syo. Jahrgang Nr. 55 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Bellagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschlust 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" PostscheckllllsgFrankf^M. Dienstag, 5. März 1940 Eichener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhr des Bormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstanelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/omehr Ermäßigte Grundvreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. vrühlsche UniversttStrdnlckerei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Stehen, Zchulstratze 7-9 Der italienische Protest in London. Englands Maßnahmen gegen den deutschen Kohlenexport stören die englisch-italienischen Beziehungen. deutung zukomme, die sie in dem im Jahre 1914 ausgebrochenen Konflikt nicht gehabt hätten. „Sun- day Times" veröffentlichte eine Meldung aus Neu- york, nach der selb ft in den Vereinigten Staaten die Erregung gegen die englischen Blockademaßnahmen bedenklich zu wachsen beginne. Auch die japanische Presse mahnt zu aufmerksamer Überwachung der Art, in welcher von den europäischen Westmächten der Wirtschaftskrieg im Fernen Osten geführt wird. Oer Wehrmachtsbericht Berlin, 4.März. (MB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Zwischen Saar und Pfälzer Wald wurden durch einen Spähtrupp sieben, an einer anderen Stelle zwei französische Gefangene eingebracht. Die deutsche Luftwaffe setzte in der Rächt vom 2. zum 3.3. ihre Lrkundungstätigkeit an der englischen Ostküste und über Oslfrankreich fort. Einzelne Feindflugzeuge flogen in großer höhe von der Deutschen Bucht her nach Ilordwestdeutschland ein. Dabei überflog ein englisches Flugzeug die deutsch-dänische Grenze. Ein Rat an die Neutralen. Großadmiral Raeder über die deutsche Seekriegführung. Berlin, 4. März. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, gewährte einem Vertreter der National Broadcasting Company, Neuyork, eine Unterredung. Er wies darauf hin, daß England mit der Erweiterung seiner Banngutliste den Krieg gegen die deutsche Zivilbevölkerung begonnen habe. Da ein Krieg nur auf Gegenseitigkeit geführt werden könne, habe Deutschland das Recht und seinem eigenen Volk gegenüber auch die Pflicht, mit gleichartigen Mitteln gegen England vorzugehen. Die von Deutschland getroffenen militärischen Maßnahmen verfolgten keinen anderen Zweck, als den Transport derselben Waren nach England zu verhindern, die England nicht nach Deutschland gelangen lassen wolle. Deutschland stelle alle zu militärischen Zwecken bestimmten Fahrzeuge in die Kriegsmarine ein, mache sie also offiziell zu Hilfskriegsschiffen, die die Kriegsflagge führten und deren Besatzungen Angehörige der Kriegsmarine, also Soldaten seien, England dagegen benütze zivile Fahrzeuge und Seeleute, ohne sie zu Bestandteilen der Kriegsmarine zu machen. Sie leisteten unter der Handelsflagge reine Kriegsarbeit. Das deutsche Rechtsempfinden erblicke hierin eine echt englische Heuchelei, wenn England sich nach dem Verlust solcher Fahrzeuge beklage, Deutschland habe harmlose zivile Fahrzeuge angegriffen. Großadmiral Raeder behandelte dann die Gefahren, die neutralen Handelsschiffen drohen, wenn sie sich kriegsmäßig verhalten. Hierzu gehöre auch das Fahren im Konvoi. Vier deutsche Zager gegen zwölf Moräne Rom, 4. März. (DNB.) „Agenzia Stefani" veröffentlicht die italienische Protestnote an England. In ihr heißt es: Die faschistische Regierung bezieht sich auf die Mitteilung der britischen Regierung, wonach jedes Schiff, das mit einer LadungKohlen deutschen Ursprungs nach dem 1. März den Hafen, an dem es diese Kohlen an Bord genommen hat, verläßt, Kontrollmahnah men unterliegt. Angesichts dieser Maßnahme, die die italienischen Interessen schwer schädigt, erneuert die faschistische Regierung in der entschiedensten Form die Proteste und die Vorbehalte, die sie bereits hinsichtlich der Prinzipien äußerte, die die Maßnahmen der englischen Regierung bezüglich des Wirtschaftskrieges bestimmen und die Art und Weise ihrer Anwendung gegenüber den nichtkriegführenden Staaten. Im Hinblick auf die in Kraft befindlichen internationalen Normen ist die heute geübte Praxis offenbar rechtswidrig. Denn diese Praxis führt dazu, den ganzen Seehandel der nichtkrieg- führenden Staaten einer oft beleidigenden Kontrolle zu unterwerfen, indem man von ihnen eine beschwerliche Dokumentierung verlangt, die nicht mit Lern normalen Geschäftsgeheimnis des Handels vereinbar ist und das Abweichen der Schiffe von ihrem Kurs mit oft auf Wochen ausgedehnten Aufenthalt in den Kontrollhäfen zur Norm erhebt und so der Entwicklung des Handels schweren Schad en zu fügt mit dem Ergebnis, die Einfuhren der nichtkriegführenden Staaten lahmzulegen, was unmittelbare und sofortige Rückwirkungen auf die Industrie und die Beschäftigung der Arbeiter hat. Die Beschlagnahme der Postsäcke auf hoher See und die Kontrolle der Brieffendungen, auch wenn diese von Italienern an Italiener gerichtet sind, stellt eine flagrante Verletzung d e s Post- geheimnisses dar, das die XL Haager Konvention von 1907 ausdrücklich hat garantieren wollen. Gänzlich unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien des internationalen Rechtes ist aber vor allem der von der englischen Regierung gefaßte Entschluß, die aus Deutschland auf dem Seewege nach Italien gelangenden K o h l e n i m p o r t e einer Kontrolle zu unterziehen, um so mehr, als die britische Regierung weiß, daß diese Kohle für das Leben und die Arbeit des italienischen Volkes eine unbedingte Notwendigkeit darstellt. Diese Maßnahme ist geeignet, die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Italien und Großbritannien — wie sie in dem Abkommen vom 16. April 1938 vereinbart wurden — zu stören und zu beeinträchtigen. Die Auffassung in Rom. Rom, 5. März (Curopapreß.) In einem Teil des Auslandes scheint man den italienischen Protest gegen London dahin auszulegen, daß die Meinungsverschiedenheiten allein schon durch ein Entgegenkommen Englands in der Frage der italienischen Kohlentransporte aus Deutschland behoben werden könnten. Dieser Auffassung tritt man in maßgebenden römischen Kreisen scharf entgegen. In der Protestnote werde das verwickelte Problem der Wirtschaftsblockade Englands gegen Deutschland und der Methoden, mit denen sie durch geführt werde, in der Gesamtheit aufgeworfen. Das Dokument sei so geartet, daß es alle Staaten interessiere, die sich infolge der Verschärfung der Blockade zur See in eine besonders schwierige Lage versetzt sähen. „Tevere" zieht einen Vergleich zwischen dem gegenwärtigen Verhalten Englands gegenüber Italien und jenem beim Ausbruch des Weltkrieges. Die telegraphische Anweisung, die Churchill damals dem Kommandanten der Mittelmeer-Flotte gegeben habe, die italienische Neutralität streng zu achten und allen englischen Kriegsschiffen zu verbieten, sich auf weniger als sechs Meilen den italienischen Küsten zu nähern, habe klar gezeigt, als wie unheilvoll jeder mögliche Zwischenfall für die damalige Sache Englands von Churchill beurteilt worden sei. Ob Churchill noch immer überzeugt sein mag, daß der kleinste Zwischenfall mit Italien unheilvoll sein könne, um diese Frage zu beantworten, müßte man wissen, welchen Unterschied Churchill zwischen dem heutigen und dem damaligen Augenblick sehe. Die Geschichte registriere heute eine Kraft, die im Jahre 1914 nicht bestanden habe, das sei das faschistische Imperium mit seinen uneinschränkbaren Notwendigkeiten und seinen unwiderruflichen Vorhaben. Der jüngste törichte Versuch Englands gegen Italien habe auch sein Gutes, da er die größtmögliche Ausnutzung der Landtransporte beschleunige, auf die sich im übrigen der italienische Handelsverkehr aus wirtschaftlichen, politischen und militärischen Gründen bereits automatisch ausgerichtet hätte. Bereits vor zehn Jahren seien über die östlichen nördlichen Pässe — also die westlichen nach Frankreich ausgenommen — 8 600000 Tonnen eingeführt worden, so daß man bei einer planmäßigen Steigerung der Transporte bequem auf eine zwei- bis dreifache Leistung kommen könne, die auch im Kriegsfälle gesichert' fei. Starker Eindruck in London. Rom, 4. März. (Europapreß.) Daß der Eindruck, den die energische italienische Protestnote in London ausgelöst hat, tiefgehend ist, geht aus dem Bericht des Londoner Korrespondenten der „Tri- buna^ hervor. Man beginne in London zu verstehen, daß die „Rechte" der Kriegführenden schließlich von dem mehr ober weniger sich fühlbar machenden Widerstand der Neutralen abhängig bleiben, denen in diesem Kriege eine Be- (P.K.) Feindliche Flugzeuge im Anflug! Zwei, drei, nein — zehn, zwölf schwarze Pünktchen heben sich vom hellen Mittagshimmel ab. Unten hat die französische Flak, die die deutschen Jäger von der Grenze ab aufs Korn nahm, das Schießen eingestellt. Jetzt sind die deutschen Jäger — inzwischen sind es vier Maschinen, am Feind. Und nun zeigt sich, wem der französische Angriff gilt- Vor sich her treiben die zwölf Moräne einen deutschen Fernaufklärer! Die Jäger wenden in engster Kurve und jagen ihre Garben aus Kanonen und Maschinengewehren zwischen das Rudel. Im Augenblick lassen die zwölf von dem Fernaufklärer ab und stieben wild durcheinander. Der Führer der deutschen Jagdgruppe hat einen Franzosen vor sich bekommen, der nicht mehr rechtzeitig abdrehen kann. Aus 60 Meter Entfernung trifft ihn der erste Feuerstoß. Die Moräne kippt nach unten ab. Kein Fallschirm öffnet sich, nur Augenblicke sind es, bis die Maschine am Boden zerschellt. ........ (PK.) Wir sind in F o r b a ch. Durch die aufgebrochenen Mauern eines halb zerschossenen Hauses blicken wir zum Feind. Ein sonnenklarer Nachmittag. Weit schaut man in Feindesland. Hier und dort haut die Artillerie em. Hoch oben in der Luft fliegen Jäger und eine große Aufklärermaschine. Gerade will mir ein Jnfanterieleutnant einen markanten französischen Befestigungspunkt zeigen, als wir plötzlich vor uns eine brennende Maschine im Gleitflug niedergehen sehen. (Eine deutsche Maschine? Ein Aufklärer? — Zwischen den französischen Bunkern muß sie notgelandet sein. Etwa 4 bis 5 Kilometer vor uns. Mit Bestimmtheit will mein Nebenmann das Flugzeug als deutsche Maschine erkannt haben. — Jetzt schlagen Stichflammen auf! Entweder beim Aufschlag explodiert oder von der Besatzung in Brand gesteckt ... Wir warten. Ein Vorstoß bis zur Auf- jchlagstelle kann nicht unternommen werden. Deutsche Jagdflugzeuge stießen bei Grenzüberwachung in Gegend Diedenhosen auf französische Jagdflugzeuge. Ls kam zu einem L u f t k a m p f zwischen vier Messerschmitt-Flugzeugen und zwölf Moräne-Flugzeugen. Nachdem ein französi- schesFlugzeugabgefchoffen war, entzogen sich die Franzosen trotz ihrer dreifachen Ueberlegen- heit dem weiteren Kampf. Ein deutsches Heinkel-Ausklarungsslugzeug mußte nach einem Luftkampf mit drei französischen Jägern in der Gegend von Wetz, in dessen Verlauf beide Motoren aussehten, mitten in der französischen Feslungslinie notlanden. Die Besatzung verbrannte ihr Flugzeug. Zwei Mann, von denen einer einen schweren Oberschenkelschuß erhallen hatte, schlugen sich durch die französischen Linien bis in die deutsche Stellung durch. ll-Boot meldet Versenkung von 36000 Bruttoregistertonnen. Berlin. 4. März. (DBB.» Lin U-Bool meldet nach Rückkehr von Fernfahrt die Versenkung von 36 000 Brt. Die einzelnen Schiffe übertrügen den bewaffneten Widerstand gegen die prisenrechtliche Untersuchung auf die geleitenden Kriegsschiffe. Der deutsche Standpunkt sei: Wer Waffenhilfe in Anspruch nimmt, muß Waffeneinsatz gewärtigen! Im Küstenoarfeld eines kriegführenden Landes fei naturgemäß damit zu rechnen, daß von beiden Seiten mit Einsatz aller neuzeitlichen Kampfmittel gekämpft werde. Dies gelte besonders für die Seegebiete vor der englischen Küste, zumal die brittsche Admiralität die neutralen Handelsschiffe zum Befahren minenverseuchter Gebiete zwinge und durch den Mißbrauch neutraler Flaggen sowie durch die Verwendung von Handelsschiffen zu Kriegszwecken die Unterscheidung von feindlichen und neutralen Handelsschiffen nahezu unmöglich mache. Das Verbot des Präsidenten Roosevelt für die amerikanische Schiffahrt, die gefährlichen Zonen um England zu befahren, ist der beste Beweis gegen das von England geübte Verfahren, das die 91 eutraten zum Befahren dieser Gebiete zwingt, ohne in der Lage zu sein, ihre Sicherheit zu gewährleisten. Deutschland kann allen Neutralen nur raten, die Politik des Präsidenten nachzuahmen. In bewußter Unterstützung der Absichten der Vereinigten Staaten, die Deutschland respektiert, wird die deutsche Kriegsmarine nach Möglichkeit anstreben, Schisse der USA. grundsätzlich zu schonen wo es auch immer sei. Ich hoffe, daß diese eindeutige Stellungnahme von unserer Seite so verstanden wird, wie sie gemeint ist: als vorbehaltlos und aufrichtig. Keiner der übrigen hat mehr Lust, sich mit den deutschen Jägern einzulassen; in kurzer Zeit sind die vier deutschen Jäger Herren des Luftraumes über Diedenhofen, das friedlich und still unten in der Sonne liegt. Wenige Minuten später sind die Jäger wieder über der Grenze. Schon am Vortage konnte die Jagdgruppe fünf Luftkämpfe buchen, bei denen die Franzosen den Kürzeren gezogen hatten, lieber St. Avold erwischte sie eine Moräne, bei Völklingen trafen acht Jäger auf zehn Moräne, von denen drei nach wirksamen Beschuß mit Trudelbewegungen nach unten verschwanden. Südostwärts Diedenhofens hätten es drei Franzosen verstanden, deutsche Jäger über die Grenze zu ziehen. Eine Mureaux stürzte nach den ersten Angriffen flatternd unach unten. Es muß doch ein beklemmendes Gefühl fein für die Franzosen, über ihrem eigenen Gebiet eine Schlappe nach der anderen zu erleiden, obwohl sie zumeist in der Ueberzahl waren. Hans Herbert Hirsch. Zwei Stunden sind bereits vorbei. Das Schicksal der Besatzung scheint besiegelt zu sein. Da! Dort! Zwei Gestalten kommen angewetzt. — Sie verschwinden jetzt im Hohlweg, drücken sich an der Waldecke vorbei, laufen in Richtung auf Forbach. Jetzt tauchen sie wieder auf. Ein Blick durch das Fernglas. Zwei Flieger in ihrer Kombination. Wir pirschen uns entgegen. Wirklich es sind der Flugzeugführer und der Beobachter des deutschen Aufklärers. Der Beobachter hat einen Steckschuß im Oberschenkel, aber trotzdem hat er den Lauf auf Leben und Tod durchgehalten. Wir heben ihn über die Hindernisse und tragen ihn ins nächste Haus. Stoßweise erzählt der Flugzeugführer, ein Unteroffizier, von diesem dramatischen Flug. „Auftrag: Aufklärung über einem bestimmten Gebiet. Fast alle Objekte waren bereits abgeflogen und fotografiert, als in der Gegend von Metz in etwa 8200 Meter Höhe drei französische Jäger — „Moräne" — ankamen. Wir wehren uns mit allen OerGchußvorEnglandsBug „England hat stimmungsmäßig und sachlich eins Schlacht verloren!" So wird knapp und klar in einem bekannten Blatt des neutralen Auslandes gegenüber dem deutschen Heeresbericht über die ersten sechs Monate Krieg festgestellt. Die englische Regierung hat auf diesen Bericht gar nicht schnell genug antworten können. Sie schickte dazu ihren Schatzkanzler, Sir John S i m o n , an das Rundfunkmikrophon, kaum, daß der deutsche Tatsachenbericht mit seinen nüchternen Zahlen bekanntgeworden war. Die Regierung Chamberlain hätte sich sagen müssen, daß sie mit dieser kopflosen Ueberstürzung und mit der armseligen Inhaltslosigkeit ihrer Entgegnung den durchschlagenden Eindruck des deutschen Wehrmachtsberichtes nur noch unterstrich. Sie hat schon sechs Monate vorher Tag für Tag den schweren Fehler gemacht, Papiererfolg auf Papiererfolg zu veröffentlichen. Diesem ganzen Lügensystem, dem dis übrige Welt mit zunehmender Skepsis begegnete, stand nun plötzlich die sehr knappe, sehr zurückhal» tende Aufzählung der Tatsachen des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht gegenüber. Was hätte für die englische Regierung nach dieser Veröffentlichung näher liegen müssen, als den deutschen Bericht Satz für Satz, Tatsache für Tatsache, Zahl für Zahl zu widerlegen und darüber hinaus ihm mit der! gleichen Präzision die sechsmonatigen „(Erfolge" der englischen Kriegführung gegenüberzustellen! Nichts davon ist geschehen, nicht eine einzige Zahl, nicht eine einzige Tatsache konnte der als Sprecher vorgeschickte englische Schatzkanzler widerlegen, ja auch nur anzweifeln! Mit ein paar allgemeinen Redens-, arten ist deutschen Wehrmachtsberichten ja nun wirklich nicht beizukommen. Nichts ist für die Kampf läge im allgemeinen und für die Lage der Regierung Chamberlain-Churchill bezeichnender als dieser völlig resignierte Verzicht auf jede sachliche Antwort. Inzwischen haben der deutsche Wehrmachtsbericht einerseits und der genannte englische Verzicht anderseits im ganzen neutralen Auslande so stark gewirkt, daß man in Landon wahrscheinlich sich mit den einschlägigen Ministerien zusammensetzen und Stichworte für die Presse ausgebeif wird, die sich dem Wehrmachtsbericht gegenüber bisher völlig hilflos gezeigt hat. Eine solche nachträgliche Zusammenstopp elung von Antwortsversuchen würde der dritte schwere Fehler sein, den die Regierung Chamberlain machen könnte. Wir verweisen dabet auf zwei auffallende Tatsachen, die keines kammen- iiörenden Wortes bedürfen. Erstens ist Herr Duff Cooper von feiner bekanntlich recht unerquicklichen! Propagandareise nach Amerika mit der Erkenntnis zurückgekehrt, daß mit der Propaganda für Englands Krieg allein heute kein Staat mehr zu machen ist. Und zweitens verlangt das Pariser Blatt „Ordre" im Ton des völlig verärgerten lieber» druffes,' „daß man mit der Methode der Lügendem richte über militärische und zivile Dinge endlich aufhören muß". Diese Forderung unmittelbar nach der Veröffentlichung des deutschen Wehrmachtsberichtes über die ersten sechs Monate Krieg und nach der hilflosen Antwort der Regierung Chamberlain spricht Bände. Man war in London im besten Zuge, Deutschland auf dem Papier umzubringen. Man vernichtete fortgesetzt deutsche U-Boote, andauernd sollten englische Flieger über den wichtigsten deutschen Städten sein usw. In diese alberne Komödie hinein platzte der deutsche Wehrmachtsbericht wie ein Schuß vor den englischen Bug. Es ist nitch der erste Nervenschock, den die Regierung Chamberlain in diesem Kriege erleidet. Und es wird, wie die Wirkung des deutschen Berichtes im Auslande zeigt, ganz gewiß nicht der letzte sein. MGs. Beim dritten Anflug haben sie anscheinend den Bordmonteur und den Funker getroffen. Ich rufe mehrmals nach hinten durch, aber niemand meldet sich mehr. Auch den linken Motor hat es dabei erwischt. Nur der Beobachter kann noch nach vorn schießen. Nach hinten sind wir ungeschützt. Ueberall prasselt es in die Maschine hinein. (Ein MG.