Dienstag, 8. Dezember MO ü. Zatzrgang Ur. 286 Weitere Angriffe auf Southampton takt Major Wick (Siam) und Aegypten, me reinen «u, ! plomatische Beziehungen mit dem Kreml legen Md in Amerika haben Uruguay und Mexiko den mit große und zahlreiche kleine Brände, die sich im Laufe der Rächt zu einem großen Flammenmeer zusammenschlossen, konnten beobachtet werden. Ein großes Kraftwerk wurde getroffen. Am Test-Kai uud in anderen Hafenteilen standen ausgedehnte Lagerhallen in Flammssn. In der gleichen Nacht und am Tage überflogen schwere und leichte Kampfflugzeuge Loudon und warfen dort Bomben. 3m übrigen beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe am Tage auf Aufklärung sowie auf Zagdvorstöhe, die zu mehreren erfolgreichen Luftkämpfea führten. 3n der Nacht zum 2. Dezember wurden die Angriffe auf Southampton und andere Städte fortgesetzt, während britische Flugzeuge in dieser Nacht wieder nicht in Tätigkeit traten. Erst in der Morgendämmerung warfen einige HSNentanz über Southampton. Tag und Nacht rotten die Angriffswellen der deutschen Bomber über Industriezentrum und Hafenanlagen. der M W spikliS etter m w fiten W :en sich W Flank s :an c Club ta J n nur in» mannen b °mpf ff Eine uk wichir-A Drücken« gegrch rechn,; erlang riotRh ft Cie- wobei den Dorsch^ ; er n>ch talien tu? ^schland e !« M|* >, MÜrnbe mit Um Jurbenßk iwoer) a der Wehrmacht gibt bekannt: 3n der Nacht zum Sonntag griffen, wie bereits gemeldet, starke Kampffliegerverbönde in rollen- >eit nach c- ch übeA6 ein 00®c (einfol teN®i< flimnbme von «meine» für die Mittagsnummer 6i»N*/,UtiT deSBormittaa- «meinen «Preise i tUuetgenteil 7 Rvt le mm bei 22 i»i* Beilenbreite# terttcU 60 Rvt. te mm bei 70 mm rteilenbteitt «ackrtäke: Wiederdolung Malttaffell Abictllüiie Menqennaffel B Platzvorickrtit (oorberme Berombarrma»26'»mebt «■ Ä iNn jj; * H *5 Berlin, 2. Dez. (DRV.) Nach beim OKW. vorliegenden Meldungen setzten deutsche Kampsverbände in der Nacht zum Montag die Angriffe auf Southampton in gleicher Stärke fort und erweiterten die noch anhaltenden Brände snstcmatisch. Explosionen in den Lagerhäusern der Hafenviertel waren weit über den Kanal bis nach Nordfrankrei sichtbar. Die Schwäche der britischen Abwehr erhöhte die Treffsicherheit unserer Flugzeuge. Der WehrmaOtbericht vom Montag. Berlin, 2. Dez. (DNB.) Das Oberkommando Flugzeuge, von der Nordsee kommend, im Küstengebiet auf Wohnviertel einer Stadt Bomben, die mehrere Zivilpersonen verletzten. Jagdflieger schos- Anflügen die Hafenstadt Southampton! fen gestern über Südengland 11 feindliche Flug- Bomben schwersten Kalibers an. Heber 601 zeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge gingen verloren. Moskau, Ende November 1940. (Nachdruck, auch ohne Quellenangabe, verboten!) 3m Hinblick auf den Amtsantritt des neuen Berliner Botschafters der UdSSR- Deka n o f o w, der als stellvertretender Volkskommissar des Aeußeren den deutschsowjetrussischen Pakt mitfördern half, dürfte der nachstehende Beitrag besonderes 3nteresse finden. Vor wenigen Jahrzehnten befand sich der Brenn- in.lt der russischen Außenpolitik i m Roten alast an der Sängerbrücke in Petersburg, hier frrschte der intrigenreiche Iswolski, dort im rbeitszimmer Sasonows verschworen sich vor m Ausbruch des Weltkrieges Buchanan und Pa- talogue, nachdem der Botschafter Großbritanniens, ür Arthur Nicolson, die Triple-Entente vorteilet hatte, und dort überreichte Graf Pour- »lös die Kriegserklärung des Deutschen Reiches, ian sagte damals, daß der Draht zwischen Berlin lib Petersburg abgerissen sei. Das ist b u ch st ä b - । ch zu verstehen. Denn seit Alexander II. befand ch im Arbeitszimmer des Zaren im Winterpalast i der Newa ein Telegraphenapparat mit einer retten Leitung zum Arbeitszimmer Kaiser Willms I. In Zeiten der Krise verständigte sich der Selbstherrscher aller Reußen" unter Umgehung (er Instanzen direkt mit seinem kaiserlichen -reunde und Onkel und wie angenommen werden irf, auch mit Bismarck. Der Weltfriede blieb da- rols noch gewahrt. Das Einvernehmen zwischen eutschland und Rußland war eine Garantie für is Wohlergeben der beiden Völker. Sowjetrussische Außenpolitik 13on unserem LlG-Berichterstatter. Eine neue italienische Klugzeugkonstruktion. Rom, 2. Dez. (Europapreß.) Der italienische Fliegeroberst Mario de Bernardi ist von der Regierung mit der goldenen Tapferkeitsmedaille für Luftfahrt aus-gezeichnet worden. Oberst de Bernardi hat im September im Auftrage der Regierung einen neuen Flugzeug typ erprobt, der mit einem neuartigen Antriebssystem ausgestattet ist. „Gazetta del Popolo" schreibt, das neue cht. 15 m ei"1?. nl« M, W \ Die E „i !et w > • ®(iW ’ ial« 'N eniW^ uitö |ie?, gilt# , «er* i JÜ’i'J? iü u ikesis^p Das Abkommen zwischen dem neuen Deutschland nb dem neuen Rußland, das im August 1939 im reml unterzeichnet und jetzt durch den Besuch Kolotows in der Reichshauptstadt untermauert nd bekräftigt wurde, greift auf die alte Tradition (*nütf. Die sowjetrussische Diplomatie läßt ihren kin'luß mit unübertroffener Geschicklichkeit spielen, nmer vom Gedanken beseelt, dem Frieden zu die- r.»n, ohne sich den Blick durch widersprechende Geologien trüben zu lassen. Die Wahrnehmung der swjetrussischen Außenpolitik verteilt sich auf vermiedene Instanzen und Persönlichkeiten. Die ur- ttrüngliche Willensbildung und Richtungweisung c;ht im engen Kreise des Politbüro vor sich, r dem die Autorität Stalins ausschlaggebend zir Geltung kommt. Dieser höchsten Beratungsbe- iirbe gehört auch der Außenkommissar Molotow on sowie der Außenhandelskommissar M i k o j a n nnb der Leningrader Parteichef Schdanow, des- jm Artikel über die sowjetrussische Außenpolitik, b e er gelegentlich in der Presse veröffentlicht, im= rer wegweisend gewesen sind. 1939 drückte Schdanow zum Beispiel in einem Brief an die „Prawda' unverhohlen sein Mißtrauen gegen die englisch- sanzösischen Manöver aus, die darauf ausgingen, Rußland zu übertölpeln und es in die Front gegen Deutschland einzuspannen. Man wollte aber rn lonbon und Paris diese Warnung nicht verstehen Md mußte sich die größte diplomatische Absiihr, t e London je erlebt hat, in Moskau holen. Schda- nro ist gleichzeitig der Vorsitzende des Außenpoli- tschen Ausschusses des Bundesrates, d. h. der ersten jammer des Obersten Sowjet. Scheinwerfer blitzen hunderfach rm Umkreis auf. In allen Höhen flimmert das Feuerwerk der schweren Flak, die blind Sperre schießt und flimmernde Vorhänge in die Lüfte legt. Weiter unten steigen von allen Seiten rote Perlschnüre nach den Leucht- bomben auf. Die leichte Flak versucht, das verräterische Licht auszuschießen. Rings um das Stadtgebiet funkeln rote Lichter, die den Nachtjägern den Standort weisen. Der ganze Luftraum ist von Lichtmengen und Explosionen erfüllt und durchzit- tert. Das alles ist ein einziges gigantisches, zucken- des ‘ und grell bunt leuchtendes Feuerwerk. Ein Höllentanz ist ausgebrochen. Es ist, als würde Feuer auf das Land gegosien. Rötlich glitzern die Wasser des River Itchen, auf denen sich die riesigen Flammenherde spiegeln. Eine Ungeheure Sprengwolke knallt wie ^in Magnesiumblitz auf! Das war ein Treffer in das Gaswerk und die Kesselanlagen. Gleich einem rieft, gen Rost stehen die glühenden Träger und Pfeiler eines umfangreichen Fabrikkomplexes. Auch auf dem anderen Ufer des Flußarmes, wo die großen Werftanlagen und die Vickers-Flugzeugwerke Hegen, sind weite Strecken mit feuriger Glut übergoßen. In der Nähe davon steigen dicke schwarze Rauchfahnen auf! Das müßen die Tankanlagen fein, lieber den Kanal jagen wir zum Heimathafen zurück, während hinter uns am Horizont blutigrot der Widerschein einer der gewaltigsten Brände steht, die jedoch erst den Auf- ' ' bilden für den Großangriff dieser Nacht. wölken, von der Glut gespenstisch beleuchtet, steigen auf, und hier und dort, überall, wohin man sieht, kleine Brandherde. Sie sind nicht zu zählen. Noch etwas mehr rechts halten! Die Maschine ist q e n a u über d e m Z i e l. Die Bomben fallen. Während der Flugzeugführer die Maschine sicher durch das Abwehrfeuer führt, warten die Kameraden gespannt auf das Aufblitzen der Einschläge. Jetzt! Der Beobachter ist befriedigt. Die Bomben liegen gut. Der Auftrag ist durchgeführt. Wieder geht es durch die Sperre der Flak. Zum zweiten Male ist die Wasserfläche des Kanals unter uns. Nun_ geht es auf direktem Kurs heimwärts. Im Osten kündet ein matter Streifen den neuen Tag. Scher treffen unsere Bomben. Don Kriegsdenchier Werner Keller. DNB. ... 2.12. (P. K.) 15 Minuten noch sind es bis zum Ziel. Die Umriße der Insel Wight tauchen schattenhast auf. Drüben an der Küste liegt noch alles im tiefsten Dunkel. Friedlich blinken die Sterne am Firmament. In einer tiefen Kerbe schneidet das Meer vor uns in das Land. Portsmouth zieht auf Steuerbord vorbei. Die Blicke wandern nach der Uhr. Acht Minuten noch, 7, 6, 5 Minuten. Jetzt muß unsere vorderste Maschine über dem Stadtgebiet fein. Da flammt es schlagartig auf. Kometengleich stehen plötzlich mehrere Leuchtbomben in der Luft und werfen ihr taghelles Licht auf Southampton. Blitzend spiegeln sie sich in den Wassern des breiten Rioer Itchen. Mit den bloßen Augen können wir die Prinz-of-Wales- Docks längs der spitzen Landzunge vor der Stadt erkennen. Magisch beleuchtet dehnt sich dahinter die lange Reihe der Rocks. Lagerhäuser und Kais an den Ufern des River Test und River Itchen. Die Angriffswellen beginnen mit aller vernichtenden Wirkung über die wichtigen Zentralen der Hafenstadt zu rollen. Es scheint als seien Tausende blaßblauer Sterne auf die Erde gefallen. Die ersten Ladungen Brandbomben liegen im Ziel. Dunkelrote Tupfen schwelen auf. Brandherde, Schuppen, Baracken und Dachstühle haben Feuer gefangen. Mitten im Industriezentrum gehen neue unabsehbare Mengen von Brandbomben nieder. Auch dort flackern Brände auf Zu gleicher Zeit jetzt eine wütende Abwehr ein. und Konsularabteilung. (Die Sowjetunion unterhält heute mit 23 Staaten diplomatische Bezie hun g en, t* gibt aber noch immer Länder, die mit Moskau wch keine Beziehungen ausgenommen oder aber fe abgebrochen haben. In Europa sind es die Schweiz und Portugal, die keine diplomatt- fäen Beziehungen mit Moskau unterhalten', das i erhältnis zum neuen Spanien ist noch unge- liärt. In Afrika und Asien sind es Thailand (Siam) und Aegypten, die kernen Wer auf 2 ' .. . . / ... __™ förtöri (rfebemt täglich, au Ker honntaas und rteiertaad Seilaaen: Die,VUuÜrierte frieftenerftamihenblättei Heimat nnBild DieDcbolle Ronats-Be»ugSvreiS: «it 4 Beilagen RM. 1.95 tdne Illustrierte . 1.80 ^uftellflebübT. „ -.25 euch bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern bfolge höherer Gewalt KernivrechanschluK 2251 rrabtanschrist: „Anzeiger" joilickeck 116--Krankl. M Antriebsfystem führe eine technische Revolution herbei und erschließe der Luftwaffe neue Möglichkeiten. • Parade der deutschen Lehrtruppen in Bukarest. Bukarest, 2. Dez. (DNB.) Montagmittag fand aus Anlaß des Beitritts Rumäniens zum Dreimächteabkommen eine Parade der deutschen ßebp truppen, des Heeres und der Luftwaffe vor König Michael und dem Staatsführer General 21 nt o n e s c u statt. Die Parade wurde eingeleitet durch ein rumänisches Ehrenbataillon. Es marschierten dann Teile der deutschen Lehrtruppen vor- bei. König Michael fuhr in Begleitung des Staatsführers General Antonescu, des Befehlshabers der Heeresmiffion und Chefs der Wehrmachtsmission, General der Kavallerie Hansen, und des Chefs der Luftwaffenmission, Generalleutnant Speidel, die Paradeaufstellung ab. Im zweiten Wagen folgten der Kommandant der legionären Bewegung, Horia Sima, und der deutsche Gesandte Fatz ricius. König Michael begab sich dann auf die Ehrentribüne, auf der noch die Unterstaatssekretäre im Kriegsministerium und rumänische Offiziere Aufstellung nahmen. Zur Rechten des Königs stand General Antonescu, zur Linken General Hansen. Kommandiert wurde die Parade durch Generalleutnant von Rothkirch. Während das rumänische Ehrenbataillon vorbeimarschierte, sah man auch die fliegenden Verbände der Luftwaffe, Jäger, Bomber, Zerstörer, Aufklärer. Unter den Klängen der deutschen Wehrmachtskapellen folgte dann Infanterie. auf Krafträdern, Infanterie und Pioniere, leichte und schwere Artillerie, Nachrichtentruppen, Panzerkampfwagen aller Art, Flak, ein Bataillon der Luftwaffe, ein Infanteriebataillon und die Wachtkompanie der Wehrmachtsmission. Die Parade macht auf die dichten Zuschauermassen, die sich eingefunden hatten, großen Eindruck. Ein Prophet. Der politische Abenteurer und militärische Laie Winston Churchill führt auf seine Werse Krieg gegen Deutjchland. Die Art seiner Erfolge ist weit, bekannt. Der Mann, der im Weltkrieg die Kata- strophe von Antwerpen und Gallipoli verschuldete und der im englischen Krieg gegen Deutschland die Katastrophen von Namsos, Anoalsnes und Flandern herbeiführen half, ist bis heute weder durch den Vergeltungskrieg gegen London noch durch die Vernichtung wichtigster englischer Industriestädte zur Vernunft gekommen. Churchill ist der Mann, der alles zu können glaubt und nichts kann. Er hat bis heute ein reichliches Dutzend der höchsten Befehlshaber der englischen Wehrmacht abgesetzt. Sich selbst, als den Verantwortlichen, hat er dabei vergessen. Er hätte sich selbst als ersten in die Wüste schicken sollen, denn selbst in dem überheblichen England hat es Leute gegeben, und zwar militärische Fachleute, die Art und Wirkung des modernen Luftkrieges gegen England auf Grund ihrer Sachkenntnis r ichtig oorausgefagt haben. Im Jahre 1938 erschien in London eine unscheinbare kleine Broschüre unter dem Titel ,/Die Luftverteidigung Englands". Ihr Versaßer war der Commodore Charlton. Er schrieb damals: „London wird die er st en und schwersten Schläge durch die feindliche Luftwaffe erhalten. Die amtliche Ansicht über die Verteidigung ist wie folgt: Bei jedem Angriff auf London — so wird gesagt — muß der Feind einen gewißen Prozentsatz an Verlusten in Kauf nehmen Im Laufe der Zeit müssen diese Verluste, die sich dauernd erhöhen, die Rußland über unerschöpfliche und viel begehrte Rohstoffquellen verfügt, ist man in Moskau der Ueberzeugung, daß gute politische Beziehungen auch eine Voraussetzung für gute Wirtschaftsbeziehungen ein müssen. Der britische Botschafter in Moskau, Sir Staf- ord Cripps, der aus der englischen „Arbeiterpartei" kommt, hpt sich vergeblich bemüht, ein Störungsfeuer gegen die sich immer mehr vertuenden deutsch-sowjetrussischen Beziehungen einzuleiten. Er hat verschiedentlich im Außenkommißa- riat vorgesprochen und hat dort angeblich verlockende Vorschläge Londons unterbreitet Man hat ihn keiner 21ntroort gewürdigt, wie Lord Halifax im Oberhaus zugeben mußte. Im Kreml sieht man mit Erstaunen, daß London nicht müde wird, sich eine Abruhr nach der anderen zu holen. Das Spiel Churchills in Moskau ist ausgespielt! Das sowjet- russische Außenkommissariat läßt sich nicht, wie einst das zaristische Ministerium des Aeußeren, durch Intrigen einfangen. Es geht zielbewußt feinen ge- raben Weg weiter, der durch den Pakt Moskau- Berlin vorgezeichnet worden ist. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen 1-» Major Wick, der jugendliche Kommodore des Richthofen-Geschwaders und Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz, ist, wie wir schon gemeldet haben, am 28. November von einem Feindflug, auf dem er seinen 56. Gegner abschoß, nichtzurückgekehrt und wird seitdem vermißt. Eine Dermißtenanzeiae ist noch keine Todesmeldung. Trotzdem ist die Hoffnung, daß Major Wick noch einmal aus dem Unbekannten zurückkehrt, geringer geworden, nachdem jetzt sechs Tage seit seinem Ausbleiben verflossen sind. Vermutlich wurde er über der See abgeschossen. Man meint, daß er sich aus dem brennenden Flugzeug noch durch Fallschirmabsprung habe retten können. Aber Genaueres steht nicht fest. Die Suchboote, die sofort zu seiner Rettung angesetzt wurden, haben alles Menschenmögliche getan, um ihn zu finden und ihm, wenn er vielleicht auf den Wellen treiben sollte, Hilfe zu bringen, wie es ihnen schon in so vielen oft verzweifelt scheinenden Fällen gelungen ist. Ader die Suche nach Major Wick ist vergeblich geblieben. Es wäre ein Schmerz für das ganze deutsche Volk, wenn gerade dieser junge Held, der eben seinen 56. Gegner bezwungen hatte, nicht mehr in den Kreis seines ruhmreichen Geschwaders zurückkehren würde. Wir haben in diesem Kriege Fälle erlebt, in denen abgeschossene Flieger, die man schon aufgegeben hatte, sich schließlich wieder zu chrer Truppe durchschluge-n. Das ist im Kriege über England kaum möglich. Aber es fällt schwer, in einem solchen Falle die Hoffnung aufzugeben. (Bild: P.K. Ritter-Scherl-M.) der 6pü : des D e »6 iten in p. s.ckt und 'i i dir in V der Sck zeichne^ hön Mjeif y TM len FliÄ ig bes hatte. unsicher, ' Seite. $ ! ''MM o.^tktzW LH» Wer 2,1 nxito J Wt blitz Z.j t tonn 5 ? Whru^ Die prinzipiellen Weisungen des Obersten Poltt- türos, bas sich aus elf Personen zusammensetzt, wir- ln bann unknittelbar auf bie praktische Amtsfuh- nng bes Regierungschefs unb Außenkomnußars □ olotoro, der ja Mitglieb biefes Politbüros tft seinem Amt als Außenkommissar stehen Molo- t m brei stellvertretende Volkskommissare zur Sette. . £ ein erster Vertreter ist W y s ch i n s k i, der frühere Oberstaatsanwalt der Sowjets, dessen Name tn den i r eisten großen politischen Prozeßen genannt wor- drn ist, ferner Losowski und Dekanosow, t?r jetzt sein Amt gegen den Botschafterposten tn 2 erlin vertauscht hat. Dekanosow ist ebenso wie Stalin Georgier, in Baku geboren und m -titus e-zogen, hat er in der Verwaltung des Kaukasus eite hervorragende Rolle gespielt. Dekanosow ist erft 42 Jahre alt und hat sich also schon in sehr jungen Jahren politisch hervorzutun oerftanben, er o-nießt bas volle Vertrauen Stalins, seiner Ernen- tuveq auf ben Botfchasterposten in Berlin barf temnad) eine besondere Bedeutung zugesprochen t erben. Im Moskauer Außenkommißariat unter- fiani) Dekanosow das Ressort für den Nahen Osten mb ben Balkan, ferner leitete er bie Personal- ■ -in >' Riesenbrände weisen den Weg. von Kriegsberichter Hans Earatiola. (PK.) . . . ^ 2. Dez. (DNB.) Man hört bas Geräusch eines anrollenben Wagens. Der Staffelkapitän Hauptmann B. tritt ein, setzt sich zu ben Ka- meraben, entfaltet eine Karte: Southampton, er erläutert bie Einzelheiten bes Angriffes, nennt Den befohlenen Kurs. Unsere Staffel hat nur eine kleine Teilaufgabe im Rahmen bes großen Angriffes zu lösen, fieber ben Flugplatz wölbt sich ein sternenklarer £)immeL E s i ft e m p f t n b 11 d) k a 11. Die Besatzungen klettern in ihre Maschinen. Der Flug- zeugführer schaut auf bie Uhr. Noch wenige Minuten. Dann rollt bie Ju. jur Startbahn. Jetzt überquert sie in rafenbem Anlauf bas Felb. Fast unmerklich hebt sie sich vom Boben ab, nimmt Kurs auf England! Heber dem Kanal liegen breite Dunstschleier, aber in dieser Höhe ist die Sicht gut. Aufmerksam schaut der Beobachter nach vom, sucht ben Horizont ab. In der Ferne taucht bas Licht zahlreicher Scheinwerfer auf. Das gilt ben Kameraben, bie vor uns gestartet sind. Sie burchdrechen bie Sperre, bie die feindliche Abwehr an der Küste legt. Und dort, weiter hinten, was ist das? Das muß doch der Widerschein eines großen Brandes sein? Ein Vergleich mit der Karte. Die Richtung stimmt. Da drüben muß Southampton liegen. Andere Verbände haben also das Dernichtungs- werk bereits erfolgreich eingeleitet. Noch sind keine Einzelheiten zu erkennen. Noch ist die Entfernung zu groß. Aber das Ziel ist nicht mehr zu verfehlen. Der glutrote Schein am Himmel weist den Weg. Die Strahlen der Scheinwerfer kommen näher und kreuzen sich. Irren wieder ab. Sie suchen ein Opfer, aber sie finden es nicht. Immer wieder schlagen ihnen unsere Flugzeugführer ein Schnippchen. Drüben liegt die Insel Wight. Nun wird auch um uns der Feuertanz beginnen. Schon blitzt es auf. Es ist nicht anders, als bei ben früheren Einsätzen auch. Die englische Flak bemüht sich umsonst, sie , kann uns ben Weg nicht verlegen. , Portsmouth liegt hinter uns. Gleich ist bie . Maschine über Southampton Ein Blick hin- ; hinunter. An brei Stellen ber ausgebehnten Hafen- i anlagen wüten Riejenbrände. Hohe Dualm- ---ui ziineiiiu ijiAuv.« ~ a--7 , i e Beziehungen mit Moskau abgebrochen Don ten sowjetrussischen Vertretungen im Auslanbe sind ?chn Botschaften, unb zwar in Berlin Rom, Tokio, Ixmbon, Washington, Tschungkmg, Ankara Teheran, Kabul unb Vichy (augenblicklich durch einen (-eschäftsträger ad interim verwaltet). Neben Den Mtischen Vertretungen unterhalt Sowietrußland m ' ten Ländern, mit Denen es Handelsverträge besitzt, lssondere H a n d e 1 s v e r t r e t un g en. deren Le - i r diplomatische Vorrechte gemeßen und die wert- tDÜe Hilfsinstrumente der sow,etrussischen Außen- ZDlitik sind. Die ausgedehnten Hmibels- und Liese- ungsoerträge zwischen dem Reich und der «ow- j-tunion lassen deutlich die Bedeutung und Wich- ligteit dieser Handelsvertretungen erkennen. Da Die Anerkennung angtschingweis bei den leutnant Tenasuki und verletzte Oberst Kori- kane schwer. Die Behörden haben die sofortige Schließung der Stadttore angeordnet. Der gesamte Straßenverkehr wird überwacht, und zahlreiche Haussuchungen wurden vorgenommen. Es ist das erste Attentat in Peking seit Beginn des chinesisch, japanischen Konfliktes. Es wird mit dem jüngsten AnschlagaufdenSchanghai.Nanking. Expreß in Verbindung gebracht, dem 100 Tote und 250 Verletzte zum Opfer gefallen sind. Heftige Kämpfe an der griechischen Front. Der italienische Heeresbericht. Rom. 2. Dez. (DRV.) Der italienische wehr- Machtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: An der griechischen Front sind heftige Angriffe des Feindes überall zurückgewiesen worden. Der Feind» der durch unsere Gegenangriffe auf seine Ausgangsstellungen zurückgeworsen wurde, hat schwere Verluste, besonders aus dem rechten Flügel der 9. Armee, davongetragen, wo der durch intensives Artilleriefeuer vorbereitete Angriff von einem ganzen Armeekorps durchgeführt wurde. Au der Front der 11. Armee haben sich vor allem zwei Bataillone der Division pusteria und die Division Ferrara ausgezeichnet. An der Spitze des 47. Infanterie-Regiments ist Oberst Triz io als Held gefallen. Kavallerieabteilungen, die von unteren Alpenjägern überrascht wurden, sind vernich- let worden. Feindliche Flugzeuge haben ergebnislos Bomben auf unbewohnte Gebiete einiger Inseln des Do de- laues abgeworfen. 3n Oftafrika haben unsere Jagdflieger eia Flugzeug vom Wellesley-Typ auf dem Flugplatz von Ghedaref in Brand geschossen. Feindliche Flugzeuge haben la der Zone von Kassala Bomben abgeworfen: unter der Bevölkerung gab es zwei Tote und vier Verwundete. Ein feindliches Flugzeug wurde von unserer Flak abgeschossen. Weitere Einflüge haben bei Burao. wo zwei Frauen verwundet wurden, bei Assad und bei Mekemma, wo es drei lote und 17 Verwundete gab, statlgefundea. Das Seegefecht bei Sardinien. Europa will von der arroganten Dormundfchafr der Briten befreit sein, es sieht daher ohne Rührung zu, wie die deutsche Lustwaffe ihr unaufhaltsames Dernichtungswerk in England vollendet. Ev. Totaler deutscher Vombenkrieg Stockholm, 2. Dez. (Europapreß.) Der Londoner Korrespondent von „Soenska DagblaDet" de- mentiert die Behauvtungen amtlicher Londoner Stellen, daß die Deut|chen Angriffe auf Bristol, Southampton, Birmingham nicht so heftig gewesen seien, wie die Aktionen gegen Coventry. Der Korre-- spondent schreibt: „Der totale Dombenkrieg gegen EnglanD hat er st jetzt allen Ern st es begonnen, und alles, was man seit dem deutschen Massenangriff aus London am 7. September erlebt Hot, ist nur ein Kinderspiel im Vergleich zu dem, was ein englischer Prooinzort nach dem anderen in diesen Tagen erleben muß. Das ist uns voll- ständig klar, nachdem ich in den letzten zehn Tagen Coventry, Birmingham, Bristol und Southampton besucht habe. Southampton war das Ziel deutscher Bombenangriffe sowohl am vergangenen Samstag wie auch am Samstag vor acht Tugen. Aber die letzte Aktion war zweifellos die gewaltigste, man berechnet, daß, abgesehen von Dutzenden von ernsten Großbränden, unzählige kleinere Brände ent- standen." 9m Gegensatz zu den Mitteilungen des Informationsministeriums stellen auch amerikanische Agenturen fest, „dieser zweite deutsche Luftangriff gegen Southampton kann als der e r n st e st e charakterisiert werden, dem eine englische Stadt bisher ausgesetzt gewesen ist. Große Teile der Fabrik- anlagen und der Stadt selbst brennen noch, der Rauch liegt über der ganzen Landschaft." Die Löscharbeit der Feuerwehr wird als hoffnungslos bezeichnet. 9m Zentrum wurden zahlreiche wichtige Gebäude vernichtet. Zeitungchäufer find ein rauchender Aschenhaufen. Warenhäuser stehen nur noch als schwarze und ausgebrannte Ruinen. Das Hauptgebäude der Polizei erhielt einen Volltreffer. Die Opfer unter den Feuerlösch. und zivilen Hilfsmannschaften waren zahlreich. Paddington, Kensington und Battersea Bei dem deutschen Großangriff auf London, von dem der Wehrmachtsbericht des 1. Dezember spricht, wurden mit Bomben schweren und schwersten Kalibers auch die Stadtbezirke Paddington, Kensington und Battersea schwer mitgenommen. Sie liegen i m W e st e n Londons und schließen sich in einem Halbkreis um den vielgenannten Hyde- Park, an dessem östlichen Eingänge der königliche Luckhingham-Palast und Westminster mit dem Re- gierungsviertel liegen. Die Stadtbezirke von Paddington, Kensington und Battersea sind von gut 500 000 Menschen bewohnt und durch zahlreiche Eisenbahnlinien besonders wichtig. Die Themse hat hier noch sehr starken Verkehr, obwohl die meisten Docks unterhalb der „London Bridge" kurz oberhalb des mittelalterlichen Towers ihr Ende erreichen. Die genannten drei Londoner Stadtbezirke haben sich erst mit dem Aufblühen der Industrie seit etwa 150 Jahren entwickelt. Früher waren sie ländliche Kirchspiele außerhalb des engeren Londoner. Bereichs. Die unmittelbare Nachbarschaft des Hyde-Parks ist ein hocharistokrattfches Villenviertel. Großes englisches Ll-Boot ^riab* verloren. Berlin, 2. Dez. (DNB.) Di« britische Admiralität gab in der Nacht zum Montag, wie der englische Rundfunk mitteilt, eine amtliche Verlautbarung heraus, daß das britische U-Boof „It lab“ als verloren angesehen werden müsse. Das große U-Boot „Iriab“ gehört zu den modernsten englischen U-Booten. Ls hat eine Wasserverdrän- aung von 1000 Tonnen und ist bestückt mit einem 10,2-cm-Geschüh und sechs Torpedorohren. Wangtschtngwei. — (Scherl-Bilderdienst-M.) sie bisher nur eine der Regierungen in China war. Die einzelnen Vertragspunkte regeln die Frage der Souveränität, der kulturellen Zusammenarbeit, der wirtschaftlichen Gleichstellung, die den' Japanern überall im souveränen China zugestanden wird, wobei Japan der Regierung in Nanking alle Konzes- fionsgebiete zurückgibt und außerdem auf das Recht der Exterritorialität verzichtet. Ferner wird bestimmt, daß China zwei Jahre nach Einstellung der Feindseligkeiten von den Japanern geräumt wird, angenommen die Gebiete, die besonders bezeichnet werden. . R o m, 3. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die vom Ma. rineministeriurn eingeladenen ausländischen Presse. Vertreter haben bei der Besichtigung der an dem Seegefecht von Kap Teulada beteiligten italienischen Kriegsschiffe einwandfrei feststellen können, daß diese weder von Torpedos noch von Bomben, noch von Geschossen erreicht oder beschädigt worden sind Der schaden auf italienischer Seite beschränkt sich auf den zeitweiligen Ausfall des Zerstörers ,Zan- Schutz einiger Kreuzer am Mittwochabend oollia unbehindert in einen italie- oT yQ'en dur Reparatur abgeschleppt worden st. Auf englischer Seite fallen zeitwellig echs große Schiffseinheiten aus, darunter der von der englischen Admiralität zugegebene Schwere Kreuzer „Berwick", sowie ein zweiter Schwerer Kreuzer von der „Birmingham". rK' weitere große Einheiten, näm- ein Schlachtschiff, ein Flugzeugträger und noch ÄreuAer, von der italienischen Luft- waffe Volltreffer erhielten. Diese Tatsache wie auch der Umstand, daß die Engländer den Kampf ab- gebrochen haben, das Feld räumten und auch später den von zwei Ge schossen getroffenen Zerstörer „Lan- eiere völlig unbehelligt ließen, kennzeichnet eindeutig den klaren Erfolg der italienischen Waffen. Bernhards Scheck. Don unterer Beniner Schristieitung. Cs ist eine schöne Sitte in Deutschland, einem Geburtstagskinde so viele brennende Lichter auf btt Geburtstagstorte zu stecken, wie es Lebensjahr« zählt. Freilich pflegt man später, wenn das burtstagskind schon erwachsen ist, von diesem Brauch wieder Abstand zu nehmen, well dann big Kerzen auf der Torte keinen Platz mehr finden und außerdem eine Verschwendung darstellen wür. den. Es zeugt von der Großzügigkeit der deutschen Luftwaffe, wenn sie trotzdem am vergangenen Samstag, als Churchill Geburtstag hatte, nicht, unversucht ließ, um zu dieser festlichen Gelegenheit die herkömmliche stimmungsvolle Beleuchtung in, ganzen Umfange zu liefern. 