Montag, November 1940 Annahme von Anzeigen für die Mtttagönummer vis SV.NHr deS Vormittags Anzetgen-Breife: Anzeigenteil 7 Rvf.ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Lerttetl 50 Rvi. te mm bei 70 mm Beilenbreite Nachlasse: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr (90. Jahrgang Hr.26( Erschetm täglich,, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Fammenblätter Heünat tmBilü-DieScholle Monats-Bezug svreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustriert« • 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt gerusvrechanschlub 2251 Dmhtanschritt:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks.M. Gietzener Anzeiger »wssss^, General-Anzeiger sürGberheffen Der italienische Vormarsch in Epirus Die Erfolge der italienischen Luftwaffe Griechenland hat sich verrechnet Rom, 4. Noo. (Europapreß.) Die demokratischen yeii yuuen. -ute vpjci uicjcl yu&upiujm r--- . , --------- drückungspolitik seien Hunderttausende von Albaniern falsch 6 e r e ch n e t y ave. Mannschaften die felen ^eg geworden. Derartige Herausforderungen könnten ^Lavoro Fasoista schr^M, und ausrMen Rüstungswerk »vor Vergeltung bewahren. Seit Kriegsaus- Griechenland unterdie Ms MechMlML WtzecheiL jsiuü fefen ichM feit tWger Zeit MZ- / jedem mer und Unterkünfte bombardiert. Weitere Angriffe rich. teten sich gegen Hafen- und Industrieanlagen. Lin Rüstungswerk in Laslle-Vromwich erhielt schwere Rom, 3. Rov. (DRV.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: Die in Epirus begonnenen Aktionen find in weiterer Entwicklung. Unsere Truppen haben auf ihrem Vormarsch von Borgo Tellini über Ponte Perati nach kalibaki mit entschlossenem Manöver zahlreiche gut befestigte und mit starken Hindernissen versehene Verteidigungslinien überwunden. Unsere Luftwaffe hat zahlreiche Aktionen durchgeführt und dabei wiederholt die militärischen Ziele von Korfu bombardiert, wo insbesondere bei dem „Reuen Fort" zahlreiche Lplosionen beobachtet wurden, ferner den Hafen von Patras, wo ein Brand am Bahnhof Smandrea festgestellt wurde und wo eine Fabrik sowie die Jnfanteriekaserne getroffen wurden. Weitere Angriffe erfolgten auf Larissa, Ia nina und Satonifi, roo im Kampf mit feindlichen Iägern ein Gegner wahrscheinlich abgeschossen wurde. In Ravarino wurde ein Brand verursacht, während in L a n e a die Hafenanlagen getroffen wurden. Zwei unserer täuscht worden. So bewegt mich heute, nach Ablauf der ersten vier Iahre, ein Gefühl liefen und herzlichen Dankes an alle schaffenden Volksgenossen. Besonders danke ich allen meinen Mitarbeitern, die mich bei der Durchführung des mir vom Führer erteilten Auftrages tatkräftig unterstützt haben. Was wir in rastloser Arbeit nach dem Willen des Führers und in Durchführung des von ihm entworfenen Vierjahresplanes aufbauten, hat im Krieg seine Feuerprobe bestanden. Alle Hoffnungen unserer Feinde, Deutschland mit den Mitteln heimtückischer Blockade niederzuringen, sind trügerisch gewesen und werden es auch in Zukunft bleiben. Die Fundamente der deutschen Wirtschaft stehen fest und sind nicht zu zerstören. Vierjahresplan und Kriegswirtschaft bilden eine Einheit, straff ausgerichtet nach den Erfordernissen des gewaltigen, schicksalsgewaltigen, gestaltenden deutschen Freiheitskampfes. Eine gewaltige Wirtschaft ist genau so unentbehrlich chie ein scharfes Schwert. Ich vertraue auch für die Zukunft auf den deutschen Menschen, auf seine Einsicht, seine ' Treue, seinen guten Willen und feine Fähigkeiten. In dem weltbewegenden Geschehen der letzten Zeit hat er sich stets bewährt. Er wird auch den kommenden großen Aufgaben gewachsen fein und die unvermeidbaren Schwierigkeiten des Alltags meistern. Aus dem Glauben und der Liebe zum Führer schöpfen wir die Kraft zum Höch st en Einsatz und begeisterter Tat! Die Tapferkeit des Soldaten an der Front und die pflichttreue Arbeit der Heimat helfen ihm den Sieg erreichen und sein herrliches Werk vollenden. Hauptquartier, den 31. Oktober 1940. Göring, Reichsmarschall des Grotzdeutfchen Reiches. lelta sowie die Anlagen und Depots des Flugplatzes Micabba voll getroffen und schwer beschädigt. Die heftige Boden- und Luftabwehr hat unsere Angriffe nicht beinträchtigt. In heftigem Luftkampf wurde dabei ein feindliches Flugzeug abgeschossen, das in Meer abstürzte. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Beim Rückflug wurde eine unserer Formationen von vier feindlichen Jägern angegriffen, die aber auf Grund des prompten Gegenangriffs vom Kampf Abstand nahmen. Vor der ägyptischen Küste wurde eine große englische Schiffssormation von unseren Torpedoflugzeugen erreicht, die ein Schiff trafen. In Ostafrika hat unsere Luftwaffe die Hafenanlagen von P e r i m sowie den Flugplatz R 0 - seires bombardiert und dabei zwei Flugzeuge vom Wellington-Typ am Boden getroffen. Während eines Lrkundungsfluges auf Ehaschim et Ghirb'a schoß eines unserer Flugzeuge einen feindlichen Jäger ab, während ein weiterer schwer getroffen wurde. In der Zone des Berges Sciusceib (nordwestlich von Lassala) find von Panzerwagen Berlin, 3. Rov. (DRV.) Zum neuen Auftrag des Führers erließ Reichsmarschall Göring folgenden Appell: Nach der Entscheidung des Führers wird der Vierjahresplan für die Dauer von weiteren vier Jahren f 0 r t g e f ü tj1 r t. Vor uns liegt eine neue Zeitspanne schöpferischer Arbeit auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und sozialen Lebens. Wir beginnen sie in geschichtlicher Stunde und in dem stolzen Bewußtsein, auf den großen Erfolgen aufbauen zu können, die wir aus eigener Kraft in An der britischen Ostküste versenkte ein Kampf- flugzeug ein Handelsschiff von 6000 BRT. Damit hat der Kommandant dieses Flugzeuges, Major i.G. Harlinghausen, sein 20.Handelsschiff und mit ihm eine Gesamttonnage von über 1 0000 0 BRT. vernichtet. Der Gegner unternahm nur vereinzelt Einflüge. Der Versuch einiger feindlicher Flugzeuge, am frühen Morgen gegen d i e Küste Rordfrank- reichs anzufliegen, wurde durch Flakartillerie bereits am Kanal abgewehrt. Zwei von ihnen wurden dabei abgeschossen. Zwei weitere Flugzeuge verlor der Gegner bei den Luftkämpfen des Tages über London, hier sowie bei den unter besonders schwierigen Witterungsverhältnissen durchgeführten Nachtangriffen gingen sieben deutsche Flugzeuge verloren. Griechischer Rückzug aus der ersten Verteidigungslinie Trotz ungünstigen Wetters Vergeltungsflüge gegen London Tapferkeit und pflichttreue verbürgen den Sieg. Reichsmarschall Göring an Front und Heimat zum neuen Auftrag des Führers Wortführer uni> ihre Pressen beschuldigen Italien des Angriffs auf Griechenland. Der kleine griechische Staat wird als das unschuldige Opfer dieses neuen Angriffes einer totalitären Großmacht hingestellt. Es gehöre zum Handwerk der Demokratie, durch ihre demagogische Tünche die Wahrheit zu f äl s ch en, schreibt dazu Gayda im „Giornale d'Jtalia". Das Vorgehen Italiens gegen Griechenland, das als ein Angriff hingestellt werde, sei vor allem ein Vorgehen zur Wiedergutmachung der Vergewaltigungen und ruchlosen Gewalttaten, die die Griechen gegen die in ihr Staatsgebiet gezwungenen Fremd st ämmigen begangen hätten. Die Opfer dieser griechischen Nnter- den vergangenen Jahren erzielt haben. Was feit dem herbst 1936 wirtschaftlich erreicht worden ist, hat meinen Erwartungen entsprochen, ja, sie zum Teil übertroffen. Ich habe damals alle Volksgenossen zur Mitarbeit am Vierjahresplan aufgerufen, und alle find fie meinem Rufe freudig gefolgt. Auf Hof und Acker, in Zechen und Hütten, in Fabriken und Werkstätten, in Konstruktionsbüros und Caboratorien haben alle Werktätigen, Wirtschafts- und Vetriebsführer, Angestellten und Arbeiter, in gemeinsamer Anstrengung hervorragendes geleistet und das gigantische Aufbauwerk nach Kräften gefördert. In zäher Arbeit hat der Bauer das Brot gesichert. Auch die Hausfrauen und die deutsche Jugend haben zu ihrem Teil am Vierjahresplan mitgeholfen. Wir haben die Erzeugung von Nahrungsmitteln und besonders die Produktion von Rohstoffen aller Art beträchtlich gesteigert, neue herstellungs. und Verarbeitungsmethoden eingeführt und zahlreiche ausgedehnte Industrieanlagen errichtet. Gleichzeitig ist die Reichs Verteidigung, die an den Arbeitseinsatz und die Rohstoffwirtschaft von Iahr zu Jahr wachsende Anforderungen gestellt hat, gewaltig verstärkt worden. Ich habe sehr viel von einzelnen verlangen müssen, bin aber i m - verstanden und niemals ent- zu seien Mannschaften, Maschinen und Kriegsmaterial aller Art notwendig. All das könne aber nur auf dem Seewege herangeschafft werden, und dieser werde, wie selbst Lord Chatfield zugegeben habe, nicht mehr von England beherrscht. Einem Bericht des „Popolo di Roma" von der griechisch-bulgarischen Grenze ist zu entnehmen, daß sich die innere Lage in Griechenland verschlechtert. Das Ausbleiben der englischen Hilse habe die Stimmung im Lande sehr niedergedrückt. Eine Landung englischer Truppen werde von niemand mehr erwartet. Im übrigen gebe man zu, daß die Albanier und die bulgarischen Mazedonier die italienischen Truppen als Befreier betrachteten. Aus Sicherheitsgründen sei die griechische Regierung gezwungen gewesen, die Bevölkerung eines Teiles von West-Thrazien nach dem Innern befördern zu lassen, weil sie Auflehnungen der Mazedonier befürchte. Die griechische Mobilisation gehe nur sehr langsam vonstatten. Nur die Hälfte der Einberufenen habe bis jetzt eingekleidet und'bewaffnet werden können. In Saloniki sei schon das Brot knapp. Bis jetzt werde nur die Anwesenheit kleinerer englischer Kriegsschiffe im nördlichen Aegäischen Meer bestätigt. Rom, 3.Nov. (Europapreß.) „Messaggero" berichtet von der griechischen Grenze, daß sich die griechischen Truppen aus der er st en Verteidi- -gungslinie, die sich aus Maschinengewehrnestern, in Kasematten und Höhlen eingebauten Geschützen und Sperren gegen Kampfwagen zusammengesetzt habe, zurückgezogen hätten. Im Raume von Janina schienen englische Flugzeuge die griechischen Truppen zu unterstützen. Dies sei die erste, wenn auch zahlenmäßig sehr beschränkte Hilfeleistung Englands an Griechenland. Das griechische Heer befinde sich im übrigen jetzt i n vollem Kriegs ft ab ium. Die Bewaffnung sei durchweg englischer Herkunft. Nur die von England versprochenen Kampfwagen seien nicht rechtzeitig angekommen. Ebenso scheine sich auch ein bedeutender Teil der zugesagten Fliegerabwehrgeschütze noch auf dem Antransport zu befinden. „Popolo di Roma" schreibt, England möchte Grie- chenland auch durch die Besetzung einiger bedeutender Inseln des griechischen Archipels schützen. Eine Landung auf diesen Inseln sei allerdings mit Zustimmung "der Regierung Metaxas sehr leicht. Nicht so leicht sei aber die Errichtung der geplanten See - und Luststützpunkte. Hievten als neutraler Staat umgangen. Es habe sich England verschrieben und leichtsinnig alle wiederholten Mahnungen Italiens unbeachtet gelassen. Schon vor zwei Monaten sei die griechische Regierung von Italien formell und in klarer Sprache darauf aufmerksam gemacht worden, daß das Verharren in dieser Haltung den Krieg bedeute Das Vorgehen Italiens sei überdies keineswegs ein Angriff auf das kleine Griechenland, sondern ein Operieren gegen die mit den Griechen verbündeten englischen Streitkräfte auf griechischem Boden. Wenn sich diese englischen Streitkräfte als schwach Herausstellen sollten, so würde dies nur beweisen, daß auch Griechenland wie andere enttäuschte Freunde Englands Flugzeuge find nicht zurückgekehrt. . , .. , . - In den frühen Rachrnittagssiunden haben vier unterstützte sudanesische Abteilungen, d,e mit unseren von Jagdformationen begleitete Bomberformationen Patrouillen zufammenstießen, zurückgeschlagen roor- eine Offenflvaklion gegen Malta durch- den. Zwei unserer U-Boote sind zu ihren Stüh- geführi und dabei die Hasenanlagen von La Va-1 punkten nicht zurückgekehrt. Griechische Wirtschaft. Man muß alle Träume über Griechenland verbannen, wenn man das Land wirklich werten will. Es gibt wohl selbst auf dem Balkan kein ärmeres Volk als das griechische. Die ausgewanderten Griechen haben sich z. T. Millionenvermögen erworben — der Waffenschieber Sir Basil Zaharoff beispielsweise — sie benutzen ihr Erworbenes auf orientalische Weise. Sie stiften.auch hin und wieder für Athen, aber das griechische Volk selbst lebt in geradezu unvorstellbarer Armut. Ein Mittelstand fehlt so gut wie ganz, außer vielleicht in Athen. Das sind nicht nur die Sünden aus der Türkenzeit, sondern auch die Folgen der sehr gemischten Rassenverhältnisse, der Kargheit des Bodens — nicht einmal 20 v. H. dienen