Donnerstag, Juli MV Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/2Uhr des Vormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel ö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/» mehr 190. Jahrgang Nr. 156 -4^W 9 « Gießener Anzeiger von einzelnen Nummern o?t f ^ecf ^16 8 e‘ a n f f ? .»sx.., General-Anzeiger für Oberhefsen «i-tzen^Sch«lftr-tze7-4 plutokratische Kriegsmacher am Pranger. Die Geheimakten des französischen Generalsiabs enthüllen die Angriffspläne in Skandinavien und im Kaukasus. Dieser Krieg hat Enthüllungen über Enthüllungen gebracht, sie werden aber sämtlich übertroffen durch den Fund der politischen Geheimakten des französischen General st abes in dem Städtchen La Charite. Mitleidlos werden diese Akten, die in einem halb verbrannten Eisenbahnzug entdeckt wurden, das heuchlerische Spiel der Westmächte entlarven. Schon die erste Serie bringt es ans Sonnenlicht, was die englischen und französischen Generalstäbe im Dunkel gesponnen, wie sie alle Welt in den Krieg zerren wollten, um die unmoralische Hungerblockade gegen Deutschland zu ergänzen durch eine „front d’usure“, durch eine „Abnutzungsfron t", wobei bezeichnend bleibt, daß- für diesen Abnutzungskrieg nicht England und Frankreich in erster Linie ihre Haut zu Markte tragen sollten, sondern alle bisherigen Neutra- l e n von Skandinavien bis zum vorderen Orient. Dann, nachdem Deutschland so eingekesselt und auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen beschäftigt und geschwächt worden wäre, sollte dem entnervten Reich der Todesstoß versetzt werden, ohne großes Risiko der Chamberlaim Eden, Churchill, Reynaud, Daladier und Genossen. Dieser teuflische, nicht nur gegen Deutschland, sondern gegen ganz Europa gerichtete Plan ist durch den Führer und seine Wehrmacht zerrissen worden. Immerhin: Die Welt wird jetzt erkennen, wo die Krie g mach e r saßen und zu welchen Schurkenstreichen sie bereit waren. Die Ergänzung der erhofften Wirkungen der Hungerblockade durch kriegerische Maßnahmen gegen die Nationen, die Rohstoffquellen für uns besaßen, sowie durch deren erzwungenes militärisches Eingreifen sollte auf allen europäischen Fronten vor sich gehen. Gleich das Dokument 1, das Telegramm des Generals Weygand, des ehemaligen Chefs der französisch-englischen Orientarmee, beweist die Absicht, einen Völkerbrand i m östlichen Teil des Mittelmeeres von Syrien bis nach Baku und Batum in Südrußland zu entfesseln. London hatte Anweisung gegeben, die russischen Oelquellen von Baku und Batum in Brand zu stecken, und General Weygand hatte dazu die Erlaubnis gegeben, die französischen Flugplätze, u. a. von Djezireh in Syrien, als Stützpunkte der englischen Luftflotte zu benutzen. Ferner sollten französische Offiziere mit englischen zusammen, als harmlose Oelschürfer zivilistisch getarnt, weitere Zwischenlandungsplätze in der Türkei erforschen. Dokument 3 vom 12. März 1940 gibt nähere Anweisungen Gamelins an Weygand, wonach die Türkei den Oberbefehl über die gegen Rußland angesetzten Kräfte im Kaukasus, England das Kommando über die im mittleren Orient stehenden Trupven erhalten sollte. Am 14. März berichtet der französische Botschafter in Ankara, M a s s i g l i, ein diplomatischer Maulwurf schlimmster Sorte, über eine Unterredung wegen des bevorstehenden Bombardements der russischen Erdölschätze mit dem türkischen Außenminister Saracoglu. Auch am 16. März — nach dem russisch-finnischen Waffenstillstand, der bereits am 12. März geschlossen wurde und in gewisser Beziehung einen Strich durch die plutokratiscken Kriegspläne zog, machte der Oberbefehlshaber der französischen Armee, G a - m e l i n , eine Aufzeichnung, Dokument 5, wonach die Verschärfung der Blockade gegen Deutschland nicht nur auf anderen europäischen Kriegsschauplätzen oder solchen, die es werden sollten, erfolgen müßte, sondern auch durch die Bombardierung südrussischer Petroleumanlagen. Zu diesem Zweck müßten die Alliierten in der asiatischen Türkei Stützpunkte haben, ferner sei eine Basis an den Ufern des Schwarzen Meeres zu schaffen, und wenn auch Italien hinderlich sei, so müßten diese Absichten doch ausgeführt werden. Dadurch würde Deutschland das Oel entzogen. Die folgenden Dokumente zeigen, mit welcher Hartnäckigkeit diese verbrecherischen Pläne ventiliert und vorbereitet werden. Ferner sollte Deutschland des schwedischen Eisens beraubt werden, und falls Norwegen und Schweden sich dem nicht fügten, solle ihr Seehandel gesperrt werden, als Präventivmaßnahmen (gegen Schwedens. Neutralität) seien Streitkräfte bereitzustellen! In' Ergänzung dazu gibt Dokument 2 vom 10. März, ebenfalls von Gamelin unterzeichnet, gewissermaßen eine Generalübersicht über die nordischen Pläne der Kriegsausweiter. Das Schicksal Finnlands war ihnen dabei völlig gleichgültig. Seit dem 26. Februar 1940 stand die erste Gruppe der französischen Streitkräfte, eine Alpenjäger-Brigade, für einen Handstreich auf Petsamo bereit, dem nördlichen Hasen Finnlands, der sich aber damals in der Hand der Sowjetrussen befand. Für die Landungsoperationen in Norwegen aber waren die Engländer verantwortlich, die die sog. Finnlandhilfe von vornherein nur als eine günstige Gelegenheit betrachteten, um ihren Hauptzweck, die Besetzung der skandinavischen Häfen und Erzgruben, zu erreichen. Weiter wird in. diesem Dokument ausgeführt, daß Norwegen und Schweden nur zehn, Jugoslawien, Rumänien, Griechenland und die Türkei aber 100 Divisionen gegen Deutschland aufbringen würden, und Gamelin setzte stolz hinzu: „Der Kriegsschauplatz würde in großem Maßstab erweitert." Schon diese ersten Dokumente ergeben ein eindrucksvolles Bild der politischen Ethik der Londoner Plutokraten, die Deutschland ohne eigenes Risiko strangulieren und durch Ausdehnung der Kriegs- t jchauplätze die Norweger und Schweden, Belgier und Holländer, Griechen, Rumänen, Jugoslawen und Türken ebenfalls ins Unglück stürzen wollten. Der französische Generalftab war Mitspieler der englischen Verbrecher, und mancher noch Regierende in den „neutralen" Staaten, der mit den Plutokraten im Bunde war, wird heilfroh sein, daß es ganz anders gekommen ist.. Man muß es sich einmal klarmachen, was es schon allein völkerrechtlich bedeutet, wenn die beiden Westmächte von Syrien über die Türkei hinweg durch Bombengeschwader die rumänischen Oelquellen sowie die Oelquellen in Baku zu vernichten gedachten: sie wollten also ein militärisch noch nicht am Kriege teilnehmendes, wenn auch mit ihnen verbündetes Gebiet, die Türkei, überfliegen, um im Hoheitsgebiet zweier fremder Mächte, mit denen sie in Frieden leben, riesige Zer- törungen zu verursachen, nur um Deutschland von der Oelzufuhr abzuschneiden. Dabei geht aus den aufgefundenen Dokumenten klar hervor, daß dieser verbrecherische Plan die volle Billigung der türkischen Regierung gehabt hat, deren Außenminister Saracoglu völlig bloßge- tellt ist. Es bleibt abzuwarten, was das türkische Rußlands Erdöl ui das Ziel der Kr Die Dokumente. I. Oberkommando des Operationsgebietes Ost-Mittelmeer. 7. März 1940 * Streng vertraulich! Abschrift. General Weygand an den Oberkommandanlen der Landstreilkräfte und Generalstabschef der Landesverteidigung. Der Luftmarschall Mitchell, Kommandant der Luftwaffe des mittleren Ostens, der heute in Begleitung des Generals Jauneaud auf der Reife nach Ankara nach Beirut kam, hat mir mitgeteilt, daß er von London Anweisungen betreffend die Vorbereitungen für die etwaige Bombardierung von Baku und Batum erhalten habe. Er hat mir feine Absicht eröffnet, den Marschall Cakmalk um die Erlaubnis zu bitten, Flugplätze erkunden zu lassen, die in den Räumen von Diabekir, Erzerum, Kars und des Pan-Sees als Zwischenlandeplätze für Flugzeuge dienen könnten, die ihre Hauptbasis in Djezireh hätten. Der Luftmarschall Mitchell hat mich um die Erlaubnis gebeten, unsere Flugplätze in Djezireh auszukundschaften, da die politische Lage des Irak, dessen Unabhängigkeit anerkannt ist, nicht gestattet, die Flugplätze dieses Hoheitsgebietes ohne die Gefahr vün Komplikationen zu benützen. Ich beehre mich, Ihnen zu berichten, daß ich dem Wunsch des Luftmarschalls nachgekommen bin. Die Besichtigung wird demnächst von britischen und französischen Offizieren, die beiderseits in Zivil auftreten werden, durchgeführt werden. Es wird dabei der Eindruck erweckt werden, daß es sich um Arbeiten betreffend die Ausbeutung der erdölhaltigen Schichten dieses Raumes handele. gez. Weygand. Streng vertraulich! 10. März 1940 Aufzeichnung über die Teilnahme franzöfifch-bri- lifcher Slreitkräfle an den Operationen in Finnland. Mit Beginn der Feindseligkeiten (30. Nov. 1939) zwischen Finnland und Sowjetrußland haben die französische und die britische Regierung ihren Willen zum Ausdruck gebracht, durch Lieferung von Hilfszeugmaterial und Waffen Finnlandwirk- fame und rasche Hilfe zu bringen. Die ersten Materialsendungen begannen am 20. Dezember. Das französische Oberkommando hat sich seinerseits unverzüglich damit befaßt, die Ansicht des Marschalls Mannerheim darüber in Erfahrung zu bringen, inwieweit, abgesehen von den Materiallieferungen und der Entsendung von Freiwilligen, die der Marschall schon gewonnen hatte, fran- Einige der an der Loire Volk zu dieser offenen Unterstützung der westmächt- lichen Verbrecherpolitik durch seine Regierung sagen wird. Auch bei diesen neuen Veröffentlichungen handelt es sich um Original-Dokumente mit den Unterschriften Gamelins, Weygands, Masiiglis usw. Mit wuchtigster Beweiskraft sind Frankreich . und vor allem England, der Spiritus rector aller dieser Pläne, als die gewissenlosesten Kriegsverbrecher der Welt nachgewiesen worden. General Gamelin hat hat ganz richtig geahnt, daß diese Dokumente in der Hand Deutschlands das schwerwiegendste Anklagematerial unter allen bisherigen Dokumenten darstellen würde. Die Dokumente sind nun wirklich „gegen die Alliierten ausgewertet" worden, alle Völker werden sich wohl oder übel mit den am Pranger stehenden Angeklagten und ihrem Rädelsführer England befassen müssen. Schwedens Erz zö fische Stre itkräfte bei den Operationen eingesetzt werden könnten. Zu diesem Zweck wurde Kommandant G a n e v a l zu dem finnischen Generalissimus entsandt. Er reiste am 20. Dezember 1939 aus Frankreich nach Helsinki ab und kam am 20. Januar 1940 zurück. Seit dem 16. Januar arbeitete das französische Oberkommando an dem allgemeinen Plan einer b e - waffneten Intervention in Finnland. Dieser Plan sah insbesondere die Landung all iierter Truppenkontingente in Petsamo vor. Gleichzeitig sollten gegebenenfalls vorsichtshalber die Häfen und Flugplätze der norwegischen Westküste in die Hand der Alliierten gebracht werden. Der Plan sah außerdem vor, daß auf Grund der einmal gewonnenen Ergebnisse die Operationen möglicherweise auf Schweden ausgedehnt und die Erzgruben von Gall-ivare; der wichtigen Quelle für die Erzzufuhr nach Deutschland, besetzt werden sollten. Durch diese Operation sollte gleichzeitig eine neue Verbindung über Narvik-Lulea geschaffen werden. Der Plan für die Operation bei Petsamo stimmte mit dem überein, den Marschall Mannerheim dem Kommandanten Ganeoal dargelegt hatte. Bei den halbamtlichen Unterredungen mit dem britischen Oberkommando schien dieses unsere Auffassung zu teilen. Bei den interalliierten Militärbesprechungen vom 31. Januar und 1. Februar, die der Sitzung des Obersten Rates vom 5. Februar vorangingen, verwiesen die Engländer die Frage der unmittelbaren Hilfe für Finnland an die zweite Stelle. Sie zeigten sich als entschiedene Anhänger einer Unternehmung gegen die Erzgruben N 0 r d s ch w e d en s , die wenigstens im Anfang den Uebertritt eines Teiles der beteiligten Streitkräfte nach Finnland zur Nebenerscheinung haben sollte. Man verzichtete somit praktisch auf die Unternehmung gegen Petsamo. Diese hatte nur noch sekundären bzw. Eventual-Charak- ter. Diese Ansicht erlangte im Obersten Rat die Mehrheit. Die Vorbereitung der skandinavischen Expedition wurde sofort in Angriff genommen und die französisch-britischen Streitkräfte standen seit den ersten Märztagen zum Transport bereit1). Die Leitung der in Skandinavien beabsichtigten Operationen war dem britischen Oberkommando übertragen worden. Diese konnte anscheinend nicht anders geregelt werden. Die Beförderung des Expeditionskorps einerseits H Die erste Gruppe der französischen Streitkräfte (eine Alpenjägerbrigade) stand am 26. Februar zum Verlassen der Garnisonen bereit und konnte vom 1. März an jederzeit eingeschifft werden. Für den Fall eines plötzlichen Handstreiches auf Petsamo hätte eine Vorhut schon viel früher entsandt werden können. CtihO QUfiRTlUt GkNtRiu •us u eoranrt ot u Goaaa 114» ' „ ocooeptloD» expoedee den» 1» *Flan 6e Guerre goa» X34O- (1) dee-TTWnt 1* e*ee oow» eotlon. 