66 Jahre alt wurde Winston Churchill, und etwa 66 große Feuer brannten zu seinen Ehren in Southampton — ein Beweis unserer herzlich gemeinten Unglückswünsche für den Lügenlord. Auch von anderer Seite wurden Zeichen der „Anhänglichkeit" als Geschenk dargebracht, über die sich das schon viel zu alt gewordene Geburtstag?, kind freuen konnte. Beispielsweise wollte sich auch der verbiesterte Biesterfelder nicht lumpen lassen, doch war sein Beitrag sehr prosaisch. Stolz ver' kündete der Londoner Rundfunk, Prinz Bernhard habe dem Churchill-Geburtstagsfond einen Scheck über 35000 Pfund zur Verfügung gestellt. Woher der Junge bloß das viele Geld hat! Dom Munde abgespart? Don seiner nach Amerika ge. gangenen Schwiegermutter als Sonderzuweisung bekommen? Beide Hypothesen sind unwahrscheinlich, denn Wilhelmine hat sich für die mitgenommenen Staatsgelder soviel Grundbesitz in Washington ge. kauft, daß das knapp bemessene Taschengeld für den hoffnungslosen Schwiegersohn und Exprinzen kaum ausreicht, die Kosten eines standesgemäßen Stroh, witwerlebens in den Londoner Kellerbars zu be- streiten. An eine Extragabe über das Taschengeld hinaus war aus dem gleichen Grunde nicht zu den. ken. Kurz und gut, die 35 000 Pfund sind, wie der britische Rundfunk anschließend mitteilte, nicht von der „königlichen" Familie, sondern von der Br. Dotierung Javas aufgebracht worden. Bernhard, arm am Geiste und noch ärmer am Beutel, war nur der Ueberbringer des Schecks. Noch erfreuter über diese edle Geste als Chuv. chill, der nun immerhin ein Flugzeug mehr in den USA. bestellen kann, waren die Einwohner Hollands. Sie, die schon so oft die Heimtücke schen Luftüberfälle der RAF. auf ihre Wohnviertel, Krankenhäuser und Kirchen erleben mußten, haben ein ausgeprägtes „Verständnis" dafür, daß aus. gerechnet die Einkünfte aus ihren indischen Kolonien von dem Emigrantenprinzen benutzt werden, um Herrn Churchill die Fortsetzung feiner Der. brechen gegen das niederländische Volk zu ermög» lichen. Ev. - , —.-------1-**- er ist nicht rDbun!rn1?- ^'NOS sondern das Zufammenar- beüen mit China. Es ift eine geschichtliche Notwen- bigfeit, daß China, Mandschukuo und Japan, die in ültafien ena beiemanberliegen, sich unter Beibehal- indwrduellen Verschiedenheit zusammen- chließen, um das gemeinsame Ziel, die Gewähr- leiswng des Friedens in Oftafien, zu erreichen." pn®Qn9 ^inflmei, wie Tschiangkaischek ein enger Mitarbeiter des verstorbenen Erneuerers einer nationalchinesischen Ideologie, Su- v^otsen hatte sich bis dahin im Sinne Tschiang- kailcheks betätigt. Nach diesem Appell des Für- ?O"Oye trat Wangtschinawei offen auf die Z^aner und verließ die Fahnen Tschiang. kaischeks. Zuerst richtete er einen Friedensappell an öie ^hmesen, den Tschiangkaischek dadurch beantwortete, daß er ihn als Landesverräter und Deser. teur bezeichnete. Dann wurde Wangtschinawei Chef iqXT votwnalen Nankingregierung, die am 1. April änücfefct wurde. Sie scheint in dl- nnrr^?eH Doden gewonnen zu hoben, denn die vorsichtigen Japaner haben sie jetzt als Dertre- Eine neue japanische Wirischastsverfaffnng. -AoEvhama, 3. Dez. (Europapreß.) Die japa. Nische Regierung errang in der Kabinettssitzung vorn Sonntag einen bedeutenden Sieg über d i e innerxolitische Opposition, die sich in reaktionären Finanz, und Wirtschaftskreisen zusam- mengeballt hat. Nach scharfen Debatten stimmte das Kabinett in einer fünfstündigen Sitzung der neuen x ^F°/tsverfassung du. Damit nahm das Kabinett den von Reichsminister Hoshino ausgearbeiteten Plan an, der die japanische Wirtschaft emem strengen Führerprinzip unterwirft und dem Staat die volle Befehlsgewalt über die Wirt- schäft einräumt. 9n einer zum Gamstag einbenrfenen Dersamm- Wirtschaftskapitänen im Industriezentrum Osaka hatte der Kriegsminister diese Forderung gestellt. Unter dem Eindruck der Kundgebung und des entschlossenen Auftretens des Änegsminiffers trat am Sonntag das Kabinett zusammen und • = nepmigte den Hoshino-Plan. Der Plan sieht vor allem eine Lösung Der wirtschaftlichen Abhängigkeit Japans von den Der- einigten Staaten und dem brittschen gr D0S zweite wesentliche Grundlinie sieht die A u s s ch a l t u n g des privaten Ge« winnstrebens vor, das dem Allgemeininter- esse unterzuordnen ist. Nach dieser Linie wird fort- wirtschaftliche Betätigung nicht nur der prioaten Bereicherung, sondern vor allem gemein- nutzlgen Interessen der Volksgesamtheit zu dienen Haden. Die Privat-Initiatioe dehält jedoch weiten Spielraum. Weiter sieht der neue Wirtschastsplan ae- von Wirtschaftsgruppen vor, deren Leiter ernannt werden. Die großen verttkal aufge- bauten Konzerne werden künftighin horizontal den autoritär gelenkten Wirtschaftsgruppen eingegliedert. Attentat auf japanische Offiziere in Peking. si-^s^and..2. Dez. (Europapreß.) Wie die ita- lienischen Blatter aus Peking melden, gab ein Chinese auf zwei hohe japanische Offi- ziere zu Pferd sechs Revolverschüsie ab, tötete Oberst- Am letzten Novembertage ist zwischen Japan und der Regierung Wangtschingwei in Nanking ein Abkommen getrosten worden, dessen Bedeutung von der javanischen Presse sehr hervorge- hoben wird. In diesein Vertrag tritt die chinesische Nationalregierung Wangtschingweis zum ersten Male als gleichberechtigter Faktor auf, ist also von den Japanern anerkannt worden und erhebt d:n Anspruch, ganz China zu vertreten, während lieber die ungeheuren Schäden, welche die pau- senlosen Großangriffe der deutschen Luftwaffe gegen zllbtons Industriezentren und Hafenstädte hervor- gerufen haben, liegen viele und eingehende Berichte aus neutraler Feder vor. Selbstverständlich dürfen mefe neutralen Zeitungskorrespondenten nur die Zerstörung schildern, welche in den inneren Tellen der betroffenen Städte stattgesunden haben. Sie dürfen nichts sagen über die sehr viel schwereren Schäden, welche die deutsche Luftwaffe in Den meijt außerhalb Des StaDtkerns liegenden I n - t> u ft r i e -, Rüstunas -, Werft- unD Ha - f en anlagen verursachte. Der britische Zensor ftreicht raDikal alle Derartigen AnDeutungen aus Den Depeschen heraus. Aus Dem gleichen Grunde sind m den neutralen Korrespondentenberichten auch keine Gedankengänge Darüber enthalten, welche Folgen das deutsche Vergeltungsbombardement für die weitere Entwicklung des Krieges haben könnte. umso aufschlußreicher ist es, wenn sich neutrale ?^^ulfchkeiten, welche die Sachlage kennen, über Die Wirkung und Wirkungsweise der deustchen Luftangriffe einmal aussprechen. D^r Leiter des Londoner Büros von Associated Preß, Milo Thompson, ist kürzlich nach den USA. zurück- gekehrt und daher in der glücklichen Lage, ohne Be- Hinderung durch die britische Zensur seine Gedanken äußern zu können. Er erklärte u. a., daß Die fTbrafrbicrun0 bcr BritenstäDte langsam aber um ' „Damit wäre also der Grundaufbau eines souoe- ränen China und eine chinesisch-japanische Zusam- menarbett gewährleistet, wenn nicht die in Tschung- nng am oberen Iangtsekiang residierende Regierung des Marschalls Tfchianakaischek den Widerstand gegen dieses Programm sorstetzt. Als im Juli 1937 Die Schüsse an Der Marco-Polo-Brücke in Peking Die gewaltige Auseinandersetzung zwischen China und Japan einleiteten, ahnte niemand, welches Aus- maß der Konflikt annehmen würde. Nach Den ctjnellen Erfolgen Der Japaner, ihrem Siegesmarsch von Peking bis Nanking und Tfchiankaischeks Flucht aus dieser Haupsttadt Des Südens, von Der aus d?gn einmal, vor hundert Jahren, Der Ruf nach Mnns Erneuerung erscholl, sind die militärischen Fronten fall unbeweglich geblieben. Ein Nervenkrieg ßfcte ein. Der von Japan dazu benutzt wurde, sich das geistige Rüstzeug im Kampf um China zuzu- legen. Erst am 3. November 1938 wurde in einer ®rflärung des Fürsten Konoye, der Damals, wie Deute., Das Amt eines japanischen Ministerpräsidenten mnehatte, Der schöpferische Gedanke einer Neu- orönung Asiens als Kriegsziel bezeichnet. Damals jagte Konoye: „Japans Wunsch kann nicht Der Nie- Hergang Chinas sein. Er ist vielmehr Die WieDer- Das Echo in London und Wafhinaion. Tokio, 2. Dez. (Europapreß.) Die Reaktion d e s A u s l a n d e s auf Das zwi-fchen Tokio unD Nanking geschlossene Abkommen über Die Anerken- 1 mg Der Regierung Wanstchingweis wird in japanischen Kreisen aufmerksam verfolgt. Man bezeichnet es als charakteristisch, Daß Präsident Roosevelt an dem gleichen Tage, Da Der $er- trag in Nanking unterzeichnet wurde, eine neue USA. - Anleihe von 50 Millionen Dollar für Die chinesische Regieruna in Tschungking an- kündigte und einen weiteren Kredit in gleicher $)öf}e zur Unterstützung Der Tschungking-Regierung in Aussicht stellte. Auch Die MelDungen Der japanischen Presse aus Lo nDon, wonach Der britische Außenminister Lord H a l i f a y am Tage Der Vertragsunterzeichnung Den chinesischen Botschafter empfing unD eine weitere Unter st ützung Tschungkingsversprach, sowie Die Fort- fetzung Der Munitionstransporte über Die Burmastraße finDen gleichfalls Beachtung. Diese Haltung Der Gegner Japans komme, so stellen Die Blatter fest, keinesfalls überraschen D. Da durch Den Nanking-Vertrag Die japanische Poli- hf einen noch energischeren Kurs zur Bei- legung Des China'Konfliktes als bisher eingeschla- gen habe, sei es unnötig, Die englisch-norDamerika- nstche Haltung als von enstcheidender Bedeutung h'.nzustellen. Japan werde jedoch die Wachsamkeit gegenüber jedem Schritt dieser Mächte verdoppeln. feindlichen Versuche schließlich zum Stehen bringen. Die schwache Seite dieses Planes ift Die, Daß er offensichtlich einen Prozeß Der Abnutzung bedingt, währenD unser eigenes Hauptbevölkerungszentrum einem BombarDement und allem, was Damit zusammenhängt, ausgesetzt sein roirD. 9n der Tat, wenn Der FeinD gut beraten ist, bann wirb er, wenn er Die Hauptstadt genügenD zugedeckt hat, seine Aufmerksamkeit anDeren Orten zürnenden, unD das würden selbstverständlich u n • fere Hafen st ädte sein. Von den Erzeugnissen unserer eigenen Landwirtschaft können wir uns nicht ernähren. Wir müssen Lebensmittel aus Ueberfee einführen. Daraus folgt, daß unsere größeren Häfen wie Glasgow, Liverpool, Bristol, Cardiff, Hüll und New Castle jeder-eine von ihnen abhängige Bevölkerung zu versorgen haben, wie es ja auch bei London der Fall ist. Die Schäden, Die ihnen durch ein Lustbombardement in großem Ausmaß zugefügt würden, müßten Das im Umkreis liegende Binnenland bis zu Den entferntesten Dörfern ?enau so in MitleiDenschaft ziehen und Die Bevöl- erung in Die tiefste Not versetzen. Die vollstänDige Zerstörung würDe einen Zustand herbeiführen. Daß alle Maßnahmen dagegen vergeblich bleiben müßten ... Wir können uns darauf verlassen, daß Deutschland unsere Wirtschaftsstruktur genau studiert hat und daher genau weiß, wo es Die schwachen Stellen in unserer DerteiDigung zu suchen hat." Das ist so einfach und so flar wie nur irgend möglich. Was aber sagte Der militärische Laie Churchill noch am 11. September? .Zweifellos verbraucht Hitler seine Jagdstreitkräfte, und zwar in sehr hohem Ausmaß, und wenn er nur noch einige Wochen so weiter macht, Dann wirD er diesen wichtigsten Teil seiner Luftwaffe abnutzen und ruinieren." Inzwischen hat sich ja aus Den zahlreichen Bekundungen unserer Flieger ergeben. Daß es Die englische, nicht etwa Die Deutsche IagDwaffe ist. Die sich „in sehr hohem Ausmaß" verbraucht hat. Besonders bemerkenswert an Der Broschüre Des Cvmmodore Charlton aber ist Die Tatsache, daß er schon damals, vor zweieinhalb Jahren, Die deutschen Angriffe als völlig b e g r ü n D e t empfand. Er schreibt Darüber: „W i r waren es, Die Den Deutschen Den Mord an Kindern vorgeworfen haben, weil seine Kreuzer im Weltkrieg einen Ha- fen an Der Ostküste beschossen und weil später Die Deutschen Flieger Bomben wahllos auf Großstadt- bezirke warfen. Aber indirekt waren wir ja in viel höherem Grade Kindermörder, denn wir haben in dem feindlichen Lande damals eine Nahrungsmittelnot verursacbt; Die Gesundheits- statistiken über den letzten Teil Des Weltkrieges zeigen Das zur Genüge. Das war legale Kriegführung. Sie erfüllte ihren Zweck vortrefflich — so vortrefflich, daß es für unseren früheren Feind Die reine Narrheit wäre, jetzt in Der umgekehrten- Lage die Situation nicht auszunutzen und uns Das anzutun, was ihm selbst zugefügt wurde, falls es zum Kriege kommen sollte. Solche Methoden müßen sich w i e ein Bumerang auswirken, wenn die Gelegenheit dazu vorhanden ist. Und die Luftwaffe besteht heute als ein Instrument, Das fürDen Angriff geradezu geschaffen ist." Das waren immerhin sehr bemerkenswerte Ein- geftänbniffe für einen hohen Fliegerkommandeur. Der ein so vollblütiger Engländer ist wie Churchill selbst. Aber Herr Churchill, der in seiner Jugend als Berichterstatter mit sachlich unbegründetem Offiziersrang an einigen englischen Raubkriegen teil- genommen hat, hielt sich seitdem für einen militä- rischen Fachmann. Das hat ja auch dazu geführt, daß er, als er im Weltkriege zum erstenmal als ein Mann Marineminister wurde. Der weder von Der Marine noch vom Seekrieg eine Ahnung hatte. Dem vor Gallipoli kommandierenden englischen Admiral die verrücktesten Telegramme mit Angriffsbefehlen schickte, obwohl er noch nicht einmal Das Kampfgebiet, geschweige Denn Die Gefechtslage Dort kannte. Dabei ist er geblieben. Er hat sich biefes erhabene Selbstvertrauen bis in unsere Tage zu erhalten ae- wußt, ohne Rücksicht Darauf, daß die Weltgeschichte, ' Die eigenen Fachleute und vor allem Die Fachleute Des Gegners dieses Selbstvertrauen immer wieder als Die alberne Anmaßung eines Bankerotteurs ' entlarvt haben. B. R. Unaufhaltsame Vernichtung. ; 13on unterer berliner Gchristleüung. tung Des souveränen China anerkannt. Aber Der Undurchsichtigkeit Der chinesischen Verhältnisse ist es nicht ausgeschlossen, daß Der zwischen Den beiden Staaten jetzt geschlossene Pakt noch weitere Kreise ziehen wirD. Um Diese Gefahr für Die Ameri- kaner unD Engländer zu bannen, hat Roosevelt der Tschunking-Regieruna roieDer einmal 100 Mil- lionen Dollar als Anleihe zur Verfügung gestellt, aber diese Handlungsweise zielt nur auf eine Verlängerung des Kampfes um China bis zum Sankt Nimmerleinstag, während Doch aeraDe China eigentlich Das größte Interesse an einem balDigen Ausgleich und, auch vom Standpunkt Tschiangkaischeks aus, an der Beseitigung des westlerischen Ausbeutungssystems haben sollte. E.S. leben, daß keine kriegswichtigen Objekte getroffen JelcnC Bombardierung komme einer schleichenden Strangulierung gleich und der einzige Hoffnungsstrahl sei der, daß man bei Dem gegenwärtigen Tempo Jahre gebrauchen wurde, um England zu erledigen, ein Hoffnungs- [trabl. Der mit Der inzwischen verschärften Bom- barDierung immer Dünner wird Nachdem Thompson so Die Aussichtslosigkeit Der militärischen Lage Englands geschildert hat, kommt er zu einer sehr wichtigen Erkenntnis. Er sagt näm- ich, der Gipfelpunkt der britischen Schwäche liege nf^berArUfnbxeIJe?tI)eii der Engländer selbst. England habe zahlreiche Freunde, solange es diesen zweckdienlich erscheine. Doch habe er in 9an3 Europa keine Nation tennengelernt, Die Gng. willen schätze. In dieser Feststellung Thompsons, Der ein Demokrat unD gerotö fein ^reunb Des Nationalsozialismus Jl'icgt in der Tat Die tiefere BegrünDung für Die Tatsache, Daß EnglanDs Sache schon verloren ist. ü .zynisches Eingeständnis des Mordes" U(fW Wdjeini °rs zu 3 armer M 'wohn, Ev, Schnellkur bei Erkältungen, Grippegefahr! Ergebnislosigkeit der Wirtschafts- besprechungen Lord Willingdons. Ein einen diesen in !0i Aus aller Welt Verhängnisvoller Fang. Tlickholm, 2. Dez, (Europapreß.) In den erlin 3®ei Wochen der zivilen Ungehorsamkeits- in Indien sind hundert Mitglieder der öi'Mh-en Kongreßpartei verhaftet worden. Unter .nicht der ’ i i Boi irft ftotl. ie sofoch )er gesM! zahlrech Es Ist ba s chinG m jüngst,; l a n f lnc*| i 100 ü\ ib. h'ngton J i?ld für wzen y gen Std dänischer Fischkutter bekam im Skagerrak länglichen Gegenstand ins Garn und barg an Deck. Dort explodierte das Fundstück — offenbar eine Mine — und tötete den Kut- Deutsche Wacht am Cap Gn's Nez Von unserem Berichterstatter Hans Glebsattel. ie ,er an tit rf rt*s i ans. JJ >»jS ein jeitsn. I !v> Erkältungen behandelt man häufig unsachgemäß durch Trinken arößerer Flüssig- keitsmenyen. die nicht selten das Herz unnötig anstrengcn. Unschädlich und doch wirksam ist folgende Echnellkur: Kurz vor dem Zubettgehen oder im Bett möglichst heiß je 1—2 Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker mit etwa der dovvclten Menge kochenden Wassers gut verrührt trinken und dann schwitzen. Sn hartnäckigen Fällen wird diese Anwendung 1 bis 2 mal — abends — wiederholt. Zur Nachkur, und um Rückfällen entgegenztzwirken^ nehme man noch einige Tage und zwar 2—3 mal täglich, einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist in 1 Taffe Pfefferminz- oder anderem Tee. t: gerichteten Absichten wenig erfreut zeigten, über das wirtschaftliche Ergebnis der Bespre- en enttäuscht seien. ^Dänemark und Island. Apenhagen, 2. Dez. (DNB.) In der islän- jd)n Stunde des dänischen Staatsrundfunks an- ßlih des Nationalfeiertags Islands richtete iitEsmimfter Stauning einen herzlichen Gruß .