JfffrvLsee PREUSSEN POLEN BAYERN ■RUMÄNIEN LA WIE ITALIEN [ALBI :FRANK ■REICHS TSCHECHO- L SLOWAKEI ^HAMBURG E MONARCHJE^Ä^ MWkvkN Ostsee^ Eichener Anzeiger cauchte West- »rhalML rsci Vier Mnn in einem Flugzeug In einer Stunde sind mir bereits draußen über der See. Beinahe 2000 Kilometer tragen die beiden Motoren des Flugzeugs uns über das weite Wasser, darin ein Schiff so unendlich klein und der Mensch geradezu ein Nichts ist. Von der Festigkeit eines Stahlteiles, von einem Niet, von einer Schraube hängt unser Leben ab. Denken wir vier jetzt daran? Nein, wir sind völlig unbekümmert. Wir kennen ja alle unseren Bordwart, den kleinen munteren Kerl mit dem blonden Schopf, der immer dabei ist, wenn wir starten, und der stets zur Stelle ist, wenn wir landen. Und selbst sonntags haben wir ihn oftmals an den Motoren werken und putzen sehen, selbst dann, wenn kein Einsatz bevorstand. Das gilt auch von unseren Waffen im Flugzeug. Die Läufe und Schloßteile der Maschinengewehre sind sorgfältig gepeinigt, geölt und gefettet, alte Trommeln find cms- P. K. Morgens um 4 Uhr sitze ich in dem kleinen Raum neben der Küche des Fliegerhorstes. Auf weiß- aedecktem Tisch stehen vier Teller und vier Tassen. , Wollen Sie schon immer essen?" fragt mich der Koch, der den Aufklärungsfliegern Tag für Tag das Einsatzfrühstück bereitet. Nein, ich will warten, bis alle da sind. Und fünf Minuten später schmausen wir vergnügt und scherzend und rauchen danach behaglich die letzte Zigarette vor unserem Feindflug gen England. Denkt wohl einer daran, daß es die Allerletzte sein könnte? Solcher Gedanke könnte kaum hinter so sorglos fröhlichen Mienen keimen. Zwar weiß jeder von uns, daß auf unseren Plätzen bereits Flieger gesessen haben, die lustig und heiter waren wie wir, und die nicht mehr heimgekehrt sind. Aber niemand nimmt an, daß uns dergleichen geschehe. Berlin, 4. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen keine besonderen Ereignisse. In der nördlichen Bordsee und vor der britischen Ostküste wurden am Bachmittag des 3. April durch deutsche Kampfflugzeuge britische Kriegsschiffe, Geleitzüge und bewaffnete Handelsschiffe angegrif- f e n. Trotz wiederholter Luftkämpfe mit britischen Iägern und heftiger Flakabwehr von den Kriegs- und Handelsschiffen gelang es den deutschen Angreifern, einen nachhaltigen Erfolg zu erreichen. Schwer getroffen wurden ein Zerstörer, ein Vorpostenboot und zwei Handelsschiffe (mit einer Gesamttonnage von 7000 Tonnen), drei Vorpostenboote und ein Handelsschiff mit 5000 Tonnen wurden durch die Brandwirkung der Bomben zerstört. Durch Bombentreffer wurden ferner beschädigt ein Vor- postenboot und drei Handelsschiffe (mit einer Gesamttonnage von 17 000 Tonnen). Zwei deutsche Flugzeuge muhten notlanden. Die Besatzungen sind gerettet. Ein Flugzeug wird ver- miht. Lin englisches Jagdflugzeug wurde im Luft- kampf abgeschossen. Das Ecko in Norwegen. Oslo, 4. April. (DNB.) Die hiesige Abendpresse stellt die gestrigen Erfolge der deutschen Luftwaffe in größter Aufmachung heraus. „Dagbla- dets" Hauptschlagzeile lautet: „12 britische Schiffe getroffen". Das Blatt läßt alle anderen Ereignisse demgegenüber zurücktreten. Dieses Bild gibt die Titelseite der französischen Zeitschrift „L ' I l l u st r a t i o n" wieder, die den jetzigen französischen Ministerpräsidenten Paul Rey- naud in einer Unterhaltung mit dem USA.=<5taat5= sekretür Sumner Welles zeigt. Im Hintergrund die aufsehenerregende Landkarte mit der „Neuordnung Europa s". — holt man diese Karte aus dem Hintergründe des Arbeitszimmers des Herrn Reynaud vor, dann sieht sie s o aus! Das ist also das Zukunftsbild, das den englisch-französischen Kriegshetzern und Plutokraten vorschwebt, und für das sie offenbar um Verständnis bei Sumner Welles geworben haben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Frankreichs schlechtes Gewissen. Der italienische Botschafter in Paris bei Reynaud. Brüssel, 5. April. (DNB.) Die unerhörte Herausforderung des französischen Ministerpräsidenten Reynaud gegenüber Italien, der sich vor einer den Wünschen der französischen Regierung entsprechenden europäischen Karte mit dem Sonderbeauftragten Roosevelts, Sumner Welles, hat photographieren lassen, scheint den politischen und diplomatischen Kreisen Frankreichs sehr peinlich zu sein. Angesichts der energischen Stellungnahme der italienischen Öffentlichkeit meint man jetzt dazu, dieses plumpe Manöver als einen „Fehlgriff" anzuerkennen. Selbstverständlich ist man weiterhin bemüht, den Fall als ein „bedauerliches Mißverständnis^ hinzustellen. Ministerpräsident Reynaud hat sich jedenfalls veranlaßt gesehen, den italienischen Botschafter in Paris zu empfangen und zu versuchest, ihn von dem „üblichen guten Willen aufgehängten Karte des von ihm und den Mächten erträumten „besseren Europa der Zukunft" eine Flut von sarkastischen, ironischen und zum Teil recht beißenden Bemerkungen der römischen Presse über sich ergehen lassen. Das Dementi, das in Paris ausgegeben wurde, hat die beabsichtigte Wirkung nicht nur verfehlt, sondern noch eher auf- w feriM' !" & Co. siesr.en- li-Lindtv [iti bis Nieder I« WM , Tonnen ms. M langes kB MtM fen M f) e i m ft e n Räumen des Quai d'Orsay ein Dokument ans Tageslicht gekommen, das die wahren Absichten des Londoner Augapfels Reynaud enthülle. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn ein derartiges für die Glückseligkeit des Menschengeschlechts geschaffenes Meisterwerk noch länger der Welt verborgen geblieben wäre, das allerdings gleichzeitig als das Zaubermittel für die felig- machende englisch - französische Welthegemonie erdacht worden sei. „Tever e" nimmt die Karte des neuen Europa zum Anlaß, um sich mit den wahrhaft gerechten Grenzen zu befassen, und betont, daß man jetzt die wahren Absichten der verantwortlichen Männer im demokratischen Lager kenne. Jeder wisse nun, was ihm im Falle eines englisch-französischen Sieges bevorstehe. Ziel des Judentums! Ein interessanter englischer Beweis. Amsterdam, 4. April. (DNB.) Einen beachtlichen Beitrag zu der Karte des Herrn Reynaud liefert die führende konservative Wochenschrift Englands, der „Spectato r". „Spectator" veröffentlicht in seiner letzten Nummer einen ausführlichen Artikel, in dem als „Ziel des Judentums" die Zerstückelung Deutschlands erklärt wird. Im einzelnen wird im „Spectator" ausgeführt, daß „Preußen ein eigener Staat werden müsse, dessen Ost- und Westgebiete an Polen bzw. Frankreich fallen müßten. Preußen dürfe nicht mehr als das Gebiet der Mark Brandenburg, Teile von Mecklenburg, Niederschlesien und die Gegend von Magdeburg umfassen. Dazu könnte man vielleicht einem so reduzierten Preußen einen Korridor nach Hamburg eröffnen. Hamburg selbst müsse ein selbständiger Staat werden, wie es Danzig gewesen sei. Das übrige Deutschland einschließlich der Ostmark solle in eine Anzahl von verhältnismäßig selbständigen Kantonen zerlegt werden, die ihre Bundeshauptstadt nach Schweizer Muster in Frankfurt a. M. haben könnte." Diese Ausführungen des internationalen Judentums in der konservativen englischen Zeitschrift „Spectator" decken sich in ihrer Grenzziehung geradezu verblüffend mit der Karte, die Herr Reynaud Sumner Welles zeigte. Sie sind ein mittelbarer Beweis mehr für die Echtheit dieser nun schon berühmt gewordenen Landkarte Europas. Geheimsihung des Unterhauses. Englische Blockadesorgen. Amsterdam, 5. April. (Europapreß.) Das Unterhaus wird am Donnerstag, 11. April, eine Geheimsitzung abhalten, um über den Wirtschaftskrieg zu diskutieren. Ministerpräsident Chamberlain gab dem Wunsche der Opposition noch einer solchen Geheimsitzung nach. Der Oppositionsführer Attlee hatte erklärt, es würde schwer sein, über die mit der Blockade zusammenhängenden Fragen in voller Öffentlichkeit zu sprechen. Blockademinister Ronald Croß versicherte dem Unterhaus, ^daß die Frage etwaiger Lieferungen von Neutralen nach Deutschland während der Blockade dauernd von seinem Ministerium geprüft werde. Die „Vlaustistarenzen" Reynauds. Italienische Stimmen. Rom, 5. April. (Europapreß.) Der französische Ministerpräsident R eynaud muß auch am Donnerstag wieder wegen der in seinem Amtszimmer Oie Karie des Größenwahns. Reynauds Karte vom „neuen Europa" verrät die englisch-französischen Raubpläne h emailt der) erbaltU SH 5rettag, 5. April 1940 Annahme von Anzeigen für die Mittggsnummer bisZ'^UHrdesVormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstast'elL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Frankreichs" zu überzeugen. In ihrer Verwirrung über die italienische Antwort auf diese maßlose Herausforderung vergessen die Blätter sogar, ihre Darstellungen in Ueberein- stimmung zu bringen. So behauptet der Außenpolitiker des „Petit Parisi en", es habe sich ganz einfach um eine europäische Karte gehandelt, die die Grenzen vor den verschiedenen „Eroberungen Hitlers" gezeigt habe. Das Blatt versucht dann das klassische Manöver, zur Gegenattacke überzugehen, indem es fragt, ob hinter dieser Polemik der italienischen Presse nicht der Wunsch stehe, die französisch-italienischen Beziehungen absichtlich zu trüben(!). Das „Journal" gibt dagegen eine ganz andere Darstellung des Falles: Ursprünglich habe es sich um eine Karte gehandelt, auf der gewisse Länder wie Deutschland und Rußland in schwarz eingezeichnet gewesen seien. Da man jedoch befürchtet habe, daß dies zu unerwünschten Auslegungen Anlaß geben könnte, habe man sich entschlossen, eine k ü n st 1 e r i s ch e Karte z u improvisierens!!). Hierbei sei dann die Phantasie des Zeichners in Aktion g e- treten, die viel weiter getrieben worden sei, als man es annehmen fonnte(!). Ein Korrektor habe zwar die größten