/Sonntag, 5. mal 19^0 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/ .Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mpi Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l AbschlüsseMcngenstaffelö Plahvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 o/g mehr Ermäßigte Grundpreise Bäocranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. "3 S“3 fll ♦ * Af » S«mM4. ■ Gietzener Anzeiger infolge höherer Gewalt 1 krocht anschri ft^Anz e i g"er" <■ für (hfwrlwifoitsd!ii,,ui,un9 unb «‘ww»n*ne: Postsckeck1I6s6Frankf^M. Bruf)Ifd)tUniverfitäti6rHdtreiH.£ange V/Vllll Ul'4411 JV ll| vl |Ul V/Uvl WV||Vll «iehen,Lchulftratzk7-y panikartige Flucht aus Namsos. Auch -er zweite Landeplah von den Engländern geräumt. Kopenhagen. 3. 2Hai. (Europapreß.) Wie aus Stockholm gemeldet wird, ziehen sich die Trup. pen der Wesimächle in panikartiger Flucht aus Namsos zurück. Wie es heißt, find die hier versammelten englischen, Streitkräfte in der letzten Nacht stark von den deutschen Truppen bedrängt worden, verschiedene Kriegsschiffe und Transportschiffe liefen in den iKerl .vg-| Drammen Stavanger ilborg völdrei üllehammer ferong iSnost =t<=5- ' visoerg istwn ihies Wpdei jerkinnf- A Tretten^ \ Mimot ■’m tlvemm . Diese neue Lagekarte zu den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht verzeichnet alle bis einschließlich 3. Mai genannten Orte. (Scherl-Bilderdienst-M.) frühen Morgenstunden des Freitags in den Nam- fos-Fjord ein, um die englisch-französischen Truppen zu retten. Wie es heißt, haben die Westmächte den größten Teil des wertvollen Kriegsmaterials I— Flugabwehrgeschühe modernster Art, Waffen, Munition und schwere Artillerie — zurücklas- s e n müssen. Die Franzosen hätten mit der Flucht bereits in der Nacht auf Donnerstag begonnen, schreibt »Aflonbladet", während die Engländer am Donnerstagabend folgten. Die Einschiffung der Truppen gestaltete sich sehr schwierig, da Namsos und die Hafenanlagen durch die deutschen Luftangriffe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Weiter schreibt „Aftonbladet", daß unter den Norwegern eine recht mißmutige Stimmung über den Rückzug der Westmächte herrsche. Inzwischen verlautet, daß sich der grüßte Teil der englischen Kriegs- und Transportschiffe nicht nach N-srden — wie in London behauptet wird — sondern schnellstens in die englischen Gewässer zurückbegibt. Line Anzahl der englischen Schiffe ist mit großen roten Kreuzen versehen, woraus hervorgeht, daß die Engländer zahlreiche Verwundete und Tote haben und sich der Abzug der Truppen aus den wichtigen Landeplähen Andalsnes und Namsos nicht so reibungslos vollzogen hat, wie man behauptet. Kapitulation her norwegischen Truppen im Abschnitt Namsos. Stockholm,^ Mai. (DHB.-Suntfprud).) Aach einer hier vorliegenden Meldung hat der norwegische ‘ Befehlshaber von Nord-Troendelag (Abschnitt Namsos) die Lage der norwegischen Truppen in diesem Abschnitt infolge der Zurückziehung der englisch- französischen Truppen aus Namsos als unhaltbar bezeichnet und den deutschen Truppen seine Kapitulation angeboten. Bor Narvik. Stockholms. Mai. (Europapreß.) Aus Kiruna wird am Freitag gemeldet, daß alle Kriegshandlungen in der Gegend von Narvik durch st a r k e n Schneefall und Vereisung sehr erschwert wurden, Harstad, wo sich englische Seestreitkräfte befinden, soll erneut einem deutschen Lust- an griff ausgesetzt gewesen sein. Fortschreitende Vefriedungs- aktion in Norwegen. Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. Berlin, 3.Mai. (DNV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Nachdem die letzten britischen Truppen das Gebiet von Andalsnes geräumt haben und die Stadt selbst sich in deutscher Hand befindet, schreitet die Befriedungsaktion m ganz Norwegen schnell fort. Die Demo biil- yrachung norwegischer Truppen in Wesi- Norrvegea iß im SgM. MljgW SixeifWei- lungen wird nur noch an einzelnen Stellen von versprengten norwegischen Einheiten, die ohne Kenntnis der Gesamtlage sind. Widerstand geleistet. Nördlich D r o n t h e i m verhielt sich der Feind ruhig. 3m Gelände nördlich und südwestlich von Narvik schieben sich feindliche Kräfte langsam gegen unsere Stellungen heran. Angriffe wurden durch die deutschen Sicherungen abgewiesen. Deutsche Seestreitkräfte haben bei erfolgreicher Fortsetzung der U-Boot-3agd im Skagerrak zwei weitere feindliche U-Voote vernichtet. Wie schon durch eine Sondermeldung bekanntgegeben, gelang es der Luftwaffe am 1.5. einen feindlichen Flottenverband z u zersprengen, wobei mit Sicherheit ein Flugzeugträger und ein Zerstörer, wahrscheinlich noch ein zweiter Flugzeugträger durch Bomben mittleren Kalibers getroffen und zwei feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen wurden. Am 2.5. griff die Luftwaffe wiederum feindliche Seestreitkräfte an. Ein Kreuzer wurde durch Stockholm, 3. Mai. (DNB.) Die Stockholmer Polizei entdeckte in einem Keller, der von einem englischen Staatsangehörigen Alfred Frederic Nickman gemietet worden war, ein riesiges Lager von Brandbomben, Minen und anderem Sprengmaterial. Es dürfte kein Zweifel darüber sein, daß dieses Sprengmaterial für Sabotagezwecke bestimmt war. In der Wohnung des Nickman wurden sechs große Koffer mit Spreng st off entdeckt. Mit Nickman wurden dessen schwedische Sekretärin Elsa Johansson sowie mehrere andere Personen verhaftet, wegen Verdachtes der Sprengstofssabo- tage. Die Verhafteten hatten vor kurzem verschiedene Plötze in Schweden aufgesucht, um dort Sprengstoffattentate vorzunehmen. Sie mußten jedoch ihre Pläne aufgeben, da diese Plätze scharf bewacht wurden. Es handelt sich demnach offensichtlich um Plätze, die von höch ster militärischer und wirtschaftlicher Bedeu« tung für Schweden sind, da im Rahmen der schwedischen Neutralitäts-Sicherheitsmaßnahmen nur Amsterdam, 4. Mai. (Europapreß.) Aus Alexandrien wird die Ankunft eines starken britisch-französischen Geschwaders gemeldet. Es dürfte sich um die Großkampfschiff-Einheiten nebst Kreuzern und Hilfsfahrzeugen der Westmächte handeln, deren Entsendung ins östliche Mittelmeer Chamberlain am Donnerstag im Unterhaus bekanntgegeben hatte. Alexandrien befinde sich in einem Stadium vollkommener Bereitschaft. Küsten- und Flakbatterien seien bemannt. In der Armee und in der Polizei herrsche Urlaubssperre. Die Kon- Zentrierung der britischen Mittelmeerflotte in Alexandrien hat in ganz Aegypten eine wahre Kriegspanik ausgelöst, insbesondere auch der Abbruch der englischen Wüstenmanöver südlich Kairos und der Abtransport der hieran beteiligt gewesenen Truppenteile an die ägyptische Westgrenze. Ebenso wie die Einfahrt in den Hafen von Alexandrien wird die Schiffahrt am Suezkanal schärfsten Kontrollmahnahmen unterworfen. Diese Nachrichten aus Aegypten sowie andere beunruhigende Meldungen aus Palästina und dem Irak haben in der Türkei erhebliche Sorgen und Befürchtungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Dinge hervorgerufen. Weiter werden t ür- kischeTruppenbeweg ungen auf dem Fest- land an der Küste gegenüber bcm Holient» schen Dodekanes gemeldet. Reuter meldet, daß die Feststellungen Chamberlains, die alliierte Flotte befinde sich zur Zeit im östlichen Mittelmeer auf dem Wege nach Alexandria, in der Türkei „freudig willkommen geheißen" werde und die Türkei ihren Verpflichtungen nachkommen werde, die sie gegenüber den Alliierten übernommen habe. Der englische Botschafter in Ankara, H u g h e - son, ist in einer „besonderen Mission" am Donnerstagnachmittag in Sofia eingetroffen. Der Besuch soll mit der Lage im Mittelmeer im Zusammenhang stehen. In der bulgarischen Presse wird von einer ereignisreichen Entwicklung im Mittelmeer gesprochen. Der „Mir" vertritt die Ansicht, der Ausgang des Krieges in Skandinavien fei für den Enderfolg der Auseinandersetzung zwilchen den Deutschen und Alliierten von entscheidender Bedeutung Die Westmächte müßten sich nach einem anderen Kriegsschauplatz umsehen, wenn sie eine Vernichtung des Gegners erzielen wollten Der Londoner Rundfunk meldet aus B u k a r e ft, daß im Zusammenhang mit den durch Chamberlain angekündigten Kriegsausweitungsplanen eine neue Hochflut von Kriegsgerichten in Bukarest entstand. Unter anderem sott Rumänien von England davor gewarnt worden sein, daß eine dMche NM« NM BuWMM W bMorjteht. zwei Volltreffer auf das Vorschiff schwer beschädigt. Die Bombenwirkung auf einem zweiten Kreuzer konnte wegen Nebel nicht im einzelnen beobachtet werden. Lin größeres Transportschiff wurde durch zwei Volltreffer mittleren Kalibers versenkt. Einige Flugplätze in Norwegen und Dänemark wurden erfolglos von den Briten mit Bomben angegriffen. An der Destfront keine besonderen Ereignisse. 6000 Offiziersanwärter vor ihrem Obersten Befehlshaber. Berlin, Z. Mai. (BJtB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber hatte am Freitag über 6 0 0 0 junge Offiziers- und Führeranwärter des Heeres, der Luftwaffe und der öaffen-ff im Sportpalast versammelt. 3n eindrucksvoller Ansprache stellte der Führer seinen jungen Kameraden die Ausgabe, die sie an der Front im Kampf um Sein ober Nichtsein unseres Volkes zu erfüllen haben. Generalfeldmarschall G ö - ring beschloß den Appell mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Die jungen Soldaten zeigten durch ihre begeisterten Heilrufe daß sie ihren Obersten Befehlshaber verstanden haben. solche Plätze unter verschärfte Bewachung gestellt worden sind. Wie man erfährt, ist Rickman er st Mitte Oktober vorigen Jahres nach Stockholm gekommen, wahrscheinlich direkt aus England. Er hat sich in einem Hause in einem der modernen Stock- holmer Wohnviertel eingemietet. Da er die schwedische Sprache nicht beherrschte, engagierte er sich eine Sekretärin und einen Dolmetscher. Es ist nicht bekannt geworden, daß sich Rickman, der sich als Direktor bezeichnete, in irgendeiner der größeren Firmen in Stockholm betätigte. Offenbar hat er die erste Zeit seines Aufenthaltes in Stockholm dazu benutzt, um genaue Erkundungen über die in seinem Aufgabenbereich liegenden Angelegenheiten einzuzteyen. Um nicht aufzufallen, hat er jegliche Reisetätigkeit vermieden. Erst im Februar dieses Jahres hat er, wie festgestellt wurde, eine Reise aus Stockholm unternommen, über deren Ziel jedoch nichts bekanntgegeben wird. Auch in dem Miethause, in dem Rickman wohnte, ist über sein Leben und die Art seiner Tätigkeit außerordentlich wenig zu erfahren. Auch Athen steht ganz unter dem Eindruck des englischen Rückzuges in Skandinavien und der Erklärungen Chamberlains, die in der griechischen Oefsentlichkeit starke Unruhe ausgelöst haben. Die Bemühungen der Westmächte, die Fahrt englischer Kriegsschiffverbände nach Aegypten als möglichst harmlos hinzustellen, beweisen nach Ansicht griechischer Kreise deutlich, daß das Mittelmeer nun wieder in das Zentrum militärischer Spekulationen gerückt ist. Meldungen übpr amerikanische Schritte in Rom, die der Erhaltung des Friedens im Mittelmeer dienen sollen, werden hier mit Mißttauen ausgenommen. In Athen weilten vor einigen Wochen Vertreter der englischen Luftfahrtgesellschaft, angeblich um über die Anlage zweier neuer Zivillufthäfen für eine neu einzurichtende Flugstrecke zu verhandeln. Sie unternahmen ausge- dehnte Geländefahrten durch ganz Griechenland. Einer der Teilnehmer soll in der Uniform eines englischen Offiziers gesehen worden sein, als er die britische Gesandtschaft in Athen verließ. Das Hotel Grand Bretagne ist der Mittelpunkt einer auffälligen Aktivität zuaereister Engländer, die anscheinend im besonderen Auftrag ihrer Regierung in Athen weilen. Nach Feststellungen der Polizei sind in den letzten drei Wochen in Athen und größeren griechischen Provinzstädten alle im Buchhandel oder im Straßenverkauf erhältlichen Landkarten und Meßtischblätter, in denen griechisches Gebiet kartographiert ist, von privater Seite auf gekauft worden. Die Polizei kam diesen merkwürdigen Käufen durch einen Zufall auf die Spur, als bei einem Engländer, der bei einem Autounfall in Saloniki verunglückte, 3 0 0 Karten von Griechenland und 50 Karten der Umgebung von Saloniki vorgefunden wurden. In Saloniki haben die Nachrichten von der Konzentration britischer Seestreitkräfte im östlichen Mittelmeer und besonders an der griechischen O st k ü st e starke Beunruhigung ausgelöst. Die Meldungen von dem Erscheinen großer britischer Flotteneinheiten wurden von griechischen Handelsschiffen gegeben, die in Sichtweite der Kritischen Seestreitkräfte waren. Die Einbuße an politischem und wirtschaftlichem Prestige, an militärischem Ansehen und publizistischer Glaubwürdigkeit, die sich die englischen Staatsmänner durch ihre schwere Niederlage m Norwegen zuzogen, hat sie sofort auf neue Kriegsauswettungs- gebiete gelenkt. Es war bezeichnend. daß Chamber- England sucht das nächfle Opfer. Am Ende dieser Woche, die mit der vernichtenden moralischen Anklage des deutschen Weißbuches gegen die englischen Kriegsbrandstifter und Kriegsausweiter begann, steht leuchtend der deutsche Waffensieg in Norwegen. Es ist in den vergangenen Monaten auch in unserem Volk oft von einem „merkwürdigen" Krieg gesprochen worden, und manch einer hat vielleicht gedacht, daß in diesem Konflikt der deutsche Soldat nur eine Art Statistenrolle spielen werde. Heute erkennt auch der letzte Volksgenosse, daß nicht die guten Nerven und die diplomatischen Aktionen allein den Krieg gewinnen können, sondern daß der kämpfende Soldat die letzte Entscheidung bringen muß und wird. Freilich ist auch das gewaltigste Schwert ohne Wert, wenn es nicht aus bestem Material von sorgsamer Arbeiterhand geschmiedet und von einem klugen Geist geführt wird. Der Politiker, der Arbeiter und der Soldat, sie alle müssen zusammen eine unzertrennliche Werkgemeinschaft bilden, und es ist ivie ein geheimes Zeichen dieser Zusammengehörigkeit, daß gerade am 1. Mai, als wir in der Heimat den nationalen Feiertag des deutschen Volkes begingen, die deutschen Truppen in Norwegen in unaufhaltsamen Angriffen die Katastrophe des englischen Expeditionsunternehmens vorbereiteten. ,Hch bin stolz auf Euch. Die Nation spricht Euch durch mich ihren Dank aus", so hieß es in dem Tagesbefehl, den