tu Hb hi h «k ■0®< Jahrgang Nr. 15( fcrlcbemt täglich, anbei Tonntags und feiertags Seilagen: DieJllustnerte Siebener tVamilienBlättei HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: v!it 4 Beilagen.RM.1.95 Lhne Illustrierte * 1.80 Mellgebühr... „ -.25 8Utb bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt »emfvrechanfchluß 2251 zD»otanschrift^ „Anzeige^' Postscheck llGss I-rankf^M. Mittwoch, 5. Juni M« Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer vis 8'/?Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I AbschlüffeMengenstaffelö Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 "/»mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Gietzener Anzeiger vrühlsch« UnigetfitätsbrudereiB. Lmigr General-Anzeiger für Oberhessen * »i»b«n?Sch»Iftr-tz« 7-» Tagesbefehl des Führers an die Wehrmacht gez. Adolf Hitler. Kührer-Hauptquartier, 5. Lum 1940. ruf erlassen: An das deuffche Volk! gez. Adolf Hitler. 1 k % bc- e'mi 6 SU ' 'hl blvi-1 I w Üdch! N,U w g der Feindsibisher für uneinnehmbar gehalten hftle. Es gelang ferner, durch Fallschirm- Ustd Luftlandetruppen sich im Innern b;r Festung Holland trotz stärkster Gegen- Ä inzwischen waren in Nord- und Sudbel- le9 fli e n nicht nur alle Grenzfestungen und befestigten *t Stellungen rasch durch st oßen, sondern auch tfnj. I bie entgegengeworfenen feindlichen Panzerverbände '' -shlagen und die Ueberlegenheit der deutschen 4aizerwaffe, ihrer Organisation, ihrer Führung uni ihres Materials bewiesen. Den Infanterie-Divisionen vorausstürmend er- tei^ten die Panzerkorps schon am 13. Mai die St a s zwischen Dinant und Sedan und sanden sich nicht nur das tief eingeschnittene Tal, son- btn auch die stark ausgebauten Grenzbefestigun- Jir, in denen sich die französische 9. Armee zur Beleidigung eingerichtet hatte. Oer deuffche Sieg in Flandern. 1,2 Millionen Gefangene. - Waffen und Material von 25 bis 80 Divisionen zerstört oder erbeutet. - Runfr 3500 seindliche Flugzeuge vernichtet. — Schwerste Schläge gegen die feindlichen Kriegsflotten. — Die eigenen Verluste gering. Der zufammenfaffende Bericht des Oberkommandos über die große Vernichtungsschlacht in Flandern. chkstlS 0 ' Geltung 5) du an o irog mlr festzusetzen und die Einfallspforte von Su° «x b?n h e r über die gewaltigen Brücken bei Moer- Mrnci M solange offenzuhalten, bis Panzer- und ; motorisierte Verbände zur Stelle waren ■ M zusammen mit der Luftwaffe gegen R o t - ,,u tiidam eingriffen. Dieser erstmalige Einbruch M Derl, enn Festungsbereich aus der Luft und der rasche |0 87 ffmsatz dieser Sturmtruppen von außen in Derbm- birg mit» dem gleichzeitigen Durchbruch durch ine ! Mbe-Linie südöstlich von Uttecht hat die K a p i- j " v *1 cm-. -- Zeichnung von Kurzhauer/heincke. — (Scherl-M.) Die Festung Dünkirchen nach schwerem Kamps genommen € Häfen Neuer Kartenausschnitt von F^mkreich. (Scherl-Biloerdienst-M.) ei land und ß 8 Johann Jürgensen. Antwort gegeben. c land, West- und Südwestdeutschland forlgesehl. Die Erfolge waren ebenso gering wie bisher. Dabei gelang es bei Rotterdam und in Westdeutschland, je ein Flugzeug durch Flakartillerie, zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Nachtjäger abzu- schiehen. Paris keine unverteidigte Gtadt. Washington, 4. Sunt (DNB.) „Associated Preß" zufolge vertreten einige Washingtoner Militärstellen die Auffassung, daß Paris keineunver- gen von Strapazen, oft im Kampf gegen überlegenen Feind, haben alle eingefehten Verbände der Wehrmacht eine In der Kriegsgeschichte einzig dastehende Leistung vollbracht. Unzähllg«sind die Beispiele heroischer Tapferkeit, aufopfernder Pflichterfüllung und unbeirrbaren . Siegeswillens. Sif werden als Beweise deutschen Soldatentumes in unsere Geschichte eingehen. 3m gläubigen Vertrauen zum Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, in bester Waffenkamerad- fchaft innerhalb der Wehrmachtsteile und Waffengattungen hat der deutsche Soldat das u n - möglich Scheinende möglich gemacht. Holland und Belgien haben kapituliert, Frankreich und Großbritanniens Stoßarmeen sind vernichtet, einer der größten Siege der Weltgeschichte ist errungen. Grohdeutschland beherrscht das gesamte Ost- und Südufer der Nordsee und den Kanal. Da die Gegner den Frieden auch weiterhin verneinen, wird sie der Kampf bis zur völligen Vernichtung treffen. Die Wirkung des Einsatzes der deutschen Luftwaffe. Stockholm, 4.Juni. (Europapreß.) Der Mas- seneinsatz der deutschen Luftwaffe gegen die mtlltä» rischen Ziele in und um Paris und gegen andere Provinzorte hat nach Londons Meldungen ueutra- k 3ub sm hart pilmadji sllStztt! trenn e bringen Wrseill untren 1 Berlin, 4. Juni. (DBB.) Die Aeslung DÜn- kirchen wurde nach schwerem Kamps genommen. 40000 Gesangene und unübersehbare Beute fielen in unsere Hand. Damit ist die g e f a Wt e belgische und die französische Kanal- küste bis zur Sommemündung restlos von deutschen Truppen beseht. Den ersten deutschen Truppen, die heute die Festung Dünkirchen eroberten, bot sich ein Bild völliger Verzweiflung und Auflösung jeder militärischen Ordnung. 3n der Stadt herrschten chaotische Zustände. Ueberall in den Straßen wie in den Hasenanlagen sind die Zeichen einer überslürztenundplan- lofen Flucht der englischen und französischen Truppen, die sich noch nach Dünkirchen retten konnten, festzustellen. Die Gefangenen machen einen völlig apathischen Eindruck. Ihre körperliche und seelische Verfassung macht sie Mgenblicklich zu irgendeiner Anteilnahme an ihrem Schicksal unfähig. Erschüttert über die schweren blutigen Verluste, die sie bei dem Versuch, zu entkommen, durch die Luftwaffe und durch die deutsche Artillerie erlitten haben, boten die Trümmer englischer und französischer Elitedlvisionen in Ihren zerfetzten Uniformen und ohne irgendeine Ausrüstung einen jammervollen Anblick. Der Wehrmachtsbericht vom Dienstag. Großer Erfolg des Luftangriffs auf Anlagen der französischen Luftwaffe um Paris Führer-Hauptquartier, 4. 3nni. (DNV.) Das OKW. gibt bekannt: Der Kampf um Dünkirchen steh» vor dem Abschluß. Unsere Truppen sind in die Stadt ein- , gedrungen und haben dem verzweifelt sich wehrenden Feind das Fort Louis entrissen. Der häüserkampf mit französischen Truppen, denen die Aufgabe zuteil geworden war, die Flucht der englischen Soldaten auf die Schiffe zu decken, ist noch im Gauge. Die Luftwaffe griff, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, am 3. 6. mit starken Verbänden aller Waffen die Basis der französischen Lustwasfe um Paris überraschend an. Es gelang, die seindliche Luftverteidigung aus- zufchatten und in zusammengefaßten hoch- und Tief- Angriffen auf Häfen und 3ndustriewerke der französischen Luftwaffe stärkste Wirkung zu erzielen. Zahlreiche Brände und Explosionen wurden beobachtet. 3h Lustkämpfen wurden 104 Flugzeuge abgeschossen, in hallen ober am Boden 300 bi s 400 Flugzeuge zerstört. Die Flakartillerie erzielte am ,3. 6. 21 Abschüsse. Gegenüber diesen außerordentlichen Erfolgen werden nur neun eigene Flugzeuge vermißt. 3n der Nach» vom 3./4. 6. hat der Gegner seine Eiaslüge unh Bombenangriffe In gölte i b i g t e Stadt sei, sondern wegen seiner vielen Befestigungen ringsum sowie wegen seiner Luft- und Flugzeug- und Munitionsfabriken als kille au llebcrfül ojrlta 1 reiche. Eireltfr Me b ,-MM Men Hoden fi Mkrie baten U nien an eeitdem und dies ist das Ergebnis Am 3-1. Mai: Das war ihr plan Vor dem 10. Mai militärisches Objekt klassifiziert werden könne. Ein wesentlicher Teil der französischen Industrien konzentriere sich in und um Paris. Außerdem habe die französische Regierung im vergangenen Monat Paris zur Kriegszone erklärt und die Militärverwaltung eingeführt. Die Vereinigten Staaten hätten bisher von der französischen Regierung keine Mitteilung erhalten, wonach Paris als unverteidigte Standt anzusehen sei. Man erinnere an eine dahingehende Mitteilung der belgischen Regierung hinsichtlich Brüssels und glaube aus dem Fehlen einer ähnlichen Mitteilung Frankreichs schließen zu können, daß Frankreich Paris nicht für eine unverteidigte Stadt halte. Silos und Laaerschuppen zur B gestellt. Die neuen Lagerbauten sollen nach ’---- Feit nicht in unmittelbarer Nähe o Häfen angelegt werden. Weitere Erlasse sehen eine Erweiterung der Rechte der hafenbeamten vor. ö® erhalten fie u. a. das Recht der Requirisrun- Gens, 5. Juni. (Europapreß.) Daß Frankreich durch die letzte Entwicklung mehr und wehe blockiert wird und seine Blockade morgen scho" fast vollständig sein Fann, beweisen die letzten Erlasse für die großen französischen Handelshäfen. Durch diese Erlasse werden für die große" Handelshäfen Kredite zur Errichtung 00" schuppen zur Verruguni 'l Möglich' jur <*?. ü** Sliez'K r.^d ri«# »" ,r fcs,” Ctrl!« her bel Jlorbafr lausen/ nach eirilt lil-h- 3' tunterJ baren >. fammen treibe, l ragenbei (opj nac r-sen dem bei chon fei IniHerui Beim Husen < f.ienbül Hinblick Rings um Frankreichs Hauptstadt brennen die Flughäfen. Streitkräften zur See fügte sie schwerste Verluste bei. Die Zerstörung der Kampfmoral der feindlichen Verbände sowie die Lähmung des feindlichen Führungsapparates ist ihr Verdienst. Mherfeohare Verluste des Heuwes. Die ganze Größe des Sieges in Holland, Belgien und NordfranFreich geht aus den V e r l u st e n des Feindes und dem Umfang des erbeuteten Kriegsgerätes hervor. Die Verluste der Franzosen, Engländer, Belgier und Holländer betrugen an Gefangenen zusammen über 1,2 Mil- Honen Mann, hinzu kommt .noch die nicht schätzbare Zahl der Gefallenen, Ertrunkenen und Verwundeten. Die Waffen- und Geräte- Ausstattungen von rund 75 bis 80 D i - Visionen mit Geschützen bis zu den schwersten Kalibern, Panzerwagen und Kraftfahrzeugen aller Art wurden zerstört oder erbeutet. Die deutsche Luftwaffe Schatz vom 10. Mai bis 3.Juni 1841 feKndliche Flugzeuge ab, davon im Lustkampf 1142, durch Flak 699, mindestens 1600 bis 1700 weitere Maschinen wurden am Boden vernichtet. ler Beobachter eine stärkere Unruhe in (Eny* Frankreich geschaffen, als Informations- Minister DuffCooperam Montagabend in einen Rede erkennen ließ, die er von Paris aus üben den Rundfunk hielt. Gleichzeitig muh man auch« zugeben, daß die deutsche Luftwaffe nur yegeio militärische Ziele eingesetzt worden ist. Damit wird die Behauptung französischer Blüttel! widerlegt, in denen am Dienstag gesagt worbeiu war, Deutschland wolle gegen die ZivilbevölkerunA bar harmlos cm uns vorbei. Je mehr wir uns Paris nähern, desto mehr werden es. Aber wir müssen durch, und wir kommen durch. lieber Frankreichs Hauptstadt wölbt sich eine