Fehler verbessert, aber aus Ma n- gel an Zeit(!) (jabe man davon abgesehen, alles zu ändern. Der Zweck der Sache sei ja nur der gewesen, schön z u wirken (!). Die Pariser Presse hält ihre Leser offenbar für Halbidioten. Wenn die ursprüngliche Karte nicht das nötige Relief abgab, wie das „Journal" behauptet, hätte man sie ja einfach beseitigen können. Aber selbst für den Fall, daß Herr Reynaud unbedingt eine feinen Ambitionen entsprechende Landkarte im Hintergründe haben wollte, so bleibt immer noch die Frage offen, wie es trotz der sprichwörtlich strengen Z e n s u r in Frankreich möglich gewesen ist, daß ein derartiges Geschmiere in einer Zeitschrift erschien, die bisher stets großen Wert auf künstlerisch hochwertige Reproduktionen legte. lOU8 MU! reizend gewirkt. Die Karte Reynauds, so erklärt „Messaggero", zeige, daß der französische Ministerpräsident; da er nicht befähigt sei, den Krieg zu gewinnen, sich mit dem Sieg auf dem Papier zu trösten suche. Dabei genüge ihm Deutschland als Gegner nicht mehr, sondern er bändele auch mit Rußland, Italien und U n ga r n an. Mit einem Blaustift ließen sich allerdings die Grenzen viel leichter ändern als mit den Heeren. „Popolo di Roma" meint, dieses „Papier-Europa" Reynauds sei geradezu belustigend. Das Mittagsblatt „II Piccolo" schreibt, es wäre schade gewesen, wenn Reynauds Karte der Welt verborgen geblieben wäre, de ms es "handele sich um ein Meisterwerk, das klug ausgedacht worden sei, zwar nicht, um das Glück des Menschengeschlechtes, wohl aber die heilsame Hegemonie Englands und Frankreichs über den Erdball zu sichern. „(Siornale d'Italia" schreibt unter der Uederschrift „Der Teufel und das neue Europa": Als Otto von Habsburg in seinem lächerlichen Größenwahn die zukünftigen Grenzen feiner Monarchie — natürlich nur auf dem Papier — zog, da habe man im demokratischen Lager erklärt, daß es sich um eine typisch amerikanische Erfindung handele. Jetzt aber sei als schlagender Beweis aus den ge- Reynauds neues Europa. Der Finanzjude Reynaud, der für die eng» lifchen Greife und Pfeffersäcke Frankreich zugrunde richten darf, hat die massive Dummheit begangen, sich mit Sumner Welles ausgerechnet vor einer Landkarte Europas photographieren zu lassen, auf der die Grenzen eingezeichnet sind, die in den Wunschträumen der Plutokraten das neue Europa darstellen sollen. Die Grenzziehung soll nach diesem Plane der plutokratischen Kriegshetzer wie folgt aussehen: Rheingrenze für Frankreich; Polen bis zum rechten Oderufer; Restdeutsch» land zerfällt in Preußen, Bayern und dos habsburgische Oesterreich, zu denen noch Teile von Bayern geschlagen werden; Errichtung eines Habsburger Staates, dem noch Nordost-Jtalien einverleibt werden soll, also Venetien und Triest; Wieder» errichtung eines tschechischen Staates, dem die Slowakei sowie Teile von Sachsen einverleibt werden; Abtrennung eines weiteren Stückes von Ungarn zugunsten von Rumänien; das italienische Gebiet am Ostufer der Adria wird zu Jugoslawien geschlagen» Holland und Belgien werden zu einem neuen einheitlichen Staatsgebilde vereinigt. So sieht das neue Europa aus, das die Greise in London und Paris zu Nutz und Frommen des privatkapitalistischen Systems schaffen wollen. Diese alten Beutejäger und Raffkes haben nicht ein» mal ihre eigenen Völker befragt, ob diese damit einverstanden sind, das tolle Spiel von Versailles nicht nur zu wiederholen, vielmehr zü übersteigern. Die beiden Westdemokratien zählen etwas über 80 Millionen Einwohner, sie sind aber wegen ihrer wirtschaftlichen Struktur, sowie roegert des Mangels an Rohstoffen und Lebensrnitteln darauf angewiesen, sich all das, was fehlt, aus bent Auslande heranzuschaffen. Zum Teil läßt sich das aus ihren Kolonien einführen, allein auch öanrt muß das über See weite Reisen machen, sodaß sie trotz aller Machtmittel wirtschaftlich und politisch sehr stark abhängig sind. Im übrigen Europa leben immerhin 300 Millionen Menschen, die in Ländern wohnen, die in starke und mächtige Staaten gegliedert sind. Großdeutschland allein zählt ebenso viel Bewohner ttiie die Westdemokratien zusammenge- nommen, was auch für den europäischen Teil Sowjetrußlands zutrifft. Italien und Spanien kommen an 70 Millionen heran, der Balkan an 55 bis 60 Millionen, Skandinavien und das Baltikum fast 30 Millionen. Dazu kommen noch Belgien und die Niederlande, die immerhin den Anspruch darauf erheben, selbständig und unabhängig zu sein. Die Raffkes und Abenteurer,, skrupellose Burschen» die ihre eigenen Völker ausgeplündert und sich be« reichert haben, wollen noch einmal ein „neues Eu» ropa" schaffen! Sie waren zum Teil schon 1919 da» bei, als in Versailles ein „neues Europa" geschaffen wurde, hatten jedenfalls in London und Paris Stimme und Einfluß auf die Neugestaltung. Sie haben fein neues Europa gestaltet, sie haben es nicht einmal fertig gebracht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß so etwas wie ein Gottes frieden über das durch Krieg und Nachkriegs- ftürme zerquälte Europa Heraufziehen konnte. Dabei hatten sie damals alle Trümpfe und Machtmittel in der Hand, konnten allen Völkern Rohstoffe und Nahrungsmittel sicherstellen, konnten das „demokratische Zeitalter" Heraufziehen lassen, so daß eigentlich überall eitel Harmonie und eitel Glück hätte herrschen können. Sie waren 1919 dazu unfähig, unter den denkbar besten Voraussetzungen das neue Europa zu schaffen. Sie sind es heute noch viel mehr. Denn die Westdemvkratien, die sich noch immer in der Siegerpose von 1919 gefallen, haben nicht einmal ihre eigenen Völker Neuer Schlag gegen England. Bomben auf Kriegsschiffe, Geleitzüge und bewaffnete Handelsschiffe zyo. Jahrgang Ur. 80 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: DieJllustrierte Gießener Familienblätter HeimcttimBild -DieScholle Monats-BezugsPreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Posts check!1686 Frankf^M. gewechselt, teere wieder gefüllt, der ausgewechselte Schlagbolzen und der Patronenauszieher sind in der Tasche aih Heckstand ergänzt. Wir brauchen uns darum nicht zu kümmern, denn die Kameraden im schwarzen Schutzanzug wissen, daß von ihrer Arbeit unser Leben abhängt. Doch nun zu uns vieren, die wir soeben von unten her in den Leib des Flugzeuges steigen. Da ist zuerst als Flugzeugführer Unteroffizier H. Ge* ftern abend sah ich ihn noch auf feiner Bude sitzen, den Kurs in dje Karte eintragen und die für einen derartigen Flug notwendigen Berechnungen machen. Irgendwo in der Stadt wartete ein liebes Mädel auf ihn. Er wäre sehr gern zu ihr gegangen. Das erzählte er mir. Es wäre ein netter Abend geworden. Aber der Flug ging vor. So ähnlich ist es auch den beiden Funkern gegangen. Arn Sonn- tagnachmittag haben sie die Apparate noch einmal genau überprüft, um während des Feindfluges keine Überraschungen zu erleben. Ich selbst fliege diesmal als Bordmechaniker mit. Trotz der gründlichen Ausbildung hatte ich gestern keine Ruhe. Ich mußte noch einmal auf meinen Platz in das Flugzeug steigen und mir jeden Hebel und jeden Schalter an» sehen, um notfalls auch im Dunkeln richtig zu greifen. Fragt man sich nun, was jeden einzelnen Mann zu solchem Tun antreibt und zwingt, so läßt sich nut eine Antwort geben. Es ist jene Kameradschaft, wie sie das Kampferleben herbeiführt. Sie ist erhaben über jede Sentimentalität und reift im Mann zum Lebensgesetz. Daraus erwächst jenes felsenfeste Vertrauen, das die Grundlage jeder Gemeinschaft! bildet. Wir starten hingus in undurchdringliches Dunkel, durch Sturm und Wolken über Land und Meer. Vier Mann in einem Flugzeug, vier Kameraden, doch im Augenblick nur ein einziges Wesen mit einem Willen, mit einem Gedanken. Der Einzelne ist nichts, die Besatzung ist alles. Lehmann. lolHiii l# 8U vy Ä ruf 258 Hißt rt eiH isiüert Mlina Ebert erwachs iftrafien ruf 2403. eschäfe cksacher leVerblnii’i hren Emvf Ian stellt Hü ehaffenhii: aren io >:■ i Brlefbogw schlägt, Post Rechnung e karten Ihn beurteilt,le deshalb Wir legte Druci- Wir biet» in preiswert ehe Drucken t. 1, Ruf 225b Brühlfche Uni ver fitötsb ruderet 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «letzkn^qulftratze 7-y iid,5 M j«e» n»-® s -/jbi sti •A 'M. K on plttt yi Ä* «iii Mr] I# Alli^ 'fe.< Ml® tiöiT] tÖStigt Kopenhagen, 5. April. (Europapreß.) Der hundertprozentige Einsatz bewaffneter eng« lischer Fischkutter im Vorposten- und Wachdienst der englischen Kriegsmarine hat seit geraumer Zeit bei den Fischern der dänischen Westküste eine unverkennbare Unruhe ausgelöst. Man befürchtet von dieser Einstellung ehemaliger Fischkutter in den Kriegsdienst nachhaltige Folgen für das neutrale Fischeretgewerbe. In einem Augenblick, da die dänischen Fischkutter erneut auslaufen wollen, wird hier bestätigt, daß, wie „Berlingske Tidende" am Donnerstagmittag schreibt, die englischen Kutter bewaffnet sind und „einem Luftangriff nicht mehr hilflos gegenüberstehe n". Diele Kutter werden darüber hinaus von der Kriegsmarine zu Nachrich- t e n z w e ck e n ausgenutzt. Sie bilden eine Vorpostenkette und melden sich sofort, wenn ein Luftangriff bevorsteht. Oslo, 5. April. (Europapreß.) Unter der Ueber- fchrift „Die englische Gefahr" bringt die Osloer Tageszeitung „Arbeideren" einen Leitartikel, in dem es heißt: „Der gefährlichste Feind der kleinen neutralen Länder ist heute der englisch-französische Kriegsblock. Sein Programm heißt Kriegsverlängerung und Kriegsausweitung. Sein Ziel ist nicht nur eine Zerstückelung Deutschlands, sondern die Verwandlung aller anderen europäischen Länder in englisch - französische Vasallen st aaten. Wenn die englische Politik sagt, sie kämpfe für die Wiederaufrichtung Polens, so meint sie damit die erneute Unterwerfung