Gießener Anzeiger hl jn kraftvollem, überraschenden Einsatz gelang es. 3er-1 ignoö1 shnell die feindliche Luftverteidigung «uszufchalten und in konzentriertem Hochmd Tiefangriff die Anlagen und Rollfelder sowie phlreiche Flugzeuge am Boden zu zerstören. In vielen Stellen wurden Brände und Explosionen 5’M iinger. | ereil» «h ’orn. aus. MM luri? rflani eitern 1 M! 'N di- i stii H. liinkirchen liegt dauernd unter schwerem Artillerie- smer. Auch Kampf- und Stuka-Verbände setzten am 2. Juni ihre Angriffe auf Dünkirchen fort. Dabei mürben zwei Zerstörer, ein Wachtboot und ein Handelsschiff von 5000 Tonnen versenkt, ein Kriegsschiff, zwei Zerstörer und zehn Handelsschiffe durch j Bombentreffer beschädigt. 3m übrigen dehnten sich die Angriffe der Luftwaffe bis in das Rhone- Iil und bis Marseille aus. Vor unseren beiderseits Forbach vorstohenden Truppen wich der Zeind auf die Rlaginotlinie zurück and liefe Gefangene, Waffen und Gerät in unserer Hand. Die im Zage der großen Vernichtungsschlacht in Flandern utib im Artois gefangenen Engländer und Zranz o s en haben nach den vorläufigen Fest- I stlllungen die Zahl von 330 000 erreicht. Der schwere Abwehrkampf unserer Gebirgsjäger 86Ö an Land eingesetzten Schiffsbesahungen im Serggelände um Narvik gegen ungeheuere Überlegenheit dauert an. 3n Nordnorwegen wur- am 1.6. der Sender und das Sendehaus in Babfoe durch Bomben zerstört, ein feindliches Handelsschiff am Westausgang des Ofotenfjords ver- ICifL 3n der Nacht zum 3.6. fetzte der Feind feine Luft- «griffe gegen nichtmilikärifche Ziele in West- und 5ilbweskdeutschland fort, ohne nennenswerten Scha- dm anzurichten. Die Gefamtverlufte des Segn er s betrugen gestern insgesamt 59 Flug- leuge, davon wurden 27 im Luftkampf, zehn durch Jkrt abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 15 eigene Flugzeuge werden vermiht. ijter. ' bei ' du J 05* >e A Oi in 9‘ eris W\ unk: ahrer ta le & insitt miik Sing' tellin übun« beten M ige«n \ neue Lehr- ruber- Ph bei N .de; lun. usen 'sich Die dir urstr icher. [tuet, Biller1 ein? mdE ,N ucciiA ■ nichl- n * irüie* freu«1 leit' Der Wehrmachlsbericht vom Montag. Lisher 330 000 Engländer und Franzosen gefangen. Führerhauptquartier, 3. Juni. (DNB.) Deutscher Lustangriff ausAulagenderfranzösischenLustwaffeinundumparis Durch Hoch- und Tiefangriff« zahlreiche Anlagen uni) Rollfelder zerstört. 70 feindliche Flugzeuge in Lustkämpfen abgeschosien. Dienstag, 4. Juni M0 Annahme von Anzeigen für bie Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des BormittagS Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 m» Breite? Pf.»Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse MengenstaffelB Platzvorschrift (vorherige B ereinb arung) 25 °/0 mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Oer Luftangriff auf Marseille Italienische Betrachtungen zur Lage. R |i do: I li , uii [ M i! aus. Lj guter L W ln9u| 2 11 jervorgerufen. 3m Luftkampf wurden 7 0 feind- laltenir lldje Flugzeuge abgeschossen. 5 eigene " Flugzeuge werden vermißt. Oie Wahrheit sickert auch in Loudon durch Hoffnungslose Lage im Raum von Dünkirchen. fast zur Verzweiflung getrieben. Eine große Anzahl von Fahrzeugen sei eingesetzt worden, um das Expeditionsheer und die französischen Splitter nach England zu schaffen, jedoch hätten die englischen Schiffe nicht ihre Aufgabe erfüllen können, da sie sowohl von der Luft, als auch vom- Land her ständig unter Feuer gehalten würden. Nach einem Bericht der ,Allehanda" aus London sind die Engländer seit geraumer Zeit gezwungen, ihren eingeschlossenen Truppen durch Fallschirmabwurf Nahrungsmittel und Wasser zukommen zu lassen. Die Truppen lägen stellenweise völlig erschöpft in den Dünen und warteten darauf, daß sie von irgendwelchen Bugsierbooten des Londoner Hafens abgeholt würden. Es wird in Londoner Verübten zugegeben, daß die deutschen Angriffe und der Druck der deutschen Truppen gegen die Eingeschlossenen seit 24 Stunden „in unerhörtem und phantastischem Ausmaß" zugenommen hat. An der englischen Südküste sei deutlich der Donner der schweren Geschütze zu vernehmen. Einige Soldaten, die dem „Höllenkessel von Dünkirchen" entrinnen konnten, erzählten, daß die Küste von Truppen wimmele, die sich Löcher und Gräben i n d e n Sand gebuddelt hätten, um sich notdürftig gegen die unablässige Beschießung durch deutsche Artillerie und Minenwerfer sowie die ständige Bombardierung durch deutsche Flieger zu schützen. Die Deutschen ständen bereits so dicht vor Dünkirchen, daß ein Entkommen für Engländer und Franzosen nicht mehr möglich erscheine. Die Engländer müßten auch ihre letzten Stellungen unter dem starken Druck der Deutschen Schritt um Schritt räumen. In amtlichen britischen Kreisen werde jetzt kleinlaut zugegeben, die Verluste der Engländer bei den Kämpfen in Flandern seien sehr schwer. Einige der feit der deutschen Luftwaffe. Die „Tribuna" schreibt, mit Marseille Hobe Deutschland einen der größten feindlichen Häfen und die am stärksten aus« gerüstete Seebasis für den französischen Verkehr im Mittelmeer und nach dem Orient angegriffen. Bisher habe sich der französische Verkehr mit der nordafrikanischen Küste, mit Syrien, Palästina und der Türkei ungestört abgewickelt mit dem Ergebnis, daß alle jene Mensche n r e se r v e n, die die Republik aus ihren kolonialen Besitzungen herausziehen könne, nach Frankreich hineingeströmt seien. Ferner habe Frankreich das Heer in Syrien, das neun Monate lang als die Weygand-Armee bezeichnet wurde, ungehindert mit Lebensmitteln und Kriegsmaterial versorgen können. Nun machten die deutschen Bomben, die auf die Hafenanlagen von Marseille niedergegangen seien und zwei große Dampfer getroffen hätten, den Franzosen klar, daß der Krieg total werde und die Luftwaffe alle ihr nützlich erscheinenden Ziele erreichen könne. Marseille sei nicht mehr sicher, und die Mittelmeer- Armee Frankreichs sei einer neuen Gefahr ausgesetzt. Monats-Bezugspreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte * 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auck bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernfvrechanschluß 2251 ^Drahtanschrift: „Anzeiger" Posts check 11686 ^ranks^M. Frankreichs aufgelaufene Schuld. Nachdem sich das Schicksal der in Flandern eingeschlossenen besten Armee Frankreichs vollendet hat, Ströme der vom eigenen Lande ohne Hilfe gelassenen Flüchtlinge sich ins Innere ergießen und der Mangel an führenden Köpfen und an einer leitenden Jdse sich immer mehr bemerkbar macht, wächst die Ahnung kommenden Unheils im Sinne einer geschichtlichen Vergeltung für eine jahrzehntelange Politik der Herausforderung, der Ueberheblichkeit und des verniggerten Sadismus. Was da im öffentlichen Leben Frankreichs jetzt zutage tritt, ist nicht nur die sorgenvolle Angst vor einem drohenden Schicksal angesichts einer französischen Wehrmacht, die weder das stärkste Festungssystem zu halten noch mit diesem Festungssystem im Rücken das deutsche Feldheer in offener Schlacht zu bestehen vermochte. Nein, über diese fressende Sorge hinaus zeigt sich die beginnende Ahnung von der Tatsache, daß das Schicksal dem französischen Staat sieben lange Jahrzehnte Zeit gelassen hat, sich auf französische Aufgaben zu beschränken, die in einem sozial ttefstehendem Lande weiß Gott zahlreich genug waren, und daß weder die gewohnheitsmäßig regierende Schicht, noch das französische Volk ihrer Pflichten gegenüber Europa in diesen sieben Jahrzehnten erkannt haben. Zum ersten Mal seit Menschenaltern sieht sich Frankreich gezwungen, an die Tatsache eines nationalen Gewissens ebenso zu glauben wie an die früher oder später mitleidlos ausgleichende Gerechtigkeit der Geschichte. Ein Staat, der in seinem Innern schwierigste Probleme zu Dutzenden sich hat anhäufen lassen und der darüber hinaus sich ein koloniales Weltreich zusammengerafft hatte, dessen Umfang in einem ungeheuerlichen Mißverhältnis zur Ausdehnung des Mutterlandes und vor allem zu seiner ständig sinkenden Volkskraft stand, maßte sich an, in sämtlichen europäischen großen, mittleren und kleineren Fragen das Richteramt mtt diktatorischer Vollmacht zu üben, gegen dessen Entscheidungen es noch nicht einmal eine Berufung, geschweige denn einen Widerspruch geben durfte. Im besonderen konzenttierte sich die ständig intrigierende Verschwörerarbeit der regierenden Advokatenclique Frankreichs darauf, die Politik eines Richelieu noch im 20. Jahrhundert als den politischen Katechismus Frankreichs zu erweisen. Eine Polittk, die niemals von ihrem entscheidenden Grundsatz abgelassen hat, daß Leben und Wirken Frankreichs nur zu denken sei unter der Voraussetzung der ständigen Auf- splitteruna und Niederhaltung Deutschlands. Dieser Katechismus war die Richtschnur, nach der Frankreich das Versailler Diktat aussetzte, den Einbruch ins Rheinland und ins Ruhrgebiet durch- führte, von Deutschland weiter Unterschriften unter die Diktate von Milliarden Tributen erpreßte, die selbst in ihrer „mildesten" Form in einer Höhe von weit über zwei Milliarden Goldmark bis 1958 laufen sollten. Jener Katechismus war es auch, der während der gesamten Systemzeit in Deutschland, ja in verstärktem Maße nach der Machtergreifung der allgemein-europäischen Politik Frankreichs mit ihrer Haßtendenz gegen Deutschland zugrundelag. Niemals ist das Wort von der „Fortsetzung des im Gegensatz zu den polttischen Maulhelden in London und Paris von anerkennenswerter Tapferkeit, aber fein Mut rettet ihn nicht»vor dem deutschen Sturm gegen eine vermorschte, plutokrcttische Welt. Die andere Tatsache ist die Ausdehnung der Luftoperationen auf S ü d f r a n k r e i ch , das ja 1914/18 ganz vom Kriege verschont blieb. Am Samstag und Sonntaa haben^Kampfverbände unserer Luftwaffe den Hafen von Marseille angegriffen und dort vier große Handelsschiffe versenkt. Ferner ist die Eisenbahnstrecke von Lyon über Avignon nach Marseille an vielen Stellen durch deutsche Luftbomben zerstört worden. Wenn sich diese Angriffe auch im Rahmen der Flüge abspielen, auf denen unsere Luftwaffe die rückwärtigen Verbindungen des französischen Frontheeres stört, also den Nachschub an Munition, Kriegsmaterial, Lebensmitteln und Truppen unterbindet, so ist doch dieser wiederholte Luftangriff gegen den französischen Süden von besonderer Bedeutung. Der Vorstoß ist eine jener für den Gegner so erschreckenden lieber« raschungen, an denen dieser Krieg so reich ist. Er belehrt die französische Heeresleitung darüber, daß sie ihre Aufmerksamkeit nach dem Süden genau so richten muß wie nach der provisorischen Nordfront, von der man sich in englisch-französischen Kreisen unbegreiflicherweise alles Mögliche verspricht. In Skandinavien wird der Kampf im Raum von Narvik zu einem um so ruhmvolleren Blatt in der Geschichte der deutschen Wehrmacht, je länger er dauert. Bas wird besonders klar, wenn man berücksichtigt, daß der Gegner dort unverhältnismäßig starke Truppen und Kampfmittel eingesetzt hat, um dort, koste es, was es wolle, wenigstens eine Art Prestigeerfolg zu erzwingen. Um so ehrenvoller ist der Kampf der dort operierenden deutschen Truppen, die ohne direkte Verbindung mit der Heimat sind, nur gelegentlich Verstärkun- Stockholm, 3. Juni. (Europapreß.) Die englische Oeffenllichkeit beschäftigt sich lebhaft mit einer Rundfunkansprache Edens vom Sonntagabend, die offenbar Beruhigungszwecken dienen sollte. Kriegsminister Eden mußte im übrigen bestätigen, daß Deutschland in den letzten drei Wochen große strategische Erfolge errungen hat und daß die englischen Verluste an Material und Ausrüstung sehr bedeutend seien. Der Vormarsch bis zur Scheldestellung habe nur wenige Tage gedauert. Der Rückzug sei noch schneller vonstatten gegangen. Bei diesem Rückzug hätten einige /Truppenabteilungen stellenweise 55 Kilometer pro Tag und mehr zu- rückgelegt. Im übrigen versuchte auch Eden den Rückzug als einen „moralischen Erfolg" des englischen Expeditionsheeres hinzustellen. Englische Militärkreise haben jedoch, wie „Allehanda" aus London berichtet, ganz unverhohlen den Zweckoptimismus des Ministers desavouiert. Während Eden den Anschein zu erwecken versucht habe, daß die Verluste des Expedittonsheeres relativ niedrig seien, erklären wohlunterrichtete Militärs: „Unsere alliierten Regimenter sind stark dezimiert worden." Die Militärkreise wollen verhindern, daß im englischen Volke der Gedanke genährt werde, das Expeditionsheer befinde sich im großen und ganzen in Sicherheit. Die englischen Truppen hätten neunzehn Tage ununterbrochen im deutschen Artilleriefeuer und unter deutschen Luftangriffen gestanden. Die Verluste in einzelnen Abteilungen seien daher beträchtlich. Die Lage der im Raume von Dünkirchen noch eingeschlossenen Streitkräfte der Westmächte wird, von Stunde zu Stunde hoffnungsloser. Das unaufhörliche Bombardement durch die deutschen Geschütze, die unaufhörlichen Luftangriffe, Hunger und Durst hätten, so heißt es in London, die englischen und französischen Truppen M Jahrgang HH30 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Iamilienblätter I HeimatimBild DieScholle gen erhalten können und doch nicht daran denken, den Engländern das Gelände zu überlassen. Fast jeden Tag meldet der Wehrmachtbericht, daß feindliche Flugzeuge nächtlicherweile über Deutschland erschienen sind und Bomben abgeworfen haben, ohne freilich nennenswerten militärischen Schaden anzurichten. Der Leidtragende dabei ist lediglich die deutsche Zivilbevölkerung. Es ist nun die Frage aufgetaucht, ob nicht auch diese nächtlichen Einflüge des Feindes verhindert werden könnten. Dazu ist zu sagen, daß die gegnerischen Bombenangriffe aus einer Höhee unternommen werden, die felbft der stärkste Scheinwerfer kaum noch erreicht. Deshalb geschehen ja auch die Bomoenab- würfe völlig ziel» und planlos, so daß sie — im Gegensatz zu dem Kostenaufwand des Gegners — keinen nennenswerten Schaden anrichten. Natürlich bedeutet der Zufallstreffer für den einzelnen Deutschen, dessen Haus oder Acker beschädigt wird, dessen Angehörige vielleicht gar ihr Leben verlieren, ein schweres Opfer. Aber insgesamt müssen ja die Verluste, welche die deutsche Heimat infolge des Luftkrieges erleidet, im Vergleich zu den ungeheueren Zerstörungen in Feindesland als lächerlich gering bezeichnet werden. Diese Fernhaltung des Luftkrieges und seiner Schrecken von den deutschen Reichsgrenzen ist nicht zuletzt das Verdienst unseres akttven und passiven Luftschutzes, insbesondere unserer in der Heimat stationierten- Flak-Abwehr, deren bloßes Dasein allein schon genügt, um dem feindlichen Angreifer zur