Donnerstag, 5. ©Hoher 1940 190. Jahrgang Nr. 254 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desBormittagS Anzelgen-Preife r Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, TertteU 50 Rvf. te mm bei 70 mm Heilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstafsel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25l’/n mehr Erscheint täglich, anbei Sonntag- und feiertags Veilage«: Die Illustrierte Siebener tzamuienblätter Heimat nnVild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Lustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Sernsvrechanfchlub 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 1168« Tranks J M Giehener Anzeiger -».sstw General-Anzeiger sür Oberhessen TS Luxemburgs wahres Gesicht Von NSK.-Sonderverichierstatier Erich Borchers. Volksdeutschen Bewegung zu seinen luxemburaischen Landsleuten. Ein ferner durchgeistigter Kopf, mit klugen energischen Augen. Energie und Temperament strahlt auch von der straff aufgerichteten Gestählt dieses Mannes aus, dessen Lebenswerk seit Jahrzehnten der Pflege und der Vertiefung des Deutschtums in einem Lande galt, dem eine gerissene Propaganda den welschen Stempel aufdrücken wollte. , „(£ 5 gibt keinen luxemburgischen Menschen, wie es keinen österreichischen Men- chen gegeben hat, der Luxemburger ist deutsch einer Sprache, seiner Kultur, seines Blutes und einer geschichtlichen Vergangenheit nach", ruft Pro- essor Kratzenberg seinen Landsleuten zu und spricht >ann über die deutsche Geschichte des Landes. Vier luxemburgische Söhne rief Deutschland auf seinen Kaiserthron: Heinrich VII., Karl IV., Wenzel und Sigismund. Noch vor 150 Jahren standen die Klöppelkrieger mit chrem Blut ein für ihre deutsche Wesensart, und 1848 erließ die luxemburgische Regierung eine Proklamation, die mit den Worten schloß: „Die innige Vereinigung mit Deutschland ist unser Recht, unsere Pflicht, unser Heil!" Und als dann Professor Kratzenberg seine Rede K mit den Worten: „Der Luxemburger soll .ernen Schritt der Zeit verstehen lernen und nicht feige und geduckt, sondern stolz und aufrechten Hauptes den Weg gehen, den ihm seine Lebensart und sein wirtschaftliches Interesse vorschreiben. Klar und unmißverständlich lautet unsere Parole: ,Heirn ins Reich!" Aber freiwillig wollen wir kommen. Als Gleichberechtigte, als Kinder der großdeutschen Volksgemeinschaft wollen wir Luxemburger in das Großdeutsche Reich Adolf Hitlers ausgenommen werden, da hat er die Herzen seiner Zuhörer gepackt, und begeisterter Beifall dankt ihm. In Diekirch und Wiltz, in Redingen und Dianden, überall im Oeslina, wo wir auf unserer Fahrt durch den nördlichen Teil des Landes Einkehr hielten, stießen wir auf die Volksdeutsche Bewegung, die auch hier immer mehr Boden gewinnt. Junge Menschen voller Glauben und Fanatismus ringen hier, wie einst im Altreich, um die Seele des deutschen Menschen. Noch sitzen die Bauern des Osslings verschlossen und zurückhaltend, wie es der Natur der zerklüfteten Schieferselsen und den engen Waldtälern ihrer Heimat entspricht, in den Versammlungen der Volksdeutschen Bewegung. Aber auch sie haben die Zeichen der Zeit verstanden. Diese Fahrten durch das Oesling find ein Erlebnis eigener Art. Mächtige Burgen künden von alter Ritterherrlichkeit. Die wilde Schönheit des Müllertales, der weite Blick über Aecker und Weiden, die spitzen Türme der Kirchen, die aus grauen Schieferdächern emporwachlen, sind unvergeßlich. Wir verlassen diese ebenso yerbe wie liebliche Landschaft des Oeslings und kehren über Echternach ins Reich zurück. Als wir durch die Eifel fahren, geht es uns nicht anders als bei unserer Einreise ins Land von Trier aus: auch hier empfängt uns dieselbe Landschaft, die wir soeben jenseits der alten Grenze verliehen. Die zielsichere Aufbauarbeit des Chefs der Zivil- verwallung legt die gefunden und natürlichen Kräfte, die den Weg in eine schönere Zukunft weisen, .frei. In Schule und Verwaltung gilt wieder die deutsche Sprache, die Industrie blüht wieder auf, die Arbeitslosigkeit wird bald beseitigt sein, die natürlichen Absatzmärkte in Deutschland sind wieder erschlossen, der Parteienzwist, der das Volk nicht zur Ruhe kommen ließ, hat ein Ende gefunden, und die das Volk aussaugende Judenherrschaft im Lande ist weggefegt. Der französische Firnis, künstlich um das Land gelegt, bröckelt ab: Luxemburg geht den Weg, den ihm sein Volkstum und sein wirtschaftliches Interesse vorschreibt! WirMastlicher und kultureller Ausbau in Luxemburg. Luxemb urg, 2. Oft. (DNB.) Mitarbeiter und Chefs der Zivilverwaltung in Luxemburg gaben der Presse einen Ueberblick über den Stand der Aufbauarbeit im Gebiet des ehemaligen Großherzogtums Luxemburg. Der verdienstvolle Vorkämpfer für deutsche Gesinnung und deutsche Kultur im Lande Luxemburg, Professor Kratzenberg, berührte Fragen des Volkstums und der Geschichte, lieber den Aufbau im Kultursektor sprach Dr. Perizenius: „Es gilt, das Land gerade auf diesem Gebiete vom französischen Einfluß zu befreien und die gesunde Schicht des deutschen Dolksbewußtseins blotzzulegen, dazu die nötigen Lücken zu füllen und neu zu ' schaffen. Luxemburg, die Landeshauptstadt, besaß seit jeher kein eigenes Theater! Zu regelmäßigen Gast- spielen sind inzwischen verpflichtet das Westmark- Landestheater, die Opernbühnen von Koblenz, Köln und Frankfurt. Für die nächstjährige Spielzeit ist der Aufbau eines eigenen Theaters in Aussicht genommen. Auch soll Der Bevölkerung Luxemburgs m Zukunft beste deutsche Musik vermittell werden. Konzertabende mit Furtwängler, Clemens Kraus und den Philharmonischen Orchestern von Berlin, Wien und München, Kammerkonzerte mit ersten Künstlern sind ebenfalls vorgesehen. Der Sender Luxemburg, einst der leidenschaftliche Hasser alles Deutschen, wird zum Träger größter volkspolitischer Aufgaben in diesem Raume. Arbeitsamtsdirektor Jacobs berichtete über die Beseitigung der durch den Krieg sprunghaft in die Hohe geschnellten Arbeitslosigkeit. Einer Zahl von 26 400 Arbeitslosen im August stehen nunmehr nur noch 1000 Arbeitslose gegenüber. Diese wenigen sind aber nicht einmal als völlig arbeitsfähig anzu« sehen. Die Einführung des deutschen Arbeitsrechts und der Arbeitsbuchpflicht und eine Gehalts-, Preis« und Lohnangleichung sind in Angriff genommen. — Dr. Bro ich er kennzeichnete Die Wer in diesen Tagen über Wasserbillig in das schöne Luxemburger Land hineinfährt, hat keinen Augenblick das Gefühl, eine „Grenze" überschritten zu haben. Dieselbe Landschaft umfängt uns, dieselben deutschen Menschen gehen hier ihrer friedvollen Arbeit nach. Aus gepflegter baumumstandener Straße führt uns der Weg über Grevenmacher durch das Gutland, der Hauptstadt des Landes zu. Vorbei an behäbigen Bauernhöfen und reichen Obstgärten, fetten Wiesen und fruchtbaren Aeckern, auf denen die Bauern die Ernte bergen, durchqueren wir das Gutland, die Obst- und Kornkammer des schönen Luxemburger Landes. Und dieses Land soll zweisvrachig ober gar französischen Einschlages jein? Nichts, aber auch gar nichts Französisches hat diese Landschaft an sich, viel weniger noch seine freundliche Bevölkerung, deren Mundart, das „Letzeburger", uns kaum einen Unterschied mit dem Moselfränkischen der Bauern des Trierer Raumes erkennen läßt. Auch ein Gang durch die Stadt Luxemburg, die wir am späten Nachmittag erreichen, verstärkt nur diesen Eindruck. Diese wunderschöne Stadt, der unbestrittene kulturelle und wirtschaflliche Mittelpunkt des Landes, ist u r d e u t s ch. Verwirrend ist der erste Blick auf diese Stadt mit ihren Brücken, die in kühn geschwungenen Bogen das tiefeingeschnittene Tal der Alzette überspannen, mit ihren Türmen, Mauern uno Toren, die zwischen mächtigem Steinpfeilern den Blick freigeben auf Treppengärten und alte Wehranlagen. Eng zusammengeschachtelt liegen in den engen, krummen Gassen altersgraue, schmale Häuser. Das einzigartige Stadtbild in dieser alten Festungsstadt, die einmal als der stärkste Platz Europas galt, ist deutsch und atmet die Ruhe und den Frieden einer mittelalterlichen süddeutschen Stadt. Wir stehen auf einem Felsvorsprung und blicken hinab ins grüne Tal der Alzette. Friedlich weiden blanke Rinder an den Hängen und tummeln sich die Kinder vor den Häusern. Sie wenden nur kurz den Blick in die Höhe, als über uns ein Flugzeuggeschwader seine Bahn gen Westen zieht. So fern ' liegt hier der Krieg und so sicher fühlt sich dieses Land, von dem die deutsche Wehrmacht in schnellem Zugriff die Furcht vor dem Krieg und seinen Schrecken nahm. Durch die Straßen der Oberstadt, in der sich das Geschäftsleben abspielt, flutet der abendliche Verkehr, und nur die Uniformen der deutschen Soldaten erinnern daran, daß die Wehrmacht das Land unter feinen Schutz nehmen mußte. Wir fragen uns bei einem Gang durch die Geschäftsstraßen überrascht: Woher kommen die französischen Bezeichnungen der Geschäfte und Hotels, der Straßenschilder und Reklamen, der Prospekte und der Werbeschriften in den Auslagen in dieser deutschen Stadt? Wie eine dünne Tünche, überhastet und schnell hingeworfen, wirken sie, und sind es auch, und werden ebenso schnell wieder verschwinden. Die ganze Groteske dieses französischen Spuks kommt uns so recht zum Bewußtsein, als wir einen Blick aus dem Hotelfenster werfen, der auf die wohlgefüllten Auslagen der Metzgerei von Schultz-Buchholz fällt, die sich in großen Lettern als „Charcuterie" ausroeift Eine Fahrt in den Industriebezirk um C s ch vermittelt neue Eindrücke. Hohe Schlackenberge, ragende Schlote und die Türme der Hochöfen wachsen am Horizont empor, als wir uns auf schöner, breiter Straße Esch nähern. Am Eingang der Stadt sehen wir die ersten Wahrzeichen des Krieges: Vier ausgebrannte französische Tanks, die hier im Kartoffelacker liegenblieben und von der französischen Besatzung in Brand gesteckt wurden. Einige wenige ausgebrannte Häuser, Geschoßeinschläge an den Mauern und weggeräumte Sperren erinnern in Esch noch an den Krieg, sonst ist auch der Friede hier wieder eingezogen. An den Werken und Hochöfen wurde durch eigentliche Kriegshandlungen nur verhältnismäßig geringer Schaden angerichtet, und die von den Franzosen bei ihrem Abzug künstlich vorgenommenen Zerstörungen konnten bald beseitigt werden. Die Luxemburger Eisenindustrie, auf der der Wohlstand des Landes beruht, und in der in normalen Zeiten, den Bergbau eingeschlosien, über 20 000 Arbeiter Brot und Arbeit finden, hat die Kriegsschäden überraschend schnell, dank dem weitgehenden Entgegenkommen der deutschen Zivilverwaltung, beseitigt. Aber die Menschen, die wir hier sprechen, tragen noch die Spuren einer schweren Leidenszeit im Gesicht geschrieben Fast 55 000 mußten in der Nacht vom 10. zum 11 Mai, wie sie gingen uni> standen, auf französischen Befehl Haus und Heimat verlassen und die Irrfahrt in die Fremde antreten. Wir haben sie gesprochen, diese Evakuierten aus Esch, die Bergarbeiter, Handwerker, Geschäftsleute, Aerzte, Rechtsanwälte und Pfarrer, die Frauen und Kinder, die eben aus Frankreich zurückkehrten Sie alle glaubten einmal, die Franzosen zu kennen. Diele von ihnen sahen in Frankreich den Hort der Zivilisation un$> Kultur und den Schützer der Kleinen und Schwachen und glaubten, dort den Schrecken des Krieges entronnen, sicheren Schutz und liebevolle Aufnahme zu finden. Sie alle sind grausam enttäuscht worden und hoben am eigenen Serbe die widerlichen Auswüchse französischen „Sadismus" verspürt und sind auch heute noch kaum imstande, von den Erlebnissen ihrer Flucht zu sprechen. Was Wunder also, daß te es sind, die sich im Luxemburger Land zuerst hres Deutschtums wieder voll bewußt wurden und ich wieder zu ihm bekennen. Eines Abends haben wir Gelegenhett, in Luxemburg einer VersammlungderVolksdeut- scheu Bewegung beizuwohnen. Nahezu 600 Männer, meist Bergarbeiter und kleine Geschäftsleute, füllen schon lange vor Beginn den Saal bis