-Schuß geht ins Armaturenbrett und knallt mir irgendeinen Teil ins Gesicht. Nun scheint's den Kameraden neben mir gepackt zu haben. Er ist getroffen. „Durchhalten", schreie ich ihm zu. 3000 Meter Höhe verloren. Auch der rechte Motor tut es nicht mehr, schweigt. Schaffen wir es irrt Gleitflug bis zu den deutschen Linien? Vielleicht! Tiefer geht es. I ch m u ß l a n d e n. Das Fahrwerk muß drin bleiben. Es müßte mit der Hand herausgekurbelt werden. Der Beobachter verwundet — das schaffe ich allein nicht. Also Bauchlandung. Mitten hinein in die französischen Bunker. Noch immer hängt ein Jäger hinter uns und schießt! Wir sind unten — wie, das weiß ich selber nicht mehr. Heraus aus der Kiste! Noch schießt der französische Jäger auf uns. Nach rückwärts schaue ich zu den beiden Kameraden. Leblos hängen sie zwischen den Seilen. Sie sind tot. Maschine und Hilfsmaterial vernichten! Zwei Brandbomben und das Flugzeug brennt. Nun heißt es türmen. Von überall her erhalten wir schon Beschuß. Mit MG.s und Gewehren kommen die Franzosen aus ihren Bunkern und schießen wie verrückt. In Kombination und in Pelzstiefeln geht's los. 150 Meter hinter uns find dis Verfolger. Sprung auf Marsch, Marsch! Mit zusammengebissenen Zähnen hält der verwundete Kamerad aus. Hinter einem Gebüsch halten wir Kriegsrat. AuS dem Flugzeug heraus haben wir bereits Saarbrücken gesehen, dort muß also Forbach liegen. Weiter! Links und rechts hauen die MG.-Schüsse in den Dreck und pfeifen uns die Gewehrkugeln um die Ohren. An Feldstellungen geht's vorbei. Der Franzose scheint hier ausgezogen zu sein. Im Zickzack geht es um eine Waldecke, immer die Pistole in der Hand. Genau auf Forbach zu, stießen auf Euch!" Der verwundete Bordfunker befindet sich ohne Lebensgefahr wohl betreut im Lazarett. Der Flug, Zwischen französischen Bunkern noigelandei. zeugführer tut bereits wieder Dienst bei seiner Stoffel. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hat beide Ueberlebenden für ihr unerschrockenes Handeln mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet. Oer zweite Messetag. Bereits ansehnliche Exportaufträge. Leipzig, 4. März. (DNB.) Am zweiten Messetag überstieg an fast allen Wirtschaftszweigen die Nachfrage die Erwartungen. Auch das Ausland trat befriedigend in das Geschäft ein, so Holland, die skandinavischen Länder, der Südosten und Italien. Es sind bereits recht ansehnliche Exportaufträge zustande gekommen. Auf der Textil- und Bekleidungsmesse war die Nachfrage in bewirtschafteten Artikeln außerordentlich stark. Beliebt sind Geschenkartikel. Auch auf der Porzellan-Messe war das Geschäft lebhaft. Auf der Reichsmöbelmesse herrschte sehr reger Betrieb. Die Schweiz erteilte Probebestellungen Die Hersteller von Lederwaren und Reiseartikeln berichten über ein gutes Messegeschäft. Austauschstoffe finden reges Interesse. Die Messe in Eisen- und Stahlwaren war zeitweise überfüllt. Hier waren Holländer und Einkäufer aus dem Balkan Interessenten. Das Kunsthandwerk ist angenehm überrascht. In Papier- und Schreibwaren entwickelte sich ein umfangreiches Geschäft. Auf der Mustkinstrumenten-Messe besteht lebhafte Nachfrage. In Spielwaren überstieg die Nachfrage ebenfalls die Erwartungen. Große Aufträge in modischem Schuhwerk erteilten Belgien, Holland, Jugoslawien, Ungarn und Rumänien. Vitamin-E Aktion für Schulkinder. Um den Gefahren eines Vitamin-E-Mangels ent- aegenzutreten, wie er sich für unsere Jugendlichen im Frühjahr leicht ergibt, wenn die Versorgung mit Gemüse auf Schwierigkeiten stößt, soll wäh- rend der Kriegszeit eine umfangreiche Vitamin-E- Aktion für die Schuljugend einsetzen. In Betracht kommt dabei in erster Linie die g r o ß st ä d t i s ch e Schuljugend, die besonders unter einem Mangel an natürlichen Vitamin-E-Trägern zu leiden hat, sowie Kinder aus den Gegenden, die erfahrungsgemäß in dieser Beziehung schlecht versorgt sind. Das Vitamin C soll dabei in Form von schmackhaften Tabletten gegeben werden, und zwar für die 12- und 13jährigen aller Volks-, Mittel- und höheren Schulen in den Monaten März bis Mai täglich eine Tablette, für die 10- und 11- jährigen in der zweiten Hälfte April bis Ende Mai, in der gleichen Menge. Der Einkauf der Tabletten erfolgt durch die Reichsarbeitsgemeinschaft „Mutter und Kind" aus Mitteln, die der Staat, die Sozialversicherung und die NSV. zur Verfügung stellen. Es wird auch möglich sein, auch diejenigen Erwachsenen ausreichend mit Vita- min-E°Tabletten zu versehen, die auf Grund schwerer Arbeit, besonders gefährdeter Gegend oder individueller Gefährdung einer solchen Zufuhr bedür- fen, vor allem die Heranwachsende Jugend in Betrieben. Zum Muttertag wieder Ehrenkreuze. Der Reichsminister des Innern hat angeordnet, daß die Verleihung von Ehrenkreuzen der Deutschen Mutter künftig nur noch am Muttertag, dem dritten Sonntag im Monat Mai, erfolgen wird. Der Minister ersucht ihm rechtzeitig zu berichten, wieviel Ehrenkreuze in den betreffenden Bezirken überhaupt noch zu vergeben sind und ob es möglich ist, daß am Muttertag 1940 bereits allen Müttern das Ehrenkreuz ausgehändigt werden kann, die die Anwartschaft bereits am. 21. Mai 1939 besessen haben. Die Bearbeitung aller bisher noch nicht erledigten Anträge soll mit größter Beschleunigung erfolgen. Oie Zuständigkeit der Strafgerichte. Die Zuständigkeit sämtlicher Strafgerichte und insbesondere auch der Sondergerichte ist jetzt neu geregelt. Die Strafgewalt des Amtsrichters wird auf Strafen vis zwei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Gefängnis oder Festungshaft begrenzt, sie erstreckt sich ferner nicht auf die Sicherungsverwahrung und die Entmannung. Die S t r a f k a m - mer und die übrigen Strafgerichte können unbeschränkt alle Strafen und Sicherungsmaßnahmen verhängen. Ein neuer Rechtsbehelf wird mit der Nichtigkeitsbeschwerde eingeführt, die der Oberreichsanwalt gegen rechtskräftige Urteile des Amtsrichters, der Strafkammer und der Sonder- gerichte binnen einem Jahr nach Eintritt der Rechtskraft erheben kann, wenn das Urteil wegen eines Nechtsfehlers ungerecht ist.- Diese Regelung ist nötig geworden, weil jetzt der Schwerpunkt unserer Strafrechtspflege auf den Sonder Gerichten ruht, deren Urteile sofortrcchtsträftig wer- den. In Ausnahmefällen wird eine Nachprüfung solcher rechtskräftiger Urteile ermöglicht. Oer Landschullehrer. Zu der reichseinheitlichen Besoldung der Dolksschullehrer fotzt Ministerialdirigent Dr. Frank vom Reichserziehungsministerium, das neue Gesetz erfülle drei Forderungen: Vorsorge für die Landschule und die Volksschule im Grenzgebiet, Schaffung von Aufstiegsmöglichkeiten nach dem Leistungsprinzip und Besserstellung der jüngeren Jahrgänge der Lehrerschaft. Der Lehrer an der einklassigen ländlichen Schule solle Kulturträger und Reprä- sentant des nationalsozialistischen Staates sein, ebenso der Erste Lehrer an der zweiklassigen Schule. Deshalb erhielten die alleinstehenden Lehrer und die Ersten Lehrer an Volksschulen mit zwei Schulstellen besondere Zulagen, eine widerrufliche, nichtruhegestaltsfähige von 200 RM. nach fünfjäh. riger Dienstzeit und 300 RM. nach lOjähriger sowie eine ruhegehaltsfähige und unwiderrufliche von 300 RM. nach 15jähriger Dienstzeit. Dies solle zur Wiedergewinnung einer bodenständigen und seßhaften Lehrerschaft auf dem Lande beitragen. Bedeutung und Tragweite der neuen reichsgesetzlichen Regelung seien unverkennbar angesichts der Tatsache, daß im alten Reichsgebiet 1938 von 50 