Beachtung des notwendigen Respektabstandes ^u zwingen. Aus zehn Kilometer Höhe aber lassen sich, zumal nachts, keine gezielten Bombenwürfe anbringen. Wir verdanken diesen Abwehrerfolg in erster Linie den Flakabteilungen, die für ihre ständige Einsatzbereitschaft und ihre nervenzehrende Wachsamkeit höchste Anerkennung verdienen. Rom, 4. Juni. (Europapreß.) Der Blick der italienischen Öffentlichkeit und Presie wendet sich immer mehr den kommenden Ereignissen zu. Die Bemühungen des Generals W e y g a n d, die Deutschen durch die Anlegung von Feldbefestigungen, Zusammenziehung starker Artillerie und Bereitstellung schnell beweglicher Reserven am Durchbruch zu verhindern und ihnen einen Stellungskrieg aufzuzwingen, werden nach den Erfahrungen aus dem bisherigen Verlauf der Operationen, in denen es den Deutschen immer wieder gelang, weitaus stärkere Befestigungen niederzukämpfen und dem Gegner den schnellen Bewegungskrieg aufzuzwingen, als aussichtslos beurteilt. In rückschauenden Betrachtungen über die Schlacht am Aermelkanal wird vor allem die große Zahl der Gefangenen hervorgehoben. Ferner wird auf die zahlreichen Schiffsversenkungen durch die deutsche Luftwaffe hingewiesen. Der Angriff deutscher Bombenflugzeuge auf den Hafen von Marseille und die Eisenbahnstrecke Marseille—Lyon hat in Italien beträchtliches Aufsehen erregt. Man sieht darin einen neuen Beweis für die Schlagkraft und weitreichende Akttonsfähig- Öer Angriff gegen Dünkirchen von Heften, Süden und Offen macht langsam Jort- shrltte. Das schwierige, von zahlreichen Gräben -archzogene und überschwemmte Gelände erschwert #e Operationen. Trotzdem gelang es, lm Zusammenwirken mit der Luftwaffe in die stark beseligte Stadt B e r g u e s einzudringen. Der ganze ood) im Besitz des Feindes befindliche Raum um berühmtesten englischen Regimenter feien fast völlig aufgerieben worden. Der „Daily Expreß" schreibt, obwohl es den englischen Soldaten gelungen sei, eine vollständige Katastrophe zu vermeiden, hätten sie eine denkwürdige Niederlage erlitten. Angesichts der blitzschnellen deutschen Erfolge sei es daher ratsam, die innere Verteidigung Englands zu verstärken. Großbritannien müsse daher schleunigst ein Schutzsystem gegen bie feindlichen Angriffe vorbereiten und wäh- renb der nächsten Monyte in der Defensive bleiben. Die Abtretung des Oberkommandos des britischen Expeditionskorps durch General Gort wird in den englischen Kreisen als Beweis dafür betrachtet, daß England vorläufig Frankreich keine größere milt- tärische Hilfe mehr leisten könne, sondern sich selbst gegen die Gefahren einer Invasion schützen müsse. — ,.Evening Standard" schreibt, der Rückzug des briti- schen Expeditionskorps sei unvermeidlich geworden von dem Augenblick an, da der deutsche Vorstoß bis zur Küste des Aermelkanals die ungenügende Ausrüstung und Unterlegenheit der englisch-französischen Armeen bewiesen hätte. — „Daily Herald" fordert die Regierung auf, die Unzulänglichkeiten der Vergangenheit wieder gutzumachen und die für diese Mängel verantwortlichen Minister, die trotz der begangenen Fehler noch in der Regierung säßen, ohne weiteres abzusetzen und durch fähigere Männe r zu ersetzen. London gibt die Hoffnnna auf. Wachsende Jtalienfeindschaft in Englands Oeffenllichkeit. Stockholm, 3. Juni. (Europapreß.) In Lon» hon macht sich in wachsendem Maße eine ausgesprochen italienfeindliche Stimmung bemerkbar, obwohl von der Regierung versucht wird, das italienisch-englische Verhältnis nicht unnötig schnell zu trüben. Der Londoner Korrespondent von „Stockholms Tidningen" schildert einige italien- feindliche Kundgebungen im Hyde-Park und teilt weiter mit, daß Londoner Restaurants, Hotels, Geschäftsunternehmen und dgl. ihre italienischen Angestellten, fristlos entlassen haben. Don diesem Vorgehen werden Tausende von Menschen betroffen, da die italienisch« Kolonie in London weitaus oie größte aller Kolonien ist, nachdem die bisher noch auf freiem Fuß in London gewesenen Deutsche in Konzentrattonslager gebracht worden sind. — Der Londoner Vertreter von „Sagens Nyheter" schreibt: „Die meisten politischen Beobachter in London vertreten die Ansicht, daß die Regierungen der Westmächte es endgültig aufgegeben haben, zu hoffen, die Entschlüsse Mussolinis anders zu können," Zwei Tatsachen springen besonders aus dem RW.-Bericht vom 3. Juni in die Augen: daß der ^zweifelte Widerstand des Restes der geschlagenen Wüschen Truppen in Dünkirchen sich dem ktde zuneigt und daß die deutschen Bomber auch Südfrankreich wieder ihre Visitenkarte ab- peben, also die Verbindungen Frankreichs nach llsiika sehr empfindlich gestört haben. Während die sisiischen Gazetten einen papiemen Lorbeerkranz mi die Fragmente der englischen Expeditionsarmee ft winden trachten, gleichsam, als habe nicht Deutschland den ©ieg in dieser bisher größten Der- hhtungsschlacht errungen, sondern die „tapfer Rück- vcrtsflutenden", ist die eigentliche Schlacht in Flauen doch schon vorüber und hat, wie selbst Eden streben mußte, Deutschland „große strategische Ge- »inne" eingebracht, nämlich die Beherrschung der icnalfüfte von Abbeville über Boulogne—Calais zu den holländischen Häfen. Ferner ist das beb fische Heer zur Kapitulation gezwungen worden, le französische Stoßarmee gefangen oder vernichtet. englische Expeditionsarmee hat zu bestehen auf- Stört, und der Oberbefehlshaber dieser Armee, 'ld Gort, ist auf schwankendem Kahn nach Eng- ind zurückgekehrt. Wenn sich bis zuletzt die jäm- ^ettichen Ueberrefte der englischen Eliteregimenter j Dünkirchen hielten, dieses von Kanälen und scsserstraßen durchzogene Gelände als Widerstands- ausnutzten, so war das nicht etwa ein ftrate- ffger Rückzug, sondern die verzweifelte Art, sich p einem kümmerlichen Rest des französischen Bo- «fs am Kanal zu verbeißen und zu verbluten, vel die Flucht unter dem Bombenhagel der beub ,fin Flugzeuge noch nicht möglich geworden war. drei Tagen sind vor Dünkirchen sieben Kriegs- Prfe und 32 Transporter versenkt, 27 Kriegsschiffe yä 79 Transporter schwer beschädigt worden. Es n also wohl jedermann klar, daß vor Dünkirchen lä.t nur das Heer der Briten geschlagen wurde, fn)ern auch die feindliche Flotte einen Aderlaß i'h eit, wie er furchtbarer kaum auszudenken ift le: britische Soldat selbst ist, wie der französische, > n$ M 10 & ba5r yih; jan'£ti nMJ 10? E flietW < ein61 A k» K nfl J $ §7 ■ vrShlfche UniverfitatrdnlckereiS. Lange General-Anzeiger für Oberhessen -iehen^§chnlftratze 7-9 K Berlin, 4. 3uni. (DNB. Funkfpruch.) Am J gestrigen Tage griff die £ uf (roa f f e mit starken rvy, Verbänden aller Waffen vom Feinde belegte titbti Flugplätze und Anlagen der franzö- M sifchen Luftwaffe in und um Paris an. Der.! jn kraftvollem, überraschenden Einsatz gelang es, iineiii w IL - M las OKW. gibt bekannt: Krieges mit anderen Mitteln" in rücksichtsloserer, grausamerer Welse wahr gemacht worden als durch Frankreick in der Zeit nach dem Weltkriege. Jene antideutsche Einkreisunaspolitik, die die ständige Be- aleiterin der Ausplünderung und Knechtung System-Deutschlande gewesen war, erlebte nach der Machtergreifung eine solche Steigerung und Vervielfältigung, daß das neue Deutschland schließlich sich einer zunehmenden Einengung seines ohnehin ^ernierten Lebensraumes, ja einer dauernden latenten Kriegsdrohung gegenübersah. Das gleiche Frankreich war esr das, bevor es seine Hegemöniestellmng in Europa an England ebenso abtreten mußte wie die Führung in der Einkreisung Deutschlands, sämtliche, aber auch sämtliche Friedenspläne, Vorschläge, entgegenkommende Schritte, Vorleistungen und Frieden-bereitwillig- keiten der staatsmännischen Politik Adolf Hitlers entweder von vornherein sabotierte und diffamierte oder zum mindesten unbeachtet lieh. Während Frankreich sich selbst noch immer nach den völlig überalterten Methoden der dritten Republik regierte, die Versailles als den Höhepunkt ihrer Staatskunst ansah, steuerte die regierende Schicht Frankreichs Jahr um Jahr zielbewußter auf eine Erneuerung alles dessen los, was es von der Versailler Beute in- morschen schon verloren hatte. Selbst so weitgehende Erklärungen wie die Feststellung unseres Führers, daß Deutschland nach der Rückkehr des Saargebietes keine territorialen Forderungen mehr an Frankreich habe, oder wie der ausdrücklich ausgesprochene damalige Verzicht auf Elsaß-Lothringen hatten keinerlei Einfluß auf ein Frankreich, das seine staatlichen Schicksale inzwischen völlia der Lenkung Durch Juden und logenyorige Politiker von engstirniastem !>ersönlichem und varteiischem Ehrgeiz überliefert >atte. Wir haben hier oft genug darauf hingewie- en, welche furchtbare Verantwortung Frankreich dadurch auf sich geladen hat, daß es die arohartiae Chance von München mit gewohnter Ueberheblich- keit mißachtete. Mähend es zusammen mit dem verbündeten England eine Position nach der anderen in Mitteleuropa aus seinem Einkreisunassystem herausbrechen fah, begann es den neuen Krieg vorzubereiten. Es ist kein mildernder, sondern ein erschwerender Umstand, wenn das französische Volk als solches in allen diesen Jahren die Bevormundung durch die regierende Pariser Advokatenclique und durch eine von Mischen und kommerziellen Interessen verseuchte Presse so gut wie kritiklos hinaenommen hat. Das französische Volk hat der Politik der gründ- sä klicken Friedensstörung in Europa niemals, weder bei Wahlen noch bei einschneidenden europäischen Ereignissen, Einhalt geboten. Es gab zudem genug Franzosen, die das neue Deutschland rennengelernt hatten. Sie wurden, soweit sie sich äußerten, entweder überschrieen oder gar öffentlich verfemt. Run blickt Frankreich entsetzt auf eine Bilanz, die ein« andere Hand schreiben mußte. Eine Erinnerung aus dem Weltkrieg. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der noch einen Funken von Gefühl in sich trägt, der nicht mit Schaudern von den grauenhaften Mißhandlunaen und Ermordungen Deutscher vor und während des Polenkrieges gehört und gelesen hat. Viele glaubten, daß nur die Polen, dieses auf tiefer sittlicher Stuke stehende Volk, solcher Taten fähig sei. Aoer die letzten Tagesnachrichten bewiesen uns, daß auch die Franzosen und die Engländer, die doch anaeblich zur Verteidigung von Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde in den Krieg gezogen sind, ihren polnischen Bundesgenossen in keiner Weise auf dem Gebiete der Verrohung nachstehen. Sind das noch Menschen, die es über sich aewinnen, wehrlose verwundete oder in Gefangenschaft geratene deutsche Soldaten in solch unglauvlicher Weise zu mißhandeln und zu Tode zu quälen? Man fühlt sich in die Zeiten des Dreißigjährigen Krieges zurückversetzt, wenn man die Berichte der Offiziere und Soldaten liest, die das Unglück hatten, in die Hände unserer Feinde zu geraten. Und wie viele mögen hingemordet worden sein, von denen nie mehr eine Kunde zu uns dringen wird? Um diese Schandtaten zu verdecken und zu entschuldigen, verbreiten Unsere Feinde die berühmten Greuelmärchen, die angeblich unsere Trupven begangen haben sollen, obwohl jeder weiß, Daß der deutsche Soldatniemals solche Schandtaten begangen hat noch begehen kann. Wenn man von den „Fortschritten" liest, die die Menschheit in den letzten Jahrhunderten zu verzeichnen hat, so sind diese auf dem Gebiete der Forschung, der Wissenschaft, der Beherrschung der Naturgewalten unzweifelhaft vorhanden, auf dem Gebiete der Moral, der Achtung vor dem Menschenleben, der Menschenwürde, kurz der menschlichen Kultur aber scheinen jedenfalls diese Menschen noch auf der Stufe des tiefsten Mittelalters zu stehen, ein Fortschritt auf diesen Gebieten ist nicht zu verzeichnen. Als dieser Tage der Name des nordfranzösischen Ortes O r ch i e s im Bericht des Oberkommandos erwähnt wurde, da tauchte in der Erinnerung der Mitkämpfer des Weltkrieges das grauenhafte Verbrechen auf, daß sich die Einwohner dieses Ortes i m Oktober 1914 an wehrlosen deutschen Soldaten haben zuschulden kommen, lassen. Ein Schrei der Entrüstung gina damals durch unser Volk, als im „Reichsanzeiger" vom 20. Oktober in Anlage 5 in einer an die Neutralen gerichteten Denkschrift dieser Fall zur Kenntnis der Weltöffentlichkeit kam. Die Oberärzte Dr. N e u m a n n und Dr. Grünfelder von einem bayerischen Pionierregiment berichteten darüber folgendes: „Die aufgefundenen Leichname (es waren Soldaten des 35. Landwehrregiments) waren der Schuhe und Strümpfe und sämtlicher Erkennungszeichen beraubt. Ein Mann war rückwärts niedergeschossen, lag aber auf dem Rücken; der Mund und die Nasenlöcher waren mit Sägespänen vollgestopft. Einem anderen war das linke Ohr glatt abgeschnitten und das Gesicht blaurot, eine Folge des Erstickungstodes, Mund, Nase und Augen waren mit Sägespänen vollgestopft, am Halse waren Würgezeichen. Einem anderen war der Goldfinger glatt vom Knöchel obgeschnitten. In der Bauchwand saßen vier Schußlöcher, von Pulverschmauch eingefaßt, ein Zeichen, daß die Schüsse aus unmittelbarer Nähe abgegeben waren. Fünf andere Erschlagene zeigten nur Verletzungen durch stumpfe Gewalt. Einem waren die Augen ausgestochen. Aus den festgestellten Tatsachen ergab sich, daß ein großer Teil der Leute unverwundet in die Hände der Feinde gefallen war." Für diese geradezu haarsträubenden Schandtagen hat den Ort Orchies die gerechte Strafe getroffen. Er wurde mit ganz'wenigen Ausnahmen dem Erdboden gleichgemacht, nur einzelne Häuser waren verschont geblieben, an deren Türen und Scheunen die Kreideaufschrift: „Schonen, gute Leute" oder „Nicht anzünden" und dergleichen standen. Die Welt hat damals von dieser grauenhafte» Sensationelle Enthüllungen über neue britische Attentatspläne gegen paffagierdampfer der LIGA. Berlin, 3. Juni. (DNB.) Aus Neuyork wird dem DNB. auf besonderem Wege mitgeteilt: Eine soeben aus London in Neuyork eingetroffene neutrale Persönlichkeit hat sensationelle Enthüllungen über bevorstehende neue Anschläge der britischen Admiralität auf die jetzt aus Europa zurückkehrenden amerikanischen Passagterdampfer gemacht. Sie seien bereits von den dafür auch im „Athenia"-Fall angesetzten Organen des englischen Secret Service bis in alle Einzelheiten vorbereitet worden. Das Ziel dieser Anschläge ist, durch die brutale Versenkung eines oder sogar mehrerer der unterwegs befindlichen amerikanischen Passagierschiffe einen Ent- rüstungssturm bei dem amerikanischen Publikum hervorzurufen. Es ist in dem teuflischen Plan vor- gesehen, daß selbstverständlich die von Agenten der englischen Admiralität und des englischen Secret Service ausgeführte Versenkung dieser Schiffe Deutschland in die Schuhe geschoben wird, Deutschland soll, wie es bereits einmal im Falle „Athenia" versucht wurde, als der Sündenbock der Vernichtung amerikanischen Eigentums und des Lebens amerikanischer Staatsbürger vor aller Welt abgestempelt werden. lieber die Durchführung dieser Anschläge hat kürzlich in London eine geheime Sitzung unter dem Vorsitz eines hohen Funktionärs des britischen Secret Service stattgefunden, an der auch ein Mitglied der britischen Admiralität und Angehörige des französischen Geheimdienstes (Surets) teilgenommen haben. Es soll zunächst zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten gekommen sein, ob es dem Zwecks dienlicher seit, diese Schiffe zu torpedieren, oder wie im „Athenia"-Fall durch Einschmuggeln und Verwendung von Höllenmaschinen zu vernichten. Auf Vorschlag des britischen Secret Service soll beschlossen worden sein, beide Wege zu kombinieren. Für den Fall, daß es vielleicht nicht möglich sein sollte, die Torpedierung durch U-Boote vorzunehmen, soll gleichzeitig mit Höllenmaschinen gearbeitet werden. Es sei von einem Teilnehmer eingewendet worden, es könne doch wohlhabenden Amerikanern nicht zugemutet werden, auf diesen Schiffen nach Amerika zu fahren, bekannte Amerikaner, die sich in Europa aufhielten, hätten sich ja auch schon geweigert/auf diesen Schiffen ihr Leben zu riskieren. Es soll dann von dem hohen Beamten des britischen Secret Service der menschenfreundliche Vorschlag gemacht worden sein, daß man ja weniger wohlhabenden Amerikanern, z. B. Arbeitern und kleineren Angestellten, das Ueberfahrtgeld vor st recken könne. Diese würden gern kommen und auf diese Weise würde man dann die Schiffe mit amerikanischen Bürgern auf alle Fälle füllen können. Auch derDampser „Washington" hat von Deutschland nichts zu fürchten. Berlin, 3.Juni. (DNB.) Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat den Regierungen der kriegführenden Länder auf diplomatischem Wege amtlich mitgeteilt, daß der amerikanische Dampfer „Washington" Neuyork am 30. Mai in Richtung Bordeaux verlassen habe, um die dort ansässigen amerikanischen Staatsangehörigen und ihre Familien zurückzuhvlen. Die amerikanische Regierung hat hierbei erklärt, sie erwarte, daß das unbewaffnete Schiff, das nicht im Geleit fahre, nachts hell erleuchtet werde und als amerikanischer Dampfer besonders deutlich gekennzeichnet sei, auf seiner Hin- und Rückfahrt von den Streitkräften der kriegführenden Mächte nicht behelligt werde. Ebenso wie in dem Fall des Dampfers „Pre* sident Roosevelt" hat die Reichsregierung der amerikanischen Botschaft in Berlin auch jetzt wieder mitgeteilt, daß Schiffe, die ihre Fahrten m der von der amerikanischen Regierung angegebenen Weise durchführen, nach den Grundsätzen der deutschen Kriegsführung keinerlei Gefährdung durch deutsche Streitkräfte ausgesetzt sind. Da aber der Dampfer „Washington" Kriegszonen durchfahren werde, die sonst nach den amerikanischen Vorschriften von den amerikanischen Schiffen gemieden würden, seien die zuständigen deutschen militärischen Dienststellen von der beabsichtigten Fahrt des Dampfers unterrichtet worden, und hätten den strikten Befehl erhalten, den Dampfer seine Fahrt ohne jede Behinderung durchführen zu lassen. Die Reichsregierung hat sich aber erneut gezwungen gesehen, die amerikanische Botschaft auf die soeben eingetroffenen Nachrichten aufmerksam zu machen, wonach von den Kriegsgegnern D eutschlands Anschläge auf die verschiedenen auf der Fahrt nach oder von Europa befindlichen amerikanischen Passagierdampfer g e p.l a n t ober vorbereitet würden. Die Reichsregierung erwarte daher, daß die amerikanische Regierung erwarte daher, daß die amerikanische Regierung sowohl im Interesse der Sicherung des Lebens ihrer Staatsbürger als auch im Interesse der Vermeidung der von Den Gegnern Deutschlands beabsichtigten Störung der deutsch-amerikanischen Beziehungen alle erforderlichen Maßnahmen treffe, um solche verbrecherischen Pläne zu vereiteln. Berlin, 3.Juni. (DRV.) Die Reichsregierung hat den Regierungen von USA., Rlexiko und Panama mitgeleilt, daß sie aus zuverlässiger Quelle die TNeldung erhallen hat, daß der britische Geheimdienst eine große Anzahl Agenten nach Mittelamerika, vornehmlich Mexiko und Panama. entsandt habe, um Zwischenfälle vorzubereiten, die nach den Wünschen ihrer Ur- heber in den vereinigten Staaten eine feind- selige Haltung gegen Deutschland Hervorrufen sollen. Rach den der Reichsregierung zugegangenen Informationen handelt es sich dabei um zwei Pläne: 1. versuch der Kompromittierung Deutschlands durch erfundene Enthüllungen angeblich deutscher Komplotte in Mexiko. 2. Sabotageakte des englischen Secret Ser- vice gegen den Panamakanal, die Deutschland zugeschoben werden sollen. Das Auswärtige Amt gab Montag den genann- ten Regierungen von dieser Information mit dem Anheimstetten Kenntnis, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Akttonen des englischen Geheimdienstes vorzubeugen, die eine ernste Bedrohung der guten Beziehungen der amerikanischen Länder zu Deutschland bezwecken. * Obwohl die Amerikaner schon einmal mit Hilfe der Prvpagandalüge von den Westmächten „für Errettung der Zivilisation" auf dar Schlachtfeld geführt wurden, und alle englischen Tricks jener Zeit Des Weltkrieges zur Genüge kennen, ist es bezeichnend für die Politik der Plutokraten in London, daß sie stur die Propagandatechnit und die Methoden des Weltkrieges wiederholen: Reifende Lords, damals wie heute, Verdächtigung harmloser Deutsch- Amerikaner damals wie heute und schließlich „Zwischenfälle", damals wie heute. Die Gefährdung der mexikanischen Grenze und des Panama-Kanals empfindet der Amerikaner als gefährlichste Bedrohung. Hier also glaubt der britische Geheimdienst die „Zwischenfälle" organisieren zu müssen. Und wenn es Millionen Pfund kostet, es lohnt den Einsatz. Der englischen Absicht kommt die Haltung vieler USA.«blätter entgegen, die lächerlichste Gerüchte aufblähen und damit das amerikanische Volk verhetzen: Aus einer in Panama bei einem Mexikaner gefundenen Pistole, der man deut- Blihkrieg-panik in amerikanischerGtadt Nelly o r k, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie sehr ein Teil der Neuyorker Presse durch einseitige Berichterstattung die Gehirne mancher Amerikaner durcheinander gebracht hat, geht aus folgender Nachricht der Zeitung „World Telegram" hervor: Die Einwohner der Industriestadt Newark, in 'der Nähe Neuyorks, wurden am Montagabend von einer Blitzkriegpanik befallen. Kurz nach Mit. ternacht verlangten Hunderte von Menschen auf« geregt vom Polizeipräsidium Auskunft über feit, fame Motorengeräusche. Einige wollten wissen, ob die Stadt bombardiert würde, andere ob schon Fallschirmjäger gelandet seien. Eine Nachprüfung ergab schließlich, daß die furcht, baren Himmelsgeräusche von einer mehrere Kilo, meter entfernten Autorennbahn stammten, von der der Motorenlärm durch den scharfen Wind bis Newark getragen wurde. Die Geschichte er» innert an die Panik, die gewisse Leute vor zwei Jahren erfaßte, als im USA.-Rundfunk eine In. vasion der Marsbewohner geschildert wurde. sches Fabrikat andichtete, wurden mehrere tausend Nazi-Maschinengewehre gemacht, und ein Washingtoner Korrespondent verbreitete trotz eines eindeu« tigen Dementis des panamaischen Außenministers, das Märchen in der gesamten USA.-Presse. Dann wieder wurde das amerikanische Volk tagelang in Angst versetzt vor einer unmittelbar bevorstehenden Nazi-Revolte am Grenzfluß Rio Grande, bis die Nachforschung >ergab, daß die angeblichen Nazis in Wirklichkeit eine kleine arme Sekte, die „Jehova. Söhne", waren, die aus religiösem Wahn der amerikanischen Flagge die Achtung verweigern" zu müssen glaubten. So jagt eine Schreckensmär Me andere. Und hinter diesen Hetzlügen bereiten die Agenten des Intelligence Service die größeren Sa. botageakte vor. Aber die deutsche Regierung hat von diesem Ränkespiel rechtzeitig Nachricht erhalten. Amerika ist jetzt unterrichtet. Warum fliegt Mß Kennedy? Mister Kennedy, der U8A.-Botschafter In London, ist der deutschen Oeffentlichkeit keine unbe« kannte Persönlichkeit mehr. Wir lasen seinen Namen häufig in den Geheimakten des polnischen Außen- Ministeriums, die seinerzeit in Warschau erbeutet und bann in Form elftes Weißbuches der Allgemein« heit zugänglich gemacht wurde. Aus jenen Diplo« matenberichten ging hervor, daß Mister Kennedy als einer der bestinformierten Leute in plutokra« tischen Landen zu gelten hat. Wenn er also jetzt seinem Töchterchen befahl, für die Heimkehr nach den Vereinigten Staaten n I ch t den extra zu diesem Zweck geschickten Dampfer „President Roose« velt", sondern das Transatlantik-Flua« zeug zu benutzen, so muß er für diese eben ]o plötzliche wie unbequeme und ungewöhnliche Aende« rung oes ursprünglichen Reifeplanes wohl feine Gründe gehabt haben. Und diese Gründe sind nicht schwer zu erkennen nach dem, was an Enthüllungen über die englischen Attentatspläne gegenüber den amerikanischen Heimkehrerschiffen vorliegt. In Lon« don, in Washington, Neuyork und Boston ist e§ geradezu ein offenes Geheimnis, daß Churchill, um die Amerikaner doch noch in die englische Kata« ftropbe mit hineinziehen zu können, den „Athe« nla - Fall um jeden Preis und mit besserem Erfolg wiederholen will. Die USA.-Regierung ist deutscherseits zum zweitenmal vor dieser Möglich« keit gewarnt worden. Hoffentlich wurde die War« nung richtig verstanden. AgenlendesSecretServiceplamnprovokationeii Oie Reichsregierung unterrichtet die Vereinigten Gtaaten,Mexiko und Panama. Schandtat Kenntnis erhalten — und ist zur Tagesordnung übergegangen. Kein Neutraler hat sich dazu geäußert, weder der menschenfreundliche Herr Wilson, noch irgendeine kirchliche Stelle des Auslandes. Es waren ja n u r D e u t s ch e, die in so unmenschlicher Weise hingemordet worden waren. Das deutsche Volk hat es deshalb mit größter Genugtuung begrüßt, daß die Reichsregierung Frankreich und England in deutlicher Weise zur Kenntnis gebracht bat, daß wir für jede völkerrechtswidrige und jeder Menschlichkeit Hohn sprechende Behandlung deutscher Soldaten entsprechende Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werden. Mit schriftlichen Protesten, das haben wir im Weltkrieg zur Genüge erlebt, kann man gegen dieses Untermenschentum nicht anfämpfen; hier kann nur die rohe Gewalt Eindruck hinterlassen und Abhilfe schaffen. L. O. Französischer Handstreich aus Tanger geplant? Rom, 3. Juni. (DNB.) Stefani meldet aus Tanger: Seit zwei Tagen kursiert neuerdings hartnäckig das Gerücht von bevorstehenden französischen Ausschiffungen in Tanger, um ein Pfand gegen Spaniens Ansprüche auf Gibraltar in der Hand zu haben. Die Bevölkerung ist äußerst beunruhigt. Oie politische Linie der Türkei. Istanbul, 3. Juni. (Europapreß.) Der türkische Ministerpräsident hat in seiner Rundfunkrede ausdrücklich auf die Gefahr ausländischer Propaganda hinaewiesen. Die Türkei werde sich gegen jenen An- griff zu Wehr setzen, woher er auch kommen möge. Die Regierung richte aber auch ihr Augenmerk auf alle Versuche, das Vertrauen fm Lande zu erschüttern. „Unsere Politik*, sagte er, „ist völlia klar, und es aibt nichts zu verbergen. In letzter Zeit ist sehr viel von der Aktivität gewisser ausländischer Kreise gesprochen worden, die hier eine Stimmung schaffen wollen, die ihren Absichten entsprechen wurde. Seien Sie überzeugt, daß wir diese Tätigkeit mit der größten Aufmerksamkeit beobachten, und daß der geringste Versuch in dieser Richtung mit schwersten Strafen geahndet wer- den wird. Die Türkei steht heute außerhalb des Krieges und will es auch bleiben. Niemand im Ausland soll daran zweifeln, daß wir vorbereitet sind, mit allen Mitteln unser Vaterland zu vertei- fclgen-\ - - x } Bei den Engländern in Dünkirchen. ei. (P K.) „Wie in einem brennenden Kino sieht es dort Drinnen aus." Alle Engländer flüchten zum Hafen, feilen sich an den Schissen selbst hoch und ziehen ihre Päckchen Habe mit nach. Jeder will zuerst auf dem Schiss sein. Dazwischen tönen die Sirenen der Kapitäne und das Geheul der Hupen. Dann wieder krepieren in diesem Lärm die deutschen Granaten und die Bomben der deutschen Stukas, ein wild, verstörter Haufen, der nur darauf bedacht ist. fein Leben auf die bestmögliche Art noch in Sicherheit zu bringen. Dabei traten natürlich wir in englische Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten automatisch in den Hintergrund. Wir hatten so die Möglichkeit, uns dünn zu machen." So berichtet uns ein junger, aus Dresden gebürtiger Pionier, der mit einem Kameraden zusammen das Mißgeschick hatte, bei Lillers in Ge- sanaenschast zu geraten. Sehr feierlich sind sie von Den Engländern selbstverständlich nicht ausgenommen worden. Zuerst hat man die beiden einem scharfen Kreuzverhör unterzogen. Als das nichts fruchtete, hat man sie mit Handschellen zu- fammengefettet, wobei je eine Hand frei blieb. Man hat sie kreuz und quer in Dünkirchen herumgefabren, um sie über die wirkliche Laae irrezuführen. Auf dieser Fahrt erkennen sie, daß von Dünkirchen nicht mehr viel übrig i st. Es brennt und qualmt und raucht an allen Ecken, lieber Den Straßenzügen liegen die Trümmer un- aezählter geborstener und zerschossener Häuser. Kaum, daß noch ein paar Straßen überhaupt für den Verkehr verwendet werden können. Jede Granate verursacht neue Panik. Das deutsche Artillerie- feuer aber zeigt unfern Soldaten den ungefähren Verlauf der Front an und gibt ihnen weitgehende Orientierungsmöglichkeit. Je näher das Feuer heran- kommt, desto mehr wächst die Panik. Franzosen und Engländer verlassen in überstürzter Flucht an den vorgeschobenen Stadtrandstellungen in Kolonnen, schmeißen rasch noch ein Streichholz in die Tanks und sorengen die Wagen in die Lust oder ähren sie in Die Straßengräben. Sie selbst schwingen ich auf ein ungesatteltes Pferd und reiten in wilder Eile zum Hafen. Die beiden Dresdner wollte man eigentlich auch mit nach England einfchiffen. „Jeder von uns", fo erzählen sie, «bekam zwei Mann Bewachung mit 2lls wir aber bann im Hafen ankamen, war die Schreckstimmung derart, daß die Wachtposten nicht mehr recht auf uns achteten und in dem wilden Gedränge konnten wir beide uns langsam von unserer Bewachung entfernen. Irgendwo griffen wir uns ein paar englische Regenmäntel, um nicht als Deutsche erkannt zu werden, und dann, Richtung deutsches Artilleriefeuer. Ganz nahe an den Hafen- anlagen steht ein englischer Panzerspähwagen vollkommen fahrbereit. Rur der Schlüssel fehlt. Aber ein Nagel ersetzt ihn. Und dann geht es in rasender Fahrt durch die