auf den letzten Platz. Und dann spricht Professor Kratzenberg, der tatkräftige Landesleiter der Wirtschaft des Landes als eine ausgesprochene D e r- edelungswirtschaft. Da die Landwirtschaft Luxemburgs früher stark auf die Einfuhr von Rohstoffen, insbesondere künstlichen Düngemitteln, angewiesen war, hat der Krieg gerade für sie Schwierigkeiten mit sich gebracht. Die Zivilverwaltung erstrebt eine grundlegende Umstellung, die die luxemburgische Landwirtschaft von diesen außenstehenden Einflüssen unabhängig machen wird. Für einen neuen Geist in Belgien. Brussel, 1. Oktober. (Europapreß.) In Brüssel ist eine neue Zeitung in französischer Sprache erschienen. Der Chefredakteur des Blattes ist der Schriftsteller Paul Colin, der bereits nach dem Weltkrieg publizistisch gegen das Versailler Diktat vorging. In den letzten drei Jahren führte Colin als Herausgeber der Wochenschrift „Cassandre" einen heftigen Kampf gegen den Ministerpräsidenten van Zeeland, dem er Unlauterfeit in einer Amtsführung vorwarf. Im vergangenen Herbst veranlaßte Colin das Oktobermanifest, in dem König, Regierung und Volk beschworen wurden, eine wirkliche Neutralität zu üben und auch ein geistiges Bündnis mit den Westmächten zu unterlassen. Das „Nouveau Journal" ist also nur die Fortsetzung der Lebensarbeit eines in der belgischen Öffentlichkeit bekannten Kreises von Journalisten, die früher an Blättern verschiedenster politischer Richtungen arbeiteten. Das Blatt will dazu beitragen, eine neue geistige Haltung Belgiens zu schaffen. In dem Programm heißt es deshalb, ein immer größerer Kreis müsse erkennen, daß mit dem 10. Mai eine neue Zeit für Belgien begonnen habe und es mit der Macht mittelmäßiger Parteigrößen und politischer Geschäftemacher endgültig vorbei sei. Die früheren Zwistigkeiten im Lande, die aus kulturellen und sprachlichen Verschiedenheiten herrührten, seien nun völlig zu begraben, wie Belgien von der Tyrannei der Parteien befreit sei, so müsse es auch von einer geistigen Vorherrschaft Frankreichs, sowie von einem intellektuellen Snobismus sich lösen, der in manchen Kreisen noch vorhanden sei, aber einer neuen sozialen Solidarität weichen werde. Wettbewerb statt Go'ddittatur! Die Stunde ist nicht mehr fern,, in der England und mit ihm alle Welt erkennen werden, daß es mit jeder Macht am Ende ist, wenn der Glaube a n s i e aufgehört hat. Im Weltkriege war es England noch einmal gelungen, mit Hilfe der ganzen Welt, der farbigen Völker seiner Kolonien, Der finanziell von ihm abhängig gewordenen Staaten und vor allem durch die Unterstützung der Vereinigten Staaten und deren Massen an Kriegsmaterial einen Scheinsieg über Deutschland davonzutragen. Damit aber war der Kampf der beide« in Europa (und in seinen Auswirkungen auch in der ganzen Welt) in Wettbewerb stehenden Wirtschaftssysteme nicht ausgekämpft. Die Entscheidung wird e r st jetzt fallen, und es besteht schon heute kein Zweifel, daß das Raubjystem Englands dem Ansturm der eine soziale und wirtschaftliche Neuordnung anstrebenden jungen Mächte Europas erliegen wird. In Wirklichkeit wird es sich um sehr viel rnefjU handeln, als um die endliche Abrechnung mit England und seine Entthronung, um mehr als das Ende des Weltmachttraumes der englischen Oberschicht. Die Götzendämmerung betrifft grundsätzlich vor allem den bisherigen Herrscher der Welt, das Gold, und damit ist eine Wende der Zeiten herangekommen. Eine idealistische, sozialistische Weltanschauung macht Schluß mit der materialistischen, nur-wirtschaftlich ausgerichteten, die allein im Besitz materieller Güter uno zuletzt im Besitz von Gold, des hochwertigen Metattes und wertvollsten und wertbeständigsten Tauschmittels, die notwendige Grundlage politischer Macht sah. Seit den Tagen von Babylon, Ninive, Aegypten, Griechenland und Rom, und bann seit der Glanzzeit des meerbeherrschenden Venedig, der Reiche auf der Pyrenäen- Halbinsel, in denen die Sonne nie unter ging, deren Macht dann von den Holländern und schließlich von den rücksichtsloseren Engländern übernommen wurde, galt der Satz, daß der Besitzer der größten Schätze an Metallen und namentlich an Gold allen anderen überlegen war, weil er die Macht hatte und mit dieser die Welthandelsstraßen beherrschte. Alle anderen Völker wurden dem Goldbesitzer tributpflichtig. Wo diese überragende Macht ihren Sitz hatte. Neue Angriffe aus London, Süd- und Mittel-England. Umfangreiche Brände und Explosionen. — Schwere Feindverluste durch besonders entwickelte Abwehrverfahren der Nachtjäger und Flakartillerie. Der Wehrmachlsbericht vom Mittwoch. Berlin, 2. Oktober. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe griff am 1. und in der Nacht zum 2. Oktober wieder zahlreiche kriegswichtige Ziele in London fotvle in Süd- und Mittel- England an. Umfangreiche Brande und Explosionen konnten beobachtet werden. Teile einer Kampfgruppe unter Führung des Gruppenkommandeurs Major Hahn bombardierten in kühnem Tiefangriff trotz starker Flakab- wehr den Flughafen Pembroke-Earew, erzielten Treffer schweren Kalibers in den hallen, beschädigten eine Anzahl feindlicher Kampfflugzeuge durch Bomben und MG.-Feuer am Boden und kehrten ohne Verluste in ihren Heimathafen zurück. Andere Kampffliegerverbände griffen die Hafen- anlagen von Liverpool sowie die hafen- und Industrieanlagen von Manchester an und erreichten starke Brand - und Explosions- s ch S d e n. Ferner gelang es durch überraschenden Angriff einzelner Kampf Maschinen, ein Rüstungswerk nördlich London und einen in der Nähe befindlichen Nachtflughafen mit Volltreffern schweren Kalibers zu belegen. Britische Flugzeuge wurden bei Tage weder über Reichsgebiet noch in den von Deutschland besetzten Gebieten beobachtet. Bei Nacht griff der Gegner mit mehreren Flugzeugen eine Reihe von westdeutschen Städten an, wo an zahlreiche« Wohnhäusern starke Brandschäden verursacht wurden. Einige britische Bombenflugzeuge flogen über Norddeutschland auf die Reichshauptstadt an, wurden hier aber durch das gutliegende Planfeuer der Flakartillerie aus ihrer Angriffsrichtung abgedrängt. Ostwärts Berlin warfen die britischen Flugzeuge mehrere Brand- und Sprengbomben auf eine Ziegelei. Weitere Gebäude- und Personenschäden wurden hier nicht angerichtet. Die Verluste des Gegners am 1. Oktober und in der Nacht zum 2. Oktober belaufen sich auf 11 Flugzeuge, von denen 15 im Luftkampf, 1 von einem Nachtjäger und 1 durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Zwei deutsche Flugzeuge werde« vermißt. Dem Feinde sind in der letzten Zelt durch die besonders entwickelten Abwehrverfahren der Nachtjäger und Flakartillerie schwere Verluste zugesügt worden. Er wurde saft überall an der planmäßige« Durchführung seiner Angrisssabsichlen gehindert. Anflug britischer Nachtflieger auf Berlin abgeschlagen. Berlin, 3. Ott (DNB. Funkspruch.) Einige britische Flugzeuge flogen in der Nacht über Nord- deutschland gegen Berlin an, wurden aber durch das Feuer der Flakartillerie abgedrängt. London brennt Tag und Nacht. Wenn die Londoner nach einem deutschen Luftangriff ihre Keller verlassen, fallen ihre Blicke sofort auf die brennenden Industrie- und Dockanlagen im Osten der Stadt. Der Himmel über diesen Anlagen ist durck ein einziges von gewaltigen Bränden herrührendes Flammenmeer taghell erleuchtet. (Associated-Preß-MH da war der Mittelpunkt der (jeweils bekannten) Welt, der Mittelpunkt der wirtschaftlich und militärisch, meist auch der kulturell stärksten Kräfte. Wer auch in neuerer Zeit über das meiste Gold verfügte, war der Weltbankier und konnte die Preise festsetzen, um dabei ohne viel Arbeit die größten Gewinne einzustreichen. Gold sicherte die Leitung der großen Weltvermögen, der Monopolgesellschaften, die Festsetzung der Preise für Kupfer und alle wichtigen Metalle, Gold suchte den Besitz der ergiebigsten Erdölquellen, Gold lenkte die Diplomaten der meisten Staaten der Welt und verfügte so über Krieg und Frieden. Jrn Dienste des Goldes wurden ganze Völker geknechtet und um Millionen Volksgenossen geschwächt (durch Hungersnöte z. B. in Indien und Irland), im Dienste der politischen Pläne der Goldbesitzer, die aber immer „geschäftliche" Ziele hatten, wurden Könige und Minister gemeuchelt, wurde die Welt dauernd in Unruhe ye° galten, weil friedliche Zeiten die Machenschaften tue« er meist jüdischen Blutsauger weniger begünstigen. Und nun rauchen die Trümmer Londons, dessen Geschäftsviertel durch Jahrhunderte das Herz der Welt bildete. Freilich hatte die englisch gelenkte Welt etwa seit dem Beginn dieses Jahrhunderts schon z w e i Herzen, zwei Mittelpunkte der Macht, zwei Verwaltungszentren^: in London und in Neuyork. Man kann sogar annehmen, daß London von Amerika sehr viel abhängiger gewesen ist. als erkennbar wurde. In Amerika wollte man das so wissen, und ein Zeichen dafür ist u. a., daß England sich nach 1918, solange es ein Wiedererstarken Deutschlands nicht in Rechnung zu ziehen brauchte, durchaus auf einen Entscheidungskampf gegen die Vereinigten Staaten einrichtete, bis es erkennen mußte, daß diese doch die Stärkeren waren, zu denen nun bald die letzten Plutokraten, durch die Macht des Goldes Herrschenden, ihre letzte Zuflucht nehmen werden. Mit ihnen flieht aus Europa der Irrglaube an die Allmacht des Goldes. Als Edelmetall und Zahlungsmittel der Goldländer wird es natürlich seine Bedeutung auch im internationalen Handelsverkehr noch behalten, aber, wie erst kürzlich von einem Vertreter der deutschen Regierung festgestellt wurde, nicht mehr als „Wertgrundlaae für die Währung", wie es seither überall außerhalb Deutschlands in den letzten Jahren der Fall war. Auch im alten Reick mußte die deutsche Währung durch einen Goldbestand von 40 v. H. der ausge- aebenen Anweisungen gesichert sein. Adolf Hitler hat auch auf diesem Gebiet der Well und zunächst Europa seine Anschauung aufgenötigt, nach der in dem neuen Wirtschaftssystem nicht das Kapital, nicht das Geld, also das Gold, die Grundlage aller Wirtschaft und allen Kredites mehr bildet, sondern die Arbeitskraft, die Leistungsfähigkeit und schließlich die Arb e its- lei ft u n g eines Volkes in seiner Gesamtheit selbst. An die Stelle des kalten und die Herzen kalt machenden Goldes tritt der Mensch und seine lebendige Kraft mit den Beweisen seiner Leistungsfähigkeit, die das größte Vertrauen werben und verdienen. Es sind danach nicht nur die Versönlickkeiten in den Plutokratien Europas und ihre Methoden der Aussaugung anderer Völker, die jetzt niedergerungen werden, sondern auch die Thesen einer Weltanschauung, die der unsrigen entgegengesetzt ist und ihre Entfaltung hemmen müßte. Solange die -materialistische Anschauung in Europa Einfluß hätte, würde die Befreiung des Reiches und der anderen europäischen Völker nicht vollständig gelungen sein. Gewiß bleibt es dabei, daß der Nationalsozialismus „keine Exportware" ist, wie der Führer einmal sagte, aber wir wissen ja, daß es zwischen Wirtschaftssystemen, die im Wettbewerb stehen, nur zwei Möglichkeiten gibt und geben kann: Angleichung und Verständigung oder Kampf bis zur Entscheidung. Die Kraft des deutschen Volkes, die in den Sieaen unserer Wehrmacht zum beweiskräftigen Ausdruck gebracht worden ist, wird dafür sorgen, daß in Europa jedenfalls der politische Friede und dann auch der Wirtschaftsfriede hergestellt und erhalten wird. Das schließt durchaus nicht jeden friedlichen Wettbewerb zwischen den Völkern aus. Im Gegenteil, er soll auf allen Gebieten, die dem Frieden und der Kultur dienen, erst recht einsetzen, wenn nun eine Zeit kommt, in Der sich jeder, ohne eine Störung befürchten zu müssen, größeren Zielen widmen kann ... nun, wenn der Götze Gold nach jahrhundertelanger Gewaltherrschaft von seinem gleißenden Throne gestoßen worden ist. Denn so sagte der Führer einmal: „Das nationalsozialistische Deutschland hat keinen anderen Wunsch, als den Wettlauf