Donnerstag, 4-April (9^0 Gietzener Anzeiger unb Er- tJS inender die sich Sche ilt. Der Berichte am '' landen wür- Schickfal, Akten ilt eine Treffen eigen!« irnholz« i selten Lützel« danach der der ein von er- if der , mit rntnet 's sich, n von !t eine resteht. •ei dm Jt. Die er eine Ze fin« le eine tt, die )unben ialtung 88 zur Sfr ilanten A in prüng« 4 zur Hoche!« griffenheit der Hilfe, Zusammenarbeit unb Treue Ihres Volkes. Ein besonderes Gedenken widme ich den für unseren Kreuzzug Gefallenen. Meine Wünsche gelten dem persönlichen Wohlergehen Eurer Exzellenz und dem der edlen deutschen Nation. Francisco Franco, Generalissimus und Staatschef." r die ch die chrerer hlosien si, dis Turn« er der Gleich, Leibes« 'M " \to# Nt S* Heil dazu bringen, einzusehen, daß ein Unterschied zwischen technischen Verletzungen des Völkerrechtes, wie z. B. der Drei-Meilen-Grenze, die von England verletzt worden sei oder noch verletzt werden könne, und „Piratenstücken, wie sie Deutschland jederzeit zu begehen bereit ist" bestünde. Englische Einfuhrverbote für norwegische Fischkonserven. Oslo, 4. April. (Europapreß.) Die neuen englischen Verbote der Einfuhr von Fischkonserven und gefrorenem Fisch haben dazu geführt, daß die Ausfuhr norwegischer Fischkonserven nach England zur Zeit völlig zum Still st and gekommen ist. Der Krisen- Die Vertreter der Presse sahen eine ganze Reihe von Schriftstücken und bekamen die daraus befindlichen Unterschriften, Paraphen und Verteilungsvermerke erklärt. Unter ihnen befanden sich Exemplare mit den Namenszügen des ehemaligen Staatssekretärs S z e m b e k und des Chefs des Minister- kabinetts L u b i e n s k i, dann Berichte zahlreicher Botschafter, darunter auch solche aus der Feder des früheren Botschafters in Deutschland Herrn L i p - s k i. Wir glauben, daß Herr seinerzeit alles Ausländer bestätigen die Echtheit der Dokumente. In holländischen, dänischen und in amerikanischen Zeitungen berichten die Vertreter der Auslandspresse eingehend über die Einsichtnahme in die polnischen Akten, die ihnen in den Gewölben des deutschen Auswärtigen Amtes vorgelegt wurden. Die Berichterstatter geben dabei die Schilderung des Botschafters von M o l t k e über den Weg dieser Akten wieder und heben besonders hervor, daß sie sich durch eigenen Augenschein von der Echtheit der Dokumente überzeugt haben, >e: „Uni >e!" . 'tor ent« : mußte unter« au#' ere. ner, der General Franco an den Führer. Berlin, 4.April. (DNB.) Der Führer, dem spanischen Staatschef zum ersten Jahrestag Beendigung des spanischen Freiheitskampfes Glückwunschtelegramm übermittelt hatte, hat General Franco folgendes Danktelegramm halten: „Am Jahrestag des Sieges gedenke ich mit Blockade über 250 Millionen Menschen Englands Wirtschaftskrieg trifft Frankreich und die Neutralen. Von unserem I.L.-Mitarbeiier. Enttäuschung in Australien. England kommt seinen Verpflichtungen nicht nach. v Von unterem tlEt.-Berichterstatier. geglaubt hätte, nur nicht. d<^ Ende im deutschen Auswärtige - den. Akten haben eben auch ihr können sogar Geschichte machen! ■*ld)en r der statt. :eJPre. >uhrer 11 vor . \ den käme. Kin suhrer nAn. ' zum zuwej. ’ Fra. ne der ", die „Te- rer in einige neuen -mein« ' Vor- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisZ'/rUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Ps.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffelö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bädcranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. 130 Kisten mit polnischen Akten. Aus dem Chaos des Palais Brühl in das deutsche Auswärtige Amt rat der Konserven-Jndustrie ist daher in Stavanger zusammengetreten, um die Lage zu beraten, die durch diese Schädigung des für Norwegen so wichtigen Industriezweiges entstanden ist. Große Mengen von Fischkonserven, die in den Häfen zur Verschiffung bereitlagen, mußten auf Grund der neuen englischen Vorschriften zurückgehalten werden. ^ Amsterdam, 4.2IpriL (DNB.) Lord Crewe dutete im Oberhause an, daß England bereit | s'i. die Hoheitsgrenze der skandinavr- sfchen Gewässer zu verletzen, wenn die l in Durchführung der Blockademaßnahmen gegen die '5 $10' Jj o utschen Erzimporte aus Norwegen das erfordere. I kr sagte u. a., man müsse die neutralen Staaten M Jahrgang Nr. 79 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild -DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 ObneIllustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Stummern infolge höherer Gewalt Jernsvrechanschluß 2251 I; Drahtanschrift: „Anzeige^ Postscheck116s6Frankf./M. Berlin, 3. April. (DNB.) Vertreter der deutschen und der ausländischen Presse hatten am Mittwoch Gelegenheit, die in den Kellern des Auswärtigen Amtes lagernden polnischen Dokumente zu besichtigen. Botschafter von M o l t k e schilderte hierbei den fast schicksalhaften Weg, der die Akten aus dem Palais Brühl nach Berlin geführt hat. Danach war der polnische Außenminister Beck bereits aus Warschau geflohen, am 10. September 1939 auf einen Tag in seine ehemalige Residenz zurückgekehrt und hat bei dieser Gelegenheit wohl noch seine persönlichen Akten in Sicherheit gebracht. Das ist der Grund, warum unter den heute in deutschen Händen befindlichen Dokumenten kaum eines mit Becks persönlicher Unterschrift ist. Das Gros der Akten des polnischen Außenministeriums aber hatte man bereits am 25. August in vorbereitete Kisten zu packen begonnen, um sie in Sicherheit zu bringen. Ein Vorgang übrigens, der beweist, wie die polnischen Kriegshetzer ihr Volk bewußt betrogen haben. Denn zu jener Zeit, als Herr Beck schon packte, führte er und seinesgleichen noch ihrem Volk und der Welt gegenüber die berüchtigten Reden vom „Marsch nach Berlin" im Munde. Selbst glaubten sie aber offenbar nicht daran. Denn weshalb rollten sonst vom 25. August an die Kisten mit dem Archiv des polnischen Außenministeriums zur Bahn. Tag für Tag wurden im Keller des Palais Brühl die Dokumente herausgenommen und zum Ostbahnhof geschafft. Trotz der ausgezeichneten Vorrichtungen, die für die Flucht vorbereitet waren, kamen die Deutschen schneller nach Warschau hinein als die Akten heraus. Die einmarschierenden Truppen fanden das Palais Brühl leer und in einem trostlosen Zustand vor. Unter Trümmern, in den Kellern, Geschäftszimmern, am Boden, auf Gängen und Treppen, selbst in ab- gestellten Möbeln, fand man die zurückgebliebenen Akten Herrn Becks vor. Im Oktober begann eine Kommission mit der Sichtung und Sicherung der Akten. Einschließlich 35 noch von den Polen selbst zur Bahn gebrachten, aber lieqenqebliebenen Kisten kamen schließlich 130 K l st e n m i t A k t e n zusammen. Die Bergung war eine schwere Arbeit. Erst im Dezember konnten die letzten Dokumente unter den Trümmern des Seitenflügels hervorgeholt werden. Per Bahn und in vier Autokolonnen wurden sie ab November in die Gewölbe nach Berlin gebracht. In vier Kellern wurden sie lose geordnet und decken heute in manch hohen Bergen und Stapeln den ganzen Boden. Frankreich ist ein Land, das sich in normalen Zeiten mit Lebensmitteln aus eigener Erzeugung versorgen kann. Lediglich bei Weizen ist ein Zuschuß von 2 Millionen Tonnen pro Jahr notwendig, wenn die Ernte nicht gut genug ausfällt. Da Frankreich aber einen unermeßlichen Kolonialbesitz fyat, war es vor dem Kriege, jederzeit in der Lage, die fehlenden Lebensmittel zu billigen Preisen dorther zu beziehen. Der Krieg hat aber auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn die deutschen Abwehrmaßnahmen dehnen sich selbstverständlich nicht nur auf England, sondern auch aus .Frankreich aus. Folglich ist die Ernährung Frankreichs bereits entsprechend beeinträchtigt. Das geht schon daraus hervor, daß R e y n a u d vor kurzer Zeit über alle französischen Sender die Ein- ührung von Lebensmittelkarten bekanntgab. Das für den Franzosen unentbehrliche Weißbrot soll durch Beimischung von Bohnenmehl zum Brotmehl entsprechend gestreckt werden. Der Alkoholoerbrauch wird eingeschränkt, da er seit dem Krieg stark Ausgenommen hat. Die landwirtschaftliche Produktion soll gesteigert werden, und alle landwirtschaftlich ^oorgebildeten Kräfte werden aus anderen Berufen herausgeholt und der Landwirtschaft wieder zugeführt. Diese Maßnahmen, ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn einsetzend, kommen reichlich spät und werden die Schwierigkeiten der Nahrungsmittel- Versorgung in Frankreich so leicht und so schnell nicht mildern können. Die Lyoner Zeitung „Le Nouvelliste" schreibt deshalb, daß vor allem in den nördlichen Departements die Lage geradezu „kata- Istrophal" sei, weil nur etwa 10 v. H. der Felder bestellt werden könnten. Besonders schwierig sei die Lage des Hackfruchtanbaues, weil sich hier der Arbeitermangel noch furchtbarer auswirke. Nach dem „Nouvelliste" könne die Lage der französischen Landwirtschaft nur durch außergewöhnliche Maßnahmen gerettet werden. Das Blatt glaubt jedoch nicht, daß die Kriegslage solche Maßnahmen zuläßt und kündigt daher einen starken Ernteausfall für den Herbst an. ) Bei einer Tagung der französischen Landwirt- chaftskammern sind allein 50 Interpellationen legen den Landwirtschaftsminister eingebracht wor- >en, ein Zeichen dafür, daß die Ernährungslage Frankreichs doch nicht sehr rosig zu sein