als Ackerland, der Rest ist waldlose Klippe — der politischen Verwirrungen und Parteistreitigkeiten, die von der herrschenden Schicht auf dem Rücken des Volkes ausgetragen wurden. Der fleißige aber unzuverlässige Grieche hat zwar alle Gegenden des Orients überschwemmt, aber er ist nicht sehr beliebt. Im Morgenlande hat das bezeichnende Sprichwort allgemeine Verbreitung gefunden: „Wo vier Juden nicht handeln können, machen es zwei Levantiner, aber was selbst zwei Levantiner nicht fertig bringen, macht ein Grieche ganz bestimmt." Wobei man unter Levantiner zumeist Griechen oder Juden oder einen Mischmasch aus beiden Rassen versteht. Dagegen ist der arme Jnselgrieche sowie der Grieche außerhalb Athen;, das eine typische Balkanstadt ist, zwar betteta^m, aber rassisch und geistesmäßig von der herrschenden Oligarchie unterschieden und ein wirklich edler, aber armselig lebender Typ. Das Land zählte in den Grenzen der Vor-Welt- kriegszeit 2,5 Millionen Einwohner. Durch die Gewinne des Weltkrieges, die Einwanderung der kleinasiatischen Griechen stieg die Bevölkerung auf rund 7 Millionen, aber wenn auch die Teppichweberei durch die kleinasiatischen Griechen eingeführt wurde, so lebt diese Masse doch vorwiegend von den Erträgnissen des Bodens, und da diese nicht zureichen, müssen die Devisen, die aus der eifrig betriebenen Schiffahrt stammen, dazu dienen, die Einfuhr zu bezahlen. Das Verhältnis der griechischen Einfuhr zur Ausfuhr stellt sich etwa Rom, 3. Nov. (Europapreß.) Der Hafen von Patras, nach dem von Piräus und Saloniki der bedeutendste Griechenlands, ist zum zweiten Male von italienischen Fliegern angegrif-- f e n worden. Bei der zweiten Welle haben die italienischen Flieger im Sturzflug durch eine Nebelwand niederstoßend zwanzig Minutenlang die Kaimauern und die Mole des westlichen Hafen- kais, der nach dem Eingang des Golfes zu liegt, zerhämmert und durch Brandbomben große Brände entfacht, die der heftige Wind noch verstärkte. Bevor die griechische Abwehr wirksam werden konnte, war das Vernichtungswerk an den Hafenanlagen schon durchgeführt, wo gerade einige Schiffe Truppen an Bord nahmen. Auch auf den Kanal von Korinth, der zwar nicht für die Durchfahrt größerer Schiffe geeignet ist, indessen kleineren Fahrzeugen, wie etwa Torpedobooten, die Umschiffung des Peleponnes erspart, wurden von italienischen Bombenflugzeugen e r f 0 l gr e ich e Angriffe durchgeführt. Seine hohen Seitenwände sind zum Teil durch die Wirkung der Bombenabwürfe abgerutscht. Die über eine Kanalbrücke führende Eisenbahn st recke wurde ebenfalls mit Bomben belegt. Ein Kriegsberichterstatter des „Messaggero" berichtet, daß bei den Fliegerangriffen auf Korfu auf die Zitadelle und die Forts Nero, Abramo, Monte Salvadore und Skipari Bomben kleinen und mittleren Kalibers abgeworfen worden seien. Auf dem Monte Salvadore schienen Munitions- d e p 01 s in die Luft geflogen zu sein. Auf dem gebildet und zum Kampfe vorbereitet gewesen. Drei Verteidigungslinien seien vom griechischen Generalstab vorbereitet worden: vor Janina, Florina und Castorio. Die sogenannte Metaxas li nie, die sich über tausend Kilometer von der türkischen bis zur albanischen Grenze er= trecke, habe Tausende von Arbeitern beschäftigt und eine Milliarde Drachmen gekostet. Seit 1936 habe General Metaxas sechs Milliarden und 600 Millionen Drachmen für die Aufrüstung verwendet. Die Kosten der Anlagen strategischer Straßen seien in diesem Betrage nicht einmal einbezogen. Wenn England die griechische Regierung nicht durch Kredite zur Deckung der Mobilisierungskosten und zum Ankauf von Erdöl, sondern auch durch Truppensen düng en unterstützen würde, so wäre dies bekannt geworden. An Truppensendungen Englands nach Griechenland sei schwer zu glau- b e n. England werde sich nach den in Norwegen gesammelten Erfahrungen hüten, den Sudan, Aegypten, Palästina und Arabien von Truppen zu entblößen, um einige tausend Mann nach Griechenland zu schicken, ohne jede Hoffnung, daß dieser Einsatz auf den Verlauf der Ereignisse in Griechenland einwirken könnte. Die Gerüchte, daß englische Flugzeuge in Griechenland eingetroffen seien, könnten' hingegen zutreffen. Berücksichtigt man aber die zahlreichen Aufgaben, die Englands Luftwaffe zu bewältigen habe zur Verteidigung des eigenen Gebiets, zur Verteidigung Gibraltars, Maltas, Aegyptens, Adens, so könne man auch das Ausmaß dieser englischen Unterstützung'richtig beurteilen. Bahnverbindung Athen-Saloniki durch Lustangriffe unterbrochen. Rom, 4. Rov. (DRV.) Rach einer Belgrader Meldung der Agenzia Stefani verlaufet, daß die Eisenbahnlinie Athen-Saloniki infolge der italienischen Luftangriffe unterbrochen sei. Diese Unterbrechung der einzigen Verbindungslinie mit der Außenwelt hemme auch die griechische Mobilmachung, da sie die einzige Eisenbahnstrecke ist, die das Land von Süden nach Rorden durchzieht. Der Wehrmachtberichl vom Sonntag. Berlin, 3. Rov. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Trotz ungünstiger Wetterlage, die insbesondere bei Rächt die Anflüge und Angriffe durch Sturm, starke Böen und Regenschauer, teilweise tiefliegende Wolken sowie durch Vereisung außerordentlich erschwerte, setzte die deutsche Luftwaffe am 2.11. und in der Rächt zum 3. 11. ihre Vergeltungsflüge gegen London fort und belegte vor allem Versorgung sbetriebe wirksam mit Bomben. Auf mehreren Flugplätzen wurden hallen Monte Skipari seien Militärbaracken und die Gendarmeriekaserne von Fliegerbomben getroffen worden. Das große Arsenal 00n Salamis und die dort liegenden Handelsschiffe seien mit Bomben mittleren und schweren Kalibers angegriffen worden. Das Arsenal sei mehrmals getroffen und einige Handelsschiffe seien beschädigt worden. In Salamis sei die Abwehr sehr lebhaft aber erfolglos gewesen. Die italienische Fliegertätigkeit wurde durch die ungünstige Wetterlage erschwert. Es gelang trotzdem, in der Suda- Bucht auf Kreta eine Anzahl Schiffe beim fieberhaften Entladen von Material zu überraschen, lieber hundert Bomben wurden abgeworfen. Zwei Dampfer, die an der Ufermauer löschten, erhielten Treffer, ebenso wie Munitionslager und sonstige militärische' Gebäude. „Popolo di Roma" meldet, daß der soeben zum Oberstleutnant beförderte italienische Außenminister Graf Ciano ebenso wie vor fünf Jahren in Abessinien auch hier wieder das Geschwader „La Disperata" („Sie Tollkühnen") mit großem Erfolg anführte. Bei Angriffen auf Saloniki gerieten die beiden großen Petroleumtanks der Shell und der Standard Oil in Brand. Am Nachmittag wurden die Angriffe auf Saloniki von den schnittigen, überaus schnellen und stark bewaffneten „Alcioni” („Möwen") wiederholt. Kommandant einer dieser Staffeln ist Fliegerhauptmann Bruno Mussolini, der gleichen Staffel gehört auch ein weiterer Sohn des Duce, Bittor io Mussolini, an. wie 66 zu 33 v. H! Ein Hauptposten der Einfuhr ist Weizen. Die Hauptausfuhrartikel fini> dagegen Rosinen bzw. Korinthen und Tabak, der vornehmlich nach Deutschland ging. Wertmäßig machte der Tabak etwa die Hälfte des Wertes oer Ausfuhr aus, mit Korinthen zusammen rund zwei Drittel. Diese Ausfuhrartikel aber sind außerordentlich kriegs- bzw. konjunkturempfindlich. Versuche, eine eigene Industrie aufzubauen, sind gescheitert, da Kohlen dem Lande völlig fehlen und selbst die weiße Kraft, die Elektrizität, aus Wasserfällen usw. nicht gewonnen werden kann, weil' das dürre und felsige Bergland über keine entsprechenden Wasserläufe verfügt. Nur die Zigarettenherstellung hat sich in der letzten Zeit zu einer Ausfuhrindustrie entwickelt, aber da die Zigaretten wegen der billigen Arbeitskräfte hauptsächlich mit der Hand hergestellt werden, ändert sie die Wirtschaftsstruktur des Landes nicht. Die Ausfuhr von griechischen Schwämmen hat in den letzten Jahren stark nachgelassen, da Gummischwämme in den Industrieländern des Westens billiger hergestellt werden konnten. Die Ausfuhr von Mineralien ist ganz winzig. Nur etwas Bauxit, das der Grundstoff des Aluminiums ist, und Nickelin sowie Schwefelkies werden gewonnen. Bedeutend ist die Schiffahrt, aber auch sie trägt einen ganz eigentümlichen Charakter. Die Griechen kaufen überall alte Dampfer auf, die schon längst abwrackreif sind. Neben kapitalkräftigen Schiffsgesellschaften tun sich mehrere Familien zusammen und kaufen für ihre Spargelder einen solchen alten Kasten, den sie dann mit ihren Söhnen bemannen. Diese Frachter gehen nun auf Tramp aus. Sie werden nicht in der Linienschiffahrt beschäftigt, sondern ihre Besitzer warten auf Gelegenheit, irgendwelches Stückgut zu befördern und bieten Frachtsätze, die erheblich unter denen der modernen Dampfer liegen. Von den europäischen Seefahrtsvölkern wird die griechische Art als Schmutzkonkurrenz empfunden. Immerhin dient sie der Erziehung einer tüchtigen seemännischen Bevölkerung, die sich oft vorteilhaft von den jobbernden Eigentümern unterscheidet. Das Risiko ist böi diesen alten Kästen ganz bedeutend, aber es wird einkalkuliert. Die griechischen Schiffe oder vielmehr der Ausschuß der europäischen Schiffahrt, der jetzt die griechische Flagge führt, sind in allen Weltmeeren zu finden, vornehmlich aber im Atlantischen Ozean, wo die Griechen gewissermaßen die niedrigste Klasse der Zubringerdienste für England ausfüllen. Uebrigens ist die griechische Schiffahrt im Verhältnis zur Bevölkerung weniger bedeutend als die norwegische, da Norwegen bei nicht ganz 3 Millionen Einwohner die fünfstärkste und zumeist moderne Handelston- n-nge der Welt aufweist, während die Griechen mit fast sieben Millionen Einwohnern erst an neunter Stelle kommen. Bei der geringen Wirtschaftskraft des Landes ist die Schiffahrt immerhin ein Aktt- vum, ihre Erträgnisse wurden 1939 auf rund 1,75 Milliarden Drachmen geschätzt, also auf 20 v. H. der Warenausfuhr des Landes. Die Drachme wertet etwa 2,1 bis 2,15 Roichs^fenntge. Gerade die Schiffahrt aber hat Griechenland zum Satrapen Englands gemacht. Während die Masse der griechischen Bevölkerung politisch teilnahmslos, ohne westliche Bildung und sehr frugal dahinlebt, aber rassisch anständig bleibt, ist der Sckiffahrts- unternehmer gewöhnlich ein typischer Mischling mit allen schlechten Eigenschaften seiner Mischung. Die kaufmännische Ehrlichkeit und Treue, die man sonst bei den Griechen findet, sind ihm unbekannte Eigenschaften. Diese Balkan-Plutokraten aber beherrschten Griechenlands Politik und Wirtschaft. Sie waren die Engländer des Südostens und sie haben das Land in eine Lage gebracht, die jetzt zur Entscheidung steht. Der italienische Bericht vom Sawstaa. Rom, 2. Roo. (DRB.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Samstagabend hat folgenden Wortlaut: In Griechenland sind die Aktionen unserer Truppen im kalamaslal in Richtung auf Glanina und bei den Pindushöhen im Gange. Unsere Luftwaffe bombardierte gestern tagsüber das Mlitärarsenal von Salamis und die dort im Hafen liegenden Schiffe, militärische Ziele b e i Korfu, wobei starke Explosionen und Brände entstanden und Truppenlager bei Skipero mit sichtlichem Erfolg, ferner den Bahnhof von Larissa, wo ein Zug getroffen wurde, den Kanal von Korinth, die Bahnlinie Korinth — Athen, die an verschiedenen Punkten unterbrochen wurde und in zwei aufeinanderfolgenden Wellen Saloniki. Bei Zusammenstößen mit gegnerischen Jagdfliegern wurde wahrscheinlich ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. 3m mittleren Wittelmeer bestanden zwei Warine-Erkundungsflugzeuge einen Kampf mit drei feindlichen Jägern, von denen zwei abgeschossen wurden. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Unsere Jagdflieger haben ein englisches viermotoriges Flugboot vom Typ Sunderland in Flammen abgeschossen. Ein weiteres Sunderland- Flugboot ist auf der höhe von Walta schwer getroffen worden. In Ostafrika griffen feindliche Patrouillen unter dem Schuh von Panzerwagen einen unserer Grenzposten im Gebiet von Tessenei an. Sie wurden prompt zurückgeschlagen. Eine unserer Kolonnen besetzte nach Ueberwindung des feindlichen Widerstandes bei Kassala die höhen des Sciusceb- Gebirges, die die Sudan-Ebene beherrschen. Während eines Luftangriffes auf den Flughafen R o - feires wurden zwei englische Jagdflugzeuge vom Glosler-Typ abgeschossen. Der Feind hat bei Luftangriffen einige Punkte der Bahnlinie Adele— Aiscia mit geringstem Schaden bombardiert. Im Aegäischen Weer wurden Truppen, die in der Landung auf Kreta begriffen waren, von unseren Flugformationen mit deutlichen Ergebnissen bombardiert und mit WG.-Feuer angegriffen. Dabei wurden auch einige Dampfer getroffen, Hafenanlagen und Vorratslager beschädigt. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Griechenlands Hauptstadt. Unsere Luftaufnahme von Athen zeigt im Vordergrund die Akropolis mit dem Parthenon. Links vor der Akropolis liegt das Theater des Dionysos. — (Scherl-Archiv-M.) ■ E ■ ; ■ • ■ * - -X ?> V s/V ■ - * WU . & • Ä( K.,<: s k-x Roosevelt und der europäische Krieg. »Giornale d'Ztalia" zur außenpolitischen Linie der Vereinigten Staaten. Rom, 2. Nov. (DNB.) Zu der jüngsten Rede des Staatssekretärs Cordell Hüll, in der dieser versuchte nachzuweisen, daß die offenkundige Kriegspolitik der Vereinigten Staaten eine Politik gegen eine Aggression der Achsenmächte sei, schreibt Gayda im „Giornale d'Jtalia": Schon 1937 habe Roosevelt seine Absicht bekundet, mit den demokratischen Mächten gegen die autoritären Mächte züsammenzuarbeite-n. Seitdem habe die Verleumdung Italiens und Deutschlands durch maßgebende Persönlichkeiten der amerikanischen Regierung und ihrer Presse immer schärfere Formen angenommen. Diese ganze planmäßige Aktion sei vor dem Krieg darauf gerichtet gewesen, Mussolini und Hitler in der Welt zu isolieren. Vom ersten Tage des 'Krieges an seien Roosevelts Mitarbeiter auf Seiten Englands und Frankreichs gestanden und hätten ihre Parteilichkeit sowie ihren versätzlichen Angriffsgeist gegen Deutschland und Italien bekundet, die nicht ein einziges feindseliges Wort oder eine einzige feindselige Geste gegen die Vereinigten Staaten gerichtet hätten. Roosevelt habe alles vorbereitet, um die Vereinigten Staaten von ihrer Neutralität in jedem beliebigen Augenblick in den Krieg hineinzuziehen. Die Revision des Neutralitätsgesetzes habe seiner Zeit die Waffenlieferungen an die Feinde Italiens und Deutschlands vorbereitet. Die amerikanischen Schiffahrtsgesellschaften begünstigen stets die Engländer und versuchen, die Passagiere der totalitären Staaten auszuschließen. Für den Transatlantik Clipper sei eine Zwangslandung auf den Bermudas vorgesehen, um die Deutschen und Italiener von der Benutzung dieses Verkehrsmittels auszuschließen. Noch bezeichnender sei aber die militärische Hilfe. Durch die mit Kanada abgeschlossenen Abkommen seien die Vereinigten Staaten die große Waffenschmiede Englands geworden. Zur Begründung des angeblich nur als vorbeugende Maßnahme ausgegebenen Gesetzes über die allgemeine Wehrpflicht wurde wiederum eine drohende Haltung der Achsenmächte ins Feld geführt. In der Royal Air Force diene eine ausschließlich aus Amerikanern bestehende Abteilung, die Eagle-Squadron, deren Mitglieder bezeichnenderweise den amerikanischen Adler als Abzeichen tragen und ihre Staatsangehörigkeit nicht verlieren werden. Bei den Kundgebungen Roosevelts und seiner Mitarbeiter in der Wahlkampagne trete immer deutlicher die Tendenz in Erscheinung, im amerikanischen Volke den Eindruck einer terroristischen Kriegführung Deutschlands und Italiens zu er« wecken und ihm einzureden, daß das amerikanische Volk verloren wäre, falls die Achse den Krieg gewinnen sollte. Aber nicht nur in Worten, sondern auch in recht konkreter Weise treibe Amerika dem Kriege zu. „Die Synchronisierung der englischen und amerikanischen Kriegsproduktion ist das Eingeständnis eines de« iacto-Bündnisses zwischen England und den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der Kriegsausrüstung und des Krieges. Vorläufig aber können die Vereinigten Staaten England wirksamer Helsen, indem sie nicht in den Krieg eintreten. Es gäbe aber noch mehr Anzeichen, daß die Politik Roosevelts den Krieg als Programm habe, indem sie sich zur Hilfeleistung gegen England verpflichte, selbst auf die Gefahr einer Isolierung von allen anderen Mächten hin. Sofort nach dem Ausscheiden Frankreichs habe Amerika ohne überhaupt das Ende der Waffenftillstandsverhandlungen abzuwarten, dieUebertragung der französischen Bestellungen an England veranlaßt. Es sei ganz klar, daß die Politik Roosevelts sich anmaße, den Gang des europäischen Krieges, der Amerika nichts angehe, zu kontrollieren. So versuche Amerika, den europäischen Staaten bei ihren Entschließungen seinen Willen aufzuzwingen. Während Roosevelt und seine Umgebung nach soviel lauten Behauptungen über die Aggressivität der Achsenmächte umsonst nach einem Beweis fi-e eine tatsächliche Bedrohung oder auch nur eine feindselige Haltung Italiens und Deutschlands gegenüber den Vereinigten Staaten gesucht hätten, beweise alles das Vorhandensein einer programmatischen und effektiven Feindseligkeit. Das Bündnis zwischen Italien und Deutschland wurde im Mat 1939 abgeschlossen, nachdem der vorsätzliche Widerstand der beiden imperialen Demokratien gegen jene Politik der friedlichen Revision und Zusammenarbeit festgestellt worden war, die Mussolini in München vorgebracht und Hitler mit sovieler loyaler Bereitwilligkeit begünstigt hatte. Das Bündnis war nurdas Verteidigungswerkzeug gege.n die Einkreisungspolitik und gegen dis Gefahr des von England unter dem leeren Vorwand der polnischen Sache organisierten Krieges. Der Dreierpakt zwischen Italien, Japan und Deutschland ist ebenfall nicht etwa, wie Cordell Hüll be. hauptet, mit einer aggressiven Absicht auf diesen oder jenen Weltteil, sondern lediglichals 23er« teidigungswerkzeug gegen die angelsächsische Einkreisung und für den Wiederaufbau und für die Befriedung der Kontinente gemäß dem Prinzip der berechtigten nationalen Interessen und einer ehrlichen internationalen Zusammenarbeit gedacht. Dies alles müsse man Cordell Hüll vor Augen führen, wenn er sich anmaße, die Achsenmächte auf die Anklagebank zu bringen. Heute fei der Beweis erbracht, daß ebenso wie in Europa einzig und allein England und Frankreich durch ihren Willen und chre Vorbereitungen die Kriegsschuld auf sich geladen hätten, die Verantwortung für einen ideologischen und politischen Konflikt bei dem diesen beiden Ländern nahestehenden amerikanischen Gruppen liege. Am Vorabend der Präsidentenwahl in WA. N eu y o r k, 4. Nov. (Europavreß.) Am Vorabend der Präsidentenwahl sind Die beiden Präsidentschaftskandidaten in (Äegesstimmung. Roosevelts Sonderzug, ber1 am Freitag Washington verlassen hat, wird dort am Sonntag wieder erwartet. Der Präsident hatte den größten jemals mitgeführten Stab bei sich. Roosevelts Wahlfeldzug steht ganz im Zeichen einer Amtsfortführung. Der republikanische Präsidentschaftskandidat W i l l k i s schloß seinen Wahlfeld zug mit heiserer Stimme ab, eine Folge der übergroßen Redeanstrengung, Will- kie hat feit dem 12. September nicht weniger als 550 Reden gehalten und dabei täglich drei Stunden gesprochen. Mindestens 2,5 Millionen haben seinen Reden gelauscht und mindestens 12 Millionen sahen ihn während des Wahlfeldzuges auf der Platt'form seines Sonderzuges stehn. Dadurch ist der früher wenig bekannte Politiker zu einer populären Figur geworden. 2lm Wochenende erreichte das Wahlfieber seinen Höhepunkt mit den abschließenden Reden Roosevelts in Cleveland (Ohio) und Willkies in Neu - York. Die Straßen wimmeln von improvisierenden Wcchlreduern und Debattierklubs der beiden Parteien. Trompeten, Fähnchen, Anstecknadeln, Lichtreklame, Großanschläge, bunte Wahlautos mit Laut- Filmen heißt arbeiten! Von H. H. Gieske. Nicht nur zur Zeit des stummen Films haben die jugendlichen Liebhaber und Helden die Herzen junger Mädchen höher schlagen lassen. Auch heute kann man noch vielfach die Beobachtung machen, daß eine passionierte Filmbesucherin diesen oder jenen ihr besonders sympathischen Darsteller mit einer gewissen platonischen Zuneigung durch die verschiedenen Stadien seines Lebens und Erlebens auf der Leinwand begleitet. Allerdings sind die Symptome, die diese Zuneiguna auslösen, zwischen damals und heute grundverschieden. Ha! — was waren das noch für Kerle in den nun schon verschollenen Stummfilmtagen. Don Kopf bis Fuß auf Edelmut eingestellt, war es ihre Aufgabe, das Gute zu schützen und das Böse zu vernichten. Und wie sie mit den Filmschurken umgingen! Ein Jagdhieb nach Old Shatterhand — und der Verräter röchelte am Boden. Manchmal ging es auch ernster zu. Da hatte unser Held den Kampf gegen drei oder gar vier Bösewichter zu bestehen. Welche Freude war es doch, wenn er die Jungen durch die Luft wirbelte, während er selbst unversehrt, mit sauberem Kragen und unzerdrückter Krawatte, strahlend vor Kraft und Schönheit, aus dem Kampfe hervorging. Kein Wunder, daß ihm die Herzen der Zuschauer und vor allem der Zuschauerinnen zuflogen! Es ist klar, daß man nur allzu leicht versucht wurde, aus dem Leben auf der Leinwand Rückschlüsse auf das Privatleben des Darstellers zu ziehen. Und das wickelte sich dann meistens so ab: Um 10 Uhr wacht unser Held auf, gähnt und streckt sich in seinem seidenen Schlafanzug, klingelt nach dem Frühstück. Der Kammerdiener erscheint und serviert auf silbernem Tablett in hauchdünnem Porzellan den duftenden Morgentrank. Der Posteingang ist wieder einmal überwältigend. Drei Verträge — selbstverständlich von amerikanischen Filmgesellschaften — zu horrenden Gagenabschlüs- fen. Ein ganzes Dutzend Heiratsanträge. Rund 1800 Bitten um Autogramme. Auch einige Angebote von berühmten Mahateliers, Anzüge zu Reklamezwecken annehmen zu wollen, sind dabei. Na ja, das übliche ... Unser Filmheld blättert gelangweilt in diesen Briefen und Angeboten, diktiert seinem Sekretär ein paar höfliche Zusagen oder Ablehnungen und begibt sich ins Bad, um seinen Körper in^20 Flaschen Burgunder für die Leistungen des Tages zu stählen. Inzwischen ist es 12 Uhr geworden. Aus dem Atelier ist schon zweimal angerufen woroen. Unser Held — im Training am Punchingdall gestört — läßt seinen Sekretär zurücksagen, daß er weitere Störungen als Kontraktbruch betrachten würde. Endlich, so gegen 3 Uhr, trifft er im Atelier ein. Man ist überglücklich, daß er überhaupt gekommen ist und will nun mit der Aufnahme beginnen. Aber unser Freund ist noch nicht so weit. Der „göttliche Funke" ist noch nicht über ihn gekommen. Doch schon nach der vierten Flasche Sekt stellt er sich ein. Inzwischen ist es 6 Uhr geworden. Die Arbeiter haben schon seit 5 Uhr Feierabend. Aber das macht nichts. Sie bekommen ja die Ueberstunden bezahlt und können für die Kunst auch einmal ein kleines Opfer bringen. Nach einer Stunde angestrengtester Arbeit ist der Filmheld erschöpft. Sein Garderobier hüllt ihn vorsorglich in Schals und setzt ihn ins Auto. Der Chauffeur muß sich beeilen, denn unser Freund ist zur Gräfin X zum Souper geladen. Ich höre schon meine Leser rufen: „Steinigt ihn!" Aber, Hand aufs Herz, haben wir alle nicht einmal so oder so ähnlich gedacht? Und wie sieht es nun in der Wirklichkeit aus? Ich war unlängst in einem Berliner Großatelier. Als unser Wagen das Tor passierte, war es genau 7.48 Uhr. Im Atelier stand schon die Dekoration fix und fertig da. Garderobiers, Maschinenmeister, Maler, Beleuchter, Maskenbildner — sie waren längst an ihren Plätzen. Als ich fünf Minuten vor acht Uhr den Schminkraum betrat, saß dort schon der Hauptdarsteller des Films und ließ sich Bartkoteletten kleben. Bei der Begrüßung bemerkte ich, daß er auch fein Kostüm bereits angelegt hatte. In der Kantine traf ich ihn erst wieder. Er hatte fast fünf Stunden aufreibender Atelierarbeit hinter sich. Abends gegen 8 Uhr fuhr mein Wagen hinter oem des Künstlers der Stadt zu. Er las Zeitung. Das beste Mittel, um die auf Höchstleistung konzentrierten Nerven wieder abzuregen. Dieser Schauspieler wird zu keiner Gräfin gefahren sein. Ich vermute vielmehr, daß er schon eine Stunde später den Schlaf des Gerechten tat. Denn am nächsten Morgen heißt es wieder, um 6 Uhr aufzustehen. Theorie und Praxis! Filme zu machen, heißt in erster Linie: arbeiten und nochmals arbeiten! Und dieses Gebot trifft für alle an einem Film Mttwir- kenden zu. Denn ohne Fleiß kein Preis! — Wobei es jedem überlassen bleibt, seiner Phantasie nach wie vor goldene Brücken zu bauen. Darum liebe ich die Lagd. Von Hermann Löns. Hinter den schwarzen Kanten der hohen Fuhren verschwand die Sonne ein Weilchen, noch war alles Glut und Glanz, Feuer und Flamme, jetzt ist es abgeblaßt in des Ringeltaubers Farben. Ich habe diese Stunde lieb, weyn die Ulenflucht naht, dann werde ich anders in der Stimmung; Heiterkeit wandelt sich in Ernst, Verdruß in Friedseligkeit, beengtes Denken in unbegrenztes Ahnen. Seltsamen Räuber übt diese Stunde auf mich aus. Gestern um diese Zett, zwischen frohen Gesichtern im festlichen Saal, da waren meine Augen auf einmal weit weg. — Da, wo ich heute bin, waren sie, in diesem stillen Wald, wo die Schlummerstunde nahte mit leisem Tritt und Dag und Nacht die Hände gab, die eine heranziehend, den andern mit sich