Dunstkuppel. Deutlich aber ist der Eiffelturm au erkennen, das Wahrzeichen von Paris. „B 0 m - oenklappen auf! Ein Kommando, das immer wieder unsere Augen schärft. Wir müssen sehen, ob sie gut liegen, die schweren Brocken, die noch in ihren Schächten ruhen. Scharf zeichnet sich der feindliche Flugvlatz vom Boden ab. Zahlreiche hallen und Maschinen sind deutlich erkennbar. Der Bombenschüße schaut mit konzentrierter Aufmerksamkeit durch das Visier. Mit klopfenden Pulsen sind auch wir mit Spannung geladen, den Finger am Abzugsbügel des MGs, bereit, ankommende feindliche Jäger sofort mit einem Eisenhagel zu überschütten. Nichts kommt. Dafür feuert die Flak um so heftiger, krepieren die Granaten in bedrohlicher Nähe. Vor uns fliegende Maschinen haben bereits ihren Segen fallen lassen. Ununterbrochen blitzt, zuckt und glüht es unten auf. Unsere Bomben folgen. Das Rollfeld wird mit-Kratern übersät, die hallen stehen in Flammen, Erde, Steine, Flugzeugteile spritzen Fontänen gleich hoch. Die Pariser werden merken, woher der Wind jetzt weht. Beim Abdrehen sehen wir noch, daß die ersten Verbände bereits auf dem Rückflug sind. Auch sie Haden ihre Aufträge erfüllt. Rings um Frankreichs Hauptstadt, rings um die Metropole der alten Welt raucht es, brennt es. Deutsche Flieger waren es, die ihre Grüße sandten. Sie Haden jüdisch-demokratischen Frechheiten eine deutsche, daher deutliche rücksichtslos oorgehen. * Die römischen Blätter melden, beim herannahe« der Flugzeuge sei die Bevölkerung in die Luftschutzraume geflüchtet. Die Flaks seien i« Aktion getreten. Fast gleichzeitig habe aber auch schon die Bombardierung oeaannen. Eine Mitteilung des Ministerpräsidiüms schweige sich selbstverständlich über die von den deutschen Bomben erzielte Wirkung auf die Flugplätze und die sonstige« militärischen Ziele völlig aus. Weitere Meldunge« aus Paris besagen, die Bomben seien mit unheimlichem Krachen eingeschlagen und explodiert. Eine größere Anzahl von Bomben habe den Flugplatz von Le B 0 u r ge t getroffen und dort fünf Brände hervorgerufen. Frankreich fürchtet die deutsche (Segenblockade. Paris—Marseille. Die letzten Wehrmachtsberichte zeigten, daß die »Luftwaffe trotz ihres starken Einsatzes über mal, wo ihre Bombenangriffe wie ein Feuer- vorhang die Flucht der Engländer aus Dünkirchen abschnitten, noch ausreichend Kräfte frei hatte, um gleichzeitig die Etappe des französischen Heeres in hren Wirkungsbereich einzubeziehen. Das Wort „Etappe" will dabei in weitestem Sinne genommen werden, einmal im Hinblick auf die Dersorgungs- und Nachschubmöglichkeiten der feindlichen Armeen, die dazu einen weit größeren Raum heranziehen müssen, als etwa noch im Weltkrieg, zum andern angesichts der fett dieser Zeit vervielfachten Entfernungen, die der massierte Einsatz des Motors im modernen Krieg zu überwinden gelernt hat. Wie vor etwa dreißig Jahren das Auto schon ein ganz neues Raum- und Distanzgefühl geschaffen hatte, so hat das Flugzeug aradezu eine Umwälzung aller Be- griffe und Vorstellungen gebracht. Das kommt uns resonders eindringlich zum Bewußtsein durch die Nachricht, daß Kampfverbände der deutschen Lust« waffe den Hafen von Marseille angegriffen, zwei große Handelsschiffe durch Bombentreffer m Brand gesetzt und die Eisenbahnstrecke Lyon—Marseille an mehreren Stellen durch Bombentreffer zer- fort haben. Eine Einbeziehung des bedeutendsten rcmzösischen Mittelmeerhafens in den Kampfbereich wäre noch im Weltkrieg undenkbar gewesen. Erinnern wir uns aber, daß unsere Kampfgeschwader von der Deutschen Bucht aus bis zu den Orkney- Inseln nördlich von Schottland hinauf vorstießen, um hier die britische Schlachtflotte in ihrem Schlupf- winkel auf der Reede von Scapa Flow auszusuchen, wozu eine (Entfernung von 800 bis 900 Kilometer zu durchmessen war. Unter diesem Aspekt betrachtet liegen vom Oberrhein oder von Flandern aus alle großen französischen Häfen im unmittelbaren Aktionsbereich der deutschen Luftwaffe. Das militärgeographische Bild Frankreichs hat also mit der Ueberwindung von Zeit und Raum durch die Luftwaffe eine grundlegende Wandlung erfahren. Weder die Hauptkriegshäfen Cherbourg am Kanal, Brest, Lorlent und Rochefort an der atlantischen Küste, Toulon am Mittelmeer, noch die wichtigsten Handelshäfen, an deren Spitze Marseille im Auslandsverkehr mit einem Umschlag von 15,1 Millionen Tonnen im Jahre 1936 stand, gefolgt von Le Havre, Cherbourg, Dünkirchen, Bordeaux und Boulogne, können also damit rechnen, von der Einwirkung der Än Luftwaffe verschont zu bleiben. Wie also t Gewinnung neuer Stützpunkte am Kanal der Arm der deutschen Luftwaffe weit über Süd- und Mittelengland bis zu den westenglischen Häfen an der Irischen See reicht, so kann auch die Küste Frankreichs in einem Maße in die deutsche Gegen- blockade einbezogen werden, wie es sich die Pluto- tratischen Kriegsmacher in Paris, die grade im Der- trauen auf die Blockadefestigkeit des eigenen Landes in der Blockade Deutschlands die für sie ungefährlichste und dabei wirkungsvollste Waffe in ihrem Auch kostete der Versuch der Rettung des britischen Expeditionsheeres durch Kriegs- und Handelsschiffe dem Feinde schwer« Verluste. Versenkt sind: Durch Bombenangriffe: 5 Kreuzer, 7 Zerstörer, 3 U-Boote, 9 sonstige Kriegsschiffe sowie 66 Handels- und Transportschiffe. Außerdem wurden durch Bombentreffer beschädigt und teilweise vernichtet: 10 Kreuzer, 24 Zerstörer, 3 Torpedo- boote, 22 sonstige Kriegsschiffe sowie 117 Handelsund Transportschiffe. Durch den wagemutigen Einsatz leichter Seestreitkräfte wurden versenkt: 6 Zerstörer, 2 U-Boote, 1 Transporter, 1 Hilfskreuzer, 1 sonstiges Kriegsschiff. Demgegenüber stehen die im Verhältnis zur Größe des Erfolges geringen Verluste der eigenen Wehrmacht vom 10. Mai bis 1. Juni. Es starben den Heldentod 10 255 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften; die Zahl der Vermißten beträgt 8463. Mit dem Tode eines kleinen Teiles dieser Vermißten muß noch gerechnet werden. 42 523 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften wurden verwundet. Die deutsche Luftwaffe verlor in der Zeit vom 10. Mai bis 3. Juni 432 Flugzeuge, während die deutsche Kriegsmarine vor der holländisch-belgischen und nordfranzösischen Küste fein Schiff einbüßte. Wetteifernd im Angriffsmut und im Ertra- diustche stanzösis oinb di wnbesD lchenNl tagt Wenn Mist Mchiigst urtb hi ..., 4.6. (P. K.) Gestern hat, wie schon so oft, ein Teil der Luftwaffe die Ausgabe erhalten, den siegreichen Vorstoß unserer Infanterie zu erleichtern, ihr den Weg zu ebnen. Wir ahnen von nichts, als beim Mittagessen der Einsatzbefehl kommt. Wir wissen nicht, wo das Angriffsziel heute liegen wird, als wir startbereit uns um unseren Staffelkapitän scharen. Als dann ' aber das Stichwort „Flugplätze um Paris" fällt, da zuckt es in uns wie ein elektrischer Schlag. Jungs, meint der Flugzeugführer zu feiner Besatzung, achtet scharf auf Die Jäger, Denn dort wird es wahrscheinlich Zunder geben! Wenig später lassen wir das gleißende Band des Rheines weit unter uns. Die Mittagssonne meint es •gut. Die donnernden Motoren singen ihr nimmermüdes Lied. Die Schelde lassen wir weit rechts liegen. Belgiens bunten Teppich überfliegen wir. Unübersehbare Nachschubkolonnen bewegen sich auf den hell leuchtenden Straßen, verlassene Stellungen, Grabensysteme im Zickzack, vorgeschobene Sappen, zerstörte Häuser, Bombentrichter und Schienenstränge. Dazwischen aver erstreckt sich friedlich daliegendes Land. Ja, in einem französischen Dorf dreht sich sogar ein Karussell. Ein Blick auf die Karte: Richtig, dieses Gelände hat der Feind erst kürzlich preisgeben müssen. Ruhe und Ordnung scheint hier eingekehrt zu sein. höher und höher brausen unsere Bomber dahin. Wolkenfehen gleiten vorbei, verdichten sich zu einer undurchdringlichen Decke. In klarestem Blau über uns schweift das Auge vorüber. Wir zählen 34, 35, 40 — nein, 80, 100 — mehr, viel mehr noch. Sie schwimmen in der dunstigen Ferne, die schlanken Seiber der Kampfflugzeuge. Kette auf Kette. Ihre Zahl ist nicht $u übersehen. „Aufgepaht^: heißt es plötzlich. Wir machen unsere Maschinengewehre klar, starren unter, neben und hinter uns. Die Wolkendecke ist zerrissen, hin und wieder öffnet sich ein großes Loch. Außerordentlich günstig für uns. Da fängt auch schon b i e französische Flak zu schießen an. Aha, die bekannten schwarzbraunen Wölkchen schweben schein- o R 0 N ;öln Koblenz Freit). Eplnal lusanne Nizza. Colmajn Ölhausen] fOcken / CWerdunl / >Metz - •—U SaargemJnd^ Straßburgdf W (obto M * V* Kiä»NFR< OFFIZIERE ^GROSSEN KURFÜRSTEN,/ B MVM 4 m.' -Dd er Vi b. Titjh iß*1 IWW •KmU Ocker i Hl- rs^ s Htztz 8fr. '== A * 5 * m Bit iit 1 $LX r Ü «flfe iefci Ty-, e plus tmüe G ü L D E N RING mit &Mundstück 4 P FG >°> H s ) H °A H H ■>> °> H 5- 5* ■* 5» H H H «> A H A «> H Z -> A H H °Z R<‘ <• H H H H <° <° <° £ H <“ <• C H <- <« € <- <• H <« <- <« E <« <° <° <» H <‘ < H < chon immer griff Der SolDat ^um^äda^wcnn er einmal RuheharreDas iff auch yeure so, wie unjählv' ge^elOpoftbricfe ernennen laffcn-Mr fetten uns Dafür ein,unsere Zigaretten so gut wie möglich ?u machen,Da» mir sieFreuDe bcreüen,wcnn sie insAlS gesebieN werden- euti. * .eronr--' r „ S ne 2 ’olli en 6 Wife nit > e# At . Sfr. h n 4d S-'H orB^ ’hiB» auf man > n ||SJ f r evöil^ planlose Lufiangnffe aus nichlmililänsche Ziele Feindliche Bomben auf Wohnviertel, Felder und Wälder. #*■ Wählen Sie GÜLDEN RING,so haben Sie die gewiss fair, ein ^Mundstück, das die Lippen schützt u/ie einQold' eine echte Haus Neuerburg-Zigarette,dazu in unvemn* mundstück- es ist aber unsichtbar,sodass (jütdenring dertcrOrient-Quaiität/zu erhaiten-Sie hat ausserdem auch die Vorzüge einer mundstücklosen Zigarette besitzt- I W Berlin, 4. Juni. (DNB.) Von 165 feindlichen Luftangriffen auf deutsches Reichsgebiet in den Tagen vom 22. bis 31.5. entfallen 60 Luftangriffe auf solche Ziele, die man bei großzügiger Auslegung dieses Begriffes als „militärisch" oder „kriegswichtig" bezeichnen kann. 105Luftangriffe erfolgten auf ausgesprochen nichtmilitärische Ziele, hiervon wiederum 53 auf W ohn - viertel von Städten, Flecken und« Dörfern, in deren Nähe keinerlei militärische oder kriegswichtige Ziele vorhanden waren sowie 52 Luftangriffe auf völlig frei e-s Feld oder Wald. Für die Rücksichtslosigkeit, mit der Spreng- und Brandbomben auf dicht bevölkerte Stadtviertel, Flecken oder Dörfer abgeworfen wurden, seien nachstehend folgende Beispiele auf- aeführt: In Düren wurden 70 Bomben abgeworfen und Feuerftöße mit dem MG. auf die in die Keller flüchtende Zivilbevölkerung abgegeben. Zwei Tote, ein Schwerverletzter, mehrere Leichtverletzte. — Auf Stadt und Land Jülich wurden 46 Bomben ab geworfen. — In Neuß-Grevenbroich Die Sicherung der belgisch-französischen Küste. Die Küstenbefestigungen in den besetzten Gebieten Belgiens und Frankreichs wurden bald nach der Einnahme von deutschen Einheiten besetzt und in ständiger Feuerbereitschaft gehalten, Hier ein Küstengeschütz vor dem Kurhaus des berühmten belgischen Seebades Ostend e nach der Ueber- nabme durch die deutsche Beoienungsmannschaft. (PK.