11 ooovlent. •o r»oe 4e 1a el^mturw de l-oroletloe ruaeo-rinlAMele. *e prdeleer lee Operation» «n-11 p»r»lt poeelble 4'®u* prendre l onf ddlni. «**>«• porKT 6 rilUWCH dee ooupe eenelblee, einen ddolelfe. Dokumente des französischen Generalstabs. und der Nachschub anderseits mußten tatsächlich auf Verkehrswegen vor sich gehen, die durch die Zone des britischen Marine-Oberkommandos führten. Der Schutz dieser Transporte liegt selbstverständlich den britischen Seestreitkräften ob. Außerdem kann die französische Marine1 nicht überall gleichzeitig anwesend sein: Das Mittelmeer, die Atlantikküste Frankreichs und Afrikas bleiben ihr ureigenstes Gebiet, ganz abgesehen von der Aufgabe, die ihr durch den Schutz der aus Amerika eintreffenden Geleitzüge erwächst. Es bedarf auch der Erwähnung, daß die Teilnahme der französischen Landstreit- k r ä f t e an den nordischen Operationen gegenwärtig nureinebegrenzte sein kann. Das französische Heer ist gezwungen, sein Gros an der Nord- 0 st f r 0 n t zu belassen, wo es dem Gros der deutschen Kräfte gegenübertritt. Das französische Heer ist außerdem verpflichtet, an der Alpenfront und in Nordafrika die Wacht gegen Italien zu halten. Das französische Heer hat ferner eine Vorhut in derLevante. Es kann daher unter den gegenwärtigen Umständen nur beschränkte Kontingente für außerhalb dieses Bereichs liegende Kriegsschauplätze zur Verfügung stellen. In der Luft kann Frankreich angesichts der gegenwärtigen Lage der französischen Luftwaffe nur einen beschränkten Beitrag leisten. Die Eröffnung eines nordischen Kriegsschauplatzes bietet vom Standpunkt der Kriegführung aus gesehen ein hervorragendes Interesse. Abgesehen von den moralischen Vorteilen wird die Blockade umfassender, vor allem aber ist es die Sperrung des Erztransportes nach Deutschland, auf die es ankommt. In diesem Zusammenhang wäre ein Vorgehen auf dem Balkan, wenn es mit der fkandinavi- fchen Unternehmung kombiniert würde, geeignet, die wirtschaftliche Abdrosselung des Reiches zu verstärken. Deutschland verfügt dann nur noch über einen einzigen Ausgang aus dem Blockadering, nämlich über feine Grenze mit Sowjetrußland, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Ausbeutung der russischen Rohstoffquellen noch langer Fristen bedarf. Auf militärischem Gebiet wäre eine Aktion auf d e m Balkan 2) für Frankreich viel vorteilhafter als eine solche in Skandinavien: Der Kriegsschauplatz würde in großem Maßstabe erweitert, Jugoslawien, Rumänien, Griechenland und die Türkei würden uns eine Derstärkungvonun- gefähr 100 Divisionen zuführen?) Schweden und Norwegen würden uns nur eine schwache Unterstützung von ungefähr 10 Divisionen verschaffen. Die Truvpen, die die Deutschen von der Westfront wegziehen mühten, um gegen unsere neuen Unternehmungen vorzugehen, würden sich zweifellos in den gleichen Proportionen bewegen. Die Vorteile der Eröffnung eines Skandinavien-Kriegsschauplatzes bleiben nichtsdestoweniger unbestreitbar. Jedoch dürfen die technischen Schwierigkeiten, die ein solches Unternehmen mit sich bringt, nicht verkannt werden. Auf dem Gebiet der Seekriegführung sind Operationen in der Ostsee für uns praktisch ausgeschlossen. Unsere Verbindung geht über die Nordsee von Schottland nach Norwegen. Dieser Verbindungslinie ist wesentlich länger als die der Deutschen zwischen Stettin und der Südküste Schwedens. Unsere Verbindungslinie muß gegen die deutschen U-Boote und Bombenflugzeuge verteidigt werden. Es bedarf der Erwähnung, daß die Jahreszeit, in der der Bottnische Meerbusen eisfrei ist, den Deutschen für die Landung in Finnland die größten Vorteile bietet, und zwar nicht nur an der Südküste, sondern auch an der Westküste und an der Ostküste Schwedens. Für die L a n d kr i e g f ü h r u n g ist zu berücksichtigen, daß die norwegischen Häfen Nord-Norwegens und insbesondere Narvik nur einen gerin« -) Diese Frage bleibt natürlich mit der Haltung Italiens verknüpft. 3) Hierbei ist die Frage des Erdöls nicht einmal berücksichtigt. Es wäre dabei noch an die Erdölquel- len Rumäniens, die man verteidigen ober zerstören könnte, und an die Transkaukasiens zu denken. — (Scherl-Bilderdienst-M.) cocunxnt t* cre» a THZATixX O-OPUATlOl« jOaiTLl Ult 0UUT1U um 22.13 Uhr. Streng geheim! Mitteilung gemacht. (gez.) Massigli. Gamelms Abnutzungsstrategie B) Die Abschneidung der Lieferung rumäni DieTürkei im WenLinverständnismit den Angriffsprojekten derWestmächte 1940. 10) Diese Gelände sind zur Zeit Gegenstand von Erkundungen. Durchschlag. Projekt. Geheim! Nr. Czb./D. N. 12. März Berliz an Cesar Franck. Antwort auf Telegramm 1. 236. «) Dies gilt unter dem Vorbehalt, daß die Schweden uns ihr Eisenbahnmaterial lassen. 6) Vor allem Flugzeuge, die ihrer etwaigen Aufgabe in Frankreich entzogen werden könnten. 6) Hierzu eine streng verttauliche Auskunft, die mir von General I r o n s i d e gegeben wurde. Der Voranschlag für die Truppenstärke geht von ihm aus; die Zustimmung des Kriegskabinetts liegt nicht vor. 7) Von den gegenwärtig in Frankreich befindlichen Truppen mühte eine aktive Division weggezogen werden. mit Treibstoffen ganz erheblich behindern. Nach den zur Zeit angestellten Ermittlungen werden dazu neun Fliegergruppen gehören. Das Kommando der französischen Luftstreitkrafte nimmt in Aussicht, dafür vier Gruppen zu stellen, der Rest wäre von der Royal Air Force zu stellen. Diese Gruppen, die ihre Basis in Djezireh hätten, wo das Gelände dazu vorhanden oder in der Anlage begriffen ist, im nördlichen Teil der französischen Levante, mußten, wenn möglich auch in der asiatischen Türkei10) Stutzpunkte haben. Das Kommando der französischen Luftstreitkräfte könnte schon jetzt, nachdem es 14 Tage bis einen Monat vorher eine Warnung ausgesprochen hatte, die Bombardierungsoperationen in Transkaukasien in Angriff nehmen, und zwar mit zwer Gruppen schwerer Bomber, die durch zwei Gruppen mittelschwerer Bomber verstärkt werden konnten; sie wären, wenn die Lage an der französischen Front es zuläßt, aus dem Mutterland zu entnehmen. Die Operationen in der Luft ließen sich auf folgende Weise wirksam unterstützen: 1 Durch Aktionen der Flotte, die auf die Stillegung des Verkehrs im Schwarzen Meer abzielten. Dann wären grundsätzliche französisch-englische Unterseeboote zu betrauen. Ihre Durchfahrt durch die Meerengen wurde die ausdrückliche oder stillschweigende Zustimmung der Türkei voraussetzen und sie würden eine Basis an den Ufern des Schwarzen Meers in Kleinasien brauchen. 2. Durch Aktionen zu Lande, die nur durch die Türkei ausgeführt werden können, die übrigens durch gewisse Teile unserer Levante-Truppen dabei unterstützt werden könnte. An der Operation könnten sich auf Betreiben Großbritanniens auch Iran beteiligen. IV. Bei aller Berücksichtigung der Einwände, die im Laufe des letzten Kriegskomitees dagegen erhoben worden find, besteht Interesse daran, das Minenwerfen auf den Flüssen und mit den Mitteln der Luftwaffe so bald wie möglich in Angriff zu nehmen. Auf diese Weise würde sich eine teilweise Lahmlegung des Binnentransportes Deutschlands erreichen lassen. Es ist wesentlich, daß die Luftwaffe die Operationen so bald wie irgend möglich von der Last befreit, mit der sie sich augenblicklich beschwert. Alles in allem braucht der russisch-finnische Waffenstillstand an den wesentlichen Zielen nichts zu andern, die wir uns für 1940 setzen können; er muß uns aber dazu veranlassen, schneller und tatkräftiger zu handeln. Durch eine Kombination von Blockade- naßnahmen und gewissen militärischen Operationen können wir nicht nur b i e wirtschaftliche Abschnürung immer enger g e ft alten, sondern Deutschland auch dazu veranlassen, aus seiner militärisch abwartendenHaltuttgheraus- 5U treten. Die Erfahrungen von sechs Kriegsmonaten zeigen, daß die Neutralen Deutschland fürchten. Ohne ihnen auch unsererseits ebenso drohend gegenüberzutreten, müssen wir sie unsere Kraft fühlen lassen. Wohlverstanden muß das diplomatische und das militärische Vorgehen auf den gleichen energischen Ton abgestimmt werden. gez.: Gamelin. worden seien, sei der Boden derartig mit Oel ge- sätttgt, daß eine Feuersbrunst sich unverzüglich aus das ganze benachbarte Gebiet ausbrei- ten würde; es würde Monate dauern, bis man sie löschen könnte und Jahre bevor der Betrieb'wieder ausgenommen werden könne. Was den Schutz der Bevölkerung angehe, so müsse die Stadt zu diesem Zweck um 50 Kilometer weitergeruckt werden. „Was halten Sie davon?" sagte Saracoglu zu mir. Ich habe geantwortet, moderne Bombenflugzeuge hätten zweifellos einen ausreichenden Aktionsradius, um Baku von Djezireh oder vom Nord-Irak aus erreichen zu können; es mußten aber dazu türkische und iranische Gebiete überflogen werden. „Sie fürchten also einen Em- pruch Irans?" antwortete der Minister. Deutlicher hätte er mir nicht klar machen können, daß die Schwierigkeiten nicht von türkischer «eite kommen würden. Es wäre ungeschickt gewesen, wenn ich ihn genötigt hätte, sich näher auszusprechen, und ich bin deshalb nicht weiter auf die Aeußerung ein- qeqanaen. Sie ist aber nichtsdestoweniger sehr be- beuffam, und ich gestatte mir, Eure Exzellenz gan0 besonders darauf aufmerksam zu machen. Ich habe überdies auch meinem englischen Kollegen davon Enge Fühlungnahme mit Ankara IV. Der französische Botschafter IHaffigli in Ankara an das Außenministerium in Paris. Ministerium des Aeußern. Nr. 529. Antara, 14. März 1940. Mit Kurier eingegangen <*) Mit Schreiben Nr. 280 Cab/D. N. vom 26. Fe-1 sch e n Petroleums nach Deutschland läßt sich augen- bruar 1940 an den Herrn Ministerpräsidenten ge- blicklich weder durch Blockade noch durch militärische I Operationen erreichen. Im Laufe des Besuches, den ich ihm gestern gemacht habe, hat der Minister des Aeußern mir aus eigener Initiative ein während der Nacht eingegan- geiles Telegramm vorgelegt, in dem der türkische Vertreterin Moskau über eine Unterredung mit dem Botschafter der Vereinigten Staaten berichtete. Nach Ansicht dieses'letzteren sollen die Russen sich über die Gefahren einer Bombardierung und eines Brandes der Oelgegend von Baku solche Sorgen machen, daß die sowjettussische Verwaltung amerikanische Ingenieure geftagt hat, ob und wie ein ! Brand, der durch eine Bombardierung hervorgerufen würde, sich mit Erfolg bekämpfen ließe. Die Ingenieure sollen geantwortet haben, infolge der Art und Weise, wie die Oelfelder bisher ausgebeutet V. Aufzeichnung General Gamettns vom 16. März 1940. Da die Auffassungen, die in dem „Kriegsplan für 1940"«) dargelegt sind, die Grundlage unseres Vorgehens bleiben, empfiehlt es sich angesichts der Unterzeichnung des russisch-finnischen Waffenstillstandes festzulegen, welche Operationen auf kurze Sicht unternommen werden können, um fühlbare, wenn nicht entscheidende Schläge gegen Deutschland zu führen. Zu Lande erscheint es im Augenblick sehr schwierig, außerhalb des unbesetzten Gebietes wesentliche Resultate zu erzielen. Deshalb muß Deutschland gezwungen werden, aus seiner gegenwärtigen abwartenden Haltung heraus- z u t r e t e n. Das erste, was nötig ist, ist eine V e r- schärfungderBlockade. Neben den wirtschaftlichen Ergebnissen, die davon zu erwarten sind, müssen folgende Ziele angestrebt werden: 1. Es kann in Deutschlands Interesse liegen, Holland und Belgien zu schonen, denn diese ermöglichen es ihm, die Wirkungen der Blockade weitgehend zu 1 umgehen. Es liegt also auf der Hand, daß eine strengeKontingentierungderEinfuhr nach Holland und Belgien geeignet sein könnte, Deutschland dahin zu bringen, daß es kurzen Prozeß macht und in die Niederlande und Belgien ein- I fällt, da diese ihm dann in wirtschaftlicher Hinsicht nur noch mäßigen Nutzen brächten. 2. Bei den skandinavi s ch en Landern liegen die Dinge anders, Belgien und Holland dienen Deutschland hauptsächlich als Zwischenhändler nach außen, während Schweden DeutscAand einen unentbehrlichen Rohstoff liefert, nämlich das Eisen. Die in einem Brief 293 — Cab/D.N. beigefügte1 Note vorn 7. März unterbreitete Ihnen die allgemeine Auffassung, die ich dem Ministerpräsidenten bezüglich der Operationen im mittleren Orient und im besonderen über die möglichen Operationen im Kaukasus vorgeschla«n habe. Ich betätige Ihnen, daß meines Erachtens die Operationen im mittleren Orient von dem britischen Oberkommando und die Operationen im Kaukasus von dem türkischen Kommando geleitet werden müssen, da letztere besonders durch türkische Stteitkräste unter Mitwirkung der Luftwaffe und eventueller alliierter Spezialkontingente durchgeführt werden. Sie' können mit Marschall Cakmak über diese Frage in Verbindung treten und an alle vorbereitenden Untersuchungen über den mittleren Orient teilnehmen. Ich übersende Ihnen durch Kurier eine zusammenfassenbe Abhandlung über die Aktion im Kaukasus. General Gamelin. ein Ereignis stellen, das gerade eintritt und den Zeitpunkt für ihre Benachrichtigung über das, was geschieht, abwarten. (Ich meine damit ihre offizielle Benachrichtigung, denn die verttaulichen Beziehungen, die wir mit ihr wie mit dem Oberkommando unterhalten, würden es ja verbieten, daß sie ganz im unklaren gelassen würde.) Die Operation muß bereits im Gange fein, indem man sich im voraus entschuldigt, wenn Flugzeuae während ihres Fluges genötigt sind, türkischen Luftraum zu benutzen. Weit entfernt davon, die türkische Regierung zu verletzen, wird unsere Reserve gerade der Erleichterung ihrer Aufgabe dienen. Sollte die Sowjetregierung einen Protest erheben, dann ist es wichtig, daß Ankara erklären kann, mit der Angelegenheit nichts zu t u n gehabt zu haben. Wenn eine Ueberfliegung statt gesund en hat, dann wäre es nicht einmal schlimm, wenn wir einen diskreten Protest erhielten. Sollte sich die Angelegenheit verschlimmern, und sollten die Sowjets durch Kriegshandlungen darauf reagieren, fo wäre es tatsächlich notwendig, daß die türkische Regierung imstande wäre, vor der Großen Versammlung zu erlären, daß die Initiative zum Angriff Moskau zur Last fällt. In diesem Falle muß die Uebereinftimmung der öffentlichen Meinung und des Landes mit der türkischen Regierung fichergestellt fein. Aber gerade weil eine Reaktion der Sowjetregierung vorauszusehen ist, müssen wir darauf bedacht sein, keinerlei Operation dieser Art vom Zaune zu brechen, ohne uns über ihre möglichen Auswirkungen auf die Türkei Rechenschaft zu geben und infolgedessen uns auch über die Lage klar zu werden, der dieses Land gegenüberstehen müßte. Mir persönlich kommt es nicht zu, mich über diese Frage auszusprechen. Ich muß jedoch bemerken, daß auf der östlichen Hochebene noch der Winter herrscht, und daß das erforderliche Fluggelände noch nicht erkundet und hergerichtet werden konnte. Außerdem muß ich bemerken, daß nach meiner Kenntnis die Abwehr gegen Luftangriffe auf das Kohlenbecken von Zengouldak und gegen die Hüttenwerke von Krabuk noch nicht sichergestellt ist, da das für sie bestimmte englische Material noch nicht geliefert wurde. Meines Erachtens wäre es sehr unvorsichtig, zwei für das türkische Wirtschaftsleben so ausschlaggebende Punkte einem Luftangriff von Sebastopol aus unter diesen Umständen auszusetzen. Es sollte mich wundem, wenn die militärischen Experten nicht eine Frist von mehreren Wochen für die allerwichtigsten Vorbereitungen verlangten. Die Frage des Schwarzen Meeres und der Erleichterungen, die die Schiffahrt in feinen Gewässern bei dem verkappten Mitwirken der Sowjets für die Versorgung Deutschlands bietet, hält weiterhin meine Aufmerksamkeit fest. Ich habe mir erlaubt, gleich am Morgen nach Abschluß des eng- lisch-französischen-ttirkischen Vertrages (Telegramm 1969 vom 23.10. 