fortnehmend, beide verbindend und trennend. Nichts bringt uns der Natur so nahe, wie diese Viertelstunde zwischen Tag und Nacht, und nur die Jagd ist es, die uns dazu erzieht, diese kurze Spanne Zeit zu verstehen in ihrer großen Feierlichkeit, in ihrer geheimnisvollen Andacht. Nur deshalb liebe ich die Jagd so. — ♦ --Wie klar und unmißverständlich sagt hier unser Hermann Löns, daß er kein Jäger mar im landläufigen Sinne. Und noch deutlicher wird uns dies, wenn wir in seinen Briefen lesen, die der Freund und Hauptverleger Adolf Sponholtz mit einer vortrefflichen erschöpfenden Lebensschilderung Wilhelm Deimanns in dem Werk: „Der Künstler und Kämpfer" herausgab. „Ich habe mich aus der Jagdpresse fast ganz zurückgezogen" schrieb er im Jahre 1908 an den rheinischen Erzähler Haarhaus. „Den Dack^ schieße ich nicht. Ich habe ihn oft, auch am Hellen Tage, in ruhigen Jagden stundenlang beobachtet. Seitdem ich einen Jungdachs aufgefüttert — er steckt im Zoologischen Garten in Hannover und hat mich neulich am Pfiff sofort wieder gekannt, ttotzdem ich ihn ein Jahr nicht besuchte — kann ich den Finger überhaupt nicht mehr auf feine Sippe krumm machen. Und so geht es mir beinahe mit allem Getter." Dann zwei Jahre später an Krauß: „Ich schieße nicht mehr gern etwas tot. Jedesmal, wenn ich mich herangepürscht habe und nur abzudrücken brauche, denke ich: „Ach was, laß es leben!" — Drei Böcke konnte ich neulich schießen, kam aber ledig heim, doch froh, denn ich sah eine Stunde lang einem pechschwarzen Hasen zu und beobachtete ein Goldregenpfeiferpaar, bei uns fast verschwundene Vögel. Und das genügte mir, zumal ich einige sehr seltene Pflanzen fand und es. mir in der Einsamkeit erlauben konnte, Sand- und Sonnenbäder zu nehmen." Fidelio und die Katze. Die große Sängerin Wilhelmine Schröder- D e o r i c n t hatte bereits als junges Mädchen durch ihre Darstellung des Fidelio den Beifall Beethovens gefunden, und so umstrahlte sie gerade, wenn sie in dieser Rolle auftrat die Weihe, die sie von dem Meister selbst empfangen. Als sie nun einmal in Dresden unter der Leitung Karl Maria von Webers den Fidelio spielte, sprang plötzlich im letzten Finale ein Kätzchen aus der Seitenkulisse, gerade in dem Augenblick, als sie das herrliche „O Gott, o welch ein Augenblick!" ein- setzte. Die leidenschaftliche Künstlerin war außer sich vor Aufregung über dieses Intermezzo, Weber aber versuchte von feinem Dirigentenplatz aus das Tier zu verscheuchen und benahm sich dabei höchst ungeschickt, indem er immer wieder „Psch Psch" rief und die neugierige Katze gerade dadurch ganz vorn an die Rampe lockte — der Anblick war so komisch, daß das Publikum, statt in andächtiger Stille zu verharren, in stürmisches Gelächter ausbrach ... Die Schröder schien zu glauben, daß Weber nicht aus Ungeschicklichkeit, sondern mit Absicht handelte, und sie hat ihm dieses gestörte Finale ihres Fidelio nie verziehen. dienen der persönlichen oder Partei- für alle nasäufverunja. Neuyork wird von solche für boten. Kleine politische Nachrichten Berlin. 3. Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: Hauptmann h r a b a k, Hauptmann B r e t n ü h. Oberleutnant P r i l l e r und Oberleutnant Philipp. Hauptmann h r a b a k hat als Kommandeur einer Jagdgruppe 15 Luftsiege errungen. Durch her- rorragendes fliegerisches Können hat er sich bei allen Einsätzen hervorgetan und sich als vorbildlicher Gruppenkommandeur ausgezeichnet. Er zeigte bei | den vielen Angriffsflügen höchste Einsatzbereitschaft und bedeutendes Führergeschick. Hauptmann B r e t - nütz, ein vorbildlich tapferer Kommandeur seiner Jagdgruppe, hat in schneidigem Einsatz an der Spitze seiner Gruppe im Luftkampf 20 Gegner ab- geschofsen. Oberleutnant Priller und Oberleutnant Philipp, die beide ihre Staffeln von Erfolg zu Erfolg führten, gelang es, in Luftkämpfen 20 feindliche Flugzeuge zum Absturz zu bringen. Stets einsatzbereit und tapfer, erwiesen sie sich der hohen Auszeichnung mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes würdig. Losgeriffene englische Sperrballone über Dänemark und Schweden. Stockholm, 3.Nov. (Europapreß.) Welle auf Welle deutscher Bombenmaschinen ist in den Abendstunden des Samstags über die Südostküste Englands geflogen und hat Kurs auf London genommen. Der allnächtliche Luftalarm in der englischen Hauptstadt begann mehrere Stunden oor Mitternacht, und kurz, nachdem das Alarmzeichen gegeben war, wurden schon die er st en Bomben ab» geworfen. Die Angriffe waren schon vor Mitternacht weitaus heftiger, als das in den letzten Tagen der Fall gewesen war, wo schlechtes Wetter die Akllonen behinderte. Wie der Londoner Nachrichtendienst meldet, war der h y d e - P a r k, der seit Beginn des Krieges mehrere Truppenlager und zahlreiche Flakbatterien beherbergt, Gegen- tand eines Luftangriffes. Der Kensington- Palast im hydepark, in dem ebenfalls Truppen untergebracht sein dürsten, ist durch Bombentreffer chwer beschädigt worden. Für höchste Einsatzbereitschaft Das Ritterkreuz für vier Offiziere der Luftwaffe. Der Führer hat dem Präsidenten der Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien anlaß- dem sie 24 Stunden zuvor eine Bezugsperre 'ür alle Wollwaren eingeführt hatten, eine Ziele an. In Amsterdam wurde ein Lazarett getroffen und dabei 19 Soldaten getötet und 20 schwer verletzt. An anderer Stelle wurden weitere 7 Holländer getötet. Bei dem Versuch, die Reichs- Hauptstadt anzugreifen, wurden die meisten feindlichen Flugzeuge durch die starke Abwehr nach Korben und Süden abgedrängt. Einzelne Flugzeuge, denen es gelang, das Weichbild Berlins in groher höhe zu überfliegen, warfen Spreng- und Brandbomben auf Wohn- und Siedlungsgebäude ab, wobei mehrere häufer befchädigt und ein Sägewerk in Brand gefetzt wurde. Auf das Virchow- krankenhaus fielen erneut Brandbomben. Durch den tatkräftigen Einsatz des Sicherheits- und Hilfsdienstes und des zivilen Luftschutzes gelang es, entstehende Dachstuhlbrände schnell zu löschen. Ls sind mehrere Tote und Verletzte zu beklagen. Der Gegner verlor gestern im Luftkampf zehn Flugzeuge. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. Major Galland schoß seinen 50. Gegner ab. Deutsche Bomben auf Truppenlager im Hyde-Park. Angriffe auf britische Geleilzüge Der Wehrmachtbericht vom Samstag. Berlin, 2. Nov. (3)7123.) Das Oberkommando bet Wehrmacht gibt bekannt: Die Lustwaffe setzte ihre Vergeltungsangriffe auf Conbon fort. Am frühen Morgen fowie am Abenb griffen einzelne Kampfflugzeuge wieder britische Flughäfen an. Dabei fetzten sie hallen unb Betriebsstofflager in Branb unb zerstörten mehrere Flugzeuge am Boben. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafen- unb Fabrikanlagen Süb-Englanbs, wobei es vor allem in Portsmouth gelang, ein Großkraftwerk schwer zu treffen. Sturzkampfflugzeuge unternahmen im Laufe bes Tages Angriffe auf brei Geleitzüge vor bet englischen Sübostküste. Dabei würben 13 Schiffe von insgesamt 47 000 BRT. versenkt, neun weitere beschäbigt. Bei Great-Parmouth versenkte bie Besatzung einer heinkel 111 im kühnen Tiefangriff einen Zerstörer unb 3 Fracht - schiffe aus einem stark gesicherten Geleitzug. Vor Dover nahmen Fernkampfbatterien bes Heeres unb bet Kriegsmarine einen feinblichen Geleilzug unter wirksames Feuer unb zersprengten ihn. Volltreffer waren zu beobachten. Die Schiffe flüchteten in ben Hafen von Dover, wo sie weiterhin befchosfen würben. Feinbliche Küstenbatterien gaben auf unsere Küstenbefestigungen einige Schüsse ab, bie jeboch ihr Ziel verfehlten. Das Feuer würbe erroibert, bis bet Gegner fchwieg. Im Laufe bes Tages kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpfen. Die Vergeltungsflüge auf London nahmen in der Nacht wieder stärkeren Umfang an. hier und in ben Jnbuftrieanlagen von Birmingham unb Coventry fowie im Hafen von Liverpool entstauben zahlreiche neue Brände. heftige Angriffe richteten fich auch gegen eine Anzahl schottischer Jnbustrie- unb hafenplähe. Das Verminen britischer Häfen nahm feinen Fortgang. Bei ihren Einflügen nach h o l l a n b unb i n das Reichsgebiet griffen britifche Flieger wieder wie gewöhnlich in erster Linie nichtmilitärifche Stockholm, 3. Nov. (Europapreß.) Zahlreiche Sperrballone, die sich in den letzten 24 Stunden an der englischen Südküste und im Bereich der englischen Hauptstadt losgerissen haben, und über Dänemark und Schweden abgetrieben sind, muhten von schwedischen Jagdflugzeugen a bg e s ch o s° fen werden. Mehr als ein Dutzend Ballone wurde in den letzten 24 Stunden vernichtet. Sie schleppten lange Drahtseile mit, die an den schwedischen Elektrizitäts- und Telefonleitungen g ro ß e Sch a- den anrichteten. An der schwedischen Westküste! traten die Ballone besonders zahlreich aus. Es hat den Anschein, als ob während der Nacht durch die Wettereinwirkung große Lücken in das englische Sperrballon - System gerissen worden sind. Auch Nordjütland, die Insel Falster und Esch er g sind von einer Reihe losgerissener Sperrballone überflogen worden, die Schäden an Telephon-und Hochspannungskabeln angerichtet und die Verbindung ganzer Provinzen mit den übrigen Landestellen unterbrochen haben, auch die Stromversorgung großer dänischer Gebiete wurde für mehrere Stunden unterbrochen. Unweit Nakskov wurde ein Eisenbahnzug in durchgerissene Telephonkabel verwickelt, wodurch stundenlange Verzögerungen des Eisenbahnverkehrs entstanden. beruf ergreifen wollen und für ihre Anstaltsletter I zu den Schlachtfeldern im Westen durchge uhrt hat. Die Jungmannen erhielten aus der zehntägigen Fahrt eine lebendige Anschauung vom höchsten Umsatz und Ethos ihres künftigen Berufes als deutsche Offiziere. * In Constanze traf der Korpsführer des NSKK., Reichsleiter Hühnlein, ein, um die Männer des NSKK., die bei der Aussiedlungsaktion der Volksdeutschen aus der Dobrudscha tätig sind, zu besuchen. Don Constanza, wo der Korpsfuhrech mit ^-Obergruppenführer Lorenz zusammentraf, begab er sich nach Galatz. ♦ Am Samstagmittag traf eine Abordnung rumänischer Legionäre unter Führung des Generalbeauftraqten für die Organisation der rumänischen Jugend, Kommandant Stoioanescu, zu einem Dsutschlandbesuch in Wien ein. Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine hat der Führer an eine Reihe besonders bewährter und verdienter Gefolgschaftsmitglieder von Rüstungsbetrieben, die sich im U-Bootbau, in der Waffen-, Torpedo- und Minenanferttgung m langjähriger Arbeit erfolgreich eingesetzt haben das Kriegsverdienstkreuz oersiehen Die Auszeichnungen wurden von dem Amtschef des Oberkommandos der Kriegsmarine bzw. den Inspekteuren der Rüstungsinspekttonen bei feierlichen Betriebsappellen überreicht. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei hat den Generalmajor der Polizei Querner als Generalinspekteur für die Gendarmerie und Schutzpolizei der Gemeinden in das Hauptamt Drdnungs- volizei berufen. General Querner, der sich bisher als Befehlshaber im Wehrkreis X große Verdienste um den Aufbau der Polizei im Gau Hamburg erworben hatte, wird damit zum Nachfolgerder^am 10. September 1939 als Generalinspekteur der Gendarmerie und Gemeindeschutzpolizei vor dem Feinde gefallenen Generalmajors^der Polizei R o e 111 g. In Straßburg endete eine Fahrt, die das Oberkommando des Heeres für Jungmannen der natto- nalpolitischen Erziehungsanstalten, die den Offiziers- fvrechern sowie eine Papierflut von ungezählten Flugblättern t . . Wen Meinungsäußerung. N e u y----- - beiden Seiten als Schlüsselstaat betrachtet, der den Ausschlag bei der Wahl, geben könnte. Oie politische Linie der Türkei. Englands Schiffsverluste außerordentlich groß Gin bemerkenswertes Eingeständnis des Ersten Lords der Admiralität. Schulung im Krieg. Don Rudolf protsch. Immer, auch in den Tagen härtester Belastung, bleibt der Deutsche in seinem tiefsten Wesen ein suchender Mensch. Die Frage nach dem Sinn des Daseins bewegt sein Gemüt, und um des Lebens innere Kräfte zu erkennen, ist ihm kein forschender Weg zu weit. Der deutsche Mensch wird von diesen Fragen sein ganzes Leben lang nicht freigegeben. Wir erkennen diese Tatsache auf allen Lehrgängen an den Schulungsburgen der Partei immer wieder neu. Stärker denn je aber steht heute wieder bie Frage nach den wahren Werten des Lebens wie die Frage nach einem persönlichen, dem Lebenssinn und dem Lebensgesetz des Gesamtvolkes entsprechenden Wol- len unter den an den Lehrgängen der Gauschulen teilnehmenden Parteigenossen. Es ist heute wieder wie einst in der Kampfzeit der Partei. Auch damals gab es kaum eine Frage, die nicht im tiefsten Innern der alten Parteigenossenschaft oftmals wie ein Feuer brannte, ja. Drüber streichen, sagen die Fachleute, nicht hineinhaken mit dem Auftrag, oder Einschmierbürstchen in die Erdaldose; s o putzt man sparsam! Die Erdal- Nachfüllpackung kann man natürlich auch in eine größere Erdaldose tun, wenn man will, sogar umleeren, denn die Erdalrnasse sitzt locker in der Nach- füllpackung, ist aber so streichfähig wie in der Blechdose, denn es ist ja das gleichgute, das altbewährte Erdal! 