scheickt. Der „Figaro" erläutert unter dem Titel „Sechs Mo- nate lang belogen" die Maßnahmen zur Rationierung 9er Lebensrnittel in Frankreich und weist dar- sauf hin, daß die Verpflegungslage so schwierig geworden sei, daß diese Maßnahmen, die viel zu spät tämen, längst fällig gewesen wären und kein Mensch begreife, warum diese Maßnahmen so spät getros- ien wurden. Nach der Zeitung „Le petit Dauphi- aois" wisse bereits jeder, daß dieser Krieg für die 'Lestmächte viel schwerer und kostspieliger sei als der Weltkrieg. Aber nicht nur auf Frankreich wirken sich die Lriegsmaßnahmen aus, sondern auch die neutralen Staaten haben stark unter dem englischen Wirtschaftskrieg zu leiden. Tatsache ist, daß mnb 250 Millionen Menschen in allen bieten Staa- len einschließlich ber kriegführenben in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit burch Englanbs Blockade- naßnahmen beeinträchtigt finb. In er» ’rer Linie wirkt sich bies in einer Erhöhung ber Rohstoffpreise aus. So finb bie Preise für Rohstoffe leit Kriegsbeginn gestiegen in Dänemark um 55 v. H., in Holland um 42 v. H., in Norwegen um 54 v. H., in Schweben um 33 v. H. und in den Vereinigten Staaten, bie fern allen kriegerischen Geschehens liegen, ebenfalls schon um 10 v. H. Die ■ Exportwirtschast ber skandinavischen Staaten, bie stark von Englanb abhängig war, leibet naturgemäß unter ben englischen Blockademaßnah- nen. Englanb hat bekanntlich einen großen Teil Viner Veredelungserzeugnisse, wie Butter, Eier unb Schweinefleisch, aus biefen Staaten einschlieh- lch Hollanb bezogen, muß aber aus begreiflichen > Orünben trotz ber Versenkungsgefahr burch deutsche -Boote mehr unb mehr von feinen Kolonien u n b Dominien abnehmen, weil biese Länber fonft keine Lust mehr haben, für Englanb in ben 5rieg zu ziehen. Aus biefem Grunde werden bie bisherigen Lieferanten, soweit sie kleine neutrale - Staaten finb, bewußt vernachlässigt. Daß man dem Sübosten Europas auf wirtschaftlichem Gebiet immer nur leere Versprechungen machte, hat sch in ber Zwischenzeit herumgesprochen, sodaß der natürliche Abnehmer in den letzten Jahren mehr uni) mehr Deutschland geworden ist. In diesen Sanbern wirken sich zwar die Sabotageversuche ber englischen Plutokratie noch vereinzelt aus. Sie werden aber durch bie Gegenmaßnahmen ber Organe siner Staaten entsprechend abgewehrt. So versucht England, wie im Weltkrieg, alle "ander in das Kriegsgeschehen einzubeziehen, um selbst ;" öglichst wenig bluten zu müssen, ein Versuch, ber durch bie deutschen Gegenmaßnahmen vereitelt wird. England wirb auf bem Ernährungsgebiet mit zu- nehmenber Kriegsbauer mehr unb mehr diese Ein- uirfungen zu verspüren bekommen. Deutschlands Lrnährungslage aber ist durch die jahrelangen Vor- tereitungsarbeiten des Reichsnährstandes so gesichert, daß auch vereinzelte Rückschläge sie niajt erschüttern können. Wir haben aus dem Weltkrieg Erlernt. England hat nichts gelernt und muß dafür Lehrgeld bezahlen. Lord Crewe: Notfalls mit Gewalt! unvermeidlich geworden, da England feinen übernommenen Verpflichtungen nicht nachkommen Fann, ja im Gegenteil dem fernen Dominion neue Opfer auferlegt. Die Entschließung der Labourparty in Neu-Süd- Wales, die sofortigen Friedensschluß verlangt und die britischen Staatsmänner der Kriegstreiberei beschuldigt, beweist nicht nur, daß der anfängliche Enthusiasmus einer großen Enttäuschung Platz gemacht hat, sondern sie beweist auch, daß den Australiern die Augen aufzugehen beginnen. Kohlenarbeiterstreik in Australien. Amsterdam, 4. April. (DNB.) Wie aus Sydney gemeldet wird, ist in Neu-Südwales ein Kohlenarbeiter st reik ausgebrochen. Der Eisenbahn-, Straßenbahn- und Schiffsverkehr mußte bereits eingeschränkt werden. Mehr als 20 Frachtschiffe wurden bisher aufgehalten. Auch in ben Broken-Hills-Stahlwerken in Newcastle wirb gestreikt. Nach plutokratifcher Methobe würben am Mittwoch von insgesamt 6500 Arbeitern 4500 entlassen. Neuer Fllegeranqriff _ auf Scapa Flow Der gestrige Wehrmachtsbericht. Berlin, 3.April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An ber TB e ft f r o n t stellenweise regere Späh- tiupplätigfeit. Am 2.4. wurde die Luftaufklärung über ber gesamten Jlorbfee, ber englischen Ostküste bis zu ben Shetlanbinseln unb über Ostfrankreich fortgesetzt. Ein beutsches Aufklärungsflugzeug muhte nach einem Luftkampf mit brei britischen Jägern aus See notlanben. Die Besatzung würbe von einem anbern beutschen Aufklärungsflugzeug ausgenommen. In ben Abenbstunben würben erneut britische Seestreitkräfte in Scapa Flow angegriffen. Obwohl bie Wetterlage ungünstig unb bie Abwehr sehr stark war, gelang es, mehrere Schiffe durch Bombentreffer bzw. Bombeneinschläge in nächster Nähe zu beschädigen. 3m Westen kam es an verschiedenen Stellen zu Lustkämpfen. Dabei wurden drei feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Zwei Linienschiffe beschädigt. Washington, 4. April. (DNB.) Die hiesigen Zeitungen „Washington Post" und „Times Herold" bringen auf der ersten Seite Meldungen über den neuen deutschen Luftangriff auf Scapa Flow und berichten über die schwere Beschädigung zweier Linienschiffe. Wie üblich, wird daneben eine bagatellisierende englische Schilderung abgedruckt. an Tonnage, um die bestellten Waren verladen zu können. Die Lager und Kühlhäuser waren überfüllt, der Handel stockte, die Wolle blieb unverkäuflich, da es ganz unmöglich war, den notwendigen Schiffsraum zum Abtransport zu beschaffen. Die Mißstimmung wuchs und machte bald unverhohlenem Aerger Platz, als man in Sydney und Melbourne erfuhr, daß England einen wesentlichen Teil seines Gefrierfleischbedarfs für die Truppen durch Ankäufe in Südamerika deckte, von wo der Transportweg kürzer und ungefährlicher war. So machten sich denn bald auch Devisennöte in Australien bemerkbar. Die Banken nahmen eine scharfe Restriktion aller Devisenanforderungen vor, eine Einfuhrlizenz-Kontrolle erscheint notwendig. Ferner muß Australien einen beträchtlichen Teil seiner Devisenbestände für die ihm von London aufgezwungene Rüstungsverstärkung verwenden. Auch die Ausbildung australischer Flieger in Kanada und das Expeditionskorps verschlingen mehr Geld, als es die Wirtschaftslage Australiens erlaubt. Deshalb geht Australien einer Zukunft entgegen, die durch die erzwungene Subventionierung des englischen Krieges, durch die Unfähigkeit Londons, die notwendige Tonnage zu beschaffen, um die bestellten Waren abzuholen, und durch die wachsende Unzufriedenheit weiter Kreise stark verdüstert wird. Man darf nicht übersehen, daß der fünfte Weltteil nur knapp sieben Millionen Einwohner zählt und daß die eigene Industrie des Landes nur wenig entwickelt ist. Der australische Arbeiter hat einen sehr hohen Lebensstandard, alle Stockungen im Wirtschaftsleben treffen ihn deshalb sehr hart. Diese Stockungen unter der Kriegskonjunktur aber sind Aede? Mal' n bleibt ÄuluB Senate r lauter »der der sich 'bei, geleerte > an. not,®;* ch ie pr# d «wf1! (epP! mit ! ß#1* s? Ä-"" Aus Neuyork wurde gemeldet, daß die australische Labourparty auf ihrer Öfter» tagung in Neu-Süd-Wales mit 195 gegen 88 Stimmen den sofortigen bedingungslosen Friedensschluß gefordert habe, wobei besonders hervorgehoben wurde, daß es die englischen Imperialisten seien, die als Urheber des Krieges betrachtet werden mühten. Die (Ent» schließuna spricht sich ferner gegen eine Ausdehnung des Konfliktes auf Sowjetrußland aus. Die Presse der Vereinigten Staaten und Kanadas mißt diesem Vorgang größere Bedeutung bei, da sich auch m Kanada die Protest st immung gegen die Teilnahme am britischen Kriege ausbreitet und bereits zahlreiche Verhaftungen von sogenannten Defaitisten vorgenommen worden find. In Australien drang Polizei und Militär in den Verfammlungs- saal der Labourparty ein, um nach den Urhebern der Antikriegs-Entschließung zu fahnden. Als Australien im September 1939 den Beschluß zum Kriegsbeitritt faßte, hatte es sich die Belastungen, die sich aus diesem Schritt ergaben, scheinbar nicht genau überlegt, oder es fürchtete vielleicht, daß ihm eine Neutralitätserklärung bei feiner wirt» s cha f tliche n Abhängigkeit von England noch teurer zu stehen kommen würde. Zwar brachte der Kriegsbeitritt Australien sofort als Belohnung große englische Aufträge auf Fleisch, Butter, Eier, auf 64 Millionen bushel Weizen und die gesamte Wollschur, und Farmer und Geschäftsleute rechneten mit einer goldenen Periode nach den vielen mageren Jahren. Jedoch zeigte sich bald, daß alle Aufträge zum größten Teil auf dem Papier stehen blieben, denn es fehlte bald vrühlscheUniversttatrdruckereiR.La«ge General-Anzeiger für Oberhessen $ «letzen,^chilftratze 7-4 Die Auslandspresse besichtigle die beschlagnahmlen Warschauer Geheimaklen. Die in Berlin tätigen ausländischen Pressevertreter hatten jetzt Gelegenheit, die riesigen Aktenstöße des einstigen polnischen Außenministeriums zu besichtigen, die nach der Besetzung in Warschau gefunden und nach Berlin gebracht worden waren. Der ehemalige deutsche Botschafter in Warschau, v. Moltke, zeigt hier aus dem gewaltigen Material einzelne Dokumente, von deren unbezweifelbarer Echtheit sich die ausländischen Journalisten durch eigenen Augenschein überzeugen konnten. (Scherl-Bilderdienst-M.) UM Zusammenarbeit im Oonauraum. Oie