lichterloh brennende Stadt über die Trümmerhaufen nach dem Ausgang. Wir mußten ordentlich wuchten, denn die Karre war schwer zu schalten und schließlich haben wir ja selbst noch nie einen Panzerspähwagen gefahren. Aber es ging. „Mit voller Fahrgeschwindigkeit am ersten französischen Posten vorbei. Ihm werfen wir einige Brocken in Englisch zu, die wir während der Dreitägigen Gefangenschaft aufgeschnappt hotten und die die Franzosen natürlich nicht verstanden. Aber es erschien glaubwürdig, Mützen hatten wir ja keine mehr auf. Der Franzose nahm uns vollauf für Engländer. Auch der zweite französische Posten ließ uns anstandslos passieren." Jetzt allerdinas kam das große Pech. Ein Ruch und Der ganze Starren Itegf im Straßengraben und dazu noch bei Nacht. Nun kann sie nur noch ihre eigene Frechheit retten. In rasender Geschwindigkeit kommt ein französischer LKW. Sie packen ihn, schwingen sich hinten auf und schmeißen den Franzosen ein paar englische Brocken hin. Die Franzosen schweigen etwas mürrisch — gegenseittge Verständigung nicht möglich. Nun biegt auch der Wagen wieder nach links ab und entfernt sich von Der für sie richtigen Entfernung. Also springen sie ab, gehen in aller Seelenruhe ein paar hundert Meter im Schritt, um nicht aufzufallen und machen sich dann in die Büsche. Sie haben sich ein gutes, nicht einzusehendes Gelände hinter ein paar dichten Hecken ausgesucht. Die ganze Nacht hindurch rönnen sie jetzt das Mündungsfeuer der Deutschen Artillerie beobachten. Am nächsten Tage weiter. Quer durch kleine Kanäle, über die sie wegschwimmen oder springen müssen. Manchmal treten sie zu kurz und stehen plötzlich bis an den Hals im Wasser. In der nächsten Nacht trafen sie auf die deutschen Vorposten ÄvÄ wunden mit Hallp begrüßt »k yoq Imhoffc j Wie Cassel genommen wurde. (DK.) Wenn einmal die Geschichte dieses Krieges geschrieben wird, dann wird auf einem besonderen Ruhmesblatt der Bericht von dem Heldenkampf um die Stadt Cassel zu finden sein. Mit der gleichen Heftigkeit, mit der in manchen Jahrhunderten bereits um dieses Bergstädtchen gekämpft worden ist, standen sich die deutschen und die englisch-französischen Truppen in mehrtägigem Ringen gegenüber. Gespickt mit Waffen, besetzt gehalten von Truppen, deren zäher Widerstand unsere ganze Anerkennung findet, hat auch Cassel den deutschen Vormarsch nicht aufhalten können. Dort, wo dem Marschall Foch vom französischen Volk zur Erinnerung an den großen Krieg ein Reiterdenkmal gesetzt worden ist, rollen deutsche Marschkolonnen nun schon seit Stunden vorüber. Nachdem die Einkesselung der englisch-französischen Armeen und der noch nicht entwaffneten belgischen Kräfte vollendet war, wurden starke Panzerverbände dazu angesetzt, von Süden nach Norden e i n e n K e i l hineinzutreiben. Auf unserem Marschweg lag Cassel. Niemand ahnte etwas von oer Verteidigungsstärke dieser kleinen Stadt, die von ' einem hohen Berg weit in die französisch-belgische Landschaft hinausragt. In den Akten eines englischen Offiziers fanden wir eine Mitteilung, daß Cassel, wie schon einmal im Weltkriege, wiederum Sitz des französisch-englischen Hauptquartiers war. Diese Tatsache allein ließ schon auf eine starke Befestigung schließen. Der darauf angesetzte Panzer- und Jnfanterieangriff stieß auf eine starke Abwehrfront. Der Kommandeur unserer Panzerdivision ent- schloß sich daher, um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, den Ort e i n z u s ch l i e ß e n und durch das Gros der Truppen den Vormarsch fortzusetzen. Auf diese Weise mutzte der Gegner gezwungen werden, sich eines Tages vor den Toren feiner Befestigung zum Kampf zu stellen, denn mit jeder Stunde mußte sich der M u n i t i o n s m a n g e l mehr und mehr bemerkbar machen. Der stundenlange Kampf mit der deutschen Artillerie und den an allen Seiten immer wieder erneut vorfühlenden Spähtrupps unserer Panzer sowie die ständige Abwehr deutscher Luftangriffe hatten den Gegner zweifellos fchon in seinen Munitionsbeständen und seiner moralischen Kampfkraft geschwächt. Die Stunde Der Entscheidung für die Besatzung von Cassel kam in dem Augenblick, als deutsche Panzer die letzte Ausfallstraße abschnitten. Umschlossen von einem eisernen Ring, früher oder später zum Ergeben verurteilt, befahl der Kommandant von Cassel, gegen Norden einen Ausbruchsversuch zu machen. Diesen letzten Verzweiflungsstoß fing eine Panzerkampfgruppe auf. Die Verwirrung in den Reihen der Gegner war groß, als sie sahen, daß ihr Versuch gescheitert war. Sie wuchs, als mit aller Wucht der deutsche Gegenangrif f über sie hereinbrach. 50 Kampfwagen wurden abgeschossen, 3500 Gefangene fielen in deutsche Hand, 700 Tote bedeckten die Kampfstätte. Unter Schonung deutscher Kräfte wurde Cassel und seine Besatzung, die tagelang mutigen Widerstand geleistet hatte, in unsere Hand gebracht. Noch schwelten die Rauchschwaden über der Bergstadt, noch züngelten die Flammen in den Abendhimmel, da brausten wir nach Cassel hinein. Infanterie, Panzerabwehr, Pioniere und Artillerie hatten die Besatzung gebildet. Um uns wehte der Geruch verbrannter Leichen. Es war ein riesig großes Trümmerfeld. Auf dem Marktplatz war eine Batterie aufgefahren: sie wurden zerschmettert. Aus jedem Hause starrten Maschinengewehrläufe, aus jedem Scheunentor feuerten feindliche Geschütze. Jedes Haus ein Bunker. In den Gärten Soldatengrab neben Soldatengrab. Hier war da« englische Hauptquartier. Von hier aus lenkte schon einmal Marschall Foch die Schlacht am Kemmel und bei Poern. Eine Tafel, die davon kündet, daß diese Stadt nie wieder ein fremder Soldat betreten werde, ist ein Wunschtraum geblieben. Deutsche Kolonnen rollen nach Cassel hinein, vorbei an dem Denkmal des Marschalls, den sie den „Gott der Armeen" genannt haben. Kurt Mittelmann. Neue Ritterkreuze. Berlin, 3. Juni. (DNB.). Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral h. c. Raeder, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen an: Kapitänleutnant (Jng.) Erich Grundmann, Flottilleningeniieur einer Räumbootflottille, Stabsobersteuermann Arthur Godenau, Kommandant eines Minenräumbootes, und Stabsobersteuermann Karl Rixe ter, Kommandant eines Minenräumbootes. Kapitänleutnant (Jng.) Gr und mann hat am 9. April 1940 unter vollem eigenen Einsatz mit einem kleinen Stoßtrupp und Teilen der Besatzung eines Räumbootes den norwegischen Marinestützpunkt Horten im Oslo-Fjord genommen. Seinem energischen und schnellen Handeln ist es zu verdanken, daß sich die überlegene norwegische Be- satzuna ergab. Stabsobersteuermann Godenau hat als Kommandant eines Räumbootes am 9. 4. 1940 im schweren feindlichen Feuer durch persönlichen Schneid mit seinem Boot die Landung ta dem Marinestützpunkt Horten am Oslo-Fjord durch- geführt und im Verein mit Kapitänleutnant Grunb- mann die Ueberrumpelung eines norwegischen Stützpunktes möglich gemacht und damit wefenttich zum Gelingen des Unternehmens beigetragen. Stabsobersteuermann Rixeter hat als Kommandant einesRäumbootes bei Bolaerne im Oslo-Fjord ein feindliches U-Dovt durch Wasserbomben zum Auftauchen gezwungen, das U-Boot geentert und die Besatzung gefangen genommen. Vorher hat der Stabsobersteuermann Rixeter unter schwerem Feuer die auf seinem Boot eingeschifsten Truppen gelandet. * Erich Grundmann, der Sohn eines Feuer- ' werksleutnants, wurde 1906 in Kiel geboren und trat 1926 als Heizer in die Kriegsmarine ein. 1932 wurde der Oberheizer-Gefreite Grundmann als Kadett und Jngenieuroffiziersanwärter übernommen. Nach der Offiziersausbildung erfolgte die Beförderung zum Leutnant (Jng.). Dom l.Juli 1938 bis Februar 1940 war er Wachingenieur auf dem Panzerschiff „Admiral Scheer". Nach der Beförderung zum Kapitänleutnant (Jng.) wurde Grundmann Flottilleningenieur einer Räumbootflottille. — Arthur Godenau wurde 1903 in Netzort bei Bromberg als Sohn eines Buchhalters geboren. Nach Erlernung eines Handwerks trat Godenau 1925 in die Kriegsmarine ein. Seine zwölfjährige Seefahrtszeit ließ ihn auf Torpedobooten und vornehmlich kleineren Fahrzeugen umfangreiche seemännische Erfahrung erwerben. — Karl Rixeter wurde 1906 in Merchweiler geboren. Sein Vater war Oberlehrer. Nach Eintritt in der Kriegsmarine 1925 fand Rixeter vornehmlich auf kleineren Schiffen Verwendung. Dor seiner Kommandierung als Kommandant eines Räumbootes fuhr Rixeter drei Jahre als U-Bootsteuermann. Oie Keichsstudentenführung im Kriege Der Reichsstudentenführer Dr. Scheel hat bisher fein Amt neben den ihm vom Reichsführer ff übertragenen Aufgaben im deutschen Westen weitergeführt. Da er nun die Genehmigung erhalten hat, zum Dienst bei der Wehrmacht einrücken zu dürfen, wird das Amt des Reichsstudentenführers wäh.'nd u. Oroy^»" fti0 ut' lnAP°mew der Dauer des Krieges in kurzfristigem Wechsel durch bevollmächtigte Vertreter geführt. Mit Genehmigung des Stellvertreters des Führers und des Reichserziehungsministers hat der Reichs- ftudentenführer den Amtsleiter der Reichsstudentenführung Dr. Fritz K u b a ch als bevollmächtigten Vertreter im Kriege eingesetzt. Oie Beisetzung Werner v.Heidenstams. UW - * & / ; tZ ■ ' -V ■ * *557 Auf seinem Gutshof Oevranlid am Vätter-See wurde Schwedens Nationaldichter Werner v. Heiden st am feierlich zur letzten Ruhe beigesetzt. Der Bruder und der Sohn des schwedischen Königs, 'die Führer des schwedischen Geisteslebens und viele junge Menschen, Pfadfinder und Bauernmädchen, gaben dem Dichter das letzte Geleit. Der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, hatte ebenfalls am Grabe einen Kranz niederlegen lassen. — Unser Bild zeigt Prinz Eugen bei seine Grabrede. — (Scherl-Bilderdienst-M.) M" Neffe i Die Deutsche Arbeitsfront NSG. „Kraft Horch Freude“ Kreisdienststelle Wette rau Am 20. Juni 1940 beginnen wir mit dem Unterricht in unserer neuerrichteten Musikschule für Jugend und Volk Unterrichtet wird in: Klavier, Streich- und Blasinstrumenten wöchentlich eine Stunde f (8 Schüler darin vereinigt) bei einer Gebühr von: für Jugendliche bis 20 Jahre RM. 4.— monatlich, für Erwachsene RM. 5.— monatlich, zuzüglich Hörerkarte für 12 Monate gültig RM. 0.50. Blockflöte, Handharmonika, Piano - Akkordeon, Laute, Gitarre, Mandoline wöchentlich eine Stunde (bis höchstens 6 Schüler vereinigt) bei einer Gebühr von RM. 2.— monatlich, für Jugendliche und Erwachsene, zuzüglich Hörerkarte für 12 Monate gültig RM. 0.50. Außerdem beginnen: Kurse für rhythmische Erziehung Dieselben umfassen: Allgemeine Körperbildung, Atemgynyiastik, Schulung der totalen Bewegung, Musik und Bewegung, alte Tanzformen, Volkstanz, Übung der musikalischen Grundfunktionen, Ausbildung des musikalischen Hörens, der musikalischen Erfindung und Gestaltung, Bewegung nach Musik, Improvisation zur Bewegung und freies Spiel. Die Gebührensätze betragen monatlich bei 4 Stunden: für Kinder von 8—9 Jahren RM. 1.—, für Jugendliche von 10—20 Jahren RM. 2.—, für Erwachsene RM. 8 —, zuzügl. Hörerkarte für 12 Monate gültig RM.0.50. Alle Kurse und Unterrichte finden unter Leitung von staatlich geprüften Lehrkräften statt. Anmeldung und nähere Auskunft in der Kartenverkaufsstelle Gießen, Seltersweg 60, sowie bei allen Einheiten der Hitler-Jugend und in den Schulen. Sprechstunden des Leiters der Schule: Donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr in der Karten Verkaufsstelle, Gießen, Selters weg 60 e 2669 D Mit „Kratt durch Freude" ins Theater Für die diesjährige Sommerspielzeit im Stadttheater Gießen wurde ein Theater-Sommerring. festgelegt. — Derselbe umfaßt 5 Vorstellungen und zwar nur Neuinszenierungen. Bisher sind vorgesehen: „Zwei im Busch“, Lustspiel von Axel Jvers „Trockenkursus“, Lustspiel von Kurt Bortfeldt und „Heimat4*, Schauspiel von Hermann Sudermann. Die Kartenausgabe erfolgt im Rollsystem, für das nur gute Plätze bereitstehen. Seiten- und Rückplätze im 2. Rang sind nicht einbegriffen. Jeder Volksgenosse wird daher stets zu einem guten Platz kommen. Der Ringbeitrag einschließlich der Einschreibegebühr und der Altersversorgung für Bühnenangehörige beträgt nur RM. 5.50. — Anmeldungen in der Kartenverkaufsstelle, Gießen, Seltersweg 60, erbeten. Die Deutsche Arbeitsfront NSG. „Kratt durch Freude“ Kreisdienststelle Wette rau Bekanntmachung. Infolge Ausführung dringender Betriebsarbeiten wird der Strayenbahnverkehr auf der Strecke Marktplatz—Seltersweg—Bahnhof gesperrt. Gießen, den 3. Juni 1940. 2663A Stadtwerke Gießen. — Abt. Straßenbahn. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Frdr.Teipel 16 MARKT 16 ^66^ Dinge, die Ihrem Kleid die fesche Note verleihen und die im Nu Vieles wieder neu machen i Damen-Kragen Westen, Schleifen Dirndl-Rüschen Samtbänder Blenden Gürtel Zackenlitzen Knöpfe Große Auswahl | Verkäufe Wenig gebraucht- Wafch- mafchine billig zu verkauf. Am Nahrungsberg 68. 2681D Kaufgesuche Wir suchen einen Itijer für einen Per- son.-Kraftwagen MagnuS & Co., Gießen, Diezstratze 6, Fernruf 3532. Empfehlungen | Mehrere 100 kg Wer- lotöel zirka 4 mm, per kg RM.1.40, ab- zugeben.SHrift' liebe Anfragen unter 02001 an den Gieß. Anz. Ein Quell d. 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Juni 1940. 2664A Stadtwerke Gießen. — Abt. Straßenbahn. ______________________Lotz._____________________ GeschAfts-Drucksachen [«jg» Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftskarten ♦ Ballnacht ZARAM LEANDER I MARIKA RÖKK Ein Carl Froelich-Film der Ufa mit HANS STÜWE, ARIBERT WÄSCHER, LEO SLEZAK, PAUL DAHLKE, FRITZ RASP Musik: Peter Tschaikowsky Musikalische Leitung und Neukompositionen Theo Mackeben / Orchester: Staatsop. Berlin SPIELLEITUNG: CARL FROELICH Ein genialer Feuerkopf, ein Heros Im Reich der Musik, kämpft, schafft, liebt und leidet vor ms, lebt sein gewaltiges Leben, oft sich verschwendend in souveräner Kraft und noch in der Verschwendung der Welt unsterbliche Werke schenkend — Peter Tschaikowskv! Neueste Ufa-Tonwoche: Das dänische Schwer! schreib! Geschichte! Heute Dienstag Neuaufführung Lichtspielhaus Täglich 4,6,8.15 Uhr - Bis Donnerstag einschließlich ____________________________________________2662D Oie deutsche Schule im Kriege Bayreuth, 3.Juni. (DNB.) Im Rahmen der Aktion zur geistigen Betreuung der Hitler-Jugend übertrugen sämtliche Reichssender eine Rede des Reichswalters des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter Wächtler, aus der Hans-Schemm-Schule des NSLB. in Neudorf, Gau Bayerische Ostmark. „Eure Schüler und Schülerinnen", so sagte Wächtler, „übermitteln Euch Erziehern, die Ihr als Soldaten das Leben einsetzt für des Deutschen Reiches Lebensrecht und Freiheit, voller Stolz und Dankbarkeit ihre Grüße und mit ihnen grüßt Euch die groß- deutsche Erzieherschaft. Unser höchster Ehrgeiz ist es, Euch nach dem Führerfrieden, wenn Ihr als Sieger die Waffen wieder aus der Hand gelegt habt, Eure Jugend und Euere Erziehungsllätten so zu übergeben, daß wir vor Eurem Blick bestehen können. Kein Dienst, keine Mehrarbeit ist uns zu viel. Je mehr Arbeit und Verantwortung wir im Kriege tragen, desto größer ist unser Stolz und unsere Ehre!