Nr. 4 «es Blatt 190. Jahrgang Freitag,ö.Zanuar 1940 Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Unioerfilätsdruckerei «.Lange in Siehe». 8christlettung und Seschäftrftelle: 5chulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Srnndpreife für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Kriegssparen. Die totale Kriegführung fordert ganz selbstverständlich die Einordnung jedes Angehörigen der deutschen Nation in die Front. Während der Soldat kämpft, ist die Heimatfront die stärkste Stütze des Soldaten, und ihre totale Einigkeit zeigt sich darin, daß sie sich bedingungslos den Geboten der Stunde unterordnet. Die Organisierung der deutschen Wirtschaft und die Rationierung der Lebensmittel geht Hand in Hand mit der Steigerung der Produktion zum Zwecke der Selbstversorgung und der in diesem Kriege zum erstenmal gelungenen Sicherung unseres Rohstoffbedarfes aus dem festländischen Raum, aus Rußland, dem Balkan usw. Damit war eine Hauptspekulation der englischen Plutokratie, nämlich Deutschland durch wirtschaftliche Methoden mederzuringen, von vornherein gescheitert. Die neuen Wirtschaftsgebilde, wie sie Deutschland und Italien darstellen, sind auf dem Prinzip aufgebaut, wonach die Wohlfahrt aller das oberste Gesetz ist und jedes Vergehen gegen dieses Kardinalgesetz als volksschädlich erbarmungslos bekämpft wird. Das macht die Stärke dieser neuen aufstrebenden Wirtschaftsmächte aus, es verwickelte sie aber in Kämpfe mit den plutokratischen Mächten, vornehmlich England, das zuerst Italien im Abessinienkrieg vergeblich mit wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen niederzuringen versuchte und jetzt das gleiche hoffnungslose Experiment am größten geschlossenen Wirtschaftsraum Europas, am deutschen Volk, mit der gleichen sicheren Aussicht des Mißlingens unternimmt. Die totalregierten Staaten Deutschland und Italien haben dem Geld und dem Liberalismus, innerhalb dessen lediglich der Besitzende auf Kosten des Nichtbesitzenden den Ausschlag gibt, das Prinzip der Arbeit und Leistungsfähigkeit entgegen gestellt, denn die Arbeit allein schafft die Werte. Sie werden innerhalb des totalen Systems gleichmäßig verteilt, und gerade gegen dieses System führt die englische Plutokratie den Kampf der Vorgestrigen mit den Mitteln von vorgestern. England fuhrt den Kampf gegen die neuen Ideen, gegen den Gemeinnutz für den Eigennutz, und gleichzeitig gegen die neue Bewertung der Arbeit und des Arbeiters, wie sie mit ihrer sozialpolitischen Fürsorge dem Gedankengehalt des Nationalsozialismus 'ent= spricht. Arbeit am Ganzen schafft also die Werte, gegen die die Plutokratien kämpfen. Arbeit schafft nach nationalsozialistischer Auffassung alle Werte und damit auch das Geld und nicht umgekehrt, wie die Engländer wähnen. In England und Frankreich hat man die Währung aus plutokratischen Gründen abgewertet, wobei gerade die kleinen Sparer und kleinen Vermögen verloren gingen. Das deutsche nationalsozialistische Prinzip aber will die Sicherung der Währung durch vermehrte Ar- beitsmöglichkeit, und dieser Grundsatz hat dazu geführt, daß wir jede Inflation konsequent ablehnen und vor allem mit dem Kriege nicht die Notenpresse zur Vermehrung des GelduiMauss über die Produktionsgrenzen hinaus anstellten, — also eine Inflation — als das größte Uebel betrachten, das einem Volke geschehen kann. In Frankreich hat der plutokratische Finanzminister R e y n a u d kürzlich gesagt, noch hoffe er, die Inflation zu vermeiden, aber in Wirklichkeit steckt Frankreich schon in einer Jnflatton und England baygt um sein Pfund, wie aus der letzten Rede seines Ueberfee- handelsministers Husion deutlich hervorgeht. Bei uns ist die Sache so: die Heimatfront ist wirtschaftlich so gerüstet und organisiert, daß sie der militärischen Stärke ebenbürtig ist. Wir versorgen nicht nur die Kriegsfront mit allem Notwendigen, sondern sind auch in der Lage, unseren Außenhandel oder, genauer gesagt: Austauschhandel, durchaus aufrecht zu erhalten. Die gesteigerte Produktion auf allen Sektoren der Kriegswirtschaft hat nun selbstverständlich zur Folge, daß die Kaufkraft der Innenfront nicht voll befriedigt werden kann, da die Rationierung von Lebensmitteln und Gelwauchsgegenständen dem ein Paroli entgegensetzt. Die überschüssige Kaufkraft, das sind Einkommen, die nicht voll ausgenutzt werden können, gehören nun auf das Bank- und Sparkonto, damit sie zur Kriegesfinanzierung weitere Verwendung finden können. Der Kriegssparer ist also eine der wertvollsten Vorbedingungen der Kriegführung bis zum Siege. Wir alle können nicht mehr jo gut leben wie in Friedenszeiten. Wir müssen unsere Scherflein auf dem Altar des Dater- landes opfern und da setzt die bewußte Erziehung zum Kriegssparen ein. Die Staatsführung hat zwei Wege, um die Kriegsfinanzierung zu sichern. Der eine Weg ist der der Steuererhöhung,.die gleichmäßige Verteilung der Lasten, der andere das Hineinpresfen der nicht zur Anlage kommenden Gelder in die Kriegswirtschaft. Die Steuererhöhungen finden ihre Grenze in der Belastungsmöglichkeit. Wenn die Steuern zu hoch werden, erschlagen sie die Produktion. Unsere nationalsozialistische Staatsund Wirtschaftsführung hat daher den anderen Weg gewähll und will daher zum Kriegssparen aufrufen. Dadurch wird nicht nur die vagabundierende Kaufkraft gehemmt, sondern direkt für die Allgemeinheit und das Ziel, den Sieg über die plutokratischen Gewalten im Dienst an der Allgemeinheit und damit für jeden Einzelnen fruchtbar gemacht. „Wir sind gerade dabei, eine besondere Art des Kriegssparens zu entwickeln, um das Sparen noch wirksamer zu gestalten und die Spartätigkeit zu fördern", sagte Reichswirtschaftsminister Funk in Salzburg. Der Kriegssparer „solle nicht enttäuscht sondern belohnt werden". Das ist die Methode, auf Giraffe Lenkung der Kriegswirtschaft. Generalfeldmarschall Göring höchste Instanz in allen kriegswirischafilichen fragen. Berlin, 4. Jan. (DNB.) Ein Aufsatz des Staatssekretärs Körner in der Zeitschrift „Der Dierjahresplan" weist darauf hin, daß die Umstellung der hochentwickelten deutschen Wirtschaft auf den Krieg zweifellos eine der schwersten Aufgaben der letzten Monate war. Die Umschaltung, die Reichswirtschaftsminister Funk als Generalbevollmächtigter für die Wirtschaft durchführte, stelle eine organisatorische Leistung größten Ausmaßes dar. solange der Krieg dauert, wird die Wirtschaft Operationsgebiet bleiben. Hier müssen die vorhandenen Kräfte — Betriebe, Arbeiter, Rohstoffe und Verkehrsmittel — jeweils gemäß den wechselnden Anforderungen der Kriegsführung zu Lande, zu Wasser und in der Luft gelenkt werden. Gleichzeitig ist es notwendig, den brutalen Methoden der englischen Blockade durch überlegene Schachzüge zu begegnen. Dementsprechend muß die ■ Kriegswirtschaftspolitik elastisch und schlag-! kräftig, erfinderisch und wagemutig im Aufspüren neuer Mittel und Wege, hart und konsequent in der Verfolgung des großen Zieles der siegreichen Reichsverteidigung fein. Um diesen Ansprüchen ^zu genügen, sind drei Voraussetzungen unerläßlich: 1. Klare Befehlsgewalt und straffste autoritäre Lenkung der gesamten Kriegswirtschaft; 2. laufende engste Zusammenarbeit sämtlicher Stellen, die mit kriegswirtschaftlichen Fragen beschäftigt sind, und zwar in Partei und Staat; 3. Disziplin und verständnisvolle Mitarbeit des ganzen Volkes, der Schaffenden als auch der Verbraucher. Aus diesen Gründen hak sich Generalfeldmarschall Göring auf die Initiative von Reichsminister Funk hin entschlossen, eine weitere Vereinheitlichung in der Lenkung der Wirtschaftspolitik herbeizuführen. Der Generalfeldmarschall nimmt die Leitung der Kriegswirtschaft ganz in die Hand. Mit anderen Worten: der Beauftragte für den Vierjahresplan wird höchste krieg s- wirtschaftliche Instanz; der Auftrag des Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft, des Reichsministers Funk, liegt dagegen bei der Wirtschaftspolitik und der Kriegsfinanzierung im engeren Sinne, entsprechend den Aufgaben des Reichswirtschaftsministeriums und der Reichsbank. Der Generalfeldmarschall beabsichtigt keineswegs ein neues Amt für Kriegswirtschaft aufzubauen. Behördliche Ueberorganifation hat sich stets nachteilig ausgewirkt. Um die Zusammenarbeit zu gewährleisten, werden alle in die Kriegswirtschafts- Politik eingeschalteten obersten Reichsbehörden in einem Generalrat zusammengefaßt. Diesem gehören an die Staatssekretäre des Beauftragten für den Vierjahresplan, des Reichswirtschaftsministe- riums, des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, des Reichsarbeitsministeriums, des Reichsverkehrsministeriums, des Reichsministeriums des Innern und des Reichsforstamtes; ferner der Reichskommissar für die Preisbildung, der Chef des Wehrwirtschaftsamts im Oberkommando der Wehrmacht sowie ein Beauftragter des Stellvertreters des Führers der NSDAP. Nach Bedarf kann der Generalrat durch Vertreter des Reichsfinanzministeriums ober der Reichsbank und der Generalbevollmächtigten des Vierjahresplanes erweitert werben. Den Vorsitz führt ber Generalfeldmarschall; mit seiner Vertretung hat er Staatssekretär Körner beauftragt. Der Generalrat ist eine Arbeitsgemeinschaft, die bie wichtigsten Fragen klärt und bie Richtlinien für ihre Lösung festlegt. Die Durchführung ber einzelnen Maßnahmen bleibt nach wie vor ben zuständigen Ressorts überlassen, bie über bie geeigneten Fachkräfte und ben notroenbigen Verwaltungsapparat verfügen. * Die Bedeutung der neuen Regelung liegt in ber ft raffen Lenkung ber Kriegswirtschaft durch G ene r al selb ma rschall Göring, ber schon als ber Beauftragte für den Dierjahresplan bie wirtschaftlichen Kräfte des deutschen Volkes einheitlich aus- gerichtet und die Ernährung und die Versorgung Deutschlands mit lebenswichtigen Rohstoffen innerhalb der Reichsgrenzen gesichert hat und nunmehr als höchste kriegswirtschaftliche Instanz alle wirtschaftlichen Kräfte auf das stärkste mobilifie- ren und auf bas schärfste konzentrieren wird, um bie siegreiche Verteidigung des Reiches von der wirtschaftlichen Seite her unbedingt zu sichern. D ie mit der neuen Regelu n g an geordnete Zusammenarbeit aller mit Wirtschaftspolitik beschäftigten Ressorts, die sich praktisch so auswirken wird, daß regelmäßig die Mitglieder des Gene r a l r a t e s zusammentreten, ist ein weiterer, sehr wesentlicher Fortschritt. Diese Zusammenarbeit ist bie Voraussetzung bafür, daß schnell gearbeitet und entschieden wird, daß bürokratische Hemmungen ober Bebenken beseitigt unb alle vermeidbaren Härten ober Unstimmigkeiten von vornherein ausgeschaltet werden. Dafür bürgt vor allem bie unter ber ftroffen Lenkung des Generalfeldmarschalls vor sich gehende Zusammenarbeit. Der Generalselbmarschall wird, wenn er längere Zeit von Berlin abmefenb ist, mit feiner Vertretung in den grundsätzlichen Fragen der Wirtschastspolitik Reichswirtschaftsminister Funk beauftragen. In allen laufenden Dienstgeschäften bleibt es bei der Vertretung durch Staatssekretär Körner. Die Neuregelung berührt weder die Funktionen des Ministerrates für die R ei ch sve r t eid i gu n a , der bie oberste Ausrichtung der R e ichs verkeim gungspo littk vornimmt, nach ändert sie etwas an der Einrichtung ber Re ich s v e rt eid i gu n g s k o mm i s s a r e. deren nähere Einzelheiten jeder Deutsche mit Recht begierig ist. Es gilt, alle, vor allem auch die überschüssigen Mittel mobil zu machen, um den Sieg über die plutokratischen Gewalten zu sichern. E. S. Oer Krieg ein sozialer Konflikt Rom, 5. Ian. (Europapreß.) Ob man nun van Kriegführenden, Neutralen oder Nichtkriegführenden spreche, schreibt „P o p o l o b' I t o l i a", bie Wahrheit sei, baß in den gegenwärtigen Konflikt direkt ober indirekt alle Völker verwickelt worben seien. Der Klassenkampf in den einzelnen Nationen, ber sich um materielle Interessen abgespielt habe, sei zum gleichartigen Kampf der Völker geworden. Auf der einen Seite ständen die proletarischen Völker, die reich an Kindern, an Arbeitskräften, an Intelligenz unb an Lebenskraft, aber arm an Lebensraum, an Rohstoffen unb Hilfsquellen feien; auf ber anderen Seite aber machten sich die Herrenvölker breit, bie auf leicht errungenen unb geraubten Schätzen säßen. Sie seien bie unbe- lehrba r en Aussauger unb taub gegenüber jebem Versuch einer Revision ber bestehenden internationalen Ordnung. Von diesem Gesichtspunkt betrachtet, so schreibt „Popolo d'Jtalia" weiter, sei der gegenwärtige Konflikt nichts anderes als ein s o - zialer Konflikt. Solange in einer Nation die sozialen Klassen nicht bie Möglichkeit bes reibungslosen Zusammenlebens erhalten, sei nicht an Frie- ben in ber Nation zu denken. Diese Zusammenarbeit müsse auf der Grundlage ber gerechten Verteilung ber Ausgaben unb ber Interessen erfolgen. Aber auch in Europa werbe nicht Frieben herrschen, solange es Völker gebe, die z u viel besäßen unb solche, bie z u wenig hätten. (Simon oibi Inflaiionsgefahr für Enaland gu Amsterdam, 5. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Daß die Gefahr der Jnflatton für England in bedrohliche Nähe gerückt ist, hat Schatzkanzler Sir John Simon jetzt selbst beftätigt. Nach einer Reuterme lbung wurde eine Beamtenabordnung bei ihm wegen Erhöhung der Beamtengehälter vorstellig. Simon erklärte dieser Vertretung, eine automatische Erhöhung der Bezüge angesichts der erhöhten Lebenshaltungskosten führe zu der schweren Gefahr einer Inflation. Die Regierung prüfe die Bezahlung ber öffentlichen Beamten im Hinblick auf andere Gehaltserhöhungen, man solle aber bie enormen finanziellen fiaften bes Krieges bedenken unb bie schwere Jnflationsgefahr, bie eine automatische Anpassung ber Gehälter an bie Preise mit sich bringen würde. Schließlich versuchte Simon bie Beamtenabordnung durch vage Andeutung einer künftigen Gehaltserhöhung beim weiteren Ansteigen ber Preise unb bie billige Versicherung, baß die Regierung alles tue, um „unnötige Erhöhungen" ber Lebenshaltungskosten zu verhindern, zu trösten. — Ein beachtlicher Zynismus dieses leitenden Herrn ber Plutokratenkaste! Erst bricht eine Clique satter Verbiener den Krieg vom Zaun unb wenn die Sache schief zu geben beginnt unb man mit ben heraufbeschworenen Schwierigkeiten nicht fertig wird, bann wälzt man bie Lasten ab auf bie Schultern ber Irregeführten. Echt englisch! Britischer Zerstörer auf eine Mine gelaufen und gesunken Rom, 4. Januar. (DRV.) Rach einer Meldung des italienischen Rundfunks vom 30. Dezember 1939 ist der britische Zerstörer „Viscount" in der Rordsee auf eine Mine gelaufen und gesunken. Der Zerstörer hatte eine Wasserverdrängung von 1120 Tonnen und eine Ge- schwindigkeit von 35 Seemeilen. Seine Bestückung bestand aus vier 10,2-cm-Geschühen, sechs Torpedorohren, vier MG.s und Flak. Er stammt aus dem Baujahr 1917/18. Die britische Admiralität verheimlicht Schiffsverlufie durch Wneutresser! Berlin, 4. Januar. (DNB.) Die britische Ad- ■mirafität versucht, Schiffsverluste durch Minentreffer geheimzuhalten. Der Kapitän eines neutralen Dampfers, der längere Zeit an ber englischen Ostküste auf ber Reede von Blyth liegen mußte, hat an einem einzigen Tage beobachtet, wie drei englische Dampfer von je 2000 bis 3000 Tonnen Größe auf Minen liefen und in die Lust flogen. Er hat hiervon in einem neutralen Hasen dem Kapitän eines deutschen Dampfers Mitteilung gemacht, der jetzt nach der Rückkehr in bie Heimat ben Vorfall, ben die britische Admiralität vergeblich zu verheimlichen suchte, gemeldet hat. Auch aus diesem Vorfall ergibt sich, daß bie britischen Schiffsverluste höher sind, als bie Engländer zu geben, und auch bie Ergebnisse ber amtlichen deutschen Statistik noch übertreffen, da in dieser Minenzuschläge nicht enthalten sind. Deutsche Flieger Über Paris. Berlin, 4. Jan. (DRV.) Der Londoner Rundfunk gibt am Donnerstagabend zu, daß deutsche Flieger auf ihren Erkundungsflügen über französischem Boden bis nach Paris gekommen sind. Um diese Tatsache schmackhafter zu machen, behauptete er, daß auch die englisch-französischen Luftstreit- krasle ihre Erkundungsflüge fortsehen und auf deutsches Gebiet eingedrungen seien, vergaß aber hinzuzufügen, daß ein nach Deutschland geflogenes englisches Flugzeug bei Aachen abgeschossen wurde. 