438 Volksschulen 20 115 einstufig und 10 381 zweistufig waren. In den neuen Reichsgauen ständen die ländlichen Volksschulen bei weitem im Vordergründe. Eine besondere Zulage könne ferner den Volksschullehrern gewährt werden, denen in Orten mit mindestens 20prozentiger nationaler Minderheit besondere Aufgaben der Volkstumspflege im Lehramt zufallen. Diese widerrufliche und nichtruhegehaltsfähige Zulage gehe bis zu 300 RM. jährlich, sie werde meist Landlehrern im Grenzgebiet zugute kommen. Als Verbesserungen nach dem Leistungsprinzip sei in Aussicht genommen, Lehrer, die an die den Volksschulen angegliederten Aufbauzüge für dauernd überwiesen sind, bei der reichseinheitlichen Neuordnung der Mittelschullehrerbesoldung den Mittelschullehrern gleichzustellen. Schutz fea schönen Woldes. Eine Verfügung der Reichsforstverwaltung geht davon aus, daß immer wieder über Störungen des Landschaftsbildes durch waldwirtschaftliche Maßnahmen, durch plötzliche und unvermittelte Eingriffe in die Waldbestände, vor allem auch über Fälmng alter, malerischer Bäume und Baumgrup- pen Klage geführt wird. Gewiß bleibe nationalwirtschaftlich wichtigste Aufgabe der Waldwirtschaft, für die Bedarfsdeckung an Holz zu sorgen. Es sei ober zu verlangen, daß bei den Maßnahmen der forstlichen Betriebsführung auf die Landschastspflege und -geftaltung unbedingt die gebührende Rücksicht genommen werde. In manchen Fällen werde auch den volks- und landeskulturellen Rücksichten der Vorrang vor den wirtschaftlichen Forderungen einzuräumen sein, besonders dort, wo in der Nähe von vielbesuchten Ausflugsplätzen, stark benutzter Fahr- und Wanderwege oder an besonderen Geländepunkten die Erhaltung des Wald- und Landschafts bi ldes im Vordergrund steht. Neue Papier-Einsvarungsmaimahmen Die Reichsstelle für Papier- und Derpackungs- wesen hat neue Anordnungen erlassen. Künftig wird sich der gesamte Bestörden- und der Geschäftsschrift- verkehr, einschließlich der Vordrucke, nahezu nur noch a u f Papier holzhaltiger Quali- t ä t abwickeln. Außerdem ist für kurze Mitteilungen und Rechnungsvordrucke die Verwendung halber Bogen (Din A 5) ausdrücklich oorgefchrieben. Es ist jedoch dafür Sorge getragen worden, daß für besonders wichtige und länger auf zubewahrende Schriftstücke bessere Papiere zur Verfügung stehen. Bücher und sonstige Gegenstände des Buchhandels werden grundsätzlich nur noch unter Verwendung holzartiger Papiere hergestellt werden. Ausnahmen sind vorgesehen. Ebenso sind im Verpackungswesen entsprechende Vorschriften erlassen worden; so ist die Gepflogenheit, für vorverpackte Mühlenfabrikate sowie für bereits beim Erzeuger einzeln verpackte Körperpflegemittel, Putzmittel und ähnliches hochwertige Kartonpackungen zu verwenden, unterbunden worden. Aus aller Welt. „Preußische Komödie" In Darmstadt uraufgeführt. In Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstatt- Halters Sprenger fand im Hessischen Landestheater die Uraufführung der „Preußischen Komödie" von Hans Rehberg statt. Das Werk, das uns in die Zeit des Werdens des preußischen Staates vom Großen Kurfürsten über Friedrich I. bis zum Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. führt und das von großen vaterländischen Gedanken getragen ist, wurde zu einem vollen Erfolg für den Dichter, der in dem Generalintendanten des Landestheaters, Franz E ver th, einen Spielleiter und Bühnengestalter von Format gefunden hatte, der gleichzeitig persönlich die drei genannten Preußenkönige meisterlich charakterisierte. Karl Muck gestorben. Der berühmte Dirigent Dr. Karl M u ck ist in Stuttgart im 81. Lebensjahr sanft entschlafen. Mit ihm ist einer der großen Wagner-Dirigenten dahinge- gegan-gen, der von 1901 bis 1930 in Bayreuth wirkte, wo er sämtliche Aufführungen des „Par- sival" leitete. Der Berliner Oper gehörte Muck von 1892 bis 1912 an, er wurde zusammen mit Richard Strauß 1908 zum Generalmusikdirektor ernannt. Als Ehrengast der Staatsoper dirigierte Karl Muck noch einmal im April 1926 den „Ring des Nibelungen". Nach dem Weltkrieg leitete Dr. Muck von 1922 bis 1933 die Hamburger Philharmonischen Konzerte. NSV.-Beauslragter von polen ermordet. Wie die NSK. meldet, wurde am 23. Februar 1940 der NSD.-Beauftragte von Zeran (Generalgouvernement Polen) Reinhold Marielke in seiner Wohnung von polnischen Banditen überfallen. Die bisher unbekannten Täter bearbeiteten ihr wehrloses Opfer und seine Ehefrau derart mit Messern, daß die Ehefrau Marielkes sofort starb, während Marielke selbst nach drei Tagen in einem Warschauer Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Marielke, der sich als Volksdeutscher sofort dem Aufbauwerk des Führers zur Verfügung gestellt hatte, und neben dem Amt des NSV.-Beaufttag- ten auch das des Bürgermeisters von Lipinowo ausübte, erfreute sich auch der größten Achtung bet den polnischen Bewohnern seines Heimatortes. Großfeuer in einem Bukowina- Z tädtchen. Ein Brand von riesigen Ausmaßen suchte das Bukowina-Städtchen D o r o h o i heim. Begünstigt von einem starken Wind, hatte das Feuer, das in einem Kaffeehaus ausgebrochen war, in wenigen Minuten über zwanzig Häuser erfaßt. Als einige in einer Schenke aufgestapelte Fässer mit Benzin und Alkohol explodierten, entstand eine Panik. Der Schaden beträgt acht bis neun Millionen Lei. Jn Japan eine Eisenbahn in den Fluß gestürzt. In der nordjapanischen Provinz P a m a g a t a stürzte ein vollbesetzter Personenzug von einer durch Schneelawinen beschädigten Eisenbahnbrücke in einen 25 Meter tiefer gelegenen Fluß. Der Zug hat bei dem Aufprall auf dem zugefrorenen Fluß Feuer gefangen und ist v o l l st ä n d i g verbrannt. Man befürchtet, daß sämtliche 13 0 Passagiere getötet ober schwer verletzt wurden. Dammbruch in Bolivien. In Bolivien ist ein Staudamm des Flusses Rocha gebrochen. Die Wassermassen stürzten zu Tal und zerstörten einen Teil der Stadt Cochabamba. Neun Personen sind ertrunken, vierzehn werden vermißt. Etwa dreihundert sind obdachlos geworden. Ein neuer Komet. Der Assistent Dr. K u l i n am Budapester Universitäts-Observatorium hat einen neuen Kometen entdeckt, dessen Stellung und Bewegung während des Monats Januar in mehrfachen photographischen Aufnahmen genau ermittelt werden konnte. Der Komet, der nach Dr. K u I i n benannt wurde, hat eine Umlaufzeit um die Sonne von fünfeinhalb Jahren, steht augenblicklich im Sternbild des Krebses und hat eine Helligkeit von maximal derjenigen eines Sternes 15. Größe. Die astronomische Zentrale in Berlin, die internationaler Hebung gemäß zuerst von der Entdeckung verständigt würde, hat die übrigen Sternwarten von dieser ersten Kometen- Entdeckung des Jahres 1940 benachrichtigt. Oie Hussen umzinaeln Wiborg. Moskau, 4. März. (DNB.) Auf der karelischen Landenge haben die Sowjettruppen die Umzinglung der Stadt Viiburi (Wiborg) fort- gesetzt und die im Norden der Stadt gelegene Meierei Saarela besetzt. Dabei fielen den Russen vier Kanonen in die Hände. Weiter wird die Eroberung der Insel Tuppuanvaari gemeldet, wo die Russen sechs befestigte finnische Stützpunkte eingenommen haben. * Nach dem finnischen Heeresbericht vom 3. März dauert der russische Druck im westlichen Teil der karelischen Landenge an. Die finnischen Truppen haben sich stellenweise planmäßig in ihre neuen Stellungen zurückgezogen. Im östlichen Teil der karelischen Landenge und nordostwärts des Ladogasees sowie bei Kollaanjoki und Aittojoki herrscht Kampftätigkeit. Russische Angriffe konnten hier wie auch in Richtung auf Kuhmo aufgehalten werden. Von der Salla-Gegend wird lebhafte Feuergefechts- tätigfeit gemeldet. Kleine politische Nachrichten. Der Führer empfing den zur Zeit in Berlin weilenden schwedischen Forscher Dr. Sven von H e d i n. Amtlich wird in London mitgeteilt, daß der bewaffnete Dampfer „D o m a l a" (8441 Brt.) der British India Stearnship am 2. März im Kanal von drei Bomben eines deutschen Flugzeuges getroffen worden ist. Auf dem Mittelschiff brach Feuer aus. Von 48 Engländern werden 20 und von 253 Indern 88 vermißt. Man befürchtet, daß sie ums Leben gekommen sind. * Stabschef Lutze versammelte in den Räumen des Sturmbannes I der SA.-Standarte Feldherrnhalle in Güterfelde eine große Zahl Offiziersanwärter, die aus der SA. hervorgegangen sind und zur Zeit ihre abschließende Ausbildung erhalten. An der Kundgebung nahmen auch Offiziere der Wehrmacht und SA.-Fuhrer teil. I Durch eine Verordnung des Ministerrates für die Reichsverteidigung wird der Reichsminister der Finanzen ermächtigt, Garantien zur Förderung des Wirtschaftslebens und zur Durchführung von Maßnahmen zur Festigung deutschen Dolkstumes zu übernehmen. Der jugoslawische Handelsminister Andres traf auf Einladung des Reichswirtschaftsministers, von der Eröffnung der Leipziger Messe kommend, in der Reichshauptstadt ein. Am 27. 