der europäischen Völker wieder aus die Gebiete hinzulenken, auf denen sie der ganzen Menschheit in der edelsten Rivalllät jene unerhörten Güter der Zivilisation, der Kultur und Kunst gegeben haben, die das Bild der Welt heute bereichern und verschönern. Rudolf Friedemann. Das System der Staatsräte in Norwegen. Oslo, 2. Okt. (Europapreh.) Im Verordnungsblatt für die besetzten norwegischen Gebiete verkündet der Reichskommissar am 1. Oktober die Verordnung über die eingesetzten Staatsräte. Aus ihr geht hervor, daß den Staatsräten für ihre Ministerien weitgehende Machtbefugnisse, aber gleichzeitig auch weitgehende Verantwortung zufallen. Sie können neuen Vorschriften durch Verordnung Gesetzeskraft verleihen und fMinen auch Beamte ernennen. Sie sind dem Reichskommissar verantwortlich. Die Unabhängigkeit der Gerichte wird nicht berührt. Das Begnadigungsrecht steht dem Staatsrat für die Justiz zu. Die norwegische Presse kommentiert diese Verordnung lebhaft. „Morgenbladet" schreibt: „Wir sind bisher an eine liberale Regierungsweise gewöhnt gewesen in der Art, daß alle wichtigen Entscheidungen immer wieder hinausgeschoben, ja sogar um Jahre verzögert wurden. Das soll jetzt anders werden. Unter stärkster politischer Verantwortung werden die neuen Staatsräte Entscheidungen selbst von größter Wichtigkeit schnell treffen können, Vorschriften und selbst Gesetze, die sich hindernd in den Weg stellen, können sie aus eigener Machtvollkommenheit beseitigen." — „Tidens Tegn" schreibt: „Durch diese Neuordnung ist die Grundlage für einen verordnungsfähigen Staatsapparat geschaffen worden, der im besonderen mit der heutigen Zeit und den aus ihr entspringenden großen Aufgaben zu arbeiten im- stände ist." — „Aftenposten" schreibt: „Die Neuregelung wird geeignet sein, den eingesetzten Staatsräten die Handlungsfreiheit und Machtvollkommenheit zu sichern, die für eine schnelle und gründliche Lösung der gewaltigen Aufgaben nötig ist, die sich uns bieten." Der kommissarische Staatsrat Axel Stang kündigte die Einführung einer norwegischen Arbeits, Dienstpflicht für das kommende Jahr an. Der Arbeitsdienst habe neben der zu leistenden Arbeit die doppelte Aufgabe, Stadt und Land zu verbinden. Als erstes Arbeitsvorhaben werde im Frühjahr die Anpflanzung von Wald in Angriff genommen werden, eine Arbeit, die sonst wegen Mangels an Arbeitskräften nicht vorgenommen werden könne. Or. Lest aus Norwegen zurück. Oslo, 2. Oktober. (Europapreß.) Unter Führung von Generalmajor Tittel besichtigte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die Kampfstätten des 9. April in der Umgebung von Bergen und ließ sich persönliche Erlebnisse vieler Soldaten, die an den Kämpfen teilgenommen hatten, berichten. Bei einem kameradschaftlichen Beisammensein sprach Dr. Ley dem Gebietskommissar von Bergen und seinen Mitarbeitern über die zivilen Wiederaufbauarbeiten im Abschnitt Bergen seine Anerkennung aus und reifte über Oslo wieder nach Deutschland zurück. Eisenbahnabkommen zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Berlin, 2. Oktober. (DNB.) Im September haben in Berlin Verhandlungen zwischen dem Reichsverkehrsministerium und dem Volkskommissariat der Sowjetunion für Verkehrswesen über den Abschluß endgültiger Eisenbahnvereinbarungen stattgefunden. Im Dezember 1939 war ein provisorisches Eisenbahnabkommen abgeschlossen worden. Zweck der diesmaligen Verhandlungen war es, an die Stelle dieses Provisoriums auf Grund der inzwischen gemachten Erfahrungen nunmehr ein endgültiges Abkommen über den gegenseitigen Eisenbahnverkehr zu setzen. Die Verhandlungen sind auch diesmal in freundschaftlichem Geist geführt worden und haben eine volle Einigung ergeben. Die Unterzeichnung der Vereinbarungen durch Reichsbahndirektionspräsident Dr. Holtz und den Direktor für internationalen Verkehr Nisowuew — hat in Berlin stattgefunden. Am 1. Oktober tritt ein Abkommen über den Eisenbahngüterverkehr in Kraft. Ueber einen neuen deutsch- sowjetischen Gütertarif ist Einvernehmen bereits erzielt. Ferner ist ein Abkommen über den Verkehr auf den Grenzübergangsbahnhöfen vereinbart worden. Es sind dies Deutfch-Krottingen, Laugszargen, Eydtkau, Profiten, Malkinia, Plate- row, Breft-Litowsk und Peremyschl. Demnächst ist mit der Eröffnung weiterer Grenzübergänge zu rechnen. Endlich sind Vereinbarungen über den Personenverkehr getroffen worden. Am 6. Oktober wird ein direkter Personen-, Expreßgut- und Gepäckverkehr über zwei Wege ausgenommen: Berlin—Warschau—Bjelostok—Minsk—Moskau und Berlin—Königsberg—Insterburg—Tilsit— Radviliskis—Dünaburg—Bigossowo—Moskau. Die erste Strecke führt über den Grenzübergang Malkinia—Czyzew, die zweite über Laugszargen—Tau- roggen. Die neuen Vereinbarungen beruhen auf der bewährten Grundlage der Vereinbarungen vom Dezember 1939, nach denen im Jahre 1940 bereits Millionen von Tonnen befördert worden sind. Sie sehen eine Reihe von Verbesserungen vor und werden zweifellos auch in Zukunft eine befriedigende Verkehrsabwicklung sicherstellen. Sie -euischm Luftangriffe legen Londons Verkehr lahm. 4 VM JL Wie man in London zugeben muß, haben die pausenlosen Vergeltungsangriffe der deutschen Luftwaffe auf kriegswichtige Ziele der britischen Hauptstadt auch den Verkehr nahezu lahmgelegt. — Unser Bild zeigt einen Londoner Autobus, der auf seiner Fahrt durch die Londoner City von einem deutschen Luftangriff überrascht wurde. — (Associated-Preß-M.) Sechs neue Lustangriffe am Mittwoch Stockholm, 2. Okt. (Europapreß.) Bis Mittwochabend hatte London sechs neue deutsche Luftangriffe. Ein normales Arbeitsleben war damit während des ganzen Vormittags unmöglich, zumal die meisten Arbeiter und Angestellten zu spät an ihren Arbeitsplätzen erschienen, weil sie in den Unterständen festgehalten wurden. Während des zweiten Angriffs soll sich über einer südöstlichen Vorstadt eine Luftschlacht entwickelt haben. In der City konnten die in den Kellern und sonstigen Unterständen Eingeschlossenen ganz deutlich die Explosion fallender Bomben und das Abwehrfeuer der Flak hören. Zur gleichen Zeit erschienen deutsche Maschinen über der Südküste und griffen verschiedene Städte mehrmals an. Aehnliche Aktionen wurden sogar gegen die Westküste von Wales vorgetragen, wo nach einer Meldung des Rundfunks Brände entstanden. Insgesamt sind fünfzehn Londoner Stadtteile bezw. Vororte in den Bereich der Aktion einbezogen worden. Der Abwurf von Bomben aller Art wird vom britische Nachrichtendienst bestätigt, wobei man hinzufügt, daß die südwestlichen unD östlichen Vorstadtgebiete b e - sonders heftig bombardiert worden sind In diesen „Vorstadtgebieten" liegen zahlreiche Flugplätze, Munitionsdepots, Ballonsperren und Flakstellungen. Es hat sich in der Nacht zum Mittwoch erwiesen, daß das System der sogenannten Luftbeobachter durchaus nicht als unbedingt zuverlässig betrachtet werden kann. Diese Beobachter haben gemäß den von Churchill vorgeschlagenen Luftschutzwarnvorschriften die Aufgabe, von dem Dache eines kriegswichtigen Unternehmens aus die Belegschaft dieser Betriebe erst dann in die Schutzräume zu schicken, wenn ein direkter Angriff bevorsteht. Man will auf diese Weise möglichst wenig Arbeitsstunden verlieren. Der Londoner Rundfunk mußte am Mittwochabend jedoch mittei- len, daß in einem Londoner Vorort ein Beobachter gar nicht mehr Zeit genug hatte, um Alarm zu schlagen. Denn er wurde von einer Bombe überrascht und getötet, während die Bombe selbst durch das Dach des Werkes schlug, in dem sie Schäden anrichtete, über die der Rundfunk nicht spricht. Englands Verluste an Schiffen und Flugzeugen. Rom, 2. Okt. (DNB.) „Trckuna" befaßt sich mit den von England zugegebenen Verlusten von 160 000 BRT. Schiffsraum in einer Woche, die vorwiegend auf die deutschen U-Boote zurückzuführen sind. Man müsse dabei bedenken, daß darin nicht die Verluste enthalten seien, die der englischen Handelsmarine durch Aufläufen von Schiften auf Minen und durch die ununterbrochenen Angriffe deutscher Flugzeuge auf Geleitzüge usw. entstanden seien. Wenn man darüber hinaus aber noch bedenke, daß eine versenkte BRT. mindestens 2000Kilo verlorenerWaren darstelle und daß man den Verlust von einer BRT. sogar auf 10 Tonnen ansetzen könne, wenn man berück- sichtige, daß das Schiff — wäre es nicht versenkt worden — noch weitere Waren hätte heranb ringen können, wenn man weiter bedenke, daß die großen Warenlager durch die deutschen Bombardements zerstört worden seien, so könne man erkennen, w t e wirksam die von Deutschland und Italien verkündete Blockade und wie tragisch Englands Lage sei. Die Mitteilung der Zeitschrift der englischen Luftwaffe „Aeroplane", wonach die englische Luftwaffe in den Luftkämpsen durchschnittlich 32 Maschinen täglich, also insgesamt 896 verloren habe, beziehe sich auf den gleichen Zeitabschnitt, für den man deutscherseits einen Gesamtverlust der Engländer von 1134 Flugzeugen angab.Der Unterschied von 238 Maschinen erkläre sich leicht aus der Tatsache, daß in der Zahl nicht jene Maschinen enthalten seien, die auf ihren Bombenflügen über deutschem Boden oder über dem Aerrn elkanal von der deutschen Kriegsmarine abgeschossen worden feien. Es sei interessant festzustellen, wie man durch Die englischen Eingeständnisse nur eines einzigen Tages sehen könne, auf welcher Seite die Wahrheit sei. USA.-Deltkriegsianks für Kanada. Neuyork, 1. Okt. (Europapreß.) Wie „New Dort Herald Tribüne" berichtet, soll in den nächsten Tagen die Auslieferung einer größeren Anzahl von Weltkriegstanks aus den Beständen der 08^.-Armee, die bereits seit ^919 ausrangiert sind und keinerlei kriegsmäßige Bedeutung mehr haben, an Kanada erfolgen. Es handle sich um 6-Tonnen-Tanks, die Kanada z u Ausbildungszwecken verwenden will. 100 Derartige Tanks befinden sich bereits in gebrauchsfertigem Zustand und stehen zur llebergabe an Kanada bereit. / Ein „Ausschuß zur Verteidigung Amerikas" in USA. Neuyork, 2. Okt. (Europapreß.) Hier wurde ein „Ausschuß zur Verteidigung Amerikas" gegründet, der als Gegenstück zu dem interventionistisiyen „Ausschuß zur Verteidigung Amerikas durch Unterstützung der Alliierten" die öffentliche Meinung und den Kongreß davon überzeugen will, daß Amerika verteidigt und gestärkt werden könne, nur wenn es aus jedem Krieg in Europa und Asien herausaehalten werde. Die führenden Männer des Ausschusses sind Genera! R. Wood, General Dawes, Henry Ford, McCarter, Präsident der Publicity Service Cy, und Kapitän Richenbacker, Militärkritiker der Zeitungen der Hearstgruppe. Der Ausschuß hat Drei Grundsätze aufgestellt: 1. Alle Kräfte auf Die Vorbereitung der Verteidigung zu konzentrieren; 2. sich aus Dem europäischen Krieg herauszuhalten: 3. Unterstützung für England nicht über Die „Cash-and-Carry"-Klausel hinaus. Das Programm des Ausschusses bejaht enftchieden die Machtentfaltung Amerikas in den kontinentalen Grenzen. • Präsident Roosevelt empfing am Dienstag die in Washington weilenden Armeechefs der füd amerikanischen Republiken unter Führung des O8^..