der Führer nach Herstellung der strategisch entscheidenden Landverbindung zwischen Oslo und Drontheim an seine Soldaten erließ. „Das deutsche Volk ist stolz auf seine Schaffenden", so rief der Stellvertreter des Führers aus, als er am 1. Mai von der Essener Wafenschmiede aus den Kampf des neuen sozialistischen Reiches gegen die Weltplutokratie schilderte. Und während dem Oberbefehlshaber in Norwegen, General von Falkenhorst, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz als äußeres Zeichen der Anerkennung und unseres Dankes verliehen wurde, erhielten 98 neue Betriebe die Goldene Fahne als höchste Auszeichnung, die der deutsche Arbeitsstaat an seine Schaffenden zu vergeben hat. Niemals zuvor ist eine so große Anzahl von Betrieben dekoriert worden. Auch diese Tatsache beweist, daß der Krieg unsere Kräfte nicht geschwächt, sondern unsere Energien nur vervielfältigt hat. Und weil das Gesetz des Krieges in uns waltet, deshalb sprechen auch bi e Waffen das letzte, entscheidende Wort. ♦ Iain am Donnerstag im Unterhause bekanntgab, die englische Kriegsflotte habe durch den Rückzug aus Norweaen eine Verstärkung des alliierten Mittel- meergeschwaders erreicht, zwei Schlachtschiffe, einige Kreuzer und die üblichen Torpedoboote seien nach Alexandrien unterwegs. Die norwegische Niederlage Englands soll vergessen werden, deshalb putscht man in anderen Teilen der Welt, im Mittelmeer, die Anrainerstaaten auf und läßt sogar, als ob ein Krieg mit Italien unmittelbar bevorstände und der Suezkanal direkt bedroht sei, die englischen Handelsschiffe ihre Mittelmeerfahrt abbrechen und den Umweg um das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung einschlagen. Unterstützt wird dieses Manöver der Plutokratenregierung durch eine Fülle alarmierender Nachrichten. Der Prinzregent von Jugoslawien soll sich mit König Carol getroffen und den Rumänenkönig um Hilfe gegen Italien gebeten haben. Prompt wurde das von Bukarest dementiert. Ferner sollen sich türkische Truppen in Kleinasien gegenüber dem italienischen Dodekanes versammeln, um einen „Angriff" abzu- wehren, während Aegypten sich ebenfalls militärisch auf eine „Verteidigung" vorbereite. Aber es ist durchaus nicht gesagt, daß die Suche Englands nach neuen Kriegsschauplätzen und weiteren Opfern unter den Neutralen sich durchaus auf bas östliche Mittelmeer konzentrieren muß. Es ist ebenso gut möglich, daß es sich bei den englischen Andeutungen über das Mittelmeer lediglich um einen T a r n u n g s v e rsu ch hinsichtlich der eigentlichen neuen Stoßrichtung handeln kann. Ja, man könnte fast gewisse Zweifel hegen, daß Enaland ausgerechnet in einem politisch und geographisch so schwierigen Gebiet wie in der östlichen Mittelmeer- hölfte ein neues Kampfgebiet suchen sollte, das im übrigen acht- bis zehnmal so weit entfernt von Enaland ist wie der skandinavische Kampfplatz. Diese Zweifel scheinen eine gewisse Begründung in der Aeußerung des Ministers Kingsley Wood zu finden, der jetzt erklärte, daß britische Streitkräfte nicht in Aegypten ober Palästina seien, um irgend jemanden zu bedrohen. Ihre Gegenwart soll die guten Freunde in Aegypten und der Türkei stärken, und sie würden auch dazu beitragen, die Verbindungslinien des Imperiums zu garantieren. Daraus könnte man vielleicht schließen, baß diese Flottenkonzentration nur von sekundärer Bedeutung und zur strategischen Sicherung anderer Absichten dienen sott. In neutralen Kreisen sind bereits zahlreiche Befürchtungen hinsichtlich eines neuen englischen Angriffs an anderer Stelle laut geworden. Wer also wird das nächste Opfer des englischen Krieges unter den Neutralen sein) Englischer Sabotageplan in Schweden ansgedeckt Großes Sprengstofflager aufgefunden. — Englischer Agent und seine Helfershelfer verhaftet. Es ist heute noch nicht möglich, das ganze Ausmaß der Niederlage zu erkennen, welche die Westmächte in Norwegen erlitten haben. Es sind ja nicht nur die großen Verluste an Menschenleben, an Kriegsmaterial und Vorräten, die Herr Churchill beklagen muß, sondern es ist vor allem die durch England ans der Suche nach neuen Opfern. Chamberlains Kriegsausweitungspläne erregen größte Beunruhigung im Balkan- und Mittelmeerraum. den Sieg der deutschen Luftwaffe über die englische Flotte erzwungene Aufgabe einer äußerst wichtigen strategischen Position, welche die britischen Kriegstreiber nun zugeben müssen. Nicht weniger als 135 brittsche Schl ffseinh eiten sind wäyrend des norwegischen Feldzuges bisher verloren gegangen. Darunter befinden sich 6 Kreuzer, 8 Zerstörer, 20 U-Boote, 17 Transporter und 5 Handelsdampfer, die total vernichtet wurden, während von den übrigen beschädigten Einheiten noch keineswegs feststeht, ob sie alle ihre Heimathäfen wieder erreichen konnten. Außerdem gehören in diese Verlustliste noch 5 beschlagnahmte Transportschiffe und 77 abgeschossene Flugzeuge. Das ist eine Bilanz, die Churchill besttmmt nicht erwartet hat, als er mit den Vorbereitungen zu seinem Invasionsabenteuer in Norwegen begann. Wenn sich also der Umfang der englischen Niederlage, gerade auch bezüglich ihrer strategischen und politisch-moralischen Auswirkungen auf den inneren Zustand in England selbst und auf das neutrale Ausland, noch nicht überblicken läßt, so tritt auf der anderen Sette die ungeheure Leistung des deutschen Soldaten um so strahlender hervor. Nicht nur das deutsche Bolt, sondern auch das Ausland, soweit es einer objektt- ven Stellungnahme fähia ist, bewundert den Sieg unserer Truppen, die sich weder durch die riesigen Entfernungen noch durch die ungeheuren Gelände- schwierigkeiten, noch durch den verzweifelten Widerstand der Feinde in ihrem ungestümen Vorwärtsdrang aufhalten liehen, bis endlich der Gegner in die Flucht geschlagen und zum Verlassen des norwegischen Bodens gezwungen war. ♦ Inzwischen hat man sich in London bemüht, den Rückzug der „weltbeherrschenden" englischen Flotte vor Norwegens Küste propagandistisch zu tarnen. Die betrübten Lohgerber tun so, als ob der Abschied von Andalsnes von vornherein in chrem Plan gelegen hätte, und Chamberlain wußte es sogar als eine besondere Heldentat zu rühmen, daß sich die Engländer in Andalsnes „erfolgreich ein- aeschifft" hätten und daß dieser Rückzug „ohne eigene Verluste" vonstatten gegangen sei. Aber diese jammervollen Entlastungsmanöver stehen nicht nur zu den militärischen Tatsachen, sondern auch zu den von der englischen Presse kurz vorher verkündeten Absichten und Plänen in einem so eklatanten Gegensatz, daß sie in den Augen der Weltöffenllichkeit die Blamage der englischen Regierung nur noch vergrößern können. Zum zweitenmal innerhalb einer Woche sind die Londoner Plutokraten als Lügner und Prahlhänse entlarvt, während die exakten deutschen Wehrmachtberichte chre absolute Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit erneut beweisen konnten. * Nach altem Rezept hat die britische Regierung aber noch ein zweites Mittel angewandt, um ihre Niederlage zu vertuschen. Sie versucht plötzlich, den Blick der fragenden Weltöffenllichkeit von dem Ort chrer Schande abzulenken, indem sie an ganz anderer Stelle ein neues Kriegstheater inszeniert. Chamberlain sprach von dem Aufmarsch einer englischen Schlachtflotte im östlichen Mittelmeer, die Presse wußte von militärischen Maßnahmen in Aegypten und von dem Aufhören der englischen Handelsschiffahrt im Mittelmeer zu berichten. Die Engländer wollen also offenbar die norwegische Scharte wieder auswetzen, indem sie ihre verbrecherischen Kriegsausdehnungspläne nun auf irgendein anderes Land übertragen, indem sie Italien bzw. die Balkanstaaten unter Druck setzen, indem sie überall Unruhe schaffen, um hinter solchen Manövern ihre neuen Aktionspläne zu verbergen. Wir sind gespannt, wer im Stile Norwegens das nächste Opfer der britischen Ueberfall-Strategie bilden soll. H. Evers. Auch die Schweiz wird nervös. Bern, 4. Mai. (DNB.) Der Bundesrat befahl auf Vorschlag von General G u i s a n die Aufstellung von mehreren Abteilungen schwererAr- tillerie und Gebirgsartillerie für den 14. Mai. Ebenso sollen Pionierbataillone, Abteilungen von motorisierten Telegraphisten und Artilleriebeobachtern aufgestellt werden. Für den 18. Mai werden Klassen der Landwehr und des Landsturms, außerdem Leute, die zu den verschiedene,? Gebirgsregimentern gehören, einberufen. Man bringt diese Einberufungen mit den Meldungen über brittsche Kriegsausweitungsabsichten in Zusammenhang. Norwegische Bahnlinien wieder im Betrieb. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Die Wiederherstellung wichttger Bahnlinien in Mittel- und Süd- Norwegen macht schnelle Fortschritte. Eine Anzahl von Bahnlinien konnte bereits in Betrieb genommen werden, und dient dem deutschen Nachschub sowie der Verschiebung von Truppen. An der Wiederherstellung anderer Verbindungen wird durch inzwischen eingettoffene Pioniereinheiten des deutschen Heeres gearbeitet, so daß mit chrer völligen Benutzbarkeit in kurzer Zeit zu rechnen ist. Mit gutem Grund ist in den Wehrmachtsberichten so viel von den Eisenbahnen in Norwegen die Rede. Das Land ist größer als Italien und zu 74 v. H. Oedland. Straßen und Eisenbahnen sind also von ungewöhnlicher Bedeutung, um die oft viele hundert Kilometer weit auseinander liegenden Orte von strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung mit einander zu verbinden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß auch Mittel- und Südnorwegen zu einem großen Teil Oedland ist: also auch das Gebiet, durch das eben unsere Truppen gezogen sind. Ackerland sowie Wiesen und Weiden finden sich nur im Südosten, westlich und östlich vom Oslo- Fjord; dann strichweise an der Südküste bei Kri- sttansand und bei Stavanger und bann erst wieder im westlichen Mittelnorwegen bei Drontheim. Auch der Waldgürtel begleitet nur in einer Ausdehnung von 40 bis 80 Kilometer die Küste. Unter solchen Umständen ist das Land trotz aller Großartigkeit vielfach als „u n w i r t l i ch" anzusprechen. Eben daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die einzelnen Städte mit einander schnell und zuverlässig zu verbinden. Bis weit in das 19. Jahrhun. bert hinein versah diesen Dienst die lüften- schiffahrt. Die Kriegsereignisse schalten jetzt die Küstenschiffahrt weitgehend aus. Bleiben also wie- derum nur Eisenbahnen und Straßen. Mittelpunkt des Eisenbahnnetzes ist O s l o. Don der Hauptstadt führt eine Linie längs der Südküste nach Stavanger, von der einzelne Stichlinien ins Gebirge abgehen. Dann gibt es drei große Ueberlandbahnen von Oslo aus. Das ist einmal die fast 500 Kilometer lange Bergens- bahn, die ihren Scheitelpunkt in 1300 Meter Höhe erreicht und 178 Tunnels von fast 37000 Meter Länge durchfährt. Zwischen Stavanger und Bergen gibt es ebenso wenig eine direkte Eisenbahnverbindung wie zwischen Bergen und Andalsnes. Don Bergen muß der Reisende fast bis Oslo fahren und kann erst dort nach Drontheim umsteigen. Nach Drontheim führen zwei Eisenbahnen. Die eine hat zur eigentlichen Endstation Andalsnes, aber eine Abzweigung biegt von dieser Strecke bei dem jetzt so viel genannten Dombaas ab und führt über Opdal nach «Stören. In Stören trifft diese Abzweigung auf die östlichste norwegische Eisenbahn, die von Oslo über Röros nach Drontheim verkehrt. Die Gesamtstrecke der Eisenbahnen beträgt nicht einmal 4000 Kilometer. Französischer Kreuzer schwer beschädigt Amsterdam, 3.Mai. (DNV.) Der Londoner Nachrichtendienst muß zugeben, daß in der Nordsee ein französischer Kreuzer ernstlich beschädigt worden und daß ein französisches Patrouillenschiff auf eine Mine gelaufen sei. Blick auf die Stadt Andalsnes, wo die Briten mit erheblichen Streitkräften gelandet waren, und die deutschen Truppen am Nachmittag des 2. Mai die Reichskriegsflagge hißten, nachdem sie die Engländer in die Flucht geschlagen hatten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) tische Transportdampfer im Molde-Fjord versenkt, 4 weitere Transportdampfer schwer getroffen. 29. April: Im See gebiet von Drontheim erhielten 2 brttische Kreuzer Volltreffer mittleren Kalibers, 11 Transport- und Nachfchubschiffe schwere Bombentreffer, so daß ein Teil der Schiffe vernichtet wurde. 30. April: Im Raum um Namsos und Andalsnes wurden sechs Schiffe versenkt und weitere schwer beschädigt, im Skagerrak und Kattegat zwei bis drei wertere feindliche U-Boote versenkt. 1. Mai: Vor Namsos ein Flakkreuzer durch zwei Volttreffer versenkt, ein schwerer Kreuzer durch Volltreffer schwer beschädigt, ein Zerstörer und fünf britische Transportschiffe sanken nach Bombentreffern, fünf andere Transportschiffe erlitten schwere bzw. schwerste Beschädigungen. 2. Mai: Ein starker britischer Flottenverband an der norwegischen Westküste durch eine Staffel deutscher Kampfflugzeuge zersprengt, ein Flugzeugträger erhielt einen Volltreffer, dessen Folge starke Feuererscheinungen und Rauchentwicklung war. Ein anderer Flugzeugträger ebenfalls mit Bomben belegt. Ein Zerstörer mit einer Bombe getroffen und sofort zum Stoppen gebracht. Bei den Angriffen gegen die feindlichen Landungsräume erhiett ein Kreuzer einen Treffer, der einen Brand und Detonationen zur Folge hatte, ein brittsches Handels« schiff versenkt, sechs weitere schwer beschädigt. 