Polens unter den Einfluß der Westmächte. Genau dasselbe ist mit der Tschecho- Slowakei der Fall. Sie kämpfen nicht für die Freiheit der Völker, sondern für die Kontrolle über alle Völker. Die französisch- englischen Kapitalisten kämpfen einzig und allein für ihre eigenen Geldsäcke. Erst als es Alle englischen Mkutter bewaffnet. Beunruhigung in Dänemark. Die Gefahr droht von England." Eine beachtliche Stimme aus Norwegen. Blockade vor Italiens Tür. Engländer in der Adria. Berlin, 4. Avril. (DNB.) „Stampa" meldet am Mi wchabend eine Ausdehnung der englisu-en Blockade auf das Adriatische Meer. Dort seien englische Krieasschiffe aufgetaucht und hätten drei jugoslawische Frachtdampfer angehalten, die mit Bauxit, dem Rohstoff des Aluminiums, nach italienischen Häfen unterwegs waren. Das Blatt bemerkt, diese Art der Blockadeverschärsung komme höchst überraschend. Wenn auch bereits die zwischen Italien und den Vereinigten Staaten verkehrenden Schiffe im Mittelmeer angehalten worden seien, so bilde doch die Tatsache, dah die britische Flotte Blockadeoperationen in der Adria vornehme, eine Neuigkeit, deren bedeutungsvolle Tragweite niemandem entgehe. Englische Bestätigung. Amsterdam, 5. April. (DNB.) Die Meldung der Turiner „Stampa" wird jetzt aus englischer Quelle bestätigt. Dem diplomatischen Korrespondenten des „Daily Expreß" zufolge sind Einbeiten der britischen Flotte im Adriatischen und Aegäischen Meer zur Erweiterung der Blockade eingesetzt worden. Mussolini berät mit Badoglio. Rom, 5.April (DNB. Funkspruch.) Mussolini empfing den General stabschef der italienischen Wehrmacht, Marschall Badoglio, und hatte mit ihm eine mehr als einstündige Unterredung über Fragen der militärischen Vorbereitung Italiens. Starke Beachtung finden in den Blättern die Ausführungen des Staatssekretärs im Kriegsministerium General Soddu über die Stärke der Wehrmacht des faschistischen Italiens. General Soddu unterstreicht darin vor allem die vorzügliche Ausbildung des Heeres und insbesondere der Offiziere, deren Ausbildungsgrad dank ihrer Oer „Rat müder Männer". Die Londoner presse zur englischen Regierungsumbildung. aus der Gefahrenzone herausführen können. Das hochkapitalistische England, das ttotz seiner Reichtümer im Auslande aus der pluto- kratischen Moral heraus keine Bedenken trug, die Vereinigten Staaten um die im Kriege aufgenommenen Schulden in Höhe von 40 Milliarden z u prellen, hat es bis heute noch nicht fertig gebracht, der Arbeitslosigkeit und einer grauenhaften Verarmung und eines schrecklichen Elends in den Slums seiner Industriestädte Herr zu werden. Frankreich, das sich von Advokaten und jüdischen Finanzgaunern regieren läßt, sieht seine Landwirtschaft völlig zugrunde gehen, während Industrie und Handel sich nur mühsam fortschleppen. Reynauds neues Europa ist von den bankerotten Plutokratien offenbar dazu bestimmt, den Zusammenbruch zu verschleiern. Aber die jungen und starken Völker, die aufgebrochen sind, um sich selbst zur Nation au gestalten und Europa zu befreien, werden dafür sorgen, daß von dem Schutt und Unrat der Plutokratien in Europa nichts mehr übrig bleibt. s§. Die deutsch-russische Freundschaft. Schluß der Tagung des Obersten Sowjets. Moskau, 5.April. (DNB. Funkspruch.) Mit einer letzten Sitzung des Nationalrates fand Donnerstag abend die sechste Session des Obersten Sowjets im Moskauer Kreml nach siebentägiger Dauer ihren Abschluß. Den Höhepunkt dieser Session bildete die große außenpolitische Rede, die der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare und Außenminister Molotow am Eröffnungstage vor dem Obersten Sowjet hielt und in Der er fest und klar die außenpolitische Linie zeichnete, die die Sowjetunion in her gegenwärtigen Weltlage innezuhalten bestrebt ist: Aufrechterhaltung und Ver- tiefung der politischen Freundschaft und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Deutschland auf der einen Seite und weitere Wachsamkeit gegenüber den Machenschaften und Plänen der engltsch-französischen Kriegsbrandstifter auf der anderen. Die milltärische Bereitschaftshaltung der Sowjetunion kommt vor allem in den 57 Milliarden Rubel, d. h. fast ein Drittel des Staatshaushalts, betragenden sowjetischen Militärbudget zum Ausdruck, das im Rahmen der Staatshauehaltsdebatte des Obersten Sowjets ohne jede Diskussion einstimmig angenommen worden ist. Durch die Vereinheitlichung Sowjetkareliens mit dem durch den sowjetisch-finnischen Friedensver- trag neu erworbenen Gebieten und ihre Erhebung zu einer karelisch-finnischen Bundesrepublik hat schließlich der Ooerste Sowjet den Schlußstrich unter eine politische Entwicklung im Norden Europas gezogen, die Den von den Westmächten geschürten Kriegsbrand in Finnland endgültig aus der Welt schafft und der Sowjetunion den Frieden an ihrer nordwestlichen Grenze sicher- stellt. Die Ministerbegegnung in Budapest. Budapest, 5. April. (Europapreß.) Reichsverweser von Hortby besuchte am Donnerstag Die Budapester landwirtschaftliche Ausstellung. Zur gleichen Zeit hielten sich sämtliche in Budapest weilenden Ministeraäste auf Der Ausstellung auf. Sie begrüßten Den Reichsverweser zusammen mit Dem ungarischen LanDwirtschaftsminister Graf Michael T e l e k i. Es waren anwefenD Reichsminister Darrs, Der italienische Kolonialminister (Erol- lalanza, Der jugoslawische LanDwirtschaftsminister Tschubrilowitsch und Der jugoslawische Minister ohne Portefeuille Konstantinowitsch. Der italienische Minister für Ackerbau und Forsten Tasstnari hat sich nach Budapest begeben, wo bekanntlich aur Zeit wichtige Besprechungen zwischen den LanDwirtschaftsministern Deutschlands, Ungarns und Jugoslawiens stattfinden. Das Regierungsorgan „Esti Ujsag" widmet der Zusammenkunft Der Lqndwirtschaftsminister Deutschlands, Italiens, Ungarns und Jugoslawiens in Budapest seinen Leitartikel. Das Blatt hebt hervor, diese Zusammenkunft verdiene angesichts Der heutigen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Lage besonderes Interesse. Worüber Die vier Landwirtschaftsminister auch immer beraten mögen, ihre Beratungen würden das Schicksal von Millionen Landwirten betreffen, worin die größte Bedeutung dieser Zusammenkunft liege. Der Landwirt sei heute der festeste Punkt im europäischen Durcheinander. Sowohl das industrielle Deutschland, als auch das faschistische Italien hätten riesige Anstrengungen gemacht, Den Lebensstand des Bauernoolkes zu heben. Noch natürlicher sei es also, daß in Den Agrarstaaten Ungarn und Jugoslawien die ganze Staatsordnung, Produktion und Der Außenhandel aus das Bauernvolk gestützt roerDe. Es sei sicher, schließt Der Leitartikel, Daß die Budapester Zusammenkunft der vier Landwirtschaftsminister die Völker Dieser vier Länder einander noch näherbringe und damit einen nützlichen Dienst für die Zukunft und für Den Frieden erweisen werde. Englands Schiffsraum. Italienischer Mar nesachverständiger gegen Londoner Reklamezahlen. Rom, 5. April. (DNB.) Entgegen den Reklameangaben der Engländer über Den ihnen angeblich zur Verfügung stehenden Schiffsraum stellt ein Marinesachoerständiger des „Giornale d'Jtalia" fest, dah Großbritannien in Wirklichkeit bei Beginn des Krieges nicht einmal zehn Millionen Bruttoregister- tonnen versenkbaren Schiffsraumes zur Verfügung hatte. Inzwischen habe es mehr als eine M i l- lion Bruttoregistertonnen durch die deutsche See- und Luftkriegführung verloren, also bereits 10 v. H. Wenn England aber heute aus propagadistifchen Gründen behaupte, daß diese Verluste durch Neubauten sofort ersetzt werden könnten, so sei auch diese Angabe unrichtig, da heute die englischen Wersten zu 70 v.H. für Die englische Kriegsmarine beschäftigt seien, so daß nur 3 0 v. H. für Den Bau von Handelsschiffen zur Verfügung ständen. Diese Tatsachen seien übrigens vom Abgeordneten S h i n w e l l im Unterhaus mitgeteilt worden, Der dabei sehr richtig bemerkt habe, daß, wenn man einmal die Vorherrschaft zur See verliere, man sie nicht mehr so leicht zu- rückgewinnen könne. Die „Mauretania" auf der Flucht. B e r l i n, 5. April. (DNB. Funkspruch.) Wie der Londoner Nachrichtendienst meldet, ist die „M a u - retania" auf ihrer Flucht nach Australien in Honolulu eingetroffen. Das Schiff wird sich dort verproviantieren und dann seine Flucht über Den Pazifik antreteu. Amsterdam, 5. April. (Europapreß.) Bezeichnend für Den süß-sauren Empfang, Den die englische Presse Der Umbildung des Kabinetts Chamberlain bereitet, ist die Stellungnahme. Der „Time s". Das Blatt meint, Die neue Ministerliste sei nicht geeignet und vielleicht auch nicht einmal bestimmt, große Begeisterung zu erwecken. Auf den ersten Blick sehe sie aus wie ein kompliziertes „W echfelt-das-Bäumchen"-Spiel. Die „Times" ist auch, im Gegensatz zu den meisten anderen Blättern, skeptisch gegenüber her Ernennung Sir Samuel Hoares zum Luftfahrtminister, meint aber, man werde Kritiken zurückstellen, bis Hoare Gelegenheit gehabt habe, zu zeigen, ob er Erfolg in seinem Amte habe. Das Blatt bedauert, daß es nicht zur Bildung eines kleineren Kriegskabi- getts gekommen ist. Nach längeren^Bettachtungen über die Schwierigkeiten, Die ihr entgegenstehen, kommt Die „Times" zu dem Schluß, daß die offizielle Anerkennung Churchills als Senior Der Wehrminister hoffentlich ip Kürze dazu führen werde, daß der Kriegs - und Der Luftfahrt- Minister von der Teilnahme an Den täglichen Sitzungen des Krieaskabinetts entbunden würden und Churchill Dort a l s Vertreter Der gesamten Wehrmacht auftreten könnte. Dadurch würde das Kriegskabinett, das nach dem Ausscheiden Lord Chatfields noch acht Mitglieder hat, auf sechs Minister beschränkt werden. Sehr scharf greift der „D a i l y H e r a l d" Cham, berlain