-Generalftabschefs George Marshall. — Dor Pressevertretern erklärte Roofe- velt nach einem Empfang Des Washingtoner fran- Siimmungs-Bluff. Von unterer Berliner Schnstleftung. Die Erfahrung, daß England unter Der Anleitung Churchills um so größere Siege in Die Wett hinaus- brüllt, je empfindlicher seine Niederlagen sind, bestätigt sich gerade jetzt durch einen neuen Trick. In London hofft man freilich, daß die übrige Welt ihn weder als Trick noch als alt erkennen wird. Es handelt sich darum, daß die gesamte publizistische Maschinerie in England durch eine Offensive gespielter Zuversichtlichkeit auf höchste Tourenzahlen gebracht wird. Dazu gehört die reklamehafte Ankündigung neuer Waffen in London. Dieses System Der Versprechungen ist jetzt im großen Stil ausgebaut roorDen. Die englische Öffentlichkeit wird überschwemmt mit Ankündigungen beispielsweise folgenden Inhaltes: die neuesten Bomber sind ,>in Vorbereitung" — völlig neue Vertei di gungsmaß nahmen für London werden „in ein bis Drei Monaten" wirksam roerDen — England werde stärkere Flug- Maschinen haben als Göring — die Deutschen hätten sich auf Serienbau festgelegt, während England völlig neue Typen entwickelt habe — große Lieferungen aus Amerika sind angekündigt — Deutschland hat den Fehler gemacht, daß es alle seine Modelle schon eingesetzt hat — im September hat es für England drei kritische Tage gegeben; sie sind aber durch ,chen englischen Sieg" überwunden worden und überhaupt, es ist Daraus geradezu eine Katastrophe für Deutschland entstanden. In dieser Tonart geht es durch die ganze englische Presse, durch den Rundfunk, durch die englische Auslandssendung, durch alle Kabel, soweit sie heute noch Dem englischen Reuter-Büro zur Verfügung stehen. Wir ziehen aus diesem ganzen plötzlichen Aufgebot englischen Reklamegeschreies kurz und sachlich zwei Folgerungen. Erstens muß Der Abschluß Des Dreimächtepaktes Den Engländern angesichts ihrer schweren diplomatischen Niederlage so völlig das Konzept verdorben haben, daß sie sich keinen anderen Rat wissen, als eine publizistische Cntlastungs- osfensive. Zweitens müssen diese dreieinhalb Wochen deutser Vergeltunasangriffe England nicht nur militärisch und technisch, sondern auch sttmmungsmäßig so schwer getroffen haben, daß Die Regierung es für unerläßlich hält, Dem Lande einen amtlichen Optimismus vorzutäuschen, um Dem Volk wieDer einmal das müde Rückgrat zu steifen. Man darf nicht vergessen, welche zerfressende Wirkung es auf die Dvlksstimmung hat, wenn eine 8-Millionen° Stadt wie London seit nun bald vier Wochen keine einzige ruhige Nacht im Bett verbringen darf und dafür fast nur noch den Aufenthalt in überwiegend unzureichenden Luftschutzkellern, ja für Hundert- tausende fangar nur auf kalten zugigen Untergrundbahnhöfen kennt, von den rund 100 000 Obdachlosen ganz zu schweigen. Es handelt sich also um einen groß angelegten Stimmungsbluff Der militärisch ebenso wie Diplomatisch unterliegenden Regierung Churchill. Bluff aber ist ein englisches Wort. Es bedeutet — Täuschung! zöstschen Botschafters, ein Problem Der Befestigung Der französischen Insel Martinique sei ihm unbekannt. Die Vereinigten Staaten beabsichtigten nicht, Befestigungsanlagen auf Martinique vor zubereiten. England und die Luden. Neue Versprechungen im Stil der Balfour-Deklaration. Neuyork, 2. Oktober. (DNB.) Wie die „New Port Post" meldet, hat die britische Regierung dem amerikanischen Judentum konkrete Versprechungen für den Fall eines britischen Sieges gemacht. Die Erklärung, die vor dem American Jewish Kongreß verlesen wurde, soll der Minister ohne Geschäftsbereich im britischen Kriegskabinett und ehemalige englische Arbeiter-Vertteter Greenwood, abgegeben haben, indem er die zuversichtliche Hoffnung ausdrückte, daß ein britischer Sieg eine neue Weltordnung bringen werde, in der das „Gewissen der zivilisierten Menschheit verlangen wird, daß das dem jüdischen Volk in so vielen Ländern angetane Unrecht wiedergutgemacht wird." New York Post nennt die Botschaft Der britischen Regierung die erste öffentliche Erklärung Englands zur Judenfrage seit Kriegsausbruch. Im Weltkrieg versprach Die Deklaration des damaligen englischen Außenministers Lord Balfour dem internattonalen Judentum Die Schäftung eines jüdischen Nationalstaates Palästina, obwohl den arabischen Stämmen gegenüber vertraulich entgegengesetzte Versicherungen abgegeben worden waren. Der britische Rundfunk gedachte des jüdischen Neujahrsfestes und wies darauf hin, daß in allen Synagogen des Empires Gottesdienste gehalten würden. In einer Botschaft des Oberrabiners Dr. Hertz heißt es, Die JuDen kämpften gegenwärtig „mit Großbritannien zusammen gegen die Gewaltherrschaft der heidnischen Naziführer!". Die Freiheit der Welt steht auf dem Spiel. Die Juden seien die ersten Opfer der Nazityrannei geworden, es fei Das Ziel Der Deutschen, Die Juden überhaupt aus Europa zu vertreiben. Die Juden aber würden in ihren Gebeten besonders des englischen Könis und der britischen Bevölkerung gedenken. — Daß England und das Judentum Zusammenhalten wie Pech und Schwefel, war schon längst bekannt. Und daß die Juden an ihrem Neujahrstage in ihren Gebeten des Königs von Judäa, Georg VI., gedenken, ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit! Gegen den offiziellen Optimismus „England mutz sich selber helfen." Stockholm, 2. Okt. (Europapreß.) Gegen die Optimisten, d-ie als Ergebnis des deutsch-italienifch- japanischen Paktes die aktive Unterstützung der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion für England erhoffen, muß sich nun selbst Lord Beaverbrooks „Daily Expreß" wenden. Das Blatt schreibt: „Schon schnalzen die Optimisten Die Zunge. Sie krähen, daß Der Pakt sowohl Rußland wie Amerika unter die Arme greifen werde. Glaubt ihnen nicht, Denn die Erwärmung, welche sie bieten, ist wie ein Spitzenschal im Winterwind. Amerika gibt uns jetzt alle die Hilfe, die es geben kann. Und Rußland mißtraut England bis 3um Letzten. Es ist freundlich mit Deutschland und stellt England zurück, weil es den klaren Glauben hat, daß Deutschland den Krieg gewinnen wird. England muß sich selbst helfen." Der Abgeordnete Lewis S i l k i n , Der als Mitglied Der ßabour Party Den Londoner Wahlkreis Peckham vertritt, wendet sich im News Chronicle Dagegen, daß Dem Parlament keine Gelegenheit geboten werde, zu den wichtigsten Fragen der Politik und Kriegführung Stellung zu nehmen. Während Der Parlamentsferien würden Entscheidungen von welterschütternder Bedeutung gefaßt. „Warum wird Das Klima Großbritanniens in ihrer Arbeit unterbrochen werden düi in- Der Führer ©riefe japanischen Vorgehens gegen o - C h i n a liehen. ♦ OSRAM -LAMPEN OSRAM- Ersetzen Sie Ihre 25-Watt-Lamve durch die moderne 40-Watt.Osram^f.Lampe, dann erhalten Sie doppelt soviel Licht. Verwenden daher auch Sie künftig die wirtschaftlichen von Kriegsaufgaben verliehen. Der Führer hat den Kupferstecher Professor Alfred Coßmann in Wien aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiet der Graphik die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verbann das Parlament nicht einberufen? Man sagt uns, daß die verschiedenen Regierungsabteilungen beschäftigt sind und nicht durch Parlamentssitzungen jedoch bereits 350 000 Pengö zur Verfügung. 3JHt der Eröffnung des Gymnasiums erhält die deutsche Volksgruppe in Ungarn nach 58 Jahren wieder ein deutsches Gymnasium. Die letzte Lehranstalt dieser Art wurde im Jahre 1882 in Budapest geschlossen. zwischen werden Fehler, von denen manche nicht wieder gutzumachen sind, begangen, und Verwirrung greift um sich, was den Leuten, die die Opfer der Bombardierungen sind, viel unnötige Leiden verursacht." Japan warnt England. Keine Wiedereröffnung derBurma-Stratze. Tokio, 2. Okt. (Europapreß.) Das Problem der Wiedereröffnung der Burma--Stratze nach Ablauf des Abkommens über eine dreimonatige Schließung am 18. Oktober wird von der japanischen Presse bereits eingehend diskutiert. England wird davor gewarnt, sich irgendwelchen Illusionen über die Folgen der Wiedereröfsnung hinzugeben. Unter Berücksichtigung des kürzlichen Der Führer hat dem Schriftsteller Friedrich 2 i in Rethus bei Parchim in Mecklenburg aus Anlaß der Vollendung feines 50. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um das deutsche Murn die Goethe-Medaille für Kunst issenschaft verliehen. Luxemburg Gauleiter Simon in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um die Durchführung das Derdienstkreuz I. Klasse land, Italien und Japan. Mit auftichtiger Genug» tuuna begrüße ich Ihre Versicherung, daß das slowakische Volk sich denjenigen Mächten eng verbunden fühlt, die sich eine gerechte Neuordnung der Welt zum Ziel gesetzt haben. Ich bin überzeugt, daß auch dem Arbeitswillen des slowakischen Volkes im künftigen Europa die weitesten Entfaltungsmöglichkeiten gegeben sein werden." Der italienische Staatsminister F a r i n a c c i, der auf Einladung des Reichsministers Dr. Goebbels und Reichspressechef Dr. Dietrich mehrere Tage in Berlin weilte, verließ am Mittwochabend mit seiner Begleitung die Reichshauptstadt im Sonderzug. Auf Einladung von Reichspressechef Dr. Dietrich begibt sich Staatsminister Farinacci mit den Herren seiner Begleitung in die Kampfgebiete des Westens. ,, * In Berlin tagte der Beirat der Reichsbahn unter dem Vorsitz des Reichsverkehrsmimfters Dr. Dorpmüller. Dem Beirat wurde ein Ueberblick über die Verkehrsbetriebs- und Finanzlage und über personal- und sozialpolitische Maßnahmen gegeben. Er nahm Kenntnis von dem Erfolg der Umwandlungsaktion der Reichsbahnvorzugsaktien, bei der schon jetzt in hohem Ausmaße von dem Umtausch Gebrauch gemacht worden ist, ebenso auch von dem günstigen Zeichnungsergebnis der neuen Reichsbahnanleihe, die bereits nach drei Tagen mehrfach überzeichnet war. Die ehemaligen Mitglieder der französischen Regierung P o m a r e t und Mantel wurden gemäß den neuen Verwaltungsmahnahmen in Pelle-Voisin interniert. Pomaret war Abgeordneter und ehemaliger Arbeitsminister. Mantel war Generalrat des Departements Aude. Der in den Ruhestand tretende Chef des schwedischen Heeres, Generalleutnant Per Sylvan, ist von Generalleutnant Ivar Holmquist abgelöst worden. Zum Chef des Heeresstabes ist Generalmajor Folke H ö g b e r g , der bisherige Kommandant von Boden, ernannt worden. Der bisherige Stabschef des Heeres, Generalmajor H. Jung, kommandiert nun die Heeresgruppe 2. * Das japanische Marineministerium teilt mit, daß am 11. Oktober, dem 2600. Jahrestage der Gründung des japanischen Kaiserreiches, auf der Höhe von Yokohama eine großen Flottenschau ab- gehalten werde. Wie Italien, hat auch die Derwaltuna der V a- i k a n st a d t die Rationierung von Speiseöl, Butter und Fett eingeführt. Anläßlich des Tages des Caudillo fanden in ganz Spanien große Festlichkeiten statt. An einem feierlichen Tedeum nahmen die Regierung sowie die Spitzen des kirchlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens teil. Auch das Diplomatische Korps, die NSDAP, und der italienische Fafcio waren vertreten. Nach der Feier begaben sich die Teilnehmer in den Nationalpalast, wo sie durch den Caudillo empfangen wurden. Der Abessinienfeldzug. Der erste Schlag gegen Englands Wcltgeltnng. Rom, 2.Okt. (DNB.) Mit dem am 2.Oktober vor fünf Jahren begonnenen abessinischen Feldzug hat Mussolini, mit die italienische Presse übereinstimmend betont, den ersten Schlag gegen die allmächtige Weltstellung Albions geführt und damit den ruhmreichen Weg zum Aufstieg gewiesen. — „Heute, da der Kampf gegen die englische Vorherrschaft zu Lande, zu Wasser und in Der Luft unerbittlich tobt", so schreibt „Messaggero", gedenken wir der Anfangsstadien dieses gigantischen Dramas." Mit dem siegreichen Feldzug in Abessinien hat der Zusammenbruch des englischen j Weltreiches begonnen, der seither unaufhaltsame Formen annehme. Das Scheitern der Sanktionen brach das die ganze Welt terrorisierende Prestige der englischen Flagge und gab zugleich der Genfer Liga einen tödlichen Stoß." — „Popolo di Roma" stellt fest, daß der 2.10.1935 die Grenze zwischen zwei Zeitaltern darstelle. Mit der Tat Mussolinis seien die Tore in jene Zukunft geöffnet worden, die Deutschland und Italien an der Spitze des neuen Europas heraufführe und zugleich Afrika und Asien nach sich ziehe. Die Operationen in Aegypten. Stockholm, 2. Okt. (Europapreß.) Englands Presse und der britische Nachrichtendienst widerspre- chen sich in der Deutung der Operationstakttk der Italiener in Aegypten unter dem Kommando von Marschall Graziani. Der britische Nachrichtendienst erklärt, die Italiener rückten nicht über Sidi el Barani nach Alexandrien vor, weil der englische Widerstand zu stark sei. Englische Kriegskorrespondenten in Aegypten erklären jedoch, weitere italienische Aktionen in Aegypten ließen auf sich warten, weil Italien zur Zeit noch mit der Verfolgung ZtaliemsOer Wehrmachlsbmcht. Rom, 2. Ott. (DRV.) Der italienische wehr- machtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wort- laut: In Rordafrika haben unsere Schnellen Auf- Narungsabteilungen einige vorn Feinde bei seiner Flucht südlich von Sidi el Barani aufgegebene Panzerwagen und Motorräder aufgefunden und erbeutet Aus neuen Feststellungen geht hervor, daß die Zahl der gemäß unferm gestrigen Bericht von unserer Luftwaffe bei Angriffen abgeschossenen feindlichen Flugzeuge zwei beträgt Weiterhin wurde festgestellt daß außer den drei gemäß Wehrmachtsbericht vom Montag in Luftkämpfen abgeschossenen feindlichen Flugzeugen zwei weitere vom Feuer unserer Bomber stark beschädigte englische Flugzeuge gezwungen waren, auf der Insel Kreta zu landen. Die feindliche Luftwaffe hat einige Angriffe durchgefuhrt, die bei B u g b u g fünf Verwundete und bei Tobruk einen Verwundeten zur Folge hatten. Die Schäden sind außerordentlich gering. Jm Zentral-Mittelmeer hat unser U-Boot „Medusa" ein englisches viermotoriges Flugzeug vom Sunderland-Typ abgeschossen. 