^ In lebendiger Schilderung gab ReichswaUer Wächtler sodann ein Bild von der einzigartigen E r z i e h u n g s st ä t t e, aus der er sprach. In der Schule befinden sich außer vier Klassenzimmern eine Wohnung für drei Lehrkräfte und ein HJ- Heim, eine Volksbücherei, eine große Lehrküche für die Frauenschaft, eine NSD.-Stotion und Schwe- sternwohnung, ein Kindergarten, ein Volksbad mit Wannen und Brausen für Schule und Gemeinde. „Gebaut wurde diese Schule", so sagte der Reichs- walter zur Jugend, „von Euren Lehrern und Euren Lehrerinnen, von der gesamten deutschen Erzieherschaft. Wie sie bereits vier solcher Schulen in Großdeutschland errichtet hat und fünf weitere vor der Vollendung stehen und die gleiche Zahl geplant ist, so soll ein Kranz von Schulen von dem lebendigen Bekenntnis der deutschen Erzieherschaft künden." „Fliege, deutsche Jugend,fliege!" Ein Appell an die deutsche Jugend. Kur Förderung des Nachwuchses der deutschen Luftwaffe wird folgender Appell an die deutsche Jugend gerichtet: Die großen Ereignisse in Polen, Norwegen und jetzt im Westen haben uns und der ganzen Welt gezeigt, von welch entscheidender Bedeutung eine ausgezeichnete und gut geführte Luftwaffe für die politischen und militärischen Geschehnisse unserer Gegenwart ist. Ausschlaggebend ist aber immer für die Erfolge der Geist, der in den jungen Soldaten der Luftwaffe steckt. Deshalb rufen wir alle Jungen mit Unternehmungsgeist, Frische und Tatfreudigkeit auf: Komm zu uns, deutscher Junge, und werde Flieger, Funker oder Kanonier! Deutschland braucht in der Zukunft erst recht ganze Kerls. Willst du Offizier werden bei der Flieger-, Flak- oder Luftnachrichtentruppe, hast du Lust, als Freiwilliger zur Luftwaffe zu kommen, als Kriegs- freiwiliger für das fliegende Personal (Flugzeugführer, Bordfunker, Bomben- und Bordschütze) und für die Fallschirmtruppe oder als längerdienender Freiwilliger — aktive Unteroffizierslaufbahn — für alle Waffengattungen der Luftwaffe (Flieger, Flak, Luftnachrichten- und Fallschirmtruppe), so melde dich bei der Wehrersatzdienststelle, dort erfährst du alles weitere. Trauerfeier für den Landgrafen Friedrich Karl von Hessen. LPD. Kassel, 2. Juni. Der Dom St. Martin zu Kassel war die Stätte der Trauerfeier für den verstorbenen Landgrafen Friedrich Karl von Hessen, der in Kassel im Alter von 72 Jahren einem Herzschlag erlag. Vor dem Altar war der Sarg aufgebahrt, bedeckt mit der Reichskriegsflagge und der alten kurhessischen Fahne mit dem springenden Löwen. Auf dem Sarge lagen der Helm und der Degen des Verstorbenen, oer als Generalleutnant im Weltkrieg schwer verwundet wurde. Offiziere hielten die Ehrenwache. Unter Glockengeläut wurde ein Kranz des Führers von vier SA.-Sturm- führern hereingetragen und von Gauleiter Staatsrat Weinrich am Sarge niedergelegt. Auch Generalfeldmarschall Göring ehrte den verstorbenen Landgrafen durch Kranzspenden, ebenso der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst v. Brauchitsch, der Korpsführer des NSKK. Hühnlein, Gauleiter Staatsrat Weinrich, Gauletter und Reichsstatthalter Sauckel, der König von Italien, Kaiser von Aethiopien, Kronprinz Umberto, Außenminister Graf Crano und der italienische Botschafter Alfieri. Die Landgräfin geleitete Prinz Philipp von Hessen, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau. Es folgten die drei weiteren Söhne des Landgrafen in der Offiziersuniform der Wehrmacht sowie SA- Obergruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen, der frühere König Ferdinand von Bulgarien, als Vertreter des Generalfeldmarschalls Göring Staatssekretär Körner, als Vertreter der Wehrmacht der Kommandierende General Schnie- w i n d t. Die Trauerfeier, der Werke von Brahms und Bach eine würdige Ausgestaltung gaben, wurde nach der Einsegnung des Toten mit dem Schlußchor aus der Matthäuspassion geschlossen. Die sterbliche Hülle des Landgrafen wurde dann nach Kronberg im Taunus übergeführt, wo die Beisetzung stattfand. ArbeitSgemeinschastfürGoldatenheime Mit Zustimmung des Stellvertreters des Führers wurde unter Einbeziehung von Vertretern des Oberkommandos der Wehrmacht, der Reichsfrauenführung, der NSV., der DAF. und des Deutschen Roten Kreuzes eine Arbeitsgemeinschaft für Soldatenheime gegründet. Die Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft ist es, bei der Schaffung und Unterhaltung von Soldatenheimen als gesunde, kulturell hochstehende Freizeitstätten für Soldaten mitzuwirken. HauptfchrifUeiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter deS Hauptichriftleiters: Ernst Blumschein. Berantworllich für Politik, Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gteben, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagslelter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenlerter: HanS Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Gefreiter Hans Althaus Otto H. Wfömer Hauptmann und Batteriechef in einem Artillerie-Regiment Gießen (Günthersgraben 15), Schotten. In tiefem Schmerz: 02002 Bitte von Beileidsbesuchen abzusehen. Statt jeder besonderen Anzeige. 2678 D Herr Ludwig Schwalb Statt Karten. im Alter von 59 Jahren. In tiefer Trauer: Alten-Buseck, den 3. Juni 1940. Gießen, Selters weg 1. 2667 D 2666 D Frau Meline Laucht, geb.-Drescher Frau Katharine Rahn Im 32. Lebensjahre. Garbenteich, den 4. Juni 1940. Gleiberg, den 3. Juni 1940. 2673 D 2677 D stehen zur Verfügung. 01998 Verdunkelungsstoffe sing e troffe n Am Riegelpfad 32, B—17 Uhr. 979D Jüng., sauberer mim Dllr^Ult/ für Nackmittaa für Nachmittag 01999 2670 0. Heute verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel zum15.6.gesucht. W» Am end Bahnhofstr.ö0,II 2 Stunden, 3 bis 4 mal gesucht. Grünewald, Bahnhofstr. 27. Fürs Vaterland fiel unser lieber, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Katharine Schwalb, geb. Becker und Angehörige. Gießen (Liebigstr. 31), Juni 1940. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, für alle Blumen- und Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. , Besonderen Dank auch allen denjenigen, die uns in den ersten schweren Stunden und Tagen hilfreich zur Seite standen, wie Herrn Pfarrer Ausfeld für seine trostreichen Wprte. Gisela Wörner, geb. Buchinger Elisabeth Wörner, geb. Schmitt Armin Wörner, z. Z. im Felde. Heute entschlief nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, meine treusorgende Mutter, unsere gute Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Pirr Familie Karl Leun Familie Richard Eiff. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen i' Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. Juni, um 14% Uhr statt Gesichtshaare, alle lästig. Haare werd, nur durch d. von mir angew. einzig sichere Meth. unt.Garant, für immer mit d.Wurzel entfernt Frau H.tiulden. seit 35 Fr.W.Henkel Sprechstunden jeden Mittwoch: Gießen, Heinrich Schomber, GieBeo, Neuenweg 25 Kammerjäger. Hansbockbekämpfnng und Flammschutz-Imprägnierungen. Flammschutz! Die Imprägnierung Ihres Dachstuhls führen wir nach den Vorschrilten des Reichslnftschutzbnndes sofort und xnverlässia aus. - Referenzen Am 27. Mai fand den Heldentod in soldatischer Pflichterfüllung getreu seinem Fahneneid für Führer, Volk und Vaterland mein lieber, guter Mann, unser Sohn und Bruder In tiefer Trauen Familie Carl Althaus Familie Curt Althaus, z.Z. im Felde Familie G. Schmalstieg. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Juni, um 16 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Leihgestern, Großen-Lmden, den 4. Juni 1940. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Juni, nachmittags 3 Uhr, von Schillerstraße 18 aus statt. SpezialgeschäftfürTeppiche und Gardinen Bahnhofstraße 31 dem Herrn Pfarrer Steiner, sowie der Ortsgruppe und der NS.-Frauenschaft Garbenteich für die erwiesene letzte Ehre sagen wir hiermit herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Liesel Schulze, geb. Manger. LeeresZimer zu miet, gesucht. Schr. Ang. unter 02000 a.d.G.A. In tiefer Trauen Albert Laucht Familie Ernst Drescher Irmgard Laucht und Angehörige. Am 3. Juni starb nach langer, schwerer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Johannes Eiff VI. im Alter von 69 Jahren. Tüchtige Werfo) kaufmännischer Lehrling für sofort gesucht. [2639D Walleniels Sohn Braugasse 6. Tüchtiges nettes Mel ev. junge Frau, für mein neues Konditoreikaffee z. 15. 6. gesucht W. Amend Bahnhoistr. 50 II Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Gterbefälle. 16.5.40. Helene Wißner, geb. Volk, 33 Jahre, Ka- vlaneigasse 9,-17.5. KarlLauenstein,landwirtschattl. Angestellter, 73 Jahre, Ludwigsvlatz 11; Therese Schneider, geb. Gortzen,72Jahre,Grünberg,Rosen- gasse 2; 18.5. Anna Eva Volz, geb.Sivvel, o.B., 73 Jahre, Frankfurter Straße 129; 20.5. Sophie Sauermann, geb. Schmitt, 73 Jahre, Mühlstraße 4; Katharina Lauber, 0. B. 34 Jahre, Lang-Göns» Kr. Gießen; Lina Bender, geb. Leidner, 30 Jahre, Villingen, Kr. Gießen; Lina Geiß, Küchenfrau, 41 Jahre, Steinstr. 14; 21.5. Minna Hummel, geb. Zimmer, 46Jahre, Lich, Kr. Gießen; 22.5. Susanne Röhmig, geb. Zimmer, 0. B., 85 Jahre, Licher Straße 113; Carl Schuhe, Kaufmann 61 Jahre, Seltersweg 1; 23.5. Anna Maria Braun, geb. Wiemer, o.B , 63 Jahre, Lollar, Kreis Gießenr Katharina Kaak, geb. Gräf, o.B., 76 Jahre, Jo- hannesstr. 9; 24.5. Elise Demi, geb. Muth, 52 Jahre, Roonstr. 28; Karl Novak, Gärtner, 32 Jahre, Frankfurter Str. 84; 25.5. Wilfried Kümmel, 3 Monate, Krofdorfer Str. 4; Heinrich Steinmüller, städt. Arbeiter, 75 Jahre, Asterweg 69; Johannes Döring, Kernmacher, 69 Jahre, Marburger Str. 82: Karo- line Engel, geb. ^ortmüller, 0. B., 85 Jahre, Am Kugelberg 4; 27.5. Johann Mand, Schneidermstr., 68 Jahre, Weidengasse 1; Wilhelm Arnold, Gerber- gehttfe, 75 Jahre, Seltersweg 26; 28.5. Wilhelmine Müller, geb. Alt, 0. B., 72 Jahre, Lang-Göns, Kr. Gießen; 29.5. Marte Otto, geb. Horst, 71 Jahre, Horst-Wessel-Wall 25; Gustav Krausch, Eisendreher, 64 Jahre, Hammstraße 15; Marie Kretz, Krankenschwester i.R., 75 Jahre, Licher Straße 74; 30.5. Briedrich Schweitzer, Oberpostschaffner a. D., 68 I., öberstraße. Ruhiges Ehepaar (Mann a. Zt.b.d.W.) sucht für sofort in gepflegt. Haushalt ww oö.geöÄ mit vollem Familienanschluß. Lndwigstr. 61 I Mädel g i. kl. Haushalt (3 Pers.) ges. Lohn n. Ver- einbg. Vorzust. zw.2 u.6 Uhr. Goethestr. 32 Sauberes Mädchen 00. 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Der Wald steht in seinem grünen Kleid. Der Hollunder blüht. Ueberall leuchtet und glänzt es. Die Aehren haben sich geöffnet und lassen an zarten, graugrünen Fäden ihre unscheinbaren Blüten im Morgenwind wie kleine Fähnchen wehen. In zierlichen Säckchen enthalten die Bljjten viel Blütenstaub, und wenn der Mittagswind über die Halme fährt, dann erhebt sich, oft eine große Wolke von Blumenstaub. Das Getreide braucht keine Bienen und Hummeln, nur Wind. Halme neigen sich zu Halmen. Wie ein Raunen, ein leises Flüstern geht es durch das ganze Feld. Es ist ein herrlicher Anblick, das wogende Kornfeld! Auf und ab, Welle folgt auf Welle, das ist ein Schaukeln und Wiegen wie bei einem See. Der zarte Duft der Blüten umweht uns. Hier und da leuchten blaue Kornblumen und feuriger Mohn auf. Im Schutz der Halme können sie blühen und gedeihen. Und überall singt es in Wald und Feld, denn die Zeit der Liebe, in der die Vögel singen, ist noch da. Der Kuckuck ruft, der Sperling zwilcht, aber die Finken, die Drosseln und die Amseln erfreuen uns am meisten mit ihren Liedern. Und wer am Wasser wohnt, hat jetzt jeden Abend ein köstliches Frosch-Konzert, denn auch für diese Tiere ist nun die Zeit der Liebe gekommen. Das Jnsektenvolk strömt in Scharen herbei. Es summt und brummt wie eine ferne Orgel. Wer kennt alle Käfer und Schmetterlinge? Wie sie sich wiegen im Sonnenschein, unsere Sommervögel! Die Tagfalter in ihrer schimmernden Pracht! Aus dem vielstimmigen Orchester der Insekten hören wir immer wieder schrille Geigentöne heraus. Das sind die Heuschrecken. Wir müssen schon geschickt sein, um diese kleinen Turner fangen zu können, denn sie vollführen Sprünge von unglaublicher Höhe. Dann fitzen sie da und streichen mit der einen Flügeldecke über die andere. Das ist ihre Musik, ihre Äbensfreude. Aber auch die Grillen gehören zu den Musikanten. In alten Häusern sitzen sie gern als „Heimchen" in der Küche, in irgend einem Löchlein, und lassen in den lauen Juninächten ihre Zirptone hören. Die Wiesen sind ein schöner, bunter Teppich, auf dem die Natur alle Farben auf das dunkle Grün der Gräser getupft hat, und am Morgen blitzt und funkelt es uns entgegen. Das ist der Morgentau, der wie Diamanten glänzt und leuchtet. In ihm brechen sich die ersten Sonnenstrahlen in allen Regenbogenfarben. Wie köstlich ist eine solche Morgenwiese im Juni! Und erst der Garten. Welche Blumenpracht! Ueber allen aber die Königin der Blumen, die Rose. Schon am Waldrand strömte uns der Duft der wilden Heckenrosen entgegen. Hier aber in den Gärten stehen sie in allen Formen und Farben. Sie sind immer schön, schon als Knospe, wenn die zarten, rot angehauchten Blütenblättchen heroordrängen wollen aus dem grünen Kleid des Kelches. Wir nähern uns der Höhe des Jahres. Mit heiterem Gemüt und frohem Herzen wollen wir diese tage voll Glanz und Sonnenschein genießen. Der Rosenmond ist wie ein goldenes Füllhorn. Ueber- quellendes Leben ist gekommen. H. Tageskalender für Dienstag. Wehrwissenschaftlicher Vortrag der Ludwigs-Uni- rerfität: 20 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Professor Dr. Koch über „Der Mensch im Flugzeug". — Gloria-Palast, Seltersweg: »Robinson"; 14.45 Uhr: Wochenschau-Sondervorstellung „Das deutsche Schwert schreibt Geschichte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Es war eine rau- ------ ---------------------- Halbzeit des Lebens. Von Jo Hanns Rösler. Die erste Halbzeit deines Lebens ist abgepfiffen, haft du den Pfiff, gehört, Freund? Er hält deinen Schritt nach vorwärts auf, läßt dich zur Seite treten, gibt dir ein paar Minuten Zeit zum Verschnaufen und zum Nachdenken, wie alles in der ersten Halbzeit deines Lebens kam, jeder Sieg und jede Niederlage. Und noch eine Minute, dich auf iie zweite Halbzeit