4810V Berlin, 3. Nov. (DNB.) Bei der Eröffnung -er türkischen Nationaiverscummhing erklärte der türkische Staatspräsident I n ö n ü, daß die türkische jlußenpolttik einzig und allein von dem Grundsatz osleitet werde, die unendlichen Reichtümer der Tür- fei so auszunützen, daß dadurch die wirksamsten, »rodukti'vsten Ergebnisse für das Land erzielt werden. Die nichtkrieg führ ende Haltung mache es unmöglich, daß türkisches Gebiet durch die im Kriege befindlichen Mächte benutzt werde und eine solche Benutzung werde so lange kategorisch und absolut unmöKich sein, als die Tür- koi an dem Konflikt nicht t e i l n e h m e. Die türkische Politik beruhe auf der Aufrechterhaltung der politischen Unabhängigkeit und territorialen Integrität. Die nichtkriegführende Haltung der Lürtei dürfe nicht notwendigerweise den normalen Vsziöhungen mit allen Ländern, die ihr gegenüber guten Willen zeigten, ein Hindernis bieten. Hamsterkäufe in der Schweiz. Genf, 2. Nov. (Europapreß.) In der Nacht zum Samstag haben die schweizerischen Behörden, nach- die Besitz ergriff von dem ganzen Menschen und diesen sehr gebieterisch zur inneren Klärung oder zur inneren Erfüllung drängte. heute ist es wiederum so. Zu nahe geht in dieser Zeit der Tod an sehr vielen deutschen Menschen vorbei, als daß es anders fein könnte. So ist die Stimmung, welche die Sch u l u n g s a r b e i t heute innerhalb der Parteigenossenschaft vorsindet, sehr aufgeschlossen und für das wesentliche und gute Wort sehr dankbar. Zu dieser Frage nach dem tiefsten und letzten Sinn des Lebens, einer Frage, die in sich ja be- ! reits die Frage nach dem Letzten, Göttlichen birgt, I tritt dann das durch die politische Entwicklung überreich geweckte Interesse an den Fragen der Neuordnung Europas. Die Lehrgänge an den Gauschulungsburgen der NSDAP., sowie die Vorträge anläßlich der außer- halb der Schulungsburgen durchgeführten Schulungsveranstaltungen versuchen nun dem großen Fragenkreis der innerhalb der Parteigenossenschaft lebendig ist, in bestem Sinne Antwort zu geben. So gibt heute die Schulungsarbeit der NSDAP, dem gesamten Politischen Leiterkorps nachhaltig und tiefgründig eine in jeder Weise umfassende Berlin, 3. Nov. (DNB.) Der Erste Lord der ; britischen Admiralität, Alexander, bemühte sich < in einer Rede an das Empire den Eindruck zu ver- । wischen, den die Rede des britischen« Großadmirals ■ 2orö Chatfield mit dem offenen Eingeständnis , bes völligen Versagens der britischen Flotte und her wachsenden ungeheuren Schwierigkeiten, nut denen England heute kämpft, hervorgerufen hat. Dabei entschlüpft ihm aber zwischen den Zeilen das Geständnis, daß die deutschen U-Boote unter den englischen Schiffen bereits gefährlich aufgeräumt haben. Er wolle nicht verheimlichen, so erklärt Alexander, daß die britischen Schisfsverluste in letzter Zeit außerordentlich g r o ß gewesen eien Die britischen Schiffe seien von deutschen und italienischen U-Booten s e h r h e f t i g a n g e g r i s ° fen worden. Die Intensivierung der U-Boot-Kam- aagne mache sich für England f efyr unangc9 nehm bemerkbar. Zwar seien die Zerstörer, die man von Amerika erhalten habe, m dem Kampf gegen die feindlichen U-Boote sehr hilfreich aber er wäre den Amerikanern dankbar, wenn sie no ch mehr Zerstörer Großbritannien in nächster Zett zur Verfügung stellen könnten. Englands Kriegsziel besteht nach den Worten des Ersten Lords der britischen Admiratttät darin, „ben Lebensstil zu verteidigen, den wir für gut befinden. Unser Lebensstil basiert auf dem Wohlergehen nicht nur unseres eigenes Jchs, sondern auch aus dem unserer Nachbarn. Dieser Lebensstil basiert auf der Toleranz der Güte, dem Verständnis und der Gerechtigkeit". Sicher werden nicht mir die Nachbarn Englands, sondern vor allem auch die Völker, die gegen ihren Willen von London regiert werden, lebhaft bedauern, daß sie von diesem Lebensstil bisher so wenig verspürt Haben. Alexander hat Über gar nicht das Leben der Völker, sondern das Leben der Londoner Plutokraten gemeint, deren mit Hilfe von Raub und Plünderung sowie rigorosester Ausbeutung der fremden Völker und der eigenen Arbeiterschaft geschaffener ,-Stil" ja tatsächlich durch den Krieg gerettet werden sollte. Daß diese Aufgabe erheblich schwieriger ist als man es sich in London vorgestellt hat, scheint selbst der Erste Lord der Admiralität schon bemerkt zu habens denn er gestcht: „Wir kämpfen bis zum Ende, selbst wenn es keinen anderen Grund gibt, als weil man es muß. Wir können nicht mehr zurück, der auf- genommene Strett ist buchstäblich ein Kampf aus Leben und Tod." lieber diesen Ernst der Situation kann auch der stärkste Optimismus nicht mehr Hinwegtäuschen. Auch der Erste Lord der Admiralität hat mit seiner Ansprache nur bewiesen, zu welchen törichten Redensarten man in den Kreisen der Londoner Machthaber fyeute. seine Zuflucht nimmt, um dem englischen Volk einen Rest von Hoffnung auf bessere Zeiten zu bewahren. Baumwolle, Leinenwaren, Schuhe, Seife und Waschartikel verfügt. Die Hamsterei, insbesondere der Sturm auf die Schuhgeschäfte, hatte am Freitag unglaubliche Ausmaße angenommen. In Zürich und Basel wurden die Geschäfte im Einvernehmen mit der Preis- kontrollkommission geschlossen, während in Lausanne und Genf die Käufer Schlange standen. Es sei nicht selten vorgekommen, so berichten die schweizerischen Blätter, daß Käufer sechs oder sieben Paar Schuhe erstanden. Während aber ein Teil der Bevölkerung gehamstert hat, begrüßt ein anderer Teil die Kontrollmaßnahmen der Behörden. Die „Nationalzeitung" in Basel schreibt: „In der Versorgung mit Lebensrnitteln und anderen wichtigen Waren hat eine Art Wettlauf zwischen Hamsterei und behördlichen Maßnahmen eingesetzt." — Das Eidgenössische Kriegsernqhrunasamt hat für den Monat November eine Einschränkung d e r Schweineschlachtungen auf mindestens zwei Drittel der Schlachtungen im gleichen Zeitraum 1939 verfügt. Die Metzgereien und Lebensmittelgeschäfte dürfen nur die bisherige regelmäßige Kundschaft nach Maßgabe der bisherigen Schlachtungen bedienen. Der Verkauf und die Abgabe von Schweinefleisch aus Hausschlachtungen an Verbraucher ist ver- Ausrichtung. Es liegt ein Uebermah an Fragen vor, die durch die in fast schwindelndem Tempo sich entwickelnden politischen Ereignisse ausgelöst wurden. Die nationalsozialistische Revolution hat sich zu einer Revolution des Kontinents erweitert. Wo einst die Frage nach der Macht im Staate, ihre Erringung und ihre Festigung im Vordergrund stand, ist heute die Frage nach der Neuordnung Europas und Afrikas der Mittelpunkt. Wer aber die Neuordnung Europas und Afrikas bestimmen will, muß die europäischen und afrikanischen Probleme gründlich kennen und dazu die Kräfte erkennen, die sich bisher dieser Ordnung entgegengesetzt, wie jene, die am Aufbau der neuen europäischen Ordnung mithelfen werden.. So steht eine Fülle der Probleme vor den Männern der Gauschulungsämter, und sehr viele Fra- gen harren innerhalb der Parteigenossenschaft auf Antwort. Und diese Antwort wird gegeben. Die Schulungsarbeit erfuhr durch den Krieg keine wesentliche Unterbrechung. Wohl sind viele der Gau- und Kreisschulungsburgen anderen Zwecken zugeführt, und andererseits oftmals auch kaum genügend Zeit für die Durchführung von 14- und mehrtägigen Lehrgängen vorhanden. Auch sind die Mehrzahl der Gauschulungsleiter und viele ihrer einstigen Mitarbeiter als Soldaten an den Siegen dieses Krieges, aber auch an feinen Opfern beteiligt gewesen. Auch die Schulung der Partei hat manchen ihrer Mitarbeiter für immer durch den Tod vor dem Feind verloren. Diese Kameraden haben selbstverständlich, wie es ihrem Wesen entsprach, den Tod hingenommen wohl als letzte Trennung, zugleich aber auch als tiefste Erfüllung ihres bisherigen Lebens als Nattonalsozialisten. Diele Briefe dieser Kameraden, die oftmals knapp vor ihrem Sterben geschrieben wurden, bewiesen uns dies. Sehr viele auch tragen heute das EK. I und EK. II, mancher wurde verwundet, andere wieder haben den Krieg bisher in Heimatgarnisonen, war- tend und zum Einsatz bereit, verleben müssen. In die entstandenen Lücken traten stets neue Kameraden, so daß die Arbeit trotz allem wettergeführt wekden konnte. Aber sie geht nicht nur weiter, sondern das Ausmaß ihres Aufgabenkreises vermehrt sich von Woche zu Woche. Neue Gaue, neue Gebiete harren der Schulungsarbeit. Im Gatt Wartheland läuft die Schulung der dorttgen Führerschaft bereits seit Monaten im vollen Tempo. Drei Gauschulungsburgen sind dort im Betrieb. I Auch im Generalgouvernement ist die Schulungsarbeit innerhalb der dorttgen Deutschen bereits angelaufen. Desgleichen in den wieder heimgekehr. len neuen Westgebieten. Dazu finden auf den Or- I densburgen laufend Schulungs- und Großveranstaltungen für Umsiedler statt. Trotz aller sonstigen Ueberlaftungen steigt auch die Bezieherzahl des I Reichsschulungsbriefes der NSDAP, ständig, der seine fünf Millionen Auflage bereits wett überschritten hat und zu einem unentbehrlichen geistigen Ausrichtungsrntttel der Inneren Front in diesem Krieg geworden ist. v „ In anderen Ländern mag der Krieg sich einer Staubschicht gleich über die Gemüter gelegt haben, alles innere Leben hemmend oder erstickend. In Deutschland sind die Menschen aufgeschlossener denn je. Es ist dies ein Merkmal mehr dafür, daß rote nun doch endlich auch auf dem Wege sind, restlos ein politisches Volk zu werden. Daß wir dabei zu noch tieferen und klareren Persönlichkeiten auszureifen vermögen, lehren die täglichen Erfahrungen bei den Begegnungen, welche die Männer der Parteischulung mit der Gesantt- parfeigenossenschaft immer unö immer wieder haben. In dieser deutschen Veranlagung siegt die sehr entscheidende Stärke unseres Volkes und insbesondere der NSDAP. Die Schulungsmänner der Partei sind bemüht, diesen deutschen Hang nach Er- kenntnis in jene Richtung zu lenken, welche die gewonnene Einsicht wieder umsetzt in politische Kraft 1 und in eine tatfreudige innere Haltung. . „ „on »ruHticu uniutv Denn auf den politischen Willen, auf den ziel- Wie aus dem italienischen ®^mad>tberi«Mer»or9^t• JstiM \Wfma ATHEi Rhodri. ^Kythira RarT^B TAUEN Jonifches Jdeer Fahas Olympia*™' f r er* fandia KdYdfld .. Edessa Saloniki 9» '<71" F VQd "wrW , ,, Lepanto.. .Golf eJjypnKor,- Wirtschaft. Zurückhaltende Börse. Frankfurt a. M., 31. Oft Die kräftige Belebung zu Beginn der Berichtszeit war nur vorübergehender Natur und machte sehr rasch wieder einer starken Zurückhaltung Platz. Kaufaufträge gingen am Aktienmarkt nur in wenigen bevorzugten Papieren und dazu in geringem Umfange ein, anderseits kam aber auch selten Material heraus, sodaß die Kursbewegungen nicht immer realere Gründe hatte, sondern mehr markttechnisch bedingt waren. Die Auf- und Abschläge betrugen oftmals mehrere Prozente. Die Grundtendenz ist bei aller Zurückhaltung freundlich, vor allem Montanaktien und Bauwerte sowie Zellstoffpapiere waren per saldo wenig verändert. Bei Chemiewerten machten Scheideanstalt eine Sonderbewegung durch, sie stiegen bei kleinsten Umsätzen bis 285. Sehr fest waren Bankaktien, doch konnten Rückschläge an einigen Tagen nicht vermieden werden. Autoaktien bröckelten meist weiter ab, wobei das Tempo mehr oder weniger schnell war und Erholungen die Bewegungen zeitweise abstoppten. Auch am Einheitsmarkt sind ähnliche Bewegungen zu beobachten, wobei jedoch hier der Materialmangel stärker bemerkbar ist. Gegen Wochenschluß konnte man eine regere Anfragetätigkeit der Kundschaft beobachten, von der man Auswirkungen erwartet. Am Renten markt konzentrierte sich das Interesse weiterhin auf Reichsschatzanweisungen, deren Folge VII nunmehr aufgelegt ist und die flott abgehen. Daneben sind Steuergutscheine I weiter gesucht und im Wochenverlauf bis 105,75 gesteigert. Die Altbesitzanleihe blieb unter Schwankungen ziemlich stabil, in Reichsbahnvorzügen ist das Geschäft zum Stillstand gekommen, der Kurs bröckelte um 0,50 auf 126 v. H. ab. Jndustrieob- ligationen unterschiedlich, zeitweise ergaben sich leichte Erholungen, aber besonders in naher Zeitspanne kündbare 5%ige Obligationen nachgebend und eher angeboten. In Pfandbriefen kamen fast täglich