39) darauf anzuspielen. Man muß leider erkennen, daß eine Lösung des Problems nicht leicht zu finden ist. Nach den Bestimmungen der Meerengenkonvention sind die alliierten Mächte als Kriegführende nur berechtigt, Kriegsschiffe ins Schwarze Meer zu schicken, wenn es sich um die Erfüllung einer Entscheidung des Völkerbundes oder um Anwendung eines im Rahmen des Völkerbundspaktes abgeschlossenen, in Gens registrierten und die Türkei Es muß angestrebt werden, eine solche Versorgung zu verbieten. Ein einfaches Verfahren wurde darin bestehen, zu erklären, die Lieferung solcher wesentlicher Erzeugnisse wie z. B. des Eisens, durch neutrale Länder, »die an das Reich angrenzen, bedeute einen Beistand in aller Form und wurde zu Repressalien führen. Schweden wurde also nur noch unter Blockadedrohung fein Erz an Deutschland liefern können; ebenso würde Norwegen nur noch unter dem gleichen Risiko die Durchfuhr bewirken können. Falls die beiden Länder sich fügen, so ist das Ziel erreicht; andernfalls wäre ihr Seehandel z u f p e r r e n. Angesichts einer solchen Lage konnte es sein, daß Deutschland beschlösse, daraus zu reagieren und in Schweden mit den Waffen einzugreifen. Es müßte uns dann zur Abwehr bereitfinden. Zu diesem Zweck muß in Frankreich und in England eine erste Staffel von Streitkräften bereit st ehen, um nach Skandinavien befördert zu werden, sei es als Gegenschlag ober auch als Präventivmaßnahme. 3/Die Abschneidung der deutschen Zufuhren an russischem Del9) aus dem- Kaukasus wirft zunächst einmal die Frage der Eröffnung von Feindseligkeiten gegen die Sowjetunion auf. Ferner ergibt sich dabei das Problem der Mitwirkung ober wenigstens der Zustimmung der Türkei. Wie alles, was im Orient vorgeht, kann dabei die italienische Haltung nicht unberücksichtigt bleiben. Wie dem auch sei, dieBombardierungder Petroleumanlagen von Baku und Datum aus der Luft sollte Deutschlands Versorgung Ein aufschlußreicher Bericht BaffigUS. i VI. Auswärtige Angelegenheiten. Klartext. Reserve Nr. 661. Streng geheim. Telegrammankunft Ankara, den 28. März 1940. । Durch Kurier am 3. April um 11.30 Uhr erhalten. , Ich beziehe mich auf das Telegramm E. Exz. ; Nr. 540—541. Bei dem Versuche, in meiner früheren Korrespondenz die Haltung der Türkei der Sowjetunion gegenüber klarzustellen (vergl. besonders meine Depesche Nr. 74 vom 24. Februar und meine Telegramme 433—439 und 461) betonte ich, daß es meiner Ansicht nach zwecklos sei, zu versuchen, die Türken gegen die Sowjets auszuhetzen, daß man aber anderseits hoffen könne, es werde uns unter gewissen Umständen gelingen, sie dahin zu bringen, daß sie in unserem Fahrwasser gegen Rußland Stellung nehmen. An dieser Meinung, die ich vor dem Zusammenbruch des finnischen Widerstandes ausgesprochen habe, glaube ich, heute nichts ändern zu müssen. Der Moskauer Frieden wird gewiß die türkische Vorsicht nur noch steigern. Gleichzeitig aber bleibt man hier bei der Ueberzeugung, baß die rote Armee aus bem Krieg im Narben sehr geschwächt zurückgekommen ist, was wiederum ausgeglichen wirkt. Iebenfalls stelle ich keinerlei Annäherungsversuche mit ber Sowjetunion fest. Im Gegenteil, man gewöhnt sich allmählich an den Gedanken, mit ihrer Feindschaft r e ch n en zu müssen, was aber nicht besagen will, daß die türkischen Staatsleiter gewillt sind, sich in ein Abenteuer mit ungewissem Erfolg einzulassen. Wir müssen uns in der Tat Rechenschaft darüber ablegen, daß, wenn die Regierung von Ankara von jetzt ab die Ueberzeugung hat, baß Deutschland über die Westmächte nicht den Sieg banontragen I wirb, doch viele Menschen in ber Türkei nicht ba- von überzeugt finb, bah diese zur Zeit einen enb- gültigen Sieg bcwonttagen können. Viele glauben noch immer, baß das Reich von den müde gewordenen Alliierten den Frieden erhalten wirb, ben es braucht. Viele glauben, und bie beutsche unb bie italienische Propaganda bemühen sich, sie davon zu überzeugen, baß trotz ber von den Regierungen in Paris und London bekräftigten Enffchlossenheit ber Krieg burch einen Kompromißfrieben sein Ende nehmen wird. Dann müßte man hier natürlich darüber nachdenken, was die Zukunft bringen könnte in dem Falle, in bem bei einem künftigen Frieden, ber die Völker Frankreichs und Englanbs in bem Zustanb ber Unzufriebenheit unb Entmutigung lassen mürbe, bie Türkei einem Ruhlanb gegenüber allein bastünde, bas sich bie Lektionen bes Finnen- krieas zunutze gemacht haben mürbe, um seine militärische Macht zu stärken. Die Regierung kann diesen Geisteszustand nicht vollständig ignorieren, daher rührt auch zu einem großen Teile ihre augenblickliche Vorsicht. Ob mir i UNS morgen in einer roenn auch beschränkten Aktion t auf ber Westfront entschieben burchsetzen, ober ob eine beutsche Offensive im großen Stil gegen unsere i Verteidigung zu Lanbe ober in ber Lust zusammen- 11 bricht, stets roerben mir bie Türken mutiger und * unternehmungslustiger finden. Es muß aber leider hinzugefügt merden, baß b e r Zustanb unseres öffentlichen Lebens unabhängig von jebem militärischen Gesichtspunkt hier einige Unruhe heroorgerufen hat. Die letzten Sitzungen im Parlament haben einen nieder- schlagenden Eindruck hinterlassen. Man hat sicherlich zu der Entschlossenheit Eurer Exzellenz unb ber Regierung, die Lage zu bessern unb die französische Moral nicht sinken zu lassen, Vertrauen, aber es gibt Menschen, die bem Einfluß ber beutschen unb italienischenAgenturen unb Rundf unks enbunäen gegenüber nicht unempfinblich gewesen finb und bie noch nicht sicher finb, ob sie nicht in ihren Hoffnungen, bie auch bei uns bie gleichen finb, getäuscht werben. Man muß ben Mut haben, es auszusprechen, baß bie Türken in ber gegenwärtigen Stunde nicht das Gefühl von unserer unwiderstehlichen Ueberlegenheit haben, wie groß auch ihre Sympathien für" uns fein mögen. Die Ueberzeugung der meisten läuft darauf hinaus, baß ihr Schicksal mit bem Schicksal ber Weltmächte verbunden ist. Die Regierung ist gewiß zur Einhaltung der mit uns eingegangenen Verpflichtungen fest entschlossen. Aber in ber öffentlichen Meinung herrscht keine solche Geisteshaltung, bie sich zur Ergreifung von Initiativen ermutigt, bie über bas Risiko hinwegführen. Bevor ich ber Aufforberung Eurer Exzellenz nachkomme, meine Beobachtungen über bie wichtigen Projekte barzulegen, deren große Richtlinien mir burch die Telegramme 540—41 angezeigt würben, erschien es mir nohüenbig, diese wichtigen Ge- banfengänge in Erinnerung zu bringen: sie erklären von vornherein einige Vorbehalte, die ich aussprechen muß, ober einige ber Vorsichtsmaßregeln, auf bie ich mit Nachbruck hinzuweisen hätte. Eine ßuftaftion a u f Baku unb eine Aktion zur See auf bem Schwarzen Meer erscheinen vom türkischen Gesichtspunkt aus technisch wie auch politisch in sehr verschiedenem Lichte. 1. Ein Luftangriff auf Baku von Djezireh aus bringt eine Ueberfliegung türkischen Gebietes von nicht einmal 200 Kilometer mit sich, unb zwar handelt es sich um die Ueberfliegung des Bergmassivs, das sich zwischen dem Van-See und dem Durmiah-See erstreckt, b.h. im Kurben- l a n b , das infolge ber sehr strengen Polizeiopera- tionen, bie bie türkische Armee bort vor zwei ober brei Jahren burchgeführt hat, stark e n t v ö l k e r t ist. Es würde keinerlei wichtige Sieblungsgruppe überflogen werden, und die Flugzeuge könnten sehr gut unbemerkt passieren. Sollten sie beobachtet werden, dann höchstens von vereinzelten Polizei- und Genbarmerieposten. Außerbem könnte durch eine Wendung nach Westen uni) einen Quer- flug durch ben nörblichen Teil bes Iran bie Ueberfliegung des türkischen Gebietes gänzlich vermieden werden (unb noch mehr, wenn bie Startbasis nicht in Djezireh, sonbern im Irak läge). Wenn ich biefe tatsächliche Sage mit ber Bemerkung Saracoglus vergleiche, bie in meinem Telegramm Nr. 529 enthalten ist, komme ich zu bem Schluß, baß eine vorherige Benachrichtigung der türkischen Regierung unb bie Bitte um bcren Genehmigung — wenigstens um bie mora- ! lische Genehmigung — zur Ueberfliegung ihres Gebietes sie unnütz in Verlegenheit brin- ► gen hieße. Man sollte sie — roenn nicht vor bie vollendete Tatsache, so boch wenigstens vor Dieses Mittel konnte jeboch nur von den Eng- [änbern angeroanbt roerben, ba unsere Luftwaffe noch nicht Bombenflugzeuge neuerer Art, die dieser Aufgabe gewachsen wären, in genügender Zahl heftet5). Aus dem Gebiete der Jagd-Flugwaffe war die Hilfe für Finnland, auf die in diesem Fall besonders Wert gelegt wurde, notwendig erweise noch zögernder. Die Jagd-Flugzeuge mußten auf bem Seewege beförbert werben; in Schweben mußten sie abmontiert und in Finnland wieder zusammengesetzt werden. Es bleibt zu berücksichtigen, daß die Landung in Peffamo unter den gegenwärtigen Voraussetzungen ganz anders zu beurteilen ist als vor zwei Monaten. Die Russen haben in dieser Gegend bedeutende Verstärkungen erhalten. Sie sind in breiter Front nach Süden über Peffamo hinaus vorgestoßen. Fliegerhorste sind eingerichtet worden. Möglicherweise ist eine Luftverbindung mit Murmansk hergestellt worden. Schließlich haben die Russen die Küste mit Verteidigungsmitteln gestutzt und vor allem schwere Artillerie herangebracht. Andererseits sind die Finnen gegenwärtig bestimmt außerstande, der Landuna alliierter Kontingente durch eine entsprechende Landoperation ent- gegenzukommen, wie ursprünglich beabsichtigt war. Im Nachgange zu den seit dem Monat Dezember durchgeführten Materialttansporten kann die Hilfe für Finnland nunmehr im Wege einer militärischen Unternehmung durch die Entsendung alliierter Truppen verwirklicht werden. Außer den französischen und polnischen! Kontingenten (15 000 Mann) haben die Gng« I ä n b e r bie Entsendung von 6 bis 7 Divisionen in Aussicht genommen6). Die gesamte Streitkraft umfaßt somit mindestens 150 000 Mann. Dieser Voranschlag, ber alle britischen Truppen der neuen Auslegung in sich einschließt7) kann offenbar zur Zeit nicht erhöht werden, roenn man die Schwierigkeiten des Transportes und bie Umschlagsmöglich- keiten ber norwegischen Häfen berücksichtigt. Die Ausschiffung der Truppen erfordert schon an sich bebeutenbe Zeit. Es hanbelt sich um mehrere Monate, gegenwärtig können bat)er keine Beschlüsse über bie Erhöhung dieser Truppenzahlen gefaßt werden. In zwei ober drei Monaten wirb die Lage an der französischen Front zweifellos besser geklärt sein, unb wir werden daher in ber Lage fein, die Unterlagen für eine bindende Entscheidung zu gen Umschlag besitzen. Sie sind für bie Ausladung von Truppen und Nachschub von größerer Bedeutung schlecht ausgerüstet. Die Eisenbahnen, die von Narvik unb Drontheim nach Lulea führen, können nur einen geringen Verkehr bewältigen. Diese Ve^ kehrsziffer verringert sich noch, wenn man bis nach Finnland vorstößt, da man bann nur noch über eine Eisenbahnlinie verfügt, die ihren Ausgangs- puntt in Lulea hat unb ben Bottnischen Meerbusen umfährt?) Das Klima Finnlanbs unb insbesondere Lapplands ist außerordentlich Hari. Französisch-bn- tische Streitkräfte können bort nur eingesetzt wer-! den, wenn sie in geeigneter Weise ausgewahlt sind. Bis Ende Mai ist dazu noch eine Sonderausrüstung nötig. Französische Zug- und Tragtiere können, von den Mauleseln abgesehen, dort nicht akklimatisiert roerben. Schließlich stellt ber Nachschub von Lebensrnitteln unb insbesondere von Wein für unsere Truppen ein außerordentlich schwer zu lösendes Problem bar. Aus dem Vorhergehenden ergibt sich, baß — eine rafche, wenn auch nicht gefahrlose Landung (mögliche Einwirkung feindlicher U-Boote und Flugzeuge) in Norwegen vorausgesetzt — der Einsatz unserer Stteitkräste m Finnlanb nur sehr langsam erfolgen konnte. Auf dem Gebiet ber Lu f t kri e g f uhr un g erscheint eine Hilfe für Finnlanb burch Entsendung von Bombenflugzeugen mit großer Reichweite als die am raschesten und am leichtesten zu verwirklichenbe Losung, vorausgesetzt, daß man sich wie bei einer Landung in Peffamo, für die Eröffnung kriegerischer Operationen gegen «Sorojeh rußland entschloßen hätte. Eine derartige Unterstützung erscheint als bas e i n z i g e Mittel, Finn- ianb bis zur Ankunft von Landftteitkraften zu liefern. Die technischen Schwierigkeiten einer alliierten Intervention bürfen nicht außer acht gelassen werden. Sie sind nicht unüberwindlich unb werden gegebenenfalls aus bem Wege geräumt werden. Eigenhändige Bemerkung ves Generals: Unsere skandinavischen Pläne müssen mit Entschiedenheit weiter verfolgt werden; Für Rechnung Finnlands ober boch minbeftens für Wegnahme bes schwebischen Erzes unb ber norwegischen Häfen. Wir bringen jedoch zum Ausdruck, baß vom Stanbpunkt ber Kriegführung aus ber Balkan unb ber Kaukasus, burch bie man Deutschlanb auch bes Petroleums berauben kann, weit einträglicher finb, jeboch hat die Schlüssel bes Balkans Italien in der Hand. (gez.) Gamelin. Das Oberkommando. III. General Gamelin an General Weyganb. scheu Geschwadern zusatnmengestellt werden. Feindliche Gegenwirkung Die französischen Gruppen werden so ausgestattet, Wesenheit deutscher Jagd mindern. Starke feindliche Tonnage vernichtet g Panikpsychose in England 3 It 5 Kaukasus-Raffinerien und der Hafenanlagen zerstört sein werden. — Das verwendete Flugzeug- material umfaßt 90 bis 100 Flugzeuge, die aus sechs Fliegergruppen und drei b r i t i - 221 und vier Grupppen Glenn-Martin, die mit Ersatztanks ausgerüstet sind, zusammen. Sie können bei jedem Feindflug insgesamt 70 Tonnen Bomben auf etwa 100 erkundete Raffinerien abwerfen. ...... ~ " und die vermutliche Anessen bluten zu lassen. Die helle Angst vor dem Kommenden aber sprach aus feinem düsteren Eingeständnis, daß Großbritannien nun von der Nordsee her und auch der Kanalseite blockiert sei, so daß kein Verkehr im Norden und Süden mehr denkbar sei. handelt sich vor allem um deutsche Schiffe. Sn diesem Fall wird Rußland nicht in den Krieg hinein- wesenheit deutscher Jagdflieger werden die Wirksamkeit dieser Operation in erheblichem Maße ver- daß sie Baku an den vorgesehenen Daten angreifen können. Sie setzen sich aus zwei Gruppen Farman Der briW-sranzösische Operaüonsplan zur Lombardierung der kaukasischen Oelselder oe"' Neet' inet oe"' ab' irk-i st -n u ifl al n. ib uf ie m m Ile n* rtg ie- -ht zu r- >en zu ite. ese aß ht, -ht ein die kea Min sie r jns den von ;en- Ex- für der ®e$ olv- halt rnir rng' nuv eins Der Wehrmachlsbericht vom Mittwoch. Führer-Hauptquartier, 3.Juli. (DM.