3m östlichen Mittelmeer hat unsere Luftwaffe eine aus zwei Kreuzern bestehende Marineformation angegriffen. Der Wafferflughafen von Aden ist von einer unserer Luftformationen bombardiert worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe hat Gherilli (Somali- land) bombardiert, ohne Opfer oder Schäden zu verursachen. Ferner wurde die Eisenbahn beim Tunnel des Harr-Passes (nordöstlich von Diredaua) bombardiert, wobei ein Askari getötet, aber keinerlei Materialschaden angerichtet wurde. Kleine politische Nachrichten. Anläßlich des Abschlusses des Dreimächtepaktes hat der slowakische Ministerpräsident Dr. T u k a an den Reichsminister des Auswärtigen ein Glückwunschtelegramm gerichtet, das dieser mit folgendem Telegramm beantwortet hat: „Eurer Exzellenz danke ich herzlich für Ihre freundlichen Glückwünsche zur Unterzeichnung des Dreimächtepaktes zwischen Deutsch- diplomatischer Ziele beschäftigt sei. Der „Daily Tele- graph"°Korrespondent in Aegypten berichtet, daß die Italiener alles tun, um ihre Stellungen bei Sid el Barani so günstig wie nur eben möglich zu gestalten. Die westlichen Zufahrtsstraßen wür- bcn verbessert u n o *a u s g e b a u t.. „Berlingste Tidende" meldet, daß das ö. g y v • tische Parlament für den 7. Oktober einberufen sei. Die Sitzung war ursprünglich für den 11. November geplant. Zur Behandlung kommt als Hauptthema die Lage in Aegypten seit Eröffnung der italienischen Offensive. Erhöhung der Suezkanalgebühren um 40 Prozent. Stockholm, 2. Ott. (DNB.) In London wurde die Erhöhung der Suezkanal-Gebühren um 40 v. H. ab 1. Januar 1941 bekanntgegeben. Die Gebühren für beladene Schiffe werden von 5 Schilling 9 Pence auf 8 Schilling, und die für mit Ballast fahrenden Schiffe von 2 Schilkina 2,5 Pence auf vier Schilling erhöht. Die Gebühren für die Personenbeförderung werden von 5 Schilling 9 Pence auf 8 Schil- ling heraufgesetzt. In erster Lin', wird die Schifffahrt der neutralen Länder des Mittelmeeres von der Gebührenerhöhung betroffen. In London macht man für die Erhöhung der Suezkanalraten die durch den Kriegseintritt Italiens stark abgesunkene Erlöse aus der Suezkanalfahrt verantwortlich. müsse man zu dem Schluß kommen, daß England durch die Wiedereröffnung der Burma-Straße e i n Desafter heraufbeschwören würde, schreibt „Pomiuri". Es scheine daher denkbar, daß es England in seiner gegenwärtigen verzweifelten Lage nicht riskieren werde, seinen wichtigsten ost- asiatischen Stützpunkt, die Malaiische Halbinsel mit Singapur aufs Spiel zu setzen. „Chugai Shogyo" meint, England sei auf einem Holzwege, wenn es glaube, daß die Wiedereröffnung der Burma-Straße die Hilfe für die chinesische Regierung von Tschungking verdoppeln und England Japan damit wieder schwere Hindernisse entgegenstellen könne. Der japanische Nationalistenführer N a k a n o stellt in der Zeitung Tokio Nitscyi Nitschi fest, daß durch den Dreieroertraa Japans Stellung äußerst verstärkt worden sei. Dies bringe gleichzeitig für Japan die Verpflichtung, den Vertrag durch e n t - forschende Aktionen zu erfüllen und Die Schaffung eines Großoftasiatiscben Lebensraumes durchzuführen. Sollte versucht werden, diese Akttonen durch Wirtschaftsdruck zu verhindern, müsse Japan im gesamten aroßostasiatischen Gebiet schärfste Handelskontrolle Durchführen und die nötigen Rohstoffe aus Niederländisch-Jndien und den malaiischen Staaten holen. England sei durch die Mißerfolge in Europa nicht in der Lage, sich für Tschiangkaischek einzusetzen. Suners Besuch in Rom. Madrid, 2. Okt. (Europapreß.) Der Rom- Besuch Serrano Suners steht im Mittelpunkt des Interesses. Man ist in Madrid davon überzeugt, daß die Bindung Spaniens an die Achsenmächte außerordentlich eng geworden ist. Kennzeichnend für diese Auffassung ist ein Leitartikel der offiziellen Zeitung „A r r i b a" unter der Überschrift „Einheit des Vorhabens", der mit der Feststellung schließt, daß in diesen Tagen der beginnenden europäischen Neuordnung eine Einheit des Wollens der starken und junaen Völker ge» schaffen ist, die der Gerechtigkeit Der Geschichte und Der Zivilisation ihren Tribut entrichten wird. Ein mächtiges Spanien ist mit Italien und Deutschland vereint. Der römische Korrespondent des Madrider Abendblattes „Pueblo" schreibt, gegenüber dem ersten Besuch Serrano Suners habe sich die internationale Lage völlig verändert. Unverändert fei jedoch die Herzlichkeit geblieben, mit welcher der Abgesandte Francos diesmal empfangen worden sei. „Wenn auch über den Gang der Verhandlungen und die Eraebnisse absolutes Stillschweigen gewahrt werde, so bestehe doch kein Zweifel, daß Spanien den Sieg Berlins und Roms wünsche, so wie seinerzeit Deutschland und Italien den Sieg Francos gewollt hätten. „Die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden, werden nur dem Endsieg gewidmet sein. Mit erber ohne Dokumente, mit oder ohne Erklärung nimmt Spanien seit 1936 eine unveränderte Haltung in seiner Außenpolitik ein, ob kriegführend ober nicht kriegführend." $ür eine Verlegung der rumänischen Hauptstadt. B u k a r e ft, 2. Okt. (Europapreß.) Ein Artikel in dem der Eisernen Garde nahestehenden Blatt „Bunavestire" tritt für eine Verlegung der rumänischen Hauptstadt ein, die nach dem Wunsche C o» breanus im Herzen der Karpathen liegen sollte. Diese Verlegung sei schon 1918 geplant gewesen, als man von Siebenbürgen die Erneuerung erwartet hatte. Finanzielle Hindernisse müßten aber nun überwunden werden. Auf jeden Fall müsse die' neue rumänische Hauptstadt im Gebirge liegen, wo der Rumäne noch Herrschergeist besitze und nicht in der Ebene, wo er stets Sklave gewesen sei. Wieder ein deutsches Gymnasium in Ungarn. Budapest, 2. Oktober. (DNB.) Das staalliche Jakob-Bleyer-Gymnasium für die Volksdeutschen in Ungarn hat am 30. September den Unterricht aufgenommen. Gemeldet haben sich für das erste Schuljahr 34 Schüler. Das Jakob- Bleyer-Gymnasium ist im deutschen Heim des Volksbundes der Deutschen in Ungarn untergebracht. Für einen entsprechenden Neubau stehen Großbritannien erstreckt sich zwischen dem 50. und 58,5. Grad nördlicher Breite, also über 900 Kilometer. Seiner Ausdehnung entspricht auf dem Festland das Gebiet zwischen Breslau und Stockholm. Entsprechend der gleichen geographi- chen Lage müßten beide Gebiete das gleiche Klima )aben. Das ist aber keineswegs der Fall. Obwohl ie kaum 1000 Kilometer voneinander entfernt lie- en, vertreten sie grundverschiedene Klimatypen: Großbritannien besitzt ausgesprochenes S e e k l i m a und das zwischen Breslau und Stockholm liegende Gebiet ebenso ausgesprochenes Landklima, in dem einen sind die Gegensätze der Jahreszeiten nach Möglichkeit ausgeglichen, in dem andern prallen sie hart auseinander. Trotzdem ist das Klima von Großbritannien nicht so einheitlich, wie man es von einer Insel, die nur zwei Drittel von Preußen darstellt, erwarten könnte, besonders wenn man bedenkt, daß sie keinen Ort besitzt, der mehr als 120 Kilometer vom Meere entfernt ist. Immerhin bleibt grundsätzlich der Charakter des Seeklimas in allen Landesteilen gewahrt. Die Frage ist nur, bis zu welchem Maße Der Atlantische Ozean von Westen her die Intensität des Seeklimas steigern kann. In dieser Beziehung kommt man zu beachtlichen Feststellungen. Der Atlantische Ozean ist im Winter, besonders durch den aus Mittelamerika kommenden Golfstrom, ein ausgleichendes Wärmebecken. Infolgedessen verlaufen die Januar-Isothermen wie in ganz Nordwesteuropa von Norden nach Süden. Die Wintertemperaturen neh- men weniger von Süden nach Norden als von Westen nach Osten ab. Beispielsweise ist der Unterschied der Januartemperaturen zwischen dem vielgenannten Kriegshafen Plymouth im Süden und den Shetlandinfeln im Norden nur 2,1 Grad, während er zwischen den S c i l l y - I n • fein im Westen und Greenwich östlich London 4,2 Grad beträgt. So stark gleicht das umgebende Meerwasser aus. Nennenswerte Gegensätze bestehen also nur zwischen Land und Wasser. Daher kommt es, daß nur im schottischen Bergland oder im mittleren England wirkliche Winter mit beachtlichen Kältegraden vorkommen. Genau so liegen die Verhältnisse im Sommer. Die größte Wärme verzeichnen Wieder die Binnen- gediete, während die Beobachtungspunkte am Meere weniger voneinander abweichen. Nur verschiebt sich diesmal die Richtung. Die Juliisotherme geht mit den Breitenkreisen parallel von Westen nach Osten, deshalb beträgt die Differenz zwischen Den Scilln- Jnseln und Greenwich nur 0,6 Grad, während LTe zwischen Plymouth und den Shetlandinfeln 4,5 Grad ausmacht. Ueberträgt man diese grundsätzlichen Feststellungen auf das Land, so ergibt sich, daß die gesamte Westseite Großbritanniens das ganze Jahr über feucht ist, dazu im Winter mild, während der Sommer im Nordwesten kühl, im Südwesten aber warm erscheint. Dagegen ist auf der O ft - feite unter dem Einfluß des europäisch-asiatischen Festlandsblocks der Nordosten während des ganzen Jahres kühl und ziemlich trocken. Die letzte Eiaenschaft besitzt während derselben Zeit auch der S u d o st e n , sonst ist aber sein Sommer warm und sein Winter kalt, in beiden Fällen mit Neigung zu Extremen. Zu Extremen führt auch oer Der- gleich zwischen West und Ost hinsichtlich der Niederschläge. Man mißt auf der einen Seite Regenmengen von 200 bis 360 Zentimeter Höhe — das sind geradezu tropische Maße — während z. B. London nur 61 Zentimeter aufweist, das ist weniger als die durchschnittliche Regenmenge in Deutschland. Das Wetter der britischen Inseln wird von dem isländischen Tief sowie den südatlantischen und europäischen Hochdruckgebieten bestimmt. Im Winter kann dieses bis zum nördlichen England reichen und dann kaltes, ruhiges Wetter mit Frost und einer leichten Schneedecke bringen, während das Themsetal ost Tag und Nacht von undurchdringlichem Nebel bedeckt ist. Die nördlichen Teile von Großbritannien, besonders die Hebriden, werden im Winter von heftigen Stürmen, heimgesucht, die feuchte warme Regen bringen, welche die grüne Pflanzendecke während des ganzen Winters erhalten. Großbritannien ist die A u s g l e i ch s st e l l e zwischen dem Festland und dem Ozean. Deshalb ist sein Klima außerordentlich bewegt und vielfachem Wechsel unterworfen. Dem entsprechen die G e - Zeiten st röme, welche die britischen Küsten um- branden. Die Bewegung von Ebbe und Flut ist an den britischen Küsten außerordentlich stark. Sie erreicht z. B. im Bristolkanal die ungewöhnliche Höhe von 16 Meter. Außerdem ist sie sehr unregelmäßig, da die Flutwelle sich um die Inseln herumteilt und dann wieder auseinander stößt. So treten in die Irische See eine Flutwelle von Süden und eine von Norden ein, um sich in der Mitte zu