einzelne Pfandbriefserien auf der Basis von 102,5 zur Notiz, es handelte sich dabei meist um ganz kleine Beträge, die nur Prozentteile der Nachfrage ausmachten. Die 4,5 e/oigen Kommunalobligationen find inzwischen bei 102,25 angelangt, von den neuen 4%igen Papieren kam selten etwas heraus. Stadtanleihen vollkommen geschäftslos. Der Freiverkehr in Aktien lag ebenfalls lustlos. Man interessierte sich dagegen mehr für Böhmenwerte, Frankfurt a. M. hatte bekanntlich in Vorkriegszeit an diesen, wie auch an ostmärkischen Papieren starkes Interesse. Auch einige ostpreußische Kleinbahnaktien wurden im Telefonver- kehr umgesetzt, dagegen ist der Handel in Zellwolle- und Zellstoffaktien (Küstriner, Thüringer) abqeflaut. Von heimischen Freiverkehrswerten lagen Kupferberg Sekt bei 149 bis 150 kaum verändert. Der Satz für Tagesgeld blieb weiterhin unverändert mit 1,75 v. H. E. Schn. Steuergruppe II. Die Steuergruppe II unterwirft die länger als fünf Jahre kinderlos Verheirateten einem erhöhten Einkommensteuersatz. Jemand, der seit 1919 kinderlos verheiratet ist, begehrte die Einreihung in die Steuergruppe III, weil seine Kinderlosigkeit auf eine Kriegsbeschädigung zurückzuführen fei'. Hierzu erklärt der Reichssinanzhos, daß die Skeuergruppe II keineswegs eine Strafe für diejenigen Ehen darstellen solle, die der Nation trotz mehrjährigen Bestehens der Ehe keine Kinder schenken, sondern daß sie vielmehr lediglich einen gerechten steuerlichen "Äa st en ausgleich bezwecke. Daraus ergebe sich, daß die Einreihung in die Steuergruppe II die Gründe, die zur Kinderlosigkeit geführt haben, nicht berücksichtigen könne. Anderfalls würden nicht nur die Veranlagungsarbeiten der Finanzämter sehr erschwert, sondern auch das ganze Tarifgebäude des Einkommensteuergesetzes ins Wanken gebracht. Es müßte dann beispielsweise auch den Vorstellungen von Ledigen, die gewichtige Gründe vielleicht ähnlicher Art für ihre Ehelosigkeit vorbringen können, Rechnung getragen werden. Aus aller Wett. Sieben Toke bei einem schweren Voolsunglück bei Kopenhagen. Auf dem Furesee bei Kopenhagen hat sich am Sonntag ein schweres Bootsunglück zugetragen, bei dem sieben jung* Leute im Alter von 16 bis 19 Jahren umgekommen sind. Die vier jungen Männer und drei Mädchen hatten ungeachtet eines schweren Sturmes eine Fahrt über den Furesee in Kanus unternommen, die am Spätabend leer am Ost ufer an tri eben. Der Umfang des Unglücks wurde erst klar, als sich die Eltern der Vermißten bei der Polizei meldeten. Prinz-Engen-Preis für die Vorkämpfer des ungarländifchen Deulfchkums. Im Auditorium Maximum der Universität Wien wurden den Führern des ungarländifchen Deutschtums, Dr. Franz Basch (Budapest) Uni-versttäts» Professor Dr. Huß (Debrezin) und Universitäts- Professor Dr. Heinrich Schmidt (Segedin) die Urkunden des ihnen verliehenen Prinz-Eugen-Preises überreicht. Der Vorsitzende des Kuratoriums Prof. Dr. H a s s i n g e r erklärte, der Prinz-Eugen-Prejs sei ein Teil des Goethe-Preises und die Stiftung eines Hamburger Patriziers. Er habe den Zweck, besondere kulturelle Leistungen des Deutsche tum5 im Südosten auszuzeichnen. Es sei kein Zufall, daß auf dem Boden Wiens im Zeichen des Prinzen von Savoyen das Fest der Preisverteilung begangen werde. Die hohen Schulen Wiens seien stets ein Vorbild für den Südosten gewesen. Steinzeitfunde in Griechenland. Ein bemerkenswerter archäologischer Fund wurdö dieser Tage in Nordgriechenland gemacht. In dem bei der mazedonischen Stadt Kastoria gelegenen See wurden die Ueberreste eines Pfahldorfes gefunden. Es handelt sich um den ersten derartigen Fund in Griechenland, während bisher außerhalb Mitteleuropas nur in Rumänien Ueberreste von Pfahlbauten gefunden wurden. Die Siedlung bei Kastoria lag in der Nähe des Ufers. In unmittelbarer Nähe der Pfahlreste sind zahlreiche Steinäxte und sonstige Werkzeuge und Waffen aus Stein gefunden worden, die nach Ansicht der Archäologen in die jüngere Steinzeit gehören. Durch diese Funde hat das Studium de« griechischen Vorgeschichte eine neue Anregung bekommen, und man hofft jetzt, neue Aufschlüsse übev die Herkunft der Dorer zu bekommen, die als erster der bekannten griechischen Stämme von Norv den her in Hellas einfielen. Wir geben unsere Verlobung bekannt November 1940 Heuchelheim-Gießen Fellingshausen 4961 D Gießen (Weserstraße 8), den 2. November 1940. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 6. November, 14 Uhr, von' der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 4970 D jetzt wieder ztl Leichter Pritschenwagen I 8B64D • (faßen, .Sckulrtt. 5 Schreibkasse woch, 6. November, um 7% Uhr. 4963 D ■mHKUS DEUTSCHE WOCHENSCHAU = Stadttheater Fleck wasser Nach einem arbeitsreichen Leben ist meine treue Lebensgefährtin, unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante gut erhalten, größerer Oien (amer. Füllofen), zu verkauf. 03715 Fellingshausen, wollte sie ihrem Manager telegraphieren. Er sollte । ihr einen Tanzabend in Kopenhagen vermitteln. Vielleicht ließe sich auch Norwegen machen. Die Welt war weit — mein Gott, wie weit unb blau! Lerchen flogen in seligem Taumel über lichtgrune Wiesen, stiegen jauchzenb empor, mit geschwellten Kehlen, als wollten sie bas Glück ber neugeborenen Erbe in einem Lobgesang zu Gottes Fußen legen. Dera warf ben Kopf zurück unb sah in bas feine Geäst ber Chausseebäume, bas sich wie ein Dom über ihr schloß. Die Welt war schön unb lachenb. Seltsam, bachte sie, baß so ein strahlenber Frühlingstag ben Glücklichen glücklicher, ben Einsamen aber noch einsamer macht. Sie fuhr burch Gottes schöne Erbe, aber ihr Herz tat weh. Liebe, buchte Dera Verries. _ _ . Jo, wer liebt, ber steht Gott am nächsten. Sem Herz ist offen wie ein erschlossener Kelch unb nimmt die Wunder der Schöpfung in sich auf. Der Liebende hört ben Dogelruf anders als der Mensch mit einem schlafenden Herzen. Er erkennt btc Stimme bes Winbes, begreift bie Melobie im Rauschen bes Regens; alle Blumen unb alle Sterne neigen sich ihm zu. Die Wand, bie uns von Gott trennt, wirb nur burch die Liebe beifeitegeschoben. Nur burch sie stoßen wir hinburch zu ben letzten Wirklichkeiten. Die Liebe ist viel stärker äls wir selbst, denn wir vermögen es nicht, sie zum Schweigen zu bringen. Wir können sie mit unseren Gedanken nicht töten, Umbern sie tötet unsere Gedanken, tötet bie Vernunft, tötet alle Begriffe von Gut unb Böse , _ . , Der Motor summte. Wie eine Spiegelung bes Himmels lag ber Vänernsee silbern im Sonnen- alanz. Vera Verries hielt einen Augenblick an. Der See sah aus wie ein großer Riß, ber in bie grüne Erbe hineingepflügt worben wäre. Sie mußte an bie Sage aus der norbifdjen Mythologie benfen, die sich an den See knüpfte. Der schwedische König Gilse hatte der Gottm Gefion versprochen, daß er ihr ein so großes Stuck Land überlassen wollte, wie sie im Lause eines Tages unb einer Nacht aus schwedischer Erbe her- au^upllügcn imstande wäre. Eie n-rwand- baroufhin ihre nicr Sahne in Stiere, spannte st- • vor ben Pflug und pflügte Seeland aus der Erbe Schwebens. So entstanb ber Vänernsee. . Weiter raste der Wagen an ben Ufern des Sees alle bie Aufgaben zu erfüllen, die der Führer feinem Volke stelle. Auf biefcm Wege werde es auch möglich fein, durch den Einsatz aller Kräfte m den deutschen Universitäten unserer Jugend Musteranstalten für die Ausbildung zur Verfügung zu stellem Unter dem Beifall der Festversammlung erklärte der Gauleiter sodann, Partei, ötaat und Stadt Gießen würden in engem Zusammenwirken die Aufgaben der Universität Gießen auch weiterhin stützen unb förbern. Darüber hinaus habe auch bie Gießener Hochschulgesellschaft mit ihrer Arbeit eingesetzt, die sich allmählich immer mehr ausmirfe. Er rief bnher alle zur Mithilfe m ber Hochschul- gesellschaft in Betracht kommenben Volksgenossen, Unternehmungen usw. auf, an bieser ^"^ouarbeit mitzuwirken. Wenn so alle zusammenstehen und zusammenarbeiten, bann werbe auch unsere Jugend von bem Schwung beseelt sein, ben sie brauche, um einst ihre Aufgaben erfüllen zu können; bann werde Reichsbozentenführer Ministerialbirektor Professor Dr. Schultze, München, bei seiner Rebe. (Aufnahmen f3j: Enke, Gießen.) auch dem Lehrkörper alles an bie Hanb gegeben werben können, was er zur Erfüllung ferner For- fchungs- unb Lehraufgaben brauche. Mit befonberem Stolz betonte ber Rebner, bah dieser Auf- unb Ausbau gerabe jetzt im Kriege geschaffen würbe, in einer Zeit, in ber unser Volk alle seine Kräfte anspannen müsse, um seine äußere Freiheit enbgültig zu erringen unb auf bie Dauer zu sichern. Wo sei ein anberes Volk in ber Lage, m einem Ringen, bas bes Einsatzes ber besten Kräfte bebürfc, zugleich noch im Innern seine Aufbauarbeit so stark zu gestalten unb praktisch voranmarschieren zu lassen? Gewiß, ber Friebe sei noch Nicht wieber hergestellt. Wer aber die militärische Lage richtig betrachte unb bazu sich noch im besetzten Gebiet umsehen könne, ber sei über bas Enbe bes Krieges völlig im klaren. Wir alle könnten das beglückende Gefühl haben, baß wir über ben Sieg in biefem Kriege überhaupt nicht mehr zu reden brauchen. Der Führer habe feinem deutschen Volke ben Sieg bereits errungen, und jetzt gelte es, einen siegreichen Frieden zu sichern, einen Frieden, ber es allen Feinben Deutschlanbs für immer unmöglich mache, gegen unser Volk wie- ber einen Krieg anzuze11eln. So sei auch bieser Weiheakt ber Universität Gie- ßen ein Zeichen für bie rounberbare Kraft bes deutschen Volkes. Er übergebe hiermit diesen Umbau als Erneuerungswerk für bie Universität Gießen der Oesfentlichkeit in bem stolzen Bewußtsein daß bamit ein wertvoller Beitrag geleistet worben sei zu dem herrlichen Aufbauwerk unseres Führers Aböls Hitler: ber WieberaufrichUiNZ^Deutschlanbs^^er In dem Mann hatte sich eine seltsame Wandlung vollzogen. Sein Gesicht war blaß unb unbeweglich töte eine Maske. „Du bist sehr freunblich", sagte er kalt. Vera schnitt bieser Ton ins Herz. Hätte er geschrien, getobt, dann wäre alles gut gewesen. Nun hatte sie das Gefühl, als sehe er vollkommen über sie hinweg, als spreche er zu einer fremden Dame in einer gleichgültigen Gesellschaft. Alle Wege waren «bgeschnitten. „Ich bin nicht freundlich, ich bin wütens", sagte sie schluchzend und verstaute ihre Sachen in das Boot. „Ich wollte, ich hätte dich und deine Hütte nie gesehen." „Du sprichst mir aus der Seele." Er hatte seine Angel hervorgeholt, prüfte den Korken und warf den Haken in weitem Bogen in den See. Vera stand einen Augenblick sprachlos Dann lief sie zu ihm hin, riß ihm die Angel aus ber Hand, zerbrach sie in kleine Stücke, warf sie ins Wasser, sprang ins Boot und paddelte mit schnellen Stößen davon. Der Mann stand starr und sah ihr nach, als sie, ohne sich umzublicken, davonfuhr. „Verlieb dich nicht am Siljansee!" fagte er laut vor sich hin. Dann ging er in die Hütte, um sich eine neue Angel zu holen. 11. Kapitel. Der große Luxuswagen brauste von Marne die breite Touristenstraße entlang nach Wermland. Vera Verries saß am Steuer, und das Tachometer stieg und stieg. Sie fuhr, als wolle sie vor ihren eigenen Erinnerungen fliehen. Zum letztenmal schimmerte der Siljan silbern hinter den Hügeln. Sanfte Waldwege nahmen Vera auf, und kühle Waldluft strich über die heiße, schmerzende Stirn. Die sanfte, liebliche Landschaft tanzte an ihr vorbei, weich und anmutig, als wollte sie zum Bleiben einlaben. Für sie gab es vorläufig kein Bleiben und keinen anderen Freund als ihren Wagen, der ihr den Rausch ber Geschwindigkeit schenkte und die Eroberung der blauen Ferne. _ Sie macht? Pläne. Von Göteborg aus, wenn sie ben Jahresbericht über bas erste Jahr seines Rek- torats, das von starkem nationalsozialistischem Aufbauwillen und einer großen Reihe von Erfolgen gekennzeichnet war. Nach herzlichem Willkommen- grüß an den Gauleiter, der als Führer der Partei im Gau Hessen-Nafsau und als Reichsstatthalter in Hessen die Neuweihe des Universitätsgebäubes persönlich vornahm, unb an alle übrigen Ehrengäste gab ber Rektor zunächst einen kurzen Rückblick auf die großen Schwierigkeiten, die er bei ber lieber- nähme seines Amtes vor einem Jahr oorfanb, bie ober in tatfroher Arbeit gemeistert werben konnten- Jetzt konnte er dem Gauleiter melben, baß der Geist in der Universität Gießen dem Geist des Gauleiters entspricht, zugleich konnte er bem Gauleiter herzlichsten Dank abstatten für die vielfache und vielfältige Hilfe, die er bisher der Universität Gießen cmgebeihen ließ und durch die es vor allem nur möglich war, in diesem ersten Jahre des Rektorats Kranz so erfolgreiche Aufbauarbeit zu leisten. Dann erinnerte der Redner daran, daß ein Teil der Universitätsbauten auch im verflossenen Jahre trotz des Krieges fortgeführt werden konnte, ein zahnärztlich^ Institut geschaffen wurde, das tal- mudische T als Wahrzeichen ber Universität mit einhelliger Zustimmung bes Gesamtsenats beseitigt unb dafür als neues Universitätswappen bas alte Wappen des hessischen Löwen gewählt werden konnte, wobei die Stabt Gießen die Voraussetzungen dafür schuf, daß diese Aenderung mühelos möglich war. Das jahrhundertealte Siegel mit dem Kopf bes Uni- verfitätsgrüirders ist jeboch beibehalten worben. Die __________leiter, rechts ber Rektor Professor Dr. Kranz.