3. Mai: Im Skagerrak zwei weitere feindliche U-Boote vernichtet, ein Kreuzer durch zwei Volltreffer schwer beschädigt, ein größeres Transportschiff durch zwei Volttreffer versenkt. Die Vertretung des Reichsjugendführers. B e r I i n, 3. Mai. (DNB.) Der Iugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, der als Gefreiter in einem Infanterie-Regiment im Westen steht, gibt bekannt: „Stabsführer Lauterbacher hat mir erneut den Wunsch vorgetragen, zur Wehrmacht einrücken zu dürfen. Ich habe daraufhin den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht gebeten. Wer ist an der Niederlage schuld? Kritische Betrachtungen der englischen presse. Amsterdam, 3. Mai. (Europapreß.) Der Unterton der englischen Presse ist ausgesprochen kritisch gegenüber der Regierung und auch gegenüber der Person des Ministerpräsidenten, der, wie die „Daily Mail" erklärt, am kommenden Dienstag im Unterhaus persönlich unter Feuer genommen wird. Die „Times"- sagt, schon auf Grund der bisher bekannten Tatsachen spreche viel für das Argument, daß das für Finnland bestimmte Expeditionskorps etwas länger hätte zusammengeyalten werden müssen. Eine zweite Frage sei, ob es nicht richtiger gewesen wäre, nicht zuerst Narvik, sondern Drontheim anzugreifen. In Narvik hätten die Deutschen keine nennenswerten Aussichten auf Entsetzung gehabt, während das deutsche Oberkommando in Oslo mit der Zeit um die Wette gelaufen sei, um seinen Leuten in Drontheim zu Hilfe zu kommen. Das „News Chronicle" schreibt, „strategisch haben wir einen Rückschlag erlitten, politisch — in der Auswirkung auf neutrale und nichtkriegführende Nattonen — haben wir eine große Niederlage erlitten. Hitlers persönliches Ansehen bei seinem eigenen Volke ist um so viel gestiegen wie das Prestige der alliierten Entschlußkraft und Wirksamkeit vermindert ift". Bei Beginn des Krieges in Norwegen habe man gesagt, „dies war Hitlers erster großer Fehler, ein sttategischer Fehler großen Ausmaßes. Das war noch nicht vor einem Monat und jetzt sind die wichtigsten zwei Drittel von Norwegen praktisch unangefochten unter der Herrschaft von Hitlers Streitkräfte n". „Daily Expreß" schreibt: „Die Verantwortlichkeit muß festgestellt werden, nicht aus irgend einem Wunsche nach Vergeltung, aber aus dem sicherem Bewußtsein, daß dieser Krieg nur von guten Ministern und geschickten Generalen gewonnen werden kann." Auch der „Daily Herald" erklärt: England hat in Norwegen eine große Niederlage erlitten. Für diese Niederlage muß Chamberlain in erster Linie die Verantwortung übernehmen. Der Ministerpräsident habe am Donnerstag so gesprochen, als gäbe er einen Sieg und nicht eine Niederlage bekannt. Aber diese „Zufriedenheit" könne den Schock nicht mildern, mit dem die brittsche Oeffentlichkeit die Hiobsbotschaft aus Norwegen aufgenommen habe. SchlechterTrostfurdieIranzosen Paris zum Rückzug in Norwegen. Brüssel, 3. Mai. (Europapreß.) Die französt- schen Blätter, die die Mitteilung von dem Rückzug des englischen Expeditionskorps enthalten, versuchen diese von der Oeffentlichkeit mit Enttäuschung hingenommene Entwicklung zu rechtfertigen. Der „Figaro" schreibt, die Ursachen für die Ausgabe der Interventton bestünden darin, daß die deutschen Transporte durch das Skagerrak und längs der schwedischen Küste in großem Umfange hätten durchgeführt werden können, so daß die Deutschen im Vorteil waren und die Westmächte nicht mit der gleichen Schnelligkeit folgen konnten. Der Militärkrittker General Duval schreibt im „Journal", die Westmachte hatten die Schwierigkeiten ihrer Aktion in Norwegen unterschätzt, aber sie hätten dem Hilferuf der Norweger Folge leisten müssen. Er saat dann: „Das ist eine Niederlage, die in gewissem Maße hätte, vermieden werden können. Aber ich finde es nicht gerecht, diejenigen zu tadeln, die die Niederlage auf sich genommen haben. Wenn die Umstände sie begünstigt hätten, würde die ganze Wett sie gelobt haben." Resigniert stellt der General fest: „Das ist eben das Spiel des Krieges!" Im Beftteben, den verheerenden Eindruck der Niederlage abzuschwächen, fragt Duval dann: „Was haben wir denn nun wirklich in dieser Affäre verloren?" Er gibt darauf folgende wenig tröstliche Antwort: „Wir haben uns auf alle Fälle den materiellen Folgen her Niederlage entzogen." „Der Feind wird einen moralischen Erfolg davontraaen", erklärt Duval dann weiter und versichert, ohne selbst daran zu glauben, „man darf aber annehmen, daß ein solcher taktischer Irrtum, der vor allem auf den Wunsch, den norwegischen Truppen im Süden sofortige Hilfe zu bringen, zu- rückzuführen ist, den durch die Deutschen begangenen Fehler, daß sie den Krieg nach Norwegen trugen, in nichts verringert." Seit 9. April 135 britische Schiffseinheiten außer Gefecht gesetzt. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Am 24. April veröffentlichten wir eine erste Uebersicht über die Verluste bzw. Beschädigungen britischer Schiffe durch Angriffe der deutschen Lust- und Seestreitkräfte seit dem 9. April. Diese Uebersicht, die sich ausschließlich auf die amtlichen Berichte des deutschen Oberkommandos der Wehrmacht stützt, wird heute fortgesetzt. Sie ergibt zusammen mit der am 24.4. veröffentlichten Zusammenstellung folgende Gesamtverluste britischer Schiffsverbände feit dem 9. April. Versenkt bzw. in Brand gesetzt: 23. 4. bis 2. 5.1940 9. bis 22.4.1940 Schlachtschiffe — — Kreuzer 4 5 Zerstörer 2 7 U-Boote 8 14 Flugzeugträger — — Truppentransporter 20 3 Sonstige Schiffe (Minensucher usw.) 1 — Zus.: 35 zus.: 29 Getroffen bzw. schwer beschädigt: 23.4. bis 2.5.1940 9. bis 22.4.1940 Schlachtschiffe — 7 Kreuzer 6 8 Zerstörer 5 4 U-Boote — _ Flugzeugträger 2 1 Truppentransporter 30 8 Zus.: 43 zus.: 28 Fte rs zus.r sr Insgesamt 135 Einheiten der britischen Flotte wurden seit 9.4.1940 außer Gefecht gefetzt. 3m einzelnen meldeten die OKW.-Berichte: 23. April vor der mittleren norwegischen Westküste und im Seegebiet vor Andalsnes versenkt: 1 britischer Zerstörer und 1 Transportdampfer, ein weiterer Zerstörer erhiett einen Bombentreffer, der langanhaltende Rauchentwicklung verursachte, ein Transportschiff von etwa 5000 Tonnen durch Brandwirkung vernichtet, ein feindliches U-Boot im Kattegat vernichtet, ein deutsches U-Boot schoß in der Höhe von Stadlandet einen Nachschubdampfer aus einem nach Norwegen bestimmten Geleitzug heraus. Am 24. April: Im Namfos-Fjord 1 Zerstörer schwer beschädigt, ein weiterer Zerstörer und ein Transporter so getroffen, daß auf beiden Schiffen Feuer ausbrach, ein anderes Transportschiff am Eingang zum Molde-Fjord durch zwei Volltreffer manövrierungsunfähig gemacht. 25. April: Bei der U-Bootjagd im Skagerrak Zwei feindliche U-Boote vernichtet. Vor der norwegischen Küste erhielt 1 britischer Flakkreuzer einen schweren Treffer und stellte unter Feuererscheinungen seine Kampftätigkeit ein. 26. April: Vor der norwegischen Westküste mehrere britische Schiffe mit Bomben angegriffen. 1 Minensucher und 1 Transporter setzten sich nach Bombentreffern auf Strand, 1 Torpedoboot zeigte starke Rauchentwicklung und stoppte, 1 Tankdampfer und 1 weiteres Nachschubschiff durch Treffer schwer beschädigt. 27. April: 1 britischer Kreuzer im Sogne-Fjord durch vier Bomben getroffen und kampfunfähig gemacht. 28. April: 1 britischer Kreuzer vor Narvik mit einer Bombe schwersten Kalibers mittschiffs getroffen, 1 britischer Flakkreuzer vor Andalsnes durch mehrere Bombentreffer außer Gefecht gefetzt, 3 bri- . G ■ f :;-v# Obergebietsführer Axmann. — (Scherl-Bilderd.-M.) den Obergebietsführer Artur Axmann, zur Zeit Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment an der Westfront, mit Wirkung vom 1. Mai 1940 für meine Vertretung zu beurlauben. Der Führer hat meiner Bitte entsprochen. Ich übertrage daher die dem Stabsführer Lauterbacher erteilten Vollmachten auf den Obergebietsführer Axmann und " J J ■ I I e ■ WWWW Bec MikermnMhntiöf Lieferant' auch Ihrer Krankenkasse unterstelle ihm die gesamte Hitler-Jugend. Für die von Stabsführer Lauterbacher unter besonders schwierigen Umständen geleistete Arbeit spreche ich ibm meine Anerkennung aus. Obergebietsführer Axmann führt ab 3. Mai bis auf meinen Widerruf die Dienstbezeichnung „Bevollmächtigter Vertreter des Jugendführers des Deutschen Reiche s". Obergebietsführer Axmann vertritt mich auch in meiner Eigenschaft a l s Reichsleiter der NSDAP. gez. von Schirach." Obergebietsführer Artur Axmann wurde 1913 in Hagen geboren. 1925 trat er in die Hitler-Jugend ein, 1931 in die NSDAP. Im gleichen Jahre wurde er als Referent für Nationalsozialistische Jugendbetriebzellen in die Reichsleitung der NSDAP, berufen. Im Mai 1933 wurde er Chef des Sozialen Amtes in der RIF. Im Oktober Obergebietsführer. Im November 1934 wurde Axmann mit der Führung des Gebietes Berlin betraut sowie Vorsitzender des Jugendrechtsausschusses der Akademie für deutsches Recht. Obergebietsführer Axmann ist der Schöpfer des Reichsberufswettkampfes der deutschen Jugend. Bei Beginn des Polenfeldzuges trat Axmann unter die Waffen. Als Gefreiter, später als Unteroffizier stand er in einem Infanterie-Regiment im Vorfeld des Westwalles, wo er auch zu mehreren Späh- und Stoßtruppunternehmen eingesetzt wurde. Nie Verleihung der ersten Kriegsverdienstkreuze. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Das Kriegsverdienst kreuz, das für hervorragenden Einsatz in derHeimat geftiftet wurde, ist am 1. Mai erstmalig an 34 deutsche Arbeiter des Bauftades Speer verliehen worden. Im Auftrage des Führers überreichte Generalfeldmarschall Göring in Anwesenheit des Generali Das Hohe Lied deutschen Soldatentums rckenfchlag vollzieht sich tiefsten Frieden. Last- mit einer Exaktheit wie im ÄS können die M W Papiermühle ■ 'l/fPÖI MßMhauyRuhL 22/30 - CfscJwkcfM*-. 2. C. dem An- Eigenschaften des Papiers verändern. So genügt styon der geringe Zusatz eines Bindemittels, um Clatt eines saugfähigen Löschblatts ein durchaus sChreibfeCtes Papier zu erhalten.Ein gleiches Ergebnis, wenn auCh durCh ein anderes Verfahren,erzielten wir bei dem Zigarettenpapier der GÜLDENRING. Während der brennbare Teil der Hülle saugfähig und luftdurchlässig blieb, iCl das Mund-Ende wasserfest geworden. Dabei unterscheidet siCh GÜLDENRING im Aussehen kaum von einer mundCtüCklosen Zigarette; wofl aber bietet sie dank der Wirksamkeit ihres LTMundCtüCks einen noCh geCleigerten RauChgenuss. Wien verliehen worden war. Lehär hat als Gegen» gäbe der Stadt Wien eine Ouvertüre gewidmet, die in den nächsten Tagen durch die Wiener Phil» harmoniker zur Aufführung gebracht werden wird. Kleine politische Nachrichten. Verkehrsminister Host Venturi hat dem Duce mitgeteilt, daß die deutschen Kohlenlieferungen an Italien von Januar bis April insgesamt 2 445169 Tonnen betragen haben. bauinspektors S p e e r den verdienten Arbeitern die Auszeichnung und sprach ihnen für ihre Leistungen Dank und besondere Anerkennung aus. Im Rahmen der vom Ministerrat für die Reichsverteidigung angeordneten Aktion zur geistigen Betreuung der Hitler-Jugend spricht Reichsminister R u st am Montag, dem 6. Mai, um 8 Uhr morgens zur deutschen Jugend. Anläßlich dieser von sämtlichen Reichssendern übertragenen Rede finden für die Schulen Morgenfeiern statt. Reichssportsuhrer von Tschammer und Osten, der anläßlich des deutsch italienisch en Tennisturniers sowie des Internationalen Reitturniers i n R o m weilt, wurde als Präsident der „Deutsch- Italienischen Gesellschaft" vom Italienischen Außenminister Graf C i a n o sowie vom Minister für Volksbildung P a v o l i n i empfangen. sh*GÜLDENRING MIT (^MUNDSTÜCK 4 PFG * Jabe, Widerhall im ganzen deutschen Volke gefunden hat. Als im Januar der Rekordwinter mit seiner außergewöhnlich strengen Kälte hereinbrach, lähmte er auch überall die Bautätigkeit. Auf einzelne wichtige Rüstungsbauten konnte aber unter keinen Umständen verzichtet werden. Man griff zu allen Mitteln, die die Technik bot, und doch war auch hier wie an der Front wieder die Einsatz- und Opferbereitschaft des einzelnen Mannes ausschlaggebend. Die 34 heute durch die Verleihung ausgezeichneten Männer hatten gerade mit der Errichtung eines großen Stahlskelettes für einen Fabrikbau begonnen, als ihnen die Kälte die ftoftklirrenden Eifen- fchienen aus den Händen reißen wollte. Aber sie gaben nicht nach. Die härteste Arbeit richteten sie bei oft mehr als 20 Kältegraden in der Zeit vom 8. Januar bis zum 20. Februar 1940 Stück um Stück des Baues auf, und als die Kälte endlich nachließ, stand auch das fertige Stahlgerippe. Fristgerecht konnte mit der Ausmauerung begonnen werden. liche Kurven der Vormarschstraßen, erleichtern Gegner geradezu die Verteidigung und das legen von Hinterhalten. Hamar in deutscher Hand. Als in den Mittagsstunden Hamar erreicht wird, befindet sich unser Trupp in unmittelbarer Nähe der kämpfenden Truppen. Denn erst in den Morgenstunden ist dieser Wintersportplatz am Mjoesensee von unseren Feldgrauen genommen worden. Noch ist um diese Zeit erst ein kleiner Teil der Bewohner, die geflüchtet waren, zurückgekehrt. Etwas verschüchtert noch und neugierig stehen sie auf dem Marktplatz oder vor ihren Häusern und beobachten das militärische Leben, das durch die deutschen Soldaten in ihren stillen Ort gekommen ist. Ein großer Teil der Geschäfte ist noch geschlossen, doch schon am nächsten Tage hat das Leben fast gänzlich wieder seinen normalen Gang. Unser nächstes Ziel ist Elverum. Es ist ebenfalls am gleichen Tage wie Hamar besetzt worden. Im Gegensatz zu Hamar weist es jedoch deutliche Spuren des Krieges auf. Wegesperren und MG.-Nester. Sie sind die Kennzeichen des Krieges in den norwegischen Bergen. Immer wieder trifft man, namentlich in Kurven, auf vom Feinde geschickt angelegte Wegesperren. Schwere Baumstämme, zum Teil noch mit Stacheldraht umwunden, hier, hier von den Bergeshöhen herabgewälzte schwere Felsbrocken, dort, sollten den schnellen Vormarsch unserer Truppen verhindern oder doch aufhalten. Dazu auf Bergeshöhen in einzelnen Gehöften gut getarnte MG.