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Kapitänleutnant Lchuhardt hat mit feinem U-Boot 24 000 BRT. feindlichen handelsfchifftaums, darunter den britischen Dampfer „Athellaird“ (8900 BRT.), versenkt. Lin weiteres U-Boot hat westlich des Nord-Kanals den bewaffneten englischen Dampfer „Uran-Bora Star“ (15 500 BRT.) torpediert. Am 2. Juli griffen deutsche Kampfflugzeuge im Zuge der bewaffneten Aufklärung über der Kanalküste einen Geleitzug an und versenkten einen Frachter von 12 000 BRT. sowie einen von 6000 BRT. Ein weiterer Frachter von 8000 BRT. wurde durch Bombentreffer schwer beschädigt. gezogen. I Fall 2: Direkte Intervention im Kaukasus. Fall 3: Ohne direktes Vorgehen gegen Rußland Maßnahmen treffen, um Selbständigkeitsbestrebungen der mohammedanischen Bevölkerungsgruppen tm Kaukasus zu fördern. Bombardement der russischen Oelselder. VIII. Sehr geheim. 5. April 1940. Luftangriff auf die Erdölfelder des Kaukasus. Verständigung erzielt im Großen Hauptquartier der Luftwaffe. Der französisch-britische Luftangriff auf das Kaukasus-Petroleumgebiet richtet sich ausschließlich gegen die Rasfl- nerien und die Hafenanlagen von Batum-Poti-Gro- znn-Baku. — Es kann damit gerechnet werden, daß innerhalb der ersten sechs Tage 30 bis 35 v. H. der bindenden Beistandsoertrages handelt, oder wenn . die Türkei selbst als kriegführende Macht oder sich von einer Kriegsgefahr bedroht fühlende an die alliiertem Mächte einen Hilferuf ergehen läßt. Zur Zeit ist keine dieser Bedingungen erfüllt. Unser Eintritt ins Schwarze Meer kann demnach, wie Eure Exzellenz bemerken, nur auf Grund einer wohlwollenden Entscheidung der Türkei erfolgen, die — darüber müssen wir I uns klar sein — den von ihr in Montreux über-1 nommenen Verpflichtungen widersprechen würde und die daher einen Protest von einer I Macht, welche die Konvention unterzeichnet hat oder, wie z. B. die Sowjetunion oder Italien, der I Konvention beigetreten ist, Hervorrufen könnte. Die zuletzt genannten Mächte könnten in diesem Falle sehr wohl das deutsche Spiel betreiben. Obendrein würde die Sowjetunion, selbst in dem Falle, wo keinerlei kriegerische Handlungen gegen chr Land oder ihre Kriegs- und Handelsschiffe gerichtet sind, I bei einer Oeffnung der Meerengen den alliierten Kreuzern eine feindselige Manifestation ankündigen und selbst Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Möglichkeit des Ausbruchs von Feindseligkeiten als eine Folge unserer Initiative ist also keineswegs ausgeschlossen, und dieser Umstand würbe uns verpflichten, uns wie in dem bereits untersuchten Falle mit den Rückwirkungen zu befassen, Die die geplante Initiative vom Standpunkt der tur- kischen Verteidigung haben könnte. Es würden sich also die gleichen Vorsichtsmaßregeln und Stiften zwangsweise ergeben, die die Operation gegen Baku mit sich zu bringen scheint. Wie sollen übrigens die Kontrollaktionen auf dem Schwarzen Meer aussehen? Die Zahl der deutschen Handelsschiffe, die in den bulgarischen Häfen Zuflucht genommen haben, ist ziemlich beschränkt (es sind anscheinend acht). Das direkte Vorgehen einer alliierten Kreuzfahrt gegen die Schiffahrt unter deutscher Flagge würde also von kurzer Dauer sein.! Es wird sich hauptsächlich darum handeln, die russischen, rumänischen, bulgarischen oder italienischen Schiffe zu kontrollieren und Kontrollbesuchen zu unterziehen, sowie unter den gleichen Bedingungen die russischen und die italienischen Petroleumschisse anzuhalten und einer Schiffskontrolle zu unterziehen, die zwischen den kaukasischen Häfen und den Donaumündungen oder der bulgarischen Küste hm und her fahren — alles Operationen, die sich nicht gerade erfolgreich auf hoher See durchführen lassen. Die angehaltenen Schiffe müssen zu einem Flotten st ützpunkt gebracht werden, um dort kontrolliert zu werden und die beschlagnahmten Daladier erbittet Denkschrift VII. 19. Januar 1940. lampen ausgerüstet sein. Führerhauptquartier, 3. Juli. (DNB.) Der englische Rundfunk teilte am Mittwochnach- $er eK^rer unfr Oberste Befehlshaber der Wehrmittag mit, Ministerpräsident Churchill habe am macRt auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Dienstagnachmittag die Grafschaft <5u \VX \ feeres das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ver- besucht, um sich von dem Fortgang der BerteiDi= IieueTi: fcem General der Infanterie Ritter von gungsarbeiten zu überzeugen. Sussex soll einen b e r t, Generalleutnant Weisenberger, Hauptabschnitt der „F e st u n g E n g I a n D ml- Oberst Schmidt und Hauptmann von Peters- den. Churchill habe Gelegenheit gehabt, dem Aus-1 0 r L bau der Maschinengewehrnester, Tankfallen Ge- General Ritter von Schubert hat sein schutzstellungen usw. beizuwohnen. In der Nacht ^Qrps ifi Gewaltmärschen so schnell an die fron- jum Mittwoch ist eine Verordnung m Krcht g Befestigungen herangeführt, daß dem Geg- treten, durch die eine 3 0 Ki l a meterb re e 11 Aufbau einer organisierten Verteidigung für feben $aÄhr Ünmägüd) 9=mad)t mürbe.9 Snsbefonbere bie Er. Schande/daß heute^ noch arbeits- und wehrfähige stoßen wurde und die Dwision m die bronttnne Männer in England in Privatberufen Unterkunft einbrechen konnte. Vorbildliche Nahe und Ruck fänden Die Presse fordert alle geeigneten Maß- sichtslosigkeit gegenüber seiner eigenen Person sich^ - nahmen, um die Privatberufe von solchen Männern ten eine überlegene Führung unb •W- m säubern Der jüdische Kriegshetzer Höre-Be- gehen der Truppe. - Oberst Schmidt hat em lisha stellte im Unterhaus die Forderung nach Infanterie-Regiment trotz körperlicher Behinderung dem Heckenschützenkrieg. Die Zivilbevölkerung durch schwere Verwundung im Weltkrieg vom Ein- müsse im Waffengebrauch ausgebildet werden. Die satz am Aisne-Oiie-Kanal bis zum Marne-Ueber- Verteidiqung müsse eine große Tiefe haben, da diel gang mit ^erDorragenber per^on^l^^erJEapferteü uub Angriff/ von vielen Seiten erwartet werden könn- überragendem Geschick geführt und dadurch entscheiden. Mit der gleichen Begründung machte er dem dend die großen Erfolge ferner Division herberg^ Unterhaus auch die Notwendigkeit klar, Irland führt. — Hauptmann von Petersdorf hat sich zu vergewaltigen und für die plutokratischen Inter- als Führer der Vorausabteilung einer Division Stockholm, 3.Juli. (Europapreß.) Der letzte Luftalarmin London hat nahezu eine Million Pfund Sterling gekostet, weil — wie „Alle- handa" sich aus London telegraphieren laßt — d a s gesamte öffentliche Leben stillstand. Die Rotationsmaschinen der großen Zeitungen wurden angehalten, die Nachtbäckereien lagen verlassen da, und selbst die Vorstellung der Oper von Covent Garden mußte unterbrochen werden. Die Londoner Presse spricht von einer ausgesprochenen Panikstimmung. Sie erklärt, zwar spielten die Menschen in einem demokratischen Lande die erste Rolle, aber man habe auch keine Zeit zu verlieren, Waren auszuladen. I Wo sollte dieser Stützpunkt sein, wenn nicht in einem türkischen Hafen? Diskrete Erleichterungen wären unzureichend ... Das hieße aber, daß die Türkei direkt mit der Aktion der Alliierten verbunden wäre und Deutschland sie mit Recht als kriegführende Macht ansehen könnte ... Die türkische Regierung ist nach meinem Dafürhalten zur Zeit aus den eingangs dargelegten Gründen nicht bereit, fo weit zu gehen. Kann man sich Operationen von einer anderen! Art vorstellen? Wenn es so gut wie unmöglich ist, daß Kontrolloperationen planmäßig auf dem Schwarzen Meer ohne aktive Teilnahme der %ur=\ fei durchgeführt werden können, so darf man sich andererseits nicht vorstellen, daß U-Boote — ohne daß man von dieser Macht mehr verlangt als die Augen dabei zu schließen — des Nachts durch die Meerengen fahren, um im Schwarzen Meer schnelle Streiffahrten durchzuführen, die den Zweck haben, denSchiffahrtsverkehr zu stören und die deutsche Schiffstonnage, ja sogar die angehaltenen Schiffe nach deutschem Muster zu versenken, von deren Ladungen man erkannt hatte, daß sie für Deutschland bestimmt waren. Ich will die Frage nur anschnei- den. Wenn die Operation technisch möglich ist, dann würde sie, politisch gesehen, auf weniger Schwierigkeiten stoßen als eine Intervention alliierter Kreuzer, da sich die Türkei Dritten gegenüber darauf berufen könnte, daß sie Über unsere Pläne in Ungewißheit gehalten würde. Dennoch müssen wir uns unbedingt darüber klar sein, daß selbst eine solche beschränkte Operation die türkische Regierung in eine hei kl e La ge bringen würde und wir infolgedessen die Operation nicht unternehmen könnten, ohne an die Rückwirkungen zu denken, denen dieses Land ausgeliefert werden würde. Deshalb müssen wir wieder auf ine Ueberlegungen über den Stand der türkischen Rüstungen zurückkommen, die mir bereits oben| angestellt haben. . Ich komme zu dem Schluß, daß bei der gegenwärtigen Lage und nach einer von den Experten festzusetzenden Frist die Operation gegen Baku am leichtesten zu organisieren ist, — und zwar in dem Maße, in dem wir die türkischen Bedenken berücksichtigen könnten. Außerdem würde ihr Erfolg derartige Konsequenzen haben und die russische Aktion derart lähmen, daß die türkische Regierung bei einem guten Ausgang der Operation sich gerade durch unseren Erfolg dazu ermutigt fühlt, uns die notwendigen Erleichterungen unbekümmert zuzugestehen, bis die Operationen der Schiffskontrolle auf dem Schwarzen Meer unter günstigen Umständen vor sich gehen können. (gez.) Massigli. IX. 17. April 1940. Der Oberkommandierende des östlichen Mittelmeeres. Geheim! General Weygand an den Oberkommandierenden Gamelin, Befehlshaber der Landstreitkräfte, an den Oberkommandierenden der Luftwaffe, V u i l l e m i n. Die Vorbereitungen für die Bombardierung der Oelselder des Kaukasus sind so weit fortgeschritten, daß sich die Frist, innerhalb derer diese Operation durchgeführt werden kann, abschätzen läßt. Politische Voraussetzungen: Die Einhaltung einer Frist ist hier nicht geboten. Die Unternehmung i braucht nicht zum Gegenstand einer Vereinbarung mit den Türken gemacht zu werden, deren Abschluß sich im übrigen als unmöglich erwiesen hat. Der französische Botschafter in der Türkei hat der Regierung über diese Frage genau berichtet. Gegenwärtig kann von einer Genehmigung für die Ueberfliegung türkischen Staatsgebietes nicht die Rede sein, noch weniger von der Bereitstellung von Flugplätzen, die als Sprungbrett dienen könnten. Auch sonstige Hilfe ist Nicht zu erwarten. Der Materialtransport für den gesamten Bedarf geht über die Bahn Aleppo—Nissibine. Eine vorherige Demarche für die Benutzung, dieser Strecke, soweit sie türkisches Staatsgebiet berührt, ist nicht erforderlich, da unsere früheren Vereinbarungen uns in dieser Beziehung jede Freiheit lassen.' Bei der Schätzung der Fristen sind zu berücksichtigen: a) Die Herrichtung der Flugplätze: In dieser Jahreszeit ist nur geringe Arbeit erforderlich, ihre Dauer wird aus 14 Tage geschätzt. b) Arbeiten auf der Eisenbahnstrecke und zur Auffüllung der Depots (Weichen, Schienen, Drahtleitungen); Dauer: 14—20 Tage. c) Transport von Betriebsstoff, Munition, Truppen und Wagenpark nimmt für die französischen Streitkräfte 56 Züge in Anspruch. Dies bedeutet bei Annahme von vier Zügen in 24 Stunden eine Frist von 14 Tagen. Ebenso lange Zeit ist für die englischen Truppen erforderlich. Insgesamt werden /somit 30 Tage benötigt. Berücksichtigt man, daß a) und b) gleichzeitig ausgeführt werden können, so sind mindestens 45—50 Tage nötig, vorausgesetzt, daß das Eisenbahnmaterial und der britische und französische Nachschub unterschiedlich in Marsch gesetzt werden. 'Außer diesen Fristen muß auch die Zeit berücksichtigt werden, die für die Instandsetzung und die Wie man sich eine deutsche Landung in England vorstellt, läßt eine Anzeige in der „Daily Mail" er- kennen, in der es heißt: „Bald schon wird möglicherweise jeder gesunde Mann zur Verteidigung seines Heimes und feines Vaterlandes aufgerufen werden. Unter Umständen hat er niemals eine militärische Ausbildung genossen. Was kann er tun, um sich vor- zubereiten? In der „Picture Post" der neuen Woche gibt ein Mann, der im spanischen Kriege innerhalb von zehn Tagen Zivilisten zu Soldaten ist 'Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Gruppe bereit! Gegenüber solchen Auffassungen können sich J ‘ cxnrmnn.mnl?fhnmßpr die feit tanaem in Dienst vereinzelte warnende Stimmen schwer durchsetzen. „Sollt? mail" warnt oor ben felbftgefäUigen Reden Lp ' prhält hie Gruvve der Bomber die zur der Minister, die erklären, alles sei in Ordnung, ob- Levante-Luftwaffe qehott, jetzt erst die ersten Flug- wohl offensichtlich nichts in Ordnung ist-Auch Ward zeuge des Typs Glenn-Martin. Nach den Angaben Price beklagt die Mängel der englischen Kriegs- der Oberkommandos der Luftwaffe selbst sind zwei- Organisation. Das ganze Be^affungswesen kran e einhalb bis drei Monate unerläßlich, um die Pi- daran, daß es noch .nach Methoden arbeite, die loten auszubilden und sie instandzusetzen, an einer I Gladstone eingesuhrt habe. Kriegsoperation teilzunehmen, bei der es darauf an- Am*•$a**CL*» kommt, das vorhandene Material im höchsten Grade JUU« (SHUrretytreiH auszuwerten. Wahrscheinlich befinden sich bie ubn- gen Gruppen des Typs Glenn-Martin, die aus vliylljU/^r ^b-wahrt^habem Die, V°rl°chung°w. VuVlnlÄ zum 3. Juli warfens-ündliche Flugzeuge in Holland, Rord- und Westdeutschland Panzerdivisionen und der Panzerspäheinheiten aus- Bomben ab, die 3um größten Teil iy freies Ge- gedehnt worden. Die Farbe ist ebenfalls Bronze. taube fielen und daher nur geringen Sachschaden, c^ür Soldaten aller anderen Waffengattungen aber keinen Personenschaden verursachten. Ein deut- einschließlich der Sturmartillerie, die mit der Jn- sches Flugzeug wird vermißt. fanterie oder den Panzern zusammenkämpfen oder . > ■— lim eigenen Verbände die Bedingungen des Jnsan- terie-Sturmabzeichens erfüllen, ist ein besonderes I Sturmabzeichen eingeführt worden. Es besteht aus k Stielhandgranate und Seitengewehr, gegeneinander * I gekreuzt, umgeben von einem ovalen Eichenkranz, der im oberen Teil das Hoheitszeichen der Wehr. »U £ S PÄTÄ ßä 6... für die Allgemeinheit besorgniserregenden Tempo", res gehören. nun^die^Posten in der Dunkelheit mft roten Signal- MdemMerkreuzausgezeichnet Abschrift einer handschriftlichen Aufzeichnung des General GamÄ^n"und Admiral Dar lan find I insbesondere nicht in hn tr 1 e gs wt äu bitten eine Denkschrift über eine eventuelle In- In d u st r 1 e n, die verschiedentlich bei ben deutschen siK ——'**■ “-sä: »ääv. ftaü 1- Abschneidung der für Deutschland be- Minister Sir John Anderson in einem Aufruf a ftimmten ZÄ im*a»6^e Arbeiterschaft sie fönne ber Lufta arm getrost b-nd-tt fid. Dor allem um d-uftche Sch-ft-. Sn dr°.,an n Arb °l °d^b 1^.