an. „Mit Erstaunen und Bestürzung", stellt das arbeiterparteiliche Blatt fest, sehe man, daß der Ministerpräsident wieder eine Gelegenheit für eine gründliche Rekonstruktion Der Regierung versäumt habe. Der konservative „Daily Telegraph" erhärt demgegenüber, es seien zwar starke Argumente für eine Koalitionsregierung vorhanden, und sie seien In Erkenntnis Der sich hieraus für die Neutralen ergebenden Gefahren hat das dänische Ministerium für Handel und Seefahrt erst kürzlich untersagt, daß dänische Fischkutter-auf hoher See von ihren Sendeanlagen Gebrauch machen, damit sie nicht mit englischen Fahrzeugen verwechselt wer- den, Danach liefen vor wenigen Tagen etwa hundert Fischkutter aus, während etwa 75 weitere trotz des Beginns der Fangsaison es vorzogen, die Entwicklung abzuwarten. Nachdem' in Dänemark Bilder und genaue Beschreibungen Der für militärische Zwecke umgebauten englischen Fischkutter erschienen sind, macht sich in Esbjerg eine noch größere Vorsicht und Angst bemerkbar. Es hat den Anschein, daß die Fischer Der dänischen Westküste es vorziehen, größere Fangver- luste zu erleiden, als auf hoher See mit englischen Nachrichtenfischern verwechselt und entsprechend als militärisches Fahrzeug behandelt zu werden. ihnen nicht gelang, Den Krieg zu entfesseln, den sie so lange angeftrebt hatten, nämlich Den Krieg zwischen D eutschland unD Rußland, erklärten sie Deutschland den Krieg. Polen, das damals als Aufmarschgebiet dienen sollte, wurde geopfert. Finnland wurde zu nutzlosem Widerstand ermuntert. Jetzt macht der Kriegsblock große Anstrengun- gen, um Norwegen und Schweden in Den Krieg hineinzuziehen. Besonders Norwegen genießt die Aufmerksamkeit Der englisch-französischen Kriegsbrandstifter zur Zeit in'erhöhtem Maße. Es würde die Menschenfeinde Chamberlain, Churchill und Attlee nicht im geringsten stören, wenn sich das norwegische Volk verbluten würde. Die Hauptsache wäre, daß damit Die Interessen Des englischen Imperialismus geförDert würden. Immer größeren Teilen des norwegischen Volkes wird es jetzt klar, wer Norwegens Neutralität und Unabhängigkeit bedroht. Die Gefahr droht von Seiten Englands." Kriegserfahrungen in Libyen und Aethiopien, sowie überaus zahlreicher Reserveübungen stets Dem neuesten Stand Der Technik angepaßt seien. Besonderen Wert legt General Soddu den in größten Verbänden von über Divisionsstärke abgehaltenen Manövern bei, die in Italien im weitestgehenden Maße Den tatsächlichen Kriegsverhältnissen angepaßt werden. Voll Stolz auf seine Vergangenheit, seiner Mission bewußt, so schließt der Artikel von General Soddu, richte das Heer Den Blick in Die Zukunft, neige Die ruhmreichen Fahnen vor dem König und Kaiser und grüße in Dem Duce Den Schöpfer seiner Schlagkraft.' Englands Balkanpläne. Londons Kampf „für das Recht der Neutralen". Amsterdam, 5. April. (DNB.) Der „Daily Sketch" verfügt über einen militärischen Mitarbeiter, Der offenbar befonDers gut über Die Vorgänge hinter den Kulissen in London orientiert ift Er veröffentlicht einen Aufsatz, wie Der „bevor, stehende Krieg auf Dem Balkan" geführt werden soll. Ohne von irgendeinem Skrupel belastet zu sein, führt dieser ehrenwerte Herr aus, daß man von der Türkei aus und unter Benutzung des griechischen Hafens von Saloniki zunächst Bulgarien angreifen müsse, obwohl „der bulgarische Widerstand vermutlich nur durch Gewalt gebrochen werden könne". „D t e Anwendung von Gewalt sei aber nötia, weil England nicht mehr lange warten könne. Selbstverständlich würde die Türkei ohne weiteres Die Durchfahrt Durch Die DarDanellen öffnen, zumal wenn Die Weygand-Armee Die Ernsthaftigkeit Des LonDoner Willens Durch ent- sprechende HanDlungen zu erkennen gebe (1). Der „Daily Sketch" muß es ja wissen! Chamberlains Aufmerksamkeit auch nicht entgangen, die Arbeiterpartei fei aber durch einen Beschluß ihrer Parteikonferenz daran gehindert, sich an einer Regierung zu beteiligen. Bis dieser Beschluß rückgängig gemacht worden sei, sei Chamberlain auf die Regierungsparteien für die Ergänzung seiner Regierung angewiesen. Dies, so sagt das konservative Blatt, sei ein unanfechtbarer Grund Dafür, daß Der Ministerpräsident dieses Mal Auswechslung und Beförderung von Mitgliedern Der Regierung einer völligen Rekonstruktion des Kabinetts vorgezogen habe. Der liberale „News Chronicle" schreibt, eine der Schwierigkeiten, Chamberlains liege Darin, daß er innerhalb feiner Partei nur begrenztes Material und begrenzte Talente zur Verfügung habe. Die konservative „Daily Mail" ist auch keineswegs zufrieden und wiederholt ihre Forderung nach einem kleinen Kriegskabinett mit den Worten: „Das Verlangen nach einem wirklichen Kriegskabinett wird wachsen und muß erfüllt werden, wenn der Krieg sich hinzieht. Der Sieg wird nicht leicht kommen, wenn unsere Kriegsanstrengung von einem RatmüderMän. n e r geleitet wird." Churchill* absolute Vormachtstellung Rom, 4. April (DNB.) Die Umbildung der englischen Regierung und Die Verschärfung Der Blockade Durch England sind Die beiDen Hauptthemen Der Korrespondenten Der römischen Presse, Die betonen, Daß Churchill eine absolute Vormachtstellung gegenüber den anderen Ministerien Der Wehrmacht erlangt habe und zu Dem geheimen Motor wurde, Der Die Geschicke Des Friedens und vor allem des Krieges von Großbritannien leite. Die politische Karikatur des Tages. Der große Irrtum. „Und ich sage Ihnen, meine Herren, Die Zeit arbeitet für uns!" (Zeichnung von Bob Hindersin. — Scherl-M.) Kommentar aus Moskau. Moskau, 4.April. (DNB.) Die Umbildung Der englischen Regierung wird in hiesigen politischen Kreisen stark beachtet und in Zusammenhang gebracht mit Den bisherigen Miße r f o I g e n Der britischen Kriegspolitik. Wie man hier betont, weise die Betrauung Churchills mit Dem Vorsitz im Obersten Kriegskomitee Darauf hin. Daß Die Methoden der britischen Kriegspolitik aufs neue verschärft werden sollen. Churchills Reputation als eines rücksichtslosen Vertreters der Pläne zur Erweiterung des Kriegsschauplatzes auf Kosten der neutralen Staaten werde sich, wie man hier annimmt, aufs neue „bewähren". Flugzeug-Beschwerden. Amsterdam, 5. April. (Europapreß.) Schwere Angriffe wegen Mängeln in Der Herstellung von Kriegsflugzeugen und Beschwerden über Materialverschwendung in den staatlichen Flugzeua- reparaturwerkstätten bringt Die „Daily Mail. Das Blatt beruft sich auf einen nichtgenannten Motorenfachmann, Der angeblich in einer der staatlichen „Schattenfabriken" beschäftigt ist. Nach seinen Angaben bedürfen zahlreiche Flugzeugmotoren vor- zeitiger Reparaturen, weil sie in einem Flugzeugtyp montiert seien, dessen zurückziehbares Fahrgestell häufig versage, und zwar nicht nur beim Landen, sondern sogar schon bei Fahrversuchen auf Dem Boden. Hierbei komme Der Propeller in Berührung mit Dem Boden und der Schaft werde verbogen. Die „Dally Mail" sagt hierzu: „Dies bedeutet in Der Tat, daß unsere Ingenieure ein Fahrgestell entworfen haben, das nicht einmal Der Beanspruchung gewachsen ist, wenn das Flugzeug auf Das Rollfeld hinausgefahren wird, um Die Maschinen auf Touren zu bringen." Der Gewährsmann der „Daily Mail" gibt ferner Beispiele Dafür, daß in Den Reparaturwerken Raubbau mit Ersatzteilen getrieben wird. Kunst und Wissenschaft. rar? 1 Der Dichter 3ofef Ponten f. Im Alter von 56 Jahren starb in München der Dichter des Auslandsdeutschtums, Josef Ponten. Der Ernst seiner Arbeit und Die Architektonik seines Stils sicherten Dem Heimgegangenen einen ehrenvollen Platz im Deutschen Schrifttum. Josef Ponten war Träger sowohl Des Rheinischen als auch Des Münchner Dichter-Preises. (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Goethe-TNedoille verliehen. Der Führer hat dem ordentlichen Professor em. Dr. phil. Arthur Wehnelt in Berlin aus Anlaß Der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung feiner besonderen Verdienste auf dem Gebiete der technischen Physik die Goeche-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Der Führer hat ferner dem ordentlichen Professor em. Geheimen Medizinalrat Dr. Ewald Hering in Köln-Lindenthal in Würdigung feiner bahnbrechenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiete Der Blutkreislaufregulierung die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Aus aller Wett. Hinrichtung zweier Volksschädlinge. Am 4. April 1940 ist der am 11. Dezember 1899 in Dortmund geborene Ernst Barwig hingerichtet worden, den das Sondergericht in Köln als Volksschädling zum Tode und zum dauernden 23er- lust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Barwig, ein berüchtigter Wohnungs- und Geschäftseinbrecher, war insgesamt zehnmal, darunter dreimal mit Zuchthaus vorbestraft. Die Hälfte seines Lebens hat er. in Gefängnissen und Zuchthäusern gesessen. Immer beging er kurz nach Der Entlassung aus der Strafanstalt neue Verbrechen. Ein am Der eS‘ GULDENRING CMit OzMundStück, HAUS so wenig wie der Griff an einer Klinge. Bei der GÜLDENRING idl es nun erglmalig gelungen, dem Zigarettenpapier selbst diese schützenden Eigenschaften zu geben.Ihr neues tFMund- glück igl unsichtbar; es entspricht damit auch den Wünschen aller der Raucher, die bislang mundglücklose Zigaretten bevorzugt haben. GRIFFund KLINGE, beid erfüllen ihren besonderen Zweck; ähnlich wie bei einer Zigarette das (Mundglück und die übrige Hülle. Hier soll sie nur den Brand der Zigarette fördern, während es dort darum geht, den Tabak vor Feuchtigkeit zu bewahren und die Lippen des (Rauchers vor Verletzungen zu schützen. Ein Zigaret- ten-Mundüück id also keineswegs ein entbehrliches Beiwerk, genau Staaten des Südostens bedroht, schon aus dem einfachen Grunde, weil der Siidosttn ein wichtiges Wirtschaftsgebiet für Deutschland