-Nester. Manches Opfer haben Der britische Dampfer „M a t a k a n a" (8049 BRT.) ist an den Klippen der Bahama-Jnsel Ack- lin gescheitert. Auf dem Roten Platz in Moskau, gegenüber dem Kreml fand wie alljährlich am 1. Mai eine große Militärparade statt, die von Kriegskommissar Woroschilow abgenommen und vom Befehlshaber des Moskauer Militärbezirks, Marschall Budenny, kommandiert wurde. Der Parade wohnten die Spitzen der Sowjetunion und Parade wohnten die Spitzen der Sowjetregierung und Molotow. Aus aller Welt. Schweres Unwetter in Belgien. lieber ganz Belgien ist ein heftiges Gewitter niedergegangen, verbunden mit sintflutartigen Regenfällen und Hagelschlag. In Antwerpen wurden Hunderte von Kellern überflutet. Einige Straßen verwandelten sich im Nu in reißende Flüsse. In Berchem stand das Wasser in der Nähe des Bahnhofs so hoch, daß es der Straßenbahn unmöglich war, den Verkehr durchzuführen. In Namur wurde das Pflaster zahlreicher Straßen zerstört. Das Wasser drang durch Türen und Fenster in die niedriger gelegenen Häuser ein. Metropolitan-Opera vor Zusammenbruch gerettet. Die mehrmonatige Sammelaktion zur Erhaltung der von einem finanziellen Zusammenbruch bedrohten weltberühmten Neuyorker Metropolitan-Opera kann nunmehr als erfolgreich angesehen werden. Obwohl das angekündigte Sammelziel von einer Million Dollar noch nicht ganz erreicht ist — bisher gingen etwa 940 000 Dollar Der Führer hat dem Komponisten Emil Nikolaus von Reznicek anläßlich der Vollendung seines 80. Lebensjahres brieflich feine Glückwünsche ausgesprochen und ihm seine Anerkennung für die Verdienste um die deutsche Musik zum Ausdruck gebracht. Reichsminister Dr. Goebbels übermittelte gleichfalls feine Glückwünsche und seinen Dank für die wertvolle Arbeit, die Reznicek insbesondere im JnterMtionalen Rat für die ständige Zusammenarbeit der Komponisten geleistet hat. Wer will Marineoffizier werden? Das Oberkommando der Kriegsmarine gibt bekannt: Der uns aufgezwungene Krieg erfordert eine verstärkte Heranbildung tüchtiger Marineoffiziere. Insbesondere sind Meldungen für die See-, Ingenieur- und Waffenoffizierlaufbahn der Kriegsmarine für den Einstellungszeitpunkt 1. Januar 1941 erwünscht. Meldungen sind an die Inspektion des Bildungs» wesens der Marine (Einstellungsabteilung) Kiel, zu richten, Merkblätter sind bei jeder Wehrersatzdienst- stette erhältlich. Zu Beginn des Krieges erhielt Generalbauinspek- tor Speer vom Reichsminister der Luftfahrt Generalfeldmarschall Göring den Auftrag, R ü ft u n g s- bauten der Luftfahrt im gesamten Reichsgebiet in kürzester Frist zu erstellen. Durch die sofortige Einstellung aller Neugestaltungsbauten in Berlin, Hamburg, Nürnberg und anderen Städten des Reiches wurde eine große Anzahl von Fachkräften für diese kriegswichtigen Bauten freigemacht. Selbstverständlich stellten sich der Durchführung dieses großen Auftrages auch erhebliche Schwierigkeiten in den Weg, die vor allem in den außergewöhnlichen Witterungsumständen des letzten Winters ihren Grund hatten. Dabei zeigte sich jedoch, wie sehr das Wort des Führers, daß jeder in diesem Kriege seine Pflicht auf dem Posten, auf den er gestellt wurde, bis zum Aeußersten zu tun In Wien fand die Neberreichung des Ehrenringes der Stadt Wien an den Meister der Wiener Operette, Franz Lehär statt, der ihm anläßlich seines 70. Geburtstages von Reichsstatthalter Gauleiter Bürckel als Bürgermeister der Stadt sie gefordert. Namentlich auf dem Vormarsch von Moelw nach Lillehammer mußte manche Umgehung gemacht werden, ehe Feld- Haubitzen diese Widerstandsnester unter wirksamen Beschuß nehmen konnten. Hindernisse aber sind für den Soldaten dazu da, überwunden zu werden. So konnte auch dieser Widerstand den Vormarsch zwar etwas verzögern, aufhalten aber konnte er ihn nicht. Die Folgen dieses Widerstandes aber, den hier bei Lillehammer norwegische Truppen gemeinsam mit englischen Soldaten dem deutschen Heere entgegensetzten, kommen auf das Schuldkonto der Elemente, die eine an sich friedliebende Bevölkerung zu diesem Widerstand verhetzten. Und diese Folgen sind nicht leicht. Denn mit treffticherem Schuß haben unsere Feldhaubitzen ein Widerstandsnest nach dem anderen niedergekämpft. Spuren des Krieges kennzeichnen daher von Moelv bis Lillehammer oft den Weg, den unsere Truppen im steten Kampf zurück- legen mußten. Ungebrochen aber ist ihr Opfermut und ihr stilles Heldentum, die es erzwingen werden, daß in Kürze auch der letzte Widerstand zusammenbricht. Kurt Pieper. krgftwagen fahren lange Bohlen heran, die von einer Motorsäge in die richtige Länge zerschnitten werden. Lastkäyne und kleine Schlepper liegen Bord an Bord in unmittelbarer Nähe der gesprengten Brücke, um als schwimmendes Fundament für die Notbrücke zu dienen. Mit wuchtigen Hammerschlägen werden die Bohlen auf die Planken befestigt. Noch spät in der Nacht ist der Brückenschlag beendet. Das Hindernis ist beseitigt, und die Kolonnen können ihren Vormarsch fortsetzen. Von nun an wird auch äußerlich immer erkennbarer, daß wir uns dem eigentlichen Kampfgebiet immer mehr nähern. Die ganze Gliederung und Beschaffenheit der Landschaft, auf der einen Seite des Weges steil zum See abfallendes Ufer, auf der anderen jäh emporragende Felsen, dazu immer wieder neue, vollkommen unübersicht- richter bestehende Propagandatruppe von Oslo aus mit einem PKW. sowie einem Krad mit Beiwagen an die Front entsandt wurde. Rund 150 Kilometer beträgt die Entfernung Oslo—Hamar. Durch herrliche Landschaften Norwegens führt der Weg. Berge, deren Gipfel noch mit Schnee bedeckt sind und zwischen die hindurch sich wie ein silbernes Band, mal breiter, mal enger, der Mjoesensee eerftretft, wechseln ab mit kleinen Hochgebirgsorten, denen fast überall das Holzhaus chr Gepräge gibt. Aber alle diese Schönheiten des norwegischen Landschaftsbildes kann das Auge des zur Front fahrenden oder marschierenden Soldaten nur flüchtig wahrnehmen. Er hat stets seine ganze Aufmerksamkeit auf die nächste Umgebung zu konzentrieren. Denn hier sind unsere braven und tapferen Truppen gezwungen, die verschiedenen norwegischen Divisionsteile, die an einzelnen Stellen noch verzweifelten, jedoch vergeblichen Widerstand leisten, niederzukämpfen. Schneller Brückenschlag bei Minnesund Bis zur Eisen bahn brücke bei Minne- sund, etwa zehn Kilometer von Eidsvold entfernt, verraten nur hin und wieder marschierende oder rastende Kolonnen unserer Feldgrauen, daß wir uns in einem Lande befinden, auf dessen Boden hart und erbittert gekämpft wird. Bei Minnesund selbst aber wird man mit aller Eindringlichkeit wie- ver an den Krieg erinnert, denn eine langgestreckte Hochbrücke, über die der Eisenbahn- wie auch Fahrzeug- und Fußgängerverkehr geht, ist von den Norwegern gesprengt worden. Gleich einer Berg- und Talbahn bietet sich ein Teil der Brücke dar. Aber auch sonst kann man erkennen, daß hier Kämpfe stattgefunden haben. An der Auffahrt zur Brücke ist em gelber norwegischer AutobUs, der einer Truppenbeförderung diente, gegen einen Pfeiler gefahren und teilweise zerschellt. Zahlreiche Kugelspuren in Karosserie und Chassis des Wagens beweisen, daß unsere vorrückenden Feldgrauen hier auf heftigen Widerstand gestoßen sind. Für heute ist ein Weiterkommen unmöglich. Denn noch ist die Notbrücke, an deren Fertigstellung Eisenbahner und Pioniere fleißig arbeiten, Nicht vollendet. Aber es wird mit allem Nachdruck geschafft, damit die Kolonnen, die auf dem jenseitigen Ufer den Marsch fortsetzen sollen, schnellmöglich pas- ein, wovon über ein Drittel von Rundfunkhörern aufgebracht wurde — kann als sicher angesehen werden, daß die fehlenden 60 000 Dollar innerhalb der nächsten Tage aufgebracht werden können. Die gesammelten Mittel sollen da» zu dienen, die bisher besonders auf die Zuschüsse kunstliebender Millionäre angewiesene Oper finanziell auf eigene Füße zu stellen sowie den veralteten Opernbau zu modernisieren. Achlhunderlpfündiger Grind-Wal gefangen. Ein achthundertpfiindiger Grind-Wal, der ©tagen* Fischern ins Garn geriet, wurde mit vieler Mühe nach Esbjerg transportiert und auf der dortigen Fischauktion versteigert. Das erzielte Höchstangebot betrug zwei Kronen, von welchem Bettag die Transportkosten abgezogen werden mußten, sodaß den Aschern durch den Verkauf ein erheblicher Schaden entstand. — Das Fleisch der Grind-Wale ist nickt zu verwerten. Der Käufer des Wals will versuchen, die Walhaut zu verwenden. Hauptschristletter: Dr. Friedrich Wflhelm Lange. Stellvertreter bef Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Pokttkk, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anreigenleiter: Han« Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.5. PK. „Es sind Kampfhandlungen im Raume ost- fieren können. Der ganze Brückenschlag vollzieht sich wärts vom Mjoesensee in Richtung Hamar aufzu- —“-£rx— n-r>- nehmen." So lautete der Einsatzbefehl, mit dem die aus je einem Wort-, Film- und Bildbe- h!Im Suche für sofort. Wehrwissenschaftliche Vorträge einige 2211D der Ludwigs-Universität Gießen im 2. Trimester 1940 1. Di. 7. Mai. Professor Dr. Vollrath: „Mythen um England“. 2. Di. 21. Mai. 3. Di. 28. Mai. 4. Di. 4. Juni. Professor Dr. Koch: „Der Mensch im Flugzeug“. 5. Di. 11. Juni. 6. Di. 18. Juni. 7. Di. 25. Juni. Professor Dr. Kranz: „Rasse und Wehrkraft“. 8. Di. 2. Juli. Gastvortrag. Vortragender und Thema werden noch bekanntgegeben. 2221 D Hotel zum Löwen, von 1—5 Uhr. LLisV PanlFleischer.Spezial-Bandagen,Freisbach(Pfalz) Angebote an 2133D Verschiedenes kaufen Sie bei Zuverlässiges Tüchtiges Nettes, zuverl. MW Mel tagsüber Eucht. z TüehligerLagerarbeiler gesucht. 2196D 9.30, Uhr Uhr ZlMlSsW MWll Uhr gesucht. 2228D Cattte & Go.. Batjnhofftr. 6 Frau Haas, 5621A Arterienverkalkung Stadttheater Die Vorträge sind unentgeltlich u. finden jeweils 20 Uhr c. t. bis 21.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34, statt. Beachten Sie auch immer-? 9.30, 20.30 Alten Schmuck KURSE Einzel-Unterricht Professor Dr. von Gall: „Die Behandlung der Feinde im Amerika des 19. Jahrhunderts“. 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Listen werden auf Anfordern nach dem 10. 5. gegen Voreinsendung von 0,50 RM. versandt. Montag, den 27. Mai, werden auf der Hard im Fuchsstrauch, höhler und konzebühl ca. 50 fm Aich- kenderb- und -reisstangen aller Klassen, ca. 300 bis 400 Gartenpfosten, ca. 20 fm Eiche- und Esche- Wagnerholz öffentlich verkaufte Zusammenkunft 9.30 Uhr auf dem Festplatz (Hard), 14.00 Uhr Garbenteicher Straße, Waldeingang (Höhler). Oberförsterei Hohensolms. Dienstag, den 28. Mai, werden in der Jffelfcheid mehrere hundert Fichtenderb- und -reisstangen aller Klassen und Bohnenstangen öffentlich verkauft. Nicht vorgezeigt werden die Stangen im Grundwald bei Hohensolms. Ebenso werden ca. 10 fm Buchen- Wertholz aus allen Distrikten und ca. 10 fm Fichlen- Wertholz-Abschnitke und Starkholzstämme aus der Windelbach und dem Lichelsberg „blind" versteigert. Auskunft erteilen die Revierförster Langerhans, Hohensolms, und Wack, Erda. 2208D Zusammenkunft 9.30 Uhr am Eingang zur Issel- scheid, Kreisstraße Fellingshausen—Frankenbach. 11.30—12.30 Uhr 9. Morgenveranstaltung: Kriegsdichtung Lieder u. Gedichte dreier Kriege Preise: RM. 0.25, 0.50, 0.75 Platzmieter: RM. 0.25. zu 2 Kindern nachmittags gesucht. (01677 Moltkestraße 12 E.Porrnhäuser, Wetzlar Frankenstraße 44. Professor Dr. Beller: „Die Tätigkeit der Veterinär- Untersuchungsstellen im Kriege“. Iphigenie auf Tauris. Sonntag, 12. Mai, 19-21.30 Uhr Erstaufführung: Dr. med. Hiob Praetorius Polstergehille und junger Laufbursche (Radfahrer) zum baldigen Eintr. gesucht. Tavetenbaus Kreiling, Bahnhofstr. 33 Beller bin für sauberes Gewerbe mit Wohnung ges. Schr. Ang. unt. 449D q. d. G. A. Professor Dr. Scharrer: „Aufgaben der Agrikulturchemie für die Ernährungssicherung“. item Deriterb gesucht. [01663 C. Stroh, Dentist, Asterweg 35. Mainzlar: 10 G.;ll KG. Lollar: 13.15 KG.; 14 G. Neuavostol. 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Er war S.-r eM «rtz'-lf zch dW zu tragen, daß die Holzabfuhr für die verschiedensten Wirtschaftszwecke stets pünktlich und sachgemäß durchgeführt wird und dadurch die kriegswirtschaftlich wichtigen Aufgaben auf den verschiedensten Gebieten jeweils pünktlich erfüllt werden. Dem Landratsamt ist in der Kriegszeit auch ein Fahrbereitschaftsleiter angegliedert, der die wichtige Aufgabe hat, den zivilen notwendigen Güterverkehr sicherzustellen. Aus dem weiten Kreise der kriegswirtschaftlichen Verwaltung ist z. B. noch die wichtige Arbeit im gesamten Ersatzwesen her- oorzuheben, ferner ist an die bedeutsame fortlaufende Bearbeitung der neuen Volkskartei zu erinnern, in der alle Einwohner vom 5. bis zum 70. Lebensjahre erfaßt sind. Zur Bewältigung dieser weilschichttgen Verwaltungsarbeit ist die allezeit tatbereite Mitarbeit Tänzen ... , In Wien konnte ich nur zehn Monate bleiben. Ich wurde zum Militärkapellmeister in Losoncz ernannt, einem winzigen Landstädtchen in Ober- Ungarn. Dort lachte mir meine erste Liebe, dort schrieb ich meine erste Oper, den Kürassier', die jedoch nach den ersten Szenen nicht weiter wachsen wollte. Auch meine zweite Oper .Rodrigo"' für die ein genialer Oberleutnant Mlcoch einen wildromantischen Text ersann, erfuhr fein besonderes Schicksal. Infolge eines Konfliktes mit einem Stabsoffizier kündigte ich meine Stellung in Losoncz. Mein Vater war sehr niedergeschlagen über diesen Schritt. Aber Alle Birken grünen. Die Obstbäume stehen in voller Blüte. Tausende von Bienchen umsummen die duftenden Zweige. Hinter dem leuchtenden Weiß der Obstbäume dehnt sich der Wald, Tannen und Kiefern mit ihrem dunklen Grün, dazwischen Buchen und Birken im Schmuck der ersten Blättchen. Unvergleichlich ist die Schönheit unseres Waldes im Frühling. Aber kein Baum ist uns ein schöneres Sinnbild des Frühlings als die Birke. Wir nennen sie unfern Frühlingsbaum und stellen sie als Maibaum auf. Wir schmücken mit ihren grünen Zweigen die Kirchen, die Häuser. Als Symbol der Fruchtbarkeit berührt der Bauer sein Vieh mit Birkenreisig. So verbinden uns noch jetzt alte Bräuche und Sitten mit unseren Vorfahren, denen die Birke mit ihrem frischen Grün auch das Auferstehen der Natur verkündete. Wie schön ist ein Birkenhain! Man wandert darin wie in einem verzauberten Walde. Das ist ein Leuchten und Grüßen, wie wenn uns eine Schar junger, blühender Mädchen begegnete. Die Birke begnügt sich mit dem ärmsten Boden. Sie wächst rasch und leicht in die Höhe an Plätzen, an denen andere Bäume noch jahrelang am Boden kleben. Sie ist ein rechter Sonnenbaum. In vielen Vorgärten gibt sie den Häusern einen schönen Rahmen und sorgt für erquickende Abwechslung im Straßenbild. Im Walde aber leuchten die weißen Stämme der Birken und grüßen uns mit ihren hängenden, zarten Zweigen, in denen der Frühlingswind weht. Die Anemonen blühen schon, die Maiblumen senden ihre grünen Spitzen aus dem dürren Laub. Sie werden bald ihre weißen, duftenden Glöckchen läuten lassen. Schwellende Moospolster laden den Wanderer zur Rast ein. Auch der Kuckuck ist zurückgekehrt aus einem wärmeren Lande- und läßt seinen Ruf erschallen. Die Spechte hämmern vor Freude an den hohen Tannen. Die Lärchen standen zuerst