treffen. Ebenso bringt in bie Nordsee eine Flutwelle burch bie Straße von Dover unb eine um bie Norbspitze Schottlanbs herum. Durch biese wechselnben Was- serstänbe werben Strömungen erzeugt, bie sich namentlich bei Dover unb in ben Meerengen nörblich von Schottland stark bemerkbar machen. Doch haben biese Gezeitenströme auch chr Gutes. Sie verhindern bie Entstehung eines breiten unb fortlaufenden Stvandwalles an ben Küsten Großbritanniens, ferner erweitern unb vertiefen sie bie zahlreichen Flußmündungen. Daburch find sie ber Schiffahrt in hohem Maße förberlich. Die Flutwelle kann weit in die kurzen, aber wasserreichen Ströme hinaufsteigen, ein Umstanb, ber zwar bie Anlage von Hafenschleusen unb Docks notwenbig macht, aber boch bas freie Meer sehr tief in bas ßanb einbringen läßt. So kommt es, baß bie allerbings von allerlei Stürmen umtosten unb auch bisweilen von Klippen unb Untiefen umgürteten Küsten Großbritanniens treffliche Naturhäfen besitzen: bie Westseite einen übergroßen Reichtum sogar, bie Süd- unb Ostküste aber auch eine mehr als ausreichenbe Zahl in ben Flußhäfen, von benen ja Lonbon, infolge ber Vielseitigkeit ber einftrömenben Hanbels- güter, an ber Spitze aller Häfen bes Lanbes ftanb. Aus aller Wett. Wirbelsturm über dem La-Plala-Gebiet. Ein Wirbelsturm hat das La-Plata-Gebiet an der Ostküste Südamerikas heimgesucht. Ueber Montevideo und Buenos Aires ging ein heftiger Wolkenbruch nieder, der mehrere Tage anhielt und den Verkehr fast vollständig behinderte. In einem Kino in Buenos Aires ist während des Wolkenbruchs die Decke eingestürzt. Es sind sechs Tote und siebzehn Verletzte zu beklagen. Man befürchtet, daß noch mehr Opfer unter den Trümmern liegen. Taifun seht Schanghai unter Wasser. Ein Taifun, der von einem mehr als 24ftünbt- gen ununterbrochenen Tropenregen begleitet war, setzte Schanghai unb bie weitere Umgebung in wenigen Stunden tief unter Wasser unb verursachte bie seit über 30 Jahren größte Überschwemmung, beren Ausmaß burch das über bie Ufer bes Wang- pu gepeitschte Hochwasser noch vergrößert würbe. Warenhäuser unb anbere Labengeschäfte mußten schließen. Desgleichen sämtliche Schulen. Alle Verkehrsmittel sinb lahmgelegt. Vereinzelte Rikschas halten einen Notverkehr aufrecht. Die im Erbge- schoß gelegenen Wohnungen mußten geräumt werben. Die Zahl der Opfer läßt sich noch nicht ab» schätzen. 6aupt)(f)ctTtletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter de- Hauptichri-tletters Ernst Blumschetn. Beraniwortlich -Dr •Boitib und Bilder Dr. Fr. W. Lange, für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; -tu Sladi Gießen, Provm?, Winichaii u. Sport: Ernu Biumichen. Druct und Vertag Brühliche Umverntalsdruckerei R. Lange ff. ür den Inkai' der An-etoen- Theodor Kümme! Pl.Nr.S. Der Führer hat den Reichsminister D a r r 6 und Ohnesorge, ferner bem Reichsstatthalter und Chef ber Zivilverwaltung im Elsaß, Gauleiter Robert Wagner, bem Reichsstatthalter und Chef ber Zivilverwaltung in Lothringen Gauleiter Bürckel, unb bem Chef ber Zivilverwaltung in 18 Aus der engeren Heimat. 23 Iahre Turnerführer. LPD. Wetzlar, 2. Dtt In einer schlichten Feierstunde verabschiedete sich am Samstag Ehrensenator Arthur Pfeiffer als Vereinsführer vom To. Wetzlar 1847 e. V. Der ausscheidende Turnerführer, der in der Deutschen Turnerschaft in den höchsten Führerstellen gewirkt hat, wurde zum Ehrenbeirat des Vereins ernannt und erhielt als seltene Auszeichnung den Ehrenbrief des RS.° Reichsbundes für Leibesübungen. Er hat den Turnverein Wetzlar feit 1917 vorbildlich geführt. Der Senior der hessischen Gemeindekassenverwaller. LPD. Alsfeld, 2. Ott Die Kreisgemeinde Keftrich besitzt den ältesten aktiven Gemeindekassenverwalter Hessens. Der jetzt 80jährige Gemeinderechner kann auf eine unmrterb röche ne 45jährige Tätigkeit in seinem Amt zurückblicken und war aus diesem Anlaß und wegen seines vorbildlichen Einsatzes in der Krirgszeit Gegenstand einer würdigen Ehrung durch die Gemeindeführung. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 1. Oktober. Bei einem Appell der Betriebsgemeinschaft der hiesigen Didier- Werke sprach der Kreisobmann der DAF. Schmidt zu den Arbeitskameraden über die gegenwärtige politische Lage und über die Verpflichtungen aller deutschen Menschen in dieser großen Zeit unseres deutschen Volkes. Die Rede fand bei den Gefolgschaftsmitgliedern starken Widerhall und lebhafte Zustimmung. — Die Didier- Werke planen die Einführung der Werksver- pflegung für ihre Betriebsgemeinschaft Die erforderlichen Vorarbeiten sind bereits getroffen. Mit den notwendigen Umbauarbeiten für die Werkküche wurde begonnen. * Allendorf a.d. Lumda, 2. Oktober. Beim Dickwurzfahren kam die Frau des hiesigen Landwirts Heinrich W i ß n e r so unglücklich zu Fall, daß sie von dem Wagen überfahren wurde. Die bedauernswerte Frau mußte von der Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. Dort liegt sie mit Rippenbrüchen darnieder. <=> bas Ihr Ernst, Fräulein Weber? ... Wo Sie boch bie Marta jar nich kennen unb bloß, weil ick so viel von ihr halte unb Ihnen nu alles von bet arme möbel unb ben Klaus, ber ihr so jut is, erzählt habe?" fragt sie ftaunenb. „Ja, Frau Pahl. Ich traue Ihrem Urteil und Völlige Entleerung der Dachböden ist der wirksamste Feuerschutz. Zu den nächtlichen Angriffen englischer Flieger auf deutsche Wohnviertel wird in dem Organ des Reichsluftschutzbundes, „Sirene", darauf hingewie- sen, daß die Gefahr der Entzündung von Dachstühlen durch Brandbomben verhältnismäßig gering ist, sofern die Dachstühle frei von Einrichtungs- gegenständen, Warenvorräten und Gerümpel sind. Durch die üblichen kriegsmäßigen Brandstiftungsmittel wird an sich das feste Holzwerk der Dach- konstruktionen nicht so leicht in Brand gesetzt. Selbst die Trennwände in den Bodenräumen, aus Brettern oder Latten bestehend, sind in einem entrümpelten und entleerten Dachboden weit schwerer in Brand zu setzen, als allgemein angenommen wird. In solchen leeren Böden wird es daher auch ohne Behandlung des hölzernen Dachstuhls mit einem Feuerschutzmittel den mit einfachsten Löschgeräten ausgerüsteten und ausgebildeten Selbstschutzkräften leicht möglich sein, das Feuer aus seinen Herd zu beschränken und zu löschen. Für den Luftschutz der Wohnhäuser ist daher die wirksamste Maßnahme I für ben Feuerschutz bie völlige Entleerung ber ^Dachböden. Da ber praktischen Durchführung einer Bett zu, blickt nach bem Namen auf der schwarzen Tafel am Kopfende, grüßt sie und fragt, ob sie eine Angehörige ober Bekannte bes Fräuleins Ellrich sei. „Verwanbt sinb wir nicht miteinanber", entgegnet Frau Pahl, „aber trotzbem steht mir bie Marta sehr nahe. Kommen Sie denn auch zu ihr? Ick hab Ihnen noch nie jesehen. Wolln Se sich ’n bißken hersetzen"? Sie will vom Stuhl aufstehen, um ihn der anderen Besucherin zu überlassen. Diese aber bittet sie, ihren Platz zu behalten. Sie legt einen blühenden Fliederzweig auf Märtas Bettdecke, umfaßt dann leise ihr Handgelenk und fühlt nach dem Puls. Dann sieht sie sich die Fieberkurve auf der Tafel an. „Es rft ber dritte Tag, da wird das Fieber noch steigen", sagt sie flüsternd zu Frau Pahl gewandt. „Aber sie wird's doch überstehen? Sie is doch so ’n jesundes .kräftiges Mädel!" bemerkt die alte Frau besorgt. „Hoffentlich!" entgegnet die Fremde, sieht dann die Maria lange an, streichelt ihre Hand und sagt leise: „Armes Menschenkind." gutem Zwetschenkuchen ein fröhliches Beisammensein, bei dem Kaffee und Kuchen in reichlichen Mengen vertilgt werden konnten. Mädels vom BDM. bereicherten die Stunden mit Gesängen und heiteren Darbietungen. Die Insassen eines Reserve-Lazaretts wurden durch ein gutes Unterhaltungskonzert eines Musikkorps der Wehrmacht erfreut, dessen ausgezeichnete instrumentale Darbietungen mit Recht den lebhaften Beifall der Soldaten fanden und zahlreiche musikalische Zugaben zur Selbstverständlichkeit machten. In einem Lazarett gab es eine interessante Filmstunde, bei der die Besucher neben ber Wochenschau ein unterhaltsames Lustspiel im Film zu sehen bekamen. Der Gesangverein Harmonie", Großen-Linden, erfreute die verwundeten Soldaten mit seinen schön gesungenen Chören und Volksliedern, die von den aufmerksam lauschenden Hörern mit dankbarem Beifall aufgenommen wurden. Weiterhin wurde in einem Lazarett eine musikalische Feierstunde geboten, deren Thema „Der Liebe Lust und ßeib'r genannt war. Hier wirkten die Cellistin Ilse Bernatz, der Baritonist Heinz Lub- bert und der Pianist Otto Braun mit, die mit ihrer Kunst den dankbaren Hörern ein schönes Erleben bereiteten. Unsere Verwundeten bekundeten in herzlicher Weise überall ihre Dankbarkeit für die gute Unterhaltung und fürsorgliche Betreuung. Seit einem Vierteljahr können wir die beiden Großplaneten Jupiter und Saturn nahe beieinander am südlichen Himmel beobachten. Zunächst waren sie nur in ber zweiten Nachthälfte sichtbar; aber immer früher erscheint bas Sternpaar über bem Horizont, unb im Oktober gehen sie bereits mit Beginn ber Dunkelheit auf. Anfangs war Jupiter schneller unb überholte ben Saturn am 15. August. Dann verlangsamte sich der Lauf beider Sterne. Ende August wurde Saturn, Anfang September Jupiter rückläufig. Bei dieser nunmehr nach Westen gerichteten Bewegung ist Jupiter wiederum rascher; er nähert sich daher allmählich dem Saturn und wandert am 11. Oktober nördlich an ihm vorüber. Jupiter steht um diese Zeit nur IV« Grad über bem Saturn. Dies ist also bie zweite Begegnung ber beiben Planeten währenb ber sog. „Großen Konjunktion", bie sich vom August 1940 bis zum Februar 1941 erstreckt unb uns ein dreifaches Zusammentreffen beider Sterne beschert. Monatelang sehen wir bie beiben größten Planeten wie durch eine unsichtbare Kraft aneinander gefesselt, dicht beisammen am Südhimmel stehen, und zwar zu einer Zeit, da sie sich gegenüber ber Sonne befinden, während der ganzen Nacht sichtbar sind und den Höhepunkt ihrer Leuchtkraft erreichen. Worte können nur einen schwachen Begriff von der einzigartigen Schönheit dieser seltenen Naturerscheinung geben. Saturn erreicht ungefähr die Helligkeit der Wega, während der mächtige Jupiter sechsmal heller strahlt. Nun ist Jupiter mit einem Durchmesser von 143 000 Kilometer zwar etwas größer als Saturn (Durchmesser 121 000 Kilometer). Der bedeutende Helligkeitsunterschied der beiden Planeten beruht demnach hauptsächlich auf der geringeren Entfernung Jupiters sowohl von der Erde, als auch von der Sonne. Jupiter wird durch die Sonne heller beleuchtet als Saturn, dessen Abstand rund doppelt so groß ist wie der Jupiters. Am 11. Oktober, wenn beide Sterne scheinbar dicht nebeneinander stehen, ist Jupiter 605 Millionen, Saturn dagegen 1240 Millionen Kilometer von uns entfernt. Nur wenig östlich vom Jupiter, an der Grenze der Sternbilder Widder und Stier, steht Uranus, als Stern 6. Größe bei günstigen Lustverhaltnissen eben noch mit freiem Auge erkennbar. Die hellstrahlende Venus ist Morgenstern; sie geht bereits vier Stunden vor der Sonne auf. Eine Stunde vor Sonnenaufgang erscheint auch der rötliche Mars am Morgenhimm^l, während Venus dann hoch im Südosten im Sternbild des Löwen steht. Am abendlichen F i x st e r n h i m m e l finden wir bie Herbstfternbilber gegen 22 Uhr MEZ. hoch im Süden: Wassermann, Fische, Widder, Pegasus und Andromeda beherrschen diesen Teil des Firmaments. In besonders günstiger Stellung befindet sich taNlMrietaaii Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München Bergholz sieht Kätes Händen zu, die ihn bedienen, ihm Tee eingießen. Eine tiefe, staunende Dankbarkeit ist in ihm. „Das ist mir noch vergönnt?" murmelt er. „Aber Hans! ... Das ist doch selbstverständlich , entgegnet sie mit ihrem warmen, dunklen Lachen. Die Tasse in der Hand haltend, blickt er sie an. „Unb es kann so kommen, daß das Selbstverständliche zum allergrößten Wunder wird", ergänzt er