-Schmidt-Scherl-M.) fielen zwei Bomben auf das Notburga-Haus, das zur Zeit als Reseroelazarett dient. Ein Flügel (Kapelle, Klausur) wurde stark beschädigt. Eine weitere Bombe siel in den Garten des daneben lie- genden städtischen Krankenhauses. Beide Häuser sind auf dem Dach durch ein rotes Kreuz gekennzeichnet. Vier Personen wurden verletzt, davon zwei Schwestern. — In Langenfeld-Richrath fiel eine Bombe unmittelbar neben das als Reservelazarett dienende Krankenhaus und beschädigte eine Sanitätsbaracke, das Krankenhaus und die Nachbarhäuser. — Im . Kreise Harburg-Land wurden P r i v a t h ä u - ser des Ortes Steinbeck durch vier Bomben schwer beschädigt, mehrere Personen getötet oder verletzt. In der Kolonie S ch o l v e n bei Buer wurden gleichfalls eine Person getötet, elf verletzt — 51 Personen sind obdachlos. Für die völlige Planlosigkeit der feindlichen Bombenabwürfe zeugen folgende Beispiele von 52 gleichgelagerten Fällen: In Gegend D u m b e r g—N i e - derwenigern bei Hattingen wurden acht bis leger „Niger", deren Verlust bereits vor einigen Tage zugegeben wurde, die Namen der Zerstörer „Jaguar^ und „Ehacal" sowie der Torpedoboote „Bourrasque", „Foudroyant", „Ouragan" und „Sirocco". Bei den Zerstörern Jaguar" und „Ehacal", handelt es sich um Torpedozerstörer, die' durch ihre Größe und starke Bestückung eine erhebliche Kampfkraft darstellen. Die Schiffe, 1923 bis 1925 erbaut, haben eine Wasserverdrängung von 2126 Tonnen und entwickelten eine Geschwindigkeit von 36 Kno- ten. Die Bestückung besteht aus fünf 13-cm-Ge» schützen, acht Maschinengewehren für Flugabwehr und sechs Torpedorohren. Die Besatzung beträgt 204 Mann. Die „Foudroyant" wurde 1927/28 erbaut und hat eine Geschwindigkeit von 33,4 Knoten und eine Wasserverdrängung von 1378 Tonnen. Die Zerstörer „Bourrasque", „Ouraaan" und „Si- rocco , wurden 1924/25 fertiggestellt und weisen bei einer Wasserverdrängung von 1319 Tonnen eine Geschwindigkeit von 33,5 bis 34,1 Knoten auf. Alle vier sind Zerstörer und sind mit vier 13-cm-Ge- schützen, zwei 3,7-cm-Flakgeschützen und 6 Torpedo- rohren ausgerüstet. Die Besatzung beträgt 140 Mann. bracht, wie sie vielfach im Ausland erwartet worden waren. Für den Fall der Kriegsteilnahme wurden ein Gesetzentwurf über die Anstellung weiblichen Personals und die Pensionierung, ferner zur Sicherung der Zivildienste im Kriegsfälle sowie ein weiterer Gesetzentwurf über die Disziplin der Kriegsindustrie mit Maßnahmen gegen ihre Verletzung bzw. Schädigung der Produktion genehmigt. Ferner wurden Maßnahmen zur Beschleunigung der Sammlung von Kupferabfällen beschlossen. Außerdem wurde eine Reihe internationaler Abkommen ratifiziert. Verluste der französischen Kriegsmarine Die französische Admiralität gibt acht Kriegsschiffe zu. Genf, 5. Juni. (DNB.) Die französische Admiralität hat sich dazu bequemt, mit einer Liste kleinerer Kriegsschiffe herauszurücken, die im Verlaufe der Kampfhandlungen an der nordfranzösisch-belgischen Küste verloren gingen. Die Liste enthält außer dem Torpedoboot „Adroit" und dem Minen- eichtfertig anaezettelten Krieg gegen Deutschland ahen, wohl niemals hätten träumen lassen. Der >eutsche Bombenangriff auf Marseille hat dies öchjt nachdrücklich unterstrichen. Marseille ist mit 914000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Frankreichs und mit 28 Millionen tonnen Gesamtdurchgangsverkehr in scharfer Kon- lurrenz mit Genua der größte Mittelmeerhafen. Das verdankt Marseille einmal seiner ausgezeichneten natürlichen Lage an einer felsigen Bucht des Sofie du Lion abseits der versandenden Rhüne- Ntündung, aber mit der Rhüv« durch einen Kanal verbunden, zum andern der Nähe der gegenüber- liegenden afrikanischen Küste (von Marseille nach Algier sind es nur etwa 750 Kilometer) und des ßuez-Kanals. So ist Marseille, das schon um 900 ,. Ehr. von Phöniziern gegründet worden ist, später eim bedeutende griechische Niederlassung und wichtige Handelsstadt des Römischen Reichs war, und rach wechselvoller Geschichte erst 1481 in den Besitz der französischen Könige -kam, seit der Erwerbung des modernen französischen Kolonialreichs in Nord- efrika seit etwa der Mitte des vorigen Jahrhunderts der bedeutendste Umschlagplatz Frankreichs nach Aordafrika und dem Orient geworden. Von hier laufen nicht nur die wichtigsten Schiffsverbindungen nach den französischen Kolonien, also nach Nord- oftika, Madagaskar, Jndochina und in die australische Inselwelt, sondern hier löschen auch die Oel- tonter-eus Syrien ihren »m Kriege besonders kostbaren Inhalt. Von Tunis, Algerien und Marokko kommen die Zufuhren gn Erzen, Phosphaten, Getreide, Obst, Gemüse, Wein. Von gradezu überragender Bedeutung aber ist Marseille als Brückenkopf nach Nordafrika, als dem großen Menschen- reservoir der französischen Armee, die ja bei dem bedrohlichen Devölkerungsschwund Frankreichs schon seit Jahrzehnten mehr und mehr auf die Re- butterung schwarzer Hilfstrupven angewiesen ist. Denn auch in letzter Zeit die westafrikanischen Häfen ausgebaut und mit dem Hinterland durch Eisenbahnen verbunden worden sind, weil man im Hinblick auf das gespannte Verhältnis zu Italien die gefahren des Mittelmeers erkannt hatte, so ist Mar- bille auch heute noch der wichtigste Hasen für die veberführung dieser farbigen Truppen aus Nord- esrtka und den übrigen Kolonialgebieten Fkank- leichs. Wie sehr die eingeborenen kolonialen ktrettkräfte notwendig sind, um in steigendem Naße die durch den Geburtenschwund im französischen Mutterland immer empfindlicher gewordenen jucken der französischen Bataillone zu schließen, hoben schon der Krieg 1870/71 und noch mehr der Weltkrieg bewiesen, in dem 600 000 farbige Soldaten und 200 OOO farbige Arbeiter aus den Kolonien an die französischen Fronten gezogen wurden, seitdem ist die Wehrpflicht in den Kolonien noch erheblich erweitert worden und niemand anders als der Jude Mandel brüstete sich als Kolonialmini- ser damit, daß schon in den ersten Tagen der Mobilmachung die Zahl der mobilisierten Eingeborenen größer gewesen sei als im Weltkrieg und man sie, wenn es erforderlich 'würde, auf zwei Millionen bringen könnte. Das beleuchtet die Bedeutung von Narseille als eines der empfindlichsten Nervenzentren und der von Marseille über Avignon—Lyon bas Rhdne-Tal aufwärts Hiach Norden und Westen gehenden Eisenbahn als eines der empfindlichsten Nervenstränge Frankreichs, deren Gefährdung durch deutsche Bombenangriffe nicht nur die französische Dirtschast, sondern viel mehr noch die Etappe des französischen Heeres im Augenblick einer von Wey- oanb versuchten Reorganisation der französischen Landesverteidigung nach Vernichtung der sranzösi- ikhen Nordarmeen auf den Schlachtfeldern Flanderns städigt und in größte Verwirrung bringt. Wenn Marseille gleichsam Frankreichs Tor zur Belt ist und vom militärischen Gesichtspunkt aus auch wichtigster Etappenort für die Zufuhr an Menschen unb kriegswichtigen Gütern aus Afrika und dem Nahen Orient, so ist Paris mit seinen fünf Millionen Einwohnern auf einem Riesenareal von 480 Quadratkilometer nickt nur die Hauptstadt Frankreichs in politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Sinne, sondern auch Mittelpunkt der französischen Landesverteidigung in organisatorischer wie strategischer Hinsicht. Es ist die arößte und wichtiaste Lagerfestung in dem je neben und hinter der Maginotlinie auf mehreren Reihen von Festungen älteren Stils sich aufbauenden Derteidiaungssystem Frankreichs. In etwa 15 Kilometer Abstand vom Randgebiet der Stadt liegen rings um Paris die Auhenwerke: 23 Forts, etwa 50 Batterien und drei verschanzte Lager. Schon im Frieden war Paris eine starke Garnison und auck Mittelpunkt einer starken Luftverteidigung, für die mehr als hundert Flakbatterien vorgesehen waren. Paris ist nicht nur Sitz zahlreicher Fliegerschulen aller Grade, lufttechnischer Institute, Arsenale und Fabriken, sondern im Raum von Paris befinden sich auch eine Reihe wichtiger Militärflugplätze und Anlagen der französischen Luftwaffe. So ist Paris schon aus vielem Grunde ein ungemein lohnendes Ziel für unsere Kampfgeschwader, die denn auch bei ihkem ersten, mit starken Verbänden aller Mafien durchgeführten großen Angriff auf die Basis der französischen Luftwaffe in und um Paris einen durchschlagenden Erfolg hatte. Obwohl die Lustverteidi- aung von Paris autzerordentlich stark ist, gelang es schnell, sie auszuschalten und in zusammengefatzten Hoch- und Tiefangriffen, also in dem schon so oft erfolgreich erprobten mustergültigen Zusammenwirken aller Gattungen der Luftwaffe auf Häfen und Werke des Feindes stärkste Wirkung zu erzielen. Die Zerstörung von 300 bis 400 feindlichen Flugzeugen am Boden oder in den Hallen und der Abschuß von 79 Maschinen im Luftkampf ist nach den schweren Verlusten in den ersten Tagen der deufichen Westofiensive auf den nord- und ostsran- zösischen Flugplätzen ein neuer Aderlaß, der die französische Luftwaffe sehr empfindlich schwächt. Dieser bei Tageslicht und mit großen Massen von Luftgeschwadern durchaeführte Angriff auf die Luftbasis Paris unterscheidet sich grundsätzlicy von den nächtticherweise und in größten Höhen vorgenommenen Einflügen^ einzelner feindlicher Maschinen in das deutsche Heimatgebiet, wobei sie plan- und ziellos ihre Bomben abwarfen und dabei fast niemals militärische Objekte trafen, vielmehr so aut wie ausjckließlich unter der Zivilbevölkerung Schaden anncyteten. Um jeder feindlichen Greuelpropa- ganda von vornherein vorzubeugen, muh feftgestellt werden, daß der deutsche Luftangriff nicht etwa auf die Stadt Paris erfolgt ist, sondern einzig und allein militärische Anlagen zum Ziel hatte. Das bezeugt ja sogar die Bombe, die Herrn Bullit, den Botschafter der Vereinigten Staaten in Paris, aus den polnischen Geheimakten bekannt als besonderer Intimus der französischen und englischen Plutokratenclique, anscheinend so erschreckt hat, daß er in einer Reihe von Telephongesprächen mit Washington das Stichwort zu einer neuen handfesten Greuelhetze gegen Deutschland zu geben suchte. Bullit befand sich im französischen Luftfahrtministerium in nächster Nähe eines Militärflugplatzes und wird sich über seinen Schreck mit dem Sprichwort trösten müssen „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um." Die deutsche Luftwaffe aber darf stolz darauf sein, mit ihren Angriffen auf die Lustbasis Paris und den Etappenhauptort Marseille Hauptschlagadern der französischen Landesverteidigung unterbunden zu haben, deren stockende Blutzufuhr die französische Front sehr bald spüren wird. Dr. Fr. W. Lange. Beschlüsse des italienischen Ministerrates. Rom, 4. Juni. (Europapreß.) Der Ministerrat hat unter dem Vorsitz des Duce nach der amtlichen Mitteilung keine aufsehenerregenden Beschlüsse ge- ■ ■ ■' ' ■ 4/ Ul •/ D Was unsere Pioniere geleistet haben ^5 Gießen, Mainz und Wiesbaden. 