankunst in London. Heeresteile mit Erfolg durchgeführt werden. Am Vortage tonnte General Weygand diese Frage leider mit General Gort nicht besprechen, da sich dieser außer Reichweite befand. Jedoch hatte General Weygand eine lange Besprechung mit dem König der Belgier und dessen Generalstab. neral Blancharl __________ ... ,, , seits von General Prioux ersetzt worden ist die Verbindungswege der britischen Armee. Ich fordere erneut den Einsatz der britischen Luftwaffe in jeder Weise als Beitrag zu der Schlacht. Insbesondere wäre die Legung von magnetischen Minen in der Maas sehr wirksam, um Verstärkung und Nachschub des Feindes zu stören. General Gamelin. Derzisfert und abgesandt am 17. Mai, 9.25 Uhr. wärtigen Stellungen zu gefährden. Nur in dieser Weise kann der Rückzug der in Belgien stehenden Churchill: „Engländer, wir werden jeden Zollbreit dieses geheiligten Bodens oerteibtgenr (Zeichnung Bob Hinbersin — Scherl-M.) gung der englischen Streitkräfte über die Kanalhäfen ist sehr stark in Frage ge - stellt, so daß unter diesen Umständen das Gebiet XIV. Präsidium des Ministerrates. Streng vertraulich! Völlige Ratlosigkeit während derIlandernschlacht Der Oberste Kriegsrat tagt im Hauptquartier Weygands in Anwesenheit Churchills und Reynauds. Deutschland hat Europa einen Dienst geleistet. Oie italienische presse zu den Enthüllungen der französischen Generalstabsakten Gamelin bittet Churchill um Einsatz der britischen Lustwaffe Dieser hat sich an der Spitze des Kavalleriekorps hervorragend geschlagen. Winston Churchill erklärte, daß eine deutsch e Panzerkolonne, die am Morgen des Vortages nach Abbeville aufgebrochen sei, den Ort Staples in Richtung auf Boulogne passiert habe. Ein verwundeter englischer Offizier, der diese deutschen Streitkräfte vorbeifahren sah, habe sie auf vier- bis fünftausend Mann geschätzt. Ungefähr die Hälfte dieser Trupveneinheit, die im Vordringen nach Norden begriffen sei, sei gegen 16.30 Uhr von britischen Luftstreitkräften, die in Großbritannien gestartet seien, angegriffen und so in Etaples auf- gehalten worden. Zwei Gardebataillone — die beiden letzten noch in England verbliebenen Einheiten der aktiven britischen Armee — seien mit 48 Paks in Boulogne gelandet. Ihre Aufgabe sei die Verteidigung dieser Stadt gegen etwaige deutsche Angriffe. Zur Verteidigung von Calais und Dünkirchen feien gleichfalls Maßnahmen getroffen worden. Man könne somit annehmen, daß diese drei Häfen gegen einen Ueberfall, wie er sich in Abbeville ereignet habe, gesichert feien. General Weygand bestätigt die Angabe des Premierministers. Er fügte hinzu, daß sich in Calais drei französische Jnfanteriebataillone befänden, und daß der Kommandant von Dünkirchen ein besonders tüchtiger Admiral sei, der über die erforderlichen Kräfte für die erfolgreiche Verteidigung Wie Frankreich von den Briten verraten wurde. pSSsäSB • belgische Armee in ihrer bisherigen Stel- Weitere aufschlußreiche Dokumente aus den Geheimakten des französischen <5enerolfloto Der Oberbefehlshaber General Gamelin an General Lelong für Mister Winston Churchill. Ich erlaube mir, erneut auf die Tatsache hinzuweisen, daß zur Zeit die wesentlichste Aufgabe der britischen wie der französischen Luftwaffe darin liegt, auf die feindlichen Truppen einzuwirken unter besonderer Berücksichtigung derjenigen Punkte, die sie zwangsläufig passieren müssen. (gez.) Gamelin. Verzisfert und abgesandt Don diesen Truppen zu verlangen, erneut le in ber ersten Linie an ben kritischen Punkten zurückzuweichen unb basnationaleGe- Panzerbivisionen aufgestellt. Hinter tiefen biet fast in seiner Gesamtheit preiszugeben, Einheiten folgen motorisierte Divisio- hieße die Truppe nach der Ansicht des Generals nen, hinter diesen wieder die normalen Divisio- oan Ooersttaaten ben Gefahren einer neuen Welle nen, bie auf Pferbekraft angewiesen finb. Es hat -iner Demoralisierung aussetzen. ben Anschein, als ob eine Anzahl von Infante- General Weygand hat sich dieser Auffassung r i e - D i v i s i o n e n im Begriffe sei, sich im mit großer Entschiedenheit widersetzt. Er hat zu be- Raume von St. Quentin zur Verteidigung einzu- denken gegeben, daß die Stteikräste der Alliierten ...... .... eine Einheit darstellten, daß die Franzosen Auf eine Frage Winston C h u r ch i 11 s erk art und Engländer den Belgiern in Belgien zu Hilfe General Weyganb, baß bereits große Waffen glommen feien und daß jetzt die Belgier weiter femblicher Infanterie in Berührung mit ber Armee anber Seite berEnglänberundFran. Huntziger ftunben. Er fügt hinzu: Bor unferenLofen den Kampf fortführen müßten. Er Augen spielte sich unb freit sich no* jetzt ein hat hinzugefügt, daß der Nachschub für die Armee erster deutscher Angriff ab, ber nach einer bisher des Königs unter den von General von Over- unbekannten Formel mit neuen Kampfmit- ftraaten 'vorausgesehenen Umständen unmöglich kein vor sich geht. Der General ist ber Ansicht, durchgeführt werden könne, und daß in diesem Fall daß diesem ersten Angriff eine Offensive klassischen sich die belgischen Streitkräfte sehr bald ge- Stils mit starker Artillerieunterftützung folgen zwun gen sehen würden, zu kapitulieren, werde. Nach Lösung ber ersten Frage wurden wir Der König hat in bie Disposition nicht eingegriffen, uns sonach mit einem zweiten Problem zu befassen Erst bei seiner Rückkehr zum Großen Hauptquar- haben, besten Losung nicht minber schwierig sei, um tier erfuhr General Weyganb, baü das belgische so mehr, als heftige Vorstöße des Feindes gegen Oberkommando sich seiner Meinuckh angeschlossen Süden, nämlich gegen bie in ber Maginot- habe unb sich entschlossen habe, Ruckzug auf bie Linie stehenben Heeresgruppen zu erwarten feien. Äser in zwei Etappen zu mache«, von denen die General Weyganb berichtete anschließenb in erstere einen Rückzug bis zur Lys vorfah. großen Zuge« über bie Ergebnisse seiner Reife Unter biefen Umständen, fährt der General fort, an bie Front. Der Oberkommanbierenbe erklärt wird die belgische Armee die Rolle als Deckung es für ausgeschlossen, von der englisch-sran- spielen, die ich ihr zugedacht habe, während die zosisch-belgischen Hauptgruppe, bie sich noch im Nor- französisch-englischen Stteitkräste sich nach Süden den befinbet unb mehr als 40 Divisionen umfaßt, entfalten werden, wobei sie zu ihrer Rechten durch zu verlangen, sich einfach nach Suben burch- das französstche Kavalleriekorps und burch bas bei- zuschlagen unb ben Anschluß an bie französische gische Kavalleriekorps verstärkt werben, von benen Hauptarmee zu finben. Ein berartiges Manöver fei letzteres zum Teil motorisiert ist. Der König hat zum Scheitern verurteilt unb bie betei- vorgesehen, dieses dem franMschen Oberbefehl zur ligten Truppen hätten mit ihrem sicheren Verlust Beifügung zu stellen. zu rechnen. Die Lage verlangt im Gegenteil, baß Während der Dauer des Vorttages von General die verfügbaren französischen unb englischen Streit- Weyganb ließen Mister Winston Churchill unb kräste unter bem Schutz bes belgischen General Sir John Dill vielfach ihre Zustim- Heeres, bas für sie bie Deckung gegen Osten mung erkennen und zeigten burch Fragen und und gegebenenfalls gegen Norden übernehme, im Unterbrechungen, daß ihre eigene Auffassung über Raume von Cambrai und Arras und in der all- die Schlacht genauestens mit ber bes Generalissimus gemeinen Richtung St. Quentin einen Anariffüberein stimmte, insbefonbere wo es sich um nach Süben vortragen unb auf diese Weise ben bie ber belgischen Armee zugeteilte Rolle beutschen Panzerbivisionen, bie sich derzeit im Sack handelte. Der brifische Premierminister wiederholte von St. Quentin - Amiens befinden, in bie mehrfach, baß die Wiederherstellung ber Verbindung Flanke fallen. Gleichzeitig hat bie französische der Nord-Südarmeen über Arras unerläßlich fei; ; Armee des General Fröre, die südlich der daß die englischen Stteitkräste unter General G o r t Somme in ber Gegenb von Beauvais steht, n a ch nunmehr für vier Tage Lebensmittel hätten; baß Norben vorzustoßen unb so ben Druck auf ber gesamte Nachschub unb alles Kriegsmaterial bes i bie feinblichen Panzertruppen im Raume von britischen Expebitionskorps ab Calais längs ber Amiens, Abbeville unb Arras zu verstärken. Das Küste in Richtung auf St. Nazaire konzentriert sei; i wesentlichste besteht barin, biefc Truppen einem unb daß ber Hauptgedanke des Generals Gort dahin i ständigen Druck auszusetzen, ihnen nie die Initiative gegangen sei, diese für ihn lebenswichtigen Berbin- zu überlassen, sondern sie ständig in Bewegung zu dungswege offen zu halten. Daher hat er sich feit > halten, ihnen „Berluste beizubringen unb ihre rück- s vorgestern in Bewegung gesetzt, indem er auf fei- r ner rechten Flanke eine Anzahl Einheiten hinter btefe Linien verlegt hat, um in Richtung auf Arras unb Bapaume vorrücken zu können. Es hanbelt sich hier um eine für die Zukunst des Krieges entscheidende Schlacht, denn die Berfor- xn. Nr. 531 CAB/D. N. X. Nr. 526 CAB -DN. F. C. XXX. 15. Mai 1940. Der. Oberbefehlshaber General Gamelin an ben Air Marshall Newall. (Bleistiftanmerkung: für General Lelong.) Im Nachgang zu bem Ersuchen ber französisch^ Regierung präzisiere ich, baß bie Aahl der Jaad- aeschwaber, deren unverzügliche Entsendung auf Die Flugplätze ber britischen Luftwaffe in der Champagne erforderlich ist, 10 beträgt. Hierbei ist zu beachten, daß im Falle des Kriegseintritts Italiens Frankreich gezwungen wäre, einen Teil feiner Jagdgeschwader nach bem Sübosten Frankreichs und nach Tunis zu versetzen. Wir werden bas erforber- liche Bobenpersonal stellen. Einzelheiten können burch unmittelbare Berelnbarung zwischen General Buillemin unb Marschall Barratt geregelt werben. General Gamelin. Ministerbüro. Französische Republik. Reynaud fordert Verordnung unter die Vesehle Seygands <1 Oie Briten haben ohne Mitteilung zu machen/ Arras und Le Havre geräumt ft Churchill beklagt mangelnde Verbindung XV. Landesverteidigun-gs- unb Kriegsministerium. um Cambrai und St. Quentin eine entscheidende j Bedeutung gewinnt. , ... x (Mister Winston Churchill teilte etwas spater i in einer Privatbesprechung dem französischen Mi- ■ nisterpräsidenten und dem General Weygand mit, daß die Beziehungen des Generals B l l l o t t zu dem Oberstkommandierenden des britischen Expedi- i tionskorps nicht vollauf zufriedenstellend seien; ins- i besondere sei General Gort durch vier Tage hin- i durch ohne Weisung geblieben. Hierzu teilte 1 General Weygand mit, daß der General Billott durch einen schweren Automobilunfall l e i d e n d sei 1 und durch General Blanchard ersetzt wird.) General W e y g a n d stellte die volle Billigung