äiimarks an Island. Selbst wenn die Berbin- -lizwischen den beiden Ländern augenblicklich ab« Dieses Rezept hat schon vielen geholfen! So schreibt beispielsweise Herr Fritz Finger (Bild nebenstehend). Bankkaufmann, Thvrow Krs. Teltow, von Acken- bachstr. 33 am 6.10.40: »Meine Familie und ich selbst haben Klosterfrau-Melissen* geilt bei Erkältungen bzw. Grippeanfällen angewandt und haben in allen Füllen reckt gute Erfolge erzielt. Klosterfrau-Melissengeist hat meist nach 1—2 maliger Einnahme nack Gebrauchsanweisung die Erkältungserscheinungen beseitigt. Seb Klolterfrau-Mcliffcngeist jedem bei Erkältungen empfehlen. den Verhafteten befinden sich vier ehemalige Pro- vinz-Ministerpräsidenten sowie mehrere Mitglieder des Zentral-Äusschusses des Allindischen Kongreffes. Die meisten sind zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, welche bei den Frauen mit drei Monaten beginnen, bei den Männern mit 18 Mrmaten. Eine Kolonial-Technische Arbeitstagung in Stuttgart. Stuttgart, 2. Dez. (DNB.) Der Verein deutscher Ingenieure im NS.-Bund deutscher Technik eröffnete seine erste Tropen- und Kolonial-Technische Arbeitstagung. Unter den Ehrengästen konnte der Tagungsleiter Dr.-Ing. h. c. Schult (Essen) Reichsminister Dr.-Ing. Todt und den Reichsleiter des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsstatthalter General Ritter von Epp begrüßen. Reichsminister Dr. Todt gab der Versicherung Ausdruck, daß die deutsche Technik bereitstehe, ihre Aufgaben in den Kolonien mit der gleichen Energie aufzunehmen, mit der der Nationalsozialismus jede Aufgabe angefafct habe. Die deutschen Ingenieure seien bereit, ihre in Europa gewonnenen Erfahrungen zur Erschließung der Kolonien, um deren Erringung der gegenwärtige Kampf geht, an- zuwenden. General Ritter von Epp ging auf die Probleme ein, die der deutsche Ingenieur in den künftigen Kolonien zu lösen habe. Zu den Schwierigkeiten, die der Technik ganz anders geartete Aufgaben stellten als bei uns, geselle sich der Kampf der Medizin und Chemie gegen die kolonialen Krankheiten und Schädlinge. Da aber die deutsche Wissenschaft auf diesen Gebieten führend sei, hätten wir die Zuversicht, diesen Kampf erfolgreich zu bestehen und alle gesteckten Ziele zu erreichen. Herrenmenschentum der Arbeit. Der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau schreibt: Immer wieder kann man gedankenlose Schwätzer von einem .cherrenmenschentmn" faseln hören. Was meinen Sie damit? Sie meinen, nach gewonnenem Krieg und glorreichem Sieg brauche kein Deutscher mehr „untergeordnete und unangesehene" Arbeit zu leisten, die darum schon jetzt bei der Berufswahl ausgeschaltet werden könne. Auch die Landflucht verlöre dann an Bedeutung; denn fremdländische und fremdblütige Ar- b e i t et wie Polen, Tschechen und dergleichen würden die heimischen Arbeitskräfte ohne weiteres ersetzen. Wie falsch, wie unüberlegt, ja töricht ist das! Es ist gerade schlimm genug, daß wir jetzt m der Kriegszeit a u s N o t auf diese Fremdvölker zurückgreifen müssen. Das kann und darf nur ein Uebergang der Kriegswirtschaft sein! Der großen Gefahren, die darin liegen, sollen und müssen wir uns stets bewußt bleiben, wobei diejenigen auf blutmäßig-rassischem Gebiet nicht minder schwerwiegend sind als die in wirtschaftlicher. sozialer und anderer Richtung. Was heißt überhaupt „untergeordnete und unangesehene" Arbeit? Die gibt es überhaupt nicht! Der Führer hat das Wort geprägt: „Arbeit adelt." Jeder arbeitsame Deutsche trägt mit feiner Arbeit, der geistgen sowie der Muskelarbeit, zum Bau des.Reiches bei — ganz gleich, in welchem Beruf er steht. Das nicht selten herangezogene Beispiel der Verhältnisse im alten Preußen ist völlig fehl am Platze und mißverstanden. Denn die als Herrenmenschen hingestellten damalaen Adeligen, Offiziere, Beamten und andere aus Wirtschaft und Arbeit waren, wenn sie wirklich Herrenmenschen waren, es nicht nur von Geburt, oder durch ihre Stellung oder durch Geld, ober sonstwie, sondern sie waren es lediglich aus ihrer ganzen Haltung heraus und in ihrem ganzen Tun und Lassen. Auch damals, zumal zur Zeit des „Alten Fritz", des großen Soldatenkönigs, gab ei keine wahren Herrenmenschen ohne Leistungen. In diesem Sinne nahm auch das Bürger- und Arbeitertum wachsenden Anteil daran, bis im jüdischen Marxismus der bedrohliche gemeinsame Feind auf der Bildfläche erschien. Eine neue Art des Herrenmenschentums — eine ganz andere aber, als jene glauben — leitet sich jetzt ein. Es ist ein Herrenmensch, der nach Ueberwindung des sektiererischen Individualismus einerseits und der Masseneinstellung anderseits sein Dasein formt in einer echten, sozialen Volksgemeinschaft. Es ist ein Herrenmensch von Geburt, d. h., aber gemäß seiner angeborenen Art der Eigenpersönlichkeit und der Entwicklung dahin. Der Weg, der dazu führt, ist durch Arbeit und Leistung vorgezeichnet — nur dadurch, und er setzt strenge Selbstzucht und Einard- nun g voraus. Er fordert ein hohes Maß von Pflichtgefühl und D erantroortung in seiner gesamten Persönlichkeit. Das ist Herren- menschentum nationalsozialistischer Prägung. habe in der Nacht, die wir in Boulogne verbrachten, von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen, allein schon 22 Luftangriffe gezählt. Der* Feind hat durch den Londoner Rundfunk verkünden lassen, er würde alle Städte und Dörfer an der Küste bis hinunter nach Brest in Schutt und Trümmer legen. So trifft er doch nur die französische Zivilbevölkerung. Aber die O. T. baut hier den neuen Wall an oer Küste, der nicht zu stören ist, der zugleich dem Feinde das Betreten des europäischen Festlandes für immer verbietet und eine Ausgangsstellung für unsere Wehrmacht für weitere Operationen schafft. Wir sahen manchen O.-T.-Arbeiter, der auf seiner grünbraunen Uniform das Bändchen des E. K. trägt. Auf der Fahrt zu dieser Baustelle kamen wir an einer Windmühle vorbei, zu deren Füßen zwei frische Gräber lagen. Die Kreuze schmückten die Schiffchen der O.-T.- Uniform. Mitten ineber Arbeit hatten feindliche Granatsplitter dem Leben ein Ziel gesetzt. Tief hinunter in die Erde reichen die Fundamente aus Beton und Stahl für die fchro er en G e - schütze. Dort unten lagert die Munition, unerreichbar allen feindlichen Bomben und Granaten. Ein Aufzug befördert die schweren Brocken in den Geschützturm. Das Schießen mit diesen gewaltigen Kanonen ist beinahe eine Wissenschaft. Ein Dutzend und noch mehr verschiedene Werte sind für das Richten und Zielen zu berücksichtigen: die genaue Entfernung des Zieles, der Luftdruck, die Windrichtung, die Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit, die Erdumdrehung usw. usw. Braucht doch ein solches Geschoß Minuten bis zu seinem Ziel. Ein O.-T.° Führer erzählte uns hierzu folgendes Erlebnis: Wir hatten ganz dringende Arbeiten auszuführen. Die Baustelle lag in einem Dörfchen über der Külte. Der Feind hatte herausbekommen, daß in diesem Dörfchen etwas los war, und schickte uns oon_ Zeit zu Zeit seine „Grüße" über den Kanal herüber. Die Aufklärung unserer Wehrmacht hatte aber bald die Richtung des feindlichen Ferngeschützes ermittelt. Allerdings hatten wir schon einige Verluste. Wir stellten nun auf den höchsten Punkt des Dorfes einen Posten auf, der ständig die Richtung des feindlichen Ferngeschützes auf der anderen Seite des Kanals im Auge hatte. Sobald er Mündungsfeuer wahrnahm, stieß er in ein Horn. Alles stürzte in die Unterstände und binnen 60 Sekunden war die gesamte Baustelle geräumt. Vom Mündungsfeuer bis zum Einschlag der Granate vergingen genau 70 Sekunden. Nach dem Einschlag kamen alle Mann wieder aus den Unterständen zum Vorschein und die Arbeit ging weiter bis zum nächsten ,Lornruf". Calais liegt am südwestlichen Ende der flandrischen Tiefebene. Von Calais südlich beginnt die Steilküste des welliaen Hügellandes der Picardie. Parallel zur Küste, auf und ab, über Hügel und durch Täler, durch die sich Bächlein zum Meere schlängeln, vorbei an immer neuen Badeorten mit herrlichem Strand zieht sich bis nach Boulogne eine gute gepflegte, für den Autoverkehr gebaute Straße. Sie kommt uns für unsere Befestigungsarbeiten an der Küste sehr zustatten. So hat die O. T. sie denn auch in ihre Obhut genommen. Wo es notwendig ist und der starke Transportverkehr es erfordert, wird sie verbreitert und stärker befestigt. Für Straßenarbeiten stellt sich übrigens die französische Bevölkerung, die nicht evakuiert ist, zur Verfügung. Der Einsatz der O. T. erfolgt nach einem genauen Plane. Der Arbeit auf der Baustelle geht der Antransport des Baumaterials voraus. Holz, Zement, Stahl, Kies, Wasser, ferner Lebensmittel für die O.-T.-Arbeiter nebst Einrichtung für die Unterkunft muß oft von sehr weit herbeigeschafft werden. Also wurde in dem Bauabschnitt die Eisenbahn vorgeschoben und ein Bahnhof erstellt. Hier rollen Tag für Tag die Güterzüge mit Material an, und eine Kolonne von Lastautos ist stets unterwegs, um zunächst einmal alles das bereitzustellen, was für den Bau notwendig ist. Aber was wir auf unserer Fahrt an Baustellen sehen, ist nur noch Ergänzung. Zum größten Teile ist das Werk fertig. Es steht. Aber es wird immer noch stärker und fester. Mit diesem Werk der Küstenbefestigung ist eine Waffe geschaffen worden, mit der Kriegsmarine und Heer die Wacht halten, die Wacht am Kanal. Kleine politische Nachrichten. Aus Anlaß des 50. Wunschkonzertes für die Wehrmacht hat der Führer dem Gestotter der Wunschkonzerte Heinz G o e d e ck e das Kriegs- verdien st kreuz II. Klosse verliehen. Reichsminister Dr. Goebbels überreichte Goedecke diese Auszeichnung zugleich mit feinem Bilde. Kanalküste, November 1940. Wir stehen am Cap Griz Nez, an einem schönen hellen Herbsttage. Die Lust ist leicht dunstig; trotzdem sehen wir mit dem bloßen Auge drüben auf der anberen Seite des Kanals im Sonnenlicht den weißen Streifen des Kreidefelsens scheinen, und durch das Glas erkennt man deutlich die englische S t e i l k ü st e, die sich westlich von Dover erstreckt. Auch der Hafen von Dover ist mit der Einfahrt zu erkennen. Unser Blick schweift hinüber nach rechts, über eine schmale Meeresbucht, an der sich ein kleiner Badeort zu beiden Selten einer Vachmündung entwickelt hat, hinüber zu dem benachbarten Cav Blanc Nez, auf dessen steiler Höhe sich das Denkmal für Louis Bl 6riot erhebt, der als erster Flieger den Kanal von dieser Stelle aus überquerte. Auch drüben, auf der anderen Seite bei Dover, wo er landete, bauten ihm die Engländer ein Denkmal. Damals, es war am 25. Juni 1909, wurde England feines insularen Charakters erstmalig entkleidet. Wie gern würden sie heute da drüben, wenn sie könnten, diesen Tag für immer ungeschehen machen. Während wir über diese Entwicklung nachsinnen, sehen wir über dem Kanal ein deutsckes Aufklärungsflugzeug die Wasserfläche und die Küste abpatrouillieren. Aber die Wasserfläche ist, so weit wir es von unserem weit ins Meer oorge- schobenen Posten sehen können, leer. Ein einziges Schiff, das wir als ein deutsches Vorpostenschiff ausmachen, wirft in Richtung Calais eine weiße Bugwelle auf. Sonst ist nichts zu sehen als die grüne Wasserfläche, die den Ausläufer des Atlantischen Ozeans bildet. Wohl versuchen die Engländer, ihre Geleitzüge aus dem Ozean durch den Kanal zu bringen. Hier, zwischen Gris Nez und Dover ist die s ch m a l st e Stelle, der kritische Punkt. Hier müssen sie durch, wenn sie die Themsemündung und den Hafen von London erreichen wollen. Aber Schiffe und Boote unserer Kriegsmarine, die bewaffneten Aufklärer und Sturzkampfflugzeuge unserer Luftwaffe sind auf der Wacht. Und wenn auch die britische Kriegsmarine ihren Geleitzügen hier an dieser Stelle den stärksten Schutz gibt, bestehend aus Kreuzern, Zerstörern, Schnellbooten und Unterseebooten, und schließlich auch noch Flugzeugsicherung durch Jagdflugzeuge; die deutschen Bomben, Granaten und Torpedos richten Verwirrung in diesen Geleitzügen an und halten reiche Ernte. Ein Teil bleibt auf der Strecke, ein anderer flüchtet in den Hafen von Dover, aus dem ihn die schweren Brocken der Küstenbatterien unserer Marineartillerie und unseres Heeres wieder vertreiben. Es muß schon schlimm stehen mit der Versorgung der englischen Hauptstadt, wenn sie trotz der Gefahren und Verluste immer wieder versuchen, ihre Schiffe nach London zu bringen und mit ihnen Vorräte an Lebensmitteln, die anscheidend so sehr dringend benötigt werden. Es scheint nicht mehr möglich zu sein, London, dessen Hasen in Flsiedens- zeiten 42 v. H. der englischen Einfuhr aufnimmt, von anderen Häfen, insbesondere von der Westküste aus, zu versorgen. Zu groß sind offenbar schon die Störungen und Zerstörungen, die unsere Luftangriffe in den übrigen Häfen hervorgerufen haben, vor allem in Liverpool, dem zweitgrößten Hafen Englands, der Londons Aufgabe im Falle einer Außerbetriebsetzung übernehmen sollte. Auch im Verkehrswesen scheinen bereits solche Stockungen zu bestehen. Sie würden sicher auf die tot- und verlustbringende Fahrt durch den Kanal verzichten, zumal ihr Schiffsraum infolge der täglichen Versenkungen immer knapper wird, wenn London noch reich an Vorräten wäre. Heute, an diesem sonnigen Herbsttage, machen sie keinen Versuch, durch den Kanal au kommen. Die Sicht ist gut und drohend sind die Geschütze der Küstenbatterien nach dem Wasser gerichtet. Die dicken Brocken fliegen aber auch hinüber über das Wasser der Straße von Calais bis weit hinein in Feindesland. Die „Kurfürsten" und die „Nibelungen" sind jederzeit schußbereit. Aber immer weiter noch wird die Küstenbefestigung von uns verstärkt. Die Organisation Todt ist hier im großen Umfange von der Kriegsmarine und der Heeresleitung ein- gefetzt. Ein Posten prüft unsere Ausweise sehr sorgfältig, auch diejenigen der höheren Marineoffiziere, die uns auf dieser Fahrt entlang der Atlantischen Küste von Zeebrügge bis Le Havre begleiten. Denn wir sind in der vorder st en Front, und der Feind versucht mit allen Mitteln, die Stellungen unserer Küstenbatterien herauszubekommen. Hunderte von O.