2. 1940 ist die Vermarkung der deutsch-sowjetischen Grenze in der Gesamtausdehnung von etwa 1500 Kilometer beendet worden. Im ganzen wurden 2820 Grenzpfähle errichtet. Auch die Vermessungsarbeiten an der neuen Grenze sind im wesentlichen durchgeführt. Im Zuge der Bestrebungen Mir Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den japanischen akademischen Jungmannschaften erhielt der Reichsstudentenführer eine Einladung der japanischen Regierung zu einem Besuch Japans. Er bestimmte zu seiner Vertretung den ^apanbe auf trag- ten der Reichsstudentenführung, Karl Zahl, ferner Dr. (Haffen von der Universität Heidelberg und Dr. U f f e n o r d e. Wer den engen Zusammenhang zwischen Zähnen und Körper kennt, der weitz, wie wichtig die Zahnpflege für die Gesundheit ist. CHLO RO D 0 NT Mm Wolke MMste. Roman non fjorjl Bkrnatl). (Nachdruck verboten.) Ein kurzer, aber heftiger Gewitterregen war über die Stadt hinweggevraust Der Doktor stand in feinem peinlich weißen Mantel am Fenster des Sprechzimmers. Er drückte die Stirn gegen das Glas und stützte sich mit den Händen gegen den Rahmen. Die Lindenreihen, erfrischt uno verjüngt, als hätten sie ihre herzförmigen Blätter erst in der letzten Nacht entfaltet, spiegelten ihre tropfenden Laubschirme in der blankgewasche- nen Schwärze des Asphalts so deutlich wider, als würfen sie ihr Bild in die dunklen Fluten eines träge dahinströmenden Kanals. Wenn der Doktor den Blick über ihre Kronen hinaushob, sah er von feiner Hohe im dritten Stockwerk weit über die niedrigeren gegenüberliegenden Dächer hinweg. Er sah den Himmel und die Wolken und die kühn gespannte schieferblaue Kuppel einer Kirche. Es war ein helles, wirklich ideal gelegenes Arbeitszimmer. Von den Geräuschen der Straße drang bis zu ihm kaum ein Laut herauf. Leider hatte Dr. Menzel allzuviel Zeit, sich mit diesen Vorzügen seines Sprechzimmers zu beschäftigen. Der Operationsstuhl in der Nähe des Fensters, verstellbar drehvar, schwenkbar, ein Marterwerkzeug allerersten Ranges, sah mit feinen grünen, harten Lederpolstern noch so völlig unberührt aus, daß kein Mensch ihm die Bösewichteigenschaften ernsthaft glaubte, mit denen er sich so heftig brüstete. Der Jnstrurnentenschrank zwischen den beiden Fenstern, aus blinkendem Glas, schneeweißer Emaille und strahlender Sauberkett zusammengefügt, war so neu, als sei er vor einer Viertelstunde aus einer Wattekiste gepackt worden. Und habet war es doch nun schon fast ein halbes Jahr her, seit unten an der Haustür das Schlld „Dr. med. dent Wolfgang Menzel. Sprechstunden von 10—12 und 3—6 Uhr", befestigt worden war. In diesem langen halben Jahr hatte der junge Arzt die Zähne seiner ganzen Verwandtschaft in Ordnung gebracht und Tante Angelikas Lob eingeheimst, daß er „eine wunderbar leichte und sichere Hand" habe — aber über den engen Kreis heldenmütiger Freunde und Verwandten war der Ruf feiner bedeutenden Fähigkeiten kaum hinausgedrungen. Die kleine eilige Uhr über dem großen Waschbecken schlug sechs. Der Doktor warf einen letzten Blick über die Dächer, hinter denen die schwarze, gelb umsäumte Wolkenwand zuckend versank, und drehte sich seufzend vom Fenster weg. Warten, warten, warten ... Die unangenehmste Beschäftigung für einen Mann von achtundzwanzig Jahren, der vor Tatendurst fieberte — und außerdem seinen Namen quer unter einige Papierchen gesetzt hatte, eben um seinen Tätigkeitsdrang als selbständiger Mann in einer modern eingerichteten Praxis frönen zu können. „Es ist trostlos!" stellte der Doktor laut fest und begann den weißen Mantel aufzuknöpfen. In diesem Augenblick schrillte die Flurglocke. Seine Hände unterbrachen ihre Beschäftigung, und sein Gesicht nahm unwillkürlich einen gespannt lauschenden Ausdruck an, obwohl dazu kein eigentlicher Grund vorlag. Die beiden Räume, in denen er praktizierte, Das Sprechzimmer und ein kleiner Warteraum, gehörten nämlich zu der Privatwohnung eines Großkaufmanns; er hatte sie als Untermieter bezogen. Der Doktor horte, wie das Mädchen öffnete, das gegen ein geringes Entgelt auch feine Patienten einließ und anmeldete, und bann — feine Finger schloffen den Mantel in fieberhafter Eile wieder zu — eine Frauenstimme: Ob Doktor Menzel zu sprechen fei?, Schritte über den Flur, das Klappen der Wartezimmertür und die Meldung des Mäd- chens: „Herr Doktor, eine Dame!" „Danke!" Unb jetzt ruhig atmen, und ein Weilchen warten und ein wenig mit Papieren rascheln und quer über das dunkelgrüne Linoleum zum Waschbecken und tüchtig plätschern ... Jawohl, immer so tun, als ob man mächtig zu tun habe. Das schafft Achtung und Vertrauen! Dr. Menzel öffnete die Tür des Wartezimmers. „Ah, der letzte Patient!" sagte er erleichtert. „Bitte, treten Sie ein!" Die Patientin stand neben dem Tisch mit den illustrierten Zeitschriften. Der Doktor achtete sorgfältig darauf, daß bei ihm immer die neuesten Nummern lagen. Sein Blick glitt flüchtig über die Erscheinung der Besucherin. Was er wahrnahm, war eine schlanke Gestalt, schmale Fesseln über grauen Wilbleber- schuhen, ein blasses, erregtes Gesicht in der Umrahmung dunkelblonder Haare und große Augen von einer Farbe, die zu bestimmen weder in seinen Gepflogenheiten noch in seinen Absichten lag. Sie hatte den hellgrauen Regenmantel noch nicht abgelegt und sah den Doktor mit einem forschenden unb fast ängstlichen Ausbruck an, her ihm in feiner Eigenschaft als Zahnarzt roeber bei Männern noch bei Frauen fremb war. „Bitte!" wieberholte er mit einer einlabenben Hanbbewegung und einem freundlichen Lächeln. Es klang wie: Nur keine Angst! Hier ist bisher noch jeder vergnügter herausgegangen, als er hergekommen ist! Und er fügte hinzu: „Bitte, legen Sie den Mantel im Wartezimmer ab! Neben der Tür find die Haken. Darf ich Ihnen behilflich fein?" Die junge Frau kam zögernd näher. An einem Stuhl hielt sie an unb schloß bie Hanb fest um bie Lehne. „Einen Augenblick noch, Herr Doktor!" bat sie mit kleiner Stimme, wätzrenb ihre Wangen sich flüchtig röteten. „Ich habe unerträgliche Schmerzen, feit zwei Tagen — unb ich habe in ber letzten Nacht fein Auge zugemacht ..." „Sie hätten nicht so lange warten sollen! Wir finb wirklich nur halb so schlimm wie unser Ruf." „Ich habe keine Furcht, Herr Doktor." „So?" sagte er unb lächelte. „Ich habe kein Gelb!" sagte sie plötzlich laut unb fest. „Unb ich fcljc auch keine Möglichkeit, in absehbarer Zeit soviel zu oerbienen, baß ich Ihre Rechnung begleichen kann." Der Doktor schloß für ben Bruchteil einer Sekunbe bie Augen; er schwankte leicht vornüber. Sein Gesicht sah so grimmig aus, als verbeuge er sich vor einem furchtbaren Schicksal, ober als verbisse er mit aller Kraft ben Ausbruch eines riesigen Gelächters. „Legen Sie, bitte, ab unb treten Sie ein!" sagte ber Doktor zum brittenmal. Er trat mit ein paar raschen Schritten zu ber jungen Frau hin unb half ihr aus bem Mantel. Er hängte ihn selber an ben Haken. Den wenigen Patienten, bie biesen Raum bisher betreten hatten, war diese Aufmerksamkeit nicht zuteil geworben ... Der Doktor ließ seiner Patientin ben Vortritt ins Sprechzimmer und schloß hinter ihr die Tür. Er ging zu dem kleinen Tisch, auf dem seine Kartothek stand, winkte die junge Frau mit einer höflichen Bewegung näher heran, zog ein Formblatt aus dem Behälter und griff nach feinem Halter, um den Eintrag zu machen. Zunächst setzte er unter die Rubriken „Privat" und „Kasse" zwei kräftige Striche. Dann blickte er schräg auf. „Ihr Name, wenn ich bitten darf?" „Renate Naumann." Die Goldfeder lief über das Papier. „Beruf?" „Ich bin Kunstgewerblerin." Der Doktor unterdrückte noch rechtzeitig ein Aha, das ihm auf der Zunge geschwebt hatte. Weshalb überhaupt aha? dachte er und ärgerte sich über sich selbst. Was für eine Veranlassung lag zu dieser dummen und gedankenlosen Bemerkung vor? Wäre es ihm etwa eingefallen, aha zu sagen oder zu denken, wenn sie eine junge Zahnärztin gewesen wäre. „Und noch die Adresse, Fräulein Naumann!" Er hatte vor dem „Fräulein" flüchtig auf ihre Hand geschielt. „Dorotheenstraße sechzehn, Atelier." „Danke!" Dr. Menzel erhob sich. Er deutete auf ben Operationsstuhl unb bat seine Patientin, hort Platz zu nehmen. „Wo fehlt es benn?" fragte er, wahrenb er seine Hänbe unter bem Wasserstrahl kräftig mit ber Bürste bearbeitete. „Meiner Meinung nach ist es ber obere Schneibe- zahn", antwortete sie ein wenig kläglich, „jebenfalls ging es ba oben mit ben Schmerzen an; aber seit gestern tut es überall weh." Der Doktor hängte bas Frottiertuch über bie Glasstange, bie an ber Seite bes Porzellanbeckens befeftigt war. Er ging zu bem Jnstrurnentenschrank hinüber unb zog die Glasplatte heraus, auf ber feine Zahnspiegel, ber Größe nach georbnet, in