2691 D | Kaufgesuche LNStt 2696 D Für Führer und Vaterland starb den Heldentod der DRK.-Haupthelfer und Kreisstellen-Sportwart 1399 A 2684 D kaufen Sie bei Gießen, den 4. Juni 1940. 02003 Diefieimat arbeitet und opfert! i* Am 27. Mai 1940 wurde in Frankreich unser lieber, guter, treuer Sohn, mein heißgeliebter Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel im After von 36 Jahren. — Wir verlieren an ihm einen stets einsatzbereiten und treuen Kameraden, den wir nie vergessen werden. Deutsches Rotes Kreuz, Kreisstelle Gießen und DRK-Bereitschaft (m) Gießen 1. Du warst so jung und starbst so früh, Wer dich gekannt vergißt dich nie. Gestern abend starb nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante 20 Schafe und ein Schäferhund getötet. — In fünf Fällen wurden Bomben auf Waldgebiete ab-gewor- fen, und in nicht weniger als 25 Fallen auf freies Feld oder Acker. Das Gesamtbild der in der Zeit zwischen dem 22. bis 31.5. erfolgten feindlichen Bombenabwürfe auf deutsches Reichsgebiet bestätigt vollauf die bereits Mitte Mai getroffene Feststellung, daß die feindlichen Luftwaffen völlig planlos Bombenabwürfe vornehmen und jede völkerrechtlich gebotene Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung hierbei vermissen lassen. In tiefem Schmerz; Gustav Weinbrenner und Familie Frau Maja Wein brenn er, geb. Fahrbach Otto Weinbrenner, z.Z.im Felde, und Familie Artur Weinbrenner z. Z. im Felde, und Familie Albert Klöckner z.Z.im Felde, und Familie. Tempo durchgeführt werden, das den Erfordernissen des Blitzkrieges entsprach. Hinzu kam noch ein Moment: Jeder wollte bei der Vorhut sein, eine erfreuliche Schwierigkeit zwar, aber immerhin doch etwas, was der Führung angenehmen Kummer machte. Es war nicht immer leicht für die Pionieroffiziere, den Kämpfergeist ihrer Männer zu zügeln und den richtigen Ausgleich zwischen dem Möglichen in der Truppenführung und den Wünschen der Truppe herauszusinden, aber sie hatten dafür die frohe Gewißheit, eine freudige Mannschaft hinter sich zu haben. Die Brücken mit hoher Tragkraft sind entscheidend. Es gibt zwar eine Menge anderer lieber« setzungsmittel, aber diese schaffen natürlich nicht das, was eine belastungsfähige Brücke zuläßt und eine rasche Kriegführung erfordert. Aus dieser Erkenntnis ergab sich die Notwendigkeit, das Gerät für die Brücken in der Vorhut mitzuführen. Die Erkunder wurden in Flößen über die Maas gesetzt, während der Feind noch vom jenseitigen Ufer schoß. Mit welchem Schneid diese Brückenschläge durchgeführt wurden, zeigt die Tatsache, daß während d'er Vermessung der Brückenstellen von den Pionieren Gefangene gemacht wurden. Zugleich setzten Pionierstoßtrupps mit geballten Ladungen über mit dem Auftrag, den Feind daran zu hindern, wichtige rückwärtige Brücken zu zerstören. — Um 9 Uhr vormittags stand der erste deutsche Soldat an bet' Maas. Schon eine Stunde später begann der Brückenschlag, wobei insbesondere bei Maastricht und Maeseyck bedeutende technische Probleme zu lösen waren (8 m hohe Brückenpfeiler, Stahlbaukonstruktion). Die Schnelligkeit, mit der der Bau schwerster Brücken durch unsere Pioniere erfolgte, ist eine Leistung, die auch dem Nichtfachmann Achtung abnötigt, selbst wenn er im Lager des Feindes steht. So tat ein holländischer Gendarm in Maastricht den Ausspruch: „Wir haben an der Wilhelmina- Brücke zwei Jahre gebaut, die Deutschen machen das in zwei Tagen." Nachts wurde bei Scheinwerferbeleuchtung gearbeitet, die wiederum feindliche Flieger herbeizog, so daß Fliegeralarm gegeben und die Beleuchtung abgestellt werden mußte. In diesen Stunden zeigten die Pioniere höchste soldatische Tugenden, gepaart mit gründlicher Fachkennt^ nis und unerschütterlicher Ruhe. So wurde das stolze Ergebnis erzielt, daß 100 Stunden nachdem der erste deutsche Soldat die Grenze überschritten hatte, in einem einzigen Armeebereich sechs für alle Lasten geeignete Brücken über die Maas errichtet waren, daneben, noch kleinere Brücken. Die Gesamtlänge der in diesem Armeebereich in 100 Stunden erbauten Brücken beträgt einen Kilometer. Von der Festigkeit dieser Brücken kann man sich ein Bild machen, wenn man erfährt, daß beispielsweise die als Ersatz für die Wilhelmina-Brücke in Maastricht erstellte Pionierbrücke in den ersten vier Tagen des Vormarsches von 1 2 0 0 0 Fahrzeugen aller Art b e - nutzt wurde. Die Pioniere fanden bei ihrer Arneun Bomben aus schätzungsweise 8000 Meter Höhe (!) auf freies Feld abgeworfen. Aus solcher Höhe, noch dazu nachts um 1.30 Uhr, können irgendwelche Ziele überhaupt nicht genau ausgemacht werden. Nördlich Düren wurden 3 5 S ch a f e getötet. — Zwei Kilometer von Jülich fielen acht Bomben auf eine freie Wiese und töteten eine Kuh. — Auf Gut Margaretenhof, 6 Kilometer von Jülich, wurden sieben Tiere durch mehrere Bomben getötet. — In zwei Fällen erfolgte Bombenabwurf in Weinberge. — Zwischen Huchem —Stammeln und Birkersdorf, Kreis Düren, wurden Otto Dechert Gefreiter in einer Sanitätskompanie LaitsehQtz-Spritzen Lüitscliutz-Geräte Gummiscliläuclie fflr Lullsdintzzwecke von Edgar Borrmannc Gießen, Neustadt 5-7 Ruf 4165 und 4156 2685A [Stellenangebote] Keine Ursprungszeugnisse, wildern nur Zeugnisabschriften dem Se- werbungsjchreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunteo lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 6 Juni, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefer Trauer: AugUSt Römer und Angehörige. BÜRO "EIN RICHTUNGEN Gießen, Bahnhofstraße. 787D Willi Weinbrenner Gefreiter in einer Panzerjäger-Kompanie durch den Heldentod für Führer, Volk und Vaterland im Alter von 23 jgchren aus unserer Mitte gerissen. Für erstkl. Wochenzeitschrift, vielseitige interessante Ausgestaltung, suchen wir Werbekräfte haupt- und nebenberuflich. Günstige Bedingungen. — Schriftliche Angebote unter 2689 D an den Gießener Anzeiger erbeten Donnerstag, den 6. xXmtt 1940, nachm. 2 Ubr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in dem Versteigerungslokal Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: Herde, 1 Jauchefaß, Kesselöfen, Kessel, Gasherd, Konservenglas., Bohnerwachs, 150 Flasch. Wein, Wäschetrube, Schreibmaschinen, Sofas, Büfetts, Diwan, Wanduhren, Kautsch, Bilder, Bücherschrank, Vertiko, Klaviere,Kassenschrank, Stühle, Sessel, Schreibtische, 1 Negistraturschrank. ficinrich fiochftitttr Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens unddamitdurcherweitertesWissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift: „Aus der Natur“ Hugo BermühlerVerlag Berlin-Lichterfelde Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasgelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 27707, oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. 2683A Born 15. Juni 1940 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat April 1940 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. Gießen, den 3. Juni 1940. Direktion der Stadtwerke Gießen. Das städtische Wald-Schwimmbad Lieh ist ab Donnerstag, den 6. Juni wieder geöffnet Seine schönen Anlagen, seine idyllische Lage und seine gut geführte Badewirtschaft machen es zu einem gerne besuchten Erholungsort 2688D Neue Tapeten von beit waffenbrüderliche Unterstützung durch die Kraftfahrtruppen, die in unermüdlichem Einsatz trotz feindlichen Fliegerbeschusses und zerstörter Straßen die schweren Lasten rechtzeitig sicher und ohne Wagenausfall heranführten. Mit der Ueberbrückung der Maaslime begann die Arbeit der Pioniere, aber sie war damit nicht erschöpft. Nach sieben Tagen Vormarsch waren in einen 6000 Quadratkilometer umfassenden Raum insgesamt 25 Brücken errichtet und neben vielerlei ähnlichen Aufgaben, Sperren in zahlenmäßig gar nicht mehr erfaßbarer Menge beseitigt. Besonders am Albert-Kanal mit seinen breiten Ufern waren die technischen Arbeitsbedingungen oft sehr schwierig. Eine wertvolle Hilfe war dabei, daß durch die Tapferkeit unserer Fall» schirmt»uppen wichtige Brücken von den deutschen Truppen unversehrt in die Hand genommen werden konnten. Ein Pionierkommandeur sagtet „Pionierdienst ist höchste Kameradschaft im takti. schen Sinne des Wortes, Hilfe für andere Truppen, für den Angriff." Wer über die Brücken unserer Pioniere marschiert oder gefahren ist, der hat diesen Satz verstehen gelernt und wird ihn freudig und dankbar bejahen. ’ W. Roennberg. Frau Anny Römer kurz nach ihrem vollendeten 46. Lebensjahre. Nach der Beisetzung der toten Helden, welche Embourg erstürmten: Der Kommandierende General erweist den toten Soldaten die letzte Ehre. — (PK.-Gutjahr-Scherl-M.) Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstratze 331, Telephon 3239. Verlobungs-Anzeigen iefert Brühl’sche Druckerei Wir kaufen gebrauchte möfil.nenwertifie Magen zum Taxwert und erbitten Ihr Angebot 9Dtl,Wn Nuf 2847/48. Größerer Vliro- Rollschrank zu kauf, gesucht. Schrift!. 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Höchster Lohn ist dem Pionier, als Brückenwache an seinem Werk zu stehen und der marschierenden Truppe ,Waffen- schwein* zu wünschen." Dieser Lohn ist unseren wackeren Pionieren an den Psingstfeiertagen in reichem Maße zuteil geworden, aber er mußte mehr als sauer verdient werden. Zudem war der Bau von Brücken keineswegs die einzige Leistung, die von den Pionieren verlangt wurde. Wenn sie auch die augenfälligste war. Es mußten Möglichkeiten zur Herbeiführung schwerster Waffen für die Bunkerbekämpfung geschaffen werden. Es mußten in allerkürzester Frist die Straßensperren so beseitigt werden, daß die Truppe ungehemmt vorwärts konnte. Es mußten zusätzliche Uebersetzungsmittel selbst für die schwersten Waffen herangebracht werden. Dabei mußten die Pioniere selbst zunächst übersetzen und gegen die Bunker kämpfen. Das alles und noch mehr mußte in einem Klaviere werden 660D fachgemäß gestimmt und repariert G. Ebert Klaviermacher Bleiehstriße 17 Fernruf 2403 Der Arbeiter im blauen Anzug welcher am 4. 