im neuen Frühlingskleide da, dann folgten Buchen und Birken. Nur die Eichen und Eschen strecken noch die kahlen Zweige in die Luft. Aber auch ihre Stunde wird bald kommen. Schon schwellen die Knospen. Die Sonnenstrahlen durchdringen das junge Laub und mattn helle Kreise auf dem Waldweg. In den Zweigen der Bäume jubiliert und schmettert es. Amseln, Drosseln, Finken und Meisen, sie wissen sich nicht zu lassen vor Freude ... Wenn.alle Birken grünen, wenn die Vöglein ihre Lieder fingen, wenn goldner Sonnenschein die junge Welt verschönt, können auch wir Menschen nicht stumm bleiben. Da springt auch dem härtesten Menschen ein Türlein im Herzen auf und seine Augen glänzen, wenn er beim Heraustreten aus dem Walde die Mädchen, die auf der Landstraße in langer Reihe vorüberziehen, fingen hört: „Alle Birken grünen ..." Gin Vater besucht seinen Sohn. Von Wilhelm Gchmidtbonn. Ein ganz einfacher Vorgang an der Aisne. Das Auto beförderte außer dem begleitenden Offizier und mir noch einen Gast: einen Hauptmann in weißem Bart — einen namhaften Ge- schichtsprofessor aus einer rheinischen Stadt, der sich nach freiwilliger Meldung zu seinem Landsturmbataillon begab. Auf dieser Reise hatte er, wie er uns mitteilte, die besondere Erlaubnis, erst seinen Sohn zu besuchen. Der weißbärtige Hauptmann sprach nicht. Seine Augen gingen über die Häuser und Kirchen der Dörfer, über die Hügel, die hier und da altes Gemäuer trugen, folgten hinauf und hinab der geraden schmalen Spur der Römerstraße, die wir kreuzten, hängten sich endlich an das riesenhafte verfallene Bergschloß von Coucy. Ich erwartete von ihm, irgend etwas aus alten Jahrhunderten zu hören, von den Rittergeschlechtern, die das Mauerwerk auf die Hügel geftellt hatten. Aber es kam etwas ganz Gegenwärtiges heraus, ja so eng Persönliches, daß ich fast unangenehm berührt war. „Ich kenne hier jeden Turm, jede Kirche, jeden Wald, jeden Hügel, meine Herren, ohne daß ich je hier war — mein Sohn hat mir alles in seinen Briefen beschrieben." Auf dem Kirchplatz des nächsten Dorfes bat er zu halten: „Hier ist mein Sohn." Der begleitende Offizier gab Befehl, erst zum Kommandanten des Ortes zu fahren, um genaue Erkundigungen einzuziehen. „Nein", sagte der Hauptmann mit einem gerin- ,en Lächeln, während seine Augen zu ganz sell- ----— inntm heraus fcnirfttenben blauen KuOesterreich-Ungarns, die gerade zur gelegenen Zeit frei war. Es ging nach Pola. Dort errang ich bald mit dem brillanten Marineorchester einen großen Erfolg. In Pola entstand auch meine Oper ,Ku° kuska', die ihre Premiere am 28. November 1896 in Leipzig erlebte. Dem Publikum schien das Werk zu gefallen. Und ich, der Ueberglückliche, mußte wieder und wieder vor der Rampe erscheinen. Da ich in Pola bös in die Klemme geriet, reifte ich nach Triest. Aber auch hier wurde ich fein Krösus. ,Kukuska' war von Gott und der Welt verlassen. Ich entsagte der Oper und wandte mich der Operette zu. Von da an schwebte Fortuna über mir — die »Lustige Witwe*." C. K. Bürgermeistern die rechtzeitige Verteilung der Lebensmittelkarten sicherzustellen und ständig dafür zu sorgen, daß der Nachschub der erforderlichen Lebensmittel reibungslos vonstatten geht. Ferner hat diese Stelle alle Anordnungen hinsichtlich der Selbstversorger durchzuführen und zu überwachen, die mit den Hausschlachtungen verbundenen Amtsgeschäfte zu führen, für die Versorgung der Schwer- und Schwerstarbeiter, der Kranken- und Wöchnerinnen mit zusätzlichen Lebensrnitteln Sorge zu tragen und die Versorgung der gewerblichen Betriebe usw. sicherzustellen. Welch' große Aufgabe nach dieser Richtung hin im Kreise Gießen zu bewältigen ist, läßt sich allein schon daran ermessen, daß allmonatlich die Ausgabe der Lebensmittelkarten in die Hunderttausende von Stück geht und daneben noch ein sehr großer Personenkreis von Selbstversorgern usw. verwaltungsmäßig zu betreuen ist. Neben dem Ernährungsamt steht mit gleicher Bedeutung das Wirtschaftsamt. Hier wird die gesamte Kohlenversorgung des Kreises Gießen verwaltungsmäßig bearbeitet, ebenso die Spinnstoffversorgung mit ihrem vielfältigen System von Karten und Bezugscheinen, ferner die Seifen- und Leder- (Schuh-)Versorgung. Dieses Amt hat auch die wichtige Punkteverrechnung durchzuführen und damit die Wiederbeschaffung von Waren auf Bezugscheine ober Kleiderkarten-Abschnitte zu ermöglichen. Es ist eine komplizierte und verantwortungsvolle Tätigkeit, die gerade in dieser Hinsicht zu leisten ist, und deren oberstes Ziel darin besteht, die Versorgung der Bevölkerung mit Spinnstoffen und Lederwaren nach besten Kräften sicherzustellen. Ein anderer Teil des Wirtschaftsamts hat die Versorgung des Kraftfahrzeugverkehrs mit Treibstoff und Mineralölen zur Aufgabe, deren Schwierigkeit vor allem darin liegt, den zwar schon eingeschränkten, aber auch jetzt noch an sich berechtigten privaten Kraftsahrzeugverkehr mit den für die Landesverteidigung selbstverständlich in erster Linie stehendem Interesse zu vereinbaren. Im Zusammenhang damit steht die Tätigkeit der Zulassungsstelle. für Kraftfahrzeuge dzw. die Gewährung des roten Winkels, für die natürlich nur ein ausschließlich starkes öffentliches Interesse als Richtschnur dienen kann. Die Versorgung von Fahrrädern, Kleinkrafträdern und Gespannwagen mit Reifen ist ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld dieser Abteilung des Wirtschaftsamtes. Neben diesen wirtschaftlichen Kriegsaufgaben steht die nicht minder bedeutungsvolle Verwaltungstätigkeit der Betreuung de.r Familien von Wehrmachtsangehörigen durch die Gewährung von Familienunterhalt und durch Wirtschaftsbeihilfen. Es ist ein außerordentlich weit- schichtiger Personenkreis, dem diese Arbeit auch im Kreise Gießen gilt, die den Zweck hat, die Familien der einberufenen Volksgenossen in gerechter und ausreichender Weise mit den Erfordernissen für den Lebensunterhalt zu versorgen. Diese Arbeit erfordert die äußerste Anspannung aller Kräfte, da jeder Anttag individuell andere Grundlagen besitzt und niemals nach einem starren Schema bearbeitet werden kann. Ebenso wichtig ist die Tätigkeit auf dem Gebiete der Preisüberwachung im gefamten Landkreis Gießen, der Grundlage aller nationalsozialistischen Gegenwartswirtschaft. Wer sich die Vielfältigkeit der Waren und der jeweiligen Preisregelungen vergegenwärtigt, dabei aber nicht nur an den eigentlichen Lebensbedarf, sondern auch an rein wirtschaftliche Vorgänge — z. B. Mietpreise, An- und Verkäufe — denkt, der wird ohne weiteres erkennen, welche wichtige und wirtschaftlich weitreichende 2lrbeit in dieser Hinsicht zu leisten ist. Aus den Kriegsverhältnissen entstanden ist ferner din sog. Holzabfuhr- ring, dessen Leiter der Landrat ist. Ein Kreis von Männern aus der Partei, der Forftverwaltung, der Kreisbauernschaft, der Holzwirtschaft, der Fahrbereitschaft usw. steht ihm dabei zur Mitarbeit zur Verfügung. Der Holzabfuhrring hat. dafür Sorge Im Hinblick auf die außerordentliche Wichtigkeit der Verwaltung der Landkreise gerade in der Kriegszeit haben wir uns bei dem Leiter des Landkreises Gießen, Landrat Dr. Lotz, über ben früheren und den neuen Aufgabenkreis des Landratsamtes unterrichtet. Das Ergebnis der Unterredung ist in ben nachstehenben Darlegungen zusammengefaßt. Dem ßanbrat als bem Leiter eines Lanbkreises der sowohl staatlicher Verwaltungsbezirk, als auch Selbstverwaltungskörperschaft ist, war bereits vor dem Kriege em weitreichendes Aufgabengebiet zuge- wiefen. Damals fchon oblagen ihm die Angelegenheiten der allgemeinen Lanbesverwaltung, bie Ge- meinbeaufsicht, die Polizei (allgemeine Polizei, Ge- funbheits-, Gewerbe-, Feuer-, Veterinärpolizei ufw.), die Forderung der Wirtschaft und ber Landwirtschaft, bie kulturellen Bestrebungen, bie Denkmalpflege, bas Fürsorgewesen, bie Jugend- und Sozialfürsorge, bas Schulwesen, bas Standesamtswesen, bas Versicherungswesen, das Ersatzwesen, bie Verwaltungsgerichtsbarkeit unterster bzw. mittlerer Instanz und vielerlei andere Aufgaben. Alle diese Obliegenheiten erforderten schon ein weitgehendes Maß von Verwaltungsarbeit, zu deren Bewältigung ein erfahrener, guteingespielter Mitarbeiterapparat zur Verfügung stand. Durch die Tätigkeit der Bürgermeister wurde die Verwaltung des Landratsamtes in anerkennenswerter Weife unterstützt. Mit dem Ausbruch des Krieges sind diese alten Aufgaben ber lanbrätlichen Verwaltung nicht etwa hinfällig geworden, jonbern sie müssen nach wie vor bewältigt werden, sie sind aber naturgemäß etwas in den Hintergrund getreten. Dafür hat ber Krieg auch für bie Verwaltung des ßnnbratsamtes und für bie Tätigkeit ber Bürgermeister in den Kreis- gemeinben eine Reihe wichtiger neuer Aufgaben gebracht. Diese stehen jetzt im Vordergründe ber gesamten Verwaltungsarbeit und erfordern den weitgehenden Einsatz aller Kräfte, um so mehr, als natürlich auch beim ßanbratsamt durch Einberufungen zur Wehrmacht manche wertvolle Mitarbeiter fehlen, die für die Kriegsbauer durch Hilfskräfte zu ersetzen waren. Es gibt heute fast kein ßebens- gebiet, in bem ber ßanbrat nicht irgendwie bestimmend mittätig ist. Daher heißt es auch in der Anordnung über die Derwallungsführung in den ßand- freifen vom 28. Dezember 1939 irt ber Ziffer II u. a.: „Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Erfüllung aller Aufgaben der staatlichen Verwaltung trägt im Rahmen seiner gesetzlichen Zuständigkeit ausschließlich ber ßanbrat. Das gilt nach Maßgabe des Kreisverfassungsrechts auch für die Aufgaben ber Selbstverwaltung bes ßandkreifes. Der ßanbrat ist in allen Fragen bie zusammen- faffenbe maßgehenbe Stelle; er hat für stete und engste Zusammenarbeit aller staatlichen Dienststellen und ber Dienststellen ber Körperschaften und Anstalten ber Selbstverwaltung in seinen Kreisen Sorge zu tragen, sowie dafür, daß er in allen für bie Gesamtverwaltung seines Kreises wichtigen Dingen ber Verwaltung ausreichend unterrichtet und gegebenenfalls in bie Bearbeitung eingeschaltet mürb." Als wichtigste Aufgabe der Kriegszeit hatte auch das ßanbratsamt ein Ernährungsamt einzurichten, in das während der Kriegsdauer der Reichsnährstand in gewissem Sinne als ein Teil ber inneren Verwaltung einzugliebern war, nämlich als Abteilung A bes Ernährungsamts. Diese Abteilung A .hat die Aufgabe zu erfüllen, bie vorher von ber Kreisbauernschaft als Teil des Reichsnährstanbes zu betreuen war. Diese Aufgabe besteht — kurz zu- samMengefaßt — darin, bie landwirtschaftliche Erzeugung in weitestem Sinne sicherzustellen und sHleichzeitig für bie Versorgung ber Wehrmacht tätig zu fein. Neben der Abteilung A besteht beim Er- nährungsamt bie Abteilung B, ber bie Aufgabe obliegt, alle zur Versorgung ber Verbraucher mit ben täglichen Bedarfsartikeln getroffenen Anordnungen burchzuführen, u. a. im Zusammenarbeiten mit ben naumonarchie." „Als vierjähriger Knabe schon", fährt ßehär fort, „konnte ich zu jeber Melobie die Begleitung spielen. Auch sonst gelangen mir kleine Kunststücke: ich konnte auf verbeckten Taften ober im finsteren Zimmer spielen. Im Alter von sechs Jahren fing ich an zu komponieren. Auf bem Pester Gymnasium, bas ich bezog, soll ich nicht gerabe ber Fleißigste gewesen sein. Als elfjähriges Bürschchen ging ich bann nach Sternberg, dem mährischen Släbtchen, um dort die deutsche Schule zu besuchen. Ein Jahr darauf wanderte ich nach Prag aufs Konservatorium. Direktor Bennewitz unterrichtete mich auf der Violine. Bei den Musikaufführungen im Konservatorium schlug ich die Triangel. Hauptsächlich wurde ber mir die Mysterien der Kompositionslehre erklärte. Auch Dvorak stand mir zur Seite. Als ich ihm 1887 zwei von mir komponierte Sonaten zeigte, sagte er: .Hängen Sie die Geige an den Nagel und komponieren Sie lieber!' Wurde meine Tätigkeit also von Erfolg gesegnet, so ging es mir materiell manchmal geradezu jämmerlich. Große Sprünge konnte ich nicht machen. Ja, eines Tages waren Portemonnaie und Magen so leer, daß ich vor Hunger auf der Gasse zusammenbrach. Als meine Mutter mich einmal besuchte, war ich Spartaner genug, fein Wort von meiner Misere verlauten zu lassen. Als ich sie bann aber zur Bahn begleitete und ber Zug sich in Bewegung setzte, würbe mir bas Herz so unendlich schwer, daß ich laut aufschrie: Mutter! Mutter!' So weit mich meine Füße tragen föhnten, lief ich dem Zuge nach. Meine Mutter fiel in Ohnmacht ... 1888 verließ ich bas Konservatorium mit bem Diplom. Ich bekam eine Stelle als Konzertmeister an ben vereinigten Stadttheatern in Barmen-Elber- felb. Aber bei ber Hetz arbeit, die ich dort — für 150 Mark monatlich — zu leisten hatte, wurde mir doch ein bißchen schwül zu Mute. Und mein Vater mag nicht wenig erschrocken sein, als er eines Tages aus Barmen ein Telegramm erhielt: ,Franz durchgegangen, kontraktbrüchig, Assentschein sofort em« senden.' Die Bescherung war da — und ich, ich hatte bereits drei Tage später zur Fahne geschworen. Ich zog die Uniform bes 50. Infanterie-Regiments an und biente bei derselben Kapelle, bei ber mein Vater als Kapellmeister tätig war. War mir in Barmen die ßuft zum Komponieren gründlich geschwunden, so erweckten sonnige Tage die alte Freude zur Kunst von neuem. Meine Leyer rührte sich zu einer Grillparzer-Hymne, zu Märschen und Vornotizen. lagesfalenber für Samstag. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 Uhr im Stadttheater „Die Primanerin". — Gloria- Palast (Sellerswea): „Stern von Rio". — ßicht- spielhaus (Bahnhofstraße): „Rheinische Brautfahrt"^ — Artilleristen-Kameradschaft 1895: 20.30 Uhr Kam eradschafts abend mit Vortrag im „Hessischen Hof". — Männer-Badeverein: 20.30 Uhr Generalversammlung im „Frankfurter Hof". lagesfalenber für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr Morgenoer« anftaltung „Kriegsdichtung". 19 bis 22 Uhr: „Jungs Spatzen". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Stern von Rio". — ßichtfpielhaus (Bahnhofstraße): Rheiq Nische Brautfahrt". Stadttheater Gießen. Am morgigen Vormittag findet bie 9. Morgenveranstaltung des Stabttheaters statt. Es kommt Kriegsdichtung aus brei beutschen Kriegen in ßie- bern und Gedichten zum Vortrag, darunter eins geln wurden, „ich weiß genau Bescheid." Dabei zog er einen Zettel heraus, ben er sorgfältig in einer ledernen Brieftasche bewahrt hielt. Er öffnete bie Wagentür und flieg aus. „Fünf Minuten, meine Herren." Zu unserer Verwunderung ging er auf die Kirchs zu. Dann trat er sogar zu unferm Schreck, denn wir hatten an den Besuch eines lebenden Sohnes gedacht, durch bie kleine, von einer Granate halb zerrissene Mauertür in ben Kirchhof ein. Dieser dörfliche Kirchhof zog sich einen gelinbeti Hang hinauf, fo daß wir sein Ende oben mit geln und Kreuzen über die Mauer hervorgewolbr sahen. Bald zeigte sich ber Kopf des Alten über beU, Mauer, doch schon in einiger Entfernung. Er hatV bie Mütze abgenommen, und fein Haar glänzte im selben Weiß wie bie Holzkreuze. Er hielt seinen Plan in der Hand, aber er hatte ihn so genau int Kopfe, daß er sicher feinen Weg ging, immer ben! rechten Winkeln nach. Nicht fchnell. Er fah auch nach allen anbereit Kreuzen hin, an die Blumen und Kränze gehängr waren. Er fchien auf alle im Vorbeigehen bie Namen zu lesen, ohne sich jedoch aufzuhalten. Bis er endlich vor einem stillstand. Wir schauten nicht weg. Er kehrte uns ben Rücken, und es war nicht Neugierde, wenn wir ihm zusahertz, sondern wir vereinten unsere Gedanken mit den seinen, um an feinem Gefühl ehrfürchtig tettzunelst men. Er stand, ohne sich zu bewegen. Nicht etwa, baß er gekniet hätte. Einmal machte er einen Ruck, als wolle er nach der Sette umfallen. Aber bas wap vielleicht eine Täuschung von uns, weil wir uns willkürlich Aehnliches erroarteten. Als er, nach zwei Minuten vielleicht, sich endlich bewegte, geschah es, um noch etwas aus feiner Brieftasche hervorzuholen: einen kleinen immergrünen Zweig, ber aus bem Garten seines Hauses abgeschnttten sein mochte — ich weiß es nicht, ich habe nicht danach gefragt. Er hatte sonst nichts an dem Grabe in Ordnung zu bringen: beutsche Soldatengräber find von den Kameraden so geschmückt und behütet, als kämsni jede Nacht heimlich die Mütter. Der Hauptmann ging von bem Grab fort, ohns sich noch einmal umzusehen, schneller als bein^ Hinaufweg. Dabei hob er im Gehen die Hand und führte sie, sonderbare Bewegung, in einem kurzen Bogen durch bie ßuft Er grüßte wohl die KcnyK Anzahl zeitgenössischer Werke, die iin Polenfelbzug entstanden sind. Es wirken mit: Hans Caninenberg, Friedrich Gröndahl, Siegfried ßowitz und ein Soldatenchor. Die ßettung hat Gerhard Reuter. — Am Abend wird bas Lustspiel mit Musik „Jungs Spatzen" wiederholt. Spielleitung Harry Grüneke. An zwei Flügeln Richard Boeck und Elfriede Fischer. Tänze Thea Maaß. Bühnenbild Karl ßöffler. Außer Miele! Hitler-Jugend Bann 116. Sportabende des Standortes Gießen. Am Dienstag, 7. Mai, beginnt ber Uebungsbe- trieb ber Jugendableiluna ber Orlsfporlgemeinschaft Gießen bes NSRß. auf bem Waldsportplatz bes VfB.-Reichsbahn. Da bie Jugenbarbett ber Vereine für bie Dauer bes Krieges ruht, werben alle Jugenblichen, bie sich seither in einem Verein betätigt haben, aufgeforbert, sich an ben Sporlabenben regelmäßig zu beteiligen. Auch solche Hillerjungem bie noch keinem Verein angehören, können teib nehmen. Erforberlichenfalls ist beim Gefolgschafls- sichrer Urlaub zu holen. BOM., Untergau 116, Wetterau B e tr. B D M.- Gerätemeisterschaften, • Untergauenlscheid. Er findet am Sonntag, 5. Mai, pünktlich um 11 Uhr in ber Turnhalle bet Schillerschule statt. Ich erwarte babei eine rege Teilnahme ber Möbel bes Slanborts Gießen. S e tr. Sporlbienslgruppe Rollschuh« der Beamten und Angestellten sowie der Hilfskräfte bes ßanbratsamts dis zur äußersten Anspannung aller Kräfte erforderlich. Ein großes Maß von Arbeit bei all bicsen Aufgaben wirb auch von den! Bürgermeistern ber Kreisorte geforbert unb geleistet. Die Anforberungen an bie Bürgermeister überfteigen um ein Vielfaches das Ausmaß dessen, das von ihnen vor bem Kriege bei ber Verwaltung ihrer Dorfgemeinschaft zu vollbringen war. Es kann aber bie erfreuliche Feststellung gemacht werben, baß überall auch bie Büraermeifler mit aller Tatkraft bei ber Bewältigung ber kriegswirtschaftlichen Derwallungsarbeil 'milhelfen unb sich damit ein großes Verdienst um ihre Einwohnerschaft und um unsere Volksgemeinschaft überhaupt erwerbem So sehen wir das ßanbratsamt im Kriege als, eine Bkhörbe mit außerordentlich großen Aufgaben, bie über den friebensmäßigen, an sich schon bebeu* lenden Rühmen weil hinausgewachsen sind. Mit dieser gewaltigen Mehrarbeit von ßanbrat und Bürgermeistern tritt die staatliche Verwaltung wür- big an die Seile von Partei und Wehrmacht int Kampfe um Deutschlands Freiheit und Größe. B. Das Landraisamt im Kriege. Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Leiter des Landkreises Gießen, Landrai Or. Loh. LehärerzähltaussememLeben Zum 70. Geburtstag des berühmten Operettenkomponisten. Franz Lehar, einer der fruchtbarsten unb erfolgreichsten Operellenkomponisten, dessen „Lustige Witwe" und „Graf von Luxemburg" unzählige Male über die Bretter aller größeren Städte gegangen lind, war keineswegs immer so vom Glück begün- jligt, sondern hat sich seinen Aufstieg zum Ruhm recht schwer erkämpfen müssen. Seine erste Operette „Der Rastelbinder" fiel bei der Uraufführung in Wien durch, hatte später allerdings guten Erfolg. Aber erst als 1905 bie „Lustige Witwe" erschien, wurde Lehar ein weltberühmter Mann, denn diese Operette, die heute noch so frisch ist wie vor 75 Jahren, eroberte sich im Sturm alle Herzen und Bühnen. Der Meister hat öfters Gelegenheit genommen. in seiner lebhaften Art von sich und seinem Leben zu plaudern. So erzählte er einst von dem Weg, den er zurückgelegt, bis sein guter Genius ihn zum Operettenschreiben brachte. „Ich bin ein Musikerkind", so berichtet er. „Mein Vater, der ursprünglich Landwirt werden sollte, aber sich in eine kleine Geige verliebte, pilgerte schon als lOjähriges Bübchen nach Sternberg, um beim Stadtkapellmeister Heydenreich in die Tonkunst eingeweiht zu werden. Der musikalische Anfangsunterricht bestand in Glockenläuten und Kinderwiegen, später wurde ihm Heydenreich jedoch ein tüchtiger Lehrer ..." Der Vater wurde dann Militärkapellmeister unb führte als solcher ein unruhiges Wanderleben durch die zahlreichen Garnisonstädte der weilen Do- tauf. Der Dienst findet ab jetzt wieder regelmäßig Montags und Donnerstag von 18 bis 19 Uhr auf der Rollschuhbahn statt. BDM.° Werk- Gruppe 1^/116, Sport und Gymnastik. Der Dienst der Gruppe ist regelmäßig Donnerstag ab 20 Uhr in der Turnhalle der Goetheschule. Studienrat Wilhelm Größer f. Wiederum hat der Tod in den Lehrkörper der Justus-von-Liebig-Schule eine schmerzliche Lücke gerissen. In den Abendstunden des 27. April verstarb nach längerer Krankheit in der Medizinischen Klinik, wo tr Heilung von seinem Leiden gesucht hatte, der Studienrat Wilhelm Größer. Er wurde am 24. September 1891 zu Großen- Buseck geboren. Nach dem Besuch der dortigen Volksschule trat er in die Oberrealschule in Gießen ein, die er Ostern 1910 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Danach studierte er an der Landesumversi- tät Deutsch, Englisch und Geschichte, bis der Weltkrieg auch ihn unter die Fahnen rief. Nach Kriegsende vollendete er sein Studium und legte im Sommer 1919 die Prüfung für das höhere Lehramt ab. Seine praktische Ausbildung für den Schuldienst erhielt er an der Oberrealschule in dem von Geh. Schulrat Dr. Schnell geleiteten pädagogischen Seminar. Schon hier zeigte sich seine hervorragende Begabung für die hohe und verantwortungsvolle Aufgabe des Lehrers, und noch heute erinnern sich die Amtsgenossen, die mit seiner Ausbildung betraut waren, gern seiner vielversprechenden ersten Leistungen im Amt. Es bedeutete für den damaligen jungen Assessor eine besondere Auszeichnung,^ daß man ihn nach vorübergehender Verwendung in Butzbach wieder an die Seminaranstalt zurückrief und ihn auch mit der pädagogischen Ausbildung der Studienreferendare betraute. In der letztgenannten Tätigkeit hat er den jungen Amtsgenossen durch sein Können und sein Vorbild viel Wertvolles auf den Lebensweg mitgegeben. Am 9. Oktober 1926 erfolgte feine Ernennung zum Studienrat an der gleichen Schule, der er bis zu feinem Lebensende angehörte. Daß er damit in seiner engeren oberhessischen Heimat wirken durste, hat er als besonderes Glück gewertet, da er sich mit ihr auf das innigste verwachsen fühlte. Zwei Jahrzehnte hindurch hat Größer an der Oberrealschule, jetzt Justus-von-Liebig-Schule, überaus segensreich gewirkt. Von seinem menschenfreundlichen heiteren und doch sittlich tief-ernsten Wesen wurde jeder in den Bann gezogen, der dienstlich oder außerdienstlich mit ihm zu tun hatte. Als Mensch und als Beamter hat er an sich die höchsten Anforderungen gestellt und auch erfüllt. Hat er doch gerade noch zur Zeit, als schon die Krankheit seine Kräfte lähmte, mit Aufbietung seines ganzen Willens sich das letzte abgerungen, um seiner Pflicht nachzukommen. Der Jugend war er ein guter Lehrer und Erzieher. Die Kunde von dem allzu frühen Tod dieses trefflichen Schulmannes wird auch bei allen feinen früheren Schülern schmerzliche Trauer erwecken. Trauerfeier für Schneider-Ehrenobermeister Gärtner. Der im 75. Lebensjahr verstorbene Schneider- Ehrenobermeister Robert Gärtner sen. wurde am Dienstag unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Bei der Feier in der Friedhofskapelle fang der Bauersche Gesangverein seinem Ehrenmitglied ein letztes Lied. Am Grabe wurden als Zeichen der allgemeinen Wertschätzung zahlreiche Kränze niedergelegt. Der Verstorbene war Mitbegründer der Freiwilligen Schneidermeister-Innung Gießen und Umgebung. Die Geschicke der Innung leitete er zwanzig Jahre lang als Obermeister. In dieser Eigenschaft leistete er wertvolle Arbeit für Innung und Handwerk. Wie er bereits während des Weltkrieges in vorbildlicher Weise für seine Innung tätig war, so stellte er sich auch in jüngster Zeit als 75jähriger wieder in den Dienst der Sache und half, als es galt, dringende Arbeiten zu erledigen. Der Bauersche Gesangverein zählte ihn zu seinen Ehrenmitgliedern; 40 Jahre lang wirkte er als aktiver Sänger im Dienste des deutschen Liedes. Der Kriegerkameradschaft von 1874 gehörte er 30 Jahre lang in treuer Kameradschaft an. Neuregelung Der Verdunkelung. Die Verdunkelung ist in letzter Zeit örtlich verschieden geregelt worden. Nach den gesetzlichen Bestimmungen ist die Verdunkelung bei Einbruch der Dunkelheit bis zum Hellwerden durchzuführen. Diese Begriffe sind aber nicht einheitlich ausgelegt worden, wobei insbesondere die Berücksichtigung der Dämmerung eine Rolle spielte. Der Reichsluftfahrtminister und Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat es deshalb für notwendig gehalten, jetzt für das ganze Reich eine einheitliche Regelung zu treffen. Nach dem neuen Erlaß wird mit sofortiger Wirkung der Beginn der Verdunkelung mit Sonnenuntergang und das Ende der Verdunkelung mit Sonnenaufgang einheitlich festgesetzt. In der Zeit vom Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang müssen die Verdunkelungsmaßnahmen vor Inbetriebnahme von Lichtquellen zur Beleuchtung und bei sonstigen Lichterscheinungen durchgeführt werden. Dagegen ist es nicht notwendig, an Lichtquellen und Lichtaus- bruchöfsnungen Verdunkelungsmaßnahmen vor Sonnenuntergang und nach Sonnenaufgang durchzuführen. Gießener Wochenmarklpreise. * Gießen, 4. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, deutsche Eier 12, Gelberüben, % kg 12 bis 14, Roterüben 10 bis 15, Spinat 30, Spargel 100 bis 110, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12 bis 14, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Aepfel 15 bis 35, Salat, das Stück 30 bis 45, Salatgurken 100 bis 120, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, das Bündel 140, Radieschen 25 bis 30 Rpf. ♦ ** Lehrwanderungen. Die Arbeitsgemeinschaften des NSLB. „Biologie" und „Ernährung aus dem Wald" veranstalteten am vergangenen Sonntag ihre erste Lehrwanderung in den Schiffen- berger Wald. Als Sachkundiger führte Prof. Dr. Funk in dankenswerter Weise. Sein Thema hieß „Wildgemüse in Flur und Wald". Die zweite Lehrwanderung erfolgt diesen Sonntag. Treffpunkt: Bergschenke. Zeit: 7 Uhr. Leiter ist Lehrer Häu - s er. Sein Thema befaßt sich mit „Vogelstimmen im deutschen Wald". Die Teilnahme wird jedermann gestattet. Strafkammer Gießen. Der E. E. aus Bergen, zur Zeit in Untersuchungshaft, war angeklagt, im November 1939 in Bad- Nauheim und Steinfurth öffentlich gehässige, hetzerische und von niedriger Gesinnung zeugende Aeuße- rungen über leitende Persönlichkeiten des Staates, über ihre Anordnungen oder über die von ihnen geschaffenen Einrichtungen gemacht zu haben, die geeignet waren, das Vertrauen des Volkes zur politischen Führung zu untergraben. (Vergehen gegen das Heimtückegesetz.) Der Sachverständige hält den Angeklagten nicht für zurechnungsfähig, es fei ihm der Schutz des § 511 StrGB. zuzubilligen. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Unterbringung des Angeklagten in einer Heil- und Pflegeanstalt angeordnet. Landkreis Gießen. A Großen-Linden, 1. Mai. In den letzten Tagen wurden an beiden Seiten des Turnhallen- plätzes 500 Maulbeer st räucher zur Seidenraupenzucht gesetzt Die Sträucher wurden durch die Gemeinde bezogen. Da auf einem anderen Gemeindegrundstück bereits in früheren Jahren Maulbeersträucher gepflanzt wurden, soll in diesem Sommer erstmalig mit der Raupen- zücht begonnen werden. Kriegsmeisterschastsspiele der Bezirkskiaffe. Sportverein 05 Wetzlar — 1900 Gießen Watzenborn-Steinberg — Ehringshausen Rodheim — Sportfreunde Wetzlar. Gesellschafts-Rückspiel DfB.-R. Gießen gegen Burgsolms. Es treffen in Wetzlar auf dem Platze des Sportvereins zwei Partner zusammen, die sich schon manches schöne Spiel geliefert haben. In Wetzlar müffen die Gießener Vereine immer wieder auf der Hut fein. Auch bei diesem Spiel steht erst am Ende der Sieger fest. Watzenborn empfängt die Ehringshäuser. Bei diesem Spiele dürfte der Sieger von vornherein sest- stehen. Die Teutonen lassen sich auf eigenem Platze feine Punkte nehmen. In Rodheim sind die Sportfreunde von Wetzlar zu Gast. Nach den letzten Spielen zu urteilen, dürfte der Platzherr die Punkte für sich behalten. Die Burgsolmser haben den Grünweißen noch ein Rückspiel zu liefern. Die DfBer müssen sich anstrengen, um dieses Spiel für sich zu entscheiden. An den beiden Pfingstfeiertagen finden keine Kriegsmeisterschaftsspiele statt, dafür ist ein umfangreiches Fußball-Programm im Rahmen der Pfingstveranftaltungen des NSRL. vorgesehen. Oie Meisterschaftsspiele der Kreisklaffe. VfB.