fest, die die britische Regierung und der britische Generalstab seinen Plänen entgegenbrächten und brachte dann ebenso entschieden und klar zwei in seinen Augen entscheidende Forderun- g e n vor: 1. Es ist von ausschlaggebender Wichtigkeit für den Erfolg der beginnenden Schlacht, daß die britische Luftwaffe — und zwar Jäger wie Bomber — sich vollauf im Kampfgebiet e i n s e tz e. Sie hat der französischen Armee wah. rend der vergangenen Tage sehr große Dienste erwiesen und yat so schon einen äußerst günstigen Einfluß auf den Geist der Infanterie ausgeubt, während sie zugleich viele deutsche Marschkolonnen auf dem Wege zur Front empfindlich gestört habe. Daneben hat sie umfangreiche Aktionen in bestimmten Teilen Deutschlands durchgeführt, und zwar namentlich im Ruhrgebiet und in Hamburg, Bremen und anderen Orten, wo sie gute Erfolge in der Bombardierung von feindlichen Tanklagern und Raffinerien erzielt habe. In Anbetracht der Wichtigkeit unserer Zusammenarbeit hält der Generalissimus es jedoch im Augenblick für erforderlich, daß die englische Luftwaffe — vorläufig nur für einige Tage — ihre Fernflüge einstellt, um dauernd und unmittelbar an der Front selbst oder in der nächsten Umgebung zu wirken. Er fordert also, daß die britische Luftwaffe den Befehl bekomme, ihre Anstrengungen in der Gegend der vorgesehenen Operationen zu vervielfachen. Der Vizeluftmarschall Pierce teilt hierauf seine Ansicht zu dem Thema mit. Er gibt zu bedenken, daß ein Teil der britischen Bombengeschwader, namentlich die Wellingtons kaumbeiTageeln- gesetzt werden kann, da die Flugzeuae zu exponierte Ziele darstellen. Es scheint ihm äußerst wichtig, daß anderseits z. B. die Maasbrücken oder die Eisenbahnknotenpunkte in etni- ger Entfernung von der eigentlichen Operationslinie bombardiert werden, da sie deutscherseits für den Nachschub während der Schlacht von Bedeutung seien. Nach einem Gedankenaustausch zwischen ihm und General W e y g a n d , an dem auch Mister Winston Churchill teilnimmt, kommt man überein, daß den Wünschen des Generalissimus entsprochen wird und die britischen Luftstreitkräfte des Mutterlandes ausschließlich in der Schlacht eingesetzt werden. Die Bomber, die nicht immer (wie dies in den vorhergehenden Tagen der Fall war) in der Kampflinie selbst genaue Ziele ausmachen können, werden die Verbindungen zwischen der Front und der Maas zu stören versuchen, während die Jager (die, aus England kommend, kaum länger als 20 Minuten im Kampfgebiet sich aufhalten können) sich in aufeinanderfolgenden Wellen ablösen werden. 2 General Weygand weist sodann nachdrücklich auf die Gefahr für die nationale Vereidigung, die sich zur Zeit aus dem F l ü ch t l i n g s st r o m aus den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich ergebe, hin. Die auf den Straßen sich vorwärtsbewegenden Massen behindern die Bewegungsfreiheit der Truppen, gestatten deutschen Elementen, sich unter sie zu mengen, und üben überdies eine demoralisierende Wirkung auf den Geist der Truppe aus. Es ist unbedingt er- XVI. u Übersetzung. Durchschlag. Streng geheim! 24. Mai 1940. Paul Reynaud an Winston Churchill. 1. General Wey gand hat Ihnen vorgestern in meiner Gegenwart in Vincennes einen Plan auseinandergesetzt, dem Sie wie auch 3hre Begleit- Offiziere voll und ganz z u g e st i m m t haben. 2. Diesen Plan hatten Sie schriftlich zusammen- aefaßt. General Weygand setzte Sie davon in Kenntnis, daß er dieser Zusammenfassung zustimmte. 3. General Weygand kennt alle Schwierigkeiten der Lage, aber er ist der Ansicht, daß es k e i ne anbere mögliche Lösung gibt, als die Durchführung dieses Planes, selbst auf die Gefahr hin, daß man ihn den Schwierigkeiten des Augenblicks anpaßt, indem man zum Beispiel den Marsch nach Südwesten abbiegt und der rechte Flügel unterhalb von Amiens auf die Somme zusteuert. Er hat daher heute morgen den Befehl zur Durchführung dieses Planes wiederholt. Die einaeschlos- fenen Armeen müssen also den verzweifelten Versuch unternehmen, sich mit den von Süden nach Norden marschierenden französischen Truppen zu vereinigen, indem sie von der Somme aus, und zwar besonders von Amiens aus, losbrechen. 4. Es ist dringend erforderlich, die Armee Gort über Dünkirchen zu verproviantieren, das von beiden Divisionen Fagaldes gedeckt wird. 5. Es ist sehr wünschenswert, daß Sie in die Häfen Truppen entsenden, so wie Sie es gestern für Calais getan haben. 6. General Weygand hat zu seiner Ueberraschung festgestellt, daß im Widerspruch zu diesem Plan die'Stadt Arras gestern von den englischen Truppen geräumt worden ist. 7. Die Verbindung des Generals Wengand mit der belgischen Armee ist sichergestellt. Er hat gestern abend erführen, daß die Belgier kleine Streifzuge zurückgewiesen haben und ihre Moral ausgezeichnet sei. 8. Die Unmöglichkeit, mit Blanchard, dem Oberbefehlshaber der drei Armeen, nämlich der belgischen Armee und den Armeen Gort und Blanchard, direkt in Verbindung zu treten, gestattet dem General Weygand nicht, Ihnen über die fehlende Verbindung zwischen Blanchard und Gort eine Antwort zu geben. Da er aber mit der belgischen Armee direkt in Verbindung steht, hat er die Ueber- 3 Uhr nachmittags, keine Direktiven erhal- t e n. Wie paßt das zu Ihrer Erklärung, Blanchard und Gort gingen Hand in Hand? Ich unterschätze durchaus nicht die Schwieriakeiten für die Aufrechterhaltung der Verbindung, habe aber nicht das Gefühl, daß die Operationen im nördlichen Gebiet, gegen das sich der Feind konzentriert, wirksam miteinander in Einklang gerbacht werden. Verlasse mich darauf, daß Sie darin Abhilfe schaffen können. Gort sagt ferner, jedes Vorrücken seinerseits könne nur die Form eines Durchbruchsversuches annehmen und er müsse Entsatz von Süden her erhalten, da er zu einem ernsthaften Angriff nicht die erforderliche Munition habe. Nichtsdestoweniger weisen wir ihn an, an der Durchführung Ihres Planes festzuhalten. Wir haben hier nicht einmal Ihre eigenen Richtlinien erhalten und wissen nichts über die Einzelheiten Ihrer Operationen im Norden. Wollen Sie uns diese biUe sobald wie irgendmöglich durch die französische Botschaft senden. Die besten Wünsche. zeugung, daß seine Befehle Blanchard, und über ihn Gort erreicht haben. Der Beweis für die Zusammenarbeit zwischen Blanchard und Gort scheint daraus hervorzuaehen, daß in der vergangenen Nacht eine französische Division eine englische Division abgelöst hat. 9. General Weygand erfährt soeben von dem Abschub der schweren Einheiten der englischen Armeen aus Le Havre, was in der Hinteren Front eine große moralische Verwirrung hervorruft. Wie ich jetzt, ist auch er davon überrascht, daß er nicht vorher davon in Kenntnis gesetzt wurde. 10. Sie werden, wie auch ich, die Meinung vertreten, daß sich in diesen schicksalsschweren Stunden die einheitliche Führung mehr denn je zuvor durchsetzen muß und die Befehle des Generals Weygand ausgeführt werden müssen. , 11. General Weygand ift davon überzeugt, daß sein Plan nur dann von Erfolg gekrönt werden Fann, wenn die belgische Armee und die Armeen Blanchard und Gort von dem fanatischen Willen erfüllt sind, einen Ausfall zu unternehmen, der allein sie retten kann. XVII. 28. Mai 1940. P.C.KXXX. Nr. 565 Cab./D.N. Der Oberbefehlshaber General Weygand an General Selon g, französischer Militärattache in London. Der Kommandierende Admiral in Dünkirchen betont die Notwendigkeit eines nachdrücklichen Schutzes durch Lust- und Seestreitkräfte zur Sicherung des Nachschubes und der teilweisen Evakuierung der in der Verteidigung des Brückenkopfes Dünkirchen kämpfenden Truppe. Ich zweifle nicht, daß diese Notwendgkeit von den britischen Behörden verstanden wird. Ich bitte jedoch, erneut bei ihnen vorstellig zu werden, damit alles unternommen wird, um diese Gedanken zu verwirklichen. General Weygand. Verziffert und abgesandt: den 28. Mai 1940 um 18.10 Uhr unter Nr. 29. _______________________ ßaubtltfirrftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauvtichriftletters: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich für Politik. Feuilleton unb Bilder: Dr. gr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beutiaubt); i. B.: Heinrich Ludwig Neuner: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange R. G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Llnzeigenleiter: HanS Beck. Verantwortlich stützen Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.6 forderlich, daß diesem Zustand Einhalt geboten wird, daß niemand mehr auf französisches Gebiet übertreten dürfe, daß die in Bewegung befindlichen Flüchtlingskolonnen von den großen Verkehrsstraßen während gewisser Tageszeiten ferngehalten werden; ie sollen auf den Feldern lagern unb nur mit gewissen Einschränkungen weiterziehen dürfen. General Weygand zeigte sich in diesem Punkte gegenüber dem Köma der Belgier äußerst firm, und er hofft, daß die alliierten Regierungen die gleiche Hal- lung einnehmen werden. Mister Winston Churchill und Monsieur Paul Reynaud äußern ihre volle Billigung zu den vom General vorgetragenen Gesichtspunkten. Der Generalissimus teilte dann kurz mit, daß er ich während des Abends und in der Nacht mit drei )ffizieren des Generalstabs der Armee G i r a u d >abe unterhalten können, die ihm außerordentlich wertvolle Einzelheiten über die von der deutschen Armee in der Schlacht angewendeten Methoden hätten geben können, und die auf seine Weisung hin eine kurze Aufzeichnung vorgelegt haben, die verlesen wird. Winston Churchill schließt daraus, daß unter Anwendung geeigneter Methoden und mit der notwendigen Kaltblütigkeit die Angriffe der deutschen Panzerkräfte, selbst wenn sie von Bombern unterstützt werden, abgewehrt werden könnten, und daß es sich jetzt darum handele, sich Überall, wo man sich befinde, bis zum letzten in den Stellungen zu halten. General Weygand fügt hinzu, daß man auch handeln müsse und daß, „wo man angreise, auch jemanden störe". , „ Die Sitzung wurde um 13.15 Uhr geschlossen. 17.00 Uhr. General Weygand sucht den Mi- nisterpräsidenten auf und zeigt ihm an Hand einer mit gebrachten Karte die näheren Umstände, unter denen sich morgen die vorgesehene Offensive äb* spielen wird. Paul Reynaud macht ihm bei dieser Gelegenheit von den Gerüchten Mitteilung, die hierüber in volitischen Kreisen umlaufen, und bittet ihn, allenthalben erneut Weisung zu geben, damit das Geheimnis über die Operationen gewahrt bleibe. . Der Oberstkommandierende stellt fest, daß die Tatsachen, die er im Laufe des Vormittags Mister Winston Churchill und Monsieur Paul Reynaud mitgeteilt habe, durch eine günstigere Entwicklung ergänzt werden. Die Armee des Generals Frere werde morgen zur Stützung der im Norden vorgesehenen Operationen zahlreichere und bedeutendere Einheiten aujroetfen als man es vor einigen Stunden an- neymen konnte. Streng vertraulich! S ch l u ß f o l g e r u n g e n der am 22. März 1940 im Hauptquartier des Generals Weygand, ab gehaltenen Konferenz zwischen dem Ministerpräsidenten Paul Reynaud und General Weygand und dem britischen Premierminister Winston Churchill, General Dill, Luftmarschall Pierce und Admiral.... Es wurde folgendes vereinbart: 1. Die belgische Armes zieht sich auf die Pser-Linie zurück und hält diese Linie. Die Schleusen sind geöffnet. 