Pflichten der deutschen Lugend. Ein Appell des Generalfeldmarschalls Göring. Reichsernährungsminister D a r r 4 hat sich nach Budapest begeben, wo er im Sinne und in Auswirkung der -freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Deut ch l a n d und Ungarn bestehen, mit den zuständiaen Stellen, besonders aber mit dem ungarischen Landwirtschaftsminister Verhandlungen ausgenommen hat. Das wäre an sich ein normales Ereignis, aber es wird in diesem Falle unterstrichen dadurch, daß zu gleicher Zeit in Budapest sowohl der jugoslawische, als auch der runzä- nische Ackerbauminister anwesend sind. Die Verhandlungen werden dadurch in einen sehr weiten Rahmen gestellt, was noch dadurch gesteigert wird, daß die vier Länder nicht nur benachbart sind, sondern einen Großwirtschaftsraum dar- stcllen, der von der Natur gegeben und entwickelt ist. Jugoslawien, Rumänien und Ungarn sind zwar Agrarländer, aber sie haben damit begonnen, sich auch industriell durchzuorganisieren, wobei Deutschland wertvolle Dienste geleistet hat und weiter leisten wird. In diesem Mitteleuropa, das nicht eingeengt und nicht abaeschnürt werden kann, sind die Voraussetzungen dafür gegeben, sich gegenseitig zu ergänzen, ohne daß die Unabhängigkeit und Selbständigkeit irgend eines Landes dabei in Frage gestellt wird. Entscheidend ist hier, daß sowohl die nachbarliche Lage als auch die wirtschaftliche Struktur einen Dauerzustand bebauten, so daß es kein Ersatz ist, wenn geographisch und verkehrstechnisch fernliegende Länder, wie England und Frankreich, sich zur Zeit abmühen, auf dem Balkan und im Donauraum als Käufer aufzutreten. Damit ist nicht weit zu kommen, um so weniger, als die Balkanstaaten ebenso wie Ungarn von einem starken Selbstbewußtsein erfüllt ^ind, das sich nicht damit zufrieden gibt, eine sehr problematische Konjunktur, wie sie die Westdemokratien bieten, einmal auszunutzen. Tatsache ist jedenfalls, daß, seitdem Deutschland nach der Machtergreifung die wirtschafllichen und politischen Beziehungen zu den Balkanstaaten auf eine gesunde Grundlage gestellt hat,, die Auswirkung wirtschaftlich und sozial, finanziell und poli- tisch für alle Teilnehmer von Vorteil gewesen ist. Auch daran kann nicht vorbeigegangen werden, daß der Balkan und der Donauraum wirtschaftlich und finanziell nicht mehr von der Genfer Liga mit ihren plutokratischen Einpeitschern konsultiert zu werden brauchen. Großdeutschland ist für die Agrarländer hn Südosten ein Mächtgebiet von einem Umfang und einer Kaufkraft, für das sich schon geopolitisch kein Ersatz finden läßt. In dem Raum Mitteleuropa gibt es keine unüberwindlichen Gegensätze, wie sie die Versailler Vertrüge künstlich geschaffen haben. Mit Hilfe dieser Gegensätze hatten die Westdemokratien versucht, sich so etwas wie eine Vorherrschaft aits machtpolitischen Gründen über die Balkanstaaten zu sichern. Das Feilbieten einer Garantie, die nicht gebraucht, die auch nicht wirksam gemacht werden kann, war noch so etwas wie ein ferner Nachhall der Versailler und Genfer Epoche. Daß sich auf dem Balkan kein Staat und keine Regierung nach dieser Epoche zurücksehnt, geht daraus hervor, daß alle Balkanstaaten fest entschlossen sind, unter allen Umständen neutral zu bleiben. Das können auch die .Käufe" der Westdemokratien nicht mehr verhindern, zumal die im Rahmen ihrer wirtschafllichen Struktur hochentwickelten Balkan- und. Donauländer nicht nur Käufe, sondern auch eine geregelte Produktion, sowie geregelte Absatz- und Tauschmärkte gebrauchen. ss. X)arr6 bei Horthy. Budapest, 3. April. (DNB.) 3m Laufe des Mittwoch wurde Reichsminister' Darrs vom Reicksverweser von Horthy in Privataudienz empfangen. Nach einem Besuch beim ungarischen Ministerpräsidenten Graf Paul T e l e k i hatte Reichsminister Darrs im Beisein des ungarischen Ackerbauministers eine vorläufige erste Unterhaltung mit dem Mittwoch hier eingetroffenen jugoslawischen Ackerbauminister Tschubrilowitsch. Donnerstag besucht Reichsminister Darrs im Beisein des Reichsverwesers von Horthy die ungarische landwirtschaftliche Ausstellung. Der Empfang des Reichsernährungsministers und Reichsbauernführers Darrs durch das Staatsoberhaupt des befreundeten Ungarn unterstreicht die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die sich auch wirtschaftlich auf das glücklichste ergänzen. Berlin, 3. April. (DNB.) 3m Rahmen der Aktion für die geistige Betreuung der HI., die Reichsleiter Rosenberg im Auftrage des Ministerrates für die Reichsverteidigung durchführt, sprach am Mittwochfrüh Generalfeldmarschall Göring zur deutschen Fugend. 3n packenden und mitreißenden Worten schilderte er den Jungen und Mädeln die welthistorische Größe dieser Zeit und die Pflichten, die der deutschen Fugend in dem entscheidenden Befreiungskampf unseres Volkes erwachsen. Er erinnerte an das wechselvolle Schicksal Deutschlands in den letzten Fahrzehnten, an den ruhmreichen Heldenkampf im Weltkrieg und den schmachvollen Sturz in tiefste Not und bitterstes Elend im Jahre 1918 und schließlich an die kühne Tat des Führers, der durch die nationalsozialistische Bewegung die Volksgemeinschaft geschmiedet und ein Reich der Größe, Kraft und Herrlichkeit geschaffen hat. Jehl gilt es, dieses Derk des Führers gegen den Haß und den vernichlnngswillen der Feinde nach außen zu verteidigen und für alle Zukunft zu sichern. In gläubiger Zuversicht und mit unerschütterlichem Siegeswillen ist das deutsche Volk in diesen Kampf eingetreten. Die Feinde wissen jetzt was es heißt, Deutschland anzugreifen. Der beispiellose Siegeszug in Polen und die Erfolge gegen Frankreich und England zeigen, wie hart die deutsche Wehrmacht zu Luft, zu Lande und zu Wasier zuschlägt. Der Generalfeldmarschall wandte sich dann vor allem den Aufgaben zu, die die Jugend erfüllen muß, um zu ihrem Teil zu dem großen Schicksalskampf des deutschen Volkes beizutraaen. Lebenslust und Lebensfreude sind Vorrechte der Jugend; diese Vorrechte soll und will ihr niemand nehmen. Der Ernst der Zeit aber erfordert auch von ihr Disziplin und nattonalsozialistische Haltung. Jeder soll zuerst seine Pflicht klar erkennen und sie mit Eifer dort erfüllen, wo Volk und Vaterland sie fordern. In Friedenszeiten hat die Jugend dem Führer Treue und Gehorsam, Kameradschaft und Opferbereitschaft, Anstand und Tapferkeit gelobt. Diese Tugenden muß sie jetzt bewähren, nicht allem in der Uniform, im Dienst der HI., sondern auch im Alltag, in Schule und Elternhaus, Beruf und Betrieb. Dabei soll die Jugend auch Achtung vor der Leistung bezeugen. Da es meistens die älteren sind, die schon etwas geleistet haben, wird von der Jugend Achtung vor dem Alter verlangt. Auch die Verdunkelung zum Schutze der Heimat darf nicht dazu führen, daß junge deutsche Menschen verwahrlosen und schlechten Trieben nack- geben. Jeder, ob Junge oder Mädel, soll sich so verhalten, daß er stets vor den Führer treten kann und sich nicht zu schämen braucht. Setzt Euren Ehrgeiz darein, so schloß der Generalfeldmarschall seine aufrüttelnde Ansprache, der großen deutschen Volksgemeinschaft zu dienen, wo Ihr könnt. Wenn Ihr die von mir gekennzeichnete nattonalsozialistische Haltung bewahrt, die ich mit allem Ernst von Euch fordern muß, bann werdet Ihr das Vertrauen rechtfertigen, das der Führer in feine Jugend setzt. Dann erfüllt Ihr den Eid, den Ihr ihm geleistet habt. Vergeßt niemals, daß Ihr es seid, die d e r» einst diesen Staat und dieses Reich tragen sollt, das unser Führer geschaffen hat und das mit Gut und Blut schwer errungen und erkämpft worden ist. Erinnert Euch stets daran, daß Ihr die Fackel der Idee weitertragen sollt, in alle Zukunft hinein: Die Idee des Vationalsozialismus, die Idee der Volksgemeinschaft, die Idee Groh- deutschlands. Nach dem Willen des Führers sollt Ihr dereinst die Träger deutscher Größe, deutscher Ehre und deutscher Freiheit werden und sein." Die Ansprache des Generalfeldmarschalls wurde mit großem Jubel ausgenommen. Die in stolzer Freude im Festsaal des Reichsluftfahrtministeriums zum Appell vor dem Generalfeldmarschall angetretene Berliner Flieger-HI. folgte mit Spannung und jugendlicher Begeisterung den Worten des Feldmarschalls, der ihr aus gläubigem und hoffnungsstarkem Herzen in seiner offenen und geraden Art den Weg zu einsatzbereiter Pflichterfüllung in dieser großen und schweren Zeit wies. Umgruppierung im englischen Kabinett. Churchill macht von seinen Ellenbogen noch mehr Gebrauch. Amsterdam, 4. April. (DNB.) Im Zuge der von Chamberlain mit großem Wortschwall verkündeten „Blockadeverschärfung" hat man es in London für nötig befunden, wieder einmal eine U m - gruppierung des sogenannten K r i e g s k a bi« netts vorzunehmen. Es soll offenbar der Anschein einer größeren Aktivität damit erweckt werden. Gleichzeitig will man sich einiger Kabinettsmitglieder entledigen, die dem Oberkriegshetzer Churchill in seinem Streben nach völlig unbeschränktem Einfluß im Wege standen. Das Kriegskabinett wird durch den Rücktritt des Ministers für Koordination der Verteidigung Lord Chatfield von neun auf acht Mitglieder herabgesetzt. Dafür übernimmt Churchill als „©eniorminifter" der drei Waffengattungen (Marine, Heer, Luftwaffe) den Vorsitz über einen Ausschuß der Minister der drei Wehrmachtsteile, der in regelmäßigen