-R. II — Steinbach I: Die Grün- Weißen empfangen auf dem Waldsportplatz die Elf von Steinbach zum fälligen Punktspiel. Die Gäste, die bisher nur ein Spiel verloren, selten als ernstester Anwärter auf die Meisterschaft. Die Grün- Weißen ließen zwar am Sonntag erkennen, daß sie zu kämpfen verstehen, aber zu einem Siege dürfte es nicht reichen. Klein -Linden I — Garbenteich I: Die Klein-Lindener, die am Sonntag in GroßemBuseck sehr zu gefallen wußten, haben diesmal einen starken Gegner vor sich. Die Gäste haben eine starke Mannschaft, die sehr schnell und wuchtig ist. Arbeitstagung der Turner in Gießen. Am morgigen Sonntag (5. Mai) führt der Be- reichsfachwart für Turnen im Bereich 12 Hessen des NSRL. in Gießen eine wichtige Arbeitstagung für feine Mitarbeiter durch. In Verbindung mit dieser Arbeitstagung finden in der Turnhalle der Schiller- schule Lehrgänge statt, und zwar für die Bezirks - obmänner für Männerturnen, die Bezirksfrauen- turnwartinnen, die Bezirksobmänner für Sommerspiele und die Bezirksobmänner für Kinderturnen. Oie ersten leichtathletischen Wettkämpfe Das Fachamt Leichtathletik hat den Vereinen die Ausschreibung für die Wettkämpfe, die am 5. Mai auf dem Universitätssportplatz in Gießen zur Durchführung kommen sollen, be-fanntgegeben. Nach zwei erfolgreichen Hallenveranstaltungen werden nunmehr die Bahnveranstaltungen eröffnet. Es ist selbstverständlich, daß an einem solch frühen Termin noch keine Spitzenleistungen erwartet werden können. Das ist auch nicht der Zweck dieser Frühjahrswettkämpfe. Vielmehr soll den Aktiven Gelegenheit zur Betätigung gegeben werden, die einem guten Training gleichzuachten ist. Infolge des Krieges sind in den einzelnen Gemeinschaften nur noch wenige Leichtathleten vorhanden, so daß es diesen nicht möglich ist, ein regelmäßiges Training durchzuführen. Das Fachamt strebt daher an, neben den gern eins ckaftlichen Uebungsstunden in kürzeren Zeit- abständen immer wieder solche Wettkämpfe zur Förderung der Leistung und der Teilnehmerzahl ab- zuwiLeln. Im einzelnen kommen am 5. Mai 1940 folgende Konkurrenzen zur Durchführung: Klaffe A , Männer: Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Kugel), 300 Meter, 1000 Meter, 3000 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Speer und Diskus. Staffel: 4mal eine Runde. klaffe B, Frauen: 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen. Staffel: 4X100 Meter. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß auch die Angehörigen der Wehrmacht an diesen Wettkämpfen teilnehmen können. Zahresrückschau des Turnvereins Heuchelheim. Dieser Tage hielt der Turnverein Heuchelheim feine Hauptversammlung in der Turnhalle ab. Der Vereinsführer Otto Rinn konnte bei dieser Gelegenheit wieder ein erfreuliches Bild turnerischen und sportlichen Schaffens entwickeln. Das Bundesfest in Grünberg und das ©aualterstreffen in Heuchelheim waren besondere Höhepunkte der geleisteten Arbeit. Nach der Begrüßung gedachte der stellvertretende Vereinsführer und Dietwart Albert Rinn der einberufenen Kameraden und der im Kampfe um Deutschlands Freiheit Gefallenen. Aus den Berichten der Fachwarte ging die große turnerische und sportliche Arbeit, die auch die entsprechenden Erfolge zeigte, hervor. Jede Lücke von einberufenen Uebungsleitern wurde sofort durch einen geeigneten Ersatzmann geschlossen. Der Vereinsführer dankte allen Mitarbeitern und ermahnte zu weiterem Einsatz. Die neuen Einheitssatzungen wurden angenommen und der bisherige Vereinsführer Otto Rinn einstimmig zur Bestätigung vorgeschlagen. Zum Schluß gab der Dereinsführer bekannt, daß am Samstag, 25. Mai, ein Kameradschaftsabend in der Turnhalle mit den Gießener Vereinen stattfindet. Am 1. Pfingstfeiertag tritt der Turnverein Heuchelheim mit einer großen Turn- und Sportveranstaltung aller Abteilungen an die Öffentlichkeit. Wiesecker Paddler beim Kanu-Slalom in Marburg. Am Sonntag, 5. Mai, findet der zweite Marburger Kajak-Slalom des NSRL.-Bereichs 12 — Hessen — in Verbindung mit einem Kajak-Slalom des HJ.-Gebietes 14 (Kürzesten) auf der Lahn statt. Der Wettkampf ist in diesem Jahre erstmalig reichsoffen, es find daher recht interessante Kämpfe zu erwarten. Unter der stattlichen Teilnehmerzahl von 50 Wettkämpfern haben u. a. Paddler von Etuf Essen, SAS. Steyr, FRVS. Frankfurt und Kassel ihre Meldung abgegeben. Aus der näheren Umgebung beteiligt sich der Marburger Kanu-Club mit 16 und der Wiesecker Kanu-Club mit 11 Teilnehmern, darunter zwei Frauen, welche als erste Teilnehmerinnen in unserem Bereich m einem solchen Kampfe starten Die Rennstrecke hat eine Länge von 200 Meter, die durch Schleusenöffnung Wildwasser-Charakter erhält. Auf dieser Strecke sind 15 Tore zu durchfahren. Um da bestehen zu können, braucht man ein gewisses Maß an Mut und Geschicklichkeit. Wir hoffen, daß die Vertreter aus unserer Heimat gegen schwere Konkurrenz würdig bestehen. Schntockhoffc SdöIsch ' Wist öim schaffen,Lmo? Nomcm von Martina eckari-yelm 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Und die Leute vorn Hof?" wirft Lena ein. „Du kennst sie ..." „Und ob ich die kenne! Würde sich jeder eher den kleinen Finger abschneiden. Etwa Hänischlob oder Hefenfranz? Fast zum Lachen, der Gedanke!" Wie eine Last liegt das Schweigen wieder im Zimmer. „Es ist furchtbar für mich, daß es passierte, während ich hier im Hause war", sagt Lena. „Ich komme zu euch, und kurz darauf ist das Geld weg!" „Rede nicht solchen Unsinn!" Christoph Gräfes Stimme ist rauh. „Das fehlte gerade noch, daß du dir Grillen in den Kopf setzst! Das hängt doch nicht mit dir zusammen." Im gleichen Augenblick, da Lena das sagt, fällt ihr die Stunde ein, als sie zum ersten Male das Gräfehaus betrat: in Fred Schneiders Begleitung! Fred Schneider, der an demselben Abend Geld von chr leihen wollte, dem sie unterwegs auf der Fahrt viel von den Gräfes erzählt hatte, von dem behäbigen Anwesen, dem alten, soliden Wohlstand. Sie wird den Namen Fred Schneider nicht mehr los. Er ist der einzige, dem so etwas zuzutrauen wäre. Lena schämt sich ihrer Gedanken. Aber seltsamerweise fällt auch aus Gräfes Mund jetzt der Name Fred Schneider. „War der Fred Schneider, der dich damals herbrachte, nicht wieder mal bei uns im Haus?" Lena ist betroffen. „Wie kommst du darauf?" „Weil er dich gleich am ersten Abend anpumpen wollte. Ich hab' es doch gehört. Einer, der in Geldverlegenheit ist ..." „Um Gottes willen, Christoph!" Lena unterbricht ihn schnell. Sie hat Angst, diesen schrecklichen Verdacht in Worte gekleidet zu hören. „Fred Schneider stammt aus einer durchaus redlichen Familie. Er ist auf fein Anliegen nie wieder zurückgekommen." „Na, ja, das wäre ja gerade ein Beweis!" „Nein, nein, das traue ich ihm nie und nimmer zu! Gewiß, er ist ein bißchen aufgeblasen, leichtfertig vielleicht auch, aber .. „Ein Windhund ist er!" stößt Gräfe hervor. „Hinter der Erni ist er her. Ich habe die beiden neulich beobachtet." Lena schüttelt den Kopf. Das Buch holen und es dann wieder an feinen alten Platz bringen — das sollte Schneider getan haben? „Ich werde mit Hermann darüber sprechen", sagt Gräfe plötzlich entschlossen. „Wir werden zusammen zur Sparkasse nach Görlitz fahren und nachforschen. Die Summe muß ja vorher gekündigt worden fein. Man muß ja herausbekommen, wer das tat!" „Sag es heute noch nicht!" bittet Lena. „Laß uns morgen erst noch alles besprechen, wenn du darüber geschlafen hast. Morgen bin ich noch hier." „Du willst fort? Gerade jetzt? Das ist doch nicht möglich!" Nie spürte er Lenas begütigende Nähe so stark wie in dieser Stunde. Schenkt ihre Gegenwart nicht unsichtbare Hilfe? „Es ist gut, daß du da bist, Lena", sagt er, bann geht er aus dem Zimmer. Das dünne braune Buch läßt er auf dem Tisch liegen. Lena schließt es ein, dann geht auch sie. Unten im Wohnzimmer geht Gottfried Bonhoff mit großen Schritten auf und ab. „Kommst du endlich", sagt er ungeduldig. „Ich habe dich schon gesucht. Ich möchte die Züge mit dir besprechen. Ich habe einen Fahrplan geholt." Gottfried fragt mit keinem Wort nach dem Verlauf der Unterredung; wie etwas sehr Lästiges, wie etwas, das ihn gottlob nichts angeht, schiebt er es beiseite. Er denkt nur daran, sie aus diesem Hause fortzuführen. „Wir dürfen jetzt nicht an uns denken, Gottfried. Nach dem, was hier im Hause vorgefallen ist, kann ich nicht fort. Es tut mir leid, denn wir haben hier nur wenig voneinander, aber ich kann es nicht ändern. Ich kann jetzt nicht einfach auf und davon!" „Du willst immer noch bleiben?" Lena spürt nicht die Unruhe in Gottfrieds Stimme. Sie empfindet nur die Kühle, mit der er die Gräfefchen Angelegenheiten ablehnt. „Ja, Gottfried, ich bleibe." "Lena, weshalb mußt du dich immer um andere bemühen, nie um mich?" Lena ist betroffen. Ihr Gesicht ist sehr blaß geworden. Sie möchte jetzt gern ihren Kopf an Gottfrieds Schulter lehnen, Hilfe bei ihm suchen, Verständnis finden. Aber Gottfried Bonhoff ist aus dem Zimmer gegangen. Wenn der Sommer zur Neige ist, begrünen in den Dörfern die Kirmesfeste. Aber im Gräfehaus herrscht wirklich feine Kirmesstimmung. Selbstverständlich werden, wie alle Jahre, Berge von Kuchen gebacken. Dicker Streuselkuchen, Mohn- und Käsekuchen, safrangelber Quarkkuchen! Cs ist ein süßer Berg, den zu verspeisen ein Vergnügen ist. Jupp gibt sich diesem Vergnügen auch ausgiebig hin. Der ist überhaupt richtig in Stimmung! „Tante Lena, du hast doch hoffentlich Schminke?" fragt er übermütig. „Aber, Junge, wozu brauchst du denn Schminke?" Ja, das will er nun wiederum nicht verraten. Er will Tante Lena morgen im Festzug überraschen, hoch zu Roß als streitbarer Ritter in Wams und Federhut! „Der Regen wäscht dir ja doch alles vom Gesicht ab", wirft Erni ein. Ja, das Wetter macht dem Dorfe rechte Sorgen! Wie soll man denn das Adlerschießen auf dem Dorfplatz auskosten, wenn es junge Hunde regnet, wie Jupp sich ausdrückt. Und das Leben und Treiben zwischen den Buden mochte man doch auch richtig genießen! Da gibt es die leckeren Pulsnitzer Pfefferkuchen, die Fischeisemmeln, warme Würstchen und vor allen Dingen die Karussells! „Tante Lena, fährst du mit mir in der Weiber- mühle?" „Komm, faß mal mit an!" sagt Lena statt einer Antwort. Jupp hilft die beladenen Kuchenbretter in die Speisekammer hinüberschaffen. Das ganze Haus duftet nach frischem Kuchen. Bei aller Aufregung um die Kirmes jedoch kommt Jupp von feinem Lieblingsthema, der Autobahn, nicht los. Während er noch einmal der Reihe nach alle Kuchensorten durchprobiert, müssen Erni und Lena sich gemaltige Dinge anhören von Löffelbaggern und Greifern, die er sich neulich angesehen hat. Jupps Beredsamkeit ist groß, wenn er von den Bau- Zügen erzählt, von den Kipploren, den kilometerlangen Gleisanlagen. „Wo du nur immer die Zeit hernimmst, so weit mit dem Rade zu fahren, will Erni wissen. Jupp zuckt die Achseln. Daß er mit einem Gleichgesinnten Freundschaft geschlossen hat, der ein Motorrad hat, das brauchen wirklich nicht alle zu wissen. „Weiber interessieren sich ja bekanntlich nicht für solche Dinge", sagt er, als Tante Lena außer Hörweite ist. „Rede nicht unverschämt. Uns interessiert die Autobahn vor allem dann, wenn es um unsere Wiesen geht!" Ja, die Entscheidung muß nun täglich, ja stündlich fallen. Christoph Gräfe war erst heute früh beim Bürgermeister, aber der wußte auch noch nichts. „Es hat ein jeder fein Kreuz, aber bei mir sind's halt gleich zwei!" sagt Christoph Gräfe zu Lena, als sie ihm ein paar Streifen Kuchen gebracht hat. „Ich weiß, du meinst es gut, Lena" — er schiebt den Teller zur Seite —, „aber von Kuchen und Kirmesfreude mag ich nichts wissen. Ich gäb’ was drum, wenn ich zu Hause bleiben konnte! Ich bin ganz krank vom vielen Grübeln." Auch Lena graut es vor dem Rummel und vor dem Tanzsaal. Und dabei sollte es doch eigentlich ganz anbers sein! Ist sie nicht Braut? Hat sie nicht Gottfried an ihrer Seite? Nein, oergrübelte und vergrämte Gesichter passen nicht zu Kirmesfreuden. „Was ist denn in dich gefahren?" fragen die Skatbrüder Christoph Gräfe, als er sich abends im Kretscham zu ihnen gefetzt hat. Es ist ja schließlich Ehrensache, daß die ganze Familie Gräfe dort erscheint, wo das .Rodaer Gold' fließt! Alle sind sie im Kretscham beim Kirmestanz. „Nimrn's ock nid) so schwer, das mit der Auto- bcchne! Wir anderen müssen o a Streife! hergahn!" „Kriegst ja an Batzen Geld dafür!" Die haben alle gut reden! Denen geht es nicht um Quellwiesen und um die Erhaltung einer alten verbrieften Gerechtsame! Und was wissen die anderen auch vom tiefen Kummer, der Gräfes Herz noch obendrein bedrückt und ihn ratlos macht? Die Musik bumpert und dröhnt. Für Christoph Gräfe ist es kaum zu ertragen. Und nun soll er gar zusehen, wie die Jugend herumwirbelt und lustig ist! (Fortsetzung folgt.) (Ein fettfrflce Wafchmittel mit fettlösender Wirkung - das ift ImI ! Die verufskleidung kann noch fo verschmiert, verölt, verkrustet lein, ImI lütt alles, reinigt gründlich und spart Seifenkärtchen. uelflieaer-Schulung Der Leitung von CÜzov-ut- Heinrich Pfeil, Schuhmacher meister Käth. Pfeil, geb. Grebe und Kinder. Gießen (Horst-Wessel-Wall 25), den 4. Mal 1940. 0165: Die Beerdigung findet Sonntag, 5. Mai, um 13.30 Uhr, in Lang^Göns statt 01650 Frau Minna Kinkel, geb. Christ sprechen wir allen unsren tiefempfundenen Dank aus. Fräulein Elisabetha Rau Magdeburg, Mal 1940. 2199 D im Alter von 73 Jahren. 192A Ruttershausen, den 2. Mai 1940. Die Beerdigung findet Sonntag, den 5. Mai, um 14 Uhr statt. 