blinfenber Reihe lagen. „Spricht ber Sünder auf Katt ober Warm an?" fragte er, währenb er ben Spiegel mit einem Leberläppchen polierte. „Aus Kalt ganz befonbers." „Jawohl!" sagte der Doktor, als wäre ihm mit dieser Antwort schon ein tüchtiges Stück weiter- geholfen. Und bann: „Setzen Sie sich, bitte, ganz bequem hin!" ” ° Sie nickte, mit einem mißtrauischen Blick auf bas Instrument in seiner Hanb, unb legte ben Kops fest in bas Nackenpolster. (Fortsetzung folgt) Aus der Stadt Gießen. Filmdokument vom Feldzug der 18 Tage. rasanten Angriffe der Tankwaffe, von der es sich leicht denken läßt, d-aß sie den Feind in panischen Schrecken versetzen mußte. Man sieht schwere und schwerste Artillerie bei ihrem wuchtigen Einsatz, beobachtet die Infanterie im Angriff, verfolgt mit besonderer Spannung den Angriff eines Sturz» kampfbombers, der von Bord des angreifenden Flugzeugs aus photographiert wurde, beobachtet die Truppen auf anstrengenden Märschen und gewinnt in der Fülle der Gesichte jenen Gesamteindruck, den der Film vermitteln will. In vielen Bildern begegnet man dem Führer Adolf Hitler, der, überall in vorderster Front, die Truppen zu den hervorragen» den Leistungen begeisterte, die sie in diesem Feldzug stündlich vollbrachten. Das Filmdokument bedeutet für alle deutsche Zu» kunft die Bewahrung eines geschichtlichen Ereignisses: der Film ist ein Dokument, das an Unmittelbarkeit und Treue schwerlich übertroffen werden kann, denn die Männer hinter der Kamera standen inmitten der Fronten, standen unmittelbar neben dem kämpfenden Soldaten, trugen selbst den schlichten feldgrauen Rock und setzten zu vielen Stunden für die Schaffung dieses Filmdokuments ihr Leben ein. So verdient dieses Filmwerk die gerechte Würdigung aller Deutschen. Wer bewußt in der für unser deutsches Volk so bedeutsamen Zeit steht, wird es nicht versäumen, diesen Film zu sehen und damit die Erinnerung an diese große deutsche Waffentat in sich zu vertiefen. H. L. Neuner. Die 143 Verkehrssünder zur Rechenschaft gezogen. Beamten der Gendarmerie des Landkreises Gießen mußten im Monat Februar gegen 143 Verkehrssünder einschreiten. Während es in den meisten Fällen bei gebührenpflichtigen Verwarnungen verbleiben konnte, mußte in einigen schwerwiegenden Fällen Strafanzeige erstattet werden. Den größten Teil der Verkehrssünder bildeten die Radfahrer, die immer wieder gegen die Pflicht zur vorschriftsmäßigen Beleuchtung ihrer Fahrzeuge verstoßen und dadurch den Verkehr erheblich gefährden. Die Polizei unserer Stadt hatte in der Woche vom 23. bis 29. Februar wieder gegen eine stattliche Anzahl von Verkehrssündern einzuschreiten. Zwei Kraftfahrzeugführer wurden zur Anzeige gebracht und 4 gebührenpflichtig verwarnt. Gegen sonstige Fahrzeugführer mußte in 12 Fällen Anzeige und in 2 Fällen gebührenpflichtige Verwarnung erfolgen. Selbstverständlich befinden sich auch wieder Radfahrer unter den Missetätern. Zwei Radfahrer wur» den angezeigt und 10 gebührenpflichtig verwarnt. Außerdem wurden diesmal nicht weniger als 15 Fußgänger gebührenpflichtig verwarnt. Neue Motorspritzen im Landkreis Gießen. Dlenstversammlung der Wehrführer. Am vergangenen Sonntag fand im Sitzungssaal des Landratsamts Gießen eine Dienstversammlung der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Gießen statt. Der Dezernent für das Feuerlöschwesen im Landkreis Gießen, Regierungsrat Dr. Fuhr, eröffnete die Dienstbesprechung und überreichte zunächst das vom Führer verliehene Feuerwehrehrenkreuz 2. Klasse mit anerkennenden Worten an Hauptbrandmeister Köhler (Hungen), Oberbrandmeister Schwabe (Lollar) und Brand- 14 bis 18 Uhr. BMemetnW M Kraft önrö) Stenöe Achtung! KdF.- Sport. Sportamt Wetterau, Schanzenstraße 18. Für Frauen: 995D Donnerstags. 20.30 bis 21 JO Uhr. Schillerftrahe. Für Manner und Frauen: Hallensport (insbesondere Hallenspiele) seht Mittwochs. 20 bis 21 Uhr. Goetheschule. Nicht wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr. iNnder-Sportkurslstan einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sportamt. 7IS -Frauenschast/Frauentverk. Ortsgruppe Gießen-Nord. Unsere Kindergruppe kommt jetzt in der Schillerschule zusammen. Knaben Mittwochs %3 Uhr und Mädchen Donnerstags ^3 Uhr. Grimm-Feier der Universität. Die Philosophische Fakultät unserer Landes- universität veranstaltet am Montag, 11. März, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts eine Grimm-Feier. Im Mittelpunkt der Feier steht ein Vortrag von Prof. Dr. Alfred Götze über das Thema „Deutscher Krieg und deutsche Sprache". Zwei Händler wegen Preisüberschreitungen bestraft. Der Landrat des Landkreises Gießen in seiner Eigenschaft als Preisbehörde verhängte gegen zwei Händler aus dem Landkreis Gießen im Unterwerfungsverfahren empfindliche Ordnungsstrafen. Beide Händler haben kürzlich auf dem Wochenmarkt in Gießen Gemüse zu übersetzten Preisen verkauft. »Alle Vögel sind schon da .. .* 3faf dem eiligen Weg zur Arbeitsstätte. Ein klarer Märzmorgen! Da, auf einmal das Flöten des Lockliedes der Amsel aus der Richtung eines kahlen Gartens. Bei aller Eile: Die Beine bleiben einen Augenblick von selber stehen und die Augen schweifen durch das Gesträuch und Geäst bis an den milchig-blauen Himmelsrand. Vergeblich. Sie finden den kleinen Sänger nicht sofort und die Zeit rennt. Aber nun sind wir an einem Bach und siehe da! Der bunte Erpel folgt mit würdiger Entschiedenheit den Damen seines Herzens. Dor wenigen Tagen sah es noch anders aus! Auch der Schwan zeigt sich schon wieder. Aber es ist, als säße ihm der Schreck des Winters noch in den Gliedern oder — richtiger gesagt — in den Schwingen. Seine ganze stolze Selbstsicherheit hat er noch nicht wieder. Als wir den Arbeitsplatz betreten und unwillkürlich noch die Melodie summen „Alle Vögel sind schon da begegnen uns er. ftaunte Augen, als wollten sie fragen, ob nicht em Vogel in unserem Oberstübchen trillert. Allein da kommt uns schon ein Berufskamerad zu Hilfe, der weit draußen wohnt, und erzählt, daß Lerchen und Stare seit den letzten Februartagen sich gezeigt haben. Also: Der Anfang ist gemacht. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Lombardische Nacht" (Erstaufführung). — Gloria-Palast: „Angelika"; Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Feldzug in Polen". — Städtische Frauenarbeitsschule, Steinstraße: Ausstellung der Arbeiten der Seminaristinnen, 9 bis 12 und meister Bopf (Großen-Linden). An weitere 19 Wehrführer und -männer des Landkreises Gießen wird die gleiche Auszeichnung in den nächsten Wochen ausgehändigt werden. Im Anschluß daran unterrichtete Regierungsrat Dr. Fuhr die Wehrführer ausführlich über den wesentlichen Inhalt des neuen Feuerläschgefetzes und der in den letzten Wochen dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen. Von besonderem Interesse für die Wehrführer waren dabei die Ausführungen über die Neugliederung der Freiwilligen Feuerwehren in taktische Einheiten (Gruppen, Löschgruppen, Löschzüge) und die neuen Dienstgradbezeich- n u n g e n. Ab 1. April gibt es nach einer Anordnung des Reichsführers ff bei den Freiwilligen Feuerwehren folgende Dienstgrade: Anwärter, Truppmann, Obertruppmann, Haupttruppmann, Truppführer, Obertruppführer, Haupttruppführer, Zugführer, Oberzugführer, Hauptzugführer, Kreisführer, Bezirksführer und Abschnittsinspekteur. Der Kreisführer der Freiwilligen Feuerwehren Bouffier gab anschließend Anweisungen über die Ausgestaltung des Feuerwehrdienstes in den nächsten Monaten und erteilte den Wehrführern Auskunft auf die zahlreichen von ihnen gestellten Fragen. Im Laufe der letzten Woche wurden in den Gemeinden Großen-Buseck und Rüddingshausen neue Motorspritzen in Dienst gestellt. Sius dem Schaffen der Frauenarbeitsschule. So wie das Fröbelseminar so hat nun auch die Frauenarbeitsschule in der Steinstraße wieder einen ihrer zweijährigen Lehrgänge abgeschlossen und in kritischen Prüfungen und in einer Ausstellung die Gesamtleistung unter Beweis gestellt. Die Ausstellung gibt einen tiefen Einblick in die Intensität des Schaffens an dieser Anstalt, die es zur besonderen Aufgabe hat, die zukünftigen technischen Lehrerinnen auszubilden. Es ist deshalb verständlich, daß strenge Maßstäbe angelegt werden müssen und von den Der Feldzug der 18 Tage, der ein größenwahnsinnig gewordenes und von England gegen Deutschland aufgestacheltes Volk zu Boden warf, hat nun seinen bilddokumentarischen Niederschlag in einem Film gefunden, der aus der Gemeinschaftsarbeit der deutschen Wochenschauen zu einer eindringlichen Gesamtschau zusammengefügt wurde. Dieser Krieg, wie ihn die Wettgeschichte in solcher Konzentration der Machtmittel, m der überlegenen Strategie, in der Wucht der Schläge und der Vollkommenheit des Erfolges