Sitzungen mit den Chefs der Generalstäbe zusammentreten wird, um dem Kriegskabinett Vorschläge betreffend die allgemeine Kriegführung zu unterbreiten. Gleichzeitig bleibt Churchill E r ft e r Lord der Admiralität, während zum Luftfahrtminister der bisherige Lordsiegelbewahrer Sir Samuel Hoare ernannt wurde. Der bisherige Luftfahrtminister Kingsley Wood wurde seinersetts Lordsiegelbewahrer und gleichzeitig Präsident eines Ausschusses für Innenpolitik, dem alle inneren Angelegenheiten unterstehen, und der Vorschläge zur Einbringung von Gesetzen zu prüfen hat. Er führt auch den Vorsitz im Ausschuß für Ernährungspolitik, dem auch die Landwirtschaft untergeordnet ist. Morrison ist sowohl als Ernährungsminister als auch als Kanzler für das Herzogtum Lancaster zurückgetreten und wurde Generalpostmeister. Tryon, der diesen Posten bisher verwaltete, erhielt die Lordwürde und wurde Kanzler des Herzogtums Lancaster. Ernährungsminister wurde Lord W o o l t o n. Der erste Kommissar für die öffentlichen Arbeiten Ramsbotham wurde Präsident des Erziehungs- ausschusies, während der bisherige Präsident dieses Ausschusses Earl de la Warr Erttc. Kommissar für öffentliche Arbeiten wurde. Der parlamentarische und Finanzsekretär bei der Admiralität Shakespeare ist Minister für den Ueberseehanbel geworden. Seinen Posten übernahm der Finanzsekretär im Kriegsministerium Sir Viktor W a r r e n b e r. Der parlamentarische Sekretär beim Jnformattonsministerium Sir Edward Grigg wurde Finanzsekretär beim Kriegsministerium. Sir Samuel Hoare erhielt als Luftfahrtminister die Unterstützung von Lord R i v e r d a l e, der als Vizevorsitzender des Luftversorgungsrates die Flugzeugherstellung zu überwachen hat. Diese personellen Veränderungen in der ersten Garnitur der englischen Kriegshetzer tragen viel zu deutlich den Stempel demokratischen Parlamentstheaters, als daß man ihnen irgendeine ernsthafte Bedeutung beimessen könnte. Durch derlei durchsichtige Schiebungen versucht man jetzt in England unruhig gewordene Gemüter zu beschwichtigen und der englischen Oeffentlichkeit im Zuge der mehrfach verkündeten „gesteigerten Aktivität" Sand in die Augen zu streuen. Das und nichts anderes bedeuten diese „Personaloeränderungen". Einigermaßen belustigt wird man nur den neuen Aufstieg Churchills vom Kriegshetzer zum Oberkriegshetzer zur Kenntnis nehmen. Der skrupellose Lügner lW. C. hat es glatt verstanden, den bisherigen Luftfahrtminister Kingsley Wood kaltzustellen, obwohl Churchills Waffe, die Marine, bestimmt nicht mehr „Erfolge" aufzuweisen hat als die Luftwaffe. Aber im Schwindeln war WC. dem Luftfahrtminister Kingsley Wood um einige Nasenlängen voraus. In typisch plutokrattscher Manier hat es W. C. verstanden, durch Skrupellosigkeit gegenüber seinen eigenen Leuten, durch Verlogenheit und ausgiebigen Gebrauch seiner stabilen Ellenbogen einige neue fette Pfründe zu ergattern. Die eng. fischen Kriegshetzer und ihre plutokrattschen Hinter- männer werden in der gleichen Weise wie bisher den Krieg gegen das sozialistische Deutschland und das sich bereits in seinen Konturen deutlich abzeichnende neue Europa betreiben, nur vielleicht noch krupelloser und lügenhafter. Das deutscheBolk wird auch hierauf die richtige Antwort wissen. Heynauds neue Europakarte. Der — Photograph ist schuld! Genf, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Im weiteren Verlaufe der Affäre der „neuen Europa- Landkart e", die von der französischen Zeitschrift Illustration" am 30. März veröffentlicht wurde, hat sich das französische Außen- ministerium endlich nach langem Schweigen veranlaßt gesehen, eine im wahrsten Sinne des Wortes an den Haaren herbeigezogene Mitteilung herauszugeben. In dieser Verlautbarung wird in Ermangelung einer beffeten Ausrede der Versuch gemacht, dem Fotografen die Schuld an dieser für die Kriegstreiber so peinlichen Aufdeckung ihrer Pläne zur „Neuordnung Europas" in die Schuhe zu schieben. U. a. heißt es: Ganz zu Un. recht habe man sich in gewissen ausländischen Zei- tungen über die Grenzziehung aufregen wollen, die auf einer anläßlich des Besuches Sumner Welles in Paris im Büro des Finanzministers hängenden Landkarte verzeichnet zu sein schien. Das Aussehen der Karte auf der fraglichen Fotografie rühre ein. zig und allein von der „Fantasie" des Fotografen her, der darum bemüht gewesen sei, seinem Hintergrund etwas Relief (!) zu geben. Die starken italienischen Presseangriffe der letzten Tage gegen diese aufschlußreiche Landkarte, die über die wirklichen Kriegsziele kaum noch einen Zweifel zulassen dürste, werden von vielen französischen Blättern unterschlagen. In be- stimmten diplomatischen Kreisen der französischen Hauptstadt herrscht betretenes Schweigen und erhebliches Erstaunen über die Tatsache, daß die sonst als äußerst streng bekannte fron« zösische Zensur, die jedes Photo vor der Freigabe zehnmal umdreht und peinlich untersucht, die ebenso aufschlußreiche wie peinliche Veröffentlichung nicht verhindert hat. Gleichzeitig wird auf die neuen Einberufungen in Italien hingewiesen und auf die Vorbereitung der zivilen Mobilmachung selbst der Frauen und Kinder. Die holländischen Blätter befassen sich mit der berüchtigten Europakarte, die im Arbeitszimmer R e y n a u d s hing. Die Zeitungen wei- fen insbesondere auf die starke Empörung hm, tue die durch diese Karte eindeutig erwiesenen Absichten der plutokratischen Kriegstreiber bezüglich der „New aufteilung Europas" in Italien ausgelöst haben. Unser Geburtstagsgeschenk für den Führer. Seit Beginn des Vierjahresplanes wurden alle Maßnahmen zur Metallerfparnis und zur Umstellung auf deutsche Werkstoffe getroffen, ebenso wurde selbstverständlich für eine ausreichende Vorratslage gesorgt, so daß auch darin keine Gefahr für Deutschland auf diesem Gebiet bestände, wenn die Einkreisung und die Unterbindung der Metallzufuhr wirklich gelungen märe. Die verfügbare Metallreserve kann jedoch gar nicht groß genug sein. In Kriegszeiten sind Kupfer und Zinn in der Hand des Arbeiters besser als in den Wohnungen und auf Gebäudeteilen. Wir wollen diesmal sofort zu Beginn des Krieges mit der Er- faffung aller Metallreserven beginnen. Das nationalsozialistische Deutschland ist Garant dafür, daß kein Kilo abgegebenes Metall in falsche Hände gerät. Große Stapel von Gegenständen aus Kupfer, Messing, Bronze, Blei, Zinn, Nickel und Nöu-Silber sind in den einzelnen Sammelstellen unseres Gaues bereits zusammengekommen. Allein wenn jeder nochmals zu Haus nachsieht, wird er vielleicht doch noch das eine oder andere finden. Wir alle wollen doch dazu beitragen, daß die Metallspende des deutschen Volkes wirklich zu einem würdigen Geschenk für unseren Führer wird. Gießener Gtadttheater. Lessing: „Emilia Galotti". Mit „Emilia Galottt" wünschte Lessing ein praktisches Beispiel zu geben für die Anwendung der Grundsätze, die er in seiner „Hamburgischen Dramaturgie" für ein deutsches Nationaldrama auf- gestellt hatte. Während bisher der Gegensatz von Laster und Tugend dem Drama den Charakter einer moralischen Abhandlung gegeben hatte, forderte Lessing vom Drama, daß es Mitleid erregen müsse und Furcht vor einem ähnlichen Schicksal, die dann eine Reinigung bewirke von den Leidenschaften, die das Drama herausstellte. Die Menschen in Lessings „Emilia Galottt" sind nicht frei, sie stehen im Zwie- spalt zwischen Wollen und Handeln. Der Prinz ist kein von Grund auf bösartiger Tyrann, der skrupellos von seiner Macht Gebrauch macht. Er ist ein feiner, hochgebildeter Aesthet, der die Frauen, die seine Leidenschaft begehrt, nicht in hemmungsloser Despotenlaune brutal an sich reißt, sondern dessen bezaubernde Persönlichkeit so verschieden gearteten Frauen wie der Gräfin Orsina und der Emilia gleichermaßen gefährlich wird. Seine Schuld liegt in der Zügellosigkeit, mit der er, der nicht gelernt hat, sich jemals einen Wunsch zu versagen, der Versuchung erliegt, seinem bösen Geist Marinelli Pleinpouvoir zu geben, obwohl seine innere Stimme ihm sagt, daß es schweres Unrecht ist, was hier zwar hinter feinem Rücken, aber zur Förderung seiner Absichten geschieht. Emilia schildert Lessing als ein reines und edles Mädchen, in dem aber weder strenge Erziehung noch fromme Andachtsübungen das sinnlich heiße Blut zu befchwichttgen vermocht haben. Dunkel ahnt Emilia deshalb, daß sie in der schwülen Atmosphäre des Hofes von Guastalla den verführerischen Lockunaen des Prinzen nicht werde widerstehen können und fordert daher den Tod von der Hand des Vaters. Und dieser Vater, der sittenstrenge Odoardo, ein Mann der „rauhen Tugend" und erklärter Feind des leichtlebigen prinzlichen Regimes, hat im ersten leidenschaftlichen Aufbrausen seiner Empörung den Dolch, den ihm die Orsina zugesteckt hat, dem Prinzen zugedacht. Doch er bezähmt sich. „Dies Leben ist alles, was die Lasterhaften haben", jagt Emilia, und sie trifft der Dolch des Vaters, weil für Menschen wie diese beiden die Tugend höher steht als das Leben. * Unter dem ersten Eindruck des Stückes schrieb der junge Goethe Mitte Juli 1772 an Herder: „Die ,Emilia Galottt ist auch nur gedacht, und nicht einmal Zufall ober Kaprice spinnen irgend drein. Mit Halbweg Menschenoerstand kann man das Warum von jeder Szene, von jedem Wort, möcht' ich sagen, auffinden. Drum