-T.-Arbeitern stehen hier an der Küstenfront, ständig Luftangriffen und Beschießungen durch feindliche Ferngeschütze ausgesetzt. Ich Nach Gottes unerforschlichem Rat entschlief am 1. Dez., vormittags um 9 Uhr, nach schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden meine herzensgute Frau, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Steinmüller, geb. Spuck im Alter von 56 Jahren. In tiefer Trauer: Ludwig Steinmüller Otto Steinmüller, z.Z. im Felde Willi Steinmüller, z.Z. im Felde. Großen-Buseck, Alten-Buseck, Heuchelheim, Kl.-Linden, den 3. Dezember 1940. Die Beerdigung findet Donnerstag, 5. Dez., nachm. 2 Uhr. 1 n Großen-Buseck, von Schloßstraße 8 aus statt. ssevD ifichen sei, bestehe das geistige Band zwi- m Island und Dänemark fort. In beiden 23öltepi i i»s er gemeinsame Drang, wieder die c:oC e Selbständigkeit z u erreichen. Das i i irische und das dänische Volk haben durck fünf rOllti Ins cd)3 Jahrhunderte zusammengelebt und am osüt chsten nach dem Inkrafttreten des dänisch- cht. Mimischen Bundesgesetzes, das bestimmte, daß Js- g|i 11 und Dänemark freie und souveräne W Staaten seien, verbunden durch den gemein- i wortloil s, König und die in dem Bundesgesetz feftgeleg- ind HW ck i? Beftimmungen. Der Staatsminister gab den lewlejttMtin Wünschen Dänemarks für Island herzlichen igellaogH n Rach ihm sprach der isländische @e= rsev M Wsktriiger in Kopenhagen, Krabbe, oer sich ’ „xin Witalis über die engen Verbindungen zwischen let" «WLark und Island äußerte. o der M; ingtiii»ü)it Schweiz hat sinkenden Geburten- OTti^ Mschuß, steigende Kindersterblichkeit „T.:?: i et, 3. Dez. (Europapreß.) Aus einer Mit- 16 daEidgenössischen Statistischen Amts über W ” dsi hweizerische Bevölkerungsbewegung im ersten rill’11 Mifjr 1940 ergibt sich, daß bei den Eheschiie- le oon e* B ’nu e n seit 1936 erstmals ein leichter Rück- Ind WtM Mit g um 500 auf 15 500 zu verzeichnen ist. Die 6'edurtenzahl hält sich seit drei Jahren auf aq Lovba '>ähe von 33 500, dagegen weisen die ,«-fiäbb e befalle eine Vermehrung um 1900 )C6UÖ oiiet im 7 v.H. auf fast 29 000 auf. Der Geburten- j. sank daher auf den ungewöhnlichen *—---------------------- kann deshalb Klofferfrau-Mcliffengeist jedem bei Erkältungen empfehlen.“ Welter berichtet Fraulein Gerdi Sron, Schneiderin. Köln-Mülbcim, Wrangelffr. 8 am 9.10.40: -Klosterfrau- Melissengeist verwende ick schon seit mehreren Sohren. Insbesondere bei Erkältung und hartnäckigem Husten bat er mir gute Dienste geleistet und mich in kurzer Zeit davon befreit. Daß ich Klosterfrau-Melissengeist in den Kreisen meiner Bekannten immer weiter empfehlen werde, ist für mich selbstverständlich." Versuchen auckSie einmal bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder eines Grioveanfalls den bekannten Klofferfrau-Meliffengeist in der blauen Packung mit den drei Nonnen: erbälUid) bei Sbrcm Apotheker oder Drogisten in Flaschen zu RM. 2.80, 1.65 und 0.90 (Snbalt: 100, 50 und 25 ccm). Vergessen Sie ibn zücht bei Sbrcm nächsten Einkauf! Die Wirkung von Klosterftau-Melissengeist wird Sie gewiß befriedigen. dsliegtt -l eizrib von 4600. Während sich bei den Heiraten lugplah^ in Städten ein Ergebnis von fast 6600 ergibt, i ZWO wchf die ländlichen Bezirke bei einem Ausfall o abgtB' 1100 Ehen einen Tiefstand von 8950 auf. Die >i lote PX;ersterblichkeit hat um 20 v. H. zuge- ' itiinfe f,r3nn,Bn’ Die Zahl der gestorbenen Säuglinge stieg (ti Hin o113,0 au.l 1770' und zwar infolge von Grippe, te Li^Mentzündung und angeborener Lebens- ttindel W' schväye. Bisher hundert Mitglieder d «Zndischen Kongreßpartei verhaftet. Reichsminister Rust hat den Ordenllichen Professor und Direktor des Instituts für Wehrmetallurgie an der Technischen Hochschule Berlin und Leiter der Abteilung Metallkunde an der Chemisch-technischen Reichsanstalt Dr.-Ing. Adolf Fry zum Dekan der Wehrtechnischen Fakultät der Technischen Hochschule ernannt, als Nachfolger des verstorbenen Generals Becker. Er ist 1892 in Wülfrath im Bergischen Land geboren, hat an den Technischen Hochschulen Aachen und Breslau studiert, promovierte 1919 und war bis 1935 in der Industrie tätig. Die britische Admiralität gibt den Verlust des Zerstörers „Sturdy" bekannt. Das Schiff war 905 Tonnen groß und hatte eine Friedensbesatzung von 98 Mann. Seine Geschwindigkeit betrug 36 Knoten. * Der Botschafter der USA. in England, Joseph K e n n e d v, gab bekannt, daß er am 9. November Roosevelt fein Rücktrittsgesuch übermittelt habe. Er werde nicht mehr nach London zurück- kehren. tersührer sowie dessen Sohn, während ein dritter an Bord befindlicher Mann in schwerverletztem Zustand von einem herbeigeeilten anderen Fahrzeug an Land gebracht werden mußte. Schwerer Sturm auf dem Schwarzen Meer. Seit Samstag wütet auf dem Schwarzen Meer, vor allem längs der Küste der Dobrudscha, ein schwerer Sturm, der von Stunde zu Stunde an Stärke zunimmt. Gleichzeitig ist die Temperatur auf den Nullpunkt gesunken. Die Küsten schiffahrt und der Fischfang sind vollständig unterbunden. In allen Teilen Bulgariens wüten schwere Schneestürme. Die Fernsprechverbindungen zwischen Sofia, Philippopel und Istanbul sowie die Derbindung der bulgarischen Hauptstadt mit einigen Provinzstädten sind durch die Schneestürme unterbrochen worden. paupnd)rirtldter: Dr. ittieört» ÄUdelm L-mge Stellvertreter bei HauoNchrl'ttetrere- -ruft Blumschetn. Berantwoniich rür Polltir untz Bilder Di. ffr. W. Langei für da« Feuilleton: Dr. Han« Thyriot; lür Erad' Gießen. Prvorm, iöittidjan u. Sport: (gniii B>um,che.n. Druck uno Verlag Brühllche Univerulaitbruckeret R. Lange Ji. <8. ?etia gen aus dem reichen Geben der zahllosen kleineren Gebewesen. Aus der Freude am Deob- achten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Giebe auch zum kleinsten Na» turgeschehen zu erwecken. Gebunden RM.4.S0 Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätterl Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Dermühler Verlag Verlin-Lichlerfeld« s Ser Angriff auf (Mappe. inb,5om, 2. Dez. (Europapreß.) Die englischen Mel- iter lupaan über den Tod des früheren Pariser Polizei- Mlveilten Chiappe, der, wie der Londoner 1 bas? stochrichtendienst sich ausdrückt, ein für seine Syrn- °n kb* paOien gegenüber dem Faschismus bekannter 1 bann'? lkrrfe gewesen sei, werden vom „Messaggero" als >ehr fti .zynisch " Eingeständnis d e s Mordes" Mei, dezkichnet, der auf das Schuldkonto des Secret 6er- ■r beim? »iß verbucht werden müsse. Der rohe Zynismus ergQhft7 IM englischen Eingeständnisses übertreffe noch jene alte F Faltts Dran, sagt das Blatt, der wie ein Zei- k)t untilgbarer Schande der britischen Marine Wn? niste-drückt ist, die nunmehr das Feldzeichen der alt irrigsten und blutigsten Piraterie aufnimmt. Der ?uer f? Miss gegen das nicht bewaffnete und nicht zu -.ein! jeccibigenbe Flugzeug Chiappes sei noch viel ge- üisfh j neuer gewesen, da er in der Gewißheit ausgeführt 1 toiröe, nicht die geringste Gefahr dabei zu lausen. luenos Aires, 2. Deju (DNB.) Aus gut -N Erichteten argentinischen Wirtschaftskreisen wird ™ itloint, daß die mit der brasilianischen Regierung Meinten Verhandlungen der englischen Wirtschasts- lehr in sMlißon unter Führung von Lord W i 11 i n g d 0 n ',..1 y jedes praktische Ergebnis geblieben sind. Die ■ behntM -ngischen Vertreter seien auf die Probleme der z u- öohnvW üt gegangenen britischen Bezüge in An, hch, Unwichtigsten brasilianischen Ausfuhrerzeugnissen daß en »dr nicht eingegangen und hätten keinerlei Möa- Ichen äö) -hüten zu einer Besserung der Verhältnisse auf- Hi werd», ’igr» können. Eine natürliche Folge davon sei, daß seiner Ü» üie icasiilianischen Wirtschaftskreise, die sich schon zu emif ibei die Art des Auftretens der britischen Wirt- Ev. hajsmission und ihre offensichtlich auf politische Agi- M Argentinien heizt mit Mais. ; hm, 1. Dez. (Europavreß.) Wieder hat sich die Ie Üd)0. Leerung Argentiniens dazu entschließen müssen, üc Genehmigung zur Verfeuerung von Mats zu U iritlen, da sie den Mais, den die Regierung auf» 1 $er, ’elcuft hat und für den sie infolge der englischen ,en TM-Meiskriegführung keine Ausfuhrmöglich- n9 geiu leiten hat, in irgendeiner Form unterbringen hat' 1 ni4 Eisenbahnen und Kraftwerke wer- ■hierifa - len vor allem den Vorteil aus dieser Maßnahme ichn, und zwar zu Lasten des argentinischen ■ 1 jtntes. Denn während der Staat selber beim An- 'aul der Ernte etwa 47 Pesos für die Tonne Mais ,-ezchtt hat, ist er genötigt, ihn für nur 20 Pesos Henne als Brennstoff zu verkaufen, da er sonst Tilden anderen Brennstoffen preismäßig nicht kon- ^mzfähig wäre. Die traurige Verwüstung eines fertigen Getreideerzeugniffes kommt noch hinzu. Älj Enttäuschung in Brasilien. 5373 A 6. 5379 V 15 bis 18 Ufr. 8 von KINO PHOTO Kreuzplatz 9 5384 A M Reite an «ei Untat tun» Jene Win-Jtte Eine gut erhalt. 2^rirg5roy^jl^JonT 194041 o 1. PREIS 1000 MARK und viele andere wertvolle Geldpreise im lander: Stunden im Advent / Mode von einer Malerin gesehen / Reiz der Ein• fachheit / Die sieben Helfer der Schön- heitspflege und vieles andere im neuen JB GIESSEN AM OSlVAlDSGACTEN rEBNUUS/AA 5309 A Stadttheater Montag, Dienstag, Mittwoch, bis 13 und bunten Adventsheft des „Silberspiegel“• Aus dem übrigen Inhalt: Ein Maler als Chronist der deutschen Bühne / Phi- K. G. 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Die Ausgabetage werden wie folgt festgesetzt: 2. 3. 4. 5. jeweils Jahrelang starkes Rheuma u. Ischias Herr Emil Radke, Maurer, Duiö. bürg - Hamborn, Gerlingstraße 1, schr. a. 27.5.40: „Seit Jahren litt ich linksseitig so stark an Rheuma u. Ischias, daß ich stets im Herbst u. Frühjahr mehrere Wochen mit der Arbeit aussetzen mußte. Dieses Jahr versuchte ich Ihre Trineral-Ovaltabletten u.war schon nach Wenigen Tagen wieder voll arbeitsfähig. Allen ähnl. Leidenden - kann ich Trineral-Ovaltabletten bestens empfehlen." Bet Rheuma,Ischias,Gicht.Hexcuschub.Erlitt ungskrcvk. beiten, Grippe. Nerven- u. Kopfschmerzen helfen die hoch» wtrks. Trineral-Ovaltabletten. Sie werden auch v. Herz-, ' Magen- u. Darmempfindlichen best. vertragen. Mach.Siv fof. ein. Versuch! Ortgpckg. 20 TSbl. nur 79 Psg. In a£L Avoth. erhält!, o. Trineral GmbH.. München D 27'547 Berl. Sie kosten!. 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Nn fün den : det Ii N IoQ, Inlei s öl|o Dienstag, 3. Dezember MO Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) r. 28b Zweites Blatt Oie pflanzenwunder rings um Gieß'n ,(£r- er quark ist nicht, wie vielfach irrtümlicherweise genommen, nur in der 4. Dersorgungswoche, angenommen, nur in der 4. Dersorgungswoche, sondern während des ganzen Dersorgungszettraumes von vier Wochen gültig. Bei einer Zusammenballung des Verbrauchszeitpunktes auf die letzte Der- Befr.: Theaterring. Aas technischen Gründen muß in unserem Lheaterplan folgende Aenderung vorgenommen Derben: Die Arbeitsgemeinschaften „Biologie" und „Ernährung aus dem Walde" des NS.-Lehrerbundes hielten als Abschluß der im Laufe des Jahres durch- geführten Lehrwanderungen am Sonntag eine gemeinsame Versammlung im früheren Forsttnsttmt Termin gegeben. Die 7. Veranstaltung im 16er-Rina mit der Operette „Der Vogelhändler" findet nicht am Freitag, fcem 10., sondern am Samstag, dem 11. Januar 1941, statt. 5378V Die für Samstag, den 7. Dezember 1940, vorge- chene 6. Vorstellung im 16er-Ring mit dem Lust- piel „Dr. med. Hiob Praetorius" findet erst am 1. Dezember statt. Die für diesen Tag festgelegte )per „Madame Butterfly" wird an einem späteren ** Ortsgruppe Gießen-Süd. Am morgigen Mittwoch, 4. Dezember, 20 Uhr, findet in der Aula der Universität ein Generalmitgliederappell der Ortsgruppe Gießen-Süd mit Pg. Vieth (Friedberg) als Redner und anschließener Verpflichtung neueingetretener Pg. und Pgn. statt. ** Der Bezugsabschnitt für Speise- „33000km Knegöabenteuer in Asien." Ein Vortragsabend im Gießener Boitragsring. worden ist. 23 o I cf stellte nach einer Pause die geistige Brücke her zwischen jenen Jahren seines Kämpfens und Ringens fern von derHeimat.um die Erdölfelder Rußlands bis zu der Gegenwart unserer Tage, in der wiederum das Erdöl ein weltgeschichtlicher Faktor in der kriegerischen Auseinandersetzung mit England ge-, worden ist. Dabei kennzeichnete er die gewaltige und grundlegende Veränderung der Lage auf beiden Fronten, die auf unserer Seite ihr besonderes und den deutschen Endsieg gewährleistendes Merkmal durch die Festigkeit der deutschen Volksgemeinschaft und den hohen ethischen Wert der Kameradschaft aller deutschen Menschen erhalt. Auf dieser Grundlage, so schloß der Vortragende seine mit großem Beifall aufgenommenen Darlegungen, werde Deutschland den Endsieg gegen England erreichen und damit auch den mohammedanischen Ländern und Völkern zur Befreiung aus der englischen Knechtschaft verhelfen. aber, wie die Polizei arbeitet, um den Verbrechern das Handwerk zu legen und sie unschädlich zu machen. Was die Gegenpartei jenseits der Volksgemeinschaft betrifft so sieht man dagegen ganz unmißverständlich, daß jemand, der sich mit solchen Leuten einläßt, nicht auf Gnade zu rechnen hat: wer erst einmal so weit den Boden unter sich verloren hat, für den gibt es kein Zurück mehr, sondern nur noch das Zuspät, rühmlosen Tod ober schwere Zuchthausstrafe. Wer es noch nicht wissen sollte, wird ferner baran erinnert, daß in vielen Fällen ein Verbrechen das andere nach sich zieht; in diesem Falle: wie Falschmünzerei und Erpresser- tum nah beieinander wohnen. Auch: wie leicht ein Unbeteiligter, Unschuldiger und Ahnungsloser hin- einfaUen ober, noch schlimmer, in einen gefährlichen Wirbel von Verdacht und Verbrechen hineingerissen werden kann. (Die Leidtragenden sind hier allermeist die sogenannten kleinen Leute.) Und endlich: wenn man einmal in eine peinliche ober zweideutige Situation geraten ist, soll man nicht aus Angst ober Scham schweigen, fonbern sofort Anzeige erstatten. — Im Vorprogramm läuft eine reichhaltige neue Wochenschau: Erdbeben in Rumänien; an ber italienischen Front in Afrika; ber Führer in Wien, Ciano unb Suner auf dem Obersalzberg, Antonescu und Tuka in Berlin; Besuch beim Arbeitsdienst; der Reichsmarschall an der Kanalküste; Bombenangriff auf Coventry; Kapitänleutnant Kretschmer versenkt einen Handelsdampfer. Hans Thyriot. Noch ein Tangentialschuß. Man schreibt uns: Als ich Kleists