10 Minuten Lustkampf am Westwall. Auch hier wachen unsere Läger. Am W e st w a 11, 4. Jan. (PK.) Es vergeht fast kein Tag, an dem ber Engländer nicht versucht, bie beutsche Grenze zu überfliegen. Aber immer wieder muß er, ber an sich tapfere Gegner, ber Ueberlegenheit beutfdjer Jäger weichen unb kann bie ihm gestellte Aufgabe nicht erfüllen, weil bie deutsche Abwehr ihm Einhalt gebietet. So meldete der Heeresbericht am Mittwoch, daß am 2. Januar wieder einmal drei englische Bomber vor der deutschen Küste abgeschossen wurden Am 3. Januar wurde am Westwall ein englischer Bomber vom Typ Blenheim abgeschossen. lieber diesen neuerlichen Abschuß unb Erfolg unserer Jäger erfahren wir folgendes: Eine Kette deutscher Jäger flog um bie zehnte Morgenstunde des 3. Januar am Westwall Sperre. Der Führer ber ersten Maschine bemerkte plötzlich eine Maschine 500 Meter über sich, bie er sofort einwandfrei als feinblidjes Flugzeug erkannte. Durch ein verabredetes Zeichen machte er feine Kameraden auf die feindliche Maschine aufmerksam. Sie nahmen nun sofort den Engländer an. Der Gegner wehrte sich tapfer unb versuchte, dem deutschen Angriff durch fliegerisches Können zu entgehen. Aber bie Wendigkeit unserer Messerschmitt, nerbunben mit dem fronterfahrenen Fliegen unserer Jäger unterband jede Dispositionen des (Engländers. Im Verlauf von 10 Minuten war der Kampf entschieden. Der Engländer war schwer getroffen. Er facfte aus der großen Höhe im Steilflug ab. Es muß gesagt werden, daß er in dieser schwierigen Kampflage noch versuchte, die nahe belgische Grenze zu erreichen. Die deutschen Jäger drehten nach Abschuß vor der Grenze wieder ihrem Heimatort zu, während die englische Maschine auf belgischem Boden zerschellte. Auch dieser neueste Erfolg unsere Jäger ist wieder ein Beweis dafür, daß die deutschen Grenzen durch die Abwehr unserer Luftwaffe unüberwindlich sind. Wie lange noch will das englische Volk seine besten Flieger opfern? (R—tz) Der Wehrmachisbericht vom Donnerstag. Britisches Kampfflugzeug bei Aachen abgeschossen. Berlin, 4. Jan. (DRB.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen zwischen Mosel und Pfälzer Wald etwas stärkeres Artillerie st orungs- feuer als an den Vortagen. Auch die Spähtrupptätigkeit war reger. Die Luftwaffe führte Crkundungsflüge gegen Frankreich und über der Rordsee durch. Ein britisches Kampfflugzeug wurde Mittwoch früh in der Gegend von Aachen nach Heberfliegen luxemburgischen Hoheitsgebietes von einem deutschen Jagdflieger gestellt und nach kurzer Verfolgung abgefchossen. ehe es über die deutsch-belgische Grenze hin entkommen konnte. Das zertrümmerte Ilugzeug liegt in Grenznahe auf belgischem Gebiet. Rücksichtslose Neutralitätsverletzung englischer Flieger. Berlin, 4. Jan. (DNB.) Eine neuerliche Neu- tralitatsoerletzung durch die britische Luftwaffe ist am 3. Januar 1940 zu verzeichnen. Ein Flugzeug vom Typ Blenheim, das kurz nach 9 Uhr in deutsches Gebiet einflog, kam unbestreitbar aus dem nördlichen Teil Luxemburgs und versuchte bei Aachen über belgisches Hoheitsgebiet zurückzufliegen. Diese Absicht kam allerdings nicht zur Durchführung, da der Brite kurz vor Erreichen der Grenze von einem deutschen Jagdflieger gestellt und nach kurzer Verfolgung noch über deutschem Hoheitsgebiet abgeschossen wurde. Die Trümmer des britischen Flugzeuges stürzten auf belgisches Gebiet in unmittelbarer Grenznahe nieder. In dem Bestreben, auf m ö g - lichst kurzemund sicherem Wege deutsches Gebiet zu erreichen und wieder verlassen zu können, glauben sich gerade die britischen Flieger unbedenklich jede Neutralitätsverletzung leisten zu können, wofür auch dieser Brite den Beweis erbrachte. Was hat Frankreich in Osteuropa vor? Brüssel, 5. Jan. (Europapreß.) Was hat Frankreich in Osteuropa vor? Man kann die Frage aus mehr ats einem Grunde stellen. Mit auffälliger Offenheit hat man in den letzten Tagen in der Pariser Presse von militärischen Möglichkeiten gesprochen, die sich aus das Gebiet der Sowjetunion beziehen. Man hat sich mit den russischen Petroleumoorkommen im Kaukasus beschäftigt. Gleichzeitig hat man mitgeteilt, daß die militärischen Vorbereitungen zur Verstärkung der Orient-Armee, die ihre Basis in Syrien hat, nicht nachgelassen haben. Frankreich und England haben außerdem mit der Türkei weitgehende Vereinbarungen über ein gemeinsames Oberkommando unter General Weygand getroffen. Man kann in all diesen Dingen wohl nur den Versuch einer Herausforderung Rußlands sehen, da Frankreich und England aus guten Gründen sich zunächst wohl nicht entschließen werden, chre Beziehungen zu Moskau abzubrechen. Sie wollen offenbar den ersten Schritt in dieser Beziehung Rußland überlassen. Immerhin scheint man in Paris Angst vor der eigenen Courage bekommen zu haben. Am Mittwoch noch entwickelten zwei Pariser Blätter, der ,Zour" und der „Figaro", kühne Pläne für eine Aktion im Kaukasus und einen finnischen Anariff auf Leningrad. Am Donnerstag wird von allen kein Wort mehr gesprochen und dort, wo man sich zu weit vorwagt, wie etwa im „Jour", hat dre Zensur kräftige Streichungen vorgenommen. Oie LIGA. und der Krieg. Eine Ansprache Roosevelts vor dem Bundesparlament. Washington, 4. Januar. (DNB.) Anläßlich der Eröffnung der Tagung des Bundesparlaments hielt Roosevelt eine Ansprache. Er sprach dabei die Erwartung aus, daß die Vereinigten Staaten nicht militärisch in diesen Krieg verwickelt würden, schon um einmal an einem Frieden mitwirken zu können, der gleichzeitig der amerikanischen Nation helfe. Roosevelt machte sodann Ausführungen über die Gefahren, die den kleinen Nationen für chre Unabhängigkeit drohten und sprach von den Wirkungen auch für Amerika, wenn der Welthandel von einer Nation oder einer Gruppe von Nationen kontrolliert werde; Hinweise, die in Deutschland beförderen Sinn gewinnen angesichts der britischen Seeräuber- Methoden, der englischen Versuche zur Ausweitung des Krieges und dem Bestreben, kleine Nationen zum Vorspann englischer Herrschattsinteressen zu machen. Aehnlich müssen die Ausführungen Roosevelts wirken, die er zur Verurteilung der Eroberungsmethoden des 17. und 18. Jahrhunderts gemacht hat; zu dieser Zeit wurde bekanntlich die von Daladier von neuem propagierte Politik Richelieus zur Aufteilung Deutschlands betrieben. Roosevelt wandte sich zum Schluß gegen verstrickende Bündnisse mit fremden Nationen, betonte aber gleichzeitig, daß sich die Vereinigten Staaten für den Fall r ü st e n müßten, ihre eigene Sicherheit und Freiheit zu verteidigen und verlangte zu diesem Zweck weitere Erhöhung der Vud- getposten für Armee und Marine. Roosevelt schlägt in seinem Haushalt insgesamt die Ausgabe von 8424 Millionen Dollar vor (675 Millionen weniger als im vorigen Jahr), und veranschlagt eine Einnahme von 5548 Millionen Dollar (382 Millionen mehr als im laufenden Haushaltsjahr, das Ende Juni 1940 schließt). Dadurch ergibt sich ein D e f i - z i t von 2176 Millionen gegenüber 3933 Millionen im Vorjahr. Alle Ausgaben — außer den Rü st ungen — sind gegen das Vorjahr herab- gesetzt worben, um das Defizit zu vermindern, das trotzdem Ende Juni 1941 44 938 Millionen Dollar erreichen wird. Zusätzliche Steuern zur Einkommensteuer beantragte Roosevelt für die Landes- vertei>digungsausgaben, die 300 Millionen Dollar höher sind als im laufenden HaüShaltsjahr; außer- dem befinden sich weitere Wehrmacht saus gaben im Haushalt für Arbeitsbeschaffung. Die Botschaft Roosevelts an den Kongreß trägt den Stempel jener sehr zweckbewußten, nur scheinbaren Unklarheit, wie sie sich ja schon in der ganz eindeutigen Behandlung der Neutralitätsfrage ober in der Unterstellung amerikanischer Handels- schift« unter eine fremde Flagge ausdrückt. Die Rede bringt zahlreiche kritische Bemerkungen, vermeidet aber peinlich den Anschein, als könne eine von ihnen auch nur im enfterntesten für England oder Frankreich gelten. Um so mehr kritische Bemerkungen sind dafür io formuliert, daß man di« nicht direkt in Worte getteioeten Spitzen gegen die autoritären Staaten ohne weiteres herausfühlt. Die kaum getarnte Parteinahme, die sich in dieser Haltung ausspricht, wird noch dadurch verstärkt, daß der Präsident auch bei dieser Gelegenheit wieder deutlich Front gegen diejenige amerikanische Richtung macht, die Amerika unter allen Umständen aus den Konflikten Europas herauszuhaltcn wünscht. Es ist deutlich genug, wenn der Präsident in diesem Zusammenhang so tut, als wolle er den Verfechtern der amerikanischen Isolierung entgeaen- fommen, wenn er die Hoffnung ausspricht, daß Wettpolitik an der Jahreswende. Unsere Ausländskorrespondenten berichten. Jugoslawien im Zehre 1939. Von unserem s.-Korreipondenien. Belgrad, im Dezember 1939. Zwei politische Ereignisse — von höchster Wichtigkeit für die weiter« Entwicklung des jugoslawischen Staates und der drei stamm-esverwandten Völker, der Serben, Kroaten und Slowenen — beherrschen das Bild von Jugoslawien im Jahre 1939: innenpolitisch die Verständigung mit den Kroaten, außenpolitisch die Neutralität. Nach den Wahlen vom 11. Dezember 1938 zeigte sich, daß die kroatische Frage ein Lebens- Problem des jugoslawischen Staates geworden war und deshalb schleunigst geregelt werden mußte. Der Pyrrhussieg der Regierung Stojadinowiftch bei diesen Wahlen bewies, daß die von ihr vorgefchla- gene Methode der „starken Hand" gegen die Kroaten auch bei den Serben und Slowenen auf heftigsten Widerstand stoßen würde. Deshalb mußte eine freundschaftliche Verständigung mit dem kroatischen Volt gejuckt werden. Stojadinowiftch war wegen seiner bisherigen Haltung den Kroaten gegenüber dazu ungeignet, darum mußte er am 4. Februar 1939 zurücktreten, und am 6. Februar bildete der jetzige Ministerpräsident Zwetkowiftch eine neue Regierung mit der ausdrücklichen Aufgabe, eine Verständigung mit den Kroaten zu- standezub ringen. Nach Dechandlungen, die mit wechselndem Glück fast sechs Monate dauerten, wurde am 26. August, am Vorabend des neuen europäischen Krieges, zwischen der Regierung, die im Auftrag des Regentschaftsrates handelte, und Dr. Vladimir Matschet, dem beglaubigten Führer des kroatischen Volkes, eine Verständigung unterzeichnet, durch die der größte Teil der seit Begründung des jugoslawischen Staates erhobenen kroatischen Wünsche verwirklicht und die meisten Grunde der kroatischen Unzufriedenheit beseitigt worden sind. Ministerpräsident Z w et- ko w i t s ch bildete eine neue Regierung der nationalen Verständigung, in die auch Dr. Matschet eintrat, die kroatischen Provinzen des jugoslawischen Staates wurden zu einem Bundesstaat innerhalb von Jugoslawien vereinigt, welcher den Namen „Banat (ein kroatischer Ausdruck, der etwa mit Großfürstentum übersetzt werden könnte) Kroatien trägt. In der weiteren Entwicklung müßten nun auch die slowenischen und serbischen Gebiete von Jugoslawien zu Bundesstaaten vereinigt werden. Dieser Prozeß ruft selbstverständlich verschiedene Schwierigkeiten und Konflikte hervor, die zweifellos der jugoslawischen Politik im nächsten Kalenderjahr das Gepräge geben werden. Außenpolitisch setzte Jugoslawien auch nn Jahre 1939 seine traditionelle Politik der Freundschaft mit allen Nachbarn, insbesondere den großen Nachbarmächten Deutschland und Italien, weiter fort. Die innenpolitischen Aenderungen konnten diese Grundsätze der jugoslawischen Politik m mner Weise beeinflussen. So wurden auch mit Deutschland im Laufe des Jahres verschiedene wirtschaftliche Verhandlungen finanzieller Sachverständiger in Belgrad, im Monat November eine Verenwarung über die Liquidierung der j u g o s l a w i -> Ich-N Borkriegsschuld-n erzielt. Aus einer Konferenz der ständigen Regierungskommilftonen im September und Oktober in Belgrad wurde der Handelsverkehr zwischen Deutschland und Jugoslawien den neuen, durch den Krieg 6erDorgerufenen Verhältnissen angepaßt. In ähnlicher Weise regelte Jugoslawien auch feine Handelsbeziehungen zu Italien, Griechenland, Ungarn und auch anderen Staaten unter Berücksichtigung der Knegsverhalt- nisse. . .. o. . Politisch trachtete Jugoslawien m erster Lime, seine Beziehungen zu Ungarn freund schäft - lich auszugestalten, nachdem seine Beziehungen zu allen anderen Nachbarn schon seit Jahren aus Grundlagen aufrichtigster Freundschaft aufgebaut sind. Diese Bemühungen Jugoslawiens fanden vmtes Verständnis in Ungarn. Die gesamt« außenpolittsche Tätigkeit in den letzten fünf Jahren führte logisch zur Erklärung der jugoslawischen Neutralität im gegenwärtigen europäischen Konflikt, die am 4. September erfolgte. In den drei Monaten der Neutralität hat Jugoslawien schon viel« Schwierig, ketten überwinden müssen. Hier wird immer wieder festg^stellt, daß eine der Sonderbarkeiten des heutigen Krieges sei, daß er bie Neutralen in mancher Hinsicht härter trifft als Ae Kneg- führenden. Die Neutralität kostet viel Geld. Das Wirtschaftsleben stockt, die Preise steigen, Knappheit zeigt sich an allen Ecken und Enden. Dazu kommen auch die Schwierigkeit en des Schiffsverkehrs als Folge der Blockade. Wenn auch die Blockade im Mittelmeer und an der Adria nicht so scharfe Formen angenommen hat, wie in den Nord- und Westmeeren, stellt sie dennoch einen harten Schlag für den Außenhandel Jugoslawiens dar. Die Neutralität ist kein reines Vergnügen, sondern eine schwere Pflicht, die Jugoslawien gewissenhaft und willig erfüllt, in _ber Ueberzeugung, wie es in der amtlichen Neutralitätserklärung heißt, nicht nur „feinen eigenen Interessen zu dienen, sondern auch der Wiederherstellung des Friedens zwischen den Nationen." Wachsender Raum, wachsende Ausgaben für Ungarn. Don unserem f.