6. 40, am Ludwigs- platz beim Ziga- rengesch. Keßler das Kulmann- Fahrrad mitgenommen hat, ist erkannt. 269oD Ach bitte das Rad sofort in der Friedensstraße 3 bei Stern, abzuliefern. Andernfalls stelle ich Strafantrag. Karl Stein Gießen, Friedensstr. 3 Mädel s t. kl. Haushalt (3 Pers.) ges. Lohn n. Ver- einbg. Vorzust. zw.2u.6Ubr. Goethestr. 32 zräulem für nachmittags gesucht. Gute Nähkenntnisse erwünscht. Schr. Ang. unt. 2686D andenGieß.Anz. Verkäufe *"| Hanomag- Garant Pk. mit Anhänger sehr gut erhalten zu verkaufen. Weserstr. 19. Beachten Sie auch immer-? Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 w4a Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Photo - Photoarbeiten Projektion Schma fi m-Kino M. r—~ MM oöol Jaöfi Oß w/C***’*^! 131 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 5. Juni 1940 Keine Spur von Hauck. Aoman von Charlotte Kaufmann. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Es war im Frühjahr gewesen, es ging eben so longsam in den Vorsommer hinein. Wochenlang war liegen ins Meer gefallen, und alle Büsche oben auf 1km Rain über Teek waren gesprenkelt mit neuen Blättern, da schien endlich die Sonne wieder. Es rar ein Sonntag, kurz vor Pfingsten. Vormtttags. eibylle lag im Sand auf dem Rücken, und chr Mann tetlef lag neben ihr. Sie lagen oft im Sand draußen, sie hatten ja nicht viel zu tun. Das kleine hius zu besorgen und gelegentlich ein Bud zu malen. Die Aufträge waren spärlich, und die Lust icht allzu groß. Sibylle sah einem Zitronenfalter ntd), der aufs Meer hinausflog. Sie dachte nicht ni>[. Sie hatte Lust, einzuschlafen. Die Sonne war Io «arm. Und, genau genommen, war sie sehr glücklich. Da richtete sich Detlef mit einemmal auf. Er be- trrchtete einen kleinen, blanken Kieselstein, den er Qis dem Sand gewühlt hatte, und mit dem er schon eiie geraume Weile spielte. Plötzlich sagte er: „Ich v?rde dich malen." Dies nun war etwas Besonderes Idylle erinnerte sich nicht, daß er je zu ihr gesagt i)ctte: „Ich werde dich malen." Sie hatte ihm nie Modell gestanden, und er hatte sie nie gemalt Der Bedanke, sie zu zeichnen oder zu malen, schien ihm in den Jahren, die er sie kannte, nie gekommen ju fein. x Sibylle gab keine Antwort. Sie war schläfrig und iriumte. Er legte sich auch gleich wieder zurück in len Sand und spielte mit dem Kiesel und blickte in bin Himmel. Aber nach einer Weile sah er sie wieder üt. Er hatte ich herübergebeugt und blickte m ihr glicht. „Ja", sagte er leise, „ich werde dich malen. Beib so, wie du bist ... diesen Ausdruck, dieses i cheln ... vergiß es nicht." t . Sr stand auf und schlenderte durch den Sand zum hrus hinüber. v . I Sibylle dachte, er würde Kohle und Zeichenblock 5(len. Irgend etwas. Sie sah in den HlUNNel hinauf uld bemühte sich, den Ausdruck, das Lächeln zu ve- bckten. Das war schwer, denn neue Gedanken kamen, öunn mußte sie eingeschlafen fein. Als sie erwachte. war es Mittag. Sie lag allein im Sand. Sie wartete, und dann dachte sie, daß er wohl über dem Weg zum Haus sein Vorhaben vergessen haben mochte. Vielleicht war ihm ein neuer Gedanke gekommen. Sie stand auf und ging zurück. Die Haustür stand offen ... es war niemand da. „Und seitdem hab^n Sie ihn nicht mehr gesehen?" „Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen." „Und Sie haben Nachforschungen angestellt?" „Ja, natürlich. Alles, was in meinen Mitteln stand." „Die Polizei...?" „Hat nichts gefunden." „Vielleicht ist er einfach weggegangen." Sie zuckte die Schultern. „Vielleicht. Aber es ist so zweifelhaft. Als er im Sand lag, war er barfuß. Er trug nur eine Hose und ein Hemd ohne Kragen. Indes fehlte nichts von seinen Sachen, als ich nachsah. Er müßte barfuß davongegangen sein. Es war Sonntag. Man kannte ihn in Stein und Teek und der ganzen Umgegend. Niemand hatte ihn gesehen, und kein Mann ohne Strümpfe und Schuhe ist mit einem der kleinen Badedampfer in die Stadt gefahren." „Es fehlte nichts im Haus? „Nein, nichts. Es ist gewesen, als wäre er gar nicht mehr ins Haus gegangen. Kein Körnchen Sand lag im Flur." „Und ein Unglücksfall?" „Es waren nur hundert Meter bis zum Haus durch weichen Sand. Es waren keine Spuren da. Und das Meer ist so seicht bei uns. Man muß lange waten, bis es tief wird." „Was denken Sie?" „Nichts. Ich verstehe es nicht. Ich habe ihn geliebt und er mich wohl auch. Wir haben manchmal Sorgen gehabt und wenig Geld ... es hat uns jedoch wenig bekümmert." „Und nun warten Sie darauf, daß etwas geschieht. Nach dem Gesetz sind Sie verheiratet, solange Sie keine Scheidungsklage einreichen, und eine Todeserklärung erfolgt erst nach vielen Jahren. Ich verstehe. Man müßte etwas tun, um Ihnen zu helfen. (£inen Rechtsanwalt ... einen Detektiv anstellen." Joachim sah auf die Straße hinaus zu der aufflackernden Lichtreklame, die seine Augen blendete. Er konnte das Gesicht der Frau nicht mehr Oeutsche Inf anterie hielt den Brückenkopf bei Amiens Jeden Bissen gründlich kauen auch das ist ein wichtiges Gebot der richtigen Zahnpflege. Durch deutsche Angriffe überrascht CHLO RO DO NT Generaloberst von Brauchitsch beim Frontflug. Das blieb von einer durch deutsche Stukas auf dem Rückzug vernichteten sranzösischen Kolonne bei Peronne übrig. — (PK.-Kindermann-Scheri-M.) mer noch einzelne Schwarze versteckt hielten. Trotz zum Teil schwerer Verwundungen sprangen sie den, Deutschen, die ihnen helfen wollten, noch an die Kehle, so daß der Soldat zur Notwehr schreiten mußte. Und drinnen in Amiens schlägt Salve auf Salve der Franzosen ein. Noch sind über 10 000 Einwohner in den Trümmern der schwer mitgenommenen Stadt verborgen. Sie sind feindselig und verschlossen und unterhalten alle mögliche Verbindungen zu den feindlichen Batterien, die in den schwer erkennbaren Schluchten und Tälern stehen. Dann bricht plötzlich ein Feuer- überfall aus schweren und schwersten Geschützen auf die Stellen los, wo deutsche Truppen und deutsche Stäbe liegen, Amiens sinkt immer mehr in Trümmer, zerstört von den eigenen Landsleuten., Aber der Brückenkopf Amiens steht. Damals, in den entscheidungsreichen Stunden des 27. Mai, mußte ein einziges Regiment die weite Linie des Brückenkopfes decken. Das waren für die einzelne Kompanie mehr als 1500 Meter, und das gegen einen massierten Angriff französischer Panzer und Kolonialsoldaten. Der Heldenmut und die Standhaftigkeit des deutschen Infanteristen haben auch in dieser kampfumtosten Stätte über den Materialeinsatz des Gegners gesiegt. Und bei den Infanteristen herrscht, obwohl mancher lieber Kamerad fehlt, große Freude. Die Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Bra.uchitsch während der Leitung der Operationen auf einem Frontflug. — (PK.-Habe- dank-Scherl-M.) Enaländer haben ihnen zwei Verpflegungslager urit versehrt hinterlassen, und man schwelgt in genieße, rischer Freude in englischem Rollschinken, in kondensierten Früchten und in englischen Zigaretten. Sie dürfen sich auch mit Recht freuen, denn hinter ihnen steht heute eine schwer massierte deutsche Artillerie, und rings auf den Sttaßen im Morden von Amiens kommt es in langen, endlosen Kolonnen heranmarschiert, deutsche Hilfe. Sie haben es versprochen: der deutsche Brückenkopf Amiens wird gehalten. Sie haben dieses Versprechen im blutigen Einsatz gehalten, auf einsamer Wacht gegen erdrückende feindliche Uebermacht, und nurt dürfen sie auf die Stunde hoffen, die sie alle unbändig herbeisehnen: auch im befreienden Angriff, im Vorwärtsstürmen, sich als Meister zu beweisen, Friedrich Schulz. ------- 1 (Sine Zngenieuroffizierlaufbahn in der Lustwaffe. Der Führer hat eine Verordnung über die Bit» bung einer Ingenieuroffizierlaufbahn in der Luftwaffe erlassen. Es handelt sich um eine Ingenieur- offizierlaufbahn des F l u g z e u g w e s e n s. Die Jngenieuroffiziere führen die Dienstgradbezeichnung der Offiziere der Luftwaffe mit dem Zusatz: (Jng.)< Sie unterliegen den für die aktiven Offiziere gültigen Gesetze und Vorschriften. Sie ergänzen sich aus Schülern höherer Lehranstalten mit Reifezeugnis, die als Fahnenjunker (Jng.) in die Lüftwaffe eingestellt werden. Sie erhalten bis zur Beförderung zum Leutnant (Jng.) die gleiche Ausbildung wie die Fahnenjunger der Fliegertruppe. Anschließend bekommen sie in Sonderlehrgängen ihre tech- PK. Amiens! Vier Jahre lang im Weltkrieg die tzehnsucht und das Ziel der deutschen Armeen und der deutschen Angriffe. Diesmal fiel die reiche 6tabt mit ihrem herrlichen altgotischen Dom schnell in unsere Hand, als Frankreichs 9. Armee zerschla- !en wurde, und der deutsche Ansturm mit unge- eurer Kraft immer weiter nach Westen bis zum anal griff. Dann aber wandten sich die deutschen Armeen nach Norden, um die abgerissenen heeresteile der Engländer, Franzosen und Belgier h Flandern endgültig einzukesseln, und es galt, die Südflamke unseres Angriffes so schnell vie möglich zu schützen. Hüben wie drüben wußte man, was auf dem Spiele stand. Frankreichs stärkste Panzer, seine besten Kolonial- fruppen traten an, um dem schnellen harten Gegner len tödlichen Stoß in die offene Flanke zu verletzen. Ihr Ziel war — Amiens. Hier, wo die Krücken über die breite behäbige Somme und die ßtraßen wie ein Strahlenbündel sich nach Norden verbreiten, winkte der stärkste und nachhaltigste Erfolg. Aber man hatte sich verrechnet. Unsere schnellen motorisierten Einheiten wurden durch die Infanterie abgelöst. So übernahmen die Hessen am 25. Mai den ungeheuer wichtigen deutschen Brückenkopf Amiens, der die Wacht halten sollte gegen Süden. In der Kocht zum 26., als man versuchte, die taktisch wenig ausreichenden Stellungen nach Süden aus- zuweiten, schlägt den J-nfanteristen.schwerstes Abwehrfeuer aller Waffen entgegen. Maschinengewehre, Artillerie, Tanks, Granatwerfer richten ein geradezu irrsinniges Feuer auf die vor- liickenden Deutschen. Sie haben schnell erkannt, daß drüben Schwarze liegen. „Die müssen wir haben", ist der Angriffsplan einer von unbändigem jorwärtsdrang erfüllten Kompanie, die in vorderster Linie liegt. Aber während noch am frühen Mittag der Kompaniechef, ein junger Oldenburger Leutnant, das Unternehmen vorbereitet, die schweren Waffen zur Unterstützung anfordert, bricht der €turm des Feindes schon los. Aus den Höhen und Wäldern gegenüber bricht eine Welle von schweren Tanks hervor, hinter denen sich in dichten Rudeln die Senegal- Echützen