kaum je gesehen hat, wird uns jetzt im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, vor Augen ge- führt und in vielen charakteristischen Bildern verständlich gemacht. Der Bildstreifen ist eine ausgezeichnete Ergänzung zu jenem zusammenfassenden Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht, der bald nach dem Polenfeldzug veröffentlicht wurde. Mit tiefer und ehrlicher Bewunderung verfolgt man dabei an Hand der einfachen beweglichen Trickzeich- nungen die Systematik des Angriffs der deutschen Armeen, die damit einem restlosen Verständnis eröffnet werden. In den Bildern, die unmittelbar aus dem Kampf- geschehen gewonnen sind, äußert sich die ganze geballte Kraft unseres deutschen Volksheeres unter feiner genialen Führung, es findet aber auch allenthalben die Einsatzbereitschaft und der Opfermut des deutschen Soldaten prägnanten Ausdruck. In allen den von einer natürlichen dramatischen Wucht getrogenen Kampfszenen fühlt man sich vor den Bildern dieses Films mit in die vordersten Fronten versetzt. Man verfolgt angehaltenen Atems die Schülerinnen eine hohe Leistung und ein tiefer Eindringen in die Materie der Hauswirtschaft, insbesondere aber auch der Handarbeitstechnrken verlangt werden muß. Daß sich die Schülerinnen mit Fleiß ihrer Ar- beit widmeten, geht aus vielen Arbeiten hervor. Man begegnet dabei allem, was von Frauen- und Mädchenhänden an Handarbeiten gemacht werden kann. Weißzeug, Wäsche, Kinderkleidung, Blusen, Röcke, Herrenhemden, Tischdecken, handgewebte Teppiche und vieles andere mehr trifft man in schöner und geschmackvoller Anordnung in dieser Leistungsschau an und ist darüber erfreut, daß die Kultur der weiblichen Handarbeit in dieser Schule eine so konsequente Pflegestätte hat. Selbstverständlich wird von den Schülerinnen viel eigener Gedanke, viel Selbständigkeit in der Wahl der Materialien und in der Verwendung der Farben verlangt, es wird erwartet, daß sie auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen aus altem Material Neues zu machen verstehen, daß sie Ausbesserung gen in allen notwendigen Techniken beherrschen schon m Vor Erkältung schützen Bei Husten nützen mehrmals täglich und außerdem mit ihren Arbeitsgebieten auch theoretisch so eng vertraut sind, daß sie eines Tags mit aller inneren Berechtigung vor den Klassen stehen können, die von ihnen die Vermittlung von Fer- tigkeiten erwarten. Neben der Handarbeit nimmt auch das Kochen und Backen breiten Raum ein und in der Ausstellung sind auch die Erzeugnisse des hauswirtschaftlichen Seminars in durchaus erfreulichen Ergebnissen zu sehen. Die hohe Bedeu- tung der Schule für den Nachwuchs der zutunf- tigen deutschen Hausfrauen und Mütter wird aus der interessanten Schau klar erkenntlich. Unser neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes die Veröffentlichung des Romans „Ein Mann, der nicht genannt fein wollte", von Frank F. Braun, zu Ende geführt haben, beginnen wir m der heutigen Nummer mit dem Abdruck eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht minder starken Erfolg und eine nicht weniger allgemeine Anteilnahme in unserem Leserkreis in Stadt und Land versprechen dürfen. Der neue Roman heißt: „Goldene Wolke über Renate" von Horft Biernath und ist so frisch und lebendig, so unterhaltsam und spannend geschrieben, daß jeberman dem Gang der Handlung mit größtem Interesse von Fortsetzung zu Fort- setzung folgen wird. Der Verfasser hat sich durch eine Reihe ausgezeichneter Romane bereits einen Namen gemacht. Der Gießener Anzeiger brachte aus seiner Feder vor einiger Zeit den Roman „Diamanten-Komödi e", der noch in aller Erinnerung stehen wird, zumal er auch als Film ein großer Erfolg gewesen ist. »Füllhorn der Freude.- Die überaus zahlreich erschienenen Volksgenossen, die gestern abend einer Einladung der NS- Ge- meinschast „Kraft durch Freude" gefolgt waren, dürften tiefbefriedigt den Gloria-Palast verlassen haben. Der Abend, der unter dem Wort „Füll- MMMW Wirkungsweise gg: des WSMLiMFJLWWM (bfMundStückS . . Es nimmt kein Wasser an wird durch diesen Versuch deutlich gemacht.Er zeigt,dass sich das CTMundstück anders verhält als das sonst so saugfähige Zigaretterv^// papier: Ein Wassertropfen bleibt rauf stehen, es ist also wasserfester geworden! Durch diese Behandlung wurde erreicht, dass der Raucher b einer GÜLDENRING sowohl die Vorzüge^» einer mundstücklosen Zigarette findet, als auch die eines Goldmundstücks. mit lyMundstüds Horn t r Freude" stand, brachte eine Fülle der anregendsten und unterhaltsamsten Darbietungen. Das Raimonda-Ballett, das einen großen Teil des Programms bestritt, trat in vielen Tänzen in graziöser Gemeinschaft auf, zeigte aber auch in foli- stischen Darbietungen, daß es den Künstlerinnen um ihre Aufgabe ernst ist. Die Auftritte des Balletts gestalteten sich immer wieder zu Ueberraschungen, bertn nicht nur das tänzerische Können, sondern auch ein reicher und phantasievoll gestalteter Kostümfundus bot dem Auge immer wieder neue Bilder. So sah man u. a. einen spanischen Bolero, ein eigenwilliges altes Spielmannslied, Walzer von Gavotten, eine Lausbubengroteske, getanzte Visionen, rassig vorgetragene Märsche, einen ausgezeichneten Spitzentanz und eine schöne Tanzstudie unter dem Titel „Indianer". Man wurde dessen nicht müde, den ranken Tänzerinnen mit den Augen zu folgen und es fiel nicht schwer, ihnen herzlichen Beifall zu zollen. Das Programm brachte aber auch sonst noch eine Fülle der freudigen Ueberraschungen. Die vier Meloros verbanden geschickt ihr gesangliches Können mit einem parodistischen Humor und warteten mit originellen Ideen auf, die ihnen starken Beifall einbrachten. Die drei Skatts imponierten mächtig mit ihrem seriösen Rollschuhakt, der durch den Einbruch eines tollpatschigen Rollschuhläufers (wie wir etwa einen Benno Faltermeier auf dem Eise kennen) reizvoll in das Humoristische umschlug. Franz Bott verband die einzelnen Darbietungen in unaufdringlicher Geschicklichkeit mit seinem Humor, mit seinen Scherzen, mit Witzen und witzigen Wortspielen. Auch die in kürzesten Szenen dargestellten Witze lösten herzliches Lachen aus. Die drei Stunden Variete bedeuteten Stunden einer sorglosen Selbstvergessenheit und der Sinn des Abends dürfte damit feine Erfüllung gefunden haben. Zahreshauptappell her Kriegerkameradschast 4874. Unter überaus zahlreicher Beteiligung hielt die Gießener Kriegerkameradschaft voll 1874 im „Burghof" ihren diesjährigen Jahreshauptappell ab. Der derzeitige Kameradschaftsführer August Wagner begrüßte die Kameraden mit ihren Angehörigen, besonders die Kameraden im feldgrauen Rock. Den Jahresbericht erstattete Schriftführer Kamerad Lutz, der an der Feier des 65jährigen Bestehens der Kameradschaft im Vorjahr erinnerte. Außer dem Jahres- urid den Monatsappellen hielt die Kriegerkameradschaft ein Sommerfest ab, beteiligte sich an den nationalen Feiern sowie am Reichskriegertag in Kassel und am Kreisverbands- Appell in Großen-Linden. Bei den Straßensamm- lungen für das WHW. wurden einige tausend Ab- zeicheck abgesetzt. Die Kameradschaft ist eine der ältesten und der stärksten im Kreisverband und hat auch im Schießwesen gute Erfolge aufzuweisen. Den Kameraden an der Front wurden Liebesgaben gesandt. Der Mitgliederbestand hat sich nicht wesentlich verändert. Acht Kameraden sind im letzten Jahr zur großen Armee abberufen worden. Den Kassenbericht und den Voranschlag für 1940 legte Kassenwart Hugo Hartmann vor. Die finanziellen Verhältnisse sind in guter Ordnung. — lieber das Schi eß wesen berichtete Schießwart Merlau. Die Beteiligung am Leistungsschießen war größer als im Vorjahr. Am Wettkampftchießen beteiligten sich sieben Gruppen der Klasse A und sechs der Klasse B. Mit den Durchschnittsleistungen steht die KrieFerkameradschast an erster Stelle des Kreisverbandes. Eine Anzahl von Kameraden konnte Schießauszeichnungen erwerben. Auf Vorschlag der Rechnungsprüfer wurde dem Kassenwart Entlastung erteilt. Kameradschaftsfüh Wagner dankte allen seinen Mitarbeitern. Einer größeren Anzahl von Kameraden, die treu zur Fahne gestanden haben, konnten Auszeichnungen überreicht werden. Das Kyffhäufer-Ehrenzeichen 1. Klaffe in Gold wurde Rechnungsrat Sch i ffn i e überreicht. Das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klasse erhielten die Kameraden Wilh. H ö n ig , Karl Krämer und Gg. Saum, die sich durch die Mitarbeit in der Führerschaft besondere Verdienste erworben haben. Das Ehrenzeichen für 50jährige treue Zugehörigkeit wurde Den Kameraden Karl Amend, Hch. Hebelt, Dr. Kaufmann, Gg. S ch ä - f e r und Hch. Weimar, das Ehrenzeichen für 40- jährige treue Zugehörigkeit den Kameraden Dr. med. Friß, Dr. Reinewald , Pbil. S e n k l e r, Hch. Schöck, Hch. S ch ö n h a l s , Gg. S