-Korrespondenien Aeußerungen über di« Hand^sventräge, Me Sr- beitslosigkeit und di« innere Einigkeit. Das Matt bemerkt, der Präsident und feine Mitarbeiter hatten ieben Jahre lang jedes Mittel dazu benutzt, um die innere Uneinigkeit zu erhöhen. Dl« repuMkani- sche „Detroit Free Preß' steht in den Erklärungen des Präsidenten das Eingeständnis, daß die Regierung entweder unfähig fei, den Willen der amen- kamschen Nation durchzuführen, oder dem Gebot der Nation nicht gehorchen wolle. Eisenbahnattentat in Frankreich verhütet. Genf, 5. Jan. (Europapreß.) Nach einer Mel- düng des „Jntransigeant" ist auf der Strecke Lyon — Teil ein Eifenbahnattentat nur durch einen Zufall verhütet worden. Wie die Lyoner Pr^ vinzprefse durchblicken läßt, hatten es bie bisher noch unbekannten Attentäter wahrscheinlich auf Militär- oder Munitionszüge abgesehen. Wie groß das verhütete Eisenbahnunglück gewesen war«, zeige die Menge der ausgefundenen Explosivstoff«. Man habe einen großen Kasten mit Dynamit gefunden, der genügt hätte, um mehrere Züge in die Luft zu sprengen. Die französische Provinzpresse wie der „Jntransigeant" schweigen sich über die polizeilichen Maßnahmen und deren Erfolg aus, so daß anzunehmen ist, daß es sich um eine Kundgebung von ranzösischen Kriegsgegnern gehandelt haben dürfte. Starker Rückgang des schweizerischen Fremdenverkehrs. Genf, 4. Januar. (Europapreß.) Wie amtlich bekanntgegeben wird, betrug die Zahl der Ankünfte in schweizerischen Hotels und Pensionen im Sommer 1939 1554000 und die der Uebernachtungen 6609000. Mit diesen Zahlen istderTiefpunktdesJah- res 1936 unterschritten. Die Zahl der In- landsgäste hat sich gegenüber dem Vorjahre um 89 000, d. h. um 9 v. H. vermindert; bei den Uebernachtungen belief sich die Verringerung auf 524 000 oder 12 v. H. Noch stärker war der Ausfall an Auslandsgästen. Hier wurden 271000 Meldungen weniger abgegeben (30 v. H.) bei einer gleichzeitigen Verringerung der Uebernachtungen um 1 142 000 ober 29 v. H. gegenüber bem Vorjahr. Im September betrug ber Ausfall an Auslandsgästen 87 v. H. bei einem Absinken der Zahl der Uebernachtungen um 61 v. H. im Vergleich zum September 1938. Kleine politische Nachrichten. Am Mittwochmorgen trafen 956Wolhynien- Deutsche, die bisher in Lodsch untergebracht waren, in Rummelsburg (Pommern) ein, wo sie vorerst in den wohlvorbereiteten Hallen ber Beratungsstellen für Einwanderer bleiben werden. ♦ Die römische Presse berichtet aus Moskau, baß der englische Botschafter abgereift sei. Ferner werde die Abreise auch des französischen Botschafters angekündigt. Dieser werde einen Urlaub von nicht begrenzter Dauer antreten. Besiedlung des Warthegaues mit Handwerkern. Ungarn trat ins Jahr 1939 ein als Nutznießer feiner folgerichtig aufrechterhaltenen Freundschaft zu den Achfenmächten Deutsch- land und Italien. Noch ganz jung war die Vergrößerung um 12 400 Quadratkilometer mit über ebner Million Einwohner, die ihm durch den Wiener deutsch-italienischen Schiedsspruch vorn 2. November 1938 zuerkannt morgen waren. Doch weiter zeigte sich die wohlwollende Politik Deuftchlands, als es Ungarn ermöglicht wurde, in den März- tagen 1939, während des völligen Zerfalls der Tfchecho-Slowakei, bie Karpatho-Ukraine zu besetzen, abermals 12 000 Quadratkilometer mit 600 000 Menschen zu gewinnen und damit an seiner Nordgrenze die Gebietsfolgen des Trianon- Vertrages zu beseitigen. Diese Rückgliederung arvßer Gebiet«, die immerhin 20 Jahr« lang fremde Herrschaftsformen erlebt hatten, stellte Ungarn im ablaufenden Jahr vor gewaltige Derwaltunas- und Mrftchaftsaufgaben. Ein« soziale und wirtschaftliche Reformpolitik großen Stils wurde eingeleitet, von ber über bie Grenzen des Landes hinaus am meisten Beachtung das sogenannte Bodenreformgesetz fand, das den Landhunger von Kleinbauern und Landarbeitern befriedigen und den altbevorrechtigten adligen Großgrundbesitz zurückdrängen will. Ebenso traten die Minderheiten-Fragen mit neuer Wucht in den Vordergrund. Die nicht bestrittene Resorm- bedürftigkeit vieler Einrichtungen gab natürlich den Nährboden ab für radikale Strömungen, die schnelle und roeitgreifenbe Fortschritte fordern. Sie fanden im Juni - Wahlkampf zum ungarischen Abge- ordnetenhaus und im Einzug von 49 Abgeordneten der rechtsradikalen Pfeilkreuzlergruppen ins Parlament ihren Niederschlag. Ministerpräsident Graf Teleki, der am 16. Februar 1939 an die Spitze der ungarischen Regierung trat, schuf sich andererseits in der Regierungspartei „Ungarisches Leben" sein innerpolitisches Machtinstrument. Sein« erste gesetzgeberische Tat war, im Reichstag das vom Volk schon lange erwartete Judengese tz *ur Annahme zu bringen, das den überaus starten Einfluß dieser Rasse auf das ungarische Kultur- und Wirftchaftsleben ein dämmen soll. Am Jahresende steht bie Regierung Teleki vor der enftcheibungsschweren Aufgabe, das Land durch die Auswirkungen des derzeitigen Krieges durchzu- fteuern, die auch auf den zentralen Donaustaat vielfach ausstrahlen. Dank dem raschen Sieg der deutschen Waffen in Polen und dank manchen Akten des Friedenswillens der Südosfttaaten, zu denen auch Ungarn beitrug (durch die Zurückziehung seiner im September zunächst an ber rumänischen Grenze aufmarschierten Truppen), ist es gelungen, das Land von unmittelbaren Kriegsrisiken fernzu- halten. „Ungarn droht von selten der an feinen Grenzen liegenden Parteien keine Gefahr", so erklärte Außenminister Graf C s a k y. „Andererseits", fuhr er fort, ,chat es Ungarn für überflüssig erachtet, eine Neutralitätserklärung aozugeben". Es wünscht auch keinen „Balkanblock , ber neuerdings den „$tatus quo“, d. h. den Fortbestand der jetzigen Grenz- und Minderheiten-Verhältnisse, wenn auch nur auf Zeit, garantieren soll«, selbst wenn ein solcher Block im Gewände einer Friedens- ober Sinti» kriegsversicheruna anempfohlen wird. Dagegen möchte Ungarn die nachbarlichen Spannungen, vor allem mit ^Rumänien, im Weg« direkter Verhandlungen und Abkommen bereinigen." Diese bem kommenden Jahr gestellten außenpolitischen Ziele können nur langsam reifen. Die Abwehr der wirtschaftlick"" Kriegsfolgen erfordert rasche Eingriffe von «stunde zu SNmde Die Ernährungslage ist zwar im großen und ganzen aus eigener Erzeugung gesichert. Dagegen bereitet die Rohstoffbeschaffung für die industrielle Produktion ernste Sorgen. Dor allem droht der ungarischen Ausfuhr nach Staaten, die nicht au dem Landwege erreicht werden können, infolge der englisch-französischen Blockade-Seeräuberei schwer« Einbuße. Ungarn verfügt, abgesehen von den Donau-Motorschiffen, die zwischen Budapest und der Levante verkehren, über ein« zwar kleine, aber mit Selbstgefühl unterhaltene Hochseehandelsflotte, die zum Teil entweder zur Untätigkeit verurteilt ober den alliierten Zwangsmaßnahmen ausgeliefert ist. Da mit bem Exporterlös ein großer Teil der ohnehin beeinträchtigten Rohstoffeinfuhr bezahlt werden muß, versteht man, daß Graf Csaky in seiner Novemberrebe zur Außenpolitik erklärte, Ungarn werde sich einer Kontrolle nicht unterwerfen, die auf Kosten seiner Selbständigkeit oder seines nationalen Selbstbewußfteins ausgeübt würde. Amerika „nicht militärisch" in den Krieg hineingezogen werden würde. In dieser einschränkenden Klausel ist bereits der Anspruch enthalten, den Vereinigten Staaten im übrigen freie Hand zu sichern, beispielsweise zu Gunsten ihrer Hochfinanz und ihrer Rüstungsindustrie. In das gleiche Kapitel gehört auch der Anspruch Roosevelts, daß Amerika später einmal bei etwaigen Frie - bensverhanblungen ein gewichtiges Wort mitzureden haben soll, selbstverständlich zu Gunsten der kriegsschuldigen Staaten Westeuropas. Man wird es vor allem in London dem amerikanischen Präsidenten auch sehr danken, daß er solche aktuellen Probleme wie die Gefahren für die Unabhängigkeit ber neutralen Staaten ober bie Frage ber Kontrolle des Welthanbels ober bie Eroberungs- methoben früherer Jahrhunberte ober bie Gewalt- anroenbung im internationalen Verkehr stets fo behandelt, als hätten England und Frankreich mit allen diesen Dingen nid)t das geringste zu tun. Wenn, wie der Präsident meint, Gewaltanwendung als Ursache dieses Krieges anzusehen ist, bann würben wir ihm znstimmen, sofern er bie Aufhetzung Polens zum Kriege durch England gegen Deutschland und die planmäßige Vorbereitung dieses Krieges durch England und Frankreich seit ber Münchner Konferenz im Auge hätte. Da im übrigen bie Kongrehbotschaft Roosevelts sich ausschließlich mit außenpolitischen Problemen befaßt, so wird wiederum das Bestreben deutlich, die Aufmerksamkeit ber amerikanischen Oeftentlichkeit möglichst wenig zu einer Beschäftigung mit innerpolitischen Problemen Amerikas im Zusammenhang mit ben Präsibentenwahlen in biefem Jahre kommen zu lassen. Die preffe zur Roosevelt-Rede- Neuyork, 4. Januar. (DNB.) Die Rede des Präsidenten Roosevelt findet in der amerikanischen Press« eine geteilte Aufnahme. Bei den Kommentaren der Zeitungen zeigt sich ein« scharf« Trennung slinie zwischen den Aeußerungen der demokrattschen Blätter und denen der republikani- scheu Opposition. Die republikanische „New York Herold Tribüne" bezeichnet bie Rebe als einen schönen „Rauchschleier", ben Roosevelt benutzt habe, um seine innen politischen Mißerfolge xu verdecken und zerpflückt dann jchonungsloH feine Nachbem der Einsatz baltendeutscher Handwerker zum Abschluß gelangt ist, hat der Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums im Osten nunmehr Richtlinien für die Ansiedlung reich-- deutscher Handwerker in den wiedergewonnenen Ostgebieten festgelegt. Für die Ansiedlung kommen in erster Linie Handwerker in Frage, die rassisch und p o l i t i s ch die Gewähr dafür bieten, daß sie zur Festigung des deutschen Volkstums im Osten berufen sind. Selbstverständlich werden nur fachlich e r ft 11 a f f t g e Kräfte Berücksichtigung finden. Zur Durchführung der Ansiedlung hat das Amt Handwerk in der Reichsleitung der NSDAP, in Zusammenarbeit mit dem Fachamt „Das Deutsche Handwerk" in der DAF. die Dienststellen der NSDAP, in den Gauen, Kreisen und Ortsgruppen beauftragt, bie Auswahl ber geeigneten Handwerker vorzunehmen. Hunderte von reichsdeuftchen Handwerkern haben sich bereits gemeldet, so daß schon in den nächsten Tagen die ersten Gruppen reichsdeutscher Handwerker zur Ansiedlung gelangen werden. Anträge von Bewerbern für die Ansiedlung in ben befreiten Gebieten können über bie ©au- und Kreisbiensfttellen des Deutschen Handwerks in der DAF. an bie Reichsdienststelle des Deutschen Hanbwerks weitergeleitet werben. Zuchthaus für Abhören ausländischer Sender. Di« Kammer II des Hanseatischen Sondergerichtes bestraft« den 52 Jahr« alten Gastwirt Friedrich Rieck aus Hambura wegen fortgesetzten absichtlichen Abhörens auslaMscher Sender auf Grund ber Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen vom 1. September 1939 mit drei Jahren Zuchthaus. Der Angeklagte, der in der Hafengegend eine Gastwirtschaft betrieb, in der tagsüber ein starker Verkehr herrscht«, bat; wie er eingestehen mußte, in ben Monaten September und Oktober 1939 bis zu feiner Festnahme in seinem Lokal auslänbische Rundfunksender abgehört. Durch Zufall will er beim Runbfunkempfang auf den Sender Toulouse gekommen fein, gab sich dessen Lügemnellbungen vereitwillig hin und bemühte sich bann, werte re auslänbische Sender mit seinem alten Empfangsgerät zu bekommen. Er machte sich Notizen über die Sendezeiten ausländischer Sender, damit er „immer genau im Bildewar. Diese Notizen wurden bei feiner Festnahme in seinem Besitz gefunden. Er hörte bie Meldungen der feindlichen Lügenpropaganda nicht nur allein, fordern auch in Gegenwart dritter Personen, schaltete aber sofort ab, sobald ein fremder Gast sein Lokal betrat. Er war sich also der Strafbarkeit feines Tuns vollkommen b e • mußt. Nach ber Auffassung bes Sonbergerichtes, bie auf ber Beweisaufnahme fußt, handelt es sich bei dem Treiben des Angeklagten um ein ganz systematisches Abhören ausländischer Sender, so day man von einem ganz schweren Fall -eines solchen Verbrechens gegen ben Geist ber Volksgemeinschaft sprechen kann. Es besteht auch ber dringende Verdacht, daß der Angeklagte das Gehörte weiterverbreitet hat; aber ein schlüssiger Nachweis ließ sich in dieser Hinsicht nicht führen, fo daß feine Verurteilung aus § 2 ber Verordnung wegen vorsätzlichen Weiterverbrei- tens nicht erfolgen konnte. Aber ba^, was der Angeklagte nachgewiefenermaßen getan, war schon schwer und verwerflich genug, um bie Zuchthausstrafe zu rechtfertigen- WkM« REUERBUR6 MM« REUERBUR6 WW Aus aller Welt Weihnachtliches Kriegstagebuch and sein Ende Beigeschmack,sodass man glauben ^Jahrelang ging der könnte, es sei überhaupt nicht Streit um die leidige vorhanden. Es ist aber da Frage, ob eine Zigarette ein Mundstück haben müsse oder nicht. 3etzt hat das neue UMundstück der GÜLDENRING Goldmundstück endlich die entscheidende Lösung unsichtbar, ferner frei von jedem Geruch oder QQ __ mit ö*MiAXic£stü.ck 4 Pfennig idern ien. gebracht.Es vereint nämlich die Vorzüge beider Mundstückarten! Denn es ist vollkommen hotten, auch die Geschenke von der Truppe und von der Batterie überraschten uns. Die Sache mit dem Wein, dem Stollen, der Schokolade, den Rauchwaren und dem bunten Weihnachtsteller stimmte Die Expedition des sowjetrussischen Eisbrechers „Sedow", der seit über zwei Jahren in den nördlichsten Breiten des Polarmeeres driftet, nähert sich ihrem Ende. Die Drift des „Sedow" führte vom Laptew-Meer an der nordsibirischen Küste in westlicher Richtung quer durch das nördliche Polarbecken aus die Nordküste Grönlands zu und berührte somit eine Gegend, in die n o cf) nie zuvor ein Schiff oder ein Flugzeug eingedrungen war. Mit der Fahrt des „Sedow" durch das Polareis kann nur .....~ '1 von Frithjof Nansens verglichen werden. Die Drift des „Se- Oie Reichsbahn im Lahre 1939. Befriedigende finanzielle Entwicklung. - Neue große Aufgaben zähmen. 22. 12. Drei Postfäcke, vollgefüllt mit Päck- “ * inaetroffen. Auch diese wurden rt^. weil arundläklicb alle Feldaus Weihnachten eingestellt. 23. 12. So gründlich und so schnell haben wir noch nie unsere Bunker und die Dunkervorhöfe geputzt. Die Arbeit „flutschte" nur so, feder packte kräftig mit an, sodaß wir frühzeitig fertig waren. In unserer Vorfreude steckten wir den Adventskranz an, legten einige Aepfel aus den Ofen und brannten Tannenzweiae an. So schufen wir eine rechte weihnachtliche Stimmung, die durch keinen Alarm gestört wurde. Wer hätte es geglaubt, daß wir uns als Soldaten nochmals wie die Kinder auf Dkihnachten freuen würden ... 24. 