der Kolonialdivision bergen. Kaum ist die erste Welle ein paar hundert Meter im Freien, folgt ßr die zweite. Ebenfalls von schweren Panzern gedeckt, und so stürzt sich Welle auf Welle auf die Linien der deutschen Infanteristen. Aber hier hat man d i e Gefahr rechtzeitig erkannt, schnell die schweren Maschinengewehre flankierend in Stellung gebracht, und schon prasselt der deutsche Hcuerstrom los mitten in die Reihe der Schwarzen. Furchtbar ist die Wirkung des deutschen Feuers. Da sind Schwarze, die schon Waffen und Koppel von sich werfen und auf die deutschen Linien zustürmen, um sich zu ergeben, aber immer wieder reißt die Signalpfeife des weißen Korporals die Weichenden und Erschöpften zurück. Immer wieder sammeln fte sich von neuem und bringen unter dem Schutz der Panzer, die vorsichtigerweise halt gemacht haben, als sie die Infanterie hinter sich weichen sahen, von neuem vor. Und nun entwickelt sich ein Nah» kampf von unerhörter Wucht. Da nahen die schweren Tanks, ununterbrochen aus ihren 7,5- md 10,5-Zentimeter-Geschützen Feuer speiend. Vor der schwachen deutsches Linie stürmen die Senegal-Schützen hoch, mit vertiertem Gesicht, zähnefletschend, das breite Buschmesser als Bajonett an Gewehr ... hundert, achtzig, siebzig Meter (Ent« Innung, aber der deutsche Infanterist bewahrt seine Ruhe. Gegen die schweren Panzer l).it er nichts ausrichten können, aber jetzt, wo sie so nihe h«an sind, daß sie selbst beim tiefsten Nei- ipngswmkel ihrer Geschütze, auf 30 und 40 Meter Entfernung, ihn nicht mehr zu fassen vermögen, er- hibt er sich aus den Löchern, die ihm kümmerlich irr dem Artilleriefeuer Schutz gaben, zu schneidi- Lm Gegenangriff. Er hebt sich das MG. auf einen InneU herbeigeholten Holzsockel, reißt die Knarre hoch und feuert in den anstürmenden Haufen hinein, was die Waffe nur hergibt. Entsatz ist schon da, wenn auch bescheiden, wie Überall an diesem Tage, da deutsche Härte gegen ländliche Uebermacht stehen muß. Pak von der i :s(ÜAniwAHk 'T'inr (d-nFiafblhmphpl bringt zwei Geschütze vor. Bei dem einen schägt ein Volltreffer ein, alle von der Bedienungsmannschaft fallen aus, aber der Stabsfeldwebel zusammen mit einem Schwerverletzten, den es am Bein getroffen hat, harren aus, bringen das Geschütz neu inStellung und feuern mit Panzergranaten und Sprenggranaten, die die vordersten Panzer zerstören und zum Teil zum Abdrehen zwingen, auf den Feind. Als die Panzer immer noch nicht weichen wollen, obwohl die Schwarzen geschlagen unter schweren Verlusten zurückweichen, und immer noch das Dorf S a l e u x, den wichtigsten Vorposten der Deutschen, unter flankierendes Feuer nehmen, ruft man schließlich die F l a k zu Hilfe, die sich in diesen Tagen schon überall Lorbeeren geholt hat, wo es darauf ankam, einen hartnäckigen und in Panzerschutz stehenden Gegner niederzukämpfen. Sie hat hier wieder die Hoffnung gerechtfertigt, die man auf sie setzte. In ihrem vernichtenden Feuer blieb eine ganze Anzahl Tanks liegen, die bislang den Verteidigern von Saleux so schwer zu schaffen machten, und dann war der französische Angriff abgeschlagen. Man schien drüben große Furcht vor einem deutschen Gegen st oß zu haben, denn Stunden und Tage lagen die Dörfer des Kampffeldes unter schwerstem feindlichem Feuer, aber der deutsche Infanterist verzog sich mit eirfem kernigen Fluch in die schützenden Keller und räumte inzwischen die einzelnen Häuser aus, in denen sich im- nische Vor- und Hauptausbildung. Für hervorragend befähigte Offiziere (Jng.) wird die Möglichkeit besonderer fachlicher Weiterbildung geschaffen werden. Die Offiziere (Ina.) tragen die Uniform der Luftwaffe mit der Waffenfarbe „rosa". Das Jngenieurkorps der Luftwaffe läuft aus. Angehörige der Ingenieurkorps können als Ingenieur- Offiziere übernommen werden. anblicken. Sie war so jung und verlassen und traurig. Als er sie zum erstenmal gesehen hatte, in ihrem Kahn „Wassili", da war sie ihm ganz anders erschienen: herb und ein wenig hart und sehr selbständig. „Ich will einmal mit meinem Rechtsanwalt sprechen ...", wiederholte er. Aber Sibylle wehrte ab. „Ich habe Ihnen dies nur erzählt, weil Sie mich fragten. Ich spreche sonst nie darüber. Es ist sonderbar, daß ich hier in diesem fremden und einfachen Lokal den Wunsch hatte, davon zu sprechen. Hilfe verlange und wünsche ich nicht. Ich bin Ihnen sehr dankbar für den heutigen Tag. Sie sollen nicht denken, daß ich Sie mit meinen Sorgen behelligen will." Er nickte. „Das weiß ich. Trotzdem ..." (Er blickte in ihr Gesicht, das, eben noch so aufgelöst, jetzt plötzlich wieder verschlossen war und herb. Es war schön, ihr Gesicht. Er empfand es zum erstenmal. Ganz rein und harmonisch. Nun, unter seinem Blick, begann sie zu lächeln. Es war ein seltsames Lächeln. Da begriff er, daß einem Maler die Lust ankommen mußte, dieses seltsame Lächeln zu malen. „Wir wollen gehen", sagte sie. * Karsten Huiih rechnete so: Das Theater war kurz nach halb elf Uhr aus. Der Wagen dieses Ingenieurs aus den Scheffield-Werken hatte sicher einen anständigen Motor. Wenn sie gleich losfuhren — und das würden sie ja wohl —, dann konnten sie schon um zwölf Uhr wieder in der Stadt fein. Um halb ein Uhr fuhr der letzte Dampfer von den Seegartenbrücken ab. Er beschloß, Sibylle abzuholen. Um halb zwei Uhr pflegte der Dampfer in Teek anzulegen und die spärlichen Passagiere abzusetzen, die sich einen Kinobesuch in der Stadt geleistet hatten. Aber Karsten Huith stand schon gegen zehn Uhr auf der Mole. Er hatte aus seinen erwartungsvollen Gedanken heraus einen Strauß dunkelroter Dahlien im Garten des Lehrerhauses in Dörup gepflückt und dafür £inen merkwürdigen Blick der Bettina Krug hingenommen, den er nicht recht verstand. Indes, während er wartete und auf der Mole des kleinen Hafens auf und ab ging, war ihm der Blumenstrauß mit einemmal lächerlich vorgekommen, und nun, gegen elf Uhr lag er ganz drunten an dem einen Ende des Steinwalls neben der eisernen Leiter, die zur Lotsenstation hinaufführte, während Huith selbst am anderen Ende auf den Planken stand. (Eine einsame Lampe brannte am Molenkopf. Karsten Huith war allein, nachdem vor einer halben Stunde der Lotse die Lampe auf seiner Station verlöscht hatte und nach Hause gegangen war. Am Himmel stand kein Stern, obwohl der Tag schön gewesen war. Manchmal scheuerte der Zol^ kutter, der im Bogen der Mole wie in einem zutraulichen Frauenarm ruhte, am Kai. Dann strich sich ein Wispern durch die Nacht, und Huith drehte den Kopf. Er wartete. Er wartete auf Sibylle Hauck. Er redete sich ein, daß es seine Pflicht sei, sie abzuholen. Man konnte unmöglich zulassen, daß sie um Mitternacht den stundenweiten Weg über Stein nach Hquse ging ... allein. (Es konnte ihr etwas zustoßen. Tagsüber waren verschiedene Ueberlegungen durch seinen Kopf gegangen. Zuerst wollte er das Boot „Wassili" vom Strand herunterziehen und mit ihm nach Teek fahren, um sie damit zurückzubringen. Eine nächtliche Bootsfahrt den schwarzen Strand entlang dünkte ihn sehr romantisch. Dann dachte er daran, ihr Rad nach Teek zu bringen. Aber schließlich ließ er „Wassili" weiter auf dem Strand trocknen, und das Fahrrad pumpte er lediglich frisch auf, ohne es von der Stelle zu rücken. Er würde zu Fuß mit Sibylle gehen. Oben, auf dem schmalen Weg, über den Lehmwänden, vorbei an den schmalen Aeckern der Bauern von Teek und Stein, wo der Ginster wuchs, und der verwehte Sand der Dünen die Schuhe staubig machte. Sie würden ganz nah nebeneinander gehen müssen, um nicht zum Strand hinunterzufallen oder gar in die Stoppelfelder zu stapfen. Und ihre Schultern würden sich dabei berühren. Ja, und dann würde sie natürlich erzählen. Sie konnte so lebhaft erzählen, wenn sie etwas bewegte. Das Meer lief gegen die Mole an in sanften Wogey. Auf dem Rücken der Dünung brach sich das Licht der Molenlampe. Huiths Augen wanderten durch die Schwärze der Nacht. Ganz weit draußen im Nichts sah man von Zeit zu Zeit den Bulker Leuchtturm aufblitzen, während drinnen vor dem Hafen der Leuchtturm von Perl seine Zeichen gab: zweimal kurz, einmal lang. Dahinter lag die Stadt, diese kleine Stadt mit den engen Gassen und den spietzgiebeligen Häusern. Der Himmel über ihr schimmerte im Messingglanz der Lichter. (Forts, folgt.) Aus -er Stadt Gießen. Sei Flakfeuer und Fliegeralarm. Die Fliegerangriffe auf deutsches Reichsgebiet, wie sie die OKTV.-Verlchle der letzten Zeit meldeten, veranlassen uns, eine ernste Mahnung an die Bevölkerung des Gaues Hessen-Rassau zu richten. Jeder merke sich genau und handle danach: 1. Die Verdunkelung aller Räume, vor allem' der Dachfenster, Aborte, Speisekammern, Ställe, mutz vor Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang völlig lückenlos fein. Ls ist festgestellt, dah feindliche Flieger Bomben geworfen haben, wenn sie irgendwo Lichtschein bemerkten. 2. Denn die Flak schietzt oder Fliegeralarm ertönt, darf bei offenen Fenstern unter kei- nenUmständen Licht gebrannt werden. Durch solche Gedankenlosigkeit wird dem Feind ein Bombenangriff erleichtert. 3. Denn die Flak schietzt oder Fliegeralarm ertönt, ist jeder Volksgenosse verpflichtet, sofort den Schuhraum aufzusuchen. Jedes Zögern kann das Leben kosten. Die Ereignisse der letzten Zeit beweisen es. 4. Weil der Schuhraum sofort aufgesucht werden mutz, sind vor dem Schlafengehen die wichtigsten Sachen griffbereit hinzulegen: Kleider, soweit vorhanden Votksgasmaske, wichtige per-' fönliche Papiere und Lebensmittel (wenigstens Getränke). Denn der Aufenthalt im Schuhraum kann unter Umständen stundenlang dauern. 5. Jede Verzögerung ist zu vermeiden, Kragen und Kravatten braucht im Schuhraum niemand zu tragen. Auch auf die Frisur wird kein Dert gelegt. 