ch r ö b e l und Gust. Schürmann überreicht. Von der Kameradschaft erhielten sie außerdem noch ein Führerbild. Weiteren 32 Kameraden wurde das Ehrenzeichen für 40jährige Zugehörigkeit nachträglich überreicht. Kamerad Ehrenführer T r ü m p e r t übermittelte im Namen der Ausgezeichneten den Dank an die Kameradschaft. Für besondere Schießleistungen erhielten die Kameraden Ehr. G e l d b a ch und Aug. ©lebe, die schon über 65 Jahre alt sind, die große goldene Ehrennadel; die goldene Ehrennadel erhielten Schießwart Merlau und Schriftwart Hch. Lutz, die silberne die Kameraden Hans Hermann und Ullrich, die bronzene die Kameraden Karl D ö h n, Wilh. Schäfer und Bücher. Zum neuen Kameradschastsführer wurde Lehrer D ö h n , der schon seit 1925 in der Bezirksverbands- führung und seit 1928 im Führerrat der Kriegerkameradschaft mitgearbeitet hat, einstimmig bestimmt und im Auftrage des Kreiskriegerführers'durch Kamerad A. Wagner verpflichtet. Kamerad A. Wagner bleibt 2. Kameradschaftsführer. Nach einer Pause hielt der stellvertretende Kameradschaftsführer Aug. Wagner einen sehr interessanten Lichtbildervor- trag über den „Feldzug der 18 Tage". Jahreshauptversammlung des Gesangvereins der Lokomotivführer. Im Restaurant „Tannhäuser" hielt am Sonntag der Lokomotivführer-Gesangverein seine Jahresversammlung ab. Vereinsführer Karl gedachte zunächst der acht im vergangenen Jahre verstorbenen Berufskameraden und aller Helden, die für das Vaterland ihr Leben gaben. In seinen Ausfübrun- gen betonte der Vereinsführer, daß zwar vorübergehend und veranlaßt durch die starke Inanspruchnahme im Dienst, die Uebungsstunden ausgefallen seien, daß aber im Interesse der Pflege des deutschen Liedes bald wieder mit den regelmäßigen Gesangsstunden begonnen werden solle. Der Kassierer erstattete sodann den Geschäfts- und Kassenbericht. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Die vorgesehene Wahl eines Chorleiters brachte die einmütige Wiederwahl des Chorleiters Karl. Er dankte den Sängern für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und ermahnte sie, sich trotz Des, schweren Dienstes doch regelmäßig an den Singstunden zu beteiligen. Chormeister Nikolai, der an der Versammlung teilnahm, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die San'gestätigkeit wieder aufgenommen werden soll. Er betonte, daß er die Schwierigkeiten, unter denen der Lokomotivführer- Gesangverein das deutsche Lied pflege, kenne, und den Verein deshalb immer anderen Gesangvereinen als Vorbild darstelle. Zum Schluß der Versammlung, die von Lieddarbietungen umrahmt war, dankte Vereinsführer Karl allen seinen Mitarbeitern für Treue und Fleiß. Eintragungen in das Aießener Handelsregister. In das Handelsregister beim Amtsgericht Gießen wurden folgende Eintragungen vorgenommen: Bei der Firma Faber & Schnepp, Hoch- und Tiefbau, Gießen, ist Diplom-Ingenieur August Faber als Gesellschafter eingetreten. — Bei der Firma Joh. Balth. Noll ist Adolf C. A. Noll durch Tod aus der Gesellschaft ausgeschieden. — Die Firma Karl Schneider, Gießen, Neustadt 10, ist geändert worden und heißt jetzt „Schneider, der Fachmann für Kleider". Der Gesellschafter Ludwig W e h r u m (Gießen) ist ausgeschieden, Kaufmann Ludwig Schneider ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. — Die Gesamtprokura des Ernst M ö b u s bei der Firma Johann Balser, Bauunternehmung, Lich, ist erloschen. Die dem Fritz Sonntag in Lich erteilte Gesamtprokura ist in Einzelprokura umgewandelt worden. — Die Firma August Waag (Gießen) ist erloschen. — Die an Herbert O e l tz e erteilte Prokura für die Zweigniederlassung Gießen der Commerz- und Privat- Bank ist erloschen. — Die Firma C. Röhr & Co., Gießen, wird als Einzelfirma von Karl Röhr jun. weitergeführt. — Bei der Firma Sieg-Lahn-Berg- bau-G. m. b. H. ist den Bergassessoren Erich K r i p p n e r (Betzdorf) und Herbert Bremer in Essen, sowie Bergrat Horst W e i g e l t in Goslar Prokura erteilt worden. Bergassessor Joachim Ziervogel in Goslar ist zum weiteren Geschäftsführer bestellt. Die Prokura desselben ist erloschen. ♦ ** Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Professor Dr. phil. h. c. Friedrich Engel wurde am 19. Januar 1940 zum Korrespondierenden Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt. **VHC.-WanderungvomWettenberg zum Dünsberg. Ein schöner Vorfrühlungstag vereinigte am Sonntag eine stattliche Zahl der Mitglieder des VHC. zur gemeinsamen Wanderung in eine der lieblichsten Gegenden unserer engeren Heimat. Vom Treffpunkt Lahnbrücke aus ging es zum Unteren Hardthof, am Bismarckturm vorbei zum Höhenweg nach dem Gleiberg. In ferpentinem Aufstieg erreichte man auch bald den Wettenberg, im Volksmund auch „Napoleonsnase" genannt, wo einige Zeit gerastet wurde. Während im Westen Glsiberg und Vetzberg mit ihren Bergfrieden aufragten, grüßten im Süden und Osten die langgestreckten Höhenzüge des Taunus und des Voaels- berges. Tief unten führte die Lahn in vielen Windungen ihre Wasser zu Tal. Auf halber Höhe des Wettenberges fortschreitend mit herrlichem Ausblick auf die Berge der Umgebung wanderte man dann nach Krofdorf, wo eine kräftige Mittagssuppe allen Wanderfreunden sehr willkommen kam. Dann ging es in gemächlichem Schritt am Krofdorfer Luftbad vorbei und durch romantische Waldpartien durch das am Fuße des Dünsberges liegende Fellingshausen und nach Bieber, wo im Gasthaus Schlierbach beim Gesang schöner VHC.-Lieder die Schlußrast gehalten wurde. Die „Bieberlies" brachte die Wanderer wieder zurück. ** Versammlung d e r Ziegenzüchter. Die Gießener Ziegenzüchter hielten dieser Tage im „Frankfurter Hof" eine Versammlung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Zuchtwarts W e h r u m stand, der über die Möglichkeiten einer Ziegenhaltung in städtischen Gebieten sprach. Er betonte dabei vor allem, daß Ziegen immer nur da gehalten werden sollten, wo auch eine ausreichende Futtergrundlage gegeben sei. Es sei nicht damit zu rechnen, daß etwa Handelsfuttermittel für die Haltung von Ziegen zur Verfügung gestellt werden könnten. Der Ziegenhalter sei also darauf angewiesen, die Tiere auf eigener Futtergrundlage durchzubringen. Eine Hilfe in diesem Bemühen könne die Anlage eines Kleinfuttersilos darstellen. Einige der Züchter tragen sich mit dem Gedanken, solche Silos anzulegen. Im Verlauf der Versammlung wurde auch noch über die Ergebnisse der Milchleistungsprüfungen 1939 gesprochen^ ** Vorfrühlingsfeier beim Ober- hessischen Gebirgsverein. Am Sonntag hielt der Oberhessische Gebirgsverein, Zweigverein Gießen, seine Monatsversammlung, verbunden mit einer Frühlingsfeier, ab. Die Wanderfreunde vom Zweigverein Marburg 1894 hatten ihre Märzwanderung Friedelhaufen—Staufenberg—Hangelstein in Gießen beendet und waren in stattlicher Anzahl zu der Feier ihrer Gießener Wanderkameraden erschienen. Frl. Dreyer brachte unter Mitwirkung verschiedener Mitglieder durch Lied-, Wort- und Musikvortrag Frühlingsstimmung nahe. In kameradschaftlichem Beisammensein vergingen die Stunden bis zur Heimfahrt der Marburger Wanderfreunde allzu rasch. ** Keine Osterfeuer abbrennen. Öfter- feuer dürfen in diesem Jahre mit Rücksicht auf die Verdunkelung, die der Kriegszustand erfordert, nicht abgebrannt werden. Die Kinder sind zu belehren, daß sie das Sammeln von Reisig usw. unterlassen. Kreis Bübingen. Büdingen, 3. März. Die Leiche des als cer* mißt gemeldeten Einwohners K. B. wurde aus dem Seemenbach zwischen Klärbecken und Orles- Häuser Steg geländet. B. war in der Dunkelheit in den Seemenbach gefallen und von der Strömung fortgeschwemmt worden. Schreie waren gehört worden, ihre Herkunft konnte aber damals nicht festgestellt werden. 1. Rudingshain, 4. März. Dieser Tage verunglückte hier bei der Arbeit im Wald unser Mitbürger Karl Stein III. und erlitt einen Oberschenkelbruch. Durch das Deutsche Rote Kreuz wurde er in das Krankenhaus nach Schotten gebracht. Frau Elwine Laue Ww., geb. Huhn im Alter von 35 Jahren. Aliendorf a. d. Lumda, den 3. März 1940. 0782 Heute entschlief, nur 2 Monate nach dem Tode ihres herzensguten Gatten, meine innigstgeliebte Tochter und Schwester Die Beerdigung findet auf Wunsch der lieben Entschlafenen in der Stille in Köln a. Rh., Westfriedhof, statt. In tiefstem Leid: Frau Elwine Huhn Ww. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Hrch. Bögler und Kinder. Gießen (Am Riegelpfad 88), den 4. März 1940. __________________________________________________________________________' '.119D | Vermietungen | MW zu vermiet. [1129D Kaiserallee 27 Näh. A. Becker Keplerstraße 9. Mietgesuche MUolmg. mit Küche, möglichst mit Bad, zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 0786 a. d. G. 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