bin ich dem Stück nicht aut, so ein Meisterstück es sonst ist." Und Friedrich Schlegel sah in „Emilia Galottt" ein gutes Exempel der dramatischen Algebra, ein in Schweiß und Pein produziertes Stück des reinen Verstandes". Diese Empfindungen, die das kühl und haarscharf Durchdachte, klug Gesponnene und allzu Absichtsvolle heraushörten und die warme, ursprüngliche Natürlichkeit, die mehr aus dem Herzen als aus dem Verstand die Kraft zu tragischer Gestaltung schöpft, vermißten, wecken auch in uns heute eher ein Gefühl des Bedrücktseins, als daß sie uns erheben. Sie wenden unser Interesse, wie es keineswegs in Lessings Absicht gelegen hat, von der rein menschlichen zur politischen Seite des Stückes. Das Schicksal der Vir- ginia, deren Tod von der Hand des Vaters der Auftakt zum Sturz der Patrizierherrschaft im alten Rom geworden war, wurde im Zeitalter des Absolutismus zum Symbol des Kampfes, den das Bürgertum um feine Würde gegen fürstliche Anmaßung führte. Freilich hat Lessing, der herzoglich braunschweigische Hofbibliothekar, alle Anspielungen peinlich vermieden, die etwa den Gedanken an diese ober jene naheliegenbe zeitgemäße Parallele aufkommen lassen könnten. Daß ihm bies auch vollauf gelungen ist, bafür ist der beste Beweis, baß „Emilia Galottt" zur Feier bes Geburtstages ber Herzogin 1772 zum erstenmal aufgeführt würbe. Doch trotzdem spürt man in ber italienischen Kulisse bie beklem- menbe Luft ber Kleinstaaterei bes bLutschen Absolutismus, wenn auch erst zwölf Jahre später S ch i l - l e r in seiner „Luise Millerin" an einem sehr ähnlichen Stoff bie gewissenlose Tyrannei kleiner beut» scher Despoten unveryüllt an ben Pranger stellen konnte. ♦ Die Schwierigkeiten einer Aufführung der ,/Emilia Galottt" dürfen nicht unterschätzt werden und deshalb wollen wir es dankbar begrüßen, daß man sich an diese Aufgabe herangewagt hat, und wir wollen gerne feststellen, daß unter der Spielleitung von Dr. Hannes Razum eine würdige Aufführung zustanbegekommen ist, wenn auch bie schon zu Beginn mit unheimlicher Spannung gelabene Atmosphäre vielleicht zu allzu großer Hast verleitete, und nicht alle Feinheiten des in jedem einzelnen Wort sorgfältig berechneten und ausgewogenen Dialogs herauskamen. Die beste darstellerische Leistung des Abends war der Marinelli Viktor von Gschmeidlers, ein schuftiger Charakter von Grund auf, der mit überlegener Ironie den Prinzen leitet, wohin er ihn haben will. Gschmeidler spielte ihn mit einer eisigen Eleganz, einem teuflischen Hohn im Blick, dreist und ohne Scheu in der Verachtung jeder Morall Hans Caninenberg war der Prinz, etwas zu lässig, um bie große Leidenschaft zu Emilia begreiflich zu machen, aber gut in dem verdeckten, scharf pointierten Zusammenspiel mit Marinelli im letzten Akt. Die schwierige Rolle bes Odoardo war Gert Geiger übertragen. Er war anfangs etwas farblos, wuchs aber in dem schweren Seelenkampf des alten Galottt zu erfchüt- ternbet Größe, um freilich bann bei feinem Abgang die aufrechte Haltung vermissen zu lassen, bie dem inneren Stolz feiner letzten Worte an Den Prinzen entsprochen hätte. Jngeborg Riehl als Emilia war mit rührenber Anmut das reine, in kaum geahnten Sinnen aufgeschreckte Mädchen, bas bie Furcht, ben Künsten bes Verführers nicht widerstehen zu können, in ben Dolch bes Vaters treibt. Hilde Heinrich spielte die Gräfin Orsina mit kultivierter Sprache, aber um einige Grabe zu weich. Weniger Wehmut und mehr Bitterkeit braucht ihre Gräfin, um aus der betrogenen Geliebten, die bas falsche Spiel bes Prinzen durchschaut, bie Rasende zu werden, die nach Rache dürstet, und der man den Besitz des Dolches zu- traut. Mtt sicherer Routine setzte sich Rose S t i r l für die dem Glanz höfischen Lebens keineswegs abholde Mutter ein. Aus der matten Rolle des seltsam in feine Träumereien versponnenen Bräutigams Appiani wußte auch Hans Geißler nicht mehr herauszuholen, als in ihr liegt. Das Bühnen- bilb Karl Löfflers mit seinen gerafften Drape- rien unterstrich noch das Gefühl des Bedrücktseins, von dem wir eingangs sprachen. — Ein sehr gut besuchtes Haus feierte nach Gebühr mit vielen Hervorrufen ben Spielleiter und die Darsteller, bie sich für eine große und lohnende Aufgabe mit spürbarem Wollen und schönem Erfolg eingesetzt hatten. Dr. Fr. W. Lange. Luther auf dem Postamt. rZon Max Iungnickel. Wenn Blicke abnutzen könnten, dann wäre bestimmt bas Lutherhaus in Wittenberg eines der am meisten abgenutzten Häuser der ganzen Welt. Hier hat er gelebt, ber bis in bie Ewigkeit hinein- sah, der seinen Deutschen bas Wort hinreichte wie einen frischen Brotlaib, und ber keinen Unterschied machte zwischen Gottes kleiner webender Spinne und der großen strahlenden Kunst eines Dombau* meiftfrs. Hier, in Wittenberg, ging sein großes Sternbild klar und deutlich über ben deutschen Himmel, nachdem er vorher mit Engeln, mit Dresch* flegeln, mit Melodien, Narrenpritschen und mit der Wucht feines Geistes für das Recht ber Deutschen gekämpft hatte. Ünb so hat sich sein Geist gleich' (am in Wittenberg überall eingenistet. Aber nicht nur die Steine und bie Glocken reden von ihm. Da geht man ins Postamt, um eine Briefmarke für eine Ansichtspostkarte zu kaufen. Und wahrhaftig, auch in diesem modernen Postamt mit seinen Fernsprechern und Telegraphen und In* valibenmarken, auch in diesem Postamt trifft man ihn, den Dr. Martin Luther. Da, im Schalterraum, am klobigen Balken der Decke, steht es, wie für die Ewigkeit hinein geschrieben von einer Riesenhand: „Wenn man weit voneinander ist mit dem ßeibe, doch kann man mit Briefen und Schreiben gegenwärtig sein, ber eine mit dem andern reden und sein Herz anzeigen." Wie einfach, wie schlicht und wahr. Zeilen, dann eine schöne Weisheit wie ein jubilierender Postillion Im Herzen ber jungen Frau, die neben mir einen Feldpostbrief adressierte, klang ein Echo davon. Ihr Gesicht war so hell, obgleich sie weit auseinander waren, sie und er. Als Großdeutschlands Soldaten in harten, uner- Erfolae dieses Feldzuges. Im Auftrag des Reichs- luftfayrtministeriums, betreut von der Tobis, hat der bittlichen Schlägen im Gegenangriff die wohlausge- luftfahrtmimsteriums, betreut von der Tobis, hat der rüstete und zahlenmäßig oft überlegene polnische bekannte Flieger Hans Bertram während der Armee in dem phantastischen Zeitraum von 18 Ta- Kampfhandlungen zusammen mit Kriegsberichterstatgen vernichtend schlugen, trug über ihren Köpfen terkompanien, der Luftwaffe und der Hauptfilmstelle hinweg die junge stolze Luftwaffe ihr dröhnendes, des Reichslustfahrtministeriums nun diesem hero- gewaltiges Lied weit hinein ins Polenland und ischen Geschehen filmdokumentarifch ein unvergäng- hatte entscheidenden Anteil an dem einzigartigen liches Denkmal gesetzt. an dem einzigartigen liches Denkmal gesetzt. 3. zu Aus aller Wett ge- Die Gegen Zahnsteinansaiz ■ 1. 2. storkwirksam, zahnfieischkräfti- gend, mikrofein, mild aromatisch* - und preiswert! Z20» ^40 pr. die große Tub« die kleine Tube 25Pf- 50 Jahre im Dienste der Volksgesundheit. Kaufmännische Krankenkasse Halle (Saale), Cin U-Boot schluckt Torpedos. Auf Gleitschienen verschwindet ein Torpedo nach dem andern im Rumpf des U-Bootes, bevor es neuer Feindfahrt ausläuft. — (PK.-Efchenburg-Preffebildzentrale-M.) Brauchitsch an der Westfront. B e r l i n, 3. April. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitfch, begab sich am letzten Sonntag erneut an die West - front, um die Truppenbesichtigungen, über die bereits früher berichtet wurde, fortzusetzen. Sein Besuch galt in erster Linie den in den Rheinlanden stehenden Verbänden. Der Oberbefehlshaber kehrte in der Nacht zum Donnerstag in das Hauptquartier zurück. „Feuertaufe" - Der neue Film her Lustwaffe Landesverräter hinqerichtet. Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksgerichtshof am 11. Oktober 1939 wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 21 Jahre alte Friedhelm Zahn aus Hildesheim ist hingerichtet worden Um sich der Vollstreckung einer Gefängnisstrafe zu entziehen, ist Zahn ins Ausland geflohen und dort mit dem Nachrichtendienst einer fremden Macht in Verbindung getreten. In dessen Auftrag hat er bis zum Februar 1939 mehrere Reisen in das Reichsgebiet unternommen, um Staatsgeheimnisse auszuspähen. Ferner sind die vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilten Mathias Lichter, 48 Jahre alt, und Max Kemper, 45 Jahre alt, sowie Emil Bo ne aus Besseringen (Bezirk Merzig) hingerichtet worden. Lichter und Kemper, die erheblich vorbestraft sind, haben aus Gewinnsucht für den Nachrichtendienst einer feindlichen Macht gearbeitet, Ausspähungsreisen ins Reich unternommen und über ihre Beobachtungen ihren Auftragsgebern Bericht erstattet. Bone hat aus Gewinnsucht im Auftrag eines feindlichen Nachrichtendienstes militärische Anlagen verraten. Simson ober das große Los? Im Hause Wallstraße 25 in Berlin befindet sich ein altes Wahrzeichen, das eine männliche Gestalt darstellt, die eine Tür auf den Schultern trägt. Wahrscheinlich handelt es sich hier um die Darstellung der biblischen Erzählung von Simson, der einen Torflügel der Stadt Gaza davontrug. Im Volke erzählte man sich, in diesem Haus habe früher ein Schuster gewohnt, der regelmäßig in der Lotterie spielte und seine Lose an die Tür