Geschichte von einem Tangentialschuß (Feuilleton vom Donnerstag, 28. November) las, kam mir lebhaft ein gleiches Ereignis in Erinnerung. Es sind 45 Jahre her, als mein Hoftor heftig auf- unb zugeschlagen wurde und das Mädchen einer befreundeten Familie mich aufgeregt aufforderte, gleich zu kommen, der vierjährige Sohn sei von einem älteren Jungen geschossen worben. Ich fand die Mutter vor einem Sofa kniend, auf dem mit entblößtem Oberkörper der keuchenden Junge saß. Die Knaben hatten einen seit langem verschwundenen Revolver gefunden und damit gespielt. Mitten in der Brust saß die Einschußwunde. Ich sagte: Gevatterin, beruhige dich, es kann nicht schlimm sein, denn wenn das Herz getroffen wäre, lebte er nicht mehr, und wenn die Lunge getroffen wäre, müßte er Blut speien, aber er atmet ja doch kräftig, wenn auch durch Kugelstoß auf der Brust etwas heftiger. — Als der Hausarzt tarn unb den Körper untersuchte, rief er plötzlich: Hier sitzt sie, hier auf dem Schulterblatt. — Tatsächlich fühlte man ganz deutlich dort die Kugel. Nach zwei Tagen wurde sie herausgeschnitten und hinterließ weiter feine unangenehmen Folgen. Der Junge hatte eine ziemliche Fettschicht zwischen Rippen und Haut, und in dieser Schicht war die Kugel im Halbkreis herumgelaufen unb schließlich drin steckengeblieben. Der Schuß war schräg von vorne gekommen und war dadurch in die Leitbahn der Fettschicht geraten. Wäre er stark von vorne gekommen, bann hätte er sicher die Fettschicht und die Rippen durchschlagen. So aber ist bas Geschoß genau, wie es in ber Geschichte von Kleists Tangentialschuß heißt, zwischen Rippe und Haut um den ganzen Leib herumgeglitscht und, da es nicht die Kraft eines Jnfanteriegeschosses, sondern nur eines Revolvers hatte, fterfengeblieben. F. Schick, Pfarrer i. R., Gießen. Am gestrigen Montag abend veranstaltete der Gießener Vortragsring — Dolksbildungsstätte Gießen, Goethe-Bund und Kulturelle Vereinigung (früher Kaufmännischer Verein) — in der Großen Aula der Universität einen Vortrag des Kriegsberichterstatters Herbert V o l ck, der über das Thema „3 3 0 00 km Kriegsabenteuer in Asien" sprach. Der Vortragende stellte in den Vordergrund seiner Darlegungen den schon vor dem Weltkriege 1914/18 und besonders in jenen Jahren geführten Kampf um das Erdöl, bei dem die Oelfelder in Rußland und in Vorderasien von besonderer Bedeutung waren und es auch heute noch sind. In diesem Zusammenhänge kennzeichnete er Englands Raubpläne gegen die russischen und türkischen Oel- gebiete, die es mit allen Mitteln an sich zu bringen versuchte und zum Tell (in Kleinasien) sich auch gestohlen hat. In dieses weltweite Ringen um Die Oelfelder spannte er seine Erlebnisse in den Weltkriegsjahren ein, die er auf seinen geradezu abenteuerlichen Fluchtwegen aus russischer Kriegsgefangenschaft hatte. Er war als deutscher Fliegeroffizier bei einem Flug über Brest-Litowsk abgeschossen worben und in russische Kriegsbefangenschaft geraten. Nach Tomsk, tief in Sibirien, gebracht, nahm von dort aus sein abenteuerliches Leben seinen Anfang. Der Vorttagende schilderte die markantesten Abschnitte dieser Jahre, die ausgefüllt waren mtt Internierung im Kriegsgefangenenlager, abenteuerlicher Flucht durch den sibirischen Winter bis in die Mongolei hinein, erneute Gefangennahme durch Kosaken, neuen Zwangsaufenthalt im Militärgefängnis in Irkutsk, wieder Ausbruch und Flucht bis in den Kaukasus und in die Gebiete am Kaspischen Meer. Von all diesen Ereignissen gab der Vortragende eine Schilderung, die in vielen Stücken wie ein Abenteurerroman größten Fo/mais klang und sich nach den Darlegungen des Redners dennoch in Wirklichkeit ereignet habe. Er erzählte weiter von frauenführung und der Reichskommissar für Altmaterialoerwertung rufen dich, auf: Gib die Altstoffe deines Haushaltes Deinen ober den Nachbar- finbern mit zur Schule! So kannst du weiterhin im Kleinen mithelfen am Gelingen eines großen Werkes." Reich sbahnoberiekretär a. O. H. Schle'.fer t- Im 68. Lebensjahr verstarb der weit üb'er Ober- Hessen hinaus bekannte Reichsbahnobersekretär a. D. Heinrich Schleifer. Der Verstorbene, der aus Braunfels gebürtig war, diente bei dem „gelben" 7. Badischen Jnf.-Rgt. 142 in Mülhausen im Elsaß und war dann im Elsaß bei der Eisenbahn tätig. Während des Krieges war er am Bahnhof Dietenhofen beschäftigt. 1919 wiesen ihn die Franzosen aus, worauf er an den Gießener Bahnhof kam. Hier baute er den Eisenbahnstreifendienst auf, der nach der Inflation besondere Bedeutung hatte. Mehr als 10 Jahre leitete er diesen Dienst, der rund 400 Kilometer Bahnanlagen zu betreuen hatte, gleichzeitig war er an führender Stelle im Bahnschutz tätig. Schleifer war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der „Bereinigung gelbe Brigade" im Bezirk Wetzlar-Dillenburg, die die Angehöriger der ehern. Regimenter 112/142 umfaßte. Die Technische Nothilfe, ber er als Ausbilder diente, zeichnete ihn mit dem goldenen Nothelferabzeichen aus. Der Reichstreubund und der Kyffhäuserbund, denen er mehr als 40 Jahre angehörte und bei denen er lange Jahre hn Vorstand mitarbeitete, überreichten ihm ihre Ehrenzeichen. Für feine 40jäh- rige Tätigkeit an der Reichsbahn erhielt er außer den Dienftausze'chnungen' auch einen Glückwunsch des Führers und später das goldene Treudienstehrenzeichen verliehen. In seiner Vaterstadt Braunfels brachte Schleifer seine Schulkameraden zu Wiedersehensfeiern zusammen, die 1925 zum „1. Braunfelser Heimattag" führten, dem später ein zweiter folgte. seiner Tätigkeit bei den Dolksstämmen am Kaspischen Meer und im Kaukasus, die ihn als „den Offizier Hindenburgs im Kaukasus" bezeichneten und sich ihm bei der Organisierung eines Aufstandes der Bergstämme gegen die russische Herrschaft im Jahre 1917 unterstellten. Weiter hob er hervor, daß damals zum großen Gegenspieler des englischen enteiT Dberft Lawrence wurde, der das Ziel Agenten Oberst . verfolgte, nicht nur die türkischen Oelfelder um Mossul in englische Hand zu bringen, was chm nach dem deutschen Niederbruch 'ja auch gelang, sondern der sich auch bemühte, die großen Erdölgebiete Rußlands im Kaukasus für England und dessen pluto- kratische Herrscherklique mit Beschlag zu belegen. Wie er (Volck) diesen englischen Machenschaften entgegenwirkte, schilderte der Vortragende ausführlich, und auch hier wieder offenbarte sich ein Ablauf der Ereignisse, der geradezu romanhaft abenteuerlich aussah, in seinem Abschluß durch den deutschen Zusammenbruch aber zu einer großen Tragödie ge« ab. ... , Der Leiter vieler Wanderungen, Umverjitats« Professor Dr. Funk, gab noch einmal einen Überblick über die (grgebmffe dieser Wanderungen, die durch Feld und Wald rings um die Stadt geführt haben unb das Augenmerk auf manches Pflanzenwunder richteten. Diese Wanderungen erfolgten nach drei großen Gesichtspunkten, im Frühzahr wurden die Teilnehmer auf die kleinen, vornehmlich den Boden bedeckenden Pflanzen aufmerksam gemacht, die als Ersatz für Gemüse dienten, die sog. Wildgemüse; im Sommer galten die Wanderungen den größeren Pflanzen, deren Blätter als Tee-Ersatz Verwendung finden, und dabei wurden auch viele Mißbildungen und Krankheiten der Pflanzen aufgespürt; im Herbst dienten die Wanderungen der Vermittlung der Kenntnisse über die Beeren und die Pilze, wobei auch Mißbildungen, Giftpflanzen und giftige Pilze einer Bettachtung unterzogen wurden. Der praktische Gewinn dieser Wanderungen kam in dem erzieherischen Moment, in der Anleitung zur rechten Betrachtung der Natur zum Ausdruck, die für die Teilnehmer ein bleibender Wert ist. An Hand zahlreicher bunter Pflanzenbilder erläuterte der Vorttagende dann noch einmal den größten Teil der bei den Wanderungen angetroffenen Pflanzen, um den Zuhörern das Aussehen, den Habitus, vor Augen zu führen und sie noch einmal auf den Verwendungszweck hinzuweisen. Dabei machte er vor allem darauf aufmerksam, daß die Blätter der Wildgemüse bei ihrem ersten Erscheinen, noch bevor die Pflanze Blüten aufweist, abgepflückt werden müssen, weil dann die Blätter noch eiweißreich sind- Bei der Vorführung der als Wild»- gemüse geeigneten Pftanzen machte der Vorttagende besonders auf die Brennessel aufmerksam, die in • viel größerem Umfange gesammelt werden müsse. Im Anschluß an diese Ausführungen zeigte Professor Funk noch mehrere Lichtbilder, aus denen die Standorte verschiedener Pflanzen ersichtlich wurden. Nach dem Vortrag fand eine Führung durch einen Teil der Sammlungen des Instituts statt, die einen Einblick in die reichhaltigen Schätze der Pflanzensammlung ermöglichte. Wie Professor Funk hervorhob, besitzt das Institut so reichhaltige Sammlungen wie kein anderes im Reiche. Zum Abschluß machte er auf seine neuen wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiete der Lichtbleichungen bet den Pflanzen aufmerksam. Bei der Fülle der ausgelegten Pflanzen, unter denen die Sammlung über die Rassen der Pflanzen und die verschiedenarttgsten Gewächse in fremden Regionen zu seben waren, blieb eindringlich der Eindruck von der Wunderwelt im Pflanzenreich haften. Giehen-Klein-Linden. Der Geflügelzüchterverein Klein-Linden hielt am Samstagabend in der Wirtschaft von Rathenow eine Mitgliederversammlung ab, in der einleitend Der Vereinsschriftführer einen Bericht über die Versammlung der Kreisfachgruppe in Gießen gab. Die lokale Ausstellung, die als Werbegeflügelschau nahezu 100 Tiere zeigen wird, soll am 4. und 5. Januar 1941 im Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" abgehalten werden. Die Kreisausstellung, die am 11. und 12. Januar 1941 in Großen-Linden stattfindet, wird von dem hiesigen Verein stark be- , schickt werden. Stadtthealer Gießen. Am heutigen Dienstag wird Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe" wiederholt. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 12. Freitag-Miete. Ortszeit für den 4. Dezember. Sonnenaufgang 9.18 Uhr, Sonnenuntergang 17.12 Uhr. — Mondaufgang 12.53 Uhr, Monduntergang 22.58 Uhr. Altstoff ist Rohstoff. Der Reichskommissar für Altmaterialverwertung und die Reichsfrauenführung erlassen folgenden Aufruf: „Die weitere Durchführung des Vierjahresplanes erfordert die Mitarbeit des ganzen Volkes. Auch dich, deutsche Hausfrau, rufen wir zur Mitarbeit auf. Du kannst dein Scherflein in besonderem Maße beitragen, wenn du Darauf achtest, daß die in Deinem Haushalt anfallenden Altstoffe nicht verlorengehen. Insbesondere Knochen, Altpapier und Lumpen Dürfen nicht vernichtet, sondern müssen Der deutschen Rohstosswirtschaft wieder zugeführt werden. Die Schulsammlung gibt Dir dazu Die Möglichkeit. Jedes deutsche Schulkind ist verpflichtet, die Altstoffe des Haushaltes, insbesondere Knochen, Altpapier und Lumpen' jeDer Art (nicht aber Rasierklingen, Glasscherben, Konservendosen und Blechgefäße, Die nach wie vor in Den Mülleimer gehören) in Die Schulvorsammelstelle mitzunehmen. JeDes Deutsche Schulkind ist bereit, in Erfüllung des KriegsDienstes bei Dieser Aufgabe zu helfen. An Dir, deutsche Hausftau, liegt es, den Kindern die in deinem Haushalt anfallenden Altstoffe mitzugeben! Denke daran, daß seit langem viele Millionen Kinder sammeln. Diele Wenig ergeben ein Diel! Die alten Zeitungen, Tüten und Schachteln, die Knochen oder Die Stoffreste, Die an sich wertlos für Dich finD, werDen Durch Die Sammlung zu einem wertvollen Beitrag auch zum neuen Vierjahresplan. Deutsche Hausfrau! Die Reichs- Hermann Pfeiffers Inszenierung wirD von einer sorgfältig ausgewählten unD verteilten Besetzung äußerst eindrucksvoll unterstützt: Rudolf Ferna u, unvergeßlich aus dem Film „Im Namen des Volkes", steht hier nicht so ausschließlich im Vordergrund wie damals, aber als Chef und Organisator der Bande ist er auch hier der gerissenste, gefährlichste, in der Wahl seiner Mittel ebenso intelligent rote hemmungslos operierende Gegner der Polizei: hinter sicherem Auftreten und scheinbar verbindlichen Formen verschleiern sich brutale Drohung und rücksichtslose Geroaltanroendung. Kirsten H e i b e r g : die schöne, junge, elegante Dame als Lockvogel. Hermann Speelmans und Oscar Sabo geben scharf umrissen zwei erpresserische Helfershelfer. Hermann Brix, vom begabten Nachwuchs, spielt, sehr überzeugend in seiner Bedrängnis und Angst, einen jungen Menschen, der den Verbrechern fast in Die Schlinge geht; unter Den mehr oDer minder getroffenen Opfern Der BanDe heben sich in wechselnDer Schattierung Die Gestalten von Theodor Loos, Jacob T i e D 11 e , Leo Meutert und Karin HimbolDt hervor. Auf Seiten Der sehr systematisch vorgehenden Polizei: Axel Monjö uvd Max Gülstorfs. Zeitschriften. — „Freude am Leben", Bilderzettschrift Des Reichsbundes für Biologie, Herausgeber Dr. Walter ©reite, Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichten- felde. — Das Dezemberheft der schönen und vielseitigen Zeitschrift für Naturfreunde wird eingeleitet von einem volkskundlichen Beittage, der mit interessanten Ausnahmen illustriert ist. Der Alpen- schriftsteller Walther Flaig schildert hier „Volk und Gebirge über drei Ländern", die Menschen der Silvretta, chre rassischen, völkischen und sprachlichen Bindungen im altgermanischen Lebensraum. — Ins Paläophytikum führt ein Aufsatz von Universitäts- Dozent Dr. Elise Hofmann, die an Hand einer Bildfolge von mikroskopischen Natururkunden das Pflanzenleben im Altertum unserer Erde vor Jahrmillionen beschreibt. Einen sehr reizvollen Beittag liefert, ebenfalls mit Naturaufnahmen, auf Grund eigener Beobachtungen, der Aufsatz „Am Uhuhorst im Hochgebirge" von Professor Dr. Trotz. — Ein natur- philosophisches Thema erörtert ein kritischer lieber- blick „Der Streit um den Kausalbegriff von Dr. Erich Schneider, angeregt von A. Mittaschs neuem Werk über Julius Robert Mayers Kausalbegriff. — Das Weihnachtsheft Der „neuen (t n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) gedenkt zuerst unserer Soldaten. Wir fühlen mit ihnen in ihren Gedichten und in ihrem großen Gespräch über Heimat-Urlaub. — Weihnachten, Dem Deutschen Fest, ^werden Bilder, die den Aufsatz „Eine Eroberung des Win- ters" begleiten, gerecht. Dem deutschen Drang in die Ferne verleiht ein ausgezeichneter Aufsatz von Martin Kessel beredten Ausdruck. — Eine Arbeit des Wiener Kunsthistorikers Josef Sttzygowski — unter Beigabe von 4 wirkungsvollen Farbtafeln der frühen Böhmischen Tafelmalerei — gehört ferner zu den Weihnachtsfreuden, die uns das Heft beschert. Schöne Abbildungen über deutsches Kunst- hcmdwerk, die traditionelle „Geistige Ernte", in der bekannte deutsche Schriftsteller ihre stärksten Buch-- eindrücke des Jahres schildern, eine Novelle von Georg von der Bring mit farbigen Illustrationen, ein fesselnder Aufsatz vom Sinn der Aehnlichkett — wir sehen Kinderbilder Der Eltern gegenüber- gestellt Den Bildern der eigenen Kinder (im gleichen Alter) — und endlich die interessante und vielseitige Mode-Beilage machen Das Heft zu einem Mittler echter Weihnachtsvorfreude. ft. b. F.