2. Diebritis che und die französische Armee greifen im Südwesten in Richtung Bapaume und Cambrai an, und zwar so bald wie möglich — bestimmt morgen — mit ungefähr acht Divisionen. 3. Angesichts der vitalen Bedeutung dieser Schlacht für die beiden Heere und der Tatsache, daß die britischen Verbindungen von der Befreiung Amiens abhängen, leistet die britische Luftwaffe während der Dauer der Schlacht Tag und Nacht . jede mögliche Hilfe. , 4. Die neue franzosis che 21 rm#ee ■ । gruppe, die auf Amiens vorstößt, und die längs i der Somme eine Front bildet, stößt nach Norden > vor, um die Verbindung mit den in Richtung [ Süden Bapaume angreifenden britischen Divisionen > aufzunehmen. Streng geheim! Paris, den 24. Mai 1940. Abschrift des Telegramms von Churchill an Reynaud für General Weygand (dechiffriert am 24. Mai 1940, 5 Uhr früh). General Gort telegraphiert, daß die Koordinierung mit den Armeen der drei verschiedenen Nationen an der Nordfront wesentlich sei. Er könne diese Koordinierung nicht bewirken, da er bereits im Norden und Süden kämpfe und seine Derbin- dungsstraßen bedroht seien. Gleichzeitig höre ich von Sir Roger K e y e s , das belgische Hauptquartier und der König hätten bis heute, 23. Mai, Zxn Soldat bleibt du Soldat, auch ohne Sabal; dennoch raucht er nur zu gern, einst genau so wie heuterGönnen wir ihm dazu das Beste!- Mir jedenfalls geben uns alle Mhe,Zigaretten herzustellen, wie der Soldat sie haben soll. * der C Ü LD E N RIN G ist es erstmalig gefangen, dem Zigarettenpapier selbst die schützenden Eigenschaften zu geben, für die sonst ein gotdmundstück erforderlich war.Jhr trMUNDSTÜCK ist aber unsichtbar, sodass sie eigentlich als eine verbesserte jnundstüddoseZigarette"gelten kann. GÜLDENRING 4PFG mit W/lundstück. // // \( J UULU iC Yij Schwerhörige1 Kommen Sie bitte in Ihrem Interesse am Samstag, 6. Juli, und Montag, 8. Juli, in Frankfurt a.M.» Hotel Prins Heinrich, Scbarnhorststr. 50. von 9 —19 Uhr. Probieren Sie die ,,Ohrenhrille“ ohne Batterie, ohne Draht, bequem tragbar! Gewicht ca. 40 Gramm. Preis RM. 16- bis 34.-. Oder Hörapparate mit Klein- und Knochenleitungs-Hörer. "Vertrieb Deutscher Hörapparate M. Rochhausen, Waldkirchen Erzg. Stellenangebote Keine Ursprungszeugnisse, >andern nur ZhvgntZ- abschriften dem Be» werbungSschretben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ver metdung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift bei Bewerber- tragen 1 Ich möchte noch einmal betonen, Daß es für Großbritannien wie auch für Frankreich e i n e Fra-ge von Leben oder Tod ist, ob diese Forderungen unverzüglich erfüllt werden. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, (gez.) Vuillemin. Neues Kabinett in Rumänien. Bukarest, 4. Juli. (DNB.) Unter der Ministerpräsidentschaft von Jon Gigurtu, der in der bisherigen Regierung Tataresku bis zum-28. Juni Außenminister war, wurde ein neues Kabinett gebildet und sogleich vom König vereidigt. Die neue rumänische Regierung besteht, abgesehen von einigen Generälen und parteilosen Fachleuten aus Anhängern des vor zwei Jahren verstorbenen rumänischen Dichters und Staatsmannes Oktavian G o g a und des alten Vorkämpfers des rumänischen Antisemitismus, Prof. Cuza. Ein Teil der neuen Minister, wie Pros. Caracostea und Pros. Crainic, haben enge wissenschaftliche Beziehungen zu Deutschland. Pros. Crainic ist vor kurzem zum Ehrendoktor der Wiener Universität ernannt worden. 1940. 30. Mai 2. Juni 1940. ge° Die britische „Churchill-Linie" <1 s a tz gegen die zur Zeit rue Defensivsront Geheim! Nr. 1272/3/F. T. ...... , zösische fiee/, das Enormes aüsh alten muß. Der fron- daß d ie französi zösische Obevkommandierende bittet das britische I o p s e r t werden darf. Nr. 1328/3/F.T. Arcole an Brumaire. Charakter der Situation, die ich Ihnen geschrieben habe. Ich beehre mich, meinen Gedankengang zu diesem Thema wie folgt Darzulegen: Seygand und Vuillemin erbitten dringend tlnierstützung der briiischen Lustwasfe. Arcole an Brumaire. Bitte dem britischen Oberkommando sofort fol- den. Ich habe daher die Ehre, Sie zu bitten, bet den obersten britischen Behörden vorstellig zu werden, damit die Unterstützung nach folgenden Gesichtspunkten erfolgt: 1. Augenblickliche Entsendung von zehn britischen Jagdgeschwadern, die in der Gegend von Evreux—Dreux stationiert werden sollen und zur Unterstützung der Landkräfte westlich des französischen Aufmarsches zwisck)en der Linie Pontoise— Peronne und dem Meer eingesetzt werden können. Dies würde mich in die Lage versetzen, stärkere Kräfte für die übrige Front bereitzuhalten, wobei auch die nach dem Südosten zu kommandierenden Einheiten zu berücksichtigen sind. 2. Vorbereitungen für die ftarf beschleunigte Entsendung nach Frankreich von weiteren zehn Jagdgeschwadern, die vom ersten Schlachttage ab auf dem schon von den Briten besetzten Gebiet zu stationieren wären. , 3. Da diese Geschwader auf bereits von den Briten und Franzosen besetzten Stützpunkten zu stationieren wären, brauchte ihr Nachschub keine Bewegungen vorzunehmen. Wenn tatsächlich der Feind den strategischen Fehler machen sollte, "hne Dor= herige erneute Osfensivhandlungen gegen Fiavkreich anzugreifen, so könnten diese Geschwader noch am Fleichen Tage auf ihre englischen Stützpunkte zurückkehren; außerdem würden sie auf diese Weise vermutlich der planmäßigen Bombardierung der Jagdfliegerstützpunkte in England entgangen sein, mit denen der Feind sicherlich seine Operationen gegen England einleiten roirb. Ohne unverzügliche Hilfe geht der Krieg verloren. - „Eine Frage von Leben oder Tod." Oberkommando inständig, die Schwere dieser Laos begreifen zu wollen und alle Maßnahmen zu ergreifen, damit sofort ein erheblicher Teil der britischen Luftwaffe, insbesondere Jäger, als Bereitschaft für die bevorstehende Schlacht m Frankreich stationiert werden können. (gez.) Weygand." Appell an die britische Solidarität Die französische Nachhut in Dünkirchen soll nicht geopfert werden. XIX. nennenswerten Schaden anzurichten. 6 feindliche Flugzeuge wurden vernichlel. 4 deutsche Flugzeuge werden vermißt. Mltemscher WehrmachlSdenchl- Rom, 4. Juli. (DRV.) Der italienische Wehr- Machtsbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: An der Grenze der Lyrenaika erreichte eine unserer Kolonnen Wussid, in der Zone von Sollum, unter Zurückwerfung kleinerer Panzerabteilungen, während unsere Luftflotte eine feindliche Autokolonne angriff und zersprengte. Weiter südlich wurden wiederholte englische Angriffe gegen das befestigte Werk Lapuzzo glatt abgewiesen. Eines unserer A-Voote ist nicht zu seinem ötuh- punkt zurückgekehrt. In Jtalienisch-Ostafrika haben unsere Dubais (Eingeborenen-Truppen) ein feindliche Fort bei Rloyalo erobert und es trotz eines ergebnislosen englischen Luftangriffes, womit der Gegner geantwortet hatte, behauptet. An der Sudan-Grenze haben unsere Geschwader feindliche Kräfte bei Akobo und Gallabet bombardiert. Lin feindlicher Luftangriff auf Assab hat leich- ten Schaden angerichtet. 3. Juni 1940. Dringlichst! Streng geheim! Herr General Vuillemin als Oberbefehlshaber der Luftwaffe an den Oberbefehlshaber und Chef des Generalstabes der Nationalen Verteidigung, Oberbefehlshaber auf allen Kriegsschauplätzen (Cabinett — Generalstab — 3. Büro). Mit Schreiben Nr. 3906 — 3/0—S./E. L. G. vom 31.Mai 1940 habe ich Sie gebeten, auf das dringlichste bei den obersten britischen Behörden vorstellig zu werden, um von ihnen einen massierten Oagbfliegerangriff in Frankreich zu erhalten. Die Entwicklung der Ereignisse, die zur Zeit in Richtung auf ein Eingreifen starker deutscher Bombenverbände im Südosten und die Möglichkeit des unmittelbar bevorstehenden Kriegseintritts Italiens geht, verstärkt noch den kritischen Frankreich trägt die ganze Last des Kampfes. Die britische Luftwaffe nach England zurückgekehrt. XVIII. Der Wehrmachtsbericht vom Donnerstag. Führerhauptquartier, 4. Juli. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein U-Boot unter Führung von Oberleutnant zur See E n d r a ß erzielte einen Torpedotreffer auf den neuesten britischen Flugzeugträger „Jllustrious . Deutsche Kampsflugzeuge griffen am 3. Jul» im Kanal und an der Rordsee britische Hafenanlagen, Küstenbefestigungen, Flugplätze, Barackenlager so- wie Anlagen der Rüstungsindustrie an. So wurden der Truppenübungsplatz Aldershot, das 5lug- zeugwerk Reading und schwere Küslenbalterien bei Rewhaven erfolgreich mit Bomben belegt. Bei einem Angriff auf einen britischen Geleitzug im Kanal erhielt ein großes Schiff zwei schwere Bombentreffer. Britische Flugzeuge warfen im Schuhe tiefliegender Wolken im Laufe des gestrigen Tages an mehreren Stellen Rord- und Westdeutschlands Bomben ab. hierbei griffen sie in skrupelloser Weise die Zivilbevölkerung an, wobei in Hamburg-Barmbeck 11 Kinder, 3 Frauen und 1 Wann getötet, 11 Kinder und 9 Frauen schwer verletzt wurden. Auch in der Rächt zum 4. Juli flogen einige feindliche Flugzeuge nach Belgien und Holland ein, ohne jedoch Rom, 4.Juli. (Europapreß.) Obwohl die englische Presse über das Ergebnis der Reife Churchills zur Besichtigung der Verteidigungsanlagen an der Südküste keine Angaben mache, heißt es m den hier vorliegenden Berichten, könne man aus einer Erklärung, die der britische Krlegsnumster Eden im Unterhaus abgegeben habe, den Schluß ziehen, daß die Verteidigungsanlagen gegen Den befürchteten Einfall Der deutschen Trupen gegenwärtig nuraufdemPapi er beständen. Eden habe nämlich auf eine Anfrage mitgeteilt, daß ,chie Aufmerksamkeit der Regierung sich aus die dringende Notwendigkeit konzentriere, große Arbeitermassen für den Bau der Küstenbefestigungen zu mobilisieren". Diese Antwort Edens hat wesentlich zur Verschärfung der in der Öffentlichkeit herrschenden Beunruhigung beigetragen, da frühere Regierungserklärungen den Eindruck hervorgrufen hatten, daß die Küstenverteidigungs-Anlagen — eine Art „Ma- qinotlinie" in Miniatur — bereits vollendet feien. '.Lavoro Fascista" berichtet, daß in London und vielen großen englischen