zu kleben pflegte, damit sie nicht verloren gingen. Eines Tages hätte Zeder kann seinen Hausbrand einlagern Bevorratungsaktion für den nächsten Winter. erhält, wie der Verbraucher sie bestellt hat, infolgedessen sieht die Anordnung vor, daß der Verbraucher art- und sortenähnliche Brennstoffe abzunehmen hat. Oberster Grundsatz: Gerechte Zuteilung. Jeder Volksgenosse wird es als selbstverständliche Pflicht bettachten, mit dem ihm zugeteilten Kohlenvorrat sparsam umzugehen, zumal heute noch nicht gesagt werden kann, ob und in welchem Umfang zusätzliche Mengen nachträglich zugeteilt werden können. Der Einzelne wird um so lieber seinen Brennstoffvorrat vorsorglich hüten und für die kalte Jahreszeit aufbewahren, wenn er das Gefühl hat, daß die Zuteilung gerecht erfolgt. Die neue Anorder als Lohn für feine Ausdauer das große Los wonnen. Da er das Los aber habe von der Tur aeklagt war ein Gastwirt und Hotelbesitzer aus Gelsenkirchen, der ein Strafmandat von 30,— RM. erhalten hatte, weil 20 Minuten nach Eintritt der Polizeistunde noch Gäste in seinem Lokal angetroffen worden waren. Das Amtsgericht in Gelsenkirchen, das der Gastwirt angerufen hatte, bestätigte den Strafbefehl. Das Landgericht in Essen sprach ihn jedoch auf Kosten der Staatskasse frei. In den Entscheidungsgründen wird gesagt, daß der Gastwirt und sein Bedienungspersonal rechtzeittg Feierabend geboten hätten, aber es vergehe immer eine bestimmte Zeit, bis das Lokal restlos geräumt sei. Dem Gastwirt müsse eine gewisse Zeit eingeräumt werden, in der die Gäste nach Eintritt der Polizeistunde das Lokal ordnungsgemäß verlassen könnten. „Feldzug in Polen" lief in Kopenhagen. Die deutsche Kolonie in Kopenhagen hatte zu einer Vorführung des Films von dem Feldzug in Polen geladen, die in einem der großen Lichtspielhäuser der dänischen Hauptstadt vor sich ging. Mit dem deutschen Gesandten und allen Angehörigen der Reichsvertretung, sowie dem Vertreter der Auslandsorganisation der Partei war die deutsche Kolonie fast vollzählig erschienen. Auch eine große Reihe bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Dänemarks war der Einladung gefolgt. Unter anderen waren Prinz Harald, der jüngste Bruder des Königs, und Prinzessin Helene anwesend. - Der Landesleiter Pg. Schäfer sprach einige einführende Worte. Erstes portugiesisches Segelfliegerabzeichen für Professor Georgii (Darmstadt). Dem Leiter des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug, Professor Georgii (Darmstadt), wurde das erste Exemplar des neugeschaffenen portugiesischen Segelfliegerabzeichens als Zeichen der Anerkennung für seine Verdienste um den Aufbau des eine der größten Einrichtungen der sozialen Krankenversicherung, konnte kürzlich auf 50 Jahre erfolgreichen Wirkens für die Volksgesundheit zurückblicken. Noch bevor yon Bismarck das geniale Werk der deutschen Sozialversicherung geschaffen worden war, hatten gemeinnützig denkende Kaufleute der Handelsstadt Halle (Saale) eine Unterstützungseinrichtung ins Leben gerufen, die im Jahre 1890 zu einer Krankenkasse umgeftaltet worden ist, d. h. zu einer auf Gegenseitigkeit aufgebauten Versicherung. Sie erhielt damals den Namen „Kranken- und Begräbniskasse des Kaufmännischen Vereins zu Halle (Saale) — Eingeschriebene Hilfskasse". Erst zwei Jahre na- Jßarmes » ■nimmt 6 ■freu und 15 "schläinrrlkm -chinutzstellen Türen, M chrt man ein irotfene Schlar jnö reibt, dan Mer wird Rem« MichesM pllte also RE Lches Entharll sammelt und Am zweckm Luit dem Hau Äsche begoni E 3ir die restliä I fort oerschmus Lut eignet M raschen von t I chte heiße ent. 1 ^gegossen wi Lächeln, Fliese: , reinigen. | Linoleumfuß . Sodawasser od X Steht kc WNg, so Mi. achtem, kalte Mgen, selbst tum für eine •o sauber ist, richt durch un- dorben werden Such sie dürs lerpentinölerfi Taffer gescheu •bie jetzige Zei rcheuern mit Sonntag, 7. A '-4 M K.-Ausl Tao Gloria-Pala »egen". — trfter Ehe". - lung im Foyei v Neuausaal pus gegeben, mewiesen, I item 194 Urnen, in "erden. Die ir U nicht vom pi dem zustönt ßiflei Sonntag, 7.1 Morgenfeier bei «Sag, .Heilung her' Nerringes c Auch die „Astr a" bleibt sich irnrne* gleicht H Immer aromatisch, H Immer leicht, MIT UND OHNE MUNDSTOCK Nur ausgewählte reine Orienttabake erster Provenienzen finden für die,, Astra” Verwendung.Das besondere Mischverfahren ergibt die unveränderliche charakteristische Vereinigung von Leichtigkeit und reichem Aroma H Immer frisch! 8 L ^QUt( Uül)en'e« >. V. rief Soi ^Sortfefeung iJÄf Sie IIÄ ÜI’CT glaub ''=r »0 '^d-nP «-«sich ■ W .Nü oih, Ur. TO Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 4- April |94O Aus der Stadt Gießen. Womit machen wir den Krühjahrsputz. Um den Frühjahrsputz trotz Einschränkung von Seife und Verknappung von Reinigungsmitteln gründlich durchführen zu können, benützen wir zweckmäßig einige erprobte seifensparende Hausmittel. Feiner Flußsand leistet gute Dienste zum Scheuern von Tischen, Stühlen, Küchenbrettern und Gefäßen aus rohem Holz. Hierbei ersetzt Sand mit Wasser die kostbare Seife. Die damit gereinigten Gegenstände werden vollständig sauber und weiß. Für die genannten Zwecke ist Sand jeder Waschlauge vorzuziehen, da Waschlauge stets Soda enthält, die das Holz grau macht. Warmes Wasser mit einem Schuß Salmiak nimmt man zum Reinigen von lasierten Möbeln, Türen und Fensterrahmen. Schlämmkreide beseitigt besonders gut Flecken und Schmutzstellen auf hell gestrichenen oder lackierten Türen, Fensterrahmen usw. Mit wenig Wasser rührt man einen dicklichen Brei an oder gibt die trockene Schlämmkreide auf einen feuchten Lappen und reibt damit über die Flecken. Mit klarem Wasser wird nachgewischt. Es empfiehlt sich, wie wir es für die Wäsche als Regel fordern, auch für das Reinemachen Weichwasser zu verwenden. Am zweckmäßigsten nimmt man, um Soda zu sparen, natürliches Weichwasser. Wo es irgend möglich ist, sollte also Regen- oder Schneewasser, das ohne jegliches Enthärtungsmittel von Natur aus weich ist, gesammelt und verwendet werden. Am zweckmäßigsten richteck wir es so ein, daß mit dem Hausputz im Anschluß an eine große Wäsche begonnen wird. Auf diese Weise können wir die restlichen Laugen noch gut zum Scheuern stark verschmutzter Fußbö.den ausnützen. Besonders gut eignet sich gebrauchte Waschlauge zum Aus- 1 waschen von Bohnertüchern, Mop usw. Auch das erste heiße enthi^tete Spülwasser, das meist achtlos fortgegossen wurße, ist noch seifig genug, um damit Kacheln, Fliesen, Ausgüsse, Badewannen u. ä. gut zu reinigen. ^Linoleumfußbüden dürfen nicht mit oder Sodawasser oder alter Waschlauge gescheuert werden. Steht kein Terpentinölersatz mehr zur Verfügung, so muß man sich für die Kriegszeit mit feuchtem, kalten Aufwischen auch eben einmal begnügen, selbst auf die Gefahr hin, daß das Linoleum für eine vorübergehende Zeit einmal nicht jo sauber ist, wie in Friedenszeiten. Es darf aber nicht durch ungeeignete Mittel für alle Zeiten verdorben werden. Dasselbe gilt für Parkettfußböden. Auch sie dürfen nicht, wenn Lösungsmittel, wie Terpentinölersatz fehlen, mit Seifen- oder Sodawasser gescheuert werden. Man wende daher für die jetzige Zeit die mechanische Reinigung — das Scheuern mit Stahlspänen — an. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Mann auf Abwegen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Aus erster Ehe". — Oberhehischer Kunstverein: Ausstel- , hing im Foyer des Stadttheaters von 17 bis 18 Uhr. Achtung! Reuaufuahmen in das Deutsche Jungvolk. Aus gegebener Veranlassung wird nochmals darauf Ißingewiesen, daß alle Jungen, die an | D ft e r n 1940 vom 4. ins 5. Schulsahr lommen, in das Deutsche Jungvolk ausgenommen | werden. Die in Betracht kommenden Jungen, die 1 roch nicht vom DJ. erfaßt sind, melden sich sofort lei dem zuständigen Jungvolkführer. Hitler-Jugend Bann 116. Standort, Gießen. Sonntag, 7. April, Antreten der 16- bis 18jährigen $g. zur K.-Ausbildung 8 Uhr an der Volkshalle. Theaterring. Sonntag, 7. April, findet im Stadttheater eine Morgenfeier der HI. „Dichtung und Jugend" statt. Heinrich Waggerl lieft aus eigenen Werken. Die Verteilung der Karten erfolgt im Rahmen des HJ- Vheaterringes anteilmäßig auf die Einheiten. Die Sorten sind sofort auf der Verwaltungsstelle abzu- । Boten. . 3m Kreis Mellnau rund 73000WIL gespendet! Gewaltiges Ergebnis der letzten Neichsstratzensammlung der Deutschen Arbeitsfront am 30. und 31. März 1940. Deutsche Krauen und Männer! Das einzigartige Ergebnis der letzten Reichs- sirahensammlung für das Kriegs-Winterhilsswerk 1939/40 gibt uns Veranlassung, allen zu danken, die durch ihr Opfer diesen Erfolg ermöglichten. Besonderen Dank allen Betriebsführern und sonstigen Volksgenossen, die durch Sonderspende diese letzte Straßensammlung zu einem Sieg der Heimat gestalteten. Ebenfalls gilt unser Dank allen Sammlern und Helfern, die sich ehrenamtlich in den Dienst dieser letzten Reichsstraßensammlung im Winterhalbjahr 1939/40 gestellt und einen so glücklichen Aus- gang herbeiführten. heil Hitler! 