^- n, die Arbeiter bei jedem Alarm ihre Plätze verlassen. In Londoner Zeitungen wird bekanntgegeben: /Die zahlreichen aus Versehen erfolgten E r - schießungen harmloser Strahenbe- n utz er nach Einbruch der Dunkelheit hat zu einer Anordnung für alle Wachtposten geführt, m Zukunft nur noch rote Signallampen zum *lnrui von Passanten zu benutzen, um damit die tragischen Irrtümer zu vermeiden, die in der Vergangenheit so vielen Menschen das Leben gekostet haben Bisher waren bie Wachtposten, die nach Einbruch der Dunkelheit auf Englands Straßen und Plätzen patrouillieren, kriegswichtige Anlagen beobachten und dafür sorgen, baß bie für die Ausländer geltenden Ausnahmebestimmungen auch emgehalten werden, nicht mit Signallampen ober mit Lampen verschiebener Farben ausgerüstet. Daher ist es häufig vorgekommen, baß Kraftfahrer, Rabfahrer unb Fußgänger das Signal ober ben Anru, eines Postens nicht verstanden, ihm daher auch keine Beachtung schenkten und daraufhin erschossen I wurden. Än anderen Fällen wurden überhaupt Gießen -Wieseck, den 4. Juli 1940. 02325 im 38. Lebensjahre. Gießen, den 3. Juli 1940. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 02324 Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen s u cf) t Dienstbe- j | Kaufgesuche Verkäufe Rosita Serrano Wir werden ihn nicht vergessen! 3121 d als Hilfe in Be- 31100 591—640 ir Nr. ir Nr. 641—690 Stüdt. Schlachthof, Gießen. I Ein ganz neues Programm! verkaufen, erfr. in der schäftsstelle Gieß. Anz. Am 20. Juni fiel in hartem Kampfe südlich Orleans mein geliebter Mann, unser Vater und Bruder Getreu unserem Wahlspruch: Gott Freiheit Ehre, Vaterland, fiel am 6. Juni in Frankreich unser lieber Altkamerad Margarete Kempff, geb. Schaefer Jochen und Ulrich Kempff Ilse Koch, geb. Kempff Liesel Kemp ff. Zu Ge- des 02314 Oer iialienische Heeresbericht. Rom, 3. Juli. (DRV.) Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: In Ost-Afrika haben bedeutende englische Streitkräfte unser Lager Aletemma heftig angegriffen. Bei energischen Gegenangriffen wurden fie unter Zurücklassung von droa* 60 Toten, von Rlaschinen- arnten-Haushalt für tagsüber od. für halbe Tage gesucht. Näheres tn der Geschäftsstelle des G.Anz. durch besondere Tapferkeit und Umsicht ausgezeichnet. Er hat entscheidend zu den Erfolgen seines Armeekorps heigetragen. General der Infanterie Ritter von Schobert, in Würzburg 1883 geboren, trat 1902 in das Bayerische Infanterie-Regiment Nr. 1 ein, mit dem er 1914 als Regiments-Adjutant ins Feld zog. Außer den beiden Eisernen Kreuzen, die er schon 1915 erhielt, wurde ihm das Ritterkreuz des Hausorvens von Hohenzollern und des Bayerischen Militär-Max- Joseph-Ordens mit Schwertern verliehen. Im 3uli 1918 erhielt er eine schwere Verwundung. Er leistete dann Truppendienst im Reichsheer. 1933 wurde er als Oberst Inspekteur der Infanterie. 1934 Generalmajor, 1937 Generalleutnant, Februar 1939 General der Infanterie. — Generalleutnant Weisende r g e r, geboren 1890 in Würzburg, ist aus dem bayerischen Infanterie-Regiment Nr. 9 hervorgegangen. Er wurde dreimal verwundet. Nach dem Zusammenbruch tat er in der Truppe Dienst. 1934 erhielt er ein Infanterie-Regiment. 1937 wurde er Generalmajor, 1939 als Kommandeur einer Infanterie-Division Generalleutnant. — Oberst Schmidt wurde 1892 in Weinheim geboren. Nach der Reifeprüfung trat er 1910 in das Infanterie-Regiment 137 ein. Er nahm an den Kämpfen an der Somme und in der Champagne teil und wurde zweimal verwundet. 1920 trat er zur Polizei über. Als Oberstleutnant wurde er 1936 wieder in die Wehrmacht übernommen. 1938 erhielt er als Oberst ein Infanterie-Regiment. — Hauptmann von P e t e r s d o r f, der 1892 in Pofen geboren wurde, ist bereits tm Weltkriege mit dem E. K. II und dem E. K. I und dem Preußischen Hausorden von Hohenzollern ausgezeichnet worden. Er wurde schwer verwundet. Nach ^zung- Geflügel: Hahnen Enten Gänse kauft laufend vlMlwsgMiMen Gießen. 3122D Profess. Dr. Deegener. Universität Berlin. Dieses Werk bringt er* ftaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bild» folgen aus dem reichen -eben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am De» obachten ist ein wertvolles naturgeschicht» liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch -um kleinsten Naturgesche» hen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie k 0' . l 0 s unsere befrlb. Webeblätter! Das Buch ist durch jede Ducyhandlung zu beziehen! HugoBermühIer Verlag Berlin »Lichterfelde IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIM gewehten und Munition, in die Flucht geschlagen. Auf unserer Seite nur ganz leichte Verluste. Während eines anschließenden Luftangriffs, der keinen Schaden anrichtete, verlor der Feind zwei Flugzeuge, die von den Flakgeschützen getroffen wurden und brennend abgestürzt sind. Unsere Luftwaffe hat von neuem und mit Erfolg die Flotten, und Luftflotten-Basen Aden mit Bomben belegt. Die A-H. schäft und die Kameradschaft Brockwitz zu Gießen. Langenbach (cand. med. vet.), Kameradschaftsführer. Karten RM. 1.— bis RM. 3 — in der Kartenverkaufsstelle der NSG. „Kraft durch Freude“, Gießen, Seltersweg 60. Geschäftsstunden : 9-13 Uhr und 14-18.30 Uhr, Samstags von 9 bis 15 Uhr. Mädchen sucht Morgenstelle. Zu sprech, bei Frau Kuhn, Kaiserallee 20. Wir suchen per sofort od. später eine hicWe Kontoristin die einwandfreiMaschine schreibt und die Kurzschrift beherrscht. Angebote mit Lichtbild u. Zeugnisabschriften oder persönliche Vorstellung erbittet 02320 Rudolph Karstadt LG.. Hörzentra Gießen, Seltersweg 28. schädigt er. Schr. Angebote unter 02317 an den Gieß. Anzeiger. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Reuter V, Miskroskop (franz. Mod.) zum Festpreis v. RM. 120.— zu Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Margarete Reuter sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den QießenerAnzelger Stellenangebote] Keine Ursprungszeugnisse, lonöem nur Zeugnis abschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen »ur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers tragen! von 10-11 uh von 11-12 Uhi die berühmte chilenische Lied- und Chansonsängerin mit Kurt Hohenberger und seinen Solisten 8 JULI 20Uhr ■ Montag------ Gießen,Gloria-Palast Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber» landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erhebet zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasgelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne kosten an die Kasse der Stadtwerke, Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 27 707, oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. - Vom 15. Juli 1940 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Alai 1940 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. 3120A Gießen, den 1. Juli 1940. Direktion der Stadtwerke Gießen.________ Gerichtsreferendar Werner Scheid Leutnant in einem Infanterie-Regiment Freibankverkauf am Freitag, dem 5. Juli 1940 von 8-9 Ubr Nr. 191—265 von 9-10 Uhr Nr. 266—340 von 10-11 Uhr Nr. 341—415 von 11-12 Uhr Nr. 416—490 am Samstag, dem 6. Juli 1940 von 8-9 Uhr Nr. 491—540 von 9-10 Uhr Nr. 541—590 Ein froh-ernstes Spiel, in dem ein hübsches, tapferes Mädel so sehr seinen Mann steht, daß seine Anmut und all das, was eine Frau begehrenswert macht, im sorgenvollen Alltag zu versinken droht.....Aber ein freundlicher Krach, ein Ballkleid aus glücklicher Zeit und ein starker blonder Junge rücken die ein bißchen verirrte Mädchenseele wieder auf den rechten Weg. Verwandlung und Zähmung einer hübschen Widerspenstigen durch die Liebel Eine Filmkomödie der Tobis von Fritz Peter Buch, nach seinem Theaterstück „Fräulein Jule“ ALBERT MATTERSTOCK HEIDEMARIE HATHEYER Flockina v. Platen » Paul Henckels Albert Florath - Paul Bildt • Frieda Richard • Tr. v. Aalten • W. Janssen Spielleitung: Fritz Peter Buch MUSIK: WERNER BOCHMANN Neueste Ufa-Ton-Woche Siegesfahnen über Deutschland Heute Donnerstag Erstaufführung Lichtspielhaus Anfangszeiten: Hauptfilm4,Wochenschau 5.30 Hauptfilm 6.20 Uhr, Beginn abends 8.15 Uhr Sonntags 3, 5.30, 8.15 Uhr. 3118 A Frankreichs Reorganisation. Zurück aufs Land. G e n f, 3. Juli. (Europapreß.) Mittwoch oder Donnerstag soll der französische M i n i st e r r a t zusammentreten, um die Einberufung von Kammer und Senat zu beschließen — Em auf einige Mitglleder beschränkter Kabine tt s rat, an dem Petain, Laval, Weygand, die Minister des Innern und der Finanzen, vertreten sind, beschäftigte sich vor allem mit Richtlinien zu einer Verfassungsänderung. Die Regierung plant zur Normalisierung des wirtschaftlichen Lebens ein großes A r b e i t s - und soziales Programm. Arbeitsminifter Po- maret beschäftigt sich vor allem mit der Demo- bllisierung. v .... Der „Petit Dauphinois" erklärt dazu, es muffe ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen der bäuerlichen und industriellen Wirtschaft gefunden werden. Die industrielle Wirtschaft müsse zu einem guten Teil in Richtung der Befriedigung der Bedürfnisse der Landwirtschaft gelenkt werden. Alle nichtspezialisierten Arbeiter, welche die Kriegs- dem Zusammenbruch hat er sich als Reichswehrführer besonders verdient gemacht. Das Ritterkreuz für den Commodore eines Stuka-Geschwaders. Berlin, 3, Juli, (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des EiseMn Kreuzes dem Major Oskar Dinort, Commodore eines Stuka-Gefchwa- ders verliehen. Major Dinort hat im Polenfeldzug in mehr als 40 Feindflügen Beweise seines persönlichen Mutes und seiner Führereigenschaften gegeben. An der Westfront hat er an der Spitze seines Geschwaders Kampf- und Einsatzbereitschaft bewiesen. Er war beteiligt an der Vorbereitung des Unternehmens bei Eben Emael, unterstützte mit seinem Geschwader den Durchbruch an der Maas, die Einsätze auf die Forts Brachon, Ponpisse und Flemalle, führte die Angriffe auf Arras, Boulogne und Calais sowie erfolgreiche Einsätze auf britische Kreuzer und Schiffe durch. Die hohe Auszeichnung wurde Major Dinort von Generalfeldmarschall Göring persönlich auf einem Flugplatz im Westen überreicht. altbewährte Nahrung für Säuglinge, fördert Muskel« und Knochenbildung, beugt Verstopfung, Blähungen usw. vor gibt gesunden Schlaf, kurz: ■uhv'VCvhAu Walter Kempff Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment oderKrau ------------------------1 .»= Ä.1IC- Geburtsanzeigen Empfehlungen] iiiHiiiiiiiimimiiiiiiiiii «in Quell d. Freud« für den Naturfreund MvMs teöeu Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit er» läuternden Bildunter» schriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Industrie vom Lande abgezogen hat, müßten au f s Land zurückgebracht werden. Die Instandsetzung der Straßen, des Eisenbahnnetzes, der Brücken und andere zusammenhängende Arbeiten sowie die landwirtschaftlichen Saisonarbeiten muh- tcn alle Demobilisierten ohne Stellung beschäftigen. Eme bessere Lohnverteilung vom Gesichtspunkt der Familie aus müsse gesichert werden. Auch die Hausfrau solle in der neuen Sozialpolitik nicht vergessen werden Die Erkenntnis nimmt also anscheinend in Frankreich zu, daß die einst so gern verspotteten Wirtschaftsmethoden und die Sozialpolitik Deutschlands als Vorbilder einer sehr aufmerksamen Beachtung wert sind. Kleine politische Nachrichten. Den im besetzten französischen Gebiet eingesetzten deutschen Frontarbeitern galt eine siebentägige Fahrt des Reichsleiters Dr. Ley, die sich von Metz durch die Champagne über Paris nach Orleans und von dort über Bourges nach Besan^on und Straßburg erstreckte. * . Nach längerem Herzleiden starb in Berlin General Detlef von Winterfeldt. Er war vor dem Weltkriege Militärattache in Paris. Als Bevollmächtigter der Obersten Heeresleitung beim Reichskanzler nahm er im Jahre 1918 an den Waffenstillstandsoerhandlungen in Compiegne teil. Liauvtickttftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des yaiwtjchriftleiters: Etttst Blumschein. Verantwortlich für Politik, FeuUlewn und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz and Wirtschaft: Ernst Blumschein,' für Spott: Hemnch Ludwig Neun^. Dnrd und Verlag: Brühlsche Universitatsdruckerci R. Lange K. G. Verlaasleilec: Dr.°Jng. Ettch Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Bercnttwörtlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. dal Brühl, Gießen permietung'en'] Minrtlm. mit Küche in Stadtmitte (Hinterhaus) sofort zu vermiet. Schr.Angeb.unt. 02323 a.d.G.A. Hawlags- M'dchen gesucht. 3124D Goethestr. 40II. Stellengesuche äFH WM- MlWllllk neuwertig, zu verkaufen. 02319 Wieseck, Eichenröderw.24 Gebr. schwarzer Herd zu verkauf. 02321 Wieseck, Neuenweg 81. Gut erhaltener, moderner zu verkauf. 02318 Friedensstr. 261 Frau oder Mädchen in ruhigen Haushalt für vormitt, gesucht. 02315 Liebigstraße39I Ordentliches Mädchen im 26. Lebensjahre. Gießen, den 4. Juli 1940. 02327 In treuer Pflichterfüllung für Führer und Vaterland verstarb am 14. Juni an den Folgen einer schweren Verwundung in einem Kriegslazarett in Nord frankreich mein innigstgeliebter Mann, mein mich so sehr liebender Papi, unser einziger, geliebter Sohn In tiefem Schmerz: Alma Bandis, geb. Gilbert und Söhnchen Rolf Franz Bandis und Frau und Verwandte. Helmut Bandis Gefreiter in einem Infanterie-Regiment Donnerstag, 4 Juli 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 150 Zweites Blatt Neue Richtung im Geltersweg die 3m Führerhauptquartier als die Die Das Hübsche. Von Richard Gerlach. Interesse der Rückgeführten ist eine eigenmächtige Rückkehr verboten. • Meldepflicht für Hausgehilfinnen. Das -Frauenamt der DAF. macht darauf aufmerksam, daß Hausgehilfinnen, deren Arbeitverhältnis gelöst wird, weil sich Haushaltungsvorstand und Hausgehilfin darüber einig sind, sich nach der Arbeitsaufgabe bei dem für den letzten Wohnort zuständigen Arbeitsamt unverzüglich zu melden haben. Die Hausfrau muß ihre Hausgehilfin zur Beachtung der Meldepflicht anhalten. Liegt keine Einigung über die Lösung des Arbeitsoerhältnisses vor, so wird die Kündigung nur mit vorheriger Zustimmung des Arbeitamtes rechtswirksam. Neben dem Führer der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel (ganz rechts), Major D e i l e und links General I o d l. — (Presse-Hoffmann-M.) zwar ab 18 Uhr für JM.