12. Fast tat es uns leid, als wir heute früh aus den Bunkerwall kletterten und dort unseren Tannen bäum „fällten". Bereits im Herbst hatten wir diesen Baum zusätzlich mit in die Tarnung eingepflanzt und ihn als unseren Weihnachtsbaum bestimmt, lieber und über war das Bäumchen mit Rauhreif überzogen, als wir es umlegten. Gar rasch schwand die kristallene Schönheit im Bun- kervorhos dahin. Eine Schönheit, die auch durch den schönsten Schmuck und durch die Kerzen Nicht wieder hervorgezaubert werden konnte. Aber herrlich war unser Bäumchen doch. Unvergessen wird uns die abendliche Feierstunde bleiben, bei der wir von allen Seiten in so reichem Volksschädling zum Tode verurteilt. Das Sondergericht Königsberg verurteilte am Donnerstag den 49 Jahre alten Heinrich Micha- lowski wegen Verbrechen nach §4 der Verordnung vom 5. September 1939 zum Tode. Dieser Volksschädling war durch Neigung zum Trunk und aus Arbeitsscheu schon 1910 auf die Bahn des Verbrechens geführt worden. Er hat insgesamt 2 6 V o r- strafen aufzuweisen, fast alle wegen Eigentumsvergehen. In den verschiedensten Gegenden Deutschlands trat er als Landstreicher, Zechpreller und Betrüger auf. Von einer großen Tour durch Polen kurz vor Kriegsbeginn nach Danzig zurückgekehrt sah er mit dem Instinkt des Betrügers eine günstige Gelegenheit, auf Kosten anderer zu leben, darin, sich als geflüchteter Volksdeutscher auszugeben. In verschiedenen Städten und zahlreichen Ortschaften Ostpreußens, zuletzt in Königsberg, beschwatzte er Volksgenossen und ließ sich Geld geben. Ueberall erzählte er, durch seinen Einsatz für andere Volksdeutsche habe er die Aufmerksamkeit der polnischen Polizei auf sich gelenkt, sei verhaftet, mißhandelt und seines Eigentums beraubt worden. Nach kühner Flucht aus dem Gefängnis habe er sich mit Mühe und Not über die Grenze gerettet. An alledem war kein Wort wahr. Berufsverbrecher hingerlchlek. Am 4. Januar ist der am 2. Januar 1915 in Jahnsbach im Erzgebirge geborene Heinz M e i sch- ner hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Freiberg (Sachs.) am 23. November 1939 wegen Verbrechens nach der Verordnung gegen Volksschädlinge in fünf Fällen sowie roegen schweren Diebstahls, versuchter Notzucht, gefährlicher Körperverletzung, schweren Raubes unö versuchten Totschlages viermal zum Tode verurteilt und zu lebenslangem Zuchthaus sowie zu dauerndem Ehrverlust verurteilt worden war. Meischner, ein Berufsverbrecher, der in der letzten Zeit nur von Einbruchsdieb st ählen lebte, hat innerhalb dreier Tage unter Ausnutzung der Verwenden. 21. 12. Don der eingetroffenen Feldpost hat uns heute der Spieß nur d i e Briefe ausgehändigt. Die Pakete hat er uns vorenthalten und etngeschlos- sen. Er meinte nämlich, es seien ja alles Weih- nachtspakete, die uns an Weihnachten^ selbst die größte Freude machen würden. Also könnten wir ruhig rroch drei Tage unsere Neugierde be- scheranstalt. „ , 19.12. Don den Derpflegungswagen sind heute eine Menge Kisten mit unbekanntem Inhalt ab geladen worden. Dom Fahrer erfuhren wir, daß das die Sonderzuwendungen der Truppe für Weihnachten feien, und daß noch mehr Dinge nachfolgen würden, die zusätzlich aus den Ueberschüsien der Marketenderei gekauft werden sollen. 20.12. Im letzten Augenblick ist uns eingefallen, chen, sind erneut ein .. .. , . „ daß wir ja an Weihnachten nicht nur etwas er- sofort „beschlagnahmt , well grundsätzlich alle Feld- warten dürfen, sondern daß wir auch s e l b st etwas geben müssen. Wenn wir aus den Stellungen herauskommen würden, wäre es ja leicht für uns, etwas einzukaufen, um uns im engeren Kameradenkreise gegenseitig etwas zu schenken. Aber schließlich kommt es darauf gar nicht an. Wir wollen am Weihnachtsabend einmal zeigen, was wir können und daß wir Kameraden sind. Schließlich haben wir in unseren Reihen einige Künstler, denen es nicht tarn er fällt, eine schlichte Feierstunde zu gestalten. Auch zwei Verseschmieder sind darunter, die nun eifrig lustige Reime auf die Kameraden machen und die bestrebt sind, ja nichts zu vergessen. Gute und weniger schöne Eigenschaften der Kameraden sollen am Weihnachtsabend vom Weihnachtsmann in treffsicherer Weise behandelt also genau so, wie das persönliche Geschenk, das jeder von uns noch von der Batterie erhielt. Nachdem wir uns von unserem Erstaunen etwas erholt hatten, griff rasch eine fröhliche Stimmung Platz, die bis zum Zapfenstreich anhielt. Freiwillig lösten wir in kurzen Abständen unsere Posten und die Flugmelder ab, damit jeder Kamerad an der Weihnachtsfeier teilhaben konnte. Selig wie die Kinder — im Gedanken an unsere Lieben in der Heimat — schliefen wir ein. 25.12. Das genaue Sichten unserer Ge- schenke war heute die Hauptbeschäftigung. Eine neue Ueberraschung brachte uns die Feldküche mit dem ge ft elfen, das mir trotz größter Anstrengung nicht restlos bewältigen konnten ... Ein richtiger Feiertag. 26.12. Für die vielen Geschenke muß man sich auch bedanken. Das ist nunmehr zum großen Teil geschehen. In Massen wurden die Dankbriefe geschrieben — wahrlich keine leichte Beschäftigung bei den vielen Geschenken. Es war wunderschön, unser Weihnachtsfest im Bunker! Wir werden es nicht vergessen. Hans Jütte. den Mehreinnahmen erhöhte Aufwendungen gegenüber. Die Zahl der Gefolgschafts- mitglieder der Reichsbahn mußte abermals beträchtlich vermehrt werden. Ebenso erforderten die erheblich gestiegenen Verkehrs- und Betriebsleistungen einen erhöhten Aufwand für die Betriebsführung und für die Unterhaltung und Erneuerung der Bahnanlagen und Fahrzeuge. . Die an die allgemeine Reichskasse zu entrichtende Abgabe bemißt sich für 1939 erstmals nach den Bestimmungen des neuen Reichsbahn-Gesetzes. Entsprechend den höheren Verkehrserträgen sind auch die an das Reich zu zahlenden Beträge höher als im Vorjahr. Die Gesamtrechnung der Reichsbahn wird in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen sein. Nunmehr treten gewisse Anforderungen, z. B. aus der baulichen Neugestaltung deutscher Städte, zurück hinter Bauausführungen, die vom wehrwirt- schaMchen Standpunkt aus vordringlich sind. Auch das große Fahrzeugbeschaffungsprogramm ist den kriegswirtschaftlichen Verhältnissen angepaßt worden. Als wesentliche Ausgabe ist neu hinzugekommen der Wiederaufbau des Eisenbahnwesens in den heimgekehrten Ostgebieten. Der Gesamtschulden st and der Reichsbahn ist weiterhin günstig. Unter Einschluß der neuen Anleihe und unter Einrechnung der im Zusammenhang mit der Eingliederung der ehemaligen österreichischen Bundesbahnen übernommenen Schuldverpflichtungen sowie nach Rückzahlung der fälligen erheblichen Schuldbeträge belaufen sich ihre langfristigen Verbindlichkeiten auf rund 3350 Millionen Reichsmark. Demgegenüber stellte sich das Anlagevermögen der Reichsbahn anfangs 1939 auf fast 35 Milliarden Reichsmark und ihr Eigen- kapital auf nahezu 19 Milliarden Reichsmark. Einschließlich des Anlagewertes der Eisenbahnen in den Herrn gekehrten Ostgebieten wird das Anlagevermögen der Reichsbahn Ende 1939 annähernd 40 Milliarden Reichsmark ausmachen. Berlin, 4. Ian. (DNB.) Wie schon 1938, so ist auch im Geschäftsjahr 1939 die Entwicklung der Reichsbahn weitgehend durch Ereignisse weltgeschichtlichen Ausmaßes mitbeftimmt worden. Neben dem Aufmarsch und der Versorgung der Armeen hat die Reichsbahn nach dem Ausfall des Krastfahrzepg- Fernverkehrs zusammen mit der Wasserst raße den gesamten allgemeinen Güterverkehr abzuwickeln. Den allgemeinen Personenverkehr muß sie allein bewältigen. Außerdem hat die Reichsbahn einen erheblichen Strecken- zuwachs in den heimgekehrten Ostgebieten, ^ür diese sowie für den Neuaufbau des Eisenbahnwesens im Generalgouvernement hat sie Tausende von Bediensteten zur Verfügung gestellt. Neben dem politischen Geschehen tritt als das für die Reichsbahn, ihre Stellung im Reich, ihren inneren Aufbau und ihre Finanzwirtschaft wichtigste Ereignis im abgelaufenen Geschäftsjahr das neue Reichsbahn-Gesetz vom ^Luli hervor Die Reichsbahn behäll ihre eigene Wirtschaftsführung und ihre eigene Rechnung, die getrennt von der allgemeinen Rechnung des Reiches geführt wird. Diese finanzwirtschaftliche Selbständigkeit trägt ihrer Eigenart als Wirtschaftsunternehmen Rechnung, die eine größere Bewegungsfreiheit fordert, als sie die starren Formen öffentlicher Haushalte gewähren können. , v , Die finanzielle Entwicklung der Reichs- bahn ist durch die politischen Geschehnisse weit- gehend beeinflußt worden. Umfangreiche Einschränkungen des allgemeinen Verkehrs Ende August / Anfang September 1939 haben die Der- kehrseinnahmen zunächst erheblich a b f i n f e n lassen. In der Folgezeit haben sich jedoch mit dem Wiederaufleben des allgemeinen Verkehrs auch die Verkehrseinnahmen wieder so wesentlich gebesiert, daß mit einer Gesamteinnahme von rund 5650 Millionen Reichsmark, das sind rund 520 Millionen Reichsmark - 10,1 v. H. mehr als im Vor- jähre, gerechnet werden kann. Auch in 1939 stehen innevyuiv viciei -Luyc uiitci. «ujiiuguiiy vn u *•*■/*• ~ 7, dunkelungsmaßnahmen ein Sittlichkeitsverbrechen, die berühmte Reise einen Raubüberfall auf eine Frau und drei Ein-1 „F r a m" verglichen PK. 17. Dez. 39. Heute war große „Geheim- sitzu ng" im Ehefb unter. Der Spieß tat zwar sehr geheimnisvoll, als er von der Besprechung kam. Es läßt sich aber nicht leugnen, daß das Thema Weihnachtsfeier zur Debatte stand. Wurden doch auch später bei der Befehlsausgabe die Namen der 20 Kameraden bekanntgegeben, die über Weihnachten in Urlaub fahren dürfen. Wir anderen werden die Stellung halten und eine zünftige Soldatenweihnacht feiern. 18 12. Man munkelte heute von allerlei Zuschüssen und Zuwendungen zum Weih- nachtsfest Bestimmt sind das alles wieder Latrinenparolen. Einer behauptet sogar, daß jedermann von der Batterie eine Flasche Wein, einen Weihnachtsstollen, eine Tafel Schokolade und eine Menge anderer D'»nge bekommen würde. Schön wäre ja so etwas. Aber schließlich ist der. Kommiß keine Be- und bietet empfindlichen den gleichen Schutz wie eiru brüche begangen. Bei dem Raubüberfall hat er das Opfer durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Vollstreckung von Todesurteilen. Am Donnerstag wurde der am 13. Mai 1902 geborene Friedrich Pferfching hin gerichtet, der durch Urteil der Strafkammer Tübingen vom 28. September 1939 wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Pfersching hat am 21. August 1939 in Urach feine Schwester niedergeschlagen und erhängt, weil sie ihm wegen seines Lebenswandels berechtigte Dor- Haltungen gemacht hatte. — Am 4. Januar 1940 ist der am 23. Juli 1897 in Hemslohbruch, Kreis Diepholz, geborene Otto Grewe hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Hannover wegen Verbrechens nach der Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt worden war. Der Verurteilte hat e i n e Mühle angezündet und so große Getreide- und Mehloorräte vernichtet. — Am 4. Januar 1940 ist der am 17. Oktober 1914 geborene Franz Seitz aus Ludwigshafen a. Rh. hingerichtet worden, der vom Sondergericht Kaiserslautern am 30. Dezember 1939 wegen Mordes zum Tode und zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Franz Seitz, ein entarteter Sittlichkeitsverbrecher, hatte am 28. Oktober 1939 in Ludwigshafen a. Rh. an einem achtjährigen Knaben einen Lustmord begangen. Sowjet-Eisbrecher „Sedow" auf der Heimfahrt. postpäckchen am Weihnachtsabend verteilt werden. Maße beschenkt wurden. Nicht allein, daß wir lange Unser Programm ist auch schon fertig, sodaß wir Zeit brauchten, bis wir die F e l d p o st p a ck ch e n also mit Rühe dem Fest entgegensehen können. Der mit ben vielen Liebesgaben geosfne^und bewundert Dienst macht uns in diesen Tagen direkt unbändige Freude — so sehr sind unsere ganzen Erwartungen boro" wickelte sich jedoch wesentlich nörd- l i ch e r als die des „Fram" ab. Die Expedition des „Sedow" verspricht einen reichen Ertrag wissenschaftlicher Forschungen, insbesondere bezüglich der Bewegung der Eismassen in der nördlichen Arktis, sowie eine reiche Ausbeute an meteorologischen Beobachtungen, Tiefenmessungen usw. Mitte Dezember 1939 ist der stärkste Eisbrecher der Sowjetunion „Josef Stalin" aus Murmansk ausgelaufen, um den „Sedow" aus der gefährlichen Packeiszone im Nordwesten von Spitzbergen herauszuholen. Der „Sedow" befindet sich schon auf 81 Grad 1 Minute nördlicher Breite und 3 Grad 18 Minuten östlicher Länge, also im nördlichen Teil des grönländischen Meeres nordwestlich von Spitzbergen. Der „Josef Stalin" ist dem „Sedow" durch schwere Eismassen hindurch so nahe gerückt, daß die Scheinwerfer des mächtigen Eisbrechers von der Besatzung des „Sedow" bereits durch die Polarnacht gesehen werden. Mit der Befreiung des „Sedow" aus der zweijährigen Gefangenschaft des Polareises wird eine der kühnsten und interessantesten Expeditionen in der Geschichte der Polarforschung beendet sein. Regensburg wurde Großstadt. In einem Bericht über die Entwicklung Regensburgs im Jahre 1939 wies Oberbürgermeister Dr. Schottenheim darauf hin, daß die Bevölkerungsbewegung eine besonders erfreuliche Tendenz auch hier genommen habe. Bei der letzten Volkszählung wurden in Regensburg 97 500 Personen als anwesend festgestellt. Diese damals ermittelte Zahl ist aber bereits überschritten, und Regensburg hat gegenwärtig über 100 000 Einwohner. Damit ist die Stadt in die Reihe der deutschen Großstädte eingetreten. Erfreulich aktiv war die Geburtenbewegung itn Berichtsjahr. Wenn sie so anhält, dann müssen in Regensburg in den nächsten acht Jahren alljährlich zwei neue Schulhäuser gebaut werden. Lawinenunglück im Arlberggebiet. Oberhalb von Warth beim sogenannten Hörndle ist durch ein Schneebrett eine Lawine losgegangen, die vierSchiläufer aus dem alten Reichsgebiet verschüttete. Ein fünfter konnte sich rechtzeitig durch seitliche Abfahrt in Sicherheit bringen. Von den vier Verschütteten befreiten sich drei selbst aus den Schneemassen, dagegen konnte der 30 Jahre alte Ernst Hechler aus Stuttgart nur als Leiche geborgen werden. Felssturz verschüttet zwei Häuser. In der Nähe von Cividale in der oberitalienischen Provinz Udine wurden durch einen Felssturz zwei Arbeiterhäuser vollständig verschüttet. In den Häusern wohnten insgesamt 11 Personen. Eine Nachbarin eilte in das Dorf, um Hilfe herbeizuholen. Sofort wurde mit den Bergungsarbeiten begonnen, dach besteht wenig Hoffnung, die Verschütteten noch lebend vorzufinden. Große Ueberschwemmungen in Spanien. In Sevilla hat die Ueberschwemmung des Guadalquivir größte Ausmaße angenommen. Der Fluß steht bereits 15 Meter über Normal- st a nd, sämtliche Hafenmauern und Lagerhallen sind unter Wasser gesetzt. Das Wasser drang stellenweise bereits in die Innenstadt ein. Der Eisenbahnverkehr mit der Stadt ist zum größten Teil unterbrochen. Bei der Rettung von Gefährdeten wurde ein Karren, auf dem sich Gerettete befanden, mitten auf der Straße von der Strömung umge- rissen, wobei sieben Insassen ertranken. Auch unterhalb von Sevilla hat der Guadalquivir weite Strecken überschwemmt, wobei zahlreiche einzelstehende Gehöfte von der Umwelt abgeschnitten worden sind. Flugzeuge versorgen die abgeschnittene Bevölkerung mit Lebensrnitteln. Auch die Provinzen Cordoba und C i u - dal Real sind von Ueberschwemmungen heimgesucht worden. In Badajoz sind mehrere Stadtviertel überschwemmt worden. Der Telephon- und Telegraphenverkehr mit der Stadt Almaden ist völlig unterbunden. 