Provinzstadten an strategisch wichtigen Punkten mit Maschinengewehren und Schnellfeuerkanonen bestückte Barrikaden aus Sandsäcken errichtet worden feien. Besondere Sicherungsmaßnahmen seien im Hafen von London getroffen worden. Ein gleiches fei auch im Arsenal von Woolwich an Der Themsemündung vorgesehen. Diese Maßnahmen hätten Massenentlassungen von Arbeitern zur Folge gehabt. In der Bevölkerung mache sich nun eine Torpedo ausdenneuestenbrittschenNuMUMgek Erfolgreicher Bombenangriff deutscher Kampfflugzeuge auf militärische Anlagen in England. Wenn der Feind, wie zu erwarten steht, binnen kurzem einen neuen massierten Panz e r- und Luftwaffeneinsatz gegen die zur Zeit im Aufbau befindliche neue Defensivfront durchführt, so steht durchaus zu erwarten, daß er von neuem unsere Stellung einbrüdt und einen schnellen und tiefen Einbruch durch- ührt, den wir nicht mehr aufhalten können, wenn wir nicht in der Lage find, fchon zu Beginn des Angriffes die feindlichen Bomberkräfte durch einen massierten Einsatz der alliierten Jagdfliegerverbände auszuschalten. Ein derartiger massierter Einsatz setzt Die Unter st ützung mindestens der Hälfte der auf englischen Flughäfen stationierten Luftwaffe voraus. Dies ist um so notwendiger, als Die deutsche Aktion im Südosten und Der mögliche Kriegseintritt Italiens mich in Anbetracht Der außerordentlich schwachen Mittel im Südosten und in Nordafrika bereits gezwungen haben, Teile Der Luftwaffe nachdem SüDosten abzukommandieren. Diese im Verhältnis zu Der möglichen Gefahr lächerlich geringen Kommandos würden nach dem Krieg seintritt Italiens verstärkt werden müssen, wenn nicht unser ganzer Südosten ohne Verteidigung einer italienischen Aktion ausgeliefert werden soll; eine solche Aktion könnte ebenfalls Panzerwagen und Luftwaffe zugleich umfassen und könnte gut denselben Erfolg haben wie der deutsche Angriff im Nordosten. Ich brauche Den Ernst Der oben geschilderten Gesamtlage nicht zu unterstreichen. Wenn wir nicht von Den obersten britischen Behörden die geforderte Unterstützung vollständig und unverzüglich erhalten, so erscheint es wahrscheinlich, daß die französischen Kräfte geschlagen werden und Der Krieg für Großbritannien und für Frankreich verlor e n g e h t. Da Der Feind sich den Zeitpunkt des Angriffes aussuchen kann, so kann die geforderte Unterstützung nur dann als unmittelbar bezeichnet werden, wenn Die britischen Jägerverbände i m voraus in Frankreich ft ationiert wer- gendes mitzuteilen: „Der Leiter der britischen Militärmission hat am 29. Mai dem General Georges mitgeteilt, daß die britische Regierung beabsichtige, den Kamps m Frankreich an der Seite der französischen Armee fortzusetzen. Die Panzerdivision und die 51. Dwi- sion verbleiben in Frankreich unter dem Befehl des ftanzösischen Oberkommandos und werden sobald wie möglich eine Verstärkung erfahren. Die britische Luftwaffe verbleibt in Frankreich. Der Oberkommandierende Weygand dankt dem britischen Oberkommando für diesen Beweis der Solidarität, er glaubt jedoch, die Aufmerksamkeit Der General« stabschefs auf Die Lage der in Frankreich verbliebenen britischen Luftwaffeneinheiten lenken zu müssen. Gegenwärtig verbleiben auf unserem Staatsgebiet nur Drei JagDgeschwader; alle a n D e re ns i n D nach England zurück gekehrt. Nach der Beendigung der Schlacht in Flandern sind Die zuletzt genannten Geschwader außer stand e, tn die neue Schlacht einzugreifen, die möglicherweise an der Somme-Front, in Der Champagne oDer an der Maas beginnt. Das ganze G e w ich t der Schlacht fällt somit auf Das f ra n f ’ * * XX. Großes Hauptquartier. Der Oberbefehlshaber Rr. 582 — Cab./D. N. Streng geheim! 3. Juni 1940. Durchschlag. Herr Präsident! Ich erlaube mir, Ihnen heute noch einen Bnes zuzuleiten, Den mir General Vuillemin geschrieben hat unD Den er als äußerst dringlich bezeichnet. Dieser Brief unterstützt Den Dringlichen Appell, Den Sie Herrn Winston Churchill zugehen ließen. Seine Schlußfolgerungen sinD keineswegs übertrieben. Sollen unsere Truppen nicht mit zu ungleichen Waffen morgen in Die Schlacht gehen, so brauchen sie Die Unter st ützung einer starken 3 agDf lieg er ei. Keiner, Der an Den letzten Schlachten teilgenommen hat, wirD Dies bestreiten. Unsere eigene Luftwaffe ist nicht in Der Lage, unseren Truppen Diese unerläßliche Unterstützung zu gewähren. In Anbetracht des Ernstes der Lage bitte ich Sie, noch einmal auf Den britischen Premierminister einwirken zu wollen. Der Brief Des Generals Vuillemin ist bereits Dem Oberbefehlshaber Der britschen Luftwaffe in Frankreich und Dem Chef Der ftanzösischen Mission beim Britischen Luftfahrtministerium zur Kenntnis gebracht worden. Genehmigen Sie, Herr Präsident ... usw. gez. Weygand. ck Der Oberbefehlshaber Der Luftwaffe. Generslstab 1. Büro. 398? — 3/0. S. Bitte sofort beim Britischen Oberkommando zwecks nachfolgender Mitteilung vorstellig zu werden: „Admiral Nord hat heute morgen telegrafiert, daß außer den 25000 Franzosen, die. den Brückenkopf Dünkirchen verteidigen, noch ungefähr 22 000 weitere Franzosen verbleiben. Alle Engländer werden heute abend abtransportier t. Da zu hoffen ist, daß in Der folgenDen Nacht diese 22 000 Mann abtransportiert werden können, verbleiben morgen früh noch 25 000 Verteidiger. Aus diesen Gründen hat Admiral Nord erklärt, daß er in Dünkirchen bleibe und Die Sperrung Der Hafeneinfahrt ausübe. Er verlangt. Daß ihm morgen — Montag — abend sämtliche britische Wasser- und Luftfahrzeuge zur Verfügung gestellt werden, um Die 25 000 Mann abzutransportieren, Die Durch ihr Ausharren Die Einschiffung Der letzten britischen Kontingente ermöglicht haben." Bitte in Der dringendsten Form namens Des Ober» fommanbierenDen für Die Erfüllung Der Bitte Des Admirals Nord einzutreten. Weiset darauf hin, daß die Solidarität der beiden Armeen erfordert, Daß Die französische Nachhut nicht .Verteidigungsanlagen nur auf dem Papier." große Erregung bemerkbar. Zur Aufrechter- Haltung Der Ordnung seien daher Truppeni tn Die Bezirke entfanDt roorDen, in denen Die Entlassungen erfolgt seien. Beschaffungsmimster Morrison teilte im Unterhaus mit, daß Die englische Regierung in Den Vereinigten Staaten 75 000 Tonnen Eisenbahnschienen gekauft habe. Diese Eisenbahnschienen sollten, so erklärte Morrison, zum Ersatz der Schienen Dienen, Die im Falle eines feindlichen Einfalles zerstört oder beschädigt werden könnten. . Die Furcht vor deutschen Fallschirm- truppen kostet manchem englischen Bürger das Leben. Am Tage nach Dem BombarDement von Nottingham, so berichtet „Tribuna" über San Sebastian aus LonDon, seien in Sheffield drei Radfahrer auf Dem Heimweg von Angehörigen Des freiwilligen Fliegerabwehrkorps für deutsche Fallschirmspringer gehalten worden. Zwei seien durch Gewehrschüsse getötet, Der Dritte schwer verletzt worden. Vor den Toren Londons sei eine junge Malerin, deren Kleidung männlicher Art war und Die ihren Malkasten auf Dem Rücken trug, auf Den Anruf des Freiwilligen geflohen, wodurch der Mann in seiner Vermutung bestärkt worden fei, einen Fallschirmspringer vor sich zu haben. Seine Schüsse verletzten das Mädchen sehr schwer. Diese Vorfälle, so bemerkt „Tribuna", spiegelten deutlich Die in England herrschende Furcht vor Dem nahe bevorstehenDen Deut’, scheu Angriff wider. - UMerl)hmie_ 28 Jahre lunger- Eüieoäiip ...... graue Haare Ist wasserhell leichteste Anwendung. unschädl. Durch seine Güte Weltruf erlangt. Verlangen Sie wo» verblndLu.portofr.Gratisproepefci Exlepang GmbH.. Berlin SW 61 /176 Rosita Serrano 8 JULI 20Uhr ■ Montag------ Gießen,Gloria-Palast Ein ganz neues Programm! 3110 D Karten RM. 1.— bis RM. 3.— in der Kartenverkaufsstelle der NSG. „Kraft durch Freude“, Gießen, Seltersweg 60. 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Juli 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesjen) Ur. 156 Zweites Blatt ge Verständnis entge - Wer sich undiszipliniert verhält, sammlung". r n r nur das Notwendige, ganz gleich, wie auch die persönlichen Hilfsquellen des einzelnen seien. Das sei der Grundsatz, von dem er sich in seiner Arbeit leiten lasse. Vor allem müßten die Vorräte des Landes wieder aufgefüllt werden. Der Landwirtschaft müßten alle erforderlichen Arbeitskräfte zurückgegeben werden. Weiter müsse alles daran gesetzt werden, wieder eine normalePro- d u k t i o n sicherzustellen. Trotz der durch die Kriegslage bedingten starken Beanspruchung des Eisenbahnverkehrs sind im Juni von Deutschland 1 085 000 Tonnen Kohle nach Italien geliefert worden und doppelt so viel Lebensmittel Obwohl in den vergangenen Wochen des siegreichen Feldzuges in Frankreich Beuteschrott in großen Mengen ansiel, ist es — wie aus einem Aufsatz in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers zu erkennen war — doch nicht überflüssig, daß auch in der 'Heimat die Schrottaktion fortgeführt wird. Die Entgitterungsaktion, um die es dabei im Besonderen geht, wird ausgenommen, bzw. fortgesetzt. In unserer Stadt ist dieser Tage unter der Initiative der Partei im Bereich der Ortsgruppe Süd mit der Entgitterungsaktion begonnen worden. Kreisleiter Backhaus ging gewissermaßen symbolisch voran und ließ als erster das Gitter am Vorgarten seines Hauses entfernen. Verschiedene andere Anwohner folgten seinem Beispiel und erklärten sich mit der Beseitigung der Gitter einverstanden. Die Technische Nothilfe rückte daraufhin mit Schneidbrennern in der Liebigstraße an und ging energisch an die Arbeit. __________________________ abgeschickt hat, muß dies unverzüglich nachholen. Der Termin zur Heimkehr wird jedem Volksgenossen unter Übersendung des Heimkehrerausweises mitgeteilt. Vorheriges Vorsprechen ist zwecklos. Alle Rückgeführten werden nochmals dringend gebeten, allen Maßnahmen und Anordnungen, die doch in ihrem eigensten Interesse liegen, das nötig' " Auf Grund zahlreicher Meldungen über die völkerrechtswidrige Behandlung deutscher Flieger durch Franzosen und Belgier hatte sich Generalfeldmarschall Göring veranlaßt gesehen, am 27. 5. 