deines Lebens vorzubereiten. Du bist ein Mensch wie alle Menschen. Nichts zeichnet dich aus, du hast deinen Beruf, dein Heim, deine Familie. Du haft Nachbarn, Freunde und Feinde. Du bist deinen Weg geradeaus gegangen, mit Gleichmut, in der großen Marschkolonne, doch plötzlich stockt dein Schritt. Wie weit noch? Wie lange noch? Du bist ja schon so lange gegangen, du kommst ja schon von so weit her, das halbe Leben ist vorbei. War alles so, wie du es dir als Lind geträumt, als Jüngling vorgenommen hast? Deine Ehe, Freund, ist eine gute Ehe. Du gibst deiner Frau den Zehnten, sonntags gehst du mit iir spazieren, ihr geht nebeneinander her, die Worte fließen langsam vom Mund, es ist wenig in euch, ttas gesagt werden muß. Euer Tag hat vierund- zvanzig Stunden und jede Stunde hat ihre ehrlichen sechzig Minuten. Aber damals, als du dein Nädchen zum ersten Mal sahst, als du mit ihr Jim ersten Mal allein warst, da war eine Stunde tiine sechzig Minuten, da verflog die Zeit, da konnten Lippen nicht nachkommen, alle die Worte aus- ^sprechen, die das Herz überfluten ließen. Es ist nid) immer dieselbe Frau, die an deiner Seite acht, es ist noch immer dieselbe Hand, die dich einst lirbkoste, es ist immer noch dasselbe Herz, für das dll einst lieber sterben wolltest, als es zu verlie- rin. Denk an die Berge, die du im Ueberschwang btr Liebe versetztest, denk an dein Leid, das dir die Sehnsucht brachte, jetzt ist sie dein, immer dein mb jeder Tag mit ihr hat vierundzwanzig Stun- ! dm. Jetzt sprich die Worte aus, die damals im h-rzen zurückgeblieben sind, jetzt erfülle die Stun- bm, die damals zu schnell verrannen. Denn immer kurzer wird die Zeit, wo ihr zusammen seid, ihr *)ibt euch ja noch so viel zu sagen — ihr zwei Denschen, die ihr unter Millionen Menschen nur e'-ch habt! Iti Deine Kinder, Freund, wachsen gesund auf gutem ?oöen heran. Du sorgst für sie, sie sind sauber gekleidet, ihr Teller ist nahrhaft gefüllt. Du tadelst ii-, wenn sie ungezogen sind, du lobst sie, wenn li brav waren. Und so lernten sie gehen, sprechen, k-nn rechnen und schreiben, jetzt schon sich zu verlegen und in eine Gemeinschaft einzufügen. Dein Stolz auf sie ist groß, aber wie klein ist —- wenn du es recht betrachtest — der Beutel Freuden, den du dir mit ihnen gesammelt hast! Wäre es nicht schöner gewesen, damals in der Stube sitzen zu bleiben, als sie ihre ersten Gehversuche machten, mit ausgestreckten Aermchen und hell krähend, statt mit Freunden zur Kegelpartie zu fahren? Möchtest du heute nicht gern die nieendenwollenden Fragen „Warum, Papa?" und „Wieso, Papa?" der Kleinen beantworten, wenn dein sechzehnjähriger Junge, schon ein wenig verschlossen, sich schweigend an den Mittagstisch setzt? Jetzt fragst du ihn, aber er hat schon gelernt, zu schweigen. Seine Gedanken kreisen schon um Dinge, die dir fremd sind, du studierst in seinem Gesicht viel länger, als du einst gebraucht hättest, das ganze kleine Herz zu erforschen. Hier war die Zeit als dein großer Gegenspieler schneller, sei du in der zweiten Halbzeit deines Lebens gewandter. Denn die Kinder wachsen heran und was sie einst an Zärtlichkeit und Liebe und Vertrauen mit hilflosen Händen überreich verschenkten, mußt du dir später schwer erkämpfen. Aber noch ist es Zeit, noch sind Kinder im Haus, noch liegt ein letztes Kind in der Wiege, noch kannst du deick Herz mit Freude an ihnen zum Ueberfluß füllen, daß es für die kalten Tage des einsamen Alters reicht. Deine Nachbarschaft, Freund, achtet dich und findet dich umgänglich, du hast mit keinem einen Streit, man setzt sich gern mit dir an einen Tisch und weiß, wenn du aufgestanden bist, kein böses Wort über dich zu sagen. Manch einer hat sogar ein gutes Wort über dich im Herzen, denn du hast ihm einmal geholfen, als er in Not war. Aber er sagt es nicht. Es würde auch untergehen in den Bitternissen, wo du nicht halfst. Nicht etwa mit Geld, von dem du glaubtest, es reiche kaum für dein eigenes nacktes Leben, trotzdem Geld die Kraft besitzt, sich zu dehnen und zu strecken, wenn du von 'ihm einen Teil für die Not des Nächsten nimmst. Aber Hilfe ist nicht allein von deiner Tasche abhängig. Nimm den Verzweifelten mit heim in den Frieden deines Hauses, geh mit ihm ein paar Schritte, wo er sich allein zu gehen fürchtet, laß ihn dort nicht im Stich, wo er über eine Grube, die er nicht sah oder die man ihm heimtückisch schaufelte, strauchelte. Vergiß nie, daß jeder Mensch du selbst bist. Es gibt kein Unrecht, das begangen wurde, und das man nicht wieder gutmachen kann. Darum nütze die wenigen Minuten, die vor der letzten Halbzeit deines Lebens liegen, gut zu machen, was schlecht war. Und wenn du jetzt wieder auf dos Spielfeld des Lebens hinaustrittst und deinen dir zugewiesenen Platz zwischen den Mitspielern eingenommen hast, dann steh deinen Mann und vergiß nie, wie kurz die Zeit ist, die dir noch zum vollendeten Leben zur Verfügung steht. „Ein Robinson." Der Film der Bavaria-Fanck-Chile-Expedition. Der neue Film, der seit gestern im Gloria-Palast gezeigt wird, trägt zwar in einigen Grundzügen den Charakter des Abenteurer-Filmes, ist aber doch weit mehr, als eben nur ein Abenteurer-Film. Er ist, insgesamt gesehen, eine neue Form, er bringt die Verquickung des Abenteuers des einzelnen mit dem Hohelied der Kameradschaft, er ist Ausdruck der vaterländischen Treue, ist ein lebendiges Stück Geschichte und zugleich ein Kulturfilm von außerordentlichen Graden. Der ungewöhnliche Film ist dc^ Ergebnis der Bavaria-Fanck-Chile-Expedition. Vor dem geistigen und leiblichen Auge ersteht die Erinnerung an den heroischen Kampf des deutschen Ostasien-Geschwade'rs, das im Jahre 1914 bei den Falklandsinseln gegen eine englische Uebermacht kämpfte upb ehrenvoll unterlag. Rur das Schiff „Dresden" konnte sich bamalfrjber feindlichen Uebermacht entziehen, um bann cwer doch bei der Insel Juan Fernandez, in chilenischen Hoheitsgewässern, von den Engländern gestellt und, entgegen dem Völkerrecht, angegriffen zu werden. Der Kommandant befiehlt die Versenkung des Schiffes. Die Mannschaft kehrt nach langer und abenteuerlicher Fahrt nach Deutschland zurück, sie wird aber (No- vember 1918) schlecht empfangen. Der Obermatrose Carl Ohlsen, um den es in der Folge im Besonderen geht, glaubt, daß für ihn in der Heimat kein Platz mehr sei. Er kehrt nach der Insel Juan Fernandez zurück, dahin, wo die versenkte „Dresden" liegt, und führt das Leben eines Robinsons, ganz so, wie sein Vorgänger, der schottische Matrose Alexander Selkirk, der unsterbliche „Robinson Crusoe". Ein Jahrzehnt vergeht! Mehr und mehr erkennt Carl Ohlsen, daß seine Existenz, die Existenz um seiner selbst willen, des tieferen Sinnes entbehrt. Er will zurück in die Gemeinschaft der Menschen, vielleicht sogar, wenn es für ihn einen Weg gibt, in die Gemeinschaft der Kameraden. Und dann erlebt er es, daß der neue Panzerkreuzer „Dresden" an feiner Insel anlegt. Aber er bemerkt es zu spät, kann sich nicht mehr bemerkbar machen und das Schiff fährt ohne ihn wieder ab. In abenteuerlicher Fahrt, in strapaziösen Märschen durchquert er Patagonien, um das Schiff vielleicht auf der anderen Seite des Kontinents zu erreichen und — er erreicht es auch. Ueberglücklich steht er bann wieder in Reih und Glied der jüngeren Kameraden auf der neuen „Dresden". Der Film schildert diese Handlung in klarer Folae- richtigkeit. In den Bildern gibt es keine Kulisse. Immer ist eine grandiose Natur Schauplatz und Rahmen. Den Obermatrosen Ohlsen stellt Herbert Böhme dar, der das Idealbild eines aufrechten, Keine Angst vor dem Betrieb. Ein Wort an berufslose Krauen und Mädchen. Es gibt kaum eine deutsche Frau oder ein deutsches Mädchen, die in diesen Tagen schwersten Kampfes um das Leben und die Freiheit Deutschlands nicht von dem Willen erfüllt wären, durch ihre Mitarbeit zum deutschen Sieg beizutragen. Seit Ausbruch des Krieges haben sich unzählige Frauen aus freiem Entschluß in das Heer der „Inneren Front" eingereiht. Sie wußten, daß ihre Hände gebraucht werden, und fragten nicht lange, an welchem Platz man sie einsetzep würde. So sind Tausende von ihnen aus jetzt nicht lebenswichtigen Berufen umgeschult worden für kriegswichtige Arbeiten, und Tausende traten überhaupt zum erstenmal in die Berufsarbeit ein. Noch aber gibt es eine gewisse Anzahl berufsloser Frauen und junger Mädchen, die abseits stehen. Viele von ihnen mag bisher vielleicht nur Scheu vor dem Ungewohnten und Neuen abgehalten haben, ihre Pflicht in der Berufsarbeit zu tun. Diesen Zaahaften und Aengstlichen rufen wir zu: „Keine Ängst vor dem Betrieb!" Da spukt das Wort „Pulverfabrik" heute lebhaft in den Reihen der Nicht-Berufstätigen. Wie ein moderner Rüftungsdetrieb in Wahrheit aussieht, wie Arbeit und Arbeitsbedingungen sind, wie die Menschen, denen dex Betrieb schon lange zur zweiten Heimat würde, das wissen diese Außenstehenden nicht, und deshalb machen sie sich oft die seltsamsten Vorstellungen. Seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus haben die beauftragten Stellen unab- läfsia daran gearbeitet, daß aus der einstigen „Fabrik^ der moderne schöne Betrieb wurde. Im nationalsozialistischen Deutschland ist die Arbeit nicht nur „erträglich", sondern gern und stolz erfüllte Pflicht. So wurde die Forderung „Schönheit der Arbeit" in allen Betrieben, und ganz besonders in den Großbetrieben, verwirklicht. Sie umfaßt nicht nur die würdige und gesundheitserhaltende Gestaltung des Arbeitsplatzes an sichy nicht nur die Anlage von Betriebssportplätzen und Grünflächen, sondern auch die persönliche Betreuung von werktätigen Menschen.' Diese erfahren durch das enge Zusammenwirken aller Beauftragten eine grotz- zügiae soziale Betreuung, die sich gerade auch auf die schaffenden Frauen erstreckt. Ihrem Wohlergehen dient die fürsorgliche Arbeit der Sozialen Petriebsarbeiterin und der Betriebsfrauenwalterinnen, dient die kameradschaftliche Hilfstätigkeit der Werkfrauengruppen. Erwerbstätige Mütter bringen ihre Kinder in den Betriebskindergarten (Kindertagesstätten), wo sie vorbildlich beaufsichtigt werden; die Gemeinschaftsverpflegung in den Werkkantinen, billig und bekömmlich, löst die für die Berufstätigen schwierige Ernährungsfrage. Vom Betrieb bereitgestellte und regelmäßig gereinigte Schutzkleidung beugt Unfällen vor und hilft Kleider sparen. 2)ej Betriebssport verschafft den notwendigen Ausgleich zur Werkarbeit. Alle diese Einrichtungen entsprechen dem national« sozialistischen G Bunds atz, daß der Mensch das Wich- tigfte im Betrieb sei. Ein in den letzten Jahren stark ausgebauter Mutterschutz sorgt dafür, daß die erwerbstätigen 'Mütter gesund und widerstandsfähig bleiben und so ihrer Dvppelaufgabe gewachsen sind.' Selbst über den Betrieb hinaus erstreckt sich die Betreuung der schaffenden Frauen: geregelte Freizeit sichert die notwendigen Stunden zur Entfpan- nuna und Erholung, die Nachbarschaftshilfe im Deutschen Frauenwerk, von freiwilligen Helferinnen durchgeführt, nimmt den berufstätigen Hausfrauen einen erheblichen Teil ihrer häuslichen Pflichten ab (Kinderbetreuung, Wäscheflicken, Erledigung von Einkäufen usw.). Eine Reihe derartiger Einrichtungen könnte noch aufgezahlt werden, die alle das eine Ziel haben, den schaffenden Frauen die werktägliche Arbeit so zu gestalten, daß sie nicht zur Ueberlastung wird. „Aller Anfang ist schwer" — und darum besonders vor dem Anfang, vor der ersten Zeit in der völlig ungewohnten Umgebung, haben viele der bisher Berufslosen eine begreifliche Furcht. Was geschieht denn eigentlich mit den „Neuen" in einem Betrieb, also mit den Frauen und Mädchen, die überhaupt noch keine oder eine gänzlich anders geartete Erwerbstätigkeit ausübten? Sie werden zunächst angelernt bzw. umgeschult. In jedem Falle wird vorerst die körperliche Leistungsfähigkeit durch eine gründliche ärztliche Untersuchung festgestellt, Am gestriaen Montagnachmittag konnte der Direktor des Botanischen Instituts unserer Universität, Professor Dr. Küster, im Hörsaal des Instituts den Kreisleiter Backhaus und die Gefolgschaft der Kreisleitung, sowie eine stattliche Anzahl von Angehörigen der Gliederungen der Bewe- S(NS.° Frauenschaft, Deutsche Arbeitsfront, .) begrüßen. Die Besucher wollten in einer gemeinsamen Führung den Botanischen Garten unter fachmännischer Leitung kennenlernen und außerdem einiges über die Heilkräuter erfahren, die demnächst auch in unserer engeren Heimat in einer großen Aktion gesammelt werden sollen. Professor Dr. Küster dankte zunächst für den Besuch und gab dann einen Ueberblick über die Arbeitsgebiete des Botanischen Instituts. Er wies darauf hin, daß gerade das Botanische Institut eines der populärsten Institute unserer Universität sei. Das komme daher, daß sich von Pflanzen und Blumen jedermann angesprochen fühle, und geMe werde von vielen Gießenern ein Spaziergang durch den Botanischen Garten gemacht. Der Redner erläuterte dann die Arbeit des Instituts und betonte, daß das Schwergewicht der Arbeit auf dem U n - terricht und der Forschung liege. Es gelte, wissenschaftliche Erkenntnisse weiterzugeben an alle diejenigen, die ihrer bedürften. Mit Unterrichtsmitteln sei das Institut ausreichend versorgt. Der Garten biete eine schier unerschöpfliche Fülle Anschauungsmaterial. Weitere Hilfsmittel von nicht zu unterschätzender Bedeutung stellten die optischen Geräte dar, die insbesondere von der Firma Leitz in' Wetzlar dem Institut zur Verfügung gestellt seien. An Pflanzen gebe es, so fuhr der Redner fort, eine unendliche Anzahl, und es wäre falsch, zu glauben, daß es einen Botaniker gebe, der sie alle kenne. Nicht die Pflanzen, sondern die Pflanze fei das Objekt der Forschung. Bei weitem stehe, wie der Laie oftmals glaube, nicht alles in Büchern, was es von der Pflanze zu wissen gebe. Das Beste komme erst, das Beste liege noch vor der forschenden Wissenschaft. Die Botanik sei hi hohem Maße dne angewandte Wissenschaft. Sie diene in unmittelbarer Form dem praktischen Leben. Was essen wir? Mit was kleiden wir uns? Solche elementare Fragen werden von der botanischen Wissenschaft beantwortet. Die reine Forschung aber frage: wo ist etwas Neues? Die reine Forschung sei nicht nach dem Nutzen aus« gerichtet, sondern erstrebe bas Erkennen aus Erkenntnisdrang. Dieser Erkenntnisdrang dürfe nicht unterbunden werden. Was heute noch ohne praktischen Zweck erscheine, könne morgen praktische Bedeutung haben. Ein Satz, der kürzlich auf einer Tagung der Botaniker in Berlin geprägt denn es wird keine Arbeitsleistung verlangt, die nicht dem körperlichen Leistungsvermögen entspräche. Anlernuna und Umschulung liegen in den Händen betriebserfahrener Beauftragter, ihnen zur Seite stehen dabei die Vertrauensfrauen »des Betriebes: die Soziale Betriebsarbeiterin, die Betriebs- frauenmalterin und die Mitglieder der Werkftauen- gruppe. Sie helfen dem Betriebsneuling, sich in die Arbeit und die Betriebsgemeinschaft einzuleben, zu ihnen darf jede einzelne mit ihren persönlichen Sorgen und Anliegen kommen. Einer für alle — alle für einen!, so heißt die Losung in den Betrieben, und keine der neuen Ar- beitrEamerabinnen braucht sich verlassen zu fühlen, die den Willen mitbringt, sich in die Gemeinschaft einzufügen in dem Bewußtsein, daß ihrer Hände Arbeit genau so mitentscherdend ist für bas Gelingen bes beutschen Kampfes, wie der Einsatz unserer tapferen deutschen Wehrmacht. worden sei, besage, daß „b i e Wissenschaft von heute die Wirtschaft von morgen fei". Die Richtung, in der sich die Forschung bewege, könne sehr vielfältig sein. Gegenwärtig stehe die Dererbungswissenschaft, die jüngste Wissenschaft, im Vordergrund. Die experimentelle Vererbungswissenschaft sei zwar erst 40 Jahre alt, sie habe sich aber mit geradezu explosiver Gewalt entwickelt und erstaunliche Ergebnisse gezeitigt; aber noch vermöge kein Mensch die Tiefen auszuloten, die sich gerade auf dem Gebiete der Vererbungswissenschaft ergäben. Das Gießener Botanische Institut habe sich im Rahmen der vielen Aufgaben der Botanik der Zellenlehre zugewandt. In der Forschung sei der Wissenschaftler bemüht, eine Frage nach der anderen au lösen. Ein Ende in dieser Arbeit gebe es nicht! Je weiter die Wissen- Magensäure Ich bitte um erneute Zusendung von 50 groß. Füllung. Ihres Karlssprudels, der mir bei Magenübersäuerung sehr gute Dienste geleistet hat, so daß ich die Kur fortset). möchte. Dr. J. Werner, Oberstud.