darstellt. Die Gefahr für die Neutralität des Balkans könne unter den gegebenen Verhältnissen, so meint man aus dem Balkan, nur von den We st Mächten, von England und Frankreich, kommen. Der Friedensschluß im Norden habe aber auch hon dieser Seite die Gefahr verringert. Denn dieser Friedensschluß bedeute zweifellos einen harten Schlag für das Prestige der We st Mächte im Süd- ofteru Er zeige, daß England und Frankreich entweder nicht gewillt oder nicht fähig seien, kleinen Völkern Schutz zu gewähren. Es sei also klar, daß nach diesen Erfahrungen kaum ein Staat des Südostens bereit sein würde, einem Druck von feiten der Westmächte nachzugeben. Es habe sogar den Anschein, daß auch in der Türkei das Vertrauen zu den Westmächten aus diesen Gründen stark gelitten habe. In den Pressekommentaren zu der finnischen Episode im europäischen Konflikt wird unterstrichen, daß die Staaten des S ü d o st e n s die Lehre daraus gezogen haben, daß neutrale Staaten, die entschlossen sind, neutral zu bleiben, und die sich nicht von augenblicklichen Gefühlen oder Panikstimmungen verleiten lassen, diese Neutralität tatsächlich auch erhalten können. Das Beispiel Schwedens und Norwegens beweise das. Die Erhaltung des* Friedens und der Neutralität — im rasenden Fahrtwind einsam hin und her schlug. Allmählich waren wir in die Dunstschicht und damit aus der Sicht der Jäger gekommen. Als wir bald in Erdnähe angelangt waren, wachte unser Funker aus seiner Bewußtlosigkeit auf. Trotz seiner Verwundung setzte er sich ans Peilgerät und gab uns wertvolle Peilungen für unseren Heimflug, bei dem wir im Tiefflug über das französische Land hinwegflitzten. Ich selbst kniete auf meinem Sitz, um das vordere MG. zu bedienen. Beim Tiefflug, so eben über alle Erdhindernisse und Gebäude hinweg, boten sich genug lohnende Ziele. Der eine Motor mußte aber auch einen Treffer abbekommen haben; seine Umdrehungszahl betrug unten beim Geradeausflug hur noch die Hälfte. So kam uns der Weg endlos vor. Orientieren konnten wir uns bei dem Dunst nicht allzu gut. Endlich sahen wir eine größere Stadt und nicht allzu weit entfernt eine stärkere Flakstellung. Groß war unsere Freude, als wir erkannten, daß d i e Rohre alle nach Westen zeigten; da wußten wir, daß wir über deutschem Gebiet waren. Bald konnten wir auch den genauen Weg zum Heimathafen ausmachen, wo man uns schon sorgend erwartete. Nur die Landung wurde noch etwas schwierig, als wir Fahrgestell und Landeklappen betätigen wollten, merkten wir, daß die elektrischen Leitungen entzwei waren. Kurz entschlossen drehten wir sie mit den Handkurbeln heraus. Aber auch der Luftreifen eines Rades war von feindlichen Treffern zerrissen. Wir versuchten, auf einem Rad zu landen. Bald setzte jedoch das zweite Rad mit auf, blieb aber im Boden stecken, so daß das Flugzeug blockiert und um 180 Grad herumgedreht rourhe. Als wir dann ousstiegen, sahen wir erst die ganze Bescherung; an vielen Stellen hatten die Treffer Löcher gerissen, ohne aber das Flugzeug in seiner Flugfähigkeit beeinträchtigen zu können. Man wird uns" glauben, daß wir besonders jetzt auf unseren Vogel stolz waren!" Fritz Stern. Als erst die Rohre nach Westen zeigten Erfolgreiche Heimkehr eines deutschen Fernaufklärers. B e l g r a d , Anfang April 1940. ___Abschluß des Friedens zwischen Sowjetrußland und Finnland rief in allen Ländern des Süd- oftens ein Gefühl der Erleichterung hervor. Man hofft allgemein, daß der Südosten unter den augenblicklichen Verhältnissen in Frieden bleiben und seine Neutralität bewahren können werde. Nach allgemeiner Auffassung des Südostens habe Deutschland niemals die Neutralität der Hauptschrlftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Emst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Dmck und Verlag: Brühlsche Universitätsdmckerei R. Lange K. ®. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: HanS Berk. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Rr..- bestimmt waren. Den Inhalt verbrauchte er für sich oder versteckte ihn in seiner Wohnung. Schließlich erkannte ein Soldat einen ihm gehörenden Schal wieder, den der Angeklagte trug. Der Schal war in einem Feldpostpäckchen an den Soldaten abgeschickt worden, das seinen Adressaten aber nicht erreichte, weil Niehl auch diese Sendung nicht abgeliefert hatte. Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten wegen Verbrechens gegen die Dolksschädlings- Verordnung, fortgesetzter Unterschlagung unter Ausnutzung der durch den Kriegszustand geschaffenen Verhältnisse zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren. Wer sich an Gut von Frontsoldaten vergreife, müsse die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Große Ueberschwemmungen in Jugoslawien. Die Ueberschwernrnungen im Stromgebiet der Donau und der Save nehmen immer größeren Umfang an. Die an der Donau und Save gelegenen unteren Wohnhausteile von Belgrad stehen zum größten Teil unter Wasser, so daß aus ihnen über 1000 Familien evakuiert werden mußten. Die Donau hat bei Neusatz einen Flußdamm durchbrochen, wodurch die Stadt unmittelbar bedroht ist. Die Stadt Petrovgrad (Groß-Betschkere) ist fast völlig evakuiert. Mehrere Eisenbahnlinien in der Batschka sind unterbrochen. Weihnachten 1939 unter Ausnutzung her Verdunkelung unternommener Einbruch in ein Textilwaren- lager in Köln führte jetzt zu feiner Verurteilung als Volksschädling zum Tode und damit zur endgültigen Ausmerzung dieses unverbesserlichen Gewohnheitsverbrechers. Ferner ist am 4. April 1940 der am 19. Juli 1892 in Königshütte geborene Wilhelm Janik hingerichtet worden, den das Sondergericht in Essen am 26. Februar 1940 als Volksschädling zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt hat. Janik, der in den letzten 20 Jahren 12 Jahre in Strafanstalten wegen verschiedenartiger Verbrechen zugebracht hat, hat sich durch einen raffinierten Betrug und Ein- bruchsdiebstahl von neuen als gemeingefährlicher, unverbesserlicher Verbrecher erwiesen und daher sein Leben verwirkt. Zwei Jahre Zuchthaus für Unterschlagung von Aeldpostpäckchen. Wegen einer gemeinen Tat hatte sich der erst 21 Jahre alte Alois Niehl aus Boppard vor der Großen Strafkammer in Koblenz zu verantworten. Niehl war Angestellter des Reservelazaretts in Boppard, wobei zu seinen täglichen Obliegenheiten auch die Abholung der eingegangenen Poft beim Postamt gehörte. In mehreren Fällen entwendete er hierbei Feldpostpäckchen, die für kranke Soldaten ..... 4. April. (PK,) Mit einer für die Franzosen sicher ans Unheimliche grenzenden Genauigkeit meldet täglich der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht die Flüge der deutschen Fern- aufflärer über Oft» und Nordsrankreich. Sie sind zur Selbstverständlichkeit geworden, und doch bedeutet jeder einzelne Flug den bedingungslosen Einsatz jedes Mannes der Besatzung. Ob er Flugzeugführer, Beobachter oder Funker ist, jede Arbeit ist gleich wertvoll; denn einer ist auf den anderen angewiesen. Ihre Zusammenarbeit erst bedingt den Erfolg des Fluges, die Erfüllung des Auftrages. Manchmal kehrt eine Besatzung nicht zuruck. Dann wissen wir, daß sie erst nach schwerem Kampf untergegangen ist. Aber auch die anderen konnten ihre Aufgabe meist nur unter großen Schwierigkeiten oder unter Opfern durchführen. Von der Besatzung eines Flugzeuges (Flugzeugführer Oberfeldwebel R., Flugzeugfunker Unteroffizier Z.) berichtet der Beobachter, Leutnant W., über das Kampfgeschehen des letzten Fluges: In großer Höhe flogen wir unseren genau errechneten Kurs und machten laufehd Aufnahmen von dem uns zur Erkundung zugewiesenen Landstreifen. Wir waren gerade fertig, als sich eine von Westen Dorhringenhe Dunstschicht immer stärker bemerkbar machte. In diesem Augenblick überhöhten uns noch in ziemlicher Entfernung drei französische Jäger. Der eine hängte sich bald hinter unser Leitwerk. Um dem Feuer seiner Kanone und seiner MGs, das unser Funker eifrig erwiderte, zu entgehen, drehten wir über direkte Fläche. Auf diesen Augenblick warteten die beiden anderen französischen Jäger, die unter uns auf der Lauer lagen. Wild schossen sie auf uns los. Aber unser Funker blieb ihnen die Antwort nicht schuldig. Dann war plötzlich unser MG. ruhig. Beim Umdrehen sah ich nur noch den Funker zusammensinken. Unmittelbar darauf prasselte eine ganze Geschoßgarbe oben in den Heckstand. Steil drückten wir die Maschine hinab. Dabei schlug noch ein Treffer in das Funkgerät und jagte dem Bordfunker Splitter ins Gesicht und ins Auge. So gut ich's konnte, bettete ich ihn auf meinen Sitz, während oben das MG davon ist man jetzt nach hem Friedensschluß im Norden mehr denn je im Südosten überzeugt — sei die erste Pflicht und Aufgabe der kleinen Staaten am Balkan. „Bulgarien ist nicht gerecht behandelt worden und wir Bulgare^ haben zahlreiche Forderungen und Beschwerden unseren Nachbarn gegenüber. Jedoch alle diese Probleme treten heute zurück vor dem großen Problem der Erhaltung des Friedens. Das bulgarische Volk hatte in der Vergangenheit viel Blut vergossen, und die heiligste Pflicht der leitenden Männer in Bulgarien ist, das bulgarische Volk vor neuem Blutvergießen zu bewahren. Deshalb wird Bulgarien unter den heutigen Verhältnissen' nichts unternehmen, was irgend jemanden einen Vorwand geben könnte, den Frieden am Balkan und den bulgarischen Frieden in Gefahr zu bringen." Mit diesen Worten erklärte dieser Tage eine hochgestellte Persönlichkeit in. Bulgarien die Ziele und den Standpunkt der bulgarischen Außenpolitik. Das sind die Ziele und der Standpunkt der bulgarischen Außenpolitik schon seit mehreren Jahren. Auch in den anderen Staaten des Balkans gewinnt diese Auffassung der Außenpolittk immer mehr an Boden und Kraft, so daß mit vollem Recht erwartet werden kann, daß die Solidarität der Balkanvölker von Monat zu Monat stärker und wirkungsvoller werden wird. Und je stärker ihre Solidarität, um so größer wird die Sicherheit des Friedens am Balkan und die Unantastbarkeit seiner Neutralität sein. Schiffsladungen mit gespendetem Metall. u Im Berliner Westhafen begann man bereits mit dem Abtransport der m der Reichshauptftavt anfallenden Metallmengen. Unser Bild zeigt, wie die Metallspenden von einem Lastwagen in einen Frachtkahn geladen werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wer will, kann neutral bleiben. »Deutschland hat die Neutralität des SüdostenS niemals bedrohte Don unserem v.M'Äerichierstatier. i 3 ©olöcne Wolfe übccRcnate. Roman von horst MM. 25. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Dann löste Parker sich als erster ab. Er steckte die Hände in die Manteltaschen und hob mit einer überlegenen und gelangweilten Bewegung die Schultern. „Sie können wirklich nicht von mir verlangen, daß ich mich mit jedem eifersüchtigen Narren auf der Straße herumprügele ... Gute Nacht, Herr Doktor Menzel! Er hob grüßend die Hand, winkte dem Doktor zu und ging quer über die Straße zum Droschkenpai^platz hinüber. Der Doktor nickte und öffnete den Mund mit einem leisen Knall. „Gute Nacht, Mister Parker!" sagte er nachdenklich und zündete sich eine Zigarette an. In der aufzuckenden Flamme stand sein Gesicht für einen Augenblick rot beleuchtet über dem gestreiften Kragen. „Der Abgang war vorschriftsmäßig — hätte ich wahrscheinlich genau so gemacht. Aber das Rätsel ist nicht gelöst, und ich fürchte, ich werde mir doch noch eine falsche Nase und eine blaue Brille kaufen müssen ..." * Renate saß mit angezogenen Knien fröstelnd und übernächtig in dem großen kardinalroten Sessel vorm Bücherbord. Der Tag war grau, die Wolken jagten über den Himmel und schütteten Wasserschwalle herab, und der Sturm schüttelte die ersten herbstlich verfärbten Blätter von den Bäumen. Der Regen trommelte laut auf das Blechdach und stürzte in Kaskaden über das große Fenster; er zog einen rinnenden. Vorhang vor die Welt, buckelig und blind wie weißes Kathe- dralglas. In der Schrägwand neben dem Fenster hatte sich ein großer feuchter Fleck gebildet, von dem es tickend, wie der Pendelschlag einer trägen Uhr, auf den Fußboden tropfte. Ein Kastanienblatt, von einer Bö hochgewirbelt, klatschte gegen die Scheibe und blieb, vom Winde an das Glas gepreßt, wie eine aus den Wolken gefallene Hand eines vorweltlichen Tieres liegen. Das Atelier sah noch genau so au5 wie gestern, als Parker sie zu dem Ausflug nach Nymphenburg abgeholt hatte. Auf der Nähmaschine lag das winzige Spitzenröckchen einer kleinen nackten Puppen- tänzerin noch immer halbfertig unter der Nadel, und der große Korb mit bunten Flicken, Stoffresten, Flitter und Seidenbändern stand nebenbei. Nur das Licht war kalt, und die Farben hatten keine Leuchtkraft. Gestern noch hatte der Raum bunt ausgesehen, heiter und betriebsam — jetzt war er einfach unaufgeräumt. Mit ein paar Handgriffen hätte man Ordnung schaffen können, aber Renate brachte die Entschlußkraft nicht auf; die Nähmaschine zu schließen, den Flickenkorb wßgzustellen und die verstreuten Nadeln und Fäden zusammenzukehren. In dem kleinen eisernen Ofen, dessen silberbronziertes Rohr fast über die ganze Wand lief, ehe es hinter einer blanken Rosette im Kamin verschwand, lag die Post eines ganzen Sommers. Viele Briefe, ein paar Sprottenkistchen, Einwickelpapier — genug, um ein hübsches Feuerchen anzumachen und den großen Raum behaglich zu durchwärmen. Aber Renate fehlte die Kraft, diese geringen Dinge zu bewältigen. Nach langem Warten ertönte die Flurglocke. Renate hörte die schlurfenden Schritte ihrer Wirtin, das Klirren der Sicherheitskette und dann — Parkers Gruß und Frage, ob sie daheim sei. Eine kurze Unterhaltung, Frau Holzschuhs Entrüstung über „das Sauwetter, das miserablige", und ihr etwas öliges „Klopfen S' nur selber an, Herr von Parker!"; das „Von" war ihr nicht abzugewöhnen. Renate stand langsam auf, mit einer Bewegung, als koste es sie eine ungeheure Anstrengung, sich aus dem Sessel zu erheben. Parker näherte sich der Tür. Er klopfte leise an. Renate schloß sekundenlang die Augen — und vernahm das feine Knistern und Rascheln von Seidenpapier. Blumen ... Sie sah plötzlich die ganze Szene, die jetzt sich abspielen würde, und bog den Kopf mit einer abwehrenden Drehung zur Seite. Sie hörte, wie Parker halblaut ihren Namen rief, und bemerkte, wie die Türklinke zögernd sich senkte. Einen Augenblick lang war sie versucht, ihn mit irgendeinem Zuruf zurückzuhalten, Zeit zu gewinnen, eine halbe Minute, ein paar Sekunden nur für ein kurzes Atemschöpfen; es war, als suche sie gehetzt nach einem Fluchtweg... Dann schüttelte sie mit einem kurzen Straffen der Schultern die Angst ab und ging Parker entgegen. Das Riesenbukett, vor dem sie sich fast am meisten gefürchtet hatte, bestand aus drei wunderbaren langstieligen dunkelroten Rosen mit wächsern-blanken, zartgeäderten Blättern. Parker trug sie behutsam in der Hand — so behutsam, daß Renate aufmerksam wurde und das kleine dunkelblaue Kästchen bemerkte, das zwischen die langen Stiele geschoben war ... Sie ließ die schon erhobene Hand sinken. Parker hob überrascht den Kopf: „Was ist, Renate? Noch immer — Kopfschmerzen?" Sie lächelte verzagt und tastete sich einen kleinen Schritt zurück. Er schloß die Tür hinter sich. „Nein, Allan!" sagte sie plötzlich, nach einer kurzen gespannten Pause, voller Hast und starrte auf die schweren, halbgeöffneten Blüten, deren Duft sich zart im Atelier verbreitete. „Keine Kopfschmerzen — weder gestern noch heute ..." Ihr Atem ging rasch, aber sie spürte deutlich, daß die seelische Unruhe der letzten Stunden nachließ. Ihr Blick, der hinter Schleiern geständen hatte, wurde frei. Sie sah Allan voll an, und es war etwas in ihren Augen, das ihm zu versprechen schien, daß sie es kurz machen und ihn nicht quälen werde. „Es ist etwas anderes, Allan", sagte sie mit kleiner, aber fester Stimme. „Ich muß Sie um Verzeihung bitten! Ich habe mich gestern überrumpeln lassen — nein, nicht von Ihnen, sondern von mir: von meiner Feigheit, von einer jämmerlichen Angst vor dem Leben, von meiner Selbstsucht ..." Parker stand fast regungslos da; nur die Rosen beschrieben einen roten Halbkreis nach unten. Sein Gesicht war unbewegt. Sie sah nicht, was für Gedanken hinter seiner Stirn umgingen. „Mein Gott, es ist alles so schwer zu sagen, so schwer, Sie zu enttäuschen — aber ich kann nicht, ich kann nicht Ihre Frau werden!" „Und weshalb nicht?" Er bewegte kaum die Lippen. Seine Stimme war spröde, und sein Gesicht blieb starr. Renate preßte die Hände mit einer verzweifelten Bewegung zusammen. „Sie haben mich so sehr verwöhnt, Allan, Sie haben mich mit Aufmerksamkeiten aller Art überschüttet, daß mich gestern der Gedanke, alles das wieder verlieren zu müssen, einfach kopflos gemacht hat. Ich habe Ihre Werbung angenommen, nicht, weil ich Sie liebe, sondern weil das sorglose, reiche Leben an Ihrer Seite mich ver- lockt hat, weil es mir unmöglich erschien, nach diesen hellen Tagen, die für mich so neu und wunderbar waren wie ein Märchen, wieder in mein altes kleines Dasein zurückzutauchen ..." Sie schüttelte den Kopf: „Ich war unsicher, unentschlossen, feige — gestern, heute, ach, bis zu der Sekunde, als Sie hier ein- traten; aber ich kann Sie nicht belügen, Allan, und wenn ich mein Ja jetzt noch wiederholen wollte, es wäre Verrat, es wäre Lüge — Lüge vom ersten Augenblick an ..." Parkers Blick irrte von Renate ab, wanderte ziel- los durch den Raum und traf wieder ihre Stirn. Er sah verwirrt und hilflos aus und so unglücklich, daß Renate für einen Augenblick mit dem Wunsch kämpfte, hinzugehen und ihn zu trösten, zu streicheln, seinen Kopf in ihre Hände zu nehmen; nur fürchtete sie, er könne diese Regung falsch deuten, und neue Verwirrungen könnten daraus erwachsen. Und dann sah sie in seinen Augen und an seiner Haltung, daß er noch ungläubig war, daß er noch einmal sprechen wollte, daß er sie noch nicht aufgab. „Mein Entschluß steht fest, Allan!" sagte sie leise, um ihm und sich selbst weitere Peinlichkeiten zu ersparen. Parker nickte. Nach einer kleinen Weile ging er langsam zum Tisch und legte die Blumen vorsichtig darauf nieder, als wären sie aus hauchdünnem Glase geblasen. Er nestelte das Schmucketui aus den Stielen, öffnete es und schloß es, ohne hineingesehen zu haben, mit einem leisen Knacken des Verschlusses wieder zu. „Ich verstehe — ich verstehe ...", sagte er tonlos und versenkte das kleine Kästchen in der Tasche. Verloren —! Er preßte die Lippen zusammen. Eine heiße Welle überflutete sein Gesicht und brannte unter seiner Haut. Verloren —! Und in diesem Sekunde brach etwas wie eine verschüttete Quelle in ihm auf — nein, es drang zuckend in ihn ein wie die Klinge eines Schwertes durcb eine stählerne Rüstung: kalt, scharf und tödlich. Plötzlich wußte er mit dem schrecklich deutlichen Vorstellungsoermögen eines Ertrinkenden, daß nicht der Verlust des Spieles und nicht das Verstummen der goldenen Glocke, deren Klang er einmal nachgelaufen war, ihn erschütterten, sondern nur der Verlust dieser Frau, die er liebte! (Fortsetzung folgt.) Die größte unD günstigste Hlaffenlottcrk Der Hielt! M 3,DeutfcheHcich5lüttene Rudi cd ährend des Krieges spielt die Deutsche Neichslotterie wieder übet IOO Millionen Reichsmark aus. Erneuern Sie rechtzeitig 3hr Los — kaufen Sie ein neues! Die Ziehung zur ersten klgsse beginnt am 26. Rpril 1940. 480000 Gewinne und 3 Prämien aon je 500000.