60 Tote bei einem holelbrand in USA. Im Luxushotel Malborough in Mi n n e a p o l i s ist eine heftige Feuersbrunst ausgebrochen. Die Flammen hatten rasch das ganze Gebäude erfaßt. Der Brand wurde durch die Explosion des Dampfkessels der Zentralheizung verursacht. Zuerst wurden die Haupttreppe und die Aufzüge ergriffen. 200 Gästen wurde jeder Ausgang abgeschnitten. 60 Personen sind in den Flammen umgekommen und 40 wurden verletzt. Viele Personen sprangen aus den Fenstern auf die Straße. Lynchjustiz in USA. Auf Ersuchen des Sheriffs von Meadville (USA.) entsandte der Staatsgouverneur eilig 45 mit Tränengas bewaffnete Mitglieder der Staatsmiliz nach einer entlegenen Waldhütte, wo zwei Neger von etwa 100 bewaffneten Weißen unter Lynchdrohungen belagert werden. Die Neger hatten kürzlich einen Hilfspolizisten erschossen. In der Stadt Columbia hat eine große Volksmenge bereits zweimal versucht, einen Neger aus dem Gefängnis herauszuholen und zu lynchen. Aus der engeren Heimat. Brände im Kreise Alsfeld. Am Mittwochabend brach in dem Dorfe Eifa bei Alsfeld in dem Grundstück des Bauern und Müllers Georg Weitzel Feuer aus, das die große Scheune, einen Stall und kleinere Anbauten, sowie umfangreiches landwirtschaftliches Material vernichtete. Die Flammen breiteten sich mit ungeheurer Schnelligkeit aus, sodaß die Bekämpfung durch die örtliche Feuerwehr und freiwillige Helfer nicht ausreichte, sondern die Motorspritze aus Alsfeld zu Hilfe kommen mußte. Erst nach mehrstündiger angestrengter Arbeit gelang es, den Brand niederzutämpfen. Den Flammen fielen außer den erwähnten Gebäuden etwa 60 Wagen Heu und Stroh, ein vollständiger Dreschmaschinensatz, Mähmaschinen, Kartoffelpftanzmaschinen, Wagen usw., ferner ein Automobil, zum Opfer. Zum Glück konnten das Wohnhaus und einige andere Nachbargebäude sowie der Viehbestand gerettet werden. Der Brandschaden wird auf etwa 120 000 RM. beziffert. * Etwa 24 Stunden später, nämlich in der Nacht zum heutigen Freitag, gegen H2 Uhr, brach in den Dorfe Heidelbach (Kreis Alsfeld) in einem Bauernhof ebenfalls ein verheerender Brand aus. Die Flammen wüteten hier in dem Grundstück des Bauern Otto Müller I. Die Löscharbeiten gestalteten sich dadurch besonders schwierig, daß das Dorf keine Wasserleitung besitzt und Männer, Frauen und Kinder, kurzum alles, was Überhaupt nur laufen und helfen konnte, gezwungen war, das Wasser mit Eimern aus dem Brunnen zur Brandstelle zu tragen. Der Einsatz der Motorspritze aus Alsfeld war hier besonders nötig. Die Motorspritze legte an der etwa 300 Meter entfernten Schwalm an und trieb das Löschwasser mit mehreren Schlauchleitungen zum Brandherd. Trotz des außerordentlich tatkräftigen Arbeitens der ganzen Dorfbevölkerung und weiterer Helfer, sowie der angestrengten Tättgkeit der Motorspritze gelang es nur, das Wohnhaus des Brand geschädigten und einige Scheunen der Nachbargrundstücke vor den Flammen zu bewahren. Die große Scheune, die Stallungen und viel landwirtschaftliches Material fielen auch hier dem Brand zum Opfer. Die Wirtschaftsgebäude wurden bis auf die Grundmauern eingeäschert. Ferner verbrannten zwei Grasmäher, eine Sämaschine, ein Heuwender, fünf Ackerwagen, sämtliche Pflüge und Eggen, Pferdegeschirre, etwa 1200 Zentner Stroh, 300 Zentner Heu und ein Personenauto. Der Brandschaden wird nach vorläufiger Schätzung mit ungefähr 50 000 RM. angenommen. Die Staatsanwaltschaft Gießen, die Kriminalpolizei und die Gendarmerie in Alsfeld sind zur Zeit mit den Ermittlungen über die Brandursachen in beiden Orten noch beschäftigt. Verdienter Heimatforscher gestorben. Lpd. Darmstadt, 4. Januar. In Anwesenheit zahlreicher Freunde der Heimatkunde und Heimatpflege fand im Krematorium Darmstadt die Einäscherung von Sanitätsrat Dr. Friedrich Maurer statt, des verdienstvollen Ehrenmitgliedes des Oden- waldtlubs. Oberbürgermeister Wamboldt würdigte die großen Verdienst des ärztlichen Wohltäters in feien vielen Aenttern und des Heimatfreundes und Heimatforschers um den Odenwald. Seine unvergleichlichen Odenwald-Sammlungen bilden das Prunkstück des Darmstädter Stadtmuseums. Aber auch die bis zuletzt währenden Verdienst des Toten um das Darmstädter Musikleben und seine soldatische Treue als Hessischer Leibgardist fanden ehrende Anerkennung. Geidenraupen-Erlös als „Panzerschiff-Spee-Spende". Lpd. Dieburg, 4. Januar. Die Schuljugend in Harreshausen hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Seidenraupenzucht aufgenommen und einen schönen Ermunterungserfolg errungen. Den Erlös der Zucht hat sie jetzt der .Danzers chiff-A dmiral-Graf-Spee- Spende" zur Verfügung gestellt. Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 4. Januar. Dieser Tage wurde die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Marie Laub er Ww., geborene Krick, die im hohen Alter von 89 Jahren verstarb, zur letzten Ruhe bestattet. Sie war seit über zwei Jahrzehnten Witwe. Weiter verstürben hier in den letzten Wochen an älteren Leuten die Ehefrau Katherine Velten, geborene Rohrbach, im 79. Lebensjahre, der Schuhmacher meister Johannes Dietz im 83. und der Wagnermeister Johannes Pauli V. kurz nach Vollendung des 83. Lebensjahres. * Oppenrod, 4. Jan. In einer unübersichtlichen scharfen Kurve unseres Dorfes ereignete sich nachmittags ein Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Personenauto. Glücklicherweise verlief der Unfall für die Insassen der Wagen glücklich, beim sie kamen ohne Verletzungen davon. Es entftanb nur Sachschaden. Rundfunkprogramm Samstag, 6. Januar. 6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengyrnirastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, merk' auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Deutschland — Kinderland: „Immer will er seinen Willen haben." Zwiegespräch. 9.30: Frohe Weisen. 11: Musik am Vormittag. Ausführung: Der Musikzug der SA.- Gruppe Hessen. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. 12: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Zauberland Musik. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 16: Nachmittagskonzert: Bunte Melodien. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.25: Zum frohen Wochenende. Dazwischen: 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zei- tuigsschau. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: Nachrichten. -rhein-Mainifche Börse. Rach festem Beginn ruhig. Frankfurt a. M., 4. Januar. Auf weitere Anlagekäufe ber Kundschaft, unter denen vor allem viel Kleinausträge zur Ausführung kamen, war die Börse am Aktten- und Rentenmarkt weiter fest. Das Geschäft war bei Eröffnung verhältnismäßig lebhaft, da auf dem erhöhten Kursstand einige Gewinnmitnahmen erfolgten, flaute aber später ziemlich ab. Ebenso konnten nicht überall die etwa 0,50 bis 1 o. H. höher liegenden Kurse am Aktienmarkt voll behauptet werden. Indessen blieb der feste Grundton erhalten. Scheideanstalt kamen der gestrigen Schätzung entsprechend mit 245 (am 2. 1. 234) und Harpener nach eintägiger Pause mit 164,65 (160,50) zur Notiz. Don Montanwerten setzten Buderus und Mannesmann je 0,90 v. H. höher mit 100,90 bzw. 113,13, Rheinstahl mit 139,50 (139), andererseits Klöckner mit 125,25 (126) und Hoefch mit 111,50 (111,65) sowie Verein. Stahl mit unv. 106,50 ein. Die Farben-Aktie gewann 0,65 v. H. auf 169, dagegen Rutgers werke 156,75 (157). Elektro- und Maschinenwerte lagen still und wenig verändert. Am Rentenmarkt war die Nachfrage nach Pfandbriefen, Schatz anweisungen und neuerdings auch wieder nach Steuergutscheinen lebhaft. Von den variablen Werten Reichsbahn-VA. weiter fest mit 125,13 (124,65), hingegen Reichsaltbesitz 139,13 (139,25). Im übrigen zeigten die Rentenpapiere nur geringe Veränderungen. LiqUi-Pfandbriefe bröckelten z. T. bis 0,25 v. H. ab. Im Freiverkehr hatten Steuerguffcheine I per April-Mai mit 99,40 (99,15) größeres Geschäft, weiter fest auch Kommunal-Um- schuldung mit 94,95 (94,70). In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft stark zusammen und auf mäßige Glattstellun- gen bröckelten die Kurse verschiedentlich etwas ab. JG.-Farben 168,50 nach 169, Verein. Stahl 106 nach 106,50, Mannesmann 112,50 nach 113,13 usw. Don später notierten Papieren waren bemerkenswert fest Goldschmidt mit 155,75 (151,25), Adlerwerke Kley er mit 103,50 (100,50), Eßlinger Maschinen mit 116 (113,50) und Akkumulatoren mit 242 (239). Am Einheitsmarkt setzten Bankaktien ihre Aufwärtsbewegung fort. Im Freiverkehr nannte man Elsäss.-Bad. Wolle mit 96 bis 98 (95,50) und Verein. Fränk. Schuh mit 71 Geld (70). Tag es gelb sehr leicht mit 1,75 (2) v. H. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Gestern entschlief nach langem, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Philipp Peter II., Landwirt im 66. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Elise Peter, geb. Albach, und Kinder. Reiskirchen, den 5. Jantiar 1940. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 6. Januar, nachmittags 2% Uhr statt 033 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen Jakob Weller VII. sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, im Januar 1940. ___________________________________________________47D Mietgesuche Flugzeugangestellter ruhiger, pünktl. Zahler, sucht 2-3-3im.-lDoi)iL Schr. Angeb. mit Preis unter 030 an d. Gieb.Anz. Größerer heizbar. 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Mitglieder der NS.-Franenschaft, des Landschaft:.- bnndes Volkstum und Heimat erhalten Eintrittskarten zum ermäßigten Preise von 60 Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises, Nichtmitglieder zu RM. 1.— bei Challier und an der Abendkasse, Stndentenkarten zu 80 Pf. bei Hausverwalter Becker, Universitätsgebäude, HJ„ BDM., Militär und Schüler zu 30 Pf., Angehörige der Volksbildungsstätte Gießen der NS.- Gemeinschaft KdF. zu 50 Pf. bei der Kartenverkaufsstelle der KdF. eiD Bekanntmachung. Die Ausgabe der Zusahkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter sowie der Zulagekarten für Langarbeiter erfolgt am 55C Dienstag, dem 9. Januar, und Mittwoch, dem 10. Januar 1940, in der Zeit von 8 bis 12.45 Uhr und von 14 bis 17 Uhr im fiiebigbau, Liedigstraße 16, Zimmer 5. Der Termin für die Ausgabe der Zusahfeifenkarten wird noch bekanntgegeben. Gießen, den 5. Januar 1940. Der Oberbürgermeister. — Ernährungsamt Abt. B. Bekanntmachung. In der Zeit vom 4. bis 13. Januar 1940 wird auf den Eierabschnitt c der Reichskarte für Marmelade, Zucker und Eier ein Ei für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben. 63D tawapaöop zu kaufen gesucht. 540 Baums STreibig, Gießen Bahnhofstraße 26 Rus 3700 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihiiiii Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den BleßenerAnzeigei uiiniiiiiiiiiHiiimiiiiiii Mu für vormittags drei Stunden für fof. gesucht, ei d CaleWien. | Verkäufe | 3 Springet 6 Monate alt, zu verkaufen. Engelberlßerkmano Langsdorf bei Lich. «M ÄachWevonZdtt 20 v. 6. erhalten Sir bei wiederholten Au», nahmen einer Bmeia» Kaufgesuche Wir kaufen laufend [57d Kisten ond Wellpapp-Karton Küchel Nachf. Hindenburg wall Nr. 10. Hmgen zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 58D an den Gieß. Anz. erb. Verschiedenes Gebild., perfekte Stenotypistin mit eigener Maschine fuchtHeim- arbeit. Schriftl. Angebote unter 032 a. d. G. Anz. 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Oawer eilt uch doach, se komme schu'nd bahl iwersch Kreuz!" drängte Peter und lief ... , Schmidts Muotter ließ chre Arbeit, legte noch risch ein dickes Scheit auf, daß die Suppe weiter kochen konnte, strich Haar und Schürze zurecht, drehte den Hausschlüssel herum und eilte auf die Gasse. Dort lief schon fast die ganze „Erwesaasse", groß und klein, alt und jung, hinab nach dem Kreuz, und gegenüber vom Eschberg kamen sie über den Dorfbuch herüber, bis alles am Kreuz Spalier stand, jede Gasse auf ihrer Seite, und die Köpfe sich nach der langen Dorfstraße hinauf reckten. Immer voller schwoll der Männergesang von der Obergasse her an, der Marschtritt schallte immer deutlicher, und auf einmal drängte es mit heller Gewalt bei „Pernersch" aus der Kurve, Soldaten mit Stahlhelm und Gewehr, Obergäsfer Buben und Mädchen voraus und nebenher, und immer wieder Soldaten. Kurz vor dem Kreuz zählte mitten aus den Reihen eine scharfe Kommando stimme: 3! — 4! —, und schlagartig setzte eine neue Strophe ein von der „Rosemarie". Mit strammem Marschtritt und wuchtigem Gesang durchzogen die Soldaten das aus festlichem Weckruf an das stille Dorf erwachsene Spalier mit Grüßen und Winken herüber und hinüber. Selbst des Hauptmanns stolzer Fuchs spürte den beschwingten Augenblick im Blute, spielte mit den Ohren und mischte seine Freude mit klingenden Hufen eigenwillig in den gemessenen Rhythmus des Marsches und Gesanges. Hinterdrein aber wuchs die Schar der Buben und Mädchen, die Alten schauten mit leuchtenden Augen den feldgrauen Kolonnen nach, bis unten in der Kurve am Sandsteinfteg die Letzten zum Dorfausgang hin den Blicken entschwan- den. Langsam leerte sich in die vier Winde das geräumige Kreuz, der Gemeinschaftsplatz des Dorfes für Fest und Spiel, Appell und Alltag. Die Jugend aber begleitete ihre Soldaten die nahe Talwand hinauf, und allmählich verklang über den roten Ziegeldächern des beglückten Dorfes das Lied vom „Ar-ronnerwald". „Doas woar doch emol eabbes annersch", meinte Schmidts Muotter auf dem Heimweg, und 's Woa- nerschqrittche: „Mir seh'n Soldoate nor, wann se moarjens vir Doag mit ihr'm Gestellungsbefehl und ihr'm Köfferche oabzähe, hichstens noch alsemol, wann aaner ean Urlaub kimmt; oawer so wäi alleweil, doas kimmt doch sealle o'n u'ns!" Und als die „Schusterlies" schon über der Goffe in ihren Hoi wollte, legte sie die Unterarme in die Seiten und drehte den Kopf noch einmal zurück: „Joa, m'r söiht auch emol gern Soldoate so schie'n bei 'enaa'n! Wammersche emol sonndoags ean de Kasern be- sicht, doas eas als doas ni'et! Alleweil doas woarn richtige Soldoate!" Tage- und noch wochenlang nährt sich die schlichte Dorfleele von dem starken Erlebnis zufammenge- ballter Wehrkraft, die ihre letzten Wurzeln auch in die Häuser und Höfe senkt, deren Wände eben noch von dem Marschgesang deutscher Soldaten widerhallten. R- $• Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 14.30 bis 17.15 Uhr „Cavalleria rusticana“ und „Der Bajazzo". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der singende Tor". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Gewehr über".