1940 besondere Anordnungen über die Behandlung französischer und belgischer Kriegsgefangener der Luftwaffe zu erlaßen. Mit Abschluß des Waffenstillstandsvertrages ist diese Anordnung aufgehoben worden. Für die Behandlung der französisch-belgischen Kriegsgefangenen der Luftwaffe haben wieder die gleichen Bedingungen Gültigkeit wie für die übrigen Kriegsgefangenen der feindlichen Luftwaffe. * Die italienische Waffenstillstandskommission steht unter dem Vorsitz von Armeegeneral P i n t o r s. Es gehören ihr an: Korpskommandant General Decchiarelli, Geschwadermarschall Geir an, Luftgeschwader-General Pellegrini und der Ver- treter des Außenamtes Gesandter Bitte tti. Der Sitz der Waffenstillstandskommission ist wahrscheinlich Turin. Gepp Dietrich Träger des Ritterkreuzes. Berlin, 4. Juli. (DBB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres dem Kommandeur der - Leib standarte Adolf Hiller, ^-Obergruppenführer Sepp Dietrich, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. ^-Obergruppenführer Sepp Dietrich hat durch felbständigen Entschluß in feinem Abschnitt durch das Gewinnen des Brückenkopfes über den Aa-Kanal bei Watten die schnelle Fortsetzung der Operationen in Holland entscheidend beeinflußt und auch weiterhin wie schon in Polen sich durch besondere persönliche Tapferkeit in engster kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit Panzer- und motorisierten Verbanden des Heeres besonders hervorgetan. Offiziere der Luftwaffe mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet Berlin, 4. Juli. (DRV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an: General der Flieger Keller. Kommandierender General eines Fliegerkorps, Generalleutnant Ritter von ©reim, Kommandierender General eines Fliegerkorps, General der Flakartillerie Weife, kommandierender General eines Flakkorps, und Generalmajor D e ß l o ch, kommandierender General eines Flakkorps, wegen vorbildlicher Führung der ihnen unterstellten Verbände und ihres persönlichen Einsatzes während der Kampfhandlungen im Westen. Dummes engiisches Ablenkungsmanöver. genzubringen. Wer sich undiszipliniert verhalt, tört die Vorbereitungen und schadet sich und der „Ein ganzer Kerl." Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße wartet seit gestern mit einem Film auf, der mehr gibt, als man es von seinem Titel zunächst erwarten kann. Da wird ein junges Mädchen geschildert, das für seinen kranken Onkel und für dessen nach Amerika durchgebrannten Sohn den Gutshof verwaltet, ihn, ohne an sich selbst zu denken, über Notzeiten hinwegbringt und es doch nicht vermeiden kann, daß eines Tages die Gläubiger dringlich werden. In der höchsten Not und zur allgemeinen Ueberraschung kommt der verschollene Sohn aus Amerika zurück, wo er es zu etwas gebracht hat, und hilft mit seinem Scheckbuch aus der Patsche. Die junge Verwalterin gerät zwar nicht zuletzt deshalb in heftige Gegensätze zu ihm, ist im Grunde aber doch heilfroh, daß in die Geldgeschichten des Gutes wieder Ordnung kommt. Noch gibt es manches heftige Wortgefecht zwischen den beiden, an dem man seine Helle Freude haben kann, aber schließlich merkt der Zuschauer doch, daß trotz des rauhen Tones, der zwischen den beiden jungen Menschen herrscht, sich doch alles zum guten Ende hinbewegt. Die hübsche Filmkomödie, nach einer Idee von Dr. F. P. Buch geschaffen und unter seiner Regie gedreht, bringt manche herzerfrischende Szene und eine Reihe gutgezeichneter Charaktere. Heidemarie Hatheyer in der Hauptrolle imponiert zunächst durch ihr energisches Auftreten in Hof, Feld und Wald, man muß sich aber damit abfinden, sie fast während des ganzen Films in Reithosen zu sehen. Umso großer ist dann die angenehme Ueberraschung, sie dann plötzlich und im entscheidenden Augenblick im großen Gesellschaftskleid und in aller weiblichen Liebenswürdigkeit zu sehen. Neben ihr steht Albert Matterstock in schöner Männlichkeit, zielsicher und elegant, der es sich zur Ehre anrechnen kann, die Widerspenstige gezähmt zu haben. Den Gutsbesitzer gestaltet Paul Henckels zu einer feinen Charakterstudie. In weiteren Rollen sieht man Albert Florath als den überall vermittelnden, gütigen und verständnisvollen Landarzt, außerdem Frieda Richard, Paul Bildt, Truus van Aalten und noch manche andere ausgezeichnete darstellerische Kraft. Schöne Landschaftsbilder und manche hübsche ländliche Szene bereichern den Fllm. H. L. Neuner, -- Frankreichs Wiederaufbau. Ein neues Frankreich das Ziel der Staatsreform pstains. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Fuchs von Glenarvon". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ein ganzer Kerl". In beiden Häusern: Neueste Ufa-Ton-Woche „Siegesfahnen über Deutschland". Notizen für den 6. 3uti. Sonnenaufgang: 5.11 Uhr, Sonnenuntergang: 21.48 Uhr; Mondaufgang: 6.37 Uhr, Monduntergang: 21.50 Uhr. Rückgeführte erhalten Heimkehrerausweis. NSG. Es wird nochmals vor unerlaubter Rückreise in die freigemachten Gebiete eindringlich gewarnt. Nur wer im Besitze eines Heimkehrerausweises ist, wird durch die Dienststellen der Partei zurückbefördert. Den Heimkehrerausweis erhält jeder, der die Postkarte ausgefüllt an die Gauleitung Saarpfalz geschickt hat, und dessen Heimatort wieder besiedelt werden kann. Wer diese Postkarte noch nicht Allgemeinheit der Rückgeführten. LDM.-Untergau 116 Gießen. Betr. Antreten zur Lazarettveranslallung. Am Sonntag, 7. Juli, treten die Mädelgruppen 1/116 bis 5/116 um 9 Uhr zur Lazarettveranstaltung am Studentenheim an. Die Mädel, die an den Untergaumeisterschaften im Schwimmen teilnehmen, treten am Schwimmbad in Klein-Linden an. Gebt für das Rote Kreuz! Die dritte Hauslistensammlung. Nach dem Sanitätsbericht des Weltkrieges ist es gelungen, von 12,7 Millionen /verwundeten und kranken Soldaten 90,9 Prozent wieder dienstfähig zu machen. Jeder weitere Hundertteil, der dem Tode oder der Kampfunfähigkeit hätte abgerungen werden können, würde einen Gewinn von 100000 erprobten Soldaten erbracht haben. Der Einsatz der freiwilligen Krankenpflege hat somit Unübertreffliches geleistet. Dank der vorbereitenden Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes werden in diesem Kriege die Leistungen mindestens gleichwertig sein. Die ungeheure Verstärkung jeder Einsatzmöglichkeit, die das deutsche Volk im nationalsozialistischen Deutschland erlebt hat, wird auch auf diesem Gebiet die Steigerung der Leistung schaffen, die nur in der Hand einer überlegenen politischen Führung möglich ist. In der Anwendung auf den Sanitätsdienst bedeutet das, daß mehr gesunde Soldaten wieder an die Front geschickt und später der Heimat eine größere Zahl gesunder schaffensfreudiger Männer als Familienväter und als Arbeiter am Bau des großdeutschen Reiches wiedergegeben werden. Deshalb hat das Deutsche Rote Kreuz jahraus, jahreirt für die Erfordernisse der Wehrmacht geschult. Es gilt im Kriege nicht nur, den kranken verwundeten Körper wieder herzustellen, es kommt darauf an, die Kranken und Verwundeten wirklich zu heilen, sie wieder zu Kämpfern zu machen, die mit unerschütterter Seele wieder in Reih und Glied treten. Mit dem Auftrag, nicht nur Kranke gesund zu machen, sondern auch den Schwachen Kraft zu geben, sind Schwestern, Helfer und Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes Kämpfer, die ohne Waffen, aber gleichen Rechtes und gleicher Würde neben den Soldaten d^r Wehrmacht stehen. Die Unterstützung dieser Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes ist für jeden Volksgenossen gerade in diesen Tagen, da der stolze Sieg in Frankreich erkämpft wurde, ein inneres Bedürfnis. Die dritte , Hauslistensammlung für das Rote Kreuz, die am kommenden Samstag und Sonntag im ganzen Reiche stattfindet, bietet der Heimat erneut Gelegen- : heit, ihren Opfergeist zu beweisen. Die Entgitterungsaktion in Gießen Initiative der Partei. — Teno Hilst! „Harmlose Aufklärung des Dokumentendiebstahls in der chilenischen Gesandtschaft! Der vergeßliche Gesandte hatte die Dokumente vor Tagen statt in die Rocktasche in den Regenschirm gesteckt. Als er heute den Schirm ..." Die Kriminalabteilung entschuldigte sich, man drückte Alfredo Lopez die Hand, man ging. Und nichts für ungut, Pflicht ist Pflicht! Alfredo tanzte glücklich im Zimmer umher. „Ein Wunder, Juana! Wenn die Hausdurchsuchung nicht gekommen wäre, hätte ich nie im Leben die rote Brieftasche gefunden!" Er lachte. „Nun rasch zum Bahnhof! Wir haben noch dreißig Minuten Zeit! Mister Greenboom hat mir versprochen, daß er bis zum Abgang des Zuges dabei bleibt, die Erfindung abzukaufen. Länger wartet er nicht!" Das Auto raste zum Bahnhof. Alfredo hielt Juanas Hand und flüsterte: „Das Schicksal meint es doch gut mit uns!" „Ja, Alfredo, das Schicksal und deine schlaue Braut! Ich bin ja so glücklich, daß ich die Kriminalpolizei anrief und Dich als den Dokumentendieb bezeichnete. Wer sonst hätte in einer Stunde die Ledertasche mit den Entwürfen gefunden?" Alfredo starrte das Mädchen fassungslos an. Dann küßte er sie. „Juana, wenn ich dich nicht hätte!" Die Organisation der Entgitterungsaktion liegt in Händen der Partei, die durch einen Sachbearbeiter das Einverständnis der Hausbesitzer mit der Beseitigung von Gittern zur Kenntnis nimmt und dann die Technische Nothilfe beauftragt, die Beseitigung der Gitter vorzunehmen. Sicherlich werden sich viele Hausbesitzer bereitfinden, der großen Zeit dieses Opfer zu bringen, das zu einem nicht un- wejentlichen Teil dazu beitragen wird, den deutschen Endsieg zu sichern. Hinzu kommt, daß wohl viele Volksgenossen der Auffassung sein werden, daß ein gut gepflegter Hausgarten ohne Gitter — vielleicht nur mit einer Hecke gesäumt — sich viel besser ausnimmt, als dann, wenn er sich hinter Gittern darbietet. Ein weniger gut gepflegter Hausgarten wird allerdings auch durch ein Gitter in seinem Aussehen nicht gehoben werden können. deutsche Friedensfühler in die Welt zu setzen. So meldet die United Preß aus London unter Berufung auf einen ausländischen Botschafter, der natürlich diskreterweise ungenannt bleibt, deutsche Agenten hätten einer Gruppe englischer Privatpersonen Friedensvorschläge unterbreitet. Die Agentur ersucht sogar durch Wiedergabe angeblich deut- fcher Vorschläge die Meldung glaubwürdiger zu machen. Demgegenüber wird festgestellt, daß diese Nachricht von A bis Z erfunden ist und ihren Ursprung offenbar in den Wünschen gewisser Londoner Kreise hat, das englische Volk über die hoffnungslose Lage hinwegzutäuschen. Kleine politische Nachrichten. Die deutsche Waffenstillstandskommission hat beschlossen, der französischen Regierung zuzubilligen, die französischen Rundfunksender im unbesetzten G e b i e t ,w i e d e r i n Betrieb zu nehmen. Für die Sendungen trägt die französische Regierung die volle Verantwortung. Eine Zensur von deutscher Seite findet nicht statt. Marschall Pötain wünscht, daß eine Nattonalver- sammlung Frankreich eine neue Verfassung gibt und besonders, daß das soziale Leben Frankreichs neu geordnet wird. Die wichtigsten Stichworte sind: Schutz der französischen Familie und Rückkehr zum französischen Boden, der sehr viel mehr Menschen als bisher ernähren kann. Mit einer neuen formalen Verfassung ist Frankreich ebenso wenig geholfen, wie Deutschland 1919 mit der Weimarer Verfassung geholfen