- HTH! fUle Gewinne sind einkommensteuerfrei. Gehen Sie noch heute ZU einer Staat- £>\ liehen Lotterieeinnahme — oder soll ein anderer auf 3hc Los 100000.- RTN gewinnen? Ein Rditellos nur Z.- HUI je klasse! Größte Gewinne: I ■ ■ ■■= fei fAntHffHB Jolta 112. Ul en eeuudue leWtwevupjegreJ 3 Millionen Reichsmark •ul tie ttiiladir* bt 2 Millionen Reichsmark «ul Stieb und ließ sich nachbenklich neben sie in emem Sesse au' X ^nbern und behielt bie beiden Kin- m-der. „Was gab es sonst zu °b-n?D-° Küche , der °°n v-Y Me Mutter, bie als fuhr er fort, da sie schwieg, „befolgt Lifa, wie Ste ser tagsuuer. -i >. ihr blankes Aussehen. Die sehr weit verbreiteten Gebrauchs- und Ausstattungsgegenstände der Württembergischen Metallwarenfabrik sind fast allgemein Neusilber. Es ist nicht erforderlich, Nickel und Neusilber bei der Ablieferung der Spende voneinander zu unterscheiden, da beide Metalle durch die Metallspende mit erfaßt werden. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß Gegenstände aus Gold und Silber, Leichtmetallen und Zink nicht der Spende unterliegen. Jede Hausfrau wird genau wissen, welche Gegenstände in ihrem Haushalt aus Gold und Silber hergestellt sind, sodaß hierzu weitere Anleitungen nicht gegeben zu werden brauchen. ♦ Münzen und Plaketten sehr willkommen! Es wirb darauf hingewiesen, baß auch die Abgabe von Münzen und Plaketten jeher Art bei der Metallspenbe des beutschen Volkes äußerst erwünscht ist. Selbstverständlich kommen hierfür nur außer Kurs gesetzte Münzen in Frage sowie solche Plaketten, die nicht einen besonderen künstlerischen ober historischen Wert haben. Es wird besonbers aufmerksam gemacht auf die große Anzahl alter Nickel-, Messing- und Kupfermünzen, die sich noch in Prioat- besitz befinden. Messingschilder — kriegswichtiges Metall! An Wohnungstüren befinben sich noch viele Messingschilder, die überflüssig geworden sind. Diese sind unbedingt abzuliefern, da es sich um kriegswichtiges Metall hanbelt. Bei der Anfertigung von neuen Schildern sollte man den neuen deutschen Werkstoff wählen. Die aus diesem Stoff hergestellten Schilder können mit moderner Schrift versehen werden. Sie sind auch durch entsprechende Farbenwahl viel lesbarer. Aus diesen Gründen gehören Messingschilder in die Altmetallschmelze zur Stärkung unserer Rüstung. M^-elne BZ 9. A.-Sport auptsache wegen Heirats- / Der Leuchisirumpf 1722 D Watzenborn-Steinberg, den 4. April 1940. 1729 D mit Vortrag Sprttata SB ---mehr-tl72oP allerKameraden Gießen, den 5. April 1940 Geschäfts-Drucksachen 01265 bei Brühl, Schulstraße 7 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Junker, Feld schütz i.R. Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftekarten Samstag, 6. 4. 20.30 Uhr Monatsavvell Dniversiläls- WkMM Während des Krieges nachmittags keine Gießen, Wleseck, Frankfurt am Main, Hamburg, Magdeburg, Schwäbisch-Hall, den 5. April 1940. UHU-Leuchizauber nachts reizvoll schimmernd, auch waschbar, erhöhen Sicherheit und Eleganz wird erwartet. Artilleriften- Kameradschaft 1895 Gießen. M., 3. April. Das Son< elte gegen den 35jähri- en Betrüger und Hoch- ijährige Gefängnisstrafe 36 bis 46,50 RM., Bullen 35 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 28 bis 45,50, Kälber 25 bis 65, Schafe 20 bis 42, Härnrnel 25 bis 51, Schweine 49,50 bis 55,50 RM. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 6. April, vormittags ' 11.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Für die Hinterbliebenen: Frau Maria Schnell, geb. Niedermeyer. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heim gang unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Heinr. Gregorius und Kinder. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unsrer lieben Entschlafenen und für die vielen Kranzspenden sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. — Ganz besonders danken wir dem Herrn Pfarrer Keusch, Leihgestern, für seine trostreichen Worte und der hiesigen Frauenhilfe für die erwiesene Ehre. Am 4. April ist die Zeitungsträgerin Frau Marie Göbel Wwe. verschieden, nachdem'1 sie 85 Jahre zu den Unseren gehört hat. Wir betrauern in ihr eine allseitig beliebte Mitarbeiterin, die jederzeit in Treue zu uns stand. Gießen, 5. April 1940. Brühlsche Universitätsdruckerei R, Lange Verlag des Gießener Anzeigers. _____________________________________________1718 D Am 4. April entschlief nach langem schweren Leiden im Alter von 74 Jahren mein Heber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Schneidermeister Karl Schnell 9 i e r 1.« Waffen < vAr Lpd. Franks dergericht Franks gen Karl S ch r c lQta h6. o 'm» y |.*S Jl'ÖQ W W Ss Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. April. (Vorbericht.) Der Hauptmarkt für Großvieh und Nebenmarkt für Kälber und Schweine nahm bei zufriedenstellenden Zufuhren einen regen Verlauf. Das gesamte Vieh wurde etwa zu folgenden Preisen zugeteilt: Ochsen Junges gebildet. M&dei wünscht Briefwechsel mit gebild.Herrn (30 bis 40 Jahr.) zwecks späterer Heirat. Zuschriften unt. 01260 and.G.A. Einsatzstrafe von sechs Jahren'Zuchthaus. Der Angeklagte hat die erlangten Gelder in Wirtschaften und Bars restlos verbraucht. Dorthin flössen auch die durch Heiratsbetrug ergaunerten Summen, die wesentlich geringer waren. Der Angeklagte spielte hier den Assistenzarzt und unterhielt zu gleicher Zeit mehrere Verhältnisse. Charakteristisch war, daß er der einen Braut schenkte, was er der anderen abgenommen hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Betrugs in fünf Fällen, darunter einen unter Ausnutzung der durch den stand geschaffenen Verhältnisse, und als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher zu zehn Fahren Zucht-' Haus, zehn Jahren Ehrverlust und Sicherungsverwahrung. »ipeni” t * 90® Csto > MhE, fllUo'V' Irrwegen vilsannnenhar fisch-fran. en man enj ui Tag * mf die „f0 r, letzungen idjifi1' MsgE lorgehen. 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Der Redner ging auch auf die Herstellung der Verbundenheit zwischen Heimat und Front ein, die in der großen Bücherspende und dem ständigen Gedankenaustausch ihren Ausdruck finden soll. Der Kreisleiter wandte sich namentlich auch an die Frauen und forderte auf, daß sich jede deutsche Frau der einzig großen Organisation aller deutschen Frauen, der NS.-Frauenschaft bzw. dem Frauenwerk, anschließen soll, um in dieser Organisation die Ausrichtung auf die großen Ziele zu empfangen. Kreisleiter Backhaus sprach noch über die günstige außenpolitische Lage des heutigen Deutschland und er- mahnte jeden Volksgenossen zu äußerster Pflichterfüllung auf dem Platz, auf dem er steht. Er forderte auf, zusammenzustehen und mit dem Führer in Treue und Vertrauen den Sieg zu erringen, damit ein Reich des Friedens in einem neuen Eur- ropa gebaut werden kann. Starker Beifall lohnte bie Ausführungen des Kreisleiters. * ** Goldene Hochzeit. Am morgigen Samstag, 6. April, können unsere Mitbürger Ludwig Beimborn und Frau Marie, geb. Engelhardt, Schiffenberger Weg 37, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar gehört seit fünf Jahrzehnten zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. (Wir beglückwünschen zum Ehejubiläum auf das herzlichste!) Aus der engeren Heimat. Pfarrer Heinrich KuNmann, Berstadt, t Im Alter von 74 Jahren ist am Dienstag der Pfarrer i. R. Heinrich K u l l m a n n in Berstadt bei Nidda verstorben. Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben aberufen worden, der sein Wirken allezeit ganz auf den Dienst für die ihm anvertraute Gemeinde und auf die Förderung der oberhessischen Heimatpflege ausgerichtet hatte. Neben seinem Amt als Seelsorger der Gemeinde Berstadt lag ihm die Erforschung und Schilderung des oberhessischen Volkstums am Herzen. Das Ergebnis seiner Heimatgeschichtsforschungen hat er in zahlreichen Aufsätzen unserer Beilage „Heimat im Bild" für die Gegenwart und für die Nachkommen.festgehalten. Er war einer der ersten Mitarbeiter unserer „Heimat im Bild", der seit dem Beginn des Erscheinens dieser Heimatbeilage immer gern Anlaß genommen hat, in ihren Spalten das Verständnis für die Geschichte unserer engeren Heimat und die Liebe zu ihr und dem oberhessischen Vol^tum zu pflegen und zu vertiefen. Durch seine Dienste für die Gemeinde Berstadt und durch seine heimatgeschichtlichen Arbeiten hat er sich die Wertschätzung weiter Bevölkerungskreise erworben, die ihn und sein Wirken in dankbarer Erinnerung behalten werden. Zehn Jahre Zuchthaus für einen Hochstapler. Kugel' Ludwig, DfB.