-Führerinnen und ab 19.30 Uhr für Mädelführerinnen. Gleichzeitig werden Prüfungen für das IM- und BDM.-Leistungsab- Zeichen abgenommen, evtl, auch für das Reichssportabzeichen. e Achtung! Rückgeführte des Gaues Koblenz-Trier! Die rückgeführten Volksgenossen des Kreises Saarburg und Trier-Land haben in Ruhe und Disziplin den Aufruf ^ur Rückkehr in die Heimat abzuwarten. Die ortsweise Rückberufung wird bereits nächste Woche erfolgen können. Im eigenen Richtung hineinführen, nämlich vom Selterstor zum Kreuzplatz. Damit werden die Geschäftsleute nicht nur in dieser Straße, sondern auch in der Innenstadt überhaupt die von ihnen erhoffte zusätzliche Belebung durch die Heranführung auswärtiger Käufer erfahren. Mit dieser Neuordnung wird mitten im Kriege eine aufwärtsweisende Richtung für unsere Geschäftswelt gewiesen. B. Und Rundverkehr am Selterstor. Gleichzeitig mit der Fahrtrichtungsänderung im Seltersweg ist auch der Rundverkehr am Selterstor zur allgemeinen Verkehrspflicht geworden. Diese Maßnahme machte am gestrigen Nachmittag eine umfangreiche Verkehrsbelehrung notwendig, für die mehrere Polizeibeamte eingesetzt werden mußten. Die Beamten hatten dabei in den ersten Stunden keinen leichten Dienst. Die bisherigen Verkehrsgepflogenheiten sind in den weitaus meisten Volksgenossen, in Radfahrern, in Fußgängern, wie auch in den Kraftfahrzeugführern, so stark verankert, daß die Polizeibeamten fast die meisten Verkehrsteilnehmer, die gestern das Selterstor passierten, über die neue Ordnung belehren mußten. Der Wandel der Verkehrsordnung am Selterstor ist grundsätzlich und tief einschneidend. Es- geht nach der neuen Regelung — nicht mehr an, daß ein Kraftfahrer, ein Fahrzeuglenker, ein Radfahrer, wenn er etwa vom Hindenburgwall kommt, unmittelbar in die Frankfurter Straße einbiegen darf. Vielmehr muß nun erst der Kreis ausgefahren werden, in dem Fahrbahn und gleichzeitig auch der Radfahrer- Wer aber unbedingt länger in der Sonne bleiben und schneller braun werden will, braucht Nivea-Ultra-Öl mit verstärktem Lichtschutz. Wie wir uns durch Augenschein davon überzeugen ! konnten, hat die Verkehrspolizei über das Befahren ; des Selterswegs eine. Regelung getroffen, die schon 1 seit Jahren die Anlieger dieser Straße, insbesondere ; die Geschäftswelt, stark beschäftigt hat. Der Selters- 1 weg, seit Jahren Einbahnstraße für den Fährverkehr, bleibt auch in Zukunft als Einbahnstraße bestehen, 1 allerdings erhält der Fahrtweg für alle Fahrzeuge < eine andere Richtung als bisher. Ging bis jetzt der Fährverkehr nur. in der Richtung vom Kreuzplatz zum Selterstor (mit Ausnahme der Straßenbahn), so wird in Zukunft der gesamte Fährverkehr durch den Seltersweg ausschließlich die Richtung Selters- ; tor-Kreuzplatz haben. Die neue Richtung zeigt also das entgegengesetzte Bild als bisher. Beamte der Verkehrspolizei leiten den Verkehr seit heute in der neuen Richtung. Diese Neuordnung dürfte bei der Geschäftswelt im Seltersweg, auf dem Kreuzplatz, in der Mäus- burg, wie überhaupt in der Innenstadt volle Zustimmung finden. Wer sich der früheren Erörterungen über die Verkehrsregelung im Seltersweg erinnert, weiß, daß die Festlegung des Einbahnverkehrs in Richtung Kreuzplatz-Selterstor bei der Mehrheit der Geschäftsleute in dieser Straße keinen Anklang gefunden hat. Es wurde damals schon — vor Jahren — geltend gemacht, daß die Geschäftswelt es lieber ehen würde, wenn der Fährverkehr in der Embahn- traße Seltersweg die Richtung Selterstor-Kreuzplatz erhalten würde. Man versprach sich für den Geschäftsverkehr im Stadtzentrum eine wesentliche Förderung dadurch, daß die von auswärts die Frank- urter Straße herabkommenden Fahrzeuge in den Seltersweg hineinfahren konnten, anstatt — tote in den Jahren bisher — am Selterstor über den Hindenburgwall oder den Horst-Wessel-Wall umgeleitet und von dem geschäftlichen Mittelpunkt der Stadt abgedreht zu werden. Man machte, namentlich in den Kreisen des früheren Seltersweg-Vereins, nachdrücklich geltend, daß manche Kraftfahrer, die aus südlicher Richtung kämen und vom Mittelpunkt der Stadt mit ihren Fahrzeugen ferngehalten würden, dann lieber ihre Fahrt bis Marburg fortsetzen, anstatt hier Rast zu machen, wenn auch nur für Stunden, um sich in den Gaststätten zu erfrischen und in den Geschäften vielleicht auch Einkäufe zu machen. Die Entwicklung hat bestätigt, daß jene Einwände des Selterswegs-Vereins nicht unbegründet waren. Wohl die meisten. Kraftfahrer, die aus südlicher Richtung kamen und nach Norden weiterfahren wollten, kamen z. B. bei der meist bevorzugten Fahrt über den Hindenburgwall an keiner unserer größeren Gaststätten vorbei, sie dürften wohl in den meisten Fällen bis Marburg weitergefahren sein, ehe sie Rast machten; nur wenn sie vom Selterstor aus über den Horst-Wessel-Wall fuhren, führte sie der Weg an zwei größeren Gaststätten vorbei. Die Schlußfolge- . rungen hinsichtlich verpaßter Einkaufsgelegenheiten • in unserem Geschäftszentrum liegen auf der Hand. Nachdem durch die Umgestaltung am Selterstor i im Hinblick auf die in absehbarer Zeit zu erwartende = Einführung des Obus-Betriebs und die dadurch \ veranlaßte Neuregelung des Straßenbahnverkehrs die i Voraussetzungen für eine grundlegende Aenderung i geschaffen sind, finden die vor Jahren geäußerten dringenden Wünsche der Geschäftswelt im Seltersweg nunmehr ihre Erfüllung. Der Fährverkehr von - Süden her wird künftighin, ebenso wie die Straßen- > bahn, in die Einbahnstraße Seltersweg in einer Hübschheit wird weniger geschätzt Schönheit. Jedoch läßt man sie noch gelten, wenn sie auch niemals so besonders selten war. Eine Frau, die zwar nicht schön, aber recht hübsch ist, kann trotzdem entzückender sein als das langweilige klassische Ideal. Denn die Anmut rechnen wir eher der Hübschheit als der Schönheit zu. Die erlauchte Vollkommene kann auf das Niedliche, Reizende und Muntere verzichten, ihr Dasein und ihr Lächeln allein genügt, die Welt zum Bewußtsein ewig strahlender Jugend zu bringen, und das Geheimnis der ganz erfüllten Form läßt uns die Vergänglichkeit vergessen. Die Holdheit des Hübschen aber ist von diesseitiger Natur, frisch und erfreulich. Sie begrüßt uns traulicher als die erhabene Göttin, der wir nur schweigend und wunschlos nahen. Die Hübschheit ist gehalten, bis ihm ein glücklicher Lichtblick endlich das Strahlenfeuer des Edelsteines und seinen wahren Wert erkennen ließ. Als sie an seinem Tische vorbeikam, sah sie ihn und führ erschrocken zurück. „Herr Kreuder?" sagte sie ungläubig, und dann wich der fragende Blick ihrer Augen einer solchen Freude, daß er alles verstand, ihre Sorge, ihre Enttäuschung und ihr Fortgehen. Er hätte sich ohrfeigen können und war glücklich zugleich. „Würden Sie", sagte er, „würden Sie, Fräulein Barbara, auch einmal mit mir alten Manne tanzen?" Sie errötete und nickte. Dann ging sie ihm durch die schmalen Gänge voran, denn die Musik begann eben wieder mit einem Walzer. Er wollte während dieses Tanzes eigentlich viel sagen und viel erklären, aber da er damit beginnen mußte, daß er heute die größte Enttäuschung seines Lebens erlebt hatte, verschloß ihm eine geheime Scham den Mund. Er fing also beim Ende an und sagte, er sei jahrelang blind gewesen und habe erst heute Abend so recht die Augen geöffnet bekommen. Dabei drückte er sie an sich, und als er keinen Widerstand verspürte, begann ihm vor Freude das Herz zu klopfen, wie einem Primaner, und er wußte wieder, daß er im Grunde seines Wesens ja jung geblieben war und daß das Leben nun erst so recht beginnen sollte. Wer gestern nachmittag Gelegenheit hatte, die Polizeibeamten während der Verkehrsbelehrungen zu beobachten, wird sofort erfaßt haben, wie sich in der Zukunft der Verkehr am Selterstor bewegen muß. Auch viele Kraftfahrzeugführer folgten auf einen Wink hin verständnisvoll der neuen Ordnung. Viele Radfahrer zeigten sich für Bruchteile von Sekunden ziemlich hilflos vor der revolutionierenden Verkehrsordnung, und verfehlten dabei den Radfahrerweg, der aber auch häufig bedenkenlos von den Fußgängern benutzt wurde. Die Beamten befleißigten sich durchweg einer freundlichen Belehrung. Manche Szene, die sich dabei ergab, entbehrte nicht des humorvollen Charakters. Diejenigen, die den Wandel im Verkehrsmodus am Selterstor als Zuschauer für einige Minuten beobachteten, verfolgten die Szenen mit einigem Vergnügen. N. Staatssekretär Reiner am Selterstor. Am gestrigen Mittwoch weilte Staatssekretär Reiner in unserer Stadt und nahm u. a. die Umbauten am Selterstor in Augenschein. Gleichzeitig fuhr er im Kraftwagen als Erster über den Seltersweg in der nunmehr freigegebenen neuen Richtung. Aus diesem Anlaß war über die Straße ein Band gespannt, um symbolisch die Verkehrsänderung zu veranschaulichen. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 4. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 dis 10, Eier, als sonst in Erscheinung tritt. Wenn unsere Urgroßväter wiederkehren und das ; ungezwungene Badeleben unserer Tage betrachten könnten: fte würden baß erstaunt sein. Alle Sittensprödigkeit und ängstliche Scheu vor den natürlichsten Dingen, die ihnen noch als unverrückbare Grundregeln vorschwebten, sind längst dahin. Aber auch mit der bezeichnenden Astlochmoral einer späteren Zeit ist gründlich aufgeräumt worden. Dafür hat der befreiende Wind einer besseren Lebensauffassung gesorgt. Die Formen des Zusammenlebens der Geschlechter entsprechen heute den Erfordernissen einer gesunden Anschauung, und deshalb erscheint es uns nur noch selbstverständlich, wenn sich im Freibad Männlein und Weiblein gemeinsam tummeln, um frische Kräfte für die Anspannungen des Alltages zu sammeln. . Dafür ist das Bild, das sich jetzt täglich im Fret- bad bietet, auch von bunter Mannigfaltigkeit. Von den kleinsten Nackedeis bis zu den würdigsten Gestalten im Badekostüm zeigen sich die Erfrischung suchenden Erdenbürger dori, und der muß schon einigermaßen verknöchert oder noch hoffnungslos der alten Schule verfallen sein, der an diesem quirlenden und jauchzenden Durcheinander keinen Gefallen finden kann. Es ist eine Stätte unbefangenster und herzstärkender Fröhlichkeit, das Freibad, und wir können uns nur glücklich preisen, in einer Zeit zu leben, die diesen Badefreuden die weitgehende Förderung angedeihen läßt. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Fuchs von Gle- iarvon". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Em ganzer Kerl". In beiden Häusern neueste Ufa-Ton- Woche „Siegesfahne über Deutschland". Notizen für den 5.3ull 1940. Sonnenaufgang: 5.10 Uhr, Sonnenuntergang: 21.48 Uhr; Mondaufgang: 5.31 Uhr, Monduntergang 21.10 Uhr. DDM -u.IM -!lntergau 116 Gießen Die Untergaumeisterschaften im Schwimmen finden am Sonntag, 7. Juli, im Schwimmbad Klein- Linden statt und beginnen pünktlich um 10 Uhr. Alle Teilnehmerinnen melden sich um 9.30 Uhr beim Wettkampfleiter. Am Freitag, 5. Juli, wird noch einmal zu den Schwimmwettkampfen trainiert. Alle Mädel und Jungmädel des Standorts Gießen, auch der Umgebung, die am Sonntag mitschwimmen wollen, kommen am Freitag um 19.30 Uhr mit Schwimmzeug in die Müllersche Badeanstalt. Führerinnenwettkampfe. Wir beginnen mit der Durchführung am Montag, 8. Juli, auf dem Universitätssportplatz, und Aus -er Stadt Gießen. Lockendes Freibad. In der Mittagspause wird der Himmel eingehend betrachtet. „Du", sagt Paul begeistert, „das Wetter ist prima. Wollen wir nachher gehen?" Fritz erwidert mit Kennermiene nur das eine Wort: „Klar!" Damit ist die Sache abgemacht, nach Feierabend gehen die Lehrlinge Fritz und Paul zum Freibad. Und nicht nur für sie, auch für unzählige andere Arbeitskameraden hat das Wort „Freibad" einen verführerischen Reiz. Wer tagsüber an der Drehbank steht, wer als Bauhandwerker im Schweiße seines Angesichtes seine Pflicht erfüllt oder wer im heißen Büro lange Zahlenreihen addiert: für sie alle gewinnt schon während ihrer Tätigkeit die Vorstellung vom Badeleben eine schier magische Gewalt, die für die Arbeit von beflügelnder Wirkung ist. Es geht eben nichts darüber, an heißen Tagen sich der beengenden Hüllen zu entledigen und in die kühlen Fluten zu tauchen, die köstliche Erfrischung verheißen. Dabei erweist sich der Umstand, daß die Sommerzeit eingeführt wurde, als besonders günstig. Zwar könnte man auch bei nicht vorgerückter Zeit in diesen Wochen noch am Abend das Freibad aufsuchen, aber es ist dock ein großartiger Vorteil, daß zum Feierabend das Sonnenlicht eine Stunde länger wirksam bleibt. Weshalb denn auch der Drang zum Freibad in diesem Jahre in den späten Nachmittags- und Abendstunden deutlicher ternd ein Stelldichein im Stadtwald erbat. „Auf zehn Uhr am Goethedenkmal", hauchte sie und ent- chwebte. Peter Kreuder ging den ganzen Tag über wie auf Wolken und kaufte sich einen Binder, der „jugendlich machte", wie die Verkäuferin versicherte. Die treue Bärbel sah ihm erst traurig, dann wütend nach, als er mit diesem Schmucke schon gegen acht Uhr fortrannte und in dem Blumenladen an der Ecke verschwand. Um neun Uhr war er am Goethedenkmal, und um halb zehn hörte er Stimmen näher kommen. Er glaubte, das Helle, klingende Sümmchen seiner Erkorenen zu erkennen, und drückte sich in den Schatten einiger Büsche. Ja, da war sie! _, Ihr Anblick aber erweckte feine Schwingungen in seinem Herzen, denn an ihrer Seite ging ein junger Mann, der auf sie einredete. „Das hattest du nicht tun dürfen!" sagte er vorwurfsvoll, und sie entgegnete lachend: „Ach, was! Der alte Freund soll seine Strafe haben, und wenn er vergeblich hierher gelaufen ist und merkt, daß