war. Entscheidend wird sein, welche moralischen Kräfte in Frankreich die Oberhand gewinnen. Unter Nationalversammlung versteht man gewöhnlich ein Parlament, das aus Neuwahlen zum Zweck der Derfassungsgesetz- gebung hervorgeht. Nach den vorliegenden Nachrichten und nach der Gesamtlage aller Verhältnisse scheint es aber zweifelhaft, ob Pätain an eine solche Nationalversammlung denkt. Wahrscheinlich finden zunächst keine Neuwahlen statt. Gemeinsame Tagungen von Senat und Kammer gelten nach französischem Sprachgebrauch auch als „Nationalver- Zeitschristen. — Die neue linie bringt in ihrem Juli-Heft farbige Karikaturen eines Künstlers, der einige welthistorische Begegnungen als Kampf auf dem Schachbrett darstellt. Die packendste zeigt als Spielpartner den Deutschen und den Engländer des Jahres 1918. Der Gegensatz zum heutigen Krieg kommt im gleichen Heft überzeugend zum Ausdruck in Bildern vom Endkampf um Dünkirchen. Die weiteren Themen des Heftes sind nicht weniger eng mit dem großen Gegenwartsgeschehen verflochten. Herausgegriffen feien die Seiten „Die großen Mahnmale der Deutschen" und der Beitrag über das wieder zum Reich gehörende Eupen-Malmedy. (Verlag Otto Beyer, Leipzig.) Haussuchung in Mexiko. Von Joses Robert Harrer. Alle Zeitungen brachten in sensationeller Ausmachung die Berichte vom Diebstahl der wichtigen Geheimdokumente aus der chilenischen Gesandtschaft. Man stand vor einem Rätsel, man griff die Polizei an, man befürchtete diplomatische Verwicklungen. Die Polizei aber arbeitete fieberhaft; man ging der kleinsten Spur nach, man setzte Prämien für wertvolle Mitteilung des Publikums aus, Prämien, die im Laufe von drei Tagen so erhöht wurden, daß es kein Wunder war, wenn ganz Mexiko Detektiv spielte. Alfredo Lopez ging ruhelos in feinem Arbeitszimmer auf und ab. Er griff sich an die Stirne, er dachte krampfhaft nach, er seufzte. Da schrillte das Telefon. „Ja, hier Alfredo! .. Nein, hab noch Geduld! .. Der Expreßzug geht doch erst in zwei Stunden .. • Ja, ich werde dich anrufen!' Kaum hatte er den Hörer abgelegt, als an der Türe geklopft wurde. Alfredo öffnete. Auf dem Flur standen fünf Polizisten und einige Herren in Zivil. „Kriminalpolizei! Hausdurchsuchung!" Fünf Revolver starrten ihm entgegen. „Ich wüßte nicht", stammelte Alfredo Lopez. Zwei Polizisten hielten ihn fest; man trat in feine Wohnung. „ „Sagen Sie mir doch, was Sie von mir wollen! „Sie stehen im Verdacht, die chilenischen Geheim- dokumente gestohlen zu haben. Wir müssen Ihre Wohnung durchsuchen!" „Ich sollte die Dokumente gestohlen haben? Abep meine Herren, gerade so gut können Sie sagen, ich hätte das Nationalmuseum ausgeräumt! Man lächelte überlegen. Die beiden Polizisten hielten ihn fest, während die Zivilisten nach flauester, kriminalistischer Methode Laden und Kasten durchwühlten. Lopez versuchte ein Lächeln. • „Ich bewundere Ihre Kunst, meine Herren! Rem theoretisch genommen, tut es mir leid, daß -obre Mühe, Ihr genialer Spürsinn vergeblich ist. Wie kommen Sie überhaupt daraus, mich, einen nur seinem Beruf lebenden Architekten in den lacher- Aus der Stadt Gießen. Das Unwahrscheinlichste. Wenn uns heute vor einem Jahr jemand hätte erzählen wollen, was sich inzwischen ereignet hat, so hätten wir die Kühnheit seiner Phantasie zwar bewundert, aber geglaubt hätten wir es wohl kaum. Der Trugschluß der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist der, daß alles kommen müßte, wie es immer gekommen ist. Es kommt aber immer anders. Ist das Leben ein Würfelspiel? Ist es eine Rechenaufgabe? Oder ist es von beidem ein wenig? Unter der Wahr- cheinlichkeit verstehen wir jenen Grad der Gewißheit, dem noch Ungewißheit anhaftet. Das reicht also für einen ungenialen Kalkulator zu einem gründlichen Verrechnen. Wie wenige können die unbekannten Größen, die uns die Zukunft noch verhüllt, richtig mit einbeziehen? Das scheinbar Unmögliche, Unvorherzusehende, Unverhoffte also ereignet sich ttotzdem, und die Ueberraschung schlägt allen Voraussagen, Vermutungen und Orakeln ein Schnippchen. Wer etwas zuttessend voraushesttmmen könnte, der würde manche Dummheit unterlassen. Jedoch stützt sich die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die geglätteten Voraussetzungen geruhsamer Zeitläufte. Der unbedrohte Mensch glaubt ja, es könne gar nicht anders sein bis ans Ende seiner Tage. Für uns aber sind die Dämme der Beharrlichkeit so oft durchbrochen, daß mir das gestern für un- wahi^cheinlich Gehaltene heute schon gelassen hinnehmen. Gewiß sieht die Schicksalsgötttn in uns nicht nur Mikroben, die auf einem unbeträchtlichen Weltkörper wimmeln, aber da wir sie nicht durchschauen können, ist es das beste, sie walten zu lassen. Hinterher sehen wir vielleicht, welchen Sinn es hatte. Eine erstarrte Welt ist in Fluß gekommen, und die Worte möglich und unmöglich, wahrscheinlich und unwahrscheinlich sind mit in den Strom gerissen. Niemand kann mehr daran zweifeln, daß wir an eine Wende der Zeiten gelangt sind. Der heuttge Tag gilt, und unser Leben besteht aus lauter heutigen Tagen. R- G. Tageskalender für Freitag. Genf, 4. Juli. (Europapreß.) Zu der bevorstehenden Staatsreform in Frankreich schreibt der „Petit Dauphinois": „Es handelt sich tatsächlich darum, ein neues Frankreich zu schaffen und die Praxis, alles leicht zu nehmen, was uns zur Katastrophe geführt hat, durch Regeln der Ordnung, der Disziplin und der Arbeit zu ersetzen. Ohne Zweifel wird sich in den beiden Häusern eine Mehrheit bilden, die dem .glorreichen Alten', der — um das Unglück des Vaterlandes zu mildern — nicht gezögert hat, sich zur Verfügung zu stellen, Vertrauen schenken wird. Nach dieser Sitzung wird die Vertagung des Parlaments beschlossen werden. Die Regierung hat nämlich hierzu nach dem Wortlaut der Verfassung selbst feit dem 9. Juni das lichen Verdacht zu bringen, daß ich dumme Dokumente gestohlen habe?" In seinem Arbeitszimmer sah es fürchterlich aus. Alles lag drunter und drüber. „So sagen Sie mir doch!" „Ein telefonischer Anruf verriet, daß Sie der Dieb sein dürften!" Alfredo lachte. Irgendein Spaßvogel hat sich einen idiotischen Witz erlaubt!" „Das wird sich ja zeigen!" sagte der Chef der Abteilung. _ , Alfredo hatte fick beruhigt. Belustigt folgte er der Tätigkeit der Kriminalisten. „In der Ofenröhre könnten Sie auch noch nachsehen!" meinte er. , . Man ließ ihn reden, man suchte, man leuchtete in alle Winkel. Man fand von den Dokumenten keine Spur. Eine Stunde bereits hatte die Hausdurchsuchung gedauert. Auf dem Schreibtische lagen die Briese Alfredos, seine Aufzeichnungen. Da rief einer aus dem Nebenzimmer: „Chef, eine rote Brieftasche! Gut versteckt, ja! Dem Tischler des Waschtisches ist die untere Lade ein wenig zu kurz geraten. Hinter der Lade lag die Brieftasche auf einem kleinen Querbrett!" „Es sind die Aufzeichnungen zu meiner Erfindung!" fuhr Alfredo mit einem Aufschrei dazwischen. „Niemand darf davon wissen!" Der Chef grinste. Er griff nach der Ledertasche und öffnete sie. Nachdem er sie durchsucht hatte, sagte er enttäuscht: .Tatsächlich, es sind nicht die Dokumente! Herr Lopez, was Ihre Erfindung betrifft, brauchen Sie keine Angst zu haben! Ich schweige. Denken Sie an meinen Diensteid! ... Weitersuchen!" Alfredo hatte sich in sein Schicksal ergeben. Da trat ein junges Mädchen ein. Alfredo starrte sie an. „Juana, denk dir, man behauptet, ich hätte die chilenischen Dokumente gestohlen!" „Wer ist die Dame?" fragte der Kriminalchef. ,Zch bin die Braut des Herrn Lopez! ... Höre ich recht, Alfredo, du sprichst von den chilenischen Dokumenten? Die haben sich ja schon gefunden! Hier, die Extta-Ausgabe!" Der Kriminalchef riß ihr das Blatt aus der Hand und las; Recht." m t i Der französische Landwirtschafts- und Dersor- gungsminister erklärte der Presse: „Die Ereignisse, die seit einigen Monaten abrollen, und das seit Wochen nicht aufhörende Umherziehen der Bevölkerung haben beträchtliche Produktions-, Versor- gungs-, Transport- und Derteilungsschwierigkeiten geschaffen. Ich habe die Pflicht, ihnen entgegenzutreten. Eins sei festgestellt: Das angenehme Dorkriegsleben ist vorüber. Die Zeit, an fein egoistisches Wohlsein und an die Annehmlichkeiten des Tisches zu denken, ist vorbei. An keiner öffentlichen Stelle und auf keinem privaten Tisch darf es einen ganz gleich wie gearteten Auswuchs mehr geben. Niemand darf Ueberflufj haben, der einen anderen des Notwendigsten berauben konnte." Weiter erklärt der Minister es für feine Pflicht, jedem das Notwendige zu geben; aber auch I Berlin, 4. Juli. (DNB.) Um einen Lichtblick in die tiefe Depression der englischen Öffentlichkeit zu bringen, sah«n gewisse Kreise der Londoner . City fort, Nachrichen über a n g e b l i ch e als im Vormonat von Italien nach Deutschlands Wandervorschläge für den Sonntag (Nachdruck verboten!) 34. Fortsetzung. bau) vorstehen wird. Fußballehrer Loni Seiderer, einst aktiver Spieler der SpVgg. Fürth, starb in Stuttgart im Alter von 47 Jahren. Seiderer, der einer der besten und bekanntesten deutschen Fußballspieler mar, stand achtmal in der Nationalmannschaft und gewann 1926 mit der SpVgg. die deutsche Meister- schäft. Zuletzt betreute er den VfB. Stuttgart. Kreis Friedberg. * Butzbach, 4. Juli. Dieser Tage weilten Kameraden des Oberleutnants Hellmuts Lenzer — „Ach nein, so genau kannte ich ihn nicht." „Er ist ja ein wenig verrückt gewesen." Neels' i Hand eilte über den Block. „Erzählte er Ihnen nie davon, daß er in Beirut im Krankenhaus lag?" „Ach nein. In Beirut?" „Mit Malaria oder sonst einem Fieber... Ich weiß nicht mehr." Im Zimmer breitete sich die Dunkelheit aus und verschlang die Gegenstände. Mjölln hatte ein Gefühl, als säße er mit seinem Stuhl auf einem fremden Stern, inmitten des eisigen Weltenraumes. Er fror jetzt abscheulich. „Manchmal erzählte er zehn Wochen hintereinander, jedesmal wenn wir zusammenkamen, dasselbe. Dann vergaß er es wieder für ein halbes Jahr." „Was erzählte er?" „Von Beirut. Daß er dort im Krankenhaus lag. Mit Fieber oder etwas Aehnlichem. Sind Sie eigentlich ein Arzt?" „Ich?" entsetzte sich Mjölln. „Nein. Wie kommen Sie darauf?" ,Zch dachte nur. So nebenbei. — Vielleicht rücken Sie noch ein wenig näher ans Fenster." Mjöllns Stuhl schleifte über den Boden. Auf der Straße blitzte die Bogenlampe auf und warf breite Bündel Licht ins Zimmer. „Ich habe keine Lampe", erklärte der Maler. „Ist auch nicht nötig. Man kann bei dem Licht von da draußen lesen." „Aber malen?" „Nur mit Farbe nicht." „Aha." Mjölln bewegte seine Finger in der Manteltasche. „Wie war das noch mit Beirut? Sie unterbrachen sich vorher..." „Ach ja, Beirut. Er bekam dort Einspritzungen mit