6. Der während des Flakfeuers oder des Fliegeralarms am Fenster steht, kann ein Opfer seiner Reugier werden. Die Splitterwirkung moderner Bomben ist grötzer als viele Volksgenossen meinen. Darum lautet die Parole: Deg vom Fenster, hinein in den Schuhraumt 7. Vor der Haustür, im Garten, auf den Skratzen und Plätzen stehen ist kein Beweis von TNul oder Schneid, sondern Torheit. Wir haben nicht das Recht, unser Leben frevlerisch aufs Spiel zu sehen, sondern haben Deckung im Schuhraum zu nehmen, damit wir bei.ausbrechenden Bränden unsere volle Kraft zum Einsatz bringen können. Sehnsucht. Jüngst, an einem sonnenhellen, freundliche Wärme verströmenden Mittag hatte ich eine eindringliche Begegnung. Mir kam, während ich — den jungen Frühling von Herzen genießend — heimwärts schlenderte, vom geschäftigen Amt zum wartenden Mittagstisch, ein kleiner Junge in den Weg. Er trollte ohne sonderliche Elle, seinen Ranzen lässig über die Schulter geworfen, von der Schule nach Hause zu. Seine saubere Jacke, sein weißgeblichenes Hemdlein und seine wohlgestopften Strümpfe verbargen gleichwohl nicht, daß seine Wiege nicht in einer reichen Elternstube gestanden haben mochte. Er war zart, schmächtig und auf seinem Gesicht, aus dem die Augen groß und blau und sehnsuchtsblank blickten, lag Blässe, Stadtblässe. Es ergab sich, daß wir für eine Welle den glei^ chen Weg hatten. Fürs erste gingen wir schweigend nebeneinander her, und er mußte immer drei Schritte machen aus ihrer jroei von mir. Einmal blickte er wie unversehens zu mir auf, und da stahl sich auf meinen freundlichen Blick ein schüchternes Lächeln in sein Gesichtlein. So schlossen wir Bekanntschaft. „Gehst du gern in die Schule?" nahm ich die Unterhaltung auf. ,/Ja." — „Aber du freust dich auf die Ferien?" — „3a." — „Und was wirst du denn in den Ferien machen?", forschte ich weiter. „Spielen." — „So, und wo wirst du denn spielen?" — „Zu Hause." — „hm. Woyl im Garten in der Sonne, gell?" — „Nein, Garten gibt, es bei uns keinen, nur einen Hof. Aber da ist es nicht lustig. Nach rückwärts hin ist gleich eine Fabrik. Sie macht furchtbaren Lärm und Schmutz auch. Nein, da ist es schon besser, wenn ich im Zimmer spiele." „Ja aber , werfe ich ein, „gehst du nie auf irgendeine Wiese spielen und machst du nicht manchmal Ausflüge?" — „3a, eine Wiese war früher in unserer Straße, aber dort wird jetzt gebaut. Und manchmal am Sonntag, wenn Vater nicht zu müde ist, machen wir auch einen Ausflug. Aber meistens ist er zu müde." — „Aber sag, wie heißt du denn?" — „Heinz" — „Also Heinz, sag, möchtest du denn gar nicht in der Sonne sein und im Grünen und auf den Bergen, oder einmal eine Reise machen?" — „Das möchte ich, oh fa, das möchte ich sehr. Das muß schön sein; haben Sie schon eine Reise gemacht?" — „Oh ja, ich habe schon eine Reise gemacht." — „Eine weite? Mit der Eisenbahn?" — So ist er denn ins Fragen gekommen, der kleine, blasse Heinz, und während ich ihm antworte und erzähle, werden seine Augen noch größer und sehn- suchtsblanker und blauer, so als spiegelte sich in Urnen schon das Meer, von dem er träumt. „Oh", seufzte er, „oh, das muß schön sein. 3eben Tag in einer grünen Wiese spielen können und Zwischen bunten Blumen, jeden Tag im Meer oder in einem See baden können und dann in der Sonne liegen und braun werden, jeden Tag im Wald mit den anderen Kindern spielen können. Und vielleicht am Abend dem Knecht zuschauen, wie er die Kühe füttert, oder der Magd, wie sie die Kühe melkt. Oder in der Frühe helfen, wenn alle das Heu wen- den, oder mit dem Bauer mitgehen in den Wald, wenn er Bäume aussucht zum Schlagen und dabei vielleicht ein Reh sehen, oh ja, das möchte ich sehr, sehr gerne. Wissen Sie, der Rudi Hebenberger, der neben mir sitzt, der hat das schon erlebt und hat davon erzählt." 3n unserer beiderseitigen Dertieftheit in unsere Unterhaltung haben wir beide nicht bemerkt, daß ein freundlicher, kräftiger Mann lauschend neben uns geht. Vielleicht schon seit langem. Nun nimmt er mit dunkler Stimme das Wort: Kleiner 3unge, möchtest du in diesen Ferien so einen Wald und eine Wiese und Heu und Sonne und Kühe und vielleicht ein Reh erleben? Weißt du, ich habe das alles, und du kannst zu mir kommen und mein Gast fein, so lange du willst. Sieh hier auf diesem Zettel schreibe ich dir meinen Namen und meine Adresse auf, und wenn deine Ferien anfangen, kannst du zu mir kommen. 3a, und wegen der Eisenbahnfahrt, da meldest du dich bei der NSV., die teilt dich dann ein in einen Kindertransport nach Bayern, denn da bin ich her." Und mit freundlichem Gruß geht er seines Weges, Mit unserer Unterhaltung ist's auch vorbei, das ist zu begreif Kriegseinsatz der Jugendherbergen. Wußten Sie schon: Daß heute an den landschaftlich schönsten Stellen aller deutschen Gaue über 2000 Jugendherbergen stehen? Daß diese Jugendherberaen aus Spenden des deutschen Volkes durch das deutsche Jugenoherbergswerk errichtet wurden und allen Erfordernissen neuzeitlicher Wohnkultur entsprechende Erholungs- und Schulungsstätten bieten? Daß die Uebernachtungsziffer in diesen Jugendherbergen im Jahre 1939 trotz des Krieges eine höhe von fast 9 Millionen erreichte? Daß mehr als 150 dieser Jugendherberaen über 10 000 Uebernachtungen im Jahr aufzuweisen haben? Daß ein großer Teil dieser modern eingerichteten Bauten für Aufgaben der Krieaszeit be- sonders gut geeignet ist und dafür Verwendung finden konnte? Daß gesunde, verwundete und kranke Soldaten, Rückwanderer aus allen Ländern, Flüchtlinge aus Polen, Mbeitsmaiden und erholungsbedürftige Kinder und Volksgenossen in den Jugendherbergen Aufnahme und beste Pflege und Betreuung finden konnten? Daß ein Teil der Jugendherbergen auch heute der Jugend für Schulungs- und Erholungszwecke zur Verfügung steht? Wenn Sie all dies nicht wußten, so hat das Lesen dieser Zeilen eine Lücke in Ihrem Wissen vom Leben der deutschen Jugend ausgefüllt. Ob Ihnen dies alles bekannt war oder nicht — einem solchen Erziehungs- und Hilfswerk werden auch Sie gern helfen. Dazu haben Sie Gelegenheit am 8. und 9. Juni, dem Sammeltag der deutschen Jugend. Veschleumgle Beseitigung von Gtasschäden nach Lustangriffen. Wie Fensterschäden verhindert werden können. Um eine beschleunigte Beseitigung der durch Luftangriffe entstandenen Schäden an Fensterscheiben au sichern, ist der Reichsinnungsverband des Glaser- Handwerks zu der Anweisung ermächtigt worden, im Falle außergewöhnlicher Glasschäden den einzelnen Glasern bestimmte Bezirke für die Jnstand- setzungsarbeiten zuzuweisen. Der Reichsarbeitsminister hat gleichzeitig den Hausbesitz darauf hin- gewiesen, daß es eine selbstverständliche Pflicht der Eigentümer ist, die Arbeiten unverzüglich durch den zuständigen Glaser vornehmen zu lassen. Die Geschädigten können nach der Gebäudeschädenvtzr- ordnung Vorschüsse aus Reichsmitteln beantragen. Die beschleunigte Durchführung des Verfahrens ist gesichert. Durch ein Merkblatt ist die Bevölkerung bereits darüber aufgeklärt worden, auf welche Weise am wirksamsten die Fensterscheiben vor Schäden geschützt werden können. Im Reichsluftfcchrtministe- rium ist diese Frage eingehend geprüft worden. Man hat festgestellt, daß durch die Luftstoßwelle Zerstörungen an Fensterscheiben bis zu mehreren tausend Meter (Entfernung eingetreten sind, während andererseits Fensterscheiben an Häusern in der Nähe unversehrt blieben. Die Wirkung hängt stark von der Beschaffenheit der Oertlichkeit ab. Das am meisten angepriesene Schutzmittel war bisher das Bekleben der Fensterscheiben mit Papierstreifen. Wie der Sachbearbeiter des Reichslustfahrtministeriums, Dipl.-Jng. Schröder, in „Gasschutz und Lustschutz" feststellt, haben die Kriegserfahrungen jedoch gezeigt, daß sowohl beklebte, als auch nichtbeklebte Scheiben zerstört wurden oder un- zerstört blieben. Bei gegenteiligen Beobachtungen mit beliebten Scheiben wurde übersehen, daß diese auch ohne Bekleben gehalten hätten. Systematische Versuche zur Klärung dieser Frage haben übereinstimmend ergeben, daß die mit Schutzmitteln versehenen Fensterscheiben unter den gleichen Voraussetzungen auch im gleichen Umfang zerstört werden wie ungeschützte. Dagegen wurden Fenster, die durch geschlossene Läden geschützt waren, weit weni- ger zerstört, nur in einem Fünftel des Umfanges der Fenster ohne Läden. Fenster in geöffnetem Zustand wurden nur zerstört, wenn eine Bombe in unmittelbarer Nähe zerknallte. Das Gegebene wäre also, die Fenster bei Fliegeralarm weit zu offnen und die Läden zu schließen. Wegett organisatorischer und technischer Schwierigkeiten ist das aber in der Eile nicht immer möglich, wenn Menschenleben nicht gefährdet werden sollen. Das neue Merkblatt gibt deshalb den Rat, möglichst viele Fenster ständig geöffnet und die Rolläden dauernd geschlossen zu halten. fen. Er muß doch Heimlaufen, so schnell er kann, seinen Eltern bas beglückende Erlebnis zu erzählen. Sowas ist schon, nicht? Und das meine ich: der kleine, blasse Heinz, das sind ungezählte Kinder, und der freundliche, starke, dunkelstimmige Mann, das sollt ihr sein! Nehmt solche sonnenhungrige, luft- durstigen Kinder in den Ferien als eure kleinen Gäste in euer Haus. Freilich, ihr könnt ihnen nicht so auf der Straße begegnen, wie der freundliche starke Mann aus Bayern dem kleinen Heinz, aber da sind doch überall Dienststellen der NSV.-, teilt ihnen mit, daß ihr Lust und Platz habt, in den Ferien ein Kind gastlich in euer Haus zu nehmen. Kameradschaft der Heimat. • Die Kameradschaft der Front hat schon der letzte Krieg geboren. Die Kameradschaft der Heimat aber stützt sich auf eine neue Kraft, die aus der ncttional- sozialistischen Bewegung kommt. Sie steigert sich von Tag zu Tag. Sie geht über den Begriff der Einigkeit hinaus. Sie formt unser Volk zu einem Block, der immer mächtigere Formen annimmt Sie ist das stärkste Kind unserer Revolutton. Wenn draußen an der Front die besten Männer fallen, dann gibt es für die Heimat nur das eherne Gesetz der Arbeit und des Opfers. Und keine Arbeit und kein Opfer find zu groß. Die Grenze der höchsten Leistungsfähigkeit muß erreicht werden. Jeder Mann und jede Frau müssen an der Stelle stehen, wo sie dem Vaterland am besten dienen können. Der deutsche Mensch ist das wertvollste Gut, über das wir verfügen. Der überlegte Einsatz seiner Arbeitskraft in der kriegswichtigen Produktion ist für den Kamps entscheidend. Die Leistung der Heimat muf^ im Gleichschritt mit unfern vorwärtsdrängenden Armeen stehen. So gibt die Front der Heimat Kraft und die Heimat arbeitet und schafft, opfert und sorgt Tag und Nacht für die Front. Front und Heimat sind wie Kameraden, die miteinander stehen, kämpfen und siegen. In unserer Arbeit liegt die Gegenleistung für das Heldentum unserer Soldaten, die mehr einsetzen als wir. Die ihr Blut geben und ihre gesunden Knochen. Die Frauen, Mütter und Kinder zurucklassen, damit wir leben können und unser Reich in eine Zukunft geht, die größer ist, als die Jahrtausende vor uns. Tageskalender für Mittwoch. Volkstümliche Vorträge der Ludwigs-Universität: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- wigstraße 34, Professor Glöckner über „Einführung in die Aesthetik der bildenden Künste (II. Teil: Zeichnung und Malerei); 20.15 Uhr im Chemischen Institut, Ludwigstraße 21, Professor Dr. Weitz über „Wie entdeckt man ein chemisches Element". — Gloria-Palast (Selterswegft „Ein Robinson"; 14.45 Uhr Wochenschau-Sondervorstellung „Das deutsche Schwert schreibt Geschichte". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße) „Es war eine rauschende Ballnacht". Rotizen für den 6. Juni. Sonnenaufgang: 5,05 Uhr, Sonnenuntergang: 21.42 Uhr. — Mondaufgang: 5.51 Uhr, Monduntergang: 21.39 Uhr. Neumond: 3.05 Uhr. llS-GemelllWsl M Kraft önröi Srenöe Wir machen darauf aufmerksam, daß am Donnerstag, dem 6. Juni, nachmittags 15 Uhr, eine kostenlose Führung durch den Botanischen Garten stattfindet. 2687D BOM., Llntergau 116, Weiterau. Alle Jgn. des Jahrgangs 1922, die in die Partei aufgenommen werden wollen, melden sich am 5.6. um 17 Uhr auf der Dienststelle des Untergaues, Seltersweg 52. Mdel-Gruppe 2/116, Gießen-INitte. Mittwoch, 5. Juni, tritt die Gruppe mit Spvrt- zeug um 20 Uhr am Waldsportplatz an. U. a. werden die Reichssportwettkämpfe nachgeholt. BDUr.-werk-Gruppe la/116. Der Dienst für die gesamte Gruppe ist, wie seither, regelmäßig Donnerstag von 20 bis 21.30 Uhr, in der Turnhalle der Goetheschule. Sommerspielzeit 1940 im Stadttheater Gießen. Aus dem Dramaturgischen Büro des Stadttheaters Gießen wird uns geschrieben: Das Stadttheater Gießen eröffnet am Dienstag, 11. Juni, feine Sommerspielzeit 1940. In dem Bestreben, dem gesunden Unterhaltungsbedürfnis des Publikums Rechnung zu tragen, werden für diese Zeit zwei Lustspiele — „Zwei im Busch" von Axel Soers und „Trockenkursus" von Kurt Bortfeld — zur Aufführung gelange«. Für die Auswahl der beiden Stücke war, neben den bekannten Namen ihrer Autoren, der Erfolg dieser Lustspiele an zahlreichen anderen Bühnen des Reiches maßgebend. Ihre Aufführungen holen die noch ausstehenden Wahlmiete-Vorftellungen nach. Es werden außerdem mehrere moderne Werke des Sommerspielplanes in Bad-Nauheim auch dem Gießener Publikum zugänglich gemacht werden. Das Stadttheater wird, feiner Tradition und kulturellen Aufgabe getreu, mit einer Anzahl von Gastspielen hervorragender Schauspieler und Spielgemeinschaften einen Einblick in die Arbeit unserer ersten Theater vermitteln, sowie der bodenständigen Kunst der Bauernbühnen Raum geben. In einem Gastspiel mit Herczegs „Blaufuchs" wird sich das Burgtheater in Wien als repräsentativste Bühne gepflegter Schauspielkunst vorstellen, bas bekannte „Kabarett der Komiker" in Berlin läßt die ersten Meister des Humors — vielfach bekannt durch Film und Rundfunk — zu Worte kommen, und das Tegemseer-Bauerntheater des Ander! Schultes zeigt urwüchsige Bauernkunst. Weitere Gastspielverhandlungen stehen vor ihrem Abschluß. So wirb bas Stabtthectter Gießen auch feine Sommerspielzeit getreu dem Goethe-Wort durchführen: „Wer Vieles bringt, wirb Jebem etwas bringen!" Blumenbinderinnen in der Leistungsprüfung. Heute morgen duftete es im Saale des Hotels Hindenburg" nach frischem Tannengrün und Blumen verschiedener Art. Tannengrün und Blumen waren als „Werkstoff" in den Saal gebracht worden, denn im Lause des heutigen Taaes findet dort die Gehilfenprüfung der jungen Blumenbinderin- nen statt, die fidb aus Ems, Nassau, Weilburg und Gießen eingefunoen haben, um vor der Prüfungskommission ihr Können zu beweisen. Gärtnermeister Schneider (Gießen) eröffnete die Prüfung mit herzlichen Worten der Begrüßung und gedachte zunächst der großen geschichtlichen Stunden der Gegenwart. Er widmete Dem Führer, der uns allen die Möglichkeit gegeben hat, in Ruhe der Arbeit nachzugehen, ein dreifaches Sieg-Heil. In Anwesenheit der Vertreter der Organisation der Blumenbindereien in Hessen, eines Vertreters der Industrie- und Handelskammer, des Arbeitsamts usw. wurde dann mit der theoretischen Prüfung begonnen, die zunächst einen Aussatz über das Thema „Werkstoffe und ihre Verarbeitung" verlangte. Im Laufe des Vormittags waren bann verschiedene Rechenaufgaben zu lösen, schließlich auch eine Reiche von fachlichen Fragen in unmittelbarer mündlicher Prüfung zu beantworten. Heute Nachmittag wirb die praktische Prüfung durchgeführt. Gießener Schlachtviehmarkt. Aus dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 45,5, Bullen 33 bis 39, Kühe 24,5 bis 69, Färsen 40,5 bis 44,5, Kälber 28 bis 63, Hämmel 42 Rpf je V« kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,10, bl (135 bis 149,5 kg) 1,10, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,10, c (90 bis 119,5 kg) 1,08, d (80 bis 89,5 kg) 1,02, e—f (60 bis 79,5 k^) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,10, i (Altschneider) 1,10, g2 (andere Sauen). 1,02, h (Eber) 1,02 RM. Markt- verlaus: Austrieb gut, alles zugeteilt. Amtsgericht Gießen. P. I. in Heuchelheim hatte einen Strafbefehl über zwei Monate Gefängnis erhalten. Er war beschuldigt, am 21. Oktober 1939 mit einem Personenkraftwagen mit Anhänger den in Richtung Klein-Linden auf' der rechten Straßenseite auf einem Kleinsahrrad fahrenden Dr. M. rechts überholt zu haben. Hierbei wurde Dr. M. vom Rad geschleudert und erlitt Verletzungen am Kopf und einen Bruch des linken Handgelenks. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Der Anklagevertreter beantragte eine Geldstrafe von 150 RM., ersatzweise einen Monat Gefängnis. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 100 R M., ersatzweise 20 läge Gefängnis, verurteilt. Die seitherige Unbestraftheit und die Ju- Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen* § Steinbach, 5. Juni. Am heutigen Mitt- woch, 5. Juni, kann Frau Katharine Gerhard, geb. Horn, Witwe des Landwirts Heinrich Gerhard III., in einer für ihr Alter erfreulich guten Gesundheit den 8 5. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen herzsich. * Lich, 5. Juni. Unser herrlich gelegenes Wald-Schwimmbad wird am morgigen Donnerstag wieder geöffnet. Die Badelusti- gen und die Freunde einer schöner Landschaft wer- den nun wieder für einige Sommermonate Gele- genheit haben, in dem idyllischen Bad Stunden der Erholung und Freude finden zu können. cv> Langsdorf, 4. Juni. Als erster Sohn unterer Gemeinde erhielt der Unteroffizier Richard Köhler, d^r bei einem Feldartillerie-Regiment im Westen steht, zur Anerkennung feiner vor dem Feind bewährten Tapferkeit das Eiserne Kreuz II. Klasse. Sein Vater machte den Weltkrieg mit, fein noch lebender Großvater, der in diesen Tagen sein 89. Lebensjahr vollendet, ist unser letzter Veteran des Feldzuges von 1870/71. Von der Marburger Universität. Lpd. Marburg, 4. Juni. Bei der in der Aula der Universität abgehaltenen Immatrikulation der Studierenden des zweiten Trimesters teilte der Rektor Professor Dr. Th. Mayer in seiner Ansprache mit, daß die Gesamtzahl der eingeschriebenen or- deutlichen Studierenden sich auf 1276 stelle, wobei die Beurlaubten nicht mitgezählt seien. In feinen weiteren Ausführungen erwähnte er noch, daß sich erfreulicherweise eine Kameradschaft getroffen zum Eintritt in das Heer gemeldet habe und die andern Kameradschaften dies ihren Mitgliedern einzeln nahegelegt und viele von ihnen auch Folge geleistet hätten. Hinzugefugt fei, daß in diesem Trimester 19 Ausländer, darunter 13 Volksdeutsche, in Marburg studieren. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Juni. (Dorbericht.) Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine war ausreichend beschickt und nahm einen regen Verlauf. Das Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugetellt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 50 bis 56 RM. G.A-Gpori. LleberrafchendeGrgebniffe der 2. Klaffe. Großen-Vufeck I —- Heuchelheim I 8:0 (3:0), Entgegen unserer Vorschau mußte sich HeuHel- heim eindeutig geschlagen bekennen. Die Elf hat, wie sichs zeigte, nicht die Erfahrung für derartig schwere Spiele. Der Tabellenführer, der noch einige Spieler der Vorkriegszeit in feinen Reihen hat, war auch körperlich den kleinen Gästen überlegen. Die Gäste konnten zwar bis aut Pause das Spiel noch einigermaßen offen gestalten, doch konnten sie drei Tore der Platzherren nicht verhindern. Nach dem Wechsel kamen die Gastgeber stärker auf,und in regelmäßigen Abständen erzielten sie weitere fünf Tore. Steinbad) I — VfD.-R. II 2:2 (1:0). Nach langen Bemühungen ist es den Grün- Weißen gelungen, den ersten Punkt zu ergattern. Die Mannschaft war etwas verstärkt worden, was sich sehr vorteilhaft auswirkte. Während die Platzherren vor der Pause eine leichte Feldüberlegenheit herausspielen konnten, allerdings nur ein Tor schossen, waren die Gäste nach der Pause tonangebend, konnten. den Führungstreffer aufholen und kurz darauf sogar in Führung gehen. Doch dauerte die Freude nicht lange, und Steinbach glich wiederum aus. Kurz vor Schluß bot sich den Grün-Weißen eine gute Gelegenheit, einen knappen Sieg zu erringen, aber der Handelfmeter wurde nicht verwandelt. Garbenteich I — Klein-Linden I 6:1 (4:0). Im Rückspiel muhte sich Klein-Linden wiederum geschlagen bekennen, diesmal fiel die Niederlage sogar höher aus. Die Mannschaft mußte auf mehrere gute Spieler verzichten, was sich sehr ungünstig auswirkte. Die Gastgeber hatten durch Urlauber eine wertvolle Verstärkung erhalten. Bis zur Pause hatten die Gäste wenig zu bestellen und mußten vier Tore einstecken. Nach dem Wechsel wurde das Spiel offener, jedoch reichte es den Gästen nur zum Ehrentor, die Platzherren waren noch zweimal erfolgreich. Hungen I — Gröningen I 16:0 (9:0). Man hatte zwar auf einen sicheren ©ieg her Hungener getippt, daß dieser jedoch so einoeutig ausfallen würde, dürfte sehr überrascht haben. Die Platzherren haben nunmehr eine Mannschaft, die noch manchem Gegner gefährlich werden wirb, lieber den Spielverlauf ist nicht viel zu berichten, die Gäste hatten nichts zu bestellen und müssen noch viel lernen. Flugmodelle-Ausscheidungskampf bei Aßlar-Wehlar. Wie alljährlich, so findet auch in diesem Jahre trotz des Krieges auf der Wasserkuppe der vom NS.-Friegerkorps veranstaltete Reichswettbewerb für Segelflugmodelle statt. Vor Beschickung dieses Wettbewerbs werden Ausscheidungskämpfe von den einzelnen Gruppen des NS- Fliegerkorps ausgetragen. Die Gruppe 11 (Heffen-Westmark) des NS.-Fliegerkorps berief ihren diesjährigen Ausscheidungs-Wettbewerb auf dem Segelfluggelande Hohe Warte bei Aßlar—Wetzlar für den 8. und 9. Juni ein. Es werden über 70 Flugmodellbauer mit 75 Flugmodellen teilnehmen. Viele dieser Flugmodelle gehören der FAJ.-Klasse an, das heißt: sie entsprechen den internationalen Formen und sind somit international wettbewerbsfähig. Die Flugmodelle mit der besten Punktzahl, die sich aus der technischen Beschaffenheit der Flugmodelle und den erflogenen Zeiten ergibt, werden dann zur Beschickung des großen Reichswettbewerbs auf der Wasser kuppe ausgewählt.