01682 496 A lle em ob Lager oder Werk Eugen Dürr & Eo., Gießen vesonüors [thmachhafte Salate^ A Drw KsLLlrtLuLü, atfüzkt Ihnen k/Htentod die, Citrovin-Fabrik Gm.b.H. Frankfurt^ Für die Hinterbliebenen: Frau A. Dilger Dr. Jul. Dilger. Am 2. Mai entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Nach kurzem Leiden verstarb am 30. April 1940 mein treusorgender Mann, unser lieber Vater und Großvater Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meiner lieben Mutter und Schwiegermutter Lang-Göns, Grohen-Linden, den 2. Mai 1940. Frauen ein schwarzes Oberkleid mit einem schwarzen Unterkleid, ein schwarzer Rock und eine schwarze Bluse oder einem schwarzen Pullover und mit einem schwarzen Unterkleid, ein schwarzer Schal, ein Paar schwarze Handschuhe aus Spinnstoffwaren. — Stoff darf in der erforderlichen Menge unmittelbar abgegeben werden. Zur Trauerkleidung für Männer zählen eine schwarze Krawatte, ein Paar schwarze Handschuhe aus Spinnstoffen und zwei Trauerflore. Trauerkleidung darf nur an Eltern, Geschwister und deren Ehegatten, Kinder und deren Ehegatten abgegeben werden. Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vonn. Heger Nacht Bandaglstenmeist Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung bis auf 99,50 nach 99 heraufgesetzt werden konnten. Parallel mit der Kurssteigerung dieser 4proz. Reichsschätze vollzog sich, z. T. als Ergebnis von Tauschoperationen, ein leichter Rückgang der Kurse in den 4Vrproz. auslosbaren Reichsschatzanweisungen von 0,10 bis 0,40 v. $). von dem Höchststand von 101,50 d. H. aus. Zuletzt machte sich aber auch hierfür, besonders in den niedriger stehenden Papieren, wieder Nachfrage bemerkbar, so daß das Angebot wirklich nachließ, zumal sich die Rendite der auslosbaren Schätze wieder etwas gehoben hat. Im Kleinhandel berechtigen die 5-g-Margarine- Abschnitte der Fettkarten und die Reisemarken „Margarine usw." zunächst nicht zum Bezüge von Butter. Die Beerdigung fand auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt im blühenden Alter von 18 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Ettling. In tiefer Trauer: Heinrich Magnus und Familie Wilhelm Veite und Frau Johannes Magnus und Frau. In Gaststätten und ähnlichen Einrichtungen kann, wie das Reichsernährungsministerium mitteilt, auf die 5-g-Margarine-Abschnitte der Reichsfettkarte und die Reise- und Gaststättenmarken „Margarine usw." auch Butter bezogen werden, soweit die Gaststätten über Buttervorräte verfügen. Ebenso können bei den mit Butter zubereiteten Speisen statt Buttermarken Margarinemarken abgegeben werden. Den Gaststätten ist die Möglichkeit gegeben worden, auf die vereinnahmten Margarinemarken nach ihrer Wahl an Stelle von Margarine Butter zu beziehen. Mit Rücksicht auf den in den nächsten Monaten zu erwartenden stärkeren jahreszeitlichen Anfall an Butter wird erwartet, daß die Gaststättenbesucher von der Möglichkeit, auf ihre Margarinemarken in Gaststätten Butter zu beziehen, weitgehend Gebrauch machen. 2210D Nadel- und Laubholz, Schnittmaterialien aus eigenen großen Produktionen Ostpreußisches Kiefernschnittholz Sperrholz - Isolierplatten - Furniere Hartplatten für Fußboden usw. MIUÜMMt 3n diesem Lehrgang sollen nicht nur die bereits geprüften Schiedsrichter weitergebildet werden, es gilt vor allen Dingen, für den erforderlichen Nachwuchs zu sorgen. lieber die Notwendigkeit eines derartigen plan- mäßiaen Vorgehens und den dazu erforderlichen restlosen Einsatz dürfte es kaum Zweifel geben. Unsere Hebe Schwester, Schwägerin und Tante Auguste Klein wurde nach Gottes unerforschlichem Ratschluß in die Ewigkeit abgerufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Todt u. Frau Margr., geb. Klein Ludwig Klein und Familie. Gießen, den 4. Mai 1940. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. __________________________________________________________01659 wiesen wird. Für Gaslsiällenbesucher. Buffer auf INargarineabschnllfe. Trauerkleidung darf nur gegen eine Bescheinigung frei verkauft werden» Die Bescheinigung wird aus- gestellt, wenn dem Wirtschaftsamt ober der Kartenstelle der Sterbefall und das Verwandtenverhältnis durch Vorlage amtlicher Bescheinigungen nachge- - * • - 22410 Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber» landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasaelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne kosten an die Kasse der Stadtwerke, Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 27 707, ober auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Uederschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. Born 15. 2Hai 1940 ab wird die Strom- und Gps- lieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- unh Gasgelder für den Monat 7Nör; 1940 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. Gießen, den 3. Mai 1940. 2237A Direktion der Stabfroerfe Gießen. Bekanntmachungen. Aenderungen der Berbrauchsregelung für Spin«, stoffwaren — Erleichterung für eine Anzahl von Bezügen. Der Sonderbeauftragte für die Spinnstoffwirtschaft hat in einer Durchführungsverordnung zur Verordnung über die Verbrauchsregelung für Spinnstoffwaren verschiedene Veränderungen und Erleichterungen bekanntgegeben. Fehlerhafte sowie angeschmutzte und verschossene bezugsbeschränkte Spinnstoffwaren, die als solche gekennzeichnet und mit einem Preisnachlaß gegenüber dem normalen Preis von mindestens 15% verkauft werden, dürfen — mit Ausnahme von naturseidenen und kunstseidenen Damenstrümpfen II. und III. Wahl — für die Hälfte der jeweils vorgeschriebenen Anzahl Teilabschnitte der Reichskleiderkarte für Verbraucher abgegeben und von ihnen bezogen werden. Bei Bezug von Strümpfen II. und III. Wahl (mit Ausnahme von naturseidenen und kunstseidenen Damenstrümpfen II. und III. Wahl) ist einer der Bezugsnachweise a bis e der Reichskleiderkarte für Männer bzw. a bis f der Reichskleiderkarte für Frauen abzutrennen. Fehlerhafte Strümpfe, die weder II. noch III. Wahl sind, sondern als sogenannte Nähware in den Handel gebracht werden, dürfen auf einen Teilabschnitt abgegeben werden, ohne daß dabei der Bezugsnachweis abgetrennt würde. Meterreste, die in der Herstellung, in der Verarbeitung oder beim Handel angefallen sind, können für die Hälfte der jeweils vorgeschriebenen Anzahl Teilabschnitte abgegeben werden. Als Meterreste gelten Stoffabschnitte, die bei einer Stoffbreite bis zu 90 cm nicht über 1 m lang, bei einer Stoffbreite über 90 cm nicht über 60 cm lang sind. Reste unter 20 cm Länge dürfen ohne Bezugsschein oder Reichs- veiderkarte frei abgegeben werden. Meterreste von Dekorationsstoffen und dichten Gardinenstoffen dürfen bezugsscheinfrei abgegeben werden, wenn sie nicht länger als 2 m sind. Sogenannte Fabrikatwns- Schiedsrichter-Lehrgänge im Fachamt Handball. Daß gerade die Schiedsrichterfrage in der Gegenwart ein heikles Kapitel ist, dürfte nicht nur den eingeweihten Kreisen bekannt sein. Nachdem der größte Teil der aktionsfähigen Kräfte nicht mehr Zur Verfügung steht, sind die Vereine in der letzten Zeit auf Selbsthilfe angewiesen gewesen. Es soll zugegeben werden, daß sich bereits ein großer Teil jugendlicher Kameraden bereitgefunben hat, das schwierige Amt eines Schiedsrichters zu übernehmen und baß auch alte Handballer heute ihren Mann stehen. Ohne eine straffe Zusammenfassung aller tätigen Organe und ohne die ordnungsgemäße Schulung läßt sich allerdings nichts erreichen. Gerade deswegen aber hat der Bezirk einen neuen Schiebsrichterl ehrgang ausgeschrieben, der die Unterweisung der Männer in Lützellinden, Gießen und Wetzlar-Niedergirmes, jeweils für einen bestimmten Teil des Bezirkes vorsieht. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigstgeliebte Tochter, unsere herzensgute, brave Enkelin, unsre liebe Schwester, Nichte und Kusine Emmi und fester Tendenz und meist mit durchschnittlichen Kurssteigerungen von 3 bis 5 v. H. Nach wie vor werden die Hauptanlagen der flüssigen Gelber in Rentenwerten versucht. Indessen ist das Material, insbesondere an Pfandbriefen und Kornmunal-Obligationen, so gering, daß nennenswerte Abschlüsse kaum getätigt werden konnten. Auch in Stadtanleihen und Industrie- Obligationen blieb das Interesse rege. Ganz besonders gefragt wurden weiterhin 4proz. Schatzanweisungen Des Deutschen Reiches, von denen inzwischen vier Folgen glatt abgesetzt wurden, obwohl nicht nur die Laufzeiten der einzelnen Folgen von ursprünglich fünf Jahren bis auf fünf Jahre sieben Monate erweitert wurden, sondern auch die Kurse .denn Erleichterung bei pujl^ —bringt die leichte großen Freude der HJ.-Fliegergefolgschaft dieser läge wieder ausgenommen worden. Am vergange- nen Samstag und am Sonntag wurde diese Schulungsarbeit fortgesetzt. Die Flugübungen finden statt im Rahmen der Gleit- und Segelflieger-Schulung des NSFK. und stehen unter der Leitung von Gleitfluglehrer Schmitt. Die Schulung an der Bils- tuppe bei Lauterbach findet damit ihre Fortsetzung in Stadtnähe, was eine Zeit- und Geld- erfparnis bedeutet. Zur Anfänaerschulung ist bas Gelände an der Bergschenke völlig ausreichend. Ge- schult wird mit einem 10-Meter-„Zögling", der bereits feit Jahren Dienst tut und sich ausgezeichnet bewährt und gehalten hat. Wirtschaft. Feste Aktien- und Rentenmärkte. Frankfurt a. M., 3. Mai. Die flüssige Geld- markllaae und die recht befriedigenden Berichte aus der Industrie gaben dem Aktienmarkt auch in der verflossenen Woche das Gepräge. Die Kauflust der Kundschaft, die vorübergehend leicht eingedämmt war, lebte von neuem auf, ohne aber wahllos zu fein. Vielmehr sieht man weiterhin auf eine günstige Rendite sowie auf den inneren Wert eines Aktienpapiers. Zuerst lag das Interesse bei den sogenannten schweren Werten, doch teilte es sich späterhin nahezu allen Werten mit. Die großen militärischen Erfolge im Norden wurden ebenfalls stark beachtet und regten in gewissem Sinne die Kauftätigkeit an. Die.letzthin das Geschäft etwas beeinträchttgenden steuerlichen Momente traten jetzt mehr zurück, wenn sie auch nicht ganz unbeachtet bleiben. Im ganzen blieb die Umsatztätigkeit bescheiden, weil kaum nennenswertes Angebot herauskam, zumal auch die Abgaben aus Treuhänderdepots offenbar weitgehend'ft abaebaut worden find. Die Woche schloß daher in absolut zuversichtlicher abschnitte, also Stoffabschnitte, die fehlerhaft angefallen sind, können zu dem vierten Teil der vorgeschriebenen Teilabschnitte bezogen werden. Fabrikationsabschnitte, die weniger als 1 m lang sind, dürfen frei abgegeben werden. — Getragene Vorführkleider und Kollektionsmuster, die mit einem Preisnachlaß von mindestens 25% verkauft werden, dürfen für die Hälfte der jeweils vorgeschriebenen Teilabschnitte abgegeben werden. Während es bei der Abgabe von Kleiderstoffen für Männer bei der Vorschrift bleibt, daß die Aushändigung des Stoffes nur an den Handwerker erfolgen darf, können Stoffe für Tag- und Nachthemden an den Verbraucher ausgehänbigt werden. — Beim Kauf von Meterware, bei Strickwesten und Pullovern, ist künftig die Vorgriffsmöglichkeit gegeben. — Beim Bezug von Stoff, der von einem Handwerker bearbeitet werden soll, erfolgt die Auslieferung des Stoffes nach wie vor an den Handwerker. Die Abtrennung her Teilabschnitte wird jedoch von dem Stoffverkäufer und nicht von dem Handwerker vorgenommen. Knaben undMädchen, für deren Körpergröße die auf der Reichskleiderkarte für Knaben und Mädchen vorgesehenen Bekleidungsstücke nicht mehr ausreichen, haben die entsprechende Anzahl Teilabschnitte ihrer Reichskleiderkarte in Bezugsscheine umzutauschen. Das Kind muß bei der Antragstellung selbst anwesend sein. Während bisher beim Bezug von Spinnstoffwaren von Versandgeschäften die Teilabschnitte der Rerchs- kleiderkarte in einen Bezugsschein umgewandelt werden mußten, kann nun der Verbraucher diese Ware auch gegen unmittelbare Einsendung der Teilabschnitte beziehen, wobei die Möglichkeit der Umwandlung der Teilabschnitte in einen Bezugsschein bestehen bleibt. 2242D Die Aenderungen und Erleichterungen sind mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. Abgabe und Bezug von Lrauerkleidung. Trauerkleiduna gehört zu den nicht bezugsbe- schränkten Artikeln. Als Trauerkleidung gelten für Kettenschießen des Unterkreises Wetzlar>7!ord. Am vergangenen Sonntag fand in Salzböden das Kettenschießen des Unterkreises Wetzlar-Nord statt. Geschossen würbe in Mannschaften zu je drei Schützen. Jeder Schütze hatte drei Schuß liegend und drei Schuß stehend freihändig abzugeben. Sieger wurde die 1. Mannschaft von Salzböden mit 164 Ringen vor Bieber mit 159 Ringen. Bester Schütze war Heinrich Kraft (Salzböden) mit 62 Ringen. Außerdem wurden 14 Ehrenpreise ausgeschossen. 1. mit 36 Ringen wurde Hans Hartmann (Launsbach), 2. Heinrich Müller (Launsdach), 3. 11 ff3. Niederhofer, 4. Franz Mandler (Launsbach), 5. Georg Wagner (Fellingshausen), 6. Ewald Mat- tern (Fellingshausen), 7. Erich Schön (Salzböden), 8. Uffz. Gdtzsried, 9. Heinrich Kraft (Salzböden), 10. Rudolf Müller (Launsbach), 11. Helmut Wagner (Bieber), 2. Christian Laucht (Salzböden), 13. Wilhelm Schadet (Salzböden), 14. Karl Weber (Fellingshausen). Am Nachmittag fand ein Dereins- wettkampf zwischen Salzböden und Launsbach statt. Geschossen wurden 15 Schuß freihändig (militärischer Anschlag). Jeder Verein stellte sechs Schützen. Sieger wurde Launsbach mit 745 Ringen vor Salzböden mit 736 Ringen. Beste Einzelschützen waren Rudolf Müller (Launsbach) mit 147 Ringen und Erich Schön (Salzböden) mit 143 Ringen. Die Leistungen sind als gut zu bezeichnen. Gleitfliegerschulung an derDergschenke. Die in den Jahren 1927 bis 1930 im Wiesengelände zwischen Bergschenke und den Gai Ischen Tonwerken betriebenen Gleitflieger-Schulung ist zur Geschäftsdrucksacheb Rechnungen Briefbiatter Briefumschlag» Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, Schulstr. 7 j^Welsi J.B. Häuser Eisenwaren-Klein- und -Großhandlung, Gießen Am Oswaldsgarten (Parkplatz) Ruf 2145/46 Wie immer, auch in schwerer Zeit sind wir zum Kundendienst bereit. Wohl geht nicht alles, wie mans möchte, doch jeder kommt zu seinem Rechte, sofern er, wie der Frontsoldat, für Disziplin Verständnis hat! ■ ____________________'_________________ 2224 A Für alle Fabrikate Wagenpilegen.OeWsel durch unsere moderne Wasch-D.SchmienljeDsl-StatioD Opel io Gießen Marburger Str. 145 - Ruf 2847 Ihre Verlobung geben bekannt Rödgen, den 3. 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