Quecksilber oder weiß der Teufel was. Schade, daß Sie kein Arzt sind. Da hätte ich Sie etwas fra- gen können, nachdem Sie mich schon an den Mann : erinnern. Er hatte nämlich die fixe Idee... er bil° i bete es sich ein... er erklärte uns, daß der Kranken- , schwester dort ein Fehler passiert sei. Er behauptete, das Glasröhrchen, in dem das Quecksilber aufbewahrt gewesen sei, wäre zerbrochen, und man hätte . ihm einen Splitter dieses Glases miteingespritzt. Ei- : nen winzigen Splitter. Ein Molekül... Sie müssen > den Kopf ein wenig heben, Herr Plüschke. Sie haben chn vorher anders gehalten." „Wohnen Sie schon lange hier am Krautweg?" versuchte er sich mit dem arbeitenden Maler zu unterhalten. ... „Ein Jahr vielleicht", erwiderte der Mann, wahrend er mit zugekniffenen Augen in Mjöllns Gesicht starrte. Er hatte blaue Augen und dunkles Haar. „So, erst ein Jahr. Sie sind wohl gar kein Holsteiner?" „Nein, nein." „Aber die Gegend hier kennen Sie doch? „Ein wenig. Früher bin ich länger hier gewesen." „'s gibt wenig Maler in der Stadt." Mjölln versuchte, langsam, ohne die Stellung seines Kopfes dabei zu verändern, die Hände in die Tasche zu stecken. „3mmer noch genügend." „Die Landschaft am Meer ist ja auch sehr schön." Jedesmal, wenn Neels den Kopf senkte und einen ruschen Strich auf das Papier warf, machte Mjölln den Mund auf zu einem kurzen Satz, um ihn gleich darauf wieder zu schließen, sobald der Maler prüfend sein Gesicht betrachtete. ,Zch kannte mal einen, der malte viel die Landschaft hier. Ich weiß nicht, ob Sie schon von ihm gehört haben. Hauck hieß er. Detlef Hauck. Jetzt ist er gestorben..." „So", sagte der Maler gleichgültig und strich mit dem Daumen eine Linie von der Zeichnung weg, „ist er jetzt gestorben?" Kannten Sie ihn denn?" Mjölln machte em erstauntes Gesicht. „Ein wenig nur, ganz wemg. Wir waren da |o ein kleiner Kreis. Wir tranken in der Wirtschaft Lum goldenen Horn' unseren Schnaps. Dahin kam er manchmal." Der Mann lächelte. Ein Lächeln, das nicht zu deuten war. „So, so, im .Goldenen Horn'." Das .Goldene Horn'. Ja. Das erinnerte ihn immer an den Bosporus. An Konstantinopel und die Dardanellen. Er war mal dort gewesen. Aber das wissen Sie wohl." Lpd. Darmstadt, 2. Juli. Einer der bekanntesten hessischen Pferdezüchter und erfolgreicher Landwirt, Oekonomierat Karl Fritsch, ist im Alter von 78 Jahren auf seinem Gut Dilshofen im 78. Lebensjahr nach einem arbeitsreichen Leben gestorben. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. TI., 5. Juli. (Dorbericht.) Es kosteten: Ochsen 25 bis 46,5, Bullen 27 bis 44,5, Kühe 16 bis 44,5, Färsen 28 bis 45,5, Kälber 25 bis 59, Lämmer unö Hämmel 20 bis 51, Schafe 15 bis 44, Schweine 53 bis 59 RM. Marktverlauf: Alles ausverkauft. keine Spur von Hauck Roman von Lharlotte Kaufmann. „Ach ja, verzeihen Sie." Mjölln reckte fein Haupt, das er, ohne es zu wissen, horchend vorgebeugt hatte. „Was halten Sie von einem solchen kleinen, windigen Glassplitter in den Blutbahnen eines Men- chen?" Der Maler starrte Mjölln geradewegs in die Augen, höhnisch, herausfordernd, um feine Lider gleich darauf wieder zu senken. Eifrig betrachtete er dann mit schief geneigtem Kopf feine Zeichnung. „Ich verstehe Sie nicht", erwiderte Mjölln unbehaglich. „lieber derartige^ Dinge habe ich bei Gott noch nie nachgedacht. „Das ist verständlich." Neels nickte ernsthaft. „Für einen vernünftigen Menschen besteht ja auch keine Veranlassung, über derlei nachzudenken. Nun, Hauck jedenfalls behauptete, daß dieses winzige Teil eines Splitterchens in seinem Blut wandere, vor- wärtsgeschoben würde und sich langsam und stetig seinem Hirn nähere... Sie haben den Kops schon wieder zu weit nach vorn geneigt... sehen Sie, und da hätte ich Sie gern gefragt, wenn Sie Arzt gewesen wären... ob so etwas möglich ist." Es war jetzt in den Tiefen des Zimmers vollkommen dunkel. Der Himmel draußen .vor dem Fenster über der grellen Bogenlampe war schwarz wie Tinte. Nur auf dem Fenstersims, auf der Lehne von Mjöllns Stuhl und auf dem Zeichenblock lag gelbes Licht. „Ich habe keine Ahnung", erwiderte Mjölln, „ob so etwas möglich ist." „3a, wir wußten es auch nicht. Wir versuchten, es ihm auszureden. Aber er war überzeugt davon, daß der Splitter sich eines Tages in seinem Hirn festsetzte und daß er dann unabwendbar irrsinnig würde... wie gesagt, er litt an einer fixen Idee. Und nun tft er gestorben, wie sie sagen. Gott sei Dank. Es wäre schrecklich gewesen für seine Frau, einen irrsinnigen Mann zu haben. Wollen Sie sich die Zeichnung einmal ansehen?" Er riß das Blatt vom Block. „Ah, sehr schön", machte Mjölln und starrte in fein eigenes Gesicht, das iyn ansah, horchend, lauernd und ... ängstlich. „Was bin ich schuldig?" „Fünf Mark", sagte Neels und wischte sich seine kohlebeschmutzten Finger am Taschentuch ab. Mjölln fingerte in feinem Gellrbeutel, holte Geld . hervor, legte es auf die Kommode. Fünf Mark. Samt legte er noch einmal fünf Mark dazu, und Als Sibylle mit Joachim das kleine Lokal in der Hafenstrahe verließ, stürmte der Wind mit unverminderter Schnelligkeit durch die Straßen der Stadt. Joachim beschwor Sibylle, über Nacht hier ju bleiben, in' ein Hotel zu gehen. Sie wollte nicht. Schließlich war sie jedoch nahe daran, einzuwilligen, mit dem Dampfer nach Teek zu fahren und das Boot in der Stadt zu lassen. Er wollte sie heimbringen. Da begegneten sie auf der Straße, drunten am Wall, einer hastig eilenden Frau: der Bettina Krug. Joachim gab zu, daß Sibylle mit der Bettina, die sich ihm, verlegen lächelnd, vorstellen ließ, nach Hause fuhr. Er verabschiedete sich drunten am Dampfersteg, da Sibylle es so wünschte. „Komm gut heim", sagte er und preßte chre Hand. Sibylle ..." . Sie sah ihm nach, wie er davonging, hinüber zur Dänischen Sttaße. Die Bettina ftanö neben ihr. „Haben Sie nicht Ihren Kahn da, Frau Hauck?" Sibylle drehte sick zurück. „Doch, an der Fischer- brücke dümpelt er." „Dann könnten wir vielleicht doch versuchen, mit dem Ding hinauszufahren, meinen Sie nicht? Man könnte sich das Fahrgeld sparen." Sibylle nickte. Joachim war nicht mehr zu sehen. Er war so überängstlich. Sie lächelte. „Natürlich, das können wir." Sie gingen zum Steg hinüber. In tausend Sternchen lag das Licht der Hafenanlagen, der Wersten und Schifte auf dem Wasser. (Fortsetzung folgte Löhnberg — Obershaufen — Rafenberg — Veilstein — Greifenstein — Edingen. Wir fahren nach dem reizvoll am Berge gelegenen Lahnstädtchen Löhnberg, das wir, an der hoch über dem Flusse liegenden alten Burg Darüber« gehend, durchschreiten, um der Wanderstrecke 7 des Westerwaldvereins zu folgen. Mr kommen an der Löhnberger Hütte vorbei durch Niedershausen, hierauf durch das liebliche Kallenbachtal nach Obers- haufen, das inmitten des Orts von feiner Kirche überragt ist. Später an der Oberförsterei Johannis- burg vorbei gelangen wir auf den 512 Meter hohen Rafenberg, wo sich uns eine wundervolle Fernsicht bis zu den Bergen der unteren Lahn, wie Schloß Schaumburg und den Limburger Dom, auf Feldberg, Greifenstein, Dünsberg, Hohensolms usw. bietet. lieber Hutweiden abwärts steigend kommen wir an der Schmalburger Ley, einem sehenswerten großen Basaltsteinbruch vorbei nach Beilstein, das malerisch gelegen von einer Burgruine bekrönt ist. Blaue Striche führen durch Wald und Feld an der Beilsteiner Ley, einem früher mächtigen Basaltlager, vorbei nach Greifenstein, dessen Burgruine eine Besichtigung lohnt. Auf aussichtsreichem Wegen steigen wir abwärts nach unserem Endziel Edingen. Dauer der Wanderung 5 Stunden. Gießen — Annerod — Rleilbach — Lich. Sehr lohnend ist eine Wanderung auf der gelben Strichmarkierung, die am Alten Friedhof beginnt und die Wannschneise auswärts über die Hohe Warte nach Annerod leitet. Da jedoch eben der Weg über die Hohe Warte gesperrt ist, müssen wir auf einem andern Weg nach Annerod wandern, wo wir das Zeichen treffen. Dieses führt uns hinüber zum Femewald und auf hübschen einsamen Waldschnei- Wirtschaft. Börse sehr still. Frankfurt a. M., 4. Juli. Die Stimmung an der Börse ist in der Berichtszeit ziemlich uneinheitlich gewesen, ohne daß angesichts der großen Geschäfts- stille die Tendenz etwa prägnanteren Charakter annahm. Nach glatter Ueberwindung des Ultimos, nüch dem Aufhören größeren Angebots aus dem Verlangen, sich wieder flüssiger zu machen, herrschte weitgehende Unternehmungsunlust. Vereinzelt heraus- kommendes Angebot findet nur zögernd Unterkunft und die Kursschwankungen entsprechen oftmals nicht der Bedeutung der Umsätze. Nach der vorangegangenen kräftigen Erholung bröckelten Aktien meist ab. Größere Schwankungen verzeichneten u. a. Holzmann, die wieder über 201 anzogen, dann aber auf ca. 198 zurückfielen, Zement Heidelberg, die zuletzt bis auf ca. 169 anziehen konnten und Dt. Linoleum, die man vor acht Tagen um 152 nannte und vorübergehend 164 erreichten. Dieses Papier zeigte am deutlichstem, wie sehr die Kursbewegung von kleinsten Umsätzen berührt wurde, denn hier stieß eine Zufallsorder auf völlige Marktleere, und als diese Nachfrage von wenigen Mllle gedeckt wurde, sackte der Kurs wieder um nahezu 4% herunter. Fest lagen die Woche über Banken. Montanwerte unter kleineren Schwankungen im allgemeinen behauptet, Autowerte uneinheitlich. Das Interesse am Aktienmarkt ist — allgemein gesehen — sehr lau, man wandte sich wieder mehr dem Rentenmarkt zu. Hier hat im Laufe der Börsenwoche das Angebot in Jndustrieobligationen einer, wenn auch vorerst kleinen Nachfrage Platz gemacht. Reichsanleihen erfreuten sich weiterhin guten Interesses, in 4% Reichsschatzanweisungen konnte ein weiterer Teilbetrag auf dem Markt untergebracht werden. Pfandbriefe waren weiter gesucht, die Kurse sind hier meist nur nominell. Stadtanleihen ruhig. Im Freiverkehr sind die Aktien der Dinglerwerke Zweibrücken und Rastatter Waggon weiterhin gesucht bei fast täglichen Kursheraufsetzungen. An diesem Markt halten sich aber seit langem die Umsätze in engsten Grenzen. - sen nach Albach. Hinter dem Ort kommen wir in den ausgedehnten Walddistrikt, die Meilbach. Auf lauschigen Schneisen und stillen Pfädchen, an leise plätschernden Bächlein entlang, geht unser Weg stundenlang durch stattlichen Laubwald, an. dessen Ausgang sich ein Überraschender Blick auf den Hohen Vogelsberg und namentlich auf das hochliegende Grünberg darbietet. Wir verlassen jetzt das Zeichen, wenden uns rechts und gehen auf guter Sttaße an Ober-Bessingen vorüber, später durch Nieder-Bessingen nach unserem Endziel Lich, das wir nach insgesamt sechsstündiger Wanderung erreichen. Hungen — Schellnhof — Linartshausen — Jägerhaus — Laubach. Diese genußreiche Waldwanderung, die in ihrem ersten Teil mit blauen Strichen bezeichnet ist, beginnen wir in Hungen. Nachdem wir das fteund- liche Horloffttädtchen durchschritten haben, folgen wir von der Obermühle der Schottener Landstraße, die längere Zeit durch prächtige Waldungen, an einigen Gruben und an der Hubhöhe vorbeiführt. Unterwegs ermöglichen Waldlichtungen reizvolle Blicke, so u.a. auf das hochgelegene Stornfels. Beim Schellnhof verlassen wir die Striche und gehen ohne Zeichen nach Einartshaufen, einem echten Vogelsbergdorf mit hübschen Fachwerkhäusern. Von hier schlagen wir die Sttaße nach der Kiliansher- berqe ein, wo wir weiße Ringe antreffen, die uns bis zum Jägerhaus (Gaststätte) begleiten.. Hier be- fichttgen wir die hinter dem Anwesen liegende Kirchenruine des vor Jahrhunderten untergegangenen Dorfes Ruthardshaufen. Dem Tale der Wetter entlang führen uns jetzt blaue Ringe nach unserem Endziel Laubach. Dauer der Wanderung 5 Stunden. ** Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der Leutnant und Kompanieführer Erich He gl er (Schwarzlachweg 20), wurde für Tapferkeit vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. ** Mit der Spange zum Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dem ehemaligen Div.