■— Die feierliche Neuweihe des Gießener Universitätsgebäudes brachte unserer Alma mater Ludo- viciana am Samstag und am gestrigen Sonntag eine Reihe von Höhepunkten des geistigen Erlebens, die in der Erinnerung der Teilnehmer noch lange lebendig bleiben werden. Den Auftakt bildete am Samstagvormittag um 11.15 Uhr der Festakt in der vollbesetzten Aula in Gegenwart des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger und zahlreicher weiterer Ehrengäste von Partei, Staat unb Wehrmacht, Ehrengäste aus dem Kreise ber Freunbe unserer Universität unb ber Gießener Bevölkerung, sowie der Angehörigen ber Hochschule. Die Feierstunbe würbe von bem stäbtifchen Orchester unter Leitung von Professor Dr. Temesvary mit dem Spiel der Akademischen Festouvertüre von Brahms eingeleitet. Dann erstattete Se. Magnifizenz der Rektor Pros. Dr. H. W. Kranz Kundgebung am Sonntagabend liche Schluß des Abends. Aus -er Stadt Gießen | ** Ein Einundachtzigjähriger. Am morgigen Dienstag, 5. d. M., begeht der Hausmeister i. R. Wilhelm D e ch e r t, Horst-Wessel-Wall 46, Erfolge der nationalsozialistischen Weltanschauung und damit auch des Rassegedankens Hinweisen konnte. Er wies in diesem Zusammenhang die Unsinnigkeit der von demokratischen und anderen Ideen vertretenen Auffassung Mensch gleich Mensch nach, und stellte demgegenüber die hohen Werte der Einzelpersönlichkeit, ihrer Leistungshohe und chrer Erbwerte heraus. Ueberzeugend machte er die ungeheure Stärke des von der Idee des Führers geschaffenen deutschen Sozialismus sowohl für das Leben der Gemeinschaft, als auch für die Einzel- Ehrung eines früheren Gießener Gelehrten. Don der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der emeritierte Pro- fesi'or Dr. phil. Dr. med. h. c. Rudolf Herzog wurde durch die Bayerische Akademie der Wissenschaften in ihrer Sitzung vom 15. Juni 1940 zum ordentlichen Mitglied gewählt. Die Wahl ist vom Herrn Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung bestätigt worden. Führerscheine für landw^rischastliche Schlepper ohne pol»zeiprüfung eigentlichen Krankheiten sind. Reben der richtigen Zielsetzung ist die Schulung des Selbstvertrauens nötig, um eine gesunde Leistung zu erzielen. Störungen werden um so leichter überwunden, je früher der Mensch lernt, mit ihnen fertig zu werden. Hierbei ist die Erziehung in der Hitler-Jugend, im Reichsarbeitsdienst und in der Wehrmacht entscheidend. Wesentlich ist aber auch die gesunde geistige Leistung. Der geistig starke Mensch ringt um die Erfüllung des unbedingten Sittengesetzes. Zahlreiche Abwandlungen ergeben sich aus diesem Kampf um die innere Selbstbehauptung. Der Vortragende ging dann ausführlich auf den Niedergang des deutschen Idealismus in der Systemzeit und auf den erneuten Aufstieg dieser Geisteshaltung in den letzten Jahren und besonders während des gegenwärtigen Krieges ein und besprach die Voraussetzungen für die Erhaltung dieser Geisteshaltung. Neben der Staatsftihrung auf sittlicher Grundlage sei vor allem die selbstverantwortliche Leistung nötig, welche durch die Uebertragung der Autorität vom Familienvater auf den Staat in den letzten Jahrzehnten wesentlich eingeschränkt wurde. Andererseits bringt die Abwandlung des technischen Zeitalters eine Ausgliederung zahlreicher selbstverantwortlicher Leistungen mit sich. Die nationalsozialistische Losung vom Blut und Boden gibt dem einzelnen seinen individuellen Stand bei blut» mäßiger Verflechtung im ganzen Volk und die Bin« düng der sittlichen Regungen in der Kulturgemein, schajt des deutschen Dolles. Dm Abschluß bildete die des Deutschtums für Europa ist ebenso entschieden, wie die Frage der politischen und wirtschaftlichen Führung. Auch der geistige Sieg wird unser sem. Glauben und Geist des ewigen Deutschen aber ist verkörpert in der Person des Führers, dem auch nur deshalb die Schaffung des Reiches gelang. Mehr aber als von der Sicherung der Macht ist der Ewigkeitsbestand dieses Reiches abhängig von der ewigen Lebendigkeit und Kraft der geistigen Stärke des germanisch-deutschen Menschen. Adolf Hitler verwirklichte die Sehnsucht unserer Ahnen und übergibt sein Wörk dem ewigen Strom deutschen Blutes, unseren Kindern und Kindeskindern, als Geschenk und Erbe. Wir alle aber wollen uns glücklich schätzen, daß wir bisher schon unserem Führer haben helfen können am Bau dieses ewigen Reiches. Wir «wollen geloben, an seinem Ausbau auf dem uns übertragenen Gebiet weiterzuarbeiten mit aller Kraft, auf daß einstmals vor der Geschichte nxben dem deutschen Schwert bestehen wird deutscher Glaube und deutscher Geist." Professor Dr. Haas, Gießen, Gründung der WHenschastüchen Akademie des ASD-Dozentendlmdes. seinen 81. Geburtstag. Wir gratulieren! ** Verkehrsunfall. Am Samstagabend wurde ein Beamter der hiesigen Hilfspolizei in der Dunkelheit von einem Straßenbahnwagen im Wie- fecker Weg angefahren und schwer verletzt. Der bedauernswerte Mann mußte von der Sanitätsbereitschaft des Roten Kreuzes mit einem schweren Schädelbasisbruch in bedenklichem Zustande der Klinik zugeführt werden. ** BDM.-Werk-Gruppe 1/116 (Süd). Dienstag, 5. November, Antreten am Möserheim, Seltersweg, um 20 Uhr, zu>m monatlichen Gruppen« gcmeinschastsabend. Alle Beurlaubungen fallen an diesem Abend fort ** Von der Deutschen Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, wird in Gießen- Wieseck in der Wilhelm-Gustlvfs-Schule, Gießener Straße, ab Mittwoch. 6. 11., eine Lehrgemeinschaft in Kurzschrift für Anfänger durchgefuhrt. Interessenten wenden sich zwecks Auskunft an die Kreis- waltung der DAF. oder Ortswaltung in Gießen» Wieseck, Pg. Loose. dachte. Einleitend hob der Redner hervor, daß mir heute im Reiche Adolf Hitlers die Erfüllung der Sehnsucht aller Deutschen erleben. In unserer Zeit vollziehe sich auch die große geistige Wandlung der Weltordnung, denn in diesem Kriege gehe es nicht allein um die Sicherung der materiellen Existenz unseres Volkes, sondern die neue Weltanschauung führe auch eine neue Wissenschaft zum Sieg über die wirklichkeitsfremde Wissenschaft der wissensarmen Völker demokratischer Prägung. Der deutsche Wissenschaftler sei schon vor Beginn der großen Auseinandersetzung der geistige Soldat des Führers gewesen, und so war auch der Beginn des Krieges für die Wissenschaftler der Aufruf zum Marsch in die Entscheidung. Auch heute rasten die deutschen Wissenschaftler nicht, in unablässiger Arbeit suchen sie sich der Heldentaten ihrer Kameraden an der Front würdig zu erweisen, so daß in der revolutionären Gewalt der neuen Wissensmacht unseres Volkes die „Universalität" der heterogenen Geistesmächte unserer Gegner dahinschwindet | Der Redner ging dann auf die Arbeit des NSD- Dvzentenbundes ein und betonte, daß der erste Abschnitt der Erneuerunqsavbeit an den Hochschulen gekennzeichnet sei durch die Gewinnung der kämpferischen und schöpferischen Menschen an den einzelnen Hochschulen. Der zweite Abschnitt dieser Entwicklung führte dann zu der Ausrichtung der kleinen Gemeinschaften an den einzelnen Hochschulen auf das gemeinsame Ziel aller deutschen Wissenschaftler. So seien die Wissenschaftlichen Akademien des NSD. - Dozentenbundes die entscheidenden Kampfplätze der Revolution von Hochschule und Wissenschaft. Als zentralen Arbeitskörpern der Hochschulen obliege allen Akademien gemeinsam die Schasftmg einer echten Universitas und die einheitliche Grundausrichtung aller Fachwissenschaften durch den Einsatz der geballten Kraft, denn nur von innen heraus könne die deutsche Hochschule gewandelt werden. Der dritte Abschnitt der Geschichte des NSD.-Dvzsntenbundes wurde eingeleitet durch die 1. Reichstagung der Wissenschaftlichen Akademien in München im Sammer 1939. Kennzeichnend für diese Etappe sei im besonderen die Ausrichtung der wissenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit der Dozenten auf die lebenswichtigen Aufgaben unseres Volkes. Der Redner gab bann seiner Freude darüber Ausdruck, die Wissenschaftliche Akademie an der Ludwigsuniversität in Gießen eröffnen zu können, und schloß den Wunsch an, daß die bisherigen Anfänge revolutionärer Hochschultätigkeit auch in Gießen zu einem vollen Erfolg fiihren möchten. „Nicht nur für die deutsche Wissenschaft", so fuhr der Redner fort, „bedeutet die völkische Erneuerung durch den Nationalsozialismus die größte Befreiungsaktion in der Geiftesgefchichte. Durch die Säuberungsaktion der nationalsozialistischen Führung ist das deutsche Volkstum von den kulturlosen Geistesbarbaren erlöst worden. Heute schreiten wir in dem großen soldatischen und politischen Ringen über die Grenzen des Reiches hinaus in ein Stadium der Weltentscheidung. Die Frage der geistigen Führung NSG. Der Besitz des Führerscheins der Klasse 4 ist Voraussetzung, um einen landwirtschaftlichen Schlepper zu fahren. Die Erlangung des Führerscheins stellt sich mancher im Landoalk schwieriger vor als das der Fall ist. Immerhin hat das Dor- urteil dazu beigetragen, daß der eine oder der andere sich gar nicht erst um die Ausstellung der Genehmigung bemühte. Das wirkt sich jetzt, da jede fachkundige Arbeitskraft besonders notwendig ist, recht unvorteilhaft aus. Um so erfreulicher ist es, daß der Reichsoerkehrsminister jetzt unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Lage der deutschen Landwirtschaft Erleichterungen für die Erlangung des Führerscheines bewilligt hat. Seine (im Reichs- oertehrsblatt B 1940/256 veröffentlichte) Anordnung betagt, daß bei Anträgen auf Erteilung des Führerscheines der Klasse 4 von einer Prüfung durch die Polizeibehörde abzusehen ist, wenn der Antrag- toller einen landwirtschaftlichen Schlepper führen oll. Damit nun aber nicht gänzlich Ungeübte das tählerne Roß besteigen und den Verkehr und sich elbst gefährden, wird von dem Antragsteller verlangt, daß er sich über die Verkehrsvorschriften unterrichtet und seine Kenntnisse durch eine Prüfung des der für seinen Wohnsitz zuständigen Motorstandarte des NSKK. nachweist. Den Erfolg der Prüfung bestätigt das NSKK. und auf Grund der vorgelegten Bescheinigung erteilt die Polizeibehörde ohne weiteres den Führerschein der Klasse 4. Die Er- leichterung bleibt bis Kriegsende in Kraft. Bornotizen. Tageskalender für Montag. Gießener Konzertring: 19.15 Uhr im Stadttheater Orchefterkon'zert. — Gießener Universitätswoche 1940: 15 Uhr Leibesübungen der Studenten; 20 Uhr in der Großen Aula Gastvortrag des Generals der Ar- tillerie von Metzsch „Zeitgemäße wehrpolitische Betrachtungen". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Fräulein von Darnhelm". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Herr im Hause". Ortszeit für den 5. November. Sonnenaufgang 8.29 Uhr, Sonnenuntergang 17.47 Uhr. — Mondaufgang 13.48 Uhr, Monduntergang 23.03 Ufo Am gestrigen Sonntagvormittag fand in der Großen Aula in Gegenwart des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger und des Reichsdozentenführers, Ministerialdirektor Professor Dr. Schultze, München, sowie zahlreicher weiterer Ehrengäste von Partei, Staat und Wehrmacht und von Freunden der Universität die feierliche Gründung und Eröffnung der Wissenschaftlichen Akademie des NSD.-Dozentenbundes an der Universität Gie- ^Nachdem das Streichorchester des städtischen Orchesters Beethovens 1. Satz aus dem Streichquartett op. 18 in r-dur zu Gehör gebracht hatte, begrüßte der Rektor mit besonderer Freude den Gauleiter und den Reichsdozentenführer, ferner alle übrigen Gäste. Dann sprach der ReichsdozeulNisührer profeffor Dr. Schultze, München über „Hochschule und Wissenschaft im Großdeutschen Reich", womit er die wissenschaftliche NSDDB.-- Akademie Gießen eröffnete und zugleich des fünf- jährigen Wirkens des NSD.