______________ Außerordentliche Zeiten haben noch immer außerordentliche Maßnahmen erfordert. Eine dieser Er-' scheinungen, hervorgerufen durch den Krieg, notwendig geworden durch den Wunsch vieler junger Menschen, auch vor Amt und Menschen für das Leben verbunden zu sein in einer Zeit wie der jetzigen, ist die Ferntrauung, etwas Neues, Zeitge- bvrenes! Auch vor unserem Gießener Standesamt wurde in diesen Tagen eine solche Ferntrauung vorgenommen. Für eine Ferntrauung sind selbstverständlich auch einige Formalitäten zu erfüllen, wie eben bei einer Trauung überhaupt. Der junge Mann, der sich mit seiner Braut in Gießen verbunden wissen wollte, ging zu seinem Bataillonslomman- deur und gab dort eine Ehewilligkeitserklärung ab, d. h. er ließ in schriftlicher Aufzeichnung wissen, daß er bereit und willens sei, mit seiner Braut in Gießen die Ehe einzugehen. Der Weg dieses Dokuments führte nun — so will es die gesetzliche Vorschrift — direkt zum Standesamt nach Gießen, und das Standesamt forderte die Braut durch ein vor- gedrucktes Formular auf, sich zum Zweck einer Rücksprache beim Standesamt einzufinden. Nachdem auch die Braut gehört war und sie ihr Cinverständ- nis erklärt hatte, wurde der Zeitpunkt der Eheschließung festgesetzt und schließlich die Trauung vollzogen. Es mag für alle diejenigen Bräute, die durch eine solche Ferntrauung mit ihrem Liebsten vor Schon seit Monaten sammeln wir, außer Korken, Silberpapier und wertvollen Altwaren, auch Knochen. So gering dem einzelnen sein Teil erscheinen mag, so ansehnlich ist die gesammelte Menge doch in ihrer Gesamtheit. Insbesondere hat die Erfassung der Haushaltungen die Ausbeute ganz erheblich anwachsen lassen, da zuvor nur die Gaststätten und Fleischverwertungsbetriebe systematisch Knochen sammelten. Im Hinblick auf die vielseitige Verwertungsmöglichkeit der Knochen ist die Knochensammlung auch von ganz besonderer Bedeutung. Der Knochen ist nämlich ein äußerst vielseitiger Rohstoff, aus dem außer Leim auch Futtermittel, Düngemittel, Knochenkohle, Glyzerin, Stearin sowie Oele und Fette hergestellt werden. Die ausreichende Herstellung dieser Erzeugnisse ist somit von dem Sammeleifer eines jeden Volksgenossen abhängig, da wir unsere Einfuhren auf ein Mindestmaß beschränken müssen. Wie geht nun die Gewinnung der genannten Produkte vor sich und wozu werden sie in der Wirtschaft gebraucht? Don den großen Sammelstellen, auf denen oft Hunderte von Zentnern lagern, wandern die Knochen zum Knochenverwertungswerk und werden dort in zahlreichen Verarbeitungsprozessen bis auf den letzten Rest verwertet. Zuerst sucht man Klauen, Hufe und Hörner heraus, die zu einem besonders hochwertigen Maschinenöl für feinmechanische Instrumente verarbeitet werden. Die übrigen Knochen werden dann mit einem Knochenbrecher auf Fingergröße zerkleinert, weil so die größtmögliche Fettausbeute erzielt wird. Die Entfettung geschieht anschließend in großen Kesseln, in denen erhitzte Benz in gase das in den Knochen enthaltene Fett lösen. Die entfetteten Knochen werden nun zu einem Teil der Leim- gcroinnung zugeführt und zum anderen Teil zu Futtermitteln, Knochenkohle und Knochenhärteschrot verarbeitet. Die Knochenkohle findet in Zuckerraffi- nerien zur Reinigung von Rohzucker Verwendung, während das Knochenhärteschrot in der Maschinen- und Stahlindustrie als eines der besten Härtemittel gilt. Knochenfuttermittel sind ebenfalls äußerst hochwertig, denn sie enthalten zu 30 bis 35 v. H. Protein, das seinerseits einen besonders hohen Der-- Gott und der Welt verbunden werden, ein Empfinden nicht ohne tiefe innere Erschütterung sein, den Stuhl neben sich leer zu sehen, den eigentlich der Bräutigam einnehmen soll. Das „Ja" mag um noch einiges anders klingen, als es sonst die Standesbeamten zu Hören bekommen, dieses „Ja", das so allein im Raum und ohne den Widerhall des Ehepartners bleibt, der vielleicht in eben dieser Stunde und im gleichen Augenblick draußen auf Wache steht und nur feine Gedanken da fein können, wo feine Braut ist. Die Standesbeamten, die in Gießen die Trauung vollziehen (Amtmann K e i tz e r und Derwaltu na s -Ob erinfpe ktor Neumann) lassen es sich stets sehr angelegen sein, die Xrauung zu einem eindringlichen Erlebnis zu machen, dies um so mehr, als gerade eine Ferntrauung den Lebensgefährten um so eindringlicher vermissen lassen muß. Die erste dieser Ferntrauungen beim Standesamt Gießen wurde — aus dokumentarischen Gründen fei es auch hier festgehalten — durch den Standesbeamten, Verwaltungs-Oberinspektor Neumann, vorgenommen. Bei einer solchen Ferntrauung (eine zweite Trauung vor dem Gießener Standesamt findet demnächst statt) sind fünf Personen anwesend: der Standesbeamte, die Braut, zwei Trauzeugen und der Protokollführer. Auch die Ferntrauungen finden selbstverständlich im wüvdia gestalteten Trau- saal und unter Wahrung aller bei jeher Trauung gepflegten feierlichen Formen statt. N. daulichkeitsgrad (85 v. H.!) aufzuweisen hat. Gleichfalls erwähnenswert ist, daß das Knochenschrot zu 40 v. H. phosphorsauren Kalk enthält. Selbst der entfettete und entleimte Knochen ist noch durch seinen hohen Gehalt an phosphorsauren Salzen wertvoll. Die entölten Hufe und Hörner ergeben ferner ein besonders hochwertiges Spezialdüngemittel, das mit einem Stickstoffgehalt von 16 v. H. andere Düngemittel in der Qualität weit übertrifft. Gedämpftes und gedörrtes Hornmehl findet beispielsweise seit langem in den Weinbergen Verwendung und in den letzten Jahren hat man es vorzugsweise bei der Düngung des Adolf-Hitler-Kooges verwendet, um schnelle und gute Ernteergebnisse zu erzielen. Schließlich findet das unverarbeitete Horn als Werkstoff bei Taschenmessern, Kämmen, Knöpfen, Schirmgriffen usw. Verwendung. Mit die größte Bedeutung bei der Knochenverwertung aber hat das Knochenfett. Nach erfolgter Reinigung kann es zum weitaus größten Teil zu Seife verarbeitet werden. Hierin gerade liegt in Kriegszeiten feine große Bedeutung. Außer verseifbarem Fett fällt noch Glyzerin, Stearin und Olein ab. Letzteres wird zur Herstellung von Kopierpapieren und Farbbändern sowie in der Texttlindu- ftrie gebraucht. Die Verwendung von Stearin zu Kerzen ist allgemein bekannt. Weniger bekannt aber dürfte seine Verwendung zur Herstellung von Hautcremes und anderen Schönheitsmitteln fein. Schließlich wird das Glyzerin zur Herstellung von Salben aller Art verwendet und ist somit nicht weniger wichtig als alle anderen Knochenprodukte auch. — Denkt deshalb stets an die vielseitige Verwertungsmöglichkeit der Knochen! Wer Knochen fortwirft, beraubt sich selbst wichtiger Erzeugnisse des täglichen Bedarfs! Bornotizen. „Vorstoß ins Unendliche. — Das Weltbild der heutigen Sternforschung." Zum ersten Vortragsabend im neuen Jahr haben Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Arbeitsgemeinschaft mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS>Gemeinschast „Kraft durch Freude" den bekannten Forscher und Schriftsteller Robert Hen« feling ein geladen. Henseling wird über das inter- e ff ante Thema „Vorstoß ins Unendliche. Das Weltbild der heutigen Sternforschung" sprechen. Seit es Wissenschaft gibt, fragen die Menschen: Wie weit sind die Sterne von der Erde entfernt? Aber man hatte darüber noch lange nach der Zeit Keplers nur ganz unsichere Vermutungen. Die ersten verläßlichen astronomischen Messungen sind jetzt gerade hundert Jahre alt. Heute greift die astronomische Entfernungsbestimmung bereits über alle dem bloßen Auge sichtbaren Sterne, Lichtwolken der Milchstraße und kosmischen Nebelflecken weit in den Weltraum hinaus, in alle Blickweite der Mesen fernrohre. Amtsübernahme im ArbeitsamtGießen Wie wir vor kurzem berichteten, ist als Nachfolger des als Leiter des Arbeitsamtes in Kassel be- rufenen Direktors des Arbeitsamtes Gießen, Ober« regierungsrat Dr. Lift, der Regierungsrat Dr. Nonnenmann mit der Leitung des Arbeitsamtes Gießen betraut worden. Regierungsrat Dr. Nonnenmann wurde nunmehr durch den stell- oertretenben Präsidenten des Landesarbeitsamtes Hesien Dr. Lins aus Frankfurt a. M. in sein Amt in Gießen eingeführt und ihm gleichzeitig auch die Leitung der mit dem Arbeitsamt Gießen verbundenen Außenstelle des Treuhänders der Arbeit übertragen. Bei dieser Gelegenheit wurde von dem stellvertretenden Präsidenten Dr. Lins dem bisherigen Leiter unseres Arbeitsamtes, Oberregierungsrat Dr. List, Dank und volle Anerkennung für feine umsichtige und erfolgreiche Führung des Gießener Amtes und für die fruchtbare Aufbauarbeit im Rahmen des hiesigen Amtsbezirks ausgesprochen. Darauf wurde Regierungsrat Dr. Nonnen- mann als neuer Amtsvorstand verpflichtet und mit feinen Mitarbeitern in Gießen bekanntgemacht. Wie wir bereits berichteten, war Regierungsrat Dr. Nonnenmann bisher u. a. als Leiter des Arbeitsamtes in Jdar-Oberstein und zuletzt in der gleichen Eigenschaft an der Spitze des Arbeitsamtes in Gmunden tätig. Das weitgespannte Arbeitsgebiet des Arbeitsamtes Gießen wird dem neuen Amtsvorstand vielfältige Gelegenheit zu weiterer fruchtbarer Arbeit geben. EiSb'umen und Rohrbrücke Die Schönheiten des Winters haben auch ihre Schattenseiten, die sich infolge der Verdunkelung in mancher Hinsicht noch verschärfen. Es ist gewiß unangenehm, wenn sich die Fenster von Wohnungen, namentlich aber die Schaufenster von Geschäftsräumen, mit Eisblumen bedecken. Gewaltsames Auftauen mit warmem Wasser, durch brennende Lichter ober sonstige Beleuchtungskörper dicht an der Scheibe würde unfehlbar das Zerspringen des Glases bedeuten. Richtig ist es, den ganzen Raum auf natürlichem Wege zu erwärmen, damit der Eisbelag schmilzt und abgewischt werden kann. Ein etwa drei bis vier Meter vom Fenster aufgestellter Heizkörper dürfte gleichfalls zum Ziele führen. Schnelleres Auftauen erzielt man mit einem Heiß- luftoentilator, der jedoch so ausgestellt werden müßte, daß er die ganze Scheibe gleichmäßig bestreicht. Das Auftauen eingefrorener Leitungsrohre erfordert ebenfalls große Vorsicht, um Rohrbrüche zu vermeiden. Nur im Notfälle füllte der Laie eine solche Arbeit vornehmen, und zwar derart, daß man eine Lötlampe ober eine sonstige Wärmeoorrichtung nicht zu nahe und vor allem nicht längere Zeit auf eine kleinere Stelle einwirken läßt, sondern immer einen größeren Teil der Leitung langsam vornimmt, um dann einen weiteren Abschnitt in Angriff zu nehmen; zwischendurch geht man wieder einmal an die vorgewärmten Stellen heran. Bei an sich schon mangelhaften Rohren sollte man unbedingt einem Fachmann die Arbeiten anvertrauen. Jedenfalls ist es besser, solchen Unbequemlichkeiten dadurch vor- zubeugen, daß man abends nicht zu spät die Hauptwasserleitung absperrt und die in den Leitungen stehenden Wassermengen ablaufen läßt. Im übrigen empfiehlt sich zur Verhinderung von Knochen - ein wertvolles Rohmaterial Vielseitige AuSnühungsmöglichkeiten. „Oer singende Tor." Ein neuer Gigli-Filrn derJtala-Tobis. Ein weltberühmter Tenor unter Mordverdacht auf ter Anklagebank, das ist die sensationelle Spitzmarke dieses Films, der von erregenden Gericyis- fzenen, Revue, Bar, Theater, elegantem Künstler- Helm und trister Kaschemme, bis zur sizilianischen Mondlandschaft und amerikanischen Woltenkrazern an keinen effektvollen Kontrasten gespart hat, um einer stürrnsich bewegten Handlung mit einer ganzen Serie krimineller Motive den ihr gemäßen Hintergrund zu geben. Unter dieser im Filmleben nicht ungewöhnlichen Oberfläche liegt das uralte und doch immer wieder diskutable Problem „Künstler und Mensch." Der große Sänger Carlo Franchetti verliebt sich in eine hübsche kleine Tänzerin und heiratet sie zum Entsetzen seines Impresarios, der ihn einst entdeckt und lanciert hat und ihn nun erbarmungslos von einer Aufführung zur andern, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum andern schleift, um ihn zu höchstem Ruhm empor» zupeitschen und nebenbei mit ihm Geld, viel Geld zu machen. In einem solchen „Leben" hat eine private Sphäre, haben gar Liebe und Ehe nichts zu suchen. Und da Franchettt ganz in der Hand seines Impresarios ist, läuft ihm eines Tages feine kleine angebetete Frau davon, nicht ohne eine recht plumpe Wechselfäschung, die einem alten Liebhaber aus der Welt des Varietes die Mittel zum Start in den Ruhm geben soll. Aber der stutzt, und der gefälschte Wechsel gerät in die Hände eines skrupellosen Erpressers, der ihn zu gegebener Zeit zu präsentieren gedenkt. Franchetti ist vom Verlassen seiner Frau im tiefsten getroffen, er entflieht seinem Impresario und taucht im Steinmeer Neuyorks unter, wo er in rauchigen Vorstadtkneipen seine Kunst verschleudert. Hier führt ihn der Film in die Arme des gleichen Mannes, der feinen gefälschten Wechsel in der Tasche trägt und nun aus Franchettis begnadeter Stimme ebenso rücksichtslos Geld schlägt wie der verflossene Impresario. Ein neuer Zufall, und Franchetti trifft feine Frau wieder, die inzwischen ein berühmter Revuestar geworden ist. Die Gatten söhnen sich aus und das happy end märe unvermeidlich, wenn nicht der gefälschte Wechsel wäre, mit dem nun der dunkle Ehrenmann der Frau Franchettis droht, um sie sich gefügig zu machen. Als ihn Franchetti im nächtlichen Dunkel des Parks zur Rede stellt, kracht ein Schuß, der Erpresser ist tot, aber die Gerichtsverhandlung ergibt die Unschuld Franchettis. Man siebt, der Regisseur Johannes Meyer hat es nicht an Verwicklungen und Überschneidungen fehlen lassen, um nicht ohne ernsteren Unterton einen handfesten Kriminalfilm auf die Beine zu stellen, der nun dem bedeutendsten Vertreter des italienischen Bel Canto unserer Zeit, Benja - mino (Sigit, reichlich Gelegenheit gibt, seine herrliche Stimme nicht nur in faszinierenden Bravourarien zu zeigen, sondern auch mit ihrem melodischen Schmelz schlichte Volksweisen uns ergreifend nahebringt. Dan ihm geht vielleicht, ähnlich wie bei feinem großen Landsmann Caruso feine stärkste Wirkung aus, denn hier fällt seine bei allem strahlend Leuchtenden dach sehr warme und innige Gesangskunst ganz zusammen mit der stillen, versonnenen Natürlichkeit, wie er den rührend schüchternen, unbeholfenen Sänger spielt. Es ist von eigenartigem Reiz, inmitten des italienischen Milieus, durch das temperamentvolle Agieren einer großen Komparserie noch unterstrichen, die deutschen Schauspieler zu beobachten, wozu man wohl auch die Schwedin Kirsten H e i b e r g rechnen darf, die mit viel Anmut und verhaltener Koketterie die Frau Franchetti gibt. Hans Olden spielt mit vielen Nuancen den schuftigen Erpresser, Hilde Körber sehr nobel dessen Frau, Walter S t e i n b e ck eiskalt und zynisch den Impresario, Rudolf Platte beweglich und schwadronierend den Sekretär, Friedrich K a y ß l e r schließlich mit sympathischer Würde und Bestimmtheit den Gerichtsvorfitzenden. Fr. W. Lange. Zeitschriften. — Ulrich Christoffel bringt im Januarheft der „K u n st" (im F. Bruckmann - Verlag München) einen reich bebilderten Aufsatz über Anselm Feuerbach anläßlich seines 