ihre. Worte. Darauf schweigt sie, das Herz voll Bangen und Beglückung. So reden sie wenig beim Essen. Kate fühlt, wie in bem Manne sich etwas losringen will unb schwer zur Formung burch bas Wort finbet. Aber bedarf es immer der Worte, um einander zu verstehen? Für sie nicht. Dennoch weiß sie um tue befreiende Kraft des gesprochenen Wortes und hat auch die Gabe des ruhigen Wartens unb leisen, verstänbnisoollen Leitens unb Hinlenkens. Uno fo vernimmt sie denn auch heute eine Generalbeichte von Hans Bergholz. Dabei erfährt Kate erst von der einleitenden Scheidung und bem schon stattgehabten Sühnetermin. So erübrigt sich die Frage, die zu stellen sie sich scheute, und die sie dennoch, während er sprach, im Hintergrund ihres Denkens hegte; die Frage: wie stellt sich die Frau zu dem allen? Da löst sich auch in ihr eine schmerzliche ^Nachdem er seine Beichte beendet hat, schweigen sie beide eine Weile. Dann sagt er: „Ich mußte mir das alles einmal von der Seele reden, um ganz damit fertig werden zu können. Nun ist es geschehen. Und daß ich es durfte ... zu dir darüber sprechen durfte ... das Käte . ist ja nun ..ganz unverdient! Und es gibt nur den Ruck weißt du? Den Ruck nach vorwärts!" Er nimmt ihre Hand Ul3m Ankämpfen gegen das glückhafte Slufroanen ihres Gefühls beginnt Käte von der Unglücklichen zu sprechen, die er gestern vom Tode des Ertrm- Am Sonntag traten die Gießener Mädelgruppen um 8.30 Uhr am Gymnasium zu einem Ringappell an, der jeder Gruppe die Gelegenheit geben sollte, ihre Arbeit unter Beweis zu stellen. Nach der Meldung der angetretenen Mädel durch die Gruppen» sührerinnen an die Untergauführerin Käthe T ö <- petmann fangen alle gemeinsam „Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit". Der Wettbewerb bestand im sicheren Beherrschen der Ordnungsübungen. Nachdem alle Mädel in die Aula des (9iz ftums eingerütft waren, begann dort zunächst ©rüppe Sud mit ihren Liedern, dann folgten die anderen. Die Aufgabe war für jede Gruppe, ein fröhliches, ein feierliches ynd ein Marschlied zu fingen. Die Lieder waren bei allen Gruppen gut gewählt unb die Ausführung durchschnittlich gut, bei manchen sogar voroildlich. Die Kluft, die Disziplin, das Berichtsbuch jeder Gruppe wurden in den Wettbewerb mit einbezogen. In der Bewertung kam bie M.-Gruppe 3/116 Gießen-Ost auf ben ersten, bie M.-©ruppe 1/116 Gießen-Süb auf den zweiten Platz, mit einem Punkt Unterschied. M.- Gruppe 2/116 Gießen-Mitte und M.-Gruppe 4/116 Gießen mit je zwei Punkten weniger beide auf den Fens gerettet hatte. „Denk doch, Hans, das hatte ich gar kicht gelesen", sagt sie. „Ich war so furchtbar erschrocken über die Schreckensnachricht auf ber Titelseite ber Zeitung, baß ich nichts weiter lesen mochte unb konnte. Als ich bann nach ber Schule kam, hielt mir eine Kollegin — du erinnerst dich vielleicht noch an die kleine dicke Dame, mit der zusammen ich in der Tristan-Aufführung war, bei der wir uns trafen — also die hielt mir eine Zeitung unter die Nase, wies auf einen Artikel hin und sagte ganz aufgeregt: Haben Sie gelesen, Fräulein Weber? ... Das ist doch Ihr Doktor Bergholz! Ja, siehst du, da las ich erst von deiner Tat, und mir wurde wieder leichter und ... Na, Hans, ich kann es schon sagen, ich war richtig stolz auf dich!" Er sieht sie betroffen und fragend an. „Käte, du haft doch nicht etwa ... das andere geglaubt?" Da findet sie den Mut zur Unwahrheit, mit der sie die allerdunkelfte Stunde ihres Lebens verhüllt. „Geglaubt habe ich es natürlich nicht, aber ...ich war doch sehr in Sorge um dich." Er läßt nicht die Augen von ihrem Gesicht, atmet ein paarmal ganz tief, senkt bann ben Kopf, tastet nach ihrer Hanb unb brückt seine Lippen barauf — bleibt lange so, in ber gebeugten Haltung, stillsitzen. 19. Kapitel. Frau Pahl ist zu Marta Ellrich ins Krankenhaus gegangen. An fast allen Betten sieht sie Besucher sitzen ober stehen. Da wirb überall erzählt, unb man hört ab unb zu ein kleines Lachen. Mit Marta kann Frau Pahl sich nicht unterhalten. Sie so krank zu finbert,- hat sie nicht erwartet. Als sie gekommen war unb ihr guten Tag sagte, hatte Marta sie mit unnatürlich blanken Augen angesehen, deren Blick aber seltsam leer war. Sie hatte etwas geflüstert, was Frau Pahl nicht verstand. Dennoch schien es ihr, als erkenne Marta sie. Auf ihre Frage, wie es ihr gehe, hatte sie die Lippen schmerzlich verzogen und leise und abgerissen gesagt: „Es tut ... überall so weh." Nun liegt sie wieder, kurz und hastig atmend und hält die Augen geschlossen. Eine Schwester war an das Bett gekommen unb hatte auf Frau Pahls Frage gesagt, Fräulem Ellrich habe eine Lungenentzünbung. Bekümmert sitzt bie alte Frau neben ber Kranken, blickt in bas gerötete Gesicht unb benkt, baß sie nun roieber nach Hause gehen unb sich eine neue Sorge mitnehmen wirb, zu all ber Unruhe unb Aufregung ber letzten Tage. Da kommt eine Dame auf bas glaube mir schon ein zutreffenbes Bilb machen zu können. So, wie Sie mir bie ganze Lage schilbern, wäre es doch bas beste, wenn Fräulein Ellrich nicht mehr zurück zu ben Angehörigen ginge, bie nicht gut zu ihr sinb; gar nicht mehr zurück in bie Gegend, wo sie viele kennen — wenigstens vorläufig nicht. Auf keinen Fall aber barf sie sich selbst überlassen werben, fonbern bebarf ber teilnehmenben oerftänb- nisoollen Führung, bis sie sich roieberfinbet, ihr Leben roieber in bie eigenen Hänbe nehmen kann. Außerbem kann ich gut ein verläßliches Menschen- kinb gebrauchen, bas mir meinen Haushalt betreut, weil ich fo viel anberes zu tun habe." Diel mehr, als die gute alte Frau merkt, ist Käte erschüttert von dem Schicksal ber beiben Menschen, von benen sie bis zum Tag zuvor noch nichts gewußt hatte. Voll innerer Freubigkeit hatte sie heule ben Gang zum Krankenhause unternommen — nicht nur, um Hans Bergholz einen Wunsch zu erfüllen. Das eigene Herz, das plötzlich so überreich beschenkt war, drängte sie dazu wie zu einem Dankopfer. Nun wird es ihr wieder schwer. Gedanken und Vorstellungen kommen während der drastischen Erzählungsweife der alten Frau, die Vergleiche ziehen: Zwei Männer sieht sie in der Gefahr des Scheiterns an einer Frau — derselben Frau ... Den einen hatte es tiefer hinabgeriffen. Auch er hat die andere gefunden und in ihr den Halt. Aber ihre Zusammengehörigkeit war wie ein schmaler Grat- roeg, auf dem der eine den Halt verlor und den anderen mit in die Tiefe riß. Und sie begreift Klaus Tjaden, den schlichten, schwerblütigen Menschen, der bei seiner Dergeltungstat nicht fragte: Was kommt danach? Frau Pahl hat ihr von dem Brief der unglücklichen Marta an Tjaden erzählt, und wie ihn die Nachricht getroffen hatte. Dann war er fortgegangen, und sie hatten am Abend einen Zettel mit wirren Zeilen von ihm gefunden, aus denen sie entnahmen, daß etwas Schlimmes geschehen sei. Am Tag darauf war die Kriminalpolizei gekommen, hatte nach Tjaden geforscht, seine Kammer durchsucht und das alte Ehepaar verhört Dabei hatte sich Vater Pahl aufgeregt und sich mehrmals zu heftigen Erwiderungen hinreißen lassen, so daß seine Frau Angst ausstand, es könne für ihn übel ausgehen. Die Zeitungsnachricht von den tödlichen Schüssen auf eine Sängerin hatten auch sie gelesen; aber erst durch die Kriminalpolizei erfuhren sie, daß die Getötete Klaus Tiadens Frau war. (Fortsetzung folgt.) 3. Platz. Nachdem die Untergauführerin Grundsätzliches zur kommenden Arbeit gesprochen und an der vergangenen Arbeit Kritik geübt, wurde die Reichssendung „Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet die diesjährigen Jugendfilmstunden der HI." gemeinsam gehört. Worte der Verpflichtung und Aufforderung zur persönlichen Zucht unb Tapferkeit eines jeben Mädel bildeten den Abfchluß ber Ansprache ber Untergauführerin. Mit bem Gruß an ben. Führer unb bem Lieb ber Jugenb würbe ber Appell beenbet. Frau Pahl sucht nach ihrem Taschentuch, um sich bie Augen zu trocknen. Sie gehen bann zusammen fort, aber sie trennen sich noch nicht. Frau Pahl bie junge Dame, bie ihr sehr gefällt, Käte Weber heißt und Lehrerin ist. Sie erzählt ihr, sie sei von bem Herrn zu bem Besuch im Krankenhause veranlaßt worben, ber bie Marta gerettet hatte. Das wäre nur halbes Tun, wenn man sich nicht auch weiter um bas arme Wesen kümmern ber Pegasus, besten Bild durch die geometrische Gestaltung feiner Umrisse auffällt. An ein durch vier helle Sterne bezeichnetes Quadrat, auch der „Große Tisch" genannt, schließt sich rechts ein Sechseck an. Der linke obere Stern des Großen Tisches wird jedoch zur Andromeda gerechnet, die eine von hier nach links verlaufende, leicht gefchwungene Sternreihe aus vier hellen Lichtpunkten bildet, lieber dem zweiten Stern von links finden wir mit einem Feldstecher leicht den großen Spiralnebel, ein fernes Sternfystem von der Größe unserer Milchsttaße. Unter Berücksichtigung der Abschwächung, die das Licht des Änoromedanebels beim Durchgang durch dunkle Staubwolken in der Milchstraße erfahrt, ist seine Entfernung neuerdings zu 700 000 Lichtjahren bestimmt worden. Der Andromedanebel (ft eines der nächsten Sternsysteme von spiralförmiger Gestalt, die zu vielen Millionen über den beobachtbaren Teil bes Weltenraumes ziemlich gleichmäßig verteilt sinb. Unter dem Pegasus bemerken wir ben Wassermann und bie Fische, östlich bavon bas ausgebehnte Bild des Walfisches. Tief im Süden funkelt F o - malhaut im Südlichen Fisch, zugleich der südlichste, in Deutschland sichtbare Fixstern erster Größe. Einen wunderoaren Anblick bietet die Milchstraße an klaren, mondlosen Oktoberabenden. Vom Fuhrmann und Stier im Osten, wo K a p e 11 a und Aldebaran als hellste Sterne strahlen, zieht das zarte, reich gegliederte Lichtband aufwärts über Perseus und Kassiopeia zum Zenit, um sich nach Südwesten zum Schwan und Wer zu senken, hier in zwei durch Dunkelwolken getrennte Arme gespalten. Am Nordwestrande der Milchstraße sehen wir die blaue Wega, den hellsten Fixstern des Nordhimmels. Der Himmelswagen im Großen Bären nähert sich seiner tiefsten Stellung im Norden, in der dieses schöne Sternbild besonders groß und prächtig erfd)eint. lieber dem Großen Bären zieht die gewundene Linie des Drachen entlang, während von dem stets in annähernd gleicher Höhe stehenden Polarstern der Kleine Bär gleichsam her- abyängt. Der Mond zeigt im Oktober folgende Lichtgestalten: Neumond am 1., erstes Viertel am 8., Vollmond am 16., letztes Viertel am 24., Neumond am 30. Wir haben also im Oktober zweimal Neumond. Da der Mond am 1. Oktober durch den aufsteigenden den Knoten, den Schnittpunkt der Mondbahn mit der Ekliptik, geht und gleichzeitig sich in Erdnähe befindet, ereignet sich eine totale Sonnenfinsternis, die aber in Europa nicht sichtbar ist. Die schmale Zone der totalen Verfinsterung der Sonne zieht von Kolumbien quer durch das nördliche Südamerika und den Atlantischen Ozean nach Südafrika und endet im Indischen Ozean. sehr zahlreich erschienenen Fünfzigern der älteren Vereinigungen unb des jüngsten Jahrgangs einige schöne Stunden. In den Ansprachen wurden die hohen ideellen Werte der Heirnatliebe unb der kameradschaftlichen Verbundenheit ohne Rücksicht auf Rang und Stand, oder wirtschaftliche Stellung oder Vermögen, wie sie von jeher als besonderes Kennzeichen der Volksge- meinfchaft in ben Fünfziger-Vereinigungen gepflegt wurden, in gebührender Weiss betont Eine Sammlung für das Kriegs-WHW. erbrachte einen ander diesjähriaen Fünfziger 1890/1940 mit Vertretern der Fünfziger-Dereinigungen der älteren Jahrgänge im „Burgho " fand die alljährlich übliche Uebergabe der Fün ziger-Fahne statt. Das Unter- ür den Abend war den Der- sehnlichen Betrag. Der schöne Abend wurde zugleich ein erneutes starkes Bekenntnis zu Führer und Volk, für die auch die Fünfziger in Gießen stets alle ihre Kräfte einzufetzen bereit sind. Turn-Verein von 1846 Gießen. Nachdem der Sportbereichsführer Meister in Kassel die in der Generalversammlung vom 15. 