-Dir., Olbernhau, Freiberg.Str.7. 31.8.37, 20 grobe Flaschen RM 12.60, 50 grolle Flaschen RM 25. —. Fracht hin und wrüdc trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Biskirdien A. schäft vordringe, um so mehr erweiterten sich die Perspektiven. Aber die Wissenschaft werde um dieser Tatsachen willen nicht trostlos, sondern so, wie Kant aus der Unfaßbarkeit des Himmels Trost und Kraft gefunden habe, suche und finde auch der Wissenschaftler in seinen Forschungsergebnissen immer neue Kraft und neuen Trost. Immer weiterreichende Erkenntnis führe zu Bescheidenheit und verhindere Selbstüberschätzung. Der lebendige und begeisternde Vortrag wurde von den Zuhörern mit stärkster Aufmerksamkeit verfolgt. Im Anschluß daran führte Prof. Dr. Küster seine Gäste durch den Garten, erläuterte in kurzen Zügen die Anlage und das System des Gartens, wies auf Schönheiten der Gartenlandfchaft und auf Besonderheiten in der Pflanzenwelt hin, die im Botanischen Garten überreich anzutreffen sind. Nach diesem Rundgang versammelte der Assistent Dr. Heidt die Teilnehmer im großen Gewächshaus und hielt hier einen kurzen Vortrag über die heimischen Heilkräuter und deren Bedeutung für die Volksgesundheit. Er wies darauf hin, daß gerade in den nächsten Wochen und Monaten eine intensive Sammeltätigkeit entfaltet werden solle, um zu vermeiden, daß für Heilkräuter MillionenDer Aufgabenbereich des Volanischen Wiluis. Kreisleitung besucht den Botanischen Garten.-Heilkräuter sammeln sehr wichtig! ehrlichen deutschen Seemannes zeichnet. Auch als Robinson fügt er sich glücklich in seine Rolle und läßt in mancher Geste, in manchem Selbstgespräch ober im Gespräch mit seinem Papagei die eigenartige geistige Haltung des abgründig einsamen Menschen zum Ausdruck kommen. Neben ihm wären Claus Clausen als fein Freuhd Fritz Groth und W. K. K r ü g e r als der gute Geist der deutschen Matrosen, der alte Pagels, zu nennen. Die übrigen Mitwirkenden treten fast durchweg in der Form der Kameradschaft auf, sodaß das Darstellerische Schwergewicht auf nur wenigen Künstlern liegt. Das kommt dem Film selbst in vieler Hinsicht zugute. Für die Regie zeichnet Dr. Arnold F a n ck verantwortlich. Unerschütterlich wird das hohe Niveau gehalten, das wir an allen Filmen, die bisher unter Fancks Leitung entstanden, kennen. Der Film ist, wie erwähnt, das Ergebnis einer großen Expedition, von der einige Einzelheiten interessieren dürften. Die Expeditionsteilnehmer legten insgesamt eine Strecke von über 51000 Kilometer zurück, fuhren auf Schonern, Zweimast- feglern, auf chilenischen Staatsdampfern und Kriegsschiffen, fuhren auf Lastwagen und beförderten dabei 250 Kisten Ausrüstungsmaterial, die mit Maultieren und Gauchopferden bis in die unwirtlichsten Gebiete unseres Erdballes gebracht werden mußten. Die Exped-itionsteilnehmer waren völlig auf sich selbst angewiesen, waren allen Unbilden der Witterung, den wochenlangen Regonfällen, byi Stürmen, ber tropischen Hitze unb ber eisigen Kälte ausgesetzt. Ganz ungewöhnliche Arbeit leisteten ba« bei bie Männer an ber Kamera. Bilber von einer unerhörten Schönheit unb Einbrucksgewalt bringt fast jede Szene. Die ganze Wilbheit bes patago» nijchen Hochlandes, bie pittoreske Schönheit bes Feuerlanbes finb im Silbe festgehalten unb immer hat man babei auch Zeit gefunben, ber Tierwelt nachzugehen, sobaß ber Film nicht nur einen Spielfilm von hohen Graben barstellt, sonbern auch eine Mission als Kulturfilm erfüllt. Der Film in seiner Gesamtheit verbient eine rückhaltlose Anerkennung unb bebeutet ein vielseitiges und reiches Erlebnis. H. L. Neuner. - Zeitschriften. — Sämtliche Fensterscheiben werden zerstört, wenn bie Fenster bei Luftangriffen nicht geöffnet finb.. Selbst wenn Fliegerbomben in größerer Entfernung einschlagen, genügt ber Luftdruck, um Fenster in der näheren und weiteren Umgebung einzubrücken, lieber bie Maßnahmen, wie man bas Zerstören der Fensterscheiben verhindern kann, berichtet ein Artikel im neuesten Heft ber „Sirene^ Ein Aufsatz behandelt nochmals die Deckenabstei- fung in Luftschutzräumen. Die Rubrik „Wir wissen Rat!" beantwortet wieder eine Anzahl grundsätzlicher Fragen, die für die Oesfentlichkeit von. Interesse sind. 20.43 Uhr. * finM Rudolf Goll f. bish 1: kllSY [er 3 O am Sie saßen zu zweit auf einem Plüschsofa vor einem (Nachdruck verboten!) 7. Fortsetzung. Am 30. wo er im und kindlich und etmas unbeholfen. Ganz anders als Jngeborg. und Gebäcks St# f v H Mit Gingen Zeitlich eis kon «töl •u i t m a tye die ^ielne c •in do »res u Hüdei D- fort tebtr - fte. Es 8U fir tfe1 W feft Keine Spur von Hauck Roman von Lharlotte Kaufmann. zihrl jer den itionc tzendes Der gr- i beende Id. 3flI s 5% SW s? € l>W^ herstellen komrettV«* langen SfaRezepteseil DR. AUGUST OETKER, BIELEFElO 12 bis 15, Erbsen 32, Zwiebeln 17, Meerrettich 70, Rhabarber 10 bis 15, Aepfel 50, Kirschen 70 Rps„ Erdbeeren 1,40 RM., Salat, das Stück 10 bis 15 Rpf., Salatgurken 60 bis 80, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 15 Rpf. Notizen für den 5. Juni. Sonnenaufgang 5.06 Uhr, Sonnenuntergang 21.41 Uhr. — Mondaufgang 5.06 Uhr, Monduntergang ♦♦ Städtische Bücherei. Im Mai sind 1824 Bände ausgeliehen worden. Von diesen Bänden kamen auf: Literaturgeschichte 3, Zeitschriften 19, Gedichte und Dramen 22, Erzählende Literatur 1089, Jugendschriften 338, Länder- und Völkerkunde 105, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 148, Naturwissenschaft und Technologie 35, Heer- und Seewesen 23, Haus- und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 2, Philisophie und Religion 4, Staatswissenschaft 22, Sprachwissenschaft 4 Bände. Amtsgericht Gießen. Die K. E. in Gießen war beschuldigt, am 3. November v. I. und am 9. April d. I., jedesmal im strafverschärfenden Rückfall, sich des Betrugs schuldig gemacht zu haben. Sie hatte sich einmal von einer Frau 20,— RM. unter dem Versprechen geliehen, das Geld am nächsten Tage wieder zurückzugeben, obwohl sie wußte, daß sie wegen Mittellosigkeit dazu nicht in der Lage war. Das andere Mal hatte sie sich von einer Frau unter dem Versprechen, ihr Oel und Bohnenkaffee zu liefern, 6,— RM. geben lassen. Sie lieferte natürlich nichts, sie war hierzu auch nicht in der Lage. Die Ange- klagte war in vollem Umfang geständig. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von sechs Monaten. Die Angeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamtgefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt. ziöse Leibesübung des Rollschuhlaufes, wie sie gerade am Sonntag wieder zu sehen war, dürste dem schönen Sport manchen neuen Anhänger geworben haben. Auszeichnung durch den AGRL. Von der Reichsführung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen wurde dem Sieger bei den Kriegs- gerätemeisterschaften im März 1940 in Berlin, Turner Kaiser vom Tv. 1846 Gießen, das silberne Stoffabzeichen zugesandt. Der Vereinsführer Wiegand überreichte dem Kameraden* Kaiser das silberne Stoffabzeichen im Rahmen einer Turnstunde in würdiger Form. Otympia-Gieger Toni Merkens in Gießen. Am gestrigen Montag weilte der Olympia-Sieger im Radfahren, Toni Merkens, in unserer Stadt und hielt bei dem Mentor der Gießener Radfahrer August Deibel Einkehr. So wie stets, wenn die Radfahrer aus allen Gauen Deutschlands nach Gießen kommen oder auf ihren Fahrten Zeit und Muße finden, in Gießen Station zu machen, finden sie bei August Deibel ein offenes Haus und herzliche Gastfreundschaft. Toni Merkens, der am kommenden Mittwoch in Frankfurt a. M. an den Start geht und in einem schweren Steherrennen aus stärkste deutsche Konkurrenz trifft (Lohmann, Krevert, Schindler, Dan- Holt und Schön), traf gestern nachmittag auf dem Fahrrad, von Köln kommend, hier ein. Er kam zusammen mit Lean Schorn, der vielen Gießener Radfahrern längst und in bestem Sinne bekannt ist. Schorn will in Frankfurt die Gelegenheit zum Training benützen. Merkens und Schorn, beide Kölner .Jungs, erzählten in aller Aufgeschlossenheit von Luzern usw. an. In Gießen wirkte er fast 25 Jahre lang. Zu seinem großen Bedauern, aber auch zum Leidwesen der Gießener Theatergemeinde mußte er im April 1929, nachdem er sein 40jähriges Bühnenjubiläum nach 24 Jahren seiner Gießener Künstlertätigkeit begangen hatte, aus Gesundheitsrücksichten von der ihm ans Herz gewachsenen Gießener Bühne und damit zugleich von dem Schauspielerberuf Abschied nehmen. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Ludwigsburg bei Stuttgart, weilte dann aber noch wiederholt in Gießen zu Besuch, und vor allem in Bad-Nauheim zur Kur, so u. a. noch im vorigen Jahre. Sein künstlerisches Wirken am Gießener Stadttheater im Laufe seiner 24jährigen Tätigkeit war gekennzeichnet durch die Vertretung verschiedener Fächer. Der erste Abschnitt seiner Tätigkeit, der noch im alten Theater im Cafä Leib sich abwickelte, zeigte Goll als Held, Väterdarsteller, Bonvivant, Liebhaber usw., dann wandte er sich immer mehr der heiteren Bühnenkunst zu, und er konnte nun auch im Komikerfach ebenso starke künstlerische Erfolge erzielen, wie in seinen früheren Rollen. Sein Weg vom Schauspiel bis zur Mitwirkung in der Operette, aber auch sein Schaffen als Spielleiter war stets geleitet von dem Bestreben, mit seiner Kunst den Theaterfreunden Stunden ernster Innerlichkeit, aber auch Stunden voll Freude und herzlichen Lachens zu bereiten. So. hat er während mehr als zwei Jahrzehnten den Theaterfreunden von (Ziehen und Umgebung, als Mitglied des von Gießen aus bespielten Kurtheaters in Bad-Nauheim aber auch £',611 » iolan mtori «rbont S1 öej bi Wi( ’N Kc Mai ist in Ludwigsburg bei Stuttgart, ____ .... Ruhestand lebte, der frühere langjährige Schauspieler und Spielleiter am Gießener Stadttheater Rudolf Goll-Eichrodt verstorben und am gestrigen Montag zur letzten Ruhe bestattet worden. Mit Rudolf Goll ist ein Künstler entschlafen, der sich während seiner fast 25jährigen Wirksamkeit am Gießener Stadttheater sowohl durch seine hervorragenden künstlerischen Leistungen, als auch durch sein gewinnendes menschliches Wesen viele Freunde und Verehrer erworben hatte. tzj. N ife tu S Ni * «tll I \ B ZU' t durch jftrai luch o istigur singen llntergaumeisterschasten im Kollschuhlauf. Am vergangenen Sonntag wurden in einer gemeinsamen Veranstaltung des BDM.- und JM.° Untergaues 116 (Wetterau) und des Untergaues 253 (Limburg) die Untergaumeisterschaften durchgeführt. Schauplatz war die Rollschuhbahn an der Schlageterallee, die sich für den Wettkampf als sehr geeignet erwies. Die Beteiligung war gut, wenngleich sie hätte etwas stärker sein dürfen. Viele Mädchen laufen Rollschuh, wie man täglich beobachten kann, leider aber konnten sich die meisten nicht entschließen, schon an einem Wettbewerb teilzunehmen. Der Wettbewerb begann unter der Leitung der Untergau-Fachwartin für Rollschuh, Gertrud Duill, schon vormittags und zwar mit den Pflichtübungen. Dem Beginn ging eine Flaggenhissung voraus. Von jedem der teilnehmenden Mädchen wurden je nach der Altersklasse 5 bis 8 verschiedene Hebungen verlangt. Die dabei gezeigten Leistungen waren durchaus erfreulich. Der Nachmittag brachte dann die Kürübungen, die nach Musik gelaufen wurden und die jedes Mädchen nach eigenem Wunsch laufen konnte. Auch hier wurde manche gefällige Hebung und Aneinanderreihung verschiedener Hebungen gezeigt, die den jugendlichen Läuferinnen ein gutes Zeugnis ausstellten. Die einzelnen Leistungen wurden von den eigens dafür bestimmten Schiedsrichtern sehr sorgfältig verwertet, da der Wettbewerb gleichzeitig über die Teilnahmeberechtigung an den Obsrgaurneisterschaften entschied. Als Zuschauer fand sich am Nachmittag eine stattliche Anzahl Volksgenossen ein, die den Hebungen mit großer Aufmerksamkeit folgten. Die gra- Joachim Keit sprach und machte Pläne. Er war gut gelaunt. Er freute sich, diesem einsamen Mädel einen netten Tag machen zu können, wenn auch Jngeborg Petersen etwas malitiös über fein Vorhaben gelächelt hatte. Sibylle hörte sich alles an, mit einem stillen und steten Lächeln. Vor seiner Sicherheit war sie etwas schüchtern geworden, aber nicht so sehr, daß er es merkte. Die Sonne schien auf die Landstraße, die wie eine Borte vor ihnen herlief. In Quickborn Überfuhren sie beinahe ein Huhn. Aber dann schoben sich schon die Türme der Stadt heran, und endlich hielt der Wagen vor dem Hotel. Es klappte alles: Der Stapellauf, Besprechung mit Jürgensen, Mittagessen in einem Kreis geladener Gäste, nachmittags Zusammentreffen mit Sibylle Hauck. Ein Gang durch die Kunsthalle, dann Cafe im Alfterpaoillon, Abendessen in einem erlesenen Lokal, Oper. Joachim hatte gute und teure Plätze besorgt. „Hnd nun einen Sankt-Pauli-Bummel", sagte er zum Schluß. „Die Gegensätze sind es, die mich immer wieder reifen. Auf eine Opernaufführung hin