60. Todestages. G. H. Theunis- fen behandelt das Schaffen des Malers Karl Eulen- stein, eine radikale Selbftdarstellung des Menschen, in die alle sichtbaren und unsichtbaren Dinge hin- eingeholl und dort umgeschmolzen werten. Im zweiten Teil zeigen zwei Landhausbauten des Architekten Denis Boniver (Stuttgart) klaren Aufbau und eine glückliche Einfügung in die Landschaft. Die neuen Möbel der Stuttgarter Fabrik Georg Schoettle sind formschön und vermögen eine behagliche Atmosphäre zu schaffen. Siegfried Möller, ein Meister der Fayencen, zeigt Proben seiner Kunst. Die Arbeiten der sudetendeutschen Spitzenschulen Gossengrün und Schönfeld bei Elbagen und das weihnachtliche Kunfthandwerk von Anna Fehrle (Schwäbisch-Gmünd), „Weihnachtsengel und Madonna", werden befo-nters entzücken. Das abwechslungsreiche Heft bringt schließlich noch unter dem Motto „Klarheit und Schlichtheit als Ausdruck einer neuen Raumgestaltung" Abbildungen aus der Reichsbräutefchule Schwanenwerder, Berlin- Wannfee, und aus der Haushaltungsschule des Deutschen Frauenwerkes in Stuttgart sowie Erzeugnisse der Meisterschule des deutschen Handwerks, Fachschule für Textil, Offenbach a. M. Gruß an Erwin. Von Wilhelm Scharrelmann. Es war an einem der dunkelsten und fteudlofe- ften Regentage, die der November hier im Norden jemals über uns ausgegossen hat. Schon der Morgen mit seinem halberstickten Licht und seiner klebrigkalten Lust, konnte einem die Laune verderben, ehe man es selber merkte. An solchen Tagen braucht einem ja durchaus nicht erst ein großer Verdruß über den Weg zu laufen ... Vielleicht daß man aber an einem solchen Taae auch doppelt dankbar ist, wenn einem statt dessen eine kleine Freude über das Herz weht ... Stehe ich da neulich in der Frühe an einem Morgen, der so grau ist, daß es grauer einfach nicht geht, in der Eingangshalle eines großstädtischen Bahnhofs und habe es eilig, ein paar Postsachen zu besorgen. Natürlich ist wieder mal fein Platz an den Pulten frei, und sämtliche Federhalter sind gleichfalls mit Beschlag belegt. Als wäre zu der frühen Morgenstunde alle Welt bereits darauf ver- jessen, einen irgendwie zu hindern und nervös zu machen. Ungeduldig trete ich von einem Fuß auf den andern und blase durch die Nase, daß ich mich mit der Leistung ganz gut den „Sechsen, die durch die ganze Welt kamen", hätte anschließen können. Aber dann siegt doch die Vernunft, und ich versuche mich zu überreden, wie herrlich es im Grunde ist, ein wenig warten zu dürfen. Eine richtige kleine Ausspannung, nichts weiter ... Richtig siegt man wieder die Tugend, und nach kaum einer Minute wird ein Platz für mich frei. Auch mir gegenüber wechselt gerade die Belegschaft. (Es sind nämlich Doppelpulte, die da für die Reisenden aufgestellt sind.) Vier junge Mädchen stecken jetzt dort die Köpfe zusammen, und aus ein paar Worten ist schon zu schließen, daß sie das schwierige Werk einer gemeinsamen Feldpoftkarte in Angriff nehmen wollen, doppelt schwierig, weil sie sich, trotz aller darüber bereits geführten Dispute, weder über das Was noch über das Wie haben einigen können. „Aber ihr müßt mir helfen!" sagt die eine von ihnen, nun man ihr, um dem Hin und Her ein Ende zu machen, einfach den Federhalter in die Hand gedrückt hat, mit komischem Ernst, und während die anderen schon wieder von neuem miteinander überlegen und sich gegenseitig mit wispernden Stimmen und lächelnden Lippen neue Vorschläge machen, beginnt sie zu schreiben. „So!" unterbricht sie sich da plötzlich, und ein entzückendes Lächeln tritt in ihre jungen Züge. .Lieber Erwin! hätte ich. Das ist immer mal erst die Hauptsache." Dabei fliegt schelmisch und verstohlen ein hastiger Blick zu mir herüber, und ich muß mitlächeln, ob ich will oder nicht. Die düstere, noch verdunkelte Halle, die Fahrkartenschalter, das Pult, an dem ich stehe, der vertretene und mit nassen Fußspuren bedeckte Boden — alles ist plötzlich wie von einem heimlichen Strahl der Freude überglänzt. Lieber Erwin — das ist immer mal erst die Hauptsache. Kann man das einfacher und beiläufiger sagen? Während wir alle noch lächeln — die vier Mädel da vor mir und ich selber — denn so zu tun, als hätte ich nichts verstanden, gelingt mir einfach vorbei, — beugen wir uns alle wieder über unsere Schreiberei. Jede von ihnen soll wenigstens einen Satz beisteuern, sind sie mittlerweile drüben übereingekommen ... Vielleicht, daß ein ebenso troftlos grauer Regentag ist, wenn der gute Erwin irgendwo da draußen an der Front die Karte bekommt und sein Gesicht dann von einem Lächeln überglänzt wird, ähnlich dem, unter dem die Karte geschrieben wurde? Vielleicht sogar, daß 'es seinem Herzen einen sehr vernehmlichen Stoß gibt, wenn er unter den vier Unterschriften den einen Namen lieft, der ihm mehr bedeutet als alle anderen Namen der Welt ... Möglich auch, daß er die Schreiberinnen nicht einmal kennt. Immerhin: Lieber Erwin! bas ist allemal und in allen Dingen zwischen Mensch und Mensch die Hauptsache ... Noch während ich im Zuge sitze und in den grauen Tag hinausfahre, will mir das Wort nicht aus dem Sinn, das mit einem so bezaubernden Lächeln zu mir kam. O, sie hatte schon recht, die Kleine da vorhin. Lieber Erwin, das ist wirklich immer erst die Hauptsache. Wir wissen es ja längst, schade, daß wir es wieder ttnb immer wieder vergesieru Feiertagen zu geben. S.J.Jport Burg. setzte interwald bürg; 9. Juni: Mannheim, Breslau, Frankfurt aberüis ging es bergauf, bergab, t (Oder), Hannover; 16. Juni: Bernburg, Brom- lang urä) über die freie Heide, die Rennwiese (Nachdruck verboten.) 14 Fortsetzung. hält er Gedenket der hungernden Vögel! Schützt die Tiere vor der Kü le den be- S s L D A ri fl 0 3 A v ii Oer deutsche liegattakalender. Reichsfachamtsleiter Heinrich Pauli gab neuen Regattakalender der deutschen Ruderer bei »et Se fo 60 A UN lid ge> us' üb bk au eir bei vo bei W hü L't 20 be ba 61 ini wurde gebügelt, und es blieb kein Hang und keine Wiese ohne die charakteristischen Spuren. Kombination, im Spezialsprunglauf und in der 4 X 10-kcm-Staffel mit Länderwertung durchgeführt. Es starten die Mannschaften von Deutschland, Bulgarien, Jugoslawien, Slowakei und Böhmen-Mähren. OlympiasiegerAdolphKiefer schwamm in Guyaquil über 100 m Rücken die hervorragende Zeit von 1:06 Minuten. Sein Weltrekord steht auf 1:04,8 Minuten. Fernande Caroen (Belgien) stellte im Ostender Hallenbad über 500 m Kraul mit 6:28,4 einen neuen Weltrekord im Frauenschwimmen auf. Die alte Bestleistung hatte die dänische Rekordschwimmerin Ragnhild Hveger mit 6:34,3 Minuten inne. berg, Lübeck, Wien; 2 3. Juni: Be^lin-Grünau; 3 0. Juni: Bremen, Frankfurt (Main), Halle, Kö- Fußball der Bezirksklaffe. Die nächsten Termine. 7. Januar: Naunheim — Ehringshausen, nu be: F- El be ist bei Sc Ur tre ftü be: fp eir bei Ss W Eii in Schwimmländerkampf Deuischlanv-llngarn. Zwischen Deutschland und Ungarn wurde ein Schwimm-Länderkampf für den 17./18. Juli nach Budapest vereinbart. — Bereits im Mai reisen die ungarischen Schwimmer nach Italien zu einem Ländertreffen. Die ungarischen Schwimmerinnen treten zweimal gegen Italien an. Der erste Kampf soll im Juli auf italienischem Boden ausgetragen werden, der Rückkampf im September in Budapest. Kurze Sportnotizen. Deutsche Schispringer nehmen am 6.Januar an einem Sprungwettbewerb in Sestriöre teil, und zwar Hoell (Salzburg), Hammerschmidt, Mair (beide Innsbruck), Haslinger und Wimmer (beide Ordensburg Sonthofen). In Garmisch-Partenkirchen werden in der Internationalen Wintersportwoche vom 26. Januar bis 4. Februar Wettkämpfe in der Alpinen VtlrWMlmMMM jiWsnvsnMsMelbttk CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W SS Ri tei & be no ■ mi vo D- Al be; sch bei ieh füi ' bie Ni voi bet tel or mil i-3i beb cn der ter Meister Horst Faber (München) . . sich in Wien beim Pflichtlaufen zur Deutschen Meisterschaft der Männer im Eiskunstlauf an die Spitze vor den Wienern Edi Rada und Helmuch May. Madeleine Müller (Wien) gewann bei den Deutschen Kunstlaufmeisterschaften in Wien den Wettbewerb der Junioren vor ihrer Dereinskame- radin Grete Beit. Unter den zehn besten Läuferinnen befinden sich sieben von der Wiener EG. fannt. Die Zahl der großen Regatten ist trotz des Kriegs erstaunlich groß. Es veranstalten: 19. Mai: Mülheim (Ruhr); 2. Juni: Magde- Silvester und Neujahr im Auf Schiern im hohen Vogelsberg 4 Ian Äu dir Se Ni, hir Ni be« rid 1)0] d-r bi|c Bi Hro !Ttr erri etr N N 2 cor diese Weise von innen her wärmte, wurde auch gleichzeitig Rat gepflogen, wohin die erste Tour gehen soll. Die Entscheidung fiel zu Gunsten des Oberwaldes, der sich mit seinen tiefverschneiten Bäumen wunderbar ausnahm. Von morgens bis -1-— -- L-----c----A die Schneisen eni- Am Abend traf man sich dann im Gasthaus im Dorf, und obwohl mancher von der anhaltenden Bewegung in der frischen Luit rechtschaffen müde hätte sein können, so war docy niemand müde genug, um sich etwa von der frohen Geselligkeit auszuschließen, die an diesem letzten Tag des Jahres und in den Stunden des Jahreswechsels anhub urtb in bester Stimmung verlief. Es wurde zünftig und schlicht gefeiert, und da auch ein Grammophon aufzutreiben war, auch einige Schall platten — Walzer und Märsche — dabeilagen, so dauerte es nicht lanae, und es wurde auf rauhen Dielen und in derven Schuhen getanzt. Der Plattenvorrat machte einige Male die Runde über den Apparat, und dabei verging allzu rasch die Zeit. Der andere Morgen sah nach kurzer Nacht die Schiläufer bald wieder auf den Beinen. Die Sonne schien hell und forderte lebhaft dazu heraus, wieder mit den Brettern loszuziehen. Ein Blick durch das Fenster zeigte den Hoherodskopf in einer Pracht, wie man sie nicht alle Tage erleben kann. Alle Winterherrlichkeit, die man sich denken kann, brachte der Neujahrstag. Weit vermochte der Blick in die Runde zu schweifen und alle die bekannten nahen und fernen Gebirgszüge lagen vor den Augen der erfreuten Schigemeinde. Zwar, ein eisiaer Wind pfiff um die Ohren, aber er machte auch die Köpfe wieder frisch. So zog man denn bald wieder auf den geliebten Brettern durch den Hochwald, sagte über die Rennwiese, übte Stemmbogen und schließlich einen mehr oder weniger rassig gerissenen „Kristel", und der Tag vergina, ohne daß man dessen gewahr wurde. Den Abschluß bildete dann eine Schußfahrt nach Breungeshain. In langer Wanderung ging es über Michelbach nach Schotten, um schließlich über Nidda wieder nach Hause zu fahren. Jedem, der dabei sein konnte, werden diese beiden Tage im Hohen Vogelsberg wieder eine schöne Erinnerung bleiben. Sch. solms — Großen-Linden, Steinberg — 1900 Gießen, DfB.-Rb. Gießen — Wetzlar. 14. Januar: Burgsolms — VfB.-Rb. Gießen, Wetzlar — Naunheim, 1900 Gießen — Ehringshausen, Großen-Linden — Steinberg. 21. Januar: DfB.-Rb. — 1900 Gießen, Ehringshausen — Wetzlar, Steinberg — Burgsolms, Naunheim — Großen-Lircken. 28. Januar: 1900 Gießen — Wetzlar, Steinberg gegen VfB.-Rb. Gießen, Burgsolms — Naunheim. 4. Februar: DfB.-Rb. Gießen — Naunheim, Großen-Linden — Ehringshausen. 11. Februar: Naunheim — Steinberg. Die Kampfe des kommenden Sonntags. Leihgestern hat seine Mannschaft zurückgezogen, Großen-Linden wird dafür eingereicht. Das Spiel. Naunheim — Ehringshausen ist als Lokalkampf zu bezeichnen, doch hat Naunheim die größere Spielerfahrung und damit die größere Aussicht, zu gewinnen. Großen-Linden fährt nach Burgsolms. Auf dem Platze in Burgsolms ist schlecht zu gewinnen und Großen-Linden wird gut daran tun, die stärkste Mannschaft zu stellen. Das Spiel Steinberg — 1900 ist ernst zu nehmen. Hier handelt es sich um Partner, die sich bis- her stets Spiele lieferten, die ein knappes Resultat zeitigten. So wird jeder Verein bemüht sein, die Punkte zu erringen. Auch bei dem nächsten Spiel stoßen Partner aufeinander, die bis zum Schlußpfiff kämpfen können. Es wäre verfehlt, den VfBern auf Grund des Platzvorteils bessere Chancen auf Gewinn einzuräumen. Keine Schi-Weltmeisterschaften 1940. Schon seit einigen Wochen herrschten über die großen Schwierigkeiten der Durchführung der Schi- weltmeisterschaften 1940 in aller Welt keine Zweifel mehr. Es fehlt nur noch die offizielle Absage des norwegischen Verbandes, dem die Ditelkämpfe übertragen worden waren. Major Deftgaarb als Präsident des Internationalen Schi - Verbands (FIS.) erklärte in diesen Tagen der Presse gegenüber, daß die Schiweltmeisterschaften 1940 offiziell noch nicht abgesagt seien. Der norwegische Verband habe jedoch seine Vorberei^tungsarbeiten bereits eingestellt. An eine Durchführung der Meisterschaften sei also nicht zu denken. Zum Essen zieht Anne sich um. Das ist gar nicht so einfach. Sie seufzt sogar dabei, denn an alles ist Anne gewöhnt, aber nicht daran, über Kleider nachzudenken. Schließlich wählt sie ein dunkelblaues Taftkleid mit vielen Plisseefalten im Rock und einem breiten Kragen. Als alles zugeknöpft und zurechtge- zogen ist, nickt sie ihrem Spiegelbild erfreut und erstaunt zu. Kläre hat wahrhaftig Geschmack. Alles was recht ist, aber das Kleid ist schön. Diese Gedanken geben ihr einen wundervollen, beschwingten Austrieb, es ist doch gut, daß sie alle diese Sachen hat. In Reithosen könnte iie sich hier beim besten Willen nicht an den Tisch setzen, ausgeschlossen. Ob Christian Schwerffeger in ihrer Nähe sitzt? Einerlei. Mein Gott, was hat der mit ihrer kleinen, luftigen Eitelkeit zu tun? Sie denkt sich aus, daß er nichts damit zu tun hat, und daß sie sich einzig und allein darüber freut, weil sie so wohl vor den Augen der gestrengen alten Frau bestehen kann. Der Himmel weiß, warum Anne die Geheimrätin für eine strenge Dame hält. Lächerlich, sie kennt die Frau doch gar nicht. Aber es dauert nicht mehr lange und Anne lernt die Frau Geheimrat kennen. Die Vorstellung geht im Speisesaal vor sich, und dieser Saal nimmt Anne zunächst den Atem. Ein schöner Saal, nichts dagegen zu sagen, aber überall stehen Tische und überall sitzen Menschen, und diese Menschen haben Augen. Sie essen noch nicht und haben außer den Augen also auch noch Zeit, und so konmrt es, daß dieser erste Gang durch den festlichen Speisesaal für Anne ein wahres Spießrutenlaufen ist. Man sieht sie an und starrt ihr nach. Lorgnons heben sich, und verwöhnte Frauen mustern das junge Mädchen. O Birkenhof, o Kla- rissa, hier kann eure Anne nicht Kartoffeln und Tunke zusammenpcmtschen, wie sie das so gerne macht! Man sieht Anne Wegner diese Gedanken nicht an. Sie geht dahin, als wäre sie es gewöhnt, durch Luxussäle zu gehen, als wäre sie auch diese Menschen und diese Dinge von Kindsbeinen an gewöhnt. Eine sehr schöne, sehr junge Frau geht mit leichtgesenktem Kopf an der ganzen Pracht vorüber, und das gedämpfte Licht der vielen Lampen wirft Goldflimmer über den gelben Nackenknoten. Ihre Schritte, ihre Bewegungen sind gesund und natürlich, wie die eines Tieres. Man muß ihr nachsehen, ob man will oder nicht. Auch die Gemeinrätin