-Sportamt. Dienstags, von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr: Schwimmen. Volksbad. Mittwochs, 20.30 bis 21.30 Uhr: Körperschule und Spiele für Männer und Frauen, Goetheschule (neben Hotel Schütz). BornoNzen lageskalender für Dienstag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Kabale und Liebe". - Gloria-Palast (Seltersweg): „Das Herz der Königin". — Lichtspielhaus (Bahnhofstr.): „Falschmünzer". — Oberhessis her Kunstverein: 17.30 bis 18.30 Uhr Ausstellung m Foyer des Stadttheaters. Aus der Stadt Gießen. Stille Vorbereitungen... Ueberraschungen müssen heimlich Dorbereitet wer- ;en, wenn sie gelingen sollen. Deshalb wird mtt cöhter Behutsamkeit vorgegangen, jo daß jetzt in llen Häpsern eine besondere Atmosphäre herrscht, die Familienmitglieder haben mit stillen Dorberei- ungen zu tun, und jeder trachtet danach, bei seinen iorbereitungen möglichst unbeobachtet zu bleiben. Wenn der Vater beispielsweise in Der Abend- unkelheit von Der Arbeit nach Hause kommt. Dann harrt er vor Der Haustür mit Den Stiefeln be- onDers laut, manchmal räuspert er sich auch mal räftig. Diese Geräusche können nicht schaben, sie leiben bereits Den Ankommenden und alarmieren uf diese Weise Die Familienmitglieder in der Stube, later weiß es natürlich nicht positiv, aber es könnte L>ch sein, daß sie da drinnen mit Weihnachsarbeiten eschästigt sind. Es ist in der Tat so, daß sich seine euffäUigen Geräusche als nützlich erweisen. Die lochter stürmt jedenfalls spornstreichs aus ber fctube, um chre Weihnachtsüberraschung für ben toter in Sicherheit zu bringen. Es ist zwar nur (ine kleine Häkelarbeit, aber ber Vater wirb sich scher freuen, wenn er sie auf bem Gabentisch findet. Nach bem Abenbessen holt sich ber Pater bie Puppenstube ber kleinsten Tochter hervor, bie seit iir^er Zeit auf geheimnisvolle Weise aus ber Spiel- cke verschwunben ist. Vater tapeziert mit großer Angabe jebes einzelne Zimmer. Wenn er bamit ?rtig ist, will er auch noch einige kleine Möbelstücke erstellen. Aber bannt ist Vaters Pensum noch nicht rlebigt. Er will auch noch einen Werkzeugkasten ir ben kleinen Sohn basteln. Wenn bloß bie Zeit icht so rasch verfliegen würbe. Währenb ber Vater ollauf beschäftigt ist, sitzt bie Mutter baneben unb rbeitet eifrig an Weihnachtsüberraschungen für ie Kinder. Und was ber Vater von ihr erhält, ist uch noch nicht fertig, aber baran kann sie nur achmittags arbeiten, wenn bie Lüft rein ist. Ob bie Luft rein ist, hat jetzt in allen Familien roße Bebeutung. Nicht nur bort, wo Kinber stecken, uch bie Erwachsenen finb barauf bedacht, vorsichtig n operieren. Denn bas Geheimnis muß unter allen Imstänben gewahrt bleiben, währenb man sich nderseits auch von Fall zu Fall mit ben übrigen 'amilienmitgliebern beraten möchte. So kommt eine Kimmung zustcmbe, bie so reizvoll ist, baß uns iretwegen allein bie Abventswochen als besonders eimelig erscheinen. H. W. Sch. üS'GMinWsl M Kraft vuMreM „Falschmünzer." Ein Terra-Film im Lichtspielhaus. Mit diesem neuen Kriminalfilm setzt die Terra ungefähr Die Linie fort, die mit der „Mordsache Holm" und „Im Namen des Volkes" begonnen ourbe: man bemüht sich mit Erfolg, einer seit ben frühen Anfängen bes Fllms überaus beliebten Gattung eine grunbsätzlich neue Form zu geben, die unserer Zeit, ihren Auffassungen und ihren Einsichten in das Wesen eines Kriminalsalles entspricht; bas heißt: der Fall als solcher ist nicht Selbstzweck — was filmisch konsequent zum Kriminalreißer, in extremer Weiterentwicklung zur Glorifizierung des Verbrechers führen mußte — ftndern Beispiel im Sinne ber Polksaufklärung, Warnung unb Abschreckung. Der Fall wirb also krunbsätzlich nicht von Der Position bes Verbrechers cus betrachtet, sondern vorn Stanbpunkt ber Volksgemeinschaft unb bes Staates aus: biefer grunb= legenden Auffassung entspricht es wiederum, bah ttan keine wilben, mehr ober minder unwahrscheinlichen Phantasieprobukte verfilmt, sonbern einen nüchternen Tatdestanb zugrunde legt, wie er fch in Kriminalakten ausgezeichnet findet. Nach sollen Akten wurde Das Drehbuch von Per Schwenken und Walter Maisch geschrieben; Der Spielleiter Hermann Pfeiffer hat wieder einmal erwiesen, was man bei den Vorläufern dieses Films tareits beobachten konnte, daß der neue Kriminal- , flmftil keineswegs auf die außerordenllichen Span- rungsmomente zu verzichten braucht, die von leher timen Hauptanziehungspunkt in Stücken solcher Art lildeten. Diesmal handelt es sich um die höchst gemeingefährliche Derbrecherspezialität der Falschmünzer. Es kann hier gar nicht darauf ankommen, icn Gang der Handlung au skizzieren. Das mag sich her Besucher, Dem nichts ^von seinem wohlerworbe- ren Anspruch auf Spannung genommen werden ! stll, selber ansehen und habet sein Kombination^ iilent und seinen kritischen Blick prüfen, wozu sich mehrfach Gelegenheit bietet * Der Hervorhebung in diesem Bericht bedürfen legegen, wie uns scheint, etliche andere Gesichts- puntte. Zunächst und zur Beruhigung angstticher ' Gemüter: man sieht nicht, „wie es gemacht wird, cllso „abzugucken" gibt es hier nichts. Man steht dauernswerten Monne flog beim Holzschneiden ein großes Stück Holz mit solcher Wucht an den Kovf, d-aß er einen schlveren Schädel- basisbruch erlitt und von der Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes nach Gießen in die Chirurgische Klinik verbracht werden mußte. Dort erwies sich eine sofortige Operation als notwendig. Landkreis (fließen ! Großen-Linden, 2. Dez. Nach ISmonati» ger Ruhepanse unternahm der Zweigoerein „H ü t t e n b e rg" vom VHC. am Festrigen Sonntag eine Wanderung, die rege Beteiligung aufwies. Der Weg führte vom Bahnhof Großen-Lin- den über Leihgestern durch den Wald der Lindener Mark. Besonders genußreiß wurde die Wanderung durch die wertvollen Erläuterungen, die der Wan- dersührer in heimatkundlicher, geschichtlicher und botanischer Hinsicht gab. Der Nachmittagskaffee wurde auf dem Schiffenberg eingenommen, wo man den LHC.-Zweibverein ..Gießen" schon antraf. 3m Abendsonnenscheln fand die Wanderung, die allen Wanderfreunden in angenehmer Erinnerung bleiben wird, ihr Ende. Schweinemarkt in Alsfeld. *Alsfeld, 2. Dezember. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 76 Ferkel zum Berkaus. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 22 bis 28 RM.. 8 bis 10 Wochen alte 28 bis 35 RM. pro Stück. Bei flottem Handel wurde der Markt geräumt. Feuerwehrtagung in Gießen. Am Sonntag hatte Kreisfeuerwehrführer Bouffier im Auftrage des Feuerwehrdezernenten beim Landratsamt Gießen. Regierungsrat Dr. Fuhr, die Führer der Freiwilligen und der Pflicht-Feuerwehren des Landkreises Gießen zu einer Dienstbesprechung nach Gießen eingeladen, die im großen Saale des „Burghof" ftattfand. Neben den Wehr- führern und den Kassenoerwaltern der Feuerwehren aus den 83 Landgemeinden hatten sich auch zahlreiche Bürgermeister vom Lande und Vertreter der Feuerwehren in Gießen zu der Tagung eingefunden. Nach Begrüßungsworten des Kreisfeuerwehrführers Bouffier, der dabei auch der im Kriege gefallenen Kameraden gedachte, ferner an die großen Aufgaben des Kriegsjahres 1940 erinnerte, sprach Regierungsrat Dr. Fuhr zu den Feuerwehrfüh- rem und den Gästen. Er behandelte u. a. die Beziehungen zwischen den Werkscharen einerseits und den Freiwilligen und Pflicht-Feuerwehren anderseits. gab Aufklärung über die Frage der Mitgliedschaft in einer dieser Organisationen und beseitigte dabei die bisher an manchen Stellen noch bestehenden Zweifel. Weiterhin machte er mit einer Reihe von Anordnungen bekannt, die sich auf Feuerschutzmaßnahmen bei Fliegerangriffen beziehen und in weitestgehendem Maße die Sicherung der Bevölkerung und des Besitzes zum Ziele haben. Er beschäftigte sich sodann mit organisatorischen Fragen, u. a. der jederzeitigen Einsatzbereitschaft der Bezirksmotorspritzen, des Ersatzes von Perdienstausfällen von Feuerwehrmännern durch längeren Einsatz zur Brandbekämpfung und schließlich mit den Notwendigkeiten einer guten Zusammenarbeit der Wehren mit der Partei und ihren Gliederungen. Kreisfeuerwehnührer Bouffier berichtete anschließend über die jüngste Dienstbesprechung der Kreisfeuerwehrführer in Frankfurt. än jener Besprechung wurde die Notwendigkeit, für jede Gemeinde eine Motorspritze anzuschaffen, vom grundsätzlichen Standpunkt aus betont; man ist sich allerdings auch darüber klar, daß dies erst nach und nach geschehen kann. Daß der Landkreis Gießen die Motorspritzen in seinem Bereich auf acht Bezirke verteilte, hat sich als fehr vorteilhaft erwiesen. Zahlreiche Gemeinden beabsichtigen jetzt selbst noch Motorspritzen anzuschaffen. 3m übrigen gab der Redner den Feuerwehrsührem eine Reihe weiterer wichtiger Hinweise für die Ausrüstung uni) Steigerung der Schlagfertigkeit der Wehren. Der Kreiskassenoerwalter. Obertruppführer Rohrbach (Lollar), behandelte hierauf eine Reihe von Fragen der Kassenführung und der Behandlung der Voranschläge. Kreisfeuerwehrführer Bouffier teilte in seinen abschließenden Mitteilungen mit, es solle durch Verhandlungen versucht werden, die alten Reseroefeuer- wehrmänner von der Zahlung von Bntkägen für das Amt für Freiwillige Feuerwehren in Berlin zu befreien; ob dieser Versuch gelingen werde, lasse sich heute aber noch nicht sagen. Weiter bemerkte er, es bestehe die Absicht, nach dem Kriege die in manchen Gemeinden jetzt noch vorhandenen Pflicht- Feuerwehren in Freiwillige Wehren umzuwandeln. Schließlich gab er noch eine Reihe von wichtigen Hinweisen für interne Ausgaben der Feuerwehren. 3f£. Marburg — 1900 Gießen 3:2 Die Blau-Weißen waren am Sonntag wieder einmal gezwungen, in letzter Minute Ersatz herbei- zuschaffen. Und da auch noch ein Spieler durch Krankheit ausfiel, war es nicht die rosigste Stimmung, mit der die Fahrt nach Marburg angetreten wurde. Trotzdem hat der Spielverlauf gezeigt, daß wenn ein Wille vorhanden ist, auch ansprechende Leistungen zustande kommen können. Nach dem Ablauf von zehn Spielminuten sah es allerdings noch nicht danach aus, denn zu dieser Zeit führten die Marburger bereits 2:0. Eine Um- stellung bewirkte jedoch, daß de/ Tatendrang der Gastgeber schnell eingedämmt wurde. Das Spiel gestaltete sich ausgeglichen, und hüben wie drüben erwuchsen die gleichen Erfolgsmöglichkeiten. Eine hiervon nutzte Koch in der 25. Minute zum ersten Gegentreffer aus. Hierdi^ch bekam das Spiel erst die richtige Farbe, denn die Anteilnahme der Zuschauer, die — man war erstaunt — sich lebhaft für 1900 einsetzten, bewies dies wohl am besten. Nach dem Wechsel sah man dasselbe Bild. Schnell wechselte das Geschehen auf dem Svielfeld, und wenn die Marburger dank der spielerischen Fähig- ketten von Rüppel (Sport Kassel), Koch und Rost, die den Gießener Sportlern ja bekannt sind, teilweise einige Vorteile im Strafraum hatten, so waren es doch die Blau-Weißen, die zu Torerfolgen kamen. Bei einem Gedränge war es Kraft, der in der ihm eigenen Art das Leder in die kurze Ecke bugsierte. Das war zu viel für Marburg. Scherer (Ockershausen), bisher in der Verteidigung, unterstützte jetzt den Sturm, fodaß die Gastgeber eine teilweise Ueberlegenheit erlangten. Zu Erfol- gen wollte und wollte es aber nicht kommen, da Jäger in der Verteidigung den ganzen gegnerischen Jnnensturm blockierte, wobei er vom Mittelläufer Theiß wirksam unterstützt wurde. Dabei verging die Zeit, und die Uhr zeigte bereits die 89. Minute an. Nun konnte Carstens gegen Rüppel nur noch durch Ecke klären. Und gerade hierbei vollzog sich das Verhügnis für die Blau-Weißen. Von Rüppel selbst ausgeführt, senkte sich das Leder kurz- vor der Torlinie nieder und landete im Netz, womit der Sieg der Marburger zustande kam. Marburg mit Rüppel, Koch. Rost, Scherer und zwei weiteren Gauligaspielern besaß die besseren Einzelspieler, die jedoch gegen die mit -ungeheurem Eifer spielenden Blau-Weißeh in der Ausstellung Schmitz, Jäger. Römer, Carstens, Theis, Schmitz, Stieler, Schellhaas, Kraft, Koch, Garth einen schweren Stand hatten, zumal sich Jäger, Kraft und Theis von ihrer besten Seite zeigten. Die Leitung lag bei Post (Wieseck) in besten Händen. 05 Weülar — Steinberg 6:2 (4:0). Zum fälligen Meisterschaftsspiel empfing der Sportverein 05 Wetzlar die 1. Mannschaft des FC. „Teutonia" WatzenbormSteinberA. Die Mannschaft der Platzbesitzer, der in diesem Spiele alles gelang, bot eine ausgezeichnete Leistung und gewann verdient, allerdings etwas zu hoch. Während die Gäste ihren erkrankten rechten SBerteibiger Schmandt ersetzen mußten, hatten die Platzdesitzer erstmals wieder einige neue Gastspieler zur Stelle. Wetzlar wählt zuerst mit der Sonne im Rücken. Bereits in der 10. Minute schießt Mühlhäuser unhaltbar zum 1. Treffer ein. Dann ist Watzenborn- Steinberg etwas im Feldspiel überlegen. Eiiz Flankenball des Rechtsaußen Brücke! kzommt zur Mitte, Schmitt ist zur Stelle, und von der Strafraumgrenze aus schießt er, doch sein Schuß trifft nur die Quer« latte und springt von da ins Aus. Dann folgen forgungswoche kann eine Gewährung für die Be- schaftung der Bedarfsmenge nicht übernommen werden;' es müßen demzufolge hartnäckige Volksgenossen unter Umständen damit rechnen, daß sie trotz des abgegebenen Quarkbezugscheines in der 4. Bersorgungswoche keinen Quart erhalten. ** Gebt W e i h n a ch t s s e n d u n g e n frühzeitig zur Po st! Denkt daran, daß außer den Weihnachtspaketen und Feldpostpäckchen auch die übrige Weihnachtspost für unsere Sotaaten bis 15. Dezember aufgegeben werden muß. Soll die Sendung nicht vor dem Fest geöffnet werden, so vermerkt man daraus: „Erst Weihnachten öffnen!" *♦ Städtische Bücherei. Im November sind 2151 Bände ausgeliehen worden. Von diesen Bänden tarnen auf: Literaturgeschichte 2, Zeitschriften 23, Gedichte und Dramen 9, Erzählende Literatur 1268, Jugendschriften 415, Länder- und Völkerkunde 96, Kulturgeschichte 5, Geschichte und Biographien 169, Kunstgeschichte 15, Naturwissenschaft und Technologie 57, Heer- und Seewesen 39, Hausund Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 4, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 40 Bände. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 3. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM.. Matte 30 Rps., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 11 'bis 12, Kartoffeln, XA kg4, 5 kg 40, Wirsing, % kg 7 bis 8. Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 6, Unterkohlrabi 5, Grünkohl 6 bis 8, Rosenkohl 18 bis 27, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarzwurzeln 15, Aepfel 15 bis 35, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 10, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 3 bis 5, Sellerie 5 bis 30, Rettich 5 bis 25, Weißkraut, % kg 5 Rpf. Aus der engeren Heimat. Altbürgermeister Fuhr in Lich t- § Lich. 2. Dez. In den Abendstunden des Sonntag starb nach längerem schweren Leiden Altbürger- meister Heinr.ch Adam Fuhr. Er war der letzte ehrenamtliche Bürgermeister unserer Stadt, die nach seinem freiwilligen Rücktritt in Bürgermeister Völker aus Friedberg den ersten Berufsbürgermeister wählte. Heinrich Adam Fuhr entstammt einem alten Licher Handwerkergeschlecht, das seinen Stammbaum über 400 Jahre zurück verfolgen kann. Er erlernte, wie feine Vorfahren, das Schneiderhandwerk, arbeitete mehrere Jahre in großen Städten, -um schließlich Anfang der 90er Jahre als junger Meister in das Geschäft seines Vaters einzutreten, das später auf ihn überging. Als der Weltkrieg ausbrach und Stadtrechner Ludwig Häuser ins Feld rückte, übertrug die Behörde Fuhr die Führung des Amtes eines Stadtrechners, das er bis zum Kriegsende mit großem Geschick und m.t Ge- wissenhafti-gkeit ausübte. Die bei der Führung dieses Amtes gewonnenen Erfahrungen, feine Weitsicht in gemeindlichen Angelegenheiten und nicht zuletzt seine allseits geschätzte Persönlichkeit trugen dazu bei, daß er im Jahre 1919 mit über 1400 Stimmen einstimmig zum Bürgermeister der Stadt Lich gewählt wurde. Er führte dieses verantwortungsvolle Amt in den schwersten Zeiten unseres Vaterlandes, in den Jnflationsjahren. Nach seinem freiwilligen Rücktritt wollte man auf ferne Mitarbeit nicht verzichten und ernannte ihn zum Rechner der Orts- und Landkrankenkasfe des Bezirks Lich. Sein Beruf führte ihn öfters in die umliegenden Dörfer, und hier, wie in der Stadt, erwarb er sich, der bis in fein Alter hinein mit einem köstlichen Humor au&geftattet mar, die Liebe feiner Mitbürger und die Anerkennung der Behörde, bis er im Jahre 1934 nach Erreichung der Altersgrenze in dm Ruhestand versetzt wurde. Bis« zum letzten Jahr war er sehr rüstig, und selbst im Alter von 73 Jahren noch nahm er bis in kühle Herbsttage hinein sein tägliches Bad im Albacher See. Sein einziger Sohn, der Studienrat und Dozent an der Universität Gießen, Dr. Fuhr, starb vor einem Jahr an den Folgen einer Blinddarmentzündung. Don diesem Schicksalsschlag hat sich der alte Herr nicht mehr erholt. Er starb im Alter von 74 Jahren. Das Andenken an ihn wird hier und in der Umgegend in hohen Ehren fortleben. An her Kreissäge schwer verunglückt. * Steinheim bei Hungen, 3. Dez. Bei Arbeiten an der Krektzsäge verunglückte am gestrigen Montagnachmittag der 46 Jahre alte Landwirt Wilhelm Stoll von hier schwer. Dem de- Stt$lud)tlmgnufßor|ifn Nomcm von fjelnj üormz-Lamvrechl 8.Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Viktor dreht sich ebenfalls herum: „Was sagst du?" „Die Tür dort", Solterbeck nickt schwach nach der Tür hin. „Ich möchte wissen ..." Er-bricht ab und sagt in verändertem Ton: „Tolle Hitze, das! Ich zieh mich zurück. Kommst du mit hinunter?" Sie gehen am Schutthaufen vorbei und lassen den Lärm hinter sich. Im überbauten Torweg liegen Kantine und Latrine einander freundschaftlich gegenüber. Beim Mestizen, der die Kantine und die Küche gepachtet hat, steht der Händler und Photograph Damiani. Auch der Zitteraal steht dabei und einige Gefangene, die offenbar eine erregende Nachricht erhalten haben. Sie wird gleich den beiden Kameraden mitgeteiU: „Neue Gefangene sollen an- kommen. Damiani will es von Regionalkommandanten, dem nächsten Vorgesetzten Kapitän Pesque- dous, erfahren haben. Damiani ist immer ganz gut informiert. Durch feine Beziehungen zum „Regional" hat er auch das Verkaufs- und Photographierrecht im Lager erhalten. Vermutlich verdiene auch der Regional bei dem Geschäft eine kleine Stange Geld, munkeln böse Zungen. Damianis offiziöse Nachricht putscht vorübergehend den trägen Gefangenentrott etwas auf. Die meisten ärgern sich über den in Aussicht stehenden Zuwachs. Sie ärgern sich, weil sie sich ärgern wollen. Wo sollen denn Überhaupt die Neuen untergebracht werden? Man hocke doch ohnehin schon auseinander wie die Heringe und nehme sich gegenseitig die Luft weg. Damiani hat Solterbeck mit der Grazie eines Tanzmeisters begrüßt, die bei dem kleinen Männchen mit dem hochgewölbten Rücken, der riesigen Nase und dem napoleonischen Knebelbart grotesk genug wirkt. Er ist ein gerissener kleiner Hanswurst mit seinem breitrandigen Kalabreser, den weiten Hosen und der gepunkteten flatternden Künstlerkrawatte. nBuon giorno, generalissimo miol“ ruft er pathetisch. „Bon jour mon Chevalier sans peur et sans reproche bon jour!“ Solterbeck, der nur das allernotwendigste Französisch spricht, klopft ihm mit unbeschreiblichem Grinsen auf den runden Buckel: „How do you do, alter Seeräuber, alter Raubritter, altes Stinktier!" Damiani zieht ihn auf die Seite und zaubert im Handumdrehen aus seinem Handköfferchen eine Anzahl dunkelblauer Wollsweater, von denen er sogleich einen feinem Ritter ohne Furcht und Tadel andrehen will. „Alter Waschbär", grinst Solterbeck, „dest defen- du! Das ist Zivil, das darfst du nicht verkaufen!" , „Oh lälä, cfefendu! Pfffühhh —!" pfeift Damiani wegwerfend mit verdrehten Augen.« „Nix dgfenduf Nix Zivil. Blanchissage — Wäsche das, vous com- prenez?" Solterbeck kauft ihm einen ©meuter ab und bezahlt ihn viel zu hoch. Er hat Ursache, sich den Händler warm zu halten. „Uebrigens" bemerkt er zu Viktor, als er mit diesem weiter nach dem Jnnenhof zugeht, „übrigens tut ein solcher Sweater bei einer Flucht ganz ausgezeichnete Dienste. Diese Dinger da werden von den Matrosen auf den Schiffen getragen, sie sind praktisch und unauffällig. Besser als jede Joppe." Auf dem Hof riecht es aus der Küchentür heraus nach gekochten Kartoffeln. Die Gefangenen vermeiden es, in das Küchengewölbe hineinzufehen. Die es am Anfang taten, verloren für einige Zett den Appetit. Da standen der Mefttze, der Zitteraal und der Affenmensch am Kessel, fischten mit ihren schmutzigen, gichtigen Fingern die Fleischbrocken her» aus und warfen sie auf Ne Platten, die nachher ins Kasino kamen. Man sah besser nicht in die Küche. Offenbar hat man die häßlichsten Individuen der ganzen Insel zusammengesucht, um sie unter Leitung des Mestizen, eines halbmeißen, wollköpfigen und pockennarbigen Ungeheuers als Küchenpersonal auf der Zitadelle zu beschäfttgen. Da man ihre Namen nicht kannte, so belegte man sie mit Spitznamen, die zu ihrem Aeußeren paßten und manch- mal drastisch genug waren. Der widerwärtigste war der Zitteraal, ein Bastard von großer Häßlichkeit. Obwohl hageldürr, zitterten seine Glieder ständig wie Gallert, als ob die Gelenke mit Gummistrippen miteinander verbunden wären. Der Affenmensch hatte den wildesten Haarwuchs am ganzen sichtbaren Körper (er ließ davon meist sehr viel sehen), und an entsetzlich langen Armen hingen Pranken, mit denen er sich an den Fußsohlen kitzeln tonnte, ohne sich allzu sehr zu bücken. Alle diese Burschen waren als Abnormitäten reif für ein Wanderpanoptikum. Da es Essenszeit ist, gehen Solterbeck und Viktor gleich ins Kasino neben der Küche. Es liegt drei Stufen unter der Erde, ein muffiger, ewig feuchter Raum, mit einem vergitterten, holzverblendeten Fenster nach dem Meer zu und einer Hintertür in die Latrine. Stubenweise sitzt man auf langen Bänken an plumpen Holztischen, um den ewig gleichen Fraß hinabzuschlingen. Zähes Fleisch — Pferd ober Hammel —, süße erfrorene Kartoffeln in der Schale ober faulen Reis. Beim Essen heute gibt es wieder eine kleine bedeutsame Neuigkeit. Bork hat vorhin seine Geige an den Eisenstangen seines Stubenfensters zerschlagen. Bork ist ein stämmiger junger Pionierleutnant, bei besten klobigen Händen man sich wundert, wie behutsam und leicht sie den Geigenbogen führen können. Er stand auf dem Sims, hört man einen erzählen, und starrte wie behext nach einer der beiden Huldinnen, die sich häufig und im verführerischsten Negligs an einem ber Fenster des Miethauses gegenüber der Zitadelle zeigten — herausfordernd und höhnisch zugleich. „Dann hat Bork seine Geiae geholt und die Circe damit angeschmachtet ... „Kitsch!" murmelt Solterbeck zwischen den Zähnen. „Dann hat sie chm eine Nase gedreht ..." „Bravo!" „Dann hat er auf einmal den Rappel gekriegt und seine Geige an den Eisenstäben zerschlagen." „Rindviech!" erbost sich Solterbeck. „Die blöden Ziegen sind doch Luft für uns. Lust! Lust! Wie alles, was außerhalb der Zitadelle liegt." Das Scheinleben der Gefangenen tieft sich mit mattem Pulsfchlag weiter durch den Tag. Viktor liegt am Nachmittag auf der Bastion in der Sonne. Seine Gedanken sind weit fort, überm Meer, über den Bergen, in der ehemaligen Garnison am Rhein, bei Thea Jmmenhoff, bei den alten Kameraden, beim alten Regiment. Um sieben Uhr ist das Abendessen, danach ber Appell. Alles ist wie jeden Tag. Die Gefangenen hintereinander zwei Eckbälle für die Gäste, die ebenfalls nichts einbringen. Eine weitere Gelegenheit zum Ausgleich ist gegeben, als Arnold den Ball über den Torhüter hinweghebt, aber etwas zu start, so baß ber Ball unmittelbar hinter ber Querlatte aus dem Netz landet. Dann setzt Zidorn die Außenstürmer roieber ein, ber Ball kommt zu Möbs, ber hervorragend täuscht und bas Leber zum 2. Erfolg einlenkt. Die- Teutonen versuchen immer wieder, das Resultat zu verbessern, doch hart stemmt sich ihnen die Verteidigung Wetzlars entgegen. Dann kommt Wetzlar zum 3. Erfolg. Aus klarer Abseitsstellung nimmt ber gefährliche Links- außen Robe einen Ball auf, und als ber Schiebs- richter nicht pfeift, läuft er noch einige Schritts, und ungemein scharf sitzt der Ball im Netz. Auch ber 4. Treffer kommt auf bas Konto dieses Spielers. Nach ber Pause sind die Gäste meist im Angriff, boch Wetzlar verteidigt stark. Möbs und Mühlhäuser, die beiden Halbstürmer, sind überall. Sie helfen in ber Verteidigung aus, bauen das Spiel auf und tauchen auch vor dem gegnerischen Tor auf. Dann hält Wetzlars Torhüter hintereinander scharfe Schüsse von Harnisch, Schmitt und Arnold. Endlich kann Arnold auf 4:1 verkürzen. Dann werben Schmitt und Harnisch kurz hintereinanber im Strafraum hart zu Fall gebracht, doch Schiri Best läßt weiterspielen. Jetzt kommt Wetzlar zur 1. Ecke. Blech tritt den Ball, und Möbs lenkt ihn mit dem Kopfe in die äußerste oberste Torecke zum 5. Erfolg ein. Der 6. Treffer rührt ebenfalls aus einem Eckball her. Wieder wirb er von rechts schön vor bas Tor gegeben, der Torhüter ber Teutonen wird von einem Wetzlarer Stürmer bebrängt und lenkt den Ball ins eigene Tor. Dann drücken aber die Gäste bis zum Schluß, und sieben Minute vor Spielende bleibt es Arnold Vorbehalten, bas Endresultat von 6:2 herzustellen. Wetzlar gewann dieses Spiel verdient und nimmt nunmehr wieder die Tabellen» spitze ein. Oer Hardballsonntag. Es gab auch diesmal wieder eine Reihe von Ueberraschungen, d. h. Ergebnisse, die für viele unerwartet kommen. Wer hätte beispielsweise angenommen, daß der Mtv. Gießen gegen. Katzenfurt verhältnismäßig leicht gewinnen würde, wer hätte an eine Niederlage von Garbenheim in Kirch-Göns gedacht, ober wer hätte erwartet, baß Hörnsheim knapp gegen Dornholzhausen und Hochelheim gegen Lützellinden gewinnen würden. Nachstehend die Ergebnisse: Tv. Lützellinden — Tv. Hochelheim 7:9 (3:6) Tv. Hörnsheim — Tv. Dornholzhausen 11:10 (6:2) INtv Gießen — Tv. katzenfurt 9:3 (4:2) Tv. Kirch Göns — Tv. Garbenheim 12:10. Ein Spiel, wie man es nicht gern sieht, das aber weder etwas mit einem Lokalkampf, noch mit einem Treffen der Pflichtrunde zu tun hat, lieferten sich Lützellinden und Hochelheim. Die Platzbesitzer gingen derart ins Zeug, daß nur ganz selten ein wirklich einwandfreies Spiel zu sehen war Nicht zuletzt deshalb zogen sie den kürzeren. Demgegenüber war das Hörnsheimer Spiel spannend und interessant vom Beginn an. Während Hörnsheim in ber ersten Halbzeit den Ton angab, sein tatsächliches Können mehr als deutlich unter Beweis stellte, kam D. nach der Pause mehr und mehr auf und zeigte sich — mit Ausnahme schlechter Zusammenarbeit im Sturm — von ber besten Seite. Immerhin ist ber knappe Sieg nicht ganz unverdient. In Gießen traten beide Gegner stark ersatzgeschwächt an und waren so gegenüber ihren sonstig.'» Leistungen nicht wiederzuerkennen. Immerhin setzten sie sich ein und zeigten bis zum Schluß recht gefällige Leistungen, die bann auch den Sieg ber Männerturner brachten. Die größte Ueberraschung kam zweifellos in Kirch- Göns zustande. Man hatte allgemein mit einem Erfolg ber Gäste gerechnet, zumal bie Mannschaft gerade in letzter Zeit zu einer ganz ausgezeichneten Form gekommen mar. Diesmal klappte es aber nicht überall, so daß der Sieg der Platzbesitzer, die Verstärkungen herangezogen hatten, oerstänblich wirb. In der 2 Klasse kam Lang-Göns zu einem hartumkämpften Sieg von 9:7 (4:2) in Atzbach und damit zu dem Sieg in ber Staffel 2. Der Einsatz war beiderseitig sehr groß, und oft lag eine Aenderuna des knappen Sieges in der Luft. Mit etwas Glück konnten die Gäste aber schließlich gewinnen. Weitere Ergebnisse: Mtv. Gießen Jgd. — Tv. Holzheim Jgd. 4:4 (2:2) Tv. Dutenhofen Jgd. — To. Atzbach Jgd. 6:5 (4:2). find in zwei Gliedern angetreten, die Flügel zum Karree umgebogen. Der Kapitän mit dem Dolmetscher und zwei Sergeanten tritt in den Hof, in bie Mitte vor die Gefangenen. Der Kapitän und seine Suite grüßt, die Gefangenen grüßen zurück. Die Höflichkeit wird auf jeden Fall gewahrt. Die Namen werden von der rechten Flügelgruppe ab verlesen. Ein befangener nach dem andern ruft sein „Hier!", tritt zwei Schritte vor. Schrittweise rückt der Dolmetscher nach rechts. Gleich wird die Gruppe Peddinghusen an der Reihe sein. Viktor steht links neben Solterbeck. Vor oierund- zwanzig Stunden stand er da oben am Fenster und sah auf die Mützenteller herab. Heute fühlt er sich wieder ganz in Ordnung. Nein, ihm fehlt nichts. Gleichgültig sieht er auf den Sergeanten links hinter dem Kapitän. Er hat den Namen „ber Säulenheilige" bekommen. Viktor denkt, daß ber Name gut zu ihm paßt. Sein Gesicht ist stur wie eine Maske, kalt wie aus Stein, mit den schwarzen reglosen Augen und dem schwarzen Dollbart sieht er aus wie ein gefrorener Asket. Plötzlich zuckt Viktor wie vom Blitz getroffen zu« fammen. Etwas durch nichts Vorbereitetes und Eingeleitetes geschieht. Vor seinen Augen verschwindet der Säulenheilige. Nein, er verschwindet nicht. Seine eine Hälfte ist noch deutlich zu sehen, die andere Hälfte aber wird verdeckt von einer Gestalt, die aus dem Nichts entstanden, die aus dem Boden gewachsen zu fein scheint. Helf, Gott, jetzt wird er wirklich wahnsinnig. Da steht eine Gestalt, die vor einer Sekunde noch nicht da gestanden hat. Eine Frauengestalt, ein Mädchen. In der Lücke zwischen dem Kapitän und dem Säulenheiligen? Thea ...’ Ist es wirklich Thea? Ist es denn überhaupt Wirklichkeit? Viktor ist unfähig, sich ZU bewegen, auch nur die Augen zu reiben ober mit ihnen zu zwinkern. Wie in einem Starrkrampf steht er. Aber er ist hellwach unb bei völlig klaren Sinnen. Er hört, während er wie behext auf die Erscheinung starrt, wie der Dolmetscher die Namen verliest, wie die Kameraden, dicht neben ihm schon, ihr Hier rufen. „Rittmeister Peddinghusen!" (Fortsetzung folgt.)