-Dozentenbundes ge- Welt tie nach unserer nationalsozialistischen Welt- anschauung auf der Grundlage des Gesetzes von Blut und Rasse geschaffene neue sinnvolle Ordnung als fruchtbaren Boden für die glückliche Aufwärtsentwicklung unseres Volkes gegenüberstellte. In diesem Zusammenhänge ließ er die Hörer die Er- ziehungs- und Führungsleistung des National- ftzialismus kraft der Volkwerdung aller Menschen deutschen Blutes klar erkennen, woraus sich auch für die Einzelpersönlichkeit und ihr Wirken im Rahmen der Gemeinschaft klare Folgerungen ergeben; fo nannte der Redner u. a. als unlösbare V^rpststy' tun'g jedes einzelnen deutschen Menschen seine Zugehörigkeit zur Sippe und die verpflichtende Aufgabe, seine und damit der Sippe Werte von Geschlecht zu Geschlecht weiterzureichen; dem Recht auf Arbeit stellte er als gleichverbindlich für jeben einzelnen die Pflicht zur Arbeit an die Seite; und schließlich betonte er die unabdingbare Aus- gäbe, alle charakterlichen Werte des einzelnen m der Gemeinschaft zum höchsten Einsatz zu bringen zur Erhaltung der Gemeinschaft Volk. Nach kurzer Betrachtung einiger grundlegenden Positionen des Faschismus und des Nationalsozialismus und deren Macht- und Raumposition lehnte der Redner eine Wiedererstehung etwa des früheren „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation ab und stellte demgegenüber die Forderung nach dem Germanischen Reich deutscher Nation auf, womit auch die Grenzen zwischen den Mächten der Achse als klar abgesteckt gelten können. Unter diesen Gesichtspunkten einer neuen Gestaltung in Europa ergab sich die Erkenntnis, daß eine wahrhaft euro- päische Ordnung nur dann möglich ist, wenn der europäische Raum unter deutscher Führung steht, und schon in wenigen Jahren werde nicht derjenige ein Europäer sein, der in Paris gewesen ist und französisch spricht, sondern derjenige, der deutsch spricht und die deutsche Kultur kennt. Damit solle aber nicht eine deutsche Herrschaft, sondern eme deutsche Führung nach einem neuen geistigen Gesetz und der neuen Gemeinschaftsidee proklamiert werden, wie wir sie in der Idee des Reiches als maßgebende Grundlage erkannt und schätzengelernt haben. Adolf Hitler als Schöpfer dieser Weltanschauung werde auch die neue europäische Ordnung schaffen, und in diesem großen Wirkungskreis werde unser Reich bestehen als das Reich der Ehre, der wahren Freibeit und der Gerechtigkeit. Die Hörer dankten dem Redner mit starkem Beifall. über die Hochschulgesellschaft gemacht wurden, hat Fabrikant Dr. Leitz (Wetzlar), ebenfalls über die Gießener Hochschulgesellschast, dem Kunstwlssen- sch östlich en Institut einen kleine« Brldpro^ktlons- apparat als Geschenk übermittelt. Oie Stiftungsurkunde der Stadt Gießen. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat sich entschlossen, mit Genehmigung des Herrn Reichs- statthalters und Gauleiters Sprenger der Ludwigs« Universität zu Gießen zum Zeichen der engen Verbundenheit und um der Größe der Gegenwart sichtbaren Ausdruck zu geben, das Vorlefungsgebaude im Innern neu zu gestalten, einen Empfangs- und Senats-Sitzungssaal auszubauen und eine UntDer- sitäts-Diele für die Studierenden zu schaffen. Gleichzeitig werden die für diese Räume erworbenen Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände ber Ludwigs-Universität mit dem heutigen Tag übereignet A .. Damit soll der Universität der Dank der Stadt Gießen für die jahrhundertelange gedeihliche Zusammenarbeit abgestattet werden mit der gleichzeitigen Versicherung, auch fernerhin mit allen Kräften für sie eintreten zu wollen. Gießen, den 2. November 1940. gez. Ritter Oberbürgermeister und Ehrenfenator der Ludwigs-Universität Der gestrige Sonntagabend vereinigte wiederum in der Großen Aula eicke-außerordentlich starke Zuhörerschaft zu dem Vortrag des Leiters des Raffenpolitischen Amtes der NSDAP., Oberdtenstleiters profeffor Dr. Groß, Berlin, über das Thema „Raffe und Weltbild". Nach den Grußworten des Rektors, Professor Dr. Kranz, an den Redner und die vielen Besucher gab Professor Dr. Groß in seinen fesselnden Darbietungen einen umfassenden Ueberblick über die Bedeutung des Rassegedankens und das unter diesem Gesichtspunkt geformte Weltbild. Er gliederte seine Ausführungen in zwei Gruppen, deren erste der Auswirkung des Raffegedankens auf die Betrachtung und das Verständnis der Gemeinschaften, in denen der Mensch lebt, geschichtlich und gegenwärtig-politisch gesehen, abgestellt war, während die zweite Gruppe der Auswirkung des Rassegedankens auf das Bild und die Haltung des einzelnen Menschen selbst sich bezog. Ueberzeugend machte der Redner die weittragende Bedeutung des Rassige- dankens bis in die vielfältigsten Verästelungen des Lebens ber Gemeinschaften unb ber einzelnen Men- scheu klar, er nahm zugleich auch entschieden «Stellung gegen den Vorwurf, daß der Rassegedanke ehrfurchtslos fei und stellte vielmehr überzeugend das Gegenteil klar. Wie sehr die Auffassungen und Begriffe draußen in anderen Ländern sich wandeln, machte er u. a. daran klar,'daß er betonte, wie sich immer mehr die einftigen Künder der internationalen Gedanken zum Verfechter nationaler Gesichtspunkte entwickeln und damit den Nationalstaat proklamieren. In fesselnden Darlegungen beschäftigte sich der Redner dann mit der Stellung der Gemeinschaft des eigenen Volkes unter rassischen Gesichtspunkten, wobei er die völlige Fruchtlosigkeit der vor 1933 bei uns geltenden politischen Gedankenwelt bewies und im Gegensatz dazu auf die außerordentlich großen Eine (Stiftung für die Universität. Anläßlich der Universitätsfeier hat die Gießener Hochschulgesellschaft der Universität eine Stiftung von 1 0 000 RM. überwiesen, die dem Rektor zur freien Verwendung zur Verfügung sicht. Außer einer Reche anderer Zuschüsse und «Stiftungen, die für die Zwecke der Universität Persönlichkeit klar. Wie stark das auch vom Raffegedanken geformte neue Denken und politische Bild des einzelnen Menschen sich zum besten der Gemeinschaft auswirkt, machte der Redner u. a. durch den Hinweis auf die großartigen Ergebnisse der Opferspenden für das WHW., die NSV. oder anderer der Gemein- schäft dienender Zwecke deutlich. In diesem Zusarn- menhang stellte er auch den weitreichenden Wandel der charakterlichen Haltung der deutschen Menschen, wobei er u. a. auf die neue Einstellung unseres Volkes zu den Erfordernissen des Aufbaues unserer Gemeinschaft auf dem Wege ber Bevölkerungsver- mehrung hinwies unb babei ben Wert des Einzelmenschen als Persönlichkeit kennzeichnete, der die Entfaltung seiner Kraft als Aufgabe, Pflicht und Recht anfehe. Er warnte aber auch davor, die Em- zelpersönlichkeit zu überschätzen und sie etwa vor den Wert der Gemeinschaft stellen zu wollen. Dabei hob er hervor, daß jedes persönliche Wirken immer nur ein Teil des Ganzen darstelle und so zu einem allerdings wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft werde. Am «Schlüsse seines eindrucksvollen Dor- träges wies er auf das große Vorbild des Führers hin und forderte alle Volksgenossen auf, nach diesem Beispiel sich auszurichten und zu leben unb so un- fer Reich zu einer Heimat zu gestalten, in der sich alle innerlich zu Hause und wohlfühlen. Dem außerordentlich starken Beifall unb bem Dank bes Rektors an den Redner folgte der üb- B. ber Leiter des Amtes Wissenschaft des RSD.- Dozentenbundes Gießen, hielt anschließend die Fest» rede, die den Beziehungen seines Fachgebietes, der Hygiene, zu den Geisteswissenschaften galt. Die Lehr- und Fovschungsaufgaben der Hygiene (Gs- sundheitswissinschaft) umfassen dieSchadenverhütung und die Leistungssteigerung. Während die «Schaden- Verhütung eine Ausgabe des Staates ist, der durch Gesetze die von außen austretenden Schädlichkeiten bekämpft, ist die Leistungssteigerung eine erzieherische Ausgabe der Partei, die ben einzelnen dem Gebot unterwirft, eine gesundheitlich richtige Lebensfüh- rung einzuhalten. Die letztere Aufgabe tritt in der Gesundheitspolitik immer mehr in den Vordergrund. Manche Aufgaben lassen sich überhaupt nur durch die Erziehung und burd; bie Gestaltung der öffentlichen Meinung lösen. Beispielsweise ist die außerordentliche Herabsetzung der Säuglingssterblichkeit die öilge einer anhaltenden Müttererziehung. Der Kampf gegen den Genußmittelmißbrauch wird ebenfalls auf diesem Wege fruchtbar sein. Das bekannte I Alkoholverbot in den Vereinigten «Staaten scheiterte 1 )aran, daß die öffentliche Meinung dagegen stand, die stärker war als das erlassene Gesetz Hier liegen die Beziehungen der Hygiene zur Pädagogik und zur Ethik, denn die Gesundheitserziehung verfolgt zugleich eine sittliche Zielsetzung. Die Beziehungen zur Seelenkunde ergeben sich aus der Tatsache, daß neben den körperlichen die seelischen «Schäden von nachhaltiger Bedeutung sind. Für die seelische Gesunderhaltung handelt es sich um die Bekämpfung der seelischen Leistungsstörungen, die noch keine Sicherung der deutschen Größe und seiner Machtstellung in der Welt. Dem stürmischen Beifall der Festversammlung zu der Rede des Gauleiters folgte der Schluß der Feierstunde in der üblichen Weise. Besuch im zahnärztlichen Institut. Am Samstagnachmittag folgte eine Besichtigung bes im Hause Wilhelmstraße 14 neuerrichteten zahnärztlichen Instituts der Universität. Kundgebung am Samstagabend Der Samstag schloß mit einer öffentlichen Kundgebung ber Universität in Gemeinschaft mit Partei und Wehrmacht in der Großen Aula. Als Redner des Abends sprach der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP. Hauptbefehlsleiter Schmidt über das Thema: „Die nationalsozialistische Weltanschauung schafft eine neue europäische Ordnung". In fesselnder Weise gab der Redner seinen mit großer Spannung lauschenden Zuhörern ein aufschlußreiches Bild von der neuen deutschen Führungs- und Ordnungsaufgabe auf dem europäischen Kontinent. Er umriß zunächst die grundlegenden Voraussetzungen für unsere Forderungen, die er durch treffende Beispiele aus der deutschen Geschichte belegte unb in einem geistig interessanten Brückenschlag bis zu unserer Zeit wirkungsvoll ergänzte. In diesem Zusammenhänge wurde den Hörern überzeugend bargelegt, welche weitreichende Bebeutung die Bewegung Adolf Hitlers schon in ihren ersten Anfängen gegen bas System von Versailles hatte, wie schon damals ber Führer als Protestierender eine grundlegende Aenderung ber Welt anbahnte, die schließlich zu bem großen Aufbruch unseres Volkes führte. Die revolutionäre Proklamation ber vom Führer verkündeten Gemeinschaftsidee hat denn auch nicht nur die Fehlkonstruktion ber Weimarer Republik unb Versailles, sondern die ganze demokratische Ideenwelt zum Einsturz gebracht und in unserem Reiche die Idee des Blutes und ber Rasse zum maßgeblichen Gesetz bes Lebens aller Volksgenossen erhoben. Diesen Wandel der Dinge beleuchtete der Redner dann in vielseitiger und interessanter Weise, wobei er die geistige Brüchigkeit der alten politischen Ideen klar erkennen ließ und jener dahingesunkenen Beziehung zur Aesthetik, indem die Kunstbetrachtung die geistige Erholung und Lösung von der Spannung zweckgerichteten Denkens darstellt. Oer Rektor profeffor Or. Kranz übernahm nunmehr die Akademie in den Arbeitskreis ber Universität und verkündete anschließend das wissenschaftliche Arbeitsprogramm dieser neuen Einrichtung. Ausstellung »LandschastSgebundene Wissenschaft". Am Sonntagnachmittag war die Ausstellung des Gießener NSD.-Dozentenbundes „Landschaftsgebundene Wissenschaft" in der Kleinen Aula der Universität das Ziel zahlreicher Interessenten, tue ber esselnden Schau ihre Aufmerksamkeit zuteil werden ließen. Wir werden auf diese Veranstaltung noch zurückkommen. Deutsche Niederlage in Agram. Jugoslawien schlägt Deutschland 2:0 (1:0) Im vierten Fußballändertreffen zwischen Deutschland und Jugoslawien, das am Sonntag vor 25 000 Besuchern in der kroatischen Hauptstadt Agram vor sich ging, ist der deutschen Elf die Vergeltung für die im Frühjahr in Wien erlittene 1:2- Niederlage leider nicht gelungen. Die Gastgeber behielten vielmehr mit 2:0 (1:0) Toren die Oberhand, so daß jetzt zwei deutschen Siegen auch zwei jugo- slawische gegenüberstehen. Obwohl an der Berechtigung bes jugoslawischen Sieges an sich nicht gerüttelt werden kann, muß erwähnt werden, daß die Schickt 3Uuftrierte an die Front! Der Frontsoldat wird dafür dankbar sein. deutsche Elf insofern geschwächt war, als der Stuttgarter Sturmführer Conen wegen einer Verletzung nicht mitspielen konnte und ber umgestellte «Sturm mit Zwolanowski als Rechtsinnen keine Wirkung zu erzielen vermochte. Dazu kam noch, daß der kleine Platz feine Tücken hatte. Insgesamt darf gesagt werden, daß die deutsche Nationalelf ein recht schwaches Spiel lieferte und vor allem im Sturm stark enttäuschte. Die Jugoslawen hatten eine sichere Abwehr (Glaser!) und einen gefährlichen Sturm. Die Tore schossen Bozovic in der 44. und Nmev, mandc in der 63. Mimte.