3. V.: Reih Backhaus Kreisobmann. Kreisleiter.. Neuregelung des Ladenschlusses. Der Reichsarbeitsminister hat die höheren Verwaltungsbehörden ermächtigt, die Geschäftszeit der offenen Verkaufsstellen mit Rücksicht auf die am 1. April in Kraft getretene Sommerzeit neu zu regeln. Bisher war das Ende der Verkaufszeit in den verdunkelten Gebieten für alle Geschäfte, die nicht der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln dienen, auf 18 Uhr festgesetzt, um die Schwierigkeiten der Verdunkelung für den Einzelhandel zu vermindern und den Straßenverkehr während der Dunkelheit einzuschränken. Um eine übermäßige Verkürzung der Verkaufszeit zu verhindern, konnte ein Mittagsladenschluß in diesen Geschäften nicht zugelassen werden. Mit der Verlängerung der Tageslichtstunden infolge der vorgerückten Jahreszeit und der seit dem 1. April geltenden Sommerzeit entfielen diese Beweggründe; deshalb kann künftig durch behördliche Anordnung in allen Geschäften ein Mittagsladenschluß eingeführt werden, womit insbesondere' der Tatsache Rechnung getragen wird, daß teilweise durch Einberufungen oder Dienstverpflichtungen Personalmangel herrscht, ober die Ehefrauen der Inhaber das Geschäft allein versehen. Auf den erweiterten Mittagsladenschluß finden die für den Mittagsladenschluß der Lebensmittelgeschäfte bisher geltenden Richtlinien Anwendung. Soweit die ordnungsmäßige Versorgung insbesondere der werktätigen Bevölkerung infolge der Einführung der Mittagspause eine Verlängerung der bisherigen Verkaufszeit in den Abendstunden erfordert, kann diese bis höchstens 19 Uhr ausgedehnt werden. Nur in ländlichen Gegenden kann das Ende der Verkaufszeit mit Rücksicht auf die Feldbestellung und die Ernte entsprechend der bisherigen Regelung noch später festgesetzt werden. Um die bisherige Uneinheitlichkeit zu beseitigen, sollen künftig innerhalb eines Ortes alle Geschäfte zur gleichen Zeit für den Verkauf geöffnet fein. Eine Abweichung ist, abgesehen von etwaigen durch Warenmangel bedingten Ausnahmen, lediglich insofern vorgesehen, als die Lage der Mittagspausen in den Lebensmittelgeschäften gegenüber den übrigen Geschäften um etwa Vz Stunde vorgeschoben werden kann, um den Gefolgschaftsmitgliedern die Erledigung von Einkäufen in der Mittagspause zu ermöglichen. In Orten, in denen an Markttagen ein erheblicher Zustrom ländlicher Käufer auf tritt, kann von der Durchführung eines Mittagsladen- schluffes an diesen Tagen abgesehen werden. BHemWaft M Kraft Burdi Sreuöe Achtung! kdA.-Sport. Jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag finden folgende Kurse statt: 1678D Mittwoch, 20.30 bis 21.30 Uhr: Sport und Spiele für Männer und Frauen, Goetheschule, Horst- Wesfel-Wall. Donnerstag, 20.30 bis 21.30 Uhr: Gymnastik und Spiele für Frauen, Schillerfchule, Schillerstraße. Freitag, 16 bis 17 Uhr: Kindergymnastik (für Kinder unter 10 Jahren), Goetheschule. Hierfür Anmeldungen vorher an Sportamt, Schanzenstraße 18, oder KdF., Laden Seltersweg, erbeten. Freitag, 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr: Schwimmen für Männer und Frauen, auch Anfänger, Volksbad. Neuanmeldungen werden ^n den Kursen angenommen. Gießener Woche für Kunst und Literatur. Im Rahmen der unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen zur Zeit stattfindenden Gießener Woche für Kunst und Literatur veranstaltet der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein in Arbeitsgemeinschaft mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Freitag, 5. April, 20 Uhr, in der neuen Aula der Universität eine Feierstunde. Der stellvertretende Leiter der Abteilung Schrifttum des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Hein Schlecht wird zu Beginn über „Die Pflege der Dichtung als Kulturaufgabe" sprechen. Den Festvortrag hat der bekannte Literaturhistoriker Dr. Reinhard Buchwald aus Heidelberg übernommen. Er wird über das Thema „Schiller und die Gegenwart" sprechen. Das Städtische Orchester unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter wird diese bedeutsame Feierstunde musikalisch umrahmen. Für Samstag, 6. April, ist in den Räumen des Gesellschaftsoereins, Sonnenstrasie, ein Festlicher Abend angesetzt. Im ersten Teil wird der auch in Gießen bekannte ostmärkische Dichter Karl Heinrich Waggerl Heiteres aus eigenen Werken lesen. Er wird mit seiner Lesung ein besonderes Erlebnis vermitteln. Im zweiten Teil der Veranstaltung wird unter Leitung von Ballettmeisterin Thea Maaß die Tanzgruppe des Gießener Stadttheaters Solo- und Gruppentänze bringen. Auch diese Veranstaltung dürfte für alle Teilnehmer ein schönes und seltenes Erlebnis werden. Metallspenden nur an die örtlichen Annahmestellen. Die Bevölkerung hat vielfach Metallspenden zum Geburtstag des Führers unmittelbar an die Kanzlei des Führers in Berlin gesandt. Es wird darauf hingewiesen, daß solche unmittelbaren Sendungen an die Kanzlei des Führers den ordnungsgemäßen Gang der Metallspende stören. Die Bevölkerung wird daher gebeten, die dem Führer zugedachten Spenden ausnahmslos bei den zuständigen örtlichen Annahmestellen abzuliefern. Nur auf diese Weise kann der geregelte Gang der Metallspende sichergestellt werden und nur auf diesem Wege ist es möglich, den Spendern die Empfangsurkunden über die Ablieferung des Geschenks auszuhändigen. Durch jedes andere Vorgehen wird unnötige Mehrarbeit verursacht. Arzt und Patienten müssen in den Lustschutzraum. Wie die „Sirene" schreibt, erscheint es nicht vertretbar, den Arzt bei Fliegeralarm dadurch zu gefährden, daß man ihn von der Pflicht, den Luftschutzraum aufzusuchen, entbindet. Gerade er muß unter allen Umständen der Allgemeinheit erhalten bleiben. Deshalb hat der bei Fliegeralarm seine Sprechstunde abhaltende Arzt ebenso wie die in seinem Wartezimmer befindlichen Patienten den Luftschutzraum aufzusuchen. Nicht eine Scheibe Brot darf verderben! Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, Drum packt nicht zuviel Brote ein. Die Kinder werfen's manchmal fort, Und das gefällt dem Lügenlord! Wie kämen wir aber dazu, für die Erheiterung eines Mannes zu sorgen, der Tag und Nacht von verhungerten deutschen Kindern und Frauen träumt! Unsere Kinder sollen reichlich zu essen haben. Wir wollen ihnen aber die Schultasche nicht mit Broten vollstopfen, die über ihren Bedarf hinausgehen, Brote, die nicht gegessen werden, sind eine Verschwendung, die mir uns nicht leisten können. Brot- refte lassen sich übrigens zu kräftigen Suppen und dergleichen sehr gut verwenden. Jrn Krieg komrnt's nicht nur auf den Mann, Es kommt auch auf die Hausfrau an, Die sich den größten Ruhm erwirbt, Wenn keine Scheibe Brot verdirbt! Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem vorgestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Viehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 45,5 Rpf., Bullen, 38 bis 43,5, Kühe 12 bis 43,5, Färsen 18 bis 44,5, Kälber 25 bis 63, Schafe 36 bis 44, Häm- rnel 36 bis 44 Rpf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 und mehr kg) 1,09 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,09 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09 RM., c (90 bis 119,5 kg) 1,07 RM., d (80 bis 89,5 kg) 1,01 RM., e—f (60 bis 79,5 kg) 0,97 RM., gl (fette Specksauen) 1,01 RM., i (Altschnei- der) 1,01 RM., g2 (andere Sauen) 1,01 RM., h (Eber) 1,01 RM. — Marktverlauf: Alles zugeteilt. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 4. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 11% Rpf., Kartoffeln, 50 kg 3,90 RM., gelbe Rüben, % kg 12 bis 15 Rpf., rote Rüben 10 bis 14, Zwiebeln 14, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Aepfel 15 bis 35, Salat, % kg 3 RM., Blumenkohl, das Stück 45 bis 50 Rpf., Endivien 13, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 20, Rädieschen, das Bündel 30 Rpf. * ** Treue im Dienst. Der als Vollstreckungs- beamter bei der hiesigen Stadtkasse tätige Verwaltungssekretär Wilhelm Leitner, Am Kugelberg 30, konnte dieser Tage auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Stadtverwaltung Gießen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubilar ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters übermittelt, er erhielt ferner die Treueprämie und wurde außerdem durch seine Arbeitskameraden mit einem Geschenk geehrt. ** Chorgesang im Krankenhaus. Der Gesangverein „Frohsinn" in Garbenteich hatte dieser Tage Krankenhausbesuch in Gießen gemacht, um den Patienten und dem Personal eine besondere Freude zu bereiten. Der Chor des Vereins, der trotz mancher Einberufung noch 38 aktive (Bänger zählt, erbrachte unter der bewährten Stabführung seines Chormeisters Harnisch den Beweis, daß das deutsche Lied, insbesondere das Volkslied, mit Sorgfalt gepflegt wird. Die zum Vortrag gelangten Lieder wurden mit Freude und Dankbarkeit ausgenommen. Ueberall, wo die Sängerschar erschien, wurde sie freudig begrüßt, und allenthalben beim Abschied aufgefordert, doch bald einmal wiederzukommen. ** Polizei gegen Verkehrssünder. In der Zeit vom 22. bis 28. März schritt die Polizei wieder gegen eine Anzahl Verkehrssünder ein. Vier Kraftfahrzeugführer wurden zur Anzeige gebracht und sechs gebührenpflichtig verwarnt. An sonstigen Fahrzeugführern wurden drei angezeigt und vier gebührenpflichtig verwarnt. Außerdem wurden 14 Radfahrer verwarnt. (ßolöcne Wolh über Kcnate. Roman Don Rotfl Biernath. 24. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) Dem Doktor fiel es auf, daß sie sich um die Anrede herumdrückten. Renate, Allan — aber kein tu unb kein Sie ...Er sah Renate prüfend an: „Sie waren heute den ganzen Tag in der Sonne, wie? „Sehen Sie das, das rächt sich jetzt! Auch tas Gute kann zuviel werden. Ich kenne das .. - 3n Rymphendurg Karpfen gefüttert? Da haben wir's schon: Die Lichtreflexe des Wassers — natürlich! Ueberanftrengte Sehnerven! Da kann man «gentlich nichts machen als vorbeugen: Grüne drille ... Oder, wenn es nun schon geschehen ist: 'Lorwassevumschläge und Ausruhen ..." Er hob sein Aas und trank es mit dem offensichtlichen Bestreben, rasch damit fertig zu werden, auf einen Zug I leer. .„Ich glaube, es ist wirklich das beste, lieber I Dister Parker, Sie begleichen Ihre Rechnung und I lcssen mich inzwischen für ein Auto sorgen. Es wäre »Unverzeihlich von uns, Fräulein Naumann auch Nr noch einen Augenblick länger zum Bleiben I $ii überreden!" Parker setzte das Glas an die Lippen, aber der teft schien sich für ihn in Zitronensäure verwandelt zu Haden. Der Doktor winkte kurz entschlossen den Zahl- lLiner und einen Hotelboy heran, den er beauftragte, einen Wagen zu holen. Parker schaute auf seine Rechnung. „Riesig nett vcn Ihnen, Doktor, daß Sie um Renate so besorgt siivd!" murmelte er eisig höflich. „Aber ich glaube ihnn doch, es wäre zuviel verlangt, Sie mit uns zu b «mühen ..." „Mühe?" rief der Doktor, freundschaftlich entastet. „Keine Rede davon! Ich begleite Sie gern bcs Stückchen hinaus ... Wo wohnen Sie übrigens, Dister Parker?" „In einem Hotel am Lend ach platz." „Ausgezeichnet! Das trifft sich geradezu grvh- , ®ilig! Da haben wir beide den gleichen Rückweg, 5 Ad ich liefere Sie dann wohlbehalten in Ihrem ! A>tel ab ..." Er sah plötzlich Renate an und zog Ms Brauen empor, als käme ihm erst jetzt ein Gedanke, der ihm eigentlich schon etwas früher hätte einfallen müssen: „Falls natürlich Sie nichts dagegen haben, daß ich mich Ihnen anschließe!" '„Nein, nein — durchaus nicht!" sagte sie rasch. Der Boy meldete, daß der Wagen vorgefahren sei. Sie erhoben sich und gingen zur Garderobe: Parker links, der Doktor rechts und Renate in der Mitte. Das Auto war ein Viersitzer. Der Doktor überließ Parker den Platz an Renates Seite und fetzte sich quer auf eins der Klappstühlchen. Die Fahrt verlief mit Rücksicht auf Renates Kopfschmerzen einsilbig und gedrückt wie ein Krankentransport. Vor dem Hause Nummer 16, dessen Verputz inzwischen fertig geworden war, entließ der Doktor den Fahrer. „Ein bißchen frische Luft wird uns beiden nichts schaden, Mister Parker, wie?" Renate verabschiedete sich. Der Doktor trat, als sie Parker die Hand reichte, rücksichtsvoll einen Schritt zurück und betrachtete die aufgefrischte Front. Er hörte, daß Parker leise ,-Auf morgen, Renate!" raunte, und sah, daß sie stumm nickte. „Borwasserumschläge — vergessen Sie das nicht!" sagte er, als die Reihe an ihn kam. „Und gute Besserung!" Sie schloß die Tür auf und drückte das Licht an, winkte zurück. Die beiden Herren lüfteten ihre Hüte — und standen allein auf der Straße. „Zehn Tage Föhn", bemerkte der Doktor und schlug den Weg zur Stadt ein, „der richtet manchmal noch schlimmere Dinge an als Kopfweh." Die Sterne flimmerten hinter dunstigen Schleiern, und im Süden stand eine Wolkenwand, schwarz und in der Waagrechten wie mit dem Richtmaß aufgebaut, über dem Straßenschacht. ,Uebrigens: Das Wetter schlägt um. Morgen regnet es ... Nun, Siss haben ja für Münchener Verhältnisse lange genug Sonne und Wärme gehabt!" Ein kühler Wind hatte sich erhoben. Irgendwoher, aus einem geöffneten Fenster, kam Tanzmusik. , „ , .. , Der Doktor pfiff die bekannte Melodie leise mit. Parker schlüpfte im Gehen in seinen Mantel. Sie kamen an eine Straßenkreuzung. Der Doktor brach sein Solo mit einem zierlichen Triller ab und sah sich um. „Hier war es wohl", bemerkte er mit einer kleinen runden Handbowegung, „wo wir uns damals trafen, Mister Parker, nicht wahr?" . Parker gähnte hinter her Hand. „Möglich", meinte er ziemlich unbeteiligt. „So genau besinne ich mich nicht mehr auf die Stelle." Der Doktor lachte plötzlich. Es war ein unvermitteltes herzliches Gelächter, das Barker überrascht aufblicken ließ. „Ich verstehe. Ihre Heiterkeit nicht ganz", brummte er und musterte seinen Begleiter mit einem gallig fragenden Blick. „Es ist wirklich zu komisch!" Der Doktor schüttelte den Kopf und schlug die Hände ineinander. „Der Föhn! Der Föhn! Man kommt tatsächlich auf geradezu hirnverbrannte Einfälle ..." „Bitte —?" fragte Parker frostig. „Na, ich hoffe, Sie verstehen einen Spaß und werden es mir nicht Übelnehmen, wie?" Er sah Parker für einen Moment mit mißtrauischem Zögern an und nickte dann, als habe er in dem Engländer eine verwandte humorvolle Seele entdeckt. „Also, denken Sie nur: Ich habe mir doch tatsächlich über Sie tagelang den Kopf zerbrochen — mehr als das: Ihnen, allerdings völlig ergebnislos, nachgespürt — und war nahe daran, mir Ihretwegen eine falsche Nase und einen künstlichen Schnurrbart zu kaufen ..." Parker befeuchtete sich die Lippen; er streifte den Doktor mit einem kurzen Seitenblick. Es war ein blitzschnelles Abtasten und ein blitzschnelles Erkennen, daß diese Heiterkeit nur eine gemachte war. Der Doktor kicherte fröhlich. „Weiß der Teufel, wofür ich Sie eigentlich gehalten habe! In meiner kriminalistisch entzündeten Phantasie ordnete ich Sie so irgendwo zwischen Rauschgiftschmugglern und Mädchenhändlern ein ... Schmeichelhaft, was?" „Außerordentlich!" Der Doktor schob sich vergnügt den Hut ins Genick. „Die Geschichte ist wirklich zu blödsinnig!" sagte er heiter. „Und daß ich sie überhaupt angeschnitten habe, hat nur einen Grund. Mir geht es nämlich wie einem Mann, dem ein Wort im Kreuzworträtsel fehlt, wissen Sie, und da wird dann das „alkoholische Getränk" Pampe, und die „Stadt in Sachsen" heißt Lupptzig, statt Leipzig ... Na, Sie kennen das ja? Jedenfalls gibt man nicht eher Ruhe, als bis man's herausbekommen hat ... Also, seien Sie ums Himmels willen nett zu mir und erklären Sie mir zwei Dinge, die mir auch jetzt noch, nachdem mein finsterer Verdacht in einer furchtbaren Blamage endete, Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte bereiten werden! Es ist mir nämlich ausgefallen, daß Sie damals, als wir uns das erstemal hier in dieser Gegend trafen, erwähnt haben, nach zweitägiger Fahrt am Morgen in München eingetroffen zu sein, während Sie doch Fräulein Naumann erzählten, Sie hielten sich schon einige Tage hier auf ... Aber das könnte schließlich ein Hörfehler von mir gewesen fein, wie?" Er wartete Parkers Antwort nicht ab. „Unerklärlicher jedoch ist die Auflösung des zweiten Rätsels, das mich feit Tagen beschäftigt Sie haben Fräulein Naumann gegenüber nämlich angegeben, die Anschrift ihres Ateliers und ihren Namen aus dem Adreßbuch erfahren zu haben. Und das ist nun völlig unmöglich, da ihre Adresse dort nicht aufgeführt ist." Sie gingen genau den gleichen Weg, den sie schon einmal miteinander zurückgelegt hatten. Vor ihnen teilte der wuchtige Klotz des Siegestors die Straße, und zwischen dem hohen Mittelbogen liefen die Bogenlampen wie ein leuchtender Strich schnurgerade ins Endlose. „Nun —?" fragte der Doktor ermunternd. Parker blieb plötzlich stehen, mit einem Ruck, als hätte er mehrere Bremsen gleichzeitig angezogen. Der Doktor drehte sich rasch um. Seine Haltung war ein wenig geduckt; er winkelte die Arme an. Parkers Gesicht war weiß; es war eine erfrorene Blässe. „Finden Sie nicht", sagte er sehr leise und ein wenig zischend, „daß Ihre Anteilnahme für meine zukünftige Frau die Grenzen überschreitet, die Ihnen als Arzt einer Patientin gegenüber gesetzt sind?" Der Doktor ließ die Arme sinken; er sah ein wenig verwundert aus. „Arzt—? Patientin —? Sie geben der Sache einen merkwürdigen Dreh ... Entschuldigen Sie tausendmal, aber Sie scheinen zu vergessen, daß ich Sie um die Aufklärung von Widersprächen bat, die mich beinahe veranlaßten, Sie für einen Schweinehund zu halten!" Sie standen sich, knapp körperbreit getrennt, gegenüber. Ihre Gesichter waren sich so nah, daß sie ihren Atem spürten und im oerschwimmenden Weiß nur noch das Glitzern ihrer Augen sahen. Jeder wartete auf das Losschlagen bes andern. (Fortsetzung folgt.) Zuverlässige Hausangestellte oder Pflichtjahrmädel für x/t bis % Tage zum 15. April od. später von älter. Ehepaar gesucht. 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April 1940, nachmittags 3 Uhr statt. | Mietgesuche | Beamter sucht geräumige iZie-Wolm. evtl.mitBadzum l.Mai od.l.Juni Statt besonderer Anzeige. Am 2. April ging meine liebe Frau, unsere Hebe Mutter und Großmutter, der Sonnenschein unseres Hauses Aline Schliephake, geb. Jenner für immer von uns. Für die Hinterbliebenen; Dr. h. c. Karl Schliephake, Staatsrat a D. Dr.-Ing. Alf Schliephake z. Z. Hauptmann im Felde, und Frau Luise, geb. Hein. Wegen Erkrank, des jetzigen, gebildetes, junges Mädchen oder Frau für ganze oder halbe Tage zu Kindern gesucht. Georg-Philivv- Gail^tr.4. oirso Berstadt, den 2. April 1940. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 5. April, um 15% Uhr statt. Frau Margarethe Zimmer geb. Bausch, LehrerswltWe 50 Zentner Zaatkartofseln allerfrübeste, sofort zu kaufen gesucht. Preisangebote m. Angabe der Sorten an die InoeD Mües-stell- uns MWiMit Giessen, Licher Strasse 106. 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