Schönemann hat das Lorgnon vor den Augen. Als Anne jetzt an ihren Tisch tritt, läßt sie es an einer goldenen Kette niedergleiten. „Also Sie sind Anne Wegner, das freut mich, freut mich sehr. Wie gtfjt es meiner guten Klarissa?" Es scheint nach diesen Worten so, als wolle die Frau Geheimrat Näheres über Klarissa wissen, und Anne will just zu einer kleinen Erzählung ansetzen, als die alte Dame schon mit der Hand abwinkt. „Nehmen Sie Platz, liebes Kind, aber warten Sie — erst mal möchte ich Ihnen meinen Enkel, Wil- Helm Schönemann, vorstellen." Ach so, Anne wußte nicht, daß dieser junge Mann zur Frau Geheimrat gehörte. Er springt auf und verbeugt sich. Er schiebt Anne einen Stuhl zurecht und sagt: „Großmama erzählte mir bereits von Ihnen, gnädiges Fräulein/' Das ist nicht viel gesagt, eigentlich nichts, aber Anne kommt der schleppende Tonfall bekannt vor, auch der runde Kopf und die runden Schultern. Sie doch einer an, das ist ja der Willem, Margots Willem. Er ahnt nicht, daß sie von seiner Liebe und den Schwierigkeiten eine Menge weiß. Er sagt im Verlauf des Gespräches nur wenig, die Frau Geheimrat dagegen spricht viel und schnell. Sie fragt und beantwortet ihre Fragen fast ausschließlich selbst, während Willem die Augen heimlich zwischen Anne und der Saaltür hin unb her schweifen laßt. Jetzt kriegt er einen roten Kopf. „Nanu", ruft er, „eine Bekannte von mir, aus Hamburg. Emen Augenblick entschuldigen <Äe mich, bitte." (Fortsetzung folgt.) Woher weiß er das alles, hat er sich danach irgendwie erkundigt? Wie merkwürdig, man kann erschrecken, so merkwürdig ist es. Ihr Gesicht ist plötzlich verschlossen, ein kühles, feines Gesicht. Sie steigen die Treppe hinunter, noch eine und dann verabschieden sie sich. Sie reichen sich die Hände. Anne hat lange und kühle Finger. Chri- sttans Hände sind wärmer. Einen Augenblick hält er ihre Finger in den seinen, einen Augenblick hält er ihre Finger in den seinen, einen Augenblick sehen sie sich an. Dann nicken sie sich zu und gehen hier- und dahin, aber von den verwechselten Büchern spricht keiner. Anne schlendert weiter, steigt ein paar Treppen hinauf und ist dann auf dem Sonnendeck. Hier lehnt sie sich an die Reeling, reißt die Mütze vom Kopf und läßt sich die Haare vom Wind aus der Stirn streichen. So ist es am schönsten, hier steht sie hoch über dem Land, hock; über dem Wasser, sogar die Möwen schwingen ihren Reigen unter ihr. Es ist auch still hier, kein Mädchen Margot zu sehen, das seinen ganzen wilden Aerger mit aufs Schiff schleppt wie andere Menschen ihr Gepäck. Auch kein rundlicher Willem mit dem guten Willen und tausend Bedenken ist da. Hier kann man singen, beide Ellbogen auf die Brüstung stemmen und fingen. Irgendwo hinter ihr singt auch jemand. Das ist ein Jungmatrose, der mit Putzbaumwolle eist Messingschild bearbeitet, er singt ein kriegerisches Lied. Annes Lied ist nicht kriegerisch, bewahre. Die Worte kommen buchstäblich aus der Luft zu ihr, und sie bewegt nur die Lippen und singt sie nach ... Anne könnte viel singen. So wie sie manchmal Konifere kleine, zärtliche Lieder vorsingt, könnte sie jetzt die Möven und das Schiff und alles besingen, auch den Matrosen mit seiner eifrigen Putzbaumwolle, bei Gott, auch den. Aber sie tut es nicht, vor allen Dingen darum nicht, weil sie erschrickt. Hinter ihr hat jemand ihren Namen genannt, ja, er hat gefragt: .Haben Sie schon einen Bordstuhl, Fräulein Wegner?" Anne steht still und antwortet nicht. Sie denkt: Ach, Christtan Schwertfeger hat meinen Namen in dem verwechselten Buch . auch gelesen. Er ist eigentlich schlecht geschrieben, weil ich es im Zug nach Bremen gemacht habe und auch nur mit Mei- sttft, aber gelesen hat er ihn doch. Sie sagt nichts, steht da, sieht den Möven zu und antwortet nicht. Man könnte wohl denken, daß sie die Frage gar nicht gehört hat oder daß sie aus lauter Koketterie nicht spricht, doch das ist es nicht, sie horcht nur ein bißchen verwundert seinen raschen und festen Worten und seiner tiefen Stimme nach, und sie denkt dabei, daß das alles zusammen zu dem Namenszug paßt: ohne Schnörkel, gerade und fest hingesetzt. Und dann denkt sie mit einem kleinen Schreck an ihr Möwenlied und ob er es wohl gehört hat. Sie singt viele Lieder mit eigenen Wor- ** Zusatzkarten für Schwer- und Schwer starbeiter. Das Ernährungsamt der Stadt Gießen gibt bekannt, daß die Ausgabe der Zusatzkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter, sowie der Zulagekarten für Langarbeiter am Dienstag und Mittwoch der nächsten Woche erfolgt. ♦* Deutscher Reichspost - Kalender 1940. Herausgegeben mit Unterstützungen des Reichspostministeriums. (Konkordia-Verlag, Leipzig. Preis RM. 2,80.) — (2) — Der Deutsche Reichspost-Kalender bietet, wie feine Vorgänger, wieder in Wort und Bild einen Querschnitt durch das viel- gestlatige Netz der Arbeit, die die Deutsche Reichs- post leistet, und läßt Fortschritte und Verbesserungen der neuzeitlichen Entwicklung im Post- und Eisblumenbildung auf Fensterscheiben eine Mischung von Glyzerin und Benzin zu gleichen Teilen, mit der man die Innenseite der Scheiben gleichmäßig bestreicht. Michelstadt und Erbach liefern die WHW.-Abzeichen. Am kommenden Samstag und Sonntag findet die diesjährige Gaustraßen'sammlung des Kriegs- winterhtlfswerkes statt. Ais Sammler werden dieses Mal Politische Leiter, Walter und Helfer der NSV. und des WHW., NS.-Reichskriegerbund (Kyffhäuser), NS.-Deutscher Marinebund, Reichsbund der Deutschen Beamten und NS.-Lehrerbund zum Einsatz kommen. Für den Gau Hessen-Nassau hat die Gaustraßensammlung insofern besondere Bedeutung, als die Herstellung der WHW.-Wzeichen einem heimischen Industrie- und Handwerkerzweig zugeteilt werden konnte. Die Kunscharzinduftrie in Erbach, die als Elfenbeinschnitzerei im ganzen Reich bekannt ist und durch die wirtschaftlichen Verhältnisse sich in einer besonderen Notlage befindet, ist wiederum mit der Ausführung der Abzeichen für die kommende Gaustraßensammlung beauftragt worden. Jeder denke beim Kauf eines WHW.-Ab- zeichens daran, daß er nicht nur durch fein Opfer die noch zusätzlicher Betreuung bedürfenden Volksgenossen unterstützt, sondern auch das heimische Kunsthandwerk damit belebt. Giehen-Klein-Linden. Im Alter von 66 Jahren wurde am Donnerstag- rnittag der Maurermeister KarlJ u n g II., Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr, unter dem Geleite vieler Freunde aus nah und fern zu Grabe getragen. Brandmeister Wilhelm Lenz von der Freiwilligen Feuerwehr unseres Vororts gab ein getreues Lebensbild des Verstorbenen. Der Verstorbene hatte die Wehr im Jahre 1895 gegründet und war ununterbrochen von 1904 bis 1925 ihr Kommandant und schließlich Ehrenkommandant bis zu seinem Lebensende. Seine Verdienste fanden in der Verleihung des Reichs-Feuerwehrehrenzeichens ihre Krönung. Im letzten Jahre stellte sich der Heimgegangene als Sanitätsführer auch noch in den Dienst der Luftschutzfeuerwehr. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) schilderte die Verdienste des Verstorbenen um den ehemaligen Kreisverband und um das Feuerlöschwesen im Stadtteil KleimLinden, dem er zum Bau seiner Spritzanlage in der Stein- straße verhalfen hatte. Der Vertreter des Roten Kreuzes würdigte den Verstorbenen als einen Menschen, der sich voll und ganz in den Dienst seiner Mitmenschen gestellt hatte. Zum Schluß nahmen die Sänger vom Männergesangverein .Harmonie" Abschied von ihrem Sangesbruder. Vorstandsmit- alied Wilhelm Germer dankte dem Verstorbenen für seinen Einsatz für das deutsche Lied und für die Bestrebungen des Vereins. Nachdem die Kreisfachgruppe Gießen der Ausstellungsgeflügelzüchter dem Verein von Klein-Lin- ben die Veranstaltung einer allgemeinen Geflügel - ausstelluna zugesagt hat, fand jetzt in der Wirtschaft von Lutz die erste Versammlung des Geflügelzuchtvereins statt, die sich mit der Durchführung der Schau beschäftigte. Als Ausstellungstage wurden der 20. und 21. Januar festgelegt und als Lokal der große Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" vorgesehen. Vereinsführer August Lenz übernimmt die Ausstellungsleitung, fein Stellvertreter ist Bäckermeister Georg Lutz. Sämtliche anwesenden Mitglieder haben sich zu Arbeitsleistungen für die Ausstellung bereiterklärt. Sonntags Darf wieder gefischt werden Im Hinblick auf die große Bedeutung der Binnenfischerei für die Volksernährung in der gegenwärtigen Zeit hat der Reichsstatthalter in Hes en die bisher bestehende Schonzeit für Fische, die ich auf die Zeit von Sonntagmorgen 9 Uhr bis 18 Uhr erstreckte, aufgehoben, ausgenommen die Fischerei auf Lachs und Maifische. Die bisherige Beschränkung, die aus Gründen der Sonntagsruhe bestand, war nicht weiter oertretbar, zumal die nicht hauptberuflich Fischereitreibenden zum größten Teil heute beruflich derart beansprucht werden, daß sie an Wochentagen die Fischerei kaum ausüben können. Es war daher notwendig, diesem Personenkreis die ten, aber noch nie hat jemand diese Worte gehört. Nicht mal Klarissa. Es wäre doch seltsam und peinlich, wenn ein Fremder mehr von ihr wüßte, als Klarissa weiß, wenn ein Fremder wüßte, daß sie manchmal aus purem Glück und Uebermut dichtet. Nun ist es so, daß Anne vor lauter Denken nicht antwortet. Da wiederholt die tiefe Stimme hinter ihr diese lächerliche, einfache, auf einem Schiff wohl die selbstvers:ändlichste Frage: „Haben Sie sich schon einen Liegestuhl besorgt, Fräulein Wegner?^ Es ist nun eigentlich nicht wichtig, daß Anne sich umdreht und hierauf „nein" sagt. Der Mensch sagt so oft am Tag „ja" ober „nein", daß es nichts weiter darüber zu reden geben sollte. Es ist aber so, daß dieses „Nein" eigentlich aus der Reihe hüpft. Es zieht sozusagen wie ein kleiner Schleppdampfer eine lange Reihe von Begebenheiten hinter sich drein. Auf Ännes Nein geht Christian Schwertfeger zum Bordsteward und läßt sich zwei Liegestühle bringen. Außerdem Auflagen und Decken zum Einwickeln. Und dann bekommen die Stühle einen guten Platz auf dem Sonnendeck. Man muß sich das nicht so einfach vorstellen, denn morgen wird es hier von Menschen wimmeln. Aber heute haben diese beiden, Anne und Christian, die Wahl, das ganze Sonnendeck gehört ihnen. Und nachdem sie hier und da hin- gegangen sind, glauben sie beide, daß man am schönsten unter der Kapitänsbrücke liegen muß. Hier ist der Blick nicht durch ausgespannte Persennige gehemmt, hier wird er weit übers Meer reichen. Ein Jungmatrose schleppt die Stühle herbei. „Sollen sie hier stehen?" fragt er. „Ja", sagt Christian, und der Junge kriegt eine Mark. Er grinst und steckt sie in die kleine Brusttasche seiner blauen Jacke, wo schon zwei Zigaretten stecken. Er hat Kinderaugen, aber sein Gesicht ist von Wind und Wetter gehärtet. Es ist derselbe, der vorhin so kriegerische Lieder fang. Änne hat ihn gern und nickt ihm lächelnd zu. Der Bordsteward kommt mit weißen Kärtchen. Die Bügelfalten feiner blauen Hose sind scharf, er trägt Lackschuhe, ein eleganter Mann, hoho. Er setzt sich auf einen der Stühle, schlägt ein Bein über das andere und versieht die Karten mit Namen. Jetzt werden sie hinter eine Messingeinfassung geschoben, so, daß sie weithin sichtbar sind und nun rückt er die Stühle nebeneinander. Da stehen sie also, dicht zusammen, als gehöre es sich so, eine kaum glaubliche Sache. Anne hat sich an die Reeling gelehnt, sie hält mit beiden Händen ihre Haar fest, die der Wind ihr immer wieder über das Gesicht wirbelt. Die Möwen wiegen sich und lassen sich vom Wind treiben. Der letzte rote Sonnenschimmer schwimmt in der Luft. Dom Kai schallen Stimmen heraus, Ketten raffeln. nigsberg; 7. Iuli: Dresden, Hamburg, Potsdam; 14. Juli: Danzig, Mainz, Leipzig; 21. Juli: Dirisburg. Der Regattaplan ist noch nicht vollständig, da das Reichsfachamt noch Vorschläge für weitere Regatten entgegennimmt Um die deutsche Meisterschaft im Eiskunstlauf. Das schöne alte Schigebet bst in diesen Tagen in Erfüllung gegangen. Petrus hat ferne Schiläufer nicht im Stich gelaffen und dafür gesorgt, daß wieder einmal die Jahreswende hn verschneiten Winterwald und auf Brettern verbracht werden konnte. Da blieben denn — wie man uns berichtet — unsere Gießener Schiläufer nicht müßig, und wenn nun auch die Reife nach dem Hoherodskopf etwas umständlicher upd zeitraubender ist, als in den vergangenen Jahren, so fand sich doch am vergangenen Sonntag eine staatliche Gruppe von Schiläuferinnen und Schiläufern am Bahnhof ein, um über Nidda und Schotten nach Breungeshain zu ziehen. Mit altem Optimismus ging es dort zunächst auf die Quartiersuche. Es fiel nicht schwer, für die Nacht unterzukommen, denn die Dauern sind ja immer darauf eingeftellt, Gäste aufzunehmen, die dann am anderen Morgen zu früher Stunde losziehen wollen. So fand sich bald für jeden tine lieber» nachtungsmöglichkett, und wenig später begann der Aufstieg zum Hoherodskopf. Zwar war an diesem Morgen den Schiläufern der weite Ausblick auf die im Vogelsberg hinreichend bekannte Weife verwehrt, und wohl mancher wunderte sich im stillen, daß der Weg bergauf noch immer kein Ende nahm. Aber einmal — die „Zünftigen" wissen natürlich ganz genau wann — kommt man doch ans Ziel, und nur den jüngsten Schihaserln mag dieser erste Aufstieg etwas schwer gefallen fein. Oben fand man sich dann im Klubhaus zunächst zur traditionellen Tasse Kaffee ein, und während man sich auf I der rnn Wei Fr pur MöaNcbkett des Fischfangs auch an Sonn- und Fernmeldewesen erkennen. Aus 128 Blättern mer- ~ den durch Bild oder Ze-ichnung mit kurzem, einprägsamem Text immer wieder neue Einzelheiten aus dem Tätigkeitsaebiet der Deutschen Reichspost volkstümlich und anschaulich behandelt. Mag es sich um Verwaltui^, Personal, Betrieb oder Bauwesen handeln, oder um Ausschnitte der einzelnen Dienstzweige, immer wieder sind es bemerkenswerte Aufschlüsse über Sinn und Zweck der Diensfformen und Einrichtungen und wertvolle Fingerzeige dafür, wie man sich ihrer am bequemsten und wohlfeilsten bedienen kann. Eine Anzcchl von Blättern berichtet über soziale Eirrrichtungen, ferner über die Feldpost, die Reichspost in den entrissenen Kolonien, am Westwall und in befreiten Gebieten. Ausführliche Gebührenübersichten der wichtigsten Post-, Post' scheck-, Telegraphen- und Femsprechgebühren sind eingeheftet, zwei Kalendarien bilden den Schluß. Der Steward verbeugt sich und geht. Dann ist er ort, alle Geräusche sind fern und Anne Wegner teht neben dem Fremden, allein auf einem men- chenleeren Sonnendeck. Wenn man nicht an Märchen glaubt, könnte man das nicht für möglich halten. Anne glaubt an Märchen. Don irgendwoher schallt das Klapperr einer Tür. Zu und aus. Christian Schwertfeger sagt: „Ich glaube, mir müssen uns zum Essen fertigmachen." „Ja, ja, natürlich." Anne geht schon vor ihm her. „Essen Sie auch in der zweiten Abteilung, Herr Schwertfeger?" „Geradeso wie Sie, Fräulein Wegner", lacht es hinter ihr.