° Arzt der 9. Division, Oberstarzt Dr. Wolkewitz (seit Kriegsausbruch Korpsarzt eines Armee-Korps), wurde anläßlich der großen Durchbruchfchlacht im Westen die Spange zum Eisernen Kreuz verliehen. Aus der engeren Heimat. Oberhessens ältester aktiver Polizeidiener. Lpd. Bobenhaufen, 4.Juli. Einen der ältesten moch im Dienste befindlichen Polizeidiener in Oberheffen, wenn nicht in ganz Hessen, dürfte die Gemeinde Bobenhaufen im Kreise Büdingen haben. Dort feierte der feit 40 Jahren fein Amt versehende Polizeidiener A l b r a n b feinen 8 6. Geburts- t a g. Außer dem Ortsdieneramt versieht er auch noch das des örtlichen Flurhüters feit mehr als 30 Jahren. G. A-Sport. Vor weiteren spannenden Handballkämpfen. Durch vorgenommene Neuorganisation der Spiele im Handball verspricht mgn sich einen weiteren Auftrieb. Das ist schon um deswillen sehr wahrscheinlich, weil in der Zwischenzeit weitere fünf Mannschaften neu hinzugekommen sind, und zwar: Klein-Linden, Großen-Linden, Lang-Göns, (2) uub Oberkleen. Die im Augenblick laufende Eittscheidungsrunde ist, wie bereits erwähnt wurde, um die Ausaleichs- fpiele zur Lahnpokalrunde bereichert worden. Waren schon die Vorspiele interessant und spannend, so wird das diesmal nicht minder der Fall sein. Die Spiele: Tv. Katzenfurt — Mtv. Gießen Tv. Dornholzhausen — Tv. Hochelheim. Katzenfurt ist zu Hause nur sehr schwer zu schla- gaen. Aus dem Grunde muß der Mtv. Gießen schon in stärkster Besetzung antreten, wenn er zu einem für ihn günstigen Ergebnis kommen will. Das gleiche gilt auch für Hochelheim. Wir wissen zwar, daß die Mannschaft in Ordnung geht. Es ist aber auch ebensogut bekannt, wie stark Dornholzhausen von scher auf eigenem Platz war. Tv. Dutenhofen — Tv. Hörnsheim Tv. Holzheim — Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes Tv. Grüningen — Tv. Klein-Linden Tv. Oberkleen — Tv. Großen-Linden Dv. Krofdorf — Tv. Launsbach Tv. Heuchelheim — Sp. Großen-Bufeck Mtv. Gießen Jgd. — Tv. Atzbach. Zu einem spannenden Kampf, dessen Ausgang vollkommen offen ist, wird es in Dutenhofen kommen. Kommen die Gäste in ihrer bewährten Ausstellung, wird ihnen ein knapper Sieg beschieden fein. — Holzheim hat es in der Hand, sein erstes Spiel siegreich zu bestehen, wenn die Mannschaft endlich einmal so spielt, wie es erforderlich ist. — Wir glauben nicht, daß es Klein-Linden gelingt, in Grüningen die Oberhand zu behalten. — Großen-Linden kann fein erstes Auftteten mit einem Siege beenden, wenn alle Mannschaftsteile gut zusammen harmonieren. — In Krofdorf wird Launsbach zu einem knappen Siege kommen. — Heuchelheim sollte Großen-Bufeck ziemlich eindeutig niederringen und auch die Mannschaft des Mtv. Gießen hat Aussichten, gegen Atzbach zu gemin.ven._______ plötzlich legte er hastig alles hin, was er bei sich trug. ,Hch bin sehr zufrieden", nickte er. „Sehr. Fünf Mark sind natürlich viel zu wenig. Besten Dank, Herr Neels." Er suchte nach feinem Hut in der Dunkelheit. . Der Maler rollte ihm die Skizze zusammen und hüllte ihm eine Zeitung darum. „Empfehlen Sie mich Ihren Bekannten", Zagte er und verbeugte sich. Dabei lächelte er wieder wie vorher. Ein nicht zu deutendes Lächeln, das langsam und unverkennbar höhnisch wurde. „Auf Wiedersehen, Herr Plüschke." Er öffnete die Tür. .Kommen Sie gut heim. Fallen Sie nicht über die Treppe. Wir haben hier kein Licht im ganzen Haus/ Tv.1846 Bezirkssieger im Faustball. Auch bei den Spielen dieses Jahres hat sich wiederum die Mannschaft des langjährigen Gaumeiters To. 1846 Gießen im Bezirk 8 als unbedingt überlegen erwiesen. Nach wie vor stellt sie eine Klasse für sich dar und dürfte, was das technische und taktische Können anbettiftt, so bald nicht zu erreichen sein. Durch Zugänge hat sich zudem i m die- em Jahr die Spielstärke nicht unbeträchtlich gehoben so daß der Tv.Gießen mit feiner Mannschaft Dr.' Nohl, Riexinger, Becher, Trapp, Dr. Pfeffer wieder als ernsthafter Anwärter auf den Titel des Bereichsmeisters zu betrachten ist. In den Bezirksspielen erzielte Ergebnisse von u. a. 6-60 oder 15:50 beweisen augenfällig die gute Form der Spieler, die aus einem sorgfältigen Training erwachsen ist. In Zusammenarbeit zwischen dem Turnverein 1846, dem Pol.-Sportverein und mehreren Behörden zur Pflege des Faustballspiels konnte ein guter Spieldettieb aufgebaut werden, der entsprechend den anderen Uebungsgememschaf'-- ten des NSRL. in Gießen nicht nur zahlenmäßig, sondern apch leistungsmäßig bereits einen sichtbaren ^ch'LVchiuß bet Spiele hn Bezirk tritt der Gießener Turnverein nun am kommenden Sonntag gegen die Bezirke Limburg und Westerwald an, um den Teilnehmer für die weiteren Spiele um die Bereichsmeisterschaft zu ermitteln. Auch bei diesen Spielen dürfte für Gießen mit der vorgesehenen Ausstellung der Sieg sicher sein. Kurze Sportnotizen Die beiden Schiedsrichter für die Dor- schlußrundenspiele um die deutsche Fußballmeifter- chaft am 14. Juli sind jetzt bestimmt Das Stuttgarter Spiel zwischen Schalke und Waldhof leitet Rühle (Merseburg), während dem Treffen Rapid Wien — Dresdner SC. in Wien Multer (Lander infolge seiner beim Feindflug erlittenen schweren Verwundungen in einem Lazarett in Koblenz verstarb — am Grabe des Verstorbenen und legten einen großen Kranz nieder. In Würdigung seiner Tapferkeit vor dem Feind wurde dem jungen, hoffnungsvollen Offizier das Eiserne Kreuz 1. Klaffe verliehen, nachdem er vorher schon das Eiserne Kreuz 2. Klasse besaß. Außerdem überbrachten die Kameraden das silberne Verwundetenabzeichen und das Beobachterabzeichen. Die Auszeichnungen wurden zusammen mit einem persönlichen Handschreiben des kommandierenden Generals dem Vater des gefallenen Helden überreicht. Oer Raucher im Luftschutzkeller. Lpd. Frankfurt a.M., 2. Juli. Als bei einem Fliegeralarm sich ein Hausbewohner mit Frau und Kind in den Luftschutzkeller begab, sand er dort einen älteren Hausbewohner vor, der sein Pfeifchen rauchte. Der Familienvater machte den Mann darauf aufmerksam, daß das Rauchen hier nicht gestattet sei, worauf der Raucher eine Beleidigung nach der andern gegen den Mitbewohner schleuderte. Die Sache wurde von dritter Seite zur Anzeige gebracht und der Raucher ist vom Amtsgericht Frankfurt wegen des verbotenen Rauchens mit 20,— RM. und wegen der Beleidigungen mit 30,— RM. Geldstrafe bestraft worden. Heidelbeer-Rekordernle im Odenwald. Lpd. AusdemOdenwald,2. Juli. Zur Zeit sind alle verfügbaren Hände bei der Ernte der Waldbeeren beschäftigt. Neben gutem Behang der Himbeeren und Erdbeeren, die vielfach von den Schulkindern als freudig begrüßte Gabe für die benachbarten Lazarette gesammelt wurden, haben nun die Heidelbeer-Sammler einen sehr starken Behang im Walde einzuheimsen. Nach den bisherigen Ergebnissen darf man im Odenwald mit einer Rekordernte rechnen. Eintritteermäßigung für Schwerkriegsbeschädigte. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat eine Anordnung erlassen, durch die die Unternehmer (und Veranstalter) von Theatern, Lichtspielunternehmen, Konzerten, Vorträgen, artistischen Unternehmen (Variete, Kabarett, Zirkus-Veranstaltungen usw.), Tanzvorführungen und Ausstellungen kultureller Art verpflichtet sind, Schwer- ckriegsverletzten, die im Besitze eines amtlichen Ausweises find, eine E i n t r i 11 s e r m a ßi g u n g von 50 Prozent zu gewähren Die Elnttltts- ermäßigung gilt für alle Plätze und alle Vorstellungen, mit Ausnahme von Ur- und Erstaufführungen sowie von Festaufführungen, bei denen Frei- und Ehrenkarten allgemein für ungültig erklärt sind. Keine Sommerschlußverkäufe 1940. Fwd. Vom Reichswirtschaftsminister wurde angeordnet, daß die Sommerschlußverkäufe des Jahres 1940 nicht durchgeführt werden. „Kamerad - Humor." Für die Soldaten hat jetzt der Landesfremdenverkehrsband Rhein-Main em Faltblatt herausgebracht. Die kleine Schrift tragt den Titel „Kamerad Humor" und ist allen Soldaten zugedacht, die vor dem Feldzug im Westen ihre Be- reitfdiaftsquartiere im Rhein-Main-Gebiet hatten, sowie allen Verwundeten, die jetzt hier m den La- zaretten untergebracht sind. Das Faltblatt will den Soldaten in heiterer und bodenständiger Weise ansprechen: daher stehen im Mittelpunkt launige und witzige Gedichte oder Anekdoten in den Mundarten der rhein-mainischen Landschaft. Zeichnungen verstärken den Eindruck des geschriebenen Wortes. Das Faltblatt wird kostenlos bei der Truppe und in den Lazaretten verteilt. Mustergültiges Ernährungeiamt Gießen. In diesen Tagen weilte Staatssekretär Reiner in Gießen und stattete dabei auch dem Gießener Ernährungs- und Wirtschaftsamt im Siebtgbau einen Besuch ab. Er ließ sich die gesamte Organi- falten und die Arbeitsweise des Amtes erläutern, besuchte verschiedene Zimmer und sprach mit ben Mitarbeitern des Amtes, das unter der Leitung von Oberinspektor Müller ftejit. Staatssekretär Reiner gewann den Eindruck, daß beim Ernahrungs- und Wirtschastsamt Gießen eine mustergültige Arbeit geleistet wird und sprach sich darüber m anerkennender Weise aus. . Einen gleichen Eindruck gewann eine Kom- mission des Landesernährungsamtes, die den Aufbau des Ernährungs- und Wirtschaftsamtes die Arbeitsweise und die Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen einer Überprüfung unter« ^Kürzlich weilte außerdem der Beauftragte des Reichskohlenkommissars beim Wirtschastsamt unserer Stadt. Er bestätigte, daß in Gießen in der Kohlenabteilung des Amtes eine tadellose Arbeit geleistet wird.