sollte man ja wirklich nicht in ein überfülltes Tanzlokal gehen oder in einem primitiven Lokal Wein trinken, aber erst durch diese Gegensätze kann ich alles richtig schätzen. Ich liebe dies nun mal. Oder haben Sie keine Lust ...?" Doch, Sibylle hatte Lust. Sie fuhren mit einem Taxi bis zur Reeperbahn, sie schritten diese weltbekannte Straße des Vergnügens mit den funkelnden Lichtreklamen hinab. „Hnd nun, wohin? Wollen Sie tanzen?" „Nein, Sibylle wollte nicht tanzen. Sie hatte plötzlich einen unsinnigen Wunsch. Jetzt, nach Stunden ununterbrochenen Vergnügens, Ansehens,' Ge- nießens, Vergessens überkam er sie. Es war ein sehr törichter Wunsch. ,Zch möchte", begann sie, „in eines der kleinen Automaten-Lokale gehen. Dort drüben, mit dem blauen Licht ... es ist ja gleichgültig, wohin man geht, nicht wahr?" „Das ist es." Joachim sah sie von der Seite an. Er lächelte. Ex fand sie mit einemmal sehr jung Sie würde ganz früh aufstehen und zu Fuß nach Teek gehen. Sie steckte den Brief zu den anderen Briefschaften, sorgsam, genau. Dann versuchte sie, ein wenig an Martens' Plakat zu arbeiten, aber das Gelb der Haare, das sie den Mädchengestalten gegeben hatte, gefiel ihr heute nicht mehr. Gestern hatte sie es noch als hübsch empfunden. Sie tupfte den schmalen, langen Pinsel in einen Fleck Englisch-Rot. Hnd schon glitten ihre Gedanken wieder von der Arbeit ab. Sie würde morgen mit einem Auto nach Hamburg fahren. Sie würde Musik hören. Sie würde Joachim Keit wiedersehen. Es war wohl am besten, sie sagte heute abend noch Karsten Huith Bescheid. Vielleicht madüe er ohnehin morgen nachmittag einen Spaziergang nach Stein und den Strand entlang. Dann konnte er ja mal nach dem einsamen Haus draußen bei den Dünen sehen. Vielleicht kam gerade morgen, wenn 'fie nicht da war, jemand, der Einlaß begehrte. Der nach Hause wollte ... Detlef. Nein, fie wollte nicht an ihn denken. Sie legte Pinsel und Palette zur Seite und öffnete die Fenster noch weiter. Sie ging ins Wohnzimmer hinüber. Sie blieb vor der Couch stehen und betrachtete das Stoffwesen, das auf den Kissen saß. Ein schwarzer Hampelmann aus Seide mit abstehenden Fuchspelzhaaren und rosa Händchen an den überlangen Armen. Sie hatte das Ding einmal selbst gemacht. Dor einiger Zeit. Purliputzelchen hieß es ... „Purliputzelchen, wie geht es dir?" Sie kitzelte es auf dem schwarzen Bauch zwischen zwei glitzernden Kugelknöpfen. Das seidige Stoffgesicht mit den schrägen Augenbrauen sah zu ihr auf. Eine Feder der Halskrause klebte auf dem roten Mund, und Sibylle strich sie zurück. Während sie diese schüchterne und törichte Zärtlichkeit an das Purliputzelchen verschwendete, überkam sie ein trostloses Gefühl von Verlassenheit, Es vielen Menschen aus der Ferne das Schönste gegeben, was ein Bühnenkünstler von Format bieten kann, nämlich echte und erhebende Kunst, Lebensfreude und lachenden Sonnenschein nach den Muhen des Alltags. In dankbarer Erinnerung an diese schonen Gaben seines künstlerischen Schaffens wird Rudolf Goll im Gedächtnis der Gießener Theaterfreunde für immer eine gute Heimstatt behalten. Etraßenverkehrskonkollen. Der Reichsverkehrsminister hat das NSKK. im Einvernehmen mit dem Reichsführer ff unb Chef der Polizei und dem Korpsführer des NSKK. mit der Durchführung von Straßenverkehrskontrollen beauftragt, die nach den Weisungen der Bevollmächtigten für den Nahverkehr vorzunehmen sind. Bei allen Fahrzeugen wird Einsatz, Auslastung, Ladegut, Fahrstrecke und technischer Zustand (Reifen, Geschwindigkeitsregler usw.) geprüft. Bel Fernfahrzeugen wird außerdem kontrolliert, ob die Genehmigung zur Fernfahrt erteilt ist und ob bie Ladung des Fahrzeuges mit ihr ubereinstirnrnt. Heber die vorgenommene Kontrolle wird dem kontrollierten Fahrer eine Bescheinigung ausgestellt. Verstöße werden bei den Bevollmächtigten für den Nahverkehr angezeigt. Heist den Jugendherbergen! Der Neichsverband für deutsche Jugendherbergen veranstaltet am nächsten Samstag und Sonntag im ganzen Reich eine Straßensammlung, die durch den Führer, das Retchsinnen- und das Reichsunter- richtsminifterium genehmigt ist. Das Ergebnis der Sammlung tft für das Jugendherbergswerk und die Hitler-Jugend bestimmt. Die Sammlung besteht aus einer Straßensammluna mit Büchsen und Glasabzeichen, die sechs verschiedenfarbige Runen auf weißen Glasplatten darstellen, und einer Wert- markenhefte-Sammlung, die durch die Schulen geht und in Kreisen der Bekannten der Schulkinder durchgeführt wird. Die Sammlung steht unter der Parole: „Für den Frieden geschaffen, im Kriege bewährt" und unter der weiteren Parole: „Gesunde Jugend, wehrhaft Volt." Gießener Vochenmarklpreise. * Gießen, 4. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., Wirsing, % \g 25 Rpf., gelbe Rüben, das Bund 35, Spinat, % kg imeen io m m e jdi in - • die b :ber Lu sgeschal Am Oberftet |et ger liegt ei und eil wie es mach! i Willen oon der gtein Eine g! )eration tiegsma: erden. $ mjche Mltige' e die r ist die e«i an Wen »glichen Ämng j Rudolf Goll war im Jahre 1870 in Mannheim geboren. Im Jahre 1888 ging er zur Bühne, nachdem er vorher einige Zeit Angestellter einer Bank gewesen war. Er war ein Enkel des bekannten früheren badischen Ministerpräsidenten Eichrodt, dessen Familie an der Wende des 19./20. Jahrhunderts in Baden sehr angesehen war. Sein Vater war der bekannte Hofschauspieler Richard Eichrodt, sein Onkel der Dichter Ludwig Eichrodt. Letzterer gehörte in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu den bekannten Dichtern Süddeutschlands, er machte feine ersten poetischen Versuche damals unter dem Pseudonym „Goll", und der Neffe Rudolf hat dann dieses Pseudonym als Bühnenname angenommen. Rudolf Goll gehörte vor seiner Gießener Tätigkeit u. a. den Bühnen in Straßburg, Stuttgart, Mannheim, Bremen, war plötzlich ein dringender Wunsch in ihr nach irgend jemand, zu dem sie gut und zärtlich fein durfte. Ihre Hände wollten streicheln und kosen, ihr Mund wollte Liebesworte sagen, stille, weiche und mütterliche Worte. Aber es war niemand da. Sie war allein. • * Am nächsten Tag stand sie frühmorgens bei den Seegartenbrücken der Stadt. Es war noch kühl, aber der Nebel über bem^afen hob sich bereits. Es würde ein schöner TaHßverden. Joachim Keit kam zwei^Minuten nach neun Hhr. Er schaute zuerst eine Weile aus dem Wagenfenster auf das still dastehende Mädchen, das vom Kai aus ins Wasser blickte. Er war sich nicht ganz im klaren, ob sie es auch wirklich war. Sie sah verändert aus in Kleid und Mantel, mit Schuhen und Hut. Doch dann sprang er auf die Straße und ging auf sie zu. „Guten Tag", sagte er, „da sind Sie ja. Ich freue mich." Er war jetzt nicht mehr schüchtern und hilflos wie damals, als sie ihn triefnaß aus dem Wasser zog. Er war jetzt wieder der selbstsichere Mann, der die Welt kannte. Sie drehte sich um. „Guten Tag, Herr Keit", erwiderte fie. Ihre Augen waren gelbbraun und glitzernd. Sie lächelte etwas. „Ich bin Ihnen sehr dankbar, daß Sie mich mityehmen wollen nach Hamburg. Ich bin sehr lange nicht mehr dort gewesen." Sie stieg in den Wagen und setzte sich neben ihn. „Ich muß zu einem Stapellauf", erklärte er. „Ich werde erst ab Nachmittag Zeit für Sie haben. Aber ich denke, daß Sie wohl den Vormittag herumbringen." Sie nickte. ,Zch habe Karten bestellt für abends. Ich glaube, es wird uns gefallen. Nachmittags gehen wir irgendwohin, wo es hübsch ist. Denken Sie sich etwas aus. Wir wollen uns einen schönen Tag in Hamburg machen. Ich habe ein Zimmer im Hotel für Sie belegt, denn nachts zurückfahren, haf wenig Zweck. Ich werde bei Bekannten übernachten. Wir haben also eine Menge Zeit. Wir werden dann gut zu Abend essen und nach der Oper einen Sankt- Pauli-Bummel machen. Sie müssen ja ordentlich Sehnsucht nach so etwas haben, wenn Sie jahrein, jahraus zwischen den Dünen sitzen." den letzten Ereignisien im Radsport und von all den Dingen, die die Radfahrer bewegen. Heute morgen fuhren beide nach Frankfurt a. M. weiter. Bezirk Friedberg-Bezirk Gießen im Handball. Aus der Erkenntnis heraus, daß gerade in heutiger Zeit alles getan werden muß, um das Interesse für die Leibesübungen in der breiten Oeffentlichkeit zu wecken, ist zwischen den verantwortlichen Männern vom Fachamt Handball in den Bezirken Gießen, Friedberg und Hanau schon feit geraumer Zeit ein reger Gedankenaustausch über die Gestaltung einer praktischen Zusammenarbeit im Gange. Diese drei, mit zu den spielstärksten Bezirken des Bereichs gehörenden Gebietsteile, sind ohne weiteres in der Lage, den gesamten Spielbetrieb auf eine vollkommen neue Grundlage zu stellen. Nicht nur, daß der Verkehr der Mannschaften untereinander gefördert werden soll, durch lausende Begegnungen von Be- zirksauswahleinheiten besteht die Möglichkeit das vorhandene Spielermaterial zu sichten und so die Voraussetzungen für die Zusammenstellung der Einheit des Gaues Hessen-Nassau zu schaffen, die ja schon längst einmal gegen den Gau Kurhesien antreten sollte. Worum es aber im Augenblick in der Hauptsache geht, das ist für Abwechslung im Ablauf der Dinge zu sorgen. Ein Kampf Bezirk gegen Be- zirk hat immer feine Reize gehabt und oftmals schon haben unsere Männer durch ihre Leistungen begeistern können. Voraussichtlich wird der Bezirk G i e ß e n mit folgender Mannschaft vertreten fein: Tor: Wenzel (Hochelheim); Verteidiger: Krausch (Mtv. Gießen), Fritzius (Katzenfurt); Läufer: Hlm (Heu- chelheim), Michel (Hochelheim), Sommerkorn (Hochel- heim); Sturm: Bittendorf (Mtv. Gießen), Rühl (Dornholzhausen), Voigt (Mtv. Gießen), Lang (Hochelheim), Schmidt (Hörnsheim). Ersatz: Wießner (Garbenheim), Heller (Katzenfurt). !lm den Lahnpokal. Die vorgesehene Spielfolge im Handball konnte abgewickelt werden, wenngleich es auch nicht überall die erwarteten Ergebnisse gab. Es werden, wie schon angegeben wurde, Entscheidungsspiele notwendig fein, um die Staffelsieger zu ermitteln, die dann unter sich Len Endsieger auszumachen haben. Es kamen folgende Ergebnisse zustande: Tv. Garbenheim — Tv. Atzbach 20:7 (9:2) Dv. Grüningen — Tv. Holzheim 14:5 (8:3) Tv. Grüningen Jgd. — Tv. Holzheim Jgd. 8:9 Tv. Lützellinden — Tv. Hörnsheim 10:11 (6:4) Tv. Münchholzhausen — Tv. Dutenhofen, kampflos für Dutenhofen Tv. Katzenfurt — To. Dornholzhausen 19:9 (9:6). Atzbach war den ungestümen Anariffen der Gar- benheimer nicht gewachsen, zumal die Hintermannschaft hin und wieder starke Mängel erkennen ließ. Immerhin hielt die Mannschaft bis zum Schluß durch und kämpfte unverdrossen. — Eine recht deutliche Abfuhr holte sich Holzheim in Grüningen. Wenn die Mannschaft, die sich schon in den ersten Minuten überrumpeln ließ, am fommenben Sonntag gegen Lützellinden, im Spiel um die Gebiets- rneisterschaft nicht besser steht, wird das Ergebnis ähnlich ausfallen. — Lützellinden hat zwar gut ge- spielt, es stieß aber auf einen Gegner, der noch besser war. Seine Reihen waren durch alte Spieler verstärkt, die der Eiicheit erst die richtige Durch- schlagskraft gaben. — Dornholzhausen, das mit Ersatz antrat, mußte sich recht deutlich geschlagen bekennen. Allerdings war Katzenfurt diesmal mie- der einmal mehr in einer ausgezeichneten Verfassung. _______________________________________ denken. „Ich bin vor vier Jahren da gewesen", versuchte Sibylle zu erklären, „und da hat es mir so gut gefallen. Aber ... es ist häßlich hier, nicht wahr?". „Oh", begütigte Joachim, „es ist sehr gemütlich Wir sind die einzigen Gäste, die hier sitzen. Wie ein Liebespaar auf einem runden Plüschsofa. Die Bedienung kam „Was soll ich bestellen?" „Einen Wermut", sagte fie, damals vor Jahren habe ich auch einen Wermut getrunken." Er nickte. „Natürlich", erwiderte er, „warum sollen Sie keinen Wermut trinken." Er lächelte sehr Daten lieh und weise. „Ich bin mit meinem Mann hier gewesen", erklärte sie weiter. „Er hatte manchmal solche Ideen. Aber es sieht heute alles anders aus. Der Tisch ist nicht aus Marmor." Ihr Mund schien ihm jetzt hilflos zu fein; aber ihre Augen waren groß um) gelbbraun wie Bernstein. Sie irritierten ihn. „Sie waren wohl sehr ... froh damals?" Er wollte „glücklich" sagen, aber er scheute sich davor. „Ja." Sie fah ihm ins Gesicht. „Das war ich. 34 habe hier gesessen und ... ach nein, man sollte die gleichen Dinge nicht zweimal erleben wollen." „Sie wissen nicht, wo Ihr Mann ist?" „Nein, ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Die Leute sagen, er sei tot." „Hnd das ist drei Jahre her?" „Ja, drei Jahre." „Wollen Sie es mir nicht erzählen?" „Oh, da ist nicht viel zu erzählen." Ihre Augen glitten über verblichene Wände und abgeschabten Samt, während ihre Hände ergeben in ihrem Schoß lagen. „Gar nicht viel." (Fortsetzung folgt) Schweinemarkt in Butzbach. ♦ Butzbach, 4. Juni. "Zum heutigen Schweinemarkt waren 330 Ferkel aufgetrieben. Ferkel bis 6 Wochen alt kosteten 20 RM., 6 bis 8 Wochen alt 20 bis 25 RM., 8 %is 10 Wochen alt 25 bis 30 RM- Bei stottern Handel wurde der Markt geräumt. Beträge an Devisen in das Ausland gehen, die dem Reich erhalten bleiben können. Er betonte, daß allein im Gau Hessen-Nassau 34 verschiedene Heilkräuter gesammelt werden müssen. Für unseren Kreis Wetterau kommen 10 verschiede ne Pflanzen in Betracht, die in ganz bestimmten Verhältniszahlen (hinsichtlich der Menge) gesammelt werden sollen. Die im Kreis Wetterau zu sammelnden Pflanzen sind: Huflattichblüten und -blätter, Stiefmütterchen (blau und gelb), Erdrauchkraut, Maiblumenblätter, Quendel, Kamille,. Oder- mennigkraut, Färbeginster, Tausendgüldenkraut und Katzenpfötchen. Den Zuhörern wurden sowohl die im Gau als auch die im Kreis zu sammelnden Heilpflanzen in einer besonderen Schau gezeigt. Eine weitere und intensivere Schulung für die Leiter und Leiterinnen der Sammelaktion soll zu gegebener Zeit folgen. Den Abschluß des Besuchs im Botanischen Garten stellte die Besichtigung der Gewächshäuser mit den exotischen Pflanzen dar. Gartenbauinspektor Nes - s e I zeigte hier mit berechtigtem Stolz die reiche Flora qus fremden Zonen, die in den Gewächshäusern vereingt ist. Kreisleiter Backhaus widmete dem Direktor des Botanischen Instituts herzliche Worte des Dankes für die anregenden Stunden und wies dabei insbesondere auf die hohe Bedeutung der Heilkräutersammlung hin. Angeregt von den reichen Eindrücken dieses Nachmittags verließ man den Garten. runden Tisch aus imitiertem Marmor, während in der Vorhalle Seeleute und Arbeiter Brötchen und Bier für einen Groschen aus dem Automaten holten. Durch die geöffnete Tür konnte man einen Blick auf die Straße erhaschen. Es war Mitternacht, aber das Leben hier schien an Schlaf nicht zu