er versetzt wurde, bann wird es ihm vielleicht eine ganz gute Lehre sein! Wollen wir uns verstecken und sein langes Gesicht anschauen?" Der Junge entgegnete heftig, er denke nicht daran, und zog sie mit sich fort. Peter Kreuder hörte sie noch kleinlaut sagen: „Nun, wenn du meinst ..." , Als er nach Hause kam, lag in der Küche ein Zettel: „Bin zum Tanzvergnügen im Gartenverem Immergrün. Barbara." Ja, war denn die ganze Welt verrückt geworden?! Bärbele, die nie aus dem Hause ging, die er mehr als ein Teil der Zimmereinrichtung betrachtet hatte, Bärbel war zu einem Tanzvergnügen?! Er fühlte sich alt und elend, als er den Binder wechselte, die Blumen auf den Tisch warf und, um mit seinen Gedanken nicht allein zu sem, nach dem Lokal des Gartenvereins fuhr. Er setzte sich an einen leeren Tisch und sah den Tanzen- ^^Da^qad es ihm einen Ruck. Ja, war denn das wirklich die Bärbel, seine Bärbel, die dort oben tanzte?! War sie das, diese junge, begehrenswerte Frau, um die sich die Männer bemühten, und die in ihrem hellen Sommerkleid und dem weichen, blonden Haar wie ein junges Mädchen aussah? Dem Peter Kreuder fiel es in dieser Sekunde wie Schuppen von den Augen, und nach der Beschämung am Denkmal war ihm nun, als habe er jahrelang einen Diamanten besessen und für einen Kieselstein Eine Sommernacht. Von Karl Robert Popp. Als Peter Kreuder ein Junge war, erschienen ihm die abgehenden Schüler der oberen Klassen mit ihren neunzehn Jahren wie würdige Männer. Jetzt, da er sich mit einer ihm sonst fremden Hast den Fünfzigern näherte, war ihm die Spanne zwischen fünfzig und siebzig Jahren der Inbegriff reifer Männlichkeit, und da er außerdem behauptete, die Jugendlichkeit des Herzens allein fei der rechte Maßstab für die Altersbewertung und sich in der Beziehung wie ein Jüngling fühlte, schied er bei seinen reichlich spät erwachten Heiratswünschen von vornherein alles aus, was jenseits der Dreißig lag ... Sehr zum Kummer der kreuzbraven Barbara, die mit einer bei ihrem Geschlechte seltenen Offenheit vor der Welt ihre fünfunddreißig Jahre bekannte und frischer und elasttscher als manche Zwanzigjährige war. Sie betreute schon lange das Junggesellendasein Peter Kreuders, und nur dank ihrer geschickten Hände verlief das häusliche Leben des Einsamen ganz ohne die Klippen und Kümmernisse, die andere Hagestolze rechtzeittg auf die Vorteile einer Ehe Hinweisen. Peter Kreuder hatte zwischen einem sorgenvollen Blick auf den Steuerbescheid und einem glücklicheren zum Fenster hinaus das Verlangen nach dem Hafen der Zweisamkeit in sich erwachen gefühlt, aber, wie gesagt, die getreue Bärbel lag nicht im Blickfeld dieser Wünsche, obwohl sie selber sich in ihren geheimen Träumen gerne neben dem stattlichen und gutmütigen Peter Kreuder auf dem Stanöesamte sah. Jene steuerliche Einsicht ließ diesem zunächst die finanziellen Vorteile einer Ehe im rosigen Lichte erstrahlen, und der zufällige Buck durch das Fenster fiel auf ein Mädchen, das in feiner jugendlichen Schönheit noch die praktischen Erwägungen überglänzte ... Peter Kreuder eilte ihr auf der Stelle nach und tat, was er vorher nie getan: Er ließ fein Taschentuch fallen, hob es rote- der auf, überholte die Holde und fragte, ob sie es verloren habe, eine ziemlich verzweifelte Art der Gesprächsanknüpfung, denn sein Taschentuch hatte etwa die Größenabmessungen des Kopftuches der Begehrten. Trotzdem zeigte es sich, daß das Gluck mit seinen Wünschen war, denn die Schone sah ihn lächelnd an und nickte gewährend, als er stot- mehr ein braves Mädchen, dessen angenehme Wirkung alle sieben Tage der Woche anhält. Die Ausländer, die das Wort „hübsch" zum erstenmal hören, können es nur mit Zungenoerrenkungen aussprechen, und wenn sie versuchen, es in ihrer Sprache zu übersetzen, so fehlt ihnen die Vokabel. Denn der Inhalt von „hübsch" ist ja keineswegswegs damit erschöpft, daß es einen minderen, aber noch leidlichen Schönheitsgrad ausdrückt. Vielmehr ist das Wohlgefallen an dem Netten, Feinen, Arttgen ehrlich und ohne Abschätzig- keit gemeint. Zum Wesen des Hübschen gehört die untrübe Gescheitheit und die untörichte Zuversichtlichkeit, kurz, es gibt keinen hübschen Miesepeter. Ebenso wenig ist das Hübsche auch nur das Gegenteil des Häßlichen, es muß noch etwas Heitres und Gesundes dazu kommen, damit es erscheine. Die Aufgeräumtheit, der Aufputz und die neckischen Zu- aaben machen es auch nicht aus, sonst wäre es bloß ein Schnörkel. Früher wurde für das Hübsche die Hickschheit oder die Hübsche gesagt, aber diese Begriffe sind heute kaum noch ipi Gebrauch. Die Herkunft des Wortes hübsch weist in das ritterliche Mittelalter, hübsch war zuerst dasselbe wie höflich, es bedeutete adlige Sitte. Später taten sich die Bürger etwas auf ihre „Hübschheit" zugute. Noch im achtzehnten Jahrhundert gab es zum Beispiel in Hannover die „hübschen Familien", das waren die Alteingesessenen, die Vermöglichen und Tonangebenden. Von den Verhältnissen, die man einst hübsch genannt hatte, ging das Wort mehr und mehr auf die äußere Erscheinung über. Wir sprechen höchstens ironisch davon, daß einer einen hübschen Charakter habe. Aber ein hübsches Gesicht berührt uns immer noch angenehm. Wir sprechen nicht von einem hübschen Antlitz. Ein Antlitz kann nur von erhabener Schönheit sein. Die mittlere Anerkennung heißt also hübsch. Zu der Bezeichnung „häßlich" gehört dann die Fratze, und zu der Bezeichnung „scheußlich" die Visage. So ist cs auch, wenn wir etwa eine geistige Leistung als „hübsch" beurteilen. Das besagt, daß es sich hier gewiß nicht um etwas tragisch Welt- erschütterndes handelt, wohl aber um eine getonnte und in ihren Grenzen erquickliche Arbeit. Wir dürfen das Wort hübsch als ein nobles Vermächtnis der ritterlichen Zeit auffassen, die ihre Huld nicht maßlos und nicht knauserig verteilte. weg verlausen. Wer vom Hindenburgwall zum Horst- Wessel-Wall will, muß ebenfalls und zum Teil diesen Kreis ausfahren. Das gleiche gilt für jeden Verkehrsteilnehmer, der vom Horst-Wessel-Wall in den Seltersweg einbiegen will. Auch für den, der von der Frankfurter Straße her in den Horst-Wessel- Wall fahren will, ist es bindendes Gesetz, daß er den Kreis dreiviertels ausfährt und so in den Horst-Wessel- Wall gelangt. Während dabei die Kraftfahrer die breite Fahrbahn benützen müssen, ist für den Radfahrer der Radfahrweg da. Das ist die richtige Methode: Allmählich an dieSonne gewöhnen und langsam bräunen. Mit Nivea-Creme! I Aus -er engeren Heimat I I Ai ne 6h da ®e S leill W häf' zu b Opf' vich fran sch' Die die mit bem >\ Zösis ein; in X daß das der Des die wer Gai 3 bril heit 2 W teni eini ten ft° der NSG. Verschiedentlich hat der Schrottanfall auf dem Kriegsschauplatz im Westen den Eindruck er- weckt, als seien jetzt die Schrottsammlungen im Inland nicht mehr notwendig. Nun steckt zwar in den ausgebrannten Tanks, den beschädigten.Kanonen und den zerstörten Eisenbahnbrücken und Eisenbahnschienen eine gewaltige Alteisenmenge, doch kann selbstverständlich davon keine Rede sein, dah diese Menge etwa den deutschen Bedarf auf Jahre hinaus decken könne. Dazu kommt noch, daß nicht alles erbeutete Kriegsmaterial als Schrott angesehen werden kann, weil es meist noch ganz oder 3iim Teil gebrauchsfähig ist. Zu seiner Er- |9( Ers< gW Sei Are Heo gw W M flud von infc Ker Po dunq, denn hier gründete der Buchdrucker und Schriftgießer Christian E g e n o l f f vor 400 Jahren die erste Schriftgießerei als selbständiges Gewerbe, die als die Keimzelle des weltbekannten Frankfurt-Offenbacher Schriftgießereigewerbes anzu- sehen ist. . Oie Gutenberg-Festwoche in Mainz. Lpd. Mainz, 30. Juni. Die Deutsche Arbeitsfront, NSG. „Kraft durch Freude", führte in der Stadthalle eine eindrucksvolle Feierstunde zur 500- Jahr-Feier der Erfindung des Buchdrucks durch Jo- Hannes Gutenberg durch. Sinn der Feierstunde war, den Erfinder Gutenberg als Vertreter jenes ewigen deutschen Geistes zu würdiaen, der in allen Jahrhunderten in großen Menschen immer wieder lebendig ist und durch weithin sichtbar werdende -laten immer das Auge der Welt auf Deutschland lenkte. Die Veranstaltung war eine einzigartige Ehrung für Gutenberg. Der Akademiesaal des Kurfürstlichen Schlosses bot den Rahmen für die diesjährige Festsitzung der Gutenberg-Gesellschaft. Der Direktor des Mainzer Gutenberg-Museums, Dr. Alois Ruppel, hielt aus seinem reichen Wissen über Gutenberg, das er im Jubiläumsjahr 1940 in zwei Standardwerken der Gutenberg-Forschung niedergelegt hat, einen lebendigen Vortrag. All die bekannten Tatsachen aus dem Leben des Erfinders, feine Kämpfe und Mühen, seine Nöte und Enttäuschungen zeichnete der Redner. Er würdigte die Schönheit des Hauptwerks Gutenbergs, der 42zeiligen Bibel, und schilderte, wie nach dem Tode Gutenbergs ihm die Erfinderschaft von kleinen Geistern streitig gemacht wurde, während seine Erfindung den letzten Winkel der Welt in unaufhaltsamem Siegeszug eroberte. Er schloß seine Ausführungen damit, dah heute die objektive Guten- berg-Forschung eindeutig Gutenberg und damit einen Deutschen als den Erfinder festgestellt habe. Der stellvertretende Oberbürgermeister, Provinzialdirektor Dr. Wehner würdigte in abschließenden Worten die Verdienste der Gutenberg-Gesellschaft und vor allem die großen Verdienste des Direktors des Gutenberg-Museums, Dr. Ruppel, um die Erforschung der Geschichte des Drucks Anschließend hielt die Gutenberg-Gesellschaft ihre 39. ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die Gutenberg-Festwoche fand am Sonntagabend mit einer festlichen Aufführung des „Don Carlos", wobei der Mainzer Generalmusikdirektor Karl Maria Zwißler die Rolle des Königs Philipp erstmals fang, ihren Abschluß. Die Stadt Mainz hat als Festgabe zur 500-Jahr- Feier der Druckkunst im Typendruck den von Fust und Schöffner mit Typen Gutenbergs in drei Farben (schwarz, blau und rot) gedruckten canon missae herausgegeben. Er entstand zwischen dem Psatter von 1457 und dem Psalter von 1459, umfaßt 24 Folioseiten und ist mit den Psaltertypen gedruckt. 525 große und kleine Zeichen wurden zu diesem herrlichen Druck, dem reichverzierte Initialen ein besonderes Gepräge geben, verwendet. Die Schriftgießerei D. Stempel in Frankfurt hat als Stiftung für das Gutenberg-Museum die zu dem Neudruck benutzten Schriften nach Angaben von Gustav Mori in der Schriftgußtechnik Gutenbergs schneiden und gießen lassen und ebenso den Satz und Druck in ihrer Haus* druckerei ausgeführt. Das verwendete Papier ist handgeschöpftes Büttenpapier ähnlich wie es Gutenberg verwendete. Die Druckfarben find ähnlich den Farben der Frühdrucker. Die in Halbpergament gebundene Festgabe der Stadt Mainz ist eine bibliophile Kostbarkeit, die jeden Bücherliebhaber entzückt. Entgitterungs-Aktion wird fortgesührt Trotz Beuteschrott weiter (Schrottsammlung. Landkreis Sieben. 4- Reiskirchen, 2. Juli. Unter außergewöhnlich starker Beteiligung der Einwohnerschaft und dem Geleite seiner Bekannten und Berusskamera- den aus nah und fern wurde am Dienstagnachmittag Lehrer Karl Rausch von hier zur letzten Ruhe gebettet. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Frank, gab ein treffliches Bild dieses tüchttgen Erziehers, dessen ganzes Leben gewissenhafteste Pflichterfüllung bei deutscher soldatische« Haltung kennzeichnete. Von der Wertschätzung, deren sich der Verstorbene zu Lebzeiten erfreute, gaben die vielen Kranzspenden und ehrenden Nachrufe am Grab Zeugnis. Es legten Kränze nieder: die Ortsgruppe Reiskirchen der NSDAP, durch Ortsgruppenleiter Stark, die Krieaerkameradschaft Reiskirchen durch Herrn Schäfer, die Offiziersoereinigung des Landwehr- Jnfanterie^Regiments 116 Gießen durch Studienrat Dr. H e y m a n n (Gießen), das Kreisschul- und Laüdratsamt Gießen durch Schulrat Walter (Gießen), die Schule Reiskirchen durch Lehrer Roth, der evangelische Kirchenvorstand durch Kir- chenvorfteher Launspach,die politische Gemeinde Reiskirchen durch Bürgermeister Guntrum, die Spar- und Darlehnskasse durch Vorstandsmitglied Schmidt und der Nattonalsozialistische Lehrerbund und seine Berufskameraden durch Lehrer Leisenheimer (Rödgen). Lehrer Karl Rausch stammte aus Maar, Kreis Lauterbach. Nach seiner Entlassung aus der Volksschule besuchte er von 1896 bis 1898 die Präparandenanstalt zu Lich und von 1898 bis 1901 das Lehrerseminar zu Friedberg. Nach Verwendung als Schuloerwalter an verschiedenen Orten wurde er 1908 in Burkhardsfelden an- gestellt und siedelte 1920 nach Reiskirchen über. Im Weltkrieg, an dem er als Leutnant und Kompanieführer teilgenommen hatte, errang er das Eiserne Kreuz 1. Klasse und eine Reihe weiterer hoher Orden. Ein sich im vorigen Jahr einstellendes Leiden machte dem Leben des vortrefflichen Menschen ein Ende. , , v *Lang-Göns, 3. Juli. Dem Sohn Wilhelm des Landwirts Wilh. Kaspar Sp i e ß von hier, Obergasse, wurde für Tapferkeit vor dem Feind das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. W. Spieß studierte Volkswirtschaft und hatte im Winter einen Urlaub von 6 Wochen erhalten, um sein Examen abzulegen, das er mit Erfolg bestand. Nun zeichnete er sich auch als Soldat aus. Ein Schriftgießerei-Museum in Frankfurt. LPD. Frankfurt a.SOt., 1.3uli. Als Beitrag zum Gutenberg-Jubiläumsjahr 1940 wurde am Montag vormittag in Frankfurt a. M. im Haus „Zum alten Frosch" in der Falkengasse ein Schriftgießerei-Museum der Öffentlichkeit übergeben. Das völlig wiederhergestellte Haus „Zum alten Frosch" steht mit den Anfängen des Buchdrucks und des Schriftgusses in enger Derbin- zum Teil gebrauchsfähig , _ . faffimg werden besondere Kolonnen der deutschen Wehrmacht eingesetzt, die das Material nach seiner Wiederverwendungsmöglichkeit ordnen, so daß nur das nicht verwendungsfähige Material als Schrott den Stahlöfen zugeführt wird. Soweit es sich nicht um erbeutetes Kriegsmaterial handelt, wird in Holland und Belgien der Schrott vom dortigen Altstoffhandel gesammelt, wobei der in den zerstörten Brücken-, Schienen, Häusern usw. steckende Stahlschrott in die Stahlöfen geschickt wird, um daraus den für den Wiederaufbau dieser Gebiete notwen- Der I. M., ebenfalls aus Polen, war des Hausfriedensbruchs, der Bedrohung und der Sachbe cha- digung, begangen in schwer angetrunkenem Zustand auf Hof-Güll, beschuldigt. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von sechs Monaten. Der Angeklagte wurde wegen Volltrunkenheit zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten, abzüglich eine Woche Untersuchungshaft, verurteilt. deutsche 12, Kartoffeln, alte, 54 kg 05, 5 kg 50 Rpf., 50 kg 4,15 RM., Wirsing, grün, 54 kg 16 Rpf., Weißkraut 20, Gelberüben, das Bund, 15 bis 20, Roterüben 15, Spinat, 54 kg 15, Römischkohl 15, Bohnen, grün 58, Erbsen 30 bis 35, Mischgemuse 15, Tomaten 80, Zwiebeln 18, Rhabarber 10, Himbeeren 45 bis 50, Kirschen 45 bis 50, Heidelbeeren 42, Stachelbeeren 40, Johannisbeeren 30, Erdbeeren 50, Blumenkohl, das Stück 20 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 30 bis 50, Oberkohlrabi 15, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. Lebensmitteleinkauf möglichst vormittags. NSG. Es ist ganz einfach eine schlechte Angewohnheit, wenn manche Hausfrau ihre Lebensrnittel stets erst in der letzten Stunde vor Ladenschluß am Abend besorgt, statt vormittags. Ein wenig Nachdenken über die Auswirkung dieser Angewohnheit auf den eigenen Haushalt und auf die Mitmenschen wird sie schnell davon überzeugen, daß möglichst vormittags eingekauft werden sollte. Was die Hausfrau am frühen Morgen emfauft an Obst und Gemüse, das erhält.sie ftisch aus der Markthalle. Hat es schon einen Tag bei dem Händler gelegen, ist es nicht so ftisch erhallen und hat das Gemüse bereits gelitten. Viele Hausfrauen haben den Einwand, sie könnten nachmittags mit mehr Muße einkaufen, da am Vormittag so manche andere Arbeit zu erledigen wäre. Das wird in den meisten Fällen doch nicht ganz zutteffen, denn es ist leider immer noch so, daß die Geschäfte m den Abendstunden überfüllt sind. In den Morgenstunden würde die Hausfrau vielleicht mehr Aufmerksamkeit vom Händler beanspruchen können. Nicht um ihres eigenen Vorteiles willen sollte sie vormittags kaufen, sondern auch vor allen Dingen mit Rücksicht auf die berufstätige Frau, die aus den Einkauf in den Abendstunden angewiesen ist und auf die Frau des Einzelhändlers und seine Angestellten, die bei starkem Verkehr bis zum Ladenschluß oft noch eine weitere Stunde im Geschäft bleiben müssen, um aufzuräumen. Wir haben heute alle gelernt, nicht nur an uns 3U denken, sondern auch an unsere Nachbarn. Deshalb Hausfrauen, kauft in den Morgenstunden! * ** Mit dem Eisernen Kreuz ausae- zeichnet. Der Oberleutnant und Kompanieführer Wilhelm Schmidt (Neue Bäue 25) wurde für Tapferkeit vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. . ** Silberne Hochzeit. Am gestrigen Mittwoch, 3. Juli, konnten der Pfleger August Alt - haus und Frau Elisabeth, geb. Sauerwald, Wetzsteinstraße 14, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Nachträglich unseren herzlichen Glückwunsch! ** Im Kampf gegen den Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 14. bis zum 20. Juni im Bereich der Polizeidirektion Gießen (einschließlich des Polizeiamtes Bad-Nau- heim-Friedberg) wiederum gegen eine stattliche Anzahl Verkehrssünder ein. Zur Anzeige gebracht wurden 2 Kraftfahrzeugführer, 3 sonstige Fahrzeugführer und 5 Radfahrer. Gebührenpflichtig verwarnt wurden 3 Kraftfahrzeugführer, 4 sonstige Fahrzeugführer, 26 Radfahrer und 2 Fußgänger. Mit gebührenfreien Verwarnungen kamen 7 Fahrzeugführer, 10 Radfahrer und 10 Fußgänger davon. Amtsgericht Gießen. Der K. K. aus Polen war beschuldigt, am 20. v. M. als Angehöriger eines Feindstaates sich ohne Genehmigung der Kreispolizeibehörde von seinem Aufenthaltsort entfernt und das vorgeschriebene Ek- digen Stahl zu zerschmelzen. Nach Deutschland werden nur die überschüssigen Mengen abtransportiert Das gilt vor allem für Holland, da Holland schon vor dem Kriege Schrottausfuhrland war, wahrend Belgien größere Mengen einführte. Es ist also damit zu rechnen, daß die Lieferungen aus diesen Ländern über ein gewisses Maß nicht hinausgehen. Deswegen ist es unbedingt notwendig, daß der Schrott im Inland weiter erfaßt wird wie bisher. Insbesondere muß die Sammelaktion von Gitterschrott weiterge- führt werden. Gelegentliche Stockungen, die in dem Mangel an Arbeitskräften und an Transportmöglichkeiten begründet liegen, werden überwunden werden. Auf keinen Fall aber darf die Schrottversorgung der deutschen Eisenwirtschaft durch Nachlässigkeit in der Sammlung gefährdet werden. Bekanntlich ist Schrott vor allem für die Stahlerzeugung nach dem Siemens-Martln-'Derfahren unerläßlich. In diesem Verfahren werden besonders harte ober geschmeidige Stähle erzeugt. Da wir diesen Qualitätsstahl heute besonders dringend brauchen, ist es klar, wie wichtig es ist, daß wir ausreichend mit Schrott versorgt sind. kennungszeichen nicht getragen zu haben. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von acht Monaten und eine Haftstrafe von einer Woche. Der Angeklagte wurde wegen Vergehens gegen die Verordnung über die Behandlung von Ausländern zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten und zu einer Haftstrafe von einer Woche verurteilt. Die Haftstrafe gilt durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt. (Nachdruck verboten!) 33. Fortsetzung. sich. kam war die Dl Nic bet Dor die Re von w er stcn bet ®t zu ftr rii beii bo Dor fen: In der frai ®a Siri Um tei erö ra „D Flo fei: la me bef mii Df. Oetker Saßen-und (Han bereitet Die ftaltfchale nath Der Gebrauchsanujei[ung unD gibt eine Der angegebenen Einlagen öaju Die Früchte ober bas flompott werben tmrj vor Dem Anrichten In Die flaltfchale gegeben Für Die Schneehläße wirb Das Eiweiß ja Reifem Schnee geschlagen Dann gibt man Den Oanillinjucher hinzu. Der Schnee muß (o fest fein. Daß ein Schnitt mit einem (Tieftet fühlbar bleibt Man Richt mit einem Löffel Klöße Davon ab. fehl Re auf heißes, nicht mehr hochenDes IDafter unD läßt fie im jugebechten Topf in etwa 5 Minuten fest werben. Man gibt fie hur; vor Dem Anrichten in Die Kaltschale. Für Die fTlanbelta -Einlage bereitet man einen PuDbing nad) Der 6ebcaudisamoeibing, gibt ihn in eine mit Kaltem IDafter ausgespülte form unD stürzt ihn nach Dem Erhalten. Mit einem Löffel Richt man Kurz vor Dem Anrichten reilrheci ah «gift fie in Dje fialtfrhnle, Bitte ouslrhneiben! „Nun, vielleicht genügt auch die Zeichnung, die sie gemacht hat. Holen Sie das Ding mal heraus." Frommel griff in einen blauen Aktendeckel und brachte das Blatt mit den Kohlelinien. Mjöllns erster Eindruck. Der Rechtsanwalt stand auf, verbeugte „Plüschke", stellte er sich vor. na ftc fch sch fei En< Die fen| Slbs Flo leb! geg( brachte das Blatt mit den Kohlelimen. Mjölln zog seinen Mantel an. „Danke." „Man fährt mit der Linie zwölf. Bis zur Schleswiger Chaussee. Dann muß man noch ein wenig Frommel, der Sekretär Frommel, legte sich einen Plan zurecht. Er wollte eines Abends" zum Kraut- weg fahren, am Haus Nummer 78 die Glocke läuten, nach dem Kunstmaler, der dort wohnte, ftagen und ihm auf den Kopf zufagen, er sei der verschollene Detlef Hauck. Zwei Nächte lang träumte er davon. Jedoch die Träume waren nicht so, daß sie ihn beruhigten. Sie waren drückend und belastend. Da.beschloß er am dritten Tag, mit Mjölln zu reden. , t ~ „Krautweg 78", sagte Mjölln zweifelnd. „Das wäre ja eine tolle Geschichte. Eine wahrhaft tolle Geschichte. Ich glaube nicht daran. Aber schreiben Sie mal auf einen Zettel Krautweg 78‘. Mit was für einer Bahn fährt man denn da am besten?" „Sie wollen ...?" erlaubte sich Frommel zu fragen. „Natürlich. Ich will mir den Mann mal ansehen." „Wenn er aber nicht zugibt, der Maler Detlef Hauck zu sein?" „Das ist sehr wahrscheinlich, daß er das ableugnet." „Wir wissen gar nicht, wie er aussieht. Die Frau hatte ja nicht mal eine Photographie von ihm." Er hörte, wie die Frau von drunten herauftief: „Sie haben Besuch bekommen, Herr Neels. Ein Herr wartet in Ihrem Zimmer." Dann wurde die Tür geöffnet, ein Mann herein und grüßte. Er sah gleichgültig aus, das „Ach ...", sagte sie, „ich glaube, wir müssen gehen. Du wirst zu Hause erwartet." „... Sibylle ..." T üer Keine Spur von HM Roman von Charlotte Kaufmann. „Neels." „Hoffentlich störe ich Sie nicht", haspelte Mjölln herunter. „Ich komme nämlich, um Ihnen einen klei« Haus Nummer 78 zog Mjölln die Glocke. Er hörte, wie sie durch das ganze Haus drang. Er wartete und sah auf die Uhr. Halb fünf. Auf der Straße lag schon milchige Dämmerung. Herrgott, bin ich froh, wenn der Winter wieder vorbei ist, dachte er und zog sich in seinen Mantel hinein. Er läutete noch einmal, lauter. „Verdammt, ist denn hier kein Mensch zu Haufe?" Er brummte. Im Erdgeschoß wurde ein Fenster geöffnet, eine Frau blickte heraus. „Bitte?" fragte sie. „Zu wem wollen Sie?" Mjölln zog den Hut. Freundlich sein, befahl er sich. „Ach, gnädige Frau ...", er verbeugte sich, „hier wohnt doch ein Kunstmaler, nicht wahr? Ein Herr ... verdammt, jetzt habe ich vergessen, wie er heißt." Er suchte hastig in seinen Taschen. „Ich bin zu ihm geschickt worden. Er soll sehr tüchttg sein Wo habe ich nur den Zettel." „Sie meinen Herrn Neels?" „Ach ja, richtig ... natürlich Herrn Neels." „Augenblick, ich werde Ihnen aufmachen." Drei Minuten später stand er in einem Dachzimmer. „Vielleicht warten Sie ein wenig. Er wird sicher gleich wiederkommen", sagte die Frau und verschwand. Mjölln setzte sich auf einen kalten Stuhl. Das Zimmer war öde und nüchtern. Ein Bett stand in der Ecke. Auf dem Tisch lag eine Decke, die unzählige, von Zigaretten hineingebrannte Löcher aufwies. Mjölln mußte eine Viertelstunde warten, zusammengezogen und klein in seinen Mantel gepackt. Dann kamen Schritte die Treppe heraus. Er bekam Herzklopfen. Jetzt kommt er! gehen." „Gehen, bei der Kälte. So." Mjölln brummte. Drunten auf der Straße überkam ihn ein Taumel freudiger Erwartung und Hoffnung, so daß er sich ba3U herbeiließ, ein Taxi zu nehmen. Wenn dieser Krautweg am Ende der Stadt lag und man gar von der letzten Straßenbahnhaltestelle aus noch ein Stück gehen mußte ... es war nicht gut, wenn man zu der bevorstehenden Verhandlung vollkommen ausgefroren ankam. Der Krautweg bestand aus kleinen, wenig gepflegten Häusern mit niedrigen Fenstern. Vor dem nen Auftrag zu bringen. Ein guter Freund hat mir Ihre Adresse gesagt. Ich brauche dringend notwendig eine hübsche Zeichnung von mir. Kohle vielleicht, oder Bleistift. Ich verstehe nichts davon. Sie machen doch so etrotis?" „Ja... doch." Der Maler stand vor der Tür und starrte auf Mjölln. In seinen Augen lag Mißtrauen und ein wenig Hohn. Er durchschaut mich doch nicht? dachte Mjölln, und es wurde ihm heiß. hoffentlich komme ich nicht ungelegen", beeilte er sich zu sagen. „Nein, nein. Nehmen Sie nur Platz." Der Maler legte zwei Pakete, die er unter dem Arm getragen hatte, auf die Kommode. .Hoffentlich ist es Ihnen nicht zu kalt." Aber Mjölln schwitzte jetzt. „Wer hat Sie denn zu mir geschickt?" Der Maler holte einen Zeichenblock aus der Schublade. Neben dem Fenster hing eine leere Leinwand. ,Harms heißt er. Er wohnt gleich in der Sttaße nebenan." „Ach, der Krämer." „Ja." Mjölln atmete auf. Er wußte nicht, daß hier ein Krämer Harms wohnte, aber er war für den Zufall dankbar. „Ich kaufe auch bei ihm" nickte Neels. „Manchmal. Ich werde Kohle nehmen, wenn es Ihnen recht, ist. Vielleicht fetzen Sie sich ein wenig mehr zum Licht. Verdammt rasch wird es jetzt dunkel." Mjölln schob sich an das Fenster. Seine Gedanken versuchten sich zu oergegenmärtigen, wie der Maler Detlef Hauck wohl ausgesehen haben mochte. Er dachte mit Anstrengung an das Bild, das ihm Keit von der Frau aus Stein gebracht hatte, die zarte Zeichnung, die er in der Tasche trug. Aber zum Teufel, er hatte das Gesicht vollkommen vergessen. Jedenfalls besaß der Fremde, der nun eifrig Linien auf ein Papier malte, ein ihm vollkommen fremdes Gesicht. Ein Gesicht, das ihn an nichts erinnerte. An gar nichts. Also war es auch nicht der Zeichnung der Frau Hauck ähnlich. Sonst würde es ihm doch ein wenig bekannt Vorkommen. Bluff! dachte Mjölln wütend. Alles Bluff und Wichtig- tu er ei. Dieser Frommel- ist ein Idiot. (Fortsetzung folgt.) „Ich werde morgen mit Mjölln sprechen", sagte Joachim, „wegen uns beiden. Du brauchst nur ja zu sagen. Dann ist die Scheidung am Landgericht bald erledigt. Böswilliges Verlassen, oder roie, sie das nennen ... Wir können im Sommer schon das Haus bauen. Wenn du nicht mehr da draußen wohnst bei den Dünen, dann wirft du auch das Alte vergessen. Oder scheint es dir nicht gut zusein, ein Leben lang bei mir zu bleiben?" „Vielleicht kennst du mich noch gar nicht." „Doch, ich kenne dich." „Und wenn mein Mann noch lebt? Wenn es ihm schlecht geht?" „Dann werde ich versuchen, ihm zu helfen, ohne dir davon zu sprechen. Du barfft mich nie mehr nach ihm fragen." „Du denkst dir das sehr leicht." „Das tue ich." Er hatte jetzt eine Falte über der Nasenwurzel. Plötzlich beugte er sich vor: „Sibylle", sagte er hart, „das was wir hier sprechen ... es sollte nicht gesprochen werden. Erwägungen ... Befürchtungen ... Bei Gott, wenn wir uns lieben, dann sollte es keine Aengste geben. Ich werde morgen mit meinen Eltern sprechen, und dann komme ich zu dir. Dann will ich von dir das endgültige Ja holen, mit dem ich zu Mjölln gehen kann/ Er faßte nach ihrer Hand und zog sie zu sich. „Du bist wie ein verirrter Vogel", sagte er hastig, „wie eine Schwalbe, die in die ersten Schneestürme geraten ist, während sie auf dem Weg nach Süden mar. Das Leben ist anders, als man es sich träumt, wenn man allein ist in einem Haus am' Meer und viel See sieht ... Sibylle ..." Das Seeungeheuer neben der Lampe lächelte glitzernd und begann in der aufsteigenden Wärme des sich langsam füllenden Raumes zu tanzen. Es drehte sich, zaghaft erst, an einer leise zitternden Schnur, bann rascher und rascher. „... Sibylle ..." Sie schrak auf aus Träumen und Starren. Kaltschale: 11 IDafter, 10 0 -15 0 g (4-6 gehäufte Eßl) 3u*er. 2 Räch di en Dr. Oetker Soßen- u. fialtfchalenpuloec Aprikose-. Kirsch- ober Zitrone-GesckmaL 1/4 l IDafter jum Ancühreti Einlagen: i. 250-375 g gezuckerte rohe Früchte ab.Kompott; 2. Schneeklöße: 1 Eiweiß. 1 Päckchen Dr. Decker Danitlinzucker; J. „Manbella"-Einlage: 1/21 entrahmte Frischmilch, 50g(2 gehäufte ERL) Zucker, 1 Röckchen Dr. Oetker „ManbeUa"- yubbingpulnp^ H EQL IDnftcr Anruhrefr