6. 40 vom To. 1846 Gießen angenommenen Einheitssatzungen genehmigt hat, sand am 29. September unter dem Vorsitze des Vereinsführers Wiegand die Neuberufung und Verpflichtung der neuen Vorstandsmitglieder statt. Die vorliegende Tagesordnung wurde besprochen, wobei festgestellt werden konnte, daß die Aufgaben des Vereins trotz der schweren Zeit gut ausgewertet sind. In diesem Zusammenhang wird noch darauf hingewiesen, daß der Turner Kaiser vom Tv. 1846 Gießen bei den Deutschen Kriegs-Gerätemeisterschaften Anfang September in Chemnitz unter 80 Mitbewerbern in der Reichsklasse mit 175 Punkten einen achtbaren Sieg erringen konnte. Gießener Wochenmarklpreise. * Gießen, 3. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, 34 kg 4, 5 kg 40, Wirsing, Vi kg 7 bis 8, Weißkraut 5, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 18, Römischkohl.10, Bohnen (grün) 18, Unterkohlrabi 7, Grünkohl 18, Tomaten 16, Meerrettich 30, Zwiebeln 12, Schwarzwurzeln 30, Kürbis 7 bis 8, Feldsalat (Vio) 10, Aepfel, Vi kg 15 bis 25, Birnen 15 bis 25, Zwetschen 13 bis 15, Salat, das Stück 8 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10, Lauch, das Stück 5 bis 10 Rpf. * ** Militärperfonalie. Oberstleutnant Longe, früher Standortoffizier in Gießen, wurde tnit Wirkung vom 1. Oktober zum Oberst befördert. •** Goldene Hochzeit. Am morgigen Freitag, 4. Oktober, kann der frühere Inhaber der Firma August Kilbinger im Seltersweg, jetzige Rentner August Kilbinger mit seiner Ehefrau Marie, geborene Petri, Frankfurter Straße 6 wohnhaft, in aller Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Der Jubilar wird am heutigen 3. Oktober 76 Jahre alt, seine Gattin ist in diesem Jahre 70 Jahre alt geworden. August Kilbinger ist durch seine langjährige Geschäftstätigkeit im Seltersweg und durch seine Zugehörigkeit zu zahlreichen Gießener Vereinen in weiten Kreisen bekannt geworden. U. a. war er als passionierter langjähriger Weidmann Mitgründer des Vereins „Hubertus" in Gießen, ferner gehört er seit vielen Jahren auch zu den Mitgliedern des hiesigen Schützenvereins; beide Vereine ernannten ihn in dankbarer Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied. Frau Kilbinger entstammt der alten Gießener Sippe Petri, die ihren Ursprung von einem Ahnherrn ableitet, der im Dreißigjährigen Kriege als dänischer Soldat Gustaf Adolfs nach Gießen kam, sich hier verheiratete und seßhaft mochte. Die Familie Petri ist seitdem in unserer Stadt durch zahlreiche Zweige vertreten. Seit über fünfzig Jahren gehört das Jubelpaar Kilbinger zu den treuen Beziehern des „Gießener Anzeiger". Den Jubilaren, die sich weithin großer Wertschätzung erfreuen, bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zur goldenen Hochzeit dar. ** 87 Jahre a l t. Am morgigen Freitag, 4. Oktober, kann der Postschaffner i. R., Heinrich Wahl, Stephanstraße 32, wohnhaft, seinen 87. Geburtstag feiern. Zu Kirtorf (Oberhessen) geboren, war er an verschiedenen Postämtern der Oberpostdirektion Darmstadt tätig, zuletzt in Gießen. Wahl stand in zwei Ehen, die zweite Frau Marie, geb. Henkel, starb am 19. Januar 1940. Dem Jubilar gilt unser herzlicher Glückwunsch. ** D i e „grüne" Straßenbahnlinie Bahnhof — Marktplatz stillgelegt. Vom morgigen Freitag ab wird die Straßenbahnlinie zwischen Marktplatz und Bahnhof über den Seltersweg wegen Oberleitungsarbeiten bis auf weiteres Neues für dei — Barbra Ring: „Das Spiel auf L a d e b y", Roman aus dem Norwegischen von Ellen de Boor. In Leinen gebunden 5,50 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (142) — Barbra Rings neuer Roman spielt in Norwegen zu einer Zeit, da durch die französische Revolution und den Aufstieg Napoleons in Europa alles ins Wanken geriet. So deutlich das herauf- ziehende Gewitter in diesem Buche auch zu spüren ist, im ganzen wirkt seine Welt wie ein lieber» rest des sorglosen Rokoko, die Mehrzahl der Gäste, die uns zur Weihnachtsfeier auf dem Landgute des reichen Kaufherrn Jacob Putman begegnen, besteht aus Gesellschaftsmenschen, die ihr Leben nicht eigentlich leben, sondern es spielen. Eine Ausnahme bildet der Herr des Hauses selbst. Lassen Jacob Putman auch seine persönliche Eitelkeit und die Liebe zu seiner Frau, die gern im Kreis der „feinen Leute" glänzt, am unterhaltsamen „Spiel" der anderen Vergnügen finden, so ist er doch ein Norweger vom guten alten Schlag mit einem offenen Herzen für bäuerliche Bodenständigkeit. So spielt er Schicksal im guten Sinne für die fast wie aus Versehen in diesen Kreis geratene ländliche Pfarrerstochter, die in ihrer gesunden und unverdorbenen Gescheitheit die reizvollste Gestalt des Romans ist. lieber alle Standesvorurteile hinweg ebnet er ihr den Weg zur Verbindung mit dem prächtigen Gutsschmied und hilft diesem dazu, den durch schlechte Wirtschaft seines Vaters verlorengegangenen Familienhof wieder zu gewinnen. — Susi Semler : „W a r u m nicht Afrika?" L. C. Wittich Verlag, Darmstadt. Geb. 2,50 RM. — (182) — Zwei Frauen und zwei Mädchen reifen von Marseille nach Tunis und von da weiter nach Gabes an der Kleinen Syrte, in deren Umgebung sie sich in ein freistehendes Araberhaus einmieten und hier nicht ohne Gefahren und Aben- teüer aber in herzlichem Einvernehmen mit der Bevölkerung acht Monate verbringen. Mit einem kleinen Opel unternehmen sie ihre Ausflüge, noch lieber aber sprengen sie auf feurigen Araberpferden., die sie bis an den Rand der Sahara bringen. Dabei lernen sie als Frauen das Leben der Eingeborenen intimer kennen, weil sie zu allem Zutritt haben. Etwa zu dem umständlichen und zeremonienreichen stillgelegt. Die Wage« der „grünen" Linie werden vom Marktplatz bjjp. vom Bahnhof aus durch die Bahnhofstraße geleitet, so daß also die Fahrgäste in Richtung Wiesecker Weg bzw. Wieseck am Marktplatz nicht umzusteigen brauchen. ** Polizei gegen Verkehrssünder. In der Zeit vom 20. bis 26. September schritt die Polizei im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschl. des Polizeiamtes Bad-Nauheim-Friedberg, gegen Kraftfahrzeugführer mit 4 Anzeigen, 6 gebührenpflichtigen und 3 gebührenfreien Verwarnungen, gegen sonstige Fahrzeugführer mit 4 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Radfahrer mit 5 Anzeigen, 12 gebührenpflichtigen und 7 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Fußgänger mit 1 Anzeige, 3 gebührenpflichtigen und 8 gebührenfreien Verwarnungen ein. i Büchertisch. Hochzeitsbad einer kleinen zwölfjährigen Braut vor ihrer Vermählung. Alles ist fachlich knapp aber reizvoll anschaulich erzählt. Ein fremdes Volk, eine fremde Landschaft werden dem gespannten Leser bezwingende, lebendige Gegenwart, wozu auch die hübschen Zeichnungen ihren Teil beitragen. Peter Bauer. — Lars Hansen: Der König von Raasa, Roman aus dem Norwegischen. Preis in Leinen geb. 4,80 RM. Verlag Rütten & Loening, Potsdam. — Der packende Roman erzählt von der kühnen Gründung eines Fifcherhafens auf einem der Nordküste Norwegens vorgelagerten Felseneinland, das den Fanggründen am nächsten liegt. Die mutige Tat des Jüngsten eines alteingesessenen Fifcher- geschlechtes rettet dieses von wirtschaftlichem Ruin, der es durch skrupellosen Wettbewerb betrügerischer Händler bedroht. Die großartige Natur und die schlichten Menschen, denen sich die Probleme noch einfach und natürlich stellen, weiß Hansen eindringlich zu gestalten. Fr. W. L. — Ernst Zahn: Lukas Hochstraßers Haus. Roman. Volksausgabe. Gebunden 2,85 RM. C. Bertelsmann Verlag Gütersloh. — (114) — Unergründlich wie ein Bergfee ist der Menschen Seele. Geheimnisvoll pulst der Strom des Lebens durch die Geschlechter, und nach unerforschlichem Gesetz verteilt die Natur bas Bluterbe der Eltern an Söhne und Töchter. Doch über allem Wechsel der Lebens- schicksale, über Irr gang und Leidenschaften, über Erfolgen und gescheiterten Hoffnungen bindet ein geheimes Band die Kinder ans Vaterhaus, und des Lebens Strom, der von dort ausging, kehrt endlich zu ihm zurück. An solche letzten. Tiefen allen Lebens in Familie und Sippe rührt der Dichter in „Lukas Hochstraßers Haus". Eine bunte Fülle von Gestalten und Gefchehnifsen, denen, einsam ragend, Lukas Hochstraßers Mittelpunkt und Ziel gibt. Zugleich ein großartiges Gemälde von den Rebenhängen des Züricher Sees. — Martha Wiemann: Wege zu Beethoven. Ein volkstümliches Beethoven-Buch mit „Beethovens Leben und Schaffen" von Karl Storck. (Ballonleinen 3 RM., Verlag G. Boffe, Regensburg), das den großen deutschen Musiker uns auch menschlich näher bringt, indem es von dem Lebenskampf und der Größe dieses Genies erzählt. Aus Selbstzeugnissen — besonders aus dem „Heiligstädter Testament", Briefen und Aussprüchen lies, Meisters — aus Schilderungen der Zeitgenossen und der Nachwelt, ersteht hier die Gestalt des Menschen Beethoven. Ein Buch also, das weitesten Kreisen etwas zu sagen hat. — H. Wühr: Stilleben deutscher Mer * st e r. Der Verlag Waldemar Klein, Berlin, bringt in einer neuen Reihe unter dem Titel: „Der Silberne Quell" einen Band „Stilleben deutscher Meister". Kart. 1,60 RM., Seinen 2,80 NM. — (166) — Auf zehn Farbtafeln werden Ausschnitte aus bekannten Bildern des 15. und 16. Jahrhunderts als selbständige Stilleben gezeigt. Sie sprechen von der Liebe zur Natur, mit der unsere Meister auch das bescheidenste Kräutlein auf ihren Bildern haben wachsen lassen. — So blühen in dem Paradiesgärtlein eines oberrheinischen Meisters Schwertlilien, Pfingstrosen, Lichtnelken und Rosen an der stillen Mauer, während im Rasen die kleinen einheimischen Blumen und Gräser stehen. Der schlichte Löwenzahn, ist wie ein Ornament aus einem Bild des Meisters Franke zu selbständiger Existenz herausgelöst. Der Ausschnitt aus der Stuppacher Madonna von Mathias Grünewald mit dem blauen Tonkrug und der irdenen Schüssel, über deren Rand ein Rosenkranz aus Hellen und dunklen Bernsteinkugeln hingelegt ist, zeugt ebenso von der Beseeltheit der Materie wie der Bücherbord mit Waage aus dem Pildnis des Kaufmann Giefze von Holbein. Es find die „Stillen Winkel", die als kleine Kabinettsstücke delikater Malerei zu beschaulicher, liebevoller Betrachtung verführen. — „Heber d i e Tapferkeit." Von Bruno Brehm. Ein Brevier für junge Deutsche. Adolf« Luser-Verlag in Wien. Geb. 0,80 RM. — (63) — Der Nationalpreisträger Bruno Brehm gibt in diesem Buch, das nach Inhalt, Umfang und Preis besonders für Gefchenkzwecke an Soldaten geeignet ist, eine Sammlung freimütiger und ergreifender Gedanken über die Tapferkeit, das soldatische Erbe und Vermächtnis der Ostmark und über das Wesen der Liebe. Dieses Buch, mit einer schönen Kunstdrucktafel von Dürers berühmten Kupferstich „Der heilige Georg" ausgestattet, ist bei aller Zeitlosigkeit ein Brevier für junge Deutsche von zeitgemäßer Gegenwartsnähe. In Brehms Bekenntnissen erschließt sich dem interessierten Leser ein Stück der unvergänglichen Lebenskraft des Deutschtums der Ostmark. — Pioniere im Kampf. Von Oberstleutnant Liere. Wilhelm Limpert-Verlag, Berlin Gebd. 1,80 RM., kart. 1 RM. — (91) — Das interessante Buch bringt Erlebnisberichte aus dem Feld- zug in Polen im Jahre 1939. Es ist im Auftrage der Pionierabteilung des Oberkommandos des Heeres von Oberstleutnant Liere bearbeitet und herausgegeben worden, und es enthält neben den Schilderungen der Kämpfe 4 Karten, 1 Skizze und 14 Bilder. Dem Leser wird in soldatisch-schlichter, aber eindrucksvoller Sprache das bewundernswerte Heldentum unserer Pioniere auf dem polnischen Kriegsschauplatz nahegebracht, das für alle Zeiten ein Ruhmesblatt dieser Waffe sein wird. Mit dem Gefühl tiefster Dankbarkeit wird jeder Leser den spannenden Schilderungen folgen, deren Veröffent- lichung von maßgebender Seite sehr zu begrüßen ist. Xandsdtuhe für den Jfcrßsi bringen wir in einer reichhaltigen Farben- und Formen-Auswahl zu überaus günstigen Preisen! 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