°R. Gießen, 8,53 m; 2. Seim, Mtv. Gießen, 7,98 m; 3. Werner, 1900 Gießen, 7,86 m. WiiMafi. Renten im Vordergrund. Frankfurt a. M„ 4. April. Die feste Haltung, mit der die deutschen Börsen in öie Osterseier- tage gingen, setzte sich bei der Wiederaufnahme des Geschäfts nach der mehrtägigen Verkehrsunterbre- chung fort. Die bis bahin mit Anschaffungen etwas zurückhaltende Bankenkundschaft gab in verstärktem Maße Aufträge, und auch der berufsmäßige Han- del bekundete zunehmendes Interesse. Die Umsätze erhöhten sich von Tag zu Tag, und die teilweise ziemlich lebhaften Käufe zeigten einen ausgesprochenen Anlagecharakter.. Der 1. April ist der größte Zinstermin des Jahres. Er entspricht zwar Hinsicht- lich der Rentenpapiere genau dem Kuponzahltag vom 1. Oktober, aber es kommt hinzu, daß in den Tagen um die Wende des Frühjahrsguartals be- lang reiche Jahres,Zahlungen aus Aktienkupons entsprechend den Beschlüssen der um diese Zeit gehäuft ten Hauptversammlungen stattfinden, während im Herbst nur wenige Dividendenausschüttungen fällig werden. Wurde der Kupon schon früher fast aus- schließlich zur Neuanlage in Wertpapieren benutzt, so muß in der jetzigen Zeit, die kapitalmarktmaßig im Zeichen beträchtlicher beschäftigungsloser Gelder steht, noch viel ausschließlicher wieder in Effekten Anlage stattfinden. Dieser starken Nachfrage fehlte das entsprechende Angebot, woraus sich die Festigkeit der Börse mit dem gleichzeitigen Sinken der Rendite erklärt. Die Nachfrage erstreckte sich dabei ziemlich auf alle Gebiete, ohne wahllos zu sein, denn auf den inneren Wert einer Gesellschaft und nicht allein auf die Höhe der Dividende wird auch weiterhin ziemlich genau Bedacht genommen. Den mehrprozentigen Steigerungen folgte gegen Ende dieses Berichtsabschnitts (Donnerstag) ein fühlbarer Kursrückgang, da allgemein das Bestreben nach Gewinnmitnahmen und nach Entlastung bestand, wobei auch von der Kundschaft teilweise nicht unerhebliche Beträge herauskamen. Im Interesse einer normalen Kursgestaltung wird diese Entwicklung überwiegend begrüßt, zumal sich die Renditen durch die starken Erhöhungen vermindert hatten und keinen besonderen Reiz zu weiteren Anlagekäufen boten. In gleichem Maße, wie sich das Interesse für Ak- tien vermindert hatte, steigerte es sich zunehmend für Renten. Hier bildete zunächst die Aufhebung der Zahlungsmittelfunktion bei den NF-Steuergutschei- nen das bemerkenswerteste Ereignis, ein Umstand, der aber die Kursentwicklung nicht sonderlich beeinflußte. Zwar erfolgte« einige Tage merkliche Verkäufe bei nachlassenden Kursen, während später in Steuergutscheinen II umfangreiche Anlagekäufe ein- setzten, zumal es derartige mittelfristige Anlagen nur verhältnismäßig selten gibt. Die Kurse haben sich nicht nur schnell erhalt, sondern sich sogar beachtlich befestigen können. Der starke Materialmangel an Pfandbriefen, Kommunal-Obligationen und sogar Stadtanleihen (letztere haben sich stark dem Paristand genähert), verursachte sehr reae Nachfrage nach Industrie-Obligationen, die schließlich die Woche mit Kursgewinnen von 1 bis 2 v. H. ab» schlossen und vielfach repartiert werden mußten. Daneben verblieb lebhaftes Interesse für Konsolidierungsanleihen des Reiches, die ihren Kursstand gleichfalls weiter erhöhten und meist mit 100,75 und 100,90 notieren. • Zäh und verbissen kämpfte die Hintermannschaft der Kombinierten weiter und, im Tor stehend, rettete der Verteidiger durch Handabwehr. Der von Schaumburg geschossene Elfmeter wurde abgewehrt, ebenso der Nachschuß. Verschiedene Ecken, von beiden Seiten getreten, brachten nichts ein. Kurz vor Seitenwechsel schoß Schaumburg, auf gute Vorlage von Unglaub, zum zweiten Treffer ein. Auch die zweite Spielhälfte stand meist im Zeichen der Platzmannschaft. Stets stand nun der Torhüter der Kombinierten im Brenpunkt der Geschehnisse. Schmitt erhöhte auf 3:0, und Harnisch verwandelte im Nachschuß einen von Fett getretenen Strafstoß zum vierten Treffer. Mit drei Stürmern versuchten die Blau-Weihen der Hintermannschaft der „Teutonen" gefährlich zu werden, während die Halbstürmer noch in der Verteidigung aushalfen. Ein Weitschuß des Läufers Wehrum stellte das Resultat auf 5:0. 15. Fußballänderkamri Deutschland - Ungarn in Berlin. Im Ländertreffen gegen Ungar«, das am kommenden Sonntag im Berliner Olympia-Stadion durchgeführt wird, hat der deutsche Fußballsport seine erste internationale Kraftprobe im Jahre 1940 zu bestehen. Dem Kampf gegen die Magyaren sieht man deswegen mit besonderer Spannung entgegen, weil es Ungarns Fußballkünstler waren, die unserer Nationalelf im vergangenen Herbste im ersten Kriegs- Länderspiel in Budapest mit 1:5 Toren eine hohe Niederlage bereiteten. Dieser Budapester Sieg der Ungarn war gleichzeitig ihr siebter in der Geschichte der deutsch-ungarischen Länderbegegnungen. Sieben ungarischen Siegen stehen nur drei deutsche gegenüber, die alle auf deutschem Boden herausgespielt wurden. Viermal trennte man sich unentschieden, eine Bilanz also, die eindeutig zugunsten der Ungarn siebt und von deutscher Seite dringend einer Aufbesserung bedarf. Oie Ergebnisse des Hallensportfestes Klasse A Männer: Weitsprung: 1. Hochstein, Tv. Großen- Buseck, 6,56 m; 2. Harthaus, Gotha, 6,36 m; 3. Jug- hardt, Mtv. Gießen, 6,09 m; 4. Kronauer, VfB.-R. Gießen, 6,01 m. Dreisprung: 1. Harthaus, Gotha, 12,35 m; 2. Decher, Schlitz, 12,18 m; 3. Pelke, Kassel, 12,14 m. Kugel: 1. Dr. Luh, VfB.-R. Gießen, 14,90 m; 2. Harthaus, Gotha, 13,40 m; 3. Pelke, Kassel, 13,20 m. Dreikampf: 1. Harthaus, Gotha, 1956,2 Punkte; 2. Pelke, Kassel, 1787 P.; 3. Jughardt, Gießen, 1572 P.; 4. Decher, Schlitz, 1494 P.; H. Kronauer, Gießen, 1454 Punkte. Klasse B Frauen: Wettsprung: 1. Seim, Mtv. Gießen, 4,38 m; 2. Werner, 1900 Gießen, 4,23 m; 3. Ludwig, VfB.- Reichsbahn, 3,91 m. , Spiele um die Kriegsmeisterschast der Bezirkskiaffe Rodheim — VfB.-Reichsbahn Gießen. 1900 Gießen — Sportfreunde Wetzlar. Sportverein 05 Wetzlar — Watzenborn-Steinberg. Ehringshausen — Naunheim. , Die Grün-Weißen machen einen Ausflug nach Nodheim. Wenn auch feststeht, daß die Rodheimer gegen die VfB.er nicht gewinnen können, so kann man doch mit einem Spiel rechnen, bei dem der Platzverein bis zum Schluß kämpfen wird. Die Leute vom Trieb empfangen die Sportfreunde Wetzlar. Man weiß zur Zeit nicht, wie sich die einzelnen Mannschaften zusammensetzen. Eine Vorhersage über den Ausgang des Spieles ist daher nicht möglich. Die Teutonen sind wiederum nach Wetzlar an- gesetzt und müssen auf dem Platze des Sportvereins 05 antreten. Die Watzenborner scheinen in ihrer Spielstärke und ihrer Siegeszuversicht etwas nachgelassen zu haben. Trotzdem sollte es ein interessantes Spiel geben. Die Ehringshäuser konnte« bis jetzt nicht viel bestellen und werden auch in Naunheim die Punkte lassen müssen. Steinbach — Großen-Buseck. Nachdem Steinbach am vergangenen Sonntag in Hungen einen schönen 6:2-Sieg erringen konnte, empfängt die Elf am kommenden Sonntag in einem zweiten Spiel um die Kreisrneisterschaft eine Elf von Großen-Buseck. Die Steinbacher stützen sich für diesen Kampf auf bewährte Kräfte wie Burger, Becker, Schmidt, Sucker, Peter, Hofmann, Größer, Paul, Weber, Arnold, Sehrt und Pitt. — Steinbach hat damit eine gute Mannschaft zur Verfügung, die sich, so hofft man, gegen die Großen-Busecker gut behaupten können sollte. Der Sieger dürfte erst mit dem Schlußpfiff fesfftehen. Watzenborn-Steinberg I gegen Leihgestern-Großen-Linden komb. 5:0. Vor einer erheblichen Zuschauermenge hatte die I. Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg am vergangenen Sonntag im WHW.-Spiel eine kombinierte Mannschaft von' Leihgestern-Gro- ßen-Linden zu Gast. Die Platzmannschaft stützte sich auf die folgenden Spieler: O. Burger; K. Schmandt, Fett; Wehrum, Hirz, Maid; Schaumburg, Unglaub, 'Schmitt, Häuser, Harnisch. Die Kombinierten, die ebenfalls einige Gastspieler in ihren Reihen hatten, verfügten neben einer guten Verteidigung über einen ganz ausgezeichneten Torhüter, der seine Mannschaft vor einer weit höheren Niederlage bewahrte. Das Spiel begann mit einer leichten Feldüberlegenheit der „Teutonen", die immer drückender wurde, doch konnte die sofort verstärkte Abwehr vorerst noch zählbare Erfolge vermeiden. Prachtvoll meisterte der Gästetorhüter kurz hintereinander zwei scharfe Schüsie von Schmitt, doch gegen einen weiteren direkten Schuß desselben Spielers war er machtlos. Anerkannte MO. SoolWeln „Parnass! werden beute nachmittag am Bahnhof Gießen abgegeben. Reichsnährstandspreis MöBJetteMen ' Telefon Lich 383. [01271 und sich durch eine Erfindung einen Namen per« chafft habe. In einem Falle erzählte er, daß ihm 4000 RM. zur Verfügung gestellt worden seien, damit er die Erfindung patentieren lasse, m einem andern Falle erhöhte er die Summe auf 32 000 RM. Die gutgläubigen Geldgeber waren der Meinung, daß nach den Worten des Angeklagten die ihm zur Verfügung gestellten Mittel bald eintref- en würden. Zu den Geschädigten zählt auch die Frau eines im Felde weilenden Gewerbetreibenden. Bei Begehung des Betrugs wußte der Angeklagte, daß der Mann eingezogen war, und er machte sich deshalb des Verbrechens gegen § 4 der Verordnung gegen Volksschädlinge schuldig. Das zur Aburteilung allein zuständige Sondergericht erkannte gegen den Angeklagten in biefenp Falle auf eine stapler, der zuletz verbüßte, die er i . , , , schwindel erhalten hatte. Der Angeklagte gab sich als Sohn eines Hofgutsbesitzers aus und betrog eine Hausangestellte um 500 RM., der gegenüber er sich als Student bezeiMet hatte. Nach der Strafverbüßung hatte der AMchuldiate mehrere Stellen inne, erlitt aber verscWvene Unfälle und wurde dann wieder kriminell. Es gelang ihm, sich durch falsche Vorspiegelungen Darlehen von 3000 und 2000 RM. zu beschaffen und sich durch Heiratsbe- trügereien in den Besitz weiterer Mittel zu setzen. Er bezeichnete sich als Student der Technischen Hochschule Darmstadt, der vor der Prüfung stehe ^Azösisch^ . Brüssel, höfische Bl Rede an «lätte, den (5 Wchen Bio Mnng d N Milde n e, daß De schnürt '^..gering Solcher Brut Jr?u«n ui n^den. n'At-N Serben S'func 1 tbittet W ’0n"1 ttang, p‘tD w Mi« ME.501 »in Unsere geliebte, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Marie Göbel Wwe. ist heute für immer von uns gegangen. In tiefer Trauer: Erich Pulz und Frau Elisabeth, geb. Göbel Familie Fritz Göbel Familie Wilhelm Göbel Familie Heinrich Göbel Familie Ernst GöbeL Gießen (Landgraf-Philipp-Platz 5), den 4. April 1940. Die Trauerfeier findet Samstag, den 6. April, vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhöfe statt. __1717 D 2 Kuhvlerrte und einige Lagevavbeiiev zum sofortigen Eintritt gesucht. Loh. Sistbev Koblenbandelsgesellschnft, Alicenstr. 42-44. ________E Ml Ullllilllllllllllllllllllllll I. Hypothek aus Privathand gesucht. Angebot unter 1725D an den Gieß. Anzeiger. Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 Vereine | Gießen, Seltersweg 52